0 F Zweites Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die„Gießener Famllienblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen zeit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. Aus dem Reiche. Kaiserliche Worte an die Stadt Aachen. Aachen, 16. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Auf das aus Anlaß des 100. Gedenktages der Wiedervereinigung der Rheinlande mit der Krone Preußens seitens der Stadt Aachen an S. M. den Kaiser gerichtete Huldi— gungstelegramm sandte der Kaiser an den Oberbürger— meister Veltmann nachstehende Antwort: „Schmerzlich empfinde ich es, daß der heutige für die Rhein⸗ lande und die alte Kaiserstadt Aachen so erinnerungsreiche Tag sich so anders gestaltet hat, als wie ich gehofft. Gern hätte ich heute inmitten der dortigen Bürger an historischer Stätte geweilt, um Treuschwur und Handschlag von neuem entgegenzunehmen und die zu dieser Feier geplante Krönungsausstellung zu eröffnen, deren mit Sorgfalt und Liebe geleiteten Vorbereitungen schon einen schönen Erfolg versprachen. Das Schicksal hat es anders be⸗ stimmt. Neid und Schelsucht unserer Feinde trachten danach, die deutschen Lande und das deutsche Volk zu vernichten, den Siegeslauf deutscher Kultur und Arbeit zu stören. Heutgilt es nicht, rückwärts zu schauen, der Vergangenheit dank⸗ bar zu gedenken, sondern in entschlossenem Willen dem Anschlag der Feinde zu begegnen, mit gepanzerter Faust die Zu⸗ kunft des Vaterlandes zu sichern. Der Heldenmut, der Opfersinn unseres Volkes, die in dem uns aufgezwungenen Kriege schon so wunderbare Erfolge gezeitigt haben, bürgen nebst Gottes Gnade für eine glückliche Ueberwindung der schwersten Heimsuchung, die je die deutschen Lande betroffen hat. In diesem unerschütter“ lichen Vertrauen sende ich meiner treuen Stadt Aachen meinen, 1 Gruß und danke für ihre freundliche Begrüßung.“ ilhelm R.. 165 Aus dem Budgetausschusse des Reichstages. Berlin, 15. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Der Bud⸗ 3 des Reichstages begann heute mit der Be— pr echung von Klagen über vereinzelt vorgekommene un- angemessene Behandlung von Mannschaften des Heimats⸗ heeres. Die Klagen richten sich vor allem nicht gegen Vor- ente aus dem aktiven Heere, sondern aus dem Beur- aubtenstand. Der Kriegsminister teilte mit, daß solche Kla⸗ gen sofort Anlaß zu ernsten Weisungen an die nachgeord— neten Stellen gewesen seien. Ein Mitglied des Ausschusses behandelte die Frage der Unsittlichkeit und des Bordell— wesens, ferner des Alkoholgenusses. Ferner klagte der Redner über eine Verhinderung der Verteilung konfessio— nellen Lesestoffes. Auch sei für die evangelische Seelsorge nicht so gut gesorgt wie für die katholische. Sodann lenkte er die Aufmerksamkeit auf die Wohnungsfrage und erbat die Bereitstellung von genügenden Geldmitteln für die He⸗ bung der Kleinwohnungsfürsorge. Der Krtiegsminister begrüßte alle Bestrebungen und Mittel zur Hebung der Sittlichkeit und betonte mit Nach⸗ druck, daß das Mimisterium es nicht an Eifer zur Bekämp⸗ fung der Unsittlichkeit fehlen lasse. Die Zahlen der Ge— schlechtskrantheiten würden weit übertrieben. Der 5 des Alkoholgenusses werde dauernd Aufmerksamkeit wendet. Den Vorwurf der konfessionellen dauerte der Minister.— Generalarzt (auch seinerseits, daß die Frage der Prostitution Gegenstand ernster Beratungen gewesen sei und dauernde Aufmerksam⸗ keit fände Ein nationalliberaler Abgeordneter besprach u. a. die Ausbildung der Jugendkompagnien im Schießen und richtete die Aufmerksamkeit auf die Erschwerung des Ver⸗ kehrs der Angehörigen verwundeter Soldaten mit diesen. Auch von allen anderen Parteien wurden zahlreiche Wünsche über die Soldatenbehandlung vorgetragen. Auf die Klage eines Abgeordneten erwiderte der Kriegsminister, die Ver⸗ wendung von Kirchen zu unwürdigen Zwecken, z. B. als Pferdeställe, billige er nicht. Er könne nicht glauben, daß die Erteilung von Urlaub von der Einlieferung von Gold⸗ münzen abhängig gemacht sei. Er würde solches nicht billi⸗ Dem Gedanken einer Auslieferung von Waffen an die Jugendvereine stellte der Minister ernste Bedenken entgegen. Der Ausschuß nahm dann einstimmig einen Antrag an, wonach beurlaubten Soldaten freie Fahrt ur Heimat und zurück zustehen solle. Sodann wandte sich die Besprechung zu den gestern schon erörterten Wirt⸗ schaftsfragen zurück.— Ein fortschrittlicher Redner erörterte 1 g 14 5 Imparität be⸗ Schultz en betonte 165. Jahrgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Gberhessen die Frage, ob die von den Städten aufgespeicherten Fleisch⸗ vorräte jetzt auf den Markt geworfen werden sollten, um auf die hohen Fleischpreise zu drücken. Die Fleischvorräte dem Kleinhandel zum Verkauf zu übergeben, wie vielfach gewünscht werde, sei nur möglich, wenn gesetzliche Kontroll- und Strafbestimmungen diesen Verkauf durch den Klein— handel regelten. Der Ausdehnung der Höchstpreise auf Brot, Mehl, Kleie usw. stimmte er zu. Ein anderer Abgeordneter hob besonders die Wichtigkeit der Hülsenfrüchte für die Ernährung hervor und befürwortet für das kommende Jahr eine Erleichterung des Kartoffelbezuges für die Familien von eingezogenen Truppen durch Kreditbewilligung aus öffentlichen Mitteln und lenkte die Aufmerksamkeit auf eine rechtzeitige Einbringung der nächsten Ernte. In der Nachmittagssitzung stimmte bei der fortgesetzten Beratung der Wirtschaftsfragen Staatssekretär Delbrück dem Wunsche zu, für die stark arbeitenden Kreise größere Brotportionen zur Verfügung stellen zu können. Unterstaats⸗ sekretär Richter stellte gegenüber laut gewordenen Zwei— feln fest, daß beabsichtigt sei, das Gefrierfleisch erst dann auf den Markt zu bringen, wenn auf die Schweinepreise ein Druck ausgeübt werden müsse. Die festgesetzten Höchst— preise für Kartoffeln müsse man auch nach der heutigen Kenntnis über die vorhandenen Mengen als durchaus rich— tig und zweckmäßig bezeichnen. Mit geringeren Höchstpreisen würde die jetzige Lage nicht so günstig sein. Erzberger in Lugano. Köln, 15. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Köln. Volksztg.“ meldet aus Lugano: Bei dem Tumult am gestrigen Abend wurde der in Rom weileude deutsche Reichs— tagsabgeordnete Erzberger im Automobil mit Stei— nen beworfen. * Berlin, 15. Mai.(WT. Nichtamtlich.) Der Vorstand des Deutschen Städtetages tritt am nächsten Mitt⸗ woch zu einer außerordentlichen Tagung zusammen. Anlaß dazu sind die gestrigen Verhandlungen des Deutschen Land— wirtschaftsrates. In städtischen Kreisen wird befürchtet, daß die Durchführung der dort gefaßten Veschlüsse den städti— schen Konsumentenkreisen, das Maß von Einfluß, das sie jetzt auf die Verteilung von unentbehrlichen Lebensmitteln besitzen, für die neue Ernteperiode kürzen, wenn nicht gänz⸗ lich entziehen wird. Das gilt besonders hinsichtlich der Vor— schläge, durch die die Kriegsgetreide-⸗Gesellschaft beseitigt werden soll. In den Städten herrscht die Ueber— zeugung, daß diese Gesellschaft, die unter opferwilliger Beteiligung der Städte zustande gekommen ist, ihre Auf— abe, wenn auch unter anfänglichen Schwierigkeiten, schließ— ich mit vollem Erfolge gelöst hat. Ordentliche Sitzung des Ureistages des Kreises Gießen. Gießen, 5. Mai 1915. Anwesend: Großh. Reg.