5 1 9 5 . 1 8 r. 100 Zweites Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die„Gießener Familienblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den reis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Zeit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. h 105. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Donnerstag, 6. Mai 1018 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗ straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: 51, Schrist⸗ leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. * Kriegsbriefe aus dem Osten. Bon unserem zum Ostheere entsandten Kriegsberichterstatter (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Die Einnahme und der Brand von Szawle. Szawle, den 1. Mai. Im Gouvernement Suwalki begann unter mächtiger Kano⸗ nade auf der ganzen Linie der Vorstoß als die austrocknende Wirkung von Sonne und Wind ihre Schuldigkeit getan hatte. An dem einen Tage, da ich wieder in Suwalki war, dröhnte das Feschützfeuer die ganze Nacht. Ein fast taghelles Voll mondlicht ließ deutlich auf weite Strecken Ziel und Wirkung erkennen. Am Morgen ratterten die Maschinengewehre, das russische Feuer schien nur schwach zu antworten, auf einer Strecke von über zwanzig Kilometern stieß unsere Front vor. Inzwischen waren Armeegruppen auf dem nördlichsten Flügel bei Tilsit und Memel versammelt worden. Ganz allmählich hatte man die Trains und Kolonnen verschoben, ganz allmählich, ohne den üblichen Bahnverkehr einzuschränken, die Truppen gesam⸗ melt. In der Mitte der Woche fingen die großen Kavallerie⸗ massen, die den verschleiernden und aufklärenden Vorhut⸗Gürtel bildeten, an zu reiten. Der russische Befehlshaber fürchtet das Schicksal der 10. russischen Armee, in toller Flucht riß er seine Truppen zurück. Keine der vorbereiteten Stellungen wurde auch nur ernstlich zu halten versucht. In Eilmärschen, die an die deut⸗ schen Divisionen gewaltige Anforderungen stellten, folgte die deut⸗ sche Infanterie dem Vordringen der Kavallerie. Die Erfolge, die zunächst in der Unterbindung der wichtigen nien von Libau und zum völligen Abscheiden des Hafens 0 Kriegshafens) vom Verkehr führten, sind bekannt. Schon am Donnerstag wurden die russischen Stellungen von Szawle erreicht. Hier versuchten die Russen Widerstand, um den wichtigen Kno kt wenigstens zu halten. Aber gleichzeitig mit dem Fron griff der Truppenteile, die auf der Reichs⸗ straße gen— Mitau heranmarschiert waren, setzte ein Flan⸗ kenstoß der östlichen Flügeltruppen ein, die auf der neu geschlage⸗ nen Schiffsbrücke die Memel überschritten hatten und die Stel⸗ lungen von Südosten her flankierten. Die Russen hatten von dieser Seite sichtlich keinen Angriff erwartet, sie hatten die Einkrei⸗ fung zu befürchten und verließen in den Morgenstunden vom Freitag fluchtartig ihre Positionen, wurden durch die Stadt ge⸗ trieben und auf der Straße nach Mitau verfolgt. Am Freitag vormittag kam ich nach Szawle. Eine ganz hübsche Stadt, vielleicht 25000 Einwohner. Artillerie trabte durch die Straßen, Kolonnen sammelten sich, Offiziere von den Stäben suchten Quartier⸗ und Arbeitsräume für den Kommandierenden. Die Telegraphenabteilung zog mit den Drahtrollen umher. Wir — 5 in eines der großen Hotels, das einmal Berliner Hof ge⸗ — hatte. Jetzt nannte es sich Bristol. Eine jammernde Frau am uns entgegen. Sie war schwer zu verstehen. Alles Perfonal wäre geflohen, das Haus wäre in Brandgefahr. Wir sehen uns die Zimmer an. Es gab ein paar sehr einladende, frisch überzogene Betten, sehr ordentliche Räume.„Na also!“„Bitte!“ sagte die 11 und zeigte auf eines der Zimmer, das nach dem Hof ging. Da stand roter Schein vor den Fenstern.„Es kommt näher, es wird nehmen alles,“ sagte die Wirtin. Inzwischen kamen Herren. vom Stabe. Das war hier eine unsichere Einquartierung, erstens, wenn es nicht brennen sollte, war dies Haus das gegebene Stabs⸗ quartier, zweitens, würde es 1 brennen. Also. Wir zogen weiter. An einer Ecke, jetzt sah man schon dicke Brandwolken am a 5 5 war ein verschlossenes Hotel. Klopfen half nichts. Die gend schien sonst qut.