128 Erstes Blatt Der Sleßener An. Ischeint täglich, außer onntags.— Beilagen: viermal wöchentlich ernsprech- An r die Schriftleitung 113 Ii Viahte ebl Ad für Drahtnach⸗ Anzeiger Gießen. von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. . i 9 Familiendlätter; mal wöchentl. Kreis⸗ für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); engel llc get Land⸗ Fer Rafe General⸗Anzeiger für Gberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ. Buch- und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. ** 165. Jahrgang * N FFV n . 7 5 2 jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel⸗ jährl. ausschs. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Donnerstag, 3. Juni 1915 Bezugspreis monatl. 75 Pf., viertel- Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Fzmei weitere Vorwerke von Przemysl erstürmt! Amtliche Leststellungen über die Maierfolge. rs.) Großes Hauptquartier, 2. Juni. (Amtlich.). Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Bix schoote, nordöstlich von Steenstraate, schossen wir ein englisches Flugzeug herunter. Die Insassen, ein belgischer und ein englischer Offizier, wurden gefangen genommen. Die Zuckerfabrik westlich Souchez, in die im Laufe des gestrigen Nachmittags die Franzosen eingedrungen waren, ist von uns wieder genommen. Ein französischer, in den Abendstunden auf unsere Stellungen bei und südlich Neu⸗ ville unternommener Angriff wurde abgeschlagen. Nur ein kleines über die Struße Neubille—Ecurie vorspringendes Grabenstück ist vom Feinde besetzt. Im Priesterwalde dauert der Nahkampf um ein⸗ zelne Grabenstücke noch an. Oestlicher Kriegsschauplatz. 5 Bei Neu hausen, 50 Klm. nordöstlich und bei Shidiki, 65 Kilometer südöstlich Libau, fanden er folgreiche Gefechte gegen kleinere russische Abteilungen statt; ebenso weiter südlich in Gegend Szawle und an der Dubissa südöstlich Kielmy, sowie zwischen Ügiany und Eiragola. Bei Szawle machten wir 500 Gefangene. Südöstlicher Kriegsschauplatz. 1 Zwei weitere bei Dunkowiczki gelegene Rent der Festung Przemyfl sind gestern ge⸗ st ür mt. Nach dem Siege bei Stryj drangen die verbündeten Truppen gestern in Richtung Medenicc vor. 0 Im Laufe des Monats Mai sind auf dem südöstlichen Kriegsschauplatz 863 Offiziere, 2688869 Mann zu Gefangenen gemacht, 251 Geschützeund 576 Maschinengewehreerbeulet worden. Hiervon entfallen auf die dem Generalobersten v. Macken sen unterstellten verbündeten Truppen 400 Offi⸗ ziere, darunter zwei Generäle, 152 254 Mann Gefangene, 160 Geschütze, darunter 28 schwere, und 403 Maschinen⸗ Einschließlich der auf dem östlichen Kriegsschauplatz gemachten und gestern veröffentlichten Gefangenenzahlen be⸗ trägt demnach die Summe der im Monat Maß in die Hände der verbündeten Truppen gefallenen Russen etwa 1000 Offiziere und über 300 000 Mann. Oberste Heeres leitung. *** Jeder Tag bringt in Galizien neuen Gewinn; zwei weitere Vorwerke von Przemyfl sind in deutschen Händen, und damit ist der Nordring um diese Festung von den Deutschen und ihren Verbündeten 5 besetzt. Auch der österreichisch-ungarische Tagesbericht stellt die Sieges⸗ werke unserer Truppen fest und fügt hinzu, südlich des Dnjestrs schreite der Angriff der Verbündeten fort und die feindlichen Stellungen zwischen Stryj und Drohobycz seien am Dienstag erstürmt worden. Auf dem italienischen Kriegs— schauplatze ist bisher nichts von Belang geschehen. Die amtlichen Rückblicke auf die Erfolge des letzten Mo⸗ nats, die übereinstimmend von Deutschland und Oesterreich— Ungarn vorgelegt werden, müssen in der ganzen Welt tiefste Erschütterung hervorrufen. Wir finden in der„Tägl. Rund⸗ schau“ eine Zusammenrechnung, wonach auf die Verlustliste unserer Feinde schon in den ersten zehn Kriegsmonaten etwa 5 Millionen Mann gesetzt werden können, wenn man die Gefangenen, Toten und Verwundeten zusammennimmt. In dieser Betrachtung heißt es u. a.: „Die größten Verluste haben die Russen aufzuweisen. Ihre Millionen sind tatsächlich zusammengeschmolzen wie der Schnee in der Sonne. Erst jüngst meldete unser Generalstab, daß die erste Million russischer Gefangener durch die siegreiche Durch⸗ bruchsschlacht in Westgalizien bereits überschritten sei. Nun bedenke man, daß die„Times“ bereits im Januar von den un— geheuer blutigen Verlusten der Russen sprach, die schon damals auf 1 300 000 allein an Toten und Verwundeten angegeben worden waren. Es kommt nun dazu der ungeheure Verlust in der Win⸗ terschlacht in Masuren, in der die 10. Armee vernichtet wurde. Es kommen ferner hinzu die ungeheuren Verluste in den Kar- pathen, die mit Ausschluß der Gefangenen von allen neutralen und feindlichen Blättern auf mehr als 500000 Tote und Ver- wundete angegeben wurden. Ferner kommen endlich noch hinzu die ungeheuer blutigen Verluste bei der Dur bruchsschlacht im letzten Monat, die uns bekanntlich rund 150 allein an Ge- fangenen einbrachte.(Die neuesten Berichte beziffern diese Ver⸗ lluste auf 268 869 Mann!) Die Verluste der Russen an Toten und Verwundeten können dementsprechend berechnet werden, zu— mal wir wissen, die Armee Radko Vimitriews vollkommen auf⸗ gerieben wurde. Man wird wohl eher zu wenig als zu viel sagen, wenn man die Gesamtverluste der Russen an Gefangenen, Toten und Verwundeten auf mehrals 3 Millionen berechnet. Es kommt hinzu, daß bei der schlechten ärztlichen Versorgung des rrussischen Heeres nur ein geringer Teil der Verwundeten wieder felddienstfähig wird. Das französische Heer, das auch bereits gegen 300 000 in unsere Gefangenenlager abgegeben hat, hat auch ganz N Verluste an Toten und Verwundeten aufzuweisen. Wir wollen gar nicht soweit gehen wie die italienische Zeitung„Cor— riere della Sera“, die wegen ihrer Deutschenfeindlichleit berüchtigt ist und gewiß nicht gern etwas Ungünstiges über das französische Heer bringt. Nach diesem Blatt ist bereits me hr als die Hälfte des zösischen Heeres durch Tote und Schwerver⸗ wundete außer Gefecht gesetzt. Die Tatsache, daß die französische immer noch keine Verlustlisten herausgibt, gibt aller⸗ dings zu denken. Trotzdem aber wollen wir die niedrigste Zahl annehmen, die von der„Daily, Mail“ genannt wurde, und nach der das französische Heer b sher an Gefangenen, Toten und Verwundeten 1 600 000 Mann eingebüßt hat. Der Rest kommt auf Engländer und Belgier, zumal die Engländer in den letzten Wochen vor den Dardanellen schwer geblutet haben. Die Zahl von 5 Millionen ist nach allen diesen Angaben, die von feindlicher Seite stammt, eher z niedrig als zu hoch gegriffen. Auch in dieser Tatsache liegt, so schließt die„Tägl. Rösch.