* u Der Gießener Anzel Ischeint täglich, außer Mittwoch, 2. Mai 1015 Bezingspreis: monatl. 75 Pf., viertel- Erstes Blatt 105. Jahrgang Gießener Anzeiger Sonntags.— Beilagen: jährl. Mt. 2.20; durch Aer wöchenllich Abhole- u. Zweigstellen Sietzener Familienblätter; monatl. 65 Pf.; durch zweimal wöchentl. Kreis- die Post Mk. 2.— viertel latt für den Kreis Gießen jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pi.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche eitfragen Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 W a politischen Teil und das Verl. Veschaltssteleb! 2* Feuilleton: Aug. Goetz; Adresse für Drahtnach- 5 1 für Stadt und Land, richten: Anzeiger Gleßen. 55 N Vermischtes und Ge⸗ Annahme von Anzeigen ö 3 richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. für die Tagesnumme g r Beck, sämtlich in Gießen. bis vormittags 9 Uhr. Rotationsdrück und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei N. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Aussicht auf friedliche Haltung Italiens. Weiteres vordringen nstige Lage im Westen. Großes Hauptquartier, 11. Mai.(WTB. Italiens steuernden derzeitigen Regierung den eigenens. Wien, 11. Mai.(WI Nichtamtlich.) Fast alle Blätter be⸗ 1 Amtlich.) Willen zu stärken, staatsmännische Enkschlüssef fassen sich mit der Haltung Italiens, wobei die volle Erkennt⸗ nis des Ernstes der Lage zum Ausdruck kommt. Die fort⸗ gesetzten Besprechungen der Staatsmänner in Rom und die Empfänge der maßgebenden Persönlichkeiten durch den König werden unter gleichzeitigem Hinweis auf den, bevorstehenden Zusammentritt der italienischen Kammer dahin gedeutet, daß die Entscheidung nahe bevorstehe. Dabei wird es trotz aller auf eine kriegerische Lösung drängenden Bemühungen der Entente mächte und trotz der durch die antiösterreichische Presse in weiten Kreisen der Bevölkerung hervorgerufenen und unausgesetzt geschür⸗ ten leidenschaftlichen Erregung für möglich gehalten, daß die Re⸗ gierung der Bewegung Herr werde. Das„Neue Wiener Tagblatt schreibt: Die Entscheidung muß nicht notgedrungen für den Krieg fallen, auch jene können noch Recht behalten, die eine friedliche Wendung erwarten. 5 Rom, 11. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Auf Grund der bereits gemeldeten Verfügung der Regierung an die Präfekten, betreffend den Schutz der Fremden, sind in Italien umfassende Maßsregeln zum Schutz des deutschen Besitzes getroffen worden . Rom, 11. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Nach der„Tribuna. Westlicher Kriegsschauplatz. Gestern vormittag wurde vor Westende ein englisches Linienschiff durch unser Feuer vertrieben. Oestlich Npern machten wir weitere Fortschritte und erbeuteten 5 Ma⸗ schinengewehre. Südwestlich Lille setzten die Franzosen ihre Angriffe auf die Lorettohöhe und die Orte Ablain und Carency fort. Sämtliche Angriffe wurden abgeschlagen. Die Zahl der von uns hier gemachten Gefangenen erhöht sich auf 800. Zwischen Carency und Neuville hiel⸗ ten die Franzosen die von ihnen genommenen Gräben noch in Besitz. Der Kampf dauert hier fort. Ein englisches Flugzeug wurde südwestlich Lille heruntergeschossen. Nordwestlich Berry⸗au⸗Bac, in den Waldungen südlich La Ville au Bois, stürmten unsere Trup⸗ pen gestern eine aus zwei hintereinanderliegenden Linien bestehende Stellung in Breite von 400 Metern, machten da⸗ bei eine Anzahl unverwundeter Gefangener und erbeuteten fassen zu helfen, z man alle Tatsachen übersehen vermag handelt. Der Köni litti und auf der noch eingehende unserer Befriedig mit der„Entente troffen haben. D worden. Wir dürfe keit einer fri⸗ „Stampa“ soll wenn die Liste de die dieser Tage wurde(danach wü Görz und ein? an der Ostküste nen man nur gelangen kann, wenn nd die bisherigen Verhandlungen zu ld es wird zur Stunde noch ver— die Mitglieder des Kabinetts, Gio— ern Seite auch Fürst Bülow hatten chungen, und es wird heute zu gestellt, daß die römischen Politiker keine bindende Abmachung ge— scheidende Ministerrat ist vertagt en Glauben an die Möglich- sung hegen. Nach der Turiner seinen Freunden erklärt haben, rreichischen Konzessionen, italienischen Presse veröffentlicht r italienische Teil des Trentino, Gradisca sowie einige Juseln ia abgetreten, Triest würde 2 Minenwerfer mit viel Munition. Feindliche Infanterie⸗[freie Stadt dispens vom Militärdienst für die empfing heute Giolitt! einige bolitische Freunde. Er wird . in 1 5 5 92 1 scheiterten unter— 1 n beruhe, würde sie ihm für Italien] Nom für den 7 5 4 erheblichen Verlusten für den Gegner. annehmbar er ind 8 5 5 Oestlicher Kriegsschauplatz. 8 ö„ Von der russischen Grenze, I. Mai. Dir Lage ist unverändert. e it r hat au gewaltige Rückwande rung der„Rietsch“ und„Nowoje Wremja“ stellen fest, daß die Südöstlicher Kriegsschauplatz. italienischen angehörigen qus Deutschland ein⸗s territorialen Ansprüche Italiens über das erwartete Die Russen versuchten gestern in der Linie Besko— Brzozow, an der Stobnica—Brzezanka-Abschnitt- Ropczyce, östlich Debica—Szezucin an der Weichfel, die Verfolgung gesetzt. Hunder e p Berlin, um in Elsaß. Bayern nnern und Frauen verlassen täglich ische Heimat zurückzukehren. Im, nd um Frankfurt am Main her⸗ der Armeen des Generalobersten von Mackensen zum Stehen zu bringen. Diese Absicht ist völlig gescheitert. Gegen abend waren die russischen Linien an vielen Stellen, insbesondere bei Besko und zwischen Brzozow und Lutcza, durchbrochen, nachdem am Vormittag bereits ein ver⸗ zweifelter Angriff mehrerer russischer Divisionen von Sa in Richtung Beslo unter schwersten Verlusten für den Fei a. il Die Ver 0. 1 tung. 420 a W 105 *** Während die Lage auf den Kriegsschauplätzen in Ost und West andauernd günstig erscheint, und die Aussichten auf weitere große Erfolge für die deutschen und österreichi⸗ schen Waffen, namentlich in Galizien, die allerbesten sind, richtet man noch immer in spannender Ungewißheit die Augen auf Rom, auf die Haltung Italiens. Der dort um⸗ wölkte Horizont hat eine wahre Völkerwanderung in Be— wegung gesetzt. Lugano ist von deutschen Landsleuten über- füllt, meist Angehörigen der wohlhabenderen Kreise, die den Ernst der notwendig gewordenen Ausreise mit einem an— genehmen Frühlingsaufenthalt verbinden. Aber auch wegen der Fühlung mit der noch nicht ganz aufgegebenen zweiten Heimat haben viele Deutschitaliener, besonders Kaufleute und Journalisten, die sogenannte italienische Schweiz als Zwi⸗ schenstation gewählt. Auf der Gotthardlinie werden wegen des Andranges der heimreisenden Deutschen die Schnellzüge doppelt geführt und Extrazüge eingelegt. Nach Lugano ist die ganze Mailänder deutsche Schule übergesiedelt, wo Unterrichtskurse für die Kinder der„verbannten“ Deutschen eröffnet werden. Die Zögli des deutschen Priesterseminars in Rom, die wegen ihrer roten von den Römern„Gamberi cotti“(gekochte Tra 2 9 genannt werden, sind sämtlich geflüchtet, die öster⸗ reichischen nach Wien, die deutschen nach Zürich. Auch die Schüler der Santa Maria dell Anima haben Rom verlassen, nachdem sie erst die Prüfung abgelegt haben. Zurzeit be⸗ finden sich in Italien wahrscheinlich nur diejenigen Deut⸗ schen, die durch amtliche Verrichtungen festgehalten sind, bezw. irgend einen Anspruch auf freien Abzug im Kriegs- falle haben. Etwa hunderttausend Deutsche müssen bereits aus Italien ausgewandert sein. Denn weit über diese Ziffer hinaus geht die Zahl der ständig auf italienischem Boden wuhmenden Deutschen. Von ihnen gehören etwa 80000 dem Laufmannsstande an, und