Bahn oder Fußmarsch herangeführte neue Kräfte un⸗ 1 r C. * Ertrstes Blatt — g ienstag und Frei 59 Fernswrech- üse: für die Adrest an Brahe. Gießener General⸗Anzeiger für Oberhessen bis vormittags 9 Uhr. Rotationsdruck und verlag der Brühl schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. 105. Jahrgang Dienstag,. Mai 1015 Bezugspreis: monatl. 75 Bf., viertel jährl. Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigftellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pi.— Haupt⸗ schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; jür Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigentell: H. Beck, sämtlich in Gießen. Der deutsch⸗öͤsterreichische bormarsch im Südosten. Gescheiterte * Hauptquartier, 10. Mai. Westlicher Kriegsschauplatz. An der Küfte machten wir in den Dünen Fortschritte Richtung auf Neuwport, nahmen mehrere feind⸗ rüben und Maschinengewehre. Ein Gegenstoß des Fein⸗ des wührend der letzten Nacht gelangte bis an Lombartzyde heran, wurde dann aber völlig zurückgeworfen. Auch in andern wurde wieder nach vorwärts Gelände gewon⸗ nen. Bei Verloren Hoek machten wir 162 Engländer u Gefangenen. Südwestlich Lille Erfolge in Gali glische Angriff Stellungen von lich Bermelles, ange. Nördlich von Steinabrück, im Fechttale, warfen wir den Feind der sich unmittelbar vor unserer Stellung in dichtem Nebel eingenistet hatte, durch Angriff zurück und zerstörten seine Grüben. Eines unferer Luft schiffe belegte heute früh den be⸗ festigten Ort Southend an der Themsemündung mit einigen Bomben. 0 Oestlicher Kriegsschauplatz. ie i Lage ist 3 0 ö st liche iegsschauplatz. N r—— eilig mit der sere Verfolgung aufzuhalten, warfen die verbündeten Trup⸗ pen der Heeresgrunpe des Generalobersten v. Mackensen nuch gestern den Gegner von Stellung zu Stellung zurück und nahmen ihmüber 12000 Gefangene nebst vielem Material ab. f Die Zahl der von dieser Heeresgruppe allein seit dem 2. Mai gemachten Gefangenen steigt damit auf über 80 000. Unsere Vortruppen näherten sich dem Stobnica— Abschnitt und erreichten die Brzezanka sowie den untern Wislol. Die Verfolgung geht vorwürts. a Oberste Heeresleitung. f*** Das große Drama in Galizien, wo die Verbündeten zutsammen seit Mai über 100 000 Russen ge haben, erlebt einen Höhepunkt wahrscheinlich erst in den nächsten— die Deutschen und Oesterreicher von Westen und Süden her unaufhaltsam vordringen, der Feind aber in der Gegend von Sanok und Lisko, wie der Wiener Bericht sich ausdrückt,„zu sammen gepreßt“ wird, darf man dort eine große, entscheidende Schlacht erwarten, ein „Sedan“, wie der Sachverständige eines Schweizer Blattes diese kommende Lage kennzeichnet. Der deutsche Kaiser ist selbst f dem Schauplatze eingetroffen und hat dem deut⸗ schen Führer v. Mackensen für seine glänzenden Verdienste mit schönen Dankesworten eine hohe Auszeichnung zugehen lassen. Es ist in der Tat ein beispielloses, bewunderungs⸗ würdiges Zeugnis unverwüstlicher Kampfeskraft, daß die bündeten Heere nach schwierigen Kämpfen so schnell und nachhaltig vorstoßen können. Rußland sieht seine bisherigen Erfolge katastrophenartig zusammenschme zen, und das, was es auf anderen Kriegsschauplätzen verloren hatte, wächst immer mehr an. Der Vorstoß nach Kurland wird von der deutschen Marine kräftig unterstützt; nach einer letzten Mel⸗ dung haben deutsche Torpedoboote die Bucht von Riga angegriffen! Allem Anschein nach wird diese Stadt sehr bald das Schicksal Libaus teilen! Im Westen haben Franzosen und Engländer ich ver⸗ geblich bemüht, auf den großen Sieg der Deutschen und Oesterreicher in Galizien mit einem Gegenschlag zu ant⸗ worten. Südwestlich von Lille, wo sie vier neue Armee⸗ lorps mit den übrigen Truppen ihrer Front zum Angriff vorgetrieben haben, holten sie sich schwere Verluste und Mißerfolge. Die deutsche Mauer steht gut und fest. Auch die Türken haben sich bei neuen Angrifsen der Jeinde an der Dardanellenfront wieder sehr gut bewährt. Der neueste amtliche Bericht bedeutet Sieg und Zuversicht für einen guten Ausgang der Kümpfe. Der Befehls haber ves französischen Expeditionsheeres, General d' Amade, soll nach Frankreich zurückbeordert sein, angeblich wegen Krank heit. So haben die letzten Tage ungemein viel neuen Stoff gebracht, der jetzt den entscheidenden Unterhaltungen in Rom die Richtung geben müßte. Hoffen wir, daß König Emanuel und seine Minister die Zeichen ber Zeit richtig u deuten wissen und guten Rat, der dem Lande den Frieden gewahrt haben möchte, nicht von der Hand weisen werden! 8 1 8 0—0 8 7 1 8 — 5 2 4 l e —— J„ 5 2. 0 D— 7 2*. 1. Jie front im 0 S- ee — e e. feindliche Offensive bei Lille. Neue Erfolge der Türken. 1 — 1 5 g N rch die russische Front. Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 10. Mai.(BTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 10. Mai 1915, mittags. 2 Die unter schweren Verlusten aus Westgalizien und den Karpathen zurückgeschlagene 3. Armee ist, dem Drucke aus beiden Richtungen nachgebend, mit der Hauntkraft im Raume um Sanok und Lis ko zusammen⸗ grnreßt. Gegen diese Massen dringen die verbündeten Armeen weiter erfolgreich vor und haben vom Westen den Uebergang über den Wislok erkämpft und von Süden die Linie Dwernil—Baligrod-Bukows ko erreicht. „ Am nördlichen Flügel der westgallzischen Front er⸗ stürmten gestern Oberösterreicher, Salzburger und Tiro⸗ ler Truppen mehrere Orte östlich und nordöstlich Debica. Die Zahl der in Westgalizien gemachten Gefan⸗ genen ist auf 80 00 0 gestiegen; hinzu kommen noch über 2000 Gefangene die bei der Ver⸗ folgung in den Karpathen eingebracht wurden. Die russische dritte Armee, die aus den fünf Korps 9, 10, 12, 24 und dem dritten kaukasischen sowie mehreren Reservedivisio⸗ nen zufammengesetzt war, hat somiteinen Verlust von allein 100000 Mann an Gefangenen. Rechnet man die Zahl der Toten und Verwundeten hinzu, so kann der Gesamtverlust mit mindestens 150 000 Mann angenommen werden. Von der auch jetzt noch nicht zu übersehenden Menge von Kriegsmaterial sind bisher 60 Geschütze, 200 Maschinengewehre gezählt. Die Kämpfe in Südostgalizien dauern noch fort. Durch einen Gegenangriff wurde auf den Höhen nordöstlich Ottynia eine starke Gruppe des Feindes zurückgeworfen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs. v. Höfer, Feldmarschalleutnant. London, 10. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Daily News“ meldet aus Petersburg: Die Schlacht am Du najec übersteigt an Heßeigkeit alles Dagewesene. Die Deutschen führen ungezählte Truppen ins Feuer und wei⸗ tere Vorstärkungen kommen fortgesetzt an. Die russische Infanterie weicht etwas zurück. Berlin, 11. Mai. Die Einkreisung, Verfolgung und Ver- nichtung der russischen Armee, die ber Dukla gestanden hat, er⸗ folgt laut„Berliner Lokalanzeiger“ durch die Armeen Mackensen, Boroevie und von der Mapwitz mit drohender Schnelligkeit. Die Panik und der Zusammenbruch haben sich nunmehr auch auf die russische Front bei Lupkow ausgedehnt. Schrecklich wütete die Schlacht bei Ostrowitza. In sechs Stunden waren neue 6000 Gefangene eingebracht und auch viel Kriegsgerät. Die vordringen— den verbündeten Truppen haben Komanowa bereits hinter sich, marschieren teils in der Richtung auf Valigrod, teils in der Rich⸗ tung zum oberen San und werfen hierbei die feindlichen Nach- huten überall zurück. Basel, 10. Mai.(WTB. Nichtamtlich) Der Militär- kritiker der„Basler Nachrichten“ findet den Durchbruch durch die russische Front ganz hervorragend angelegt. Er war in mehr als einer Bezichung eine Ueberraschung. Man hatte sich allmählich zu der Ansicht bequemt, daß rein frontal größere Erfotge über⸗ haupt nicht mehr erzielbar seien. Dieser Glaube wurde dadurch gefördert, daß im Osten bisher alle großen Schläge durch eine — Umfassung zur Entscheidung geführt wurden. Nun wird vlõtzlic auf einer Front, welche die von Gravelotte um mehr als Doppelte übertrifft, ein großartiger einheitlicher Frontalan 0 mitten in die feindliche Stellung hinein mit glänzendstem 0. durchorführt. Das ist nicht nur geschichtlich, sondern auch rent militärtechnisch ein großes Ereignis. In einer ausführlichen sprechung des Schlachtverlaufes erwähnt der Kritiker, daß di mehrfach festgestellte gegenwärtige selbstlose Aushilfe der beiden Verbündeten einzig in der Kriegsgeschichte dastehe und sich auch diesmal glänzend bewährte. Nicht recht begreiflich findet es der Kritiker, daß die groß angelegten ungeheuren Vorbereitungen so ganz unbemerkt von der russischen Aufklärung durch⸗ zuführen waren. Der Kaiser in Galizien. Berlin, 10. Mai.(WTB. Amtlich.) auf dem südöstlichen Kriegss am 8. Mai einem Gefech gewohnt. Berlin, 10. Mai.(WTB Nichtamtlich.) S. M. der Kaiser hat an den Generalobersten Mackensen fol⸗ gendes Telegramm gesandt: Ihnen „Unter Euer Exzellenz erprobter Führung haben die unterstellten verbündeten den Karpathen und der L Der Kaiser ist platz eingetroffen und hat der 1. Garde⸗Division bei⸗ Weichsel mit mächtigen Schlägen durch⸗ — Armeen die russische Front zwischen brochen, den zähen Gegner in vieltägigen fortgesetzten Kämpfen von Stellung zu Stellung gejagt, ihm eine unübersehbare Sieges beute abgenommen und schließlich im Verein mit anderen Teilen des deutschen und österreichisch-ungarischen Heeres die weitaus⸗ gedehnte feindliche Karpathenstellung zum Wanken gebracht. Die Führung und die unvergleichliche Tapferkeit der Truppen wett⸗ eiferten, einen Sieg zu erringen, der sich würdig den stolzesten Waffentaten dieses Krieges anreiht. Dafür gebührt ihnen mein und des Vaterlandes Dank. Als Ausdruck meiner besonderen Anerkennung für das von allen Beteiligten Geleistete verleihe ich Ihnen den Stern der Großkomture und das Großkomtur⸗ kreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit S 4 tern.(gez.) Wilhelm.“ Der russische Bericht. Petersburg, 10. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Amt⸗ licher Bericht des Großen Generalstabs. Südwestlich von Mita u machten die unsrigen erfolgreiche Vorstöße. Am 7. Mai wurde der Feind gezwungen, schleunigst eine stark befestigte Stellung bei Jauszki zu räumen, wobei er uns große Beute überließ. Am 8. Mai unternahmen die feindlichen Truppen, unterstützt von ihrer Flotte, an der Küste eine Offensive und besetzten Li⸗ bau nach einem Kampfe mit einer kleinen Abteilung unserer Reichssvehr. Nördlich des Narew bei Wach stießen wir mit Erfolg einen schwachen deutschen Angriff zurück und warfen den Feind in seine Ausgangsstellung zurück. An der Nida herrscht Ruhe. In Westgalizien dauerten am Abend des 7. Mar die heftigen Angriffe des Gegners fort, wenn sie auch weniger häufig waren. In der Gegend, wo der Feind seine Hauptanstren⸗ gungen macht, nahm eines unserer Regimenter ber einem, unserer Gegenangriffe vier Maschinengewehre. In den Karpathen stießen wir mit vollständigem Erfolg Angriffe in der Richtung auf Mezölaborcz sowie am linken ÜUser des Oberlaufes der Lomnicza zurück. Deutsche Torpedoboote vor Riga. Berlin, 11. Mai. Einen ausgedehnteren Vorstoß an der russischen Ostseeküste haben in den letzten Tagen deutsche T or- pedoboote unternommen und sind, wie die„Nationalzeitung“ berichtet, hierbei auch in die Bucht von Riga eingedrungen Vorgeschobene Küstenbefestigungen eröffneten das Feuer gegen die Torpedoboote. Diese antworteten und es entspann sich ein kur zes, aber lebhaftes Feuergefecht. Die deutschen Kriegs⸗ 1 e 9 3 frhisse erlitten anscheinend keine Beschädigungen, denn sie dampften bald darauf in ordnungsmäßigem Zustande außer Sehweite. Auch an anderen Küstenplätzen Rußlands sind deutsche Kriegsschiffe gesichtet worden. Petersburg, 10. Mai.