54 Etrstes Blatt Veen kale e er Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Sletzener Famil ienblätter; 2 wöchentl. Krels⸗ latt für den reis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Nerusprech- Anschlüsse: für die Schristleitung 112 Verlag, Geschästs stelleb l Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gehen. Annahme don Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. 105. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdrud und verlag der Brühl'schen Univ. Buch⸗ und steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. %... A N Donnerstag, 10. Juni 1915 Senugs pre monatl. 75 Pf., viertel- jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel- jährl. aussch Bestellg. Zeilenpreis: local 15 P., ausw. 20 Pf.— Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Bermischtes und Ge- richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Die Einnahme von Stanislau. Bryans Rücktritt. Die Behandlung der Gefangenen durch Frankreich. ) Großes Hauptquartier, 9. Juni. Westlicher Kriegsschauplatz. Am Osthang der Lorettohöhe zum Angriff ein— setzende feindliche Kräfte wurden gestern nachmittag durch unser Feuer vertrieben. Am Südosthang derselben Höhe scheiterte ein feindlicher Angriff. Die letzten Häusergruppen des schon feit dem 9. Mai zum großen Teil im Besitz der Franzosen befindlichen Dorfes Neuville wurden heute nacht dem Feinde überlassen. Südlich von Neuville schlugen wir wiederholte Angriffe unter schweren Verlusten für die Franzosen ab. In der Gegend südöstlich von Hebuterne ist der Kampf nach einem in den Morgenstunden mißglückten Angriff der Franzosen wieder im Gange. Im riester⸗ walde wurde ein feindlicher Angriff blutig zurückgewiesen. Nur um eine kleine Stelle unseres vordersten Grabens wird noch gekämpft. 8 Oestlicher Kriegsschauplatz. Auf dem östlichen Windau⸗Ufer wurde Kubyli nord⸗ ökttich Kurschany genommen. Von Südwesten her nähern sich unsere angreifenden Truppen der Stadt Szawle. An der Dubissa wurde der feindliche Nordflügel durch umfassenden Angriff in südöstlicher Richtung geworfen. Un⸗ 3 vordersten Linien erreichten die Straße Betygola— Ilgize. Südlich des Niemen traten die Russen nach hartnäckigem Angriff bei Dembowa, Ruda und Kozlizke den Rückzug auf Kowno an. 300 Gefangene und zwei Ma⸗ schinengewehre wurden erbeutet. Bei der weiteren Verfolgung 8 wir unter Sicherung gegen Kowno die Straße riampol— Kowno. ö Südöstlicher Kriegsschauplatz. Hestlich Przemyfl ist die Lage unverändert. Nordöstlich Zu ra wo brachten die Truppen des Gene⸗ rals v. Linsingen einen russischen Gegenangriff zum Stehen. Weiter südlich wird um die Höhen westlich Haliez und westlich Jezupow noch gekämpft. Stanis lau ist be⸗ reits inunserem Besitz. Es wurden 4500 Gefan⸗ gene gemacht und 13 Maschinengewehre erbeutet. Oberste Heeresleitung. (W Amtlich.) 35 Die Säuberung von 1 N schreitet rüstig vorwärts, und sowohl die Armee Linsingen wie die Armee Pflanzer⸗Baltin haben daran regen Anteil, indem sie sich die Hände reichten und nach der Einnahme von Stanislau auch von beiden Seiten Halicz angreifen. Halicz liegt 25 Kilometer nördlich von Stanislau, und wenn auch dieser Abschnitt des Dujestr in unsern Händen sein wird, ist die Verbindung der im Süden kämpfenden Russen mit ihren Brüdern, die bei Lemberg stehen, vollständig ab⸗ 1 Die Lage reift immer mehr zu einer großen Entscheidung heran. Bryans Rücktritt betrachtet Deutschland mit kühler Zu⸗ rückhaltung. Er war unser Freund nicht, und die amerika⸗ nisch⸗politische Art, mit der er sich vom Schauplatz zurück⸗ zieht, um später unter allen Umständen noch eine Rolle spielen zu können, will uns schlecht gefallen. Es heißt, daß er die Politik Wilsons, die jetzt in einer scharfen Note an. Deutschland gipfeln soll, nicht billige, weil sie die Möglich⸗ keit eines Krieges in den Vorder d rücke. So lange wir die neueste Note des amerikanis Präsidenten nicht ken⸗ nen, müssen wir uns Zurückhaltung auferlegen. Der deut⸗ schen Regierung braucht es um die Rechtfertigung ihres bekannten, gänzlich einwandfreien und auch völkerrechtlich begründeten Standpunktes nicht bange zu sein. Ob Wilson demgegenüber mit dem Säbel auftreten will, bleibt abzu⸗ warten. Einen wunderbaren Gegensatz zu der vielbesproche⸗ nen deutschen„Barbarei“ bietet, nach einer nachstehend wiedergegebenen Darlegung der deutschen Regierung, die Art, wie Frankreich seine deutschen Gefangenen behandelt. Was nützt es, daß durch Vertreter neutraler Staaten einige Renommier⸗Gefangenenplätze in Frankreich als S frei bezeichnet werden, wenn die französische Regierung sich erdreistet, unsere Landsleute zu einem großen Teil schaudervollen Verhältnissen in Afrika auszusetzen; dem⸗ gegenüber bedeutet die nunmehr angeordnete Beschäfti⸗ dale französischer Gefangenen in den Moorkulturen nn e hrlich nur eine sehr milde Gegenmaßregel. Bringt uns doch ein Brief aus einem englischen Gefangenenlager u. a. folgende unglaubliche Kunde: Aus sicherer Quelle wissen wir, daß die gefangenen Deut- schen in Dahomey im Innern unter schwarzen Aufsehern und bei Wegebauten im Lendentuch arbeiten müssen. Meh⸗ rere seien schon tot. Ein Regierungsbeamter schreibt: Ein Missionar in meiner Nähe wurde von einem englandfreund— li Neger mit einem Haumesser erschlagen, ein deut- scher Untero ffizier samt seinen vier farbigen Soldaten aufgefressen, eine andere deutsche Abteilung überraschte die undesgenossen Englands beim Zubereiten von Men⸗ schenfleisch und Abnagen von Europäerknochen.“ Könnten die amerikanischen Staatsmänner nicht auch darüber einmal eine Note verfassen? . 5 1 Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 9. Juni.(WT. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlauthart: 9. Juni 1915. Russischer Kriegsschauplatz.. Südlich des Dujestr verloren die Russen neuerdings an Boden. Unter vielfachen Verfolgungskämpfen siegreich vordringend, erreichten die Verbündeten gestern nördlich Ko⸗ lomeg die Linie Kulaczkowce—Korszom, gewannen die Höhen von Ottynig, nahmen abends Stanislau in Besitz und drangen weiter gegen Halicz vor. Der Tag brachte 5570 Gefangene. An der übrigen Front in Galizien und Polen hat sich nichts Wesentliches ereignet. Italienischer Kriegsschauplatz. Der erste größere Angriff des Feindes, gestern nachmittag von Truppen in der beiläufigen Stärke einer Infanterie-Division gegen den Görzer Brückenko pf angesetzt, wurde unter schweren Verlusten der Italiener ab- geschlagen. Diese fluteten im Artilleriefeuer zurück und mußten mehrere Geschütze stehen lassen. Das gleiche Geschick ereilte feindliche Angriffsversuche bei Gradiska und Moufalcone. Die Kämpfe an der Kärntner Grenze östlich des Plöcken-Passes und das beiderseitige Geschützfeuer im Gebiete unserer Kärntner und Tiroler Sperrbefestigungen dauern fort. Balkan⸗Kriegsschauplatz. An der serbischen Grenze fanden da und dort Plänkeleien und auch Artilleriegefechte ohne Bedeutung statt. Bei Korito wurde eine montenegrinische Bande in österreichisch-ungarischen Uniformen zersprengt. