e bis vormittags 9 Uhr. Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. ange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Gberhessen Freitag, 4. Juni 1015 Bezugspreis monatl. 75 Pf., viertel- jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel; jährl. aussch Bestellg. Zeilenpreis: lotal 15 Pf., ausw. 20 Pi.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Berantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz: für Stadt und Land, Bermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. D rr Die Wiedereroberung von Przemysl. rs) Großes Hauptquartier, 3. Juni. Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Am den von den Engländern besetzten, stark ausgebauten Ort Hooghe, etwa 3 Klm. östlich von Ypern, entwickelte * Kampf, der einen günstigen Verlauf für uns nimmt. Wir fahen uns gezwungen, den Turm der Martins kirche in Ypern, auf dem feindliche Artillerie-Beobach⸗ tungsstellen e waren, gestern zu beseitigen. In der Gegend nördlich von Arras war die 5 tätigkeit auf der Front Souchez.— Neuville und südlich wieder sehr lebhaft Die Franzosen fetzten dort am Nachmittag und in der Nacht mehrfach zu größeren Angriffen an, die an einzelnen Stellen zu erbitterten Nahkämpfen führten. Ueberall erlitten die Franzosen die schwer⸗ sten Verluste, ohne irgendwelche Vorteile zu erringen. Um den Besitz der Zuckerfabrik bei Souchez wird noch dauernd get 1 Das Feuer der französischen Artillerie auf hinter unserer Stellung liegende Ortschaften forderte unter den französischen Einwohnern gestern wieder zahlreiche „so z. B in Angres, wo 5 Männer, 15 Frauen, 10 Kin⸗ 4 0 in Méricourt, wo 2 Frauen getötet oder verletzt urden. Im Priesterwalde sind die Kämpfe noch nicht ab⸗ geschlossen. N In Vogesen bewarfen unsere Flieger den Etappenort und Bahnknotenpunkt Remiremont und feind⸗ liche Truppenlager bei Hohneck mit Bomben. Kleinere örtliche 9 heute nacht in der Gegend des Fechttales ei Metzeral. ö 1 Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Festung Przemyflüist heute früh, nachdem in den Nachtstunden die sich noch haltenden Werkt der Nordfront gestürmt waren, von uns genommen. Die Beutr ist noch nicht zu übersehen. Gegenangriffe der Russen gegen die Angriffskolonnen und unsere Stellungen östlich vun Ju⸗ roslau scheiterten vollständig. Die Armee des Generals von Linsingen dringt in Richtung auf Zydaczow, nordöstlich von Stryj, vor und kämpft um den e westlich Mikolajo w. Die Beute der Schlacht b i Stryj ist auf 60 Offi⸗ zie re, 12975 Mann Gefangene, 14 Geschütze, 35 Maschinengewehre gestiegen. g Oberste Heeresleitung. *** Nach Przemysl— Lemberg! Man hält den Atem an, so spannend ist dieser herrliche Sturmlauf der verbündeten Truppen in Galizien. Was aber dem zu Hause in gemütlicher Ecke sitzenden Leser ganz selbstverständlich erscheint, ist in 1 furchtbaren Wirklichkeit des Krieges ein hartes, saures, ausendfach blutiges Stück Arbeit. Die strategischen Vor⸗ bedingungen für die Einnahme Lembergs sind bereits seit der Eroberung von Stryj gegeben. Denn der Weg von Süden her ist dadurch geöffnet. Selbst wenn Przemysl nicht kapitu⸗ liert, sondern sich noch einige Zeit verteidigt hätte, wären die von Westen anstürmenden deutschen Truppen ohne be⸗ 1 Schwierigkeit an Przemysl vorbei nach Grodek und somit vor Lemberg gekommen. Nun aber geht der Anstoß mit Hilfe der Bahn und Heeresstraße direkt von Przemyslͤ in Richtung gegen Lemberg. Die Axmee Linsingen rückt unaufhaltsam vor und gestaltet im Verein mit den Trup⸗ den des Feldmarschalleutnants Hoffmann die Lage der Russen bedenklich. Und wenn diese auch bei Sambor, wie es heißt, eine siebenfache Verteidigungsstellung eingerichtet haben, der Siegeslauf der Soldaten, die Przemyfl und Stryj beim ersten Ansturm überrannt haben, wird nicht aufzuhalten sein. Gewiß, die Umgebung von Lemberg ist wie ge en zu einem zähen Wiberstand, aber in 9 en kann sich auch die verzweifeltste Verteidigung dort kaum halten. Also lohnt es sich noch? Die Russen haben auf⸗ fallenderweise schon vor dem Falle Przemhsl die Schanz⸗ arbeiten vor Lemberg eingestellt. Man kann dies dadurch erklären, daß alle verfügbaren Arbeitsmannschaften eben in fl un gebraucht wurden. Die rasche Uebergabe Prze⸗ mysl fiche gegen diese Ansicht. Wahrscheinlicher ist, daß die ri Heeresleitung die Stadt dem Fall der Grodeker Linie für unhaltbar ansah. Für diese Annahme spricht der Umstand, daß nach Meldungen der letzten Tage endlose Lastzüge von Lemberg nach der alten russischen Grenze abgehen; sie tragen nicht das rote Kreuz der Spitalzüge, dürften also Vorräte enthalten, die bisher in den Lemberger Magazinen lagen und die noch rasch ins„heilige Rußland“ abgeschleppt werden sollen. Seit der Riesenschlacht in den Karpathen, die den Russen wie Blei in die Glieder fuhr, sah man in Lemberg nicht mehr die sonst zur Schau getragenen sieges- und selbstbewußten Gesichter der russischen Beamten. Auch die Zahl der Agent 58 großen russischen Kaufhäuser, die in Galizien nach neuen Absatzgebieten suchten, hat schon seit einiger Zeit stark ab⸗ genommen. Und die Agenten der russischen Regierung, die 1 0„Bobrinski⸗Schüler“, die schon in Friedenszeiten unter Leitung des Grafen Bobrinski in russischen Diensten stan⸗ den, zeigten in den letzten Wochen, wie von gut unterrich⸗ teter Seite berichtet wird, einen hastigen unsicheren Ueber- ifer. Es kam ihnen nur noch darauf an, der Landbevölke⸗ aßt] d Lemberg selbst nach l rung Haß gegen Oesterreich und Deutschland zu predigen, ihnen einzureden, daß Oesterreich, wenn es wiederkehren sollte, furchtbare Rache nehmen und Galizien in ein Blutbad tauchen werde. In einigen kleinen Städten haben die russi— schen Behörden den Versuch gemacht, eine„galizische Lan⸗ desverteidigungstruppe“ zu bilden. Diese„Landesverteidi⸗ gungstruppe“ sollte aus den sich nicht im Felde befindlichen männlichen Bewohnern Galiziens bestehen, und die Auf gabe haben, bei einem möglichen Vorrücken des Feindes diesem Widerstand zu leisten. Wie vorauszusehen war, haben diese Versuche der russischen Behörden ein klägliches Fiasko erlitten. Auf Anordnung des Ministeriums des Innern in Petersburg haben die galizischen Städte und größeren Dör fer russische Namen erhalten. Mit furchtbarer Strenge wurde besonders gegen die Juden vorgegangen, die sich weigerten, die russische Staatsbürgerschaft zu erwerben. Unter den albernsten Vorwänden wurde ihnen ihr Eigentum durch die Polizei„konfisziert“. Beschwerden beim Generalgouverneur stießen auf Spott und Hohn. Das ganze Gehaben und Wüten dieser Russifizierung des galizischen Gebietes verriet dem Kundigen, daß die Russen schon ziemlich lange nicht mehr an den dauernden Besitz des„roten Rußlands“ glauben. Daß ihr Bestreben mehr dahin geht, überall Spuren und Zeichen ihrer Erfolge anzulegen. Vald wird ihnen das Hand werk gelegt sein. Noch rascher, als man in Petersburg ahnt, ist Lemberg wieder in den Händen Oesterreichs, und was dann folgt, dürfte nicht Rache und Zerstörungswut dern ein gewaltiges Aufräumen Die russische Regierung wird sich ir darüber hingeben, daß es im zarns und Deutschlands liegen muß, ehe auch nur der e Gedanke an einen Friedens⸗ schluß mit Rußland Wurze könnte, ganz Galizien frei zu machen und gegen kriegerische Einfälle ein für alle Male zu sichern. Oder will an an der Newa immer noch den Ahnungslosen und Si e Sbew ßten spielen? 