e 1 Erstes Blatt Der Gießener Anzeiger Escheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: kichenergenllienteler er Fami a mial wöchentl. Kretz eee ienstag und Freitag), zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche eitst Zernsprech: asche für die Schriftleitung 112 Berlag, Geschajts stelled l Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. ießen General⸗Anzeiger für Gber hessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei k. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Heck, sämtlich in Gießen. Freitag, 7. Mai 1015 Bezugspreis: monatl. 75 f., viertel- jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel⸗ zährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge— richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: Die Fortschritte des Sieges in Westgalizien. Engere Umschließung von Ypern. Großes Hauptquartier, 6. Mal.(WTB. Amtlich.) 5 3 Westlicher Kriegsschaunlatz. FJast auf der ganzen Front fanden heftige Artillerie- lämpfe statt. Bei Ypern wurden weitere Fort- schritte, so durch Einnahme der Ferme Vanheule, und an der Bahn Messines— Ypern gemacht. Es wurden einige hundert Gefangene und 15 Maschinengewehre erbeutet. Im Waldgelände mestlich Combres fielen bei einem Vorstoß 4 französische Offiziere, 135 Mann 4 Maschinengewehre und] Minenwerfer in unsere Haud. Unser gestriger Angriff im Ailly-Walde führte zu dem erstrebten Erfolge. Der Feind wurde aus seiner Stel— lung geworfen. Mehr als 2000 Franzosen, dar⸗ unter 21 Offiziere, 2 Geschütze, sowie meh⸗ rere Maschinengewehre und Minenwerfer blieben unsere Beute. Auch die blutigen fran⸗ zösischen Verluste waren sehr schwer. Nördlich Flirey bei Croix des Carmes griff der Feind an. Nördlich des erstgenannten Ortes drang er an einer Stelle bis in unseren Graben. Um ein tleines Stück wird noch gekämpft; un 8 anderen Stellen wurden die Franzosen zurückge⸗ worfen. In den Vogesen wurde ein Vorstoß gegen unsere Stellung nördlich Steinabrück abgemiesen. Oestlicher Kriegsschauplatz. 9 8 Südmestlich Mitau, südlich Szadaow und östlich Rossieny dauern die Kämpfe noch an. Nordöstlich und süd⸗ weitlich Kalwarja sind unsere Stellungen im Laufe des gestrigen Tages mehrfach von ftarten russischen Kräften an⸗ gegriffen worden. Sämtliche Angriffe scheiterten unter sehr großen Verlusten des Feindes. Ebensowenig Erfolg hatten feindliche Vorstöße gegen unsere Brückenköpfe an der Pilica. Die Festung Grodno wurde heute nacht mit Bom⸗ ben belegt. Südöstlicher Kriegsschauplatz. In Westgalizien versuchten die Nachhuten des flüchten⸗ den Feindes den unter Befehl des Generalobersten von Maden sen stehenden verbündeten Truppen gestern ver⸗ zmeifelten Widerstand zu leisten, der aber auf der Höhe des linken Wisloka⸗Ufers ober- wie unterhalb der Ropa⸗Mün⸗ Jung mit wuchtigen Schlägen gebrochen wurde. Noch abends mar nicht nur an mehreren Stellen der Uebergang e über die Wisloka erzwungen, sondern auch feste Hand auf die Duklanaßstraße durch Besetzung des Ortes gleichen Namens gelegt. In Gegend östlich von Tarnom und nördlich bis zur Weichsel wurde auf dem rechten Ufer des Dunajer bis in die Nacht hinein gefochten. Die Zahl der bisher gemachten Gefangenen ist auf über 40000 gestiegen, wobei zu beachten ist, daß es sich um reine Fronkalkämpfe handelt. Im Bestidengebirge an der Lupkom Paß⸗Straße schreitet ein Angriff der Krüfte des Generals der Kavallerie von. der Marwitz gleichlaufend demjenigen der österreichisch— ungarischen Armee, mit der sie in einem Verbande stehen, günstig fort. Oberste Heeresleitung. ** 5 9 Der Vormarsch der verbündeten Truppen in den west⸗ lichen Karpathen hat sich in der günstigsten Weise entwickelt. Auch die letzten Verteidigungsstellen der Russen am Dunajec sind genommen worden und Tarnow ist wieder im Bofitz der Oesterreicher. Am Mittwoch abend ist die Wisloka schon an mehreren Stellen überschritten worden und die Gegend von Dukla und Jaslo ist von den verbündeten Truppen bereits besetzt. Die Zahl der russischen Gefangenen hat sich, der letzten österreichischen Zählung zufolge, auf über 50000 gesteigert. Dies sind so gewaltige Fortschritte, daß es keiner Deutelei bedarf. Der Siegeszug ist, wie aus dem deutschen umd dem österreichisch-ungarischen Tagesbericht hervorgeht, noch nicht beendet. Man verspricht sich noch außerordentliche Beute von den durch den Flankenstoß in den Beskiden ge— fährdeten russischen Armeeteilen. Englische Blätter, die sich auf den Aufgang der Saat in Italien gefreut hatten, er⸗ llären heute laut einer letzten Meldung, daß über dem Kanal eine angsterfüllte Stimmung herrsche, da man mit Spannung erwarte ob die letzten deutschen und öster— reichischen Siege in Rom einen derartigen Eindruck machten, daß die Neutralität weiter erhalten bliebe. Die Engländer haben aber auch sonst allen Grund, Besorgnisse zu hegen. In und um N geraten sie in immer größere Bedrängnis; der deutsche Tagesbericht meldet wiederum sichtbare Fort— schritte im dortigen Gebiet, und ein deutscher Angriff im Ailly⸗Walde hat die deutsche Stellung vor St. Mi⸗ hiel in bedeutsamer Weise gefestigt. Die französische Offen⸗ swe hatte in dieser Gegend, bei Flirey und Croix des Car⸗ mes nur einen unbedeutenden Geländegewinn zu verzeichnen, während die deutschen Truppen neben der erstrebten Er⸗ kämpfung der feindlichen Stellungen auf eine reichliche Sie⸗ gesbeute blicken können: mehr als 2000 gefangene Fran⸗ ofen, zwei Geschütze und anderes Kriegsmaterial. Ueber Den deutschen Vormarsch in Kurland erfahren wir durch den ALeentschen Bericht nur, daß er auch am Mittwoch erfolgreich war. Hindenburg— er selber leitet die dortige Unterneh- mung— läßt uns sther Zweck und Ziel des Zuges noch im unklaren. Wir sorgen uns nicht darum; im Gegenteil, wissen wir doch, daß wir dem Meister der Strategie voll vertrauen dürfen. * 5* Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 6. Mai.(WT. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 6. Mai, mittags. Auf der ganzen Schlachtfront in Westgalizien dringen die Verbündeten weiter erfolg reich vor. Noch intalte Truppen des Feindes versuchen in günstigen Verteidigungsstellungen, den schleunigen Rückzug zu decken. Starte russische Kräfte in den Beskiden sind durch den Flanlenstoß der siegreichen Armeen schwer be⸗ droht. Die Gegend von Jaslo und Dukla ist bereits er— kämpft. Die im Gange befindlichen Kämpfe werden die Ver⸗ nichtung der dritten russischen Armee vervoll⸗ ständigen. Die Zahl der Gefangenen ist auf über 50 0 00 gestiegen. Die übrige Situation ist unverändert. Im Orava⸗ tale wurde ein starter russischer Angriff gegen die Höhe von Ostry blutig abgewiesen, 700 Russen gefangen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Tarnow wieder genommen. Wien, 6. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 6. Mai 1915, 4 Uhr nachmittags: Auch die letzten russischen Stellungen auf den Höhen östlich des Dunajec und der Biala sind von unseren Truppen erkämpft. Seit 10 Uhr vormittags ist Tarnom wieder in nnie⸗ rem Besitz. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Höfer, Feldmarschalleutnant. * 3 Ppern. 9 Der Erfolg um Bern, 6. Mat.(WTB. Nichtamtlich.) Im„Bund“ drückt Hermann Stegemann die Meinung aus, daß durch das Vor⸗ tragen des deutschen Angriffes über die Lime St. In lien— Zoonnebeke die Verteidiger Yperns selbst in die größte Gefahr gerieten. Kreuzweises Flankenfeuer fasse ihre Linien auf nahe Entfernung im Rücken. Es sei den Deutschen in ficherer Methodik hier gelungen, was die Franzosen in analoger Stellung zwischen Maas und Mosel vergeblich angestrebt hätten: ein dop⸗ pelter Flankenangriff und bei scheinbaren Frontalstürmen die be⸗ rühmte Zange. Es sei nicht recht abzusehen, wie sich die Eng⸗ länder aus dieser Lage befreien wollten, da nicht nur ihr Auf⸗ stellungsraum, sondern auch die ganzen rückwärtigen Verbindungen unter dem schwersten Artilleriefeuer lägen. Der amtliche französische Bericht. 5 Paris, 5. Mai.(Ctr. Frkft.) Die amtlichen Mitteilungen vom Mittwoch lauten: 3 Uhr nachmittags: Nördlich von Ypern haben die Deut⸗ schen gegen Ende des Tages(Dienstag) im linken Abschnitt der englischen Front angegriffen. Sie wurden zurückgeschlagen und erlitten, durch die französische Artillerie in der Flanke gefaßt, ernsthafte Verluste. Auf dem Rest der Front nichts zu melden. 11 Uhr abends: In Belgien war der Tag ruhig. Am Dienstag abend hatten wir einen Schützengraben genommen und unsere Linien zwischen Lizerne und Het Sas, deren wir Herr sind, vorgetrieben. Der Feind hat keine Gegenangriffe unter⸗ nommen. In der Champagne ist ein deutscher Angriff west⸗ lich von Perthes völlig gescheitert, ebenso in den Argonnen, am Four de Paris. Sehr lebhafte Aktionen ereigneten sich zwischen Maas und Mosel. Seit 4 Uhr früh hat der Feind unsere Stel⸗ lungen bei Les Eparges heftig bombardiert, ebenso den Graben von Ca lon ne. Gegen 10 Uhr griff er diesen letzteren Punkt an. Seine Niederlage war vollständig. Unser Feuer hat ihn vor unserer ersten Linie aufgehalten, die intalt bleibt. Die deutschen Verluste sind hoch. Wir haben Gefangene gemacht. Am Morgen haben auch 3 Regimenter die von uns kürzlich eroberten Stellun⸗ gen im Ailly⸗ Walde angegriffen, so dessen östlichen Teil und das offene Terrain der Südwestgruppe. Dieser Angriff faßte fe sten Faß in unserer ersten Linie; ein Gegenangriff ließ uns jedoch fast die Hälfte der Gruppe wieder zurückgewinnen. B dort behauptet und haben gegen Ende des Tages einen zweiten Gegenangriff ausgeführt, um den Rest der Stellungen wieder zt nehmen, in die die Deutschen eingedrungen waren. Das Ergebnis dieses Gegenangriffes ist uochmnicht bekannt. Im Walde von Mor t⸗ mare haben wir einen charakteristischen Erfolg erzielt, indem wir östlich der von uns gänzlich genommenen Stellungen in der Nähe der Straße Flirey— Essey zwei aufeinauderfolgende deutsche Gräben nahmen. Wir haben fie sofort nrit unserer eigenen Linie verbunden und uns darin befestigt. Drei Gegenangriffe wur⸗ den im Laufe des Tages ausgeführt, die für den Feind mit schweren Verlusten an Toten und Gefangenen zurückgeschlagen wurden. Im Elsaß haben wir auf dem nördlichen Ufer der Fecht fortgesetzt an Terrain gewonnen. Heute früh haben wir uns eines Vor⸗ sprungs östlich des Sillacker⸗Wasens(Punkt 830) bemäch⸗ tigt. Bon hier aus sind wir in der Richtung auf das Flüßchen Steinbruck 900 Meter von Metzeral) vorgedrungen. Das traurige Bevölterungsproblem in Frankreich. Bern, 6. Mat.(Wil Nichtamtlich. Der Parißer Vertre⸗ ter des„Bund“ meldet: Es ist eiue aqutliche frunzösische Sta⸗ tistik veröffentlicht worden, die großen Eindruck gemacht hat, weil sie ergibt, daß in der ersten Hälfte des Jahres 1914 die Zachl der Sterbefälle in Frankreich die der Ge⸗ burten um rund 25000 übersteigt. Angstvoll fragt sich der Patriot, wie sich das Land wohl von dem Kriege werde erholen können, wenn es nicht einmal die Krast hat, die Lücken der gewöhnlichen Sterblichkeit auszufüllen.— Her vé schreilt in der„Guerre Sociale“ u. a.? Neben uns in Deutsch⸗ land füllt neuer Saft Stadt und Land, bei uns verwandeln sich die Länder in Einöden. Sogar die Städte vegeticren nur, trotz dreijährige Dienstzeft unsere Zuflucht nahmen, um den Vergleich Wir haben uns des Zustroms der Bauern. Als wir zu dem Gesetz über die mit der Friedensstärte des deutschen Heeres auszuhalten, merkten wir nicht, daß uns unfere Vorsicht in der Kindererzeugung teuer zu stehen komme. Heute bezahlen wir diese Vorsicht noch teurer. Aus Treue zu Rußland, der Schutzmacht der slawischen Nationen des Balkans, sind wir in diesen schrecklichen Krieg perwickelt worden. Ich frage: Hätten wir das Bündnis mit Rußland ge⸗ schlossen, dessen Gefahren wir kannten, wenn wir die starke Ge burtsziffer hätten, die uns erlaubte, Deutschland zu trotzen? Wird diese Lehre wenigstens nützen? * 4* Aus dem englischen Unterhaus. London, 6. Mai. WTB. Nichtamtlich.) Im Unter⸗ hause sagte Staatssekretär Grey in Beantwortung einer An⸗ frage, die Mitteilungen der japanischen Regierung über die Ver⸗ handlungen mit China seien vertraulich, er könne daher die Bedingungen nicht erörtern. Er habe nicht bemerkt, daß offi⸗ zielle oder genaue Mitteilungen über die Forderungen veröffent⸗ licht worden seien. Snowden fragte, ob Grey nichts tun werde, bis Japan mit militärischer Gewalt China seinen Willen auf⸗ zwinge, nachdem es bereits 6000 Mann in China habe, und ob Grey nicht wisse, daß England vertragsmäßig verpflichtet sei, die Integrität Chinas zu erhalten, oder ob er den Vextrag als Papierfetzen betrachte. Grey erwiderte, Japan habe England und vermutlich auch anderen Ländern vertraulich über die tatsächlichen Forderungen Mitteilung gemacht. Er habe die Frage durchweg als von größter Bedeutung betrachtet. England habe mit Japan sowöhl die allgemeinen Ziele des englisch-japani⸗ schen Bündnisses erörtert, als besonders die britischen Handels interessen, die durch die