diese waren es, die als Pioniere des deutschen Auslandshandels italienisch— deutsche Handelsintexressen einzuleiten und zu pflegen wuß⸗ ten. Fast alle diese Reichsdeutschen in Italien haben es zu Wohlstand und Ansehen gebracht. Trotzdem ist der Reichs⸗ deutsche Reichsdeutscher in Italien geblieben, und zahlreiche öffentliche Justitutionen, aus eigenen Mitteln begründet, legen Zeugnis ab von seiner geistigen Zugehörigkeit zur Heimat. In fast allen deutschen Kolonien Italiens befinden sich vorzüglich geleitete deutsche Schulen, deutsche Kranken— häuser, deutsche Wohlfahrtsvereine und gemeinnützige Ein— richtungen verschiedener Art. Unsere großen nationalen Ver— einigungen, wie der Flottenverein und die Deutsche Kolo⸗ nialgesellschaft sind selbstverständlich in Italien auch ver⸗ treten. Und wenn dem Deutschen Reiche ein Unglück wider⸗ fahren war und Sammlungen veranstaltet wurden, der Reichsdeutsche in Italien hat stets und reichlich beigesteuert. Und trotz aller dieser Vorboten eines Sturms, trotz der vollzogenen Mobilisierung des italienischen Heeres hofft man noch auf die Erhaltung des italienischen Friedens. Was ein Mann bei weltbewegenden Ereignissen in die Wagschale zu werfen vermag, das erfährt man jetzt durch die letzten jährige Staatsmann, ist auf Veranlassung des Königs Ema— nuel noch einmal auf dem Plan erschienen, um der im stür⸗ . mischen Fahrwasser der sogenannten öffentlichen Meinung orgänge in Rom. Giolitti, der bewährte siebzig⸗ um, in Wür fast überall in dei lienischer Bevt Namen des i enrufen, t Sachsen, Westfalen, im Rheinland, Landen sind ganze Dörfer mit ita⸗ achsen, wo jetzt Ge istliche im nsulats ihre Landsleute zusam⸗ n, daß sie in die Heimat zurück i friedlichen Verkehr beider ö en waren, alle guten . 0 m blick, in dem sich die Regierung Salandra für die des blutigen Schwertes entschieden hat, wäre alles auf lange Zeit dahin. Der Fluch hunderttausen⸗ der friedlicher, arbeitsamer Menschen hüben und drüben würde die Antwort sein. 2* Italiens Haltung. Berlin, 11. Mai. Die„Voss. Ztg.“ meldet aus Rom: Die Voraussagen lauten günstig. 200 Ab⸗ geordnete, Anhänger Giolittis, erwarten in Rom gespannt und kritisch die entscheidende Lösung. Man erhebt Vor— würfe gegen Salandra, weil er wie der Goethesche Zauberlehrling den Strom entfesselt hat, der vielleicht nicht mehr einzudämmen ist. Die Kriegshetzer, von ihm zu einem Drucke auf Oesterreich ermutigt, drücken jetzt auf die schwan— kend gewordene Regierung. Bis jetzt widersteht Salandra noch dem Drucke, wie die fortdauernden Besprechungen zeigen. Die Giolittianer bekunden ihre Zuversicht auf die Erhaltung der Neutralität, doch sind alle angeblichen ge— flügelten Worte Giolittis apofkryph.—„Giornale F schpeibt, Giolitti werde nach Kenntnisnahme aller Schritte und Beweggründe der Regierung sein Urteil dem ihrigen anpassen.„Man dürfe auf Eintracht des Par- laments rechnen und mit Vertrauen der Erfüllung der vaterländischen Geschicke entgegensehen“, während das Blatt Sonninos von der„Pflicht der lebenden Generation“ spricht, „den kommenden Geschlechtern ein Land mit völlig sicheren Grenzen zu hinterlassen, wozu die gegenwärtige Stunde eine vielleicht in hundert Jahren nicht wiederkehrende Ge— legenheit biete“. Andere offiziöse Stimmen deuten die noch nicht geschwundene 3 einer unblutigen Er reichung des Zieles unter der Voraussetzung der vollen Einigkeit aller Parteien an. Rom, 11. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Wie„Giornale d'Italia“ meldet, hat Salandra heute vormittag mit dem König und darauf mit Sonnino beraten, der später den Fürsten Bülow empfing.„Giornale d'Italia“ warnt das Publitum vor den umlaufenden Gerüchten, die einander aufs stärkste widersprächen und setzte hinzu: Es ist nicht wahr, daß der Minister rat heute vormittag zusammentreten sollte, jedoch vertagt wurde. Daher sind auch die Meldungen über Entschlüsse ernster Natur, über die der Ministerrat angeblich hätte beraten sollen, völlig unwahr⸗ scheinlich. Berlin, 12. Mai. Zu Giolittis Audienz beim Könige meldet das„Berliner Tageblatt“ nach der„Stampa“: Was Giolitti dem König gesagt hat, ist nicht authentisch bekannt geworden. Miolitti hat aber zu politischen Freunden geäußert, daß ihm ein Abtretungsprogram m, wie es von einer Oesterreich nahestehenden Seite vor einigen Tagen in der italie— nischen Presse veröffentlicht wurde, durchaus annehmbar erscheine. Desgleichen dementiert die giolittanische Presse alle Gerüchte und Nachrichten über einen angeblichen Uebertritt Giolittis zur Kriegs⸗ partei. Alle Gerüchte, daß Italien sich bereits mit den Entente-Mächten festgelegt habe, seien Erfindungen von interessierter Seite. Krieg oder Frieden wählen. Berlin, 12. Mai. Der Züricher Mitarbeiter der„Köln. Zeitung“ drahtet nach verschiedenen Morgenblättern aus Rom: Zeit gestern ist die Stimmung in Italien wieder etwas hoffnungsvoller. Die Möglichkeit einer friedlichen Lösung habe sich etwas gestärkt. Die Hoffnung der Freunde der Neu- tralität ruhe förmlich auf Giolitti. abgeschnitten zu werden und Italien könne noch nach seinem Ermessen Maß erheblich hinausgingen, und daß dies auf starke slawische Interessen stoße. Italien verlange nicht nur die österreichische Nordküste mit Triest, sondern auch Istrien mit Fiume und die dalmatische Küste bis Spalato. Die ge⸗ nannten Blätter weisen darauf hin, daß besonders in Dal⸗ matien die slawische Bevölkerungsziffer in gar keinem Verhältnis zu der italienischen kehe. So leben hier 510000 Slawen und nur 4170 Italiener. Kroatien gerate in Gefahr, durch die italienischen Ansprüche ganz vom Meere au unter italienische Herrschaft zu ö s berge für die Zukunft die chwersten Gefahren in sich. Ohne Zweifel würde hier ein starker Zündstoff gesammelt werden. Der Dreiverband. könne die Ansprüche Italiens auf Dalmatien nicht mit gutem Gewissen unterstützen, da er sonst einen Verrat an den serbisch-kroatischen Interessen begehen würde. Es sei denn doch nicht gut denkbar, daß die Ita⸗ liener, die in Dalmatien nur 0,8 Prozent der gesamten Be⸗ völkerung ausmachen, die Herrschaft über diese fast rein slawischen Gebiete erhalten sollen. Dieselben Blätter melden aus Nisch, daß in Serbien die Erregung über die Verhand⸗ lungen zwischen Italien und dem Dreiverband zwecks Rege⸗ lung der Adriafrage sehr groß ist. Das serbische Volk fühle sich durch seine Verbündeten in dieser für Serbien außerordentlich wichtigen Frage übergangen. Jedenfalls 1 gelang seien die Verhandlungen geführt worden, ohne daß die ser⸗ bischen Ansprüche die genügende Bexücksichtigung gefunden hätten. Ministerpräsident Pasitsch befinde sich auf der Reise nach Petersburg, um hier Beschwerde zu führen. In Pe⸗ tersburg werde in den nächsten Tagen eine wichtige Konferenz, die in der Adriafrage weitgehende Be— schlüsse fassen wird, stattfinden. An dieser Konferenz werden der russische Minister des Auswärtigen, Pasitsch und die diplomatischen Vertreter Frankreichs, Englands, Italiens und Montenegros teilnehmen.(Nat.-3.) 1 * 3* Die Schlacht von Gorlice⸗Tarnow. Berlin, 11. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Großen Hauptquartier erhalten wir über den Fort⸗ gang der Durchbruchsschlacht in Westgalizien, die den Na⸗ men„Schlacht von Gorlice-Tarnow“ tragen wird, folgende weitere telegraphische Mitteilung: Am Abend des 4. Mai war der taltische Durchbruch vollendet. Trotz des Einsatzes namhafter Reserven und trotz aller Vorbereitungen der zweiten, dritten und vierten Linien war der Feind geschlagen und im vollen Rückzug über die Wisloka. Wie der offizielle russische Bericht selbst zugibt, war die Truppe vor allem durch die außerordentliche Wirkung der schweren Ar⸗ tillerie der Verbündeten stark erschüttert. Am Morgen des 5. Mai meldeten die Flieger, die durch ihre Un⸗ ermüdlichkeit und ausgezeichneten Meldungen die Führung außerordentlich unterstützten, und deren Tätigkeit dur die warme, unverwüstliche Maiensonne ganz wesent-⸗ lich begünstigt wurde, den Rückzug des Feindes auf allen von Jaslo nach Osten und Norden führenden Straßen. Sie waren sämtlich von in großer Unordnung abziehenden Ko- lonnen gedeckt. Die Straßenbrücken Jaslos brann⸗ auf ten, die Eisenbahnbrücken über die Ropa und Wis⸗ lola waren gesprengt. Nun war kein Zweifel mehr, daß der Feind nicht mehr die Kraft besaß. die Wisloka-Linie zu verteidigen. Der Verzicht die Behauptung dieser Linie mußte aber von der weittragendsten Bedeutung für die russische Nachbararmee werden, deren Stellungen im nördlichsten Zipfel Ungarns nunmehr unhaltbar wurden. Die strategische Wirkung des Durchbruches mußte sich jetzt fühlbar machen und die Aufrollung der russischen Karpathenfront bis zum Lupkowsattel als Frucht des gelungenen Durchbruches dem Sieger in den Schoß fallen. Zögerte der Feind mit dem Abzuge, dann wurden ihm die rückwärtigen Verbindungen verlegt und seine im Gebirge stehenden Truppen abgeschnit⸗ ten. Tatsächlich brachte der Telegraph von der benachbarten Armer des Generals der Infanterie Boreovic v. Woina schon am frühen Morgen die Kunde, daß der vor ihr gewesene Feind in der Nacht vom 4. zum 5. Mai den Abmarsch nach Norden angetreten habe, und daß er sich nahezu vor der ganzen Front im eiligen, teilweise fluchtartigen Rückzuge befinde. Die dritte österreichische Armee folgte dem Feinde auf dem Fuße, um diesem aber womöglich noch die Rückzugsstraße zu verlegen, ließ der den rechten Flügel der Armee Mackensen befehligende General v. Em mich seine Truppen, die bei Zmigrod trotz des eiligen Abzuges der Russen die Wislokabrücke noch unversehrt gefun⸗ den hatten, in einem Gewaltmarsch bis zur Jastolka nörd— lich Dukla vorrücken, so daß seine Kanonen am Abend dieses Tages die Stadt Dukla und die von dem gleichnamigen vielge⸗ nannten Passe heranführende Gebirgsstraße unter Feuer nen. Während Hannoveraner und Bayern die Wacht gegen die Karpathen hielten, damit aus ihnen nichts nach 3 entschlüpfte, stand im Rücken der deut⸗ schen Truppen noch ein schanzender Feind. Im übrigen rückte die Mitte des linken Flügels der* Mackensen an diesem Tage gegen feindliche Nachhuten lämpfend an die Wisloka heran. Am 6. Mai vollzog die Masse der Armee den Uebergang über den Fluß. Der Feind versuchte preußischen Garde-Regimentern die östlichen Ufer— höhen streitig zu machen; er wurde angegriffen und ließ 15 Feldkanonen sowie zwei schwere Geschütze in der Hand des Siegers. Gardetruppen hatten bis dahin allein 12000 Gefangene gemacht, drei Geschütze und 45 Maschinen— gewehre erbeutet. In engster Zusammenarbeit mit Mackensen überschritt die Armee des Erzherzogs Josef Ferdi⸗ nand am 6. Mai mit ihrem rechten Flügel die Wisloka. Die zehnte österreichische Division, die sich unter Führung ihres Kommandeurs, des Generals v. Wecenseffy, wäh⸗ rend der sämtlichen bisherigen Kämpfe ganz besonders ausgezeichnet hatte, setzte sich am 7. Mai nach einem er⸗ bitterten Straßenkampfe in todesmutigem Sturm in den Besitz der Stadt Brzostek, die die Russen hartnäckig verteidigt hatten. Die Mitte und der linke Flügel der österreichischen Armee warfen den Feind aus verschiedenen zäh verteidigten Nachhutstellungen und setzten den Vor— marsch fort. Die erzherzogliche Armee hatte bis zum Abend dieses Tages 16000 Gefangene gemacht, 6 Geschütze und 31 Maschinengewehre erbeutet. Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 11. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart, den 11. Mai 1915, mittags. In den Kämpfen der letzten zwei Tage haben unsere Truppen die russi⸗ sche Schlachtlinie bei Debica durchbrochen. Hierdurch wurden die südlich der Weichsel kämpfenden star⸗ ken russischen Krüfte zum schleunigen Rückzug hinter die untere Wisloka gezwungen. Die Tragweite dieser Ereignisse wird klar durch die seit heute früh vorliegenden Meldungen über den Rückzug des feindlichen Südflügels in Rufsisch⸗Polen. Die stark befestigte Nida⸗Front wird vom Gegner als unhaltbar erkannt und eiligst ge⸗ räumt. Wie der Erfolg bei Gorlice und Jaslo sich auf die Karpathenfront übertrug, so beeinflußt jener der Armee des Erzherzogs Josef Ferdinand bei Tarnow und Debica die Situation in Russisch⸗Polen. In Mittel⸗Galizien dringen unsere und die deutschen Truppen unter fortwährenden erfolgreichen Kümp⸗ fen den Trümmern der geschlagenen russischen Korps gegen den San⸗Abschnitt Dynow⸗Sanok nach. Ein versuchter russischer Gegenangriff von zirka drei Divisionen von Sanok entlang der Bahn gegen Westen wurde unter schweren Ver⸗ lusten des Feindes blutig zurückgeschlagen und die Verfol⸗ gung fortgesetzt. Gefangenenzahl und Beute neh⸗ men täglich zu. Die aus dem Waldgebirge vorgedrungenen Kolon⸗ nen haben bei Baligrod den starken Gegner geworfen und mit Vortruppen den San bei Dwernit überschritten. Die russische achte Armee, die im allgemeinen zwischen Lupkow und ÜUzsok kämpfte, ist nunmehr mit beträchtlichen Teilen ebenfalls in die Niederlage verwickelt. In Südost⸗Galizien sind die Rufssen in meh⸗ reren Abschnitten zum Angriff übergegangen. Ein Vorstoß starker Kräfte nördlich des Pruth auf Czernowitz wurde an der Reichsgrenze zurückgeschlagen; 620 Gefangene gemacht. Nördlich Horodinka gelang es feindlichen Abtei⸗ lungen, am südlichen Djnestrufer Fuß zu fassen. Der Kampf dauert hier an. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Karl Lamprecht 7. Leipzig, 11. Mai.(WTB. Nichtamtlich) Der bekannte Historiker der Universität Leipzig Prof. Karl Lamprecht ist im Alter von 60 Jahren gestorben. Als Karl Lamprecht im Jahre 1909 den neunzehnten und letzten Band seiner„Deutschen Geschichte“ veröffentlichte, da leitets er ihn mit 2 persönlichen Erinnerungen aus seinem Leben ein. Er erzählte da, welches seine früheste politische Erinnerung sei. Sie knüpfte sich an die Krönung des alten König Wilhelm zu Königsberg im Jahre 1861. Damals war Lamprecht nur effst ein Fchsjähriger Knabe, aber noch nach so Dielen Jahren konnte er schreiben:„Noch sehe ich au Wem gerdumigen Markte des Heinen Städtchens im sogenannten lutherischen Winkel, südlich von Wtrreuderg, in der mein Vater Pfarrer war, in trüber Däm⸗ merung die Pechpfannen auf den hohen Holzsäulen lohen, inner⸗ halb des Bereiches derer mein Vater zu den versammelten Bürgern von der Schwere der Zeit und dem gefestigten Wesen des neuen Monarchen sprach.