1 men. 1. 8 7 Berlin, 3. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Nord⸗ deutsche Allgemeine Zeitung“ schreibt: Die frohe Kunde von der Wiedereroberung von Przemuysl wird in ganz Deutsch⸗ land mit Jubel begrüßt. Der bewunderungswürdigen Tapferkeit der verbündeten Truppen unter hervorragender Führung ist es ge⸗ lungen, die Festung in raschen, wuchtigen Schlägen zu bezwingen. Als kriegerische Ruhmestat ersten Ranges wird die Einnahme von Przemysl in der Geschichte fortleben. Hier haben in Wahrheit hohe Führergaben und die Schneidigkeit der Truppen zusammen⸗ gewirkt, um eine solche Leistung zu vollbringen. Waffen waren es, die sie erfochten„ nicht der Hunger, dem die brave öster⸗ reichisch-ungarische Besatzung erlag, nachdem sie dem Feinde in äußerster Hingebung getrotz hatte. Damals wurde in den geg⸗ nerischen Ländern viel Lärm um die„ der Festung ge⸗ macht. Sie wurde als eine Heldentat ohnegleichen gefeiert. Das freigewordene Belagerungsheer sollte, so wurde verkündet, die Karpathenlinie durchbrechen und dem russischen Heereshaufen den Weg nach Budapest, Wien und Berlin freimachen. Und un? Der größte Teil jener Truppen ist am Karpathenwall hingeopfert wor⸗ den. Ungarn ist gänzlich und Galizien in weiter Ausdehnung vom Feinde gesäubert, und schon befin⸗ det sich der Hauptstützpunkt der Russen in der Hand der Verbün⸗ deten Abermals hat das einträchtige Zusammenwirken zwischen deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen eine ernste Probe glänzend bestanden und der Bundestreue der beiden Kaisermächte ein herrliches Denkmal gesetzt. t Berlin, 4. Juni. Zur Wiedereroberung von Przemysl sagt die„Vossische Zeitung“: Auf den Mauern von Przemysl werden siegreich die Fahnen der Heere Deutschlands und Oesterreich-Ungarns wieder aufgepflanzt und die russischen ahnen sinken in den Staub. Galizien war das Ziel des rufsischen trieges. Galizien sollte Neu-Rußland werden. Deutschland und das Deutschtum bis zur Verstichtung schwächen, war die gemein⸗ same Absicht unserer Feinde im Westen und im Osten. Für Ruß⸗ land war Galizien das Sondergeschenk Europas. Die ruffische Gefahr die für uns im Norden schon seit dem Winter über⸗ wunden ist, ist auch für Oesterreich⸗Ungarn endgültig beseitigt. Die russische Angriffskraft ist gebrochen. Berlin, Wien, Budapest reichen einander die Hände und danken den hel⸗ enmütigen Siegern. Przemysl ist für uns ein Symbol. In der Geschichte der deutsch⸗österreichischen Bundesbrüderschaft ist der Name Przemusl nicht mehr zu missen. In treuer Gemeinschaft wollen wir weiter vorwärtsschreiten über alle Feinde hinweg. Zur Räumung Ostgaliziens und zur Eindrückung der Südfront der Russen heißt es in einem Telegramm aus Wien im„Berl. Tageblatt“: Durch strategische Neuerfordernisse und nament⸗ lich durch eine durch das Eingreifen Italiens notwendig gewordene Neuregelung der Kräfte des Dreiverbandes, bereitet man in Ruß⸗ and in erheuchelter Siegesfreude auf den Rückzug aus Ostgalizien vor. Die Petersburger Berichte betonen, daß sich das numerische Uebergewicht der Verbündeten stets stärker fühlbar mache, weshalb die russische Armee, die aus Galizien und der Bukowina Verstär⸗ kungen heranzieht, erst bei Grodek eine ernstere Schlacht an⸗ nehmen werde. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 3. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart, den 3. Juni 1915: Russischer Kriegsschauplatz. „Deutsche Truppen erstürmten nachts die letzten russischen Stellungen der No rͤfront von Przemysl und drangen heute um 3 Uhr 30 Min. vormittags von Norden 110 in die Stadt ein. Von Westen und Süden ist unser 0. Korps eingedrungen. Seine ersten Abteilungen erreichten bald nach 6 Uhr vormittags den Hauptplatz der Stadt. Die Tragweite dieses Erfolges läßt sich noch nicht überblicken.. Der Angriff der verbündeten Truppen im Raume nördlich Stryf schreitet weiter erfolgreich fort. Bis⸗ heriges Ergebnis der Schlacht bei Struj: 60 Offiziere, 12975 Mann, 14 Geschütze, 35 Maschinengewehre erbeutet. Italienischer Kriegsschauplatz. i Die Italiener setzten die erfolglose Beschie⸗ ßung unserer Befestigungen an mehreren Punkten der Tiroler und Kärntner Grenze fort. Wo feind⸗ liche Abteilungen ins Feuer kamen, flüchteten sie, so ein italienisches Infanterieregiment auf dem Plateau von Fol⸗ garia, mehrere Kompagnien bei Misurina und die von einer Offizierspatrouille von uns in Gradisca überfallenen Ka⸗ vallerie- und Bersaglieri-Abteilungen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs. v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Der russische Bericht. Petersburg, 3. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Der Große Generalstab gibt bekannt: Am 51 ee wir mehrere feindliche Angriffe mit Er⸗ folg zurück und bemächtigten uns einer Schanze in der von Szawle östlich des Dorfes Travliang. An der Front am linken Narew⸗ÜUfer bis zur Weichsel machte der 4 nd am 1. Juni mit wenig bedeutenden Kräften mehrere Angriffe, die wir erfolgreich abwiesen. In Galizien entwickelte sich am 31. Mai auf der Front zwischen der Weichsel und Przemysl nacheinander von bedeutende Erfolge auf dem linken Ufer des unteren San, sie sich mehrerer Dörfer bemächtigten, von denen einige mit dem Bajonett erstürmt wurden. Auf dem rechten Sanufer errangen wir Erfolge in der Gegend des Dorfes Kaberikung, wo unsere Truppen bei Wegnahme eines Stützrunktes südlich dieses Dorfes 22 Offi⸗ ziere und 1300 Mann gefangen nahmen, sowie acht Maschinen⸗ gewehre erbeuteten. Przemysl wird von Geschützen schweren Kalibers bombardiert. Der Feind richtete seinen angriff gegen die Nordfront in der Gegend der Forts Nr. 10 und 11, welche die Oesterreicher vor der Uebergabe der Festung fast völlig zerstörten. Als wir diese Angriffe zurückwiesen, ge⸗ lang es dem Feinde, sich mehrerer unserer Geschütze zu bemächtigen, die fast aus ummittelbrer Nähe bis zu den letzten Geschossen auf die feindlichen Kolonnen feuerten. Nach ergä Nachrichten machten wir bei dem Fort 7 noch 200 Gefangene und erbeuteten acht Maschinengewehre Zwischen Przemyfl und dem großen Narwe und Dnjestr keine Veränderung. Zwischen Tysmaritza und Stryf Faalerte dan Feinde. der Port ime Pbeutende Menge f Artillerie zusammengezogen hat und Verstärkungen der Nacht* am Morgen des 1. 