cl. —— 1 1 * 2 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die„Siezener Famillendlätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Ureis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Zeit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. F 165. Jahrgang 552 Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schristleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul- straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: S851, Schrift- leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Die Seeschlacht bei Bergen. Berlin, 8. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Vor einigen Wochen brachte eine große Anzahl von Meldungen aus Norwegen übereinstimmend die Nachricht, daß in der Nähe von Bergen an der norwegischen Küste in der Nacht vom 7. zum 8. April eine heftige Seeschlacht zwischen englischen und deut⸗ schen Schifsen stattgefunden habe. Auch aus der See kommende iffe berichteten, daß sie ein Geschwader von Kriegsschiffen ge⸗ sehen hätten und in der fraglichen Nacht Geschützfeuer und Schein⸗ werferleuchten beobachtet hätten. Diese Nachrichten erschienen da⸗ mals unglaubwürdig. Erst jetzt ist in das Dunkel, das bisheu über diesem Seegefecht lag, Licht gekommen. Ein an den ge— fangenen Kommandanten des englischen Unter⸗ seebvotes„Acez“, das in den Dardanellen vernichtet wurde, gerichteter, vom 11. April datierter Brref, der in unsere Hände fiel, sagt über diese Nordseeschlacht, die in der Woche vorher statt— gefunden haben soll“, folgendes:„Superb“ gesunken, „Warrior“ sinkend, ohne daß die deutsche Marine Verluste hatte. Am Freitag, den 9. April, ist schwerbe— schädigt eine Anzahl Kreuzer eingelaufen. Der „Lion“ ist fürchterlich zugerichtet. Der offizielle Bericht verschweigt alles, was sehr unrecht ist.“ Uebereinstimmend hiermit besagten 3 assige Nachrichten von neutraler Seite, die bald nach der Schlacht bekannt wurden, daß eine Reihe schwerer und leichter huvarierter großer und kleiner Kriegsschiffe in die englischen Hafen eingel waren, um ihre damals noch auf unerklärliche Weise erlittenen Beschädigungen auszubessern. Insbesondere lief in den Tyne eine Anzahl beschädigter Schiffe ein. In Firth of JFvrth wurde ein am Backbordbug beschädigter Kreuzer eingeschleppt. In die Themse fuhr ein Linienschiff mit schwerer Steuerbordschlagseite ein. In Dover lag ein Großkampfschiff mit starker Backbord⸗ schlagseite, bei dem die obere Hälfte des hinteren Schornsteins fehlte Aus welchem Grunde die norwegische Zen fur damals alle Erörterungen und Telegramme über die Schlacht, die ja in ihren Einzelheiten von mehreren Stellen wahrgenommen worden war, unterdrücken mußte, ist jetzt erklärlich. Erklärlich ist auch der Eifer, womit die britische Admiralität in Abrede stellte, daß eine Seeschlacht zwischen der deutschen und englischen Flotte statt⸗ gefunden habe. Sie hatte recht mit dieser Bekanntmachung. Die deutsche Flotte hatte an dieser Schlacht keinen Anteil. Da neu⸗ trale Schiffe nicht in Frage kommen, kann es sich nur um einen Kampf britischer Geschwaderr handeln, die sich im Dunkel der Nacht nicht erkannten. Schadenfreude ist nach der geistvollen Untersuchung des Philosophen Arthur Schopenhauer die reinste Freude. Die Engländer müssen es sich gefallen lassen, daß man über ihre Sseschlacht bei Bergen zunächst einmal nichts anderes als reine Freude empfindet. Sie en diese Schlacht ganz aus eigenen Mitteln bestritten. Keine deutsche Kugel brauchte verschossen zu werden, kein deutscher Matrose sein Leben ein⸗ zusetzen. Die Engländer haben es sich selbst an der norwegi⸗ Kütste in der Nacht vom 7. zum 8. April zwei Linien⸗ und eine Anzahl Kreuzer kosten lassen. Man kann es begreifen, daß sie ängstlich t waren, das Geheimnis nicht dem Gelächter der Welt preiszugeben, bis es nun doch durch den Brief herausgekommen ist, den man in der Tasche des in den Dardanellen gefangenen„U“ Bootskom⸗ mandanten fand. Die Seeschlacht bei Bergen ist ein wür⸗ diges Gegenstück zu der Heldentat des russischen Admirals Rodschestwensky, der in der Nacht des 21. Oktober 1904, des süßen Weines voll, bei der Dogg erbank eine aus 055 Booten bestehende, in Hull beheimatete englische ischerflottille bombardierte. Der heutige Verbündete und .— bruder Rußlands, John Bull, zeigte schon damals eine übergroße Gereiztheit. Im Hafen von, Portsmouth traf man kriegerische Vorbereitungen, und erst nach sieben aufgeregten Tagen mäßigte Albion seinen Löwenmut und wurde vernünftigem Zureden zugänglich. Schon damals Panik, Verwirrung, Kopflosigkeit auch auf englischer Seite. Was am 7. April 1915 in den norwegischen Gewässern passierte, war nicht allein die Folge begreiflichen Irrtums allgemein menschlicher Unvollkommenheit. Es ist vielmehr bezeichnend für. eigen sind; wir meinen den die gerade den Engländern „Cant“ und den„Spleen“, Libau. Wälrend das Innere Kurlands eine al wechselungsobolle, an lül schen Bildern reiche Landschaft bietet, ändert sich der Charakter des Landes, wenn man sich der kurländischen Küste nähert. Die großen Waldungen, die die Umgegend von Mitau kennzeichnen und reiche Gelegenheit zur Jagd bieten, verschwinden. Soweit das Auge zu sehen vermag, erblickt es keinen Baum mehr, nichts als eine endlose, sandige, kahle Fläche und dahinter das Meer. Das ist das sogenannte kurische Sibirien“, und im Süden dieses wenig wirtlichen Landstriches liegt Kurlands bedeutendster Seehandels⸗ platz: Libau. Seine Bedeutung als Handelsplatz hat Libau erst im jüngsten Menschenalter erlangt, aber seiner Geschichte nach ist es eine uralte Siedelung. Schon vor der Ankunft der Deutschen war den damals das Land kewohnenden Kuren, sowie auch den see⸗ fahrenden Skandinaviern der natürliche Hafen wohlbekannt, der an dieser Stelle durch die Mündung der aus dem gleichnamigen See lommenden Liva gebildet wird. So entstand an dieser für die Schiffahrt so günstigen Stelle das Dorf Liwa, das bereits am An⸗ fange des 15. Jahrhunderks sich zu einer Stadt entwickelt hatte, die allmählich den Namen Libau erhielt. Wechselvolle Schicksale sind dieser Stadt beschieden gewesen; unter vielfachen Heims 5 Zeit glücklicher, ruhiger Entwickelung, als sie als Pfandgut in den Händen des Herzgos von Preußen war. Wieder lurländisch gewor⸗ 75* 4 5 155 97 Wett zuké en, von polnischen Regierung in jeder günstigt wurde. Erst das 18. Jahrhundert sprengte die Zoll- fesseln, die Libaus Aufschwung niederhielten, und alsbald begannen sich die natürlichen günstigen Bedingungen der Stadt bemerkbar „Der Soeperkehr steigerte sich, die Einwohnerzahl wachs und das Territorium der Stadt nahm an Umfang zu. ie der jetzt nach Sibirien verschickte tüchtige baltische Geschichts⸗ eser Tr. Ernst Seraphim hervorgehoben hat, hob sich unter di Umständen das Selbstgefühl der Stadt sehr schnell, besonders als es immer deutlicher zutage trat, daß Libau die erste Handels- stadt Kurlands war. War Mitau die Herzogs und Adelsstadt, so entfaltete sich Libau zur selbstbewußten Bürgerstadt, die der Adel eher mied, als er sie aufsuchte, und nirgends haben die Lehren der. von der Freiheit und Gleichheit und die Gedanken der französischen Revolution in Kurland so schnell Boden gefaßt, wie hier. In diese Zeit des blühenden Wohlstands allen denn auch die älteren Kirchenbauten der Stadt, von denen be⸗ sonders die Kirche für die Teutsche Gemeinde vorzuheben ist, die Weise be⸗ das schönste Gotteshaus Kurlands genannt worden ist. Unter den Gebäuden, die weltlichen Zwecken der Bürgerschaft dienen, ragt das No hervor, das wohl 1784 errichtet worden sein mag. suchungen genoß sie von 1560 bis 1609 eine tbewerb von Riga an⸗schwi beides schwer übersetzbare Worte. Carlyle nennt den„Cant“: die Kunst, die Dinge erscheinen zu lassen, was sie nicht sind, „eine Kunst, die die, welche sie üben, bis in die Seele hinein ertötet und dann sie über das Stadium bewußter Lüge hinaus zu einem Glauben an ihre eigenen Wahnvorstellun— gen führt und sie zu dem denkbar elendesten Zustand her- unterbringt, dem, wo man aufrichtig unaufrichtig ist“. Und Spleen ist die Furcht der Reichen vor Dieben 1255 Bettlern, der Geschäftsleute vor Konkurrenten, die„leicht in eine nervöse Aengstlichkeit, in ein melancholisches Gespenstersehen entartet und in einen Zustand versetzt, worin der Mensch aus Angst zu jeder Schandtat fähig ist“. Wir können heute hinzufügen: Spleen ist die Furcht der Briten vor Zeppelinluftschiffen und Unterseebooten, Spleen ist die Feigheit des Flaggenschwindels. Spleen ist die zur Schau getragene Sorglosigkeit da, wo wirkliche Gefahr droht(siehe den Fall Lusitania), also der Trotz am falschen Ort; Spleen ist das kopflose 5 1 der eigenen Schiffe, ehe man sich vergewissert, ob man Freund oder Feind vor sich hat. Das kopflose Drauflosschießen ist natürlich auch ein Beweis ge⸗ ringer Disziplin und schlechter Ausbildung der englischen Schiffsmannschaft. Wie prahlte doch Großbritanniens Ma⸗ rineminister Churchill noch in Friedenszeiten in der Lon⸗ doner Guildhall: An Kopfzahl zweimal, an Ausbildung und Tüchtigkeit drei⸗ oder viermal sei die englische Flottenmann⸗ schaft der deutschen überlegen. Die deutsche! resse konnte schon damals(es war im November 1913) den Gegenbeweis durch ein kleines, aber treffendes Beispiel führen: Während der letzten Manöver der deutschen Hochseeflotte in den nor⸗ wegischen Gewässern verloren wir im ganzen drei Matrosen, einen im Dienst, bei wilder See, einen durch Krankheit und einen durch Absturz in den Bergen. Alle übrigen 30000 Maun fanden sich heil und wohl wieder in der Heimat zu⸗ sammen.