„Wo sind die Wirte?“„Weiß ich nix,“ sagte ein Jude.„Wo kann man einen Schlüssel bekommen?“ ind die Leut' fort, ist geschlossen das Hotel.“ Die Leute grinsten * feat, Die Tür wurde gesprengt. Große Räume, ein kleiner Eß⸗ saal, Bettstellen mit Matratzen. Das Gepäck kam herauf. Zwei⸗ stündiger Wachdienst wurde vom Hauptmann V. organisiert. Es schien alles in Ordnung. Nur von den Hinterfenstern aus sah man 2 hier ein scharfes rotes Licht, das die Zimmer seltsam beleuchtete. Das Straßenbild hatte sich inzwischen noch bunter entwickelt. Es war ein Drängen und Schieben und Laufen, ein Fragen, Hasten, Schreien, daß ich zunächst annahm, die Bürger von Szawle hätten über den Schrecken, daß der Krieg hier in ihre Stadt ge⸗ griffen hätte, den Verstand verloren. Dann aber, als ich um die nächste Ecke bog, sah ich die Flammengeißel, die diese vor Angst sinnlosen Menschen schlug. Ein wogendes, leuchtendes Flammen⸗ meer war der ganze Ostteil der Straße. Im Vordergrund glühte und flammte es dunkelrot, und das Ende der Straße war nicht eee eee erer err i--- Z mehr zu erkennen, wie eine schwarze Gewitterwolke hing der dicke Rauch über dem Osten vom Himmel bis auf die Erde nieder. Die Leute hatten ihre Habseligkeiten, wie sie die irrsinnige Eile er⸗ faßte, auf die Straße gerettet, aber kaum standen die Möbel, die Bündel, die Geschirre auf dem neuen Platz, als die roten Fahnen sich schon von dem neuen Dach schwangen und nach dem arm⸗ seligen Gerümpel wehten. Der Wind ging stoßweise und nahm eine Zeitlang sturmartigen Charakter an. Eines der glühendsten und schaurigsten Bilder, die ich je in diesem Kriege gesehen, ent⸗ rollte sich in der nächsten Stunde. Denn die Stadt begann jetzt an drei Seiten zu brennen, Qualm und Hitze schlug von allen Seiten herein, das Feuer riß die Häuserreihen nieder, wie es vordem einzelne Häuser gefaßt hatte. Von unseren Truppen waren nur ein paar Fußkranke und Kolonnen in der Stadt. Wo die Feuerspritzen waren, lonnte man nicht herausbekommen. Die Einwohner schrien:„Retten Sie, helfen Sie“ oder ein paar gebildete Juden und Polen stellten sich vor und sagten:„Sie müssen helfen!“„Wo ist der Bürgermeister?“ 2 geflohen?“„Wo sind die Spritzen?“„Mer wissen sie nicht.“„Sie müssen helfen?“ Ich habe aber weder von Polen noch von Juden einen gesehen, der auch nur den kleinen Finger gerührt hätte, einem andern zu helfen. Ein paar Offiziere und der Divisionspfarrer sprangen zu und retteten mit Cinsetzung ihres Lebens ein paar Leute aus den Häusern. Sie taten alle, was möglich war. Mit dem Revolver mußte man die Einwohner zurücktreiben, damit sie nicht in die brennenden Häuser sprangen, um irgend ein Stück armseligen Plunders zu retten. Sie schlepp⸗ ten sich mit Säcken voll Krawatten, mit Bündeln von Koch⸗ geschirren, mit eilig zusammengebundenen Handelsartikeln, wäh⸗ rend die deutschen Offiziere und Mannschaften derweilen die Kinder und Greise retten mußten. Ein Bild sah ich, das allein von anderem sprach als von Abstoßendem: Ein alter jüdischer Lehrer sprang trotz der Versuche, ihn zu halten, in ein brennendes Haus zurück. Seine Frau und seine Tochter schrien gellend auf. Der Mann kam glücklich wieder heraus und trug im schwarzen, silberbestickten Samttuch die Thora, es war das Einzige, was er gerettet hatte.. Inzwischen drohte die ganze Straße von der Seite abge⸗ schnitten zu werden; aus dem Dach des Eckhauses, an dem vorbei man allein noch den Rückweg gewinnen konnte, schlugen schon Flammen. In ein paar Minuten brannte auch dies ganze Viertel im Rücken. Die Einwohner saßen auf ihren Sachen und starrten in die Flammen, kräftige junge Burschen und Männer aus den noch nicht gefährdeten Stadtteilen schlenderten umher und sahen das Ganze als aufreizendes, interessantes Schauspiel. Mit Knüffen und Püffen zwangen wir sie, die Habe ihrer Mitbürger rückwärts zu retten, dann bildete die kleine