m. 104 Sweites Blatt Surschem! taglich mitt Alusnahme des Sonntags. Die„Setener Famillenblätter werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den kreis Setzen“ zweimal wöchentlich. Die Landwirtschaftlichen Zeit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. Aritische Tage in Italien. Der eine kritische Tag erster Ordnung in Italien, der 1. Mai, ist ohne besondere Zwischenfälle vorübergegangen. Zwar hatte das Zentralkomitee der Fasci, der revolutionär⸗ republikanischen Arbeiterverbände, ein Manifest zugunsten der Intervention veröffentlicht, aber die Kundgebungen der Arbeiter waren in Ueberein immung mit der Losung der sozialdemokratischen Partei durchaus auf die Forderung . mit dem Krieg“ gestimmt. Größere Ereignisse er⸗ hoffen die Einen und fü F die Anderen von dem zweiten von dem 5. Mai, wo in Genua in wart Königs mit einer Festrede Gabriele d' Annunzio die Weihe des Garibaldi⸗Denkmals stattfinden soll, und vom 12. Mai, wo auf dem Monte Zito⸗ rio die italienische Kammer zu der Tagung zu⸗ . von der die italienische Nation die Ent⸗ cheidung über Krieg und Frieden erwartet. Die Interventionisten, das heißt diejenigen, die für einen„frisch⸗fröhlichen Krieg gegen Oesterreich“ sind, der zugleich ein Krieg gegen die Tedeschi sein würde, betrach⸗ ten es als eine gute Vorbedeutung, daß in Genua der kriegsbegeisterte Dichterpolitiker d'Annunzio die Festrede und noch dazu in Gegenwart des Königs hält. Aber die e hat etwas Wasser in diesen Wein ge⸗ gossen, indem sie versichert, daß der phantasiereiche d'An⸗ nunzio seine Rede vorher der Zensur unterbreiten mußte. Von Rechts wegen, denn wenigstens nach unseren Begriffen soll nicht der 3 dem Sänger, sondern„es soll der er mit dem König gehen, sie beide wohnen auf der Menschheit Höhen“— von denen schon Abstürze erfolgt sind. Wir wissen nicht, welches der Inhalt der Rede ist, die d' Annunzio bei der Garibaldifeier halten wird, aber wir könnten ihm wohl einige„Gedanken und Erinnerungen“ Verfügung stellen. So wäre es zeitgemäß, wenn er aran erinnerte, daß Garibaldi, dessen Denkmal jetzt ent⸗ hüllt wird, sich im Jahre 1860 aus dem öffentlichen Leben Caprera zurückzog, nachdem er in der Kammer ver⸗ geblich gegen die Abtretung von Nizza und Savoyen an Frankreich Einspruch erhoben, nachdem er die Losreißung Nizzas, dieser Perle in der sardinischen Krone Suvohyens, das dem italienischen Herrscherhause den Namen gegeben hatte, und die Napoleon den Italienern entriß, als einen Akt des Betruges und der Gewalt bezeichnet hatte. D'An⸗ — 4 könnte in diesem Zusammenhang weiter an die Schlacht bei Mentana erinnern, wo besagter Garibaldi am 3. November 1867 von den französischen Truppen ge⸗ schlagen wurde. Er könnte weiter— d' Annunzio ist ja so geschichtskundig— das Wort des Franzosen Louis Veuillot zitiren:„Wenn Frankreich so stark sein wird, wie es werden muß, so wird es genötigt sein, zwei nationale Ein⸗ heiten zu zerstören, die deutsche und die italienische.“ Und will d' Annunzio, dem die nationale Frage über alles geht, — auch von Tunis reden, wo die Italiener, die den standteil der europäischen Bevölkerung bilden, im⸗ mer dringender den Anschluß an Italien fordern? Will d' Annunzio vielleicht in seine Rede das Wort einflechten, das einst Visconti Venosta dem rührigen Delcasse entgegen⸗ hielt, daß nämlich die durch die Wegnahme von Tunis Ita⸗ lien geschlagene Wunde unheilbar sei? Könnte der Dichter⸗ Politiker nicht in diesem Zusammenhang daran erinnern, daß gerade die Festsetzung Frankreichs in dem den Italie⸗ nern weggeschnappten Tunis diese veranlaßte, den ihnen von Bismarck gewiesenen„Weg nach Berlin über Wien“ einzuschlagen, daß jene perfide Haltung Frankreichs den Anstoß zur Begründung des Dreibundes gab, der Italien * drei Jahrzehnte lang Schutz⸗ und Rückendeckung wie Möglichkeit zu finanzieller Gesundung gewährt hat! Und da d' Annunzio gern aktuell ist, könnte er bei der Er⸗ örterung der Dardanellenfrage und der moskowitischen Sehnsucht nach Konstantinopel an die Warnung des weit⸗ blickenden Crispi erinnern:„Alle Staaten haben ein Vor⸗ 165. Jahrgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen Dienstag, 4. Mai 1015 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schristleitung, Geschästsstelle u. Druckerei: Schul⸗ straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: 51, Schrift⸗ leitung: 112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. dringen Rußlands nach Konstantinopel zu fürchten, und Italien kann nicht zugeben, daß das Mittelländische Meer ein moskowitischer See werde.“ Aber wenn der fanatische Phrasenheld d' Annunzio diese Rede, die wir ihm gern zur Verfügung stellen, nicht halten will, vielleicht macht dann der Ministerpräsident Salan⸗ dra bei der am 12. Mai erfolgenden Eröffnung der Kammer davon Gebrauch. Und da Salandra kein Dichter, sondern ein Realpolitiker ist, fügt er bei dem Worte Crispis über das Mittelmeer als moskowitischen See vielleicht gleich hinzu, daß es ebenso gefährlich für Italien wäre, wenn das Mittelmeer ein englisch⸗französischer Binnensee würde, was bei einem Siege des Dreiverbandes der Fall wäre, auch wenn Italien diesem Trabantendienste leistete, denn wer die Dreiverbandspolitiker kennt, weiß, daß sie Bundes⸗ genossen lediglich zur Sicherung, nicht zur Teilung der Beute verwenden. Vielleicht erinnert Salandra dann weiter daran, wie gefährlich es wäre, die immer vom Unglück ver⸗ folgte italienische Armee als Kanonenfutter gerade für die Staaten zu verwenden, die den Italienern in den neun Weltkriegsmonaten so deutlich ihr Uebelwollen zu erkennen gaben. Und vielleicht schließt er dann mit dem Worte des führenden italienischen Philosophen Barcellotti, daß„die überwältigende Mehrheit der Italiener es als ihrer un⸗ witrdig ablehne, die Frage nach der Bundestreue Italiens auch nur zu diskutieren“. Freilich, vielleicht hält auch Sa⸗ landra diese Rede nicht, und vielleicht wird die Frage doch diskutiert. Aber wir haben begründeten Anlaß, das Er- gebnis dieser Erörterung mit Ruhe abzuwarten. Rom, 3. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Die Agenzia Stefani meldet: Heute früh tagte der Min isterrat im Palazzo Braschi. Der Kolonialminister teilte die Berichte mit, die er über den letz⸗ ten Kampf an der Syrte erhalten hatte. Auf seinen Vor⸗ schlag beschloß der Ministerrat, ihn zu ermächtigen, falls notwen⸗ dig, den Kriegszustand in Tripolitanien zu erklären, sowie die notwendigen Verstärkungen dahin zu schicken. Der Minister des Auswärtigen berichtete über die internationale Lage. Auf Grund der Erörterung der politischen Lage erkannte der Ministerrat die Notwendigkeit an, daß kein Mitglied der Regierung Rom verlasse. Tripolis, 3. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der „Agencia Stefani“. Nach vorläufigen Mitteilungen des Obersten Miani werden die Verluste der Italiener in dem Ge⸗ fecht vom 29. April auf 218 Tote und Vermißte, dar⸗ unter 18 Offiziere, geschätzt. Dabei sind die Verluste der Ein⸗ geborenentruppen nicht gerechnet. Alle Verwundeten, etwa 409, darunter 150 Weiße, sind auf dem Dampfer„Letimbro“ nach Syrakus gesandt worden. Schulter an Schulter mit unseren verbündeten. We Mit warmen, duftigen ist der Frühling gekommen. Bon bag See en den de der peer bee 0 ae, n rgen 7 17 e wochenlang die reichlich gespülten einem Großreinmachen unter Wasser gestanden haben, entpuppen sich die Karpathen mehr und mehr als ein nahbares Mittelgebirge. Die Geländeschwierigkeiten, die sich aus der Lagerung ihrer in⸗ einander verschränkten einzelnen Höhenzüge ergeben, gebieten der Kriegführung dieselbe Vorsicht, dieselbe Geduld wie zuvor. Aber der or carne ist mit dem Schneemantel größtenteils abgestreift, und damit sind zugleich eine Menge Schrecken und Müh⸗ sale fallen, die während der Wintermonate die Widerstands⸗ kraft unserer aus der Ebene kommenden deutschen Soldaten auf eino oft grausame Probe stellten. Der Winterfeldzug in den Karpathen wird in der deutschen Kriegsgeschichte mit seinen neuen und wich⸗ tigen Erfahrungen ein besonderes Kapitel beanspruchen. Wer sich einen Begriff davon machen will, was unser Heer an der ungarisch⸗ galizischen Grenze, gewissermaßen unvorbereitet, geleistet hat, wird sich immer die Monate Januar, Februar, März vergegenwärtigen müssen, in denen der Himmel mit den Russen verbündet schien. Während unsere Truppen mit Schnee und Eis rangen, hatte der Feind jenseits des Gebirges Muße genug, ungezählte Verstärkungen aus den nördlichen Ebenen heranzuziehen. Wir schildern deshalb die Stellungen unserer Streitkräfte am besten so, wie wir sie An⸗ fang März noch in tiefster Winterlichkeit gesehen haben. Grob bezeichnet liegen sich die kämpfenden Heere auf paral⸗ lelen Bergketten gegenüber, auf Ketten von vielen Bergen und Hügeln, die einzeln besetzt und befestigt werden müssen, und nicht etwa auf ununterbrochen langgestreckten Rücken, die in einer zu⸗ sammenhängenden geraden Linie zu verteidigen wären. Diese pa⸗ rallelen Höhenketten trennt aber kein einfach durchgehendes Tal; sie sind durch hundert Sättel miteinander verbunden und der Zwischenraum stellt sich wiederum als ein vielverschlungenes, wenn auch niedrigeres Gebirge dar. An den südlichen Gürtel der höchsten Erhebungen mußten die verbündeten Deutschen, Oesterreicher und Ungarn, an den nördlichen die Russen ihre Mannschaften und ihren Nachschub möglichst nah heranschaffen. Dabei gelangte man, mit Wagenkolonnen oder mit Eisenbahnen, bis an einen Punkt, meistens ein größeres, für die Unterbringung eines Generalkommandos oder eines Divisionsstabes geeignetes Torf, von wo aus der Weiter⸗ marsch nur auf steilen Gebirgspfaden und der weitere Transport von Ausrüstung, Verpflegung und Munition nur mit Tragtieren oder menschlichen Lastträgern zu bewerkstelligen war. Schon die stattlichen Dörfer, die verhältnismäßig bequem zu erreichen sind und allenfalls den höheren Stäben ein erträgliches Quartier bieten, lassen sich in ihrer Dürftigkeit und Kahlheit höchstens mit den zerstörten Dorsschaften des westlichen Kriegs⸗ schauplatzes vergleichen. Auch wo die Feinde früher noch nicht gehaust haben, entbehrt man die bescheidensten Bequemlichkeiten, die an einen auch nur niedrigen Grad von Zivilisation erinnern könnten. Sie gehören nicht einmal zum Hausrat der besseren Woh⸗ nungen eines Geistlichen, eines Lehrers oder eines Försters, oder sind solche Seltenheiten, daß ein Findiger sich beizeiten ihrer be⸗ mächtigt hat. Aus der Siedelung ragt gewöhnlich eine inter⸗ essante alte griechisch⸗katholische Kirche hervor, ein Holzbau mit hölzernem, pagodenartigem Glockenturm daneben, zuweilen auch ein auffallend großes modernes steinernes Gotteshaus mit ver⸗ dächtigen Anklängen an russisch⸗byzantinische Bauweise. Alles andere ist niedrig und armselig. Nur wenige von den Blockhäusern sind auch außen mit Lehm verklebt oder gar angestrichen, dis meisten stehen nackt und urwüchsig unter ihrem zeltartig über⸗ hängenden Strohdach. Das Innere bildet einen einzigen Wohn⸗ raum zwischen zwei Schuppen, die rechts und links die überdachte Fläche ausfüllen. Inmitten eines solchen Raumes steht ein Hotzi⸗ ger steinerner Ofen; er hat keinen Schornstein, heizt das Haus, dient gleichzeitig als Kochherd und auf seiner oberen Platte pflegt die Bauernfamilie zu schlafen. Einige Pritschen, ein schnell ge⸗ zimmerter Tisch und eine Bank verwandeln die räucherige Bude in eine Unterkunft für so und so viel Offiziere. Günstigstenfalls erzieht das Zusammenleben mit ihren Gästen die Bewohner der Ofenplatte zu einer schüchternen Vorahnung von Sauberkeit. Die Mannschaften, aber auch die Stäbe mit ihren Kanzleien, leben am besten in den Baracken, die nach Art unserer Arbeitertantinen, je nach ihrem Zweck i„min wenigen Stunden aus dem Boden wachsen. Innerhalb der Dorfschaften gewahren wir auch behelfsmäßige Lazarette, Vorratsspeicher, Gefangenenlager und Pferdeställe. Von hier aus verteilen sich nun die Truppen und die Trag⸗ tierkolonnen auf die zu den Gefechtsstellungen führenden Wege. Zuerst sind es noch Straßen; der niedergetretene Schnee läßt die Breite eines mäßigen Fuhrwerks erkennen. Bald aber geht es auf kaum ang faden weiter— ein kräftigendes Vergnügen, wenn das Wetter n und der Schnee hart ist, dagegen bei weichem, alles ver Neuschnee und eisigem Schneetreiben Das Wetter und immer wieder das Wetter! Es hat bei un⸗ serem Vorgehen die allergrößte Rolle gespielt. An manchen herr⸗ lichen sonnigen Frosttagen hört man aus jedem dritten Munde den fröhlichen Ausruf: Der reinste Wintersport! Die weißen Kuppen leuchteten blendend gegen den blauen Himmel. Auf jedem ihrer weitausladenden Zweige trug die majestätische Kiefer ihre glitzernde, schimmernde Last. Von den schroffen Hängen sausten mit roten Gesichtern die Schneeschuhpatrouillen zu Tal, keck und abenteuerlich in ihren raschen Bewegungen. Festgebunden an karze Pflöcke sprangen und kläfften die unheimlich tatendurstigen Polar⸗ hunde im Schnee umher und konnten es nicht abwarten, daß man sie vor den Schlitten spannte und sie, immer ihrer zehn zusammen⸗ gekoppelt, eine Last bergan ziehen hieß, die weder von Menschen noch von Pferden über Geröll und Klippen hinweggezerrt werden kann. Aber das Bild verdüsterte sich auch wieder. Nebelwolken und peitschender Sturm schienen nichts Gutes zu verkünden. Die treppenmäßig ausgehauenen Wege waren so glatt übereist, daß man ohne Steigeisen, Nagelschuhe und Eispickel nicht aus der Stelle kam. Hinter der Wand, die man hinaufklomm, dröhnte mit Lebende Unterseeboote. Von unterseeischen Schiffsangriffen durch Tiere erzählt Wil⸗ helm Bölsche in einer fesselnden naturwissenschaftlichen Plau⸗ derei, die er im nächsten Heft der bei der Deutschen Verlags⸗ Anstalt in Stuttgart erscheinenden Zeitschrift„Ueber Land und Meer“ veröffentlicht. Noch lange bevor es auch nur den Traum eines Unterseebootes und seiner furchtbaren Angriffsart gab, hat die Phantasie der Seeleute von den Schauern sol urplötz⸗ ches erben drohenden Tiefenangriffes, der bei vö ruhiger ee ein Schiff zugrunde richten konnte, zu erzählen gewußt. Ziwas unberechenbar iches sollte es sein, das zu jeder Stunde und an jedem Ort sich aus dem dunkeln Abgrund heben und einen unterseeischen Angriff ausführen könnte, so daß man den Stoß verspürte und die Schrecken eines Lecks auf offener See erlebte, ohne die Ursache feststellen zu können. Der Dämon des Untermeeres konnte nur etwas Lebendiges sein, etwa ein riesiges Tier mit einer greulichen Stoßwaffe, der keine dickste Schiffs⸗ planke standhielt. Was konnte dieser Unhold nun für ein Tier sein? Bölsche geht alle die Vermutungen durch, die man darüber geäußert hat, und zeigt, daß es der berühmte Kraken und die Riesenwalfische, an die man gedacht hat, nicht gewesen sein Spie w aber auch 0 nit 15 l Spieß ausgerüstet ist, u ägefisch mit seiner Säge nicht in Frage kommen, obwohl ihre Waffen den Verdacht zunächst er⸗ wecken könnten. Es bleibt also nur der„Schwertfisch“, ein riesiger Fisch von stolzer Schönheit, der alle unsere Meere, die nördlicheren bis zur Ostsee gelegentlich durchstreist. Purpurblau