“ Das Sädtchen, von dem Lamprecht hier spricht, war sein Geburtsort Jessen an der Elster, und von Kinbestagen auf hat Lamprecht in der Luft großer geschichtlicher Erinnerungen gelebt. In Wittenberg, dann in Schulpforta, wo er seine Gmnnasialjahre durchmachte, traten ihm bedeutende Epochen und Persönlichleiten unserer vaterländischen Geschichte nahe vors gei⸗ srige Auge, und Lamprecht hatte jenen Zug des echten Hiswrikers, daß er seine besten Anregungen aus der Wirklichkeit selbst/ aus der frischen Aufnahme und Beobachtung des Lebens sog. Und da kam ihm denn nun freilich sein Lebensgang aufs schönste entgegen. Er führte ihn von Göttingen nach Leipzig und von Leipzig nach Mibachen: und als er nun in Leipzig mit einer Arbeit über französisches Wirt⸗ schaftsleben die Doktorwürde erworben hatte, da war es wieder eine ganz besonders günstige Fügung, die ihn auf ältesten deutschen Fulturboben, nach Köln versetzte, wo er all die Anschauungen und Anregungen, die er in Deutschlands Mitte und Osten erhalten] Wenn im halte, in sehr bedeutsamer Weise ergänzen konnte. Hier fand er auch die Gönner, die ihm den Eintritt in die akademische Laufbahn ermöglichten, und 1880 konnte er sich in Bonn als Privatdozent nieberlassen. Schon ein Jahrzehnt später erhielt er den ausge⸗ zelchmeten Ruf, als Nachfolger Voigts an der Universität Leipzig bers Fuch ber neueren Geschichte zu vertreten. Es wax in dem Jahrfünft von 1886 bis 1891, daß die Per⸗ önlichteit Lamprechts in der deutschen wissenschaftlichen Welt sich int voller Mucht geltend zu machen begann. Seit 1886 erschien sein gewichtiges Werk„Deutsches Wirtschaftsleben im Mittelalter“, Wien, 11. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Das 1 des Polen kfups hat in seiner letzten Sitzung, welcher auch der Landmarschall und Minister für Galizien e beschlossen, nachstehendes Beglückwünschungstelegramm an den Kaiser zu richten: In unbegrenzter Ehrfurcht, Dankbarkeit und Liebe zu Ew. Majestät geheiligten Person gestattet sich der reichsrätliche Polen⸗ klub anläßlich des glückverheißendes Sieges, den Ew. Majestät und die deutschen Heere unter den Augen des siegreichen Erz⸗ herzogs Feldmarschall erfochten haben, aufrichtigen und innigsten Glückwunsch dem allerhöchsten Thron zu unterbreiten. Dem Obmann Bilinsli ist hierauf folgendes Telegramm zu⸗ gegangen: Majestät dankt dem reichsrätlichen Polenklub für die in bewährter Treue und Anhänglichkeit dargebrachten Glückwünsche zu dem hocherfreulichen Erfolg der verbündeten Heere. Wien, 11. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Das Armeeverord⸗ nungsblatt beröffentlicht vier aller höͤchste Handschreiben. Dem Erzherzog Friedrich wird in neuerlicher Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste als Zeichen dankbaren Vertrauens das Militärverdienstkreuz 1. Klasse mit der Kriegsdekoration in Brillanten verliehen. In dem Handschreiben an Erzherzog Eugen heißt es: Seit Sie das Kommando der 5. Armee führen, gelang es Ihnen, die Ihnen unterstellten Kräfte auf einen hohen Grad der Schlagfertigkeit zu bringen und sie mit zuversichtlichem Geiste zu beseelen. Dankbar empfinde ich d dies und spreche Ihnen meine wärmste bleibende Anerkennung aus. Dem siegreichen Führer der 4. Armee, Erzherzog Josef Ferdinand, wird das Militärverdienst⸗ kreuz 1. Klasse mit der Kriegsdckoration verliehen. Dem General- stabschef Frhru. v. Conrad verleiht der Kaiser 8 Kriegsdeko⸗ ration zum Großkreuz des Leopoldordens und zur 1. Klasse des Ordens der Eisernen Krone und dem General der Infanterie Bo- reovie das Militärverdienstkreuz 1. Klasse mit der Kriegsdekoration. Der russische Bericht. Petersburg, 11. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Der Große Generalstab gibt bekannt: In der Gegend von Szawle schritt unsere Offensive am 9. Mar in breiter Front erfolgreich fort. Eine von einem preußischen Garde⸗Infanterie⸗ Regiment unterstützte bayerische Kavallerie-Division, die unsere in der Richtung auf Kejdany und Bejsagola operierenden Truppen von Osten her umging, ist in der Umgebung des Bahnhofes von Jeimy erfolgreich von unserer Kavallerie angegriffen und am 9. Mai von ihr ohne Unterbrechung über viele Werst hin ver⸗ folgt worden. Auf dem linken Üfer des Niemen und an der Narewfront berrschte vollkommene Ruhe. Auf dem linken Weichsel⸗ ufer wiesen wir. einen feindlichen Angriff an der 9 der Nida ab. In Westgalizien— 5 am 8. und 9. Mai in der Hauptsache auf der Linie Wjelopol—Nowotanico gekämpft. Nach erbitterten Kämpfen gelang es dem Feinde in der Gegend von Krosno den Oberlauf des Wisloka zu überschreiten. Während der Kämpfe in der vorigen Woche machten wir mehrere Tausend unverwundete Deutsche und Oesterreicher zu Gefangenen, deren genaue Zahl noch angegeben wird. Am Tuemockpaß unter⸗ nahm der Feind einen vergeblichen Angriff. An 8. Mai griffen dichte Kolonnen des Feindes heftig Szanie und die Berge von Javornik am Oberlauf der Lomnica an. In einem Teil unserer Stellung, der von zwe Kompagnien gehalten wurde, waren die Verluste des Feindes ungeheuer groß. Trotz feindlichen Maschinen⸗ gewehrfeuers gingen unsere Kampagnien zur Offensibe über, und fegten mit ihrem Feuer die stürmenden Kolonnen des Fein⸗ des fort. Der Feind wurde in dieser Gegend überall geworfen. Am gleichen Tage zwang der Feind nach einem erbitterten Kampf unsere bei dem Dorf Zaleszosycki stehenden Truppen, sich auf das linke Ufer des Dnistr zurückzuziehen. Nachdem unsere Vor⸗ huten in der Nacht vom 9. Mai den Dnjestr überschritten hatten, griffen sie den Feind in der Linie Zabokruki— Mündung Strypa an, machten 1300 Gefangene und erbeuteten eine Kanone und mehrere Maschinengewehre. Französische Hoffnungen auf einen russischen Sieg in Galizien. Genf, 11. Mai. Schwache Hoffungen setzt die französische Militärpresse noch auf eine den russischen Truppen gunstige Wen⸗ dung zwischen Sanok und Lisko. Die Fachkritik bequemt sich endlich dazu, in den Berliner und Wiener Si chrichten ein Körnchen Wahrhett zu finden. General Cherfils erklärt die antike Ruhe des russischen General issimus für bewun⸗ dernswert. Die Kämpfe um Ypern. Berlin, 12. Mai. Zu den Kämpfen um Ppern bringt der„Berliner Lokalanzeiger“ eine Meldung der„Times“ aus Nordfrankreich, in der es heißt: Der wütende Kampf dauert ent⸗ lang der ganzen, mehr als 70 Kilometer ausgedehnten Front von Arras bis zum Meere an. Der 8 seine Angriffe pern am Samstag mit doppelter Energie. Er wurde mit— erlusten, aber auch unter schweren Opfern unserersetts zurück⸗ geworfen. Das Artilleriefeuer, womit er den Angriff auf unsere Stellungen östlich Ypern einleitete, war das heftigste und schreck⸗ lichste, was wir je erlebt haben. Weiter im Westen, an einer vor⸗ geschobenen Stellung des Geländes, hatte der* Geschütze auf⸗ gehäuft, womit er einen Orkan von Granaten und Sprengstoffen gegen uns schleuderte. Jeder Quadratmeter wurde untermahlen und zermalmt. Die Laufgräben wurden eine förmliche Erdmasse. Sie waren mit den Leichen vieler englischer Soldaten bedeckt. Ein Rückzug war unvermeidlich. Der französische Tagesbericht. Paris, 11. Mai.(WTB. W 4 von gestern nachmittag lautet: Drei neue deutft lich Lombartzyde wurden zurückgewiefen. ges bemächtigten sich unsere Marineschützen der von„ sehr stark befestigten Unionfarm, sowie der östlich davon 13 Feldschanze. Sie machten etwa 30 Gefangene. Dünkirchen wurde vormittags wieder beschossen. Im Gebiete nördlich Arras behaupteten wir die im vorgestrigen!—— ten bedeutenden Gewinne. Auf der 1 1 32 Front, besonders in den Argonnen und im Elsaß bei dem Sillacherwasen dauert der Artilleriekampf fort. Füntlicher Bericht von abend: Nördlich Arras behaupteten wir trotz Gegenangriffe unseren ganzen gestrigen Gewinn verbreiterten ihn an gewissen Stellen, besonders zwischen Carency und Souchey, wo unser Erfolg sich entwickelte. Die Gesamtzahl der Gefangenen überstieg um 3 Uhr nachmittags 3000, darunter 40 Offiziere und einen Oberst. Wir— gestern und heute über 10 Kanonen und 50 Maschinengewehre. In Berry⸗ au- Bac wurde ein deutscher Angriff zurückgeworfen, ebenso im Prresterwalde. Die Beschießung von Dünkirchen. Berlin, 11. Mai.