“, für uns eine Gewähr dafür, daß durch den Hinzu tritt des neuen Feindes Italien der Sieg uns nicht entrissen werden wird, und daß wir auch diesen Feind die Schärse unseres Schwertes werden fühlen lassen können. Wien, 2. Juni,(DB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart, 2. Juni 1915, mi ttags: Auf dem russischen Kriegsschauplatz wiederholte der Feind seine starken An⸗ griffe auf die östlich des San stehenden verbündeten Trup⸗ pen. Unter neuen schweren Verlusten wurden die verzweifel⸗ ten Angriffe des Gegners durchweg abgewi esen. An der Nordfront der Festung Przemysi wurden zwei weitere Werke erstürmt und das bisher ge⸗ wonnene Terrain behauptet. Südlich des Dujestr schreitet unser Angriff erfolgreich fort. Die feindlichen Stellungen zwischen Stryj und Drohobyez wurden esternerstürmt. Starke russische Kräfte, die in Südoft lizien in der Gegend von Solotwina zum Angriff auf un sere dortigen Stellungen vorgingen, erlitten große Verluste und zogen sich stellenweise fluchtartig zurück.* In den Schlachten des M apend berkommando kämpfenden e un Ben e eingebracht: unter österreichisch-ungarische derdundeten Armeen an Gefa 25 863 Offiziere, 268 869 Mann, 251 leichte und schwere Ge⸗ d schütze, 576 Maschinengewehre und 189 Munitionswagen; hinzu kommt sonstiges zahlreiches Kriegsmaterial, das 3. B. bei einer der Karpathenarmeen allein an 8500 Schuß Ar⸗ tillerienlunition, 5¼ Millionen Infanteriepatronen, 32 000 deln Repetiergewehre und 21000 russische blanke Waffen eträgt.. Auf dem italienischen Kriegsschauplatz rel alle bisherigen Unternehmungen des Feindes ohne rfolg. Die mit großem Aufwand an schwerer Geschützmunition verbundene Beschießung des Plateaus von Lavarone— Folgaria und einzelner Kärntner Sperren vermochte un— seren Werken keinen nennenswerten Schaden zuzufügen. Ansonsten fanden weder an der Tiroler noch an der Kärntner Grenze große Kämpfe statt. Im Küstenlande wurden Angriffe des Feindes auf den Krn⸗Rücken unter schweren Verlusten der Italiener ab— gewiesen. Das durch ein Communiqus des italienischen Marine— stabs veröffentlichte Resultat des Bombardements von Pola durch ein italienisches Luftschiff trifft nicht zu. Vier Bomben explodierten allerdings, doch ist der Materialschaden minimal; ein Brand ist nirgends ausgebrochen. Die bei der Beschießung von Monfalcone verursachten Schäden redu— zieren sich auf die leichte Verletzung einer Zivilperson durch Steinsplitter. Der Stellvertreter des Chefs des Weneralstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Berlin, 3. Juni. Ueber die Lage auf-dem italienischen Kriegsschauplatz heißt es laut„Deutscher Tageszeitung“ in einem Bericht aus dem Kriegspressequartier: Die Kämpfe auf dem italienischen Kriegsschauplatz beginnen allmählich einen größeren Umfang anzunehmen. Unsere Truppen halten sich in stark be⸗ festigten Stellungen in der Defensive, gegen welche die Italiener vergeblich anrennen, wobei sie große Verluste erleiden. Die Ita⸗ liener zeigen sich schneidig im Ansturm, fliehen jedoch bei den ersten größeren Verlusten panikartig. Zur Einnahme von Stryj. Berlin, 3. Juni. Ueber die Bedeutung der Einnahme von Stryj und die Wiedereroberung des galizischen Pe⸗ troleumgebiets meldet der Kriegsberichterstatter Adelt im Berliner Tageblatt: Während sich die Armeegruppe des Grafen Bothmer mit Feldmarschalleutnant Hoffmann den Zugang zur Stadt Stryj und damit zu den beiden Bahnlinien nach Lemberg erkämpfte, hat die Armregruppe Szurmay nunmehr das ganze Petroleumgebiet in seine Gewalt gebracht. Dieses Gebiet, die reichste Naphtazentrale Europas, das bis zum Kriegsausbruch jähr⸗ lich 15 Millionen Meterzentner Erdöl im Werte von 50 Millionen Kronen lieferte, blieb unter der russischen Herrschaft im großen und ganzen unbeschädigt, sowohl, weil daran französisches und belgisches Kapital sehr stark beteiligt war, als auch, weil die russische Heeresverwaltung sich die Produktion an Leuchtöl, Ben⸗ zin und Schmieröl für ihre Zwecke nutzbar machen wollte. Erst als der Ausgang der großen Maischlacht auch an der Karpathen— front fühlbar wurde, setzten die Russen die Quellen, soviel sie in der Eile des Rückzuges erreichen konnten, in Brand, wobei sie auch das Eigentum ihrer englischen und französischen Bundes- genossen nicht schonten. Von 3000 Bohrtürmen brannten sie 200 nieder. Sie stiegen sogar in die Tiefe der Schächte und entzündeten die Naphthaquellen. Die violett-schwarzen Rauchsäulen des bren⸗ nenden Naphthas stehen, von rotgoldenen Feuergarben durchschos⸗ sen, noch heute in der frühlingsblauen Luft. Die Ungarn und die deutschen Soldaten machten sich sogleich daran, die Brände der Naphthaquellen zu ersticken, die sonst monatelang währen können. Die Menge des vernichteten Rohöls wird auf 80 000 Tonnen ge⸗ schätzt. 1 Der russische Bericht. Petersburg, 2. Juni.(WTB. Nichtamtlich) Bericht des russischen Generalstabes. In der Gegend von Szawle keine we⸗ sentlichen Veränderungen. Westlich von der Ortschaft Kurtoviany dauert der Kampf auf der Front Travlianz⸗Gailis ki fort. Wir nahmen am 31. Mai nach einem Bajonettkampf das letzt⸗ genannte, stark befestigte Dorf, welches die Deutschen hartnäckig verteidigten. Auf dem linken Weichselufer entwickelte der Feind in der Nacht zum 31. Mu ein sehr heftiges Artilleriefeuer auf der ganzen Front nördlich der Pilic a. Gegen 4 Uhr morgens ließ der Feind dicke Rauchwolken sich entwickeln und machte starken Gebrauch von giftigen Gasen. Er griff mit erheblichen Kräften unsere Stellungen an der Bzura bei Witkovice, Brohow, So⸗ chaczew und Kolzow an, wobei er eine besandere Hartnäckigkeit an der unteren Rawka in einem Abschnitt entwickelte, der von den Dörfern Hizerka und Volia⸗Szidlowska begrenzt wird. Ob⸗ wohl der Gegner eine ungeheure Menge von giftigem Gas ver⸗ schwendete, dessen Geruch bis 30 Werst hinter unserer Front wahr⸗ genommen wurde, wurden alle Angriffe des Feindes zurück⸗ geschlagen. f l In Galizien griff der Feind nach mehrtägigen Vorberei⸗ tungen und heftigem Artilleriefeuer am 30. Mai in einer Reihe von Vorstößen unsere Front im Westen und Nordwesten von Przemysl in dem Raume zwischen den Forts Nr. 7 und Nr. 11 an. Im 7 7 0 der Nacht zum 31. Mai gelang es dem Feind, auf 200 Schritt und sogar einen Einbruch in das heftiger Kampf stattfand, welcher auerte und wobei Fort Nr. 7 zu machen, wo der Feind mit ungeheuren Verlusten zurückge⸗ lagen wurde. Die Reste des am Einbruch in das Fort Nr. 7 beteiligten Feindes, die sich auf 23 Offtziere und 600 Soldaten bezifferten, wurden gefangen genommen. An der Front jenseits des Dyujestr warf der Feind hauptsächlich deutsche Reserven in den Kampf in unmittelbarer Nähe von Stryj. Das Resultat ist bis jetzt noch nicht bekannt. Am Ufer der Swica gelang es unseren Truppen, die dort erreichten Erfolge weiter auszubauen! Die Zahl der Gefangenen, welche daselbst während der Beförde⸗ rung nach rückwärts vom 28. bis 30. Mai gezählt wurden, be⸗ ziffert sich auf 10 422 Soldaten und 238 Offiziere. Aus Italien. Der italienische Bericht. Rom, 2. Juni.