ist sein Rücken, silbern der Bauch, schwarzblau die imposante Schwanzflosse, dunkelblau das mächtige Auge. Die größten alten Herren schätzt man bis 5 Meter an Länge, doch geht die Sage von noch weit stärkeren Kolossen. Das eigentliche Wunder dieses Riesen aber ist sein wirkliches„Schwert“. Es springt mit scharf⸗ schneidenden Kanten als heure Spitze vom Kopf aus vor. Ter verlängerte Oberkiefer steckt als se darin, aber auch noch Teile sonst der Schädelknochen g ihm gleichsam den festen Griff. Man hat durchaus den einer Waffe, und dieses spitze Schwert tut seinen Dienst als solches bei der nusgiebigen Jagd des Riesenfisches. Der wilde Schwimmer wirft sich mitten in Fischschwärme hinein, haut mit dem Degen rücksichts⸗ los um sich, bis weithin alles sich krümmt von mitten durch⸗ schnittenen Heringen oder Makrelen und sättigt sich dann be⸗ haglich aus dem Ueberflusse dieses 3 1 wissen auch davon zu erzählen, daß einer einen Stich dieses Schwertes selbst von kleinen Exemplaren erhielt, der durch Arm oder Bein ging. Dieser Schwertfisch in seiner größten, von der Sage noch ins weiteste gesteigerten Gestalt, soll es sein, der jäh im Zorn von unten anrennend wirklich große Schiffe einstößt, leck macht, in äußerste Gefahr oder wirkliches Verderben bringt. So kühn die Vorstellung auch erscheinen mag, die hier die Wand eines richtigen Ozeanschifles und einen anrennenden Berserker von Fisch einander gegenüberstellt, so hat eine kritische Sichtung der vorliegenden Be⸗ richte sie doch bestätigt. Bei einem alten britischen Kriegsschiff hatte das(im Holz 1 abgebrochene) Schwert des Fisches die 2,5 Zentimeter der Verschalung, 7,5 eter Holz einer Planke durchstoßen und war dann noch mehr als 11 Zentimeter weit in einen Pfosten eingedrungen. In einem Walfischfänger waren in gleicher Weise der Kupferbelag, die 2,5 Zentimeter⸗Ver⸗ schalung, eine 7,5 Zentimeter dicke Planke und ein 30 Zentimer starker Eichenbalken durchlocht worden, und die scheußliche Spitze hatte zum Schluß noch dem Boden eines Tranfasses im Schiffs⸗ raum ein besonderes Leck 1 1 Der Stoß erschütterte in solchem Fall das ganze Schiff so, daß alles auf Deck rannte. Auf einem großen englischen Indienfahrer konnte man den unter⸗ seeischen Angriff unmittelbar in seinem Anlaß verfolgen: man batte den ungeheuren Fisch mit der Angel geködert, worauf aber die Leine riß und der wütende Unhold sofort einen furchtbaren Unterwasserstoß wagte. Das Schiff wurde leck und kam mit Not in den Hafen zurück, von dem es ausgegangen war; es entwickelte sich dann eine Schadenersatzklage, bei der zoologische Sachverstän⸗ dige die Kraft des Fisches zu solcher Leistung gerichtlich festlegen mußten und schließlich die Versicherungsgesellschaft 12000 Mark dafür zahlen mußte, daß sich solche lebendigen Unterseeboote im Ozean herumtreiben. Was ein einfaches Boot bei solcher Sach⸗ lage erfahren kann, erhellt von selbst; schon ein kleinerer Schwert⸗ fisch stieß gelegentlich beide Bootsseiten durch und das dazwischen befindliche Bein eines Rudernden mit. Der bekannte Zoologe Peschuel⸗Loesche ist um ein Haar bei solchem Angriff, bei dem der Fisch sich mit Schwert und noch einem Stück Kopf durch den Bootsboden schlug, ums Leben gekommen. Man kann nach diesen Angaben nicht mehr bezweifeln, daß der Schwertsisch eine wirk⸗ liche Gefahr für die Schiffahrt ist und tatsächlich Schiffe vernichtet hat, die spurlos verschwunden sind. — Pariser Erfindungen von 18 70. Während der Belagerung von Paris im Kriege von 1870/71 war der Erfinder⸗ ist außerordentlich tätig und gelangte zu den abenteuerlichsten Vorschlögen, um das französische Vaterland von dem Eroberer zu befreien. Man hatte eine wissenschaftliche Kommission für die Vert von Paris gebildet, an die sich alle wandten, die etwas für die Rettung Frankreichs tun zu können glaubten, und aus den Papieren dieser Kommission teilt in einer der letzten Nummern der Revue Charles de Wattepille einige Proben von diesen Erfindungen mit. Viele darunter sind ganz närrisch oder phantastisch; andere enthalten aber im Keim Gedanken, deren Durchführung in technisch entwickelter Form wir in den Kämpfen des jetzigen Weltkrieges sehen. So berührt es merkwürdig, daß man schon im Jahre 1870 daran dachte, die Luftballons, die ja überhaupt bei der Belagerung von Paris eine große Rolle spielten, für das Abwerfen von Bomben zu benutzen. Man regte ferner an, metallische Schanzwerke zu errichten, die mit einem elektrischen Strom in Verbindung standen, durch den die Angreifer zu Boden geschmettert werden sollten. Wieder ein anderer Erfinder machte den Vorschlag. Eisenbahnlokomotiven etwa in der Art zu benutzen, wie dies mit dem Panzerautomobilen unserer Tage geschieht, indem man sie mit einem fünften Rad für die Steuerung aus⸗ rüstete und ihnen breite Räder mit Gummistreifen gab, um die Stöße der Maschine auf den gewöhnlichen Straßen abzuschwächen. Wieder ein anderer wollte die Lokomotiven mit einer Art seit⸗ lichen Sichel ausstatten und sie mit Volldampf gegen den Feind jagen. Auch eine Tampfschleuder wurde vorgeschlagen, die im⸗ stande sein sollte, 6000 Geschosse in der Minute auf 1000 oder 2000 Meter Entfernung zu schleudern. Sogar die Idee eines elektrischen Wurfapparates war schon vorhanden; die motorische Kraft für die Erzeugung der Elektrizität sollte durch eine Loko⸗ mobile oder durch ein von Menschen gedrehtes Schwungrad ge⸗ liefert werden. schichtliche Erinnerungen kehrten in der Er⸗ findung des Mannes wieder, der wie Archimedes die Sonne und die Spiegel benutzen wollte, um auf weite Entfernungen him Brände hervorzurufen oder den Feind zu blenden. Ein ganz be⸗ sonders Schlauer wollte die Kanonen mit Spiegeln versehen, um zu verhindern, daß der Feind sie sehen könnte. — 52000 Mark für einen Rubens. Bei der drei⸗ tägigen Versteigerung der reichen Gemäldesammlung des verstor⸗ benen T. J. Blakeslee in New York war das 1 ein Bild von Rubens„Die Anbetung der hl. drei Könige“. Das 96: 120 Zoll messende Werk wurde für den Hauptaltar Mar⸗ tinskirche in Bergues in Französisch-Flandern gemalt; von dort wurde es im Jahre 1766 verkauft und ging in verschiedene Hände über, war eine Zeitlang auch in dem Besitz von Charles Lucien Bonaparte und erreichte schließlich die Auktionsräume von Christie in London, wo es im Jahre 1853 einen Preis von 24000 Mark erzielte. Mr. Blakeslee hat es vor einigen Jahren erworben, und bei der jetzigen Versteigerung wurde es für 52000 Mark verkauft. Unter den übrigen Bildern erreichten noch einen hohen Preis das Porträt einer Hofdame Ludwigs XIV. von N. de Largillisre, das für 30000 Mark in andere Hände überging, und ein Damen⸗ porträt von van Dyck, das 20 400 Mark erzielte; im übrigen waren die Preise verhältnismäßig niedrig. 25 5 * Fernsprecher übermittelt werden. Die untere Stellung ist als ein * aus, unser Offizier und unser Soldat nur deshalb, weil sio 5 5 uus Tal und zu den von den Russen besetzten Bergen hinüber, aber grüßt uns sofort mit ein paar Gewehrschüssen, die dicht neben — 5 hat unsere Artillerie sich ins Fremdenbuch geschrieben. Nah dabei . 5 55 aber sie * 1— und aus dem Tal den steilen Berg hinanstürmen. Die Len 7 wir haben die Stellung dennoch genommen, wenige Wochen darauf! 7 Es dunkelt. Um ins Tal zurückzukehren, trennen wir uns von N . 1 Ste 2 . K—.— und ist den 3 SCeige! Und er springt auf einen Holzblock, stimmt, probiert und 5 * 1 die keine geit gefunden hatten, 8 energischeren Widerstand zu leisten. 