— Als die Engländer ihren Flottenbesuch in Ame⸗ rika machten, verloren sie von 20000 Mann 2000, also zehn Prozent durch Fahnenflucht! Solcher Mannschaft ist man Wader 89 erst 1 nicht 8 so kommt es, daß wilder Schrecken und mangelnde Zucht die Schiffsgeschütze gegen das eigene Geschwader feuern. Derselbe C uche der so überheblich von der Tätigkeit der englischen Matrosen sprach, hat ja auch einmal die britische Flotte eine Notwen⸗ digkeit, die deutsche eine Art Luxus genannt. Nun, es gibt wohl keinen größeren Luxus, als mit den eigenen Schiffen gegeneinander Seeschlachten zu liefern. Wenn sich Churchills Flotte noch weiterhin solchen Luxus gestattet, bravo und da capo! Uns kann nichts lieber sein. Daß unsere Flotte wirk⸗ lich eine Notwendigkeit ist, das zeigt der uns aufgezwungene Krieg. Welcher echte Heldenmut verbunden mit eiserner Disziplin bei uns herrscht, beweisen die herrlichen Taten unserer Schiffe und Unterseebvote. Albion aber scheint zur Kriegstragödie nur das Posseuspiel liefern zu wollen. Die Kämpfe bei Ypern. Aus dem Großen Haupt garcr tier wird uns geschrieben: Nach den schweren Kämpfen des Oktober 1914 waren in West⸗ flandern am Merkanal ebenso wie auf der übrigen Weftfront die Operationen in einen zähen Stellungskrieg übergegangen, der nur zeitweilig von kleinen Offensiv⸗Unternehmungen auf beiden Seiten unterbrochen wurde, ohne daß die allgemeine Lage eine wesentliche Aenderung erfuhr. Von der Nordsee folgten die beiderseitigen Stellungen bis Steenstraate(8 Kilometer nördlich Ypern) im allgemeinen dem Laufe des Mertanals, dessen westliches Ufer zwischen der See und Dixmuiden an zahlreichen Stellen, zwischen Dirmuiden und ern nur bei Drie Grachten von unseren Truppen gewonnezt den war. Zwischen Steenstraate und Oosthoek(4 Kilometer südlich Ypern) sprang die Stellung des Gegners keilförmig über den Kanalabschnitt nach Osten bis zur Straße Passchendaele— Becelaere vor und umschloß in weitem Bogen ein Gebiet, dessen Hauptverhindungen konzentrisch in Hpern zusammenlaufen. Im einzelnen erstreckte sich die Linie des Gegners von Steen⸗ straate nach Osten über Langemarck bis Poelcapelle, das in deut⸗ schem Besitz war, nahm westlich dieses Dorfes eine südöstliche zunächst wieder schwere Zeiten. Der Sturm und Drang der napo⸗ leonischen Jahre, die Bedrohung der Stadt durch die Polen im Jahre 1831, ihre Absperrung durch die Engländer während des Krimkrieges im Jahre 1855 und immer wieder dabei der Wett⸗ bewerb mit dem immer mächtiger aufstrebenden Riga ließen die Stadt nur langsam emporkommen, bis endlich 1873 die russische Regierung die volle Wichtigkeit des Libauer Hafens begriff. Jetzt wurde Libau in das Eisenbahnnetz Rußlands einbezogen, und die getreidereichen Bezirle des Landes konnten nun ihre Erzeugnisse geradenwegs nach Libau befördern. Es war der Plan der russi⸗ schen Regierung, die russische Ausfuhr von den deutschen Ostsee⸗ häfen nach einem russischen Hafen, eben nach Libau, abzulenken, und bedeutende Hafenbauten und Neuanlagen begannen das alte Bild der Stadt zu verändern. Sie liegt auf einer schmalen Neh⸗ rung zwischen der Ostsee und dem sogenannten Kleinen See. Aus einer an die 15 000 Einwohner zählenden Kleinstadt hat sich Libau in etwa 40 Jahren zu einer regen Stadt von aun gefähr 65000 Einwohnern entwickelt, die durch die 1890 begonnene Anlage des neuen Kriegshafens einen weiteren bedeutenden Aufschwung er⸗ fahren hat. Den veränderten Verhältnissen hat sich auch ihr Acuße⸗ res mehr und mehr angepaßt. Das alte Libau bestand, echt, nor⸗ disch, aus sauberen und freundlichen einstöckigen Holzhäusern, die im Bilde der Stadt auch heute noch nicht fehlen, aber immer größer ist als die Zahl der stattlichen modernen Gebäude gewor⸗ den. Auch als Seebad hat Libau einen bemerkenswerten Auf- ung genommen. Von den Sommergästen lebt in erster Linte das Theater der Stadt; ein Kurhaus ist für sie bestimmt, und eine Menge hübscher Villen zwischen der Stadt und dem Strande nehmen im Sommer die Erholungsbedürftigen auf. Libau hat vor allen an⸗ deren russischen Ostseehäfen den wichtigen Vorzug des etwas mil⸗ deren Klimas voraus, da die Eisfesseln, welche der Winter dem Hafen anlegt, hier um drei Wochen früher als vor den anderen Häfen der Ostseeprovinzen, und fast 6 Wochen früher als vor der Newamündung schmelzen. * — Die Zukunft der Münchener Sezessions⸗ Galerie. Es ist jetzt 10 Jahre her, seitdem die Münchener Sezession die Anlegung einer eigenen Galerie moderner Kunst⸗ werke beschlossen hat. Nach dem jüngst erschienenen Berichte über das erste Jahrzehnt dieser ung umfaßt sie gegenwärtig im ganzen 191 Werke, darunter 96 Gemälde, 80 graphische Arbeiten und 14 Bildhauerwerke. Zu den bedeutendsten Stücken der Samm⸗ lung gehört das Ansorge-Porträt von Corinth, ein Selbstbildnis und ein weibliches Bildnis von Habermann, sowie gute Stücke von Stuck, Samberger und A Langhammer. Der Hauptwert der Sezessionsgalerie beruht doch auf der sehr gut ausgebauten Richtung und bog zwischen Wallemolen und Passchendaele nach Süden um; weiter folgte sie der Straße Mosselmart— Brood⸗ seinde—Begelagere, von der sie sich 2 Kilometer südöstlich Zonne⸗ beke nach Südosten wandte, um bei Oosthoek auf das Westufer des Kanals zurückzutreten. Dieser von den Franzosen, Engländern. und Kolonialtruppen jeder Färbung besetzten Linie lagen die deutschen Stellungen in wechselndem Abstand, im allgemeinen aber sehr nahe, gegenüber: „Das von ihnen umschlossene Gebiet ist, wie die ganze west⸗ flandrische Ebene, von flachen Erhebungen und Mulden durchsetzt und mit zahlreichen, weitläufigen Ortschaften, Einzelhöfen, Wald⸗ stücken, Parks und Hecken so dicht bedeckt, daß die Unüberfichtlich⸗ keit des Geländes die Truppenführung und einheitliche Gefechts⸗ leitung schwierig gestaltete. Artilleriebeobachtung ist meist nur von erhöhten Punkten, Kirchtürmen, Windmühlen und ähnlichem möglich, aber auch hier beschränkt die dichte Bodenhewachsung und die feuchte, silbergraue Luft, die die Fernen verschleiert, die Aus⸗ sicht. Diese Schwierigkeiten des Geländes sind zum Teil der Grund, daß sich der Gegner monatelang in der taktisch ungln⸗ stigen Stellung, aus der er jetzt geworfen ist, behaupten und der im April begonnenen deutschen Offensive einen nachhaltigen, nur langsam weichenden Widerstand bieten konnte. Es lag seit langem in der Absicht des deutschen Armeeführers, die taktisch ungünstige Lage des Gegners zum Angriff östlich Ypern auszunutzen. Die Zurückdrängung des Gegners aus seiner vorspringenden Stellung gegen oder über den Yserabschnitt würde die Frontbreite der Armee verringern und den noch in Feindes⸗ hand befindlichen Teil Belgiens verkleinern. Auch die moralische Wirkung eines groß angelegten Angriffes auf die Truppen mußte nach dem langen Stellungskampf von Bedeutung sein. Württemberg, die an der Mer liegt, konnte an die Verwirklichung dieser Absicht aber erst gehen, nachdem sie über die ihr so nötigen Kräfte verfügte. Der von Norden, Osten und Süden umfaßte Geg⸗ ner konnte auf die Dauer einem mit ausreichenden Kräften ge⸗ führten Angriff nicht widerstehen, die deutschen Truppen standen im Norden und Süden von Pypern den dortigen Yerübergängenr näher als die am weitesten nach Osten vorgeschobenen Teile des Feindes Aus dieser Lage ergab sich die Art der Durchführung des Angriffes. 