8 n erringen; Kampf wird fortgesetzt. rechten Ufer Bystritza bemächtigten wir uns eines Teiles der feindlichen Stel⸗ lung und machten 150 Gefangene. Eine Panik in Warschau. ö deutschen Erfolge in Galizien eine Panik aus⸗ gebrochen. Tausende verlassen fluchtartig die Stadt. Die Stimmung in Rußland. Berlin, 3. Juni.(Priv.⸗Tel. Ctr. Bln.) Der„Berliner reisendes mamitglied erzählte aus eigener Anschauung, in Uleaborg und Abo veranstalteten die Sozialisten Frie⸗ denskundgebungen. Als sie durch Kosaken auseinander⸗ getrieben wurden, leisteten sie Widerstand. Es entspann sich ein heftiger Kampf, wobei über 500 Menschen getötet wurden. Die Haltung Rumäniens. „Berl. Lokalanz.“ aus Bukarest über Wien sollen die Verhandlungen zwischen Rumänien und den En⸗ tentemächten endgültig abgebrochen worden sein, eine Tatsache, die man hier für nicht minder wichtig hält, als den Fall von Przemyfl. Ein Aufstand der Perser gegen Rußland? Petersburg, 3. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Der „Rietsch“ meldet aus Teheran: Die Erregung der Perser gegen die Russen nimmt täglich zu, so daß jeden Augenblick ein Aufstand der Perser gegen Rußland erwartet werden kann. Nach Ispahan werden von den Aufständischen be⸗ reits keine Post und keine Karawanen durchgelassen. Aus Teheran entfernte die persische Regierung den Silberschatz, so daß die englische Regierung keine Noten mehr einwechseln kann. * Der französische Bericht. Paris, 3. Juni.(WTB. Nichtamtlich) Amtlicher Bericht von gestern abend. In Belgien eroberten die englischen Trup⸗ pen im Bajonettangriff das Schloß Hooge bei Zennebeeke. Südöstlich Neuville— St. Vaast unternahmen die Deutschen einen Gegenangriff im Labyrinth. Wir warfen sie zurück und erzielten dann neue Fortschritte, wobei wir Gefangene machten. Es ist interessant, zu bemerken, daß zwischen dem 9. Mai und dem 1. Juni die französische Division, welche Carency, Ablain, Saint Nazaire, die Mühle von Malon und die Zuckerfabrik Souchez einnahm, 3100 Gefangene, darunter 64 Offiziere, machte und 2600 deutsche Leichname beerdigte. Diese Division verlor an Ver⸗ letzten, Toten und Vermißten 3200 Mann, wovon zwei Drittel Leichtverletzte sind. In der Champagne versuchten die Deutschen. einen Nachtangriff bei Beauséjvur; sie wurden sofort in die Schützengräben zurückgeworfen. An den Rändern des Priester⸗ waldes wiesen wir zwei heftige feindliche Angriff eab. N Wie man in Frankreich mit den Hoffnungen der Bevölterung spielt. Berlin, 2. Juni. Bekanntlich werden in Frankreich keine Verlustlisten ausgegeben. Um die Bevölkerung gleich⸗ wohl zu beschwichtigen und die Sorgen der Angehörigen um neuem ein erbitterter Kampf. Unsere Truppen erzielten ziemlich durch erbitterte, von großen Krüften ausgeführte Angriffe, im Laufc Berlin, 4. Juni. In Warschau ist, wie verschiedenen Morgenblättern berichtet wird, unter dem Einfluß der . meldet aus Stockholm: Ein nach London durch⸗ 1 Berlin, 4. Juni. Nach zuverlässigen Meldungen des — 8 n . r F 5 1 1 TW 1 1* das Schicksal ihrer Söhne, Brüder und Väter, keine Nachricht mehr eintri Ein französtscher Privatbrief vom 4. Mai 1915, der in heißt es: „In der zeichen geben dürften und daß darunter sei.“ 1 Mit gewissenlosen Lügen also suchen sich in Frankreich rung zu sichern. Sie wissen nur zu gut, daß das Volk wider sie aufstünde, wenn es Kenntnis davon hätte, was hinter all fähren Einblick in die ungeheuren Opfer gewänne, die das Land gebracht hat und vergeblich weiter bringt. Wie lange, fragt man sich, wird sich die Wahrheit so verbergen lassen, und wie wird es in Frankreich aussehen, wenn das Volk begriffen haben wird, wie schändlich es hinters Licht geführt und zu einer Politik mißbraucht worden ist, aus der nur England den Nutzen zieht! Aus Belgien. Brüssel, 3. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Die Frau des belgischen Justizministers Carton de Wiart ist vom Gouvernementsgericht Brüssel zu drei Monaten und 14 Tagen Gefängnis verurteilt worden wegen fort⸗ gesetzter Briefbeförderung unter Umgehung der deutschen Post und der deutschen Zensur, wegen 1 Schriften und Unterschlagung und Vernichtung eines Briefes an die deutsche Ver⸗ waltung,— versehentlich in ihren Briefkasten geworfen worden war. Sie war in vollem Umfange geständig. Sie ist zur Ver⸗ büßung ihrer Strafe der Kommandantur Berlin als Zivil⸗ efangene zugeführt worden.— Die 16jährige Gräfin N N jonghe d' Ardey ist vom hiesigen Gouvernements⸗ gericht zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil sie auf dem Boulevard einen deutschen Offizier in gröbster Weise beleidigt hatte. Die Gefängnisstrafe war ge⸗ rechtfertigt wegen der gemeinen Ausdrücke, deren sie sich bediente und die einen auffallenden Mangel an Erziehung und Takt be⸗ kundeten. Die Großmutter der Gräfin mußte, da sie sich an den Beleidigungen beteiligt hatte, ebenfalls mit Gefängnis bestraft werden.— Den belgischen Frauen werden die Verurteilungen bhboffentlich zur Warnung dienen. *** Aus Italien. Bern, 3. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Laut einer Mel⸗ dung des„Berner Bund“ aus Lugano müssen die italie⸗ nischen Militäruntauglichen sich demnächst einer neuen Untersuchung unterziehen. Diese wird haupt⸗ 1 von sozialistischen Blättern verlangt, welche damit er ßen Zahl von Untauglichen unter der Aristokratie ein Ende machen wollen. Deutsch⸗feindliche Unruhen in Florenz. Berlin, 4. Juni. Nach der„Täglichen Rundschau“ melden die Zeitungen von Lugano den Ausbruch deutschfeind⸗ licher Unruhen in Florenz. Der italienische Bericht. 1 Rom, 3. Juni.(Win Nichtamtlich) Das Hauptquartier meeldet vom. Vun; Von der irols und Tren⸗ 5 uch des Feindes, jenseits der Grenze am Nordhange des Predil 5 ie Brücke über einen Sturzbach zu errichten. Die tillerie des 1 antwortete ergebnislos. Die Erku Italiens Finanzen. a London, 3. Juni.(WB. Nichtamtlich.) Reuter be⸗ richtet amtlich, daß der Schatz ka nzler mit dem Di⸗ rektor der Bank von England und dem Finanzsekretär des . 8 in dieser Woche eine Zusammenkunft mit dem italienischen Finanzminister haben wird, um die finanziellen Fragen, die sich aus der Teilnahme Italiens am Kriege ergeben haben, zu erörtern. a Eine Verteidigungsrede Salandras. Rom, 3. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Die Sitzung des römischen Komitees für die sogenannte bärgerkiche Mobilmachung wurde seitens des italienischen Mini⸗ steriums zu einer theatralischen Wiederholung seiner Kriegs- ber den Manifesten des Kaisers Franz Josef 3 gründe gegenn und des Ges eg Friedrich sowie den Reden des Grafen Tisza und des deutschen Reichskanzlers benutzt. Zahlrei Senatoren und Zuhörer waren als Deputierte 8 auch bekannte Neutralisten wie Grassi, Pucano, Schanzer und Bruno Belmothe waren erschienen. Aus der Rede des Ministerpräsidenten Salandra geben wir folgendes wörtlich wieder: 5 Da ich auf dem Kapftol spreche und in dieser feierlichen Stunde das italienische Volk und die italienische Regierung repräsentiere, so habe ich als ein bescheidener Bürger das Gefühl, viel vorneh⸗ . mer zu sein als das Haupt des Hauses Habsburg⸗Lothringen und als die mittelmäßigen Staatsmänner, welche im vergangenen Juli in leichtsinniger Waghalsigkeit und indem sie sich in ihren Berechnungen täuschten, anz Europa und seine fried⸗ I Stätten in ten. Da fle jetzt ihre neuen kolossalen Fehler entdecken, drücken sie sich in den Parlamenten von Budapest und Berlin in brutalen Worten gegen Italien und seine Re⸗ gierung aus mit dem offensichtlichen Zweck, sich die Verzeihung ihrer Landsleute zu erkaufen, indem sie sie mit grausamen Visto⸗ nen von Haß und Blut berauschen.(Lebhafter Beifall.) Der doeutsche Reichskanzler sagte, er sei nicht von Haß, doch von Zorn erfüllt. Er sprach die Wahrheit, weil er schlecht rarson⸗ nierte, wie man dies in einem Wutanfall tut.(Heiterkeit. Selbst nenn ich wollte, könnte ich seine Sprache uns gegenüber nicht 2„uns gegenüber, die wir zwanzig Jahr⸗ hunderte weiter vorgeschritten sind. Die fun⸗ 2 ¹. ale These der Staatsmänner Mitteleuropas ist in den Worten „Der Verrat und Ueberfall Italiens gegenüber seinen treuen, Ver⸗ ft, möglichst herab— „ mögli umin„ scheut man selbst vor öffentlichen 3 5—.— nicht zurück. deutsche Hände fiel, liefert dafür den Beweis. In dem Briefe Zeitung war neulich darauf hingewiesen, daß es 60 000 Gefangene gebe, die vermißt würden und die aus Kriegs⸗ rücksichten während der ganzen Dauer des Krieges kein Lebens⸗ eichen man die Freude haben werde, sie wiederzusehen. Ich bete alle Tage, daß unser lieber Roger die Regierenden gegen die Schmerzausbrüche der Bevölke⸗ den 3 steckt, wenn es auch nur einen unge⸗ einstigen Verbündeten das Recht besitzen, sich aber die—— 9 9 Seu Welrbe 1 seit 1. ungen e igen eten langem bekannt. Diese Wünsche und unser Urteil nahmen dem Bündnis seine innere Daseins i Das Grünbuch zeigt, daß im Dezember und Mai lange, mühselige Unterhandlungen stattfanden, die ergebnislos blieben. Es ist nicht wahr, wie man fälschlicherweise glauben machen will, daß das im Dezember ge⸗ bildete Ministerium die Richtlinien unserer internationalen Politik veränderte. Die italienische i„deren Richtlinie immer unverändert blieb, urteilte streng. Von dem Augenblick an, wo sie Kenntnis von dem Angriff Oesterreich⸗Ungarns auf Serbien hatte, sagte sie die Erfolge des Angriffes wraus, welche pie vorauszusehen vermochten, welche jenen Schlag mit so großer Gewissenlosigkeit vorbedacht hatten. Als Beweis diene folgendes Telegramm di San Giulianos an den italienischen Botschafter in Wien, Herzog von Avarna, vom 25. Juli 1914: Salandra, Flotow und ich hatten eine lange Unterredung. Salandra und ich machten Flotow besonders darauf aufmerksam, daß Oesterreich gemäß dem Sinn des Dreibundes nicht das Recht habe, ohne vor⸗ herige Abmachungen mit seinen Verbündeten einen Schritt 7¹ unternehmen, wie es ihn in Belgrad unternommen* g Salandra fährt fort: Tatsächlich beweist Oesterreich-Ungarn hierdurch den in der Note angeschlagenen Ton und durch die Art der Forderungen, welche übrigens gegen die panserbische Gefahr weniger wirksam, dagegen für Serbien und indirekt für Rußland tief beleidigend waren, daß es den Krieg provozieren wollte. Wir haben ferner dem Botschafter von Flotow erklärt, daß Italien in⸗ folge der Handlung Oesterreich⸗-Ungarns und angesichts des Defen⸗ sivcharakters des Dreibundvertrages sich nicht verpflichtet fühle, Oesterreich-Ungarn 0 Hilfe zu kommen, falls es sich infolge dieser von uns Überfallen Demarche mit Rußland int Kriege befinden sollte. Der ganze europäische Krieg ist tatsächlich eine Folge der herausfordernden Handlung Oesterreich-Ungarns. Die italienische Regierung warf am 27. und 28. Juli in Berlin klar die Frage einer Abtretung der österxeichischzitalienischen Provinzen auf. Wir erklärten da⸗ mals, daß der Dreibund unweigerlich gebrochen werde, salls wir nicht gerechte Kompensationen erhielten.(Anmerkung der Redak⸗ tion: Eine derartige Erklärung ist in Berlin weder am 27., noch am 28. Juli vorigen Jahres abgegeben worden. Dahingegen hat der königlich⸗italienische Botschafter, Herr Vollati, am 24. Juli den Standpunkt der italienischen Regierung dahin gekennzeichnet, daß Italien unter Wahrung seiner Interessen auf Grund des Artikels 7 des Dreibundvertrages eine möglichst wohlwollende und freundschaftliche Haltung für Oesterreich-Ungarn annehmen allen Balkanfragen eine mit seinen Verbündeten Übereinstimmende Politik machen. Auch müsse es über die Interpretation des Ar⸗ tilels 7 Gewißheit erhalten. Ueber die Interpretation war in der Folge eine Einigung und zwar im Sinne der italienischen Wünsche herbeigeführt worden.) Die unparteiliche Geschichte wird sagen, seinen aggressiven Absichten gegen Serbien feindlich gesinnt zu finden, im vergangenen Sommer in Uebereinstimmung mit Deutsch⸗ land versuchte, uns durch Ueberraschung vor eine vollzogene Tat⸗ sache zu stellen. Das Verbrechen von Serajewo wurde als Vor⸗ wand ausgenutzt. Die lange Rede wurde begeistert aufgenommen und vielfach unterbrochen. Am Schluß erhob sich ein minuten⸗ langer Beifallssturm, alle Anwesenden brachen in die Rufe: „Es lebe der König“,„Es lebe Salandra“,„Es lebe Son⸗ nino“ aus. Die Huldigungen erneuerten sich auf dem Platze vor dem Kapitol, wo eine dichte Menschenmenge stand. Lugano, 3. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Von den ita⸗ läßt, nur der„Popolo Romano“ mit Rede des Ministerpräsidenten Salandra, wo erklärt, daß die Geschichte entscheiden werde, oder Salandra die Wahrheit gesagt habe. *** Kitchener. London, 3. Juni.(WTB. Ni amtlich) Anläßlich des Geburtstages des Königs wurde Lord Kitchener zum Ritter des Hosenbandordens ernannt. Zeppelin über London. Am sterdam, 3. 3 Korrespondent von Wolffs Telegraphischem au von verläß⸗ licher Seite erfährt, erreichte beim letzten Luftangriff ein Zeppelin Finchley im äußersten Norden Londons. Er muß also den größten Teil der Stadt überflogen haben. Der angerichtete 8 ist nach derselben Quelle bedeutend größer, als zugegeben wird. Die englischen Verluste. Berlin, 4. Juni. Eine usammenstellung der bisher erschienenen 42 englischen erlustlisten ergibt, wie verschiedenen Blättern aus Genf gemeldet wird, einen eng⸗ lischen Gesamtverlust von über 220000 Mann seit Beginn des Krieges. Berlin, 4. Juni. In der„Köln. Ztg.