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Die Einnahme von Stanislau. Berlin, 10. Juni. Ueber die Einnahme von Stanislau heißt es in einem Telegramm des Kri i atters „Berliner Tageblattes“: Die entscheidenden Erfolge, welche die Verbündeten in den letzten 24 Stunden erreicht haben, sind für die weitere Entwickelung der gesamten Kriegslage von besonderer Bedeutung. Die Besitznahme von Stanislau sowie auch die Be⸗ setzung der besonders starken Linie nördlich Kolomea und das weitere Vordringen gegen Halies bedeute ein besonders ein⸗ schneidendes Vortreiben des unwiderstehlichen Keiles, den unsere und die österreichischen Kräfte in die russische Front mit unbe⸗ zwingbarer Energie eingetrieben haben. Auf dem nördlichen Ab⸗ schnitt in Polen wie im unteren San⸗Hebiet begleiten zurzeit kleinere Gefechte, die in dem vorher erwähnten Abschnitt sich ab⸗ spielen, die für uns so siegreichen und für die Russen so verlust⸗ reichen Operationen. Die tägliche Mindestzahl von 5000 bis 6000 Gefangenen beweist den unwiderstehlichen moralischen Eindruck, den auf die russischen Truppen das konsequente, siegreiche Vor⸗ dringen der verbündeten Armeen macht. Russische Kriegführung. Petersburg, 9. Juni.(WB. Nichtamtlich.) Wie die Zeitung„Rietsch“ meldet, sind in Moskau hundert Juden mit ihren Kindern eingetroffen, die die Russen aus Prze⸗ mysl verschleppt und nach dem hohen Norden verbannt haben. Mehl⸗ und Brotmangel in Warschau. Berlin, 10. Juni. In Warschau herrscht, wie das „Berl. Tagebl.“ meldet, Mehl- und Brotmangel. Der russische Bericht. Petersburg, 9. Juni.(WTB. Nichtamtlich) Der Gro ß e Generalstab gibt bekannt: In der Gegend von Szawle unternahm der Feind, der sich verstärkt und eine neue Aufstellung eingenommen hatte, einen hartnäckigen Angriff in der Richtung auf Bubie. Am 7. Juni räumten unsere Truppen dieses Dorf und versammelten sich in einer Stellung vor Szawle. An der unteren Dubissa entwickelt sich unser Vormarsch in befriedigender Weise. Am linken Ufer der Weichsel nördlich von Ra wa benützten die Deutschen die günstige Windrichtung und versuchten unsere Truppen mit Stickgasen zu vergiften. 1 In Galizien dauert der hartnäckige Kampf auf dem linken Ufer der Wisznia fort. Dort gelang es dem Feind am 6. Juni unsere Truppen zurückzudrängen. Nichtsdestoweniger machten wir daselbst bei unseren Gegenangriffen ungefähr 2000 Ge fangene. An der Dujestrfront fanden am 6. und 7. Juni zwischen den Flüssen Tysmienica und Lukva Kämfe und Angriffe des Feindes gegen unsere Stellungen am rechten Ufer des Dnjestr zwischen dem Ugarstberg und Jidaczow statt; sie blieben erfolglos. Bei Jidaczow machten wir etwa 300 Gefangene, darunter 6 Offi⸗ ziere und erbeuteten zwei Maschinengewehre. Bei Zurawn o drangen feindliche Streitkräfte, die Verstärkungen erhalten hatten, im Walde bis zur Eisenbahn vor. Am rechten Ufer des Dnjestr gerieten die Deutschen in der Gegend des Dorfes Siwla in einen Hinterhalt. Sie wurden in dichter Reihe mit einem Kugelregen überschüttet und sodann durch einen raschen Bajonettangriff nieder⸗ gemacht. Ungefähr 200 Deutsche wurden getötet und einige Dutzend gefangen genommen. Zwischen Siwka und Kukwa wiesen wir einen feindlichen Angriff ab. Italienische Bestätigung der Zerstörung ö eines Lenkluftschiffes. Rom, 9. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird bekannt⸗ geben: Am Morgen des 8. Juni überflog eines unserer Lenk⸗ uftschisfse Fiume und ließ mehrere Bomben auf Orte mili— tärischen Charakters fallen. Bei der Rückfahrt wurde das Luft⸗ schiff durch eine Motorpanne gezwungen, in der Nachbarschaft der] A Insel Lussin auf dem Meere niederzugehen; es wurde derstört. Nach einer Mitteilung des Feindes ist die Besatzung gerettet und gefangengenommen worden. Budapest, 9. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Wiener K. K. Telegr.⸗Corr⸗Bur. Ueber die Bombenwürfe auf Fiume werden folgende Einzelheiten gemeldet: Am Diens⸗ tag früh 3 Uhr wurden die Bewohner von Fiume durch eine Detonation geweckt. Im Verlaufe einer halben Stunde waren von dem italienischen 3.„Citta di Forrara 14 Bomben geworfen worden. Die eine fiel auf eine kleine Schenke neben der Fabrik Ganz Danubius. Der Wirt, seine Frau, seine Schwägerin und zwei Kinder flüchteten. Die Schwägerin wurde in der Nähe des österreichischen Ortes Cantrida getötet, eine andere Frau und zwei Kinder schwer verletzt. Eine Bombe fiel auf das Gebäude der Ungarischen Oelindustrie⸗Gesellschaft, wo sie den Boden durchlöcherte, aber sonst keinen Schaden anrichtet. Eine andere fiel vor das Haus der Direktion der Staatseisenbahnen. Diese bohrte vier Löcher in die Straße, wobei die Fenster des Gebäudes zertrümmert wurden. Die Schiffsreederei Ganz Danubius blieb unversehrt, die daneben befindliche Chemikalienfabrik Union erlitt in dem Garten unbedeutenden Schaden. Bomben fielen vor das Badehotel von Cantride, in den Garten der Villa Erika und in die Nähe eines Privathauses, wobei sie eine leerstehende Woh⸗ nung zertrümmerten. Menschenleben sind dort nicht zu beklagen. * 8* Gegenmaßregeln gegen die schlechte Behandlung der deutschen Gefangenen durch Frankreich. Berlin, 9. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Schon im Novem⸗ ber vorigen Jahres stellte die deutsche Regierung die For⸗ derung, daß die deutschen Kriegs⸗ und Zivilge⸗ fangenen aus Afrika an klimatisch einwandfreie Orts geschickt werden sollten. Diese Forderung wurde durch die amerikanische und auch durch die spanische Botschaft verschiedentlich wiederholt. Die französische Regierung fand es für nötig, darauf nur zu antworten, daß die Deutschen in Dahomey an gesunden Orten lebten— was nicht zutrifft— und daß nur diejenigen nach Frankreich zu senden wären, deren Gesundheit einen länge⸗ ren Aufenthalt in Afrika nicht gestatte. Frankreich hat also diese e nicht 2 Zurzeit beftaden sich* 40⁰ gefangene in Marokko, Tunis und anderen französis Besitz⸗ ungen. Uebereinstimmende sichere Nachrichten besagen, daß unsere Deutschen dort an den dere denten Plätzen verteilt sind und besonders in Dahomeh geradezu schmachvoll be⸗ handelt werden. Größtenteils müssen sie in glühender Son⸗ nenhitze schwere körperliche Arbeiten verrichten, Wegearbeiten, Steineklopfen usw. In Dahomey ist ihre Bekleidung völlig unzu⸗ reichend. Sie durften nichts aus Kamerun oder Togo mitnehmen. In leichten Sachen wurden sie im Herbst 1914 nach Dahomen gebracht, abgerissen, mit leichten Kopfbedeckungen, verrichten sie ihre Arbeit. Sie wurden fast nie in Europäerwohnungen gebracht, sondern leben in selbsterbauten Lehm- oder Strohhütten ohne Moskitonetze auf Strohmatten, ja auf dem nackten Firßboden; zum Teil zimmerten sie sich die Betten selbst. Sie müssen selbst lochen. Bedienung wird ihnen teilweise versagt. Die Bewachun g geschieht in entwürdigender Weise durch Schwarze, die den Weißen ihre Macht zeigen. Die französische Zeitschrift„Miroir“ hatte sogar die Stirn, dies in einem Bilde zu bringen, das von einem höhnischen Kommentar begleitet war. Es jehlt an der nötigen Medizin, wie Chinin usw., und an ärztlicher Hilfe. Ein französischer Arzt sagte: Die Männer sollen leiden. Das Klima Dahomeys ist eines der mörderischsten der ganzen Westküste Afrikas. Nicht nur Deutsche, sondern auch