5 5 5 0 N 5 N 0 Zweites Blatt e int täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die„slehener Famillenblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Ureis Sleßen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen zeit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. „* 8 15 F 8 ahrgang 165. Gießener Anzeig General-Anzeiger für Oberhessen Kriegsbriefe aus dem Westen. Von unserm Kri i. Arberechtigter Nachdruck, auch aus zugsweise, verboten) Ranga Khans gute Kugel. Großes Hauptquartier, 28. April. Auf einem blutiz von Lille, begruben hellen 1 neger, 1 rkos, Inder, Franzosen, Kanadier, gerier“, wie unser e ee sagt. Als ndi Länder erschienen, wo nur weiße Menschen wohnen. Dann erfuhren die Inder in Marseille, daß sie sofort mit der Bahn auf das achtfeld kommen würden, daß es gälte, se Tachen ihnen die Magen dus, te gaben ihnen ie n ihnen die Augen„ sie en unreine Speise und begrüben die Toten so, wie England es mit den aufständis Sepoys getan hatte, daß sie niemals die Ewigkeit se würden. Solches aber schrieb Atta Khan vom 12. Balutschistan⸗ Regiment an seinen Vater Bostom Khan, des Hassan Ali Khan Sohn, im Dorfe Chakrai, via Post Kalar; und als er es schrieb, dachte er daran, daß zu 1 8 im Dorfe Chakrai im Schatten der alten Bäume die te zusammen⸗ kommen würden, die Verwandten und Freunde und Nach⸗ barn, und daß ihre Augen an Vater Bostom Khans ehr⸗ würdigen Lippen hängen würden, wenn Hassan Ali Khans Sohn den Brief langsam, wie ein Lied aus den heiligen „vortragen würde: „Gottes Gnade mit euch allen! Uns geht es gut und es ist nun schon viel Zeit ver⸗ gangen, daß wir keinen Brief von Euch erhalten haben.“ Nun werden sich alle denken, so meinte Atta Khan, wenn sie das hören, daß ich etwas zu berichten habe und werden aufmerken und ihre Seele darauf einstellen. „Ranga Khan ist am kleinen Finger der Hand ver wundet. Und der Finger ist gebrochen. Es ist aber am Heilen und es geht ihm gut. Es war eine gute Kugel und Gott hat ihn bewahrt. Sorget Euch nicht um ihn, die Ver⸗ wundeten werden vielleicht nach Indien zurückgesandt.“ Nun werden sie ihre Seelen auf Ranga Khan einstellen und ihre Gedanken auf ihn richten, dachte Atta Khan, als 50 schrieb. Ich aber werde sie beschwichtigen. Und er r fort: „Es sind viele tot und verwundet, und über viele habe ich keine sichere Nachricht. Aber über Ranga Khan sorget Euch nicht. Hukumdat Khan ist nicht von diesem Truppenteil. Ich weiß nicht, ob er tot oder verwundet ist. Es sind viele tot und verwundet, mehr als ich Euch sagen kann. Torak Khan aus Belia und Amir Ali Khan und Fakirdin aus Chakrai, die auf der Hochzeit des Hukumdat Khan waren, sie sind auch verwundet. Sie sind auch an der Hand verwundet, vielleicht werden sie nach England geschickt. Es ist ein gutes Geschick, daß sie nur an der Hand verwundet sind und gute Kugeln bekommen haben. Aber um Ranga Khan sorget Euch nicht. Ich hätte schon früher geschrieben, wenn ich gewußt hätte, wie es um ihn stand. Alles ist Allahs Wille.“ Nun werden die Leute zu Hause aufmerken und die Ahnung wird in ihre Seele ziehen, dachte Atta Khan, als er dies schrieb. Ich aber werde sie noch vorbereiten. Und er fuhr fort zu schreiben: „Es sind viele tot. Tora Khan ist gefallen und Lallu ist gefallen, und Kashmiri ist gefallen und Abdull Amir Khan ist gefallen. Alles ist Allahs Wille. Wie es aber Ranga Khan, meinem lieben Vetter, geht, davon habe ich keine sichere Nachricht. Auch seine Kameraden wissen nichts von ihm. Auch die seine Verwandten und Freunde sind, sie wissen nichts von ihm.