— Verlag, Geschäftsstelled l Fuß allein 14 O Veordringens we dicht auffolgend bis in die Gegend südlich und . Gießener Famlllenblätter; weimal wöchentl. Kreis⸗ blatt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); birischafüiche Selt Land⸗ 0 agen Jernsprech- Wschlaße; für die Schristleitung112 Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. 15 Gießen PCG R f 165. Jahrgang er Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Freitag, 14. mal 1015 Bezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel- jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pi.— Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Rücktritt des italienischen Kabinetts. Ein englisches Linienschiff in den Dardanellen gesunken. Die Vervollständigung des Sieges in Galizien. Großes Hauptquartier, 12. Mai.(WTB. Westlicher Kriegsschauplatz. 5 Feindliche Flieger bewarfen gestern die belgische Stadt Brügge mit Bomben, ohne militärischen Schaden anzurichten. Oestlich von pern nahmen wir eine wich⸗ tige, von schottischen Hochländern verteidigte Höhe. Dün⸗ kirchen wurde weiter von uns unter Feuer gehalten. Oest⸗ lich Dirmuiden schossen wir ein englisches Flugzeug ab. Die zwischen Carency und Neuville(in der Ge⸗ gend nördlich von Arras) von den Franzofen in den letzten Tagen genommenen Gräben sind noch in ihrem Besitz. Im übrigen waren auch gestern alle Durchbruchsversuche des Feindes vergeblich; seine Angriffe richteten sich hauptsüch⸗ lich gegen unsere Stellungen östlich und südöstlich von Ver⸗ melles gegen die Lorettohöhe, die Orte Ablain, Carency sowie gegen unsete Stellungen nördlich und nordöstlich von Arras. Sämtliche Vorstöße brachen unter den schwer⸗ sten Verlusten für den Feind zusammen. Ein Versuch des Gegners, uns den Hartmanns⸗ weilerkopf wieder zu entreißen, scheiterte. Nach starker Artillerievorbereitung drangen französische Alpenjäger hier zwar in unser auf der Kuppe gelegenes Blockhaus ein, sie wurden aber sofort wieder hinausgemorfen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Bei Szawle ist ein noch unentschiedenes Gefecht im Gange. An der Bzura wurdr ein russi⸗ sches Bataillon, das einen Versuch zum Ueberschreiten des Flusses machte, vernichtet. N Südöstlicher Kriegs ö folgung zwiso Amtlich.) Un elan. So nahm ein Bataillon des J. Garde⸗Regiments zu ffiziere, darunter einen Oberst, 4500 Mann gefangen und erbeutete vier Geschütze, eine be— spannte Maschinengewehrkompagnie und eine Bagage. Die verbündeten Truppen überschritten den San zwischen Sanol und Dyno w. Welter nordwestlich er⸗ reichten sie die Gegend von Rzeszow—Mielec. Die in den Karpathen beiderseits des Stryj kämpfenden Truppen warfen den Feind aus seinen Stellungen. a Oberste Heeresleitung. Großes Hauptquartier, 13. Mai.(WTB. Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Oestlich pern nahmen wir einen weiteren feindlichen Stützpunkt. Am Nachmittag wurden starle französische Angriffe gegen unsere Front Ablain-Neu⸗ ville unter schwersten Verlusten für den Feind abgewiesen. Das infolge des Festsetzens der Franzosen in unseren vorderen Gräben zwischen Neuville und Carency zum größten Teil umfaßte Dorf Carency sowie der Westteil von Ablain wurden jedoch in der vergangenen Nacht geräumt. Leider ist auch dabei wieder eine Anzahl unserer braven Leute und Material verloren gegangen. Französische„Versuche, das von uns nordwestlich Berry⸗au⸗Ba'c in den Waldungen südlich Ville-au⸗ Bois genommene Grabenstück wieder zu gewinnen, blieben erfolglos. Nach starker Artillerievorbereitung griff der Feind ge— stern abend unsere Stellungen zwischen Maas und Mosel bei Croir⸗des⸗Carmes an. Es gelang ihm in einer Breite von 150 bis 200 Metern in unsere vorder⸗ sten Gräben einzudringen. In erbitterten Nahkämp⸗ sen wurden unsere Stellungen jedoch wieder völligvonden Franzosengesäubert. Eine Anzahl Gefangener blieb in unseren Händen. Zwei französische Blockhäuser auf dem Westhange des Harkmannsweilerkopfes wurden von unserer Ar- tillerie zusammengeschossen. 0 . Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Der Kampfbei steht noch. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Heeresgruppe des Generalobersten v. Mackensen erreichte gestern in der Verfolgung die Gegend von Du⸗ biecka am San— Laneut(am untern Wislok)— Kol⸗ buscowa nordöstlich Debica. Unter der Einwirkung dieses ichen die Russen auch aus ihren Stellungen nördlich der Weich sel. Dort gelangten die Truppen des Generalobersten v. Woyrsch dem Feinde nordöstli von Kielce. 5 5 In den Karpathen erkümpften österreichisch-ungarische und deutsche Truppen unter General v. Linsingen die Höhen östlich des oberen Stryj; sie nahmen dabei 3650 Mann gefangen und erbeuteten 6 Ma⸗ schinengewehre. sich Jetzt wo die Armeen des Generalobersten v. Mackensen i la zawle der Festung Przemysl und dem unteren San nähern, Nahe 5 1 Bild n on Gorlice und Tarnow und den daran anschließen⸗ Verfolgungst pfen geben. Diese Armeen haben bisher 103 500 Russen zu Gefangenen gemacht, 69 Geschütz e und 255 Maschinengewehre mit stürmender Hand erobert. In diese Zahlen ist die Ausbeute der in den Karpathen und nörd⸗ lich der Weichsel kämpfenden verbündeten Truppen nicht e inbegriffen, die sich auf weit über 40000 Ge— fangene beläuft. Oberste Heeres leitung. * 8 Das folgenschwerste Ereignis der heutigen inhaltreichen Meldungen ist wohl der Rücktritt des italienischen Kabinetts. Obschon damit noch keineswegs eine friedliche Lösung der italienischen Frage verbülhe wird, erhält die römische Politik, die man schon unabänderlich am Abgrund des Krieges erblickte, möglicherweise nun doch eine Abänderung, und damit würde für Deutschland und seine Verbündeten schon heute die Morgenröte einer glücklichen Zukunft aufgehen. Ein Krieg mit dem früheren Dreibundgenossen hätte das Endergebnis wohl nicht geändert, uns aber durch Schwierigkeiten und neue dunkle Verwicklungen geführt. Heute, nach dem überaus glänzenden Siege über die Russen, dessen entscheidende Bedeutung von Tag zu Tag mehr hervortritt, glaubt wohl kein Mensch mehr daran, daß die „Entente“ in der Lage wäre, di tralmächte und die Türkei zu bezwingen. Der Kön talien hat sich seine Entsch zweifellos der neuen Lage schaffen worden ist, 5 em jebigen Kabinett t er rte ügesichts des Ernstes der Lage erforderlich wäre. Der König wird höchstwahrschein⸗ lich Männer in die Regierung berufen, die von kriegerischen Absichten sich abwenden, und wenn bei einer solchen Politik die Stimmung des Volkes micht ein⸗ heitlich wäre, so könnte wenigstens kein großes Unglück dar— aus entstehen. Man geht überdies wohl schwerlich in der An— nahme fehl, daß die katastrophaten Ereignisse in Galizien auch in Italien überzeugt haben, daß dort in letzter Stunde auch solche Männer, die noch bis vor kurzem geneigt gewesen wären, zum Schwerte zu greifen, sich eines Besseren be— sonnen haben. So steht letzten Endes vielleicht der General v. Fallenhayn, der den Anstoß zu der Offensive in Galizien gegeben hat, auch in der vorderen Reihe derjenigen Männer, denen wir eine besonnene Haltung Italiens verdanken dür— fen, und die Auszeichnung, die