Der hammerschlag auf Ypern. Einer unserer Berliner 3 schreibt 3 g neuen Leude feen die deutsche 1 Front in Linie gemarck, 8 Kilometer nördlich Ypern. Vor waren die vom Feinde besetzten 8 Venschen den ee. en. in serm Besitz. Und östlich schwenkt der linke deutsche Flügel Julien und Zonnebeke gegen Ypern zu ein. Die das ganze 112 Manöver als eine sie sich doch sagen müßten, daß es für die Deutschen nur ein Ziel ibt, a ist die Einnahme von Mpern. E dan E sich aus Antwerpen 9— gefechten ver i gen rund 24000 Mann— Chronicle“ 2„der doch sicher 11. 1 r gekommen wäre: ueberschwemmung, der Se unde Teen Festungsgeschütze, an 5 — n e 8 eine hübsche Anzahl erobert de. eum pet pern mer umtsprrdlich des Kampf* der Engländer überraschend, sich unter den 5000 Ge⸗ letzten Tage soviele Senegalneger, Turkos, Algerier, en—„ein sonderbares sie die de Heeresleitung in ihrem und nur ein Teil gländer und Kanadier die 36 Divisionen des Generals britische Soldaten, wenn man immer „andere“ zu fassen bekommt? Wo man bisher „richtigen“ Englä stieß, machte man höchst sonderbare und peinliche Erfahrungen. Da wurden deutsche Gefan wehrlose Menschen vorgestoßen, um die eng⸗ —*+ Schübenlinte bei ihrem Vorgehen zu decken. Da stellte heraus, daß die Herren Tommies sich gelegentlich als . ßen“ verkleiden, um die Unsern N eine list“ zu Lande, die sich dem erbärmlichen Flaggen⸗ See würdig an die Seite stellt. Die Fran⸗ fc e es beg mit gistigen Gasen.——.— strahlen beschweren, 8 vor dlbem les ihren englischen Bundesbrüdern „wenn dem Völkerrecht und den Kriegsregeln die 117 K* 7 8 5 5 f b f f 1 48 91 0 5 f 5 b f. 13 55 1 88 1 Af letzte Achtung igt wird und der teutonicus dein Pardon mehr Schon arbeitet die ösische und englische wieder mit gespielter und 0 ter Entrüstung. die Beschteßung durch die 1 der neutral Wet Gl Miet Pünbergeschcer 8 n en erlei n a la Löwen und Reims aufzutischen. Das wird aber die Unsern 9 Gewiß, in wird es jetzt gar Die alte, einst befestigte Stabt, die im 14 200 000 Einwohner gehabt haben soll, wies bei Beginn dieses Krieges nur etwas über 17 000 Seelen auf. Heute wird von der Zivilbevölkerung wur noch ein sehr kleiner Rest * 25 Wie mancher Kunstverständige unter ü deutschen„ en“ kennt und bedauert die schöne Mperner Tuchhalle, das wundervolle, vom mittelalterlichen Bürgergemeinwesen geschaffene Bauwerk, das an die einstige „solan und ken, bis der 0 solange zu feuern zu funken, micht schön aussehen. 14. Jahrhundert Ma 1 Pr f 8 3 E 1 Franzosen angesichts der heutigen Lage unangene ein, wenn wir darauf hinweisen, daß die 44 Statuen aus Sand⸗ Gieße dienstag, 27. April 101 Notationsdruck und Verlag der Brühleschen Universitäts- Buch- und Steindruckerel. R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschaftsstelle u. Druckerei: Schul ⸗ struße 7. Geschasts stelle u. Berlag: 51, Schrist leitung: 112. Adresse für Drahtnachrichtem Anzeiger Gießen. tein, sämtlich Grafen von Flandern und ihre Gemahlinnen rstellend, nur ein moderner Ersatz sind für die Originale, die— 1793 von den französischen Truppen zerstört wurden! Es dürste also jedenfalls geraten sein, mit den Klagen über deutschen Vandalismus 1 sparsam umzugehen. Es wird sich erweisen, daß die deutsche Artillerie sich alle Mühe gegeben hat, die Tuchhalle ebenso wie das Rathaus und die gotische Kathedrale nach Möglichkeit zu schonen und daß die Schonung nur da beiseite gelassen wurde, wo man sich auf gegnerischer Seite durch kriegsregelwidriges Ver⸗ halten dieselbe verscherzte. Man hat sich im englisch⸗französischen Lager eingeredet, daß von einer deutschen Offensive keine Rede mehr sein könne. Nun der Hammerschlag der Deutschen auf Ppern— der Dünkirchener Korrespondent der Amsterdamer„Tijd“ hat diesen Ausdruck gebraucht— erfolgt, nun die Antwort auf Neuve Chapelle gegeben ist, scheint der Schrecken in Paris und London groß zu sein. Bald wird der Schrecken zur Einsicht und Erkenntnis führen, daß man die deutsche Kraft ganz gewaltig unterschätzt hat und daß alle papiernen Manöver zur Verschleierung der wahren Tatsachen lächerlich und nutzlos sind. uberechtigter Nachdruck, auch aus zugsweise, verboten.) Wie es an einer von den Engländern„genommenen“ Front aussieht. Großes Hauptquartier, 22. April. Wenn man den deutschen Generalstabsbericht mit dem der eng⸗ lischen Heeresleitung vergleicht, so ergibt sich ein unvereinbarer — Ich habe meine Fahrt längs der Front bei