* Der Siezener Anzeiger „„ Erstes Blatt che int täglich, außer 1 rmal wöchenllich ezener Familiendlätter; mal wöchentl. Kreis- latt fur den Kreis Siezen (Dienstag und Freitag! zweimal monatl. Land⸗ wtrtschaftliche Zeitfra en Jernsprech- Anschlüsse: für die Schristleitungl12 Verlag, Geschäftsstelled! Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gleßen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. 0 1 105. Jahrgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Gberhessen Rotationsdrud und Verlag der Brühl'schen Unib.⸗Buch⸗ und Steindrulerei R. Lange. Schriftleitung, Heschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. 9 F. * Freitag, 25. April 1015 „Bezugsoreis: monatl. 75 M., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole⸗ u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel; jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pl., ausro. 20 Pi.— Haupt⸗ schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Neue russische Angriffe am Uzsoker Paß blutig abgewiesen. 59 Großes Hauptquartier, Avril. Amtlich.) (WTB. Westlicher Kriegsschauplatz. Südlich des La Bassée⸗Kanals und nordwestlich 2 Arrus nahmen spir erfolgreich mehrere Sprengungen or. In den Argannen kund im Gelände zwischen Maas und Mosel fanden heftige Artilleriekämpfe statt. Nach Feuerüberfall griffen die Franzosen heute nacht im West⸗ teile des Priesterwaldes an, wurden aber unter schweren Ver— lusten zurückgeschlagen. N Am Nordtange des Hartmannsweilerkopfes Ferstörten wir gestern einen feindlichen Stützpunkt und wie⸗ sen am Abend einen feindlichen Angriff ab. Destlicher Kriegsschauplatz. Die Lage im Osten ist unveründert. Oberste Heeresleitung. * Wie um eine Antwort zu geben auf die vorgestrige bosterreichische Feststellung, daß der Uzsofer Paß ungefährdet in österreichisch-ungarischem Besitze sei, haben die Russen meuerdings an diesem wichtigen Teile der Karpathenfront heftige Sturmangriffe unternommen. Aber auch diese über⸗ unenschlichen Anstrengungen— die Russen sollen in der getzten Zeit bei ihren Sturmangriffen das Seitengewehr auf Stöcken aufgepflanzt haben, um es lediglich auf Nah⸗ kämpfe Mann gegen Mann aukommen zu lassen— scheiter⸗ ten; der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht stellt unzwei⸗ deutig fest, daß die Angriffe teils zusammenbrachen, teils zurückgeschlagen wurden. Wiederum hatten die Russen H liche Verluste. Daß bei diesen Kämpfen auch 1200 Russen in Gefangenschaft gerieten, legt Zeugnis ab von dem Standhalten unseres Bundes⸗ genossen. Als neuen Beweis von unerschütterten der unverändert zunersicht⸗ lichen Meinung unserer leitenden Kreise in Berlin sind wir heute in der Lage, eine Aeußerung des Reichsschatzsekretärs Helfferich wiederzugeben, die er einem Berliner Vertreter der„United Preß“ gegenüber getan hat. Es heißt darin: Der Reichstag hat bisher zwanzig Milliarden Kriegs⸗ anleihe bewilligt. Ueber dreizehn Milliarden sind bereits ge⸗ Zeichnet. Ich glaube, daß die gezeichnete Kriegsanleihe bis zum mächsten Oktober oder November ausreichen wird, sollte der Krieg bis dahin währen. Im Falle jedoch der Krieg länger anhält, so kann ruhig eine dritte Kriegsanleihe ausgeschrieben werden. Die Kosten des Krieges werden in Deutschsand selbst bezahlt. Alles, was bas deutsche Volk, das Heer oder die Marine benötigt, wird un Lande selbst angefertigt. Das gezeichnete Geld bleibt deshalb ent Reiche Das deutsche Volf hat heute einen Sparkassenbestand von Wwansig Milliarden, obgleich viele Sparkassenzahler für die letzte Friegsanleihe gezeichnet haben. Während der Monate Januar Februar dieses Jahres haben sich die Geldanlagen er Sparkassen um mehr als 600 Millionen Mark erhöht. ergleichen Sie nun unsere Lage mit derjenigen Frankreichs, dessen einzige langfristige Kriegsanleihe die lächerliche Summe von Drei Millionen Franken erreicht hatte, ein Tropfen in ein Wasser⸗ faß. Frankreich deckt deshalb seine Kriegsanleihe