deutsche Gruppe, die voran stand, eine Kette und wir trieben die Einwohner zurück, an dem Eckhaus vorbei, aus dessen Fenstern auch schon die Flammen weit über die Straße leckten, als der Divisionspfarxer den letzten Mann, einen alten, rechlichen Juden, vorüberschleppte Durch eine Nebenstraße, die im Bogen herumführte, ging ich Mensch. Es schien antritt darstellt, mit dem nach urr⸗ hier. Wenn man einen ick stille stand, hörte man deutlit ein trockenes, hartes Geräusch. Als ob innladen auf⸗ i schlügen und zermahlten. Das Feuer fraß e und und immer gieriger zermalmte. r uns war die Lage nun so: Die Straße nach Südwesten, auf der wir allein die Reichsstraße nach Tauroggen errei konnten, hatte inzwischen schon Feuer gefangen. Die beiden an⸗ deren Seiten der Stadt waren ein Glutmeer Blieb nur die Straße nach Norden. Dort war noch Rückzugsgefecht, über dessen Stand in dem Chaos der brennenden Stadt nichts zu erfahren war, na⸗ türlich. Die Russen konnten Verstärkungen herangebracht haben, es war zu vermuten eigentlich. Also mußten zunächst, solange es vielleicht noch ging, die Autos aus brennenden Stadt ge⸗ fahren werden. Das Gepäck wurde ver Das eine Auto fuhr. Unser Auto hatte noch einen kleinen Aufenthalt. Dann„Los!“ Kolonnen stehen dicht gedrängt, die Pferde sind unruhig von Rauch und Geschrei, aber in 3 Ordnung 25 doch alles weiter, um die Straße nach Mktau, auf der die Truppen vor⸗ rücken, zu gewinnen. Jetzt wird die Straße leer. Rechts und das Fazit von seinen inneren Kämpfen und ssen Und dieses Ergebnis sind Abgründe und Höllen. 5 Keines von den Kammerspielen aber wirkt stärker als die bein 5 uper“ vereinigt. Tausendsaches Unrecht hat jedes diese⸗ r e alen kommt der Alte, dessen Braut der Oberst t fordert höhnisch fein Recht aus den Schuldscheinen des Oberst, die er aufgekauft. Er deckt die ö Aber die Hausfrau,„die Mumie“ genannt, stärker a ö schuldiger, stärker durch Buße und Reue, entschleiert noch ihn und seine eigene Untat. Ein„Menschenjäger“ war er, der die Men⸗ schen zu unterjochen und zu vernichten verstand. Sie befiehlt dm, seinem acktzigjährigen Leben ein Ende zu machen, und er tuts.„Für die Zornestat,, die du verübtest, büße nickt mit Bos⸗ g 72 Tröste den, den du betrübtest, und es wird dir frommen, Der nur fürchtet, der hat sich vergangen: Gut ist schuldlos leben. Schuldlos gut ist mur der eine, der durch dieses Stück auf⸗ reckt wandelt, der junge Student, der das Mädchen liebt. Aber er kann die Erwählte nicht freien. Sie hat den Tod im Herzen. 3 Die Blume verwelkt und verwest. Frieden bringt erst der Tod. Das Haus des Leides und der verschwindet, und die Toteninsel(Böcklins) ersteht in ihrem süß⸗einsamen Frieden. Das Spiel Strindbergs ist Symbol. Es ist als mahnendes Sinnbild aufzufassen wie erschüttternde Musik. Es ist das Mysterium von Sckuld und Sühne, von Reinheit und Menschenliebe. Der Zuschauer der drei Akte wird aufs Gewaltigste erschüttert. Nie, seit ich den„Oedipus“ des Sophokles sah, fühlte ich mich den tiefsten Tiefen des Tragischen näher.„Schuld ist Schicksal“ Sophokles und Strindberg— beide wissen es, und lassen diese Erkenntnis über der Menschheit drohen. Die Aufführung war „trefflich. Der Beifall des Publikums überzeugter als je. R. R. — Ostpreußen auf der Bühne. Man schreibt uns aus Königsberg i. Pr.: Die schwergeprüfte Ostmark unseres Vaterlandes wird jetzt immer mehr der passive Mittelpunkt unserer großen Hilfsaktion, an der sich nicht zuletzt auch unsere Schrift⸗ steller und Dichter beteiligen. Feuilletonschreiber und Geschichten⸗ erzähler gehen als Plänkler voran— das schwere Geschütz der Romanschriftsteller und Dramatiker folgt. Einer der ersten ist der in Stuttgart lebende Westpreuße Paul Enderling, der sich mit einem Schauspiel„Ostpreußen“ noch kurz vor Toresschluß im Neuen Schauspielhaus zu Königsberg einen kleinen Erfolg ge⸗ holt hat— einen Erfolg, der ihm draußen im Reich wahrscheinlich noch lebhafter bescheinigt werden wird als in dem Gau, der seinem