n* 106 Erstes Blatt Der Siezener Anzel scheint Wes.* Sonntags. 4 8 Liebenerbanilierdner r Fa 5 eimal wöchentl. Kreis⸗ lat für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag), n monatl. Land⸗ Wit stliche f Fernsprech- Auschlaße: für die Schriftleitung 112 Berlag, Geschäfts stelledl Adresse für Drahtnach⸗ i Anzeiger G1 .— für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. lcghene Rotationsdruc und verlag der Brühl'schen Univ. Buch und stein 165. Jahrgang 0 85 nzeiger r für Gberhessen derei N. Lange. Schriftleitung, Geschästsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Beck, sämtlich in Gießen. Donnerstag, 6. Mai 1015 Bezugspreis: monatl. 75 Pl., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pi.— Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz: für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Neue Erfolge bei 9 Rüdzug der Russen Großes Hauptquartier, 5. Amtlich.) 1 Westlicher Kriegsschauplatz. .— Verlusten weichen die Engländer weiter in Richtung auf den hart öftlich non Ypern gelegenen Brückenkopf zurück. Ferme Vanheule, Eksternest, der Schloßpark von Herenthage und Het Pap⸗ votje⸗Ferme wurden von uns genommen. Zwischen Maas und Masel herrschte mieder regere Tätigkeit. Im Priesterwalde nordwestlich von Pont 3 Mous⸗ son griffen die Franzosen gestern mit starken Kräften an. Troß lang andauernder Artillerievorbercitung brach der An⸗ griff mit starken Verlusten für den Feind in unserem Feuer zusammen. Dagegen gingen wir im Walde von Ailly und oͤstlich zum Angriff über der gute Fortschritte machte. Wir nahmen hier bisher 10 Offiziere und 750 Rannge⸗ fangen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Von Südosten kommende russische Angriffe auf Ros⸗ genie wurden abgewiesen. Die Verfolgung des Feindes ist im Gange. Auch bei Kalwarja sowie nordöstlich von Suwalki und östlich von Augustow scheiterten zahlreiche russische Vorstöße. Dort wurden insgesamt etwa 500 Rus⸗ sen gefangen genommen. N 1 Auf der übrigen Front fanden einzelne Nahkümpfe statt, die sämtlich zu unseren Gunsten entschieden wurden. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Der Angriff der verbündeten Truppen nördlich der Waldkarpathen durchbrach gestern bereits die dritte befestigte Linie der Russen, dic, dort 2 der ganzen Frunt geworfen, auf die Wisloka zurückwei⸗ 2 K 5 u der nördlichen Flanke bedrohten Stellun⸗ gen in den Waldkarpathen südwestlich von Dukla zu räumen beginnen. Die Schnelligkeit, mit der unsere Erfolge erreicht wurden, macht es unmöglich, ein zahlenmäßige Bild über die Siegesbeute zu geben. Nach den vorläufigen Meldungen scheint die Zahl der Gefange⸗ nen bisher über 30 000 zu betragen. 8 Oberste Heeres leitung. * 5* Auch der gestrige Tag war überall für uns und unsere Verbündeten von Siegesglanz umgeben, und die Entscheidun⸗ gen in Westgaltzien und in Flandern bewahren ihre volle Nachhaltigkeit. Neue Stützpunkte im Osten von Mpern sind errungen worden, die dortige Front der Engländer ist durchbrochen; sie werden Mpern nur wenige Tage noch hal⸗ ten können. Dann ist durch das wirksame Artilleriefeuer der Deutschen schon der weitere Vormarsch vorbereitet und gesichert. Im Osten ist der große Sieg am Dunajec in 5 seinen überaus glücklichen Folgen noch immer nicht ganz 5 übersehbar, aber am 4. Mai wurde bereits die dritte be⸗ festigte Linie der Russen dort durchbrochen, die auf das * nächste, ebenfalls in südlich⸗nördlicher Richtung fließende a Flüßchen Wisloka zurückweichen. Die russischen Stellungen 8 in den westlichen Waldkarpathen, südwestlich von Dukla, wurden aufgegeben. Die feindliche Karpathenfront ist also schon bedeutend abgebröckelt, und die nächsten Tage werden zeigen, ob es gelingt, die ganze Lage der Russen in Gali⸗ a zien über den Haufem zu werfen. Auch die Türkei hat große Erfolge errungen, und das neue Landungsmanöver der englisch-französischen Trup⸗ pen kann als gescheitert betrachtet werden. Wie unter solchen Umständen Italien noch Neigung haben könnte, zu den Feinden der Zentralmächte sich zu gesellen, ist schwer zu be⸗ 4 greifen. Und doch herrscht über die unmittelbar bevor⸗ stehenden Entschließungen in Rom zur Stunde noch eruste Ungewißheit. Man kann den heutigen Aeußerungen Ber⸗ liner Blätter entnehmen, daß man in den leitenden Stellen in Berlin und Wien auf alles gefaßt ist. Die Einweihung des Garibaldi⸗Denkmals in Quarto ist zwar ohne Zwischen⸗ fall verlaufen, der König war nicht auwesend, hat die Fest⸗ teilnehmer aber mit einem Telegramm begrüßt, in dem er die Wendung gebrauchte, sein Wunsch, zu kommen, sei in Bedauern verwandelt worden. Zugleich aber ist die Ueber⸗ zeugung gewachsen, daß der Känig und die Minister der Feier nur ferngeblieben sind, weil die Lage sich aufs äußerste zugespitzt habe. Es hat wohl keinen großen Zweck, die mancherlei Gerüchte und Zeitungsstimmen im einzelnen alle wiederzugeben. Ein Blatt will wissen, die Botschaft einer Mindestforderung Italiens an Oesterreich habe sich mit einem neuen Wiener Angebot an Rom gekreuzt. Soviel scheint festzustehen, daß Italien bisher mit keinem Ulti⸗ matum irgendwelcher Art aufgetreten ist. Die Stunde ist ernst und spannend. Aber der Geist der Deutschen und ihrer 3 . Verbündeten ist ungebeugt, stolz und voll ungetrübter Siegesgewißheit! ** * . f Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 5. Mai.(WT. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlauthart, den 5. Mai 1915, mittags. Die Rückwirkung des Sieges beginnt sichtbar zu werden. Die russische Bes⸗ idenfront Zboro— Sztropko— Lupkow ist unhaltbar geworden. un man daraus ersehen, daß pern. üdwestlich greichen verbündeten Streitkräfte zen Kämpfen von Westen her gegen r vordringen, ist der Gegner im nfront seit heute früh in vol⸗ garn, verfolgt von unseren und lussen sind somit an einer zirka gen Front geschlagen und m Rückzug gezwungen. ist im allgemeinen unveründert. ter des Chefs des Generalstabs: er, Feldmarschalleutnant. Nichtamtlich.) Aus dem Kriegs⸗ Der Erfolg des Sieges in größer, als es sich im ersten Augen⸗ zon ein großer Teil der russischen Da 0 unter andauernd erfolg Jaslo und Zmigrod iw Westabschnitt der Ka lem Rückzug aus deutschen Truppen. 