Neuve Cha⸗ pelle und Givenchy zum nicht geringen Teile in einem Gebiete unternommen, welches nach den in den englischen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlichten Berichten und Karten sich im Besitze der Engländer befindet. In Wahrheit aber habe ich auf dem ganzen Wege keinen Engländer gesehen, nicht einmal einen gefangenen, da an diesem Tage der Feind an der entscheidenden Stelle sehr ruhig war. Ich bin an keinem Platze durch englisches Feuer ernstlich be⸗ lästigt worden, obwohl wir in den vordersten von unserer General- stabsübersichtskarte bezeichneten Demarkationspunkten waren. Nur an zwei Stellen habe ich wirkungsloses englisches Infanteriefeuer beobachtet. Dörfer und Stellungen, über welche Schrapnells ge⸗ streut werden, sind noch lange nicht genommen. In dieser Hinsicht sind die deutschen und die englischen Berichte in ihren Ansprüchen an die Wahrheit so verschieden, daß ein Teil der englischen Berichte behauptet hat, die Engländer hätten das fest in unserem Besitze be⸗ findliche Städtchen La Bassee genommen, während ich bezeugen und i etwa zwei Dutzend* Aufnahmen erweisen kann, daß der an sich ebenfalls recht belanglose Platz in sicherem Besitze hinter unseren festen Linien liegt und 51 mit dem schweren Granatfeuer des Fein des ausgiebig bedacht wir f der von Neuve Chapelle gehört. Hier traf ich. Schusse, die ersten Verwundeten. Der Zufall hat es gefügt, daß ich schon vor einiger Zeit auf einer Fahrt durch das Gebiet der Armee des Kronprinzen von Bayern Verwundete von Neuve Chapelle sprechen konnte, welche damals noch unter dem frischen Eindrucke ihrer Erlebnisse standen. Man macht immer dieselbe Beobachtung: Der schlichte Mann im Schützengraben, der bei aller Hingabe nur einen kleinen Ausschnitt der großen Ereignisse zu überblicken vermag, an deren Ausgang er mitwirkt, hält unwill⸗ kürlich von dem Augenblicke an, wo er als Mitwirkender durch seine Verwundung ausgeschaltet wird, sich selbst für den Mittel punkt dessen, was für ihn wichtig ist. Das ist so menschlich und danach muß man auch die Fragen stellen, die man an die Verwundeten richtet. Sie werden meist Dinge erzählen, die für den Verlauf der Schlacht nebensächlich sind. Will man mehr aus ihnen ge⸗ winnen, so muß man die Quersumme aus ihrer Stimmung ziehen. Da möchte ich nun etwas einschalten, was ich vor diesem Kriege nicht für möglich gehalten habe. Ich dachte mir, nach meinen Friedenserfahrungen in Spitälern, daß jeder Verwundete ein bedrückter Mensch sein müsse, dessen Leid sich in Jammer deutsche Kriegs- und Freidensbilder aus den Karpathen. halten, belegte ich sofort einen Sperrsitz auf der Osenbank, öfters auch einen Galerieplatz auf dem Ofen, besonders, wenn es draußen Stein und Bein fror und die Quecksilbersäule auf 15 Grad ge⸗ fallen war. Wie gesagt, der Ofenrauch sucht einfach seinen Weg, meist durch ein Loch in der Stubendecke oder zur Haustür. hin⸗ aus. Im ersteren Fall zieht er vom Zimmer aus auf den Boden, ssene räuchert aber zuvor die Speckseiten, Würste, Bärenschinken in einer Kammer. An der dunklen Stubendecke hängt, mit Stricken befestigt, eine einsache Wiege(Futterkorb), in der meist zwei Kinder schlummern. Die Mutter oder die Mütter bringen nun vom Bett im Zimmer oder vom Ofen aus die Wiege in Be⸗ wegung, bis der füße Schreihals ruhig ist. Trotzdem gackern nun die Hühner, kräht der Hahn, muht die Kuh, blökt das Kalb, quiekt das Ferkelchen nebenan— nie hörten wir solch ein Tier⸗ t. Von der Tür aus rechtsseits steht ein großer fester Tisch, daneben Bänke, an geteerter Wand hängen Heiligenbilder. Während die eisernen Ofenkacheln allmählich glühen(Holz gibt's viel), machen wir uns ans Kochen oder Aufwärmen unseres Essens, wodurch ein übermolliger Qualm entsteht. Dazu dampft oft die aufgehängte nasse Kleidung oder Wäsche und schwitzen 15 bis 20 Personen ganz nach Belieben. Ist die Kocherei beendet, wird das in der Decke ges⸗ sen, und so erquicken sich an 20 und mehr Grad Wärme jung alt im Wigwam. So⸗ dann schafft der Hausherr Stroh und Heu für unsere Lagerstätte herbei. Hier gibt's wenig Kartoffeln, Heu und Stroh, dafür aber reichlich Hafer, der, zwischen zwer Steinen grobgemahlen, ohne Hefe oder Sauerteig das beliebte, 3 em dicke,% m runde, mit Salz und Fett bestrichene, kräftige Haferbrot bietet. Die Bevölkerung ist fleißig und klug. Die Männer tragen, — wie die barbarischen Kosaken, langes, bis auf