(WTB.. Der„Berliner 9 Lokalanzeigen“ meldet aus Genf: 9 vierte Bo m- ere de dd e e dee 44 0 ie Za r se war geringer als Belegungen. In den Abendstunden wurde Dünkirchen durch die Meldung alarmiert, daß Jeppe von der engli Küste her nahten. Die Lokalbehörden trafen auf Pariser die erforderlichen Maßnahmen. In Paris selbst wurde 9 Kampf⸗ bereitschaft angeordnet. Der Luftschiffangriff auf 3 Küste. Rotterdam, 11. Mai. Depeschen über i a auf Westeliffe und Southend bestärken den Enden e. lische Luftangriffsabwehrdienst dieses sehr schlecht arbeitete. Zeppeline dahin und konnten einen Hagel von Brandgescho Bis gestern abend 8 Uhr waren die“ Ueberreste von 80 Bomben London, 11. Mai.(WB Nichtamtlich.) Meld des Reuterschen Bureaus. Die ersten 7 feindliche Flieger über Westoliffe und outhend be⸗ fanden, waren heftige Bombenexplosionen in den—.— den Orten. Kurz darauf erschollen die Strenen. waren schon mehrere Brandbomben auf af Westen h gefallen. Die Hilfspolizisten eilten auf ihre A dere eine Menge von Menschen sammelten sich in den Um 4 Uhr hatte man bereits 20 Bomben gezählt, 4 8 Uhr 80 Bomben. Sie wurden gesammelt und an eine Stelle gebracht, wo sie keinen Schaden anrichten. Die Zeppeline. niedrig. Die Bevölkerung blieb ruhig und f wollte vor allem die Luftfahrzeuge entdecken. Diese waren 5 jedoch hinter dichten Wolkendecken verborgen. Die Dardanellen kämpfe. Konstantinopel, 11. Mai.(WTB. 1—— l Zeitungen veröffentlichen Auszüge aus den Aufzeichnun Augenzeugen über die Dardanellenkämpfe. Die Augenzeugen heben namentlich die Tätigkeit der türkischen Flieger hervor, die sich mit den begrenzten begnügt hätten, die sie in der von Franzosen begründeten ö schule in San Stefano erworben hatten, sondern weiter gearbeitet f 0 riesige Fortschritte gem hätten.„Unsere Flieger“— heißt f 1 es da—„handhaben mit Erfolg Fliegerpfeile, di 1 fran⸗ 0 1* in Konst 1 t werden.— worfen. u 5 sind der Schrecken der See und ihrer 8 Während 1 7 5 Ada 8— d Kreuzer, 30 Torpedoboote und ansportdampfer 0 Schulden Per türlischen 22 baten, während nur ö Kranke aufzunehmen. Ein Augenzeuge stellt die Höhe Gssarkil im Eiben 8 A— e bis jetzt . Bahr stellte ein Flieger fest, daß Jusnselsschisse sich der Küste näherten, um viele we e e und Besitz der Türken befinde, die auch die Höhe von r 11. Mai.(WDB.—. 5 n don ai. me Hartlekt, Korrespondent mehrerer Blätter, 2 Operationen an den Dardanellen. Wenn die feu schlägt, müssen wir uns mit gutem Anstand in das Unvermeidliche fügen. Wenn nicht enorme 244 kungen auf dem westlichen Kriegsschauplatz entb⸗ werden kön⸗ nen, dann muß Konstantinopel vom aus durch eine in Thrazien landende russische Armee erobert werden. Wir müssen dann zugeben, daß die Aufgabe über un— ging und sie anderen überlassen, oder mir dann wieder wenn die Russen am Bosporus mit uns gleichzeitig operieren S eiten zieren angeführten Türken ist r. schien der erste Band seiner„Deutschen Geschichte“, die ihn dann über 25 Jahre in Anspruch genommen hat. Man nruß wohl ein. wenig zur Gilde der Historiker zählen, um die volle Ueberra⸗ schung mit⸗ und nachzuempfinden, die dies Unternehmen damals erregte. Daß ein Einzelner es sich zutrauen konnte, aus eigenem Wurfe eine deutsche Geschichte zu schreiben, wo die Sbezial for schier ins Unermeßliche angeschwollen war und ein junger Histori⸗ ker schon etwas galt, wenn er seine Studien über ein ganzes 2 hundert verbreitete. Daß Lamprecht dies Wagnis unternahm, war vor allem nur der strengen Zeitökonomie zuzuschreiben, die er sich zum Gesetze gemacht hatte und durch die er erstaunlich viel bewäl⸗ tigen konnte. Dann folgte nun die zweite, tiefere Ueberraschung, penn ball Br wirke, W Fein d ee Geschichte war Sie war, kurz gesagt, die Absage an die politisch⸗ pragmatische Richtun Rankes; sie war das Werk eines Mannes, der durchaus von der WWirtschufts⸗ und Kultur geschichte ausging, der es sich zur Aufgabe machte, das 412 Seelen ⸗ und Gei geben unseres Volkes n der die politische ichte nur als einen eil in dies Bild einordnete. 1 kam weiter die Anschauung, daß Lamprecht Wesen und Leben der großen Individualitäten durchweg als in der Massenseele bes Volkes verankert ansah und daher bei ihrer Deutung und Darstellung stets hier zurückging. So konnte es nicht ausbleiben, daß sein großes Werk Gegenstand eines hef⸗ tigen wissenschaftlichen Kampfes wurde, der jahrelang die zäheste Energie von Lamprecht forderte. Die Gegensätze selbst bestehen in der 1 Wissenschaft noch heute; sich und seinen Platz ganz behauptet hat, das ist ja allgemein Trotz seines gewaltigen Lebenswerkes sah sich Lamprecht noch nicht am Ende. Immer universeller warb 1 2 — 4 l und— Werfham. gro keit hat der Tod ihn abberufen. * — Lionardo da Vinci als erfinder des Ma⸗ deer Arcen des e in herausgegebenen Liwonardos. das Modell eines Gewehres mit er e de ee Hierdurch sollte erreicht werden, daß mehrere dicht hinter⸗ einander in verschiedenen Richtungen abgegeben Eine solche Maschine nannte man damals Totenorgel. Das größte von Lionardo entworfene ein Gewehr mit acht Lagen zu je neun Läufen, das also 4 1— gr. automatisch in dauernder mit nur einem e, ie nen. in Jundhaben bt er br ars ere Würde e—— eine e 1 70 a 5 Je rn d. h. jener ellsafte, Blüten un eigenartige 5 verleihen, hat es bisher an bestimmmten ene wußte, daß es Glukoside waren, organi- schen Farbstofses mit einem cker, die, je ste in saurer oder in alkalischer Lösun, befanden, rote blaue bis vip⸗ lette Farben lieferten. Hier die Lücken zu haben, ist ein neues des durch seine j — 9 über die Konstitution des Blattgrüns berühmt 8 Professors der 1 84 855 bekannt. Gerade mit diesem Kampfe und durch ihn arbeitete er lkstrer e Wende t. Er ug m- In 15 zu einem der ersten Hochschullehrer Deutschlands empor, 1— für Chemie in 2 del Berl Berlin ist. Er und seine Schüller es haben wenige neuere Historiker einen so weitrrichenden Ein⸗in Liebigs Annalen der Chen stuß auf die akademische Ingend ausgeübt, wie er der gerude pu gen über die chemische Non n i 1 Senke den ende Andern aeg ng b Lebrente bing veröffentlich. Anthocyan selbst, der r chemisch isoliert werden kann. So befindet sich in der dann sagten die——.— u Wundt len f ist das Cyanin, in der Preißelbeere„in der Scharlach⸗ aus“ pelargonie das Pelargonin, im Rittersporn Delphin in, in der Strukturformeln richtig waren, wurde worin besondert das ihm aus seiner jüngsten Lebenszeit vertraut gewordene Mestbeutschland berücksichtigt wax. Im Jahre 1891 er⸗ n Franz„der den Euer vs Erfindungen Lionarbos da ein gewidmet hat, dann dis r deen meier arc ber tur. Daß Lei- dadurch bewiesen, daß auch die künstliche Synthese einiger Antho⸗ 1 1 ö 1 4 ff 2 5 1 ngen gelang. 9 Grund „unsere Unterseeboote würden zu Unterneh⸗ Flotte gebraucht werden und außerdem . ite feststellen, daß allein in der bis 3. Mai von einem U-Boot an der sieben seindl. zenglischen Dampfer er e d Benzer und J Sega 5 e, zeuge versenkt worden. Aus duberlifftger Belle erfahren win a e den, Been völlig angehellt knen. Tie Metten auf e de öllig eingestellt Die ren der beiden Linien erhielten die Anweisung, keine Fahrkarten mehr au, Mine gelaufen und in der Nordsee gesun „Ürb ridge“. Die Besatzung wurde in Saint gelandet. Die„B. Z.“ meldet aus Kristiania: Der der Fahrt von New Port nach Norwegen befindliche große ische Dampfer „Oskar II.“ ist von englischen Kriegsschiffen nach Kirkwall ein⸗ gebracht worden. Zwei weitere Dampfer schwedischer Nationalität wurden gestern gleichfalls in Grimsby und im Clyde ein⸗ Werde es handelt sich um die Dampfer„Karolina“ und „Marie“. Ein Gefecht in der baltischen See. Petersburg, 11. Mai.