französische Fachleute haben sich in diesem Sinne geäußert. Gelbes Fieber, Schwarzwasserfieber und Malaria sind an der Tagesordnung. Man kann sich nur mit Hilfe von Mos⸗ kitonetzen gegen die Insekten schützen. Wenn es auch Orte geben mag, die für die Europäer einigermaßen bewohnbar find, so ist doch das Klima im allgemeinen eines der ungefündesten. Nicht besser ergeht es unseren Kriegsgefangenen in Nord⸗ afrika. Mit dem fortschreitenden Sommer erhöhen sich dort die Tagestemperaturen auf 50 und 60 Grad Celsius. Ohne Tropen⸗ helme müssen unsere braven Soldaten in dieser Gluthitze die schwerste Arbeit verrichten. Das einzige, was die französische Regierung bis⸗ ber zugestanden hat, ist die Verlängerung der Mittagspause von 11 bis 3 Uhr. Nach den übereinstimmenden Urteilen von Fach⸗ männern ist es für die Europäer, und noch dazu für solche, die des Klimas ungewöhnt sind, ohne Gesundheitsschädigung unmöglich, diese Arbeiten auszuführen. Noch schlimmer erscheint, daß die Fran⸗ zosen auch Verwundete und Kranke nach Afrika gebracht haben und erbarmungslos zur Arbeit zwingen. Die Ernährung ist auch hier durchaus unzureichend. Pakete aus der Heimat kommen in den meisten Fällen gar nicht oder beraubt an. Auch die Geldsendungen gehen sehr unregelmäßig ein. Die Strafen sind außerordentlich grausam, eine Tatsache, die aus der Fremdenlegion schon längst bekannt ist. Vielfach haben Kriegsgefangene aus Ver- zweiflung über ihre Lage den Lockungen zum Eintritt in die Frem⸗ denlegion nachgegeben, wo sie es auch nicht besser haben Aus einer großen Anzahl von Briefen hört man übereinstimmend die er- schütternden Klagen über die Lage unserer gefangenen Krieger in Afrika heraus. Hierbei ist zu bedenken, daß alle Postsachen einer Prüfung durch die Zensur unterliegen und die Leute nicht schrei⸗ ben können, was sie wollen. Aber durch die eidlichen Aussagen zurückgekehrter Frauen und Missionare und in den durchgeschmug⸗ gelten Nachrichten zeigt sich stets dasselbe traurige Bild. Unfere Heeresverwaltung sah sich gezwungen, da alle Verhandlungen erfolglos geblieben sind, nun⸗ mehr zu Taten, das heißt zu energischen Gegen- maßregeln zu schreiten. Das mörderische Klima von Das bomey steht uns nicht zur Verfügung. Auch auf die Wege der Er niedrigung der weißen Rasse durch die Aufficht von Schwarzen vermag Deutschland dem„Kulturstaat“ Frankkeich nicht zu folgen. Aber man wird kriegsgefangene Franzosen ungefhr in gleicher Anzahl wie unsere Kriegs- und Zvilgefangenen in Ar kr aus den schönsten Gefangenenkagern, in welchen sie alle imehmlichkeiten und alle Fürsorge seitens der Lagerkommandanturen genießen, zu Arbeiten in den Moorkulturen überführen. Die Aus- wahl der Gefangenen wird ohne jede Rücksicht auf die soziale Stel⸗ FF!!! 85 lichen Zone befanden. „Rotterdams⸗ nach Hartlepool unterwegs, wurde gestern durch ein Tauchboot angegriffen. Er versuchte 1 zu entkommen. Nachdem der übrigen ist die Nachricht unzetreffend. ministerium teilt mit, daß der englische General Nu⸗ tschen——— in Nyassaland wird zwangsweise liguidiert; die Angelegenheiten zweier anderer Geschäfte befinden sich in Prü⸗ fung. Redford(liberal) fragte den Unterstaatssekretär des JCCEFCC o mung Beruf genau so, wie ez mit un⸗ seren een in ka 18 Wir 3 er⸗ reichen, was an die Menschlichkeit und langmütigste Ver⸗ handlungen bisher nicht erreicht haben. Berlin, 10. Juni.(WTB. Nichtamtlich) Wie die„Nord⸗ deutsche Allgemeine Zeitung“ mitteilt, ist nach einer Mitteilung der hiesigen amerikanischen Botschaft das Gefangenenlager von Casa Blanka auf der Insel Korsika aufgehoben worden. Die dort untergebrachten Ziwilgefangenen sind nach Uzes, Dep. Gard übergeführt worden. Nach einer weiteren Mitteilung der hiesigen amerikanischen Botschaft wird das Gefangenenlager in Moliouis aufgehoben. Von den dort untergebracht gewesenen Gefangenen sind die Zivilgefangenen sämtlich nach Uzes und die Kriegsgefan⸗ genen bis auf 100, die anderswo untergebracht werden sollen, nach Cette und Castres übergeführt worden. * Das neue Erntejahr. „Wien, 9. Juni.(WB Nichtamtlich) Der Ausschuß des Beirates der Kriegs⸗Getreide-Verkehrs⸗Anstalt für Vorsorgen be⸗ treffend die neue Ernte nahm einstimmig einen Antrag an, nach dem die neue Ernte für die Bedürfnisse der Bevölkerung gesichert und jeder Spekulation, sowie unrationellen Verwertung entzogen werden soll. Hierzu wäre die gesamte Ernte von Staats wegen zu beschlagnahmen mit Ausnahme des eigenen Bedarfes der landzwirtschaftlichen Bevölkerung. Zur Durchführung dieser Aufgabe sei die Kriegs⸗Getreide⸗Verkehrs⸗Anstalt berufen. Es sei dringend notwendig, daß auch der Heeresbedarf bei der Kriegs⸗Getreide-Verkehrs⸗Anstalt angesprochen und durch sie auf⸗ gebracht werde. Eine zweckmäßig durchgeführte, individuelle Auf⸗ nahme der Ernteflächen und Ernteerträge wäre ehestens einzu- leiten. Die Regierung wird aufgefordert, Verhandlungen, mit Ungarn einzuleiten, um den Reichsratsländern den statistischen Durchschnitt der Importe des letzten Jahres zu sichern. Die Rege⸗ lung des Verbrauches sei aufrechtzuerhalten, und die tägliche Ver brauchsmenge im Rahmen des Ernteertrages zu erhöhen. Die Kleie sei für die Viehhaltung zu sichern. Wien, 10. Juni.(WWB. Nichtamtlich.) Ministerpräsident Graf Stürgkh und die Minister Freiherr von Heinold, Dr. Schuster, Zenker und Freiherr von Engel haben sich gestern abend nach Buda pest begeben, wo heute eine Kon- ferenz mit der ungarischen Regierung in der Frage der Behand⸗ lung der kommenden Ernte stattfinden wird. DD N Der Seekrieg. London, 9. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Der russische Dampfer„Adolph“ ist von einem Unterseeboot vernichtet London, 8. Juni. 5412 Nichtamtlich.) Lloyd meldet aus Margate, daß der belgische Dampfer„Menapier“ gestern abend von einem deutschen Unterseebbot torpediert wurde. Der zweite Offizier, der zweite Maschinist und 6 Mann der Be⸗ satzung landeten in Margate. Der Kapitän, dessen Frau und Tochter, der erste Offizier, der Lotse und 12 Mann der Besatzung werden vermißt. Das iff sank in einer halben Minute. a Amsterdam, 9. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Hie⸗ sigen Blättern Sen ist ein Hmuider Fischdampfer bei der Doggerbank in die Luft geflogen. Von der Be⸗ satzung wurde nichts mehr gesehen. Der Fischdampfer „Rijndam“ gilt als verloren. Wegen den Fischdampfern „Texel J.“ und„Irene“ herrscht lebhafte orgnis, da sie sich dicht an der englischen Küste in der gefähr⸗ Nichtantlich) Der Courant“ meldet aus London: Die Bark„S u- per b,, auf dem Wege von Buenos Aires nach Quenstown, mit Tonnen Getreide, wurde 50 Meilen westlich von Fastnet durch eine Bombe zum Sinken gebracht, nachdem die Besatzung das Schiff— 2 hatte. a Der Dampfer„Glitterand“, mit Holz von Schweden Rotterdam, 9. Juni.(WDB. B 1— ein Termin von 10 Minuten gegeben worden war, wurde das Schiff versenkt. Rotterdam, 9. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant“ meldet aus London: Am 5. Juni tauchte dicht neben dem Fischdampfer„Arctic“ ein deutsches U-Boot auf. Durch Geschützfeuer wurden einige Leute der Be⸗ satzung getötet. Fünf Ueberlebende wurden, nachdem sie 12 Stun⸗ umhergetrieben waren, durch einen anderen Fischdampfer genommen. London, 9. Juni.