unser Kaiser— schon vor der italienischen Wendung— diesem vortrefflichen deutschen Kriegsmann verliehen hat, ist doppelt verdient. Die Riesenziffern, die uns die neuesten deutschen und österreichisch-ungarischen Tagesberichte nennen, haben die Weltlage plötzlich stark aufgehellt; die russischen Einwen— dungen nehmen sich dagegen wie trübe, rauchende Lämpchen aus, die nicht einmal im eigenen Lande Trost und Befriedi— gung schafsen können. In England fühlt man dies wohl. Das kalte Rechnervolk ist ganz aus seiner Fassung gekom- men. Halb ist es die niederdrückende Katastrophe der Lusi⸗ tania, halb sind es aber auch die für England höchst aus— 5 sichtslosen Kriegsereignisse, die in letzter Stunde noch durch die erfolgreiche Torpedierung eines britischen Linienschiffes in den Dardanellen gekrönt worden sind, die den ganzen Haß und die ohnmächtige Wut der Inselbewohner gegen das Deutschtum aufflammen ließen. Die Heuchlermaske der Humanität ist durch alle Schattie rungen von üblen Leidenschaften verzerrt. Und nicht allein dies: man plündert, brennt, zerstört deufsches Eigentum, vergeht sich an den Wehrlosen deutscher Nationalität. Die letzte Sitzung des engkischen Unterhauses— wie ist ihr inneres und äußeres Aussehen so weit entfernt von den gemessenen und großspurigen Tagungen von den Zeiten unangefochtener englischer Weltherrschaft! Ueber die grie chische Politik Antwort zu stehen, weigert sich Sir Grey; auch von dort hat man sich, nach einer Athener Meldung, eine Absage geholt. Gegenstand der Verhandlungen war ledig— lich die ohnmächtige Wut, die den Hochmut des verblendeten Volkes abgelöst hat. Man will die 20000 Deutschen, denen man die feindseligsten Taten zutraut, da man schon mit einer Invasion zu rechnen beginnt, zu ihrem Schutz inter nieren, tut aber, und zwar auch die Herren Minister, alles Mögliche, um den Pöbel und die Rachsucht des Volkes aufzu— stacheln. So paradox es klingen mag: diese Exzesse sind die ersten Anzeichen britischer Ernüchterung! Sie werden weiter schreiten, und sich zu gelegener Zeit auch wieder in schau— spielerische Sanftmut verwandeln. Es ist, als ob das heu— tige England in einem gewissen Sinne Hamlets Anleitungen folgen wollte, in dramatischem Spiele dem Zeitalter den Abdruck seiner Gestalt zu geben. Wir glauben nicht, daß die englisch-französische Offen⸗ sive im Westen geeignet sein wird, der Zeit ein wesentlich verändertes Aussehen zu geben. Der französische amtliche Berichterstatter bemüht sich zwar nach Kräften, aus ein paar gewonnenen Schüßengräben und einer eroberten Ortschaft Kapital zu schlagen, aber schon verkündet dazu ein englisches Blatt in ehrlicherem Weitblick, die deutschen Stellungen seien tatsächlich uneinnehmbar. Wir aber tun gut daran, mit unentwegter deutscher Zuversicht allem Kommenden mit Spannung und in Ruhe entgegenzusehen. i Kaiserliche Auszeichnung des Generalstabschefs 5 v. Falkeuhayn. Berlin, 12. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Der Kaiser hat an den Chef des Generalstabs v. Falkenhayn fol⸗ gende Kabinettsorder gerichtet: „Mit scharfem und klarem Blick und in richtiger Abwägung der Lage haben Sie die Stelle erkannt, an der das russische Heer am verwundbarsten war und Mir die daraus zu folgernden Vorschläge zur Herbeiführung eines großen Erfolges cht. Der jetzige herrliche Sieg gibt Mir wiederum Gelegenheit, Ihnen Mei⸗ nen und des ganzen Vaterlandes Dank auszusprechen für Ihre hi ngebende Arbeit, die Sie in stiller, selbstloser Art in Meinen und des Vaterlandes Dienst stellen. Unter denen, die es dem deutschen Heere ermöglicht haben, einer Welt von Fein⸗ den die Stirn zu bieten und große Erfolge über sie zu erringen, stehen Sie als Chef des Generalstabes des Feldheeres mit in erster Linie. Als Zeichen meiner Dankbarkeit verleihe Ich Ihnen Meinen Hohen Orden vom Schwarzen Adle r. .„den 12. Mai 1915. ö(gez.) Wilhelm I. B.“ Der Rücktritt des italienischen Kabinetts. „ Rom 13. Mai.(WT. Nichtamtlich.) Die Agenzia Stefani gibt bekannt: der Ministerrat hat in Anbe⸗ tracht, daß er inbezug auf die Richtlinien der Regierung in der interngtionalen Politik der Eintracht und der Zu⸗ stimmung der konstitutionellen Parteien entbe hrt, die an⸗ gesichts des Ernstes der Lage erforderlich wäre, beschlossen, dem König Demission zu überreichen. Der König hat sich seinen Beschluß vorbehalten. Rom, 13. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Eine Sonderausgabe des„Giornale d'Italia“ meldet: Der Präsident der Kam⸗ mer, der heute abend in Rom angekommen ist, hatte von 9½ Uhr ab eine einstündige Besprechung mit dem Könige. Morgen wird der König außer den Kammerpräsidenten noch andere Persönlich⸗ keiten befragen. Rom, 14. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agen⸗ zia Stefani. Als Ministerpräsident Salandra heute vormittag gelegentlich der Unterzeichnung von Dekreten durch den König mit den Ministern zusammentraf, berief er persönlich einen Ministerrat auf 3½ Uhr nachmittags. Dieser Ministerrat beschloß die Demi. sion des Ministeriums. Salandra teilte diesen Beschluß dem Kö— nig um 7 Uhr abends mit. Berlin, 14. Mai. Ueber Kopenhagen bringt die„Tägl. Rundschau“ eine römische Meldung, in der es heißt, die Lage sei weiter geklärt. Ueber 300 Deputierte und über 100 Senatoren hätten an Giolitti eine Vertrauens adresse gerichtet.— Laut„Vossischer Zeitung“ dauerten gestern die Kundgebungen in Rom für, insbesondere aber auch gegen den Krieg fort. N Berlin, 14. Mai. Aus Genua meldet laut„Tägl. Rund⸗ schau“ die Tribuna, daß die am 8. Mar erfolgte S chlie ß ung der italienischen Handelshäfen für den neutralen Schiffsverkehr seit dem 11. Mai nachmittags, soweit der Hasen von Genua in Betracht komme, wieder aufgehoben ser. Rom, 13. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Gestern abend haben nicht unerhebliche Demonstrationen gegen Girolittr stattgefunden, die sich natürlich auch gegen Oesterreich und D eutschland richteten. Nackdem schon 1 nachmittags kleine lops ron Studenten versucht hatten, in der Nähe von Giolittis Wohnung zu demonstrieren, sammelten sich gegen 7 Uhr abends auf Grund einer anonymen Aufforderung durch Flugblätter etwa hundert Demonstranten, darunter viele S 1 der Piazza Colonna vor der österreichisch-ungarischen Die Demon⸗ stranten wurden sehr rasch durch das auf dem Corso Umberto zur Abendstunde schlendernde Publikum und Neugierige vermehrt. Bald ertönten aus der Menge Rufe, wie:„Nieder mit Giolitti! Nieder mit den Landesverrätern! Nieder mit Oesterreich!“ Auch ver⸗ einzelte Rufe:„A basso il Re!“ wurden laut! Carabinieri schritten rasch ein und sperrten die Piazza Colonna und die nähere Um⸗ gebung ab. Darauf zogen die Demonstranten durch die Via del Praetore, dann am Collegio Germanico vorbei, wo heftige Pereat⸗ rufe gegen Deutschland ausgestoßen wurden, nach der Via Cavour, wo sich die Wohnung Giolittis befindet. Dort wurden sie rasch durch Carabinieri und Militär zerstreut und abgedrängt, ohne daß es zu ernsthaften Zwischenfällen kam. Nach Zeitungsmeldungen bestanden die Demonstranten vorwiegend aus Radikalen und Natio⸗ nalisten mit einigen Liberalen. Der Abgeordnete Labriola hielt eine kriegshetzerische Ansprache. Auch in Mailand fanden gestern Demonstrationen statt, die bedeutend zu sein scheinen und sich in ausgesprochenem Haß gegen Deutschland im Anschluß an die „Lusitania“-Affäre richteten. Griechenlands Absage an den Dreiverband. Athen, 13. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Von maßgebender Seite wird mitgeteilt, daß zwischen dem Dreiverbaud und der griechischen Regierung kein Ulebereinkommen bezüglich eines Heraustretens Griechenlands aus der Neutralität zugunsten dieser Mächtegruppe erzielt worden ist, da diese Mächte⸗ gruppe nicht die erwünschten Garantien zu geben imstande war. Aus dieser Tatsache ergibt sich ein ferne res Beibehalten der Neutralität Griechenlands. 5 13 N 7 f „ N b 0 1 8 7 5 . f . f ä 1 g 25 Die österreichisch⸗ungarischen Tagesberichte. * Wien, 12. Mai.(W. T. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 12. Mai, mittags: Die Niederlage der rxussischen dritten und achten Armee vergrößert sich von Tag zu Tag. In regellosen Kolonnen, um Teil in Auflösung, flüchten die russischen Truppen und Trains dieser Armeen in der Richtung auf Jaroslau, Przemysl und Ghyrow zurück. Die aus dem Raum 8 Sanok— Lisko nach Ost flüchtenden starken feindlichen Krüste werden vom Süden her durch die über Baligrod und Polana vorgedruugenen eigenen Kolonnen angegriffen. 7 Die siegreichen Truppen haben in weiterer Verfolgung 8 die untere Wisloka überschritten, Rzeszow er⸗ Best Dynow, Sanok und Lisko sind in unserem Besitz. Durch den bisherigen außerordentlichen Erfolg in West⸗ und Mittelgalizien beginnt nun auch die russische Kar⸗ 5 pathenfront östlich des Uzsoker Passes zu wanken. Diie deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen sind nun N auch hier auf der ganzen Front im Angriff, der Feind im im Orawa- und Oportale im . Raum bei Turka, Rückzug. 8 a 33 Nördlich der Weichsel find unsere Truppen über die 7 Nida vorgedrungen. 2. In Südostgalizien sind starke russische Kräfte über den Dujestr in Richtung auf Horodenka vorgestoßen. Zalesz⸗ ezyki wurde von uns geräumt. Die Kämpfe dauern fort. 5 Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: 5 v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Wien, 13. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 13. Mai 1915. Die in den November- und Dezemberschlachten von Lodz und Limanowa erfochtenen Siege der verbündeten deutschen und österreichisch⸗ungarischen Truppen zwangen die damals krleussische Front in Polen und Westgalizien in einer Aus⸗ dehnung von nahezu 400 Kilometern zum Rückzug. Damals Berschellte der vom Feinde geplante Vormarsch nach Deutsch⸗ land an der erprobten Schlagkraft der treu verbündeten Truppen. Vom Januar 1915 bis Mitte April haben die Russen ihre Uebermacht vergeblich aufgeboten, um über die KAarpathen nach Ungarn einzubrechen. Unter ungeheuren Ver⸗ lichteit unserer Truppen in monatelangen erbitterten Kümp⸗ fen vollkommen gescheitert. Damit war der Zeitpunkt ge⸗ lommen, mit den machtvoll vereinten Truppen beider Reiche den Feind im gemein samen Angriff niederzu⸗ ringen. 20 Der Sieg von Tarnow und Gorlice hat nicht nur West⸗ pgalizien vom Feinde befreit, sondern auch die ganze rus⸗ sische Nidafront und Karpathenfront z um Weichen gebracht. In Ausnutzung des ersten Erfolges haben die siegreichen Truppen in zehntägigen Kümpfen die russische dritte und achte Armee bis zur Vernichtung ge⸗ schlagen, den Raum vom Dunajer und den Besliden bis an den San durcheilt, dadurch 130 Kilometer heimat⸗ lichen Bodens erkümpft. Reiche Beute fiel in die Hände der Sieger. Vom 2. bis 12. Mai nachmittags beträgt die Ge⸗ samtsum me der von allen Armeen eingebrachten Ge⸗ 15 41 143 50 Mann ferner etwa 100 Ge⸗ chütße und 350 Maschinengewehre. Hinzukommen an die zurückgehenden Truppen versäumten und in den Wäl⸗ Dern der Karpathen vereinzelt umherirren. So hat sich der Stab der rufsischen 48. Infanterie⸗Truppen⸗ division mit General der Infanterie Korniloffgestern im Rücken unserer Armee bei Odrzechowa unseren Trup⸗ pen ergeben. Das Maß der Zerrüttung beim Rückfluten des Feindes lennzeichnet sich dadurch, daß unfer neuntes Korps in den letzten drei Tagen durcheinandergewürfelte Mannschaften von 51 russischen Regimentern gefangen nahm. Die samtlichen in Monaten vom Feind aufgestapelten Aus. rüstungen, Vorräte aller Art, Munition und sonstiges Kriegsmaterial blieben bei dem raschen Vordringen der Verfolger in den russischen Etappenstutionen zurück und werden erst jetzt gesammelt werden können. 3 Nördlich der Weichsel dringen österreichisch-un⸗ garische Truppen über Stopnica vor. Deutsche Truppen haben die Gouverne⸗ ö ments⸗Hauptstadt Kielce erobert. Oestlich des Uzsoker Passes erstürmten Deutsche und Honved⸗Truppen gestern mehrere Höhenstellungen der Russen, drangen bis südlich Turka vor und machten 400 0 Mann zu Gefangenen. Der Angriff wird hier und in der Richtung auf Skole fortgesetzt. In Südostgalizien greifen starke feindliche Trup⸗ pen über Horodenka an. Schließlich sei noch erwähnt, daß die russischen Commu⸗ niqués der letzten Tage, sichtlich bemüht, unsere und die deutschen Erfolge abzuschwächen, alles verneinen und als ab⸗ sichtlich salsch wiedergegeben bezeichnen. Dies ist ein schla⸗ gender Beweis für die Größe der russischen Nie⸗ Jerlage, denn sie verwirrt nicht allein die Aktionen der Truppen am Schlachtfelde, sondern auch die offizielle Bericht⸗ erstattung der obersten russischen Heeresleitung. 5 g Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Ein Ruhmesblatt der deutschen und österreichisch⸗ i ungarischen Artillerie. Wien, 12. Mai.(WTB. Nichtamtlich) Aus dem Kriegs⸗ pressequartier wird gemeldet: Ter Armeeoberkommandant 7 Erzherzog Friedrich hat folgenden Befehl erlassen: 8 Die vergangenen acht Kampftage bilden ein neues Ruhmes⸗ blatt in der Geschichte der 3 und österreichisch⸗ ungarischen Artillerie. Die mit großer Mühe verbun⸗ dene zielbewußte Etablierung sowie das vorzüglich geleitete und mit hervorragender Schießtechnik zu höchster Wirkung gesteigerte Feuer haben den Angriff der verbündeten Truppen mit überwäl⸗ tigender Kraft Lorbereitet und ihn in aufopfernder waffenbrüder⸗ lichster Weise bis zum vollen Gelingen unterstützt. Mehrere Reihen stark ausgebauter feindlicher Befestigungen sind in unserem Besitze und sind Zeugen sowohl des Heldenmutes unserer Infanterie wie der vernichtenden Wirkung unserer Artillerie. Seither begleitet diese die ohne Rücksicht auf die Srtapazen, Entbehrungen und unter schwierigsten Verhältnissen rastlose Verfolgung des weichenden Geg⸗ ners durch Infanterie, um seine Niederlage zu vervollständigen und ihm jeden neuen Widerstand unmöglich zu machen. Ich sage der gesamten Artillerie der 11., 4., 3. und 2. Armee für ihr bisheriges hingebendes und aufopferungsvolles Zusammenwirken mit der In⸗ fanterie meinen Dank und meine vollste Anerkennung in der festen Zuversicht, daß die rücksichtslose Infanterieverfolgung, enge gepaart mit unablässiger, kein Opfer scheuender Unterstützung durch die be⸗ 5 lusten ist dieser Plan an dem Heldenmut und der Beharr⸗ Gegend noch alle jene, die durch die Sieger überrascht, den Anschluß 8 JJC . — Ein Glücwunsch des Sultans. Konstantinopel, 12. Mai. WTB. Nichtamtlich) Der Sultan richtete an den Kaiser Franz Josef nachstehen⸗ des Telegramm: Ich beeile mich, Ew. Majestät meine herzlichsten Glüchvünsche zu dem großen Siege auszudrücken, den die Königlich Kaiserlichen Armeen soeben über die Russen errungen g Ich bitte Ew. Majestät, als Andenken an meine tiefgefühlte Freund⸗ schaft die Imtiaz⸗Kriegsmedaille entgegennehmen zu wollen Ich freue mich, Ew. Majestät zur Kennknis zu bringen, daß ich aus diesem glücklichen Anlasse dieselben Kriegsmedaillen Ihren Hoheiten Erzherzog⸗Thronfolger Karl Franz Joseph und Feldmarschall Erzherzog Friedrich verliehen habe. Die russische Berichterstattung. Petersburg, 13. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Der Gene⸗ ralstab teilt mit: In der letzten Woche berichteten amtliche deutsche Stellen Einzelheiten über den Fortgang der Kriegstätig⸗ keit an unserer Front, die mit der Wahrheit nicht übereinstimmen. So behaupten die Deutschen, daß sie im Laufe der Kämpfe bei Libau zwölf Kanonen genommen hätten, während die ganze Artillerieabteilung, die dort kämpfte, nicht mehr als vier Geschütze zählte. In der Gegend östlich von Rossienie brachte uns der Feind nicht nur nicht die großen Verluste bei, die er veröffentlichte, sondern er erzielte im allgemeinen nicht den dgderingsten Erfolg. Nicht wir sind in vollem Rückzuge, wie der deutsche Heeresbericht 3 sondern die feindlichen Abteilungen waren bisher gezwungen, sich vor unserer Offensive auf einer Front von 10 bis 15 Werst zurückzuziehen. Der Feind sagt weiter, daß er bei Kalwarfsa, Augustow und Praszuysz unsere An⸗ griffe mit blutigen Verlusten abwies. Indessen unternahmen wir keinerlei Angriff an dieser Front, wo nur der Feind Vorstöße bei Wach, Jednorozek und der Meierei von Pomiany machte. Diese Vorstöße waren teils rein demonstrativer Natur, teils hatten sie den Zweck, verlorene Stützpunkte wiederzugewinnen. Was die Kämpfe in Galizien anbelangt, so muß aller⸗ dings gesagt werden, daß mit Ausnahme eines mißlungenen feind⸗ lichen Versuchs, unsere 48. Division zu umgehen, die Ereignisse hier seit neun? den Charakter von Frontalangriffen haben, die der Feind auf unsere befestigten Stellungen unternimmt, die wir nach und nach beziehen. Unsere Verlustesind zwar sehr ernst, aber die Verluste des Feindes unge⸗ heuer. Es ist offenbar, daß der Feind den Erfolg auf zu bau⸗ schen sucht, indem er die Anzahl der Gefangenen mehrfach multipliziert; unter diesen sind jedoch auch zahlreiche Verwundete, die wir bei der allmählichen Zurücknahme un⸗ serer Truppen leider nicht mitnehmen konnten. Mit seinen amt⸗ lichen Berichten, die alle auf Reklame zugeschnitten sind, verfolgt der Feind augenscheinlich den Zweck, die öffentliche Meinung in dem eigenen und in den neutralen Staaten zu beeinflussen. Generalstab meldet: Am 11. Mai folgten unsere Truppen in der von Szawle dem Feind weiter auf den Fersen, der sich im Rückzug befindet und in füdwestlicher Richtung aus der Stadt Szawle zurückgeworfen wur dem linken Ufer des Njemen. und auf der Front des herrscht fast allgemein Ruhe. Auf dem linken Ufer der Weichsel südlich von Sochazew ging in der Nacht eine russische erieabteilung über die Bzura, er⸗ oberte nach Bajonettkä mehrere deutsche Schützengräben und machte einige Gefangene, darunter einen Offizier. Deutsche Ver⸗ suche, unsere Truppen verschiebungen in der Gegend füdlich Kier⸗ niewize und an der Rawka anzugreifen, wurden abgeschlagen. Im Westgalien zogen sich unsere Truppen am 10. Mai mittags weiter nördlich zurück. in der Gegend auf Louatowisk(5 bis zu den ihnen vorgeschriebenen Stellungen. Die seind⸗ liche Offensive jenseits in der Richtung des Uzsoder Passes und am Stryj wurde mit großen Verlusten für den Feind zurückgeworfen. Bei der unteren Rojanka sprengte der Feind mehrere Minen in der Nähe von unseren Schützengräben ynd unternahm dann eine Offensive gegen die benachbarten Abschnitte. Es gelang ihm, einen Teil des Erdtrichters besetzen. Durch einen wu tigen Gegenangriff es unseren„die Oesterreicher dort zu vernichten. Sie in 1 lassung von i en e Air mache machten fangene. In der Gegend 5000 Tote auf den Hängen der Gebirgskette zurück. In der Ge⸗ gend jenseits des Dnjester auf der Front— Czernowitz auf einer Breite von als Werst setzten unsere Truppen die Offensive erfolgreich fort und fügten dem Feinde 1 5. ache 8 Mash gewehre, f 1 nahmen wir tze, inen e, sowie vie Kriegsmaterial. Der Feind räumte in seinem eiligen Rückzug das 57 linke Ufer des Dnjestr und wich füdlich der Stadt Jules czyki aus. Petersburg, 13. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) In den Kämpfen zwischen 8 und den Karpathen am 8. und 9. Mai auf einer Front von 5 i beabsichtigten die Dertschen unsere Front zu durchbrechen. Der Plan war einfach und beruhte auf der außerordentlichen 1 des Handstreiches. Ein Keil sollte in der Gegend von Krosno durch sieben Divifionen von deutschen Elitetruppen auf einer Breite von 20 Werst eingeschlagen werden nach starker Vorbereitung durch schwere Artillerie. Außerdem be⸗ fanden sich für diese Operationen und als Ersatz auf dieser Front Verluste Gefangene; außer⸗ 2 8 Uebermacht mit denselben Kräften wie vorher. Die Ge⸗ amtfront, acht Tage nach Beginn dieser Operationen, hatte eine Breite von ungefähr 60 Werst. Unsere Feinde zogen ¼ der öster⸗ reichischen Armee und den neunten Teil sämtlicher deutscher Re⸗ servetruppen erster Linie sowie die Hälfte sämtlicher deutscher Reservetruppen zweiter Linie zusammen. In derselben Gegend wurden noch acht Divisionen, welche früher an der serbischen Front standen, herangeführt und mehrere neugebildete 5 ichische Divisionen. Außerdem wurden von dem westlichen iegsschau⸗ platz auf den östlichen 20 Infanterie-DTivisionen, acht neugebil⸗ dete Dipisionen und neun Kavallerie⸗Divifionen heribergeschickt. Unsererseits nahm auf einer Front, deren Breite auf ein Fünftel der Gesamtfront zu schätzen ist, an dem Hauptschlag eine einzige von unseren Armeen teil. Die Deutschen errangen keine N K 3— 5 truppen in egend, von Jarmiez ge ie feindliche Flanke Fahren, gesnrttete gl idlscerweise unserer rher eine borbeifhafter Stellung einzunehmen. Es gelang uns, unsere Umgruppie⸗ rung zu vollziehen und Stellungen einzunehmen, welche die Furcht vor einem späteren Rückzug völlig ausschließen. Unsere Armee hat erhebliche Verstärkungen erhalten und ist vollkommen bereit, eine gute Revanche zu nehmen. Der Rückzug un⸗ serer Truppen einschließlich der Trainkolonnen vollzog sich in voll⸗ ster Ordnung. Die feindlichen Verluste sind fehr groß und übersteigen 100 000 Mann. Man muß bemerken, daß zurzeit, wo unsere Truppen die Gebirgsabschnitte besetzt hielten, welche der Feind heute besitzt, die feindlichen sommuniquss diese Abschnitte als ohne Bedeutung bezeichneten. 2* Verlin, 13. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Gro⸗ ßen Hauptquartier wird uns geschrieben: Zwei amtliche russische Berichte vom 12. Mai wagen es, angeblich zur Auf⸗ 3— 5 öffentlichen e in— neutralen 8 Erfolge verbündeten und österreichisch⸗ungarischen Heere abzuleugnen. Wir möchten nicht unterlaffen, diese uche niedriger zu hängen. Sie sind um so komischer und unver⸗ frorener, als heute, am 12. Tage, nachdem die verbündeten griffen haben, ihre Bataillone 150 Kilometer weiter östlich am unteren San vor Jaroslau, Przemysl und Dobromil stehen, und die ganze russische Karpathenarmee ist südlich davon auf einer Front von über 120 Kilometer Breite eiligst nach Nordosten ge⸗ flüchtet. Als Kuriosum sei noch er t, daß der Kommandeur des in diesem Bericht besonders erwäh tapferen 48. Infan⸗ terie-Tivision sich seit gestern auf dem Transport nach dem In⸗ nern Oesterreichs befindet; er wurde von den Begleitleuten einer währte verbündete Artillerie, zu einem vo llen Siege führen und die Kampfkraft unseres zähen Gegners vernichten werde. Munitionskolonne aufgegriffen. Petersburg, 13. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Der Große nehmbar. Werst zwischen Nielopol und Nowotanier f. sechs andere Divisionen. Unsere Armee stand vor einer erdrückenden. Truppen die russischen Stellungen bei Gorlice— Tarnow ange⸗ an . N — 5 e g e Dardanellenkämpfe. Ein englisches Linienschiff gesunken. London. 13. Mai(BiB. Nichtamtlich.) Unterhaus Marineminister Churchill machte die Mitteilung, daß das Linienschiff„Goliath“ in den Dardanellen torpe⸗ diert wurde und man den Berlust von 500 Men⸗ schenleben befürchte. 0 Der türtische Bericht. N Konstantinopel, 12. Mai.(WT B.) Nichtamtlic h. * 142 K 1 An 3 5 anellensrout hat keine wichtige Kampfhandlung. gefunden. Nur das schwache Geschüz⸗ und Gewehrsener dauert au. Ein Teil unserer Batterien nahm bei Ari Burnun die Nachhuten und Landungsstellen des Feindes unter Feuer. Als der englische Kreuzer„Im pla cable“ vorgestern erfolglos unsere anatolischen Batterien am der Meerenge beschoß, wurde er von vier türkischen Granaten getroffen, worauf er sich zurückzog. An der kankasischen Frout wurden mit über⸗ legenen Kräften ausgeführte Angriffe der Russen in der Gegend von Olty von unseren Vorposten volllommen ab⸗ geschlagen. Wir unternahmen Gegenangriffe und bemächtigten uns dabei verschiedener Höhen. Von den übrigen Kampf⸗ fronten ist nichts Wichtiges zu melden. 3 Athen, 13. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Ein fran⸗ — Gelee der e den hee ist nach einer dung aus Mytilene zur Verstärkung der Alltierten bei Tenn en en 5 Petersburg, 12. Mai.(WTB. Ni ich.) Der Generalstab teilt mit: Am 10. Mai wechselte die Schwar ze⸗ Meerflotte nach einer Beschießung der Forts am Bos⸗ porus einige Schüsse mit dem Kreuzer„ öben“, der, mehrmalig getroffen, sich eilig aus der Kampfzone zu⸗ rückzog. Die türtische Flotte. Lonstantinopel, 13. Mai.(WB. 9 Die Bevölkerung von Caeserea hat 12000 Pfund für den Bau eines Dreadnoughts„Medjid Khan“ i net. Von allen Seiten laufen Meldungen über Ser tionen für diesen Zweck ein.. Die Helden der„Emden“. Lonstantinopel, 13. Mai.(WTB. Ni 0 Der Wali von Damaskus gab zu Ehren der der „Emden“ ein Mahl. Den Gästen wurden namens der Be⸗ völkerung in Damaskus verfertigte Burnusse überreicht. Die Besatzung ist heute abgereist. 5 N 8 Ein englisches Dementi. 6 „ Lehdon, 12. Mai.(WT. Nichtamtl) Die Admtruli⸗ tät dementiert den deutschen Bericht über ein See⸗ gefecht in der Nordsee, bei dem sich en lische Schiffe gegenseitig beschossen haben und„Superb“,„e und „Lion“ beschädigt worden sein sollen. * 1* Die Kämpfe im Westen. Berlin, 14. Mai. Aus Paris melden laut„Berliner Loralanzeiger“ die„Times“, die deutschen Stelluun⸗ gen bei Mpern la Basse seien tatsächlich unein⸗ 5 Gerüchte von Josfres Abberufung e Lugano, 13. Mai. Italienische Blätter dne das Gerücht von der angeblichen Ersetzung ab durch 4 Fo ch, da Joffre sich zu der neuen O unfähig erwiefen habe. Der amtliche französische Bericht. Paris, 12. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht dom 1I. Mai, nachmittags. In Belgien bei St. Georges ver⸗ suchte der Feind, durch einen Nachtangriff die vorgestern vom uns eroberte Feldschanze wiederzunehmen, wurde aber zurüch⸗ geworfen. Nördlich Arras dauerten unsere Fortschritte an; am Montag abend bemächtigten wir uns zuerst des Friedhofes, sodann des Ostteiles des Dorfes Carency und der ö Carency⸗Souchez. Wir machten in Carency 230 neue sangene, darunter drei Offiziere, und erbeuteten mehrere Ma⸗ schinengewehre. Carency, welches von unseren Truppen auf drei 7 Seiten umschlossen ist, besitzt nur noch eine schwierige Verbindung mit den deutschen Linien. den vom Feinde in Automobilen aus Lens und Douai herbeigeschafften Kräften Aten es nirgends, dig Oberhand zu gewinnen. Vor. in Notre⸗Dame⸗de-Lorette. Souchez, Neuville⸗Saint Vast prachen Montag nachmstiag a. Gegenangriffe mit schweren Verlusten unter unserem 1 1 sammen. An den letzteren Stellen gewannen wir fände un! machten etwa 100 9—. Die Zahl der gefangenen Offiziere betrug gestern abend etwa 50. In der Nacht vom 10. zum 11. Mai erlitt der Feind eine neue Schlappe. Seing Gegenangriffe nördlich von Neuville, welchen ein heftiges Bom⸗ bardement vorausging, wurden 2 zurückgeworfen. Wir . das gesamte gewonnene Gelände und b Feinde sehr starke Verluste bei. Auf der übrigen Front Arras erfolgte kein Gegenangriff. a „ Nach der gestern gemeldeten Beschießung Dünkirchens mit drei Granaten, die kein Opfer und keinen Schaden 15 warfen die Deutschen elf Granaten auf Bergues, durch din zwölf Personen getötet und fünf verwundet wurden. Un 11 terien eröffneten sofort das Feuer und brachten i Feuer des Feindes zum Schweigen. Von der übrigen Front nichts zu melden. 2 be⸗ dem Eines unserer Flugzeuge bonbardierte die Luftf N b von Maubeuge und vern einen Brand. 1 eindliches Flugzeug warf erfolglos auf den 17 Doullens, ein anderes zwischen den Argonnen und der wurde verfolgt, es konnte jedoch in den deutschen Linien landen ⸗ zwo es Fener fing. Die Deutschen schossen ein englisches Frrngzeng herunter, die englischen Truppen schossen zwei deutsche Flugzenge herunter. 0 ö Paris, 12. Mai.(WTB. Nichtamtlich) Gestern abend wurde amtlich bekanntgegeben: Nördlich Dixmuiden wurden 0 die belgischen Truppen, welchen es gelungen war, einen Brücken⸗ 0 kopf auf dem rechten Yserufer zu errichten, in der Nacht vom 10. zum 11. Mai von drei deutschen Bataillonen hef i Sie warfen den Gegner jedoch zurück, brachten ihm eie Verler 1 1 455 3.— 2— gefangen. Set 4 5 belgische ivision begann ixmuiden Boden. ich von n erfolgte wieder ein Angriff auf die en 11e 8 0 pen mit Hilfe einer Wolfe e der Gase; sie ließen die 4 geschst 8 kürzlich eingeführte Maske, vorüberziehen und 1 in dichten Formationen vorgehenden dentschen Truppen durch Maschinen⸗ und Gewehrfeuer aus nächster Nähe. Unsere Erfolge nördlich Arras gewannen merkbar 8 a zoos nahmen wir während Kämpfe nach einem erbitterten Gefecht, trotz starken eine große deutsche Schanze und ein gräben zu beiden S südlich erstürmten wir ein von Notre⸗Dame de Lor Kapelle wurde diese Ste f konaten hartnäckig verteidigt 1 kliche Festung gemacht hatten, heute Wale dernden ue ig fade ars den pi en Nbg r n 9 i vi⸗ schen Notre-Dame de Lorette „ 15 m e enden Sautenaribe; Imfig wen per; 28 engräben süldlich von der Na⸗ pelle in unsere Hände. Wir fanden darin meh⸗ rere 2 Gefallene. Die Deutschen stießen darauf aus Ablain vor, doch wurde ihr Gegenangriff ohne weiteres gebrochen. Wir nahmen alsbald die Offensive wieder auf und gewannen in der Richtung auf die Zuckerfabrik von Souchez Boden. Die deutsche Stellung in Carency wurde von uns enger umfaßt.