55 N 5 in der Hand. 2 * 5 die von den Russen angezündeten Naphtavorräte im Westen der Stabt auch noch zu voller Entzündung kamen, gewaltiger Anstrengung, oft mit Einsetzung des eigenen 5 i * rü den fumken da, lauschen den nahen Tönen und starren in die Ferne. 3 .** Der sturmartige Nordwestwind trieb die Funken dresachem Echo. wir bon aifprall stürden. Von Zeit zu Zeit nrußte man in den tiesen seite treten gesteuerten wundeten ihre lange, unruhevolle ann kommen wi bei dieser Kälte? enden sorgen Menschen⸗ und Hundekräfte. daß man Bau- und Brennholz in Hülle und Fülle zur 2 hat und wenigstens das nicht hinaufzuschleppen braucht. Bal . n den Schützengraben bewachen oder die Gebirgskanonen bedienen oder in den Unterständen der größeren Geschütze die Befehle erwarten, die ihnen vom Bevbachtungsstand durch den terrassenförmig angelegtes Waldhöhlenlager zu bezeichnen. Halb in den Schnee, halb in den Erdboden eingegraben, überdeckt mit zweigen, stellen diese Wohnungen, auch wenn sie geheizt werden können, den denkbar primitivsten Aufenthalt dar. Ein verwahr⸗ loster Nomade hält es in einer solchen Behausung nicht wochenlang g Charakter genug haben, fürs Vaterland auf alles zu verzichten, was ihrer Kulturstufe angemessen wäre, sogar auf Reinlichkeit. Jetzt noch die letzten 4—500 Schritt bergan, und wir gelangen in 1 ützenlinie hin, lauter einzelne Unterschlüpfe von der Art der schon beschriebenen, aber in der Regel nicht heizbar, da der 2 nur den Gegner verraten würde. Wind bläst uns hier oben entgegen. Wir schauen über den Rand ducken uns schleunigst, denn der da drüben paßt gut auf und be⸗ uns in das Unterholz schlagen. Nur aus der Deckung, wo das Scherenfernrohr steht, können wir in Gemütsruhe beobachten. In der weißen Wandtafel der jenseitigen Berge erblicken wir große, braune Trichter und Spritzflecken, einen neben dem anderen: da sind deutlich die russischen Trahtverhaue zu erkennen, etwas höher die Schützengräben, ab und zu auch einzelne Gestalten, die zu und andere, die etwas heranzutragen scheinen. Auf einem „der sich wurmhaft von drüben ins Tal herein und zu uns her windet, liegen unsere und die russischen Truppen auf . Meter gegenüber. Man kann die Parteien genau unterscheiden, sie kämpfen jetzt nicht In einer anderen Richtung ragt ein trotziger Kegel empor, die Kuppe durch eine Rundbefestigung nach allen Seiten zu einer starken Festung gemacht. Uneinnehmbar, sagt jeder. Wir müßten, um die Festung zu nehmen, entweder in der Nacht oder im Angesicht des Feindes von hier ins Tal fte unserer Leute würde uns versucht abstürzen, die andere zusammengeschos⸗ Etwas ähnliches haben die Russen mehrmals gegen und alles dabei verloren. Uneinnehmbar.— Und dem erstaunlichen Anblick dieses starren weißen Ozeans. Hier wird alles klar, was sich nach der Landkarte so Überaus schwierig vor⸗ en und beurteilen läßt. Hier wird auch klar, daß die Krieg⸗ g in den verschneiten Karpathen ihre eigenen Gesetze be⸗ schon vollkommen anders geartet ist als z. B. die in Bukowina, wo das niedrige Hügelland ganz andere 2 lt. Hinter dem gewandten Führer steigen wir tastend in die nächtliche Tiefe hinab. Alles umfängt uns schwarz und schweigend, nur der Schnee scheint manchmal in sanften Farben auzublinken. Man begreift, was es heißt, in solcher t eine Ueberrumpelung des Feindes zu wagen. Nach stundenlangem Abschied treten wir unten in die er⸗ leuchtete Baracke eines österreichisch⸗ungarischen Divisionsstabes. Anm den bretternen Tisch herum sitzt ein Dutzend Offiziere: Deutsch⸗ eicher, Ungarn, Tschechen, Kroaten; mitten darunter ein paar sche: ein Berliner, ein Stuttgarter, ein Hamburger. Ein ungarischer Husarenrittmeister, blaue Attilla, rote Reithosen, eine Geige von der Wand. Sie gehört einem preußischen zierlichen Händen des Ungarn eigentlich wie aus der Nibelungenzeit(behauptet er). uu plump, der Bogen Geige und obendrein eine deutsche es ist doch eine 3 zu spielen. Und er spielt den Krieg und spielt den Frieden, die Kameradschaft und die Treue, die Geduld, die Sehnsucht, Zorn, den Mut und auch den llebermut. Alle sitzen ver⸗ Und seine Geige grüßt die Ausharrenden, die droben im eisigen irge auf Posten stehen und das ungewisse Schicksal des kom⸗ 1 ges erwarten. K 5 Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Der Vormarsch in Kurland und Kowno. Szawle, 2. Mai. Nachdem unsere Pioniere eine Schiffsbrücke zur Ueber⸗ führung größerer Truppenverbände auf der Memelstrecke östlich Tilsit geschlagen hatten, begann in der Mitte der vergangenen Woche der deutsche Vormarsch in die Gouverne⸗ Widerstand der Russen, den unerwarteten deut⸗ schen Schlag abzunehmen, war überall unerheblich; nur bei der Krgisstaßt Szawle, die einen wichtigen Verkehrs⸗ punkt bildet, weil sich die ausgezeichnete große Reichs⸗ straße Tauroggen—Mitau und die Bahnlinie Libau Wilna und Libau— Pins hier schneiden, versuchten die Russen rotzdem unsere Truppen, die hier vorgingen, 80 km Marsch fast ohne Ruhepause hinter sich hatten, warfen sie in achtstündigem Durchgangsgefecht die Russen aus Szawle heraus und hatten am Freitag früh Szawle fest a Die Russen hatten die großen lagernden Holzvorräte im Nordwesten der Stadt mit Petroleum getränkt und beim Abzug angezündet, ebenso wie die großen Heu⸗ und Hafer⸗ vorräte in den Lagerhäusern im Osten der Stadt. Deutsche Granaten hatten bei der Beschießung in der Mitte der Stadt ments Kurland und Kowno. Der Flammen mit unheimlicher Schnelligkeit weiter; als schien Sßawle kaum noch zu retten. Als ich am Freitag vormittag in die Stadt fuhr, fing das Feuer schon an, mit rasender Wucht um sich zu greifen. In vier Stunden wurden ganze Straßenzüge vernichtet, zu⸗ mal die überall verstauten Holzhäuser das Ueberspringen ten. Unsere Pioniere arbeiteten die ganze Nacht unter Latetnen⸗ Schner bei⸗ und die von oben kommenden, künstl ich und behutsam Handschlitten vorbeilassen, auf denen die Schwerver⸗ eise zum Lazarett zurücklegen. wir ans Ziel? Wie wird es uns droben ergehen Auf halber Höhe ein letztes Dorf, noch viel kiunmerlicher als das im Tal: an einem in Deckung liegenden, etwa einer mäßigen Sennhütte vergleichbaren Hause ein Schild: Stab der T. Brigade, bis hierher bringen Tragtiere täglich zweimal das Essen in Koch⸗ Asten herauf, Was noch höher hinaufbefördert werden muß, be⸗ g Es folgt ein Anstieg, bei dem auch das sichere, willige Maultier versagt, eine richtige 13 ei. Im Gänsemarsch mit großen Abständen bewegt sich der Zug der Lastträger Schritt für Schritt langsam aufwärts, auf dem Rücken Behälter mit Kommißbröten oder vollgestopfte Ruck⸗ säcke, gelegentlich auch einen eisernen Ofen. Der Weg führt im empor. Ein Glück, daß es hier noch überall Bäume gibt, denn auch alles von den Schlägen der Axt und dem ächzenden itt der Säge. Wir sind in der unteren Stellung, wo der aus⸗ Teil der Mannschaften in Bereitschaft liegt, während die stämmen und diese wieder mit Schnee, Erde und Tannen⸗ die Teruerstellung. Unmittelbar unter dem höchsten Kamm zieht sich Ein scharfer, pfeifender Sedens an der Rettung der Stabt. Gegen Morgen gelang „ das Flammenmeer einzudämmen, em sich von Mitternacht an die gesamte deutsche Garnison an dem Ret⸗ tungswerk beteiligt hatte. Die kopflose und in Parteien, Aae und Polen, gespaltene Bürgerschaft leistete keinerlei ilfe und mußte erst mit Gewalt zum e gezwun⸗ 225 werden. Bei den mitternächtlichen ettungsarbeiten, ie an unsere übermüdeten Truppen gewaltige Anforde⸗ rungen stellten, konnte ich bei dem Versuch, zu helfen, die eradezu B Trägheit und Gleichgültigkeit der Einwohner feststellen, die selbst unter dem hauer des Ein⸗ druckes der ganzen brennenden Stadt und der prasselnden Flammen nur an kleinliche Einzelinteressen dachten und jede Rettungsaktion den deutschen Truppen überließen. Der gerettete Teil der Stadt birgt noch reiche Vorräte. Auch gelang es, den größeren Teil der aufgestapelten russi⸗ schen Armeevorräte vor der Vernichtung zu bewahren; namentlich sehr große Mengen Rindleder lagern in den Speichern; aber auch Armeelieferungen der verschiedensten Art. Ein großer Zug mit Liebesgaben, der von Libau kam und für die 10, russische Armee bestimmt war, fuhr ahnungs⸗ los in Szawle ein und wurde beschlagnahmt. Kavallerieabteilungen, die weit auf der Straße Szawle⸗ Mitau vorgingen, stellten fest, daß die Gegend völlig vom Feinde frei wäre. Das bisher besetzte Gebiet ist deutsches Ordensland, da der Fluß Niewiaza die Ostgrenze des Deutschordenslandes bildet. Auch Szawle liegt innerhalb dieses ehemals deut⸗ schen Gebietes. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. Sonderblatt des Gießener Anzeigers mit dem Tagesbericht der obersten heereslcitung Zustellung täglich zwischen 1 und 5 uhr, auch Sonntags Bezugspreis 50 pfg. monat; lich. Im Einzelverkauf 5 pfg. durch dic Austrager und in der 6eschaftssteule des bleßener Anzeigers. Ordentliche Sitzung des Provinzialtags der Provinz Oberhessen. Gießen, den 1. Mai 1915. Ser Geheimerat Dr. Usin Ki 1 2 1. Anwesend: als Vorsigzender, 20 Mitglieder und die Kreisräte der Büdingen, Friedberg, Lauterbach und Schotten. Vor Eintritt in die Tagesordnung werden die Herren Forstmeister Dr. Weber⸗Konradsdorf und Apotheker Welcker⸗Allen⸗ dorf a. d. da. zu Urkundspersonen bestellt und als Protokoll⸗ führer Aspirant Krit durch Handschlag verpflichtet. Sodann hielt der Vorsitzende etwa folgende kurze Ansprache, die die Erschie⸗ nenen stehend an hörten: Der Provinzialtag habe seit seinem letzten Zusammensein er⸗ freulicherweise den Tod von Mitgliedern nicht zu beklagen. Es Ate j e andere Tote zu ehren. Zum erstenmal seit Ausb des Krieges sei die Vertretung der Provinz hier versammelt, einer Provinz, deren e Männer dem ührer Wunder an Tapferkeit. aber luren fernzu rfahr unserer Bedürfnis sein, aus Anlaß der heutigen gedenken, die im Kampfe ü ut nds Klessen babe, Epe rem Wien ihrem Andenken. und Verwaltungsber icht für 1913, des Provinzialwasserwerks In waltungs bericht für 1913. Die Rechnungen und Ver⸗ waltungsberichte wurden nrit Zustimmung der Versammlung ge⸗ meinsam verhandelt. Nach Mitteilung des Vorsitzenden sind die Rechnungen vom d ingugkeng schurke Stahl⸗Friedberg vor⸗ sowie Rechnung heiden und Ver⸗ und wird dem* die nachgesuchte Entlastung erteilt Punkt 3. o ran für 1915. Der Vorsitzende bemerkte hierzu, wie es ja selbst⸗ verständlich sei, lichen das übernommen sei, was im vorigen Voranschlag gestanden hätte. Nur notwendige durch die neue angenehmen Lage, daß der Umlagen nicht stattfände. Wie es damit in Zukunft werde, ließe sich manches ewirtschaftet werden, daß der Umlagenb⸗ auch später unter utbarmachung der Einnahmequellen der Provinz erträglich bleibe. Qoffentlich würden die Nachwi des eges die vinz hungen allzu schwer belasten. Zu Rubr. IV 4, Kleinpflasteranlage aufder Straße Gießen— Rodheim(1,150 km Länge) spricht der Vor⸗ sitzen de die Hoffnung aus, daß die Verhandlungen, die zwischen dem Kreise der Stadt Gießen gepflogen werden, in diesem Jahre zur Erledigung kämen. Wenn die t den Stra i bis zur Gemarkungsgrenze übernähme, werde ihr der Betrag, der für die aeg n. ausgeworfen sei, überwiesen werden Bei der Pflasterung könne die Stadt ja dann nach ihren Wün⸗ schen die Pflast usw. ausführen. Die Verkehrsverhältnisse seien gerade auf besagtem Straßenteil durch die Biebertalbahn besonders schwierig. eee ee Falck⸗ Friedberg stellt zu dem Punkt Kreisstraßen den Antrag, der Prvvinzialtag wolle be⸗ sc d daß dem Kreis Friedberg nicht, einem neuerlichen Be⸗ schluß des Provinzialausschusses entspr„die Verzinsung der aufgenommenen, Provinzdarlehen zur Herstellung von Kleinpflaster⸗ anlagen mit 4½ Prozent zugemutet werde, sondern daß der Pro⸗ vinzialtag den Beschluß des 2 dahin abaͤn⸗ * dere, daß der Kreis Friedberg das lehen wie vor dem Krieg mit 4½ Prozent verztnsen Mme. eten. Punkt 1 und 2. Rechnung der Pro vinzialkasses des ne 1212 2 Der Sorsibende erläutert die Beweggründe, die pinzialausschuß zu dem damaligen Beschlusse bestimint hätten und führt vor allem an, daß die Provinzialverwaltung in dieser ziehung gleichmäßig verfahren müsse, zudem der Kreis Gie en, der ein gleiches Darlehen später erhalten habe, 4½ ent Zin⸗ sen hätte bezahlen müssen. Als ein Akt ausgleichender Gerechtig⸗ keit sehe es der Provinzialausschuß unter allen Umständen an, dem Kreis Friedberg dieselbe Auflage zu machen. 3 Provinzialtagsmitglied Weber ⸗Konrads dorf weist dar⸗ auf hin, daß Oesterreich wohl in Kürze mit einer Gprozentigen An⸗ leihe herauskommen werde. Welche Wirkun en eine solche Anleihe habe, werde sich bald zeigen. Der Zinsfuß im Deutschen Reiche würde plötzlich in die Höhe schnellen. Die Provinzialverwaltung sei deshalb vor die ernste Frage gestellt, ob sie in einer solchem Zeit der Geldknappheit weiterhin noch große Napitalien für Ftraßenbau⸗ und Interhaltungszwecke darleihen solle. In dieser Beziehung stellt er folgenden Antrag: g ö Der Provinzialtag wolle in Berücksichti⸗ gung der Kriegslage und der Unsicherheit des Geldmarktes die Fortsetzung der a rungen im Laufe des Jahres 1915 vor 414 und erstugch Beendigung des Krie⸗ ges und Klärung der finanziellen Verhältnisse im Reiche und den Bundesstaaten wieder mit dem Bau beginnen lassen. Nach eingehender Aussprache wurde der Antrag Weber ein⸗ stimmig angenommen. „Ein weiterer Antrag des vorgenannten Provinzialtagsmit⸗ gliedes lautet wie folgt: Der Provinzialtag wolle den Zinsfuß für im Jahre 1915 zu gewährende Darlehen seitens der Provinz an Gemeinden und Kreise auf 4½ Prozent festsetzen und für die Folge„ zuß für Gemeinden und Kreise alllährlich nach Maßgabe des Artikels 74.1 der Kreis und Pro⸗ e D Au, ierzu entspinnt sich eine lebhafte längere— batte, in deren Verlauf der Vorsitzende schließlich barauf hinweist daß nach den Vorschriften der Kreis⸗ und Provinzialordnung ein Antrag für den Provinzialtag auf Beratung einzelner K so rechtzeitig zu stellen sei, daß er schriftlich den Mitglie vor der Tagung zugehen und vorher nom Provinztalgusschuß zur Beschlußfassung vorbereitet werden könne. Dieser Vorschrift sei bei dem Antrag Weber leider nicht genügt. Provinzialtagsmitglied Weber⸗Konradsdorf: Wenn ihm der Vorsitzende erkläre, daß im Jahre 1915 nicht mehr als 4½ Proz. für von der Provinz an Gemeinden und Kreise zu ge⸗ währende Darlehen genommen werden solle, so nehme er seinen Antrag zurück. itzende erklärt hierauf namens des Provinzial⸗ Der Vor ausschusses, daß während der Dauer des Krieges, unter der Be⸗ dingung, daß die Provinz nicht notgedrungen zu einer gegenteiligen Entschließung geführt würde, für Darlehen von seiten der Provinz ein höherer Zinsfuß als 4½ Proz. von Gemeinden oder Kreisen nicht erhoben werden solle. a 1 ue erklärt sich der Provinzialtag einstimmig einver⸗ anden. seinem Antrag auf Herabsetzung des Zinsfußes für das Klein⸗ Nflaster-Tarleben auf 4½ Proz. die namentliche Abstünmung. 