mit Schatz⸗ scheinen Ueberdies borgen Trantreich, England und Rußland ge⸗ waltig in den Vereinigten Staaten. Frankreich schuldet der Bank n Frankreich fünf Milliarden Franken und außerdem mehrere illiarden für unbezahltes Kriegsmaterial. Das ist eine mehr als ungünstige Lage. Uuever die englische Blockade sagte der Reichsschatzsekre⸗ tür: Deutschlaud kann nicht ausgehungert werden. Wir verfügen über genügend Nahrungsmittel, um das ganze Volk bis September der Oktober ausreichend zu versorgen. Die Aussichten auf eine gute Ernte sind auch vorhanden. Uebrigens, wenn unsere Ernte normal oder auch etwas unter normal ausfällt, so haben wir bis August schon reichlich Getreide, um ein weiteres Jahr oder länger aushalten zut können. * 4* Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 22. April.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 22. April 1915. In Russisch⸗Polen und West⸗ galizien vereinzelte Geschütztämpfe. 5 0 An der Karpathenfront wurde ein erneuter Ansturm gegen unsere Stellungen an und beiderseits des Uzsoakerpasses blutig abgewiesen. Bel den heftigen Angriffen, die teils im wirkungsvollsten Feuer unserer Ar⸗ illerie zusammenbrachen, teils durch Gegenangriffe der In⸗ uterie zurückgeschlagen wurden, erlitt der Gegner abermals schmere Verluste. Vor den Stellungen einer vom Feinde iederholt angegriffenen Kuppe liegen allein über 400 russische Leichen. l 1 . Das Infanterie⸗Regiment Nr. 12, die Brassoer und Maros⸗Vasarhelner Honved⸗Infanterie⸗-Regimenter Nr. 24 und 22 sowie die gesamte, an den Kämpfen beteiligt gewesene Artillerie haben sich besonders ausgezeichuet. 12 0 4 5 Rus⸗ sen wurden gefangen. f An den sonstigen Abschnitten der Karpathenfront, dann in Südostgalizien und in der Bulowina nur stellenweise Ge⸗ schüͤtzkämpfe und Geplänkel. 5 Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Wien, 22. April.(WTB. Nichtamtlich.) Nach Privat⸗ telegrammen der Blätter aus Czernowitz wird seit zwei Ta⸗ en nordöstlich Czernowitz ununterbrochen ge⸗ impft. Die Russen verwendeten Friedhofssteine von Barrikadenzwecke. Ein feindlicher Flieger, über Czernowig abwarf, wurde von einer deut⸗ Luftkampf herunter⸗ * geschossen. Ein russischer Offizier war tot; das Flugzeug wurde zertrümmert. Der amtliche russische Bericht. Petersburg, 22. April.(WTB. Nichtamtlich.) Der Ge⸗ neralstab des Generalissimus gibt bekannt: In Ostgalizien schlugen wir in der Nacht zum 20. Ap einen Angriff der Oester⸗ reicher bei Gorlic rsick. In den Karpathen griff der Feind am 19. Ayr erfolglos unsere Stellungen in der Gegend von Ver 7„ Jablonka, Polen, und nördlich Oroszpataks an. Die feindliche ive zeichnete sich an der Höhe bei Polen, die von uns genommen worden war, durch besondere Hartnäckigkeit aus. Die feindlichen Verluste sind sehr groß. Bis jetzt sind fünf⸗ hundert Mann an dieser Stelle gefangen genommen worden. Auf den übrigen Teilen der Gesamtfront veränderte sich nichts. Ein deutsches Flugzeug⸗Geschwader belegte am 20. April Bialystok mit ungefähr 100 Bomben. Es sind Zivilpersonen getötet und verletzt worden, sonst tein besonderer Schaden ange⸗ richtet.— In der Nacht zum 20. April wurde die Stadt Cie⸗ ctanomw von einem Zeppelin mit Bomben belegt. Sie verur⸗ sachten keinen Schaden. Unsere„Ilja Murometz“ bombardierte mit Erfolg den Bahnhof von Soldau. 8 36 englische Divisionen im Felde. London, 22. April.(WTB. Nichtamtlich. Im Un⸗ terhause sagte Lloyd George:„Während vor dem Kriege niemand erwartet hatte, daß unser Exveditionskorps größer als sechs Divisionen sein sollte, kann ich jetzt, durch Kitchener dazu ermächtigt, erklären, daß mehrals sechs⸗ malso viel Leute im Felde stehen. Sie sind vollständig ausgerüstet, gut versorgt, und alle Lücken werden ausgefüllt werden.“(Beifall.) Lloyd George sprach dann ausführlich über das Problem der Munitionsversorgung und die Maß⸗ regeln, die die Regierung ergriffen habe. Er sagte, die Erzeu⸗ gung sei jetzt neunzehnmal so groß wie im September. Nach dieser Erklärung rde das englische Heer auf dem westlichen Kriegsscha mr etwa 650000 Mann zählen.. Berlin, 22. April.(WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Großen Hauptquartier wird uns geschrieben: 22. April. In einer Veröffentlichung vom 21. April beklagte sich die englische Ferresleitung darüber, daß deutscherseits„enrgegen aller Ge⸗ setzen zivilisierter Kriegführung“ bei der Wiederemnahme der Höhe 60 südöstlich von Ypern Geschosse, die beim Platzen erstickende Gase entwickeln, verwendet wurden. Wie aus den deutschen amt⸗ lichen Bekanntmachungen hervorgeht, gebrauchen unsere Gegner seit vielen Monaten dieses Kriegsmittel. Sie sind also augenschein⸗ lich der Meinung, daß das, was ihnen erlaubt sei, uns nicht zu⸗ gestanden werden könne. Eine solche Auffassung, die in diesem Kriege ja nicht den Reiz der Neuheit hat, begreisen wir, befonders im Hinblick darauf, daß die Entwicklung der deutschen Chemie⸗ wissenschaft uns natürlich gestattet, viel wirksamere Mittel ein⸗ zusetzen, als die Feinde, können sie aber nicht teilen. Im übrigen trifft die Berufung auf die Gesetze der Kriegführung nicht zu. Die deutschen Truppen verfeuern keine„Geschosse, deren einziger Zweck ist, erstickende oder giftige Gase zu verbreiten“(Erklärung im Haag vom 29. Juli 1899), und die beim Platzen der deutschen Geschosse entwickelten Gase sind, obschon sie sehr viel unan⸗ genehmer empfunden werden, als die Gasc der gewöhnlichen fran⸗ zösischen, russischen oder englischen Artilleriegeschosse, doch nicht so gefährlich wie diese. Auch die im Nahkampf von uns verwen⸗ deten Rauchentwickler stehen in keiner Weise mit den„Gesetzen der Kriegführung“ im Widerspruch. Sie bringen nichts weiter, als eine Potenzierung der Wirkung, die man durch ein ange⸗ zündetes Stroh⸗ oder Holzbündel erzielen kann. Da der erzeugte Rauch auch in dunkler Nacht deutlich wahrnehmbar ist, bleibt es jedem überlassen, sich seiner Einwirkung rechtzeitig zu entziehen. Pont⸗ä⸗Mousson beschossen. Paris, 22. April.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung des„Petit Parisien“ wurde Pont⸗ a- Mousson am Dienstag erneut von den Deutschen beschossen. Mehrere Häuser wur schwer beschädigt und eine Person tödlich verletzt. Deutsche Flieger über Warschau.. Berlin, 23. April. Nach Meldungen der„Post“ aus Warschau sind in den letzten Tagen mehrmals deutsche Flieger über dem Weichbild der Stadt gesichtet worden. 8 * Der Seekrieg. Berlin, 22. April.(WTB. Nichtamtlich.) Von zuständiger Seite erfahren wir, daß der am 2. April von einem deutschen Unterseeboot bei Kaplandsend versenkte englische Dampfer„Lockwood“ der Reederei W. France Fenwick u. Co. London beim Sichten des Unterseebootes die norwegische Flagge setzte und diese erst nach einem Torpedoschuß mit der englischen vertauschte. Trotz der durch den Mißbrauch der neu⸗ tralen Flagge versuchten Täuschung wurde der Dampfer infolge verdächtigen Verhaltens als ein feindliches Handelsschiff erkannt. Berlin, 22. April. WTB. Nichtamtlich.) Von besonderer Seite erfährt die Korrespondenz Piper: Ein in diesen Tagen von einer Unternehmung zurückgefehrtes deutsches Untersce⸗ boot brachte den englischen Fischdampfer„Gleucarse“ an der schottischen Küste in der Nähe von Aberdeen auf und lief mit ihm in einen itschen Nordseehasen ein Es war dem Unterfeeboot also möglich, einen an entlegener Küste aufgebrachten Fischdampfer in langsamer Fahrt unbehelligt über die ganze hinweg in den deutschen Hafen einzubringen. Diese Tatsache kennzeichnet in schlagender Weise die Unhaltbarkeit der von englischer Seite ver⸗ 755 Behauptung, daß die britische Flotte die Nordsee be⸗ e. 5 Der Schiffsverkehr zwischen Holland und Englaud eingestellt. Amsterdam, 22. April.