“ Nun werden die Frauen 8 Hause und im Dorfe Chakrai anfangen, leise zu weinen und werden Ranga Khans Braut trösten. Ich aber will sie auch trösten und ihnen die Wahr⸗ heit schonend sagen, dachte Atta Khan. Und er fuhr sort: „Sorget Euch nicht um ihn, alles ist Allahs Wille. Ich hätte schon früher alles geschrieben, wenn ich gewußt hätte, wie es ihm geht. Khan Mo med ist auch gefallen und Rhamad Khan ist tot. Wie es Ranga Khan, meinem lieben Vetter, t, 8 auch ich nicht erfahren, obwohl ich alle Nun wissen sie schon die Wahrheit, dachte Atta Khan, ich aber will als zürtlicher Verwandter ihre Gedanken ab⸗ lenken und ihnen anderes schreiben. Und er fuhr fort: „Sorget Euch nicht. Wir sind in einem Lande, welches wir nicht kennen und kämpfen gegen einen Feind, den wir nicht kennen, in Frankreich, wo auch der Krieg ist. Mekka ist etwa viertausend Meilen hinter uns und das Land der 4 5 Ströme siebentausend Meilen und auch England iegt hundert Meilen hinter uns. Ranga Khan ist gefallen. Betrübet Euch nicht. Es hat ihn eine gute Kugel getroffen. Alles ist Allahs Wille. Ihr sollt allezeit für mich zu Allah beten, damit ich er⸗ rettet werde.“ 1 Also schrieb Atta Khan, um den Tod seines Vetters Ranga Khan nach Hause zu melden, auf daß sie es sanft erführen und nicht zu sehr erschräken. Und er schrieb, daß es eine gute Kugel war, keine, die den Sitz des Lebens zerriß, keine, die dem Toten ein Glied nahm, so daß er nach indischer Vorstellung in die Ewigkeit eingehen konnte, wo ihn alle wiederfinden werden, wenn es Allahs Wille ist. Der allgegenwärtige Feind. Eine„ Selbstverspottung gewisser Aeußerungen des fremzösischen stes“ bringt ein Mitarbeiter des„Journal des Tebats“ der unter dem Titel„Die umstürzlerische Musik“ folgen⸗ des schreibt:„Ich bin einem sehr unzufriedenen Manne begegnet. „Dieses Mal“, sagt er zu mir, 85 es wirklich zu weit. Boykot⸗ tieren wir Wagner, schön; er Kerl hat uns genug Böses zu⸗ gefügt. Aber, her“, mein Herr, den„Werther“ von Masse⸗ net, ein so französisches Werk! Hat man ihn nicht soeben in Lyon verboten, und noch dazu in einer Vorstellung zum Besten der Verwundeten!“„Umso schlimmer für die Verwundeten,“ sage ich zu ihm,„aber überalles das Prinzip. Was man in 8 fürchtet, FT N war von 1 i 2 f 8 2 8 5 und ihre „Es ist schade! Ich liebte den zweiten Akt so sehr. ießlich bleiben uns aber so viele Meisterwerke, die niemand etwas schulden.“„Nicht so sehr viel,“ antwortete ich.„Rechnen Sie nicht auf Faust? und nicht auf Fausts Verdammnis. Ich weiß, daß einer von mrsern Kompo- nisten nur den Ungarischen Marsch darin ächtet und im übrigen das Werk von Berlioz hinnehmen will, vorausgesetzt, daß man die Brabangonne anstelle des Rakoszy⸗Marsches spielt. Aber das sind nur halbe Maßregeln, Kompromisse, die eines aufrichtig empfinden⸗ den Herzens unwürdig sind.„Faust“ ist deutsch; berauben wir uns also aller dieser Fausts“„Rechnen Sie nicht auf Mignon? Die rührende Mignon, die sehung aller Familten, die die Ver⸗ lobung aller bürgerlichen Leute miterlebt hat!“„Mein Herr, die kleinen Bürger mögen sich verloben, wo sie wollen: aber Mignon ist deutsch, sie ist eine Tochter Goethes, aus seinem Wilhelm Meister entlaufen— es tut mir leid für Aunbrotse Thomas. Ich bedaure auch Paul Dukas. Sie werden ebenso wie ich seinen „Zauberlehrling“ bewundern; wir werden ihn nicht mehr hören, benn er ist nach einer Ballade von Goethe geschriehen.