die Deutschen aufzuhalten, allein die Ergebnisse lokaler 9 5 danellen dargetan haben. Auch über das türkische Problem . Erstes Blatt * 4 Der SGleßener Anzelger escheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich gießener Familienblätter; eimal wöchentl. Kreis latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); a ragen Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelled! Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. — Die Einschließung Gießener General⸗Anzeiger Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. gange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Beck, sämtlich in Gießen. hon Przemysl. 105. Jahrgang zeiger r Gberhessen Dienstag, J. Juni 1015 Zezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel; jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mt. 2.— viertel; jährl. aussch' Bestellg. Zeilenpreis: loral 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz: sür Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Ein französisches Torpedoboot untergegangen. (TB.) Großes Hauptquartier, 31. Mai. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Gestern versuchten die Franzosen sowohl nördlich Arras wie im Priesterwalde mit starken Kräften unsere Front zu durchbrechen. Bei Arras hatte sich der Gegner auf der Front Neuville-Roclincourt in den letzten Tagen durch Sappen herangearbeitet. Ein Angriff auf dseser Linie wurde daher, nachdem alle Versuche, uns weiter nörd— lich aus unseren Stellungen zu drücken, mißlungen waren, erwartet. Er erfolgte gestern nachmittag nach stundenlanger Artillerievorbereitung und führte durch die Tapferkeit rhei⸗ nischer und bayrischer Regimenter zu einer gänzlichen Niederlage des Gegners. Seine Verluste sind außergewöhnlich hoch. Im Priesterwalde gelang es den Franzosen, nur in einige vorgeschobene schwach besetzte Gräben einzudringen. Im übrigen ist auch hier der feind⸗ liche Angriff gescheitert. Bei Ostende schoß eine Küstenbatterie einen feindlichen Flieger ab. Der Eisenbahnviadukt von Dammerkirch ist gestern von unserer Artillerie mit wenigen Schüssen wieder zerstört wor⸗ den, nachdem es den Franzosen nach monatelanger Arbeit vor einigen Tagen gelungen war, ihn gebrauchsfertig zu machen. Oestlicher Kriegsschauplaßz. Keine wesentlichen Ereignisse. Südöstlicher Kriegsschauplatz. In den Kämpfen bei Przemyfsl schoben sich die deut⸗ 8 gestern näher an die Nord- und Nordostfront eran. Oberste Heeresleitung. *** Es hat in Galizien eine Pause neralstabsfedern bird von den Russen it ebenso großer Geschicklichkeit wiederholt: sie haben wirklich an einigen Stellen durch Gegenangrifse versucht, 11 ede te Vorgänge werden zu Haupt⸗ und Staatsaktionen ersten Ranges aufgepustet, wobei handgreifliche Lügen eingefloch— ten werden, so z. B., daß die Deutschen Hunderttausende verloren hätten. Ferner will man die Welt grauslich machen vor der angeblichen Munitionsverschwendung der Deut⸗ schen und Oesterreicher. Diese Sorge sollten die Herren nur getrost der Sachkunde der gerade auf diesem Gebiete so erfahrenen deutschen und österreichisch-ungarischen führen⸗ den Artilleristen überlassen. In Wirklichkeit haben die letzten Tage zu einer engeren Einschließung von Przemysl geführt, und die russische oberste Verwaltungsbehörde Galiziens hat in Vorahnung kommender Ereignisse, trotz der günstigen russischen Generalstabsberichte, in Lemberg bereits ihre Zelte abgebrochen. 2. Ein italienischer Staatsmann, der frühere Botschafter am Zarenhofe, C. Malegari, hat in der„Nuova Anto⸗ logia“ einen Artikel über Rußland veröffentlicht und sich als gut unterrichtet über die russischen Wünsche und Hoff⸗ nungen erwiesen. Er schreibt, seit der Annexion von Bos-⸗ nien durch Oesterreich-Ungarn, das die Schwächung Ruß⸗ lands ausgenutzt habe, hätten die Berater des Zaren An⸗ schluß an Italien gesucht, und Tittoni, mehr als nachher San Giuliano, seidarauf eingegangen. Das ist immerhin ein hübsches Geständnis, das auf Italiens Dreibundtreue ein neues Licht wirft. Melegari stellt die Hoffnungen Rußlands in folgenden Sätzen fest: Im Falle eines Sieges, den man in Rußland für sicher an⸗ nimmt, wird man ein vergrößertes Serbien als Riegel vor die deutsch⸗österreichische Balkanexpansion schieben. Für sich selbst wird Rußland zunächst Ost⸗ Galizien fordern. Dafür spricht: J. daß es alter Besitz der Fürsten von Kiew war; 2. daß es vier Millio⸗ nen Russen(Ruthenen) besitzt; 3. daß Podolien usw. eine besser geschützte Grenze erhält. Dagegen spricht: 1. daß die Slawen in Oesterreich, um sechs bis acht Millionen geschwächt, keine we⸗ sentliche Rolle in der Doppelmonarchie mehr spielen würden; 2. daß das monarchische Prinzip in Oesterreich. große Verluste einen schweren Stoß empfangen könnte. Monarchische und be⸗ sonders dynastische Momente wirken ebenso in der Richtung, Deutschland gegenüber die Möglichkeit künftiger besserer Bezieh⸗ ungen nicht gänzlich zu verlieren. Dazu kommt, daß im Fall der Annexion Ost⸗Galiziens das Versprechen polnischer Autonomie, 93 einer jahrzehntelang verfolgten Politik, verwirklicht wer⸗ den müßte. 5 5 Das zweite, ganz feste Ziel Rußlands ist die Oeffnung der Dardanellen, die ihm schon jetzt im Falle eines Sieges sicher ist, und darüber hinaus der Besitz von Konstantinopel. Hier steht freilich die Eifersucht Griechenlands, die verdächtige Haltung Bul⸗ gariens und vor allem der Argwohn weiter Kreise im verbündeten England als Hindernis entgegen. Man fürchtet in England, daß Rußland die Seemacht des Mittelmeers werden könnte— mit Unxecht, da es diesem für das Maritime offenbar nicht be⸗ gabten Voll nicht einmal gelungen ist, die Seemacht der Ostsee zu Es scheint, als habe der brave Italiener diese Ausflüsse seiner Kenntnisse schon vor Monaten zu Papier gebracht, sie aber jetzt erst veröffentlicht, denn die Weltgeschichte wird ja nicht nur mit Wünschen und Hoffnungen gemacht, wie e letzten Tage und Wochen in Galizien und an den Dar⸗ sich die Phantasie in vielen Hirngespinsten ergehen; n 2 * 7 nüchterne Beobachter aber werden, wie der deutsche Reichs— lanzler, die Ueberzeugung gewinn eine Renaissance bevorsteht.. 2 Die Kämpfe in Berlin, 1. Juni. Die an Stryj— Dolina mit großen Verste sche Gegenoffensive in Mittel stande der deutschen und österreichisch⸗un zusammen und verursachte dem A Nach dem Telegramm des Kriegsberic Tageszeitung“ bezeugten die Russen derlagen und Verluste eine besonde Nach einem Bericht der„Vossischen Z schließung von Przemyjsl ständ haben sich die Belagerungstruppen Sturmstellung genähert. ö Russische Krie Petersburg, 30. Mai.(Ctr. strengungen des Feindes während zweckten die Einschließung von Kämpfe am San wurden am 20 erst vier Tage später wieder aufg, sich der Feind darauf, seine Offen auf eine Offensive in südöstlicher R ng umzugestalten. Zwi⸗ schen Sienia wa und Jaroslau rden 15 Brücken geschla⸗ gen. Als die ganze feindliche Masse i Front veränderte, wurden Linie Droho by cz— ngen begonnene russi⸗ t brach an dem Wider⸗ schen Truppen gänzlich bedeutende Verluste. rstatters der„Deutschen ihrer wiederholten Nie⸗ deftigkeit im Angriff.