-Rat Hechler als Vorsitzender, 17 Mit- glieder des Kreistags, 4 Mitglieder des Kreisausschusses, sowie der Schularzt für den Landkreis Gießen. Die Tagesordnung lautet: 1. Rechnung der Kreislasse und Verwaltungsbericht für 1913. 2. Voranschlag der Kreiskasse für 1915. 3. Erbauung einer Kreisstraße von Leihgestern nach Gießen; hier Grenzregulierung. 4. Neuwahlen. 5. Mitteilungen. Der Vorsitzende eröffnete um 10 Uhr die Sitzung und begrüßte die Erschienenen. Alsdann stellte er die rechtzeitige Ladung zu der heutigen Sitzung, sowie die Beschlußfähigkeit des Kreistages fest, wobei er mitteilte, daß die Kreistagsabgeordneten Bürgermeister Dörmer in Lich und die Kommerzienräte Emmelius, Klin g⸗ spor und Schirmer zu Gießen ihre Verhinderung zur Teil- nahme an dem heutigen Kreistag angezeigt und ihr Fernbleiben entschuldigt hätten.— Der Vorsitzende widmete sodann den ver⸗ storbenen Kreistagsabgeordneten, Geh. Medizinalrat Dr. Haber⸗ korn⸗Gießen und Bürgermeister Horst-Nieder-Bessingen einen ehrenden Nachruf.— Zu Urkundspersonen wurden die Kreistags⸗ abgeordneten Landgerichtsrat Neuenhagen und Bauunternehmer Winn(Gießen) bestellt. Zum Protokollführer wurde Kreisamts⸗ Kunst, Wissenschaft und Ceben. — Bildhauer Josef Höffler 5. Dem unlängst in Ber n einem langwierigen Leiden erlegenen Bildhauer Josef Höffler widmet Woldemar v. Seidlitz in der„Kunstchronik“ einen Nachruf, worin er hervorhebt, daß die deutsche Bildnerei mit diesem Künstler einen besonders schweren Verlust erleidet, weil Höffler einer der wenigen Künstler war, denen ein durchaus eigenartig empfun⸗ denes Ideal klar vor der Seele schwebte, und der ihm auch einen voll entsprechenden Ausdruck zu geben vermochte. Von allen Tages⸗ strömungen und Ueberlieferungen verstand er sich frei zu halten. Höffler, der nur ein Alter von 37 Jahren erreicht hat, war Holz⸗ bildhauer. Er hatte die Holzbildhauerei bereits frühzeitig erlernt, konnte aber erst spät zur Ausübung seiner Kunst gelangen. Nach langen Wanderjahren entschloß er sich zum Besuche der Münchener Akademie; der Anblick der Werke Rodins bei einem kurzen Auf⸗ enthalte in Paris scheint ihm den entscheidenden Anstoß gegeben zu haben, ohne ihn jedoch von seiner Eigenart abzubringen. Von 1905 an war Höffler Meister in einer Möbelfabrik, und dieser Beruf, dem er bis zuletzt oblag, um sich seinen Lebensunterhalt zu erwerben, hat ihm den größten Teil seiner freien Zeit genom⸗ men. Eigentlich hat er erst in den letzten acht Jahren seines Lebens für sich arbeiten können, und auch da nur abends, nach des Tages Mühe, und Sonntags. Lichtwark 8 sich seiner und seiner Fa⸗ milie väterlich angenommen, und auf seine Veranlassung hat Höffler 1908 die Büste des Grafen Götze und 1909 die Hagenbecks geschaf⸗ fen, die jetzt beide die Hamburger Kunsthalle besitzt. Während der letzten Jahre seines Lebens war der Künstler durch eine tückische Krankheit am Arbeiten verhindert. Im ganzen wird sich die Zahl 1— Schöpfungen etwa auf drei Dutzend belaufen— ein„ essen Umfang bei Höfflers unglücklichen Lebensumständen über⸗ raschen muß, zumal da sich mehrere nahezu lebensgroße Vollfiguren darunter finden. Den Kopf eines Jünglings! besitzt das Albertinum in Dresden; ein Jünglingskopf im Berliner Privatbesitze wird als ein Werk gepriesen, das sich den kraftvollen Schöpfungen Griechen⸗ lands vergleichen lasse. Die meisten seiner Arbeiten hat der Künstler in Lindenholz geschnitzt; neben seinen Bildnissen sind auch seine sehr lebendigen und zugleich monumentalen Tierfiguren hervor- zu 5 — Kalbsleber als Mittel gegen Lungen⸗ schwindsucht. Der Umstand, daß die Leber reich an Lipoiden id Fermenten ist, welche eine antitoxische Wirkung haben, und 5 5 1 A — Gtolittriund der Bildhauer. Hiolttt, auf dessen Persönlichkeit jetzt die Augen der ganzen Welt gerichtet sind, ist ein Mann von sehr einfachen Lebensgewohnheiten, der in seiner piemontesischen Heimat Tronero gern zurückgezogen lebt, und sich nicht gerade viel aus Volkstümlichkeit macht. So wird denn auch von ihm berichtet, daß er sich ein einziges Mal habe dazu bereit⸗ finden lassen, einem Künstler zu seinem Bildnisse zu sitzen. Die Veranlassung dazu bildete die Bitte seiner engeren Landsleute, die den Ratssaal in Dronero mit seiner Büste schmücken wollten. Darauf entschloß er sich dann wirklich, dem Bildhauer Alloatti eine Sitzung zu ähren, über die vor einigen Jahren ein an⸗ sprechender Bericht erschienen ist. Giolitti zeigte sich auch hier als der einfache, natürliche Mensch, der er ist. Er scherzte und Montag, 17. mai 1015 Rotationsdruck und Verlag der Brü hl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schristleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗ straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: S 51, Schrist⸗ leitung: S112. Adresse sür Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. gehilfe Schäfer ernannt und durch Handschlag an Eidesstatt verpflichtet. Erster Gegenstand der Tagesordnung: Rech⸗ nung der Kreiskasse und Verwaltungsbericht für 1913. Der Vorsitzende stellt fest, daß der Verwaltungsbericht den Kreistagsmitgliedern mit der Einladung zur heutigen Sitzung zu⸗ gesandt worden ist. Die Rechnung, die einen sehr günstigen Ab⸗ schluß aufzuweisen habe, sei von dem Kreisausschußmitglied Oeko⸗ nomierat Hoffmann ⸗Hof⸗Güll vorgeprüft worden; Anstände hätten sich hierbei nicht ergeben. Die Rechnung wurde ebenso wie die Rechnungsbelege zur Einsichtnahme aufgelegt und die Beschluß⸗ fassung über diesen Gegenstand bis nach Beratung des Hauptror⸗ anschlages für 1915 ausgesetzt. Zweiter Gegenstand der Tagesordnung: Vor⸗ anschlag der Kreis kasse für 1915. „Der Vorsitzende stellte fest, daß der gedruckte Voranschlag den Kreistagsmitgliedern ebenfalls mit der Einladung zur heutigen, Sitzung zugegangen ist. Er habe leider nicht vor Beginn des Rech⸗ nungsjahres aufgestellt werden können und man habe deshalb einstweilen mit dem alten Voranschlag wirtschaften müssen, wes⸗ halb Indemnität beantragt werde. Sie wurde erteilt. Der Vorsitzende teilt weiter mit, daß sich der Voranschlag eng an den vorjährigen anlehne lediglich mit den durch die Kriegslage bedingten Abweichungen. Trotz des Kriegs und namentlich trotz der für Familienunterstützungen usw. aufzubringenden Beträge sei eine Erhöhung der Umlagen nicht erforderlich ge⸗ worden. Eine Generaldebatte über den Voranschlag wurde nicht für notwendig erachtet und deshalb sofort in die Beratung der einzelnen Kapitel eingetreten. 