konkurrierenden Forderungen Japans be⸗ rührt werden könnten. Außer einer kurzen, nicht formellen Unter⸗ haltung mit dem amerikanischen Botschafter seien keine Mitteilnn⸗ gen zwischen England und den Vereinigten Staaten über die Forde⸗ rungen Japans erfolgt. Er habe keine Kenntnis von dem Ab⸗ schlusse eines Vertrages zwischen Amerika und China seit 1908. Nach feiner letzten Information seien in Hankau 39 japanische Offiziere und 633 Mann. Runciman sagte, die Kohlenausfuhr nach den neu⸗ tralen Ländern Europas habe im Januar 1129 000, im Fevruar 1287 000 und im März 1559 000 Tonnen betragen. Lord Beresford fragte, ob Asquith, angesichts der Er⸗ klärumg der Regierung, daß jeder Mann und jedes Geschütz für den Feldzug in Flandern gebraucht werde, sich über den neuen Feldzug gegen die Dardanellen äußern wolle, um die Be⸗ sorgnisse über seine Wirkung auf die britischen Hilfsquellen zu zerstreuen, und ob Schiffe, Munition, Offiziere und Mannschaften von Flandern nach den Dardanellen geschafft wurden. Asquith lehnte es ab, darauf zu antworten, selbst eine allgemeine Er- klärung wäre jetzt vorzeitig. Lloyd George über die finanziellen Wirkungen des Krieges. London, 6. Mai. WTB Nichtamtlich. Ergänzende Mel⸗ dung.) Bei der Einbringung des Budgets betonte Lloyd George Der Ueberschuß der Einfuhr über die Ausfuhr beträgt 1915 448 Millionen Pfund gegenüber 130 Millionen in anderen Jahren Hierin seien die Käufe der englischen und verbündeten Re⸗ gierungen im Auslande noch nicht einbegriffen. Tatsächlich haben wir die meisten Ankäufe der Verbündeten im Auslande zu finan⸗ zieren und haben daher nicht nur eine Differenz von 130 Millionen, sondern etwa 700 bis 800 Mill. zu finanzieren. Die Anlagezinsen und Frachten betragen etwa 350 Mill.; also seien für die Finan⸗ zierung der Käufe im Ausland etwa 350 bis 400 Millionen auf⸗ zubringen. Maßregeln, die unsere Ausfuhr dem Werte nach be⸗ einträchtigen könnten, müssen, soweit irgend möglich, vermieden werden; daher darf die Anwerbung für das Heer nicht über ein bestimmtes Maß hinausgehen. Wir haben eine ungeheuere Anzahl Soldaten aufgestellt, aber nun sei die Zeit gekommen, rein vom finanziellen Standpunkt aus betrachtet, in der man darauf achten müsse, daß die Anwerbung die Herstellung von Munition und von Waren zur Ausfuhr, mit denen wir unsere und unserer Verbündeten Mu⸗ nition bezahlen müssen, möglichst wenig beein⸗ trächtige. England kann nicht zugleich die See beherrschen, die Bedürfnisse der Verbündeten finanzieren und gleich den Kon⸗ tinentalmächten die ganze Bevölkerung in das Heer einstellen. Eine bulgarische Stimme. Sofia„6. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Zu dem letzten Siege der österreichisch⸗ungarischen und deutschen Truppen in West⸗ galtzien sagt„Ta mbana“: Endlich mögen auch die Russen⸗ freunde sehen, daß das österreichisch⸗ungarische und dentsche Schwert nicht bloß den großen flawischen Unruhestifter zertrümmert, der erwiesenermaßen Bulgarien übel wollte, sondern daß es zugleich auch Bulgarien der Verwirklichung seiner Ideale näher bringt. Deshalb freuen wir uns über die Niederlagen, die Rußland erlesdet, mid die Siege, welche Oesterreich⸗Ungarn und Deutschland erringen. Wir freuen uns, daß unsere Feinde, die Bulgarien 1913 zugrunde richten wollten, geschlagen werden Eine Kundgebung des ukrainischen Volkes. Wien, 7. Mai.(WTB. Nichtamtlich) Der allgemeine ubratnische Nationalrat hat in einer gestrigen Sitzung folgende Entschließung angenommen Im Hinblick darauf, daß Rußland jedwede nationale Entwick⸗ lung des ukrainischen Volkes systematisch unterdrückt, erblickt der allgemeine uframische Nuttonalrat in der Niederringung Ruß⸗ lands daes vorrehueste Lebensinteresse der ukrainischen Nation und wird nach wie vor von diesem Grundsatz geleitet und seine Taten in erster Linie der Wiederherstellung des selbständigen ukrainischen Stores ans nationalem Territorium der ukrainischen Nation im gegemmirtigen Rußland weihen. Umtaufen von russischen Ortschaften. Paris, 7. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Temps“ meldet aus Petersburg: Im Bezirk Odessa wurden 40 Ortschaften mit deutschen Namen von den Be⸗ 1 5 % huorden umgetauft, desgleichen im Bezirk Cherson 25 And in den benachbarten Bezirken 22 Ortschaften. Die Behandlung der deutschen Konsule in Rußland. „ Berlin, 4. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Eine Sonderbeilage der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung“ enthält die Denkschrift über die Behandlung der deutschen Konsuln in Rußland und die Zerstörung der deutschen Botschaft in Petersburg. Es heißt in der Denkschrift u. a.: Unbelästigt entkamen die Beamten des Petersburger Geueral— konsulats, der Gerant des Generalkonsulats Moskau, die Beam⸗ ten des Konsulats Wladiwostok und des Generalkonsulats War- schau mit einer Ausnahme. Uebrigens wurde das Warschauer Kon- sulatspersonal in Wilna von betrunkenen Offizieren in der pöbel⸗ haftesten Weise beschimpft. Alle anderen Konsulatsbeamten wur⸗ 95 den verhaftet. Die Kanzleien und Privatwohnungen wur⸗ den durchgefucht, die Akten vielfach konfisziert und die Herren selbst wie gemeine Verbrecher behandelt. Konsul Freiherr von Lerchenfeld Kowno und Vizekonsul An⸗ ders⸗Tiflis sind noch immer, also seit acht Monaten, im Ge⸗ fängnis, wo sie auf das Empörendste behandelt werden. Freiherr v. Lerchenfeld befindet sich in der ungesunden Peter-Paul-Festung, wo er Sträflingstleider tragen muß und nur eine Holzpritsche als Lagerstätte hat; die gereichte Gefangenenkost ist ungenießbar. Vizekonsul Anders ist in einem als besonders ungesund bekaunten Zuchthause bei Tiflis untergebracht. Der in Warschau zurückge⸗ kliebene Hilfsschreiber Fibich ist nach einem Kosalendorf im 2 Gouvernement Orenburg, wo er der einzige Nichtkosake ist, ver⸗ bannt worden. Während alle Verhandlungen wegen des Aus- ttausches dieser Personen vergeblich waren, sind die anderen Be⸗ antten, nachdem sie sechs bis sieben sieben Monate in Rußland geschmachtet hatten, gegen Russen ausgetauscht worden, die man auf die Kunde von der Zurückhaltung unserer Herren noch hatte aufhalten können, die aber großenteils in Hotels angenehm leb⸗ ten. Soweit sie sich in Schutzhaft befanden, wurden sie durch⸗ aus rücksichtsvoll behandelt, während unsere Beamten, selbst wenn sie nach monatelanger Kerkerhaft auf freien Fuß gesetzt wurden, in den erntlegensten Nestern des finstersten Rußland ihr Leben Auunter