150 Kilomete unter schwersten V Die sanstige e Wien, 5. Ma pressequartier wird Westgalizien ist w blick erkennen ließ, du n Karpathenfront in Rückzug des Feindes hineingerissen ist. Ueber die Tro Sieges wird sich bei der Größe des 0 mes noch mehrere Tage kein Ueber⸗ ohl in Westgalizien, als in den twährend Gefangene eingebracht, doch ist möglich, deren Zahl verläßlich festzu⸗ stellen. Was also water Seite diesbezüglich in der Oeffent⸗ lichkeit verbreitet ht auf willkürlicher Schätzung und ent⸗ behrt einer reellen dlage. In den amtlichen Verlautbarungen wird jeweilig der in die rückwärtigen Sammelstationen täglich gebrachten gene Verpflegung genommenen Kriegs- gefangenen von all verlautbart. Die Endsumme wird jedenfalls sehr bei. in. Berlin, eber den Rückzug der Russen über die Pässe nach dem Karpathenkriegsschauplatz entsandte Korrest„Berliner Tageblattes“ folgendes. Am südlichen? ö n Armee des Generals Radko Dim K ute Knie an der west⸗ lichsten Duklasenke he in Betracht komme blick gewinnen lasft Beskiden werd es begreiflicherweise überstehende 3. öste den Versen, so daß der Rückzug stellenweise zur Flucht wird. Auf der Flucht vor den Deutschen haben die Russen Joslo schleunigst ostwärts verlassen. Verzweifelten Widerstand leisten sie noch am Nordflügel. ö Der„Vossischen Zeitung“ wird zu dem Rückzuge der Armee Dimitriew berichtet: Von besonderer Bedeutung sind die Kämpfe, die nach der Ueberschreitung des Dunajec um Tarn ow entbrennen, dessen Fall in Bälde zu erwarten ist. Hier ist die ganze schwere Artillerie eingesetzt, um die russischen Stützpunkte, die zum Schutze des bisherigen Haupteta ppenortes natürlich be⸗ sonders stark angelegt sind, zu brechen. Mit besonderem Erfolg wird hier eine österreichische 42 Zentimeter-Batte⸗ rie verwendet, die ursprünglich zur Küstenverteidigung bestimmt war und früher schon bei Tarnow mitwirkte. Der russische Bericht. Petersburg, 5. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht des Großen Generalstabs. Am 3. Mai unternahm der Feind nichts gegen Libau und Mitau, das unsere Truppen besetzt halten. Bei Rossieny fanden kleine Gefechte statt. Am linken NPiemenufer nördlich vom Bobr und Narew und auf dem linken Weichselufer bis zur Pilica ist die Lage ohne wesentliche Verände⸗ rung. Zwischen Netta und Tschermogensha nördlich von dem großen Sumpfe nahmen wir mehrere Dörfer im Kampf ein. Die Deutschen griffen unsere Stellungen am rechten Ufer des Omulew auf einer ziemlich breiten Front an, wurden jedoch durch unser Feuer zu einem bestürzten Rückzuge gezwungen und ließen ihre Toten und Verwundeten vor unseren Stellungen. Süd⸗ lich der Pilica unternahm der Feind, von schwerem Artillerie⸗ feuer gedeckt, mehrere Angriffe. Bei Lopuschmo lam die feind⸗ liche Infanterie am 2. Mai bis auf 200 Schritte an unserg Schützengräben heran. Aber in der darauffolgenden Nacht warf sie unser Gegenangriff mit großen Verlusten aus den Verschanzungen, die sie errichtet hatten, und die wir unbrauchbar machten. An ein⸗ zelnen Stellen versuchte der Feind die Nida zu überschreiten, aber unsere Gegenangriffe zwangen ihn, das linke Ufer vollständig zu räumen. An der Weichsel bei Kras new setzte sich der Feind nahe bei unseren Stellungen fest, wo er sich hartnäckig verschanzte. In der Nacht vom 3. Mai wurden diese Abteilungen von uns durch Bajonettangriffe vernichtet. Wir machten 400 Gefangene, darunter neun Offiziere. In Galizien entwickelten sich aufeinauderfolgende Kämpfe von der Weichsel bis zu den Karpathen im Laufe des 2. Mai bis zum 3. Mai. Einzelnen Abteilungen des Feindes gelang es, an das rechte Ufer des Dunajer zu kommen, unser Feuer verhinderte sie jedoch, vom Ufer aus vorzudringen. Die Kämpfe nahmen in der Gegend Tuchoff-Biecz besondere Heftigkeit an Die seind— liche Artillerie entwickelte hier, was die Anzahl der verbrauchten Geschosse betrifft, ein ganz außerordentlich starkes Feuer. Ju Verlaufe unserer Gegenangriffe machten wir mehrere hundert Ge⸗ fangene und konnten die Anwesenheit deutscher Heeresteile fest— stellen, die zum erstenmal an unserer Karpathenfront erscheinen. In der Richtung gegen Siriyj, in der Gegend Golovetzko, dauert der heftige Kampf an. Eine Höhe wechselte hier dreimal den Besitzer, bis wir sie am Morgen des 3. Mai endgültig eroberten. Im Laufe des Tages machten wir neuerdings 1200 Gefangene, darunter fünf Offiziere, und eroberten drei Maschinengewehre. Im Quellengebiet des Flusses Swiea scheiterte ein Versuch des Feindes, unsere Flanke zu umgreifen, vollständig. Auch hier machten wir Gefangene und zwangen den Feind, in großer Unordnung zurückzugehen. Die Siegestunde und das ungarische Abgeordnetenhaus: Budapest, 5. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) In der Sitzung Abgeordneten ergriff Ministerpräsident Tisza Wort und sagte, er wolle dem Hause die neuesten Nachrichten der das iegreiche Gefechte im Osten. von Dukla. des Hauptquartiers mitteilen: Der vorgestrige Angriff der ver⸗ einigten österreichisch-ungarischen und deutschen Truppen, welcher die befestigten westgalizischen russischen Stellen an mehreren Punk⸗ ten durchbrach, hatte zur Folge, daß wir diese Stellungen in ihrer ganzen Breite von den Karvathen bis zur Weichsel eroberten. (Langanhaltender Beifall.„Eljen“-Rufe und Händeklatschen.) Der Sieg fand gestern seine Fortsetzung, indem unsere Armee in öst⸗ licher Richtung siegreich vorgedrungen ist und die ihr gegenüber⸗ stebende starle- russische Armee zum schnellen Rückzuge gezwungen hat.(Lebhafte„Eljen“-Rufe.) Wir können heute auch noch nicht annähernd die ganze Tragwette des Sieges beurteilen. Auch liegen noch keine genauen Daten über die Menge des eroberten Kriegsmaterials vor. Bisher wur⸗ den 64 Maschinengewehre und 24 Geschütze gezählt.(Lebhafte „Eljen“-Rufc.“ Die Zahl der Gefangenen übertrifft 30 000.(Die Mitglieder des Hauses erheben sich und brechen in allgemeine „Eljen“-Rufe aus. Gottes Segen, so schloß der Ministerpräsident, schwebe über den verbündeten Mächten und über dem Heldenmut der ungarischen Nation, die in diesem Kampf auf Tod und Leben sich mit übermenschlicher Kraft schlägt. Nachdem Graf Apponyr der allgemeinen Freude und Bewunderung für das Heer Ausdruck gegeben und beantragt hatte, die Sitzung zu unterbrechen, erklürte der Präsident, er beantrage, das Haus möge seiner unendlichen Freude und Begeisterung über den Erfolg der vereinigten Armeen Ausdruck verleihen und Seiner Majestät, dem allerhöchsten Kriegsherrn, seine Glückwünsche darzubringen. Gleichzeitig möge der Armee die Versicherung des Dankes und der Anerkennung auf dem Wege über das Oberkommando zum Ausdruck gebracht werden. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. 5 Die neue Kriegsanleihe in Oesterreich⸗ungarn. Wien, 5. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Der Finauz⸗ minister genehmigte die Bedingungen für die neue KHriegsanleihe, welche in den nächsten Tagen bekannt⸗ gegeben werden sollen. Der Bedarf wird in ähnlicher Weise wie im November 1914 durch Ausgabe von 5½prozentigen Schatzscheinen gedeckt werden. Einem aus Verkehrskreisen geäußerten Wunsch entsprechend werden diese eine ze jährige Laufzeit haben. Wie bei der ersten Kriegsanleihe wird der Betrag nicht getrennt sein. Der Kurs wird mil 95 Prozent festgesetzt werden. Wien, 5. Mai.(WTB. Nichtamtlich. Die Zei auf die neue 5½ progentige Kriegs-Anleihe be⸗ ginnt am 8. Mat und wird am 29. Mai mittags geschlossen. Der Betrag der Anleihe ist nicht beschränkt. Der Subskrip⸗ tionspreis beträgt 95.25 Prozent. *** Die deutschen Stellungen auf dem Hartmanusweilerkopf. Zürich, 5. Mai.