(WI Richtamtlich.) Hier ist nachstehende amtliche britische Mitteilung veröffentlicht N worden: Unsere Schiffahrt zwischen Holland und dem vereinigten Königreich wird vorläufig ein⸗ gestellt. Nach Ablauf des 22. April verlassen keine Schiffe mehr das Königreich in der Richtung nach Holland. Es wird auch keinen Schiffen gestattet, Häfen des Königreiches anzulaufen. Hoffentlich kann bald wieder ein beschränkter Waren- und Passagiervertehr aufgenommen werden. Für den Posttransport werden besondere Vorkehrungen ge⸗ troffen. 5 Die Stimmung in England. London, 22. April.(WTB. Nichtamtlich.)„Evening News“ druckt an einer augenfallenden Stelle eine ab⸗ fällige Kritik der Rede Asquiths ab. In dem Edinburger Blatt„Scotchman“ und in anderen Provinzblättern wer⸗ den solgende Aeußerungen der Minister Asquith, Lloyd George und Kitchener nebeneinandergestellt. Asquith sagte: Ich begegnete unlängst der Behauptung, daß die Krieg⸗ führung der britischen Truppen und unserer Bundesgenossen durch unsere Unfähigkeit, die nötige Munition herzustellen, aufgehalten wird. An dieser Behauptung ist kein wahres Wort. Lloyd George sagte: Wir haben eine enorme Ver⸗ mehrung von Granaten, Gewehren und aller übrigen Muni⸗ tion und Ausrüstung nötig. Das unmäßige Trinken tut der Produktion ernstlichen Abbruch. Kitchener sagte: Die Produktion wird dem Bedarf an Kriegsmaterial nicht ge⸗ recht. Das beunruhigt mich sehr. Es ist nötig, daß der Rückstand aufgearbeitet wird. Der Fortschritt in der Aus⸗ rüstung wird durch unsere Ohnmacht, genug Arbeiter auf⸗ zutreiben, ernstlich behindert.„Evening News“ setzt über den Artikel in großen Lettern die Ueberschrift: Verblüffende Reden, Verwirrung im Lande, vielstimmiges Kabinett. Erklärungen Greys im englischen Unterhause. London, 22. April.(WTB. Nichtamtlich.) In der igen Sitzung des Unter hauses erwiderte Grey auf eine frage, er habe amtliche Berichte erhalten, daß deutsche Missio⸗ nare in Südchin a Pamphlete vorurteilsvollen Inhalts gegen England verbreiteten. Die Regierung könne aber nicht erwarten, daß die chinesische Regierung einschreite. Auf verschiedene An⸗ fragen über die Verhandlungen zwischen China und Japan er⸗ widerte Grey, er sei nicht in der Lage, Erklärungen über die Ver⸗ handlungen zwischen den zwei anderen Mächten abzugeben. Die chinesische Politik der britischen Regierung werde fortgesetzt durch den mit Japan 1 177084 Vertrag bestimmt. Dieser bezwecke die Erhaltungder gemeinsamen Interessen aller Mächte in China durch cherung der Unabhängigkeit und Integrität der chinesischen Re⸗ publik und den Grundsatz gleicher kommerzieller und industrieller Rechte aller Nationen in Ching. Die britische Regierung stehe in beständigem Verkehr mit ihren Vertretern in Japan und China, sowie mit den kommerziellen Körperschaften daheim und im fernen Osten, die an diesen Verhandlungen interessiert seien. Das Haus möge sicher sein, daß sich die Regierung nach wie vor bemühe, die offene Tür für den britischen Handel in ganz China zu sichern. London, 22. Avril.(WTB. Nichtamtlich.) In der schrift⸗ lichen Antwort auf eine Anfrage erklärte Grey, die britische Re⸗ gierung habe in Washington gegen die Reparatur des Hilfs⸗ kreuzers„Eitel Friedrich“ in Newport⸗News auf Grund des Art. 17 der Haager Konvention protestiert. Die amerika⸗ nische Regierung habe die Begründung nicht aner⸗ lannt, da ein durch die See intd nicht durch eine Aktion des Feindes entstandener Schaden an Schiffen ausgebessert werden dürfe. Die Regierung berief sich auf die Bestimmung, daß die Lo⸗ kalbehörden der neutralen Macht über die Notwendigkeit der Reparatur entscheiden sollen. Euglische Bemäntelungen ihrer Niederlage in Ostafrika. London, 22. April.(WTB. Nichtamtlich.)