schweren Entbehrungen fristen mußten. Ausgetauscht wur⸗ den fünf Konfuln, sechs Vizekonsuln, dreizehn Konsulats⸗ beamte und zwei Botschafts⸗Angestellte, im ganzen sechsundzwan⸗ gig Personen, nachdem sie monatelang von Ort zu Ort und von Gefängnis zu Gefängnis gehetzt worden waren. Mit ansgesuchter Grausamkeit wurde der Konsul Schönstedt in Sato behandelt, trotzdem er an einer schweren Krankheit bis zur Kriegserklärung mehrere Monate im Spital gelegen hatte. Er wurde in schniutzigen Polizeigefängnissen herumgeschleppt und dann nach Oreuburg abgeschoben; obwohl ihm das Gehen schwer fiel, wurde ihm sein Stock nicht belassen. Dort wurde Schoenstedt mit Kollegen in einem einfachen Raum mit Holzpritschen eingesperrt, dann wurden sie in das Gouvernementsgefängnis in-ein fleines Zimmer gebracht, das ganz dunkel war. Die Ge⸗ säaugniskost war nicht zu genießen. In diesem Gefängnis blieb Schobenstedt bis zum 28. Oktober, worauf er nach Orsk, einem kleinen Kirgisenstädtchen, von Orenburg 260 Werft Bahn⸗ und 150 Werft Schlittenfahrt bei 20 Grad Kälte, verbannt wurde. Eeime pöchst unnütze, vom Gouverneur Suchomlinow angeordnete Quéälerei, doppelt inhuman einem Herrn gegenüber, der von monatelanger Krankheit sehr geschwächt war und doch nur wenige Wochen im Gouvernement blieb. Am 28. November mußte er pereits die Rückreise nach Petersburg antreten, wo er bis zu seiner Entlassung in das Untersuchungsgefängnis kam. Der einzige Vorwurf, den man ihm wie den anderen Beamten machte, war, daß er dem Deutschen Flottenverein angehörte. Die Aufzählung der von den übrigen Herren erlittenen Leiden mürr. zu eintönig: in Uula, wo 104 Gefangene in einem Raum untergebranstt wren, kam auf jeden Gefangenen 1 Kubikmeter Luft. die gescheiterte Landung and en 3 Dardanellen. Koustantinopel, 6. Mai. WTB. Nichtamtlich.) Die illi“ schreibt: Die französischen diplomatischen Vertreter den neutralen Mächten zeigen einen fieberhaften Eifer, um die Zu dementieren, daß unter den bei Kum Kaleh gelandeten französischen Truppen, die wir zurückschlugen, sich musel⸗ mamnische Soldaten befanden, die zu uns übergingen. Wir nehmen ihnen den llebereifer nicht übel, berufen uns aber auf den Weneralstab des Generals d Amade, der die genaue Zahl der musel⸗ marischen Soldaten kennt, die sich unter den gelandeten Abteilun⸗ *„besonders im 60. Kolonial⸗Infanterieregiment, und zwar im ö daten Bataillon dieses Regiments, befanden, sowie auf die Zahl der in den Verzeichnissen des Generalstabes als verloren einge⸗ tragenen muselmanischen Soldaten. 1 Der neueste türkische Bericht. Konstantinopel, 6. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptguartier teilt mit: An den Dardanel⸗ len wurde gestern 85 unseres Angriffs gegen den lin⸗ ken Flügel des Feindes, der sich bei Ari Bur nu befindet, ein Bataillon des Feindes vernichtet und ein Teil seiner sehr stark ausgebauten Verschanzungen genommen. Mehr als 100 Gewehre und ein Maschinen⸗ 5 r wurden von uns erbeutet. Ebenso kostete gestern abend unsere Operation gegen Sedd ul Bahr den Eng⸗ ländern sehr schwere Verluste. Wir nahmen bei dieser Gelegenheit drei weitere Maschinengewehre und zahl⸗ reiche Munition. Bis jetzt haben wir im ganzen 10 Ma⸗ schinengewehrc erbeutet. Auf den übrigen Kriegsschauplätzen nichts von Bedeutung. 4 9 4 * 5 * * 1 Der Seekrieg. Kopenhagen, 6. Mai.(WB. Nichtamtlich.) Die 0 1 Ostafiatist Kompanie hat die Nachricht erhalten, daß 8 pfer„Cathey“ am Mittwoch abend gesunken itst. Ob er auf eine Mine gelaufen oder torpediert worden ist, steht nicht fest. Die Mannschaft ist gerettet und in Rams⸗ 5—— Land gesetzt worden Der Ort des Unglücks ist nicht annt. 5 London, 6. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des 6 Reuterschen Bureaus. Telegrammen aus West⸗Hartlepool zu⸗ polge ist der Fischdampfer„Stratton“ gestern in der Naordsee von einem deutschen Unterseeboot durch 5 Kanonenseuer versenkt worden. 7 . ** 9* 8 Das Ultimatum Japans. 5 Tokio, 6. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des RNeeuterschen Bureaus Wie gemeldet wird, ist das japanische Ultimatum an China den Mächten gleichzeitig mit einer Rechtfertigung des Vorgehens Japans mitgeteilt wor den. In gutunterrichteten Kreisen verlautet, daß die Regie⸗ rung mit der Absendung des Üktimatums an China warten will, bis weitere diplomatische Schritte ergebnislos ver⸗ laufen sind Die ganze Angelegenheit wird heute in einer Konferenz dem Kaiser vorgelegt werden. Aus dem Reiche. 3 Berlin, 6. Mai.(WTB. Amtlich.) In der heutigen Sitzung des Bundesrats gelangten zur Annahme: Die Vorlagen be⸗ treffend Ergänzung der Salzabgaben-Befreiungs-Ordnung, der Verarbeitung von Tapioka in Brennereien, Aenderungen des Tara⸗ der im Art. 4 revidierten Pariser Uebereinkunft zum Schutze ge⸗ werblichen Eigentums vorgesehenen Prioritätsfristen, der Entwurf von Bestimmungen über die Verwendung eines Teiles der durch den zweiten Nachtragsetat für 1914 bereitgestellten Reichs mittel für Zwecke der sozialen Kriegsinvalidenfürsorge. Dresden, 6. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Herzog Al⸗ brecht von Württemberg hat am 4. Mai folgendes Telegramm an den König gerichtet:„Ich eile, Dir untertänigst zu mel⸗ den, daß Deine 53. Reserve⸗Division unter der vortrefflichen Führung des Generals v. Watzdorf mit herrlicher Tapferkeit gestern und heute gefochten und den Gegner zurückgeworfen hat. Major v. Metzsch, Kommandeur des Reserve-Feldartillerie-Regi⸗ ments 53, hat durch vorzügliche Leitung des Feuers in hervor⸗ tretendem Maß zum Erfolg beigetragen.“ Hierauf sandte der König an den Kommandeur der 53. Reserve⸗Division von Watzdorf folgendes Telegramm:„Nach Meldung vom Armee⸗ Oberkommando hat die Division unter Ihrer vortrefflichen Füh⸗ rung mit herrlicher Tapferkeit siegreich gefochten. Die Führung der Artillerie durch Mafor v. Metzsch wird besonders gerühmt. Ich spreche der Diwpision meine ganz besondere Anerkennung und meinen wärmsten Dank aus.