die Schultern sallendes, stark geöltes Haar, die Juden hingegen mit Stolz schöne lange 2 Locken vor den Ohren. Alle leben hier nur für den eigenen Unterhalt. Reichtum gibts nicht, aber Gottes Segen — viele Kinder; Lieblinge mit helleuchtenden, glückstrahlenden 88 die Eltern. Seit einigen Tagen haben wir uns in„Schnee und Eis verbuddelt. Unterm Schutz der Nacht pat unser Bataillon Stellung und grub fleißig Höhlen; meine heißt„Eisvogel“. Sodann wurden Unterstände gebaut, immer in der Nacht bei Sternenschein, auch nicht übel. Hierbei kamen uns sogar die über auf Höhen liegenden Russen(2 Kilometer Luftlinie) freundlich ent„das heißt sie schienen eines Abends unseren Angriff zu fürchten und steckten daher das dazwischen liegende Rusniakendorf in Brand!— So wurden die umliegen⸗ den Täler und Höhen grell beleuchtet, ein trauriges und doch! wildromantisches Bild.— Stundenlang glimmten noch die unten löse. Nun bin ich, von den vordersten Truppenverbandplätzen in Lothringen an, die ich im ersten Kriegsmonat gesehen habe, bis zu den Schwerverwundeten im Etappengebiete, die ich seither immer wieder kennen gelernt habe, in Lazaretten aller Art ge⸗ wesen. Ich habe Sterbende, ich habe Bewußtlose genug gesehen. Aber niemals habe ich mit Bewußtsein Mutlose gesehen, so sehr das auch der an sich selbstverständlichen Annahme widerspricht, daß in einem großen Volke Schwache genug sein müssen, welche den Mut verlieren, wenn des Körpers Kraft und Wärme von ihnen geht. Es ist, als ob der heilige Krieg dem letzten Manne des kämpfenden Volkes einen eigenen Geist einflöße, der ihn lehrt, daß es nicht notwendig sei, zu leben. Notwendig aber, daß das Vaterland siegt. Diese Beobachtung, welche jeder Arzt an der Front bestätigen kann, ist zu alltäglich, als daß ich zu betonen brauchte, wie all⸗ gemein ich sie bei den Verwundeten von Neuve Chapelle gefunden habe. Aber darüber hinaus nahm mich eine andere Frage gefan⸗ gen: Niemals bisher ist eine solche Uebermacht gegen enge Teile unserer Stellungen entfesselt worden. Wie wirkt das auf den Mann, der wochenlang im Schützengraben gelegen hat? Und da ist nun der große Erfolg. dieses Kampfes, der mit 48 englischen Bataillonen gegen drei deutsche begonnen wurde, daß ich nirgends auch nur die mindeste Spur von Erschrecken und Niedergedrücktheit gefunden habe. Der Mann im Schützengraben hat eben ausgehalten, so lange er aushalten mußte und mehrfach sind die Verwundeten recht unzufrieden gewesen, daß sie den Platz räumen mußten. Wenn das„Trommelfeuer“ ihnen den unentrinn⸗ baren Untergang vor Augen zu führen schien, so hatten sie nur den einen Gedanken, auszuharren und ihr Leben so teuer zu verkaufen, wie es eben möglich war. Doppelt teuer aber gegen die verhaßten Engländer! Das brachten die Leute, die sich alle freuten, recht bald wieder an die Front zu kommen, in zum Teil in aller Einfachheit prachtvollen Worten zum Ausdrucke. Ebenso wie dieses große Lazarett, das für die Aufnahme vom mehreren Hunderten von Verwundeten vollkommen vorbereitet ist, obwohl es kaum den Anschein hat, als ob die Engländer an dieser Stelle ein neuer Durchbruchsversuch gelüste, befand sich ein Offi⸗ zierserholungsheim, welches ich kurz darauf im Sommerschlosse eine reichen Fabrikanten besichtigte, noch außerhalb der Feuerlinie. Die⸗ sen Teil des Gebietes behaupten freilich selbst die Engländer bis⸗ her noch nicht erobert zu haben. 1 „Dagegen müßte sich nach den Karten, welche von englischen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht worden sind schon das nächste Dorf im Gebiete der englischen Gewinne von Neuve Cha⸗ pelle befinden. Indessen sah as da gar nicht so aus: Jedes Haus . in den Schützengräben schmeckt es schon. 0 Völlig im Feuer der feindlichen Geschütze befindet sich eine Rübendörranstalt, die in Fri ner Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen 3 5 Friedenszeiten dazu dient, auf dem heißen die in Feuer einiger Koksroste die bittere Zichorienwurzel in Kafsee⸗ ersatz umz Trotz der ständigen Lebensgefahr üben hier eine Anzahl Flamen aus Belgien das Handwerk aus, in welchem sie eine beso e Geschicklichkeit erlangt haben, nur daß hier jetzt statt der bitteren Wurzel der Wegwarte die süßen Rückstände der Zuckerrübe gedörrt werden, welche beim raschen Einmieten im vori⸗ gen Herbst oder infolge Auswachsens auf den Feldern zur Zucker⸗ bereitung unbrauchbar geworden sind. Daraus wird