8 Zu Kapitel III„Kriegsleistungen“ bemerkt nach erläutern⸗ der Darlegung des Vorsitzenden Kreistagsmitglied Beckmann, ihm sei bekannt geworden, daß bei Gewährung der Kreiszuschüsse nicht unparteiisch verfahren werde. Er habe leider keine Zeit gehabt, sich weitere Informationen hierüber zu verschaffen. Kreistagsmitglied Neuenhagen antwortet, die Mitglieder der Kommissionen, deren einer er angehöre, beurteilten die ge⸗ stellten Unterstützungsanträge in wohlwollender Weise. Daß die Anträge auf die Bedürftigkeit der Nachfuchenden geprüft werden müßten, sei gesetzliche Vorschrift und deshalb nicht zu umgehen. Es komme allerdings vor, daß Anträge abzuweisen seien. Dies geschehe aber nur dann, wenn Bedürftigkeit nicht vorliege. Daß Ungleichheiten vorkämen, scheine manchmal nur so. Kämen Kla⸗ gen in dieser Richtung, dann würde sofort eine Nachprüfung den Verbältnisse vorgenommen und berechtigten Klagen abgeholfen. Sollte das Kreistagsmitglied Beckmann der Kommission den Vorwurf bewußter Parteilichkeit habe machen wollen, so müsse dies eutschieden zurückgewiesen werden. g Kreistagsmitglied Grünewald bemerkt hierzu, daß er seinerzeit den Standpunkt vertreten habe, daß die Zuschüsse, die den Kreis zu den vom Reiche zu leistenden Beträgen zahle, nicht als Unterstützung, sondern als Ehrensold gegeben werden sollten. Die Gewährung von Zuschüssen solle auch in den Fällen nicht ab⸗ gelehnt werden, in denen die Nachsuchenden von den Arbeitgebern noch unterstützt werden. Die Arbeitgeber sollten schon aus sozialen Gründen nicht zur Zurückhaltung veranlaßt werden. Kreistagsmitglied Neuenhagen erwidert, er könne nur wiederholen, daß die Kommissionen bei vorliegender Bedürftigkeit die Anträge mit großem Wohlwollen behandelten. Richtig sei, daß in einzelnen Fällen die von Arbeitgebern gewährten Unterstützun⸗ gen bei Beurteilung der Bedürftigkeit hütten mit in Betracht gezogen werden müssen; in solchen Fällen hätten aber die ganzen Verhältnisse eine andere Beurteilung nicht zugelassen. Kreisausschußmitglied Hoffmann fügt hinzu, er könne als Mitglied einer Kommission die Ausführungen des Vorredners nur bestätigen. Vielfach seien die Unterlagen für die Beurteilung der Anträge unvollständig. Wo Vermögen vorhanden sei, müsse. dies selb stperständlich bei Beurteilung des Antrags berücksichtigt werden. Kreistagsmitglied Hirschhorn erklärt, daß er die Aeuße⸗ rung des Kreistagsmitgliedes Beckmann so aufgefaßt habe, als habe dieser den Kommissionen einen Vorwurf nicht machen wollen. Hin⸗ sichtlich der Gewährung von Zuschüssen an solche Personen, die von. ihren Arbeitgebern unterstützt werden, stehe auch er auf dem Standpunkt, daß solche bei Beurteilung der Bedürftigkeit nicht in Betracht gezogen werden dürften, denn die Unterstützung des Ar⸗ beitgebers solle nicht dem Kreis, sondern den Leuten zugute kommen. Kreistagsmitglied Beckmann bekundet, daß es ihm fern ge⸗ legen habe, den Kommissionen den Vorwurf bewußter Unpartei⸗ lichkeit zu machen. Er habe nur sagen wollen, daß objektive Un⸗ gerechtigkeiten vorgekommen seien. a 5 Der Vorsitzende erwiderte hierauf, daß er die frühere Aeußerung des Kreistagsmitgliedes Beckmann nicht anders ver⸗ standen hätte, andernfalls würde er den Redner zur Ordnung ge⸗ rufen haben. spielte mit den Kindern des Bildhauers und plauderte mit diesen über alles mögliche— nur nicht über Politik. Alloatti selbst war durch die Züge. des greisen Staatsmannes aufs tiefste gefesselt. Sie sind voller Charakter, und besonders machen Giolittis Augen, die das ganze Gesicht beherrschen, einen mächtigen Eindruck. Sie wechseln, so bemerkt der Bildhauer, in und mit dem Gespräche unaufhörlich ihren Ausdruck; bald richten sie sich gebietend aur das Gegenüber, bald scheinen sie wie erloschen, und dann wieder funkeln sie wie Lampen unter den dichten Augenbrauen hervor. Man kann sich denken, daß die Wiedergabe dieser Augen dem Künstler keine geringen Schwierigkeiten bereitete. Giolitti, der ein Mann von hoher Bildung und ausgebreiteten Interessen ist, vlau⸗ derte mit dem Künstler auch über Kunstangelegenheiten und beson⸗ ders über die Bildhauerei, auf deren große Leistungen in seiner Heimat Piemont der Stolz war. Als Alloatti auf die Gegensätze im modernen Kunstleben zu sprechen kam, da machte Golittt in. seiner väterlich⸗schalkhaften Art eine Bemerkung, die gerade im gegenwärtigen kritischen Augenblicke ein eigenes Interesse hat. Er. sagte:„Die Kunst hat ihre Gegensätze wie alle Handwerke, wie, alle Aufgaben der Menschheit. Ich weiß auch ein wenig von Gegensätzen zu erzählen!“ — Der Tod John Bunnys wird aus New. York ge⸗ meldet. Einer der berühmtesten Sterne der Kinowelt ist damit vom Schauplatz abgetreten. Jeder Kinobesucher kannte den dicken Bunny, der ihn so oft zum Lachen brachte. Wenn er mit dummlichent Lächeln auf Liebesabenteuer ausging oder als verschmitzter Spitz⸗ bube alle hinters Licht führte, ob er als strenger Vater oder Onkel erschien, immer hatte er den gleichen Erfolg: das Publikum brach schon in Gelächter aus, wenn es sein bewegliches Gesicht, das jeden Augenblick einen andern Ausdruck zeigte, erblickte. Erstaunlich war es, wie er uns trotz seiner großen Korpulenz gelenkig die hals⸗ brecherischsten Abenteuer vorführte: im Auto, im Luftschiff, auf einer zu gut gebohnerten Treppe. John Bunny war Amerikaner: er hat ein Alter von 52 Jahren erreicht, und er war, wie so viele berühmte Komiker, im Privatleben ein sehr ernster Mann. Ur⸗ sprünglich hatte er als bescheidener Variétékünstler sein Leben ge— fristet; sein Glück kam, als er sich dem Film zuwandte und hier schnell der erklärte Liebling des Kinopublikums wurde. Seine Lauf⸗ bahn als Filmschauspieler begann er mit einem Gehalt von 160 Mark in der Woche, aber bereits nach 3 Jahren war er auf 4000 Mark wöchentlich gestiegen. Kreistagsmitglied Sommer fragt an, warum der hier vor⸗ gesehenen Ausgabe eine Einnahme nicht gegenüberstehe. Wenn es möglich gewesen sei, zahlenmäßig eine Ausgabe nachzuweisen, nmiüsse es sich doch auch ermöglichen lassen, eine Einnahme wenig⸗ stens schätzungsweise sestzustellen. Der Vorsitzende bemerkt hierzu, daß unter Ausgabe die Zinsen für die aufgenommenen Darlehen vorgesehen seien, während es sich bei den vom Staate zurückzuerstattenden Summen, die eventuell in Einnahmen angesehen werden könnten, um Kapital⸗ Einnahme gegenübergestellt werden könnten; außerdem handle es sich hierbei um verhältnismäßig geringe und noch dazu um schätungsweise anzugebende Beträge, die ber einer vorsichtigen Aufstellung des Voranschlags besser ganz außer Betracht blieben. Kreistagsmitglied Grünewald hält das eingeschlagene Ver⸗ fahren für richtig. Das Kapitel III wird sodann einstimmig angenommen. 5 Kapitel VI,„Allgemeine Verwaltung“, ist bei Titel 7, „Beiträge an Vereine“, ein Betrag von 550 Mk., das sind 250 Mk. mehr als im Vorjahre, für die Kreisorganisation Gießen für För⸗ 5— der Jugendpflege und verwandte Vereine vorge⸗ sehen. 5. Kreistagsmitglied Beckmann erklärt, er könne nicht für Ausgabe dieses Vertrags stimmen. Wenn es jemandem Spaß inache, seine Kinder in Soldatenkleidern zu sehen, der möge auch selbst die Kosten hierfür tragen. Jedenfalls dürften hierzu die Steuergroschen der Aermsten nicht verwendet werden. a 3 * Der Vorsitzende bemerkt hierzu, daß die Organisation der Jaungwehren gerade zur Jetztzeit unbedingt gefördert werden müsse und zwar zum Besten des Allgemeinwohls. Dies könne aber nur mit Erfolg geschehen, wenn die erforderlichen Mittel hierfür vor⸗ handen seien. g N a 5 Der vorgesehene Betrag wird sodann mit allen gegen eine Stimme bewilligt. N N Zu Kapitel VII 1 hatte das Kreistagsmitglied Beck⸗ mann den Antrag gestellt: Der Kreistag wolle beschließen: 10 „1. Die Dienstlöhne der Kreisstraßenwärter werden ab 1. Jan. 1915 um 10 Prozent erhöht. 1 l 2. Den Kreisstraßenwärtern und den Baumwärtern wird im Falle ihrer Erkrankung, wo Arbeitsunfähigkeit mit ver⸗ bunden ist, der Dienstlohn unter Anrechnung des Kranken⸗ geldes 3 Monate weiter gezahlt.