— Wir nahmen ihnen mehrere Häuserblocks im östlichen Teil des Dorfes sort und machten 50 Gefangene, darunter einen Offizier Wir mach⸗ ten weitere Fortschritte gegen das Gehölz östlich vom Dorfe. Die Verbindungen von Carency und Ablain mit Souchez werden für den Feind immer schwieriger. Nach heftigem Kampf haben wir uns des Kirchhoses von Neuville-St. Vast, der von den Deut⸗ schen sehr stark eingerichtet war, bemächtigt. Wir rückten sodann südwestlich des Dorfes vor, welches wir von Westen und Osten her umfassen. Auf dem ganzen Abschnitt Loos— Arras, wo wir am Sonntag, den 9. Mai, drei Reihen deutschen Schützengräben eingenommen haben, wird um die vierte Reihe gekämpft. Ge- fangene, deren Anzahl fortgesetzt zunimmt, erklärten, daß der Be⸗ fehl worden war, die Kapelle und die Feldbefestigung von Notre⸗Dame de Lorette um jeden Preis zu halten. Von der übrigen Front ist nichts wichtiges zu melden. ..„ 5 Ausschreitungen gegen Deutsche in Johannisburg. London, 14. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter⸗ sche Bureau meldet aus Johannesburg: Gestern fanden den ganzen Tag ernste Ausschreitungen gegen deut- sches Eigentum und deutsche Firmen statt. Der bekannte Klub„Liederkranz“ wurde völlig zerstört, ebenso das Gebäude von Sir George Albu und anderen leitenden Geschäftsleuten. Der Schaden wird auf /½ Million Pfund Sterling geschätzt. Während der Ausschreitun— gen wurden 51 Gebäude ganz oder teilweise ver⸗ nichtet, einschließlich der großen Warenhäuser, Hotels und Läden. Der Inhalt der Gebäude wurde verbrannt oder in Stücke gerissen.. Die Kämpfe in Südafrika. London, 14. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reu⸗ tersche Bureau meldet amtlich aus Kapstadt: General Botha ist gestern mittag in Windhuk einmarschiert, ohne Widerstand zu finden. Er hat die englische Flagge auf dem Rathaus gehißt. Ungefähr 3000 Europäer und 12000 Eingeborene wurden in der Stadt vorgefunden. Aus Stadt und Fand. Gießen, 14. Mai 1915. Die Gräber der 116 er. Zeilen, die uns ein Freund unserer Zeitung zur 2 stellt, wird jeder, dem ein Angehöriger oder e l in feindlicher Erde ruht, mit Dankbarkeit und Zum Trost und zur Beruhigung aller r e die teure A 5 in der blutdurchtränkten Erde kenserer Schlachtfelder begraben wissen, möchte ich im folgenden von den freundlichen Eindrücken erzählen, die ich vom Zustande solcher Soldatengräber kürzlich empfangen habe. Als ich im Winter zum ersten Male das Schlachtfeld von Anloy besuchte, auf dem unser Gießener Regiment seine Feuertaufe in diesem Kriege erlitt, war der Eindruck der Gräber, die sich in langer Reihe auf den Aeckern und an den Waldrändern hinter Anloy entlang ziehen, unendlich trostlos. Rohe Holzkreuze, auf die mit Blaustift die Namen oder bei Massengräbern die Zahl der im Grabe Liegenden aufgeschrieben waren, bezeichneten die einzelnen Grab⸗ 1 4 e er an. hie 15 da arauf. Die sonstige ein Herri g der Gräber hatte Sturm und Regen ede o. st⸗ und Winte t auseinander⸗ 1 Waffenstücke oder Helme, mit die Gräber 0 enweise geschmückt gewesen waren, hatte ebenfalls die Witt verdorben oder die Bevölkerung davongeschleppt. Und ein grauer Winterhimmel, der sich trüb über die weite wellige Landschaft mit ihren zerschossenen Dörfern breitete, verstärkte das Gefühl unendlicher Traurigkeit, mit dem der Anblick dieser einsamen Gräber das erfüllte. Ganz anders waren die Eindrücke, die ich. als ich vor einigen Wochen ein zweites Mal nach Anloy kam. war jetzt Frühling und schon der Anblick der Land⸗ immte anders. Als wir am Morgen von Libramont die sanften Höhenzüge des Lessetals nach Anloy fuhren, hüllte allerdings Nebel die Gegend ein, und als wir in Anloy den Friedhof bei der Kirche mit seinen Massengräbern nicht bloß von deutschen und französischen Soldaten, sondern auch von Einwohnern, die im hinterlistigen Kampfe gegen die Unsrigen getötet worden waren, besuchten und durch die noch immer in Schutt und Trümmern liegenden Häuser wanderten, ließ ein feiner Regen das Bild der Zerstörung und des Hasses noch immer so hoffnungslos erscheinen, wie es im Winter gewesen war. Aber als wir dann gegen Mittag oben auf den Höhenzügen hinter Anloy an den Gräbern unseres Regiments standen, brach die Sonne durch den Wolkenschleier. Ein frischer Frühlingswind wehte über die junge Saat, die aus dem blutgetränkten Acker schon wieder emporsproßte, und die Lerchen zwitscherten so fröhlich in der Luft, als wären sie niemals vom Kanonendonner verscheucht gewesen. Und weithin leuchteten jetzt die neuhergerich⸗ teten Gräber unserer Gefallenen. Nur mit tiefer Be⸗ wegung konnte man wahrnehmen, mit welcher Liebe und Sorgfalt der deutsche Landsturm, der dort draußen im feindlichen Lande liegt, die verlassenen Gräber in seine Obhut genommen hat. Als der Frühling kam, sind sie alle neu und würdig hergestellt worden. Jedes Grab hat einen richtigen, sauberen, mit Grasnarbe sorgfältig belegten Hügel bekommen. Größere Lebensbäume und Stämmchen von Buchsbaum und niedrige Rosensträucher sind darauf ge— pflanzt. Kränze aus Fichtenzweigen und jungen Kätzchen haben die Landsturmleute für jedes Grab gewunden. Ein kräftiges Holzgeländer, das mit einer dicken Fichtengirlande geschmückt ist, faßt die Gräber ein, und die alten, aus Holzlatten zusammengenagelten Kreuze, die bis dahin die Gräber gekennzeichnet hatten, sind durch große, schön gear⸗ beitete und blendend weiß gestrichene Kreuze mit den Namen oder der Zahl der Beerdigten und der Regimentsnummer ersetzt worden. Nicht dankbar genug können alle Angehörigen der Gefallenen unserm braven Landsturm für die außer⸗ ordentliche Arbeit sein, die er dort draußen in der Auf⸗ suchung und Pflege der Gräber leistet. Unermüdlich wird nach Gräbern geforscht und immer wieder werden neue Gräber gefunden, versteckt in Gebüschen oder Wäldern. Wir fuhren von Anloy zurück über Ochamps und den Wald von Luchy, in dem andere Regimenter damals gekämpft hatten, und überall leuchteten aus dem Dickicht die weißen Kreuze wohlgepflegter Gräber hervor. Wenn es erst gestattet sein wird, photographische Aufnahmen dieser Ruhestätten zu verbreiten, wird man sich auch in der Heimat durch den unmittelbaren Augenschein von der würdevollen Art über⸗ zeugen können, in der das Andenken unserer Toten da, wo sie gefallen sind, gehegt und gepflegt wird. Aber noch eine andere tröstliche Erfahrung möchte ich nicht unerwähnt lassen. Der Zweck meiner Fahrt war die Zurückholung eines Gefallenen, die vom Generalkommando und der Etappeninspektion genehmigt worden war. Fast tat es einem weh, das so liebevoll hergerichtete Grab wieder zerstören zu müssen. Aber nachdem alle Vorbereitungen ge— troffen waren, konnte es doch