28. ergab eine Ablehnung des Antrags mit 18 gegen 2 Stimmen. ö Zu Rubrik VI 2 stellt Propinzialtagsmitglied Dr. Weber⸗ Konradsdorf den„den Voranschlag der Provinzial⸗ siechenanstalt Oberhessen ohne Aussprache zu genehmi⸗ gen. Dies geschieht. Es kommt alsdann Rubrik VIII„Soziale Für⸗ sor ge“ zur Beratung. Hier sind unter anderem als Grund- klin E bei in V ne e ee äuternd i u im Voranschlag 8 Es wird nicht nur alsbald, sondern in noch erhöhtem Maße im Laufe der kommenden Jahre erwünschte Gelegenheit sein, da helfend einzugreifen, wo irkungen des chaffen werden, dessen Grundstock die neben so wie die W 1914 unter der 2000 Mart baden unß dete dinsen vn dere wiset 1 en Zinsen zu vorerwähnten Verwendung finden können. Die Frage Verstärkung dieses 3 sclüßsessen* 9* 2 i jeweiligen ußfassung über oran— behalten. Prwaten Zuwendungen zu diesem Fonds steht selbst⸗ verständlich nichts entgegen. 5 2 e Es wird für den Provinzialausschuß die Ermächtigung in Anspruch genommen, entweder selbst oder durch eine von ihm zu bestellende Kommission Grundsätze aufzustellen, nach denen der Fonds zu verwalten ist und seine Erträgnisse zu verwenden sind. Diese Grundsätze sollen dem Provinzialtag bei seinem nächsten Zusammentritt vorgelegt werden. Bis dahin dürfen not⸗ wendige Verwendungen des Zinsertrags des Fonds nur auf Be⸗ schluß des Provinzialausschusses erfolgen. Zunächst führt hierzu der Provinzialdirektor folgen⸗ aus: ch habe schon vor Eintritt in die heutige Tagesordnung einen der Zwecke, denen der Fonds dienstbar gemacht werden soll, ge⸗ streist. Darüber, daß Krieg bis zu einem für Deutschland günstigen Ende geführt werden muß, ist die ganze Nation einig. Alles übrige tritt heute vor dem undeugsamen Willen des Durchhaltens bis zum endgültigen Siege zurück. Aber auch ein für Deutschland günstiger 1 225 wird unserem 23 Volke in den kommenden Zeiten Opfer auferlegen, die man vielleicht schon jetzt ahnen, aber vorzeitig in ihrer Größe und Höhe auch nicht annähernd bemessen kann. Unerreicht in der lt steht heute die Gebefreudigkeit des deutschen Volkes zu allen möglichen Zwecken da, Ueberall und unter den verschie⸗ densten Namen wird gesammelt, um für spätere Bedürfnisse ge⸗ —.— zu sein. Die maßgebenden Persönlichkeiten in den elfte 9 Körperschaften Faben erklärt, daß dieses Mal für unsere Invaliden und für die Hinterbliebenen von Kriegern aus⸗ kömmlick gesorgt werden mu ß. Reiche Mittel sind jetzt schon einer Reihe von arg ag fas onen, wie der Nationalspende und dem hessischen Landesverein für das Rote Kreuz zu späteren Unter⸗ stützungszwecken zugeflossen. Der Wille zum Helfen, und an⸗ scheinend nicht nur zum vorübergehenden Helfen, besteht also. Trotz alledem und gerade weil wir 2 noch gar nicht absehen können, an welchen Stellen und auf welchen bis jetzt noch un⸗ bekannten Gebieten später einzugreifen und wieder aufzubauen sein dufig stände Provinzialtagsmitglied Falck⸗ Friedberg beantragt noch zu zeichmim Zur für besondere Zwecke“ bewdliaten wird, hält es der Provinzialausschuß für geboten, schn jetzt Vorsorge zu treffen, daß kommende Zeiten und unseren Kommunalverband a Quelle eröffnet werden, aus der den Angehörigen unserer Provinz in Stadt und Land neben dem und über das hinaus ge⸗ bolfen werden kann was etwa Reich, Staat, Körperschaften, Stif⸗ tungen usw. in Zukunft leisten en, um so das L lner oder ganzer Familien, die das Schicksal hart betroffen hat, er⸗ träglicher zu machen. Augenblicklich wird noch ll geso und e Unsere Jugend, die mit verlorenen Gli maßen oder mit äußerlich geheilten Wunden nach Hause zurück⸗ kehrt, lebt zu nächst noch mehr in Gedanken an das feder Pas wie im Ausblick auf das Kommende Die große Masse der Da⸗ e e da, lug d e pie Fe ig ren Wagen u wie sie„ jedoch, wie sich ihr gen n einer Reihe von Jahren darstellen werden. Denn auch Geschlechter an vielen, äußerlich jetzt noch gesund Erscheinenden Rin; Durchlebte nicht* ö ahre 1914 und 191 12 Er⸗ e aht alle ble die 9 vorübergehen. Wo. 7 n wachsene sahen, sind sich der Unzulänglichteit bewußt, denen, ie der er Materlanbes Ehre und Fortbestand die Waffen er⸗ griffen haben, auch nur zueinemkleinen nicht unvorbereitet finden. Es soll eine Teilden Dank tt können, den ihnen die Heimat schuldet. Die Zeit Tee schnell. Und 259 Ichnekt sind Ver dienste vergessen, wenn der Druck einer nenne sid made da eben, fiber „und un murr en Grundstock, den Pee mntelansschuß— Serulte ng vorschlägt, soll Der verhüten, daß diejenigen, die nach uns die Verwaltung und Vertretung der Provinz verkörpern werden, die Pflichten vergessen, die sie dauernd denjenigen schulden, die in Zeiten größter Gefahr des Vaterlandes Schutz und Hort gewesen sind. Nicht für jetzt, sondern für später soll gesorgt werden. Nicht heute, sondern nach Jah⸗ ren muß Geld, viel Geld vorhanden sein, damit kommende Pro- vinzial vertretungen nicht aus Mangel an Mitteln in die be⸗ schämende Lage versetzt sind, einer Ehrenpflicht nicht nach⸗ kommen zu können, die in der Vergangenheit ihre Wurzeln hat. Deshalb fell auch der Fonds zunächst möglichst unberührt bleiben und seine allmähliche Verstärkung erwogen werden. dabei die Möglichkeit offen gelassen ist, ihm auch private Zuwendungen zufließen zu lassen, ist eigentlich etwas Selbstverständliches Wenn der Zweck des Fonds erst in der breiteren Oeffentlichkeit bekannt wird, dürfte es ihm an solchen Zuwendungen, die in ieder Höhe willkommen sind, sicherlich nicht fehlen. Erwägenswert ist viel leicht auch die ob nicht alle in den Kreisen, Städten und rößeren Landgemeinden zu gleichen oder ähnlichen weitgesteckten ielen bestimmte oder gesammelte Gelder diesem Provinzialsonds zugeführt werden könnten. Damit wäre einer Zersplitterung der Kräfte d über die gerade jetzt öfters in der* leit geklagt wird; eine gleichmäßige Berücksichtigung aller In⸗ teressen in Stadt und Land könnte durch Zuziehung von Ver⸗ tretern der Beteiligten in die zu schaffenden Verwaltungsorganb⸗ sation gewährleistet werden. 5 Ales dies sind Fragen, die uns heute noch nicht int einzelnen u beschaͤftigen— 2 Im Vordergrun de, und zwar im Dusaum mit von Ihnen erbetenen Bewilligung steht lebt die Bekundung des Willens der Provinzialvertre⸗ tung, in späteren Generationen die nn denen 8 lebendig zu erhalten, die in Zeiten, wie sie chwerer die Geschichte wohl nicht kennt, freudig alles für as Vaterland eingesetzt haben. Die 2. 158 882 des 8 L der nebenher von u erfüllenden großen wirtschaftlichen n heute so kräftig 2 daß die—— Provinzialtagsmitglieder den vont Provinzialausschuß vorgeschlagenen Weg un⸗ bedenklich gehen können. Rubrik VIII wird hierauf einstimmig angenommen, ebenso werden ohne weitere Debatte die noch folgenden Rubriken utgeheißen. Schließlich wird der Voranschlag der Kegel der Provinz Oberhessen für das echnungs jahr 1915 im Ganzen in Einnahme und Ausgabe mit 1003 069,52 Mark genehmigt. Zu Punkt 4. Voranschlag des Wasserwerks In⸗ ide n 16 1915. Der Vorsitzende stellt gleichfalls den ö au. ist der Pro vin⸗ zialtag einverstanden. Der Voranschlag sieht in Ein⸗ und Ausgabe den Betrag von 962000 Mark vor. enehmigung wird erteilt. 0 u Punkt Voranschlag der elektrischen F der Provinz Oberhessen für Der Vorsitzende weist darauf hin, daß dies der erste Vor⸗ lag der elektrischen Ueberlandanlage sei, der dem Provinzial⸗ zur Genehmigung vorgelegt werde. Im vorigen Jahre habe man, ellerdings nur zu internen Zwecken, einen Voranschlag aufgestellt, 1— im Laufe des Jahres 1914 ergeben, daß der damalige a. habe Vorans⸗ eine brauchbare Unterlage für jetzt abgäbe und der j 2 e nach den vorjährigen Normen en. Voranschlag sieht in Einnahme und Ausgabe den Betrag 620 150 Mark vor. Die Genehmigung wird er ilt. Hierauf erklärte der Vorsitzende, daß die Tagesordnung erschöpft mur er noch kurz babon Mitteilung du„daß in Seen des vom Provinzialtag am 7. Februar 1914 gefaßten Beschlusses, Verhandlungen mit der Staatsver⸗ waltung wegen Stromlieferung für die Kreise Alsfeld und Lauter⸗ eingeleitet worden seien, und daß sich diese Verhandlungen darauf erstreckt hätten, ob nicht mit Rücksicht auf die damals 8 erne ert nne. a * 28 einem positiven 1— rigen seien gen wegen der . 