(WTB. Nichtamtlich.)„No⸗ woje Wremja“ meldet: Riga istüberfülltvon Flücht⸗ lingen aus Kurland. Viele sind geflohen, um nur ihr nacktes Leben zu retten. Die Wohltätigkeitsvereine tun alles, um die Not zu lindern. * ** Die Dardanellenkämpfe. Konstantinopel, 10. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Das Große Hauptquartier teilt mit: An der Dar⸗ danellenfront, bei Ari Burnu, machte der Feind gestern nacht vier verzweifelte Angriffe, wurde aber durch unfere Bajonettangriffe vollständig zu⸗ rückgeworfen. Der Feind hatte dabei schwere Verluste; ungeführdreiseiner Bataillone wurden auf⸗ gerieben. Heute mittag brachte der Feind unaufhörlich seine zahlreichen Verwundeten in seine Boote. Im Süden bei Sedd ül Bahr machte der Feind unter dem Schutz des Feuers seiner Schiffe vom Meeresufer aus einen An⸗ griff, der dant unserer Gegenangriffe erfolglos blieb. Von den übrigen Kriegsschauplätzen ist nichts von Be⸗ deutung zu melden. Paris, 10. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Agence Havas“ meldet aus London, es werde versichert, daß der Befehlshaber des französischen Expeditions⸗ korps bei den Dardanellen, General d' Amade, seit etwa acht Tagen erkrankt sei. Er befinde sich augenblicklich wieder wohler. 1 Paris, 10. Mai.(WTB. Nichtamtlich.)„Petit Parisien“ meldet: General d' Amade, bisher Befehlshaber des fran⸗ zösischen Expeditionskorps, wird demnächst nach Frankreich zurückkehren. Die Regierung wird ihm eine Mission über⸗ tragen. Nachfolger d'Amades wird General Houraud, der sich bei den Operationen in Marokko einen großen Namen machte. Die Bündnistreue der Türken. Konstantinopel, 10. Mai.(WTB. Nichtamtlich) Das Osmanische Nachrichtenbureau hat dem Vertreter des Wiener K. K. Tielegr.⸗Korr ⸗Bureaus folgendes mitgeteilt: Das im„Echo de Paris“ veröffentlichte Telegramm aus Konstantinopel über eine 5 angebliche Sitzung der Partei für Einheit und Fortschritt, in der die Frage des Abschlusses eines Sonderfriedens er⸗ örtert sein soll, ist in allen Stücken für die Bedürfnisse des Drei! verbandes erfunden worden. Die türkische Regierung ist mehr denn je ihren Bündnissen treu und setzt das größte Vertrauen in einen günstigen Ausgang des Krieges. Die Helden der„Emden“. Konstantinopel, 10. Mai.(WTB Nichtamtlich.) Die überlebenden Helden der„Emden“ sind mit der Hedschasbahn von Medina in Maan eingetroffen. Die Bevölkerung bereitete den deutschen Gästen, deren Helden⸗ taten die ganze Welt erfüllen, überall die lebhaftesten Sympathiekundgebungen. In Damaskus ist ein festlicher Empfang vorbereitet worden und auch hier werden Ver⸗ brübderungsfestlichkeiten stattfinden.. 0 Konstantinopel, 10. Mai.(WTB. Nichtamtlich) Die der 1 3— j E angekommen. Ziwil⸗ u sitärbehörden, i Hulussi 1 der Kommandierende General Husni Pascha, eine Ehren⸗ Tompagnie, Jugendwehr und Schulen mit Mufik waren am Bahn⸗ bof anwesend Der Enthusiasmus der gesamten Bevölkerung war unbeschreibli Unmittelbar nach der Ankunft erfolgte die Be⸗ wirtung der Offiziere und Mannschaften iin Regierungsgebäude und der Kommandantur. Die von Kapitänleutnant pon Mücke ge⸗ führten Mannschaften machten auf ihrem Marsche durch die Stadt trotz der Anstrengungen der langen Reise einen vorzüglichen Ein⸗ druck. Der Kommandnat der vierten Armee, Diemal Pascha, an alle Militärbehörden Befehl erteilt, die heldenhafte Bo⸗ zung der„Emden“ mit militärischen Ehren zu empfangen. Auf 1— nn standen Ehren posten. Die Weiterreise erfolgt ittwoch. F* 8* Zwei Zeppeline über England. London, 10. Mai.(WTB Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Zwei Zeppeline erschienen morgens 2 Uhr 45 Min. über Southampton und Westeliffe und warfen im ganzen einige 30 Bomben ab. Einige Brandbomben verursachten eine Anzahl Brände. Soviel bis jetzt bekannt ist, wur⸗ den zwei Frauen getötet und eine Anzahl Einwohner verwundet. Eine Bombe wurde auf die Gas wer ke abgeworfen, verfehlte aber iühr Ziel. f um Qpern. 5 London, 10. Mai.(WTB Nichtamtlich.) Die Daily Mail“ meldet aus Rotterdam: Zoll für Zoll rücken die Dieutschen gegen pern vor, trotz des hartnäckigsten Wider⸗ standes der Engländer. Um den Besitz der Höhe 60, wo die Deutschen Fuß gefaßt haben, finden harte Kümpfe statt. London, 10. Mai.(WTB Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. French berichtet von gestern: In der letz⸗ ten Nacht und heute setzte der Feind seine Angriffe östlich von Ypern fort, die alle mit schweren Verlusten abgeschlagen wurden. Unsere Linie dort ist jetzt stark befestigt. Unsere erste Armee griff auf der Linie des Feindes zwischen Bisgrenier und St. Hu⸗ bpert an und gewann Gelände in der Richtung auf Fromelles. Der Kampf dauert noch an. Unsere Flieger machten erfolgreiche An⸗ griffe auf St. André, einen Kreuzungspunkt nördlich Rijsel und auf die Kanalbrücke von Don. * Der amtliche französische Bericht. Paris, 10. Mai.(WTB. Nichtamtlich) Amtlicher Bericht vom Sonntag n einer deutschen Feldschanze bei Liens, die wir am 8. eingenommen hatten, machten swir etwa 100 Gefangene. In den Argonnen warfen unsere Truppen bei Bagatelle drei Angriffe I den einen in der Nacht zum 8. Mai, zwei während des 8. Mai. An der übrigen Front fand Geschützfeuer statt. 