nicht mehr unterbleiben. Die Oeffnung des Grabes gab in jeder Beziehung die beruhi⸗ gende Gewißheit, daß auch die Beerdigung der Ge⸗ fallenen mit Liebe und Andacht ausgeführt worden war. Die 7. Kompagnie unseres Regiments, die einst diese traurige Arbeit verrichten mußte, hat ihre Kameraden wür⸗ dig begraben. Mögen aus diesen Mitteilun alle die trauernden Herzen, die einen Gatten oder Sohn, Bruder oder Freund dort verloren haben, die tröstliche Ueberzeugung gewinnen, daß unsere Toten in der belgischen Erde eine ihrer würdige Ruhestätte gefunden haben, würdig unter der Erde wie über ihr, und daß ihre Gräber sich in treuer liebevoller Pflege befinden. Gewiß wird es sich das Regiment dereinst nicht nehmen lassen, in der Mitte dieser Gräber ein Denkmal für die Gefallenen zu errichten, das dann auch die Namen derer verkünden wird, die heute noch namenlos an dieser Stelle ruhen. N W. K. * Heidelbeeren. In den Waldungen des Oden⸗ walds, Vogelsbergs, der Rhön und des Spessart blühen zur⸗ zeit die Heidelbeeren prächtig; ein Zeichen, daß sie 125 eichnet überwintert haben und eine gute Ernte be⸗ vorsteht. » Fahrraddiebstahl. Gestern wurde aus dem Hofe der Wirtschast auf dem Schiffenberg ein Fahrrad Marke„Solid“ von der Firma„Herbert Arnold Erfurt“ mit der Polizeinummer blaues 6 6684 entwendet. Als Täter sollen Schüler im Alter von 10 bis 12 Jahren in Frage kommen. Sachdienliche Mit- teilungen nimmt die Kriminal-Abteilung Großh. Polizeiamt Gießen entgegen. Kreis Friedberg. * Friedberg, 14. Mai. Aus dem hiesigen Kriegs⸗ gefangenenlager sind entwichen der russische Ober⸗ leutnant Gogolinski, 1,80 Meter groß, schlank, bartlos, dunkelblaue Augen, spricht gebrochen deutsch, der russische Leutnant Moissejew, 1,72 Meter groß, bartlos, schwar⸗ zes Haar, und der französische Leutnant Randon, 1,77 Meter groß, schlank, dunkelblonder kleiner Schnurrbart, trägt Klemmer. Die Flüchtlinge tragen Rucksäcke und sonsti⸗ ges Gepäck. Sturkenburg und Rheinhessen. rb. Darmstadt, 13. Mai. In der gestrigen Stadt ver⸗ ordnetensitzung kam es zu ausführlichen Darlegungen des l Oberbürgermeisters über die Maßnahmen, die seitens der Stadt⸗ verwaltung zum Schutze gegen die Lebensmittelverteue« rung getroffen worden sind. Das hiesige sozialdemokratische Blatt hatte die Bürgermeisterei scharf angegriffen und ihr direkt Kartof⸗ felwucher vorgeworfen. Demgegenüber stellte der Oberbürgermeister fest, daß alsbald nach Eintritt des Kartoffelmangels die Stadt fortgesetzt und zu jedem Preise Kartoffeln einkaufte, auch über den Höchstpreisen, so daß für 400 000 Mark Vorräte angesammelt wurden. Diese Kartoffeln beschloß die Stadt, jetzt abzugeben, und zwar an die minderbemittelten Kreise mit einem Einkommen bis zu 2600 Mark für 6 Mark, d. i. stark unter dem Einkaufspreis, und für die übrige Bevölkerung für den ungefähren Selbstkostenpreis von 7 Mark pro Zentner. Zur Regelung der Kartoffelabgabe soll ähnlich, wie für Brot, auch eine Kartoffelkarte an alle Fa⸗ milien abgegeben werden. Auch hinsichtlich der Fleischversor⸗ gung hat die Stadt umfassende Vorkehrungen getroffen und große Einkäufe an gutem Dauerfleisch gemacht. Auch hiervon soll infolge der enormen Preissteigerung jetzt schon ein Teil ab⸗ gegeben werden, und zwar zu einem sehr entgegen⸗ kommenden Preise. Die Schuld an der Preissteigerung lag, wie vom Ausschuß seinerzeit einwandfrei festgestellt wurde, nicht an den Metzgern, sondern an der Verfügung, daß die Kommunen zur Versorgung mit Dauerware verpflichtet wurden und weiter an dem großen Bedarf der Heeresverwaltung. Durch das jetzige Falle⸗ lassen der Bestimmung für die Versorgung mit Dauerware de voraussichtlich eine günstige Wendung erzielt werden. Die Stadt⸗ 1 verwaltung habe auch weiter alles zur Vermeidung der Mil ch⸗ preiserhöhung getan, und diese so lange als möglich hintan gehalten. In einer neuerlichen Konferenz mit den Milchlieferanten sei die Aussicht eröffnet worden, daß nach Versorgung mit dem nötigen Grünfutter in 3—4 Wochen eine Herabsetzung der Milchpreise sich ermöglichen lassen werde. Bezüglich der Ge⸗ staltung des Brotpreises sei die Stadt von der Kriegsgetreide⸗ gesellschaft in Berlin abhängig. Der Antrag, Darmstadt als Ver⸗ braucher zu behandeln und ihm das Getreide direkt zu liefern, 9 damit es auf den 28 zur Verfügung stehenden Mühlen gemahlen werden könne, sei abgelehnt worden. Der Oberbürgermeister hofft aber, daß man wenigstens auf die Lieferung der Hälfte in i und der Hälfte in Mehl eingehen werde. In der Aussprache wurde betont, daß trotz der Herab⸗ setzung der Mehlpreise in Berlin in Darmstadt noch nichts davon zu verspüren sei. Es sei Pflicht der Reichsregierung, Vorsorge zu treffen, daß nicht die Großmühlen hohe Dividenden erzielen, dig Mehlpreise aber in enormer Höhe blieben. Besonders bei der neuen Ernte müsse dieser Mißstand vermieden werden. 3 Hessen⸗Nassau. 1 [1 Marburg, 12. Mai. Im nahen Dörschen Marbach fiel gestern das Kind der Eheleute Schmidt, ein Mädchen im Alter von 1 Jahren, als die Mutter kurze Zeit das Zimmer ver⸗ ließ, in den auf dem Fußboden stehenden Waschtopf und er⸗ trank. Der Vater des Kindes ist zum Heere eingezogen. 1 8— 3 * 0 Betr.: Lehrerkonferenz. 993 An die Herrn Lehrer der Landgemeinden des Kreises. 5 Mittwoch, den 19. Mai l. Is., vormittags 10 Uhr, soll eine gemeinsame Konferenz für die Bezirke Grünberg, Hungen, Lich und Gießen⸗Land im Hotel Großherzog zu Gießen stattfinden. 0 N e e 5 1. Der ländliche Gartenbau in der Kriegszeit; Vortrag des Herrn Lehrer Sprengel zu Bellersheim. a 2. Mitteilungen.* An die Konferenz wird sich ein einfaches Mittagessen an⸗ schließen. Es wird ersucht, eine etwaige Verhinderung, am gemein⸗ schaftlichen Essen teilzunehmen, rechtzeitig anzuzeigen. 5 Gießen, den 13. Mai 1915. 5 a 9 Großherzogliche Kreisschulkommission Gießen. Dr. Usinger. Mie Ausstellun Sn; wenn Sie Ihre Wäsche stets mit„Luhns“ Nu lassen. findet statt: Samstag, den 15. Mai 1915, 1on 8—12 und 2—6 Uht. Es wird darauf hingewiesen, daß neue Mark karte und gegen Ablieferung der umschläge der alten Markenhefte verabfolgt werden. Etwa aicht verbrauchte Marken sind ebenfalls abzuliefern. ö Vielfach ist die Ansicht verbreitet, daß ersparte Brotmarken bei der Neuausgabe Diese Annahme ist irrig; Abzüge finden dem Markenempfänger abgezogen werden. lediglich wegen vorhandener Mehlvorräte statt. Gießen, den 12. Mai 1915. 5 Der Oberbürgermeister. Keller. Brotmarkenausgabe. Die Ausgabe der für die Zeit vom 17. bis 30. Mai gültigen Brotmarkenhefte en nur gegen Vorlage der Ausweis- 4181. Bekanntmachung. Der von dem Gemeinderat durchberatene Vor— anschlag liegt während einer Woche und zwar vom 17. d. Mts. ab auf der Amtsstube des Bürger— meisters offen. Die Beteiligten können innerhalb dieser Frist den Voranschlag einsehen und bei dem Bürgermeister schriftlich oder zu Protokoll Ein⸗ wendungen gegen den Inhalt vorbringen. Bemerkt wird, daß die Erhebung einer Um— lage beschlossen wurde, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. 