“ Sonderblatt des Gießener Anzeigers mit dem Tagesbericht der obersten Peeresleitung Zustellung täglich zwischen 1 und 5 Uhr, duch Sonntags- Bezugspreis 50 Pfg. monat ⸗; lich. Im Einzelverkauf 5 Pfg. durch dic Austrager und in der 6eschäftsstelle des Gleßener Anzeigers. i Aus Stadt und Cand. Gießen, 7. Mai 1915. Ein Musterschützengraben auf dem Trieb. In allen Kriegsgesprächen, Feldpostbriefen, Kampf⸗ berichten und Liebesgabensendungen gibt es wohl keinen Begriff, der eine größere Rolle gespielt hätte als der Schützengraben, jene raffinierte Maulwurfsarbeit, zu der die Entwicklung der Kriegsereignisse in Ost und West beide Parteien gezwungen hat. Nicht Hunderte und Tau⸗ sende, sondern Millionen von Menschen sind aus aller Wohnungskultur, einem Produkt jahrhundertelanger Ent— wicklung, herausgerissen und zu einem Dasein verurteilt worden, das die weiße Rasse eigentlich nur in vorgeschicht⸗ licher Zeit gekannt hat: zum Wohnen in Erdlöchern. Sind die Bewohner der Löcher Soldaten, dann hat man es eben mit Schützengräben zu tun. Freilich ist damit die Definition eines solchen wertvollen Hilfsmittels heutiger Kriegfüh— rung nicht erschöpft; und deshalb ist es jedem, der mit der Zeit gleichen Schritt halten und im Rate der Heim-Stra⸗ tegen Anspruch auf Geltung erheben will, zu empfehlen, die Schritte hinauf zum Trieb zu lenken und sich anzusehen, was es mit den militärischen Höhlen auf sich hat. Am e man zu diesem der Grünberger Straße nach und biegt direkt hinter dem Gefangenenlager links ab; dann gehts schräg quer über den Trieb auf eine alleinstehende Birke los; mit Feldherrnblick ist von dort aus zu erspähen, wo sich der Musterbetrieb etabliert hat. Dicht vorm Waldrand haben die beiden in Gießen liegen⸗ den Verwundetenkompagnien im Schweiße ihres Angesichts vierzehn? lang gebuddelt, gegraben und gehämmert. Dann war der ausgedehnte Gegenstand des kriegerischen Anschauungsunterrichts fertig, und nun liegen dort wackere Feldgraue, die sich einstweilen noch nicht ganz vom Arzte trennen dürfen, auf der Lauer, nicht um einem Franzosen das Lebenslicht auszublasen, nicht als Wacht am Rhein, sondern zu einem durchaus friedlichen Zweck: Sie warten auf zahlreichen Besuch, der am Eingang des zeitgemäßen Etablissements eine halbe Mark zu entrichten hat. Mit der Einnahme werden die braven Unternehmer Liebes⸗ gaben für die 116er anschaffen. Ganz abgesehen davon, daß diese uneigennützige Idee alle Unterstützung verdient, wird niemand es bereuen, seine Kenntnisse durch die Ansicht eines echten Schützengrabens erweitert zu haben. Alle Beschreibungen und Illustrationen geben von seinem Aussehen nämlich eine höchst unvollkommene Vorstellung. Tief in dem lockeren Sandboden haben die Soldaten ein ganzes Labyrinth von über mannstiefen Gräben, Gängen, Kammern und Unterständen angelegt, in dem ein ganzes Bataillon Platz hat. Nichts fehlt von all den Requisiten, die uns aus den Schilderungen der Feldbriese geläufig sind. Zwischen säuberlich abgeschrägten und verstützten Sandwän⸗ den— rechts und links rieselt es fein und langsam zur Grabensohle; Halbschuhe daher nicht zu empfehlen— gehts durch den vorderen Graben mit sichern Schießscharten⸗ anlagen und um eingebaute Splitterdeckungen herum in das Gewirr hinein. Aus der vordersten Linie führt ein schmaler Gang zum Verbandsraum. Patronenkasten lugen aus den Wänden der Gräben. Die Toilette, kein W. C. frei⸗ lich, fehlt nicht. Kreuz und quer fü die Gänge weiter zu den Unterkunftsräumen, die teils bombensicher, teils weniger massiv angelegt sind. Namen wie„Villa dicke Bertha“,„Malepartus“,„Zum Blindgänger“ usw. feiern hier eine friedliche Auferstehung. Mit allem Luxus ist die „Villa Hindenburg“ ausgestattet. Tief im Boden gelegen zeigt sie allerlei Annehmlichkeiten für die Führung: Eine aus Zweigen kunstvoll gefügte Moosbettstelle, ebensolche Stühle und Tische, Telephon zum Beobachtungsunterstand im ersten Graben(Benutzung zehn Reichspfennige), dichte Türen und Fenster und was dergleichen Verschwendungen mehr sind. Es ist nicht das Kleiuste vergessen, was die fleißige Anlage den Vorbildern in Feindesland ähnlich macht; und wäre nicht die liebenswürdige Führung eines Unteroffiziers oder Gefreiten, der allerhand von seinen Erlebnissen in die interessante 3 1 dabei — man würde kaum erstaunen, wenn Grabenrand plötzlich ein Turko auftauchen würde. So aber darf man unbesorgt den Schützengrabeninsassen auf dem Trieb einen Besuch machen; ihnen, den— 2 116ern und auch sich selbst macht man damit eine Sieht man sich dann im um, dann erinnert kaum mehr etwas an das un i Dorf. Den Führer hat die Erde verschluckt, zwischen den Gängen stehen Tan⸗ nen, Büsche und Grasnarben und verschleiern alle Spuren menschlicher Arbeit, und wenn nicht seitwärts aus einem Tannengebüsch die fidelen Stimmen der„Aufsicht“ drän⸗ rte, Entwurf eimer Besanntmachung betressend Verlangerung gen und nicht ein 11 5 05 Draht das Ganze vor zahlungs⸗ * 1 7 * unlustigen Besuchern bewahrte, Schritte kaum mehr ahnen, daß taillon stecken— könnte. da unten ein ganzes * 5 6 a Schulärztliche Tätigkeit. 8* Die körperliche Gesundheit des Einzelnen gewinnt im gegenwärtigen Kriege für die Gesamtheit an Wert, da fort⸗ während neue Soldaten eingestellt werden müssen und bei der Musterung nicht, wie zur Friedenszeit, wählerisch um⸗ gegangen werden kann. Deshalb ist es im Frieden wichtig, darauf bedacht zu sein, die Zahl der mehr oder minder un⸗ tauglichen zu mindern. Dazu trägt die seit einigen Jahren bestehende Untersuchung der Schulkinder durch den Schularzt bei 5 Dem Bericht des Schularztes Dr. Schenck über seine Tätigkeit in den 78 Landgemeinden des Kreises Gießen im Schuljahr 1913,14 entnehmen wir folgendes:. Die ärztliche Tätigkeit erstreckte sich auf 189 Klassen mit zusammen 11094 Schülern. Die mit Beginn des Schul⸗ jahres neu eingetretenen 1425 Kinder wurden einer vollstän⸗ digen körperlichen Untersuchung unterzogen. Nachgesehen wurden die unter Kontrolle stehenden Kinder. Von den 1425 Schulanfängern mußten 579— 40,63 Proz. unter ärztliche Kontrolle gestellt werden, während von den 9669 übrigen Schülern nur 1313— 13,74 Proz. in Kontrolle blieben. Im einzelnen wurde festgestellt— die Zahlen in Klammern beziehen sich auf die Schulanfänger—: lecht genährt 0,23(2,66) Proz., unrein 0,28(2,03) Proz., davon mit Kopfläusen 0,08(0,28) Proz., Ausschlag und Hautkrank⸗ heiten 0,25(1,8) Proz., flache oder deformierte Brust 0,23 (2,66) Proz., Brüche oder Bruchanlagen 1,01(2,3) Proz., Verbiegung der Wirbelsäule 1,62(8,6) Proz., Veränderun der Glieder 0,42(0,7) Proz., Veränderung im Munde un Rachen 1,35(5,9) Proz., Verhinderung der Nasenatmung 1,93(9,7) Proz., Stotterer, Stammler 0,36(0,8) Proz., ungenügende Augenschärfe 4,58(0,00) Proz., Augenkrank⸗ heiten 0,68(2,5) Proz., schlechtes Gehör 0,51(0,4) Proz., Ohrenkrankheiten 0,32(0,2) Proz, allgemeine Erkrankungen und Krankheiten innerer Organe 0,11(0,07) Proz., Tuber⸗ kulose und Skrofulose 0,85(0,9) Proz., blutarm 0,88(6,7) Prozent, schwachsinnig 1,27(0,34) Proz. Wie die Untersuchung ergab, ist der Gesundheitszustand der Kinder im allgemeinen günstig. Eine Untersuchung der Schulrekruten vor Eintritt in die Schule war durch ver⸗ schiedene Umstände unmöglich. Allerdings ließe sich diese nicht in allen Gemeinden vornehmen, zumal die schulärzt⸗ liche Tätigkeit nebenamtlich versehen wird.