nun ein hoch⸗ wertiger Ersatz für Hafer gemacht— zehn Wagen pro Tag—. der aber auch von den Tr 5 ö kann daraus ein sehr wohlschmeckendes, keineswegs weichliches Ge⸗ müse herstellen, welches trotz des in diesem Gemüselande herrschen⸗ den Ueberflusses eine angenehme Unterbrechung in den Speiso⸗ Truppen selbst begehrt wird; denn mam zettel bringt, wie ich nach langer Wanderung überrascht festgestellt habe. Eine Zuckerfabrik in der Nähe bot dem Feinde ein zu gutes Ziel. Aber die fünf großen Kessel eigneten sich an anderer Stelle vorzüglich zur Anlage einer Warmbadeanstalt, in welcher sich in jedem Kessel dreißig Mann, also im ganzen auf einmal 150. Mann von dem klebrigen Erdreiche des Schützengrabens befreien können. liegenden Gehöfte wie große Glühwürmchen. Wir benutzten daher jene hellen Nachtstunden und bauten fix gruppenweise die Unter⸗ stände. Unsere Villa wurde durch 2 Quadratmeter großen, 1½ Meter tiefen Anbau mit Herd und Schornstein vergrößert. Die ewig spendende Natur gab uns Erde, Steine, Fichtenstämme und Wasser dazu— sonst hatten wir aber nichts, nicht einmal Hen, Stroh oder gar Federbetten. Trotzdem ist alles tipp⸗toppy; mit Kamin, Bank, Tisch, Ruhestätte und Regal für die Nippsachen. Einen verdeckten Eingang bildet der Korridor Wenn es im bie⸗ sigen Luftkurort Wohnungsprämien gäbe, bekäme ich sicher Ia.“ * — Ein neues englisches Buch über Friedrich den Großen. Auf dem englischen Büchermarkt sind Werke, die Uebersetzungen aus dem Deutschen enthalten oder sich mit Per⸗ sönlichkeiten der deutschen Geschichte beschästigen, seit dem Kriege zahlreicher erschienen als vorher; nun, da es zu spät ist, scheinen die Briten uns kennen lernen zu wollen. Freilich wird dieser Ver⸗ such zumeist mit untauglichen Mitteln unternommen. Denn der Geist der Unkenntnis verbindet sich nun noch mit dem Geist der böswillzgen Entstellung, und selbst, wo dies nicht der Fall ist, ist zum mindesten Ungeschicklichkeit am Werke. Wohl über keinen anderen großen Deuts waren die Engländer so gut unterrichtet wie über Friedrich d. Gr., denn sie besitzen Carlyles Meisterwerk. Nun erscheint soeben ein billiges Schillingbuch, das eine Ein⸗ führung von Douglas Staden enthält, dann Treitschtes Essay über Friedrich d. Gr. und einzelne Stücke aus seinen Werken unter dem Titel„Die Bekenntnisse Friedrichs des Großen“.„Carlyles Million Worte über Friedrich d. Gr. sind fütr unser ungeduldiges Jahrhundert zu langweilig,“ so entschuldigt der Herausgeber sein eigenes Machwerk. Aber er dürfte mit seiner Arbeit eher verwirren als unterhalten. Treitschkes prachtvolle Sätze sind so schlecht über⸗ setzt, daß sie kaum verstanden werden können; außerdem setzen sie viel zu viel für ein englisches Publikum voraus, verlangen eine genaue Bekanntschaft mit der preußischen Geschichte. Der Essay des großen Historikers ist wohl überhaupt nur ausgewählt, um mit diesem heute in England so vielgenannten Namen eine pikante Reklame machen zu können. Die„Bekenntnisse“ des Königs aber sollen seine„Realpolitik“ beleuchten, in der er ein Vorl di marcks gewesen sei. Der Verfasser des„Antimacchiave der Schüler des Florentiners dargestellt, von dem a übrigens die Engländer auch herausbekommen haben, daß er eigentlich— ein Teutone sei. — Pariser Kriegsbänkel. Die patriotische Stimmung in Paris haben sich auch die Bänkelsänger zunutze gemacht. Wie der„Gaulois“ berichtet erfreuen sich diese Barden der Straße 5 2 8 schon. Ihr stalt an⸗ 1 Wäscherei an. Sackr Material zum Bau der Schützengräben mit einigen Dutzenden Schließlich besichtigte ich noch eine Divisionsschlächterei, in der täglich 35—40 Stücke Rind geschlagen, teils zum sofortigen Bedarf in den Schützengräben und teils zur Dauerware ausgeschlachtet werden. Hier gewinnt man aus dem Blinddarme der Rinder neuer⸗ ings auch die früher aus Argentinien bezogenen, für unsere Luft⸗ schiffahrt wichtigen Goldschlägerhäute. Nebenbei ist ein Divisions⸗ Proviantdepot eingerichtet. Trotzdem die Bahn bis hierher regel⸗ mäßig verkehrt, sind da Vorräte an Mehl, Hülsenfrüchten, Biskuit, Schinken, Speck, Käse, Wurst, Konserven und Zitronensäure auf⸗ gestapelt, welche für viele Monate ausreichen würden. Ganze chuppen voller Zigarren und Tabak zeigen, daß unsere Soldaten auch an den im Schützengraben und auf Nachtwachen begehrtesten Genußmittel keinen Mangel leiden. Jeder Mann bekommt täglich 30 Gramm Rauchtabak, zwei Zigarren und nach Bedarf Schnupf⸗ tabal. Doch ist nach letzterem wenig Nachfrage. Auf einer Kiste mit Frinkonserven sah ich den Ausschmitt aus einer englischen Zeitung aufgeklebt:„Große Hungersnot in Deutschland. Das Volk erstürmt die Mehlhandlungen.