(Oberhaus.) Lord Lucas antwortete auf Anfragen nach dem mißglückten An⸗ griff auf Tanga am 3. November: Bei gleichzeitigem Vor⸗ gehen gegen den deutschen Posten in Longido im Kilimandscharo⸗ Distrikt war es notwendig, an der Nordgrenze Deutsch⸗Ostafrikas eine defensive Haltung einzunehmen. Am 17. November wurde der deutsche Vorposten in Longido von den Briten bese Zu Anfang des Dezember mußte man gegen die deutschen Strei kräfte vorgehen, die entlang der Seeküste nördlich von Tanga in britisches Gebiet eingedrungen waren. Mit Hilfe der Kriegsschiffe gelang es, die Deutschen aus dem britischen Gebiet zu vertreiben und den Hafen von Jassini, ungefähr 20 Meilen innerhalb der deutschen Grenze, zu besetzen. Am 12. Januar wur⸗ den heimlich(!) deutsche Truppen mit Kanonen und Maschinen⸗ gewehren gegen Jassini zusammengezogen und der Ort von den Deutschen zur Uebergabe gezwungen. Am 18. Februar wurde eine britische Expedition von Mombassa ausgesandt, die die Insel Mafia besetzte. Am 9. Januar besetzte eine kleine britische Truppe den deutschen Hafen von Schrati an der Ostküste des Vik⸗ toria⸗Sees. Im Dezember und Januar wurden britische Dampfer auf der See bewaffnet. Sie trieben den bewaffneten deutschen Dampfer„Muanza“ an die Küste und machten ihn unbrauchbar. Am 1. März wurde die Blockade der Ostafrikaküste erklärt. Am 12. März wurde eine deutsche Abteilung von 300 Mann, die in das britische Gehiet einfiel, angegriffen und vertrieben. Später mußten infolge der Regenzeit die Kämpfe eingeschränkt werden. Im Nyassaland kam es seit September zu keinen Gefechten. Im Januar brach ein Aufstand der Eingeborenen aus, der bald unter⸗ drückt wurde. In Nordkamerun operieren britische und französische Streitkräfte aus Nordnigeria und dem Tschad⸗Bezirke gegen deutsche befestigte Plätze in den Mandara⸗ hügeln und am Benuefluß. Die Deutschen hatten starke(2) Ver⸗ luste, die Verbündeten verhältnismäßig(1) geringe. Auch über Kamerun wurde die Blockade verhängt. (Notiz: Diese Berichterstattung ist nach den schweren Nieder⸗ lagen der Engländer bei Tanga und Jassini eine beträchtliche Leistung! 0 Die Gefechte an der afghauisch-indischen Greuze. Amsterdam, 22. April.(Ctr. Frtft.) Reuter meldet aus London: Das Presseburcau meldet, daß die Gefechte in dem Khaibar⸗Distrikt(an der afghanisch⸗englisch⸗indischen . * * W 2 5 255 1 Grenze) schr schwer gewesen seien und mehrere Stunden gedauert hätten. Die Engländer hätten ungefähr 70 Tote und Ver⸗ wundete gehabt. ** * Die ameritkanische Waffenausfuhr. Washington, 22. April. WTB. Nichtamtlich.) Staats⸗ sefretär Bryan teilte dem Botschafter Grafen Bernstorff mit, daß ein Ausfuhrverbot für Waffen eine direfte Verletzung der Neutralität wäre. Es sei für die Vereinigten Staaten unmöglich, einen solchen Schritt in Betracht zu ziehen. Die Note des Staats⸗ sekretärs Bryan ist die Antwort auf ein Memorandum des Grafen Bernstorff, worin die Vereinigten Staaten des Neutralitätsbruches gezichen werden. Bryan bedauert die Sprache des Memoran⸗ dums, die als Anzweiflung des guten Glaubens der Vereinigten Staaten ausgelegt werden könnte, indem sie sagt, es liege in der Macht der Vereinigten Staaten, den Waffenhandel zu verbieten. Die Unterlassung des Verbots sei eine Ungerechtigkeit gegen Deutschland. Die Regierung der Vereinigten Staaten meint, daß jede Aenderung der Neutralitätsgesetze die Bzicehungen der Ver⸗ einigten Staaten zu den einzelnen Kriegfübrenden ungleich beein⸗ flussen würde, und eine ungerechtfertigte Abweichung vom Prinzip der strikten Neutralität sei. Ein Verbot des Waffenhandels wäre eine solche Abänderung. 185 a Amsterdam, 22. April.(WTB. Nichtamtlich.) Hier ein⸗ getroffene amerikanische Blätter melden aus New York vom 3. April: Der heutige, von der American Association of Foreign⸗ Language⸗Newspapers in allen New Norker Blättern in Form einer ganzseitigen Anzeige veröffentlichte Appell an das amerikanische Volk, aus humanitären Gründen ein. V er⸗ bot der weiteren Ausfuhr von Waffen und Muni⸗ tion zu erwirken, ist von 431 Zeitungsherausgrbern unterzeichnet. Von der Gesamtzahl der Mitglieder der Association weigerten sich, wie der Präsident mitteilte, nur 21, an der Bewegung teilzuneh⸗ men. Die„Eveningpost“ schreibt dazu in einem Leitartikel: Der Aufruf wird sicher tiefen Eindruck machen. Die Frage der Aus⸗ fuhr von Kriegsmaterial bereitete vielen, Amerikanern Unbehagen. Einige Fabrikanten weigerten sich, auf diese Art Geld zu verdienen. Das Geschäft ist unter den bestehenden amerikanischen Gesetzen er⸗ laubt. Trotzdem haben wir das Gefühl, daß, wie immer die Ge⸗ setze sein mögen, die Mehrheit der Amexikaner den Wunsch haben muß, daß der Handel mit Kriegsmaterial aufhörec. Aus dem Reiche. Die Reisversorgung der Bevölkerung. Berlin, 22. April.