“ heißt es von der holländischen Grenze: Man scheint in England immer mehr das Bedürfnis zu empfinden, die Krie gs st im mung anzufachen. Schon jetzt kündigen die Blätter an, daß am 4. August, dem Tage der Kriegserklärung Englands, überall Versammlungen stattfinden sollen, in denen dem Entschluß des britischen Volkes, im Kriege bis zum Ende auszuharren, Ausdruck gegeben werden soll. Englands und Japans Politik in China. Petersburg, 3. Juni.(WN. Nichtamtlich.) Der „Rjetsch“ meldet aus Tokio: Die englische Regierung sor⸗ derte die japanische Regierung zu gemeinsamen Schritten auf, um den Handel Deutschlands und Oester⸗ reich-Ungarns aus China zu verdrängen. Es verlautet, daß die Vereinigten Staaten von China gleiche Rechte wie Japan verlangen. 0 der Seekrieg. Kristiania, 3. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Das deutsche Auswärtige Amt teilte der norwegischen Gesandtschaft in Berlin mit, daß die deutsche Regie⸗ rung eine weitgehende Untersuchung aus Anlaß der Ver⸗ senkung der„Amerika“ vornehmen ließ. Nach dem bis⸗ herigen Ergebnis der Untersuchung kann in Anbetracht von Zeit und Ort keine Rede davon sein, daß ein deutsches Unterseeboot den Untergang des Dampfers verschuldet hat. Das deutsche Auswärtige Amt ersucht gleichzeitig zur wei⸗ teren Untersuchung um die Ergebnisse der von der norwegi⸗ schen Regierung eingeleiteten Untersuchung nebst Beweis⸗ material.— Die deutsche Regierung teilte der norwegischen Regierung mit, daß die Untersuchung bestätigt habe, daß der Dampfer„Belridge“ durch einen unglücklichen Zufall von einem deutschen Unterseeboot torpediert worden sei. Die kaiserliche Regierung drückt ihr Bedauern aus und erklärt sich zu vollem Schadenersatze bereit. Sie schlägt die Ernennung norwegischer und deutscher Sa verständiger zur Feststellung der Schadenersatzansprüche vor. Die norwegi⸗ sche Regierung erklärte ihr Einverständnis. Aus dem Reiche. Dernburgs Heimreise nach Deutschland. Vorbehalt gegen die er in seinem Blatte ob der Reichskanzler Ne w ork, 3. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Meldun tierten haben dem deut⸗ des chen Bureaus: Die All haben . e 2 5 3 1 1 fahr ren e nach Deut sch und ihm keine Schwierigkeiten bereiten würde. Italien werde inf daß Oesterreich⸗Ungarn, ohne von Juni bis Oktober 1913 Italien] B lienischen geitu ngen äußern sich, soweit sich hier erkennen W (Wi. Nichtamtlich) Wie der . en. Er reist am 12. Juni an Bord eines Dampfers nach Norwegen. ** 5 4* Berlin, 4. Juni. Bei dem Russeneinfall in Ostpreußen sind nach den neuesten amtlichen Feststel⸗ lungen insgesamt 33 8590 Gebäude vernichtet oder stark be⸗ schädigt worden, davon 2407 im Regierungsbezirk Königs⸗ berg, 12 768 im N er pngsbestrr Allenstein und 18378 im Regierungsbezirk Gumbinnen. 5 München, 3. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einem Telegramm des Gene ersten v. Mackensen an den König von Bayern wurde Przemysl unter hervor- ragender Beteiligung bayerischer Truppen von den Ver, bündeten genommen. Aus Stadt und Cand. 4 Gießen, 4. Juni 1915. Das Gießener K Brot. Nachdem in der gestrigen Nummer des„Gieß. im Rahmen des Berichtes über die Stadtverordn— sammlung vom Mittwoch, den 2. Juni die Aussprache über die Mehlversorgung und die Brotlieferung in Gießen kurz wiedergegeben worden ist, tragen wir die Ausfüh⸗ rungen nach, die Stadtv. Dr. Ebel in seiner Eigenschaft als. des Lebensmittelausschusses über diesen Gegenstand gemacht hat. Im Interesse der Klarheit, die die 8 über die sie aufs engste berührende Frage ver* kann, rechtfertigen die Feststellungen, die Stadtv. Dr. Ebel machte, die genaue Veröffentlichung. Der Stadt⸗ verordnete führte aus: Nach der Verordnung vom 25. Januar 19¹⁵ bis zur Einführung der Brotmarken Bäcker Mehl in einer von „J des durchschnittlichen Tagesverbrauchs vom 1.—15. ar 1915 verbacken. Die versorgungsberechtigte Bevölkerung betrug bis zum 18. Februar 1915 rund 40 Personen 1 Ersatz⸗Bataillon und Gefangene. Von etwa Ende über⸗ nahm das Proviantam't ainz die Versorgung des Ge⸗ 0 Weizenmehl 1664,56 Zentner vorhanden. Diese folgenden Monate durch den Kommunalverband angerechn et. aebi der nachträglich überwiesenen Menge von 1825 eizenmehl bis Ende Mai 1915 ausreichen müssen. ereits ai machte sich ein erheblicher Mangel an Weizen⸗ mehl bemerkbar. Am 20. Mai wurde der letzte 7 an eizenmehl abgegeben.(Die Kliniken wurden Ende des Monats sicher estellt.) Im Monat Anfang aud(4470 Hende e bucht center a n r) bemerkbar, ich zun ieß, Durch Nachfrage bei Hanau ge bei den Proviantämtern* rde e daß diese der Bäckerinnung auf größere Mengen 0(Roggenmehl) überwiesen hätten, Eine Kontrolle über den tatsächlichen Verbrauch und die zugewiesene Mehlmenge fand nicht statt, ist auch bis heute noch nicht durchge⸗ führt. Am 1. April waren von dem für den Monat März 5 gewiesenen Roggenmehl leinschließlich etwa gemachter kleiner Er⸗ sparnisse) 1470 Zentner vorhanden. Am 1. i Monatsbedarf des Monats April 2400 Zentner Rog gen⸗ mehl nicht verbraucht. Der Preis für Roggenmehl betru in den Monaten März und April pro Doppelzentner 41,20 M für die Stadt Gießen. Mit Wirkung vom 1. Mai wurde der 1— auf 38 Mk. herabgesetzt. Bei einem Ueberstande von 2400 Zent⸗ nern konnte selbstverständlich, ohne große Verluste zu erleiden, die Stadt Gießen solange nicht an eine Herabsetzung des Preises denken, als diese Menge von den Bäckern 5 verbraucht war, was normaler Weise anfangs Mai hätte geschehen sein müssen. Trotzdem am 15. Mai der Bestand noch nicht verbrau t, war, wurde durch Beschluß des Lebensmittelausschusses mit irkung von diesem Tage der Brotpreis entsprechend herabgesetzt. Um einen schnelleren Verbrauch des für den Monat April zugewiesenen teuren Roggenmehls herbeizuführen, wurde mit dem ea 1 vereinbart, daß dieses 400 Zentner N der tadt gegen eventl. Umtausch von Weizenmehl übern Trotz der Abgabe dieser 400 Zentner reichte der für den Monat April ugewiesene 1 Roggenmehl bis zum 25. Mai. Er st mitt N Tage un der Verbrauch des für den Monat Mai edarfs an Roggenmehl mit entsprechender ung. ar auf der Hand, daß die Bäckerinnung ihren Bedarf an Roggenmehl für die Zeit vom 1.