“„Ach, dieser Evethe!„Ja, dieser Goethe ist nicht beiseite ein ganz schlimmer Kerl— ich habe es in der Revue des Deux⸗ Mondes gelesen.“„Hoffen Sie auch nicht auf die„Hugenotten“; darin wird der Luther-Choral gesungen. Auch nicht auf den„Pro⸗ pheten“, dessen einer Akt in der Kirche von Münster mitten in Westfalen spielt. Und schließlich auch nicht auf„Wilhelm Tell“, dessen Textbuch zwar von Jouy gezeichnet, aber nach Schiller Grunde müssen gearbeitet ist, ebenso wie der„Wallenstein“ von Vincent d' Indy Lied von der Glocke. Aus demselben mein] Zweifel: die wir auch die„Jeanne d'Arc“ von Mermet und die von Gounod meiden“„Also lassen Sie uns nur noch Operetten?“„Nicht alle. Gestern hörte ich in der Revue des Palais Royal Offenbach als den 98 9 8 feiern. Das 32 5 Irrtum. Offenbach ist in tschland geboren, und i. 8 einem Buch von Saint⸗Saens gelesen, daß er die französische Aussprache gefälscht hätte, indem er ihr deutsche Rhythmen auf⸗ zwang. Also keine„schöne Helena“, keinen„Blaubart“ und vor allem keine„Großherzogin“, denn die ist von Gerolstein. Aus noch viel triftigeren Gründen aber gar nicht„Hoffmanns Erzählungen“; Sie wissen, daß dieser Hoffmann in Königsberg geboren ist. Na⸗ türlich muß man auch auf Coppslia verzichten; Sie werden doch keinem Ballett Beifall klatschen, das von einer Novelle dieses Ostpreußen inspiriert ist... Ich hatte schon daran gedacht, man könnte Ihnen den. 3 5 1 4 ein Programme schreiben Gedi Jean r zu; aber man kann sich nicht verhehlen, daß die Idee der Totentänze stet: durch und durch deulsch ist. Denken Sie an Holbein] Ich weiß schon, was Sie sagen wollen: Holbein stammt aus Basel— er ist aus Augsburg, mein Herr.“„Sie sind aber auch zu streng. Selbst der Schöpfer der„Dejanira“ würde Ihren Eifer etwas herabstimmen.“„Möglich! Aber sehen Sie, dieser Baseler, der aus Augsburg ist, sagt mir gar nichts: die falschen Neutralen, das ist das Allerschlimumste!“ — Die Erzeugung des deutschen Buchhandels im Jahre 1914. Das Buchhändler⸗Börsenblatt veröffent⸗ licht soeben eine systematische Uebersicht über die literarischen Er⸗ scheinungen des deutschen Buchhandels im Jahre 1914. Während ihre Gesamtzahl im Jahre zuvor sich auf 35 078 belausen hatte, sank sie 1914 auf 29 308. Der Einfluß des Krieges ist hierbei anz unverkennbar wahrzune Denn im ersten Halbjahre 1914 hielt sich die deutsche Büchererzeugung durchaus auf der Höhe des Vorjahres; sie betrug bis zum 30. Juni 17 721 und hätte also bei gleicher Entwickelung bis zum Schlusse des Jahres die vor⸗ jährige Erzen gm sziffer sicherlich erreicht, wenn nicht übertroffen. Im zweiten Halbiahre erfolgte aber ein scharfer Rückgang um etwa 6000 Bände; die Erzeugung betrug vom I. Juli bis zum 31. Dezember nur noch 11587 Erscheinungen. Die einzige Gruppe von Neuerscheinungen, die gegen das Vorjahr sogar noch gewach⸗ sen ist, ist die, die Erdbeschveibung und Karten umfaßt: von solchen sind 1914 1493 gegen 1450 im Vorjahre erschienen. Im übrigen verteilt sich die Verminderung der Neuerscheinungen so ziemlich gleichmäßig auf alle Abteilungen der Literatur. Dem Umfange nach stand auch im Jahre 1914 die Schöne Literatur mit 4254 Neuerscheinungen an der Spitze; auf dem Fuße folgt ihr die G„Erzie und Unterricht, Jugendschriften“, die auch der Suflcher uunlaßt. an 2155 Widmen Mir bert: Selle 42 N C F 3 * N . f g 1** Montag, 3. mai 1015 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen 17 Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗ straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: S 51, Schrift⸗ leitung: 112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. * 0 4 1 1 5 9 7 Niemand wird je erfahren, daß es auch eine gute Kugel war, die nach Allahs Willen den Atta Khan in die Ewigkeit sandte, noch ehe er den Brief absenden konnte, der niemals angekommen wäre, denn die Engländer wollen nicht, daß 3 man in Indien die Wahrheit erfahre. 