5 5 a 72 Paris, 10. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom Samstag abend: Zwischen Nieuwport und dem Meere griffen die Deutschen an, wurden aber zurückgeworfen. Sie er⸗ ültten bedeutende Verluste. Die englischen Truppen gewannen Gelände im Gebiet von Fremelles. Wir erzielten ernstliche 3 schritte nördlich von Arras in der Richtung auf Lens und fülich Carency. In letzterem Gebiet nahmen wir auf einer Front von 7 Kilometern zwri, zuweilen drei Reihen feinblichert sehr stark besestigter Schützengräben. Wir bemächtigten uns des Dorfes Le Targette und der Hälfte des Dorfes Neuville St. Vaast. Unser Fortschritt erreicht au einzelnen Stellen 4 Kilometer Tiefe. Wir machten über 2000 Gefangene und er⸗ beuteten 6 Kanonen. In der Champagne warfen wir einen Angriff bei St. Thomas am Rande der Argonnen zurück. In Bagatelle konnten wir die Bedeutung der vom Feinde bei seinen gestrigen Angriffen erlittenen Verluste feststellen. Die Deut⸗ schen bedienten sich übrigens ohne jeden Erfolg erstickender Bomben und brennender Füssligkeiten. Auf der übrigen Front, besonders im Priesterwalde und Sillackerwasen Artilleriekämpfe. Die Pariser Presse. Berlin, 11. Mai. Die ganze Pariser Presse schwei Pionier Johs. Schmitt, — Musketier Heinr. Weimer, Lehrer Ludw. Neumann aus Lie . L 17 b Sade e aus 1 7 1 7 Joh. arl Ko. Garde-Ersatz-Rgt., aus adt bei Hanau.— Must. itt G1 8 ba ch, 9 8 Ers.-Res. Louis Lenz, Schmittner, Rektor an der höl Solms-Laubachsche Obersörster Karl 9 Leutnant und Adjutant im Res.⸗Fuß-Art.⸗Agt. 18, wurde mit dent Galizien. Dagegen steyt das Thema„Italien“ im Vorder⸗ grunde der Besprechungen. Ein Blatt sagt: Ohne Bulgarien ist die italienische Intervention ein Stückwerk. Die Hauptsache sei der Fall von Byzanz, denn die Alliierten brauchten die dortigen Schiffe und Soldaten. Die Stimmung in Italien. Berlin, 11. Mai. Ein Stimmungsbild aus Italien gibt General der Infanterie z. A von der Boeck im„Tag“, in dem es heißt: Früher hat man nur die Oesterrricher gehaßt, aber letzt macht man keinen Unterschied mehr zwischen diesen und den Reichsdeutschen. Ein allerdings nicht sehr angesehenes Blatt machte den Vorschlag, man solle die Deutschen nicht mehr frei im Lande umhergehen lassen, sondern sie schon jetzt in die Konzentrations⸗ lager, oder aber in die Galeren sperren. Viele Deutsche hätten Italten bereits verlassen, oder ihre Familien in der Schweiz sinter⸗ gebracht. Man wolle hoffen, daß die dunklen Wolken, die sich heute an dem sonst so schönen italienischen Himmel zusammengeballt haben, wieder zerreißen. Sollte sich diese Hoffnung aber nicht ver⸗ wirklichen, dann werde zwar noch viel Blut fließen, unser festes Vertrauen auf die Zukunft brauchten wir aber gewiß nicht zu ver⸗ lieren, umsomehr, als unsere gerechte Sache auf allen Kriegsschau⸗ plätzen günstiger als je steht. Berlin, 11. Mai. Das Eintreffen Giolittis in Rom habe, wre verschiedenen Morgenblättern berichtet wird, einen starken Druck auf die Kriegshetzer ausgeübt. Giolitti wird morgen gegen Italiens Eingreifen in den Krieg erneut protestieren. Stündlich wird es klarer, daß nur eine kleine Minder⸗ heit des Volkes und des Parlaments für die angebliche Notwendig⸗ keit des Krieges Verständnis hat. Aus Griechenland. Berlin, 10. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Berl. Lok-⸗Anz.“ meldet aus Athen: Der König hütet seit gestern infolge eines Fiebers das Bett. Sein Zustand gibt zur Beunruhigung keinen Anlaß. Athen, 10. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung un⸗ seres Privatkotrespondenten. In den drei letzten Tagen sind mehrere außerordentliche Ministersitzun⸗ gen abgehalten worden, die sich, wie verlautet, mit der auswärtigen Politik beschäftigt haben. Ein Ergeb⸗ nis der Beratungen liegt bis jetzt nicht vor; es ist aber nächstens zu erwarten. Der neuernannte russische Botschafter in Rom, v. Giers, traf heute auf seiner Durchreise nach Italien hier ein. * 5* Der Seekrieg. London, 10. Mai.(WTB. Nichtamtlich) Meldung des Reuterschen Bureaus. Obwohl aus den Mitteilungen der Admi⸗ ralität über die deutsche Blockade hervorgeht, daß die Unter⸗ seeboote in der Woche bis zum 8. Mai eine lebhafte Tätig⸗ keit entwickelt haben, vor allem gegen Fischereifahrzeuge, so kann man doch sagen, daß die Anzahl der eingelaufenen Schiffe seit Aus⸗ bruch des Kriegs nie so groß war, wie in dieser Woche. Ihre Zahl stieg don 801 in der am 12. August 1914 endigenden Woche auf 1604. Bei Lloyds wird erklärt, daß selbst der Verlust der Tusitania“ auf die britische Schiffahrt wenig Einfluß haben werde. Die Zahl der Reisenden, die gestern bei der Cunardlinie Reisen nach Amerika buchen ließen, war ungefähr ebenso groß wie ge⸗ wöhnlich, während auf dem Cunarddampfer„Transshlvania“, der gestern fahrplanmäßig aus New Pork abfuhr und 879 Passagiere an Bord hatte, nur zwölf Fahrgäste von der Reise Abstand nahmen. London, 11. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Reu⸗ termeldung ist der„Oueen Wilhelmina“ aus West Hartle⸗ pool von einem deutschen Unterseeboot am Samstag auf der Höhe von Blyth versenkt worden. Die Besatzung wurde gerettet. Berlin, 10. Mai.(WTB Nichtamtlich.) Die„B. Z.“ mel⸗ det aus Amsterdam: Der als. Fisch⸗ dampfer„Scottish Queen“ wurde, dem„Daily Telegraph“ zufolge, in der Nordsee auf der Höhe von Aberdeen durch ein deutsches Unterseebovt versenkt, die Mannschaft wurde in Aberdeen gelandet. 1 London, 10. Mai.(WB. Nichtamtlich) Reuter meldet aus Grimsby: Der Fischdampfer„Hellanic“ stieß am Samstag in der Nordser auf eine Mine und ist in die Luft geflogen. Von der Besatzung wurden zwei Mann getötet und der Rest in Grimsby gelandet. Die Torpedierung der„Lusitania“. Kopenhagen, 10. Mai.