—25 Mai nicht aus 10— p 1— 25 5 ihnen zugewiesenen Proviantam„ was auch insofern eif⸗ lich ist,* die Bäcker der Annahme waren, sie erhielten das Propiantamtmehl zu einem Preise von 37,50 Mk. Hierin haben sie sich allerdings 7 denn N wurde von Proviantamte nach Verhandlung mit dem Kommunalverband als Preis der Ortspreis festgesetzt. Am 1. Juni werden voraussichtlich noch zirka 600 Zentner Roggenmehl vorhanden sein. f Wie in der Stadtverordnetensitzung bekanntlich weiter mitgeteilt worden ist, wird vom 6. Juni ab die Hontrolle über die getrennte Verwendung von Stadt- und Proviantamtsmehl auf Betreiben des Lebensmittelaus⸗ ugewiesenen 8 2 fe a Es liegt also schusses durchgeführt werden. Ferner wird für die ge der vorgeschriebene Verbrauch von Weizenmehl einsetzen können und müssen. Da weiterhin der Brotpreis 0 eine weitere Ermäßigung erfahren wird, ist die Gewißheit vorhanden, daß die Klagen über das Gießener K Brot nun⸗ mehr bald verstummen werden. Nachdem die An und berechtigte Klarlegung erfahren hat, dürfte vielleicht im Interesse des Burgfriedens und de's so no i Zusammenwirkens aller Beteiligten, wozu in dieser Be⸗ ziehung auch das Publikum gehört, die nung nicht über⸗ flüssig sein, ein Auge zuzudrücken und über das nun einmal Sinne wird es die Bürgerschaft gerne au ehmen, gestern zwei Vertreter 75 Bückerinnung bei 25 vorspra und ausdrücklich erklärten, daß Kicht alles so 50 worden sei, wie es nach dem Buchstaben hätte sein Wir wurden ermächti mis zur Kenntnis Inter Geschehene zur Tagesordnung überzugehen. In*.— chen 7 .. Anz.“ 5 st⸗ Mai waren von dem elegenheit auf diese Weise ihre volle t en. t, dieses ehrliche Zugeständ⸗ Leser zu bringen. Wir tun dies er, dem Publikum für das beste Mittel halten, einen etwaigen Gegensatz aus der Welt zu schaffen. Die Inmungsvertreter ten uns auch an der Hand vorgelegter oben und einer Reihe von Einzelangaben davon, daß die wie⸗ rigkeiten, mit denen die Bäcker rechnen mußten und müssen, rechterheblich sind, und sprachen ihrerseits die Hoffnung aus, daß für die Folge ein für alle Teile befriedigender Zustand geschaffen wer könne. 7* Auf dem Felde der Ehre gefallen. Gus Hessen und den Nachbargebieten.) Erf.-Nes. Georg Gehbauer, Res.-Inf.-Rgt. 118, aus Darm⸗ f 5 Fritz Freund, Inf.⸗Rgt. 118, aus Worms. — Must. Phil. enauer, Res.-Inf.⸗Rgt. 118, aus Hohen⸗ Musk. Jak. Schäfer, Inf.⸗Rgt. 16, aus Burgsolms. g. Friedr. Bill, Königin⸗Clisabeth⸗Garde⸗Gren.⸗Rgt. 3, aus Naunheim.— Ers.-Res. Heinr. Watz, Res.-Inf.⸗Agt. 118, aus Oberwetz.— Ers.-Res. Karl Kön ig, Res.-Inf.⸗Rgt. 212, aus ö Musk. Heinr. Jöckel, Res.-Inj.⸗Rgt. 224, aus Hopfmannsseld.— Unteroff. Albert Tröller' und Karl Sann aus Lauter.— Musk. Georg Nagel, Ins.-Rgt. 118, aus Offen- bach a. M.— Unteroff. d. L. Martin W. irth, Res.-Inf.⸗Agt. 221. aus Hanau.— Unteroff. Oberpostschaffner Jace. Norwig aus Alsseld.— Kriegsfreiw. Vizeseldwebel Regierungs-Assessor Dr. Karl Sartorius, Inf.-Rgt. 118, aus Worms.— Pionier Ewald Steiner, Pionier⸗Rgt. 25, aus Dillenburg.— Ersatz⸗Reservist Bhilipp Petrt, Landsturm⸗Bat. 52, aus Weiterstadt.— Kriegs- — kreiw. stud. theol. Werner Waldaestel, Res-Inf-Rgt. 118, aus Gefl. * 8, Hauptmann Fried A Unterarzt Gerhard Langreuter aus Weilburg Brigade⸗Ers.Batl. 49. Marine⸗Intendantur Sekretär . i Intendantur des Marinekorps, aus Weilburg. Unterarzt A. Müller aus Ahausen. Feldwebel 5 234, aus Wetzlar. Pionier beim Pionier⸗-Regt. 25. Tele⸗ t Otto Ott aus Gückingen, Unterlahnkreis. Pionier Wilhelm“, Heinrich Rot s Langsdorf. Bergrat 860 m“, Heinrich Roth au, gsdorf. erg * Amtli 88 2 2. Juni d. J. den Bezirkskassier der Bezirkskasse Gi 1 Georg Philipp Klein zu Gießen zum Salinen reutmeister in Bad⸗Nauheim vom 1. Oktober d.. im ernannt. Der städtische Voranschlag für 1915 ist der Oeffentlichkeit übergeben worden. Das Wichtigste, was er bringt, ist der Vorschlag der Erhöhung der Ge⸗ meindesteuern um 30 Prozent auf 150 Prozent und ö der Vermögenssteuer von 21 auf 26,4 Pfg. auf je 100 Mk. Wir werden in der morgigen Nummer den Voranschlag aus⸗ zugsweise zur Kenntnis unserer Leser bringen. Vom Gaswerk. Die 1 0 Staatsbahnen, die bisher die Gasbel⸗ g in den Personenwagen durch f auf sämtlichen hlengas zu verwen⸗ ö ädtischen Gasanstalten bezogen wird. Man hat seitens der Ei hörde diese Maßnahme b en, weil man die zur Herstellung von Fettgas er⸗ ichen Materialien größtenteils vom Auslande kaufen esonders kam hierfür Amerika in 8 und igt hat, wie wichtig es ist, vom lande zie unabhängig zu sein. Die Eisenbahn allen zur Fersenenbesörderung zusammengestellt werden, 5 15 . eren Stationen, auf denen ausreichend ten Lieferungsver⸗ e geschlossen. Zu diesen Städten gehört auch . Die L Gasproduktion wird auf diese Art 50—.200 000 Kubikmeter Gas steigen. Die Gas suführung Eisenbahn ließ sich verhältnismäßig ohne große Schwie⸗ recht zweckentsprechend vom Wetzlarer Weg aus ken. Die Entnahme von Gas für Zwecke der Ei dem Gasrohrnetz darf nur in den Tagesstunden und nach 12 Uhr geschehen, ruht also während der Zeit, das Gaswerk für den städtischen Bedarf verstärkk in n wird. Das städtische Steinkohlengas um für den Zweck der Eisenbahn verwendbar zu wer⸗ 82 c D* 15 fe 1 1„umgeformt werden, so daß der Brenn⸗ auf etwa 10 Atmosphären eingedichtet oder zusammen⸗ wird, bevor er in die vorhandenen Gasbehälter Aus dem Gasbehälter strömt dann das Gas in den unter den Personenwagen am Radgestell angebrachten Druck⸗ regler, durch den der Ueberdruck des Gases so verringert wird 25 er zur Lichterzeugung in den Wagen verwendbar W. de urch Steinkohlengas erzeugte Beleuchtung in den Lagenabteilen, für die allerdings eine neue Brennerein⸗ richtung nötig war, ist heller als die durch Fettgas, ein Vor⸗ f den die Reisenden dankbar begrüßen werden.— Auch lich weiter entwickelt, spricht, daß seit Kriegsbeginn bis Ende Mat d. J. 725 neue Gasuhren aufgestellt wurden, was einer Vermehrung der Gasabnehmer um 15 Proz. entspricht. Dabei liegen noch wei⸗ tere 150 Anmeldungen zur Gasabnahme vor, deren Zahl sich täglich vermehrt, so daß mit Beginn des Winters eine ganz e Gas mehr erzeugt werden„als in d 1 muß, als in den * Schwurgericht. Die für Montag vormi a 4 sicht genommene Schwurgerichtssitzung fallt aus, 15— spruchreifer Fall vorliegt, dessen Verhandlung mit Zustimmung re 9.4 1 Den Slate we bis zur nächsten eriode vertag 1 Staate wer n i nahme erhebliche Kosten erspart. * Krieg und Vogelwelt. Zu unserer gestri Mitteilung über die aus Ostpreußen verscheuchten Skörche die sich anderwärts niederlassen, schreibt uns ein Leser, man e in der ganzen Provinz eine auffallende Zunahme von Vögeln aller Art beobachten, beson⸗ ders jielen die vielen wilden Tauben auf. Die Ursache sei wofür schon der Umstand vielleicht in ihrer 3 9 85 1 15— über⸗ nen Ländern zu suchen. icht könnten ndi näheres mitteilen. 50 Die Gießener Freilichtbühne beginnt am Sonn- dag, den 6. Juni 1915, nachmittags 4 Uhr, ihre zweite Kriegs⸗ spielzeit. Das Programm der ersten Vorstellung, eines„Unter⸗ rn 15 L ee Fräulein Gretel Leist und Fräu⸗ lein Thessa Mulch mit Liedern zur Laute und Herr Willy Werner — Maste dem Vortrag ernster und heiterer Dichtungen deut⸗ g Landkreis Gießen. — Lang⸗Göns, 4. Junk. Den Heldentod fürs Vater⸗ dstarb am 18. Mai der Kriegsfreiwillige Gesreiter Wilhelm er im Reserve⸗Inf.