“ 1 Der Kreisausschuß empfahl, dem Antrag unter 1 zunächst nicht stattzugeben, da er die Einführung einheitlicher Grundgehälter für die Kreisstraßenwärter in allen Kreisen der Provinz anregen wolle, so daß künftig der Unterschied in den Lebensverhältnissen der einzelnen Teile der Provinz durch Ortszulagen auszugleichen wäre. Zu 2 beantragt der Kreisausschuß: l Der Kreistag wolle über den Antrag Beckmann hinaus⸗ gehend beschließen, daß den Straßenwärtern des Kreisos Gießen bei Erkrankung der Lohn unter Aufrechnung des Krankengeldes auf die Dauer von 26 Wochen weiter zu zah⸗ len ist. f Kreistagsmitglied Beckmann erklärt, daß er den Antrag unter J gestellt habe, weil er der Ueberzeugung sei, daß die Leute ihre Familien bei den derzeitigen Löhnen nicht anständig ernähren könnten. Im übrigen habe er eine Erhöhung von nur 10 Prozent beantragt, um den Kreis nicht zu sehr zu belasten. In dieser Höhe müsse er aber eine Zulage verlangen. Man könne nicht ver⸗ stehen, daß, wenn den Kreisstraßenmeistern erhebliche Gehalts⸗ zulagen gewährt würden, die Kreisstraßenwärter leer ausgehen sollten. 2. 15 5 Kreistagsmitglied Grünewald schließt sich dem an. Ge⸗ Eristenzen aufrecht erhalten werden. 5 * Vorsitzende bemerkte hierzu, daß der Kreisausschuß der Ansicht gewesen sei, daß die Löhne der Kreisstraßenwärter moöglithst einheitlich in der ganzen Provinz geregelt werden sollten. Hierzu seien Verhandlungen mit den übrigen Kreisen notwendig. Erst nach deren Abschluß solle man nach Anficht des Kreisaus⸗ schusses dem gestellten Antrag näher treten— Die Erhöhung der Gsehalte der Kreisstraßenmeister sei durch die Einführung der neuen Besolbungsordnung für die staatlichen Beamten, die analog anzuwenden sei, bedingt. Die Kreisstraßenmeister hätten daher den erhöhten Gehalt bekommen müssen. . Der Antrag 1 des Kreistagsmitgliedes Beckmann wurde als⸗ dann mit 11 gegen 7 Stimmen angenommen. . nmster des von dem Kreisausschuß gestellten Antrages unter 2 lg N eee . eistagsmitglied Sommer ist der Ansicht, daß diese An⸗ wee einheitlich für alle Kreisbedienstete geregelt wer⸗ den müsse. 0 3 Der Vorsitzende stellt sest, daß weitere Kreisbedienstete zurzeit nicht* kämen. Der Antrag 2/51 Kreisausschusses 5 rde alsdann einstimmig angenommen. 8 0* Zu Kapitel VII Titel 4„Unterhaltung der Kreis⸗ straßen“ regt Kreistagsmitglied„ eine bessere Instandhaltung der Kreisstraßen an. 5 85. erwidert, daß die Straße Gießen—Rod⸗ heim, die der Vorredner wohl in erster Linie im Auge habe, von ber Landesgrenze bis zum Abgang nach Heuchelheim gegenwärtig gewalzt werde. Die Herstellung des Kleinpflasters auf der Rest⸗ recke diefer Straße, d. i. von der Heuchelheimer Abfahrt bis zum HDardtweg, sei bis jetzt noch nicht in Angriff genommen, weil die Verhandlungen mit der Stadt Gießen wegen Uebernahme dieser Strecke zurzeit noch nicht abgeschlossen seien. 3 5 Kreistagsmitglied Beckmann fragt an, wieweit die Ver⸗ handlungen wegen der Straßenbahn Gießen— Wieseck gediehen seien, ob die Uebernahme dieser Straßenstrecke in die Unterhaltung der Stadt bevorstehe. Es sei allgemeines Ver⸗ langen der Bewohner von Wieseck, daß dies alsbald geschehe. 1 Baurat Hechler bemerkt hierzu, daß die allerdings schon lange schwebenden Verhandlungen mit dem Oberbürgermeister zu Gießen wesentliche Fortschritte gemacht hatten unß demselben ein entsprechender Beschluß des Kreisqusschusses bereits mitgeteilt wor⸗ den sei. Allerdings sei auf das Angebot des Kreises eine Antwort noch nicht erfolgt. W Keller erklärt, der Stand der Angel heit sei aus den Tageszeitungen zu ersehen gewesen. Die handlungen mit der einde Wieseck seien zwar eingeleitet, aber der Bürgermeister dieser Gemeinde stehe zurzeit im Felde. Dies sei wohl der Grund, weshalb die Gemeinde noch keine Stellung nommen habe. 2 Zu K Pier IX Titel 5„Schulgesundheits pflege“ stellt der Vorsitzende sest, daß der Bericht des Schularztes, der in diesem Jahr besonders ausführlich gehalten sei, den Kreis⸗ tagzmitgliebern mit dem Voranschlag zugestellt worden ist. Die Mitglieber hätten viel Interessantes aus ihm entnehmen können und er glaube in ihrer aller Sinne zu handeln, wenn er dem 3 A 3 der Versammlung für die ausführli rlegung ausspreche. 1 * Kreistagsmitglied Beckmann regt an, es möge künftighin auch der Za h Lande mehr a 15 a Kreistagsmitglied Sommer bemerkt, daß der Bericht in sogzial⸗*— Richtung besonders eingehend abgesaßt sei, Auch er sei ber Ansicht, daß bezüglich der Körperpflege der Schulkinder noch manches ges⸗ So halte er die Anlegung von * npife ge bei den Schulkindern auf dem Sorgfalt zugewendet werden. chehen müsse. 0 ng Tummelplätzen für sehr notwendig. Infolge des Krieges sei es ihm beträge handele, die budgetmäßig nicht wohl Zinszahlungen als sch rade in der gegenwärtigen Zeit müßten schwache wirtschaftliche] Den Das Material liege schon vor, daß der gleiche Antrag bereits 9 worden sei. der Kreistag in der Regel nur einmal im werde r c Unter Kapitel IX Titel 7„Krankenpflege“ ist in Ausgabe ein Betrag von 1000 Mark zur Fö der B n- gen im Kreise vorhandenen Organisationen und Einrichtungen für Krankenpflege und Krankentransporte im Wege einer zu bil⸗ denden Kreisorganisation vorgesehen. Da zurzeit aber eine Kreis⸗ organisation für Krankenpflege noch nicht bestehe, wohl aber eine Dekanatskrankenpflege und das Dekanat bereit sei, die Kranken⸗ schwestern nötigenfalls für die Gemeinden des Kreises zur Ver⸗ fügung zu stellen, die nicht zum Bezirk des Dekanats gehörten, lage er vor, einen erläuternden Zusatz aufzunehmen, wonach auch ein Teil des in Ausgabe vorgesehenen Betrags zur Unter⸗ stützung der Dekanatskrankenpflege verwandt werden könne. Die Anregung wurde einstimmig gutgeheißen. Bei Kapitel IXa„Soziale Fürsorge“ ist unter Aus⸗ gabe eine Summe von 483.15 Mark vorgesehen, die nach 8 453 RVO. als Arbeitgeberanteile des Gemeindeverbandes an den Bei⸗ trägen zur Krankenversicherung unständig Versicherter für das Ri. 1914 zu entrichten sind. 0 Der Vorsitzende bemerkt hierzu, daß der Kreistag bereits beschlossen habe, diesen Ausgabebetrag auf die Einwohner des Land⸗ bezirkes umzulegen. Dieser Beschluß sei 8 nur so zu verstehen, daß die Umlegung mittelbar, d. h. durch Vermittlung der sämt⸗ lichen Landgemeinden und Gemarkungen auf die Einwohner er⸗ folgen solle. Demgemäß sei ein entsprechender Betrag unter der Einnahme des Kapitels XIX„Beiträge der Gemeinden und Ge⸗ markungen“ vorgesehen worden. Gegen dieses Verfahren wurde kein Widerspruch erhoben. Zu diesem Kapitel liegt eine Eingabe der Allgemeinen Orts⸗ krankenkasse des Landkreises Gießen vor, die einer Vereinigung ihrer Kasse mit der Landkrankenkasse des Kreises Gießen das rt redet. Der Kreisausschuß beantragt, an das Großh. Kreisamt das Ersuchen zu richten, Ermittlungen in dieser Angelegenheit an⸗ zustellen und ihm das gesammelte Material zur Beschlußfassung zu unterbreiten. Kreistagsmitglied Beckmann hält den Antrag für begründet und zwar hauptsächlich deshalb, weil hierdurch die Verwaltungs⸗ losten verringert würden. Auch würden dadurch die Differenzen beseitigt, die fortgesetzt dadurch entständen, daß die meisten Leute, auch zum Teil Arbeitgeber, nicht wüßten, ob eine Versicherung in der Orts⸗ oder Landkrankenkasse stattzufinden habe. Weiter wäre eine vereinfachte Buchführung