(WTB. Nichtamtlich) Die„Neue Zürcher Zeitung“ gibt folgendes Telegramm des Obersten Müller wieder: Ich beging heute vormittag die deutschen Stellungen auf dem Hartmannsweilerkopf. Ich über⸗ zeugte mich persönlich, daß die Deutschen alle für sie taktisch wichtigen, nach freiem Willen gewählten Stel⸗ lungen und Beobachtungspunkte fest in der Hand haben. Die Behauptung des Gegenteils widerspricht den Tatsachen. Vielmehr liegen sich die deutschen und die französischen Horchposten auf dem 956,5 bezeichneten flachen Gipfel auf, nächste Entfernung gegenüber. Ein Bericht Freuchs. 5. Mai.(WTB) Amtlicher Bericht. French meldet, der Geländeverlust infolge des um⸗ erwarteten Gebrauchs erstickender Gase durch den Feind machte die Bildung einer neuen Linie nötig, die west⸗ lich Zonnebeke verlaufe. In den letzten 24 Stunden sei der Zustand an der ganzen Front normal gewesen. Nord- westlich von Ypern machte der Feind einen schwachen An⸗ griff, der mit Leichtigkeit abgeschlagen wurde.— Eine Zu⸗ schrift an die„Times“ sagt, englische Offiziere bei pern hätten geäußert, man solle sobald wie möglich mehr Sol⸗ daten und mehr Munition schicken, wenn man überhaupt noch eine englische Armee bei pern vorfinden wolle. Was England der Krieg kostet. London, 5. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Unterhaus. Bei Einbringung des Budgets erklärte Lloyd George noch, die Staatsschuld sei jetzt auf 1165 857000 Lstr. gestiegen, Die Einnahmen des nächsten Finanzjahres schätze er aul 270 332 000 Lstr. Falls der Krieg gegen September beendet sei, würden sich die Unkosten auf 786 Millionen Lstr. belaufen, wenn er noch 12 Monate dauere, auf 1136 Millionen Lstr. Die Fehl⸗ beträge würden sein: 514 346 000 Lstr. bezw. 862 332 000 Estr. Lloyd George wies nachdrücklich auf die wichtige ökonomische Rolle hin, die England dadurch erfülle, daß es seine Verbündeten unter⸗ stütze. Er erinnerte das Haus daran, daß, wenn im Etat keine neuen Steuern vorgesehen seien, dieser Etat eben nur provisorisch sei. Wenn sich der Krieg in die Länge ziehe, würden neue Steuern notwendig werden. Kopenhagen, 5. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Wie die „National Tidende“ aus London meldet, herrscht in England allgemeine Depression über die Zahlen, die Lloyd George im Unterhause über die Kriegskosten gegeben hat. Demgegenüber wirkte die außerordentlich optimistische Rede des Premierministers Asquith sehr merkwürdig. London, 2 F 1 * Das Scheitern der englisch⸗französischen Dardanellenpläne. Konstantinopel, 5. Mai.(WTB. Nichtamtlich) Nach der einmütigen Anschauung der verschiedenen militärischen Kreise kann das gegenwärtige englisch⸗französische Unternehmen gegen die Dardanellen nunmehr als endgültig gescheitert betrachtet werden, da nur ein kleiner Teil der gelandeten Truppen — und das dank der ringsum aufgestellten Kriegsschiffe— noch an zwei unbedeutenden Punkten bei Ari Burnu und Sed ul Bahr urückgeblieben ist, von wo es ihm nicht nur unmöglich ist, einen orstoß zu versuchen, sondern von wo er auch, wie man hofft, leicht rasch wird verjagt werden können. Bei dieser Gelegenheit hat man festgestellt, daß das englisch-französische Ziel nicht, wie man in gewissen europäischen Kreisen zu glauben scheint, oder wie die Presse des Dreiverbandes behauptet, dahin ging, nach Konstan⸗ tinopel zu marschieren. Die zu diesem Zwecke gelandeten Streit⸗ kräfte, die insgesamt auf etwa 60000 Mann geschätzt werden, konnten sicherlich dieser Aufgabe nicht gerecht werden. Ihr Zweck scheint vielmehr gewesen zu sein, die osmanischen Streitkräfte im Süden der Halbinsel Gallipoli zu überraschen und einen Teil der Forts an den Meerengen zwischen Kilid ul Bahr und Madytos im Rücken zu fassen, um so die asiatischen Forts unter ihr Feuer — nehmen, die Minen entfernen und der Flotte die Durchfahrt urch die Dardanellen eröffnen zu lönnen, um deren Erscheinen vor Konstantinopel zu ermöglichen. Dieser Plan wurde durch die Wachsamkeit der türkischen Truppen vereitelt, die zunächst durch die tapfere Abwehr, den angeblichen Versuch vorzustoßen, auf⸗ halten, dann nach Eintreffen von Verstärkungen am 27. April zum Angriff übergehen und nicht nur die bereits gelandeten, sondern kr. 5 5 die neuen, in der Nacht vom 27. April gelandeten Streit⸗ kräfte zur Küste zurückdrängen konnten. Man glaubt, daß die eng— lisch⸗französischen Streitkräfte an Toten, Verwundeten und Gefangenen die Hälfte ihrer effektiven Bestände verloren haben, also etwa 30 000 Mann. Die an der asiatischen Küste pbpei Kum Kaleh gelandeten Truppen bestanden aus zwei französi⸗ 5 schen Regimentern, die allgemein als minderwertige Truppen er⸗ kannt wurden, da sie mit Leichtigkeit ins Meer zurückgeworfen, werden konnten. Diese Truppen landeten später bei Sed ul Bahr, wo sie gleichfalls geschlagen wurden. Der türkische Tagesbericht. Konstantinopel, 5. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Der Große Generalstab gibt bekannt: An der Dardanel⸗ lenfront versuchte der Feind gestern früh, um die von seinem linken Flügel in der Gegend von Ariburnu er⸗ littenen Verluste auszugleichen, die dortigen Schwierigleiten zu beheben und unter dem Schutz der Flotte Truppen an der Küste bei Knabatepe und südlich von Ariburnu zu landen. Diese Truppen wurden sämtlich in die Boote zurückgejagt. Vorgestern nacht griffen unsere Truppen trotz des von drei Seiten abgegebenen Feuers der feind⸗ lichen Flotte Sedd ül Bahr an und vertrieben den Feind ans seinen Verschanzungen. Das bei Tagesanbruch einsetzende andauernde heftige Feuer der feindlichen Flotte befreite die feindlichen Truppen aus der Gefahr, ins Meer getrieben werden. Bei dieser Gelegenheit erbeuteten wir mitsamt ihrer Munition drei und andere unbeschädigte Maschinen⸗ gewehre, die wir gestern gegen den Feind gebrauchten. Gestern vormittag beschoß die russische Flotte ergebnislos das unverteidigte Dorf Ighne Ada aa, worauf sie sich zurückzog. 5 Von den übrigen Kriegsschauplätzen ist nichts zu melden. Konstantinopel, 5. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: Die ungünstige Lage des Feindes an der Dardanellenfront hat sich in keiner Weise geändert. Auf den übrigen Kriegs⸗ schauylätzen hat sich nichts von Bedeutung ereignet. 5 5 Konstantinopel, 5. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Die von Athen und Mytilene aus verbreiteten Berichte von Journaliste: Entente, die bereits von einer Besetzung Galli olis und Nagaras durch die Landungstruppen der Ver⸗ . ndeten sprechen, sind so widerfinnig, daß sie wohl nirgendwo Glauben finden. Wären Gallipoli und Nagara in den Händen, r Verbündeten, so wäre die Meerengenfrage entschieden. In lichkeit ist aber die Meerenge für die Türken so frei wie im den. Die Halbinsel Gallipoli ist für alle militärischen Bewe⸗ en völlig frei. Der Feind hält sich nur an zwei Punkten der küste bei Ari Burnu und Sed ul Bahr, infolge des beständigen euers seiner Serstreitkräfte. Er ist aber nicht imstande, irgendeine Bewegung gegen die türkische Umklammerung zu machen. asiatische Ufer ist frei vom Feind. Bei Ari Burnu, nördlich Kaba Tepe, wurde ein verzweifelter Versuch englischer —— nach der Wasserstelle durchzustoßen, blutig ab⸗ geschla N Konstantingopel, 5. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Der Vertreter des Wolff⸗Bureaus telegraphiert von den Dar da⸗ nellen: Laut aqutoritatwer Feststellung sind, abgesehen von „Saphir“ und„E15“, in den Kämpfen der letzten Tage drei Unterseeboote des Feindes erledigt worden, unter ihnen„G e durch die Gefangennahme der Besatzung festgestellt und gabi— 7— 15 W 1 5 Eine andauernd unermüdliche Arbeit werde hoffentlich den Feind auf lange hinaus von den kirchen Küsten vertreiben. N * ** 1 3 . Der Seekrieg. London 5. Mai.(WTB. Nichtamtlich) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Besatzungen der drei Fisch⸗ dampfer aus Hull„Jolanthe“,„Hero“ und„North⸗ ward, die gestern abend in Hull angekommen sind, mel⸗ deten, daß ihre Schiffe am 3. Mai von einem deutschen Unterseeboot in der Nordsee in die Luftgesprengt wurden. a 1 London, 5. Mai(WTB Nichtamtlich.) Nach einer Liloydmeldung aus Leith wurde der schwedische Schooner „Elsa Halmstadt“ am 2. Mai früh durch ein deut sches„u“-Boot in Brand geschossen. Die Be⸗ 7 labbrg wurde durch den Dampfer„Jermeho“ in Leith ge⸗ landet. 75 London, 5. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Reutermel⸗ dung Der englische Fischdampfer„Cruiser“ wurde durch ein deutsches Unterseeboot beschossen. Vier Mann der Besatzung wurden getötet, die übrigen sieben trachteten in einem Boote zu entkommen; das Boot kenterte. Die Insassen wurden jedoch gerettet und nach Aberdeen gebracht. London, 5. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet: Fünf weitere Fischdampfer,„Hector“, „Progreß“,„Rudby“,„Coquet“ und„Bobwhite“, sind von deut⸗ schen Unterseebooten in der Nordsee versenkt worden. *** Die Einweihung des Denkmals in Quarto. Genua, 5. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der „Agenzia Stefani“: Die Einweihung des Denk⸗ mals in Quarto, von wo der Zug der Tausend ausging, erfolgte in feierlicher Form in Anwesenheit von Vertre⸗ tungen des Senats, der Kammer, von zahlreichen Deputier⸗ ten, Senatoren und Abordnungen von Rom, Turin und Florenz. Eine ungeheure Menge bereitete dem Ueberlebem⸗ den der Tausend einen großartigen Empfang. Am Fuße des Denkmals sprachen unter lebhaftem Beifall die Bürger⸗ meister Quartos, Genuas und Gabriele d'Annunzio. Berlin, 6. Mai. Zu der gestrigen Feier der Enthüllung des Garibaldidenkmals in Quarto ging dem Bürgermeister von Genua ein Telegramm König Viktor Emanuels zu, das nach dem„Berliner Tageblatt“ folgenden Wortlaut hat: Obwohl die Staatsangelegenheiten, indem sie meinen Wunsch in Bedauern verwandeln, mich abhalten, an der dortigen Feier teilzunehmen, so bleiben doch meine Gedanken nicht dem dor⸗ tigen Feste fern. Jenem schicksalsreichen Ufer des ligurischen Meeres, das die Geburt dessen sah, der zuerst die Einheit des Vaterlandes prophezeite und das die Führer der Tausend mit unsterblichem Mut zu unsterblichem Geschick befahren sah, sende ich meinen bewegten Gruß und mit derselben mutvollen Glut der Liebe, welche meinen großen Ahnen führte, schöpfe ich aus der einmütigen Weihe der Erinnerungen Vertrauen auf die ruhmreiche Zukunft Italiens. 3 Aus dem Reiche. Geburtstag des Kronprinzen. Berlin, 6. Mai. Dem Kronprinzen widmen zu seinem heutigen 33. Geburtstage die Morgenblätter herzliche Worte. Vom Reichstag. Berlin, 5. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Die nächste Sitzung des Reichstags ist auf den 18. Mai nach⸗ mittags 2 Uhr angesetzt. Auf der Tagesordnung stehen: Rechnungssachen, Rechnung über den Haushalt des Schutz⸗ gebietes Kiautschau und das ostasiatische Marinedetache⸗ ment für 1909 sowie die erste Lesung des Gesetzentwurfs zur Einschränkung der Verfügungen über Miet-, Pacht⸗ und Zinsforderungen. Millionenspende der Reichs⸗Post⸗ und Telegraphenbeamten. Die unter dem Vorsitz des Wirklichen Geheimen Ober- Postrats Vorbeck, des Ober-Postdirektors von Berlin, von allen postalischen Fachverbänden des Reichs⸗Post⸗ gebiets in die Wege geleitete Sammlung zur Linderung der Kriegsnot„Kriegsspende von Angehörigen der Reichs⸗Post⸗ und Telegraphenverwaltung“ hat bisher ein sehr erfreu⸗ liches Ergebnis gehabt. Eine Million und 150 000 Mk. sind schon in den ersten 6 Monaten der Sammlungstätigkeit zusammengekommen. Das Ergebnis ist um so höher zu ver⸗ anschlagen, als über 70000 Post- and Telegraphenbeamte im Felde stehen. In Berücksichtigung der durch den Krieg in stets wachsendem Maße entstehenden, nur durch allseitige Hilfe der erwerbsfähigen Bevölkerung zu lindernden Not wird die Sammlung für die Dauer des Krieges weiter fort⸗ gesetzt werden und hoffentlich weitere erhebliche Mittel bringen. Von den gesammelten Geldern sind zunächst u ua. überwiesen worden: 1. an das Rote Kreuz 100 000 Mk., 2. an die Nationalstiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen 250000 Mk., 3. dem Kriegsausschuß für warme Unterkleidung 70000 Mk., 4. dem Kriegsministerium Das] zur besseren Verpflegung Verwundeter in den staatlichen Reservelazaretten 25000 Mk., 5. an verschiedene Stellen für die Kriegsnotleidenden in Ostpreußen 85 000 Mk., 6. an das Oesterreichische Rote Kreuz 14000 Mk., 7. an den Natio⸗ nalen Frauendienst 14000 Mk., 8. an die Notleidenden in Elsaß-Lothringen 30000 Mk., 9. an den Reichsverband zur Unterstützung deutscher Veteranen 20000 Mk., 10. an den Deutschen Verein für Sanitätshunde 6000 Mk. Weitere Zu⸗ wendungen werden demnächst verteilt werden. Kirche und Schule. Neunte ordentliche Landessynode. rb. Darmstadt, 5. Mai. Bei der heutigen Fortsetzung der ngen waren am Tische des Kirchenregiments Ober⸗ konsistorialpräsident D. Nebel, Geh. Rat D. Dr. Flöring, dey die Sitzung eröffnet, 3 Dann Vorstand und ließ die r welche Prof. DD. Dr. Die 2 Krapp Sickenhosen gewählt Dann begann die sehr zeitraubende Wahl der vers en Ansschüsse. In den Synodal⸗ ausschuß wurden gewählt: Dekan Jaudt⸗ Planig, Dekan Keil⸗ Spachbrücken, Landgerichtsdirektor Oben aner- Mainz, Geh. Justizrat Wahl Schlitz, zu Mitgliedern des Finanzausschusses: elan Bayer Rammheim, Dekan Keil⸗Spachbrücken, Land⸗ gerichtsdirektor Schmeckenbecher⸗Gießen, Pfarrer Wagner⸗ Darmstadt, Rentner Weinmann ⸗Wöllstein; zu Mitgliedern des Gesetzgebungsausschusses: Landgerichtsdirektor Dornseiff⸗ Darmstadt, Dekan Lic. Jacob Mainz, Geh. Justizrat Dr. Lahr⸗Darmstadt, Dekan Rheinfurth⸗Gau⸗Odernheim, Geh. Justizrat Wahl Schlitz: zu Mitgliedern des Petitionsaus schuisses: Prof. D. Dr. Diehl⸗ Friedberg, Pfarrer Fritsch⸗ Rupperts⸗ burg, Kaufmann Lenz⸗ Ortenberg, Pfarrer Loos⸗Groß⸗Um⸗ stadt, Oberamtsrichter Römheld⸗ Nidda; zu Mitgliedern des kirchl. Disziplinarhofs: Sanitätsrat Dr. Bachfeld⸗Offenbach, Pf. Fritsch-Ruppertsburg, Pfarrer Strack⸗ Birkenau; zu Mit⸗ gliedern des Ausschusses für Aeußere und Innere Mission: Sani⸗ tätsrat Dr. Becker Friedberg, Dekan Brill-Ober⸗Widders⸗ heim, Reallehrer Mink⸗Beusheim, Pfarrer Wagner-Darm⸗ stadt und Pfarrer Weber Lang⸗Göns. Für die Lutherstiftung wurden gewählt: Prof. D. Dr, Diehl ⸗ Friedberg, Pfr. Weber⸗ Lang-Göns und Geh. Forstrat Dr. Wimmenauer⸗Gießen. Als Ausschußvorsitzende wurden immt: Landgerichtsdirektor Schmeckenbecher(Finanzausschuß), Geh. Justizrat Dr. Wahl (Gesetzgebungsausschuß!, Prof. D, Dr. Diehl(Petitionsaus⸗ schuß) und Pfarrer Wagner(Aeußere und Innere W 7 1 Synodale Wahl Schlitz erstattete nach der Wahl der Ausschüsse ausführlichen Bericht über die Wahlprüfungen in den Dekanaten Grünberg und Rodheim, Er beantragte namens des Ausschusses die Gültigkeitserklärung dieser Wahlen. Die Versammlung beschloß demgemäß. Darauf wurde die Sitzung gegen 1 Uhr geschlossen. Nach kurzer Beratung des Synodalausschusses und des Finanzausschusses mit dem Oberkonsistorium mit dem Voranschlag wurde beschlossen, bis zur Durchberatung desselben keine weitere Sitzung abzuhalten, sondern die Berhauinngen worauf z vrt an. 1 36. Konferenz der evangelischen Gei 0 5* Darmstadt, 6. M. Die 36. allgemeine Konferenz der evangelischen 1 der Provinz Starkenburg fand am letzten Montag mittag 1 1 in dem Synodalgebäude in Darmstadt unter dem Vorst von Geheimerat 5. Dr. Flöring statt. Die Tagung wurde eröffnet mit Gesang und Gebet, das Dekan Bayer ⸗ Raunheim sprach. Sodann begrüßte der Vorsitzende die Erschienenen; gedachte in seiner ech u. d des auf dem Felde der Ehre gefallenen Pfarrers Lic. Flöel⸗ Langen. 0 5 Nach der Begrüßung hielt Pfarrer Velte⸗Darmstadt einen Vortrag über die Frage:„Was erhoffen wir vom Krieg als inneren. Gewinn für unser deutsches Volk.“ Der Vortragende legte seinen Referat folgende Gedanken zugrunde: Was wir an innerem Ge⸗ winn vom Kriege erhoffen, fab sich auf inneres Erleben grün⸗ den. Unser inneres Erleben läßt sich bezeichnen als Er der deutschen Volksseele, die im Kampfe um ihr Dasein ihr eigenstes Selbst erfaßt hat und sich auf's neue ihrer Eigenart und ihres f Eigenberuses bewußt worden ist. Die Lebensmächte, die in der 8 Schicksalsstunde erwachten und die deutsche Volksseele zu ungeahn?n? ter Höhe und Kraftentfaltung emportrugen, charakterisieren sich nach ihrer Geschichte und ihrem Wesen als deutscher Idealismus und deutsche Frömmigkeit. Zwei Strömungen, aber ein Strom In ihrem Ineinander liegt die Kraft des vaterländischen Auf⸗ schwungs. Das Erwachen der deutschen Volksseele gibt die Rich⸗ tung an, in der wir den inneren Gewinn des Krieges für 8 ag 1 kunft zu suchen haben, doch so, daß unsere Hoffnungen zu gaben werden. Die Größe der Verantwortung, die dabei sub auf die Seele legt, ist an folgenden Erwägungen zu ermessen: 1. Es handelt sich nicht um eine ausgereifte Ernte, die nur ein⸗ zubringen wäre, sondern um eine keimende Saat. 2. Von inne rem Gewinn kann man nicht reden, ohne 85 denken an all die inneren Werte und Kräfte, die unser Volk in so vielen seiner besten und tüchtigsten Söhne verliert. 3. Das Geheimnis des Opfers wirkt nicht magisch, sondern sitt⸗ lich; es schließt mithin die heiligste Verpflichtung in sich. 4. Auf Stunden der Hochspannung folgen in der Geschichte nicht selten Zeiten inneren Niederganges.— Die Aufgaben, die uns aus unseren Hoffnungen erwachsen, erstrecken sich auf das gesamte Volks⸗ leben. Im einzelnen sei hervorgehoben: 1. Die Politik kann nicht leben ohne den Kampf der Parteien, muß ihn aber, um auf der Höhe zu bleiben, adeln durch den hohen vaterländischen Geist, der jetzt erwacht ist. 2. Die soziale Arbeit hat angesichts der Fülle von Problemen und Aufgaben, die auftauchen werden, zum Leitstern den Gedanken zu nehmen: Aus den Schützengräben erwächst die neue deutsche Volksgemeinschaft. 3. Der Kampf Keren die sitt⸗ lichen Volksschäden findet in dem neuerwachten Verantwortlich⸗ keitsgefühl für die Zukunft unseres Volkes eine neue Kraftqulle. — Unter den großen Faktoren, welche die Verantwortung für den erhofften Gewinn zu übernehmen haben, nimmt die Kirche die her⸗ vorragendste Stelle ein. Sie erlebt eine Gnadenstunde, aber auch eine Entscheidungsstunde von außergewöhnlicher Bedeutung. Sie wird sich insbesondere zu prüfen haben, ob sie fähig ist: 1. Auf die Fragen, die das religiöse Erwachen an sie richtet, mit ein⸗ gehendem Verständnis und in zeitgemäßer Form zu antworten; 2, den Mannescharakter des Christentums mehr als bisher zur Geltung zu bringen; 3. mitten im Strom der modernen Welt die Hüterin und Führerin der deutschen Volksseele zu sein, d. h. Volks⸗ kirche zu werden.— Der Vortrag wurde mit großem Beifall aufgenommen. An der an das Referat sich anschließenden Aussprache beteiligten sich außer dem Vorsitzenden u. a. Pfarrer D. Fuchs ⸗Rüsselsheim und Divisionspfarrer Eckhard. Gegen 4 Uhr wurde die sehr an⸗ regend verlaufene Konferenz durch Gesang eines Liedes geschlossen. Affolterbach, 4. Mai 1915. Winter. 8 2 Aus Stadt und Cand. f 5 Gießen, 6. Mai 1915, Eine Statistit der Mehl⸗ und Brotpreise. In der nachstehenden Zusammenstellung findet der Leser die in einer großen Zahl 2 Slädte tend del 5 und Brotpreise verzeichnet. Der Mehlpreis bezieht sich anf vorschriftsmäßig, d. h. zu 82 Proz ausgemahlenes a 65 mehl, der Brotpreis auf das vorgeschriebene Roggen⸗ oder Einheitsbrot. Aus der Uebersicht ergibt sich un a., daß; Gießen hinsichtlich des Verhältnisses der beiden Preis⸗ sätze zueinander mit am günstigsten steht: 8 Mehl⸗ Brot- Mehl- Brot- Ort preis vreis Ort preis preis tr. 4 Pfd. 3 tr.& Pfd. Sießen 20½ 19% Halle a. S. 19 18% Erfurt 19 19-20% Königsberg 16% 18 ¼—20 Forchheim 20/ 20—22 München 244 24 Frankfurt a. M. 21 21¹ Bamberg 18 1 Hannover 22 20—22 Augsburg 20 22 Höchst a. M. 20 22 Erlangen 19 20 Köln a. Rh. 21½ 205 Hof 177¹ 18 Jena 184 20 Ludwigs haf./ Rh. 20% 20 Leipzig 18% 80 Nürnberg I Mainz 2¹ 20 Regensburg 187⁴ 21 Mannheim 20% 21—22 Schweinfurt 19 ½ Plauen i. Vogtl. 