(WTB. Nichtamtlich.)„Natio- naltidende“ meldet aus London: Das Auswärtige Amt in Washington erbat von der Regierung in Berlin einen Bericht über die Torpedierung der„Lusitania“ und forderte, daß der Bericht auf den Meldungen des Führers des Unterseebootes beruhe. Der Kriegsminister Gorrison unterbrach seine Inspektions⸗ reise nach Tennessee. Aus dem Reiche. Braunschweig, 10. Mai. 77 75 Nichtamtlich.) Heute nachmittag um 6 Uhr fand im herzoglichen Residenzschloß die Taufe des jüngstgeborenen Prinzen des herzoglichen Nane statt. Der Prinz erhielt die Namen: Georg, Wilhelm, Ernst, August, Friedrich, Axel. — r Aus Stadt und Cand. Gießen, 11. Mai 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Leutnant der Res. Fri Burchhardt, Inf.⸗Rgt. 154, aus Worms.— Vizewachtmeister Johs. Block, Jeld-Art.⸗Schießschule im Landenhausen.— Musk. Otto Möller, Ins.⸗Rgt. 224, aus Eichelhain.— Res. Heinr. Wahl, Inf.-Rgt. 81, aus Allmenrod. — Kriegssreiw. stud. math. Felix Luthardt aus Darmstadt.— Eisenbahn-Regiment 3, aus Arheilgen. ns.-Rgt. 138, aus Steindorf.— aunheim.— Gefreiter Heinrich aus Naunheim.— Einj-Kriegs⸗ Rühl IV., Res.-Inf.⸗Rgt. 234, sreiwilliger Karl Knötig aus Wiesbaden.— Ers.-Res. Heinrich Fuchs aus Beltershain.— Erf.⸗Res. Joh. Karl Altenburg, Nr 42, aus Offenbach a. M.— Landwehrmann Ferdinand erbach, Ersatz⸗Bat. 49, aus Offenbach a. M.— Musk. es.-Inf.-Rgt. 233, aus Dodenau.— Res.-Ins.-Rgt. 236, aus Niederelsenhausen. * * Ritterdes Eisernen Kreuzes. Leutnant Otto heren Mädchenschule zu Oberstein, früher Lehramtsassessor an der Grünberger höhe⸗ ren Bürgerschule. Wehrm. ig Römer,* im Inf.⸗ Regt. 88, aus Ettingshausen. Karl Tremmel von Bürstadt. Off.⸗Stellv. bahn⸗Regt. 3, aus Rodheim a. d. Schäfer, Landwehr⸗Inf.⸗HRe Angersbach. Leutn. d. Ref. 8 aus Weilburg. Feld⸗Unterarzt Dr. med. Gerhard n udwig Krauskopf im Eisen⸗ B. Unteroff. Heinrich Geskiden⸗Armee), aus ichard Moser, Zuß⸗Art.⸗ mann aus Limburg. „ Das Eiserne Kreuz 1. Klasse. Der Gräflich esse in Kloster Arnsburg, laut„Deutscher Tageszeitung“ über die russische Niederlage 5 Eisernen Kreuz 1. Klasse und der Hess. Tapserkeits⸗- medaille ausgezeichnet, nachdem er sich bereits vor das Eiserne Kreuz 2. Klasse erworben hatte. i ** Polizeistunde. Der stellvertretende komman⸗ dierende General des 18. Armeekorps hat für seinen Befehls. bereich mit Wirkung vom 15. dieses Monats an die Poli⸗ zeistunde einheitlich festgesetzt, und zwar auf 12 Uhr in den Städten über 10000 Einwohner und auf 11 Uhr in allen anderen Orten. Auch für geschlossene Gesellschaften und Vereine gilt die Polizeistunde. Auf uwiderhandlungen 12 die Verordnung steht gegebenen Falls Gefüängnis⸗ trafe. National⸗Stiftung für die Hinterblie⸗ benen Gefallener. Der Oberbürgermeister licht im Anzeigenteil vorliegender Nummer einen Auf⸗ ruf an die Gießener Bürgerschaft, sich nach Kräften an dem vaterländischen Werke der Hin terbliebenenfür⸗ sorge zu beteiligen, für die in Hessen im Anschluß an das Nationalkomitee ein Landesausschuß gebildet worden ist. Der Aufruf sei der Beachtung und Befolgung weiterer Kreise ans Herz gelegt. 10 * Die Auszahlung der Familienunter⸗ stützungen für die Zeit vom 16. bis Ende Mai an die An⸗ gehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen findet statt an diejenigen, deren Namen beginnen mit A bis K, am Freitag, den 14. Mai, für die übrigen am Samstag, den 15. Mai. Die Auszahlungen finden von 8 bis 1 Uhr vor⸗ mittags im Stadthaus N Nr. 16 statt. Die Beteiligten werden von der Zahlstelle ersucht, sich nach der Einteilung zu 7196 damit Störungen bei dem Zahlgeschäft vermieden werden. r befördert. * Vom städtischen Schlachthof. Die 2 tungen in der Stadt Gießen im e 70% stellen sich wie folgt: Großvieh 38 ick(im A N 3270 Stück), davon Schsen 1190(1114), Bullen 302 2 05 Kühe 846(732), Rinder 1533(1159). Weiter wurden an Kleintieren Ali 0 Kälber, 1312(974) Schafe, 14 248(12376) Schweine, 61 0) Ferkel. Die Schlach⸗ assen allerdi ein Ur⸗ zu, weil der Krieg ahmeverhältn brauchern geschaffen hat. e er sind die Durch⸗ schnittsgewichte der in den ersten vier naten dieses Jahres zur Schlachtung gekommenen Tiere, woraus her⸗ vorgeht, daß 5 die Menge des* Abr die Stückzahl der geschlachteten Tiere i einen Maßstab abgibt. Das Durchschnittsgewicht nach Kilo⸗ gramm 977 1915 bei Ochsen Kühen Jungrindern Kälbern Schweinen Januar 266 191 201 3¹ 99 Februar 251¹ 187 178 31 89 März 287 1388 175 30 1 Bel Cc f. blteb sich bas G wicht it 85 ewe elt ei Schafen blieb si⸗ e m etwa. Die Gewichtsabnahme bei Rindvieh und 5 K. daß die knappen Futtermittel und die eine ordentliche Ausmästung der Sake Was ist Kuchen? Die Festsetzung des Begriffs „Kuchen“ unternahm gelegentlich einer Gerichtsverhand⸗ lung ein Schöffengericht in der Umgegend. Beim Kuchen spielen Umfang, Größe, Form und die verwendete Mehl⸗ art nur eine Nebenrolle. Dagegen ist unter Kuchen jedes Gebäck zu verstehen, zu dessen Herstellung Milch, Fette, But⸗ ter, Zucker, Eier, Gewürz, Rahm usw. zum 3 der Er⸗ höhung der Schmackhaftigkeit und des Eßreizes verwen⸗ det werden. Der Bundesrat hat— nach Ansicht des Ge⸗ richts— das Kuchenbacken nur deshalb verboten, weil Kuchen mehr zum Essen reize als Brot und daun natürlicherweise auch mehr Mehl verzehrt werde, als dies in Brotform geschehen würde.— Die vorliegende Erläu⸗ terung dürfte die erste von einem Gericht gegebene Begriffs⸗ bestimmung für„Kuchen“ sein. * Gießener u. Aufruf der Behörden für Turnerei und Sportp im —.