5 Der Hauptangriff mußte nach der Basis der feindlichen Stel⸗ lung, die der YMerkanal bildete, angesetzt werden, um den Aus⸗ allmählich zuzuschnüren und damit die rückwärtigen Verbindungen zu bedrohen. Da die deutschen Stellungen südlich Ypern bereits auf vier Kilometer gegen die Stadt vorgeschoben, im Norden aber um die doppelte Entfernung von hier entfernt waren, schien den Angriff aus dieser Richtung geboten. Es war anzustreben, daß der Gegner im östlichen Teil des Sackes möglichst lange festgehalten wurde. Der Hauptangriff durfte daher nicht zu weit nach Ostem ausgedehnt werden, während den übrigen Teilen der Einschlie⸗ Fungsfront die Aufgabe zufiel, den gegenüberstehenden Gegner zu Senf Diese Gedanken leiteten die am 22. April beginnende ensive. An diesem Tage waren die Vorbereitungen beendet, die der schmierige Angriff gegen eine seit Monaten 8 von einem zähen Verteidiger besetzte Stellung forderte. Sechs Uhr abends brachen unsere Truppen aus der Linie Steenstraate—Langemarck vor. Der vollkommen überraschte Feind überließ ihnen seine erste und zweite Stellung, die 30 bis 500 Meter vor unserer Front Süden, während seine Artillerie die nachdrängenden Deutschen aufzuhalten suchte. Als aber die Nacht herabsank, standen die An⸗ griffstruppen in einer Linie, die dem Kanal von teenstraate über Let Sas bis zwei Kilometer südlich Pilkem folgte und von hier nach Osten umbiegend, in Richtung Kersselaere die alten Stellungen des nächsten Abschnittes erreichte. Nur bei Steenstraate hatte der Feind heftigen Widerstand geleistet, aber dennoch war es gelungen, den Ort abends zu nehmen und hier, ebenso wie bei Het Sas mit Teilen das linke Kanalufer zu gewinnen. Das taktische Ergebnis des ersten Kampftages war, daß Gelände in einer Breite von neun Kilometer und in einer Tiefe von drei Kilometer gewonnen, den f Ausgang des Sackes somit wesentlich verengert worden war; außerdem war in zwei neuen Stellungen westlich des Kanals fester Fuß gefaßt. Gleichzeitig mit dem Hauptangriff wurde der Gegner auf der ganzen übrigen Front beschäftigt. a Es war vorauszusehen, daß die Verbündeten, nachdem sie ihren Verlust in vollem Umfange erkannt hatten, versuchen wür⸗ den, das Verlorene wiederzugewinnen. Die am 23. April be⸗ Dringend wird nun die Frage der Zukunft dieser Sammlung, die ein Münchener Bericht der„Kunstchronik“ bespricht. Ihre weitere Entwickelung ist durch den Krieg und die infolgedessen der Se⸗ schnitten, und überdies wird sich in nicht allzuferner Zeit auch die Frage erheben, wo die Sezession ihre Galerie unterbringen soll, wenn sie den Tempel am Königsplatz zu räumen hat. Für die staatliche Sammlung käme die Sezessions⸗Galerie aus dem Grunde kaum in Betracht, weil durch ihre Bestände keine wirklichen Lücken in dem Besitze der Neuen Pinakothek ausgefüllt würden. Um so vorteilhafter wäre ihr Erwerb durch die Stadt München, die: sich damit einen vorzüglichen und kräftigen Grundstock für die un⸗ bedingt ins Leben zu rufende Städtische Galerie schaffen würde. Die Sezeession schätzt den Wert ihrer Galerie gegenwärtig auf rund 220000 Mark; diese Summe ist aber doch wohl reichlich hoch 1 und jedenfalls würde sie dieser Schätzungswert ber einem Verkaufe an Stadt oder Staat wohl keine ernsthafte Grund⸗ lage bilden. 0 — Die Wiedergewinnung eines Frankfurter Bildes aus Lille. Während in dem von uns besetzten feind⸗ lichen Gebiete sonst überall der Besitz an Kunstwerken unangetastet bleibt, wird, wie Wilhelm v. Bode bereits mitgeteilt hat, die Gemäldegalerie von Lille eines ihrer Werke herausgeben müssen. Es ist dies eine Arbeit von Giovanni Battista Piazzetta, dem Lehrer des Tiepolo, die der kunstsinnige Erzbischof von Köln, Clemens August, für die Deutsch⸗Ordenskirche in Frankfurt⸗ Sachsenhausen bestellt und dem Künstler 1736 mit zweitausend Gulden bezahlt hat. Ueber die weitere Geschichte des Bildes werden im„Cicerone“ jetzt einige nähere Angaben gemacht. Als die Franzosen 1796 Frankfurt besetzten, verlangten sie außer einer Kontribution in barem Gelde und in Naturalien auch die Herausgabe des Piazzettaschen Bildes, und nahmen, als diese verweigert wurde, das damals auf 30000 Gulden geschätzte Werk mit Gewalt fort. Auch 1815 konnte bei der Rückgabe der geraub Kunstschätze das Bild der Stadt nicht wiedergegeben werden, da es verschollen war, und erst 1844 entdeckte es der Inspektor des Städelschen Institutes, der bekannte Raffael⸗Biograph, Passavant, in der Gemäldegalerie zu Lille. Aber auch jetzt scheiterten alle! Verfuche, das Werk auf diplomatischem Wege durch Vermittelung der Geistlichteit der Frankfurter Deutschordenskirche wiederzuge⸗ winnen, am Widerstande der französischen Regierung. Auch eine Kopie, die Philipp Veit anfertigen sollte, kam nicht zustande. Erst jetzt nach der Besetzung von Lille durch unsere Truppen konnte Bild beschlagnahmt werden. Es ist eine Kompofition von reicher, dekorativer Wirkung: Maria, von Engeln begleitet, fährt gen der Apostel Skizzen⸗ und Studien Abteilung, in der jedes der bedeutenderen Mitglieder, ein ichnet vertreten ir Himmel, während unten die pathetisch bewegte Gruppe das leere Grab umgibt. Nach der Ausbesserung leichter, durch eine) Granate heruargerujen verirxte- e her er. Schäden wird das interessante 1 * Montag, 10. mai 1015 Die Armee Sr. Königl. Hoheit des Herzogs Albrecht vor 5 gang des Sackes, in dem sich der Gegner östlich Yoern befand lagen, und floh in westlicher Richtung über den Kanal und nach ginnenden Kämpfe stellen auf seiten des Gegners eine fast un⸗ 5 1 . * r zession erwachsenden Schwierigkeiten für die nächsten Jahre abge⸗ 7 unterbrochene Reihe von Versuchen dar, die Deutschen aus ihre neuen Stellungen zurückzudrängen, um sich von dem Druck au die rückwärtigen Verbindungen zu befreien und das westliche Kanal⸗ ufer dann in die Hand zu bekommen, um von hier den deutschen Hauptangriff im Rücken zu bedrohen. Die Aufgabe der deutschen Truppen war, die gewonnenen Stellungen nicht nur zu behaupten, sondern unter Ausnutzung jeder günstigen Gelegenheit weitere Paortschritte in südlicher Richtung zu machen und den Ring um den Feind immer enger zu schließen. Bis zum 2. Mai spielten * 125 die Kämpfe am Kanal und zwischen ihm und der Straße Passchendaele—Broodseinde ab. 2 Bereits am 23. April setzten die feindlichen Gegenangriffe ein, aber an diesem Tage verfügte der Gegner anscheinend nur über geringe Menschenkräfte. Zwei Angriffe, von zwei franzö⸗ sischen Regimentern und einem englischen Bataillon getrennt unter⸗ nommen, brachen vor den schnell ausgebauten Stellungen zu⸗ sammen. Die Angriffe waren gegen den westlichen Abschnitt unserer Front angesetzt, in der Erkenntnis, daß aus dieser Rich⸗ tiung die größte Gefahr drohte. An den folgenden Tagen dehnten sich die Kämpfe weiter nach Osten aus, aber die stärksten Angriffe richteten sich immer wieder gegen den Westabschnitt, gegen den auch die Artillerie des Gegners vom linken Kanalufer flankierend wirken konnte. Die erbitterten Kämpfe, bei denen beide Seiten abwechselnd Angreifer und Verteidiger waren, kennzeichnen sich meist als Einzelgefechte auf der in dem unübersichtlichen Gelände vielfach gebrochenen Front. 9 Es erübrigt sich, den Kämpfen in den Tagen bis zum 2. Mai im einzelnen nachzugehen. Es ist ein zähes Ringen, in dem die Stärke der angreifenden Truppen bedeutend schwankt, größere zusammenhängende Angriffe des Gegners aber selten sind. Ueber Ppern zieht er Verstärkungen heran, die auf etwa zwei englische und ein bis zwei französische Divisionen zu schätzen sind. Am 24. April wird der Angriff einer englischen Division unter schwersten Verlusten für diese abgeschlagen. Am 25. werden fünf englische Bataillone westlich St. Julien durch flankierendes Ma- schinengewehrfeuer fast bis auf den letzten Mann vernichtet. Den stärksten Angriff brachte der 26. April, als etwa ein Armee— Jaorps zwischen den Straßen von Pilkem nach Ypern und St. Ju⸗ lien sowie weiter“ östlich vorging; es wurde blutig abgewiesen 1 und 3000 tote Engländer blieben liegen. Denselben Mißerfolg 5 5 ein an dem Kanal angelegter breiter Angriff am folgenden Tage. Auch aus dem östlichen Punkt ihrer Stellung bei Brood⸗ seinde versuchten die Engländer einen Vorstoß. Ein starker, aber rfolgloser französischer Angriff am 1. Mai in unserem West⸗ abschnitt stellte den letzten Versuch des Gegners dar, seine Stellung, in der er am 23. April gedrängt wur und die er ame 2. Malt ebenfalls aufgeben mußte, wieder vorzutragen. Die außerordent⸗ lich großen Verluste in diesen Kämpfen— vom 23. April bis 1. Mai— außer tausenden Toten und Verwundeten— etwa 5000 Gefangene, 65 Geschütze, darunter vier schwere englische lange Kanonen, und anderes Kriegsmaterial— hatten den Ver⸗ bündeten kein Stück des am 22. April verlorenen Geländes zurück⸗ 1 7 Dagegen war es unseren Truppen gelungen, die eigenen Linien langsam in Gegend St. Julien— nordwestlich S'Graven⸗ stafel— vorzuschieben. Von großer Wirkung war das Feuer der deutschen Artillerie, das sich Tag und Nacht, außer auf die feindliche Front, gegen die rückwärtigen Verbindungen, sowie Dhypern richtete und sogar den 12 Kilometer westlich dieser Stadt gelegenen Etappenhauptort Poperinghe erreichte. Die Batterien uunseres Südflügels konnten nach dem Erfolg des 22. April die Angriffe gegen unseren Nordflügel im Rücken wirkungsvoll unter Feuer nehmen. ganze Raum, den die Stellung des Gegners umschloß, war von drei Seiten durch unser Feuer beherrscht, dessen verheerende Wirkung zahlreiche Brände bekundeten. Ypern brannte. Der Gegner hatte den Ernst seiner Lage erkannt; das be⸗ wiesen seine verzweifelnden, Verluste nicht