Drama Titel und Thema gibt. Bewußt und unbewußt strebt Enderling zum gesunden Volksstück—„Literatur“ hat er mit diesem Werke wenigstens nicht geschaffen, dem ein Zug ver⸗ wässerten Sudermännischen Geistes eigen ist. Man darf hoffen, daß der Verfasser auf so soliden Fundamenten noch einmal eim festes und vollkommen befriedigendes Thegterstück aufbauen und dabei aus dem ehrlichen Handwerk in die Sphären der Kunst auf⸗ steigen wird. Für das Spezialthema„Ostpreußen“ war er offen⸗ bar noch durch seine Vertrautheit mit Land und Leuten besonders eeigenschaftet. Schon die Namen seiner Personen haben echten, imatlichen Klang, und gelegentliche Provinzialismen—„Dame⸗ lacks“,„Labommels“,„Stepkes“,„Kreeten“ und„Marjellen“— tragen noch das ihrige zur Erzeugung des rechten Schollengeruchs bei. Dazu wird von Rennenkampfs Aufenthalt in Insterburg gesprochen, und die Kanonen Hindenburgs hören wir ganz höchst⸗ persönlich ihre Stimme erheben,„wie die Posaunen von Jericho“. Das Stück spielt in einem ostpreußischen Grenzstädtchen, in jenen ersten Augusttagen des vorigen Jahres, als„der liebe Gottche aus Ostpreußen fort war“, Mit der Weltgeschichte ist auch eine kleine Liebes- und Chegeschichte verknüpft, wie sie etwa artige Oster⸗ und Pfingstnovellen einem verehrlichen Publiko ans Herz legen. Der Sohn des Bürgermeisters Frank hat vor Jahren Weib und Kind chen] wind endgültig einzudämmen. Die Töne schlugen hart und gellend — links brennende Häuser. Die Hitze nimmt zu.„Dritte Geschwindig⸗ keit.“ Man duckt sich unwillkürlich unter den Funken. Durch! Die freie, breite Straße, die glänzendste, die ich bisher in Rußland gesehen habe, ist gewonnen. Es ist auch Reichschaussee. Die mächtigen Holzstöße am Bahnhofe, die die Russen an⸗ gesteckt haben, schicken ihre Glut bis auf die Chaussee. Die Naphta⸗ tanks fangen an mit giftgelben Flammen zu brennen, ein schwe⸗ rer, schwarzer Rauch steigt von ihnen auf. Von hier aus sieht man, daß ganz Szawle brennt und man ist eigentlich erstaunt, 5 daß in dieser Flammenhölle überhaupt noch Menschen sein können. Wir lassen die Autos außerhalb der Stadt und nehmen das alte Quartier, das Haus„Hotel Central“. Unsere Pioniere sind inzwischen an der Arbeit. Man hat Feuerspritzen aufgetrieben und schützt, da sich gegen Abend der Wind legt, mit allen Kräf: ten den Rest der Stadt. Es ist eine schwere Arbeit. Die vielen Holzzäune, die das Ueberspringen so erleichtern, müssen nieder⸗ gelegt, die brennenden Ecken heruntergerissen werden, um das zu dämmen. 19 In der Nacht wird das Rasen der Flammen noch schauer⸗ licher. Die Einwohner schlafen in dem letzten, noch nicht verbrann⸗ ten Stadtteil auf der Straße, auf den Treppenstufen, auf den geretteten Betten und Lumpen. Auf den Gedanken, die Sena⸗ goge, die für ein paar hundert Menschen Unterkunft habe, zun Verfügung zu stellen, scheint niemand zu kommen. Von der besse⸗ ren Bevölkerung ist niemand zu sehen. Gegen Mitternacht gehe ich eine Straße entlang, deren eine Seite abgebrannt ist. Auf dem anderen Bürgersteig ist ein selt⸗ sames Lagerleben. Die herausgetragenen Sachen, Sofas, Stühle. Bänke geben Sitzgelegenheit, und hier und da sitzt ein Grenadier auf dem Sofa, das er herausgeschleppt hat, neben einem Müden und tröstet sie und streichelt ihre Hand. Und die Mädchen vm Szawͤlsa scheinen den Deutschen nicht böse zu sein. Ein paar Stellen waren noch gefährdet. Das Feuer war an eine Gasse gekommen, hatte sich totgebrannt, nur an einer Stelle konnte die Glut auf zwei Holzhäuser überspringen und damit das letzte erhaltene Viertel bedrohen. Unsere Soldaten, die 80 Kilo⸗ meter Marsch im Leibe hatten, trugen unermüdlich Wasser nach der Spritze. Die Pioniere arbeiteten dicht unter den Flammen. Auf der Straße aber standen die Einwohner und diskutierten. Schrie man einen an, er solle helfen, sagte er:„Ist kein Eimer, Herr!