⸗Regiment 222, 1. Kompagnie. . durch daes die die Eisenbahn schon besessen hat] der etw hat sich unser Gaswerk während des Krieges gedeih⸗ Kri Seob- Feld Junl.— eschied nach k. A Groß-Felda, 3. Jun estern verschied nach kurzem Krankenlager unser Altbürgermeister F. B51 zing. Jahren legte er wegen vorgerückten Alters das Bürgermeisleramt nieder, das er 29 Jahre lang mit großer Treue und Gewissen⸗ gaftigkeit geführt hatte. Starkenburg und Rheinhessen. ch. Aus Rheinhessen, 3. Juni. Sehr viele Italie⸗ ner wurden bis jetzt in den verschiedenen Zementwerken Rheinhessens beschästigt. Die meisten der Italiener wei⸗ gern sich nun, den Gestellungsbefehlen aus der Heimat zu folgen. Sie beabsichtigen sich dauernd in Deutschland niederzulassen. In einzelnen Fällen haben sich wehrfähige Italiener bei der deutschen Militärbehörde für den deutschen Kriegsdienst gemeldet. 8 Hessen⸗Nassau. b „Marburg, 3. Juni. Wie sich jetzt herausstellt, hat die Frostnacht vom Sonntag zum Montag den Bohnen und sonstigen empfindlichen Gemiseacten auch in hiesiger Gegend viel geschadet. Besondere Klagen kommen aus dem Ebsdorser Grunde und aus der Frankenberger und Biedenkopfer Gegend. 5 h. Trankfurt a. M., 3. Juni. Eine vom„Natio- nalen Frauendienst“ veranstaltete Gelatine⸗Aus⸗ stellung wurde heute nachmittag eröffnet und erfreute sich sofort eines überaus starken Besuchs. Die Ausstellung, übri⸗ gens die erste ihrer Art, zeigt in künstlerisch schöner Anord⸗ nung die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten der Gela⸗ tine, 3. B. zu Sülzen aus Gemüsen, Pilzen, Fleisch, Wild, ügel und Fisch. Auch reiche Gelatinespeisen in mancherlei Geschmack und Art der Zubereitung bot die Aus⸗ stellungsleitung.— Der N Privatmann Levy, Staufenstraße 35, wurde am Dienstag nachmittag beim Ueberschreiten der Bockenheimer Landstraße von einem Straßenbahnwagen erfaßt, zur Seite geschleudert und derart schwer verletzt, daß er heute früh verstarb.— Bei einer Kahnfahrt auf dem Main stürzte eine Frau Demmert aus Offenbach in das Wasser und ertrank. Die Leiche wurde heute am Osthafen geborgen.— Auf den Gleisen der Darmstädter Bahn nahe der Station Louisa fand man heute früh die Leiche einer älteren Frau. Beide Beine waren a f efahren. Bei der Frau, deren Persönlichkeit noch nicht feststeht, wurde neben einem größeren Barbetrage auch ein über 1000 Mk. lautendes Sparkassenbuch vorgefunden. n. Ufingen, 3. Juni. Der Kreistag hat den Rech- wmungsvoranschlag für das neue Jahr in Einnahme und Ausgabe auf 118 200 Mk. festgesetzt; an Kreisabgaben sollen wie im vergangenen Jahre 27 v. H. erhoben werden. Zur Durch- führung einer über die gesetzliche Unterstützungspflicht hinaus- gehenden Kriegsfürsorge wurde die Aufnahme einer Anleihe von 21000 Mk. beschlossen. h. Bad Homburg v. d. H., 3. Juni. Das Kaiserin⸗ Frieprich⸗Gymnaßtu m bisher in städtischem Besitz und städtischer Verwaltung, wurde am 1. Juni verstaatlicht. Die Uebergabe der Kassen⸗ und Verwaltungsgeschäfte der Anstalt an die Kreiskasse fand gestern statt. Dillenburg, 3. Juni. In der letzten Stadt- verordnetensitzung wurde infolge eines von der Stadt Langenschwalbach erstrittenen reichsgerichtlichen Urteils wegen der Ablösung der Fischereigerechtsame die Einleitung eines Verfahrens auch für Dillenburg beschlossen. Während näm- lich Eigentum und Unterhaltungspflicht der Fluß- und Bachläufe der Gemarkungen in Nassau den Gemeinden zustehen, wird die Fischereigerechtsame durch den Fiskus ausgeübt. +Eschwege a. d. Werra, 3. Juni. An den Folgen einer Lungenentzündung verschied heute vormittag im Alter von 65 Jahren Herr Sanitätsrat Dr. Moritz Stern. Der Ver- storbene, ein geborener Oberhesse, war ein weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannter tüchtiger und ge- suchter Arzt. Bermischtes. Fronleichnam in Antwerpen. Fronleichnamstage entwickelt sich in den malerischen alten Antwerpen eine immer gleich farbenprächtige und mit außer⸗ ordentlicher Großzügigkeit organisierte religiöse assenkundgebung. Wer das in seiner Art wohl einzig dastehende Schauspiel der großen Antwerpener Fronleichnamsprozession, die namentlich bei schönem Wetter einen faszinierenden Eindruck hervorruft, einmal auf sich wirken lassen konnte, wird das Erlebnis für immer als eine der eigenartigsten Exinnerungen bewahren. Die Prozession hat für die Antwerpener insofern noch eine besondere Bedeutung, als sie zu⸗ gleich ein Bittgang zu Lob und Preis der 3 Maria ist, die bekanntlich von jeher als Schußpatronin Scheldestadt ver⸗ ehrt wird. So herrscht denn an Fronleichnam Feiertagsstimmung im ganzen Antwerpen. Viele Geschäfte halten geschlossen, die Hänser werden reich geschmückt, und die gesamte Bürgerschaft geht im Festgewand einher. Unter Glockengeläute und religiöser Musik setzt sich im Laufe des Vormittags der schier unübersehbare Zug Gläubigen von der altersgrauen Kathedrale aus in Bewegung. Ein Bischof schreitet inmitten der übrigen hohen Geistlichkeit unter einem Baldachin, große Gruppen von Nonnen und Mönchen, un⸗ zählige religiöse meinschaften und andere Vereine mit Fahnen und Musikkapellen, sowie Tausende von Männern, Frauen und blumenstreuenden Kindern aller Bevölkerungsschichten nehmen geistliche Lieder singend, an dem Zuge teil, dessen Vorbeimarsch nicht selten mehrere Stunden in Anspruch nimmt. Auf dem Place de r, der Hauptstraße Antwerpens, erreicht die Feierlichkeit der Veranstaltung ihren Höhepunkt. Hier wird zu Füßen einer lebensgroßen Marienstatue die im Zuge mitgeführte Monstranz enthüllt und der Menge in stummer Verehrung dargeboten. Da⸗ nach begibt sich die Prozession zu ihrem Ausgangspunkt zurück, wo sie sich auflöst. In diesem Jahre wird freilich der furchtbare eg der Antwerpener Fronleichnamsfeier, sofern sie überhaupt öffentlich stattfindet, seinen Stempel aufdrücken. Alljährlich am traßen des Märkte. Biehhofmarktbericht vom 3. Junk. Auftrieb: Rinder 174(Ochsen 5, Bullen 5, Kühe und Färsen 164), Kälber 683, Schafe 107, Schweine 414. Tendenz: Rinder, Kälber, Schase und Schweine schleppend. Preise für 100 Pfd. Lebend⸗ Schlacht⸗ gewicht. Mt. Mk. 82—84 137—140 78—82 128137 72—79 120—127 66—70 112—119 se. Frankfurt a. M. „r 8 Schale. l Stallmastschase: Mastlämmer und jüngere Masthammel Schwe lne. Vollfleischtge Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht... 25.00.1880. 00 Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebenge wicht„ 122.00—125 Vollfleischige Schweine von 100 bis 52—54 112—118 155.00— 160.00 145.00— 154.00 120 kg Lebendge wicht... 