für die Ortsstellen möglich. Diese müßten zurzeit für jede Kasse getrennte Bücher führen, was sehr viel Zeit in Anspruch nehme. Es könne seiner Ansicht nach schon heute die Vereinigung beschlossen werden, was er beantrage. Kreistagsmitglied Keller steht dem gestellten Antrag sym⸗ pathisch gegenüber und will ihm zustimmen. Nur könne er dies heute noch nicht. Es sei vielmehr notwendig, daß erst die erforder⸗ lichen Erhebungen angestellt würden. Man solle keinen Beschluß fassen, wenn der Gegenstand nicht vorher genau geprüft fei. Kreistagsmitglied Hirschhorn schließt sich dieser Ansicht an. Er könne heute auch nicht für den Ankrag stimmen, weil er die Materie im Augenblick nicht übersehen könne. Kreistagsmitglied Becker erklärt, daß der Antrag Vorteile habe, die in erster Linie in der Vereinfachung der Geschäftsführung und der Verbilligung lägen. Dies sei so einleuchtend, daß heut schon Beschluß hierüber gefaßt werden könne. Kreistagsmitglied Grünewald hält, falls man für Zu⸗ sammenlegung der Kassen sei, die Ausarbeitung eines Statuts hierüber für erforderlich. Kreistagsmitglied Hirschhorn schlägt vor, den Kreisaus⸗ schuß zu ermächtigen, die erforderlichen Vorarbeiten vorzunehmen und die Vereinigung in die Wege zu leiten. „Kreistagsmitglied Keller hält die Anregung des Mitglieds Grünewald für wichtig und schlägt vor, den Kreisausschuß auch für den Fall mit der Ausarheitung eines Statuts zu betrauen, daß dieser sich gegen eine Vereinigung der Kassen ausspreche. n der Kreistag könne auch in diesem Fall für eine solche sein. Er beantrage, dem Kreistag in seiner nächsten Sitzung das ge⸗ sammelte Material gleichzeitig mit einem ausgearbeiteten Statut zur Beschlußfassung vorzulegen. „Der Antrag Beckmann, heute schon über die Vereinigung der beiden Krankenkassen ustimmen, wurde mit 10 gegen 7 99 5— abgelehnt, der Antrag Keller einstimmig angenommen. Weiter hat das Kreistagsmitglied Beckmann den Antrag auf Errichtung eines Gewerbegerichts für die Land⸗ gemeinden des Kreises Gießen gestellt. Der Kreisausschuß schlägt vor, eine Kommission zu ernennen, die unter dem Vorsitz des Referenten des Kreisamts die erforderlichen Ermittlungen anstellen und das Ergebnis begutachten soll. In diese Kommission wären zu wählen: ein juristisches Mitglied des Kreisausschusses, Kreistagsmitglied Beckmann zieht alsdann seinen Antrag 20 der Großh. Gewerbeinspektor, ein Vertreter der Großh. Handels⸗ kammer Gießen, ein Vertreter der Arbeitnehmer. Kreistagsmitglied Beckmann: Der Kreisausschuß habe seinem 5 wohl ein anständiges Begräbnis bereiten wollen. Er habe denselben Antrag schon in früheren Jahren gestellt, damals sei man auch nicht über Ermittlungen hinausgekommen. man könne deshalb auch jetzt schon zur Frage Stellung nehmen, was er beantrage. Ter Vorsitzende weist die Unterstellung des Kreistags⸗ mitgliedes Beckmann, man habe seinem Antrag ein anständi Begräbnis bereiten wollen, als unzutreffend zurück. Richtig. . stellt und daß entsprechen⸗ des Material gesammelt lein dieser Vorgang liege schon zehn Jahre zurück und das damals gesammelte Material sei doch inzwischen veraltet und könne heute unmöglich als Grund⸗ lage für eine Beschlußfassung dienen. Kreistagsmitglied Keller. Die Frage sei zu schwierig, als daß sie schon heute gelöst werden könnte, man solle aber, wenn die demnächst spruchteif sei, eigens hierfür den Krei zusammenberufen. Ueberhaupt empfinde er es mißständig, da Jahre zusammenberufen mmission geschritten: duiß soll Aisch fach Landgerichtsrat Neuen⸗ hagen vertreten werden, im übrigen die Großh. Handelskammer Gießen und die als Vertreter der Arbeitnehmer gewählten Bei⸗ sitzer des Gewerbegerichts der Stadt Gießen ersucht werden, je einen Vertreter in die Kommiffion zu entsenden. Kreistagsmitglied Winn stellt hierauf den Antrag, die übri⸗ gen Kapitel des Voranschlags en bloc anzunehmen. Tiefer Antrag wurde einstimmig gutgeheißen n sodann fest, daß der 1 unter 1 chlossenen i der Löhne der Kreisstraßenwarte unter Rubrik VII Der Betrag, der unter VII mehr erscheint, sei am dem Peservesonds abzusetzen Nunmehr kam man zum ersten Gegenstand der Tagesordnung zurück. Debattelos wurden die na iefenen Kreditüberschrei⸗ tungen von 15 602,98 Mk. in Beleg 656 zu Lasten der ieso⸗ nen Deckungsmittel(Mehreinnahmen und Min 1 6 in Beleg 657 genehmigt und das Verzeichnis der liquidierten stände in Höhe von 1494,92 Mk. gutgeheißen. 0 Dritter Gegenstand der Tagesordnung. in biesem Jahr leider nicht möglich gewesen, sich an der Abfassung] bauung ei Kreisstrafe von Dei f e Sn eiern. er weile del aber in n 7 eihgeßern nach Gießen; hier . Der Borsttzende gibt betannt, f f Ir Schenck bemerkt noch zu der Aeußerung Beckmann, daß] des Geländes 4 de gibt be— sich 9 94— die Hahnpflege wirksam nur dann durchgeführt werden könne, kung Schiffenberg ergeben habe, daß die 2 wenn auch ein Schulzahnarzt bestellt werde. beiden Gemarkungen Schiffen 12 25 N Lreistagsmitglied Sommer peist darauf hin, wie außer⸗ den Kilometersteinen 2,4 und 3,0 im Zickzal und 2— ordentlich wichtig es für die Menschen sei, gesunde Zähne zu Deshalb sei ci schon Verhandlungen in dem 1 angegebenen Sinne im Gange. an sei und zwar in Einnahme und Ausgabe mit 890 700,30 Mk. WWW 1 7 arbeit zugedeckt würden. Es sei deshalb a l 1 5 dies 8 8 grenzwegen im einigungsverfahrer„ in 0 der Fahrbahn der Kreisstraße zu verlegen E en Brechpunkten an beiden Seiten der Straße mit Gemarkungsgrenzsteinen aus⸗ zusteinen. Dem vorgeschlagenen Verfahren hätten 1 15 die be⸗ teiligte Gemarkung Schiffenberg wie die Genleinde Großen eden ebenso wie der Kreisausschuß zugestimmt. Der Kreistag heißt die in Aussicht genommene Grenzregulierung ebenfalls gut. a Zum 4. Gegenstand der Tagesordnung„ a. Neuwahlen, r gibt der Vorsitzende bekannt, daß die Wahlzeit des stellver⸗ ir mer, 1 Aus⸗ tretenden Kreisausschußmitgliedes, Kommerzienrat Schi abgelaufen sei und deshalb Neuwahl stattfinden müsse; ein Aus⸗ scheidender könne wiedergewählt werden. Es erfolgt sodann ein⸗ stimmige Wiederwahl des Genannten durch Zuruf. Zum 5. Gegenstand der Tagesordnung 0 WMitteilungen„ erklärt der Vorsitzende, daß Amtsrichter Specht, der Vor⸗ sitzende der Kommission für Familienunterstützungen des Amts⸗ gerichtsbezirks Grünberg versetzt worden sei. Der Kreistag be⸗ schließt auf Antrag des Kreisausschusses einstimmig, an seine Stelle seinen Nachfolger im Amte, Gerichtsassessor Brückel, in Grünberg, als Vorsitzenden der dortigen Kommission zu ernennen. Die Tagesordnung war damit erledigt. Der Vorsitzende schließt die Sitzung um 12 ½ Uhr nachmittags. ———— ——— —.