“ obwohl doch überall in den Häusern Gefäße waren und unsere Soldaten ja doch auch Eimer gefunden hatten. Hier half nur eins. Maulschellen. Es war scheußlich. Aber es half. In fünf Minuten waren auf einmal Eimer gefunden und alle die berumgaffenden Leute schleppten im Schweiße ihres Angesichts Wasser, allmählich wuchsen meine Klienten auf über 60 Mann an. An der Pumpe arbeiteten in Rauch und Glut die Pioniere. Wassen gab's jetzt reichlich. Die beiden Holzhäuser konnten ordentlich unter Spritze genommen werden. Es war eine Freude, diese Truppe zu sehen, die ja nicht nur ihr bißchen Quartier, sondern den Rest der brennenden Stadt mit der merkwürdigen Cinwohner⸗ schaft mit Aufgebot aller Kraft retteten. Merkwürdig jetzt, dag die Einwohner sahen, daß der Erfolg sicher schien, waren sie gang Tankbarkeit, auch die man vorher mit G hatte zwingen 57 „Sie arbeiten gut, die Deutschen“, sagte anerkennend ein Jude mit goldener Brille und trug seinen Wassereimer nach vorn. C Morgengrauen schrie die Marmtrompete durch die Stadt In dem matten Licht sah man den blasenden Trompeter und den schwarzen Schattenriß des Pferdes. Die gesamte deutsche Besatzung wurde aufgeboten, das Feuer vor dem aufkommenden Morgen⸗ über die Straßen. 5 5 Gegen Morgen- war dann die Arbeit getan. Etwa ein Fünftel der Stadt war gerettet.. 3 Die Russen hatten sie angesteckt, die deutschen Truppen sie beschützt und den Rest bewahrt. Die Einwohner zugesehen, wie man verlassen und ist nach Argentinien ausgerückt. Am schwersten empfindet diese Fahnenflucht nicht die Gattin, um die der Freund des Treulosen wirbt, sondern der alte, ehrwürdige Vater, zumal sie jetzt in Deutschlands Nottagen zu einer wirklichen Fahnen⸗ flucht zu werden droht. Aber siehe da, als die Granaten des Fein⸗ des in den Straßen des Städtchens platzen, ist auch unser Ueberseer prompt zur Stelle, um in den Reihen der Feldgrauen— 251 sen. Schließlich erscheint der verlorene Sohn auch im Vaterhause. allerdings nur, um gleich wieder zu gehen— für immer, zu. großen Armee! Die Bitte des Sterbenden ist, das von den fein 15 lichen Geschossen zerstörte Haus wieder aufzubauen. Der Alte spricht das Schlußwort der Komödie:„Und nicht nur das Haus!“, und wir ergänzen stillschweigend: auch den Titelhelden das zerstörte Ostpreußen. Dr. L. — Vom Theater im besetzten Lodz handelt ein Aufsatz im nächsten Heft der Schaubühne, der der Deutschen Bühnen⸗ nossenschaft eine ernsthaft zu bedenkende Anregung geben will. Von den verschiedenen Theatern, über die eine Halbmillionenstadt wie Lodz in Friedenszeiten natürlich verfügte, ist heute nicht zu viel Bemerkenswertes übrig geblieben.„Im polnischen Theater läßt sich eine Truppe sehen, der man den guten Wille nnicht abstreiten kann, die aber ihre Ziele bei weitem nicht erreicht und hin und wieder eine unfreiwillige humoristische Wirkung erzielt. Im jü⸗ dischen Scala⸗Thenter und im jüldischen Großen Theater eien 2 einige Künstler; aber leider stehen ihnen„Mitwirfende“ zur Seite, die einen Erfolg selten aufkommen lassen, Kriegszeiten. Das deutsche Thalia⸗Theater ist— geschlossen. Hier erwächst der deutschen Bühnenkunst eine wichtige Aufgabe. Lodz braucht das deutsche Theater und deutsche Schauspielkunst jetzt mehr als je. Es gibt in Lodz außerordentlich viel Deutsche, und insbesondere sind die wohlhabenden und intelligenten Leute fast alle deutsch. Auch die— ist zumeist deutsch, und früher kamen sowohl aus den ben en Städten wie aus den Dörfern die deutschen Be⸗ wohner nach Lodz, um ihr deutsches Theater zu besuchen, und der Theaterverein und die Freigebigkeit der deutschen Fabrikanten sorgten dafür, daß ihnen wirkliche Kunst geboten wurde. sind die Requisiten vorhanden. Der Krieg hat den Theaterverein zwar gesprengt und manchen Fabrikanten aus Lodz vertrieben aber es gibt chrer noch viele, die als Kunstfreunde das neue Werk nrit aufbauen helfen würden. Zudem gibt es heute in Lodz viele Soldaten aller Grade, die sehnlichst auf die Gelegenheit warten. wieder einmal gute Aufführungen mitzuerleben. Kürzlich gab es eine einzige deutsche Dilettantenvorstellung, und das Thalia-Theater f war Tage vorher ausverkauft. Es liegt hier also die Möglichkeit, ein tüchtiges Stück deutscher Kulturarbeit zu leisten. 