— ing“ schreitet die Ein⸗ fort. An der Südfront Außenforts nunmehr auf richte. ft.) Die riesenhaften An⸗ etzten Kämpfeperiode be⸗ ysl. Die erbitterten torgens unterbrochen und In dieser Zeit verlegte n nordöstlicher Richtung militärische Abteilungen eben West schoben, was vermuten ließ, daß die Deutschen. Rück; en. Nun warf am Morgen des 24. Mai n neuerdings seine Armeen zum Sturm auf die vischen dem Luba⸗ czowka⸗ Flusse und dem S zwischen Radymno und D von 25 Werft stürzten fi J an isten an 0 ausend Kanonen verschiedener Kaliber, d wohl versorgt waren. Mit seiner Anstrengung, Przemysl zu um⸗ gehen, wiederholte Mackensen im ganzen sein Manöver von ang November, als seine Armee unsere Front bei Strekow und Dresina durchbrach und den Versuch begann, uns mit ihrem linken Flügel zu umgehen. Dieses Manöver wurde in gleicher Weise vor Przemysl wiederholt, jedoch in größerem Maßstabe, nicht durch isolierte Korps, sondern mit ganzen Armeen, und langsamer wegen der enormen Masse, die ins Feuer geführt wurde. Das Manöver des Generals Mackensen ist noch nicht beendet, obwohl viele seiner Infanteriekorps bereits Dreiviertel ihrer Bestände verloren haben. Die österreichisch⸗deutschen Armeen, die mit General Mackensen zusammenstoßen sollten, um Przemysl von Süden her zu umgehen, ließen sich bei Husakow aufreiben in der nichtigen Hoffnung, unsere Front zu durchbrechen, während General Irmanow die von Mackensen zurückgelassene Garnison vernichtete und Sieniawa nahm und nebst anderen Trophäen die für die Verproviantierung der 2 Przemysl marschierenden Truppen bestimmten Herden er⸗ eutete. Trotz der feindlichen Verluste, die allgemein seit dem 24. Mai nicht Zehntausende, sondern Hunderttausende an Leuten betragen, und trotz weiterer günstiger Anzeichen wäre es nichtsdestoweniger verfrüht, schon von dem Ergebnis dieser durch ihre Intensität außerordentlichen Schlacht zu reden. 151 Es ist eine merkwürdige Feststellung der deutsch⸗österreichi⸗ schen Tagesberichte, daß das dritte Kaukasuskorps, das in Sienia⸗ wa 14 Kanonen und 7000 Gefangene erbeutete, im April an der Wisloka gänzlich vernichtet sein und nicht mehr existieren soll. 5(Frkf. Ztg.) Petersburg, 31. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Der Große Generalstab teilt mit: In der Gegend von Szawle be⸗ drängen unsere Truppen fortgesetzt die Deutschen, die die Zugänge zu den Dörfern Szavkiany und Kemly verteidigen. In dieser Ge⸗ gend erbeuteten wir am 28. Mai bei dem Dorfe Sawdyniky neun Kanonen, sieben Maschinengewehre, Gefangene und viele andere Beutestücke. An der mittleren und unteren Dubissa erneuerte der Feind seine Offensive. Unsere Truppen wurden auf die andere Seite des Flusses zurückgenommen und vereitelten am 29. Mai die wiederholten Versuche des Feindes, den Fluß zu überschreiten. Im weiteren Verlauf der galizischen Schlacht zwan⸗ gen wir den Feind am 29. Mai, das rechte Sanufer bis zur Mündung der Lubaczowka zu räumen und machten eine Reihe von erfolgreichen Gegenangriffen auf die feindlichen Hauptkräfte, die sich in dieser Gegend bei den Dörfern Falnikow und Naklo an den beiden Ufern der Wisznia hielten. Hier nahmen wir an einem einzigen Tage an 3000 Mann und 60 Offiziere gefan⸗ gen und erbeuteten Maschinengewehre, Scheinwerfer und Train. In der Gegend jenseits des Dnjestr dauern die hartnäckigen Kämpfe an. Der Feind setzte am 28. Mai den Hauptstoß in Ge⸗ gend von Hai an, in der unsfere Linie einen vorspringenden Winkel bildet. Um diesem Vorstoß Stand zu halten, gingen wir im Gegenangriff über. Einem unserer Bataillone gelang es, — Feind im Rücken zu fassen und seine beträchtlichen Kräfte zu⸗ rückzudrängen, wobei 600 Mann und 17 Offiziere und 8 Ma⸗ schinengewehre in unsere Hände fielen. Im Dolina⸗ Tale griffen unsere Abteilungen an und zwangen den Feind, das rechte Ufer der Swica zu räumen. An den anderen Abschnitten der gesamten Front waren keine Kriegshandlungen von Bedeutung. Petersburg, 31. Mai.(WTB Nichtamtlich) Meldung der Petersburger Tel ⸗Agentur. Aus den Berichten fremder Zeitungen über die Kämpfe an der Linie Gorlice zum Duna⸗ je geht hervor, daß der Feind dort gegen unsere zwei Korps ungefähr 1500 Kanonen, von denen ein beträchtlicher Teil mittlere, 1 775 und 42⸗ tm. Stücke waren, in ganz kurzer geit in heftige ätigkeit setzte. In einer nur viertelstündigen Beschießung, die als die dem Sturm vorangehende Artillerietätigkeit besonders heftig war, verfeuerte der Feind allein ungefähr 700 000 Geschosse, eine Menge, deren Beförderung mehr als tausend Waggons braucht. Diese Geschoßmenge übersteigt das Doppelte dessen, was für eine sechsmonatige Belagerung einer großen wohlversorgten Festung nötig ist. 700 000 Geschosse waren von dem Feind für die Durch⸗ führung seiner Offensive bereitgestellt und allem Anschein nach tat⸗ sächlich am 10. Mai schon verbraucht, als sich die ersten Zeichen des Stillstandes in der Offensive Mackensens zeigten. Im all⸗ gemeinen verfeuerte der Feind im Angriff auf unsere Stellungen gegen jeden unserer Schützengräben, das heißt auf je 1½ Schritte unserer Front, Geschosse mittleren Kalibers im Gewicht von etwa 20 Pud. Das Vordringen des Generals Mackensen von Gorlice über Jaroslau nach Naklo im Nordosten von Przemysli wurde nur dadurch möglich, daß jedes der von unseren auf einen entscheidenden Posten gestellten Bataillonen während ganz kurzer Zeit mit ungefähr 10 000 Artilleriegeschossen beschossen wurde. Bei einem so heftigen Feuer werden, abgesehen von bedeutenden Ver⸗ lusten, alle, die sich in seiner Wirkungssphäre befinden, mehr oder weniger beschädigt oder betäubt. Augenscheinlich würden selbst sehr viele Geschoßfabriken auf die Dauer nicht ausreichen, zur Lieferung der Geschosse, wenn 200 in der Stunde verbraucht werden. Es scheint tatsächlich, daß die Deutschen die Vorräte von Krakau und einigen anderen Festungen erschöpft haben. Auch wird ihre In⸗ fanterie, die durch die Unterstützung ihrer Artillerie verwöhnt ist und gewohnheitsmäßig nur einen betäubten oder vergifteten Feind angreift, nächstens unter Schwierigkeiten von ganz anderer Art zu kämpfen haben. Gefangene sagen aus, daß unser Schrapnell wohl nicht betäubt, aber dem Feinde ungeheure Verluste an Verwun⸗ deten und Toten beibringt. Viele Kompagnien der Deutschen ver⸗ loren während ganz kurzer Angriffe mehr als 150 Mann allein durch unser Schrapnellfeuer. Berlin, 31. Mai.(etr. Blu.) Die Petersburger Tele⸗ graphenagentur meldet amtlich: Das russische Generalgou⸗ vernement für Galizien ist von Lemberg nach Brody verlegt.(T. R.) 5 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 31. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart, 31. Mai 1915, mittags:. Russischer Kri chaupla 4 T* 1 ow am ob n Dnfest Sü ont von Przemysl, wird gekämpft. In der Gegend und eroberten eine russische Batterie. Die sonstige Lage im Nordosten ist unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern vormittag wurde der Angriff eines Alpini⸗ Regiments auf einen Abschnitt unserer Befestigungen auf dem Plateau von Lavarone blutig abgewiesen. In der Gegend nordöstlich Paneveggio begann eine feindliche Abteilung zu schanzen, ging aber vor dem Feuer unserer Patrouillen sofort zurück. An der kärntnerischen Grenze fanden kleinere, für unsere Waffen erfolgreiche Kämpfe statt. Oestlich Karfreit versuchte der Feind vergeblich, die Hänge des Kru zu er⸗ steigen. dem Geschützkampf In den im küstenländischen Grenzgebiet begann unsere schwere Artillerie ein⸗ zugreifen. v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Wien, 31. Mai.(WTB. Nichtamtlich.