(WTB. Nichtamtlich) Eine Ab⸗ teilung von Kreuzern der baltischen Flotte, die im süd⸗ lichen Teile der baltischen See auf der Höhe von Windau kreuzte,* Schüsse auf größere Entfernung mit einem feindlichen er und Torpedobwoten aus, die von ihrer größeren Schn g—. i 7— machten und auswichen. Sie verschwanden in. 8 Es handelte sich 8 1 e 5 drung vorgeschobenen leichten Streitkräfte mit russischen Schiffen. Die Russen verschwanden in nördlicher Richtung. Krupp und Stoda. 4 Berlin, 12. Mai. Freiherr von Skoda, der sich in Karlsbad aufhält, stellt der„Vossischen Zeitung“ zufolge in einem Schreiben an die„Karlsbader Morgenzeitung“ die Behauptung richtig, daß die Skodawerke die Pläne für die deutschen 42⸗3tm.⸗Mörser verfaßt hätten. Er schreibt: Die Skodawerke haben von schwerkalibrigen Ka⸗ nonen, außer den bekannten 30,5⸗Ztm.⸗Mörsern(genannt Motorbatterien), auch 42=3tm.⸗Haubitzen kon⸗ struiert und erzeugt. Diese Konstruktion und Erzeugung ging jedoch vollkommen unabhängig von den Krupp⸗ schen 42⸗Ztm.⸗Mörsern vor sich und weder die Firma Krupp noch die Skodawerke haben gegenseitig gewußt, daß beide Firmen ein Geschütz des gleichen Kalibers 42, die eine jedoch als Mörser, die andere als Haubitze, erzeugt hatten. Auf allen Kriegsschauplätzen stehen die 30,5⸗Ztm.⸗Mörser in Ver⸗ wendung, auf dem westlichen der Kruppsche 42⸗Ztm.⸗Mörser und auf dem östlichen auch die 42⸗3tm.⸗Skoda⸗Heubitze. Ein österreichisches Ausfuhrverbot. Wien, 11. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Vom 16. Mai ab ist die Ausfuhr von Eiern nach jeder Richtung nur noch von Fall zu Fall auf Grund besonderer Bewilligung gestattet. ä—ͤ—.——.:.— Aus Stadt und Cand. Gießen, 12. Mai 1915. * Höchstpreise für Brot in Gießen. Der Ober⸗ bürgermeister hat für den Bezirk der Stadt Gießen mit Wirkung vom 15. Mai d. J. den Höchstpreis für Brot festgesetzt. Danach beträgt der Höchstpreis für den 4 Pfund⸗ Laib Roggenbrot 75 Pfg. und für den 2⸗Pfund⸗Laib Roggen⸗ brot 38 Pfg. Damit ist eine Verbilligung des 4⸗Pfund⸗ Laibes um 3 Pfg. eingetreten. Da die Kriegsgetreidegesell⸗ schaft mit Wirkung vom 15. Mai an die Mehlpreise für Roggenmehl auf 32.56—35.50 Mk., für Weizenmehl auf 35.75-38.75 Mk. für den und der Kommunalverband(Kreis) demnach in aller Kürze der Stadt Gießen das Mehl zu einem entsprechend billi⸗ geren Preis wird liefern können, so wird voraussichtlich in nächster Zeit mit einem weiteren Sinken des Brot- preises gerechnet werden können. Ermittelung der Kartoffelvorräte. Nach⸗ dem bereits am 15. März d. J. die Vorräte an Kartoffeln erhoben wurden, sollen sie am 5 Samstag, den 15. Mai, erneut festgestellt werden. Alle Kartoffelvorräte, ohne Ausnahme(Speisekartoffeln, Kartoffeln zu Saat-, Futter⸗ und gewerblichen Zwecken) sollen ermittelt werden. Es sind nicht bloß die Vorräte der gewöhnlichen Haushal⸗ tungen aufzunehmen, sondern auch diejenigen aller land⸗ wirtschaftlichen, gewerblichen, Handels- und Verkehrs- betriebe. Ferner sind die Vorräte festzustellen, die sich im Gewahrsam von Gemeinden, Gemeideverbänden, von Be— 47 15 des Staates oder des Reiches(Proviantämter usw.) efinden. Kartoffelvorräte unter 1 Zentner sind diesmal micht zu berücksichtigen. Kartoffelmengen, die am 15. Mai 99 Transport waren, sind ebenfalls mitauf⸗ zunehmen. Der zur Angabe verpflichtete Haushaltungsvor⸗ stand⸗ Betriebsinhaber usw. hat seinen Kartoffelvorrat mög⸗ lichst genau zu schätzen. Ein Abwiegen wird nicht verlangt. Die Ermittlung geht so vor sich, daß die Zähler von Haus zu Haus gehen, die Angaben über die Vorrats einfordern und sofort in die Zähllisten eintragen. Die Be. röllerung wird dringend ersucht, das Zählgeschäft dadurch zu erleichtern, 15 ie ihre Kartoffelporräte genau über⸗ schlägt, um dem Zähler ohne Zeitverlust möglichst genaue Angaben ma zu können. Wer sich weigert, Angaben zu machen, o wer unrichtige oder unvollständige An- gaben macht, wird mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mark bestraft. 5 können die Kartoffelvorräte, deren Vorhandensein ver— egen wird, im Urteil für den 1 verfallen erklärt Anfragen bezüglich der Erhehung sind an die 3 verde 5 doppelentner herabgefetzt hat fes * Brotmarkenausgabe. Im Anzeigenteil befindet sich die Bekanntmachung des Oberbürgermeisters über die Ausgabe der vom 17. bis 30. Mai gültigen Brotmarken— hefte. Der Oberbürgermeister weist ferner darauf hin, daß es eine irrige Ansicht ist, anzunehmen, daß die Anzahl ersparter Brotmarken bei der Neuausgabe abgezogen werden. * Unkrautbekämpfung durch Schulkinder. Der Löwenzahn, auch Kuhblume, Milch- oder Eierbusch ge— nannt, hat überall eine so starke Verbreitung angenommen, daß der Anbau von Rotklee, Luzerne und Kleegrasgemenge in außerordentlichem Maße geschädigt ist. Auch in den Wiesen hat der Löwenzahn so zugenommen, daß die Heu— ernte an Ertrag und Güte erheblich leidet. Das einzig wirk— same Mittel gegen diese Plage bildet das Ausstechen der Löwenzahnpflanze mit der Wurzel. Es kann mit jedem Küchenmesser erfolgen und von Kindern besorgt werden. Da es besonders in diesem Jahre darauf ankommt, alle an— gebauten Flächen zu vollem Ertrage zu bringen, tut die Lehrerschaft gut, die Schulkinder zur planmäßigen Bekämpfung dieses Unkrautes anzuregen und anzuleiten. Die Ausrottung müßte fich auf Wege und Grabenränder, Feldraine und Oedelandflächen erstrecken. Die ausgestochenen Pflanzen eignen sich zur Verfütterung an Rindvieh, Ziegen, Schafe, Kaninchen und Geflügel und würden gerade in den kommenden Wochen eine wertvolle Ergänzung des Futters bilden. Das Ausstechen muß sofort in Angriff genommen werden, da es gilt, bei dem Löwenzahn die Samenbildung zu ver- hüten. 76 87 * Kreiskomitee für Rotes Kreuz und Kriegshilfe. Abermals konnten— und zwar diesmal 24— Kisten mit Liebesgaben, herrührend aus den Sammlungen der Landgemeinden des Kreises Gießen, an die Materialien⸗Abtetlung des Hessischen Landesvereins vom Roten Kreuz zur Absendung gelangen. Der Inhalt ist so verschiedenartig nützlich und so umfangreich, daß vielen unferer tapferen Krieger eine Freude bereitet werden kann. . Amtliche Personal nachrichten. Der Groß- herzog hat am 28. April d. Is. den evangelischen Pfarrer Karl Eschenröder zu Worms auf sein Nachsuchen zwecks Ueber- nahme der Pfarrstelle an der St. Petersgemeinde zu Franksurt a. M. aus dem Dienste der hessischen evangelischen Landeskirche mit Wirkung vom 1. Juli l.] J. entlassen.— Durch Entschließung Großh. Ministeriums der Justiz wurden die Referendare Dr. Alfred, Andrä aus Büdingen und Walter Voß aus Darmstadt zu Gerichts- assessoren ernannt. * Spendet Gartenmöbel für die Verwun⸗ deten! Das Frühlingswetter, das zur Freude der Menschen Einzug gehalten hat, gestattet den in den Lazaretten unter⸗ gebrachten verwundeten und heilungsbedürftigen Kriegern, längere Zeit am Tage sich im Freien aufzuhalten, um in der alles belebenden Sonne und der milden Luft die alten Kräfte wiederzuerlangen. Dazu bedarf es aber einer größe⸗ ren Anzahl von Ruhebänken, Gartenstühlen, in der notwendige verfügen Des ergeht die 8 Bitte, solche Sit⸗ und Söhegelegenhelten fir mere erwundeten zu spenden. So mancher hat vielleicht noch im Garten und Haus eine Bank, einen bequemen Liegestuhl, die er nicht notwendig gebraucht und gern unseren braven Krie⸗ 2 gurr Verfügung stellen kan. Gaben werden mit herz⸗ ichem Danke entgegengenommen bei den Sammelstellen der Vereine vom Roten Kreuz, um von hier aus den ein⸗ zelnen Verwendungsstellen zugeführt zu werden. Keine„Bleiche“, keine„Wäsche“„Kommt die Esche vor der Eiche, gibt's im Sommer große Bleiche; kommt die Eiche vor der Esche, gibt's im Sommer große Wäsche.