achtenden Angriffe. Die Meldungen über das Herausziehen schwerer Artillerie aus dem . Sack und der Bau eines Brückenkopfes, dicht östlich Ypern, sprachen dafür, daß die Verbündeten mit dem schließlichen Verluste ihrer vorgeschobenen Stellungen, vielleicht mit dem Verlust des ganzen östlichen Merufers rechneten. Am Kanal zwischen Steenstraate und Het Sas hatten sich selbständige Kämpfe, unabhängig von den bisher geschilderten, ent⸗ wickelt, mit denen sie nur durch gegenseitige artilleristische Unter⸗ . zung der benachbarten Abschnitte gegen die flankierenden Bat⸗ terien des Gegners auf dem Westufer des Kanals verbunden waren. Nach der Festsetzung unserer Truppen auf dem linken Kanalufer in der Nacht vom 22. zum 23. April war es ihre nächste Auf⸗ gabe, die gewonnenen Stellungen in zufammenhängender Linie unter Gewinnung von Raum nach vorwärts auszubauen. Diesem Bestreben setzte der Gegner heftigen Widerstand entgegen. In der Nacht vom 23. zum 24. April entwickelten sich schwere Kämpfe, besonders westlich Steenstraate, in denen unsere Truppen das Dorf Lizerne vor dem rechten Flügel der Front stürmten. In erbittertem Nahkampf mußte Haus für Haus genommen werden, und auf beiden Seiten waren die Verluste schwer. Ein Vorgehen über das Kanalhindernis in Gegend Boesinghe, um eine breite HBasis auf dem Westufer zu gewinnen, war unausführbar, weil der Gegner die Brücken gespengt hatte.. Der Vorstoß über den Kanal veranlaßte aber den Gegner in den folgenden Tagen, gegen diese verhältnismäßig schmale deutsche Front bedeutende Verstärkungen heranzuziehen, die für die ent⸗ e scheidenden Kämpfe in dem Sack östlich Ypern verloren gingen. Gegen die energischen Angriffe des Gegners, die am 26. April begannen, hatten unsere Truppen einen schweren Stand. Den Brennpunkt bildete das Dorf Lizerne, dessen vorgeschobene Lage es den feindlichen Batterien ermöglichte, den Ort durch konzen⸗ trisches Feuer so völlig zuzudecken, daß der Entschluß gefaßt wurde, diesen in der Nacht vom 26. zum 27. freiwillig zu räu⸗ men und die Besatzung in den rückwärts gelegenen, stark ausgs⸗ bauten Brückenkopf auf dasselbe Kanalufer zurückzunehmen. Am 28. April gelang es dem Gegner, in einen kleinen Teil unserer Front bei Het Sas vorübergehend mit schwachen Kräften ein⸗ zudringen, die indessen bald durch voreilige Reserve zurückgewor⸗ fen wurden. Bei einer Wiederholung dieses Angriffes suchte der Gegner vergeblich durch einen gleichzeitigen Vorstoß durch Turkos und Zuaven auf dem östlichen Ufer längs des Kanals den Frontal⸗ angriff zu erleichtern. In den ersten Maitagen nahm die lebhafte Tätigkeit der französischen Infanterie gegen unsere Kanalstellungen ab, und der Gegner beschränkt sich hier in der Hauptsache auf Artilleriekämpfe, denn die Entwicklung der Lage in dem Sack öst⸗ lich Ypern zog seine ganze Aufmerksamkeit dort hin. g Die Schilderung der dortigen Kämpfe bis zum 2. Mai hat gezeigt, daß in ihnen im allgemeinen dem Gegner die Rolle des Angreifers überlassen wurde und die vergeblichen, in ihrer Gesamtheit blutig abgewiesenen Angriffe mußten ihn schwächen und seinen inneren Halt erschüttern, wodurch die Fortsetzung des deutschen Angriffes günstig vorbereitet wurde. Dex Entschluß hierzu wurde am 2. Mai gefaßt. Am Abend dieses Tages begann der Angriff auf der ganzen Nord⸗ und Nord⸗ ostfront; im Westen kam er in der Mitte, südlich St. Julien, in dem Abschnitt zwischen dem westlich des Dorfes gelegenen Wäldchen und der Straße Langemarck—Zonnebeke, vorwärts. Noch vor Ein⸗ bruch der Nacht war hier Gelände in einer Tiefe von/—1 Kilo⸗ meter gewonnen, und die Straße Mosselmarkt—Fortuin erreicht; der Häuserkampf in dem letztgenannten Orte endete mit dem deut⸗ schen Siege, Zu beiden Seiten dieses Angriffsstreifens entwickelten sich ebenfalls hartnäckige Kämpfe, in denen unsere Truppen nur sehr langsam Boden gewannen. Trotz heftiger feindlicher Gegen⸗ angriffe schob sich aber unsere Linie am 3. Mai weiter vor. In kühnem Sturm entrissen wüxrttembergische und sächsische Bataillone den Engländern das als Stützpunkt stark ausgebaute Wäldchen nördlich S'Gravenstafel, den Eckpfeiler im Schnittpunkt der feind⸗ lichen Nord- und Ostfront. Die die Gräben füllenden englischen Leichen bezeugen den tapferen Widerstand des Gegners. Der starke Druck des von der gesamten Artillerie gestützten deutschen Angriffes verfehlte nicht seine Wirkung auf die Ent⸗ schlüsse des Gegners. Wieder war der Sack, in dem er sich be⸗ fand, enger geworden und mit dem weiteren Fortschreiten des deutschen Angriffs wuchs die Gefahr, daß die am weitesten nach Osten vorgeschobenen Teile nicht mehr rechtzeitig zurückgenommen werden konnten. Schon am Abend des 2. Mai hatten Flieger den Rückmarsch kleinerer Abteilungen in westlicher Richtung und die Fertigstellung des feindlichen Brückenkopfes dicht östlich Ypern gemeldet. Im Rücken der feindlichen Front war auffallend wenig Bewegung festzustellen.. In der Nacht vom 3. zum 4. Mai baute der Gegner ab. Seine ganze Nord⸗, Ost⸗ und Südfront zwischen Fortuin, Brood⸗ seinde, Klein-⸗Zillebeke gab er in einer Breite von 15 Kilometern auf und überließ unseren überall sofort nachdrängenden Truppen Gelände in einer Tiefe von 3 Kilometern. Es waren seit langem nicht mehr gesehene Bilder des Bewegungskrieges, als unsere Schützenlinien, von geschlossenen Abteilungen gefolgt, die flandrische Landschaft belebten, lange Artillerie- und Munitions⸗ lolonnen im Trabe nachgezogen wurden und Reserven in grünen Wiesen und verlassenen englischen Stellungen lagen. Ueberall in dem vernichtenden Landstrich waren die gewaltigen Wirkungen unserer Kampfmittel zu sehen. Im westlichen und mittleren Abschnitt ihrer Nordfront, wie in den westlichsten Teilen ihrer Südfront behaupteten die Ver⸗ kündeten ihre Stellungen mit zähem Widerstand, um den Rückzug der übrigen Teile zu decken. Diese setzten sich erneut in der ungefähren Linie 700 Meter südwestlich Fortuin— Frezenberg Eksternest— Ostrud des Wldes östlich Zillebeke— fest, und hiermit beginnt ein neuer Abschnitt der Kämpfe. Das vom Gegner behauptete Gebiet östlich des Kanals, das bis zum 22. April eine Frontbreite von 25 Kilometern und eine größte Tiefe von 9 Kilometern hatte, ist auf 13 Kilometer Brrite und 5 Kilometer Tiefe zusammengeschrumpft. Der Sack ist so be⸗ deutend enger geworden und der konzentrischen Wirkung der deut⸗ schen Artillerie noch mehr als bisher ausgesetzt. W. T. B. U Aus dem Reiche. Ermäßigung der Mehlpreise. Berlin, 8. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Die Kriegs- getreidegesellschaft ermäßigt ab 15. Mai dik Mehlpreise durchschnittlich um 37.50 Mk. per Tonne und zwar für Roggenmehl um 25 Mk. pro Tonne und für Weizenmehl um 50 Mk. pro Tonne. Die Ermäßigung des Preises für Weizenmehl ist größer, um auch der minder⸗ Werk nunmehr an seinen alten Platz in der Frankfurter Kirche zurückkehren. 0 g ueber einen merkwürdigen Fall von teil⸗ weiser Seelenblindheit berichtet Sanitätsrat Dr. Herzog in der Deutschen Medizinischen 1 In das Festungs⸗ lazarett von Mainz wurde im August des vorigen Jahres ein Wehrmann eingeliefert, der beim Entgleisen einer Feldbahn zwi⸗ schen zwei Puffer geraten war. Er war für einige Zeit bewußtlos gewesen, hatte Blut aus Nase und Mund verloren und zeigte am Hinterkopf eine etwa 6 Zentimeter lange tiefe Wunde. Er klagte über heftige Schmerzen, besonders im Kopf, und vermied peinlich jede Bewegung. Nach Heilung der Wunde wurde er zunächst auf . die Ohrenstation verlegt, da das A Symptom Schwer⸗ hörigleit war. Später kommt er auf die Nervenstation, da er eine Schädigung des linken temporalen Großhirnteiles erlitten zu haben scheint. Der 35jährige schwächliche Mann, seinerzeit Maurer, lernte in kurzer Zeit sehr gut vom Munde ablesen; er versteht so alles, was man zu ihm sagt, aber er erkennt manches nicht, weder gedruckte, noch geschriebene Schrift, noch seine eigene Handschrift. Infolge von Blutungen in beide Hinterhauptslappen und Schläfenlappen und den von hier aus nach dem Klangbild⸗ zentrum ziehenden Bahnen verschlechtert sich das Krankheitsbild während der Beobachtung. Anfangs kann der Patient noch einige Beauchstaben richtig benennen, später nicht mehr. Nur im Anfang lliest er einmal seinen Namen und einige Male den Buchstaben„3“, Er schreibt einen Brief an seine Frau und kann ihn nachher nicht llesen; er ist also wortblind. Wie er die Buchstaben als solche er⸗ lennt, aber nicht benennen kann, d. h. die Wortbilder für diese Symbole verloren hat, so ist es auch mit denen für manche Gegen⸗ stände der Fall. Für„Taschentuch“ sagt er„zum Wischen“; als Wan ihm ein Pince⸗nez vorhält:„zum Sehen“; Bleistift:„Zum Schreiben“. Auf die Worte:„Portemonnaie“,„Hand“,„Messer“ kommt er in der ersten Zeit erst nach einer Weile; auf das Wort „Faust“ überhaupt nicht. Den Arm nennt er zuerst„Faust“, dann richtig, Bilder von Hahn und Küchlein nennt er„Huhn“: das Mutterschaf bezeichnet er als„Kuh“, ein junges Schaf als Hulleine Kuh“, Esel als„Pferd“: Schwefel holzkästchen und Zünd⸗ pbhölzer als„Schweselholz“. Ein Messer nennt er in der ersten Zeit kllichtig„Messer“, auf das Wort„Klinge“ aber kommt er nicht. Zgaunächst handelte es sich also um die Unfähigkeit, Wortbilder auf bᷓhptischem Wege auszulösen, während die Fähigkeit, Gegenstände zu erkennen, vollkommen erhalten war. Später entwickelt sich der Zustand so, daß der Krauke manche Gegenstände auch begrifflich nicht ober nicht mehr erfaßt. Man zeigt ihm z. B. einen Schlüssel, aber er weiß nicht, was man mit ihm macht; erst als man ihm seine Funk⸗ tion erklärte, sagte er richtig„Schlüssel“. 