125.00 190 155.00— 160.00 Vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendge wicht... 125.00 190 155.00 160.00 ATtirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge(Süd- Anlage), Samstag, den 5. Juni 1915: Vorabend: 7.45 Uhr. Morgens: 8.30 Uhr. Nachmittags: 4.00 Uhr. PWWVVVTVVVVVVVVVVTCCTTCTTTTTTCTT Vor zwei 3 ä e Deffentlicher Wetterdienst, Gießen, Das westliche Hochdruckgebiet hat sich weiter ostwärts hin ausgedehnt. Zwischen diesem und einem im Nordosten lagernden 1 liegt eine Tiefdruckrinne, unter deren Einfluß in stdeutschland verbreitete Gewitter niedergehen werden. Das nord- westliche Tiefdruckgebiet scheint nordostwärts abzuziehen, so daß wir unter dem Einfluß des südwestlichen Hochs bleiben werden. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 5. Junt 10915: Heiter, trocken, warm, schwache nordwestliche Winde. 3 Müllersche Badeanstalt. Wasserwärme der Lahn am 4. Juni 18 R. — Letzte Nachrichten. Bei den deutschen Truppen in St. Mihiel. V Basel, 4. Juni. Oberst Müller schildert in der„Neuen Züricher Zeitung“ u. a. seine Reiseeindrücke auf der Fahrt nach St. Mihiel. Auf dieser Fahrt hatte ich zu meiner hellen Freude die höchste Bewunderung für die glänzende Haltung und die stramme Manneszucht der hier stehenden deutschen Truppen, welche nun schon seit sieben Monaten in unaufhörlichem Kampfe unter feindlichem Feuer Es herrscht eine strenge Zucht und unerbittliche Ordnung. Der letzte Mann weiß, daß nur so Erfolge errungen werden. In den Hohlgängen des Forts Camp des Romaines übten, während die Granaten über sie hinwegflogen, die deutschen Soldaten Drill und Einzelausbildung. Eine Infanterieabteilung hielt auf dem Schießplatz eine Uebung in Scharfschießen ab unter dem Feuer der Granaten, wie sie die Franzosen fast täglich ohne ersichtlichen g Grund nach St. Mihiel hineinschießen, wodurch die Bevölkerung, die mit der deutschen Besatzung in guten Verhältnissen lebt, auch 2 5 gefährdet wird. Es ist erstaunlich, wie gleichgültig die Sol- aten gegenüber der Todesgefahr sind. Eine so geschulte und er⸗ probte Truppe ist unerschütterlich, in allen Gefechtslagen, im An⸗ griff wie in der Verteidigung, im Sturm, wie im Schützengraben, im Granathagel, wie in dem Gewehr- und Schrapnellfeuer. Die heranreifende Entscheidung. Wien, 4. Juni. Die Russen haben in den letzten Kämpfen in Galizien schon Etappentruppen und den Rekrutenjahrgang 1917 eingesetzt. Ihre verzweifelten Versuche, den linken Flügel der Armee Pflanzer einzudrücken, um sich Luft zu schaffen, sind gänz⸗ lich gescheitert. Die Gesamtlage reift der großen, weltgeschichtlichen 55 Entscheidung mit Riesenschritten entgegen. Ueber die Gesamtlagt der Kämpfe in Galizien wird berichtet: An der Schlachtfront ging es abermals fast überall sehr heiß zu, Russische Nachhuten stellten sich der Verfolgung durch die Armee Linsingen südlich des Dnjestr 45 entgegen, um den Rückzug zu decken. Die Armee Mackensen te wieder sehr heftige Angriffe, dazu noch frischer kaukasischer ruppen, abzuweisen. Im San⸗Winkel übt der Feind einen star⸗ ken Druck aus. Die Gesamtlage ist sehr günstig. 3 Der Preis für den Treubruch. Amsterdam, 4. Juni. Der Hauptteil des am 26. Mai abgeschlossenen Vertrages des Ministers des Aeußern Son⸗ nino mit dem Dreiverbande betrifft die Finanzie⸗ rung des italienischen Krieges durch England. 5 Italien forderte für sofort zwei Milliarden Lire, London a bewilligte für gleich nur drei Vierteile und versprach mit weiser Vorsicht den Rest erst für die Woche nach Kriegs⸗ beginn. Die Zufagen der Entente an Bulgarien. Sofia, 4. Juni. Die Anträge der Verbandsmächte an Bulgarien verlieren noch dadurch an Wert, daß, wie nachträglich bekannt wird, auch Serbisch-Mazedo⸗ nien den Bulgaren nicht sicher zugesagt wird, sondern erst nach Beendigung des Krieges und nach Maßgabe der dann. erfolgenden Gebietsentschädigung. Es ist bereits zweifellos, daß die Anträge des Dreiverbandes zurückgewiesen werden, obgleich man wahrscheinlich eine ausweichende Antwort fin⸗ den wird, um der Entente nicht vor den Kopf zu stoßen. Ein Kronrat am Krankenlager König Konstantins. Athen, 4. Juni. Am Krankenlager König Konstantins 0 fand am Dienstag ein Kron rat statt, dessen 8 Mi⸗ nisterpräsident Gunaris führte. Bemerkenswert ist, daß der Exministerpräsident Venizelos nicht zu den Beratungen herangezogen worden war, obgleich er seit einiger Zeit in Athen weilt. 5 Ein amerikanisches Konterbandeverbot. Berlin, 4. Juni Wie die New Porker Blätter melden, gibt die International Merkantil Marine Com ban h pckannt, daß in Zutunft die Dampfschifse der Amerika Linie, die zwischen New Pork und Liverpool verkehren, keinerlednd Konterbande mitführen dürfen. Dieses Verbot erstreckt sich sogar 1 liegen. 15 auf die Mitführung von Automobilen der Passagiere. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. 1 Betr.: Widerrechtliche Aneignung von Führungsbändern von Artilleriegeschossen. 0 An die Ortspolizeibehörden des Kreises. „„Es ist häufig beobachtet worden, daß kupferne Führungs⸗ bänder von n die von Heeresangehörigen ent⸗ gegen ausdrücklichem Verbote aus dem Feld heimgesandt wurden, zu Armbändern und ähnlichen Erinnerungszeichen umgearbeitet worden sind. Im Auftrag Großh. Ministerurms des Innern weisen wir Sie an, derartige Führungsbänder, die sich zur Um⸗ arbeitung in Juwelier- und ähnlichen Geschäften vorfinden, ein⸗ n zuziehen und der Kriegsbeutesammelstelle des 18. Armeekorps in Darmstadt zuzuführen. Wir verweisen außerdem noch auf die Bekanntmachung des Stellvertretenden Generalkommandos 18. Armeekorps vom 18. De⸗ zember 1914 über das Eigentum an der von den eigenen Truppen und vom Feinde verschossenen Munition und an erbeuteten Gegen⸗ ständen— veröffentlicht in Nr. 1 des Kreisblatts für den Kreis Gießen vom 2, Januar 1915— hin. Ueber vorkommende Fälle ist uns sofort zu berichten. n— 1 6* roßherzogliches Krei t Gie J. V.: Hechler. —— Grosser Posten 47280 Plüsch- und Stoffrosf für Möbelbezüge, auch für Schuh- macher geeignet, billigst zu verkaufen. Th a ru C K Ecke Schlossgasse Brandplatz . T. V. Liederkranz. Samstag, den 5. Juni:] Morgen Samstag abend: Zusammenkunft Zusammenkunft — Sabbat ausgang: 9.30 Uhr. Vereinsheim(Kahler). bei Mitglied Haubach e eker Straße. 80 — r „ Filialen in: GIESSEN, Bahnhofstrasse 58 6 2 Munde Betrachten Sie unsere Fenster! 8 Probieren Sie unsere Qualitäten! erg Sie werden dann selbst finden, daß trotz der großen e 5 Schweinfurt 1 * manns Schuhe gut und billig Sn Fulda = Nun ist es überwunden, 5 Erdbeeren Licht- Spiel- Haus Nur durch des Sohnes Blut, 165 Danksagung. 5 täglich frisch 1 85 Das in den schwersten Stunden g empfiehlt zu billigsten Bis Freitag, den 4. 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