5 Krieges die Möglichkeit, in diesem Ne erfand der Kraise Msjeld und Lanerbach winn S 5—.5 al a. eden Wolsersbeim zu besich⸗ sobald möglich, ichtigung finden. Da wenend mehr das Wort wänscg, schl letzt der Vor- mit Worten des Dankes an die Anwesenden die Sitzung. 5 Der neue Weg des Jasmatzi⸗Ronzerns. Die Erwerbung der Aktien und Anteile der zum Konzern der e erfolgte, 2 n * Verl, mitteilen, unmittelbar auf eine Anregung der qterung hin.. Die dem Fachblatte darüber zugegangenen Nachrichten besagen Die Rei i und die Banken waren bei dieser Aktion von.— itet, dem Kampf, der die dee Ziga⸗ rettenindustrie in zwei Lager spaltet, ein Ende zu bereiten, und zwar s im Interesse der mittleren und kleineren Fabriken, die den in der Zigarettenindustrie eingerissenen verworrenen und Verhältnissen besonders zu leiden hatten. Die gegen⸗ Zeitverhältnisse, die ohnehin an jedes Unternehmen wirt⸗ schaftlich die höchsten Anforderungen stellen, ließen dieses Ein⸗ greifen besonders geboten erscheinen, da eine Anzahl der mittleren leineren Unternehmungen eben am der Exi⸗ 8 angelangt sind. Durch die völlige Ausscheidung amerifanischen und englischen Einflusses wird, so hofft man, auch der Kampf zwischen beiden Lagern zu Ende sein. Allerdings bleiben die zum 2— gehöri Ge⸗ en: Jasmatzi A.-G., Dresden; Zigarettenfabrik Delta, e Zigarettenfabril Josetti, Berlin; Joh. Jasmatzi, Dres⸗ Dresden : Zigarettenfabrik Sarasvati, Dresden; Adler-Comp. A.-G., Zigarettensabrik Sulima G. m. b. H., Dresden; A. Bat schari& m. b. H., Baden-Baden, weiter in einer vereint, im Gegenteil, man rechnet sogar damit, daß die noch bende Glie⸗ in eine Anzahl einzelner Unternehmen aufhören und daß) aus allen zusammen ein einziger zusammenhängender Betrieb ge⸗ bildet werden wird. Den Einwänden gegenüber, daß dadurch noch mehr als bisher ein——.— Unternehmen größten Umfanges in der deuts 8 industrie bestehen würde, wird damit begegnet, daß die Anteile ja nicht in den Händen einer kleinem 1 sich befänden, sondern daß etwa 20 der größten deutschen „und zwar in allen Teilen des Reiches, in Berlin, wie in Nordbeutschland, in Sachsen und in Bayern, daran 4 sind, Dingen die Konzentration in wenigen Händen beteiligten Banken herangetreten sind, ihre Unternehmungen eben⸗ falls und sie also in den Jasmatzi-Konzern aufgehen zu lassen ober sie im mindesten ihm anzuschließen. Wird auch nur im beschrünktem Umfange von diesen Angeboten Gebrauch go⸗ bedenklicheren und gefährlicheren, weil so viel Jorm als früher. Diese Feststellung ist unse— R* P res Erachtens das wichtigste Ergebnis, bas die neue Sachlage bis⸗ her gebracht hat, und alle die es mit ber Selbständigkeit und Un⸗ abhängigkeit der deutschen Zigarettenindustrie und überhaupt des ganzen deutschen Tabakgewerbes ernst nehmen, dürfen keinen Augen⸗ blick zögern, hieraus die ernsteste Folgerung zu ziehen und alle Maßnahmen zu treffen, die erforderlich sind, um das drohende Aufkommen eines überragenden Trustes zu bekämpfen. An ein Monvppol braucht man, wie noch hinzugefügt wird nicht zu denken. Es gilt als wenig wahrscheinlich, daß das Reich, das aus der Zigarettenindustrie so hohe Erträge zieht, das Risilo eingehen wird, diesen sicheren Gewinn aufs Spiel zu setzen, um die unsicheren Aussichten eines Monopols einzutauschen, ganz ab⸗ geeben davon, daß ein solches Unternehmen wohl dem schärfsten Widerstand auch im Reichstag begegnen würde. Die Rücksicht auf die beteiligten Nebenindustrien, die ja von einem Monopol zweifel⸗ los schwer betroffen werben würden, wirkt hierbei ebenfalls mit. Auch ermutigen die Erfahrungen, die in Italien, Frankreich und Oesterreich mit dem Monopol gemacht worden sind, durchaus nicht zur Nachahmung. Aus Stadt und Land. Gießen, 4. Mai 1915. Handhabung des Liebesgabendienstes. Der nie versiegende Opfersinn unseres Volkes, das seine Söhne und Angehörigen in Feindesland, die Kämpfer in den Schützengräben und die Dulder in den Lazaretten, mit Zeichen der Liebe und der treuen Fürsorge bedenken will, hat sich wieder in dieser ernsten Zeit länzend be⸗ währt. Millionen an Werten, in den verschiedensten For⸗ men unserem Heere zugeführt, legen für diese Hingabe beredtes Zeugnis ab.. Seit dem Beginn des Krieges machte sich in der Heimat das natürliche und begreifliche Streben geltend, nur be⸗ kannte Truppen mit Gaben zu bedenken. Jeder gab gern und reichlich, sobald er sicher war, daß seine Spende an einen Angehörigen, an einen Freund oder wenigstens an eine befreundete Formation gelangte. Diesem„Fa⸗ miliensinn“ ist die Heeresleitung entgegengekommen und 271 bis an die Grenze des Möglichen. Aber diese Art er Betätigung, bei der jeder jedes Einzelnen geden ken durfte, hatte zur Folge, daß der Allgemeinheit allzu wenig edacht wurde. Die aus reichen Standorten stammenden ruppenkeile wurden in überreichem Maße beschenkt, andere Regimenter, die in einer armen Gegend beheimatet oder sogar ohne Heimatgarnison neu gebildet waren, litten Not und dann auch unter dem bittersten Gefühl, von der Heimat, für die sie kämpften, vergessen zu sein. Diesem Zustand gegenüber konnte die Heeresleitung sich nicht gleichgültig verhalten. Deshalb wurde die Regelung in der Weise ge⸗ troffen, daß für Spenden an namentlich bezeichnete Adressaten 3 oder Truppenteile) die Post und die Eisenbahn-Eilgut⸗ oder Güterabfertigungen bezw. Mili⸗ tärpaketdepots— ständig sind. S en dieser Art werden als Feldpostbriese bis zu 500 Gramm befördert, zurzeit auch— allerdings widerruflich— für den westlichen Kriegsschauplatz und einen erheblichen Teil des östlichen Kriegsschauplatzes als Privatpakete bis zu 10 Kilogramm und als Privatfrachtgüter von 10—50 Kilo⸗ gramm zugelassen. Für die der Allgemeinheit gewidmeten Spenden d ogenannte Liebesgaben, sind aus⸗ schließlich die hier bestimmten Einri der frei⸗ willigen Kran nämlich die amtlichen . Abnahmestellen am Sitze— Sunpertretenden General- kommandos und die von diesen über die Liebesgabenabtei⸗ lungen bei den Sammelstationen versorgten Depots an den Etappenhauptorten. Dabei ist Bedacht genommen, daß die amtlichen Abnahmestellen vorzugsweise an diejenigen Sam⸗ melstationen bezw. Etappenhauptorte liefern, von denen aus die im Bezirk der Abnahmestellen beheimateten Heeres⸗ verbände versorgt werden. Hi wird dem Wunsche der heimatli Spender, ihre Gaben bestimmten Heeres⸗ verbänden zukommen 35. lassen, in weitgehendem Umfange Rechnung getragen. Ohne Vermittelung einer Abnahme⸗ sendungen künftig von keiner stelle werden— 5— Güterabfertigungsstelle* angenommen werden. Im In se einer gleichmäßigen Versorgung aller Truppen muß dringlichst um Sammlung von Liebesgaben ür die Allgemeinheit ten werden, damit alle 45 onen,* 1 or mationen, i un r Landsturm, sowie die Lazarette mit 2 werden können. Die Tatsache, daß einst⸗ weilen— jederzeit widerruflich— Privatpakete und Pri⸗ vatfrachtgüter wie oben exwähnt befördert werden und so⸗ mit bis auf weiteres die Möglichkeit gegeben ist, auf diesem auch Gaben an Einzeladressen gelangen zu lassen, nicht dazu führen, daß die Sammlungen für die All⸗ gemeinheit aufhören. Es gilt nicht allein Einzelne zu erfreuen, sondern durch Spenden für die Allgemeinheit die Möglichkeit zu schaffen, daß alle unsere Truppen mit Gaben bedacht werden. An