(WTB. Amtlich.) Der Bundes⸗ rat hat am 22. April 1915 eine Verordnung erlassen, durch die das Reich die Verfügung über solche größeren Reis- mengen erhalten soll, die zu spetulativen Zw ecke n dem Konsum ferngehalten werden. Die Durchfüh⸗ rung wird der Zentral⸗Einkaufs-Gesellschaft in Berlin über⸗ tragen. Wer Vollreis, Bruchreis oder Reismehl am 26. April im Gewahrsam hat, muß die Mengen der Zentral-Einkaufs⸗ Gesellschaft m. b. H. bis zum 29. April anzeigen, wobei die Mengen ausgenommen sind, die bei einem Verwahrer unter zwei Doppe er betragen. Wer mit solchen Mengen bandelt oder sie im Betriebe seines Gewerbes her⸗ stelst oder sie im Besitz hat, muß sie der Zentral-Eintaufs⸗ Gesellschaft m. b. H. auf deren Aufforderung käuf⸗ lich über lassen. Die Gesellschaft kann diese Aufforde⸗ rung sosort und spätestens innerhalb einer Woche nach Emp⸗ sang der Anzeige ergehen lassen. Sie wird dabei nicht auf Mengen zurückgreifen, die für die Versorgung des Konsums unmittelbar bestimmt sind, sich also im Besitze von Ver⸗ brauchern und Kleinhändlern, Konsumvereinen, Werkanstal⸗ ten, Stadtverwaltungen usw. befinden. Danach wird die normale Reisversorgung der Bevölkerung ebensowenig wie gewerbliche Betriebe eine Störung erleiden. 1 * Berlin, 22. April.(WTB. Nichtamtlich.) In der heutigen Sitzung des Bundesrates gelangten zur An⸗ nahme: Der Entwurf der 1 über die Gel⸗ tendmachung von Ansprüchen von Personen, die im Aus- lande ihren Wohnsitz haben. Entwurf der Verordnung über Reis, die Vorlage, effend die Vornahme der Erhebung der Vorräte von Getreide usw, die Vorlage betr. Vergütung der Durchschnittseinnahme gemäß 8 122 Abs. 2 des Reichs⸗ stempelgesetzes, die Vorlage, betr. Ausnahmen von den Bestimmungen in 8 9 der Prüfungsvorschriften für Fleisch⸗ beschauer und in 8 9 der Prüfungsvorschriften für Trichinen⸗ beschauer, der Entwurf der Bekanntmachung über den ding⸗ lichen Rang öffentlicher Lasten und den Entwurf der Be⸗ lanutmachung über die Zwangsverwaltung von Grund⸗ stücken. Berlin, 23. April. Die Befürchtung, daß der Krieg bei den preußischen Eisenbahnen einen starken Gi 5 ausfall herbeiführen werde, ist nicht eingetroffen. Es fahren jetzt etwa 70 Prozent der Züge des Friedensfahr⸗ nlanes. Trotzdem sind seit September die Einnahmen im Per⸗ sonenverkehr von 49 auf 90 Prozent, im Güterverkehr von 4¹ 2 96 Prozent gestiegen. 5 tag ist der Verleger und Hauptschriftleiter der„Post“, Dr. Heinrich Pohl, plötzlich gestorben. Ursprünglich Oberlehrer, dann mehrere Jahre Hauptschriftleiter der„Rheinisch⸗West⸗ fälischen Zeitung“ in Essen, hat Dr. Pohl die Leitung der Post“ am 1. Juni 1910 übernommen. Zugleich war er Mit⸗ glied des Geschäftsführenden Ausschusses des„Alldeutschen 1 Sitzung der Stadtverordneten. 5 1. 0 8 23. April. 2 ginn der gestrigen Stadtverordnetensitzung, der— der aus dem Belße verwundet hermgekehrte Beigeordnete Krenzien beiwohnte, widmete Oberbürgermeister Keller dem verstorbenen Stadtverordneten Habenicht und dem am 21. d. M. abends verstorbenen Stadtverordneten Geh. Medizinalrat Dr. Haberkorn warme Worte der Anerkennung für ihre Tätigkeit im Dienste der Stadt Gießen. Beide Männer, die der Tod aus unserer Mitte gerissen, so erklärte der Redner, hätten besonders fleißig gearbeitet in den Ausschüssen und Deputationen. Mit ihnen seien liebe Kollegen dahingegangen, die sich durch ihr offenes, rohes und frisches Wesen viele Freunde erworben haben. Die Stat twerordneten⸗Versammlung