1 Vögel, Taube, Storch, Schwan, scheint ex auf Bildern nicht als solche zu erkennen, ebensowenig in späterer Zeit ein Portemonnaie, Messer oder Uni⸗ formknopf. Erst als man ihm diese Gegenstände in die Hand„ richtig:„Zum Knöpfen oder Knopf“. Wenn man ihm aber den Gegenstand wieder fortnahm, so konnte er ihn gleich darauf nicht mehr erkennen und nennen, obwohl dieser Versuch Dutzende von Malen gemacht wurde. Es handelt sich also auch noch um einen Verluss der optischen Erinnerungsbilder, d. i. Seelenblindheit, um emen der seltenen Fälle mit optischer Aphasie und Alexie Wort⸗ blindheit). Auffallend ist dabei aber, daß diese Seelenblindheit das Ablesen vom Munde, die Orientierung im Raum und das Erkennen vieler Gegenstände doch gestattet, also durchaus partiell ist. — Ter Modenkrieg zwischen New York und Paris. Wie bereits früher berichtet worden ist, hat der Krieg auch in den Vereinigten Staaten eine Bewegung hervorgerufen, die die Befreiung der amerikanischen Mode von der Herrschaft der Pariser Schneider anstrebt. Neue Nahrung hat diese Bewegung jetzt durch die Eindrücke erhalten, die die amerikanischen Einkäkafer in diesem Frühling in Paris erhalten haben. Ste fanden nämlich, wie sie nach ihrer Heimkehr erzählten, in Paris überhaupt fehr wenige neue Modelle, und jedes einigermaßen neue Modell ser Ker in drei oder vier Häusern zu sehen en. Der ze riser odebetrieb lag schwer darnieder; die große Zahl un⸗ beschäftigter Modezeichner hat sich zu Gruppen zusammengetan, die sich auf eigene Faust an die amerikanischen Einkäufer heran⸗ machten und ihnen die Erlaubnis zur ichnung ihrer Modelle oft gegen einen Spottpreis abließen. Kurz, das Bild der Pariser Modeindustrie, das die Amerikaner mit heimnahmen, war sehr trübe, und ihre Berichte konnten natürlich der amerikani auch den Vertretern der Pariser Modeindustrie nicht entgangen, und sie beginnen sich daher über die Dauer der Dauerhaftigkeit der Pariser Modeherrschaft in den Vereinigten Staaten zu benn⸗ ruhigen. Einen interessanten Beleg dafür bildet der Brief, den Herr Ain é, der Vorsitzende des Pariser Konfektions⸗Fachaus⸗ schusses, an die amerikanische Zeitung„Women's Wolar“ gerichtet hat, Tarin sagt er u. a.:„Ich muß gestehen, daß man in der Rue de la Paix ein wenig gelächelt hat, als man in Ihren Blättern von den Anstrengungen las, die in New Pork 7„um dort ein Modezentrum zu errichten. Es kann nicht zwer Zentren des weiblichen Geschmackes in der Welt geben, und unsere Pariser Schneider werden sich schwerlich von jenseits des Ozeans ihre Ideen holen.“ Aber wenig stimmt es mit der in diesen Worten zur Schau gestellten ironischen Ueberlegenheit, daß Herr Aine e ankündigt, die Pariser Schneider planten außer ihrer teiligung an der Ausstellung von San Francisco noch eine große Werberundreise durch Amerika. Sie wollen eine Sammlung von 60 französischen Kleidern im Gesamtwerte von 100 000 Mark, an deren Herstellung die ersten Pariser Hauser sich beteiligen, durch erkannte er sie nach einigem Betasten und bezeichnete sie 5 . die Vereinigten Staaten zur Schau führen. Beredter als alle Auseinandersetzungen spricht dieser Entschluß der Pariser Schnei⸗ der dafür, daß sie ihre Herrschaft in Amerika wanken fühlen. a— 1 3 4 1 2* 18 C Wilhelm Modebewegung nur einen neuen starken Anstoß geben. Das f e Sa Arn 5 12 8 bemittelten Bevölkerung das verhältnismäßig reichlich vor⸗ handene Weizenmehl zu verbilligen. Demgemäß betragen demnächst die Preise der Kriegsgetreidegesellschaft für Roggenmehl 32.50 bis 35.50 Mk., für Weizenmehl 35.75 bis 38.75 Mk. pro Doppelzentner.„ i Eine Hohenzollernfeier. zeitung“ meldet, hat der Kaiser als Gedenktag der 500 jährigen Herrschertätigkeit des Hohen⸗ zollernhauses den 21. Oktober bestimmt, da am 21. Ok⸗ tober 1415 die Erbhuldigung auf dem Landtage in Berlin e hat. Gemäß der kaiserlichen Entschließung soll die Feier des Gedenktages auf Schulfeiern am 21. Ok⸗ tober und auf eine kirchliche Feier an dem darauffolgenden Sonntag, den 24. Oktober, beschränkt werden. Auf Grund dieser Bestimmung hat der Evangelische Oberkirchenrat in Berlin schon jetzt angeordnet, daß am 24. Oktober in allen Kirchen im Hauptgottesdienst der N Herrscher⸗ tätigkeit des N gedacht wird. Nähere Be⸗ stimmungen über die Gestaltu der kirchlichen Feier bleiben je nach der Kriegslage vorbehalten. 7 5 77 3 2 5. Berlin, 8. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Im„Reichs⸗ anzeiger“ gibt das Kriegsministerium die r eine eventuelle Erhöhung des vereinbarten oder eits gezahlten Preises für Hafer, den die Heeresverwal⸗ tungen nach dem 31. Dezember 1914 erworben haben, bekannt. 8 Die Reichssammlung Vaterlandsdank zum Besten der„Nationalstiftung für die Hinter⸗ bliebenen der im Kriege Gefallenen“ soll, so schreibt man uns, in jedem Orte Deutschlands eingerichtet werden, un jedem Deutschen Gelegenheit zu geben, jenen Tapferen seinen Dank abzustatten, die unseren Herd vor der Verwüstung durch Feindes⸗ hand mit Einsetzung ihres Lebens geschützt haben, selbst aber num Weib und Kind unversorgt zurücklassen mußten.„Vaterlandsdank“, die Sammlung von entbehrlichem Gold und Silber, zeigt einen Weg, durch den jeder an diesem Liebeswerk mithelfen kann, ohne wirtschaftliche Opfer zu bringen. In Kisten und Kästen, in Truhen. und Schiebfächern liegen überall 3 Werte an enthehrlichen, zum Teil zerbrochenen Gold- und Silbersachen umher. Allerorten 1 können sie einen großen Reichsschatz bilden, mit dessen zülfe viele Tränen getrocknet, viele Sorgen verscheucht werden. könen. Die Hauptgeschäftsstelle befindet sich in Berlin SW 11, Prinz-Albrecht-Straße 7, im Königl. Kunstgewerbemuseum. g Aus Stadt und Cand. Gießen, 10. Mai 1915. L. U. Eine Liebes gabe für das Bischweiler Regiment. Den Bemühungen des Rektorates ist es ge⸗ lungen, für das Regiment, in dem eine große Zahl unserer Studenten nach Frankreich, Polen und zuletzt in die Kar⸗ pathen gezogen ist, einen Sanitätshund zu beschaffen. Und zwar wurde ein solcher nach persönlicher Verhandlung in Wien von der Leitung der dortigen Kolonne zur Aus⸗ bildung von Sanitätshunden in dankenswerter schenkweise zur Verfügung gestellt. Die werden von dem Gießener Ausschuß aus dem Gr 5 don Liebesgaben für das Regiment getragen. Cberstleutn; Lehmann schreibt unter dem 28. ril aus den folgendes an Rektor der Universität:„Als der jetz Kommandeur des Res.⸗Inf.⸗Regts. 222 sage 5 Ihnen 7 Namen des Regiments unseren aufrichtigsten Dan für die Ueberweisung des Sanitätshundes, den wir mit größter Freude annehmen. Ich Fung Poet dern dell. G der des und dort übernehmen soll. Ein in sührung„ des ausgebildeter Mann ist leider nich dor wird dieser Sanitäter gemäß Ihrem gütigen Anerbieten in Wien seine Ausbildung erhalten. Im weiteren Verlaufe des Krie wird der Hund dann dem Regiment in dem unwirtlichen Karpathengebirge die wertpollsten Dienste lei⸗ felt und mancher, der so dem sicheren Tode entrissen wird, oll und wird dankbar der gütigen Spender gedenken.“ ö n. Hessischer„Schülerpfennig“. Mit Zustim⸗ mung des Großh. Ministeriums N„Abteilung. Schulangelegenheiten, sollen in allen Schulklassen des Großherzogtums Sammelbüchsen aufgestellt werden, in die e 1 je fürse Willen und Kön Gaben für die Zwecke der Kriegsfürsorge eingewo den. Anläßlich einer Besprechung des Darmstädter Ober⸗ bürgermeisters mit den Vertretern sämtlicher hessischer Lehrer⸗ und Lehrerinnenvereine haben diese gerne ihre Mit⸗ wirkung zugesagt. Am Ende eines jeden Monats sollen die Schütlerpfennige durch Vermittelung des Kreisschulinspektors oder des. an das Rote Kreuz abgeführt wer⸗ den. Nach Beendigung des Krieges wird jede einzelne Schul⸗ klasse ein Erinnerungsblatt erhalten, auf dem ver⸗ zeichnet ist, wieviel während des Krieges von der Klasse ge⸗ opfert worden ist, ein bleibendes Ehrenzeugnis für den Opfersinn unserer deutschen Jugend. 