1 Der Mond aber, der auf Flanderns Fluren zusah, wie* dem toten Inder der zärtliche Brief an die Heimat aus dem Mantel fiel, hört vielleicht, wie in Andersens Bilderbuch ohne Bilder, wenn er durch die klare Luft Indiens gleitet, wie die bräutlich geschmückten jungen Mädchen die Namen ihrer Geliebten in die Nacht rufen. Sie setzen brennende Lampen auf die Wellen der heiligen Ströme und wissen, daß, wenn die Lampe noch fortbrennt, ihr Geliebter lebt. Erlischt sie, so ist er tot. 1 Er sieht, wie der Lampen viele erlöschen und einen bangen Mädchenstimme antwortet kein Echo: Ranga lebt! W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. Aus dem Reiche. 3 Eine Bitte des Kronprinzen. 3 Berlin, 2. Mai.(W Tg. Nichtamtlich.) um eine zu große Belastung der Feldpost und des Feldtelegra⸗ phen zu vermeiden, läßt der Kronprinz bitten, in diesem Jahre von beabsichtigten Glückwünschen zu seinem Ge⸗ 37 burtstage freundlichst abzustehen. Graf Bismarck⸗ Bohlen, Hofmarschall. N — 7 Aus Stadt und Cand. Gießen, 3. Mai 1915. * Ritter des Eisernen Kreuzes. Schutzmann Diehl, Vizewachtmeister im Feldart.⸗Regt. 61, aus Darm⸗ stadt. Musk. Heinrich Best, Inf.⸗Regt. 167, aus Wald⸗ irmes. Res. Konrad Reuber, Inf.⸗Regt. 116, aus Zell ei Alsfeld Vizewachtmeister Etling, Feld.⸗Art.⸗Regt. 47,* aus Ober⸗Breidenbach. Kompagniefeldw. Ludwig Höreth aus Schaafheim. 1 Amtliche Personalnachrichten. Der Groß⸗ berzog hat zum 1. Mai ds. Is. dem Oberarzt an der Landes- Heil- und Pflegeanstalt„Philippshospital“ Dr. Adolf Lindenb o rn den Charakter als Medizinalrat, den Oberlehrern Georg Bentz an der Oberrealschule am Friedrichsplatz zu Offenbach, Dr. Ludwig Ruhl am Gymnasium zu Bensheim und Dr. Peter Vogel am Lehrerseminar zu Friedberg den Charakter als Prosessor erteilt, am I. Mai d. Js. den Bureaugehilsen Adam Lösch aus Langen zum Bureauassistenten bei dem Oberversicherungsamt ernannt.— Ueber⸗ tragen wurde am 27. April ds. Js. den Lehramtsaspirantinnen Elisabeth Gräber aus Offenbach, Gertrud Lahr und Elisabeth Töpfer aus Mainz je eine Lehrerinstelle an der höheren Mädchen⸗ schule zu Offenbach, sämtlich mit Wirkung vom 1. April 1915 an. — In den Ruhestand wurde versetzt am 24. April ds. Is. die Lehrerin Helene Harrach zu Heidesheim, Kreis Vingen, auf ih 0 Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. Mai d. J. an.* Post nachricht. Das umwandelungsverhält⸗ nis für Postanweisungen an Kriegsgefangene in Fran frech, den französischen Besitzungen usw. beträgt jetzt bei der Umschreibung in Bern 100,20 Franken für 100 in Frankreich auszuzahlende Franken, für Postanweisungen an Kriegsgesangene in England und seinen Besitzungen bei der Umschreibung im Haag 12,30 Gulden für 1 Pfund Sterling. 12 Freiwillige Feuerwehr. In der letzten— versammlung der Gießener Freiwilligen Feuerwehr wurden die Wahlen, welche laut Statuten hätten stattfinden müssen, bis nach dem Kriege verschoben, weil ein großer Teil des Bo r- staudes im Felde steht. Nur wurde der bisherige Brandmeisten L. Faber einstimmig zum Brandinspektor gewählt. 