— Reich zufolge hat der Klub ab 1. Mai Mitgliedern auch in di Jahr wieder den net gepflegten und umgebauten Klubpf einen ausgezeich⸗ . latz an der Hardt ur Verfügung gestellt. Von den 34 Mitgliedern, die der Nuub zurzeit zählt, stehen 11 im Felde; zwei sind bereits gefallen, einem wurde das Eiserne Kreuz verliehen. In der Herberge zur Heimat sind im April 977 Gäste(gegen 1328 im März 1915) eingekehrt; davon erhielten gegen Bezahlung 760(869) und gegen Arbeits⸗ leistung 217(459) Gäste Herberge.— Im Arbeits nach⸗ weis waren 102 offene Stellen angemeldet, von denen 97 besetzt wurden, und zwar 47 durch Handwerker und 50 durch Arbeiter. Nach außerhalb wurden 5 Arbeitskräfte, der von 92 wurde in Gießen untergebracht. Gesucht werden Schneider, Schuhmacher und Arbeiter für Munitionsanfer⸗ tigung sowie Gartenarbeiter, wogegen merkwürdigerweise landwirtschaftliche Arbeiter gar nicht oder nur sehr schwer augenblicklich unterzubringen sind. * Ratsdiener Johannes Ochs, der vorgestern verstorben ist, war 1 1 Oktober 1878 5 8 unserer Schutzmannsf 8 mann in Dienst der Slade getreten. Am 1. Nat 1885 wurde Ochs der erste Kriminalschutzmann in Gießen. Am 1. April 1890 wu 70255 3 Pre per W. 1 und ihm im Nebenam. essor Dr. Buchner, Begründer unseres Museums, das Amt als Museumsverwalter über⸗ tragen. Der allgemein beliebte Beamte hat unter vier Bür⸗ germeistern seines Amtes gewaltet. Die Tü it, die Ochs in den verflossenen 25 en für das entfaltet Rat, machten seine Dienste für die ausgedehnten Samm⸗ bun das er für Alter⸗ gen äußerst wertvoll. Das 3 0 2 an den E ei 5 5 ick bei 3 eine Fertigkeit in der serzusammensetzun N 5 denen Frucht von Urnen und in der Vervo fc verletzter Stücke ließen ihn zu seinem Amte A 4 0 berufen erscheinen. Die Freunde des Museums werden m wackeren Mann auch über das Grab hinaus ein treues Gedenken be⸗ wahren. Johannes Ochs war auch Verwalter der Schloß⸗ räume, die für den Großherzog reserviert sind. Landkreis Gießen. r Birklar, 10. Mai. Aus unserem kleinen Dorfe stehen jetzt nahezu hundert Mann unter den Fahnen. Den Heldentod fürs Vaterland starb 1 Mann, vermißt sind 4 Mann, darunter zwei Brüder. An Auszeichnungen wurven verliehen dem Vizesel! Ott vom Insanterie-Regiment 222 das e Kreuz * w dem wun wege vom manen- wegiment vr. 6 die Hesssuhe lpferkeitsmedaille. Kreis Büdingen. e ade 10. Mai. Gestern hielt Redakteur Kuhlmann rmstadt einen Vortrag über„Deutschland im Weltkrieg, zum Besten der hiesigen„Kriegshilfe“. Der Redner verbreitete sich — 0 in interessanter Weise über die äußeren und inneren sründe des gegen uns von England angestifteten Krieges. Er ließ hierauf eine umfassende Uebersicht über die hauptsächlichsten Siege unseres Heldenheeres und unserer Heldenflotte, in der sogar die Vernichtung der„Lusitania“ nicht fehlte, folgen. Die von wahrer Vaterlandsliebe getragenen Darlegungen gewannen noch durch die Vorführung einer sehr bedeutenden Anzahl in sehr geschickter Weise zusammengestellter Lichtbilder. Sie ließen vor uns Lüttich, Namur, Brüssel, Löwen, Antwerpen, Gent und Brügge sowie Ypern in früherem und jetzigem Zustande erstehen, sie zeigten uns auf deutlichen Karten die Stellung unserer Heereslinien auf den west— lichen und östlichen Kriegsschauplätzen, sie ließen uns einen Blick auf die masurischen Seen und die von den Russen zerstörten Städte Ostpreußens tun, sie führten unsere modernen Angriffs- und Verteidigungsmittel, wie Luftschiffe, Flugzeuge, Untersee⸗ und Torpedoboote, große und kleine Kreuzer, Schützengräben, Sappen, vor, sie lehrten uns, welche Fortschritte wir auf dem Ge⸗ biete des Train, Verpflegungs⸗ und Sanitätswesens erzielt haben. Der Kreisfeuerwehrinspektor dankte dem Redner namens 3 88 jesigen„Kriegshilfe“ für die fesselnde Veranstaltung und chloß sie mit einem begeistert aufgenommenen dreifachen Hoch auf Kaiser und Großherzog, Heer und Vaterland. Kreis Schotten. 0 A Hartmannshain, 19. Mai. Die hiesige Jung- mannschaft, bestehend aus den jungen Leuten von Herchen— bain, Harxtmannshain, Sichenhausen und Volkaxtshain, sammelte in den vier Ortschasten zur Anschaffung von Musikinstrumenten den schönen Betrag von 75,50 Mk. Starkenburg und Rheinhessen. Darmstadt, 10. Mai. Am Sonntag früh starb an den Folgen eines Schlaganfalls Ehrendomkapitular Geistlicher Rat und Dekan Dr. Friedrich Elz, Pfarrer der St. Lu d w igs⸗ gemeinde Darmstadt, deren Seelsorger er seit dem 19. No⸗ vember 1891 gewesen war. In Alzey am 30. März 1848 geboren, trat It.„Darmst. Ztg.“ der Verewigte nach Vollendung seinen Studien am Mainzer Gymnasium in das deutsche Kolleg zu Rom ein und wurde daselbst im Jahre 1873 zum Priester geweiht, worauf er als Kaplan und Pfarrverwalter in Mainz, Gießen und Viernheim tätig war. In Darmstadt erwarb er sich ein be⸗ sonderes Verdienst durch die Neueinrichtung der katholischen Mili⸗ tärgemeinde, deren Seelsorger er zugleich war, ferner durch die Erbauung der St. Elisabethenkirche und die Förderung der Ka⸗ pellenbauten in Groß⸗Gerau, Kelsterbach, Eberstadt und Pfung⸗ stadt. Ein schöner Erfolg war ihm durch die gelungene Renovierung St. Ludwigskirche beschieden. Die Seelsorge im Provinzial⸗ arresthaus war ihm Herzenssache. 