“ Aus dem Kriegs⸗ pressequartier wird gemeldet: Der Armee⸗Oberkommandant Erz⸗ herzog Friedrich hat am 29. Mai einen Armeebefehl erlassen, in dem es heißt: An der erfolgreichen Mai⸗Offensibs der verbündeten Armeen hat die 106. Landsturm⸗Infan⸗ terie⸗Truppen⸗Division einen hervorragenden Anteil genommen. Sie hat dupch die glänzenden Marsch- und Kampf⸗ Leistungen den Beweis erbracht, daß die Truppen dieser neuformier; ten Division, die sich bereits in der Verteidigung vorzüglich bewahrt hatten, gleich Hervorragendes auch im Angriff zu leisten ver⸗ mögen, Der Erzherzog spricht der Division, insbesondere den Land⸗ sturm⸗Infanterie-Regimentern Eger Nr. 6, Tetschen Nr. 31, Neu⸗ sandec Nr. 32, für ihr beispielgebendes und todesmutiges Ver⸗ halten, für ihren hervorragend guten Geist und ihre Leistungs! sähigkeit Dank und Anerkennung aus und erklärt, er werde an den Kaiser die Bitte um eine besondere Auszeichnung für die genann⸗ ten heldenmütigen Landsturm⸗Regimenter richten. Die Haltung der Rumänen in der Bukowina. Wien, 31. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Kriegs⸗ presseguartier wird gemeldet: Die Haltung der Rumänen in der Bukowina bei der Verteidigung der angestammten Scholle hat längst schon anerkennende Bewunderung gefunden. Kaisertreu eilte alt und jung zu den Wafsen als es galt, dem Einbruch der Russen Widerstand zu leisten. Seither hat sich die Kampfbegeisterung unter dem Druck der von Tscherkessen und Ko- saken begangenen Greueltaten erhöht. Frauen und Kinder helfen mit n holen Munition, pflegen Verwundete und be⸗ teiligen sich selbst an den Befestigungsarbeiten. Man sollte glau⸗ ben, daß ein solch ruhmreiches Verhalten, das an die stets kampf⸗ bereiten Tiroler gemahnt, in den Kreisen der Konngtionalen um Königreich Rumänien bewundernden Widerhall und Stolz auf die in schweren Prüfungen bestehenden Stammesgenossen auslösen würde. Gewiß ist dies auch in den breiten Schichten der Bevöl- kerung der Fall. Nur dem„Adeverul“ blieb es vorbehalten, daraus eine Anklage gegen unsere Regierung zu schmieden, die angeblich mit der Heranziehung der Rumänen zur Landesverteidi⸗ gung deren Ausrottung bezwecke. Das ist ein Standpunkt, der sich mit antiker Heldengröße, wie sie in einem Volke, das sich seincge römischen Abkunft rühmt, hochgehalten werden sollte, herzlich wes⸗ nig verträgt. *** Der italienische Bericht. Rom, 31. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht des Großen Hauptquartiers vom 30. Mat: An der Grenze von Tirol und dem Treutins besetzten wir eine wich⸗ 5 ö von Stryj erstürmten An⸗ verbündete Truppen in heftigem Kampfe mehrere Ortschaften Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: 1 8 N N 2 R 1 tige Stellung auf dem Spessagipfel bei Giore und auf dem Asia⸗ goda-Plateau zerstörte unsere Artillerie das Panzerfort Luserna, welches die weiße Flagge hißte. Als das österreichische Fort Bel⸗ vedere, welches weiter rückwärts liegt, dieses sah, richtete es sofort sein Feuer gegen das Fort Luserna. Die moderne Feldbefestigung auf dem Gipfel Vezena ist durch unsere Artillerie ebenfalls völlig zerstört und von unserer Infanterie besetzt worden. Diese rückte sofort bis zu dem tiefer gelegenen Dorfe Vezena vor, welches schleunigst von den Oesterreichern geräumt wurde. Unsere Verluste 6 sind leicht. Im Cadore besetzten wir den Tre⸗Croci⸗Paß, Cor⸗ tina d'Ampezzo, sowie das ganze Tal um diese Ortschaft. An der Grenze von Friaul hatten die Oesterreicher schon seit langem 5 die Bewaffnung ihrer den Flußübergang beherrschenden Stellungen auf dem linken Ufer des Isonzo durch zahlreiche Geschütze mitt⸗ leren Kalibers verstärkt und halten außerdem mit starken Kräften einige Punkte auf dem rechten Ufer, um die Stadt Görz zu 5 decken. Starke Regenfälle brachten die Flüsse zum Steigen. Trotz⸗ dem rücken unsere Truppen fortgesetzt kräftig und in bester Stim⸗ mung vor. Cadorna. . d'Annunzio zum Leutnant ernannt. 4 Rom, 31. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Mel⸗ 1 dung der„Tribuna“ wurde d' Annunzio zum Leutnant 5 im Gefolge des Generalstabschefs Cadorna ernannt. Ge— 5 neral Spingardi, der Kommandant des Mailänder Armeelorps, früher Kriegsminister unter Giolitti, wurde zur Disposition gestellt. Der Präfekt und Polizeipräsident 1 von Mailand wurden strafweise ihrer Stellungen enthoben. . Der Grund der Maßnahmen ist in den Ausschreitungen der Mailänder Volksmenge zu suchen. Lugano, 31. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Dem Vorbilde d' Annuncios, den Kriegshelden zu spielen, ohne Gefahren zu be⸗ stehen, wollen nach einer Zeitungsmeldung etwa 200 000 Italiener folgen, welche dem Krieg min nerium ihre Dienste als Schreiber, Boten, Köche, Bäcker, Elektriker, Krankenpfleger und dergleichen angeboten haben. Ein Flottenbesehl des Herzogs der Abruzzen. 1 Rom, 31. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Corriere digtalia“ meldet: Der Herzog der Abruzzen veröffent⸗ licht folgenden Flottenbefehl: Die innere Vorberei⸗ tung und die in Jedem wurzelnde Opferfreudigkeit bilden die sichere Bürgschaft, daß die Flotte mit Gottes Hilfe sich ihrer schweren Aufgabe gewachsen zeigen wird. Italien und die verbündeten Nationen blicken vertrauend und erwar- tungsvoll auf die italienische Flotte. Voller Vertrauen auf die Zukunft, im Hinblick auf das Beispiel der Väter,. drungen von dem Gedanken an ein freies und einiges Groß⸗ Italien und im Bewußtsein des guten Rechtes und unserer Sache ergreifen wir die Waffen, um die Wünsche der Vor⸗ fahren zu verwirklichen, nämlich den Ruhm und die Größe . Italiens. Es lebe der König! N Giolittis Abreise aus Nom. Berlin, I. Juni. Der„Kreuzzeitung“ zufolge kommt aus politischen Kreisen der Schweiz, die mit Giolitti in Verbindung stehen, die Meldung, daß Giolitti vor der ent⸗ scheidenden Kammersitzung Rom verlassen mußte, um sein Leben zu retten. Die Untersuchung sei noch im 3 Gange; sie werde aber sicherlich ergeben, daß Giolitti wie seinerzeit Jaurès in Paris ermordet worden wäre, wenn er länger in Rom geblieben wäre. Das gegen ihn zweifellos ge— plante Attentat sei nur durch seine schleunige Abreise ver— 19 hindert worden. Maßregelungen in Mailand. . Rom(über Lugano), 31. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) fert Nachfolger des seines Amtes entsetzten Prä⸗ fekten von Mailand, Senators Panizzardi, wurde der Senator Cassis vom Ministerrat zum Zivilkommissar der Provinz Mailand ernannt. Zum Nachfolger des gleich— falls seines Amtes entsetzten Polizeidirektors Cosentino ist n Ferrari ernannt worden. Nachfolger des zur Disposition gestellten kom⸗ mandierenden Generals des 3. Armeekorps, Spin⸗ gardi, wurde Generalleutnant Sapalli.— Eine Note erklärt, der Ministerrat habe die Veränderungen eintreten lassen, weil die Behörden die Ausschreitungen in den letzten Tagen gegen das Eigentum der Ausländer in Mailand nicht verhindert hätten. Es werde eine Untersuchung eingeleitet werden, um die Verantwortlichkeit der bisherigen Beamten festzustellen, welche der Generalinspektor des Ministeriums des Innern, Bardessano, leiten werde. 5 Berlin, 1. Juni. Wie der„Avanti“ mitteilt, meldeten sich bereits 300 Einwohner Mailands bei der Polizei, um die Plünderung ihrer Wohnungen anzuzeigen. Da jetzt kaum noch deutsche und österreichisch-ungarische Staatsbürger in Mai⸗ land weilen und daher auch nicht die Zerstörung ihrer Wohnungen 40 anzeigen können, so handele es sich offenbar um die Plünderung schweizerischen oder italienischen Eigentums. 