werde beiden ein treues Gedenken Uber das Grab hinaus bewahren. Während der Ausführungen des Vorsitzenden hatten sich die Mitglieder der Versammlung von ihren Plätzen erhoben. Dberbürgermeister Keller machte darauf die Mitteilung, daß Oberstaatsanwalt Hofmann für die von der Versammlung bewilligte monatliche Gabe von 100 Mark für das Soldatenheim den Dank der Leitung ausgesprochen hat. Die Stadty. Vetters, Orbig und Krumm haben einen Antrag gestellt, es solle für 1915/16 in Rücksicht auf die abnormen Verhältnisse beschlossen werden, von einer Schuldentilgung abzusehen; weiter sollen von Einkommen unter 900 Mark Einlommensteuern nicht erhoben werden, und schließ⸗ lich soll die Verbrauchs abgabe für Baumaterialien abgeschafft werden. Tie Versammlung überweist diese Anträge zur Vorberat, dem Finanzausschuß.— Das Stadttheater it, wie ber Vor- stzende writer mitteilte, in der abgelaufenen Spielzeit, ohne nanspruchnahme der von der Stadt gewährleisteten Garantie summe von 10 000 Mark ausgetommen: es hat sogar noch einen kleinen Ueberschuß erzielt. Es sei damit bewiesen, daß 1 Heinrich Pohl 7. In der Nacht zum Donners ⸗ Man die Offenhaltung unserer Bühne einem Bedürfnis entsprach. Der Oberbürgermeister sprach Direktor Steingoetter, der es ver⸗ standen habe, unser Theuter auch in der abgelaufenen Saison trotz 4 5 Schwierigkeiten gut und gedeihlich zu leiten, den Dank der Stadt aus. Eine Anregung der Arbeitgeber⸗ und Arbeitnehmerver bände des Baugewerbes auf Schaffung von Arbeitsgelegen⸗ heit hat dem Bauausschuß vorgelegen, der vorschlägt, den Antrag⸗ stellern gegenüber das Bedauern darüber auszusprochen daß sich zunächst in der Stadt keine Gelegenheit bietet, durch Inangriff⸗ nahme größerer Bauten Arbeit zu schaffen. Die Versammlung stimmt dem Vorschlag zu.. 5 Der Erneuerung der Verträge über die Haltung zweier Sim⸗ mentaler Bullen und wegen der Eberhaltung wird unter den bis⸗ herigen Bedingungen zugestimmt. 0 Zur Einfriedigung der Freilichtbühne werden 300 Mk. gefordert und bewilligt.. Einem Gesuch der Bienen züchter auf Ueberlassung von Plätzen zur Aussaat für honigende Blumen und Pflanzen wird entsprochen und weiter eine Beihilfe von 25 Mk. zur Anschaffung von Sämereien bewilligt. Der freihändigen Vergebung der Lieferung der freien Lehr⸗ und Lernmittel für die Volksschule, wofür etwa rund 4000 Mk. jährlich aufzuwenden sind, wird von der Versammlung zugestimmt. Die Kosten des Gas-, Wasser- und Elektrizitäts⸗ verbrauchs des Roten Kreuzes in der alten Klinik wer⸗ den auf die Stadtkasse übernommen. Ein Gesuch der gemeinnützigen Baugenossen⸗ schaft um Uebernahme einer Bürgschaft durch die Stadt ist von dem vereinigten Bau- und Finanzausschuß a b⸗ gelehnt worden. Der Oberbürgermeister berichtet über die Sach⸗ lage das Folgende: Die Stadt habe an den Verein unter gewissen Bedingungen ein zwischen der Kaiser⸗Allee und der Licher⸗Straße gelegenes Gelände für rund 20 Häuschen verkauft. Die ent⸗ sprechende neue Straße wird sich zwischen der Landmannstraße und der Georg Philipp Gail Straße einschieben. Der Gemeinnützige Bauverein hat von den Landesversicherungs⸗Gesellschaft die Zu⸗ sage erhalten, daß die von ihm vorerst zu errichtenden 8 Häuser mit 50 Prozent ihres Wertes bypothekarisch beliehen werden. Um nun eine weitere hupothekarisch sicher zu stellende, 35 Prozent betragende Beleihung der Häuser zu erlangen, wird von der Stadt eine Bürgschaft verlangt. Es handelt sich dabei um eine Sicherstellung von rund etwa 22 000 Mk. durch Bürgschaft der Stadt, mit welcher ein Risiko nicht verbunden ist. Der Ober⸗ bürgermeister erklärt, daß er persönlich für die Uebernahme der Bürgschaft in der Vorberatung eingetreten sei, weil er die An⸗ sicht vertrete, daß die Stadt auch auf diesem Gebiete der sozialen Wohlfahrt etwas tun müsse, auf dem andere Städte, auch in Oessen, schon vorangegangen seien. Die Wichtigkeit der so zialen Seite der Frage sei nicht zu verkennen. Es