(WTB. Nichtamtlich!) Das Große Haupt⸗ guartier meldet unter dem 1. Juni: An der Grenze von Kärnten westlich des Monte⸗Eroce-Passes waren am 30. Mai Kämpfe, welche zu einem völligen Mißerfolge des Fein⸗ des führten, der 30 Tote und zahlreiche Verletzte vor unseren Linien ließ. Am 31. Mai waren an der ganzen Grenze nur kleine, durch den Marschplan unserer. Vortruppen bedingte Kämpfe. Das schlechte Wetter dauert fort und verurfacht ernste Unannehmlichkei⸗ ten, aber es hat nicht den geringsten Einfluß auf den Gesund⸗ heitszustand oder die Stimmung unserer Truppen. Die Eisenbahn⸗ Direktion in Ancona teilt mit, daß die am 24. Mai an der Eisen⸗ bahnbrücke über die Marechina bei Rimini angerichteten Schäden nicht von feindlichen Schiffen, sondern von einem österreichisch⸗ ungarischen Lenkluftschiff verursacht worden sind, das sehr sichtbar den Namen der Stadt Ferrara und die italienische Flagge trug. g 2 5. Cadorng Rom, 2. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der„Agen⸗ zia Stefani“. Der Admiralstabschef teilt mit: Gestern (Dienstag) kreuzte unsere Flotte den ganzen Tag über in der Nähe des dalmatinischen Archipels, aber aus den bisher eingelaufenen Meldungen geht nicht hervor, daß der Feind sich hätte sehen lassen. * Berlin, 3. Juni. Die Angst, daß durch Bekannt⸗ werden von Unglücksbotschaften ein Um sch wung in dem künstlich gesteigerten Enthusiasmus eintreten könnte und die Furcht vor der Wirklichkeit wird, wie der„Berl. Lokalanz.“ meldet, in Italien immer größer. Berlin, 3. Juni. Eine durchaus vertrauenswürdige Persönlichkeit, die seit Kriegsausbruch im französisch-italie⸗ nischen Kriegsgebiet beschäftigt war, erklärt laut„Voss. Ztg.“, daß bereits in den ersten Augusttagen des Vorjahres die italienischen Geschütze und Munitions- vorräte aus den Befestigungen im Westen nach der Ostgrenze geschafft wurden. Berlin, 3. Juni. Wie verschiedene Morgenblätter aus Rom melden, wird sich dort ein Homitee zur öffent- lichen Ueberwachung der dort noch weilenden Deut schen und Oesterreicher bilden. Es sollen sich laut „Berl. Lokalanz.“ noch etwa 2000 Deutsche und Oesterreicher dort befinden. Die Hetze gegen Deutsche und Oesterreicher nimmt immer mehr zu. Basel, 1. Juni.(WT. Nichtamtlich.) Eine Meldung des „Basler Anzeiger“ aus Chiasso bestätigt die Gerüchte über einen Aufruhr der Soldaten in Mailand. In der Meldung heißt es: Als am Pfingstmontag Truppen verladen werden sollten, weigerte sich ein Infanterieregiment, in die Wagen zu steigen. Die Soldaten widersetzten sich den Befehlen der Offiziere unter den sich einigen der angegriffenen Abschnitte zu nähern 4 bis zum 31. Mat nachmittaas c 9 N Wafen:„A basso la guerral“ und„Eviva la republica!“ Die anwesenden Zivilisten, hauptsächlich Arbeiter, stimmten in die Rufe ein. Schließlich entspann sich eine blutige Schlägerei, da sich die Soldaten unter Gebrauch der blanken Waffe mit Ge⸗ walt ihrer Verladung widersetzten. Den Offizieren gelang es schließlich, das Militär zu beruhigen. Die Tumulte in der Zivil⸗ bevölkerung dauerten fort und führten zu den bekannten Aus⸗ schreitungen gegen die Deutschen, weil bestimmte Kreise die Auf⸗ merksamkeit von den unbequemen bungen gegen den Krieg ablenken und in bestimmte Bahnen leiten wollten.—. Die„Basler Nachrichten“ berichten von der Abneigung der Italiener, die im Elsaß und Baden leben, zur Stellung heimzureisen. Die italie⸗ nischen Arbeiter beschlossen vielmehr in großen Massenversamm⸗ lungen, dem Einberufungsbefehl der italienischen Regierung nicht u folgen. Demonstrativ wurden die Gestellungsbefehle unter sen auf Deutschland auf den Straßen zerrissen Romanshorn, 2. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Infolge der allgemeinen Stockung des Güterverkehrs, insbesondere infolge der Einstellung des deutsch⸗italienischen Transits, wurde der gesamte Trajektverkehr auf dem Bodensee, der in den letzten Wochen überlastet war, vollständig eingestellt. Auch die große Dampffähre Romanshorn⸗Lindau ist außer Dienst gestellt den. 8 den Mitteilungen des Vertreters des italienischen Kon⸗ sulats St. Gallen, welcher hier weilt, befinden sich noch ungefähr 40 000 Italiener in Deutschland. Eine Dentschrift des Vatikans? Berlin, 3. Juni. Die„Kreuzzeitung“ meldet aus dem Haag: In katholischen Kreisen, die Fühlung mit dem Vatikan haben, wird versichert, daß der Vatikan eine Denkschrift über die unhaltbare Lage, die dem Heiligen Stuhl infolge des Eintretens Italiens in den Weltkrieg bereitet würde, ausarbeite. J Desterreichische Flieger. 2. Juni.(WTB. Nichtamtlich) Meldung der Agenzia Amtlich wird gemeldet: Am Dienstag morgen erschien ein feindliches Flugzeug über Bari, ein anderes über Brindisi, und belegten beide Städte mit Bomben. In Bari platzte eine Bombe auf dem Dache eines Privathauses. Ein Dach⸗ iegel fiel herab und verwundete ein 15jähriges Kind schwer. Es 75 farb bald darauf. In Brindisi wurden zwei Bürger leicht ver⸗ letzt und zwei Häuser ganz leicht beschädigt. 1 Die Kämpfe an den dardanellen. g Konstantinopel, 2. Juni.(WB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier meldet: An der Dardanellenfront wie an den übrigen Fronten hat sich nichts von Bedeutung ereignet. Ein bulgarisch⸗rumänisches Einvernehmen? 10 Rom, 2. Juni.(WTB Nichtamtlich.) Die„Tribuna“ be⸗ streitet die Behauptung der„Times“, daß zwischen Bulgarien und Rumänien bereits ein Einvernehmen erzielt worden sei. Bulgarien verlange für seine Neutralität gegenüber Rumänien bedeutend mehr Gebiet, als Rumänien zugestehen wolle. ö Rom, 2. Juni.(WT Nichtamtlich.) Der nach Berlin ver⸗ se bulgarische Gesandte in Rom, Rizoff, erklärt in dem „Giornale d'Italia“, daß die Balkanstaaten, namentlich Bul⸗ arten, ihre Neutralität erst im letzten Augenblick auf⸗ .