“ Keins von beiden trifft in diesem Jahre zu. Esche und Eiche sind in diesem Kriegsfrühling zu derselben 1 grün geworden, übrigens ein sehr seltener Fall. So önnen wir einer alten Bauernregel zufolge im Sommer weder auf viel„Wäsche“(Regen), noch viel„Bleiche“ (Trockenheit) rechnen. Es wird hoffentlich ein gutes Mittel⸗ maß von Regen und Sonnenschein, wie es uns angesichts der englischen Aushungerungspläne nur erwünscht sein kann. * Die silberne Hochzeit begehen am 14. Mai die Ehe- leute Wilhelm Rühl und Frau Johanna geb. Weigel, Damm- straße 26. Landkreis Gießen. m. Lollar, 12. Mai. Morgen, Donnerstag, findet eine 27 185 Geländeübung der Jungmannschaften des rchspiels Kirchberg mit den Jungmannschaften von Treis an der Lumda, Allendorf, Londorf, Geilshausen und denen des preuffi⸗ schen Bezirks Fronhausen statt. Die Jungmannschaft Lollar tritt morgens um 5 Uhr an und marschiert nach Mainzlar, wo sich die anderen Gemeinden des Bezirks Lollar anschließen, während sich die übrigen Gemeinden bei Treis sammeln. Bezirk Lollar übernimmt nun bei dem Gefechte die Rolle des Angreifers. Die an⸗ deren Jungmann halten die Höhen zu beiden Seiten von Treis besetzt. Gegen 8 Uhr geht das Gefecht zu Ende. Anschlie ßend Feldgottesdienst statt, der von Pfarrer Böchner in Treis gehalten wird. Nach dem Gottesdienst wird das Früh⸗ stück im lde eingenommen, worauf die einzelnen Gemeinden den Heimmarsch antreten. 3 N Geilshausen, 11. Mai. Die Hessische Tapfer⸗ keitsmedaille erhielt der Unteroffizier im Reserve⸗Inf.⸗Regt. Nr. 254 Wilhelm Wallenfels, nachdem er bereits im Herbst vorigen Jahres mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden ist. „ W. B. Lang⸗Göns, 12. Mai. Wehrmann Karl Boller im Sächsischen Res.⸗Inf.⸗Regt. 104 erhielt den Friedrich⸗ August⸗Orden, Wehrmann Karl Velten im Inf.⸗Regt. 168 erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille. h. Leihgestern, 11. Mai. Ueber die Bedeutung der vor einigen Jahren in der hiesigen Gemarkung gemachten Funde von 10 Gräbern, darunter zwei Männergräbern, berichtet das foeben erschienene Jahrbuch der Römisch⸗germanischen Kommission in eingehender Weise. Die Bedeutung des Fundes liegt darin, daß sich bei einzelnen in nassenr Ton liegenden Gräbern das Holz der Eichensärge und beigegebenen Holzgeräte vorzütg⸗ lich erhalten hatte, während daneben im trockenen Boden nicht nur alles Holz zergangen war, sondern auch die bei der Auf⸗ deckung* gut erkennbaren Eisenwaffen bei Luftzutritt rasch zerfielen. Die Särge sind große Holzkisten, teils aus langen Bohlen, teils aus nebeneinander gestellten Holzplanken gearbeitet und in gleicher Weise zugedeckt. Sie bestehen jeweils aus einer großen Außenkiste mit. Innensarg, dessen Bohlen in einem Falle mit einer durchbrochenen Galerie gekrönt sind. Das Alter der Särge weist auf das dritte Viertel oder die zweite Hälfte des 6. Jahrhunderts hin. Unter der Keramik befindet sich schon ein Ausgußtopf, ferner neben scheibengedrehten auch zwei kleine hand⸗ gearbeitete Gefäße. Ein Frauengrab barg ein sehr schönes Webe⸗ schwert und ein Spankörbchen mit Haselnüssen gefüllt. * Allendorf a. d. Lda., 11. Mai. Lehrer Saxer von hier, der im ersten Kriegsmonat in Frankreich als Vizeseldwebel verwundet wurde und im März sich als Offizier-Stellvertreter auf dem östlichen Kriegsschauplatz das Eiserne Kreuz erkämpfte, erhielt am 1. Mai auch die Hessische Tapferkeitsmedaille R. Odenhausen, 11. Mai. Der Großherzogliche Beigeord- nete Karl Werner von hier, der seit Beginn des Krieges als Santtätsunteroffizier im Feldlazarett V in Frankreich tätig ist, wurde am J. Mai zum Feldwebel d. R. befördert. * Treis a. L., 10. Mai. Zu dem eisernen Kreuz 2. Klasse, das ihm bereits in Frankreich verliehen worden war, hat der Groß. Jentrulstelie für die Landesstatistir zu em serdt denwagr derer im Riel.- Ju zu richten hier nun Liegestühlen u. dergl. über welche die Lazarette nicht .-Rgt. 284 Jakob Preis von auch die Hess. Tapserkeitsmedaille erhalten. Kreis Schotten. ** Schotten, 10. Mai. Der seit Jahren gewünschte Bau einer Kreisstraße von Hirzenhain nach Glashütten ist jetzt, da die zuständigen Kreistage von Schotten und Büdingen die erforderlichen Geldmittel bewilligten, endgültig gesichert und kommt in kurzer Zeit zur Ausführung. An der Bausumme sind beteiligt der Kreis Schotten mit 25 500 Mk., der Kreis Büdingen. mit 3400 Mk., der Forstfiskus mit 7000 Mk., die Eisenwerke Hirzen⸗ hain mit 5000 Mk. Kreis Büdingen. * Bleichenbach, 11. Mai. Heute früh 4 Uhr verschied hier nach kurzem Krankenlager unser langjähriger Lehrer Rudolf Diehl im 67. Lebensjahre. Kreis Friedberg. Friedberg, 10. Mai. Donnerstag, den 13. Mai, findet auf dem großen Exerzierplatz bei Ockstadt eine Besichtigung von 16 Jungwehrkompagnien des Kreises Friedberg durch Generalleunnant von Bernhardt, Exzellenz, und Generalmajor von Heyl statt.(2 Uhr). r. Bad⸗Nauheim, 10. Mai. In der heutigen Stadt⸗ verordnetenversammlung kam folgendes zur Verhand⸗ lung: Der Badefiskus hatte gegen die Einbeziehung des sogen. Ober⸗Mörler⸗Wegs an die Feldbereinigung Einspruch er⸗ hoben. Nach längeren Verhandlungen erklärte des Fiskus sich bereit, seinen Einspruch zurückzuziehen, wenn ihm eine entsprechende Vergütung in bar oder an Kult! gelände zugesprochen wird. Die Versammlung ist mit dieser Bedingung einverstanden.— Die Hoch waldstra ße, bisher im Besitz des Staates, geht für den Kaufpreis von rund 4630 Mark einschließlich der auf beiden Seiten stehenden Obstbäume in den Besitz der Stadt über, deren Grund⸗ eigentum dadurch um ein wichtiges Stück vermehrt wird. Die Bodenfläche der Straße ist mit 4630 Quadratmeter angenommen. — Dem Fuhrunternehmer Konrad Meier, der die städtischen Fuhren auszuführen hat, wird in Anbetracht der durch den Krieg hervorgerufenen Verhältnisse eine Zulage bewilligt. Die Stadt zahlt von jetzt ab für die Stunde des Zweispänners 1,60 Mark, sonst 1,29 Mark, für den Einspänner 1,10 Mark, sonst 0,90 Mark. Kreis Wetzlar. Wetzlar, 10. Mai. Rentner Gerhard Waldschmidt blickte heute auf sein vollendetes 80. Lebensjahr zurück. Er gehörte 28 Jahre dem Stadtverordneten-Kollegium an und war 27 Jahre als Beigeordneter und Standesbeamter tätig. Hessen⸗Nassau. 8 f h. Herborn, 11. Mai. Um der Ueberhandnahme der Sperlinge und der Kohlweißlinge zu steuern, setzte der Magistrat für jeden ihm eingelieferten Sperling eine Prämie von 3 Pfennigen und für jeden Kohlweißling eine Vergütung von 1 Pfennig aus. h. Flieden, 11. Mai. In der hiesigen Gemarkung nahmen Förster Strott und der Ort zwei völlig zerlumpte kriegsgefangene Russen fest, die aus einem Thüringer Ge⸗ fangenenlager entsprungen waren. 1 vVermischtes. London, 11. Mai.(WTB. Nichtamtlich) Die„Morning Post“ meldet aus Tientsin: Ein südwärts fahrender ja panischer Expreßzug der mandschurischen Bahn ist in der letzten Nacht entgleist und zerstört. Der Umfang des Schadens und die Zahl der verlorenen Menschenleben sind noch unbekannt. Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 8 Mai 19152 r wolkig, stellenweise Regenfälle, etwas kühler, nordwestliche inde. Letzte Nachrichten. Eine Auszeichnung des Kronprinzen. Berlin, 12. Mai. Der Deutsche Kronprinz erhielt laut„Berliner Tageblatt“ vom König von Bayern das Groß⸗ kreuz des Militär⸗Max⸗Josef-Ordens, des pochen Ordens, den Bayern zu vergeben hat. zurückzugehen, stellte der aus denen er mit einem R Goolittis Unterredung mit dem König. Lugano, 12. Mai. Giolittis Freunde erklären, er habe sich von seiner Unterredung mit dem König voll befriedigt erllärt. Ex erwarte von der Zusammenkunft mit Salandra endgültige Entscheidung. Salandra hatte vor⸗ her mit dem König konferiert. Parlamentarier beider Par⸗ teien halten es für möglich, daß der König ein Kabinett beider 3 1 I. 1 8 der Volksver⸗ tretung zu hören. Dadurch werde die Entscheidung bis na dem 22. Mai verschoben. 8.* . Gegen Sonnino. i Köln, 12. Mai. Die„Köln Ztg.“ berichtet aus Lugano: Die Crispische Concordia“ schließt einen scharfen Artikel gegendie Regierung mit der Aufforderung an Son⸗ nino, seine Entlassung zu nehmen, da man in der gegen⸗ wärtigen Lage Italiens keinen Mann an der Spitze brauchen könne, der nur zur Hälfte Italiener, zur andern Hälfte Englän⸗ der sei. Frunzösische Artillerie für Italien? 8 i. Köln 12. Mai. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der franzöfi⸗ schen Grenze: Wie wir zuverlässig erfahren, wurde vor einigen Wochen viel französisches Artilleriematerial auf dem Wege über den Mont Lanis nach Italien versandt. Die französische Regierung, die für ihren eigenen Bedarf alles vorhandene Material mit Beschlag belegt hat, würde dies kaum zu⸗ gelassen„wenn sie nicht von Sonnino und seinen Amts⸗ genossen Bürgschaften dafür erhalten hätte, daß die Lieferun⸗ gen in französischem Interesse verwandt würden. Unverschämtheiten der englischen Presse. London, 11. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Die hiesigen Abendblätter erinnern bei Besprechung der Versenkung der„Fufi⸗ tania“ daran, daß 20000 Deutsche in England wohnen und verlangen, daß diese alle ohne Rücksicht auf ihre soziale Stel⸗ lung in die Konzentrationslager gebracht werden. Ein anderer Vorschlag geht dahin, alle Deutschen soweit ihres Eigen⸗ tums zu berauben, daß dadurch der Wert des zerstörten Schiffes dreimal gedeckt würde. Außerdem schlagen sie vor, die angesehensten, deutschen Zivilisten auf den Liniendampfern als Geiseln mit⸗ zuführen, damit sie von ihren Landsleuten torpediert werden könnten. Die Blätter bringen übertrieben grauenvolle Einzel- heiten von dem Untergang der„Lusitania“. Reklamationen ae zum Spülen, um Haus putzen. aus bei Verwendung ubns“ zum Waschen, Lund trauirai 4 f g 0 * 7 8 „Es hat dich keiner geleitet zu deinęr letzten Ruh Und keiner drückte die jungen, die müden Augen dir zu. Es hat auch keiner getrocknet den Todesschweiß dir ab, Und keiner weinte ein Trünlein au deinem offenen Grab. Und doch hat einer gestrecket die milde Hand nach dir Und hat in Gnaden gesprochen: O komme, komme zu mir! Heute morgen entschlief sanft nach langem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden mein lieber Mann, unser guter treusorgender Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Karl Fendt nach vollendetem 70. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Margarethe Fendt geb. Dippel Aenne Seiler geb. Fendt Marie Fendt Todes-Anzeige. Am 23. April starb den Heldentod fürs Vaterland bei einem Sturmangriff unser lieber Sohn, unser guter, treuer Bruder, Schwager, Onkel und Pate Heinrich Weiss, Schreiner Ersatz-Reservist im Res.-Inf.-Regt. Nr. 212, 8. Kompagnie im Alter von 27 Jahren. i 3 In tiefem Schmerz: r Hans Seiler, z. Zt. Leutn. d. L. 111 1 a ö n 2. Et. Leutn Familie Ludwig Weiss II. N 1 41830 nebst allen trauernden Angehörigen. . Hungen, den 11. Mai 1915. Lindenstruth, Grossen-Buseck und Reiskirchen, den 11. Mai 1915. 5 Die Beerdigung findet Donnerstag, den 13. Mai, wiedersehen ist unsere Hoffnung! 5 nachmittags 3 Uhr, statt. 418 N 3 8 ö 5 0 Spargel f e 2 G 4 N Todes-Anzeige. Telenden ee . Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, Für die aufrichtige Teilnahme An feinste grosse dass heute morgen um/ 4 Uhr mein guter Gatte, unser 4 lieber Vater, Bruder, Grossvater, Schwager und Onkel, der dem uns betroffenen schweren Verluste 0 es- Ui ö 241 danken wir herzlichst. 2 18. Lehrer Rudolf Diehl ee f 5 . im vollendeten 67. Lebensjahre nach ganz kurzem Krank- Die tieftrauernden Georg Wallenfels 1 sein sanft verschieden ist. K Bü 1 7 5 2 a„ 7 7 N Die trauernden Hinterbliebenen. Hinterbliebenen. 5 14 0 195 5 I. d. N.: Otto Diehl. 1 11 Aug it W̃ lle fels 5 f f.d. N: Familie Georg Menke. r. 5 Bleichenbach, Düdelsheim, Wippenbach, Geiss-Nidda und 8 5 e 5 Blofeld, den 11. Mai 1915. N baldben. Barbe* g 8. a 5 eleton 282. A 17. f Die Beerdigung findet 1 den 13. Mai, nach- Giessen, Wetzlarer Weg 43. 1200 D Maifische. mittags! ar statt. 4175 1 e f Barben, Hechte, Aale, See- Aashe zu dez billigt Vreisen. 5 M. Simon, Walltorstraße 43. a N 8 5 Bestellungen werden prompt . 5 5 besorgt. 0²²7 . 7 8 1 Jung deutschland Am Himmelfahrttage f g Den Heldentod fürs Vaterland starb am 8. April bei 10 We e nachmittags 3 uhr b einem Sturmangriff auch mein zweiter treusorgender rlhsabrssibung f dez Aussehussez Sohn, unser lieber, unvergesslicher Bruder, Schwager, Onkel und Neffe, der Ersatz-Reservist Friedrich Lenz Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 25, 8. Kompagnie. Christliches Waldfest auf der Holzburg bei Klein⸗Linden unter Mit⸗ wirkung von Posaunen- und Gesangchor. Jedermann ist herzlichst eingeladen. l nontag. 17. Mai, 8 ¼ Uhr im Kaiserhof. Tagesordnung: Satzungen(Satz 16). Dr. Krausmüller, Vertrauensmann. 2200 4169 In tiefem Schmerz: Ludwig Lenz X. Wu. Familie Wilhelm Weigel v. Elisabethe Lenz Helene Lenz Christian Lenz, zurzeit im Felde. Klein-Linden, den 12. Mai 1915. 02637 Johannes 13, Vers 7. Wanderungen rund um Giegen Preis 1 Mark Das Büchlein kommt einem wirklichen Bedürf- nis nach, wie schon eine kurze Einsichtnahme in das Inhaltsverzeichnis aufweist. Es sind zusammengestellt und in kuapper Form be- handelt: Wanderungen in Gießens nächster Umgebung mit Sonntagsfahrkarten verzeichnis. Wege- bezeichnungen in der Um gebung von Gießen 20 Hauptlinjen des V. Wanderungen in Kurhessen, im Vogelsberg. im Westerwald und im Taunus Mehrtägige Wanderungen Schneeschuhwanderunugen im Vogelsberg und Westerwald 40⁵¹ Karte des Wanderungsgebletes Verlag derBrühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei · R. Lange Fernsprecher 51 Gieben Schulstrat o 7 Bäder Sommerfrischen idyllischster Luftk,. U blochwaldhausen aeg ege erben Buchen- u. Tannenhochwald. Nervenstärkender Aufenthalt. Gute Unterkunft 10 Minuten von bei mäß. Preis. im oel Lal f elner Stat. Ilbesbausen Tel. 5 Anit Herbstein. Prospekt durch Ludwig Hafner. 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Hinmeljahrt⸗ Amgflug Der veraiand. Die Beerdigung findet am Himmelfahrtstage nachmittags 3 Uhr statt. 0238 0 1 . Männer ⸗Turnvperein Himmelfahrtturngang lauf den Hoherodskopf. Abfahrt nach Mücke 50.(4117 v Uösdugperein Heiler Himmelsabrt: Ausflug nach Arnsburg— Münzen dera Iich. In. Apfelwein in Flaschen und Gebinden Aerxto. 1918 9654 Kurg. Dir. Bahnverb. mit Himmelfabrttas: Früh⸗Tour Jorsthaus Hochwart— Echiffenbere. Abmarsch 6 uhr vom Lud ⸗ Statt Karten empfiehlt 1 Emil Schmall. Frankl. Str. 7. Telephon Nr. G. Rollschinken 2-9 Pfd. schwer, Ia. Qualität, Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Emilie Freitag Carl Plett Buchhalter wigs platz. 4177D 7 1 1(Grand Hotel Königstein) Königsteiner Hof Beis Wa Glessen— Hilchenbach, z. Zt. Halberstadt Mai 1915. von feinsten Thüringer Land⸗ schweinen, p. Pfd. 41.60 ver sendet geg. Nachn. C. R. Rodl. gant, Lobeda Thür.). 4140 Abmarsch 7 Ubr v. Schiffen⸗ berger Weg(Bahnübergang). 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