5** Die Stadt des Todes. 5 Berlin, 1. Juni. Ppern soll, wie verschiedene Mor⸗ genblätter melden, in den letzten vier Tagen mit 20 000 Bomben belegt worden sein. Kein Haus sei unversehrt ge— blieben. 5 Eine Zusammenkunft in Calais. 3 Berlin, 1. Juni. Unter Vorbehalt ist die Meldung ver⸗ schiedener Morgenblätter aus dem Haag zu buchen, daß der König von Italien in Calais erwartet werde, wo auch der König von England und Präsident Poincaré eintreffen sollen. 5 Aus Belgien. 5 Brüssel, 1. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Die belgische Re⸗ gierung in Le Havre hat ihre Vertretungen im Auslande an⸗ gewiesen, Belgiern keine Pässe mehr nach Holland und der Schweiz auszustellen, um ihnen die Heimkehr nach der Heimat unmöglich zu machen. Sie warnt dabei in einer nicht mißzuverstehenden Weise vor Gefahren, die den Belgiern drohen, welche die Deut⸗ schen als wehrfähig betrachten. Der Generalgouverneur hait bei frͤstheren Anlässen zweifelsfrei kundgetan, daß kein Belgier, der sicch den deutschen Verordnungen fügt, etwas für seine persönliche Freiheit zu befürchten hat. Die auferlegte Meldepflicht für Staats⸗ angehörige des belgischen Heeres bezweckt lediglich eine Kontrolle. Eine Einstellung von Belgiern in das deutsche Heer kann gar nicht in Frage kommen. Das deutsche Heer ist ein Volksheer, in ihm haben Fremde keinen Platz. * * 4* Die Kämpfe an den Dardanellen. Ein französisches Torpedoboot gescheitert. Konstantinopel, 31. Mai,(WTB. Nichtamtlich.) Gestern scheitertt ein französisches Torpedo⸗ boot, das an der Küste des Wilajets Smyrna vor dem n Zwei französische Hilfskreuzer gesunten. Athen, 31. Mai.(Ctr. Bln.) Die beiden Schiffe der ver⸗ bündeten Flotte, deren Untergang aus Mytilene kürzlich gemeldet wurde, sind französische Hilfskreuzer. Sie liefen auf Minen und sanken sofort. Von der Besatzung konnte niemand gerettet werden.(D. T.) Die Genesung des Königs der Helenen. Berlin, 1. Juni. Aus Athen wird Londoner Blättern laut„Voss. Ztg.“ gemeldet, daß der König von Grie— chenland außer Gefahr sei. Die Professoren Kraus aus Berlin und Eiselsberger aus Wien erklärten eine zweite Operation für unnötig. Die ursprünglich geplante Heraus- nahme einer Rippe wurde von ihnen für nicht notwendig gehalten. Falls keine unvorhergesehenen Komplikationen ein⸗ treten, glaubt man, daß sich der König in vier bis fünf Tagen bereits auf dem Wege der Genesung befinden wird. In der Hauptstadt herrscht die größte Freude über die guten Nachrichten von dem Krankenlager des Königs. ** Der Seelrieg. London, 31. Mai.(WT Nichtamtlich.) Reutermeldung. Der Dampfer„Ping Suey von der China Mutual Steam Na⸗ vigation Company, mit einer wertvollen Ladung auf der Heim⸗ reise von Batavia ist im Kanal zweimal von U-Booten verfolgt und mit Granaten beschossen worden. Er vermochte jedoch Ply⸗ mouth wohlbehalten zu erreichen. Ein Mann der Besatzung ist verwundet worden.— Der Dampfer„Tullochmoor“ von 3520 Tonnen ist am 28. Mai auf der Höhe von Quessant tor⸗ pediert undversenkt worden. Die Besatzung wurde in Barry gelandet.— Das französische Schiff„Dixi“, Quessant auf der Fahrt nach Breste passierend, hatte die Besatzung des englischen Dampfers„Glenlec“ an Bord, der auf der Fahrt von Cardiff nach Aden durch ein deutsches U-Boot versenkt worden ist. Die Angst vor Luftangriffen in London. Berlin, 31. Mai.(WDB. 5 2 Der„Berl. Lokalanz.“ meldet aus Zürich: In London haben die Po- lizeiposten eine Anzahl von Masken zum Schutz gegen erstickende Gase erhalten, da man vermutet, daß die Deutschen bei einem Fluge über London Bomben mit erstickenden Gasen zur Anwendung bringen. Aus Schweden. Stockholm, 31. Mai.(WTB. Nichtamtlich.)„Svenska Dagbladet“ weist in einem scharfen Leitartikel auf die wach⸗ senden Schwierigkeiten hin, die England dem schwe⸗ dischen Seehandel bereite und erklärt, es sei notwendig, daß die schwedische Regierung cnergische Vorstellungen in England erhebe. Es genüge absolut nicht, prinzipielle Protestnoten zu überreichen. Die unbefugten Eingriffe in den schwedischen Seehandel müßten einen solchen Widerstand finden, daß es klar würde, daß Schweden sich nicht als Spielball reiner Willkür behandeln lasfe. Stockholm, 31. Mai.(WTB. Nichtamtlich.)„Dagen“ ist das einzige Blatt, das die Reichskanzlerrede kommen⸗ tiert. Es sagt heute: In einer stolzeren und Hareren Sprache kann kaum geschildert werden, was eine große Nation unter Sicher⸗ heit versteht. Man muß blind von Groll sein, um nicht Bewunde⸗ rung, Sympathie und Achtung für das deutsche Volk zu haben. In von philosophischer Kraft getragenen Worten verdolmetscht der deutsche Reichskanzler seines Volkes Gefühle gegenüber dem neuen Feind, Italien.. Aus dem Reiche. Die Aufrufung des Landsturms. Berlin, 31. Mai.(WWB Nichtamtlich.) Eine Sonder- ausgabe des„Reichsanzeigers“ veröffentlicht eine kaiser⸗ liche Verordnung, betreffend Aufruf des Landsturms vom 28. Mai 1915, wonach sämtliche Angehörige des Landsturms 1. Aufgebots, soweit sie nicht schon durch die Verordnungen vom 1. August und 15. August 1914 aufgerufen sind, auf⸗ erufen werden. Die Anmeldung der Aufgerufenen zur n hat nach näherer Anordnung des Reichs⸗ kanzlers zu erfolgen. Diese Verordnung findet auf die K 1 bayerischen Gebietsteile keine Anwendung. Sie tritt — dem Tage der Verkündung in Kraft.— Auf Grund dieser 3 wird durch eine Bekanntmachung des Stellvertreters des Reichskanzlers zur Kenntnis gebracht, daß die im* 41 sich cufbeltenden Aufgerufenen sich, soweit noch nicht geschehen, bei der Ortsbehörde ihres Auf- enthaltsortes in der Zeit vom 8. Juni bis einschließlich 10. Juni 1915 zur Landsturmrolle anzumelden haben, und daß die Aufgerufenen, die sich im Auslande aufhalten, sich, soweit möglich und noch nicht geschehen, alsbald schrift⸗ lich oder mündlich bei den deutschen Auslandvertretungen zur Eintragung in besondere, von diesen zu führende Alten zu melden haben. 77 4 Berlin 1. Juni. Wie der„Vorwärts“ schreibt, be⸗ absichtigt das Staatsministerium den preußischen Landtag nach Erledigung seiner heute in Angriff zu nehmenden Auf⸗ gaben nicht wieder zu vertagen, sondern die Session zu 5.— Das Blatt meint, ein sachlicher Grund hierfür liege nicht vor. 0 Aus Stadt und Land. Gießen, 1. Juni 1915. Volks ernährung und Saatenschutz. Man bittet uns, folgende beherzigenswerte Mah⸗ nung zu veröffentlichen: Heilig sei uns das Feld und seine junge. Je reicher die neue Ernte wird, je mehr Segen uns tter Erde aus ihrem Schoße spendet, desto sicherer wird uns der Sieg. Voll Dankbarkeit und Freude sehen wir aus der gestreuten Saat die Halme sprießen. Sie tragen schon die Aehren, die uns im kommenden Winter Brot geben. Tragen sie nicht volle Aehren, kommt der Hunger. Heilig seiuns darum jeder dieser klei⸗ nen Halme. Das Großstadtkind weiß oft wenig von des Landmanns Arbeit und Sorge. Ohne Achtung und Ahnung tritt es den Halm nieder, rauft es di aus. Jetzt aber sind lm und Aehren heiliger denn je. Darum ihr Eltern, Lehrer und die ihr sonst berufen seid, andere zu führen und zu fördern: Lehret sie alle die Heilig⸗ keit des Feldes und seiner Frucht. Es gilt jeden, auch noch so kleinen Helm zu schonen. Jeder wirke zum Schutze 8 Wer auch nur einen Halm zertritt, hilft dem Feind. er auch nur eine Aehre rauft, ist unserer Feinde Bundes⸗ genosse. Wir schwuren zusammen mit unseren Helden, die den Feind 3 42 Wir alle wollen Hüter sein. Seien wir daher vor allem Hüter unseres heiligen Gutes, des Feldes und seiner Frucht. Unter dem gleichen Gesichtspunkte dürfte ein Miß Hafen Kuschdasst Beobachtungen anstellte, in der Nähe des Kaps Jilandschi. stand zu betrachten 4 5 zu verurteilen sein, nämlich das Ausschneidender Kornäckergrenzen, auf das ein Leser wie solgt aufmerksam macht: In einzelnen Gemeinden. der 3 des Kreises Gießen, vielleicht auch sonstwo, kann jetzt die Beobachtung machen, daß aus Bequemlichkeitsg ri den bei der Ernte und altem Herkommen eber die Fur⸗ chen zwischen den Kornäckern verschiedener Besitzer jetzt ausgeschnitten werden. Alle Roggenhalme mit den jetzt zur Blüte kommenden Aehren werden oft bis zu einer Breite von einem halben Meter an den Furchen rund um den Acker beseitigt und zu Viehfütterungszwecken benutzt. Wieviel Körnerertrag wird doch auf diese Weise der all⸗ gemeinen Volksernährung in dieser Kriegszeit entzogen! In einzelnen Gemeinden hat die Ortsbehörde bereits das Aus⸗ schneiden verboten. 