5 1— Amtlicher Teil. Bekanntmachung betr. Verwendung von Benzol und Solvent⸗ naphtha sowie Höchstpreise für diese Stoffe. Auf Grund des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4 Juni 1851(G. S. 1904 S. 451 ff.) des Gesetzes betreffend Höchstpreise vom 4. August 1914(R. G. Bl. S. 339) in der Fas⸗ sung der Bekanntmachungen über Höchstpreise vom 17. 12. 14 (R G. Bl. S. 516) und vom 2. 1. 15(R. G. Bl. S. 25) und der Bekanntmachung über Vorratserhebungen vom 2. 2. 1915(R. G. Bl. S. 54) wird hiermit verordnet: 8 1. Dieser Verfügung unterliegen nicht nur in den Handel gebrachtes, gereinigtes oder ungereinigtes 90er Benzol bezw. Motorenbenzol od. Mischungen dieser mit gereinigten oder un⸗ gereinigten 8 sondern auch Betriebsstoffe, die her⸗ gestellt sind aus Kokereirohbenzol, Leichtöl aus der Teerdestilla⸗ don, Vorlaufölen von der Destillation von Teeren, sogen. Koh⸗ lenwasserstoff aus den Oelgasanstalten, wie auch überhaupt alle olhaltigen Körper, die aus Prozessen pyrogener Zersetzung men, gleichgültig, ob sie unter ihrem wissenschaftlichen vder technischen Namen oder unter Phantastenamen in den Han⸗ del gebracht werden. N J 2. Dieses Benzol darf nur in enttoluol⸗ tem Na 0 verkauft, geliefert und verbraucht werden. Die i Fabriken gelten für diejenigen Mengen, die sie zur 5 Uung von Benzoldertwaten fütr die Heeresverwaltung ver⸗ wenden, als Reinigungsanstalten. Sie sind also zum Bezuge von tolnolhaltigem Benzol berechtigt und unterliegen ebenso wie an⸗ dere Reinigungsanstalten den Bestimmungen dieser Verfügung. Soweit mit den vorhandenen Apparaten eine vollständige Toluol⸗ Entziehung nicht möglich ist, muß jedoch mindestens der Toluol 185 soweit herabgesetzt werden, daß er in der Verbrauchs⸗ ischung höchstens ½ des Benzol⸗Gehalts ausmacht, gleich⸗ gültig, ob es sich um ein reines Benzol⸗Toluol⸗Gemisch oder um ein Gemisch mit dritten oder weiteren Komponenten handelt. Einer Benzolgewinnungs⸗ oder Reinigungsanstalt, der es nach⸗ weislich durchaus nicht gelingt, diese Vorschrift zu erfüllen, oder die sich außerstande sieht, die Enttoluolung in der vorgeschrie⸗ benen Weise ausführen zu lassen, kann durch die Inspektion des Kraftfahrwesens eine Ausnahme gestattet werden. § 3. Das Benzol von der in§ 2 gekennzeichneten Beschaffen⸗ beit darf in letzter Hand nur geliefert werden: — soweit nicht das Kriegs ministerium oder in seinem Auftrage die mon des Kraftfahrwesens durch Sonderabmachung mit den oder durch Sondererlaß darüber verfügt hat oder ver⸗ fügen wird: a) an chemische Fabriken(Farbwerke), soweit es nachweislich zur Herstellung von Benzolderivaten für die Heeres⸗ verwaltung dient; b) an landwirtschaftliche, staatliche oder kom⸗ mmnale Betriebe, wenn es nachweislich als Motorenbetriebsstoff (ausschl. für Kraftwagen) zu landwirtschaftlichen, staatlichen oder Durmunalen Zwecken benutzt wird; c) an gewerbliche Betriebe als Motorenbetriebsstoff sowir allgemein als Kraftwagenbetriebsstoff, jedoch nicht über rund 150% der Erzeugung bezw. der den Lager⸗ — und Verkäufern von den Gewinnungsanstalten gelieferten 1 7— d) an die Erzeuger zum Selbstverbrauch in Mengen, die in 18 mit der Juspektion des Kraftfahrwesens fest⸗ S der Inspettion des zu genehmigenden Ge⸗ mischen verabfolgt werden. Ausnahmen bedtrfen Exlaubnis dieser Dienststelle. Soweit dies Benzol von Besitzern die es ihrerseits von Dritten erworben haben, kaun es uur zur Abgabe„wenn sie von ihren Lieferau⸗ ten 0 sch Bestcktigung erhalten haben, daß von eine von für diesen Zweck noch nicht — Haud an solche J 96. Benzol 61. und Sol veutnapytha dem Verbraucher zuzuführen rel wird. 57. Höchstpreise. a) Die nach dem Enttolnolen ver⸗ 80/85 er Benzole oder deren Mischungen nit toluol⸗ Icke donen der höheren Bengolßomtologen vder underen Kör⸗ pern, gleichviel unter welchem Namen und in welcher Zusammen⸗ setzung ste geliefert werden, dürfen an die Verbraucher nicht teurer als zu einem Preise von 47 Mk. für 100 kg veräußert werden. Mischurngen gemäß 8 4 fallen nicht unter diesen Höchst⸗ preis. b) Der Höchstpreis(letzter Hand) beträgt für: Reintoluol: 45.