17 18 Würzburg 20½— Stettin 19 22 Barmen 20%— Wetzlar 20 20 Berlin 2170 21 wickau 17 1 Braunschweig 18 ¼ 20 annstadt 20% 2 Breslau 8 16 /—18 Heilbronn— 20 Kassel 19 19 Ludwigsburg— 20% Chemnitz 18 ½ 19% Stuttgart 21½ 20—21 Dresden 5 2 1 Kreseld 20 19½—23 Durlach 28 21 ¼ Dortmund 20 21 Eisenach 18 19 5 Hamm 20 20 Magdeburg 1974 195 Elberfeld 18% 2 Reichenbach i. V. 17¼ 17 Freiburg i. Br. 22 22 Bremen 19 24 * Spart Brotmarken! Ein überaus erfreuliches Beispiel dafür, daß auch bei der heutigen beschränkten Brotration noch gespart werden kann, und daß das Verantwortlichteitsgefühl des einzelnen Deutschen gegenüber seinem Brotverbrauche 2 dem rechten Wege ist, liefert das Sparergebnis der frei⸗ willigen Kriegshilfe Hannover⸗Linden. Das Ergebnis der von dieser Vereinigung geschaffenen Organisation plan- mäßiger Sammlung von Brotmarken war das folgende: Erste Woche 21948, zweite Woche 23 480, dritte Woche 36 477 ersparte Brotmarken. Man kann nur wünschen, daß dieses erfreuliche Ergebnis überall im Deutschen Reiche„Schule“ machen möge. Unsere D ee bekanntsz in der. Bundesratsverordnung vom 25. Januar 1915 den Kommunalverbänden eine Sparprämie für erübrigte Getreide- oder Mehlmengen ausgesetzt, indem die Kriegs⸗ getreide-Gesellschaft den Kommunalverbänden ¼ des Preises der ersparten Mengen zu vergüten hat. Dieser all⸗ gemeinen Bestimmung steht die individuelle Freiheit jedes einzelnen Kommunalverbandes gegenüber, die Spartätig⸗ keit nach eigenem Gutdünken anzuregen und durch Heran⸗ ziehung freiwilliger Hilfsarbeiter und Vereine zu fördern. Wenn man bedenkt, daß nach einer kürzlich abgeschlossenen statistischen Berechnung der Stadt Mannheim der Brot- und Mehlverbrauch mit abnehmender Wohlhabenheit der Klassen um 75 Proz. und mehr zu ste igen pflegt, so wird man immer wieder betonen müssen, wie sehr es auch unter der heutigen einheitlichen, aber infolgedessen auch schablonen⸗ 5 3223 haften Festsetzung des Brotverbrauches soziale Pflic der wohlhabenden und bemittelteren Kreise ist, durch gr Spartätigteit zu einer gerechteren Verteilung der v 17 an ö 0 er N egsgekreide. Gesellschaft sergüteten r die Lolksernährung verwendet rden. Wie aber bei jedem Wettbewerb das Beispiel anderer ernd zu wirken vermag, so ist es auch beim Sparen der ümarken. Und deshalb verdienen die obengenannten ern nicht nur als Beweis, sondern hoffentlich auch als sporn der Sparfreudigteit die größte Beachtung. Auf dem Felde der Ehre gefallen. f(Aus Hessen und den Nachbargebieten.) HSeorg Britz Stauf, Res.⸗Ins.-Rgt. 144, aus Flörsheim.— Hauptmann Friedr. Wilhelm v. Kameke, igt. 164, aus Darmstadt.— Ersag. Re. Christ. Schwarz- weller, Ins.-Rgt. 168, aus Heusenstamm.— Kriegsfreiw. Jak. Eisert, Res.-Inf.-Rgt. 224, aus Hanau.— Grenadier August Klassert, 5. Garde⸗Gren.-Rgt. aus Groß-Krotzenburg.— Land- wehrmann Friedr. Krauß, 6. Festungs-Baukomwagnie, aus Ober- Inf. Leun.— Res. Otto Keitzer, Res.-Ins.⸗Agt. 253, aus Lauterbech. e HGeir. Jakob Bock, Landw.-Inf.⸗Rat. 87, aus Roßdors. Musk. August Häuser aus Niederweise—Gesr. Jakob Guten ding, Inf-Agt. 88, aus Krastsolms.— Musk. Friedr. Strau ch, Inf.-Rat. 169, aus Naunheim.— Musketier Johs. Schlott, Res.-Jus.⸗Agt. 224, aus Niederwet.— Kriegssreiw. Semimarist RNieinhard Gräb, Res.-Inf.-Agt. 240, aus Tringenstein.— Gesr. Lehrer Heinr. Reuning, Inf.-Agt. 115, aus Götzen.— Kriegs- a sreiw. Emil Krell, Bayr. Ers.-Rgt. 28, aus Ainalienhütte.— Kriegssreiw. Kurt Schell, Res.⸗Jägerbat., aus Marburg. Kriegsfreiw. Isidor Metzger, Res, Jägerbat, 94, aus Schönstedt. — Ossiz.-Stellv. Anton Theis, Res.-Ini.⸗Higt. 222, aus Hanau. 5 Ers.⸗Res. Heinr. 830 Inf. ⸗Rgt. 221, aus Beltersham.— Hermann Döll aus Langd.— Pionier caud. agr. Otto Sch ov bach, 32. Res.-Pionierbat., aus Friedberg.— Landwehrmann Wilh. Schäfer, Res.-Ins⸗Ngt. 116, aus Rainrod.— Gesr. Jak. 1 Wallacher, Fuß- Art.⸗Rgt. 3, aus Wiesbaden.— Res. Peter Röth, Inf.⸗Rgt. 118, aus Worms- Hochheim.— Musk. Karl Hartmann, Inf.⸗Rgt. 118, aus Hohensolms.— Musk. Karl Hartmann, Juf.-Nat. 138, aus Hohensolms.— Landwehrm. Hermann Rausch, Res.-Ins.⸗Agt. 81, aus Wetzlar-Niedergirmes. L Musk. Ludwig Schönauer aus Worms. 1* Ritter des Eisernen Kreuzes: Unteroffizier Wilh. Fink aus Gaudernbach, Res.-Fußart.-Regt. 3. Post⸗ assistent Adolf Müller aus Hofen, Feldwebelleutn. bei der schweren Küstenmörser-Batterie 8. Uffz. Philipp Hellbach aus Limburg, Bat.⸗Tambour beim Landw.-Brig.-Ers.⸗ Bat. 42. Gefreiter Ernst Günther aus Laubach,. Batt. des 14. Res.⸗Feldart.⸗Regts. Dr. Frank von Pfungstadt, Stabsarzt d. R. und Regimentsarzt. Hauptmann Willibald Contzen im Großh. Artilleriekorps(1. Kl.). ** Kaiser⸗Wilhelm-Spende deutscher Frauen. Die Gießener Frauenvereine haben kürzlich durch eine„ im„Gießener Anzeiger“ zur Betei— ligung der hiesigen weiblichen Bevölkerung an der „Kaiser⸗Wilhelm⸗Spende“ aufgefordert. Es han⸗ delt sich bekanntlich um die Ueberreichung einer Huldigungs- schrift und einer durch freiwillige Spenden der deutschen Frauen aufgebrachten Geldsumme, deren Anwendung auch der Kaiser bestimmen soll. Um das Ergebnis der Sammlun⸗ gen in Gießen für diesen vaterländischen Zweck noch reich⸗ licher zu gestalten, als es bisher schon der Fall ist, hat sich die Geschäftsstelle des„Gießener Anzeigers“ auf Veraulassung der hiesigen Frauenvereine bereit erklärt, Spenden zu dem gedachten Zwecke entgegenzunehmen. e Umgehungdes Instanzenweges in Mili⸗ tärsachen. Man ersucht uns um Aufnahme folgender Varnung Hei den oberften Militär und zivilbehor, den gegen fortgesetzt Reklamations., Zurückstellungs- und Arlaubsgesuche auf Grund häuslicher und gewerblicher Ver⸗ Hhiältnisse für Mannschaften des Feld- und Besatzungsheeres dein. Die Meinung, daß der Wunsch der Gesuchsteller durch die unmittelbare Anrufung der höchsten Instanzen schneller oder sicherer Erfüllung sinde, ist irrig, tatsächlich be⸗ deutet ein derartiges rgehen in den meisten Fällen nur eine unnötige Mehrbelastung der Behörden und eine Ver- ö cheidung zur Sache. Derartige Gesuche genden Notstandes, Aussi ist bekannt und sollte Einreichung derartiger . n Vorschrift bildungs verbandes. „ Weitere Musterungstermine, und zwar für die bei der Musterung im Jauuar d. J zurück . Militärpflichtigen, die in den Jahren 895, 1894 und früher geboren sind, sowie für den unaus⸗ gebildeten Landsturm II. Aufgebots enthält eine in vor— liegender Nummer erscheinende Bekanntmachung der Ersahoemisston Gießen. Ernteaussichten. Vom Lande schreibt man uns: solcher Blütenreichtum, wie ihn gegenwärtig die Pflaumen- und Birnbäume zeigen, gehört zu den 5 men. Das sind nicht einzelne Blüten,—. ganze Blutensträuße, in denen die Obstbäume prangen. Auch die wetschenbäume und Apfelbäume, haben 1 Blüten- usatz. Im vorigen Jahre siel bei uns der ganze Blüten- ien einer Maifrostnacht zum Opfer. Es war die kacht auf den ersten Mai, darinnen das Thermometer drei Grad unter Null sank. Bis jetzt ist die N vor⸗ trefflich verlaufen. Die arabischen Kirscheu, ein Mittelobst zwischen Kirschen und Pflaumen, haben bereits abgeblüht. Ziehen in diesem Jahre die Eisheiligen gelinde Seiten auf wir hoffen es—, dann gibt es ein reiches Obstjahr und eder Obsthonig oder Latwerge ins Haus, der das Kriegs- brot besser schmecken läßt. Für die Frühjahrsbestel⸗ der hatte man bei dem Mangel an Arbeits- rchtungen gehegt. Sie sind, Gokt sei Dank, un⸗ leben. Das herrliche Wetter hat die Arbeiten ahren. Gewiß vermißt man die Männer, die im ul Felde stehen müssen, daß sie sich früher ihrem Ende zuneigen wie] rotzdem geschieht auch die Arbeit rasch und früh trotz des Weltkrieges. Im freudigen Bewegen wer alle Kräfte kund. Mit dem Ende dieser Woche geht das Säen der Gerste und das Stecken der Kartoffeln seinem Schluß zu. Nur in den höheren Lagen verzögern sich diese Ausstellungsarbeiten naturgemäß. Und wie bebaut sich das Land! So, wie es der Landwirt wünscht und wie eine ute Ernte es erfordert. Die Aussichten für die Landwirt— chaft sind mithin sehr günstig. 