(WTB Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Dampfer„Lady Salis⸗ bur y“, der mit Kohlen von Hartlepool nach London fuhr, wurde bei Harwich ohne vorhergehende Warnung tor⸗ 8— ehrere Mann von der Besatzung verloren ihr eben. Aufbauschung eines russischen„Erfolges“. Berlin, 9. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Von Pe⸗ tersburg aus wurde am 7. Juni die Meldung ver⸗ breitet, daß aus Berichten russischer Küstenposten und im Dienste el, durch Unterseeboote hervorgehe, daß es ge— lungen sei, durch in die Fahrtrichtung des Feindes aus⸗ estreute Minen und Angriffe russischer Tauchboote drei feindliche Schiffe zu versenken oder zu beschädi⸗ gen. Hierzu erfahren wir von zuständiger Stelle, daß nur ein Schiff, und zwar ein Kohlendampfer, durch den Torpedo eines feindlichen Unterseebootes versenkt wor⸗ den ist. Ein Torpedoboot, das gerade bei diesem Dampfer längsseits gegangen war, wurde durch denselben Torpedo leicht beschädigt und lief inzwischen in den Hafen ein. Im * Ein englischer General gefallen. London, 9. Juni.(WTB Nichtamtlich.) Das Kriegs⸗ ent in den letzten Kämpfen in Nordfrankreich ge⸗ allen ist. Aus dem englischen Unterhause. London, 8. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) In der 41— eee fragte Joynson Hicks(Unionist) den Kolonialsekretär, ob er über einen in Hongkong entdeckten Plan Mitteilung machen könnte, der von der deutschen Regierung unter⸗ stützt würde, um den britischen Handel im fernen Osten völlig zu untergraben. Bonar Law antwortete, solche Gerüchte liefen in Hongkong um; er stehe mit dem Gouverneur in Verbindung, könne jetzt aber nicht mehr* Bonar La w bea weiter auf eine Frage: Das Geschäft der hauptsächlichsten Krieges, was er gegen die„Times“ und die„Daily Mail“ u unternehmen enke, die den Aufruf Kitcheners um 300 000 Fekruten u veröffentlichten abl. Tennant erwiderte, diese Fe beiden Blätter habe die Werbung nur gefördert. ellaway fragte, ob nichts gegen die beiden Blätter geschehen werde, wo die Deutschen ihre boshaften Artikel abdruckten, sie in den neutralen Ländern verbreiteten und dadurch großen Schaden antichteten. Tennant erklärte sich bereit, Beweismatersal ent⸗ Albanh, die Frage sei sehr kompliziert; sie werde erwog Joynson Hicks(Unionist) fragte, ob der Premier beabsichtige, eine Erklärung über die Politik der neuen Regierung abzugeben. Asquith sagte, er habe augenblicklich seinen früheren Erklärun⸗ gen nichts hinzuzufügen; wenn jedoch ein allgemeiner Wunsch nach Debatte bestehe, solle Gelegenheit dazu gegeben werden. O'Brien(unabhängiger Nationalist) fragte, ob der Premier den Wunsch der irischen Vertreter in dieser Sache kenne und ob nicht die Meinung Irlands in der Frage der Unterdrückung einen Debatte hinsichtlich eines der grausamsten Schläge, die Irland je⸗ mals erlitten, maßgebend sein müßte. Asquith sagte, er be⸗ günstige nicht die Unterdrückung der Debatte. Eine umfassende Erklärung über die Politik der Regierung werde demnächst ge⸗ geben werden. l. 0 Sir John Simon brachte eine Bill über die Errichtung eines Ministeriums für Kriegsmunition ein, dessen Auf⸗ gabe die Lieferung von Munition im gegenwärtigen Kriege sein würde; der Minister werde die Pflicht haben, sich mit allen Ar⸗ beiterfragen, die in Verbindung mit allen Arten von Munition entstehen könnten, zu beschäftigen. Das Ministertum sei ein vor⸗ übergehendes Amt und werde zwölf Monate nach Schluß des Krieges aufgehoben werden; die Beamten des Ministeriums wür⸗ den teils aus Geschäftsleuten, teils aus abkommandierten Beamten anderer Ministerien bestehen. Die Kommission, in der Vertreter der Admiralität und des Kriegsamts sowie Industrielle sitzen würden, werde dem Minister zur Seite stehen. Der neue Minister werde, sobald er seinen Sitz im Hause einnehmen könne, eine Er⸗ klärung über die Organisation und Politik seines Ministeriums ab⸗ geben. Simon sprach sich gegen eine Debatte über die Schaffung dieses Ministeriums aus. N 1 Chaplain(Unionist) und Cornwall(liberal) erklärten ihre Zustimmung zu der Bill. Prinale(liberal) sagte, die Bill übertrage dem neuen Minister eine absolut unbeschränkte Macht; da die Kompetenz des Ministers erst durch königliche Verordnung bestinmmt werden solle, so werde er die Macht eines Diktators er⸗ langen. Der Redner kündigte an, daß die Kommissionsberatung be⸗ antragen werde, daß die Kompetenz des Ministers nicht durch eine königliche Verordnung, sondern durch Gesetz festgestellt werden solle. Wenn ein staatlicher Zwang für Arbeiter eingeführt werden solle, müsse dies durch Gesetz geschehen. Showdon(Arheiter⸗ partei) fragte, ob die Annahme der Bill den Minister für Muni⸗ tion ermächtigen würde, die in Manchester angekündigte Politik auf Grund königlicher Verordnung ohne Kontrolle des Parlaments Arbeitszwang aufzuerlegen, könne er der Regierung eine energische Opposition in Aussicht stellen. Dillon(Nationalist) verlangte eine offene Erklärung, welche Machtbefugnisse die Regierung dem neuen Minister übertragen wolle. Sie könnten offenbar be⸗ nutzt werden, um die Sklaverei einzuführen. Es wäre schrecklich, wenn das Preußentum in diesem Lande eingeführt würde. Crooks (Arbeiterpartei) sagte, wenn die Bill dazu benutzt werden sollte, einen staatlichen Zwang für Arbeiter einzuführen, würde es das Land nicht dulden. Hobhouse(liberal) wandte sich ebenfalls gegen die Einführung eines staatlichen Zwanges. Staatssekretär Simon erklärte mit Zustimmung Asquiths, daß die Bill nichts derartiges beabsichtige. Jones(liberal) sagte, diese Debatte habe er Regierung eine gute Lehre gegeben, und verlangte häufigere Debatten. Duke(Unionist) wandte sich entschieden gegen eine Er⸗ örterung der Bill. Lough(liberal) betonte, daß das Haus das Recht habe, die Bill zu erörtern. Dalziel(liberal) trat ebenfalls für die Debatte ein und sagte: Wenn in den letzten Monaten mehr Debatten stattgefunden hätten, würden die Um⸗ stände jetzt anders sein und die Notwendigkeit einer solchen Bill niemals hervorgetreten sein. Die letzte Regierung litt an zuviel Vertrauen und zu wenig Kritik. Im Laufe der Debatte sprachen noch Thomas 1 e Terrell und Sanderson(Unionist) gegen die Einführung staatlichen Zwanges in den Munitions- fabriken. „ Unruhen an der abessynischen Grenze? Basel, 9. Juni.(WWB. Nichtamtlich.) Nach einer „ der„Neuen Zü Zeitung“ aus Mai⸗ and wird dort versi„daß an der abessynischen Grenze ernste Unruhen aus seien. Man rechne mit dem Einfall der abessynischen Stämme in die italienische Kolonie. Die italienischen Truppen wären zu schwach, so daß erhebliche Verstärkungen für einen erfolgreichen Widerstand notwendig sein würden. Die Erkrankung des Königs der Hellenen. Athen, 9. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) 8 Uhr 40 Min. abends. Der Zustand des Königs hat sich gebessert. Die Temperatur betrug abends 37, Puls 108, Atmung 18. Aus dem Reiche. Die Freizügigkeit der Brotmarken. Berlin, 10. Juni. Die Einführung der Freizügig⸗ keit der Brotmarken wird von der sächsischen Re⸗ gierung für ganz Deutschland beantragt. Berlin, 9. Juni.