— Neben der Untersuchung der Kinder erstreckte sich auch die schulärztliche Tätigteit auf die Einrichtungen der Schulzimmer, Schul⸗ häuser, Abortanlagen usw. In dieser Hinsicht hat sich er⸗ geben, daß noch manche Schule keine Turngeräte besitzt. Eine andere Einrichtung, der bisher wenig gedacht wurde, ist die Schaffung eines Händewaschraums für die Kinder. Eine selbstverständliche Forderung, der auch noch nicht in vielen Schulen entsprochen ist, ist eine Wasch⸗ gelegenheit fün den Lehrer.— In 30 Gemeinden waren Ein- richtungen in schulhygienischer und schultechnischer Hinsicht verbesserungsnötig.— Ein Versuch, die Eltern über Alkohol⸗ mißbrauch in einer Gemeinde mit besonders zahlreichen degenerierten Kindern aufzuklären, mißlang. * * * Militärische Ausbildung der. In den beiden letzten Wochen erstreckte sich die Ausbil⸗ dungstätigkeit an den Mittwochabenden auf Vorübungen. im Bajonettieren und Turnen, während au den Samstag⸗ Abenden die Sicherung ruhender Truppen durch Feld⸗ wachen, Vorposten und Patrouillen unterrichtet und praktisch! geübt wurde. Diese Nachtübungen sind für unsere Jugend außerordentlich lehrreich und werden von ihr mit größtem Interesse ausgeführt. Eine Ersatzabteilung, die nach Ostern sich angemeldet hatte, konnte nunmehr in die Kompagnie eingereiht werden. 71 ** Schul nachrichten. Der gesamte Nachwuchs für unsere Schulen betrug bei Beginn des neuen Schuljahres 528 Köpfe(gegen 572 im Vorjahre). Es sind dies 8 ¾8 Proz. weniger als 1914. Es handelt sich um 262 Mädchen(280) und 266 Knaben(292), und es entfallen davon auf die Volks⸗ schule 382(405) ABC-Schützen, und zwar 194(206) Knaben und 178(199) Mädchen. In den höheren Schulen wurden neu eingeschult: Höhere Mädchenschule 42(38), Erweiterte Mädchenschule 42(43), Gymnasium 28(40), Realschule und Realgymnasium 44(46), im ganzen 84(81) Mädchen und 72(86) Knaben. Bemerkenswert ist, daß trotz der vor einem Jahr beschlossenen Schulgelderhöhung unserer Töchterschulen deren Besuch stark zugenommen hat, beläuft sich doch zurzeit deren Gesamtbesuch auf 815 Schülerinnen gegen 799 im Vorjahre, von denen 465(446) auf die Höhere und 350(353) auf die Erweiterte Mädchenschule entfallen, * Zahlungen an Postkassen mittels Schecks. Zur Förderung der bargeldlosen Zahlungen wer⸗ den, wie die Postverwaltung verbreitet, bei den an Reichsbank⸗ plätzen befindlichen Kassen der Reichs⸗Postverwaltung außer Post⸗ schecks und Reichsbankschecks auch Schecks auf Banken, Anstalten, Genossenschaften und Sparkassen in Zahlung genommen, wenn die im Scheck als Bezogene genannte Bank usw. ihre Geschäftsstelle int Orte hat und ein Girokonto bei der Reichsbankstelle des Ortes unterhält. Terartige Schecks können u. a. in Zahlung gegeben werden bei Einzahlungen auf Postanweisungen und Zahlkarten, beim Einkaufe von Wertzeichen im Betrage von mindestens 20 Mk., bei Entrichtung von Fernsprechgebühren, gestundeten Portobeträgen, Telegrammgebühren, Zeitungsgeld, Schließfachgebühren. Die mit Scheck eingelieferten Postanweisungen und Zahltarten werden von den Postanstalten abgesandt, sobald die Reichsbank den Betrag der Postkasse gutgeschrieben hat. Es ist dafür gesorgt, daß diese Gut schrift möglichst rasch erfolgen kann. Eine vorzeitige Ab?⸗ sendung der Postanweisungen und Zahlkarten— vor der Gut⸗ schrift— tritt jedoch ein, wenn die Teilnehmer an dem Verfah⸗ ren für die von ihnen ausgehenden Postanweisungen und Zahl⸗ karten beim Postamt bis zur Höhe der Einzahlungen Sicherheit geleistet haben. Die von öffentlichen Pehörden, Kassen und An⸗ stalten sowie von Sparkassen der Kreise, Stadt- und Landgemein⸗ den aufgelieserten, mit Schecks beglichenen Postanweisungen und Zahlkarten werden ohne Sicherheitsleistung vor der Gutschrift der Schecks abgesandt, wenn sich die Behörde usw. mit der Postanstalt über das ein⸗ für allemal zu beobachtende Einlieferungsverfahren e Versendung von Paketen während der Pfingstzeit. Die Versendung mehrerer Pakete mit einer Paketkarte ist, wie die Postverwaltung mitteilt, für die Zeit vom 17. bis einschließlich 22. Mai auch im inneren deutschen Verkehr nicht gestattet.. A » Reichswochenhilse. In dem der heutigen Nummer des Gieß. Anz. beiliegenden Kreisblatt ist eine Bekanntmachung des Stellvertreters des Reichskanzlers enthalten, wonach die Wochenhilse für die Dauer des Krieges eine entsprechende Ausdehnung von Jahren hat. Wir weisen hiermit auf diese kanntmachung besonders hin. 5 5 * Hungerpakete aus Amerika. Auch; Gießen verirren sich jetzt, wie wir es schon von Orten berichteten, Nahrungsmittelsendungen für die gernden“ Deutschen. Wurde da ein alter Gießener 2 auf das Zollamt beordert, um ein aus Am erita 2 5 Stelle zu nehmen, und was findet er 1 det ihm 5 Pfd. Mehl, Kakao. Es zeugt dies chkeit, nebenbei aber ist 8 chan s schwarz in schwarz zu malen. * Baumblüte. Der älteste und der schönste Kirsch⸗ baum in unserer Stadt steht augenblicklich in voller Blüten⸗ pracht der Baum, der unmittelbar auf der Grenze zwischen der Synagoge und dem Alkesschen Grundstück an der Süd⸗ anlage steht. Nach den Akten der Israelitischen Religions⸗ gemeinde ist der Baum über fünfzig Jahre alt; er stand schon an der Stelle, als mit dem Bau der Synagoge 1865 angefangen wurde. Man entfernte den Baum, der auf der Grenze des Bauplatzes stand, damals nicht aus rituellen Gründen, die es verbieten, einen Früchte bringenden Baum zu fällen. Landkreis Gießen. Lich, 6. Mai. Dem Unteroffizier der Landwehr Christian Vater vom Feld- Art.