25 — * Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Musketier Karl Seewald aus Worms.— Karl Ernst Baumann aus Herborn.— Gefreiter Emil Gebüsch aus Wiesbaden.— Oberfeuerwerksmaat Paul Vollmann und Einj. Garde-Grenadier Robert Vollmann aus Wiesbaden.— Ers.⸗ Res. Paul Lynen, Res.⸗Inf.⸗Regt. 118, aus Darmstadt.— aus Marburg.— Musk. Nr. . ö. Erlatz⸗ Reservist Karl Wolf aus Wißmar.— Garde⸗Füsilier * Die Stadtverordneten ⸗Versammlung wird am Mittwoch, den 2. Juni, nachmittags 4 Uhr, zu⸗ sammentreten und über folgende Punkte beraten: 1. Mittei⸗ lungen. 2. Baugesuch Peter Gerber für Schützenstraße. 3. Baugesuch Wilhelm Horn für Kreuzplatz; hier: Ein⸗ friedigung nach der Rittergasse 7 4. Anlage von Keller⸗ fenstern am Neubau von Hotel Einhorn. 5. Gesuch des Th. Bäulke um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetriebe im Haus Schiffenberger Weg 58. 6. Desgleichen der Kath. Deibel Ehefrau um Erlaubnis zum Gast⸗ und Schankwirt⸗ schaftsbetriebe im Haus Walltorstraße 28„Zum Schwa⸗ nen“. 7. Desgleichen des Johs. Lapp zum Schankwirt⸗ schaftsbetriebe im Haus Schloßgasse 9„Stadt München“. 8. Desgleichen der Frau Selma Spuck für Wagengasse 9 „Zum Postkeller“. ** Rechtsanwalt Schneider, der seit Februar im Osten kämpft, wurde im März zum Leutnant befördert und erhielt jetzt das Eiserne Kreuz 2. Klasse und die Hessi⸗ sche Tapferkeitsmedaille. 5 * Verwundet und nicht aufgefunden. Das ausamste Schicksal, das unsere Lieben im Felde treffen ann, ist wohl, verwundet und nicht aufgefunden zu werden. Wenn Dämmerung und Nebel das Schlachtfeld decken, 55 1 beginnt die Not, der unerträgliche Jammer der vielen, vielen Verwundeten, die sich mit letzter Kraft vor dem mörderischen Feuer in einem Graben, in dichter Hecke in Sicherheit brachten und die trotz aller Umsicht, allen Eifers von den Sanitätskolonnen nicht gefunden wurden. Der Mensch selbst kann da, so wird uns geschrieben, wenig mehr tun, aber er hat von altersher einen Freund, dem jetzt die bewunderungswürdige Rolle zufällt, die Verwundeten auf⸗ 6 52 de und ihr Versteck seinem Führer zu eigen, Das ist der Hund, der Sanitätshund, der mit lugt eren Instinkt und einer hohen Intelligenz seine Pflicht erfüllt und der in diesem Kriege bereits vielen braven Streitern das Leben gerettet hat, die sonst nicht aufgefunden, an ihren Verletzungen elend zugrunde debengen wären! Eng sind die Grenzen, die uns Daheimgebliebenen erlauben, an dem Ge⸗ lingen der herrlichen Tat da draußen, für die unsere Hel⸗ den ihr Blut einsetzen, von ferne mitzuhelsen! Darum heißt es, jede Gelegenheit, die solche Hilfe gestattet, restlos aus⸗ nützen in Hinsicht auf die nie abzutragende Schuld unseren Kriegern gegenüber. Und wieder einmal bietet sich Gelegen heit: Der„Deutsche Verein für Sanitätshunde“ unter 1 Protektorat des Großherzogs von Oldenburg, plant für die nächsten Tage und Wochen einen Haus verkauf seiner Wohlfahrtskarten mit den besten und neuesten Bild⸗ nissen unseres Hindenburg und seines getreuen Helfers Ludendorff. Das Ministerium des Innern für Hessen⸗Darm⸗ stadt hat in dankenswerter Weise unter dem 1915 die Erlaubnis für ganz Hessen-⸗Darmstadt erteilt. Der Ertrag fließt dem Verein zu und ist bestimmt, neue Sanitäts⸗ hundeführer mit ihren treuen Tieren auszurüsten und die⸗ jenigen, die bereits seit Mongten draußen ihrer schweren Pflicht nachgehen, ständig für ihren segensreichen Dienst be⸗ reitzuhalten. Niemand weise die Damen, die den Verkauf ausüben, zurück! Sagt nicht, Ihr hättet schon ge⸗ holfen. Die da draußen sagen auch nicht: wir haben schon gekämpft! Sie kämpfen weiter und gehen immer wieder für Euch in die Schlacht! Bedenkt, daß es vielleicht gerade einer Eurer Lieben ist, dem Ihr damit unbewußt helft, ihn Euch zurückgewinnt für die kommende herrliche Friedenszeit, ihn, der übersehen von den Sani⸗ tätslolonnen, sich hilflos in qualvollen Schmerzen schon verloren glaubt und durch eines Hundes Spülrsinn gerettet wird. ** Aufbewahrung von gepökelten oder geräu⸗ cherten Fleischdauerwaren. Die Au von ge⸗ Aehren] pökelten oder geräucherten Fleischdauerwaren für längere Zeit bietet dort, wo die ten luftigen und trockenen Piume pier⸗ 5 u⸗ n verschieden dern. Feuchtig⸗ ren sen zu schützen, sind Eintauchen in schmelzbare Massen, die innerhalb* e int in elzbare en, die inne rzer sharren lund die Wart von per Luft vollsahndig abschließen. Wenige betannt dürften zwei einfache und billige, vom gesundheitli * Standpunkte völlig unbedenkliche Verfahren sein, mit besonbers in Belgien seit Ae gute Erfahrt 9 Diese beiden Verfahren bestehen in der varen gepökeltem oder geräuchertem Fleisch— in ab⸗ löschten Kalk oder in Hol zasche. Voraussetzung für die 8 tbarkeit der so behandelten Waren ist, daß sie sich vor dem Einlegen in Kalk oder Holzasche in einwandfreiem Zustande be⸗ nden; denn wenn die Waren bereits angefangen haben, zu ver⸗ ben, so vermögen diese Verfahren dies nicht hintanzuhalten. Nach zuverlässigen Mitteilungen aus Belgien erfahren gut durch⸗ äucherte Waren durch das Kalkverfahren keine nennenswerte ränderung der äußeren Beschaffenheit und des Geschmacks dagegen wird die äußere Schicht nur gepökelter Waxen in geringem Abschaben entfernt werden muß. Beim Einlagern von nur ge⸗ pökelter Ware hat man also mit einem geringen Vexlust zu rechnen. Mit dem Holzascheverfahren sind in Belgien die besten S 415 bei sehr langer Aufbewahrung von Fleischwaren, die durch Pökeln oder durch Pökeln und Räuchern konserviert waren, erzielt worden.