5 * Deutsche Gefangene in Rußland. Im„Aus- schuß für che Kriegsgefangene“(Rotes„ Kirch⸗ nerstraße 2, Frankfurt a. M., ist jetzt außer der der französischen Gesangenenlager auch eine Karte vom euro⸗ päischen und asiatischen Rußland mit Angabe der haupt⸗ sächlichen Orte, in denen sich Triegs⸗ und Zivil⸗ gefangene befinden, zum Preise von 1 Mark zu haben. Wie die französische Karte in Departements, so ist 7 4. 1 immt die Rechts⸗ und Staatswissenschaft mit 3050 Nummern ein 5 gaben von Reichs⸗ und 8 N W der 3 sind die zahlreichen billigen Aus 0 andesgesetzen mit inbegriffen. An sich kann der Rückgang der buchhändlerischen Erzeugung Deutschlands keineswegs als mer⸗ a 8 7 werden, 1 75 bende mam auf diesem Gebiete eine me me kli ber zeugung wahr Es wäre nur vorteilhaft, wenn der Krieg da ein gewisses Gleichgewicht herstellen würde. 2 München, 30. April. Franz v. Defregger, der seinen 80. Geburtstag im Familienkreise in seiner Villa in Boze 5 verbringt, war der Gegenstand vielfacher Ehrungen. König Ludwig sandte mit einem Glückwunschschreiben sein Bild in sil⸗ bernem Rahmen. Die Akademie der bildenden Künste ließ durch Reichsrat v. Miller ihre Glückwünsche ausdrücken und eine silberne Plakette überreichen. Glückwunschtelegramme sandten Kultusminister 1 v. Knilling, die beiden städtischen Kollegien, die Münchener Künstlergenossenschaft, Bürgermeister Dr. Weiskirchner namens der Stadt Wien und viele andere Verehrer und Freunde des Künstlers. Leipzig, 1. Mai.(WDB. Nichtamtlich) In Gegenwart von Vertretern der staatlichen und städtischen Behörden sowie 25 Staaten, darunter Exzellenz Vitalis Effendi, der zu diesem 3 5 besonders aus der Türkei herbeigeeilt war, und des deutschen Buch⸗ gewerbes fand heute mittag die feierliche Eröffnung d es Bu ch⸗ ewerbe⸗ und Schriftmuseums statt. Nach einer 1 prache von Geheimrat Volkmann erfolgte eine Besichtigung. 5 — Tod eines deutsch⸗amerikanischen Bild⸗ hauers. In New Vork ist der hervorragende deutsch-amerikanische 5 Bildhauer Karl Bitter gestorben. Bitter, der Deutsch⸗Oester⸗ reicher von Geburt war und nur 47 Jahre alt geworden ist, har sich in Amerika mit seinen schwungvollen dekorativen Arbeiten einen bedeutenden Namen gemacht. In seiner Vaterstadt Wien war Bitter schmückte dann Hunts tungsgebäude der Weltaus⸗ Kühne und Hellmer gewesen und dann mit 25 Jahren ausgewan⸗ dert. Drüben begründet sein Sieg im Wettbewerbe für die Bronze⸗ türen von Richardsons New Vorker Trinity Church seinen Ruf 2 Bitter schmückte dann Hunts Verwaltnugsgebäude der Weltaus⸗ 2 Chicago mit seinen Bildwerken und von ihm stammte auch plastische Teil der Ausstellungen in Buffalo und St. Louis. In New Nork sind seine Hauptwerke die Karyatiden am Metro. 2 volitanmuseum und das Reiterdenkmal des Generals Franz Sigel. Vanderbilt hat ihn an seinen Häusern in New Vork und Balti⸗ more beschäftigt. In letzter Zeit verwandte Bitter den großen Einfluß, den er im Kunstleben der Vereinigten Staaten hatte, zur Lösung der stadthaulichen Fragen. Er war auch der Anstoß dazu, daß unter der Präsidentschaft Roosevelts Kunstbeiräte geschaffen wurden, die überall bei Errichtung öffentlicher Gebäude mit⸗ sprechen. 