„wenn sie dies überhaupt tun. Sie könnten erst dann ö der Neutralität en, wenn gewisse Ergebnisse gut er⸗ fkeennbar sein würden und ihre Kri ng in zwei oder höchstens drei Monaten beendet werden könnte. . Die Bagdad⸗Bahn. Konstantinopel, 2. Juni.(Wen Nichtamtli) Die 5 e Teilstreck der Bagdadbahn von 62 Kilometer lan Ebiad nach Tuant östlich des Euphrat wurde dem Betrieb übergeben. *** Kitchener, Generalissimus in Flandern? 8 Berlin, 3. Juni. Ein Bericht der„Times“ ans dem Daag meldet, daß die Ernennung Kitcheners zum Generalissimus in Flandern bevorstehe. Berlin, 3. Juni. Wie das„Berliner Tageblatt“ meldet, beträgt nach einem Bericht des englischen Kriegsministeriums die Zahl der dienstfähigen Leute zwischen 18 und 40 Jahren in Großbritannien 8 530 709, davon sind 2 Millionen mit der Anfertigung von Munition beschäftigt. Verurteilte und begnadigte französische f Klosterfrauen. Köln, 2. Juni(WTB. Nichtamtlich.) Die„Kölnische Volks⸗ 3 81 schreibt: Im Dezember 1914 wurde in Roye von schen Soldaten unter einer Anzahl französischer Klosterfrauen, die sich von dort nach Nesle begeben wollten, ein Soldat des zweiten französischen ssier⸗Regiments entderkt, als Ordens⸗ srau dertleidet Die von dem deutschen Felbgerich in Nesle an- * te Untersuchung ergab, daß der franzöfische Krassier Ende August das Kloster nach Rohe gekommen sei. Nach 1 der Besetzung des Ortes durch die Deutschen erließ der man⸗ dant den Befehl, nach dem alle' männlichen Einwohner von Noye, insbesondere Angehörige feindlicher Truppenteile, sich unverzüg⸗ lich zu melden hätten. Der Befehl wurde auch au die Klostertstre angeheftet und war dem Kürasster und den Nonnen bekannt. Gleichwohl kam der Kürassier dem Befehl nicht nach. Als die Nonnen nach Nesle gebracht wurden, legte der Kürassier auf Betreiben der Klosterfrau deren Ordenskleid an. während sie selbst in einer Perücke, in gewöhnlicher 5 als Auswärterin mitging. Eine Nonne, die Mitwisserin war, beabsichtigte, den ungehorsamen Kürassier gegen den Kommandan⸗ turbefehl zu verheimlichen und vor der Gefangennahme zu be⸗ waßren. Auf Grund dieses Sachverhaltes verurteilte das deutsche Feldgericht die beteiligten Klosterfrauen entsprechend dem Kriegs- gesetz zu längeren Freiheitsstrafen, wobei erschwerend ins Gewicht fiel, daß sie das ihnen seitens der deutschen Militär⸗ behörde auf Grund ihres Standes entgegengebrachte besondere Ver- trauen gröblich täuschten und mit dem Ordens kleid Mi ge⸗ trieben hatten. Wie wir hören, geruhte nunmehr der Kaiser auf Vorschlag der Militärbehörde auf dem Gnaden⸗ wege en die weitere Verbüßung ihrer Strafe zu erlassen. 1 83 ——* * „r * 8 Der Seekrieg. b London, 2. Juni. Nichtamtlich) Die gerettete 5 1 des Dampfers„Dixania“ sagte aus, das deut⸗ sche U-Boot, welches den torpedierte, Segel ge- führt hat, wodurch das Schiff getauscht worden sei. 85 London, 2. Juni.(WTB. Ni ich.) Reuterm. 750 einer Uebersicht der Admiralität trafen die deut⸗ schen Unter seeboote in der Woche vom 19. bis 26. Mai Kur einen englischen Dampfer. Ein n und 1323 al derselben Zeit in engli Häfen an oder fuhren 0 ab. 95 Die Gesamtverluste der Engländer seit Beginn des Krieges betragen 130 Schiffe. 56311 Seeschiffe kamen in diesem Zeitraum in den Häfen des vereinigten Königreiches an oder fuhren aus diesen ab. Zeppeline über England. London, 2. Juni.(WTB Nichtamtlich.) Die Admiralität meldet: Durch das deutsche Luftschiff wurden 90 Bom⸗ ben, großenteils Brandbomben, auf den Stabtbdistrikt geworfen. Eine Neihe von Bränden ist ausgebrochen; nur für drei wurde R Brust(Ztr.) und Hue(Soz.) wurden getötet, eine andere au lebensgefährlich verwundet. Außerdem wurden noch einige Personen verletzt. Paris, 2. Juni(Wg. Nichtamtlich) Nach Londoner Blättermeldungen sind infolge des letzten Zeppelinangriffes in Lon⸗ 341 eee Unruhen ausgebrochen. rei a ind zerstört worden. 13 Berlin, 3. Juni. Wie der„Berliner Lokalanzeiger“ be⸗ richtet, richtet sich die Wut des Londoner Mobs auch gegen die englischen Firmen, die früher mit deutschen Häusern geschäftlich verkehrten und deutsche Angestellte hatten. Stimmen aus England. London, 2. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Die„West⸗ minster Gazette“ polemisiert gegen die„Morning Post“, die in ihrer Propaganda für die Wehrpflicht die Weltanschauung der Liberalen und Freihändler als allgemein bezeichnete, und be⸗ tont, daß die Grundlage der Koalition nur eine zeitweilige Ver⸗ leugmung der parteipolttischen Grundsätze bilde. Man solle nicht glauben, daß eine sogenannte nationale Organisation der In⸗ dustrie durchführbar sei. Die vereinte Stärke der Alliierten an Männern sei bereits groß. England müsse nicht allein Männer stellen, sondern auch Geld und die Ausrüstung für die Alliierten liefern. Die wichtigste Aufgabe sei es, zwischen dem militärischen und dem industriellen Dienst das richtige Verhältnis zu finden. Sehr schwierig übrigens sei die Einbeziehung aller Drückeberger in die schnell organisierte Armee. Dies würde militärisch nur pro⸗ blemgtischen Wert haben Die Regierung mülsse jedenfalls den Rat der Arbeiterpartei einholen. Große Scmwierigbelten seien in Ir⸗ land zu erwarten. 0 „Daily Chronicle, schreibt, eine harte Tatsache sei es, daß die demokratischen Massen von dem größten Widerwillen gegen staatlichen Zwang beseelt sind. Bei Einführung der Wehr⸗ pflicht würden wir statt einer einigen Nation eine gespaltene haben und zum erstenmal eine gefährliche Agitation gegen den Krieg erleben. Gegen die„Times“ wurde öffentliche Anklage er⸗ hoben auf Grurtb eines von ihr veröffentlichten Briefes des pen⸗ sionierten Majors Richardson, der nach einem Besuch an der Front schrieb, die letzten französischen Reserven st än den im Felde; augenblicklich würden junge, unausgebildete Rekruten aufgerufen. Der Staatsanwalt betonte, diese Nach⸗ richt set geeignet, bei dem deutschen Selbstvertrauen bei Franzosen und Engländern das Gefühl der Niedergeschlagenheit zu erwecken. Die Zuschrift Richardsons müsse auf die Franzosen den Eindruck machen, daß in England völlige Gleichgültigkeit in Bezug auf den Krieg herrsche, außer sofern man Geld dabei verdienen könne. „Daily Chronicle“ und„Manchester Guardian“ wenden sich gegen die Möglichkeit der Ernennung des Unionisten Ca mpbell, der ein Führer in der Ulster⸗Rrvolte war, zum Lordkanzler Ir⸗ lands. Aus Spanien. Lyon, 2. Juni.