— Die Einlagerung von geräucherten oder gepökelten Fleischdauerwaren, die sich in völlig trocke⸗ nem Zustande befinden müssen, in Kalkpulver oder Holzasche wird zweckmäßig folgendermaßen vorgenommen: Man legt auf den Boden eines Behälters(Faß, Tonne, Kiste usw.) zunächst eine nicht zu dünne Schicht abgelöschten Kalkpulvers oder Holzasche; alsdann werden die trockenen, für die Aufbewahrung bestimmten, Fleischwaren einzeln so auf dem Kalk oder der Holzasche ausge⸗ breitet, daß die einzelnen Stücke sich nicht berühren; sodann be⸗ deckt man diese wiederum mit einer nicht zu dünnen, mindestens aber 10 Zentimeter starken Schicht der genannten Mittel und wechselt mit dem Ausschichten der Fleischwaren einerseits und des Kalkpulvers oder der Holzasche andererseits ab, bis der Be⸗ hälter voll ist. Die oberste Fleischschicht wird mit einer besonders starken Kalk⸗ oder Holzascheschicht bedeckt. Durch zeitweiliges Ent⸗ nehmen eines Fleischstückes aus dem Behälter wird man 9 zweck⸗ mäßig von dem Zustand der Waren überzeugen. Die so her⸗ gerichteten Behälter müssen an einem trockenen, kühlen Orte auf⸗ bewahrt werden. Das Kalkpulver kann leicht von jedermann durch schwaches Anfeuchten. von gebranntem Weißkalk mit Wasser her⸗ —5— 88 wobei dieser unter Erwärmung in ein trockenes zerfällt. * Militärische Ausbildung der Jugend. Durch das Entgegenkommen des Vereins ehemaliger 116er und des Schützenvereins ist es möglich geworden, vorläufig mit den größeren Mannschaften der Jugendkompagnien Schießübungen auf den Schießständen des Schültzen⸗ vereins vorzunehmen. Dieselben beginnen in diesen Tagen. Anmeldungen für eine Ersatzabteilung werden am Mittwoch— abend 8¼ Uhr in der Turnhalle des Realgymnasiums an— genommen. * Ein Engländer über die Behandlung im Gießener Gefangenenlager. Das„Daily Chro⸗ nicle“ vom 26. Mai gibt das Schreiben eines Kanadiers 4* der in Gießen gefangen gehalten wird. Darin ißt es: N Wir werden gut behandelt. Man trägt Sorge für un⸗ sere Gesundheit, und alles muß peinlich sauber gehalten werden. Als wir ankamen, erhielt jeder ein warmes Bad, was wir wirklich bitter nötig hatten. hoffe, Ihr werdet unsere Gefangennahme nicht als eine Schmach ansehen. Wir, die wir übriggeblieben waren, ergaben uns, als große Mengen deutscher Infanterie von allen Seiten auf uns einstürmten, Regen von Blei aus Gewehren und Maschinengeschützen auf uns niederprasselten und Schrapnelle von hinten her zwischen uns einfielen. Wir hatten das Feuer schon zwei Tage und Nächte ausgehalten, und waren fast alle verwundet worden. Um auf die Behandlung hier zurückzukommen, so sind wir, was Reinlichkeit und Bequemlichkeit angeht, besser dran, als daheim in Salisbury Plain. Wir erhalten drei Mahlzeiten täglich, Kaffee und Brot zum Frühstück und ein Liter sehr guter Gemüsesuppe zum Mittag und Abend. Wir können auch einiges hier kaufen, z. B. Butter und Sardinen. 5 Das wird alles Grey und Genossen nicht verhindern, 2 1 1 8 15 5 7 Behand⸗ ung englischer angener in Deutschland zu hetzen. 500 Operhbesfifcer Obstbauverein. Am letzten Samstag vereinigten sich die Ausschußmitglieder des Ober⸗ hessischen Obstbauvereins auf Einladung des Vor⸗ tzenden Kreisrats Schenk zu Schweinsberg von Friedberg zu einer Sitzung im Hotel Viktoria in Gießen mit nachstehender Tagesordnung: 1. Abrechnung 1914/15; 2. Voranschlag 1915/16; 3. Verschiedenes; 4. Wünsche und Anträge.— Aus den Verhandlungen sei folgendes erwähnt: Der Verein zählte im abgelaufenen Jahre 4979 Mitglieder. Die Mitgliederzahl dürfte sich infolge des Krieges um etwa 200 verringern. Die Einnahme betrug 11 690,93 Mk., die Ausgabe 10 093,57 Mk. Der Ratgeber für Obst⸗ und Gartenbau soll während der Dauer des Krieges in geringe⸗ rem Umfange erscheinen. Die durch den Landwirtschafts⸗ lammer⸗-Ausschuß für Oberhessen veranstalteten Ausstellun⸗ gen und Kurse fallen während der Kriegszeit aus. Der Edelreiserversand an die Mitglieder wird beibehalten. Für 1915/16 wird der Voranschlag für das verflossene Jahr zu⸗ grunde gel gn Auf die Vertilgung der Obstbaumschädlinge: Raupen, Apfelblütenstecher, Ringelspinner, Frostspanner usw. soll in den Kreisblättern 8 werden. Zur Obst⸗ und Gemüseverwertung soll Ratgeber Rezepte bringen. Beim Abschießen der für den Obstvau schädlichen 13 sind die polizei⸗ und forstbehördlichen Bestimmungen eachten.— Die übliche Hauptversammlung des Vereins ällt für dieses Jahr aus. a* Ein Verfahren gegen den Raupenfraß an den Beerensträuchern teilt uns eine Leserin mit: Ein Kalkstein wird in flacher Emailleschüssel mit ein paar Tropfen Wasser zum Zerfallen gebracht. Die vorher mit einer Brause befeuchteten Sträucher werden mit dem Kalkpulver so bestäubt, daß die Blätter auch an der Unterseite, wo die Raupen hauptsächlich sitzen, von dem Kalk mitbekommen. Die Raupen, die abfallen, gehen auf dem auf den Boden fallenden Kalk zugrunde. g* Pferdeankauf durch die Militärverwal⸗ tung. Um die mit der Aushebung der Pferde insbesondere für die Landwirte verbundenen Härten möglichst zu vermeiden, hat die Militärbehörde beschlossen, ihren Pferdebedarf in erster Linie durch freihändigen Ankauf zu decken. Es ist den Land⸗ wirten dringend anzuraten, die Pferdemärkte soweit als möglich zu beschicken, da hierbei Gelegenheit gegeben ist, die Tiere eventuell zu guten Preisen direkt an die Heeresverwaltung zu verkaufen. Eine freiwillige Hergabe ist auch deshalb wünschens⸗ wert, weil bei einem Mißerfolg des freihändigen Ankaufs weitere Pferdeaushebungen nicht ausbleiben werden. Mit Rücksicht auf die Zukunft halten wir es für dringend ratsam, wenn die Land⸗ wirte mehr und mehr zur Verwendung von Ochsengespan⸗ nen übergehen. Eine solche Maßnahme liegt im Interesse des Vaterlandes und der Landwirtschaft. Landkreis Gießen.. a h. Lollar, 1. Juni. Die durch einen Blitzschlag im Buderuswerk verursachte Störung des Betriebes, von der wir unterm 28. Mai berichteten, konnte in einigen Stunden wieder behoben werden, so daß eine Einschrän⸗ kung des Betriebs nicht einzutreten brauchte. Treis a d. Lda, 31. Mai. Am 30. Mai 7 47— die biesige Jung mannschaft eine ausgedehnte Marsch⸗ übung. Gegen 6 Uhr morgens verlies man Treis und zog durch Winnen, Leidenhofen, Ebsdorf, Hachborn nach Sichertshausen Hier erfrischte man 48 und marschierte dann auf dem prächtigen Waldwege von Sichertshausen nach Treis zurück, wo die Mann⸗ schaft um 3 Uhr nachmittags wieder ankam 5 Dorf ⸗Gill, 31. Mai. Aus unserer Gemeinde von Seelen stehen gegenwärtig 52 Mannunterden Waffen. on sind bis jet 5 verwundet worden. Einer davon mußte, da g Arm verlor, als Invalide entlassen werden; drei 125 8 1 7 folgende eine r Wehrmann Blank Maße verändert, so daß sie vor dem Genuß durch Abschneiden oder O sind wieder soweit hergestellt, daß sie wieder Garnisondienste ver⸗ während der 5. erst vor einigen Tagen verwundet d sich noch in einem 9 6— in Galizien befindet. Gefallen ist von den hier ansässigen Leuten noch niemand, da⸗ gegen mu 4 Mann, die sich auswärts niedergelassen hatten, ihr Leben lassen. Von den im Felde stehenden——.— er⸗ das 5 5 eute Unteroffizier Martin Sa⸗ sowie Gefreiter Karl Pfannmüller die Hessische Tapferkeitsmedaille.— Die im vergangenen Jahre in dem hiesigen rte gegründete Pfennigsparkasse der Schuljugend hat bis jetzt eine Einnahme von 1000 Mark. Davon sind 800 Mk. auf einer Kasse und 200 Mark in 5% Kriegsanleihe angelegt worden. Daß man dieser Einrichtung immer mehr Beachtung schenkt, geht daraus hervor, daß die Zahl der Einleger von 31 auf 50 gestiegen ist. Mancher Pfennig, der sonst den Kindern durch die Finger rann, wird nun gespart. = Obbornhofen, 30. Mai. Heute abend fand hier die Gedächtnisfeier für den auf dem Felde der Ehre gefallenen Mus⸗ ketier Karl Brettschneider statt. Er stand bei der 4. Komp. r 138. Am Himmelfahrtstage erhielt er in Ruß⸗ land im Ste lungskampf einen Kopfschuß, der seinem Leben nach einigen Stunden ein Ende machte. 5 die ganze Gemeinde hatte sich zur Ehrenfeier eingefunden. B. ist das vierte Opfer aus unserer Gemeinde. 