(WDB. Nichtamtlich.) Der„Staats⸗ anzeiger“ veröffentlicht eine Verordnung betreffend die Er⸗ weiterung der Urkunde über. die Erneuerung des Eisernen Kreuzes vom 5. August 1914, in der es heißt: Die Inhaber des 11 Kreuzes zweiter Klasse von 1870/71, die sich bei dem jetzigen Kriege auf dem Kriegsschauplatze oder in der Heimat besondere Verdienste erwerben, erhalten als Auszeichnung eine auf dem Bande des Eisernen über silbernem Ei zu tra⸗ gende silberne Spange, auf der ein verkleiner⸗ tes Eisernes Kreuz mit der Jahreszahl 1914 an⸗ gebracht ist. — Kirche und Schule. Die Unablömmlichleit der evangelischen Geistlichen. b 570 d Aich Die Shag che dene essynode äfti am ihrer strigen — 1. noch audfithelscher mit der schon e Ar- frage des Syn. Bayer über die Abkömmlichkeits⸗ der evang. Geistlichen. Dekan. große ie te 5. daß in großen Existenzkampf an ie evang. Pfarrer nicht zurückstehen und event. auch mit der? in der erklärun Hand dienen wollten. Es seien aber leider junge Pfarrer für unabkömmlich erklärt worden. Wohl müsse jedes diesbezügliche Gesuch vom Oberkonsistorium genau ft werden, und es sei für Geistliche nicht so leicht, zu schaffen, wie 75 Lehrer oder Juristen, von denen etwa ein Drittel aller unter den fen stehe. Aber es bestehe unter den N Pfarrern, Assistenten und Vikaren doch der Wunsch, daß man ihnen auch den Dienst mit der Waffe nach 1 gestatten möge. Er könne auch im Schützengraben vielleicht wertvolle Dienste leisten, wo der Feldgeistliche doch wohl wir selten hinkomme.— Ober⸗ konsistorialpräsident D. Nebel beautwortete die Anfrage dahin: Die Frage in Betreff des Kriegsdienstes der Geist⸗ lichen habe das Oberkonsistorium seit Ausbruch des Krieges beschäftigt. Man war anfangs in der alten E daß dem Geistlichen ein Dienst mit der nicht erlaubt sein könne. Aber bald gewann man die Ueber- e ung, daß der gewaltige Kampf unseres Vater⸗ andes alle Bedenken über den Haufen werfen müsse, und daß auch der Pfarrer, wie jeder andere, das Recht haben zun Asquith sagte auf eine Anfrage we der aten L an Selce der Bawige bon Taunberfenb und 1 2 8 müßsse, seinem Vaterland mit der Waffe in der Hand zu durchzuführen. Wenn versucht werden sollte, den Arbeitern einen M iesem schelheim g falle, denen die nötige Uebu * f 8 f n—— 8 dienen. Das Obe nsistorium habe als N den Geistlichen den beschränkten Dienst mit d laubt, während andere Kirchenregimenter nur den Ga dienst gestatteten. Daher sei auch in der ersten Zeit den Wuün⸗ schen auf Abkömmlichkeitserklärung weitgehend entf Langen u. a. nachwies. Andererseits dürfe aber auch ni hohe Pflicht den Gemeinden gegenüber außer Acht gelassen bei vorliegenden Gesuchen die Kirchenvorstände zu eine viel größere Aufgabe zu bewältigen. Jedenfalls aber suche ernstlichprüfen und erwägen, ob eine Genehmi⸗ gung nach Lage der Sache möglich sei.— Der Fragesteller erklärte sich mit dieser Auskunft zufriedengestellt. — A—B——ö—B— Aus Stadt und Cand Gießen, 10. Juni 1915. * Verfütterung von grünem 7 1 Uns wird geschrieben: Der Bundesrat veröffentlicht eine Ver⸗ fügung vom 20. Mai, derzufolge das Verfüttern von 3 Roggen und Weizen von den Landes zentral⸗ ehörden verboten werden kann. Das Einschreiten Peiga Kriegszeit zur Sicher⸗ manchmal 8 dichten Standes o daß auf einen Körnerertrag 2 1 3 Körnerertrag bietet, wird es keinem vernünftigen zandwirt einfallen, denselben. 2 zu verfüttern, zumal le und Fülle vorhanden ist. wollte dort no einem herankommenden igen der Straßenbe 77 15 aus dem auf die Straße, daß er sich einen chädelbruch g, an dessen Folgen er am chen in der Chirurgis. Klinik star b.— Wie wir e n, trifft den Straße führer keine 7 viel⸗ mehr liegt dieselbe an dem erst sie 4 nker der in Gaben für den Jraschr⸗— 1 Polt' 5 n 1 ten; in anderen gri Städten ist z. B. unter 18 Jahren die Bedienung einer Droschke nicht Backhaus ⸗Konzert. Das finanzielle Ergebnis des letzten Backhaus⸗Klavierabends hat sich länzend gestaltet. Bei einem künstlerischen Erfolg, wie er ei„unserem“ Backhaus ohne weiteres vorauszusehen war, ergab sich ein Reingewinn von nahezu 750 Mk., die dem Zweck des Konzertes entsprechend der Kriegs⸗ i als Grundstock überwiesen werden konnten. Das Ergebnis wird, wie aus zahlreichen Anfragen u schließen ist, alle Beteiligten erfreuen und mit Dank für den Künstler erfüllen. semesters, um in der nächsten Woche mit neuen Ku. im Weißzeugnähen, Kleidermachen und Bu„die bis Mitte August dauern, zu beginnen. Den Ben issen wird. Bei große Ernte zu erwarten haben, daß viel davon durch becher Wonen werden muß. Die Konservenfabriken sind aber in diesem Jahr nicht imstande, den zu erwartenden Ueberfluß au, schon deshalb nicht, weil es ihnen an Metall für de e f Lechald muß iche aer hen felt. Für abgeht, und machen von Gemüsen und Früchten Er deen der sorgen, ihre Vorratskammer mit Konserven zu en. ng im Einkochen 8 die darum Gefahr laufen, daß ihnen e Versehen die mit Mühe und Kosten eingemachten Sachen später ver⸗ derben, ist in der Aliceschule Gelegenheit geboten, verständiger Leitun, unter sach⸗ u diesem Kurs werden ebenso wie zu den übri, Schul⸗ haus Steinstraße 10 entgegengenommen. 1 N 8 W . 1 werden. Man sei in letzter Zeit zu der Praxis gekommen, hören, die allerdings ihren Pfarrer dann meist nicht als unabkömmlich erklärten. Es sei von den Geistlichen auch jetzt werde das Oberkonsistorium alle eingehenden Ge⸗ die Arbeit vorzunehmen. 3 N worden, wie Redner durch Anführung von Einzelfällen aus 5 Rüsselsheim, Erbach i. O., Gonsenheim, aber 1 ie 8 0 2 1 ö . wirt weiter wie mit zweien im vorigen Jahr. an denen ein Verweilen auf der . es sind jedoch reichlich Wohnungen in Hotels un entspricht. vorgenommen werden. 5 Karl auf der Liebigshöhe vor Heute vormittag verhandelte das gen den 23jährigen Ersatz⸗Reser⸗ ungen, der dem Landsturm-Batl. wegen Körperverletzung g„ begangen an einem Vor⸗ Es handelt sich um die Tat, die er Liebigshöhe begangen worden de hre alte Landsturmmann Sauer- 5 257 7 bei Reinheim, Provinz Starkenburg, durch einen Stich mit dem Seiten ewehr auf der Stelle sein Leben lassen mußte. In der Ver ndlung wird Geheimrat ssor Dr. Sommer als Sachverständiger über die urechnungsfähigkeit des Angeklagten vernommen. Die Ver- Sage ee ist dem Geh. Justizrat Metz über⸗ an. a* Vom Ertrinken gerettet wurde gestern mor⸗ gen in der Lahn ein junger Mann aus der Umgegend. Als er mit zwei Kameraden mitten im Strom badete, drohte er plötzlich de versinken und mußte von einem Bademeister sowie in der Nähe befindlichen Soldaten mit schwerer Mühe ans Land gebracht werden. waren vorsichtig um den Ertrinkenden herum geschwom— men, ohne ihm Hilfe zu leisten; sie meinten,„er habe sie ta mit hinunterziehen können“. Sammlung fürdie Dardanellenkämpfer. In Berlin und in anderen Städten des deutschen Reiches ist eine be⸗ sondere Sammlung eingeleitet worden, deren Exträgnisse allein für die Behandlung der heldenhaften Verteidi ger der Dar⸗ danellen, soweit dieselben bei den Kämpfen verwundet worden sind, verwendet werden sollen. Beiträge für die Pflege der ver⸗ wundeten Dardanellenkämpfer werden von der Kanzlei des Kaiser⸗ lich Türkischen Generalkonsulats, Kaiserstraße 18/20, Frank⸗ furt a. M., jederzeit gerne gegen Quittung in Empfang genom- men werden. 