—— Die Tagung des deutschen Bühnenvereins. rb. Darmstadt, 16. Mai. Die 46. ordentliche Generalversammlung des Deuts Sal Bühnenvereins nahm heute vormittag 11 Uhr im der„Traube“ ihren Anfang Es waren über 100* zu⸗ egen, Der erste Präsident, Generalintendant Graf von Hülsen⸗ Haeseler eröffnete die Tagung mit einer warmherzigen An⸗ sprache. Die gnädige Einladung des Großherzogs 7 8 eint uns heute, wie vor zwölf Jahren wieder in der lings⸗ frohen Hauptstadt des Hessenlandes und gibt uns Gelegenheit. die großen Fortschritte der Residenz auch in ihrer inneren Ent⸗ wickelung kennen zu lernen. Ich habe schon gestern Sr. königl. Hoheit für den überaus gnädigen Empfang unseren ehrerbietigsten Dank ausgesprochen und wiederhole das hier erneut und offiziell. Zugleich danke ich auch Herrn Intendanten Dr. Eger, der alles getan hat, uns den Ausenthalt hier so angenehm wie möglich zu gestalten. Noch niemals, seit der Deutsche Bühnenverein besteht, sind seine Mitglieder in einer so gewaltig kreisenden Zeit zusammengetreten, wie der jetzigen. Unter Führung unseres erha⸗ benen Kaisers, der deutschen Bundesfürsten und der schlachterprob⸗ ten Feldherren stehen unsere deutschen Brüder drau im Felde, jederzeit bereit, mit ihrem Blut unsere heiligsten Güter zu ver⸗ teidigen. Und so eilen denn unsere Gedanken zuerst mit den Ge⸗ fühlen des herzlichsten und wärmsten Dankes zu ihnen, aber auch mit der glaubensstarken, eisernen Zuversicht, daß aus dieser blu⸗ tigen Saat die goldene Friedenszeit aufgehen wird, und, wie einst 1 im alten Hellas, Deutschlands Kunst eine Blüte erleben wird, wie noch keine zuvor. Das walte Gott!(Lebh. Beifall.) Der Präsident widmete darauf dem verstorbenen Mitglied Alfred Schmieden einen warmherzigen Nachruf und die Anwesenden erhoben sich zum ehren⸗ den Gedächtnis von den Plätzen. l Nach Wahl der Schriftführer, sowie Feststellung der Anwesen⸗ heitsliste trat die Verhandlung in die Tagesordnung ein. Zunächst erstattete Intendant v. Holthoff den Geschäftsbericht; es geht daraus hervor, daß der Verein 10 Ehrenmitglieder und 151 Mit⸗ glieder mit 310 Stimmen besitzt. Der Abschluß für das Jahr 1914 ergibt einen Ueberschuß von 5140 Mark. Das Vermögen des Ver⸗ eins beträgt 103 Mark. Bei der alsdann vollzogenen Vor⸗ standswahl wurden alle Mitglieder des Präsidiums 1 f mit Ausnahme des satzungsmäßig ausscheidenden Bachur, an dessen Stelle durch den Stimmzettel Direktor Meuke n⸗ Zürich gewählt wurde. Den Bericht über die Wohlfahrt s⸗ kasse g crstattete Geh. Rat Lautenburg. Sie hat im Berichts⸗ jahr 20 217 Mark an Zuwendungen erhalten; die Gesamtausgaben stellten sich auf 19 301 Mark, von denen 15 265 Mark für laufende Unterstützungen aufgewendet wurden, und zwar an Bedürftige Bo⸗ 59 2 Mark. Der Barbestand stellte sich beim Abschluß auf rk. milie, wurden in 1 Wohnungen untergebracht und er⸗ eingekleidet. In 325 Fällen wurde die rückständige Miete 8 kräfti besonb debe hat die Kriegshilfskasse in jeder Weise segenskeich der W gelindert. Am 15. Juni sollen während der Sommerszeit die verschiedenen Wohl⸗ tätigkeitseinrichtungen geschlossen werden, da die Bedürftigen bez deren Krder dälsten der Pelfdenk fear er degler tigung fin ürften. Der Pr n N r 1 Poiberern des Kriegsheims, besonders dem Werichterteaer den besonderen Dank aus und die Versammlung brachte dem Präfiden⸗ ten für seine gro 0 Förderung ein drei Ueber die Schaffung einer Sch Altmann begründete e tischen Hochschulkurse in Jena dur ördern. 8 ramen r sämtli⸗ wieder zurück. Ein Antrag Im m auf Gründung von cgirssverbänden. 2— e nd Auf die 7 Wie der a. er au 1 au ie neue Verbände gebilbet worden. dahin wir! all den Geheimrat Barnay sei mit Recht auch gegen die traurige nung vorgegangen, daß noch im jetzigen Kriegsjahr über 1 rnamen in 285 verschiedenen Fällen entstellt . 1 5 dazu g den haben, ihre deutschen Vornamen ins Französische, Englis oder gar Russische zu übertragen. Unsere großen Hubnenkünstler hätten diesen Unfug vermieden, es, seien meist kleine, die mangels anderer Eigenschaften mit solchen Dingen die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zu lenken suchen.— Au der Aussprache über diesen Antrag beteiligten sich die Direktoren Burkhardt, Burchard und Intendant Claax, welch letzterer sich namentlich gegen die For⸗ derung eines der Vorredner wandte, daß das Ausländertum von den deutschen Bühnen ausgeschlossen werden m Deutschland habe sich in Kunst und Literatur stets kosmopolitisch gezeigt. In dem— des Fremden und dessen Durchdringen mit esen erblicke er auch einen Teil der Ursachen unserer deutschem Kraft. Deutschland beherrsche jetzt nicht nur mit den Waffen die Welt, es habe sie vorher schon durch den deutschen Geist beherrscht. (Lebhafte Zustimmung.) Der Vorwurf, daß ausländische Bühnen- werke zum Nachteil der deutschen von unseren Bühnen bevorzugt würden, müsse entschieden zurückgewiesen werden. Geh. Rat Bar⸗ may führte aus, daß mit dem Antrag nur dem Unfug des Um modelns der Vornamen gesteuert werden solle, Er habe 4851 78— Fälle festgestellt und wenn der Name in jedem Monat nur ünfmal auf dem Programm erscheine, so müsse sie das Publikum monatlich 25000 mal genießen. Der Antrag wurde schließlich im Sinne einer Anregung einstimmig angenommen. Die Versammlung nahm weiter einen Antrag Lange mit 30 Unterschriften an, worin beschlossen wird, daß in Zukunft außer der in§ 43 der Satzung vorgesehenen Generalversammlung mög⸗ lichst im Januar noch eine zweite Versammlung einberufen wer⸗ den soll, oder, falls dafür kein Material vorliegt, eine zwanglose Zusammenkunft.— Die Festsetzung des Ortes für die nächst⸗ jährige Generalversammlung wurde der Versammlung im Jaruar vorbehalten. Ueber die Stempelpflichtigkeit der Ausfüh⸗ rungsverträge erstattete Syndikus Wirkl. Geh. Admirali⸗ tätsrat Dr. Felisch Bericht. Es ser Usus geworden, daß die Steuerbehörden auch für die Tantiemen von Bühnenleitern die Gebühren erheben, während diese doch von den Verlegern gezahlt werden sollten. Auf Anregung des Grafen Seebach wird be⸗ schlossen, daß der Verein die Regelung dieser Frage mit den Ver⸗ legern in die Hand nehmen soll.— Ueber die Einsetzung einen ischten Kommission zur Verdeutschung der im Theaterbetriebe vorkommenden Fremdwörter berichtete Exz. Baron zu Purttlitz. Eine solche Kommission ist vorbehaltlich der Zustimmung der Versammlung aus 12 Personen gebildet worden und hat am 5. Mai eine Sitzung abgehalten. Sie war der Meinung, daß Worte, wie Alkustik, Chor, Ballett, Dramatik usw., ohne weiteres beibehalten, dagegen Worte, wie Almanach, Benefiz, Bureau, Ensemble usw., verdeutscht werden müßten. Schwieriger ser die Uebersetzung von Worten, wie Loge, Orchestersessel und verschiedene Titel, wie Inspektor, das Wort Abonnement usw. Die Kommission, die einstimmig mit dem Recht der Ergänzung um weitere sachverständige Mitglieder bestätigt wurde, wird im Laufe des Jun wieder zusammentreten und den Bülnenleitern noch vor Beginn der neuen Spielzeit geeignete Vorsckläge zu Verdeutschungen unterbreiten. Zu dem vorher be⸗ handelten Thema stellte der Redner den Grundsatz auf: Empfm⸗ den wir deutsch und bringen wir alles, was wert und bedeutungs⸗ voll ist. Aber handeln wir auch deutsch, indem wir alles Wert⸗ volle vom Auslande uns zu eigen machen.