⸗Regt. 61 von hier wurde die Hessische Tapferkeits medaille verliehen. n Lindenstruth, 6. Mai. Von den aus hiesiger Gemeinde ins Feld gerückten Männern war es dem Landsturmmann Karl Maurer vergönnt, sich besondere Lorbeeren zu erwerben. Nach- dem er einige Wochen in Gießen Dienst getan, rückte er mit dem Landsturm-Bataillon Darmstadt IV ins Feld. den Kämpsen erwarb er sich das Eiserne Kreuz 2. Klasse und die Hessische Tapferkeitsmedgille und wurde kurz hintereinander zum Gefreiten und Unteroffizier befördert. Außer ihm wurde von den Söhnen rer Gemeinde noch der Musketier Lud. Weiß vom Infanterie-Regiment 116 mit der Hessischen Tapserkeitsmedaille ausgezeichnet. Starkenburg und Rheinhessen. Langen, 6. Mai. Oberamtsrichter Geheimrat Itt mann ist hier im Alter von 70 Jahren verstorben. Am hiesigen Ge⸗ richt war der verdiente Beamte 21 Jahre tätig. n Aus dem Kreise Offenbach, 6. Mai. Wegen Ver ⸗ geheus gegen die Kriegsbäckerei-Bestimmungen wurde gegen den Bäckermeister Sp. aus Groß- Steinheim durch das Ossenbacher Schöffengericht eine Geldstrafe von 100 Mk. verhängt. Seine elf 0 n aus Offenbach und Mühlheim kamen mit einer ge- Hessen⸗Nassau. 12 Frank furt a. M., 6. Mai. Beim Ueberschreiten der Gleise an f linderen Geldstrase durch. ber den Sitze beansprucht ihrer Fraktionsstärke entsprechend die so⸗ zialdemokratische Partei. In einer gestern abgehaltenen Magistratswah Sitzung des lausschusses wurden zwar die Wünsche der Sozialdemokraten als berechtigt anerkannt, doch lehnten die Fortschrittler und Nationalliberalen die Ansprüche der Sozial⸗ demokraten ab und verlangten von diesen im Interesse des Burg⸗ 15 die Zurückstellung ihrer Wünsche bis auf spätere X. Hanau, 6. Mai. In der heutigen Stadtverordneten sitzung wurde einem neuen Bertrage der Stadt Hanau mit dem Theaterdtrektor Adalbert Steffter zugestimmt, wonach dem Direktor Steffter das hiesige städtische Schauspielhaus nach Ab- lauf des jetzigen Bertrages im Herbst 1916 auf eine kurzfristige 71* 16. September 1916 bis 15. Mai 1917, weiter über⸗ a h. Bad Homburg v. d. H., 6. Mui. Bon zwei kriegs⸗ gefangenen Franzosen, die am Sountag aus dem Wetz⸗ larer Lager antsbrachen, wurde einer im nahen Dorn⸗ X Kassel, 6. Mai. Aus Anlaß des Krieges haben Porstand und Ausschuß der Landes versicherungs-Anstalt Hessen⸗ Nassau bisher insgesamt 17 373 200 Mk. zur Verfügung gestellt. Ats Ehrengabe an die Hinterbliebenen der ihren Wunden erlegenen Kriegsteilnehmer, soweit solche zuletzt Marken der hessen-nassauischen Landesversicherungs⸗Anstalt geklebt haben, ist bis zum 31. März d. J. der Betrag von 64 360 Mk. ausbezahlt worden. 8 Vermischtes. Schwierige Lage der Seehunds jagd. Auch die Seehunds jagd ist durch den Krieg in eine schlimme Lage geraten, da es infolge des Darniederliegens aller Geschäste ganz unmöglich ist, den vorjährigen Ertrag von etwa 300 000 Fellen, die in Händen der New Porker Maller sich befinden, abzusetzen. An den e ist. Vom Standpunkt des Naturfreundes aus wäre eine solche Einstellung der Seehundsjagd nicht genug zu begrüßen, indem dann die zu stark verfolgten Tiere Gelegenheit hätten, sich wieder etwas reichlicher zu vermehren. In London war im Herbst der Gedanke aufgetaucht, aus Seehundsfellen Winterkleider für die Feldsoldaten herzustellen. Indessen hat man von seiner Ausführung bisher nichts weiter gehört. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Die von Westen heranrückende Tepression reicht mit einem Teiltief über Mitteldeutschland, die uns heute über ganz Deutsch⸗ land verbreitete Gewitter bringen wird. Morgen werden wir wieder mit Abnahme der Bewölkung zu rechnen haben. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 8. Mai 1915: Ziemlich heiter, trocken, mild, nordwestliche Winde. Letzte Nachrichten. Die Verdienste an der Karpathenschlacht. Wien, 7. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Von zustündiger Stelle des k. u. k. Oberkommandos erhielt das Kriegs⸗ pressequartier nachstehende Mitteilung: Während es unter den an der Führung der Heere Be— teiligten ganz ausgeschlossen erscheint, Einzelverdienste und wichtige Einzelerscheinungen besonders hervorzuheben, wer⸗ den in der Publiziftik nicht selten bestimmte Erfolge an ein⸗ zelne Persönlichleiten geknüpft. So ist dies auch hinsichtlich der jüngsten Ereignisse in Galizien vielfach der Fall ge⸗ wesen. An den Anschlägen und an den Plänen im Kriege arbeiten stets mehrere; der oberste Feldherr deckt sie dann mit seiner Verantwortung. Was die jetzige Operation in Westgalizien betrifft, war sie ingleicher Weise bereits im März geplant, und es wurden damals die überhaupt verfügbar zu machenden Krüfte zum Durch⸗ stoß an der stets als entscheidend angesehenen Richtung über Gorlice in die Beckenreihe gegen Zmygrod angesetzt. Diese Kräfte erwiesen sich jedoch als numerisch zu schwach, um trotz anfänglicher Erfolge bei Senkowa und Gorlice einen Durch⸗ stoß der hartnückig verteidigten feindlichen Front zu bewirken. Erst das vom General von Falkeuhayn vorge⸗ geschlagene und von der Deutschen Obersten e verfügte Ange bot, starke deutsche räfte zu einem Vorstoß heranzuführen, schuf die Grundlage für dessen Gelingen durch die un⸗ vergleichlich starke Macht und den glänzenden Er⸗ folg des 1. Mai durch die Armeen von Mackensen, Erzherzöge Josef und Friedrich, und Boroeviec. ** 8* Die russische Niederlage in Westgalizien. K. K. Hriegspressequartier, 7. Mai. Heute. am 6. Mai, vormittags 10 Uhr, wurde Tarnow von unseren Trup⸗ pen besetzt. Es war seit gestern auch von Süden her bedroht worden und die Straße Tarnom. Pilzno, die für den Rückzeig der Rußsen wichtig ist, wurde unter unser Axtilleriesener genom- men. Dem Rückzug der geschlagenen dritten russischen Armee Deri⸗ triew folgt die Armer Mackensen bereits bis in den Raum von Jaslo und Dufla. Die dritte österreichisch-ungarische Armee Borde⸗ dic nähert sich der Verbindung mit der Armee Mackensen. Anch dir zwischen den beiden Armeen eingellemmten russischen Beskiden⸗ truppen machen verzweifelte Anstrengungen, sich der Umklammerung zu entziehen, erleiden aber auf der Flucht fortgesetzt schwerste Ver⸗ luste. Die Zahl der Gefangenen beträgt jetzt über 50 000; immer weitere Tausend kommen noch hinzu. Im Oravatal wurde ein Nachtangriff der Russen auf Ostry von dem Korps Hoffmann blutig abgewiesen. Allenthalben schreitet die Offensive vor. Die Straße Tarnow Pilzuo, dir die Rusfen mit großer Machtent⸗ fal decken, um chre großen Vorräte abtransportieren zu kön⸗ nen, ist unter Feuer genommen worden. Die aus Ungarn Anser b Russen werden ebenfalls von der Armee Borvevic ver⸗ folgt und sind nun auch östlich des Lumlow⸗Passes im Rückzuge. Italien. Basel, 7. Mai. Die Basler Nachrichten geben folgenden Ausspruch einer gut infor wiert en italienischen Per- fönlichkeit wieder: Ich bin überzeugt, daß wir keinen Krieg führen werden. Wenn wir jedoch dazu genötigt werden sollten, so werden alle ohne Ausnahme mitmachen. Wer etwas anderes Maubt, der kennt das italienische Volk