5 Steinheim, 30. Mai. Dem Gefreiten Otto Engel von hier im Feldartillerie-Regt. 61 wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Kreis Alsfeld. Mücke, 31. Mai. Vor einiger Zeit wurde berichtet, daß die Mittagsfahrpost Ulrichstein— Mücke und zurück vom 1. August ab in Wegfall kommen sollte. Die beiden Post— halter hatten 9000 Mark jährlich mehr verlangt. Zwischen ihnen und der Postbehörde kam es nun zur Verständigung und den Post— haltern wurde die Summe von 6000 Mark Zuschlag zugebilligt. Die Mittagsfahrpost bleibt somit bestehen, was besonders für die Bewohner des Ohmtales, die weit von der Bahn entfernt sind, von besonders großem Interesse ist und deshalb sehr von ihnen begrüßt werden wird. Kreis Lauterbach. Grebenhain, 29 Mai. Den Tod fürs Vaterland starb am 25. Mai Briefträger Karl Schneider, Wehrmann beim Landwehr⸗Infanterie-Regiment 87. Er ist das zehnte Kriegsopfer aus unserer Gemeinde. Weiter starben in den legten Tagen noch Unteroffizier Abraham Weinberg und Ersatzreservist Gustav Sommer. Kreis Schotten. T. Auts dem oberen Vogelsberg, 31. Mai. Durch die anhaltende trockene Witterung sehen sich immer mehr Land⸗ wirte genötigt, schon mit der Heuernte zu beginnen. Ent⸗ sprechend den Witterun hältnissen der letzten Wochen ist das Gras der Wiesen durchschnittlich wenig entwickelt geblieben. Das 1 Untergras fehlt gänzlich. Die Bergwiesen, die für das Vieh als Weide dienten, sind durch die allzulange Trockenheit alle dürr, geradezu durch die Sonne versengt worden, so daß die Landwirte den Viehherden einige Talwiesen als Weideplätze einräumen muß⸗ ten. Ein tüchtiger Regen könnte schließlich noch hier und da das angedorrte Gras zum weiteren Wachstum bringen.— Die Som⸗ . steht durchweg sehr gut, trotzdem es solange nicht ge⸗ regne 1 Köddingen, 31. Mai. In Feindesland starb den Helden⸗ tod fürs Vaterland der Musletier Rühl im Infanterie-Regiment Nr. 168, 10. Komp. Sein Bruder Karl Rühl ist vor einigen Wochen ebenfalls gefallen. Es ist bereits das zehnte Opfer, das der Krieg in unserer etwa 480 Einwohner großen Gemeinde ge— fordert hat. Kreis 8 w. Wetzlar, 31. Mai. In der jüngsten Kreistags sitzung wurde der r err für das Rechnungsjahr 1915 in Einnahme und Au auf 2035 000 Mk. sestgesetzt. Die vorgetragene Rechnung der——.—— alkasse für das Rechnungsjahr 1913 betrug in 3— 568 069,85 Mk., in Ausgabe 561 590,37 Mk. Die Kasse der Herberge„Zur Heimat“ stellte sich in Einnahme und Ausgabe auf 6111,85 Mk. Gerichts saal. Gießener Höchstpreise vor dem Reichsgericht. Leipzig, 31. Mai. Als Höchstpreise für Kartoffeln hatte am 29. Oktober v. Is. der Oberbürgermeister von Gießen den Betrag von 6,50 Mk. für den Doppelzentner fest⸗ gesetzt. Wegen Zuwiderhandlung gegen diese Anordnung ist vom dortigen Landgericht am 12. März der Landwirt Moritz Bender zu 150 Mk. Geldstrase verurteilt worden. Er fuhr am 26. No- vember mit einem Wagen Kartoffeln durch Gießen und bot den Rest von etwa 220 Pfund einem Kauflustigen für 7,50 Mk. an, während er nur 7,15 Mk. hätte fordern dürsen. Ein anderer kaufte schließlich den Rest für diesen Preis. Die Revision des An- geklagten wurde heute vom Reichsgericht als unbegründet ver- worsen. Das Landgericht hatte im Urteile erwähnt, daß der Angeklagte sich des Wortes Malter statt Doppelzentner bedient habe, als er die Kartoffeln anbot. Wenn auch sonst unter Malter ein Hohlmaß verstanden wird, so fand das Reichsgericht in dieser Urteilsstelle keinen Angriffspunkt, da als tatsächlich sestgestellt an⸗ gesehen werden muß, daß das Landgericht Malter hier mit Doppel- zentner als gleichbedeutend angesehen hat. vermischtes. * Der neue Oberbürgermeister von Dresden. Aus Dresden, 31. Mai, wird berichtet: Stadtrat und Stadt⸗ verordnete wählten heute abend in gemeinsamer N den Okerverwaltungsgerichtsrat Dr. Blueher mit 71 von 120 ab⸗ gegebenen Stimmen zum Oberbürgermeister von Dresden. * Türkische Nüchternheit und Mäßigkeit. Von der militärischen Tüchtigkeit der Türken hat der jetzige Krieg schon mancherlei Proben geliefert. Bedeutsam ist angesichts dessen, was Universitätsprofessor Dr. Donath, Budapest, der den russisch⸗ türkischen Krieg von 1877½ö8 als Militärarzt im türkischen Heere mitgemacht hat, aus seinen damaligen Erfahrungen mitteilt: Zweifellos ist es zum großen Teil der Nüchternbeit der Türken und auch ihrer Mäßigkeit im Essen zuzuschreiben, daß trotz mangel⸗ hafter Bewaffnung, Ausbildung und Verpflegung sie so lange Zeit der russischen Uebermacht Widerstand leisten konnten. Auch rich⸗ teten nach dem Waffenstillstand von San Stefano Typhus und Dysenterie unter den siegreichen Russen größere Verheerungen an als die durch Waffen beigebrachten Verletzungen und Erfrierungen, während die Türken durch ansteckende Krankheiten kaum zu leiden hatten. — Marte. f FC. Wiesbaden. Viehhos Marktbericht vom 31. Mai Auftrieb: Rinder 358(Ochsen 32, Bullen 42, Kühe und Färsen 284), Kälber 369, Schafe 28, Schweine 365. Marktverlauf: Mittleres Geschäft, bei Großvieh Ueberstand, sonst geräumt. Preise für 100 Pfd. Lebend- Schlacht- Liserne Kreuz und die . Ochsen. gewicht. Vollfleischige, ausge mästete, höchsten Schlacht: Mk. Mk. wertes im Alter von 4—7 Jahren.. 62—70 120 130 Junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemäs tete„„ 59—68 116—120 Bullen. Vollfleischige, ausgew. höchsten Schlachtw. 60—62 110-115 Färs Wat* 5500 Vollfleischige, ausgemästete Järsen en Schlacht wertes.„„. 64—70 122—130 Vollflesschige ausgemästete Kühe böchsten Schlachtwertes bis zu? Jahren. 5862 117120 Wenig gut entwickelte Färsen.. 58—62 117-120 Aeltere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 48—52 96—102 Kälber. einste Mastkälber.. 80—00 139—00 littlere Mast- und beste Saugkälber. 75—78 125—129 Geringere Mast- und gute Saugkälber... 67—71 1121186 9 Geringe Saugkälber.„ 84—100 J Scha se. 5 Weidemastschase: Mastlämmer und Masthammel... 55,00 00% 105116 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht. 116—120 145— 150 Vollfleischige Schweine unter 80 Ig Lebendgew. 106-110 135140 — 1 Amtlicher Wetterbericht. 5 Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Von Westen her rückt eine starke Depression heran und drängt den sestländischen hohen Druck nach Osten. Wir haben daher be- 5 reits morgen bei milden, südwestlichen Winden zunehmende Be- f wölkung doch wohl noch keine Niederschläge zu erwarten. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 2. Juni 1915: Wollig, doch noch meist trocken, mild, südwestliche Winde. Letzte Nachrichten. . Die Befreiung Galiziens. Wien, 1. Juni. Dem„Czas“ zufolge wurden in den letzten 10 Tagen 80 galizische Gemeinden und Ortschaften vom Feinde befreit. Seit dem Beginn der Moioffensive sind insgesamt nicht weniger als 868 Gemeinden wieder von den Oesterreichern besetzt worden. Grey bedenklich erkrankt. Amsterdam, 1. Juni.