8 *Gerichtspersonal nachrichten. Ernannt wurden: am 8. Mai 1915 1. der Gerichtsschreibergehilfe Heinr. Fischer in Vilbel zum Aktuariatsassistenten bei dem icht Gießen; — geri 4.5„— 1 5 e 85 un 5 1 t zum Aktuariatsassistenten tsgericht Darmstadt J; 3. der Gerichtsschreibergehilfe Adolf Schneider in Darmstadt zum Aktugrigtsassistenten bei dem Amtsgericht Darmstadt 1: 4. der Gerichtsschreibergehilfe Jakob Nischwitz in Pfeddersheim zum Aktuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Pfeddersheim; 5. der Gerichtsschreibergehilfe Friedrich Wilhelm Haster aus Bingen, — Aktuariatsassistenten bei dem 111 Bingen: 6. der richtsschreibergehilfe Heinrich Ra mb in 3 iats⸗ assistenten bei dem Amtsgericht Worms; 7. der ichtss. gehilse August Streb in Offenbach zum Aktuariatsasst dem Amtsgericht Offenbach; 8. der Gerichtsschreibergehilse Jo ee gehilfe Peter risch in 1 Aktugriatsassistenten bei dem Amtsgericht Salle richtsschreibergehilse Eberhard Josef Traud in Hungen zum Aktugriatsassistenten beim— 1 A Hungen 11. richts schreibergehilfe Johann Thomas Sehrin gin Aktuariatsassistenten bei dem richt Darmstadt Gerichtsschreibergehilse Friedrich 5 uth in Nieder⸗Olm f 0 zum Aktuariatsassistenten bei. 0 Nieder⸗Olm; 13. der Gerichtsschreibergehilfe Wilhelm Balthasar Groll in Bensheim zum eee 0. rern a—— reiberge nrich Kaster in! e erbert in i assistenten bei. Amtsgeri Wollstein 7 155 * Unbestellbare nicht mehr durchdie Zeitungen. Ueber die unanbring⸗ lich gebliebenen Postsendungen werden vielmehr vierteljährlich, Verzeichnisse aufgestellt, die in dem Schaltervorraum der Postanstalt am Ausgabeorte der Sendungen 4 Wochen zur Einsichtnabme sür das Publikum aushängen. Diejenigen, Berlin, 8. Mai.(BB. Nichtamtlich) Wie die„Kreuz bert en rfen wer⸗ der Be. zum 1 12 8 a Wien geen e 8. 605 Bensheim 11 der ostsendungen. Wie wir er- sahren, erfolgen die Veröffentlichungen über die bei der Ober⸗ Postdireltion in Darmstadt lagernden unbestellbaren Postsendungen 1 n ichnisse einzusehen, um sestzustellen, ob etwa der von n vermißte Gegenstand bei der Ober- Postdirektion lagert. Zu- tressendensalls würden sie sich wegen Wiedererlangung der Sendung an die betreffende Postanstalt zu wenden haben. Landkreis Gießen. m Lollar, 7. Mai. Bei dem heute nachmittag über unsere Gegend ziehenden Gewitter schlug der Blitz in das Dauster'sche Klopswerk bei Lollar ein, wo er den Kamin, der einige Meter über das Dach hinaus ragte, niederlegte. Durch die herab- sallenden Steine wurde das Dach stark beschädigt. Von den Ar- beitern, die in dem Werke beschäftigt sind, wurde glücklicherweise keiner verletzt. — Bellersheim, 7. Mai. Die Sammlung für die Hinter- bliebenen der im Kriege Gefallenen ergab in unserer Gemeinde die Summe von 269,70 Mark, die an das Kreiskomitee fürs Rote Kreuz und Kriegshilse in Gießen abgeliefert wurde.— Wieder sind zwei Soldaten aus unserem Dorse mit dem Eisernen Kr euz 2. Klasse ausgezeichnet worden: Unteroffizier Neusel und Pro- viantmeister Welcker, Sohn des Wagnermeisters Welcker dahier; N somit ist die Zahl der Ausgezeichneten auf 6 gestiegen.— Auf dem Felde der Ehre fiel Musketier Wilhelm Steul vom Reserve-In⸗- fanterie-Regiment 238. Kreis Schotten. Ruppertsburg, 7. Mai. Dem Leutnant der Reserve Dr. Hermann Lehr von hier beim Landwehr-Insanterie-Regi- ment Nr. 53 wurde die Hessische Tapferkeltsmedaille verliehen. Unteritalien und der vierte endlich auf den Inseln gelegen ist. Die Bersaglieri haben pro Regiment acht bis sechzehn Aushebungs⸗ bezirke. Man bildet sich oft in Deutschland ein, die Italiener seien zum größten Teil kleine, mickerige Kerls; das ist aber ein gewal⸗ tiger Irrtum; es gibt kleine und große, kräftige und schwächere Leute, gerade so wie im Norden. Aber das steht fest, daß es sehr schwierig sein dürfte, bei einem nichtitalienischen Regiment so viele hetvorragende, kräftige, stramme Burschen zu sehen, wie bei dieser Elitetruppe, den Bersaglieri. Auch unter den Offizieren findet man sehr viele kräftige, echt militärische, ja martialische Gestalten. Bei allen Uebungen, auf dem Exerzierplatze, im Gelände, von und zu den Schießplätzen, auf Wache ziehen usw.— nie geht es ohne feldmarschmäßige Ausrüstung; dies ist anstrengend, aber die Leute gewöhnen sich mit der Zeit daran. Bezüglich der Ueberwindung von Strapazen und ausdauernder Marschfähigkeit werden ganz bedeutende Anforderungen an die Bersaglieri gestellt, jedoch infolge ihrer Genügsamkeit und Nüchternheit veragst nur in den aller⸗ seltensten Fällen einmal ein Einzelner. Die Uniform der Bersaglieri ist eine durchaus praktische, aber auch kleidsame; dunkler, breit⸗ krämpiger, flacher Lederhut mit an der rechten Seite herunter⸗ fallendem Hahnenfederbusch; vorn am Hut ist das Nationale an⸗ gebracht und inmitten zweier gekreuzter Büchsen die Nummer des ö Bataillons. Der Rock ist kurz, dunkelblau, mit gelben Knöpfen, larmoisinroten Aufschlägen, schmalen Achselklappen und einer Art kleiner Schwalbennester, auf denen die Bataillonsnummer in Rot angebracht ist; blaugraue Hosen mit karmoisinfarbenen Biesen, Schnürschuhe und halbrote Leinwandgamaschen. Die Offiziere tragen Fangschnüre und Quasten von dunkelgrüner Farbe, die Hosen sind mit breiten, karmoisinfarbenen Streifen besetzt, ferner goldene Epauletten mit Fransen und schmale Achselstücke, gold⸗ durchwirkt. Die Gradabzeichen sind am Aermel angebracht, und zwar bei den Mannschaften in rotwollenen Litzen, bei den Offi⸗ zieren in goldenen Schnüren, Diese tragen, wie alle Offiziere des Heeres und der Marine, blauseidene Schärpen von der rechten Schulter zur linken Hüfte. Die Mannschaften tragen schwarze Kalbfell⸗Tornister, drei Taschen, Feldflasche von dunklem Holz und Gewehr. Offiziere und Mannschaften haben die Mantellina, einen kurzen, bis etwa an das Knie reichenden Umhang, ohne Aermel, von der Farbe des Rockes und schwarzlederne Handschuhe. Es macht einen eigenartigen Eindruck auf den Beschauer, wenn diese Masse im Laufschritt ankommt. Es sieht aus, als ob eine schwarze Gewitterwolke sich nähere. Hessen⸗Nassau. (Marburg, 8. Mai. In der Wagenhalle der Stra⸗ ßenbahn setzten gestern zwei Lehrlinge einen Motor- wagen unbefugterweise in Betrieb. Der hinzueilende Wagenschlosser Friedrich Walter wurde dabei so an die Wand gedrückt, daß er schwer verletzt in die Klinik gebracht werden mußte, wo er verschied. Er hinterläßt eine kränkliche Witwe und vier Kinder. X Hanau, 7. Mai. In der vorvergangenen Nacht ist auf einem Palrouillengang der Landsturmmann Georg Deller aus Rothenbuch tödlich verunglückt, indem ihm von einem ansahrenden Zuge der Kahltal-Vahn in der Nähe von Schöllkrippen der Kopf vom Rumpfe getrennt wurde. Spart Brotmarzen! Die Bersaglieri. Die berühmtesten Truppen der itglienischen Armee sind die Bersaglieri. Ihr Name kommt von dem Wort bersagliare: plänkeln, tiraillieren. Sie sind ebenso wie die andere Infanterie ausgebildet, dieser aber bedeutend überlegen an Ausdauer, Widerstandsfähigkeit und Schnelligkeit. Bei ihrer Aushebung wird hauptsächlich auf Leute von untersetzter, kräftiger Gestalt, breiter Brust und ebensolchen Schultern, guter Muskulatur und einer Größe zwischen 1,60 und 165 Meter gesehen; sie müssen vorzüglich sehen und hören. In Italien hat jedes Infanterieregiment vier Rekrutierungsbezirke, g Gerichtssaal. Elberfeld, 8. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) In dem Wieder- ausnahmeverfahren im Mordprozeß Hamm verneinten die Geschworenen beide Schuldfragen. Das Gericht sprach die Ang eklagte frei. Märkte. eh. Nieder⸗Ingelheim, 8. Mai. Bezahlt wurden auf dem heutigen Markte für den Zentner Spargel 1. Sorte 38—45 Mk., 2. Sorte 20 bis 25 Mk., Rhabarber 0-0 Mk. ch. Heidesheim, 8. Mai. Auf dem heutigen Markte kostete der Zentner Spargel 1. Sorte 35-45 Mk., 2. Sorte 20 bis 25 Mk., Rhabarber 0-0 Mk. 11 Der Mai ist gekommen de ane üben Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. 223—+ 2 2 — 22. 22 2 2— Mai Z. 88 S s S Wetter 83383 828 28 2 1515 8 85 8 S 3 S& 8 1 0 8 912 782 17.9 5, 2s IR 2 0 Sonnenschein 9. v 754,0 11,6 6,3 62 NNE 2 0 Klarerbimmel 5 10. 10 755,2 10,4 4,9 52 NE 2 0 Sonnenschein 2 N 5 Höchste Temperatur am 8. bis 9. Mai 1915— J 18,20. Niedrigste„ 1 1915— T 10,1 Niederschlag: 0,0 mm. ihre Wohnungen rein machen. Nichts ist dafür besser, praktischer und von denen der eine in Ober-, der andere in Mittel-, der dritte in! y liger, wie Luhns Wasch⸗Extrakt; damit geht's flott voran.(41105 Amtlicher Teil. XVIII. Armeekorps. Stell vertretendes Generalkommando I. Presse⸗Abt. Nr. 1312 B.. 233 Frankfurt a. M., den 20. April 1915. 25 Auf Grund der 88 1 und 4 des Gesetzes über den Velage⸗ rungszustand vonr 4. 6. 1851 und meiner Bekanntmachung vom 21. 1. 15.(III b, Ib Nr. 247) bestimme ich im Ein verständnis mit dem Gouvernement Mainz und der Kommandantur Coblenz für den ganzen Bezirk des XVIII. Armeekorps: 1. Auf allen im Bereich des XVIII. Armeekorps nach dem 1. Mai herzustellenden Kriegspostkarten und Kriegsbilderbogen muß der Name und Wohnort des Herstellers oder des Verlegers sowie das Datum der Herstellung angegeben werden. Die Angabe beider Adressen ist unstatthaft. An Stelle der verlangten Adresse darf ein Firmenzeichen treten, wenn dieses Firmenzeichen vorhen dem zuständigen Landrats⸗ bezw. Kreisamt oder der diesem gleich⸗ geordneten Behörde angemeldet und von dieser als ausreichend unerkannt worden ist. 1! 