nicht.. Ter Avanti schreibt: Die kleine Klique, die unter dem Vorwand eines militärischen Spazierganges seit 3% Monaten alles opfert, ohne etwas anderes zu erreichen, als das Unglück des italienischen Volkes, will Italien in einen schrecklichen Krieg stürzen, Italien, an dessen Füßen das Bleigewicht Libyen hängt. Der„Bund“ schreibt: Der Bericht, den die italienische offi⸗ ziöse Mgentur Stefani über die Frier in Quarto ins Ausland sandte, zeichnet sich ebenso durch eine ungewöhnliche Kürze, wie durch gewisse Redewendungen aus, wie, die Feier hatte einen vollen Daß ihr das un großen und ganzen gelungen ist, macht die starke Hand, in der heute das Steuer Italiens ruht. Dem Bund zu⸗ 1 80 veranlaßte Tittoni d Anunzio einen Teil aus seiner Rede zu streichen. Die Interessen Italiens und Serbiens an der Adria. Zürich, 7. Mai. Das„Journal des Débats“ unterzieht die Interessen, die Italien und Serbien an der Adria haben, einer abermaligen Betrachtung. Das Adriaproblem sei aber durch die verschiedenen Nationalitäten fehr schwie⸗ rig. Man müsse wissen, daß diese es vorziehen, unter öster⸗ reichischer Herrschaft zu bleiben, als unter eine andere Fremdherrschaft, das heißt, Italiens, zu geraten. Der Seekrieg. Kopenhagen, 7. Mai. Der schwedische Dampfer„Meri⸗ kana“, der gestern aus Hull kommend Stavanger anlief, wurde im nördlichen Teile der Nordsee von englischen Kreuzern vor deutschen„IU“-Booten gewarnt, die von englischen Kreuzern ge⸗ jagt, aber entkommen seien. Stocholm, 7. Mai. Wie„Stockholms Didningen“ aus Helsingborg meldet, ist der Helsingborgdampfer„Nautic“ auf der Reise nach dem Tyne in der Nähe der schottischen Küste von einem deutschen Unterseebvot angehalten worden. Nach⸗ dem der Kapitän sich an Bord des Unterserbootes begeben und nrit seinen Schiffspapieren legitimiert hatte, durfte der Dampfer seine Reise fortsetzen. Der Götheborger Dampfer„Hollandia“, der Mittwoch aus Methil in Gütheborg eingetroffen ist, hat unterwegs die Besatzung eines torpedierten englischen Fischer⸗ bootes gerettet. Die Besatzung wurde später von einem eng⸗ lischen Kreuzer an Bord genommen. Die Manuschaft berichtet. daß sie gesehen habe, wie eine Anzahl englischer Fischdampfer von deutschen Unterseebooten versenkt worden fei. Aus dem englischen Unterhaus. London, 7. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Unterhaus. In einer kurzen Besprechung der Operationen an den Darda⸗ nellen erwähnte Asquith die erfolgreiche Landung der Alliier⸗ ten an sechs verschiedenen Punkten und betonte besonders den Fort⸗ schritt der Division, die bei Sed⸗ül⸗Bahr gelandet set und sich jetzt auf der Strecke zwei Seemeilen nach dem Innern der Haspinsel zu befinde Die festgesetzten Operationen würden unter sehr befriedigenden Bedingungen fortgesetzt. Die englischen Verluste an den Dardanellen. Genf, 7. Mai. Einer Privatmeldung aus Kairv zufolge ordnete General Hamilton an, daß nur ein ganz ge⸗ ringer Prozentsatz der an den Dardanellen Verwundeten und vornehmlich der Leichterverletzten nach Aegypten gebracht werde. Bestimmend hierfür war die Besorgnis, daß die Nachschübe durch den Anblick der Schwerverwun⸗ deten sichentmutigen lassen könnten. Trotz dieser Vor⸗ sicht weiß man heute in Aegypten, daß die Gesamtlage der Hamiltonschen Streitmacht ungünstig ist. Kriegsgefangene als Arbeiter in russischen Fabriken. Stockholm, 7. Mai. Die„Nowoje Wremja“ meldet aus Moskau: In der letzten Zeit verlangten viele Arbeiter auf Grund der unerhörten Lebensmittelteuerung eine Lohn⸗ erhöhung. In den metallurgischen Fabriken wurden nun die Löhne erhöht. Viele Fabriken in Moskau haben jedoch in letzter Zeit Kriegsgefangene als Arbeiter ein⸗ gestellt. Die erste Abteilung von Kriegsgefangenen hat bereits in einer der großen Fabriken ihre Arbeit begonnen China und Japan. Rotterdam, 7. Mai. Ein Telegramm Reuters aus Tokio meldet: Nach den letzten Auslassungen informierter Kreise wird die Regierung die Absendung eines Ultima tums an China verschieben, da noch nicht alle diplo⸗ matischen Wege erschöpft seien. ö Autlicher Teint. Bekanntmachung. Betr.: Den Ankauf von Wiesenheu. 5 1 Die Landwirtschaftliche Central⸗Darlehnskasse für Deutschland, Filiale Frankfurt a. M., ist von der stellvertretenden Intendantur des XVIII. Armeekorps daselbst als Kommissionär zum Heuankauf für die Ankaufsbezirke der Proviantämter Hanau, Darmstadt, Mainz ernannt worden. Angebote von Heulieferungen können daher auch an die genannte Central-Darlehnskasse gerichtet werden. Gießen, den 6. Mai 1915 N Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Usinger. Betr.: Erhebung der Vorräte an Getreide und Mehl am 9. Mai 1915. An den Oberbürgermeister der Stadt Gießen und an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Sie wollen uns umgehend berichten, wieviel ausländi⸗ Harte des Wanderungsgebietes Verlag derBrühl'schenbniversitäts- Buch- und Steindruckerei · R. Lange Fernsprecher 51 Gieben. Schulstraße 7 Achtung! Rentung! 5 Morgen Samstag, den 8. Mai: 14050 nochmasig. extra großer Verkauf Hotel Felsenkeller, Gießen. Von allen neuen u. Salvator-Stiefel Fuß bekleidung nach Maß und Reparatur in eigner Werkstãtte. L. Bernhardt Schuhmachermeister Fernsprecher 435. Schulstr. 10 Haltestelle der Straßenbahn- . Fangplätzen selbst, namentlich auf Neu-Fundland, sollen weitere] Erfolg. Man will in italienischen offiziellen Kreisen, so glauben sches Getreide und Mehl nach dem 1. Februar 1915 in Ihre 2333 000 Felle lagern. Man trägt sich deshalb mit dem Gedanken,] wir, peinliche Momente vermeiden. Wie es heißt, hat Salandra] Gemeinde eingeführt worden und wieviel hiervon gegenwärtig noch die Seehundsjagd, die seit Jahren einen wichtigen Erwerbszweig] selbst einen Vertreter der Interventionisten kommen lassen und ihm vorhanden ist. Fehlanzeige ist gegebenenfalls erforderlich. der Neufundländer bildet, in diesem Jahre ganz ruhen zu lassen, nahe gelegt, die Interventionisten möchten ihre Zunge im Gießen, den 6. Mai 1915. g zumal der Absatz von rohem Tran nach Deutschland, der sonst den Za wme halten. So hat die Regierung alles daran gesetzt, Großherzogliches Kreisamt Gießen. Hauptteil dieses Handels ausmachte, vorläufig unmöglich geworden! die Feier rein patriotisch ohne aggressiwe Momente zu veranstalten. Dr. Usinger. 5 e. /e 5 5 1 2 Wanderungen 5 leigt. Hahn, Piessen g Günst Oel heit 50 rund Urn Gießen un 8 E S S S S N el Neustadt 2 Szmenhandlung. 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