(D. D. P.) Der Gesundheits⸗ zustand Greys, der bereits seit einigen Wochen leidend ist, gibt Anlaß zu Pesorgnissen. Ter Leiter der Auswärtigen Po⸗ litik Großbritanniens muß auf Anraten der Aerzte sich auf meh⸗ rere Monate von den Staatsgeschäften zurückziehen, wenn er sich nicht des Verlustes seines Augenlichtes aussetzen will. Der Staatssekretär wird deshalb schon im Laufe dieser Woche das Auswürtige Amt verlassen. Der Druck des Vierverbanbes auf Bulgarien. Köln, 1. Juni. Der„Kölnischen Zeitung“ wird aus S o fia berichtet: In Bulgarien wird gegenwärtig eifrig Stimmung da⸗ für gemacht, von der Türkei die Herstellung der auf dem Lon⸗ doner Vorfrieden festgesetzten Grenzen zu verlangen. In Kreisen f der Regierung ist die Auffassung pvertreten, daß die Türkei in Wertung der bulgarischen Neutralität in diesem Kriege Opfer bringen werde, auch in Rücksicht darauf, daß es der Regierung gelungen sei, die Agitation, wie sie von den Gesandten der Drei⸗ verbandsmächte geführt werde, erfolgreich zu bekämpfen. Bisher sind Schritte in dieser Richtung noch nicht gemacht und scheinen auch nicht bevorzustehen 1 Der„Avanti“ gegen die Regierung. Lugano, 1. Juni. Der„Auanti“ fragt, warum die Regierung nicht den Mut habe, dem Volke die Zahl der Opfer bei der Beschießung von Venedig mitzuteilen und überhaupt den Schaden verschweige, den die Beschießung der österreichisch-ungarischen Flotte in Ri⸗ mini und Ancona verursacht habe. Die Regierung solle sich 0h den ehrlichen Verlustlisten Deutschlands ein Beispiel nehmen. Die Pariser Presse über Italiens Eingreifen. Basel, 1. Juni Mehrere Pariser Blätter warnen, offen⸗ bar eimer offiziösen Weisung folgend, vor Ueberschätzung der Operationen an der Südfront. Sie erklären übereinstimmend, man dürfe von den bisherigen Vorgän, an der österreichischen Grenze nicht viel Aufhebens machen nicht von einer italieni⸗ schen Offensive sprechen. Die Lage an der Ostfront bleibe unge ⸗ klärt, habe aber vielleicht Neigung zur Besserung. Die Zeitschrift „Vie Parisienne“ schreibt: Der Hauptgegen der Unterhal⸗ tung in Frankreich ist die Frage, wie lange der Krieg noch dauern würde Der Gouverneur von Greoble habe eine Bekann⸗ machung erlassen, wonach jeder, der auf der Straße oder in 5 8 lichen Lokalen die Frage aufwirft, für wann wohl der Fr„ erwarten sei, mit empfindlichen Strafen bedroht wird. Die gleiche Zeitschrift empfiehlt, die tauglichen Sträflin ge ins Heer 9 zustellen. Frankreich könnte dadurch 50 000 Soldaten gewinnen. Die politische Mission des Payftes. 1 WTB. Köln, 1. Juni. Die„Köln. Zig!“ meldet von der italienischen Grenze: Der römische Korrespondent des„Petit 8 übermittelt seinem Blatte Mitteilungen eines hohen älaten aus der Umgebung Papst Bendikts XV., wonach 1 der Papst alle Mittel angewandt habe, um ein Ein⸗ greifen Italiens in den Krieg zu verhindern und zwar nicht im Interesse der Zentralmächte, sondern aus Gründen der Menschlichkeit. An Kaiser Franz Joseph habe der Papst ein Schreiben gerichtet, worin er ihm die Notwendigkeit weitgehender Zugeständnisse an Italien nahelegte. Der Kaiser habe zunächst ausweichend geantwortet, worauf der Papst weitere, von Erfolg begleitete Schritte unternommen habe. Damals sei es aber bereits zu spät gewesen, ein Eingreifen Italiens noch hintanzuhaltenn Die Aktion des Papstes sei übrigens ganz unabhängig von der italienischen Regierung gewesen.„ Der Kronprinz von Serbien und Fürft T koi. 15 Berlin, 1. Juni. Nach einer dem„Berliner Loka iger? durch Privattelegramm übermittelten Meldung aus Sofia erhalten sich die Gerüchte, wonach es zwischen dem russischen Bevollmäch⸗ tigten Fürsten Trubetzkoi und dem Thronfolger Prinzen Alexander zu einer leidenschaftlichen Aussprache gekommen sei, in der der Prinz unter Hinweis auf die ungeheuren Opfer Serbiens energisch Stellung zu den Forderungen Italien genommen babe. Nach der Auseinandersetzung habe Fürst Tru⸗ 53 betzboi Nisch sofort verlassen. 1 Peppino Garibaldi auf der Heiratssuche. 2 Lugano, 1. Juni. Der„Avanti“ entnimmt New Vorker Blättern eine für den Heldenjüngling Peppino Garibal de höchst bezeichnende Episode. Bei der Haussuchung in einem New Vorker Heiratsbureau fand man auch ein Gesuch Peppino Garibaldis, der eine Trau mit einer halben Million Dollars verlangte. Der„Avanti“ bemerkt bierzu, an einen sg glänzenden Streich habe der große Vater des jungen Burschen nicht gedacht. Nebenbei sei bemerkt, daß dieser soeben mit der Bildung einer Brigade betraute Enkel des großen Freiheitshelden pb Burenkrieg als englischer Söldner gegen die bedrängten Buren In der Genesungszeit wie nach Blutverlusten oder Operationen, auch in Zeiten besonderer Anstrengungen und Auf⸗ regungen ist Sanatogen das ideale Mittel, den Kräfteverbrauch rasch und sicher wettzumachen. Daher ist es auch ebenso für unsere in den Lazaretten liegenden Verwundeten und Kranken, wie für die Krieger draußen im Felde zur Kräftigung und Er⸗ haltung ihrer Gesundheit und Widerstandskraft von gleich großer Bedeutung. Feldpostbriefpackungen sind in allen Apothefen und Drogerien erhältlich. Es wird ausdrücklich auf den der heutigen Nummer beiliegenden Prospekt der Sanatogenwerke Bauer& Cie., Berlin SW. 48, hingewiesen.(4618 D) Eine häufige Klage unserer Hausfrauen ver⸗ ursacht die Lamia tete, Wollwäsche gründlich zu reinigen, ohne ie durch heißes Kochen hart und filzig werden zu lassen. Ein erfahren, Wollwäsche nicht nur von allem anhaftenden Schmutz, sondern gleichzeitig von Blutstoffen und Krankheitskeimen, die fl die Quelle der Uebertragung ansteckender Krankheiten find, zu beß⸗ freien und sie dabei immer locker und griffig zu erhalten, ist ihre I—* 2 dem 2 n n 0 9 r lauwarmem Wasser(etwa 30 bis 35%), durch Umrühren auf, bringe die Wollstoffe in die Lauge und schwenke sie darin ich hin und her. Nachdem die Wäschestücke in frischem, reinem Wasser sorgfältig nachgespült sind, drücke man se kräftig aus, vermeide aber j Auswringen, ebenso muß ein Trock⸗ 1 5 2 1 7 nen an besonders heißen Orten, oder unmittelbar an der Sonne vermieden werden. So bleibt iederzeit weich. griffig und locker. 84845st. 8 Mittwoch 5 10 1. 22 Donnerstag Freitag* Sonnabend Trotz grosser Preissteigerung der Rohware und Arbeitslöhne sind wir— durch alte Abschlüsse und grosse Vorräte— in der Lage, zu folgenden enorm billigen Preisen zu verkaufen: Kleiderschürzen Trägerschürzen Firbige e Hausschürzen völlig gearbeitet, in Siamosen aus verschiedenen Stoffen, zwei- Zierträgerschürzen Zierträgerschürzen teils besonders weit und zwei- und Satin, enorm billig seltix zu tragen und Trauer: moderne Formen und Farben, reich mit Stiekeręi u. Einsützen seitig zu tragen, sehr preiswert schützen, schr preiswert reizend gearb., auffallend billig garniert, 8 1 auber- Serie 1 Serie II Serie III Serie 1 Serie II Serie Ill Serie I Serie II Serie III. Serie 1 Serie II Serie III 275 3 A4.„ 2 150 15„ 1 10 175, Kinderschürzen Damenstrümpfe Damenstrümpfe Auf alle nicht angeführten Damenstrümpfe 8 Baume e e eee de ee ger d Herrensocken. 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Da mir meine, Frau mitteilte, e anntma un dass um 12 Uhr Feierabend ist, so ersuche 8 3 inan. g ich meine lieben Gàste, recht e 5 Malo- Gewebe Netz- U nterwäsche Leinen Gewebe Der Voranschlag der Stadt Lich für 1915 Ri. liegt TT als: Beinkleider:; Hemden: dacken Runge; zur e e eee ehren. Hochachtungsvoll Julias Körner 1 323 5 ff sfrist bei Bü i i e f 5 5 f. l der Offenlegungsfrist bei dem Bürgermeister schriftlich rr 2505 zu Protokoll Einwendungen gegen seinen Inhalt N 5 g 3 5 vorbringen. . 4022 Reit-Bein kleiden, nahtlos Alleinige Niederlage am Platze„Die Erbebung einer Umlage, zu der 1 die Aus⸗ f Ia N tsch M 2 s 7 Gesàss und Schenkei verstärkt d. Dr. Lahmann Unterkleidung bee, e werden, ist in dem ranch f f f 1 lich, den 30. Mai 1015. 3 De 1 e ähma chinen f Seidenes Unterzeug fur Misitar ene a Heinrich Hütter, Frankfurt am Main. Beinkleider- Uniformhemden Jacken d 3„ ——. wirksamen Schutz 2 i 5 122 Damen-Schlupthosen] Sura Osiris Ribana Or. 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