9 1 1 F fach be in Gouvernements eingeteilt, und die Orte, in denen lich die Gefangenen befinden, sind rot eingedruckt. Die Be⸗ stimmungen über den Postverkehr mit in Rußland befind⸗ lichen Kriegsgefangenen und zurückgehaltenen Ziwilpersonen, sowie ein alphabetisches Verzeichnis der Orte, in denen sich Gefangene befinden, sind der Karte in Buchform vorgeheftet. Als besonders nützlich wird empfunden werden, daß der deutschen Ortsbezeichnung nebst Kreis und Gouvernement die russische Schreibschrift zugefügt ist. Somit kann bei jeder Adresse der genaue Aufenthaltsort auch von Per⸗ sonen, die der russischen Schrift nicht mächtig sind, durch einfaches Nachschreiben der Vorlage in russische angegeben werden. » Fahrplan⸗ Berichtigung er auf der Strecke 1 9— Lich— Butzbach und zurück verzeichnete ug ab Lich 6.20 an Butzbach 7.20 fährt laut uns nach der Druck⸗ legung des Zeitungsfahrplans zugegangener Berichtigung ab Lich 6.05 an Butzbach 7.05. Ebenso fahren die Züge auf der Strecke Bad⸗Nauheim— Griedel— Oberkleen und zurück richt ab Butzbach(Ost) 6.00 an Oberkleen 6.20, sondern ab Buk⸗ bach(Ost) 5.50 an Oberkleen 6.10 und nicht ab Oberkleen 6.30 an Bad-Naubeim 7.34, sondern ab Oberkleen 6.15 an Bad⸗Nauheim 7.19. Wir drucken noch einmal beide Strecken ab zum Ausschneiden und Ueberkleben. Grünberg— Lich— Butzbach und zurück. 7.40 1.20 5.52 ab Grünberg. an 7.06 10.04 344 D — 753 1.34 6 03 1 Queckborn 6.56 9.54 334—— ( 7559 1.41 6.09 F Harbach. 4 6.49 9.47 327— — 8.05 1.47 6.14] Ettingshausen 6.45 9.43 3.23—— 1 8.10 1.52 6.168 Münster 6.41 9.39 3.19—— — 8.15 200 6.22[ Ober⸗Bessingen. 6.37 9.35 3.15—— — 823 2.10 6.28] Nieder⸗Bessingen 6.32 9.30 3.10—— 6.05 9 35 2.55 7.10[ Lich. 6.19 9.16 2.56 6.50 10 04 6.16 9 52 3.08 7.21 J Hof- u. Dorf⸗Güll— 6.54 2.16 6.40 9.54 6 21 10 00 3.15 7.26] Muschenheim.— 8.49 2.11 6.35 9.49 6 26 1009 3.22 7.32 Trais-Münzenb.— 8.43 2.05 6.29 9.43 6 31 10.20 3.30 7.37[ Münzenberg.— 8.38 2.00 6.24 9.38 86 10 29 3.36 7.42[ Oberh.⸗Eberstadt— 8.33 1.54 6.19 9.33 43 10.40 3 43 7.48[Gambach i. Hess.— 8.27 1.48 6.13 9.27 53 11.06 3.55 7.58* iel— 8.20 1.41 6.06 9.20 7 00 11.13 404 8.06 J Butzbach Ost. A— 810 131 5.56 9.10 7.05 11.20 4.08 8.10 an Butzbach West ab— 8.04 1.25 5.50 9.04 Bad⸗Nauheim—Griedel—Oberkleen und zurück. 750 1.05 5.30 8 50 ab Bad⸗Rauheim an 7.19 11.55 420 830 — 7659 1.15 5.39 8 59 J Steinfurth.. 4 7.11 11.45 4.12 8.22 — 8005 1.22 5.46 9.05 Oppershofen. 7.04 11.30 4.05 8.15 „ 809 128 551 909[ Rockenberg. 701 11.23 402 8.11 8.28 1.48 6.10 9.30] Griedel... 6.51 11.06 3.52 8.00 (5.50 8.34 2.05 6.25 9.36[ Butzbach Oft.[ 6.39 10 50 3.40 7.44 58— 2.13 633—] Pohlgöns I 6.28— 308 7.23 607— 2.22 643— J Ebersgöns. A 6.19— 2859 7.14 6.10— 2.25 6.46— an Oberkleen. ab 6.15— 255 7.10 ** Lesestoff an die Front und in die Gefan⸗ genenlager. Man schreibt uns: Die Abteilung Gießen des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft hat auf die an ihre Mitglieder kürzlich gerichtete Bitte um Bücher und Zeit⸗ schriften für unsere Truppen erfreulich zahlreiche Zusendungen erhalten. Sie sagt allen Spendern herzlichen Dank! Es wurde dadurch möglich, Bücher als„Pfundbriefe“ an die Front, sowie 5 und 10=Kilo⸗Palete in Gefangenenlager und in Feldlazarette zu schicken. Dem Wunsche mehrerer Offiziere des hiesigen Regi⸗ nuts. die infolge der Notiz im Gießener Anzeiger um Lesestoff den Schützengraben baten, lonnte entsprochen werden. Um e Sendungen noch sortsetzen zu können, bittet der 1— 2 1 freundliche Zuwendungen, ebenso um Angabe von dre ssen Kriegsgefangener im Ausland, Verwundeter in Feld⸗ lazaretten, von einzelnen Truppen in Schützengräben oder Be⸗ Fir an wo Lesestoff gewünscht wird. Die Annahmestelle ist bei Hausverwalter Todt im Gesellschastsverein, Sonnenstraße. Taxpreise für Waldstreu. Um den Landwirten das Durchhalten der Viehbestände während des Krieges möglichst erleichtern, wurden lt.