3 Landkreis Gießen. h, Leihgestern, 9. Juni. Der Unteroffizier d. R. Karl Volk wurde seit dem 28. März(Gefecht bei Karwari) vermißt. Gestern traf von ihm selbst eine Karte, datiert vom 23. April, ein, die meldete, daß er unverwundet in russische Gefangenschaft geraten set und daß es ihm gut gehe. e. Bettenhausen, 10. Juni. vollständig beendet. Der Ertrag war nicht sehr reichlich, desto besser ist die Qualität. Die Kartoffel- und Getreideernte verspricht gut zu werden. Für die Obsternte sind die Aussichten bis jetzt ebensalls zufriedenstellend. e. Lich, 10. Juni. Die Jugendwehrkompagnien 632, 633 und 634 werden nächsten Sonntag einen Reisem arsch nach Stornfels unternehmen. Der Sammelpunkt der Kompagnien ist Lich. Pfarrer Freitag von hier wird bei Stornfels einen Teldgottesdienst halten und Herr Dr. Schaad hat den Sanitätsdienst bereitwilligst übernommen. m. Hungen, 9. ni. Heute früh gegen 8 Uhr über⸗ flog ein Zeppelin⸗Lu tschiff unser Städtchen in sehr ge⸗ ringer Höhe, so daß man deutlich die Bezeichnung„L II“ erkennen 225 Das Luftschiff setzte seine Fahrt in nordöftlicher Richtung 1 0 Kreis Büdingen. Bingenheim, 9. Juni. gerung wurden sehr hohe Preise erzielt. Durchschnittlich wurde der Morgen mit 120 bis 130 Mark für Heu und Grummet bezahlt. Die Gesamteinnahme beläuft sich auf etwa 7000 Mark. Der Zentner Heu erreicht auf der Wiese den Preis von 6 bis 7 Mark. Kreis Alsfeld. Ober-Ohmen, 9. Juni. Die Heuernte ist zurzeit in vollem Gange. Es gibt eine vorzügliche Qualität des diesjährigen Heus. Was an Quantität sehlt, wird durch die Qualität ersetzt. So ist es auch beim Klee der Fall. Mit einem Arm voll reicht der Land- Wenn jetzt in Bälde die ausgetrockneten Wiesen einen gründlichen Regen be— kommen, steht eine reiche Grummeternte in Aussicht, die die Lücken ausfüllt, die bei der Heuernte geblieben. Die Beträge für das Heugras bei den jetzigen Heugrasversteigerungen übertreffen wohl die vorjährigen, sind aber nicht teuer zu nennen. O Mücke, 9. Juni. Der erst 18 Jahre alte, freiwillig ein- getretene Sohn des verstorbenen Bürgermeisters Theiß ist auf dem Marsche in Ungarn einem Hitzschlage erlegen. Sein Sties⸗ vater Philivv Schumann ist schon seit zirka 8 Monaten vermißt. Er war schwer verwundet in sranzösische Gesangenschaft geraten und ist wahrscheinlich daselbst gestorben, denn alle Nachsorschungen über seinen Verbleib sind bis jetzt erfolglos gewesen. Aus dem Ohmtal, 9. Juni. Beim Ablassen der Mühlgräben zu Reinigungszwecken des Wasserbetts und Repa⸗ raturen der Mühlen zeigt es sich, daß in dem Wassergraben nach der Nickolausmühle bei Wettsaasen nicht eine Spur von Krebsen mehr zu finden war, während gerade dieser Mühl⸗ von jeher sehr krebsreich war. Die Krebse müssen einer it, vielleicht der Krebs pest, zum Opfer gefallen sein. Kreis Lauterbach. i. Lauterbach, 9. Juni. Mit Beginn dieser Woche hat. man auch in der hiesigen Gegend mit der Heuernte angefan⸗ gen, da bei der anhaltenden trockenen Witterung ein starker Rück⸗ ang des Grases eingetreten ist. In dem Angersbacher großen rue, wo infolge der durchfließenden Lauter eine aus⸗ giebige Bewässerung stattfinden kann, ist der Rückgang des Grases noch nicht so fühlbar und die Heuernte fällt hier durchschnittlich gut aus. en hat man in der Gemarkung Lauterbach mit einer ma en Heuernte zu rechnen. Auch aus dem Vogelsberg kommen Klagen über eine geringere Heuernte, da hauptfä lich die Bergwiesen unter der Trockenheit zu leiden haben. Kreis Friedberg. Bad⸗Nauheim, 9. Juni. In diesen warmen Som— mertagen empfinden es die Kurgäste außerordentlich angenehm, daß die Luft hier stets etwas bewegt ist und von dem Taunusgebirge her ein leichter Wind Kühlung bringt, so daß die Hitze niemals unerträglich wird. Besonders erquickend aber sind die Abende, Kurhausterrasse oder im Park ein großer Genuß ist. Wer die heilkräftigen Bäder und Trink⸗ kuren nicht in Anspruch nimmt, wer nur zur Ausspannung ein paar Wochen absoluter Ruhe und behaglichen Naturgenuß sucht, der wird selten so wie hier auf seine Rechnung kommen.— Der Fremdenzugang ist in der letzten Woche sehr stark gewesen, fi he. Anmeldun. delt und jeder findet, auch ohne vorherige Anmel„ mit Leichtigkeit ein 3— das seinem Geschmack und seinem Geldbeutel, Starkenburg und Rheinhessen. m. Offenbach a. M., 9. Juni. Die Sammlung zur Na- e fürdie Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen, die in Offenbach vor wenigen Tagen eröffnet wurde, hat bereits, allein an Beiträgen von 50 000 bis 2000 Mk., die stattliche Summe von etwa 270 000 Mk. ergeben. Weitere größere Beiträge sind angemeldet. Außerdem soll eine Haussammlung Hessen⸗Nassau. 8 h. Frankfurt a. M., 9. Junt. Der 30jährige Bankbeamte Josef Schafmeyer erlitt gestern abend im städtischen Freibad bei Hausen einen Schlaganfall. Er ging unter und er⸗ trank, ehe einer der Mitbadenden etwas von dem Vorfall be— merkt hatte.— In seiner Wohnung, Wiesenstraße 33, vergiftete sich der 42jährige Arbeiter Friedrich Heilmann mit Leuchtgas. — Das Gastspiel des Frankfurter Schauspielhauses in Brüssel wurde vom Brüsseler Generalgouvernement bis auf spätere 0 abgesagt.. a . Bebra, 9. Juni. Beim Baden in der Fulda ertrank gestern nachmittag der 21jährige Metzgergeselle Landgrebe von Die Heuernte ist hier handlung dauert dei Redaktionsschluß Seine beiden tapferen Genossen Stell Bei der Gras verstei⸗ k eine tiese Stelle und ging unter, . Hilfe bringen konnten. Die Leiche wurde noch nicht geborgen. m. Neustadt, 9. Juni. Der schon seit drei Monaten als vermißt gemeldete Sohn des Heinrich Zinser hierselbst hat gestern das erste Lebenszeichen aus französischer Gefangen- schast von sich gegeben. —ů— Aniversitäts⸗ Nachrichten. Kiel, 9. Juni.(W. T. B. Nichtamtlich.) In der vergangenen Nacht ist an den Folgen einer Erkrankung, die er sich durch An- steckung in einem Gefangenenlager zugezogen hatte, der Direktor der Universstätsklinik in Kiel, Prosessor Lüthje, im Alter von 45 Jahren gestorben. —— Abg. Dr. Stresemann über das Thema: „Vor weltpolitischen Ereignissen“. Der Verband mitteldeutscher Industriellen und die Frankfurter Ortsgruppe des Hansabundes hatten für Dienstag abend eine öffentliche Versammlung in den großen Saal der Frankfurt⸗Loge einberufen, in der Reichstagsabgeordneter Dr. Strese mann vom gegenwärtigen Stand des Weltkrieges aus Deutschlands tellungnahme gegenüber den„weltpolitischen Ereignissen“ er⸗ örterte. Wenn sich auch durch den Eintritt Italiens in den Krieg dieser wohl noch opferreicher gestaltet, so teilt der Redner doch nicht die Ansicht jener, die glauben, daß der Krieg nun noch mehr in die Länge gezogen wird. So lange Italien schwankend war, be⸗ stand in Frankreich und bes unseren anderen Feinden immer noch die Hoffnung auf die italienische Hilfe. Aendert sich aber nun trotz der Unterstützung durch den neuen Bundesgenossen die Bilanz des Weltkrieges innerhalb vier bis sechs Wochen nicht, so wird in Paris das Vertrauen schwinden, und es kann wohl wahr werden, daß Italien die Entscheidung bringt, wenn auch in anderem