(WTB. Nichtamtlich)„Progres“ meldet aus Madrid: Angesichts einiger neutralistischer Kundgebungen in Spanien erklärte Ministerpräsident Dato, daß künftig Kund⸗ 8 jeder Art auf das Schärfste unterdrückt werden sollen. ie Regierung sei bemüht,— Neutralität zu wahren. Spa⸗ nien erhöhe augenblicklich seine ehrkraft und werde sie erhöhen, so lange die Umstände es erforderten. Die Rüstungen hätten keiner⸗ lei offensiven Charakter und dienten nur dazu, jeden Angriffs⸗ versuch gegen Spanien, so unwahrscheinlich ein solches Ereignis auch sei, zurückweisen zu können. Dato dementierte, daß es in Spanien ausländische Agenten gebe, die eine interventionistische Campagne führen sollten. Aus dem preußischen Abgeordnetenhaus. a Berlin, 3. Juni. Präsident Dr. Graf v. Schwerin⸗Löwißz eröffnet die Der eines Wohnungsgesetzes zur zweiten Be⸗ ratung. Die Vertreter der Parteien haben ic bahn geeinigt, daß 5 Beratung in die Kommi beschädigt. Ein Säugling, ein ee, ein Mann und eine Frau er ohne Erörterung zur zurüdverwiefen werden soll. 1 Abg. von Trampeynski(Pole) beantragte, die bis⸗ her aus 27 Mfitgliegern nission um ein Mitglied der Polenpartei, die bisher in der Kommission keinen Sitz hatte, zu verstärken. Dem Antrag wurde entsprochen. 1 vom Herrenhaus abgeänderte Gesetz über die Für⸗ sorgeerziehung Minderjähriger wurde unverän⸗ dert angenommen. Die Verordnung vom 11. Septem⸗ ase n zur Beide peng don ib und zur Beschß ahren zur g von zur. tign von Kriegsgefangenen wird ohne Aussprache bis zum 30. September 1915 verlängert. Die Ergünzungsanträge der mission i en. und Dr. Arendt(k.) inne werden ebenfalls b der verstärkten Budgetko mm ission üllerwiesen. ist die ung erschöpft. * Die Frage, ö N oder 3 wird, wird voraussichtl. in n Woche entschieden werden. Der preußische Mimisterpräsident Herr v. Bethmann Hollweg befindet sich nämlich gegenwärtig im Kaiserlichen Hauptquartier und der stell vertretende Ministerpräsident Herr 9 9 4 NN 5 nicht 3 scheiden, so zur Rückkehr Minis. in der when erfolgen foll, gewartet ird. * Berlin, 2. Juni. Anzahl 8* „ hat sih auen, nachfolgende Eenkez ene ur Heeren anbauen: Beit Su brnteia: We eee ndwir a rate ielen, aan en aeg ö fl n, T S der gesetz werden ohne Aussprache der Anträge der Abg. v. Strombeck(Str.) auf Besteuerung der Kriegsgew Aussprache der Käufer vertretenden Organs eine durchaus unter landwirts München, 2, Juni.(WT Nichtamtlich Die„Korre⸗ spondenz Hoffmann“ meldet: Der deutsche Kaiser und der König von Sachsen brachten dem Kön i an bayerischen Truppen in Galizien die Venzlichten lück⸗ wünsche telegraphisch zum Ausdruck.* Sitzung der Stadtverordneten. Gießen, 3. Juni. Die Tagesordmung der gestrigen öffentlichen Stadtverordneten⸗ sitzung umfaßte nur 8 Punkte von untergevrdneter Bedeutung, Mitteilungen, Baugesuche und Gefuche um Schankwirtschaftsbetrieb. Dennoch konnten die Stadtverordneten erst gegen ½s Uhr auseinan⸗ stände zur Verhandlung stand, und weil es vorher noch in der öffentlichen Sitzung zu einer Aussprache über die Mehl⸗ und Brotfrage in Gießen gekommen war, die mancherlei bemerkenswerte und überraschende Tatsachen zutage förderte. Die Bitrgerschaft wird es angenehm empfinden, nunmehr über einen die Hilfe der Feuerwehr in Anspruch genommen, die das Feuer in kurzer Zeit löschte. Kein einziges öffentliches Gebäude wurde Gehenstand unterrichtet worden zu sein, der nachgerade in den ission fachtes Enteignungsver⸗st Abg. zum Knappschaftskriegs⸗ 85 571 r insbesonder 0 anbwirfchafftker Sag wielel Ve, nchen müssen; und im Hinblick auf das Verhältnis des Pub ikums Verwaltung ist es willkommen zu heißen, daß vor aller Oeffent⸗ lichkeit einmal klipp und klar gesogt wurde, wo die Grunde dafür liegen, daß die Brotlieferung in unserer Stadt nachgerade unhalt⸗ 2 bare Formen angenommen hatte. Man wird es mit Genugtuung begrüßen, daß die Quelle der Mißstände nunmehr auch von der berufenen Stelle als außerhalb der verantwortlichen Organisation gelegen bezeichnet wurde; wird auch gerne dem Vorsitzenden des Lebensmittelausschusses und dem Oberbürgermeister zustimmen,. wenn sie sagten, es sei nunmehr von dem patrivtischen Pflicht? bewußtsein aller, die es angeht, zu erhoffen, daß in Zukunft kein Grund zu Klagen mehr gegeben werde. Wir werden die ganze Frage in der morgigen Nummer des„Gieß. Anz.“ auf Grund des uns einstweilen noch nicht vollständig vorliegenden, maßgebenden Materials zum Gegenstand eines besonderen Artikels machen. Unsere Hausfrauen werden es weiterhin mit vollem Verständnis würdigen, daß es künftig dem Zwischenhandel durch eine neue Bestimmung der Marktordnung nicht mehr wie bisher möglich gemacht werden soll, preistreibend auf die an den Markt gebrachten Lebensmittel zu wirken. Die Sitzung nahm im einzelnen folgenden Verlauf: Vor Eintritt in die Tagesordnung wurden die Sdadtv. Dr. Ebel und Eichenauer zu Urkundspersonen e machte der Vorsitzende Oberbürgermeister Keller 9 von der der Bürgerschaft bereits bekannten Stiftung des Herrn Gustav Bock⸗ Berlin, der der Stadt Gießen zum Gedenten an seinen in Frankreich gefallenen Sohn eine aus 54 Stücken be⸗ stehende, wertvolle Gemäldesammlung zum Geschenke ge⸗ macht hat, die, zu einer geschlossenen Ausstellung verrinigt, ben Namen „Dr Ham Bock⸗Gedächtnisstiftung“ tragen soll. Die Räume, in denen die g werden wird, sollen mit dieser e e gemacht werden. Der Stifter hat in seinem die Hoff⸗ nung ausgesprochen, die Sammlung möge der Grund einem Ernst Ludwig⸗Mufeum werden, dessen sich lich viele weitere Gönner annehmen würden. Der O hat dem Spender bereits den Dank der Stadt aus wurde von der Stadtperordnetenversammlung ermächtigt, mit- zuteilen, daß sie die hochherzige Zuwendung mit annehme. Ueber die Unterbringung der Sammlung Beschlüsse zu fassen. Weiterhin gab der Vorsitzende zwei person⸗ licher Art bekannt. Punkt 2, Baugesuch des Peter Gerber für die Schutzen⸗ Baudeputation daß war der geplante Haus zu große Aufwendungen für Gas, Wafer, platz bezw. für den des Hotels Einhorn ißen. Die Ge⸗ suche des Th. Bäulke um Erlaubnis chasts⸗ betriebe im Hause Schiffenbergerweg 58, der bath. Deibel Ehe⸗ frau um Erlaubnis zum Gast⸗ und n iebe im Hause Walltorstraße 28„Zum Schwanen“ und der Selma ee während ein 1 a Schloßnaffe 9. Siclt Mannrhen, mach Artmnd Ler Pen un zurückgestellt werden sollte. Die Angelegenheit wurde für die ge⸗ heime ung vorbehalten. Mißftände auf dem Wochenmurkt. 