„Darmst. Ztg.“ die Taxpreise für Waldstreu aus dem Domanial⸗ walde auf die nachstehenden Sätze ermäßigt, die bei frei⸗ händigen Streuabgaben vom 1. April d. J. an für die Kriegsdauer in Ansatz zu kommen haben. Unter Wegfall der seitherigen Unterschiede betragen die Preise für Waldstreu aller Art für 1 Last(0,4 Kubikmeter)— 10 Pfg., für 1 Schiebkarren(0,8 Kubikmeter)— 20 Pfg., für 1 Kubik⸗ Dienstag, den 4. Mai, abends 7 Uhr: den 5. Mat, abends 7 Uhr:„Silvana.“ abends 7 Uhr:„Der Rosenkavalier.“ pernhaus. Montag, den 3. Mai geschlossen.(3. Rühl-VBereins⸗Konzert.) „Die Boheme.“ Mittwoch, Donnerstag, den 6. Mai, Freitag, den 7. Mai, abends meter— 25 Pfg. Die Erntekosten sind in diesen Tax⸗ 77e Uhr:„Tell.“ Samstag, den 8. Mai, abends 7 Uhr:„Die ; j 1 Hof 0 7„ verkauste Braut.“ Sonntag, den 9. Mai, abends 7 Uhr:„Königs⸗ preisen nicht enthalten. Besorgt der Empfänger das Auf kinder.“ Montag, den 10. Mai, geschlossen. Dienstag, den 11. Mai, arbeiten selbst, so hat er nur den Taxpreis zu bezahlen; andernfalls erhöht sich der Taxpreis um die Erntekosten der Streu. Nachdem Großh. Ministertum des Innern die frei⸗ händige Abgabe von Waldstreu aus Gemein dewaldun⸗ gen in Bedarfsfällen und unter bestimmten Voraussetzun⸗ gen genehmigt hat, erhalten diese Taxpreise auch für die Streuabgaben aus Gemeindewäldungen Gültigkeit. O Aus der Wetterau, 1. Mai. Wie schon berichtet, haben Winterfrucht und Klee geradezu vorzüglich überwintert. Der durch Mäuse- und Schneckenfraß angerichtete Schaden ist kaum nennenswert und durch das gute Frühjahrswetter beseitigt. Nun läßt sich auch schon der Stand der Sommerfrucht übersehen. Er- fsahrene Landwirte behaupten, daß der Stand von Gerste und Haser nicht besser sein könnte, als er ist. Gehen nun noch die Eisheiligen, 10. 12. Mai, gnädig vorüber, so ist um die Volksernährung wenig mehr zu befürchten. Kreis Büdingen. A Unter⸗Widdersheim, 1. Mai. Kürzlich sand hier die Gedächtnis feier für den Rechner Wolf statt. Er war Anfang März in Rußland den Heldentod gestorben. Die ganze abends 7 Uhr: abends 6 Uhr:„Siegfried.“ Herrn Karl William Büller: Dienstag, Benedig.“ 0 Magdalene.“ Kreis Fusdberg. 0 Zum ersten Male:„Die Veuus mit dem Papagei.“ 9. Mai, nachmittags ½4 Uhr:„Alt- Heidelberg.“ Abends 7½ Uhr: „Robert der Teusel.“ Mittwoch, den 12. Mai, Schauspielhaus. Montag, den 3. Mai, abends ½8 Uhr: Letztes Gastspiel des „Der Raub der Sabinerinnen.“ den 4. Mat, abends ½8 Uhr:„Der Kaufmann von Mittwoch, den 5. Mai, abends ½8 Uhr:„Maria Donnerstag, den 4. Mai, abends ½s Uhr:„Prinz Freitag, den 7. Mai, abends 7 Uhr: abends ½8 Uhr: Sonntag, den Friedrich von Homburg.“ „Romeo und Julia.“ Samstag, den 8. Mai, „Die Schöne vom Strande.“ Montag, den 10. Mai, abends 7 Uhr: „Götz von Berlichingen.“ Dienstag, den 11. Mai, abends%½8 Uhr: „Die Zierpuppen.“ Hierauf:„Der eingebildete Kranke“ Mitt woch, den 12. Mai, abends /½8 Uhr:„Die Venus mit dem Papagei. Donnerstag, den 18. Mai, abends 38 Uhr:„Im weißen Nößl.“ — Auch das Brot ist unser Rüftzeug. Gemeimde war fast vollzählig erschtenen. Vizewachtmeister Michel von hier im Feld-Artillexrie-Regiment 61. 