5 Kreis Wetzlar. Wetzlar, 10. Mai. Ein aus der Fabrik Buderus in Wetzlar entsprungener französischer Kriegsgefangener treibt sich in den Taunuswäldern herum. Er hat, da er fließend deutsch spricht, in verschiedenen Ortschaften um Arbeit nachgefragt. Hessen⸗Nassau. h. Marburg, 10. Mai. Am heutigen Gedenktage des Frankfurter Friedens fand in der Universitätskirche die von der Universität und der Stadt gemeinsam veranstaltete Feier des 100. Geburtstages des Altreichskanzlers statt. Nach Einfaches Stübchen zu ver⸗ dem Einzug der Chargierten der studentischen Torporationen, denen sich die Angehörigen des akademischen Lehrkörpers an⸗ schlossen, in die von Vertretern der bürgerlichen Vereine und einem sonstigen zahlreichen Publikum besetzte Kirche begann die Feier mit einem Orgelvortrag und dem gemeinsamen Gesang des Niederländischen Dankgebets. Der bekannte Geschichtsprofessor Geh.⸗ Rat Bu sch entrollte dann ein lebenswarmes Bild des großen Staatsmannes, an den in diesen schweren Zeiten mehr wie jemals gedacht würde. Rit dem gemeinsamen Gesange von„Ein feste Burg ist unser Gott“ schloß die stimmungsvolle Feier. Die Stadt trug Flaggenschmuck und von 10 bis 11 Uhr läuteten die Glocken. Das in diesen Zeiten ungewohnte Schauspiel der Auffahrt der Studenten mit ihren Fahnen brachte der Stadt einen lebhaften Straßenverkehr.— Hier wurde ein von Breslau aus steckbrief⸗ lich verfolgter Mann verhaftet, der in Postuniform Schwin- deleien begangen hatte. Das nördliche Hochdruckgebiet hat sich weit nach Osten ver- lagert. Ueber Skandinavien liegt bereits heute eine starke Te pression, die uns mit ihren Randwirbeln wieder zunehmende Be— wölkung mit Gewibterneigung bringen wird. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 12. Mai 1915: Zunahme der Bewölkung, bis auf Gewitterregen trocken, mild, Winde aus nördlichen Richtungen. Letzte Nachrichten. Giolitti. i. Köln, 11. Mai. Die„Köln. Ztg.“ berichtet aus Tarin: Die„Stampa“ schreibt: Die Interventionalisten-Partei be⸗ fürchtet, daß der Einfluß Giolittis Salandra in sei⸗ nen Entschlüssen wanken machen könnte. Giolittt ver⸗ trete die Ansicht, daß der Krieg noch vermieden werden könne, während Salandra auf dem Standpunkt der Regierung stehe, die den Krieg als bevorstehend betrachte. Kundgebungen gegen deu Krieg in Italien. Chiasso, 11. Mai. In den Industrieorten Oberitaliens macht sich die Abreise der zahlreichen Deutschen, die als technische Leiter und Vorarbeiter in den Fabriken schwer er⸗ setzlich sind, stark fühlbar. Nach dem„Avanti“ veranstalteten die einberufenen Reservisten bei ihrer Abfahrt vor Ceseno, Oneglia, Montagnane und Rinini Kundgebungen gegen den Krieg. In Montagnane durchschnitten die Demonstranten die Tele⸗ graphendrähte und durchzogen mit Fahnen und dem Rufe„Nieder mit dem Krieg“ die Stadt, Polizei und Kavallerie zerstreute sie. In Oneglia beteiligten sich viele Tausend Personen an den Kundgebungen. Es wurden mehrere Verhaftungen vorge⸗ nommen. Die Verhafteten mußten aber, um größere Ausschrei⸗ tungen zu vermeiden, wieder in Freiheit gesetzt werden; die Po⸗ lizei wurde ebenfalls zurückgezogen. Der„Avanti“ fährt sort, die Berichte über die großen Kundgebungen am 1. Mau in fast allen größeren und kleineren Orten Italiens wider den Krieg zu ver⸗ öffentlichen.„Avanti“ bemerkt, obgleich das Verzeichnis bereits Tausende von Ortschaften aufzähle, werde die Großartigkeit der Kundgebungen von der übrigen Presse beharrlich totgeschwiegen. Dagegen würden die interventionistischen Kundgebungen von Quarto als der Ausdruck der Meinung ganz Italiens ausgegeben. Verstimmung zwischen Griechenland und England. Athen, 11. Mai. Eine Verstimmung zwischen Griechenland und England ist wegen der Frage entstanden, ob die Bewohner der unter Neutralitätsbruch von den Engländern besetzten griechischen Inseln an den evorstehenden Kummstwahlen teilnehmen dürfen oder nicht. Auf eine Aufrage der griechischen Regierung hat der englische Gesandte in Athen rund heraus erklärt, die englische Re⸗ gierung könne die Beteiligung der griechischen Bewohner jener In⸗ seln an den Wahlen nicht zugeben. Sie sei aber damit„einverstan⸗ den“, daß die von den Griechen besetzten epirotischen Gebiete noch vor der internationalen Bestätigung ihres Anschlusses an Griechen⸗ land, schon jetzt Abgeordnete in die griechische Kammer fenden dürften. Die griechische Regierung, die befürchtet, daß, falls die Bewohner der von den Engländern beseßten Inseln nicht an den Wahlen teilnehmen, dies als ein Zeichen des Verlustes der griechischen Oberhoheit angesehen werden könnte, hat gegen den englischen Standpunkt nachdrück⸗ lich Protest eingelegt. Der englische Gesandte erwiderte, daß der Beschluß seiner Regierung unabänderlich sei. Falls Griechenland ihn zu umgehen suche, werde England au ch Chios und Mytilene besetzen. Dieses Vorgehen der eng⸗ lischen Regierung hat dem„Osmanischen Lloyd“ zufolge in Athener Kreisen viel böses Blut gemacht. Die dreiverbandsfreund- liche Strömung hat dagegen sehr an Einfluß verloren. Englische Willlürherrschaft zur See. i. Köln, 11. Mai. Die„Köln. Ztg.“ berichtet von der hol⸗ ländischen Grenze: Der britische Botschafter hat zur senntnis des holländischen Ueberseetrusts gebracht, daß deutsche Gü⸗ ter, die vor dem 1. März von Neutralen bestellt und bezahlt seien, nur verschifft werden dürften, wenn sie vor dem 15. Mai in Holland ankämen. Nach dem 1. Juni würde England keine Versendung deutscher Güter an die neutralen Staaten mehr zulassen. Nur Güter, an denen Niederländisch⸗ Indien dringenden Bedarf habe, seien davon ausgenommen. Archangelsk eisfrei. Kopenhagen, 11. Mai.„Dagens Nyheter“ wird aus Archangelsk gemeldet: Nachdem das Fahrwasser um Ar⸗ changelsk eisfrei geworden ist, kam heute der erste Dampfer hier an. Hiermit ist der Verkehr nach Archangelsk wieder eröffnet. Aus Umea meldet„Politiken“, daß auch im Bott⸗ nischen Meerbusen die Schiffahrt von heute ab wieder auf⸗ genommen wird. Auch der Holm ⸗Sund ist eisfrei. Gerettete der„Lusitania“. Von der Schweizer Grenze, 11. Mai. Nach einer Meldung der„Agence Havas“ aus New York sind Vanderbilt und Miß Stone, die Tochter des Di⸗ rektors der„Associated Preß“, gerettet worden. 