5 Nach Exledi der Tagesordianm brachte Stade Bet ters r r Zeit manchen Hausfrauen Anlaß zu berechtigten Klagen hat. Es wur⸗ den sehr häufig die Preise der wichtigsten Lei dadurch fünstlich in die Höhe getrieben duß vor Beginn des Marktwer⸗ kaufs oder kurz nach Farsgekeft ume r Bestände eines Artikels aufgekauft So mie Red⸗ ner feststellte, an einem der letzten die Gier aus diesem Grunde um 2 Pfg. pro Stück aufges Der Wochen⸗ markt sei nun aber nicht für den Vorteil einiger we⸗ niger, meist sogar auswärtiger Händler, fondern ftr die Gießener Beyölkerung da, und es ei i Stader. Dr. bereits das Ergebnis 3 92 während des urg Nee beraten; zu einem Entschluß kan man j dürfte für die heutige Jortsetzung der G warten sein. gemacht worden sei, daß ser sei als das das man der Stadty Dr Epel benutzte die Gelegenheit, Lebensmittelausschusses die Grunde für die stände klarzulegen Die Klagen, die Stadtv Leib eine dergehen, weil in der geheimen Sitzung eine Reihe wichtiger Gegen⸗ De bollwertid gevefen set ür bie ill r Da das Pro- tan weigere, eine Kontrolle hierüber einzurichten, sseien der Verwaltung die Hände gebunden gewesen. Vom 6. Jum ab babe nun der Lebenstmittelqusschuß in einem Schreiben an die Bäckerinnuung eine strenge Trennung der Verbackung von Proviantamts⸗ und städtischem Mehl ver⸗ laugt. Von Mitte des Monats ab werde auch mit einem bil⸗ ligerem Brotpreise zu rechnen sein. Der Redner sprach die Hoffnung aus, daß die Bäcker für die Folge mehr das Inter⸗ esse der Allgemeinheit berücksichtigen würden. Nur vom All⸗ gemeinwillen getragen, könnten die Maßregeln der Verwaltung ihren Zweck erreichen. Der schönste Verteilungsplan nutze nichts, und die Engländer würden mit ihrem Aus⸗ bungerungsplan triumphieren, wenn nicht alle be⸗ teiligten Faktoren mit allen Mitteln die Behörden unter- st ü tz te u. Stadtv. Winn unterstrich die Ausführungen des Vorredners und stellte folgendes fest: Die Klagen, die wegen der Brot⸗ bereitung für die Zivilbevölkerung vorgebracht werden, sind teil⸗ „ ehr berechtigt. Auch bei dem Kommunalverband sind a schwerden hinsichtlich der Güte des Brotes vorgetragen Die dort vorgelegten Proben waren fast ungenießbar. Veranlaßt durch diese Beschwerden hat der Kommunalverband eine Anzahl Brotproben herstellen lassen. Zur Besichtigung dieser Proben waren die Herren Oberbürgermeister Keller, Freiherr Schenk zu Schweins berg, Stadtverordneter Dr. Ebel, sowie 2 Herren aus der Bäckerin nung eingeladen. Ueber⸗ einstimmend wurde festgestellt, daß, aus dem von dem Kom⸗ munalverbaud gelieferten Mehl, ein gutes Brot ge⸗ . werden kann. Die beiden Herren Bächermeister erklärten, das von dem Kommunalverband gelieferte Mehl V a 1 5 naß u 6 g Brotproben ist erwiesen, daß aus dem von dem Kommunal⸗ d gelieferten Mehl ein gutes Brot bereitet werden kann, wie dieses auch von einer Anzahl Bäckern gut hergestellt wird. Der Kommunalverband liefert zur Brotbereitung für die 0 e en dem Roggenmehl noch einen Zusatz 30 Prozent Weizenmehl, und wenn diese Mischung 8 wird, kann ein gutes Brot geliefert wer⸗ 4 Bäckern der Stadt Gießen stand sogar bisher noch ein öherer Prozentsatz an Weizenmehl zur Verfügung. Der Ansicht des serrn Dr. Ebel, daß für die Brotbereitung des Gesangenen⸗ ein Teil des für die 1 stimmten Weizen⸗ verwendet worden ist, bin ich auch, weil von dem Proviant⸗ kein 8 sondern nur Roggenmehl geliefert wird. — 99 der t Gießen müßten geeignete Echritze N daß das von dem Kommunalverband gelieferte Mehl wuch für die Zivilbevölkerung verwendet und von dem Proviant⸗ amtmehl getrennt verarbeitet wird. Stadtv. Löber führte demgegenüber aus, die des Stadtv. Dr. Ebel stimmten nicht. Weizenm A dus ager nicht verbacken worden ßerdem sei zeit⸗ weise das von der Stadt den Bäckern gelieferte Mehl so 2 3 Stadt krank geworden wäre, wenn die 5 diesem Mehl kein Weizenmehl zugesetzt hätten. Der Redner b dann den Ausführungen der Vorredner im einzelnen nach, uhn die Maßregeln bemängelt, die Nauf durch die Stadt f. 5 ben habe. öffentliche Sitzung hatte damit ihr Ende erreicht. n— Aus Stadt und Cand. Gießen, 3. Juni 1915. „ L. U. Ein Kurs der freiwilligen Kranken⸗ 105 ege mit Uebungen im Krankentragen, Verbinden u. a. . für die Studierenden der Universität unentgelt⸗ lich leden Freitag von 6—7 Uhr statt. 1 Beförderung. Vizefeldwebel Falkenstein im 416. Regiment, zurzeit Feldlazarett 9, 18. Armeekorps, wurde am] Gur 28. Mai 1 etatsmäßigen Sanitätsfeldwebel befördert. 1 15 szeichnung. Dem Unteroffizier Ludw. Schnei⸗ der von hier im aktiven Inf.⸗Regt. 116 7. Komp. wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen.. * Kinderhospital der Landes versiche⸗ rungsanstalt. Am 1. Juni fand im Solbad Wimp⸗ en am Neckar die 1 1 der von der Landes ver⸗ icherungsanstalt Großh. Hessen im Badhotel zum i errichteten Heilstation für skrofulöse und tu⸗ berkulös verdächtige Kinder statt. Die Station nimmt Kinder beiderlei Geschlechts im Alter von 3—15 Jah⸗ ren auf und verfügt über 30 Betten. Aufnahmegesuche sind den Vorstand der Landesversicherungsanstalt nach Darm⸗ zadt zu richten. Die Kuren dauern in der Regel vier Wochen, en aber beliebig verlängert werden, wenn dies notwen- 15 sein sollte. Der Pflegesatz beträgt bis auf weiteres — + 1. siche en 2 9 750 def Dauer des von der Landesversicherungsanstalt bestritten. Die Kurmittel sind außer guter und zweckmäßiger Ernährung, e icht⸗, Luftbäder, Liegekuren, Spiele usw. Aerzt⸗ licher Leiter der Station ist Herr Dr. Gei ger in Wimpfen. Den Grund zu deren Errichtung der Umstand, daß das Kinderhospital Elisabethhaus in Nauheim während des 7 1 e A 1 0 und dasselbe auch in f nszeiten nicht allen Aufnahme en rechtzeiti Rechnung tragen kann. 180 cbtzeitig * Per sonalnachrichten der Ober-Postdirek⸗ tion in Darmstadt. Verliehen wurde das Eiserne Kreuz 2 Klasse dem Postmeister Bauer aus Rüsselsheim und dem Postassistenten Sahm aus Seligenstadt; die Hessische Ta p⸗ ferkeitsmedaille: dem Postsekretär Leoff aus Alzey und dem Ober⸗Postassistenten Schlenvogt aus Mainz. Ferner wurde aus Anlaß des Scheidens aus dem Dienste vom Großherzog das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:„Für langjährige treue Dienste“ am Bande des Verdienstordens Philipp des Groß⸗ mütigen dem Ober⸗Postschaffner Lantelme in Darmstadt ver⸗ liehen.— Die Postsekretärprüfung bestanden: Postassistent Jean Schnell aus Worms.— In den Ruhestand tritt: Tele⸗ f„ eee Johann Schmidt in inz K. W. Berlin⸗ ukwitz.— Gestorben ist: Telegraphensekretär Erzgräber in Darmstadt. 