1. Batterie, er- hielt auch die Hessische Tapferkeitsmedaille, nachdem er vorher unter Verleihung des Eisernen Kreuzes zum Offizier-Stell⸗ vertreter bejördert worden war. AOber- Schmitten, 1. Mai. Lehrer Diehl von hier wurde zum Leutnant der Reserve im Fuß-Artillerie-Regiment Nr. 3 befördert. Er erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Gießener Strafkammer. th. Gießen, 2. Mai. Die Strafkammer hatte am Freitag sich nur mit vier Anklagen zu beschäftigen. Ein Fall wegen Sittlichkeits vergebens gegen Johs. H. von Flensungen wurde nicht zu Ende verhandelt, weil der Angeklagte wegen seines Gesundheitszustandes einer ärzt⸗ lichen Untersuchung unterzogen werden soll. Der Ueberschreitung der Höchstpreise war der Gastwirt Joseph Sch. IV. von Ockstadt geständig. Er hatte, ohne bei der Tat einen Vorteil zu haben, öffentlich eine Firma bekannt machen lassen, welche für Kartoffeln statt des zu⸗ lössigen Höchstpreises Mark für das Malter bezahlen wollte. Die Kammer erklärte, daß der Fall sehr milde liege und erkannte auf eine Geldstrafe von 3 Mark, im Unvermögensfalle 1 Tag Gefängnis. Wegen Körperverletzung ist die Fran Georg M. von Weckesheim vom Schöffengericht zu einer Geldstrafe von 20 Mark, hilfsweise zu 4 Tagen Gefängnis und zu einer Buße von 25 Mark an die Verletzte verurteilt worden. Es handelte sich um einen Streit zwischen Nachbarfrauen, bei dem die Angeklagte tätlich wurde. Die Angeklagte war mit dem Urteil nicht einverstanden und verfolgte Berufung, die aber von der Straflammer kostenfällig abgewiesen wurde. Wegen Hausfriedensbruchs sind die Dreschmaschtnenarbeiter Heinrich Kl., Karl G. und Karl Kl. von Dorn⸗Assenheim vom Schöffengericht zu 2 Monaten, 1 Mvnat und 14 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Sie sind 5—. 4* 6 und*— Eigentümer roht. e Angeklagten folgten gegen Urtei Berufung. Die Strafkammer war aber der Ansicht, daß die Ber⸗ urteilung der drei Angeklagten zu Recht erfolgt ist, und daß die ausgesprochenen Strafen ehe zu milde, als zu hoch bemessen sind. Geht sparsam damit um. „„ Bekanntmachung. Betr.: Musterung der Militärpflichtigen. Diejenigen Militärpflichtigen, die in den Jahren 1895, 1894 und früher geboren und bei der Musterung im Januar dieses Jahres zurüdgestellt worden find, sich aber bei der Bürgermeisterei ihres derzeitigen Aufenthaltsortes noch nicht zur Stammrolle angemeldet haben, fordere ich auf, dies sofort zu tun, andernfalls Bestrafung bis zu 30 Mk. Geldstrafe oder Haft bis zu drei Tagen erfolgt. Gießen, den 29. April 1915. Der Zivilvorsitzende der Ersatz⸗Kommission des Kreises Gießen. J. V.: Hemmerde. Betr.: wie oben. An den Oberbürgermeister der Stadt Sießzen und au die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Auf obige Bekanntmachung weise ich Sie hin und. waige Neuanmeldungen entgegenzunehmen und in die betre Stammrollen einzutragen. Ueber die Neuanmeldungen ist mir ein Auszug aus der Lem mrollebis zum 10, Mai d. Is. fügen er. damit die Eintragung in die alphabetische Liste er⸗ olgen kann. Es sei hier nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen, daß es sich nur um Meldung Militärpflichtiger handelt, die noch nicht in den Stammrollen enthalten und bei der Musterung im Januar dieses Jahres zurückgestellt worden sind. Fehlanzeigen sind zu erstatten. ießen, den 29. April 1915. Der Zivil vorsitzende der Ersatz⸗Kommisston des Kreises Gießen. J. V.: Hemmerde. Wegen Bornahm. die Lreistriße con Geben Adheim Abom Abgang Hence en e grenze) bis auf weiteres für den Fuhrwerks⸗ und Autontobilderfehr 3 Kinzenbach irmngelefbet. Gießen, den 1. Mai 1915. ö 55 liches Kreisamt Giefrn. ble Vertretung zu vergebene Sofort Verkauf. .: Hemmerde. 024460 Kaufe Schube usm. Deckmann. Sonnenstra Kleider, . 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