— Mr. für 100 kg, Sol ventnaphtha I: 43.— Mk. für 100 kg, Sol ventnaphtha II: 33.— Mk. für 100 kg, Kylol: 43.— Mk. für Reichsbankdiskont hinzugeschlagen werden. 8 9. Nicht berührt durchdie Höchstpreisfestsetz⸗ ung werden: die gegenwärtig vertraglich festgelegten Preis⸗ vereinbarungen zwischen den Benzolgewinnungsanstalten und ihren Abnehmern und die Vereinbarungen der Heeresverwaltung mit bestimmten Benzolgewinnungsanstalten bezw. deren Interessen⸗ vertretung, soweit sie die Höchstpreise nicht überschreiten. 8 10. Die Benzolgewinnungsanstalten haben bis zum 9. jeden Monats der Inspektion des Kraftfahrwesens eine Aufstellung der im Vormonat erzeugten Benzolmengen nach dem ihnen zugegange⸗ nen Muster einzureichen. 0 9.11. Mit Gefängnis oder Geldstrafe in der in den eingangs genannten Gesetzen bestimmten Höhe wird bestraft, wer dieser Verordnung zuwiderhandelt, sofern nicht nach all⸗ gemeinen Strafbestimmungen höhere Strafen verwirkt sind. 8 12. Diese Verordnung tritt mit dem 1. Mai 1915 in Kraft. Die unterzeichnete Kommando⸗Behörde bestimmt den Zeitpunkt des Außerkrafttretens. Frankfurt(Main), den 29. April 1915. Stell vertretendes Generalkommando 18. Armeekorps. Bekanntmachung. Betr.: Musterung und Aushebung der Militärpflichtigen und der ungusgebildeten Landsturmpflichtigen des Landsturms II. Aufgebots. Die Musterung und Aushebung der bei dem Ersatzge⸗ schäft im Januar d. Is. r Militärpflichtigen, die in den Jahren 1895, Sol und früher geboren sind, somie der unausgebildeten Landsturmpflichtigen des II. Auf⸗ gebots, die in der Zeit vom 1. August 1869 bis 31. Dezember 1874 geboren sind, findet in Gießen in der Turn⸗ halle der Stadtmädchenschule Schillerstr. 8) wie folgt statt: Samstag, den 15. Mai 1915, vormittags 7¼ Uhr für die Militärpflichtigen und Landsturmpflichtigen aus den Ge⸗ meinden Allertshausen, Beltershain, Climbach, Geilshausen, Gö⸗ kelnrod, Grünberg, Harbach, Kesselbach, Lauter, Lindenstruth, Londorf, Lumda, Odenhausen, Queckborn Reinhardshain, Rüd⸗ dingshausen, Saasen, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain, Albach, Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Dorf⸗ Gill, Eberstadt und Ettingshausen. Montag, den 17. Mai 1915, vormittags 7/ Uhr für die Militärpflichtigen und Landsturmpflichtigen aus den Ge⸗ meinden Garbenteich, Grüningen, Hausen, Holzheim, Hungen, In⸗ leiden, Langd, Langsdorf, Lich, Münster, Muschenheim, Nieder⸗ Bessingen, Nonnenroth, Obbornhofen, Ober⸗-Bessingen, Oberhör⸗ gern, Rabertshausen, Rodheim, Röthges, Steinbach und Stein⸗ heim. Dienstag, den 18. Mai 1915, vormittags 7/ Uhr für die Militärpflichtigen und Landsturmpflichtigen aus den Ge⸗ meinden Trais-Horloff, Utphe, Villingen, Watzenborn⸗Steinberg, Allendorf(Lahn), Allendorf(Lumda), Altenbuseck, Annerod, Bers⸗ rod, Beuern, Burkhardsfelden, Daubringen und Großen⸗Buseck. Mittwoch den 19. Mai 1915, vormittags 7/ Uhr für die Militärpflichtigen und Landsturmpflichtigen aus den Ge⸗ meinden Großen⸗Linden, Hattenrod, Heuchelheim, Klein-Linden, — 2 Leihgestern, Lollar, Mainzlar, Oppenrod, Reiskirchen Donnerstag. den 20. Mui 1915, vormittags 7¼ Uhr für die Militärpflichtigen und Landsturmpflichtigen aus den Ge⸗ meinden Ruttershausfen, Staufenberg, Treis(Lumda), Trohe, Wieseck und sämtliche Militär pflichtige aus der Stadt Gießen. Freitag, den 21. Mai 1915, vormittags 7¼ Uhr für die in den Jahren 1874, 1873, 1872 und 1871 geborenen Samstag, den 22. Mai 1915, vormittags 7¼ Uhr für die in der Zeit vom 1. August 1869 bis 31. Dezember 1870 geborenen Landsturmpflichtigen aus der Stadt Gießen. Die in Frage kommenden Militärpflichtigen und unausge⸗ bildeten Landsturmpflichtigen werden hiermit aufgefordert, sich an den vorgenannten Tagen rechtzeitig in dem Musterungslokale