5 Heereslieferungsschwindel. Wien, 11. Mai. Die Reichspost meldet: Das Fünfkir⸗ chener Landwehrgericht deckte einen ungeheuren Heeres⸗ lieferungsschwindel auf, Der Militäretat ist dadurch um Hunderttau⸗ sende von Kwnen geschädigt worden, daß man ihm teils werdorbenes Futter lieferte, teils sich ein und dieselbe Ladung zweimal be⸗ zahlen ließ. Der Haupfschuldige, Ignaz Pollak, wurde am Montag ruh in Ofenpest in dem Augenblick verhaftet, als er aus Wien eintraf. Pollak hat u. a vor der zwesten Bela, 9 Przenwfks zwei aus je 50 Eisenbahnwagen bestehende Lastzüge mit Futter⸗ mitteln, die bereits in Przemysl angekommen und bezählt waren, einfach unterschlagen, indem er sie durch seine Helfershelfer nach Ungarn zurückfahren ließ und sie zum zweiten Male dem Militär⸗ etat verkaufte. 71 sieserf der millionenfach F e t te L 2 1 2. 2 bewährte„Luhns Wasch⸗ Extrakt“. Bestes Reinigungsmittel beim Hausputz. 15 Pf. au 9 3 Vermietungen —. Villa Wilbelmstraße 7 durch Ver⸗ setzung des Herrn Professor Dr. Hoblweg für als bald 795 später zu vermieten. 4007 II. E. JIughardt. 7—. Alicestraße 11 4. Sieg gr. schöne Wohnungen sofort oder 8357 9 3301 Näh. Horst, West⸗Anlage 46. Der untere Stock meines Hauses, 9 Zimmer mit Zu⸗ behör, M r. 5 ist ganz oder geteilt zu vermieten; in letzterem a je zwei 4 Zimmer-Wohnungen. Be⸗ ziehbar am 1. Juli. 3246 Wilb. Blank. Wüblst. Zimmer. 185 Wilhelmstraße 10 III. de ner en mit — sof. zu verm. Näher. 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Mai 1915, vormittags 7¼ Ubr, die in den Jabren 1895, 1894 und früher geborenen Militärpflichtigen. J Freitag, den 21. Mai 1915, vormittags 7½ Uhr, die in den Jahren 1874. 1873, 1872 und 1871 ge- borenen Landsturmpflichtigen. 5 0 Samstag, den 22. Mai 1915, vormittags 7% Uhr. die in der Zeit vom 1. August 1869 bis 31. Dezem⸗ 60 ber 1870 geborenen Landsturmpflichtigen. Die in Frage kommenden Militärpflichtigen und un⸗ ausgebildeten Landsturmpflichtigen werden hiermit auf⸗ gefordert, sich an den vorgenannten Tagen rechtzeitig in, dem Musterungslokale einzufinden. 2 1 Besondere Ladungen ergehen nicht. Diese Bekaunt machung gilt vielmehr als Ladung. 1 Wer sich der Gestellung entzieht, wird nach den Militär ⸗ gesetzen bestraft, es kann guch im Falle der Tauglichkeit sofortige Einstellung als unsicherer Heeres⸗ oder Landsturm⸗ pflichtiger erfolgen.. Die Militär⸗ und Landsturmpflichtigen haben in ordent⸗ lichem Anzuge und reinlich an Körver zu erscheinen. Die von den Ersatzbehörden erteilten Musterangsausweise⸗ nnr oder Ersatzreserve⸗Pässe sind mitzu⸗ ringen. Wer durch Krankheit oder körperliche Gebrechen am Erscheinen im Musterungslokale verhindert ist, hat mir ein beglaubigtes ärztliches Zeugnis rechtzeitig einzusenden. Die von der Bahn“, Post⸗ und Telegraphenverwaltung als unabkömmlich bezeichneten Beamten und ständigen Ar⸗ beiter sind von der versönlichen Gestellung im Musterungs⸗ termin befreit. 7 Gießen, den 8. Mat 1915.. Der Oberbürgermeister: Keller. Bekanntmachung. Die Auszablung der Familienunterstützungen für 16. bis Ende Mat an die Angehörigen der zum Heeres⸗ dienst Einberusenen findet statt: an diejenigen, deren Namen beginnen mit reitag, den 14 Mai AK I 2 Samstag, den 15. Mai. Die Auszahlungen finden von 8—1 Uhr vormittags im Stadthaus, Zimmer Nx. 16, statt. Gießen, den 10. Mai 1915. Der Oberbürgermeister: Keller 4157 B Ausführung des Reichsviehsenchengesetzes hier: Ausschlag der Beiträge auf die Biehbesitzer. Für die Aufnahme der Viebbestände und die Ein⸗ ziebung der Beiträge ist für die Stadt Gießen der Armen⸗ amtsdiener Hebell durch Gr. Kreisamt Gießen als stell⸗ vertretender Erheber bestellt worden. 4146 Eisverkauf im städt. Schlachthof. Gasthöfe, Gastwirtschasten, Bäckereien, Kunstbäckereien, Fischhandlungen, Jeinkosthandlungen und Einzelver⸗ braucher(Private) werden auf das im städtischen Schlacht ⸗ hof bergestellte Kristalleis 8 bingewiesen. Dasselbe wird in Blöcken von ie W kg zum Preise von 30 Pfg. täglich vom Eislager im Schlachtgof von ö Uhr morgens bis 6 Uhr abends abgegeben. 44e 41388 3 R 2 EFF W 11 T0 n 3 8 33 1 N* * 4 1 n Aufruf. 1 Mit Ausbruch des Krieges hat ein Reichskomitee in Berlin folgenden Aufruf A N 7 2— erlassen: 0 b „Ein gewaltiger Krieg ist über Deutschland hereingebrochen. Millionen deutscher Männer bieten ihre Brust dem Feinde dar. Viele von ihnen werden nicht in Knaben-, Jünglings- und Herren-Größen 5 zurückkehren. Unsere Pflicht ist es, für die Hinterbliebenen der Tapferen zu 15 sorgen. Aufgabe des Reiches ist es zwar, hier in erster Linie zu helfen, aber 15 Wasch-Blusen diese Hilfe muß ergänzt werden durch freie Liebesgaben, als Dankopfer von der N f Gesamtheit unserer Voltsgenossen den Helden dargebracht, die in der Verteidigung Wasch-Anzüge des Deutschen Vaterlandes zum Schutze unser Aller ihr Leben dahingegeben haben.“. Im Anschluß an diesen Aufruf hat sich im Großherzogtum Hessen ein Landes⸗ Loden-doppen komitee gebildet. Die in Gießen gespendeten Beträge werden in erster Linie unserem 5 N Land zu Gute kommen. Wasch-doppen I An alle Männer und Frauen in der Stadt Gießen ergeht die Hosen in jeder A herzlichste Bitte, nach Kräften zu der Nationalstiftung beizutragen. 8 1 elder 1 Gebt schnell! Auch die kleinste Gabe ist willkommen! Sommer- Unterzeuge Es werden auch Staatspapiere und Obligationen entgegengenommen. 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