9 2. Nach dem 1. Mai hergestellte Kriegspostkarten und Kriegs⸗ bilderbogen müssen, bevor sie zum Verkauf zugelassen werden, dem für die auf ihnen angegebene Adresse zuständigen Landrats⸗ 11 Kreisamt oder der diesen gleichgestellten Behörde zur Zensur vor⸗ gelegt werden. 0 1 Der Kommandierende General: l Freiherr von Gall, General der Infanterie. 55 Bekanntmachung. 91 Betr.: Kriegspostkarten und Kriegsbilderbogen. 5 Die vorstehende Bekanntmachung des stellvertretenden General⸗ kommandos des XVIII. Armeekorps wird mit dem Bemerken ver⸗ 8 öffentlicht, daß das Großh. Ministerium des Innern an Stelle des Großh. Kreisamts Gießen das Großh. Polizeiamt Gießen als Zensurstelle bestimmt hat. Dieser Stelle sind alle nach dem 1. Mai hergestellte Kriegspostkarten und Kriegsbilder⸗ bogen vor dem Verkauf zur Zensur vorzulegen. 3 Gießen, den 7. Mai 1915.. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Usinger. 1. Zlehung 5. Kl. 5. Preuss.-Süddeutsche (231. Königlich Preuss.) Klassen- Lotterie 5 Tebhung vom 7. Mai 1915 vormittags. uf jede gesegene Nummer zind zwel glelch hobe Ge- inne gefallen, und zwar je elner anf dle Lose Nummer in den beiden Abteilungen I und 11 Nur die Gewinne über 240 Mark stmd den detretfenden Nummern m Klammern beigefügt.. (Ome Gewähr.)(Nachdruck verboten.) 6 812 78 go 18 29 70 Lsoo] 968 1081(S0 111 720 856 86 910 20086 13000] 216 344 98 15001 440 508 Jes 3027 169 L800] 244 360 71 98 444 46 64 das 00 7e 824 37 L800] 84 4237 61 689 75 718 22 999 882 507 1 11 os 876 88 982 6056 133 205 421 6381 ½ 018 40 02 827 972 7000[6001 N 247 84 0 641 770 878 8119 86 290 323[500] 690 9018 78 118 LSC] 207 70 416 20 110001 70 532 63 024 786 976 T0 500 102 284 418 508 621 710 soo! 93 320 983 11031 40 406 800 784 70 800 12011 218 145 0 288 73 40 58 981 21018 212 01 800 407 878 80 67 801 087 22240 78(10000 208 590 28208 47 87 8 L500] 40(S500! 24137 22 S S 232 * 210 80 408 837 89 708(L500 868 38 78 281 340 48 588 2 000 76 919 * 3104 100 91 205 82 380 417 781 80 48 98[1000] 3207 132 33 ooo! 2 11000] 6s 98 844 1800] 74 614 348 58 100 208 857 070 720 88 402 541 83 011 13000 27 441 56 520 681(8001 722 0 72% 958 99 38122 224 3920[1000] 348 84 1800 1500 3000] 817 41081 218 902 400 420009 71 188 808 43118 220 1 72 44018 L33000] 6 121 371 840, 1 45088 118 224[500 472 270 L500] 76 00 341 734 47008 842 87 11000 os 923 90 10001 21 2287 884 49208 302 479 660 Soo S 6½ es 748 086 81108 80 980 520086 242 328 33 62 725 335(doo 400(1000 640 17901 13 978 76 8 54204 68 308 700 8 Tos 322 Lsoο⁰ 42 71 3 8 8 8 88 55 587 8 58 285 28 7285 8888 33 822 8„(100% r 880 428 80 L800 1 616 84 700 980 81001 eve 241 74 384 602 81 86 886 916 72 6202 113 L600 20 283 66 800 37 1800 472 870 21 80 88 90 83227 308 8000 802 6 710 97 2.647% 19 3a 48 46 414 60 049 70 50 84 91 Sg 0e 213 82 374 ol 488 80 66 926 848 968 90 66032 . n N e 2 52³ 27 115 98 91 930 16 68147 218 578 769 920 80 0 89000 79(500 233 885 0 Log] 326 330 803 01 os 7s 71008 180 79, sg] 203 L800] 312 441 660 787 72021 23 103 222 79 890 414 638 046 701 94 812 980 41 78113 214 23 87% 714 1 32[1000] 808 608 45 74015 71 478 751386 87 581 708 13 905 39 78128 40 217 31 69 64 423 548 77010 43 181 34 211 99 390 683 7807 131 205 85 450[3000] 808 718 500 91 908 1800] 79106 „207 7 863 83 433 646 94 1600 939 30046 102 882 437 602 92 776 810 81212 1600 874 274 50% 30 604 82122 46 208[1000] 50 4% 686 953 70 eh 912 83161 66 480[1000 647 60 668 838 957 88(600 74 639 o 7186 40 802 62 979 5040 Lioog! 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Ziehung 8. Kl. 5. Preuss.-Süddentsche (231. Königlich Preuss.) Klassen- Lotterie Ziehung vom 7. Mal 1915 nachmittagv.* 7 Auf jede gerogene Nummer sind wel glelch bhobe Ge- winn und zwar je elner anf die Lose 0 glelcher Nummer in den delden Abtettungen I und II Nur die Gewinne uber 240 Mark aind den boetretfenden Nummern in LDammern beigerhgt. 15 (One Gewähr) rebaruck verboten.) 80 57 168 71 210 82223[1000] es 42 781 1186 310 26 88 67% 144 81 2010 671 f 98 802 1600 57 L100] 9s 3040 242 86 13000] 462 0 6500 605 25 804 9 23 925 407 100 42 388 684 7286 400871 Bo(s 415 718 8011 as 12 11000] 826 88 86 750 816 9% 7023(600 106 6 30 6 6 00 80520 927 8019 227 340 489 846 72 78 80 9068 60 520 871 728 68 930 62* 1014 52 317 98 617 Iso! 847 o 88 918 1108 182 406, 6868 64 20088 103 os IIO00] 300 648 8 00 0% 22 88 21170 88 92 362 98 708 66 1000] 683 988 30001 22059 210 466 88 847 638 780[1000] 817 23 180001 ZI 0% 232 2 500] 402 671 6 8 728 808 900 81 6s 2409 221 842 1 182 888 I500 88 201 345 61 72 4% 574 641 720 801 268000 31 0 lsoo] 243 310 20 489 658 600 28 710 878 901 3 27171 214 642 601 723 68 28121 28 247 10 408 586 678 807 906 87 312 r 80 11000 408 818 4 S001 718 88 76 80 lLsoo 2(1000 22218 76 0 622 609 731 987 34001 128 68 807 12(soo u e 10 12 89 740 60 81 82 696 3701 90 140 5 382¹ 10 4% 885 777 91 57 1800] 40 49 614 bSo0I as 990 200 21 810 4½% 584 79 66 81 889 907 80 3 452 804 Iso ca 80 87 43124 80 621 2 86 721 914 44010 80 130 2 8 870, 48002 24 11000] es 20 8 80 408 d 80 L000] 817 110000 R Ae— 39 9s 0⁰⁰ 8008 ö 2 4 8 5 82 828 85 2 E — 2333 8882 8838 2 32 83 4½ 8557 700 420 70 617 20% cn 188 844 9 280 oe 77 40% L00% 88 (oo 9 884 88 976 57048 40 189 75 737(30000 580186 0 9 908 f Soca da Teo as 880 481 811 61008 170 20% 7 4 02 884 934 93 930 62024 940[1000 98 15 [00] 63 98 720 42 818 81 63302 6 88 529 14715 Sasss f 488 8 282 8 58883 8885 784 sos 39 60 74008 181 Ls 84 94 441 585 16 890 900 7872 222 4% 88e e 88 78a 80 26 00 6 68— 91 961 77 78041 soo 110 501 14 024 79, 741 L000 853 919 7730 888 70 Ls 80 88 oo es 988 79 78286 8i6 88 611 881 921 94 oa 304 400% L100 8 820 680 8a 814 1000 0080 L1000] 888 608 748 44 904 10 28 18000] 42 31146 30 441 81 871 7 88 5 Jod 15 083 32009 32 81 366 441 887 606 80 9d 821 90 3088 81 57 65 226 761 92 363 942 6412 LS 424 36 61 22 42 62 71 ö 85052 148 854 550 88 71(5001 84¹ S0 82 34 7 88 0% 80 81 702 5% 6 857 920 40 50% 7s 80 180 801 10 90 38081 147 804 Z4 es 484 94 Lsoo 528 L800] 87 710 857 972 894 95 851 067 748 Lꝗ0oo 819. 90000 165 65 274 99 308[600 S687 88 700 24 1500 Leeb] 94 95 74 91080 298 3138 89 0% 740 880 80 das(500 92403 826 14 1000 21 888 718 857 93014 91 131 96 511 L500 601 3 929 94087 315 704 77 828 75 38020 111 45 70 201 68 331 817 9 eis e 745 9 98000 198 823 918 83 83 lL So T is 97278 55 328 0 5000] 717 874 900 98017 28 84 213 69 890 435 564 9 80 784 032 99003 140 63 1500] 818 88 01 819 087 776 858 100004 8 40 282 48 897 644 788 884 956 71 191057 168 282 889 457 524 48 102 61 95 862 951 L 102030 253 830 108038 87 84 230 478 d 748 51 40 40 13. S.. 10001. 88 258 7 64,48 45 2510 100 614 7 980 33108 s[1000] es 80 7 7% 800 16 3840 7 888 816 68 360668 2 * —— (o] 501 97 330 11 10809 888 7 882 000 106112 306 679 711 6 68 854 914 107130 300 78 443 833 625 909 13000] 12 46 153053 284 507 56 743 801 109060 10 330 32 82 702 958 11002 Lso⁰˙0⁰ 140 201 8 1 84 254 393 94 40% 558 62 1 eo 88 288 368 691 71 870 24 321 4 71 637 782 841 „Ses 118184 90 241 99 ..—4 870 81 616 704 5 4% 810 837 40 1131 5 500 Leo] co 97 904 10 Man 120188 203 46 883% 961 1211 235 61 611 08 801 84 ½ oa 12221 87 729 78 27s 123388 647 ei 600 778 880 60 080 524 o 38[ao 8% 978 1282½7 L500 614% 751 68 856 126130 ena 717 838 88 127030 280 de 128080 10 383 60 489 129000 7 100 80 224 800 I800f 04. 7 788 80 Iso l 78 822 130155 77 28% 3 c er TATIO= 1 v0 38 78 13225 688 688 40 882 8000] 92 884 920 21 30 66 448 70 801 70 901 11000 117 80 47 841 765 809 912 138415 Loo ure ds 137128 387 88 818 b 0 5 i 2 8 1 22 11. 1255 8 875. 15 5 11 15 55 9 4 a f 8 2 8 2 8 88 18 ———— 1515 82890 5 5 5 3 8 8 8 8 83 8 23239 4. 8883448 E 15 3 8 2 1 1 12 35 8 22 — 8 2 0 18 2 3901 20 91 105 322 L500 440 568 79 1000 1 5 170277 ser e so 130 gn 7e gz er ssοντ 2711741 868 888 97 172221 727 18001 60 00 b 812 173013 618 63 68 778 93 91 17401 24 100 ö 88 81 803 889 984 178187 68 288 804 52 L800] 9 844 s 179070 Lso01 20 887 83 40[10000 52 682 67 1 s 08 8a 5 18002, 78 10 48 2% 8% 81 420 T1000 7 94 181188 88 282 ga 80 9% 841 888 72 69 5 89 100 3818 4½ 887 183188 Lso% 384 410 FS 5 r 98 76 185077 507 86 782 884 186 1 1 208 45 011 128 43(800 84 187130 20 78 8000 41 504 771 88 201 34 180001 188288 478 6 710 L800 873 9% 189874 6% 58 716 634 * 190022 103(001 214 68 308 191004 98 94 188 200 301 80 Loo 42 44 110001 88 674 708 84d 42921387 L800 274 402 88 87 40 97 68 888 39 968 193008 180 380 0 000 842 1901 7e 140 208 18001 20 340 875 088 70 11000% 704 8772 9 9 980 19807 58 60 012 78 6d 110001 931 150137 1 800] 838 430 881[500] 79 740 18700 86 1000]— 1 20% 427. z 852 N 19800 54 290 800 810(5600 927 Near 1 17175 037 982 054 8 28 104 10000 18 884 dos e 202000 8a 101 12 81 228 806 585 80 15 Loo] 9 gi soo 8s 263070 876 419 670 110001 a 501 51 204970 124 4 886 47(8001 884 205 0 80 4 792 208132 92 L500 314 908 81 40 2. 