“ Ales das habe ich in der Feuerlinie gesehen, großenteils in Gebieten, deren Besitz sich die Engländer seit dem riffe bei Neuve Chapelle zusprechen, um ihren Mißerfolg zu verschleiern. Ganz unvermerkt führen diese Einrichtungen, die ich hier nicht ganz in der genauen Reihenfolge angegeben habe, bis in die vor⸗ dersten Stellungen. Und dort wirkt mitten im Feuer die Feldpost ihres Amtes. Man kann sich kaum etwas Großartigeres vorstellen, als eine Feld⸗ postverteilung im Schrapnellfeuer, wie ich sie mit angesehen habe. Bis nach Berlin hin bekommen hier die Leute an der äußersten Front in scchs bis sieben Tagen Antwort auf ihre Briefe und Feldpostlarten. Mitten im Kugelregen, im Angesichte des ständig drohenden Todes, dem sie so tapfer trotzen, um Deutschland den endlichen großen Sieg zu gewinnen, erhalten unsere Feldgrauen die Grüße und Gaben aus der Heimat, die immer erneuerte Ge⸗ wißheit, daß das Vaterland ihnen ihre Tapferkeit dankt Den mutigen Feldpostbeamten, die zwischen dem Elternhause und dem kämpfenden Sohne im Schützengraben todes verachtend die ständige innige Verbindung aufrechterhalten, wird ein Lorbeerreis in der! endlich errungenen Siegeskrone des Deutschen Reiches gebühren, und wahrlich kein kleines! W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. was das Volk in Frankreich sagt. Die interessanten Erlebnisse und Beobachtungen des Schwei⸗ zers G. D. Zimmerli auf seinen Reisen durch Frankreich und Deutschland während des Krieges, die bereits vielfache Aufmerk⸗ samkeit gefunden haben, erscheinen demnächst in erweiterter und 8. einem geschlossenen Kulturbild abgerundeter Darstellung im erlage von Karl Curtius in Berlin. Dieser scharssichtige Beur⸗ teiler, dem sich aus seiner Erzählung von selbst ein so packendes und wahres Gegenbild zwischen französischen und deutschen Ver⸗ hältnissen formt, hat damit ein wichtiges Dokument der Zeit⸗ psychologie gegeben, zumal er mit den Stimmungen in allen Schichten der Gesellschaft sich vertraut zu machen wußte. So zeigt er in einem besonders bedeutsamen Kapitel seiner Pariser Schilderungen„Was das Volk sagt“:„In der Nähe meines Ho⸗ tels ist eine kleine Kneipe, in der ich dann und waun einen Kognak trank. Es verkehren dort mancherlei Leutchen aus ein⸗ fachen Kreisen. Ich habe immer gern den harmlosen Reden dieser Kreise und den Erzählungen ihrer kleineren und größeren All⸗ en hörte man davon, daß in den Massen des eimsachen eine bedenkliche Erbitterung gegen die Regierung sich mehr und mehr aufspeichert. Eines Abends sah ich, wie die Wirtin allerlei Sachen, die Soldat gebrauchen kann, Ich F 3 zu: ff de, de ue ae ve fen n einen Sohn verloren hätte, daß sie aber von seinem erst zwei Monate später Kenntnis erhalten habe. Sie hätte noch zwei Monate lang Briese und Palbete an die Front geschickt, aber nichts sei zurückgekommen. Endlich habe man ihr mitgeteilt, daß der Sohn als vermißt gelte und ein Bekannter habe ihr die Sicherheit von seinem Tode verschafft Es fei doch erhört, fügte sie hinzu, daß diese Regierung nicht einmal geordnete Verlust⸗ listen herausgebe. Si hätte gehört, daß das in Deutschland viek geordneter sei. Ich bestätigte ihr, daß ich in der Schweiz deutsche erlustlisten gesehen hätte und daß sie sehr pünktlich erscheinen. In Frankreich erscheinen bis heute noch keine regelmäßigen — Verlustlisten, und das Blatt Paris⸗Midi macht sich geradezu ein] H Gewerbe daraus, Verlustlisten von Namen zu veröffentlichen, die dem Blatte auf privatem Wege zukommen.„Wir wollen wissen, wo 8* 1 7* 5 88 5 8 wegen erfahren, ie gefallen r gefangen 1 egie⸗ rung wagt es nicht, die Wahrheit zu sacße Die Verlusste 25 viel größer als die Regierung vorgibt! s ganze Laud liegt voll Verwundeter.