1 Lang⸗Göns, 13. Mai 1915. Großherzogliche Bürgermeisterei. Kognak- Arrak. Rum diverse Liköre sthein-, Mosel-, Rot- und Weiß- Wein Aepfelwein in Flaschen und Gebinden in anerkannt vorzüglicher u. preiswürdlgster Ware empfiehlt Kolonialwaren, Delikatessen und Weinhandlung Telephon 262 Hochfeinen alten A. Goldschmid Garnierte Damen- und Kindertüte werden von heute an zu jedem annehmbaren Preise verkauft t Schulstrasse 6, Giessen Ich bitte um Besichtigung meines grossen Hut-Schaufensters! wie Gilka, Steinhäger Mampe Halb& Halb ugust Wallenfels Gartenmöbel sowie Friedhofa⸗Bänke, Stühle und Gießkaunen empfiehlt zu billigsten Preisen Edgar Borrmann Eisenwaren, Haus⸗ und Küchengerätehandlung. 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März starb den Heldentod unser geliebter, unvergeß- licher Sohn, Bruder und Schwager Willi Daniel Reserve · Infanterie · Regiment Nr. 223, I0. Kompagnie im Alter von 21 jahren. In tiefer Trauer: Familie W. Nitschkowski F. Daniel und Frau. Gießen, 14. Mai 1915. Ludwigstraße 4. Von Kondolenzbesuchen bitten wir abzusehen. 4281 Todes⸗Anzeige. Dem Auge fern, dem Herzen ewig nah. als zweiter Sohn am 12. April unser Infolge schwerer Verwundung starb den Heldentod fürs Vaterland im Hilfs— lazarett im 21. Lebensjahre mein lieber Sohn, unser guter Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Gefreiter August Dewald Inf.⸗Regt. 138, 3. Komp. Wilhelm Spaar im Alter von 23 Jahren. In tiefer Trauer: Familie Spaar. Beuern, den 11. Mai 1915 1227 Den Heldentod fürs Vaterland starb 5 lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel N Im Kampfe für das Vaterland flel am 8. Mai unser lieber Korpsbruder Kurt Wehner Oberleutnant u. Kompagnieführer im 2. Mar.-Inf.-Regt. Ritter des Eisernen Kreuzes II. und I. Klasse und des Oldenburg. Friedrich- August-Kreuzes II. und I. Klasse. Der CC. der Starkenburgia. 4222D Am 6. Mai 1915 verschied im Feldlazarett an der am 2. Mai erlittenen Verwundung unser I. Aktiver stud. theol. Wilhelm Pulch Füsilier im Füsilier-Regiment 80. Ehre seinem Andenken! Die student. Reformverbindung„Adelphia“. I. A.: Leopold Sperb X. Giessen, den 12. Mai 1915. 4209 „Florylin“ Dauer⸗hefe Das Beste zum Backen, aus giebiger wie frische Hese⸗ ber Paket 12 Pfg., sowie Backpulver in allerbester Qual. eigener Herstellung, à 10 Pfg. Am Mittwoch mittag, um 1 Uhr, entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester Fran Juliane Müller, geh. dehert K Hebamme im Alter von 68 Jahren. 4241 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilbelm Müller, z. Zt. im Felde. 5 5 4 lt Gießen(Mühlstraße 29), den 14. Mai 1915. 8 Die Beerdigung findet Samstag, nachm. ¼ 4 Uhr, renz drag. August Nol von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Bahnhofstr. 51. Terpentolin. „Löwen Marke“ D. R. W. (Amerik. Terpentinöl gleich wextig) Hauptniedexlage für Hessen⸗Nassau Dr. Krüger & Sommerfeld, Cassel. Telegr.-Adresse Chemitaleo. Fernruf Nr. 553 u. 554. 4075 Danksagung. 8 Für die Beweise herzlicher Teilnahme, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Hartmann bei unserem Verluste sagen wir innigsten Dank. In tiefer Trauer: Karl Staubach, Vizefeldwebel, z. Z. im Felde. Alten-Buseck, den 14. Mai 1915. 1242 Wäsche mif Henkels Bleich Soda. Die trauernden Hinterbliebenen: Gesunde Amtliche Bekanntmachungen der Magdalene Dewald Wwe. und Geschwister Familie Adam Jünger Josef Wacker, z. Zt. im Feld, u. Familie Konrad Dewald, z. Zt. im Feld, und Geschwister Frieda Blum. 4213 Todes⸗Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß heute morgen 9 Uhr unser guter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, Herr Friedrich Nürnberger Kaufmann im vollendeten 25. Lebensjahr sanft ent- schlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen. J. d. N.: Heinrich Nürnberger. Klein⸗Linden, 13. Mai 1915. Die Beerdigung findet Samstag, den 15. Mai, nachm. 3 Uhr, von Sterbehause, Frankfurter Straße 55, aus statt. 1228 Todes⸗Anzeige. Verwandten und Bekannten die schmerz— liche Nachricht, daß unsere innigstgeliebte, treue Tochter, unsere herzensgute Schwester, Schwägerin und Tante Dinchen am 12. Mai sanft in dem Herrn ent— schlafen ist. 02657 Die trauernden Hinterbliebenen. Familie Heinrich Gerhard III. Steinbach, den 14. Mai 1915. Beerdigung findet Samstag, den 15. Mai, nachmittags 3 Uhr, statt. Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie für die ge sprochenen trostreichen Worte bei dem uns schwer betroffenen Verluste sagen wir allen auf diesem Wege herzlichsten Dank. Die tieftrauernd Hinterbliebenen. Id. N.: Ling Ochs, geb. Westrupp, Wi Gießen den 14. Mai 1915. Stadt Gießen. Die Friedhöfe sind in der Zeit vom 16. Mai 1915 bis 15. August 1915 von 6 Uhr morgens bis 9 Uhr abends ache geöffnet. 42¹9 B Bananen Tafel 45 Pfg. 2 abriss„e 35 f. Aufnahme der Kartoffelvorräte. [Bitter„ 33 Fa. Auf Beschluß des Bundesrats sollen am 15. ds. Mts. Nandel„ 40 Pfg. im Deutschen Reiche sämtliche Kartoffelvorräte, Speise⸗ Nuß, 1 B. kartoffeln, Kartoffeln zu Saat-, Futter- und gewerblichen Milch n 25 Pfg.] Zwecken obne Ausngbme ermittelt werden. Kartoffel⸗ usw. u mengen, die sich am 15. Mai auf 5 Die Erde⸗ 2 sind von dem Empfänger anzugeben. Die Erhebung wi Reform von Zählern vorgenommen, die von Haus zu Haus geben 40³⁰ Kreuzplan 5. Mrennabor- Klappwagen einfache, solide Ausführung, sind wieder angekommen. Zu Original-Fabrikpreisen empfiehlt 414 Aug. Kilbinger, Seltersweg 79. 4017] Täglich frisch gestoch. Spargel in bekannt. Güte v. morgens Uhr ab. W. Hankel. Neuen Bäue? Telephon 612. ee Obere! abel. und die Vorräte aufnehmen. Die Daus haltungsvor⸗ stände oder deren Stellvertreter sind verpflichtet, den Zählern die Vorräte anzugeben. Die Zäbler sind be⸗ fügt, zur Ermittelung richtiger Angaben Vorratsräume oder sonstige Aufbewabrungsorte zu untersuchen und die Bücher des zur Anzeige Verpflichteten zu prüfen. Wer wissentlich unrichtige oder unvollständige An⸗ gaben macht, wird mit Gefängnis bis zu 6 Mongten oder mit Geldstrase bis zu 10000 Mark bestrast, auch können Vorräte, die verschwiegen werden, im Urteil für den Stagt verfallen erklärt werden. 5 Wer fahrlässig unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Geldstrase bis zu 3000 Mark oder im Un⸗ vermögensfalle mit Gefängnis bis zu 6 Monaten bestraft. Um die Durchführung der Erhebung zu erleichtern, werden alle Besitzer von Kartofselvorraten ersucht, schon vor dem 15. Mai eine genaue Schätzung ihrer Be⸗ stände vorzunehmen, damit die Aufnahme selbst ohne Zeitverlust vor sich gehen kann und unrichtige Angaben vermieden werden. Gießen, den 11. Mai 1915. Der Oberbürgermeister: Keller. 4210 42388] Von den städtischen Gärten am Wißmarer Weg, gegenüber der Militäx⸗Badeanstalt, ist noch einer aus der Hand zu vergeben. Näheres im Stadthaus, Zimmer Nr. 15. Eisverkauf im städt. Schlachthof. Gasthöfe, Gastwirtschaften, Bäckereien, Kunstbäckereien, Fischhandlungen, Feinkosthandlungen und Einzelver⸗ braucher(Private) werden auf das im städtischen Schlacht- hof bergestellte Kristalleis hingewiesen. Dasselbe wird in Blöcken von je Bg zum Preise von 30 Pfg. täglich vom Eislager im Schlachthof von 5 Uhr morgens bis 6 Uhr abends abgegeben. 4147 Frohsinn cee Postkeller.: wieder