12 8604 00 784 0 54 88 58 209050 71 818 84 210101 a0 410 leo e 840 07 2110 01 da e 212080 194 414 646 684 718 920 f800 213268 808 11000] 40 38 21401 106 241 480 77 C1000 888 L000] 41 71e 68 6½ 988 218094 100 269 910 025 J1000 782 gos Iso 800 52[S000 2 2168142 2 8 0 8 20 710 62 21720 0 cb 7 50% 92 d 218578 78 780 912 34 L800 60 21804 17 90 262 84 491 851[1000] 6 700 40 40 829 5 220129 44 80 07 78 298 als 10 24 41 2% o Ses 22128 9[1000] 564 68 700 804 878 84 5 22200 173 27 1800] 816 48e 99 580 87 188 2280 230 406 62 844 860 8e 988(800 7 2240 h e 4a os 6 70 47 72 883 18001 1 225001 83 97 218 40 43 378 44 89 22680 40 gas Iso! 784 L300 820 88 227180 28 l 0 388 400 207 2 72s 208023 140 0 8 1 2 727 84 082 4% 228270 500 47 505 47 619 2200 168 257 889 404 500] 809 70 828 87 6 18000 28000 182[8001 77 230 807 804 84 1 0 96 231011 258 884 70 618 840 232120 881 60010480 98 868 99 029 8 8 — 000 2 388 44. 231. Königlich Preuss.) Klassen- Lotterie 2. Ziehung 5. KI. 5. Ereuss.-Sũddeutsche Zichung vom 8. Mui is vormittags. dat ede gerorene Nummer sud zwel glelck hohe Ge- winne getullen, and zwar je elner set die lone stelcher Nummer in den velden Abtollungen I und II Nur die Gewinne über 2 Mark sipd den botreffenden Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.)(Nachdruck verboten.) 14 248 517 626 718 8 88 64 73 916 1086 600 cor gos 88 2109 244 484 602 44 86 704 11 827 51 6s 940 317 29 252 340 86 488(800] 93 621 74 1000] 621 86 87 44 45 1500] 98 831 40 64 73 940 4020 248 301 4%[1000] 598 849 5043 27 363 406 004 788 382 926 40 6046 47 77 629 813 35 48 913 7028 124 72 1500] 242 377 439 754 83(5001 836 68 o Bios 639 91 762 82 330 986 500] 9067 128 208 97 438 524 078 69 95 748 ls] 909 0s 10087 11s L500] 36 58 221[1000] 402 11008 53 L500] 221 87 300 476 518 620 807 46 62 12040 68 123 32 471 1000] 90 11000] 594 S0 98 13102 332 484 628 936 14362 547 600 908 [500] 916 11000] 49. 15056 73 126 40 325 455 595 so] 676 16001 218 323 629. 765 967 17155 65 542 58 624 70 1500] 740 18102 23 286 707 935 191658 238 61 320 1500] 832 11000] 614(3000 944 2008 100 6s 242 fo 71 801 40 8 622 25 50 781 824 26 71 21019 44 160 211 390 430 72 540 92 01 99 63 032 47 7 22001 100 201 300 1500 69 Loo b80 23103 223 378 492 819 984 24112 410 546 62 88 707 60 74 804 913 25103 18 297 827 87 518 80 82 601 740 20166 315 493 663 747 50 828.928 34 1500] 44 56 11000] 70 ls00] 27230 45 62 1500 324 440 502 L500] 16 99 846 82 900 29100 98 312 88 94 444 617 36 684 839 18001 91% 60 29108 87 499 531 C7 614 843 30093 110001 137 92 380 584 603 91 908 41 31017 236 306 L500] 403 74% 847 40(5001 900 32003 11 19 82 170(6000 86 204 328 61 466 539 49 829 713 39 970 33028 47 116 54 67 226(10001 350 540 794 9286 34107 23 88 217 f 401 63 672 610 42 78 77 93 834 s 35038 0½ 114 43 222 97 76 88 98 36234(1000 300 1800] 68 93 7335 958 1 37184 223 396 626 766[1000 9086 38050 70 2385 440 97 845 627. 804 4 39 910 70 89244 87 307 810 11 40178 498 689 723 871 945 21102 638 09 070 73 9% 42010 33 125 392 459(6000 583 718 18 63 43005 L600 77 241 305 71 110001 99 434, 509 633 500] 50 73 98 713 88 11000] 813[1000] 911[1000] 29 30 48 44044 389 634 78 775 928 58 43033[1000 288 332 415 26 41 76 95 561 30001 603 10 705 938 48017 140 280 208 735 884 13000 J. 951 99 47005 90 252 303 32 714 54 78 98 992 4802891 423 86 742 910 52 49540 60 682 783.88(5001 918 59021 66 165 79 1000] 602 80 782 857 61503 93 202 43[5001 96 947 52186 80 249 318 62 598 807 991 3128.74. 253.90 388[1000] 457 570 72 759(500 97 809 916 54076 221 328 32 494 760 634 942 55100 33 218 429 521[500 71 642-902 58027 88 148 92 423 27 581/787 943 98 57062 297 400 615 763 907 5808 198 222.420 887 628 718 24 850 62 59000 248 528 999 352 421 695 8(800] 614 27 08 88 6107 102 220 866 977915 87 6211 38 220 421 837 88 639 8000 7 Goos 904 63014 480 644[3000] 72 569 500] 716 62021 74 Is001 241 81 870 403 851 718 815 65217 354 27 621 40 887 79 83 97 663328 611 2163 9/7(spo! 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Ziehung 5. Kl. 5 Preuss. Süddeutsche (231. Königlich Preuss.) Klassen- Lotterie ZTlebung vom 8. Mai 1915 naehmlttags. Aat jede gerogene Nummer sind zwei glelch hohe Ge- winne gefallen, and zwar je elner auf die L075 gleicher Nummer in den beiden Abtellangen I and II Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. (ohne Gewähr.) Jachadruek verboten.) 1 59 218 481[1000] 611 1183 267 78 308 12 484 642 2119 204 476 660 708 810 22 939 47 52 3186 391 401 7186 738 949 4847 L500 60 700 80 82 897 916 33 5077 1728 446 581 731 981 6022 55 592 768 7130 5686 630 36 730 919 54 8101 33 42 60 743 lscoο 8302 9250 6s 324 31 49 83 loo! 86 601 982 70 1042 438 ee 792 823 11020 44 220 307 684 1500 733 L10001 849 12008 1486 337 431 505 81 707 13012 19 138 221 91 368 443 95 529 893 973 14020 120 29 512 393 858 984 15053 101 216 482 506 608 11000] 37 44 736 1800] 87 934 89 94 16120 99 224 25 636 981 17082 18500 377 1800] 82 580 11000] 637 51 919 18003 46 830 429 518 19332 438 581 605 746 69 20117 4883 503 33 57 69 11000] 764 926 34 21026 81 330 20 422 92 527 34 46 687 9486 22091 146 58 983 360 97 431 53 04 81 649 04 729 864 23003 104 289 328 60 001 97 24080 201 627 13 794 25178 200[3000] 9 77 321 400 80 647 707[1000] 16 53 902 28014 112 362 11000] 461 54% 62 712 27389 536 57 7 667 803 66 70 928 2830 591 637 59 29020 64 96 181 494 538 684 725 908 30332 619 44 618 76 714 26(800 31015 38 68 261 457(1000 741 58 677 32039 263 484 505 1000 50 681 784 85 1500] 989 33070 77 167 271(1000 399 494 1500] 525 752 979 98 34187 98 237 420(500 23 35003 309 51 800 722 807 33 980 38204 33 331 580 902 53 37501 64 97 644 66 777 11000] 8933 71 38003 16 46 97 102 59 82 884[10001 918 38 39033 288 832 928 40038 44 189 259 503 648 56 728 89[sol] 41111 92 280(so»; 464 882 984 71 42979 297 427 691 711 47 50 889 958 984 88 43110 33 54 379 90 702 35 609 44183 416(10000 61 10 665 45212 87 409 6558 686 774 831 1800] 32 920 46029 169 220 302 410 58 83 92 508 59 69 600] ess 710 819 937 47104 17 66 480 608 733 97 820 48341 64 443(10001 577 613 714 819 387 953 51 50 48145 92 245 393 582 778 847 940(1000 91 50105 92 490 500 37 721 51008 Isoo0] 337 844 970 52198 224 886 92 461 6086 68s 84321 484 13000] 634 746 70 94 11000] 822 1000] 922 39 1300] 55001 22 26 212 75 1500] 359 422 66 614 742 827 50051 163 1000] 243 716 26 86 938 70 87027 108 43 172 83 282 353 68 67 89 488 682 le O0] 705 5306/7 111 232 53 448 72 93 309 14 957 590384 05 68 18000] 302 820 727[soo 48 824 91 927 60177 282 420 27 552 820 11000] 902 61167 89 76 387 933 747 82 83 8s 62039 161 311 424 816 55 773 818 63083 129 89 234 450 1500] 781 816(1000] 75 83 64030 1000] 6s 403 533 607 701(1000 69 875 65063 290[500] 798 gos 23 29 68006 122 63 94 201 22 404 631 61 727 70 924 57 73 67077 167 258[500] 337 107*] 979 53949 13000] 59 817[500] 45 628 842[1000 932[5001 68026 29 1000] 61 86 318 48 698 719 48 800 2 69002 268 337 815 49 771 97 98 864 70293 313 430 578 88 LSsO0 co 85 723 48 71048 49 58 88 102 233 418 504 12 783 972 72099 188 358 682 927 73230 387 442 71 740[1000 889 74019 107 269 72 329 47 92 470 682 824 938 43 75047 269 344 1500] 712 885 77 91176289 334 93 410 25 629 43 731 806 771986 404 571 1500] 83 740 933 78071 834 98 655 931 79158 462 721 L30001 323 89[1000] 80205 17 311 09 98 429(1000 717 40 934 81228 344 777 010 96(6000 82228 359 776 940 53 58 83017 31 301 3 62[1000 98 839 717 84216 409 11000] 85034 406 37 86 887 982 7 86286 337 486 788 9776 37000 40 67 205 434 36 71 633 57 7[10001 88014 110 297 328 345 717 904 32 89016 89 120 276 384 459 11000] 669 g04 28 900386 337 617 40 64 78 767 11000] 91026 218 20 63 482[1000] 91 610 888 92040 198 210 76(80000 307 406 24[500] 60 837 906 7 19 93104 11 227 319 452 70 674 810 838 914 94087 113 317 80 87 506 48 L500] 50 90 leo] 691 787 931 95346 458 1500] 868 897 98s 96013 75 488 507 19 800] 52 677 997 97025 149 239 411 13 37 814 743 90090 102[500] 220 38 868 663 770 98s 99098 L500] 135 309 49 617 634 716 54 L300] 941 100146 250 74 410(10 858 041 101020 471 945 102022 37 281 78[1000] 381 580[800 95 810 34 103071/ 452 622 L500 63 62 833 929 36 104056 254 403 53 548 93 642 07 96 sos 42 105153 379 416 77 64 150 69 940 1500] 106203 615 16 900 107033 118 257 3000] 412 663 87 108106 5686 699 742 812 109122 92 242 58 338 407 807 11 17 774 990 110287 8281 509 72 638 L000] 791 84 73 944 111182 381 686 80 71 40 54 82 924 112016 162 60 84 386 411 518 647 802 27 113152 57 203 530 1000] 43 83 678 829 942 51 74 114012 193 350 2 5138 Lso00] 69 70 821 Lao! 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