5 Spart Brotmarken! Landkreis Gießen. = Langd, 6. Mai. Am Sonntag sand in unserer Kirche ein Trauer gottesdienst stott für zwei auf dem, östlichen Kriegsschauplatz gesallene Einwohner. Der Ortsgeistliche hielt eine u Herzen gehende Trostpredigt; der Kriegerverein war mit der 3 erschtenen. Die auf dem Felde der Ehre gefallenen Krieger sind: Gefreiter Otto Zübner, Res.-Insanterie-Regiment 253, und Musketier Hermann Döll vom Reserve-Insanterie-Regiment 222. Es sind nun aus unserem Orte vier Einwohner den Tod fürs Vaterland gestorben; außerdem wird Reservist Otto Mayer vermißt. Rodheim b. Hungen, 5. Mai. Kanonier Stellwag im Feld-Artillerie-Regiment 61, Sohn des Müllers Stellwag auf der benachbarten Neumühle, erhielt das Ciserne Kreuz. — Trais⸗Horlofs, 5. Mai. Musketier Baumbach vom Reserve-Insanterie-Regiment Nr. 138 starb den Tod fürs Vaterland. m- Münster, 5. Mai. Gestern nachmittag 6 Uhr wurde unser Dorf plötzlich durch Feuerlärm erschreckt; eine Scheune stand in Flammen. Durch das schnelle Eingreifen der Feuer— wehr und der ganzen Gemeinde wurde das Feuer auf seinen Herd beschränkt. i i 3 ober Vieh und Schweine konnten gerettet werden, einige Hühner sind verbrannt, dazu viel Heu, Stroh und Maschinen. Die Ursache des Brandes konnte nicht ermittelt werden, wahr⸗ scheinlich ist er durch kleine Kinder, die mit Streich⸗ hölzern spielten, entstanden. Glücklicherweise ist der Geschädigte versichert. „ Beuern, 5. Mai. Unteroffizier Ludw. Stein im Landwehr-Infanterie-Regiment 116 wurde am 1. d. M. zum Kompagnie- Feldwebel befördert. 8 Kreis Büdingen. Nidda, 6. Mai. Mächsten Sonntag wird Redakteur Kuhlmann aus Darmstadt im„Gambrinus“ einen Licht ⸗ bilder ⸗Vortrag über„Deutschland im Kriege“ halten. Der Reinertrag kommt der Kriegshilse zugute. de Michel nau, 4. Mai. Hier seierten Konrad Koch II. und Frau in voller Rüstigteit ihre aol dene Hochzeit. Kreis Schotten. u. Schotten, 4. Mai. Der Sohn des Bürgermeisters Reuning von Götzen erlag im 21. Lebensjahr im Feld- lazarett seiner schweren Verwundung. Er war Lehrer und diente als Gefreiter im 115. Leibgarde-Jnf.⸗Rgt. Die Leiche wird nach Götzen übergeführt. n. Groß- Eichen, 4. Mai. Die hiesige Moltkerei⸗ Genossenschaft„Vogelsberg“ hat im abgelaufenen Ge- schäftsjahre bei einer Einnahme vou Mt. 51 489,26 und einer Aus- gabe von Ml. 51 616,27 einen Reingewinn von Mk. 2872,99 erzielt. Die Gesamtmilchlieferung betrug 1 406 474 Liter. Die Mitgliederzahl der Genossen ging gegen das Vorjahr von 249 auf 199 zurück; die Gesamthastsumme verminderte sich von 124 500 Mk. auf 98 000 Mark. Kreis Friedberg. § Bad-⸗Nauheim, 6. Mai. Mit dem 1. Mai haben die Frühtonzerte in der Trinkkuranlage wieder begonnen. Sie sind in diesen herrlichen Frühlingstagen stets gut be⸗ sucht. Am 6. Mai beginnen die Donnerstags ⸗Sin⸗ foniekonzerrte des Winderstein-Orchesters im Konzert- —— mit einem Fest⸗Sinfoniekonzert zu Ehren des Ge⸗ urtstages des deutschen Kronprinzen. Theater er⸗ öffnet seine Spielzeit am 9. Mai mit Lessings„Minna von Barnhelm“. Starkenburg und Rheinhessen. h Bischoss heim, 5. Mai. Auf der hiesigen Rangier- station geriet der 18jährige Arbeiter Elsenheimer aus Trebur unter einen Zug. Er wurde überfahren und derart schwer verletzt, daß er nach kurzer Zeit verstarb. ch Aus Rheinhessen, 5. Mai. Für die„Hun⸗ gernden“ in Deutschland treffen in Rheinhessen weiter sortgesetzt Postpakete mit Mehl und anderen Sachen ein. Da nun ein 10 Pfund⸗Paket etwa 5 Mk. für Porto erfordert, so dürften die mitleidigen Bekannten und Verwandten in Amerika, die ihre Freunde und Angehörige vor dem Ver⸗ hungern schützen wollen, wohl recht erstaunt sein, wenn sie erfahren würden, daß das Pfund Mehl in Deutschland 25 Pfennig, also etwa die Hälfte des Portos kostet. In Bingen sind solche Mehlpakete teilweise eingetroffen, teils sind sie hierhin noch unterwegs. Dieser Erfolg ihrer Lügenmeldun— gen dürfte selbst die Engländer überraschen. Kreis Wetzlar. w. Wetzlar, 5. Mai. Regierungsbauführer Wilhelm Becker ist zum Regierungsbaumeister ernannt worden. = Allendorf, 5. Mal. Am 23. April st arb unser zweiter Lehrer Karl Heinrich Batz, Leutnant und Konwagnie⸗ führer im Inl-Regt. 168, Nitter des Eisernen Kreuzes, den Ehren- tod für das Vaterland. Hessen⸗Nassau. h. Oberursel, 5. Mai. Ein verheerendes Groß- feuer vernichtete heute die Wachswarenfabrik Boston Blacking. Der Brand brach in dem Gummilagerraum aus und verbreitete sich, da er an den reichen Oel-, Fett⸗ und Gummivorräten die beste Nahrung fand, mit unheimlicher Schnelligkeit über das ganze Fabrikanwesen. Obwohl zahl- reiche Wehren der Umgebung, auch die von Homburg, des Brandes Herr zu werden versuchten, wurden die Gebäude völlig eingeäschert. Der Betrieb ist unterbrochen und der Schaden sehr bedeutend. Zahlreiche Arbeiter wurden brotlos. ——— —Deussche raf. Noch bebt die Welt, noch zittern Meer und Lüfte, Der schwarze Ritter Beut! um Beute rafft— Mit Heldenleibern füllen sich die Grüfte— — Dochungebrochenbliebdie deutsche Kraft.— Haßsprühend stürmen sie im West und Osten, Die Opferlämmer einer blinden Wut, Um Sturm auf Sturm des Todes Lohn zu kosten, Denn unbezwingbar blieb der deut f Umsonst, umsonst all euer heißes Ringen, Wie tapfer auch wohl mancher von euch stritt, Wer deutsche Helden will zu Boden zwingen, Der beißt auf Stahl, auf Eisen und Granit. Vor deutscher Treue, deutscher Kraft und Sitte Verstummen muß der Lüge dreister Mund, che Mut. Am starken Herzen in Europas Mitte Mußt doch zer schellen du— Dreiteufelsbund! Du hast das uns in die Faust gezwungen, Nun mußt du kosten seinen Flammenstrahl, Bis du zum Staube nieder bist gezwungen— 4 Das walte Gott„uh Deutschlands scharfer Stahl! Röm held. 15 PCGWCGGGWG WWW N vermischtes. 3 Berlin, 6. Mai. Im Keller der Brauerer Ampelboon en 5 Antwerpen fand gestern laut„Berliner Tageblatt“ eine A m l moniakexploson statt. Im Keller befanden sich 16 Ar 7 beiter, die Gefahr liefen, durch Ammonialdämpfe erstickt zu wer f den. 13 Arbeiter sind gerettet, was vornehmlich dem Mut de deutschen Vorarbeiters Kuhn zu verdanken ist. Drei Arbeiter sind erstickt, unter ihnen zwei Teutsche namens Quander und Keitel. Berlin, 5. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Geheimer Kom merzienrat Siegmund Aschrott ist heute nachmittag in Berlin in sast vollendetem 89. Lebeusjahre gestorben. Märkte. — Nidda, 5. Mai. Auf dem heutigen Ferkelmarkte hier war der Auftrieb nur mäßig. Da sehr viele Kauflustige er- schienen waren, ging der Absatz sehr rasch von stalten. Die Preise waren so hoch, wie sie hier noch nie verzeichnet wurden. Das Paar 5 Wochen alte Ferkel kostete 60 Mk., etwas ältere 80 Mk. Fe, Wiesbaden. Viehhos- Marktbericht vom 5. Mai Auftrieb: Rinder 74(Ochsen 2, Bullen 3, Kühe und Färsen 65), Kälber 277, Schafe 2, Schweine 348. Bei flottem Geschäft und bei unveränderten Preisen wie am Markt am 3. Mai wurde der Austrieb rasch geräumt. le. Frankfurt a. M. Schweinemarktbe rien vom 5. Mai. Ausgetrieben waren 925 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 00.0 07.50 Mk., Schlachtgewicht 125.00 130.00 Mt., vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 97.50 105.00 Mt., Schlachtgewicht 115.00— 125.00 Ml. vollfleischige Schweine von 100120 kg Lebendgewicht 105.00- 108.00 Ol., Schlachtgewicht 125.0013) Mk., voll eischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 00.00 00.00 Ml., Schlachtgewicht 00.000,00 Mk. Geschäft lebhaft. se. Frankfurt a. M., Mai.(Orig.⸗Telegr. des„Gieß. Anz.“) Fruchtmarkt. Auf dem Fruchtmarkt sehr ruhiger Dandel bei geringem Angebot. Futtermittel un freien Verkehr knapp bei sester Tendenz. Beschädigter Mais 30 55 Mk., tadel loser Mais 58—62 Mk., Kokoskuchen 34—36 Mk. Alles für 100 kg. 1 le. Frankfurt a. M., 5. Mai.(Orig.-Telegr. des Gieß. 9 Anz.) Kartosselmartt. Kartosseln im Großhandel Mk. 13,75 bis* 14,00 Mk., um Kleinhandel Mk. 15,00— 16,00. Alles per 100*g. 7 ch. Bingen, 5. Maj. Marktpreise. Weizen Mk. 00,0,* Korn Mf. 00,0, Gerste Mk. 00,00, Haser Mk. 00,0, Heu Mk. 0,00, Stroh Mk. 0,00, Kartoffeln Mk. 12,00, Erbsen Mk. 00,00, Linsen Mk. 00,0. Bohnen Mk. 00,00, Weißmehl Ml. 46,50, Roggenmehl Mk. 38,00; alles für 100 Algr. Butter 1 Klgr. Mk. 3,20, Milch 1 Liter 22 Pig., Eier 10 Stück Mk. 1 10. 8 ch. Nieder⸗Zugelheim, 5. Mai. Auf dem heutigen Markte 5 kostele der Zentner Spargel 1. Sorte 35— 50 Mk., 2. Sorte 15 bis 24 Mk., Rhabarber 516 Mk., Aepfel 30 Mk. ch. Heidesheim, 5. Mai. Bezahlt wurden, auf dem heutigen Markte ür den Zentner Spargel 1. Sorte 40— 45 Mk., 2. Sorte 2025 Mk., Rhabarber 6 Mk. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgesellschaft. 1 Gottesdienst. 1 43 Sabbatfeee am 8. Mai 1915.. Freitag abend 7.30 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Predigt. Samstag nachmittag 4.00 Uhr. Sabbatausgang 8.45 Uhr Wochengottesdienst: Morgens —— 6.00, abends 8.45 Uhr. —— U Amtlicher Wetterbericht. 1 1 Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Der seslländssche hohe Druck hat sich unter dem Einfluß der 4 von Westen vorrückenden Depression weiter südostwärts verlagert. Da die Depression nordostwärts abzuziehen scheint, werden wir 2 an ihrem Südrande mit Fortdauer der bestehenden Witterung zu 8 rechnen haben. 6 N Wetteraussichten n Hessen am Freitag, 5 * 1 ten I. Mal 1, Wolkig, meist trocken, mild, südwestliche Winde. 7 Letzte Nachrichten. 9 Ein japanisches Ultimatum an China. 2 WTB. Hang. 6. Mal. Richtamtlich) Mach hier en⸗ getroffenen Nachrichten hat Japan an Chinaein Ulti⸗ matum überreichen lassen, das eine Frist von 48 Stunden stellt. Die japanische Oeffentlichkeit ist ruhig. Man glaubt nicht, daß ein kräftiges militärisches Eingreifen notwendig ist. Heimbeorderung der italienischen Staatsangehörigen. Luxemburg, 6. Mai. Die„Luxemburger Zeitung“ mel?“ det: Die italienische Gesandtschaft erteilte amtlich allen im Groß⸗ kerzogtum sich aufhaltenden zurückzukehren. Die königliche die Heimreise bezahlen. Rom, 6. Mai. Das Blatt„d'Italia“ will von einer gut unterrichteten Persönlichkeit erfahren haben, in politischen Kreisen habe man die Meinung, daß ein endgültiger Beschluß in den näch! sten Tagen zu erwarten ist. Graf Goluchowsky, der frühere österreichische Minister des Aeußern, wird für heute in Rom er⸗ wartet. Goluchowsky sei mit allen Vollmachten ausgestattet und werde die neuen Vorschläge Oesterreich-Ungarns überbringen.— Andererseits meldet der„Secolo“, der sozialistische Abgeordnete Bissolati habe mit Salandra eine Unterredung gehabt und troß der Reserve, die sich der Ministerpräsident auferlegen mußte, den Eindruck gewonnen, daß keine Aenderung in der Haltung des Kabinetts eingetreten sei. Die Finanzlage Italiens. f Mailand, 6. Mai. Aus einem soeben veröffentlichten of⸗ fiziellen Bericht über die Finanzlage Italiens geht hervor, daß infolge des Weltkrieges auch die Ausgaben Italiens ungehener groß sind. Das Kriegsministerium hat vom 1. August 1914 bis zum 31. März 1915 1660 Millionen Lire ausgegeben. Mil. kiarde mehr als in der gleichen Periode des Vorjahres. Das Marine⸗ ministerium hat 399 545 547 Lire ausgegeben, 156% Millionen mehr als in der gleichen Periode des vergangenen Jahres. Die Gesamtausgaben aller Ministerien haben sich gegenüber dem Vor- jahre um nicht weniger als 1501 217635 Lire vermehrt. Dem Richter entzogen. rm. Darmstadt, 6. Mai. Die wegen Beihilse zum Gattenmord zum Tode verurteilte Frau Heyd rich hat heute nacht, nachdem das Reichsgericht am Montag ihre Revision verworfen hat, ihrem Leben durch Erhän⸗ gen ein Ende gemacht. — 8 1 10 Landsleuten den Rat, nach Italien 1 Regierung wird den Bedürftigen * * —. „ n Nr 8 3 Tr ccc 5 n r PC WGGGGGCGWGGGGGGTGChGGTTGTGThPhThEUTThhThhThTTTTTTVTVTVTV!!!TT.c. N.* N . Im Kampfe für das Vaterland starb den Heldentod am 27. Bruder, Schwager, Onkel, Vetter und Neffe Mürz unser einziger, hoffnungsvoller, iunigstgeliebter Sohn, guter Fritz Menke, cand. jur. im 22. Lebensjahre. Wer ihn gekannt, wird unseren Schmerz ermessen. Giessen(Wetzlarer Weg 43 J, Essen, Duisburg, den 5. Mai 1915. Marie Menke Unteroffizier im Infanterie-Regiment 131, 10. Kompagnie Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Georg Menke, Lokomotivführer, und Frau Adam Berg, Zahlmeister, z. Zt. im Felde, und Frau Tilli, geb. Menke Gustav Tegtmeyer, Kaufmann, und Frau Else, geb. Menke Emmy Menke Werner Tegtmeyer. 401815 * Lie Haus d* e 9 Spielplan vom 5. bis inkl. 2. Mai 19138: Der Fluch der Diamanten ht-S a eee eee, -. Vorsguf⸗-Vereint. h. n.1. 5. zu Treis g. S5n. Bilanz am 31. Dezember 1914. 1· bis 4•pfündig Frische Brat⸗Schellfische 2 * Marke„Petto« Reparaturen werden prompt ausgeführt R. 12/5. JZmwangsversteigerung. Donners taa, den 10. Juni 1915, nachmittags 3 Uhr, hiesigen Ortsgerichts das im Grundbuche von Gießen den Wilbelm Keßler Eheleuten Nin Annerod zugeschriebene Grundstück: Flux 54 Nr. 28 S 24% am BBiese, an der Ochsenwiese öffentlich zwangsweise ver⸗ Merlan Schollen Holsteiner Fluß ⸗Hechte 15 Holländer Cabliau kopflos, in Fischen von 3 bis 8 Pfund 22 zer wie b Stephanstr Neue Vollheringe, Stick! Kieler Bücklinge Fnplertes Bett, Frische Salz⸗Gurken, Stück 10 Pfg. Sauerkraut,) Pfund 40 Pg. Holl. Maikönig 3 Stück 40 Pfg. Treibhaus⸗Gurten 35 bis 45 Pfg. 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Mts., auf dem Bureau des Rechners zur Einsicht der Mitglieder offen. Der Aussichts rats vorsitzende: W. Dapper. 4011 Jar I gerungen. sur M Frunen getrennte Rententarise. vert in ane, reren 3 Darm-tadt. Zimmerstr. 3 . V. H. 85 Laeik- Verein kiessen Morgen abend 9 Uhr: Monatsversammiung im„Kaiserbof“(l. Stoch). 7. L 5½ f. N. Feinste grosse Aahes-eringe à 18 Prg. sind eingetroffen bei: deorg Wallenfels gegenüb. d. Engelapotheke 1010 ese Abd. 4