freiwilligen Gaben ist alles erwünscht, was sich zur Ver⸗ sendung ins Feld eignet. r wee wink der uch nent derer besonders zu ge⸗ denken, welche nicht in der glücklichen Lage sind, von An⸗ gehörigen mit Feldpost⸗ oder Frachtgutsendungen bedacht du n. Daher ergeht an die Organisationen des Roten Kreuzes und alle, welche dazu imstande sind, auch die Bitte, für die aus der Heimat nicht unterstützten Kriegs“ teilnehmer kleinere Einzelpakete für einen Mann mit Genußmitteln und Gebrauchsartikeln den amtlichen Abnahmestellen II für freiwillige Gaben zur Verfügung zu stellen. Die Abnahmestellen werden für schnellste Beförde⸗ rung der Pakete an die Front Sorge tragen. Damit aber dort sachgemäße Verteilung der Pakete an bedürftige Mann⸗ schaften ermöglicht wird, empfiehlt es sich, den Inhalt auf der Umhüllung anzugeben. Auch wird jeder Spender gebe⸗ ten, Namen und Wohnort in dem Paket zu verzeichnen: Wie es dem Bedachten ein Bedürfnis sein wird, dem Spender zu danken, so wird sich dieser freuen, wenn auch er von der Dankbarkeit hört, mit der seine Gaben aufgenommen sind. Dann wird auch in den treuen Kämpfern, die von An- ehörigen nicht bedacht werden können, das beglückende Ge⸗ ihl erweckt werden, in der Heimat nicht vergessen zu sein. * Papier, Früchte, Obstreste und sonstige Ab⸗ fälle sollte man nicht auf Bürgersteige und Straßen werfen. Hierdurch werden die Straßen ver⸗ unreinigt und Gefahren für die Passanten hervorgerufen, die durch Ausgleiten auf Obstresten und dergleichen zu Falle kommen und sich erheblich verletzen können.(Siehe amtliche Bekanntmachung.) Landkreis Gießen. u. Oroßen-Linden, 3. Mai. Dem Oberjäger Wilhelm Velten, Inhaber des Eisernen Kreuzes, einem geborenen Großen— Lindener, wurde die Hessische Tapferkeitsmedatlle ver- liehen. Er kämpft seit Ansang des Krieges bei dem 11. Reserve— Bataillon. Kreis Schotten. +Hartmannshain, 3. Mai. Sergeant Fredrich Kreuzer von hier beim Pionierbatalllon Nr. II erhielt, nach⸗ dem er schon im November vor igen Jahres das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhalten hatte, nun auch die Pessische Tapferkeit medaille. Hessen⸗Nassau. m Neustadt, 3. Wal. Emmen anerkennenswerten Beschluß, der Nachahmung verdient, aste dieser Tage der hie⸗ sige Magistrat, auf Grund dessen die Ländereien von olchen gamiltien, deren Männer im Felde stehen, im Auftrage der Stadt bewirtschaftet werden sollen und zwar gegen spätere Rückvergütung. Ein größeres Besigtum wurde vor einigen Tagen schon durch bestellte Gespanne für die Irühzahrsbestellung zurecht gemacht. se. Frankfurt a. — Märkte. Gießen, 4. Mai. Marktbericht. Auf dent heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfund 1,40—1,50 Mt.; Hühner⸗ eier 1 Stück 10 und 11 Pig., 2 Stück 00 Pfg.; Enteneier 1 St. 0 Ula. 2 St. 00 Pig. Gänseeier 1 St. 0-0 Pig, 2 St. 00 Pfg.: Käse das Stück 7—8 Pig., Käsematte 2 Stück 6—0 Pfg.: Tauben das Paar 1,0— 1,40 Mk., Hühner das Stück 1,00— 2,0 Mk., Hahnen das Stück 1,00— 2,50 Mk., Enten das Stück 2,50— 3,00 Mk., Welsche 4—5 Mk.; Ochsenfleisch das Pund Mk. 1,04—1,12, Rind. lleisch das Pfund 104—112 Pfg., Kuhfleisch 104—112 Pfg., Schweine · fleisch das Pfd. 1,24—1,30 Mt., Kalbfleisch das id. 92— 96 J Hammelfleisch das Pfund 90—100 fg. Kartoffeln 100 Kilo 13,00—18,50 Mk., Weißkraut d. St. 20—30 Pig. Zwiebeln d. Ztr. 25,00— 30,00 Mk.; Milch das Liter 24 Pfg.! Aepfel das Pfund * Pfg.: Nüsse 100 Stück 60 Pig.— Marktzeit von 7 bis . le. Frankfurt a. M. Viehhofmarktbericht vom 3. Mai Austrieb: Rinder 1590(Ochsen 143, Bullen 59, Kühe und Färsen 1388), Kälber 304, Schafe 41, Schweine 1873. Tendenz: Rinder lebhast, geräumt, Kälber lebhaft, geräumt. Schafe ruhig, Schweine ruhig. Preise für 100 Pfd. Lebend Schlacht · gewicht. Ochsen. gewicht Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- Mk. Mk. wertes, 4—7 Jahre alt. 62—68 118—125 die noch nicht 9 7(ungejochte) 55—60 100—110 ullen Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw. 58—61 100—105 Vollfleischige, jüngere 5. 54—57 93—98 Färsen, Kühe. Vollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw. 58—62 104—112 Vollfleischige ausgem. Kühe höchsten Schlacht⸗ wertes bis zu 7 Jahren. 55—60 102—107 Wenig gut entwickelte Färsen 5356 102—108 Aeltere ausgemästete Kühe 50—53 93—98 Mäßig genährte Kühe und Färsen. 4146 82—92 Gering genährte e Järsen. 3440 7784 älber. .. 68—00 113—00 Mittlere Mast- und beste Saugkälber 64—66 107110 Geringere Mast- und gute Saugkälber. 60—63 102107 , 97—100 Schafe. Stallmastschafe: Mastlämmer und jüngere Masthammel. 55—00 120—00 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht... 100.00-107.50 125.00 180.00 Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebend gewicht.. 97.50—105 115.00—125.00 Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebendgewicht... 105.00 108 125.00— 135.00 FO. Wiesbaden. Biehhof⸗ Marktbericht vom 3. Mai. Auftrieb: Rinder 229—— 35, Bullen 28, Kühe und Färsen 171), Kälber 463, Schase 14, Schweine 735. Marktverlauf: Geschäft rege, Markt beinahe geräumt. 9 4 Pfd. chlacht; Ochsen. gewicht. Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- Mk. Mk. wertes im Alter von 4—7 Jahren. 62—68 102—115 Junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete.*.... 56—60 95—100 ullen. Vollfleischige, ausgew. höchsten Schlachtw. 54—56 100—102 Färsen. Kühe. Vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwer lese„„ 36. Vollfleischige ausgemästete Kühe böchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 327 98—102 Aeltere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 40—45 82—90 Kälber. Ann Mittlere Mast- und beste Saugkälber.„„ 66—68 110—113 Geringere Mast- und gute Saugkälber. 54—62 96—103 Schafe keine Notierung. Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Ange 0 Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgew. 88—93 114120 Woͤchentl. Uebersicht der Todesfälle i. d. Stadt Sießen 17. Woche. Vom 18. bis 24. April 1915. Einwohnerzahl:* zu 32 900(inkl. 1600 Mann Militär). terblichkeitszisser: 44,92%, Nach Abzug von 13 Ortsfremden 28,70. Kinder Es starben an Zu.. n im 1. Lebens- vom 2. bits lahr 18. Fabr Angeborener Lebensschwäche 2(J) Altersschwäche 1 Keuchhusten 2 Wundinfektionen Tuberkulose Lungenentz Spopllte(hereditäre) Kankheiten der Kreislauf- organe Krankheiten d. Verdauungs- organe Blinddarmentzündung Krankheiten des Nerven- 1181 0 1 f 10 20 3 18 2 2 — 1 1 — 2 — systems Krankheiten der Harnorgane Selbstmord d. Erschießen Andere Todesursache Unbekannter Ursache 5 2 22 S to 1 e — 2 Ee — — — — i-— V— — — A der Todesfälle in der betreffenden Krankhei nach Gießen gebrachte Kranke kommen.. — 8 Jr ²˙ 21. 7˙² * * 8 8 g Die Landsm: 12 Abel photograph. 5 Beda Hedizinal-Drog otto N Fpezialhaus für Grösstes Lager in photogra ph. Af nur nnsch neuester Te i 2 Kons 1 Hr 5 R erie? Zu eee ruktion * 4 Fhrign Uinig — Gewe perl. liche Forthilönngs shule Git Beginn hes Unterrichts am 18 N ung nm gen. „Mai nachm. 1/ Uhr Dienstag 6 uhr, in der Gewerbe Mai, von 4 enerin in eholt paraten raf Pr. SSO Ss den hule. Reparaturen Neubeziehen von Sonnen- und Regen- Schirmen gut und billig wahren S Srtul Danksagung. Die Johannes Winnecker trauernden Hi und Kinder. 1915 Gießen, Mai lletert in jeder Aude Al E —— Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Mit Rücksicht auf die z bestehende G von Waldbränden mache ich d verboten ist reten tilg ing im 3 esse 5 landwirtschaft — Dles der Wiesenbesitzer gebracht mittag um Ihr eingef städtischen Lag der Entgegennahme abgeliefert werden können an den Wiesenwärter B