“ 5 Solche Aussprüche hörte ich oft genug und in allen möglichen Aenderungen des Tonfalls. Und es stimmte zu anderen Beobach⸗ tungen, die man machen konnte. Unendlich viele Frauen sah man in Schwarz gehen, oder sie trugen wenigstens, wie das im ein⸗ fachen Volke üblich ist. ein schwarzes Kopftuch. Viele Hotels, in Paris großen Zuspruchs. Dichter, Tonsetzer und Rezitator in einer Person, ziehen sie von Straße zu Straße, die belebten Boule⸗ vards nicht meidend, und tragen patriotische und Kriegslieder rüh⸗ renden oder auch komischen Inhalts vor. Eine Gitarre oder eine Geige, in der Regel mehr mit Leidenschaft als mit„Sachkenntnis“ bearbeitet, bilden die Begleitung, d. h. mehr den Vorwand ftr die nicht immer hervorragenden Stimmkünste des Vortragenden. Die meisten dieser Straßensänger sind nämlich nicht Sänger von Beruf, sondern Handwerker, Arbeiter oder kleine Kaufleute, die infolge des Krieges in Not geraten sind. Auch die weiblichen Bänkelsänger, die allerdings nicht so zahlreich sind, haben meist schon einen Beruf verfehlt während die männlichen Straßen sänger, wenn sie nicht gerade singen, sich ganz bürgerlich geben. sind die Bänkelsängerinnen schon von weitem denntlich durch die kokette Haarschleife in den Farben der Trikolore und durch die Flaggen, die sie sich vor die Brust gesteckt haben. Kuum ist der Gesang verklungen, so bieten sie schon der noch ergriffen schweigen⸗ den Menge den Text ihrer für 10 Centimes an, wobei sie allerlei Tricks anwenden, um das Pacblikum zu ausgiebigem Kaufe zu veranlassen, sei es, daß die(dem Sänger mur zu gut be⸗ kannte)„Stimme aus dem Publikirn“ sich möglichst rasch und auffällig bemerkbar macht. um, wie sie sagt, auch noch ein Exemplar zu erhalten. oder duß sie nach einem patriotischen Liede ern Ooch auf den Präsidenten, den Zaren oder andere„hohe Verbündete ausbringt und das Publikum auffordert, so patriotische Unter⸗ i vecht berührt Neuper de Nabng Peil egeistert mitsingt. . Aicher; die„Marseillaise des Toten“, dessen Seele noch zu den Fahnen eilt und dessen Blut das Rot der Triko⸗ lore frisch 5—. soll, wird vom Publikum besonders gern hört. Der rül e und beliebteste Sang ist aber der„Knaben⸗ tod“, worin der Oypfertod eines 7jährigen Knaben beschrieben Linen Im felde crwarten unsere Angehörigen den regelmäßigen eingang des heimat⸗ blattes. um eine Unterbrechung in der Zustellung zu vermeiden, wolle man len feldpost/ Bezug des Gießener Anzeigers für monat mai 5 schon jetzt erneuern Alle Postãmter nehmen dic Bestellung entgegen. der monatliche Bezug be⸗ tragt Mk. 1.07 einschließlich der Um⸗ schlag⸗ Gebühr. Außerdem vermittelt die Bestellungen wie bisher auch die Geschäftsstelle des Git ßener Anzeigers R insbesondere solche der vornehmeren Viertel, waren in aller Stille in Spitäler umgewandelt, allerdings, ohne die Abzeichen öffentlich zu tragen. ans porte sah man eigentlich in Paris nie. Das wäre für die zartbesaitete Pariser Bevölkerung ein zu peinlicher Anblick gewesen. Aber gerade diese Heimlichtuerei ließ die Befürchtungen im Volk erst recht bedenklich werden. In den Kreisen der Arbeiter der linden Parteien spruch man sich viel offener aus. Das„Fusilez Caillaux“, das bei Ausbruch des Krieges eine Art Schlagwort war und das man auf vielen Plakaten mit Blei geschrieben noch immer sehen konnte, war in diesen Kreisen verschwunden. Dort erörterte man immer wieder das Thema Jaurés.„Warum mußte Jaurés sterben? Die Kugel, die ihn traf, ist nicht zufällig geflogen, er war den Herren da ohen unbequem. Hat Jaurés nicht die Erklärung abgegeben: Wir Sozialisten halten uns an den französisch⸗russischen Bündnisvertrag nicht gebunden, weil er der Kammer nicht zur Genehmigung unter⸗ breitet worden ist! Warum sind Sembat und Jules Guesde in diese Regierung eingetreten? Sie verdient es gar nicht, daß unsere Männer darin sind. Man betrügt uns.“ Solche Redensarten wurden zwar möglichst leise geführt, und dieser und jener der Redner blickte dabei um sich, denn auch das Spitzelsystem den fehr ausgedehnt. Dann wendet sich Ge cherheit Worben. Diese das ürbare wütender weiter) ig sich steigcatz wird ziemlich ficher dann durch einen ichen 7 me wenn das fran zösische Wafsenglück weitere Rückschläge erleidet Sie wird wieder vereb 3 sein ben, wenn den französischen Waffen Erfolge sollten. Weitere politische Gedanten kennt man in d Kreisen nicht. Sie sind etwas spießbürgerlich und zurückgeblieben und in lagwörtern versklavt, die 0 den Umständen wechseln. Sehr interessant waren mir die Ausführungen eines großen Ge⸗ schäftsmannes aus Marseille, mit dem ich wiederholt bei Pousset speiste. Es war einer der klar denkenden Franzosen, die sich von den Schlagwörtern und parfümierten Phrasen, denen sonst das Völklein drüben so leicht 5 nicht fangen läßt.„Wir sind an die Engländer verkauft! Die Engländer führen nur einen Han⸗ delskrieg!