Sinn als man es in Frankreich hofft. Unser deutsches Volk hat die Nerven, diesen Krieg durchzufechten, aber um die Tatsache, daß Italien seine Ehre an den Meistbietenden verkauft hat, kommen wir nicht herum. In dem Kriegstaumel, der jetzt alle Völker ergriffen hat, ist mit dem Programm der Neutralität schwerer zu operieren als mit Kriegshetze. Aber wir können die Entscheidung von Bukarest und Sofig ruhig abwarten, denn wir sehen im Osten unsere besten Diplomaten am Werk, unsere Truppen und ihre Führer, deren Sprache eindrucksvoller ist als die aller Diplo⸗ maten des Vierverbands. Das Verhältnis, das sich zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn auf dem Kriegsschauplatz an⸗ 28 hat, wird hoffentlich in den Herzen weiterwirken und den usgangspunkt für die ganze künftige Entwicklung bilden. s Die an sich schon kleine Zahl der neutralen Staaten wird vielleicht noch kleiner werden. Die Amerikaner aber, die neutral zu sein glauben, trotzdem sich in ihnen eine merkwürdige Mischung von sozialer Ethik und praktischer Vertretung von Geschäftsinter⸗ essen vereinigt, so daß sie Liebesgaben für deutsche Soldaten als Konterbande behandeln, dabei aber Granaten für unsere Feinde liefern, sollen wissen, daß in der Lusitaniaangelegen⸗ heit das ganze deutsche Volk hinter der deutschen Regierung steht. (Starker Beifall.) Dagegen haben wir es versäumt, engere kultu⸗ relle Beziehungen mit dem Ausland zu pflegen. Aber auch bei uns selbst fehlt ja der Zusammenhang wischen Volk und Regie⸗ rung. Wenn sich ein Minister vor das Volk stellt und seine Ideen persönlich vorträgt, so wirkt das mehr als eine noch so schöne Kundgebung der„Nordd. Allg. Zeitung“. Will man bei uns keine Journalisten zu Botschaftern machen, so soll man wenigstens jedem Botschafter einen journalistischen Beirat geben. Ueber das Kriegsziel gehen die Meinungen allerdings auseinander, aber darin sind wir alle einig, daß uns der Ausgang dieses Krieges eine dauernde Sicherung des Friedens bringen soll. Der Redner vertritt nun die Anschauung, daß zu großes Entgegen⸗ kommen gegen unsere Feinde, die uns vollständig niederschlagen wollen, nicht der richtige Weg sei. All unsere Friedensliebe und all unsere Liebenswürdigkeiten gegen andere Völker konnten uns nicht vor dem Weltkrieg bewahren. Daraus müssen wir jetzt die Konsequenzen ziehen.(Lebhafte Zustimmung.) Für das, was der König von Bayern auf dem Kanalvereinstag in Fürth ausge- sprochen hat, müssen wir ihm danken. Es muß ein Aufatmen durchs deutsche Volk gehen, daß ein deutscher Bundesfürst es aus⸗ gesprochen hat, daß wir den neuen Weg zum Meer, den wir uns erkämpft haben, uns nicht mehr nehmen lassen wollen.(Stürmischer Beifall.) Wir streben nicht da⸗ nach, daß eine Weltherrschaft uns in den Schoß fallen soll, wir verlangen lediglich Gleichberechtigung mit jeder anderen Nation in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht, um weiterzuwirken in der Welt für die Ehre des deutschen Namens, 9— unser deutsches Heer und unsere deutsche Flotte in diesen ämpfen den Grund gelegt haben.(Frkf. Ztg.) — ̃ ͤ—ͤöhJJ——ůůůů. ˙«˙ð—V pp Handel. Die Wirtschaftsverhältnisse Rumäniens. Aus einer längeren Abhandlung über dieses Thema entnehmen wir, daß die Statistik des Landes in sehr erfreulichem Vorwärts⸗ schreiten 4 7 ist. Die Landwirtschaft ist und bleibt die Haupt⸗ erwerbsguelle der Bevölkerung; Industrie ist nur in höchst be⸗ scheidenem Umfange vorhanden; der Handel vollends ist eine Domäne fremder Elemente, namentlich der äußerst zahlreichen Juden(rund 300 000) gleich 4½ Proz. Ueber die Landwirtschaft wäre noch zu erwähnen, daß der Boden im e äußerst fruchtbar ist und auch ohne Düngung und tiefe earbeitung gute Erträgnisse liefert. Man kann schon 720 Rumänien eine Korn- kammer Europas nennen, obwohl no 20 Proz. des Landes un⸗ benutzt sind und eine intensivere Bewirtschaftung die Erträgnisse sicherlich perdoppeln würde. Neben Gerste, Hafer, Roggen usw. gedeihen auch Obst(45 Millionen Pflaumenbäume); Wein, na⸗ mentlich Weißwein(rund 80 000 Hektar); er steht hinsichtlich der Qualität dem Ungarwein nicht viel nach. Weiter werden gebaut Oelsaaten, Tabak, Flachs und Zucker. Die Viehzucht steht in hoher Blüte, die Waldbestände stehen unter staatlicher Aufsicht und 255 beträchtliche Holzmengen für den Export. Die Industrie beschränkt sich e auf die Verarbeitung der gewonnenen Rohprodukte(Zucker, Oel, Branntwein aus Pflaumen 5 0 an⸗ dererseits auch die Herstellung für billigere Gebrauchsgegenstände. An Kohlen fehlt es dem Lande nicht, doch werden nur Braun⸗ kohlen abgebaut. Wichtig sind die vielen Petroleumquellen, die 1½ bis 2 Millionen Tonnen pro Jahr liefern. Der Handel ist ungeheueren Schwankungen ausgesetzt. Den größten Export nach Rumänien hat Deutschland(100 Millionen Mark gleich 34 Proz.). Märkte. Fo. Wiesbaden. Viehhof⸗ Marktbericht vom 9. Auftrieb: 80 Rinder(darun zer 6 Ochsen, 4 210 Kälber, 3 Schafe, 125 Schweine.— Bei ziemlich lebhaftem Handel war bald der Auftrieb bei gleichen Preisen wie am 7. Juni abgesetzt. 3 ech. Bingen, 9. Juni. Marktpreise. Welzen Mt. 00,00, Zorn Mt, 00,00, Gerste Mk. 00,00, Haser M. 00,00, deu Mt. 0,00, Stroh Mk. 0 00, Kartosseln Mk. 10,00, Erbsen Mk. 00, 00, Linsen Mt. 00,00, Bohnen Mk. 00,00, Weißmehl Mk. 45,50, Roggenmehl Mt. 35,00; alles für 100 Klgr. Butter 1 Klgr. Mk. 3,00, Milch 1 Liter 22 Pfg., Eier 10 Stück Mk. 1.20. unt. Bullen, 79 Kühe), Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. 8 Sabbatleiee am 12. Juni 1918: 8 abend 8.00 Uhr. amstag vormittag 8.00 Uhr. Predigt. Sanistag nachmittag 4.00 Uhr. Sabbatausgang 9.35 Uhr Wochengottesdienst: Morgens 6.00, abends 7.30 Uhr. D Der Ertrunkene war des Schwimmens unkundig, geriet in 5. bevor ihm seine mitbadenden; — Anlliher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. f Von Skandinavien bis nach den Alpen erstreckt sich heute eine Tiesdruckfurche mit einem Kern über Dänemark. In ihrem Be · reich dürste es noch im Laufe des heutigen Tages zu Gewitter ⸗ bildung kommen. Nach dem Abzug der Depression in östlicher Richtung werden wir dann wieder heiteres, trockenes Wetter zu erwarten haben. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 11. Juni 1215 Wolkig bis heiter, trocken, nordwestliche Winde, Gewitter. —.—— J r 2 Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. 2. E 22 2323„ Juni 28.8 35 2 2 2 5— 25 2 5 5 2 2 S Ss s Wen 0 E 8 SS S S 8 3628 8 S 82 92 744,2 29,2 14,2 47 8E 4 4[Bew. Himmel! 9.0 9% 7442 23,9 14,1 64 WNW. 4 3* 5 107% 4,7 20,0 14 80 W 2 5 Sonnenschein Höchste Temperatur am 8. bis 9. Juni 1918 + 30,1 0. Medrigste. r Niederschlag: 0, mm. Müllersche Badeanstalt. Wasserwärme der Lahn am 10. Juni 20% R. TLeghte Nachrichten. Die erste große Niederlage der Italiener. Kriegspressequartier: Italienische Truppen in Stärke von mehr als einer Division sind an der Isonzofront gestern und vorgestern im Vorgehen gegen unsere Stellungen bei Görz, Gradisca und Monjfalcone schwer geschlagen worden. Damit ist der erste große Kampf des Krieges gegen Italien zu unseren Gunsten entschieden. Der Angriff der italienischen In⸗ fanterie war durch Artilleriefeuer aus allen, den Italienern zur Verfügung stehenden Kalibern eingeleitet worden. Unsere flan⸗ kierende Artillerie hielt die vorgehenden Truppen nicht nur auf, sondern durch sie wurde auch eine Batterie der Italiener, kaum daß sie zu feuern begann, demontiert. Die Verluste der Italiener werden auf mehr als 4000 Mann ge⸗ schätzt. Ein Ultimatum der Entente an Rumänien? Magdeburg, 9. Juni. Die„Magdeb. Ztg.