(Lebh. Beifall.) Der Präsident teilt darauf mit, daß der letzte Punkt der Tages⸗ ordnung, eine Berliner Verlagsfirma betreffend, inzwischen auf⸗ geklärt und erledigt worden ist. Die Versammlung beschloß dar⸗ nach einstimmig, Herrn Geh. Hofrat Werner, der an der Teil⸗ nahme verhindert war, in dankbarer Erinnerung an die letzte Gene⸗ ralversammlung ein Begrüßungstelegramm zu senden. Zum — gab Herr Intendant Dr. Eger nochmals seiner ßen Fr über die Vereinstagung in Darmstadt Ausdruck und wünschte, daß die auswärtigen Mitglieder angenehme Erinnerungen an 2 mitnehmen möchten. Er sprach auch namens der Versammlung Herrn Grafen v. Hülsen für die umsichtige Leitung der Versammlung lebhaften Dank aus. Den geschäftlichen Bera⸗ tungen schloß sich ein gemeinschaftliches Mittagsmahl in der „Traube“ an. 4 Nach der Festworstellung im Hoftheater, wo Verdis„Aida“ unter Hofrat Ottenheimers Leitung mit Frl. Geyersbach als Gast in der Titelrolle zur Aufführung kam, folgten die Teil⸗ nehmer der Tagung des Deutschen Bühnenvereins einer Einladung um Abendessen beim Großherzog im Residenzschloß. Wie Festtafel, an der etwa 120 Personen teilnahmen, fand im Kaisersaal des Schlosses statt und war reich mit duftigem Blumen⸗ schmuck ausgestattet. Der Großherzog in seiner feldgrauen Uniform hatte in der Mitte der Längstafel Platz genommen, rechts⸗ neben ihm Generalintendant Graf Hülsen ⸗ aeseler, linfs Generalintendant Frhr. zu Puttlitz. Nach dem Essen gegab sich der Großherzog mit seinen Gästen in die Kaiserzimmer, wo beim Glase frischen Spatenbräus und Zigarren alle Teilnehmer noch län⸗ gere Zeit in lebhafter Unterhaltung verweilten. Wie bekannt wurde, N N C sernung hin, und einander Meldungen übermitteln können. Der Erfinder versucht, eine Gesellschast zur Ausnützung seines Patentes zu gründen. “ Wie viel Menschen sind vom Vatikan ab- hängig? Wie viel Italiener und Ausländer stehen im Dienste des Vatikans? Die Frage ist oft aufgeworsen und vielsach mit geradezu phantastischen Zissern beantwortet worden. Jetzt liegt endlich einmal eine zuverlässige Zählung vor, die angeblich durch eine Forderung der italienischen Regierung bei Gelegenheit eines Konfliktes veranlaßt worden sein soll. Jedenfalls hat Monsignore Mazzolini eine genaue Zählung der Angestellten des Vatikaus vor— genommen, die sich danach auf 3274 Italiener und 523 Ausländer belaufen. In dieser Zahl sind aber die Personen nicht einbegriffen, die das kleine„Heer“ des Paypstes bilden; zieht man auch sie in Rücksicht, so gelangt man zu dem Ergebnisse, daß der Papst alles in allem annähernd 4000 Menschen, die in seinen Diensten stehen, zu unterhalten hat. Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Montag, den 17. Mai, geschlossen. abends 7 Uhr:„Silvana.“ Dienstag, den 18. Mai, Mittwoch, den 19. Mai, abends 7% Uhr: „Hoffmanns Erzählungen.“ Donnerstag, den 20. Mai, abends 7 Uhr:„Rigoletto.“ Freitag, den 21. Mai, geschlossen. Samstag, den 22. Mai, abends 7 Uhr:„Die Zauberflöte.“ Sonntag, den 23. Mai, abends 7 Uhr:„Madame Butterfly.“ Montag, den 24. Mai, abends 6 Uhr: Wagner-Zyklus J.:„Rienzi.“ Diens- tag, den 25. Mai, abends 7 Uhr:„Boccaccio.“ Mittwoch, den 26. Mai, abends 7 Uhr: Wagner Zyklus II.:„Der fliegende Holländer.“ Donnerstag, den 27. Mai, abends 7 Uhr:„Der Waffenschmied.“ Schauspielhaus. Montag, den 17. Mat, abends /½8 Uhr:„Im weißen Rößl.“ Dienstag, den 18. Mai, abends ½%8 Uhr:„Die Venus mit dem Papagei.“ Mittwoch, den 19. Mai, abends ½8 Uhr:„Die Schöne vom Strande.“ Donnerstag, den 20. Mai, geschlossen. Freitag, den 21. Mai, abends 8 Uhr:„Die Zierpuppen.“ Hierauf:„Der eingebildete Kranke.“ Samstag, den 22. Mai, abends ½8 Uhr: „Im weißen Rößl.“ Sonntag, den 23. Mai, nachmittags 3 Uhr: „Husarenfieber.“ Abends ½8 Uhr:„Der Alpenkönig und der Menschenseind.“ Montag, den 24. Mai, nachmittags 3 Uhr:„Die Schöne vom Strande.“ Abends ½8 Uhr:„Der Alpenkönig und der Menschenseind.“ Dienstag, den 25. Mai, abends ½8 Uhr: „Ini weißen Rößl.“ Mittwoch, den 26. Mai, abends ½8 Uhr: „Der Alpenkönig und der Menschenseind.“ Standes amts nachrichten. Friedberg. Geborene: Mai 4. Tem Schneider Heinrich Wilhelm Daniel Fischer eine Tochter, Hedwig.— 5. Dem Vizefeldwebel Michael Fell ein Sohn, Joseph Anton Friedel.— 9. Dem Elektro⸗ mechaniker Carl Julius Lüdke eine Tochter, Marie Luise. Sterbefälle: Mai 5. Wilhelm Meyer, Rentner, 76 Jahre alt.— 11. Martin Werth, Schneiderlehrling in Friedrichsthal, Kreis Usingen, 16 Jahre alt. Bad⸗Nauheim. Geborene: April 2. Dem Schreibgehilfen Heinrich Hart⸗ mann VII. eine Tochter, Christine Auguste Käthe.— 3. Dem Spengler Heinrich Fisch VII. eine Tochter, Ernstine Marie.— 6. Dem Gastwirt Nilolaus Hertlein ein Sohn, Karl Johann.— 11. Dem Zimmermann Johannes Will VII. eine Tochter, Karoline Marie Katharine. Eheschließungen: April 7. Karl August Theodor Gruber, Direktor in Lüdenscheid, mit Katharina Sophie Stockfisch in Lüden⸗ scheid.— 8. Dragoner der 4. Landw⸗Eskadron des Drag.⸗Rgts. 24 Ernst Borchert, Landwirt in Bad⸗Nauheim, mit Emma Scherer in Bad⸗ Nauheim.— 17. Landw.⸗Gefreite der Genesungskompagnie des Res.⸗Inf.⸗Rgts. Nr. 116 Heinrich Ziegler, Kaufmann in Bad⸗ Nauheim, mit Auguste Lack in Bad⸗Nauheim.— 30. Max Gold⸗ berg, Kaufmann in Kassel, mit Ida Ries in Bad⸗Nauheim. Sterbefälle: April 5. Clisabeth Christine Emilie Aletter, 10 Mon. alt.— Karl Wilhelm Blättermann, Rentner, 56 Jahre alt. — 16. Katharina Salzmann, geb. Fisch, 60 Jahre alt.— Elisabethe Marie Böckel, 16 Jahre alt.— 17. Jean Peter Wetter, Hotel⸗ besitzer, 59 Jahre alt. Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. Mittwoch, den 19. und Donnerstag, den 20. Mai 1915: Wochen fest.. 1. Tag: Vorabend: 8.00 Uhr. Vormittags 8.00 Uhr. Nachmittags: 4.00 Uhr. Vorabend: 9.00 Uhr. Vormittags: 8.00 Uhr. Nachmittags: 4.00 Uhr. Festesausgang 9.05 Uhr. ————— meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Predigt. Dag 3 Bekanntmachung betreffend vorratserhebung und Beschlagnahme über Gummibereifung für Uraftfahrzenge eber Art. 4 Nachstehende Verfügung wird hiermit zur allgemeinen Kennt⸗ nis gebracht mit dem Bemerken, daß jede Uebertretung(worunter auch verspätete oder unvollständige Meldung fällt), sowie jedes Anreizen zur Uebertretung der erlassenen Vorschrift, soweit nicht nach den allgemeinen Strafgesetzen höhere Strafen verwirkt sind, nach 8 9 Ziffer„b“ des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851(oder Artikel 4 Ziffer 2 des Bayerischen Gesetzes über den Kriegszustand vom 5. November 1912, oder nach § 5 der Bekanntmachung über Vorratserhebungen vom 2. Februar 1915) mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 10000 Mark bestraft wird, und daß Vorräte, die ver⸗ schwiegen sind, im Urteil für dem Staat verfallen erklärt werden 1 können. 11 Von der Verfügung betroffene Gegenstände. Meldepflichtig und beschlagnahmt sind vom festgesetzten Melde⸗ tag ab bis auf weiteres sämtliche Vorräte an Gummi-Vereifung (Decken, Schläuchen, Vollreifen) für Kraftfahrzeuge jeder Art, auch die an Fahrzeugen, für welche eine erneute Zulassungsbescheini⸗ gung nicht erteilt wird, befindliche Bereifung. a 3 9 2. 5 Von der Verfügung betroffene Personen, Gesellschaften usw. 17 Von dieser Verfugung betroffen werden: 1 9 a) alle Personen und Firmen, die die in 8 1 aufgeführten Gegenstände in Gewahrsam haben, soweit die Vorräte sich 175 in ihrem Gewahrsam und/oder ber ihnen unter Zollaufsicht 1 befinden; 7 g. f 5 15 b) alle Kommunen, öffentlich rechtliche Körperschaften und Ver⸗ 0 bände, die solche Gegenstände in Gewahrsam haben, soweit 1 die Vorräte sich in ihrem Gewahrsam und /oder bei ihnen unter Zollaufsicht befinden; J 17 c) alle Empfänger(in dem unter a und h bezeichneten, Uum⸗ fang) solcher Gegenstände nach Empfang derselben, falls die Gegenstände sich am Meldetage auf dem Versand befinden und nicht bei einem der unter a und b aufgeführten, Ver- 0 sonen usw. in Gewahrsam und/ oder unter Zollaufsicht ge⸗ halten werden. g 5. Vorräte, die in fremden Speichern, Lagerräumen und anderen 1 Aufbewahrungsräumen lagern, sind, falls der Verfügungsberech⸗ 5 tigte seine Vorräte nicht unter eigenem Verschluß hält, von den In⸗ habern der betreffenden Aufbewahrungsräume zu melden und gel⸗ ten als bei diesen beschlagnahmt. 