4 5 forge für e eee t Großherzogtum Hessen. Die 2. Kompagnie Land⸗ sturm⸗Infanterie-Bataillons I Darmstadt hat aus dem Felde 1000 Mk. als Spende für die Kriegsbeschädigten dem Hessischen Fürsorgeverein für Krüppel überwiesen. * Futtermittelbeschlagnahme. Nach einer Entscheidung des Bundesrats ist die Frist, innerhalb welcher die Bezugsvereinigung deutscher Landwirte die ihr 1 erlassenden Futtermittel abzunehmen hat, vom 1. Juni auf den 30. Juni ne das en worden. Hiernach hat die ugsvereinigung das Recht, die Futtermittel auch noch später wie bis 1. Juni zu übernehmen. Aber auch e diese Verlängerung der Uebernahmefrist wären sie für Verkehr nicht freigegeben gewesen, da sie beschlag⸗ nahmt sind. Es hätte dann immer erst einer 1 eigabe der beschlagnahmten Futtermittel d die . j 12 bedurft. Auch für die zuckerhaltigen — ist die Uebernahmefrist für die Bezugsvereini⸗ daß verlängert worden. Außerdem wurde bestimmt, aß die zur Ueberlassung der Futtermittel Verpflichteten einen ene ben trag an die ugsvereinigung zu stellen haben. Wenn ein solcher Antrag nicht gestellt wird, braucht die Bezugsvereinigung die Ware erst bis zum 30. No⸗ vember 1915 zu übernehmen. Die heimische Pferdezucht. Ueber die Mittel zur Hebung der schwer notleidenden heimischen Pferdezucht gehen die Ansichten in den landwirtschaftlichen Kreisen weit auseinander. Im Amtsblatt der Wiesbadener Landwirt⸗ schaftskammer, vom Landwirtschaftlichen Verein in Frank⸗ furt usw. wurde den Landwirten empfohlen, ihre Pferde auf den von der Militärbehörde anberaumten ärkten zu verkaufen und dafür Ochsengespanne anzuschaffen. Diese Aufforderung veranlaßt manche e zum Verkauf ihrer Pferde an Händler, wobei sie von der falschen Voraussetzung ausgehen, dabei bessere Preise zu erzielen. Anfragen bei den Militärbehörden nun ergeben, daß die Militärverwaltung von der Aushebung wei⸗ terer Pferde absieht und nur entbehrliche Pferde, jedoch keine Stuten, freihändig ankauft. Von der Militär⸗ behörde sind nur einige Leute mit dem Pferdeankauf beauf⸗ tragt. Vor allen voreiligen Verkäufen ist dringend zu warnen, da die als Ersatz gedachten Ochsengespanne zurzeit ast gar nicht zu beschaffen sind. Der Landmann muß sich ein Ju vieh für die bevorste e Ernte erhalten. 1 Schuh dem Storch! Durch den Einbruch der Russen in Ostpreußen zu Anfang des Krieges sind mit den nieder gebrannten öften auch die Nistgelegenheiten der Störche, die namentlich in Ostpreußen sehr zahlreich nisten, verloren gegangen, so daß man jetzt viel 8 1 * treifende Störche antrifft. Es ist zu wünschen, chwarz⸗weiß⸗rote Vogel, der unser Landschaftsbild so viel heimlicher macht, durch die Schaffung von Nist⸗ elegenheiten unterstützt wird. Gewiß befestigt jetzt hier und da ein Landmann auf feinem First ein altes Wage nrad. * Im Oberhessischen Kunstverein sind die für die Juni⸗Ausstellung angemeldeten Gemälde ein⸗ etroffen. Die Eröffnung der Ausstellung wird voraus⸗ sichtlich am kommenden Sonntag erfolgen. Landkreis Gießen. = Langsdorf, 2. Juni. Lehrer Heinrich Roth von hier, Leutnant der Reserve und Kompagnieführer im Inf.-Regt. 116 „Kaiser Wilhelm I.“ erhielt die hessische Tapferkeits⸗ Medaille, nachdem er schon vorher mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet worden war. Kreis Büdingen. 9 Bors dorf, 2. Juni. Gestern wurde der im 21. Lebens- jahre verschtedene Musketier Otto Koch zu Grabe getragen. Er ist einer Verwundung, welche er auf dem östlichen Kriegsschauplatze erhalten hatte, im Lazarett zu Verden a. d. Aller erlegen. Ver⸗ wundete aus den Lazaretten zu Nidda und Bad Salzhausen, sowie ein sehr großer Teil der Ortseinwohner erwiesen dem Toten die letzte Ehre. Er ist das zweite Opfer, das der Krieg in hiesiger Ge- meinde gefordert hat. Kreis Alsfeld. O Vadenrod, 2. Juni. Am 26. Mai starb in einem Feldlazarett in Rußland der Kanonier Theodor Spamer, Sohn des Großh. Forstwarts Spamer von hier, an den Folgen einer Lungenentzündung. 5 § Aus dem Ohmtal, 2. Juni. Die Trockenheit läßt nachgerade Besorgnisse aufsteigen. Seit fünf Wochen ist noch kein durchweichender Regen erfolgt. Dazu tagtäglich eine hohle, aus⸗ trocknende Nord⸗ Ostluft. Die Kartoffelfelder sind so aus⸗ getrocknet, daß sie nicht geeggt werden können, eine Arbeit, die um diese Zeit muß. Auf dem ausgetrockneten Boden haftet keine Egge. ie Sommerfrucht vermag nicht empor zu wachsen und der Grasbestand bleibt dünn; das dichte Bodengras fehlt. Die Kleefelder auf den Bergen werden welk. Auch dem reich angesetzten Obst schadet die lange Trockenheit. Dazu hat die Kälte der Nacht zum Montag em feindlichen Schaden angerichtet. Auf den Gärten im Talgrunde sind die Kartoffeln, die Bohnen, die ken, sogar Dickwurzpflanzen erfroren. Viele Leute setzen jetzt zum dritten Male Bohnen. Die ersten erfroren bei den Eis⸗ männern, die zweiten, die schon handhohe Büsche bildeten, jetzt. Bei Nacht erfroren, bei Tag verbrannt, so läßt sich jetzt sa Zu verwundern bleibt nur der schöne Stand des Korns und Wet⸗ ens. Auch die Bäume zeigen ein saftgrünes Aussehen. In der iefe des Erdbodens mangelt es nicht an Feuchtigkeit. Das zeigt der hohe Stand des Grunbwussers in den Brunnen. Starkenburg und Rheinhessen. Darmstadt, 3. Juni Im städtischen Schlachthof brach gestern während der Besichtigung der aufgestapelten Dauer⸗ warenvorräte durch eine Stadtverordnetenkommission ein Gerüst zusammen. Der Schlachthofdirektor und ein Verwalter wurden von den Trümmern verletzt, während der Aufseher Keller zu Tode scht wurde. Erst die Feuerwehr konnte die Leiche aus dem irr von Balken und Dauerware befreien. Kreis Wetzlar. m. Waldgirmes, 3. Juni. Das neuerbaute Anwesen des im Felde stehenden Landwirtes Hrch. Rauber VI., so⸗ wie Scheuer und Stall des Hrch. Kraft II. und ein Stall des Invaliden Andreas Gerhardt wurden durch Groß⸗ feuereingeäschert. Da der Brand in tiefer Mitternacht ausbrach, dazu der größte Teil der tatkräftigen Männer im Felde steht, s. ein Dorfviertel in der größ⸗ ten Gefahr. Dank der Mithilfe aus den benachbarten Seen und der freiwilligen Wehr der Stadt Wetzlar wurde das Feuer gedämpft. 0 ist der Schaden durch Ver⸗ sicherung größtenteils gedeckt. — Handel. — Gewerkschaft Brauneisensteinwerk Louise Homberg a. d. Ohm. Auf der in Essen abgehaltenen Gewerken⸗ versamnilung vertraten 48 Gewerken 599 Kuxe. Der Jahres⸗ abschluß wurde ohne Aussprache einstimmig genehmigt und der Verwaltung Entlastung erteilt. Im Geschäftsbericht wurde mit⸗ geteilt, daß der Vorstand 6—+ bei der 2. 