“ Das waren seine Thesen. Als ich einwarf, daß die Engländer nach ihren Aussprüchen ja nur, um Belgien zu helfen, den Krieg angefan hätten, meinte er mit einer wegwerfenden andbewegung:„Phrasen! Vielleicht haben die Engländer auch die Buren mit Hilfe der Kaffern nur deshalb vernichtet, um ihnen zu helfen. An die Goldminen haben sie natürlich nie gedacht! Vielleicht haben sie Aegypten nur deshalb endgültig eingesteckt, um ihre früheren gegenteiligen Versprechungen wahr zu machen. Phrasen! deren eigentlicher Inhalt nichts ist als busineß! Und Sie werden sehen, wir sind am Ende noch die Dummen dabei! Aber.“ fügte er hinzu,„die Umstände haben es so gefügt, wir werden selbst das in den Kauf nebmen, wenn nur das Endziel dieses Krieges, die Vernichtung Deutschlands, durchgesetzt werden kann!“ Ich habe selten einen Gegner Englands so ironisch über die Engländer reden hören, wie diesen Franzosen.“ — In einem New Yorker Kino. Der Sonderbericht⸗ erstatter des„Petit Parisien“ in New Pork, Lechartier, hat die Volksstimmung in der amertkanischen Riesenstadt ergründen wollen und ist zu diesem Zwecke auf den dringenden Rat seiner Freunde in ein Kino⸗ gegangen. Man hatte ihm gesagt:„Uebrigens werden Sie hier die öffentliche Meinung ganz zugunsten der Aliierten finden.“ Dies war aber durchaus nicht der Fall, und der Franzose erklärt dies natürlich dadurch, daß die Deutschen auch durch das Kino ihre Propaganda betrieben.„Nach dem Essen begebe ich mich in ein Kino nahe am Broadway, dessen grelle An⸗ kündigung mir„aufregende Bilder vom Krieg“ verspricht. Der Saal ist dicht gefüllt; ein Sonnabends⸗Publikum, das aus allen Schichten gemischt ist. Am Anfang des Programms erscheint in einer schů Umrahnurng ein geschriebener mit der Unter⸗ schrift des Ministers des Innern. bei den mum folgenden Vorführungen zu enthalten.“ Die ersten Bilder zeigen den Vorbeimarsch französischer Artillerie, Einschif⸗ fung 3 T en, dann Ansichten zerstörter belgischer Ort⸗ schaften. darauf sieht man englische Soldaten, die vor ihrem zur Front an Lord Kitchener vorbeimarschieren, der einen so etwas wie Applaus hören. Sofort erscheit eine neue Ermah⸗ mung.„Bitte, enthalten Sie sich jeder Parteinahme So will es der wird, der von den Deutschen erschossen wurde, weil er. mit seiner kleinen Holzkanone gespielt hatte. Schau der— haft! ee „ schreibt er den ewigen Film- 1 g ae Kage im englischen Deere. England hat seine Söldner, seine ö Die neunschwän —„von jeher aut bezahlt, aber es hat für sein Geld auch den Anspruch erhoben, sie unter allerstrengster Fuchtel zu halten. Die 3 der Disziplin hat in der Tat im englischen Heere lange der Höhe der Löhne ersolgreich gewetteisert. Noch bis zum Krimkriege(1855) war im englischen Heere die berüchtigte„neunschwänzige Katze“ in voller Tätigkeit, und es liegen über ihre Anwendung und Wirk⸗ amkeit wahrhaft grauenerregende Berichte vor, die dem tiessten Petttelalter, nicht aber dem 18. Jahrhundert anzugehören scheinen So kam es im amerikanischen Kriege von 1812 vor, daß ein alt⸗ gedienter engl. Soldat, der dem Ende seiner Dienstzeit nahestand, auf der Rückkehr vom Gefechte mit seinem Stocke eine Ente tötete. Der Eigentümer führte beim Kommandanten Klage; der arme Kerl wurde vor Gericht gestellt und zu— 999 Peitschenhieben ver⸗ urteilt! Verurteilungen zu einer größeren Zahl von Peitschenbieben wurden bei den manniglaltigsten Anlässen gefällt“ Bald gab die Achtungsverletzung gegenüber einem Vorgesetzten(und wenn es auch nur ein simpler Korporal war), bald wieder ein Fall von Truntenheit während des Marsches oder des Manövers Anlaß zu solchen grausamen Strasen. Es wird von einem Soldaten be⸗ richtet, der während seiner Dienstzeit in runder Zahl auf dreitausend Peitschenhiebe gekommen war! Eines Tages entstand unter den Offizieren seines Regiments ein Streit darüder, ob er nicht doch einen höheren„Rekord“ erreicht habe. Natürlich— Sache einer Wette! Inkulpat wird um Auskunit ersucht, muß aber ertlären, er könne sich wirklich nicht mehr genau besinnen. Er habe so viel Peitschenhiebe geuossen, daß es auf ein paar hundert mehr oder weniger nicht mehr ankomme. Seine Haut war allmählich so hart geworden, daß er 300 Hiebe mit derselben Ruhe hinnahm, mit der er ein Glas Whisky herunterstürzte. Amerikas Analphabeten. Die Zahl der Analpha⸗ beteu in den Vereinigten Staaten ist sehr beträchtlich. Woher kommen sie? Die verbreitetste Ansicht schreibt die Masse der ameritanischen Analpahbeten den fremden Einwanderern zu, die sich ja allerdings zu erheblichem Teile aus sehr ungebildeten Ele⸗ menten zusaumensetzen und aus rückstandigen Ländern stammen. Neuere Untersuchungen aber, deren Ergebnisse in einem Aussa „North American Review“ e werden, erweisen, daß unter den Analphabeten die amerikanischer Geburt überwiegen. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 1910. 2 als gab es in den Vereinigten Staaten unter den über 10 Jahre alten Analpha⸗ beten 2 227 731 Neger amerikanischzr Herkunst. Ihnen standen an weißen Analphabeten zusammen 3 184 633 Personen gegenüber, und zwar entfielen von diesen auf Bersonen amexikanischer Her⸗ kunst 1534 272, wäbrend die Aualphabeten witer den Einwanderern nur etwa 100 000 mehr, nämlich 1650 361 zählten. Diese Zahlen geben den bündigen Beweie, daß es unbillig ist, den Einwanderern die Schuld an der hohen Zahl der Analphabeten in den Ver- einigten Staaten in die Schuhe zu schieben. Ja, es ist vielmehr zu beobachten, daß der Analphabetismus in der Nachkommenschaft der Einwanderer sich schneller vermindert, als unter den in Amerika geborenen Analphabeten. Von den erwachsenen Analphabeten der Union entfielen im 115 1910 auf in Amerika geborene Neger 30,4 v. H., auf Weiße fremden Ursprungs, 12,7 v. H. auf Weiße von amerikanischen Eltern 3,7 v. H., aber von Weißen, die von eingewanderten Eltern stammen, nur 1,1 v. O. Der Einwanderer also strebt nach besserer Vildung für seine Kinder, der einhennische Analphabet aber verharrt beim Analphabetismus auch in der folgenden Generation. Diese Ergebnisse sind auch volitisch und juristisch von Wichtigkeit, denn sie führen zu Bedenken gegen die bekannte Bestimmung des amerikanischen Einwanderergesetzes, wo⸗ nach Bersonen, die nicht lesen und schreiben können, das Betreten ach] des amerikanischen Bodens nicht gestattet wird. ————— Märkte. Gießen, 27. April. Marktbericht. Auf dem Wochenmarkte kostete: Butter das Pfund 1,25—1,35 Mk. Enteneier 1 St. 0 Pla. eier J Stück 10—11 Pfg., 2 Stück 00 Pig.: 2 St. 00 Pfg.; Gänseeier 1 St. 0—0 Pig. 2 St. 00 ü Kae das Stüc 7—8 Pig, Käsematte 2 Stück 6—0 f das Paar 1,00—1.40 Mk., Hühner das Stück 1,00—2, das Stück 1,00— 2,50 Mt., Enten das Stück M., Welsche 4—5 Mk.; Ochsenfleisch das Pfund Mk. 1.04 1.08, Rind- fleisch das Pfund 94—98 Vfg., isch 86—90 Pig. fleisch das Pd. 110—116— 120 Pig. elsch d. Bid. 28— 80 Dammelfleisch das Pfund 90—160 Pfg.; Kartoffeln 100 19,50—00 Mk., Weißkraut d. St. 20—30 Pfg.: Zwiebeln der Ztr. 25,00—30,00 Mk.: Milch das Liter 24 Pig. Aepfel das Pfund 1 Pfg.: Nüsse 100 Stück 60 Pig.— Marktzeit von 7 bis 2 de. Frankfurt a. M. Viehhofmarktbericht vom 28. April. Auftrieb: Rinder 1544(Ochsen 164, Bullen 88, Kühe und Färsen 1293), Kälber 361, Schafe 41, Schweine 1626. Tendenz: Rinder lebhaft, Kälber ruhig, Schase und Schweine lebhalt. Der Markt wurde geräumt. Preise für Lebend · Schlacht · Ochsen.— gewicht Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- Mt. Mk. wertes, 17 Jahre Alt,„„„„„„ eres een die noch nicht n(ungejochte) 55—59 100—105 ul len. Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw. 52—57 98—88 Vollfleischige, fün gere 4881 88—92 Färsen, Kühe. Vollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw. 52—58 96—102 Vollfleischige ausgem. Kühe höchsten Schlacht⸗ wertes bis zu 7 Jahren. 52—58 96—102 Wenig gut entwickelte Färsen. 47-51 88—94 Aeltere ausgemästete Kühe 45-50 8292 Mäßig genährte Kühe und Färsen„„ 37-44 74—88 Gering genährte 1 Järsen 29—36 68—82 er. Mittlere Mast⸗ und beste Saugkälber. 60—64 100107 Geringere Mast- und gute Saugkälber 56-60 93—100 Geringe Saugkäl ber.. 52-55 88—83 Sch ase. Stallmastschafe: Mastlämmer und jüngere Masthammel 53—00 115—116 Schweine. ieee Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht.. 100.00— 105 124.00 128.00 Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewichbht.. 6.50108 110.00—115.00 Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebend gewicht 100.00 105 124.00 128.00 Vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendge wicht 100.00—105 124.00 128.00 le. Frautfurt a. M., 26. April.(Orig.⸗Telegr. des„Olez. Anz.“) Fruchtmarkt. Bei ruhigem Verkehr ist die Lage un⸗ verändert. Gesunder Mais bei solortiger Lieferung sranko hier 6264 Mk., Gerste 55 60 Mk. 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