1 5 1 Sind in dem Bezirk der verfügenden Behörde Zweigstellen vorhanden(Zweigfabriken, Filialen, Zweigbureaus und dergl.) so ist die Hauptstelle zur Meldung und zur Durchführung der Be⸗ 2 schlagnahmebestimmungen auch für diese Zweigstellen 8* Die außerhalb des genannten Bezirks(in welchem sich die Haupt⸗ stelle befindet) ansässigen Zweigstellen werden einzeln en. 5 8 3. 72 Umfang der Meldung. U Die 2— 5 außer den Angaben über Vorrats⸗ 0 mengen noch folgende Fragen: 5 15 a) wem die remden Vorräte gehören, welche sich im Gewahr⸗ 1 sam des Auskunftspflichtigen befinden; l 7 b) ob, und gegebenenfalls durch welche Stelle bereits von an⸗ derer Seite eine W der Vorräte erfolgt ist. 15 . 4. 11 Inkrafttreten der Verfügung. ö Für die Meldepflicht und die Beschlagnahme ist der am 17. Mai 1915(Meldetag) mittags 12 Uhr bestehende batch Zustand maßgebend. ö 2 Für die in 8 2 Absatz e bezeichneten Gegenstände treten Melde⸗ 85 pflicht und Beschlagnahme erst mit dem Empfang oder der Ein⸗ lagerung der Gegenstände in Kraft. ö N. Beschlagnahmt send uch alle nach dem 17. Mat 1915 wa hinzukommenden Gegenstände. 2 8 * 9 5.. Beschlagnahmebestimmungen. N Die beschlagnahmten Reifen und Schläuche verbleiben in den nd sind tumlichst gesondert aufe es i und Militär- ane Fagerbucfi ichten uud den Pole eine Lager rung einzuri un izei⸗ 1 behörden jederzeit die Prüfung der Lager sowie der Lagerbuchfüh⸗ rung zu gestatten. 175 8. 6. Meldebestimmungen. 1088 Die Meldung hat unter Benutzung der amtlichen vrange Meldescheine für Bereifung zu 1—— 1 für die Vordrucke in den Postanstalten 1. und 2. Klasse erhältlich sind.* Dem Meldepflichtigen wird anheimgestellt, in der Meldung ein— 2595 Verkauf eines Teils seiner Bestände oder der ganzen Bestände zu machen. 5 1 Weitere Mitteilungen irgendwelcher Art darf die Meldung nicht enthalten. en 5 77 Die Meldezettel sind an die Königliche Inspektion des Kraft⸗ sahrwesens Berlin⸗Schöneberg vorschristsmäßig ausgefüllt bis zum t der Großherzog den Generalintendanten Grafen Hülsen⸗ 3 5. 5 aeseler 25 Fegen. zu Puttlitz das Großkreuz des Phi⸗ 8 32 3 2 2 22 27. Mai 1915 einschließlich 8. wech lppsordens dem Syndikus Wirkl. Geh. Admiralitätsmt Dr.] Mai e B 5 2 3 28 An 8 1 4 alle Anfragen zu richten, 18 Felisch⸗ Berlin und dem Direktor Gregor-Wien das Kom⸗ 8 2 8— 3 58 ER 2 855 Wetten u Rust. 16. Mai 1915. f 1 0 een ee eee.—— 1615 8 82 83 5 8 89 8 8 122 Stellv. Generalkommando 18. Armeekorps. 3 iet 2 8 8— Bekanntmachun f Ein automatischer Zugmelder. Die Schweizer 7. e g. a 5 f 1 Behörden haben, wie die„Gazette de Laufanne“ berichtet, ein]! 7 749,4 13, 5,0 43 8E 2 3 Sonnenschein Wegen Vornahme von Walzarbeiten wird die Kreisstraße Patent für ein neues Meldesystem erteilt, durch das zwei Züge, 3 5 2 9,5 6,1. NE 2 4 Bew. Himmel] Langsdorf—Nieder⸗Bessingen vom 17. d. Mis ab bis auf wei⸗⸗ die auf einem Gleise aufeinander zufahren, ihre Annäherung ein⸗ 17.07 744,8 8,9 5,6 N 2 1 Sonnenschein f teres für jeden Fuhrwerks⸗ und Automobilverkehr gesperrt. 15 ander automatisch mitteilen. Diese Erfindung kann mit verhält- Der Verkehr wird über Ober⸗Bessingen umgeleitet. 4 nismäßig geringen Kosten den bestehenden Eisenbahneinrichtungen K Gießen, den 15. Mai 1915.. 80 eingefügt werden. Ihre Besonderheit besteht darin, daß die beiden] Höchste Temperatur am 15. bis 16. Mai 1915= + 15,0 0. Großherzogliche Kreisamt Gießen. 195 Züge in Verbindung miteinander treten, schon auf weite Ent-! Niedrigste 15,„ 16.„ 1018 0,4 r. Usinger. 2 1 55 Die Verwundeten trinken ihn gern. Infolge Ihres gefälligen Schreibens vom 12. d. M. bittet das Reservelazarett lum Übersendung eines 5 weiteren Quantums coffeinfreien Kaffee Hag. Gleichzeitig teilt Ihnen das Reservelazarett wunschgemäß mit, daß der Kaffee Hag von den Verwundeten gern getrunken wurde und auch sehr gut bekommen ist. 1 Br... 16. 2. 1915. 3146 88 der Chefarzt vom Reserbelazarett l. N 1 0 4 i Die beste und praktischste Hacke ist Simpli-Hacke Alleinverkauf bei: J. B. 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Af jede gesogen Nummer eiad wet Fletch hebe 6 Winne gefallen, d war je ser af 4½ ld. gleicher Nommer in des beiden Abtelldages I end Nur die Gewinne uber 2% Mark sind den betretteuden Nummern in Klammern delgetugt. (Ohne Gewähr.)(Nachdruck verboteg) 239(5001 98 440 613 20 00 768 74 90 1021 63 74 110 225 60 43/7 400% 72 20286 72 130 70 416 622 b1(1000 22 3304 404 34 999 4033 101 241 52 316 80 507 791 84 6 5012 11000] 93 519 66 74 749 946 6054 115 30 13000] 274 400 502 798 7004 00 404 6 61 699 600 24 790 811 921 75 90 98 8045 60 70 72 B81 96 314 9061 05 140 685 99 681 601(10001 10010 16(10001 22 637 00 002 920 6% 11117 287 466 669 73 92 765 11000] 637 12080 339(600 484 507 666 650 963 62 13023(3000 43 6½ 177 210 25 20 79 328 404 749 14136 282 371 458 666 15141 % leo 200 497 620 94 703 26 29(1000! 819 967 1000 16040 220 444 174 25 530 94 67% 778(1000 nas 18234 3090 434 722 36 382 10061 146 1500 256 310 806 940 77 200830 141 43 84 Ls] 301 412 11000] 690 778 59a 927 21008(1000 21 167 250 306 10 503 40 60 Lgooo] 061 813 44 11000]%7 22118 333 5086 46 700 230863 180 68(1000 218 662 97 24067 184 gas 434 00 614 651(1000] 741 831 940 25128 43 7 77 97 202 016 6 1000 97 26008(600! 1586 824 983 60 27028 102 19 16000 28 327 474 96 543 910[1000 28 63 99 28020[1000 4% 61 01 120 926 430 6/0 oegs 1000 87 os 60 29089 166 07 11000] 284 60 382 403 732 68 30120 340 8[1000] 687 0 7 628(800 31026 30 90 300 1600] 899 711 32 32206 3000 30 666 013 64 712 820 978 33000 10 335 63 654 cos Lgooo! 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Zlehung 5. Kl. 5. Preuss.-Süddeutsche (231. Königlich Preuss.) Klassen- Lotterie Ziehung vom 15. Mal 1915s nachmittags. Aef jede gezogene Nenner lane gefalles d clelcher Num n de In den Abtellsagen I and 1 Nur die Gewinne üder 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr!(Nachdruck verboten.) 26 373 5056 21 26 49 ls00] 634 1220 461 520 [500] 22 43 46 852 89 69 2360 501 678 718 130000 73 80 830 52[1000 9s 16000] 3234 38 62 74 362 64 870 80 031 940 6 4179 318 47 585[so 87e 823 5041 24 49 404[1000 76[300% 708 46 948 76 6000 29[500] 330 478 654 606 766 878 871 7088 19 425 721 806 8013 36 208 307 70 418(10000 18 563 703 30 97 813 91 910 9145[600] 244 310 430 072 98[1000] 701(600! 830 67 100%(soo 465 L500] 61 94 826 712 71 816 977 11209 50 6(5000 405 519 26 38 3000 764 73 78 900 82 12147 310 8086 83 630 702 838 43 13120 L10po]! 869(5001 60 730 812 987 14002 338 418 16 49 90 L800] 504 44 49 606 44 743 989 18027 107 330(500 516 94 60 22 99 758 98 946 1000] 16104 302 04 478 looo! 92 96 687 759 71 833 39(600 06 17033 147 310 6 60 538 03 622 727 68 806 1300001 14 96 987 93 18028 42 193 211(600 98 100 381 532 642 67 721 806 912 19100 57 206 1000] 390 722 901 20019 46 60 68 161 68 90 396 406 502 602 808 989 Lo 71 21010 161 230 390 400 13000 620 613 942 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