“ bringt in ihrer heutigen Abendausgabe die Nachricht, daß der „Agence Havas“ zufolge die Ententemächte der rumäni⸗ schen Regierung ein Ultimatum gestellt haben, das morgen abend abläuft. Das Wettrennen um die Neutralen. Sofia, 10. Juni. Nach einer allgemeinen Konferenz der französischen, englischen und russischen Botschafter, die im Bot⸗ schaftspalais Frankreichs stattfand, begaben sich die drei Botschafter gemeinsam zu dem Ministerpräsidenten Rados la wow, dem sie ein gemeinsames Memorandum überreichten. Der Minister gab so⸗ fort die Erklärung ab, daß die bulgarische Regierung fest entschlossen sei, die strengste Neutralität bis z um Ende des Krieges unter allen Umständen zu bewahren. Köln, 10. Juni. Die„Kölnische Zeitung“ meldet aus Sofia: Der zum Ersatz des bisherigen bulgarischen Ge⸗ sandten in Rom ernannte Stantschow erklärte beim Abschiede von hier, er habe volles Vertrauen in die Heere den Mächte des Dreiverbandes. Er gehe in der Gewißheit nach Rom, daß Italien für die Einheit aller Italiener kämpfe. Minister⸗ präsident Rados la wow ermächtigte ihn zu folgender Exklä⸗ rung: Wenn, wie die Entente möchte, ein Volk gewisse Forde⸗ rungen bekunde, so werde die Regierung gewiß Mittel finden, um werden könnte, auf den richtigen Wert zurückzuführen. Salandras Rede. i. Köln, 10. Juni. Die„Köln. Ztg.“ ch: Nach der„Stampa“ soll die Rede Salandras in 100000 Exemplaren in Rumänien verbreitet werden. Die Serben in Albanien. Sofia, 10. Juni. Einer Meldung des serbischen Preß⸗ bureaus zufolge haben die serbischen Truppen die albanische Stadt El Basan besetzt. Dies beweist, daß es sich nicht mehr um Grenzkämpfe mit Albanern, sondern um einen planmäßigen Vorstoß der Serben gegen die Adria handelt, um sich derart den Ausgang zum Meere zu sichern. In Kreisen der hiesigen serbischen Gesandtschaft wird diese Ab⸗ sicht offen zugegeben. Die Agrarier in Rumänien. Bukarest, 10. Juni. Das Verhalten der Großgrundbesitzer Fan die zu den Fahnen einberufenen Bauern. gibt zu abfälligen tiken Anlaß. Sie weigern sich, den Bauern weiterhin Land zu verpachten, weil sie im Falle einer Einberufung das Land nicht bestellen können. Es hat dies eine Bewegung unter den Bauern vorgerufen, die zu Besorgnissen Anlaß gibt. Ein Teil der se geißelt die unpatriotische Haltung der Großgrundbesitzer und weist auf die Gefahr eines Bauernaufstandes in der ö Situation hin und bittet den Mimisterprüsidenten hratiann auch diesmal, der bereits 1907 der Vater der agra⸗ rischen Reformen grwesen ist, den Schutz der bäuerlichen Be⸗ völkerung im Interesse des Vaterlandes in die Hand zu nehmen. Die Gesamtverluste der englischen Armee. Amsterdam, 10. Juni. quith Mitteilung über die Gesamtverluste Englands von Anfang des Krieges bis lischen Verlu meldet aus Züri Eine Krise in der englischen Baummollindustrie. Haag, 10. Juni. Die Vertreter der Arbeiter in den Baum— wollfabriken in Manchester beschlossen, bei ihren Forderungen betr. einer Kriegsteuerumgszula, zu bestehen. Die„Times“ mel⸗ den: Es besteht nur geringe Aussicht auf eine friedliche Lösung des Konfliktes. Wenn das Handels ministerium nicht erfolgreich einschreitet, dürfte der ganze Betrieb lahmgelegt werden. Im ganzen seien 300000 Arbeiter beteiligt. 0 Das Beste —— DOdol zur Zahnpflege t. Köln, 10. Juni. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus dem alles, was von Unkundigen als politische Richtung angesehen a 2 83 7 ͤ ͤꝛns!K] ²]•.0.nc.. 6 ˙˖˙.mXI. Heute morgen entschlief sanft unsere liebe Mutter und Grossmutter Karoline Weickhardt WW. geb. Aderhold, im 82. Lebensjahre. ö Die trauernden Hinterbliebenen: Juliane Göhcke WW., geb. Weickhardt, und Kinder. Giessen(Walltorstrasse 71), den 10. Juni 1915. Die Beerdigung findet in der Stille statt. Blumenspenden dankend verbeten. C Röhr& Co. 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Früchten findet an 5 Tagen des Juli u. August statt. Anmeldungen dazu im Schulhaus. Heu⸗ und Grummetgras⸗Versteigerungen auf Gräflichen Wiesen. I. Mittwoch, den 16. Juni 1915, von morgens 8 Uhr an, in der Gemarkung Laubach auf der Geisenwiese 34 Lose= 30 Morgen;. II. an demselben Tage, mit Beginn um 9½ Uhr vor⸗ mittags, auf den Schellenberger und Ziegelhütterteich⸗ wiesen(ohne Los Nr. 2 und J ca. 30 Morgen. III. an demselben Tage, mit Beginn um 10 Uhr por ⸗ mittags, im Tiergarten und Oberlaubach auf ca. 61 Mor⸗ gen,(Wiese von Hrch. Göbel Wwe, Laubach). Zusammen⸗ tunft in der Hixrtenbach; Iv. an demselben Tage, nachmittags 4½ Uhr, auf der Schreinersmühle bei Freienseen. 1. von ca. 131 Morgen Wiesen im Wetteranergrund Hartmannsbausen bis Sor⸗ genlos). Wiesen von Orch. Salzmann J. Witwe und Hrch. Chr. Jochem J., Laubach, Wilh. Friedr. Wagner, Krd. Otto Lauth, Laubach, und Wilhelm Schwarz Ehefrau, Rödel⸗ beim. 2. von ca. 160 Morgen im Wolfsgarten, Kreuz⸗ seener⸗, Oberseener⸗, Lipperx⸗ und Altenhainergrund. Wiesen von Chr. Stroh J., Laubach, und Gottfr. Gotta, Altenbain. 3. von 62 Morgen— 30 Abtlgn. der vom Ober seenerhosgut zurückgenommenen Wiesen. g V. Donnerstag, den 17. Juni 1915 mit Beginn um 9 Ubr vormittags in der„Aepfelsbach“ auf ca. 192 Morgen Wiesen daselbst, am Altenkeller, in den verschledenen Heegbrücken, Gölle,, Derrn und Hexenwiese: VI. an demselben Tage, nachmittags von 1 Uhr an, guf dem Jägerhause von ca. 114 Morgen Wiesen in Rut ⸗ bardshausen, Mulsau, Langhecke, Geräums, Lingel⸗ und Schiffenbach. Wiesen von Gg. Vurk, Wilh. Friedr. Knau Ehefrau und Cbristian Stroh J., Laubach, serner von ca. 17 Morgen in der Silbach, Linnes, Elgersbach. Giebern, Bruchwiese, in den engen Ahlen und in der Uliaer Ecke.(Wiesen von Ludw. Ester, Ruppertsburg). Wiesenwärter Silß dabier und die betr. Gräfl. Forst⸗ waxte sind angewiesen, die Wiesen, die durch numerierte Holzpflöcke oder Steine tenntlich gemacht sind, auf Ver— langen vor dem Termin vorzuzeigen. Laubach, den 5. Zuni 1915. Gräfliche Jorstverwaltung. Bekanntmachung. Die Grasversteigerungen von heute sind genehmigt. Ausgabe der Absuhrscheine von Freitag. 11. Il. Mts. Letzter Fahrtag: Samstag, 26. l. Mts. Gießen, 8. Juni 1915. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. rautwein. Zuchtviehmarkt Mittwoch, den 14. Juli zu Alsfeld(Oberhessen). Veranstaltet von dem Landwirtschaftskammer— Ausschusse für Oberhessen in Gemeinschaft mit der Stadt Alsfeld und den oberhessischen Zuchtvereinen. — Bester Absatz und Erwerb von Zuchttieren der Simmentaler Rasse und des Saanen-Ziegen⸗ schlages.— Die Vereine wurden wiederholt auf Ausstellungen mit den höchsten Preisen ausgezeichnet. Zuchtnachweis wird erbracht.— Nur freier Handel. Gießen, den 4. Juni 1915. 4842 4863 8920 FRITZ NOWACK Landwirtschaftskammer-Ausschuß f. Oberhessen. 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