1 000 Mark ichnet hat, zinzahlung zum größten Teil erfolgt sei. de Nachfrage nach Erzen sei recht lebhaft, die Produ fir [das laufende, aber auch für das nächste Jahr sei bereits zu guten Preisen verkauft. Den erhöhten Preisen stehen allerdings auch erhöhte Produktionskosten gegenüber, die durch die Verhält⸗ nisse des Krieges sich eingestellt haben. Dem Arbeitermangel habe man so gut es durch Ueberschichten und Sonntagsarbeit ab⸗ zuhelsen versucht. Ueberschuß für April betrage 27 239 Mk., werde 3 den Monat Mai nicht weniger betragen, doch lägen hierfür genaue Zahlen noch nicht vor. Märkte. FO. Wiesbaden. Viehhos⸗Marktberscht vom 2. Juni. Auftrieb: Rinder 123(Ochsen 6, Bullen 117, Kühe und Färsen 00), Kälber 209, 1 Schaf, Schweine 223.— Bei regem Handel und den seitherigen hohen Preisen wurde das Angebot abgesetzt. 46. Wiesbaden, 2. Juni. Heu⸗ und Strohmarkt. Wegen des morgigen Fronleschnamssestes fand heute der Markt statt. Man notierte: Heu 3,90—4,20 Mk., Heu, neues, 3,80— 0,00 Pt., Stroh Michtstroh) 1,90 bis 2,10 M., Krummstroh J,00—0,00 Wit. Haber“ stroh 0,00—0,00 Mt. Alles für 50 Kilo.— Am Fruchtmarkt war kein Handel, da kein Angebot. A E i 8 V Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgesellschaft. 2 Gottesdlenst. V Sabbaltesee am 5. Juni 1915: eitag abend 8.00 Uhr. amstag vormittag 8.00 Uhr. Samstag nachmittag 4.00 Uhr. Sabbatausgang 9.30 Uhr Wochengottesdienst: Morgens 6.00, abends 7.30 Uhr. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 4. Juni 1915 Woltig, doch meist trocken, warm, westliche Winde. Teeßbe nachrichten. Przemysl zurückerobert! Wien, 3. Juni.(WTB. Nichtamtl.) Amtlich wird verlautbart: Seit heute 3 Uhr 30 Min. vormittags ist Przemysl wieder in unserem Besitz. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Höfer, Feldmarschalleutnaut. 1 2 1 Das Wettrennen um die Gunst der Neutralen. Sofia, 3. Juni. Während die Regierungskreise über die neuen Vorschläge, die in einer Note der Ententemächte an Bul⸗ arien enthalten sind, Stillschweigen bewahren, haben die Ge⸗ andten der Ententemächte den Inhalt der Note den hiesigen Russo⸗ philen mitgeteilt. Die Note verspricht Bulgarien, falls es an der Aktion gegen Konstantinopel teilnimmt, Thrazien bis zur Linie Enos— Midia, ferner die sogenannte strittige Zone des heutigen serbischen Mazedonien und endlich einen Teil der Dobrutscha. Ueber Kawalle und Drama sagt die Note nichts. Die Entente überläßt es also Bulgarien,— natürlich durch einen Krieg 758 sich mit Griechenland darüber auseinanderzusetzen. Das alles ist gewiß nicht verlockend für Bulgarien, da es beim Beharren in der Neutralität eine bedetuendere Vergrößerung auf Kosten Ser⸗ biens erwarten könne, und gerade diese Vergrößerung die Be⸗ freiung des mazedonischen Bulgariens dem Volke sehr am Herzen liege. Bislang denkt die Regierung nicht im entferntesten daran, Land Neutralität aufzugeben und der Entente Handlangerdienste zu eisten. nalistischen Blätter sprechen in äußerst scharfen Ausdrücken über Italiens Treubruch. Italien wird eine internationale politische Prostituierte genannt. Die nationalistischen und Offizierskreise zeigen vielfach den hiesigen Italienern ihre Verachtung für die italienische Felonie. Wie nunmehr bekannt wird, soll sich der italienische Gesandte hierüber, sowie — die Angriffe der bulgarischen Regierungsblätter beschwert Der Unterseeboot⸗Schreck. Chiasso, 3. Juni.„Giornale d'Italia“ meldet aus Kairo: Dem britischen Kommandanten ist die Anwesenheit von zwei feindlichen Unterseebooten im östlichen Mitfel⸗ meer gemeldet worden. General Maxwell hat sofort Maß⸗ regeln zur Verteidigung des Suez⸗Kanals getroffen. rich wer 1 3— 3 von Port Said er⸗ richtet und vor der Kanaleinfahrt werden Netze ausgespannt, um nächtlichen Ueberraschungen vorzubeugen. Notlandung eines französischen Flugzeugs. Amsterdam, 3. Juni. Ein französisches Flugzeng mit zwei englischen Offizieren war heute morgen wegen Motor⸗ defekts gezwungen, in der Nähe von Casand im holländischen Teile von Flandern niederzugehen. f g Licht- Spiel- Haus Freitag., den 4. Juni 1915, das schönste und gewaltigste Filmschauspiel aller Zeiten io Finsternis und ihr Eigentum Dramatisches Filmwerk in 6 Akten von 2 Stunden Spieldauer, bearbeitet nach dem berühmten Roman von Auton von Perfall. Aufang um 5, 7 und 9 Uhr. 2 Militär ohne Charge zahlt werktags die NHaltte Für Radfahrer! Ein größerer Posten O extra prima Fahrradmüntel, 2 8 1, gelangt van heute ab zu sehr billigem Preise von Mk. 5.60 pro Stück zum Verkauf.— Da die meisten Gummifabriken die Fahrrad- . abrikation wegen Mangel an Robgummi eingestellt haben, sollte kein Rad⸗ jahrer sich lange bedenken und seinen Be— darf sofort decken. 020 Deutsche Fahrrad⸗ u. nähmaschinen⸗ Industrie Gießen-Inh. Anton Breuer Achtung! Achtung! Morgen Freitag, den 4. Juni: Ilya Araber Jean im Garten des Hotel Felsenkeller in Gießen: 0001 Zirka 2000 Stück ertra großer, neuer Wirsingrohl, 2 Stuck 25 Pig, seinster Sommerkopssalat, 3 Stück 20 Pigeund 1 Stück 5 1 große Gurken, Stück 3035 Pfg., owie Blumenkohl, Rhabarber, neue Zwiebeln, role en. Meerrettich, neue Möhren, Apfelsinen und Zitronen. Als großen Posten srischer Pflanzen! Pikierter' Sesleble, Lauch. Blumenkobl. Rosenkobl, Weißkobl, Rotkohl, Wirsinakobl, auch Tomaten⸗Mflauzen und dergl. mehr. ( r neße Fit e Klein aus Köln. Sofia, 3. Juni. Die unabhängigen und natio⸗ 1 3 Gießener Freilicht⸗Bühne w Sonntag, den 6. Juni, Anfang 4 uhr nachmittags: = Unterhaltungsmittag J. Zweistimmige Lieder, zur Laute gesungen von Fräulein Gretel Leist und Fräulein Thessa Mulch. II. Ernste und heitere Dichtungen(deutscher Meister), vorgetragen von Herrn W. W. Göttig. Preise der Plätze -Numerierter Sitzplatz M. 1.—; unnumerierter Sitzplatz -M. 0.80; Stehplatz M. 0.30; Schülerkarte M. 0.20. Im Vorverkauf der Challier'schen Musikalienhandlung verringert sich der Preis der Sitzplätze um M. 0.20. Verwundete haben freien Zutritt. Sonstiges Militär, vom Feldwebel abwärts, zahlt auf den unnumerierten Sitz- und Steh⸗ plätzen die Hälfte. Bei Regenwetter wird die Veranstaltung verschoben. Näheres bringt in diesem Fall die Zeitung. 46840 Für die Freilicht⸗Bühne: Dr. Bernbech. Vermietungen Villa Wilbelmstraße 7 durch Ver⸗ setzung des Herrn Professor Dr. Hoblweg für alsbald od. später zu vermieten. 14007 H. E. JIughardt. 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