finden. Besondere Ladungen durch den Oberbürger⸗ meister in Gießen und durch die Großher⸗ zoglichen Bürgermeistereien ergehen nicht. Diese Bekanntmachung gilt vielmehr als Ladung. Wer sich der Gestellung entzieht, wird nach den* bestraft, es kann auch im Falle der Tauglichkeit sofortige stel⸗ lung als unsicherer Heeres- oder Landsturmpflichtiger erfolgen. Die Militär- und Landsturmpflichtigen haben in ordentlichem Anzuge und reinlich an Körper zu inen. Die von den Ersatzbehörden erteilten Musterungsausweise, Landsturmscheine oder Ersatzreserve⸗Pässe sind mitzubringen. Wer durch Krankheit oder körperliche Gebrechen am Er⸗ scheinen im Musterungslokal verhindert ist, hat ein beglaubigtes ärztliches Zeugnis bei der Großh. Bürgermeisterei seines Wohn⸗ ortes abzugeben. Die Zeugnisse sind von den Bürgermeistern deren Vertretern im Mustexungstermine vorzulegen. Die von der Bahn, Post⸗ und Telegraphen⸗ verwaltung als unabkömmlich bezeichneten Be⸗ amten und ständigen Apbeiter sind von der per⸗ . Gestellung im Musterungstermine be⸗ . Gießen, den 3. Mai 1915. Der Zivilvorsitzende der Ersatz-Kommission des Kreises Gießen. J. V.: Hemmerde. Betr.: Wie oben. An den Oberbürgermeister der Stadt Gießen und an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden, des Kreises. Obige Bekanntmachung wollen Sie mehrmals ortsüblich veröffentlichen lassen und dafür sorgen, daß die Militär- und Landsturmpflichtigen der fraglichen Jahrgänge rechtzeitig im Mu⸗ sterungslodale eintreffen Die Großh. Bürgermeister, in deren Ver- hinderung die Großh. Beigeordneten, haben ebenfalls anwesend zu sein, um über etwaige Verhältnisse Auskunft zu geben. Sie wollen auch dafür sorgen, daß die Pflichtigen ihre Musterungs⸗ ausweise, Landsturmscheine oder Ersatzreserve⸗Pässe mitbringen. Gießen, den 3. Mai 1915. Der Zivilvorsitzende der Ersatz⸗Kommission des Kreises Gießen. J. V.: Hemmerde. Bekanntmachung. Betr.: Den Ausbruch der Maul⸗ und Klauenseuche in Beuern. — Beuern ift die Maul- und Klauenseuche ausge⸗ hen. Es werden folgende Bezirke gebildet: 1. Sperrbezirk: Gemarkung Beuern. b 2. Beobachtungsgebiet: Gemarkungen Bersrod, Clim⸗ bach und Allertshausen. Für diese Bezirke gelten die Bestimmungen unserer Be⸗ lanntmachung vom 12. November 1914, abgedruckt im Kreis⸗ blatt Nr. 70 vom 17. November 1914. An die Großh. Bürgermeistereien Beuern, Bersrod, Elim⸗ bach und Allertshausen. a Sie werden veranlaßt, vorstehende Bekanntmachung, sowie diejenige vom 12. November v. Is. sofort auf ortsübliche Weise zur allgemeinen Kenntnis zu bringen. Viehhändler sind zu Protokol zu bedeuten; die Protokolle sind uns binnen 24 Stun den einzusenden. Der Befolg der Vorschriften ist im Interesse einer Verhütung der Weiterverbreitung der streng zu über ⸗ wachen. Zuwiderhandlungen sind zur Anzeige zu An die Großh. Gendarmerie des Kreises. Sie wollen die Durchführung der im n streng wachen und jede Zuwiderhandlung zur Anzeige 1 Gießen, den 5. Mai 1915. emmerde. Sandsturmyflichtigen aus der Stadt Gießen. inn Kreisamt Gießen. n 2 Tüchtige P Shy 20jähriges Mädchen welch. auch etwas kochen kann, Kräftiger ohe L- Zimner-Wohng. el. Licht u. Gas) n. sos. z. verm. 0254. Bicmarckstraße 9. Schöne im geräumi Zin.⸗Vohng. mit Küche u. all. Zubeh. zu verm. 02505 Asterweg 16. 78 ein Bureau wird zum sofortigen Eintritt ein Herr oder eine Dame sucht. Schriftl. Angebote mit Lebenslauf und ehaltsansprüch. u. 4006 D a. d. Gieß. Anz. erb. [Werschledene lbelmstraße 7 durch Ver⸗ des Herrn Profsessor Hohlweg für alsbald od. es, 9 Zimmer mit Zu⸗ bar am 1. Juli. 132⁴6 Vermietungen zu vermieten. 14007 H. E. Jughardt. — r, blstr. 5 ist ganz der geteilt vermieten; Ib. Plank, Müblstr. 3. —— Villa untere Stock meines letzterem Falle je zwei tmmer⸗ Wohnungen. 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Es wird ersucht, ihn zu verhaften und an die nächte Militärbehörde zum Weiter⸗ transport hierher abzulie⸗ rn, 4014 Gießen, den 5. 1 t 1915. J. We Ins.-Rats. 116. 02003. Mafor u. Bat. .