mangele in unserer Stadt an kleinen Wohnungen. Mit der Uebernahme der Bürgschaft werde die Erbauung von kleinen Wohnhäusern gefördert und es würde Arbeitsgelegenheit für die Bauhandwerker ge⸗ schaffen, an der Mangel vorhanden sei. Der Oberbürgermeister be⸗ merkt, daß zwei Mitglieder des Ausschusses ihm gegenüber erklärt haben, daß sie ihre Ansicht geändert haben und für Uebernahme der Bürgschaft in der Versammlung stimmen werden. Die Stadtverordneten Heichelheim und Eichenauer er⸗ tlären, daß sie der Ansicht seien, man solle die Bürgschaft für den Bauverein übernehmen. Stadtv. Geh. Rat Prof. Dr. Som⸗ mer k tritt ebenfalls warm dafür ein. Sladtv. Petri ist im Ausschuß gegen die Bürgschaftsüber⸗ nahme gewesen. Später erst habe er erfahren, daß die zu er⸗ bauenden 8 Einfamilienhäuser bereits ihre Eigentümer haben, und so habe er sich entschlossen, für die Bürgschaft zu stimmen.— Stadtv. Huhn bemerkt, er sei in der Kommission kein Gegner der Bürgschaftsübernahme gewesen; er habe sogar verlangt, daß die Stadtverordneten jedem Privatmann gegenüber, der sich ein Heim errichten will, das gleiche Entgegenkommen betreffs Erwerb eines Bauplatzes betätigen sollen, wie es der Bangesellschaft gegenüber geschehen sei.— Stadtv. Winn führt aus, er habe an sich nichts gegen die Bürgschaftsübernahme; nur solle man dem Evaugelischen Arbeiterverein gegenüber die gleiche Bereitwilligkeit zeigen, wenn dieser wegen einer Bürgschaft sich an die Stadt wende. Bedingung für die Bürgschaftsleistung der Stadt aber müsse sein, daß der gemeinnützige Bauverein alle Ar⸗ beiten und Lieferungen nur an Gießener Hand⸗ werker und Gewerbetreibende vergeben darf.— Stadtv. Loeber ist der Ansicht, es gebe sehr viel leere Woh⸗ nungen in Gießen, und es liege augenblicklich kein Bedürfnis zum Bau lleiner Wohnungen oder Einfamilienhäufer vor. Man sollte jetzt während des Krieges nicht mit solchen Anträ kommen. Wenn aber im vorliegenden Fall die Stadt die Bit sleistung übernehme, wogegen er auch nicht stimmen wolle, so erfordere es behandele. Daß man aber durch die Gewährung einer Bürgschaft den Bauverein darauf festnageln solle, daß alle Arbeiten Lie⸗ ferungen zu den Bauten an Gießener Geschäftsleute vergeben wer⸗ den, dagegen müsse er sich wenden. Es müsse dem Bauherrn über⸗ lassen bleiben, da zu bestellen, wo er am billigsten und besten be⸗ Bedarf zu errichten, solle Risiko ist, sei der 2 4 zu machen ist, seitens .— 1 55 beat poltern pie 1 Loehers, daß für eine Vermehrung der hngele genheit geplanten Wege lein Bedürfnis vorliege. Es handele sich nicht darum, daß die Gemeinnützige Baugesellschaft für Familien mit großem Kinder⸗ segen Wohngelegenheit schaffe, denn es seien ganz andere Leute, für die gebaut werde. Leute, die 46 Zi wollen, seien tv. eine prinzipielle Frage sei, man verf merk, die Bergs ere sei nicht dozial meisters, die 8 5 nux sozi rechtfertigen. sondem ar Fahne deni Gebiet des Webnungs- wesens einen Weg zur Besserung an. Herrn Plank gegenüber bemerkt der Redner, es seien lange nicht alle 4 — 8„ 5 5 anhaben. Jedenfalls sei es die 1 gar sel vieler, Herr i Haus. sein; diesen Leuten g aber solle man— 2 Stadtv. Jann steht auf dem Stanbpunkt, daß mit der verlangten doch auch das Recht, daß man den Evangelischen Bauverein ebenso St nur sehr weuigen ein Vorleil gestiftet wird. D 5 die großen Nachteile, die den vielen 5* fich e ennie e ich entschließen.— v. Loeber er in Bierte wo er wohne, sei eine große Auswahl von Wohnungen für nere Verhältnisse stets vorhanden.— Stadtv. Krumm kr den Standpunkt des Herrn Jann in der Frage. Durch die 5 nahme der Bür, haft schaffe man Arbeit für das Bauhandwerk. Es könne doch die Wohnungs vermieter ganz gleich bleiben, ob eine Baugesellschaft 20 Einfamiliensäuser errichtet, oder ob ein einzelner Baumternehmer dies tue. Seit zwei Jahren ser in Gießen, wo sonst jährlich zwanzig bis dreißig Wohn⸗ läuser entstanden sind, nicht gebaut worden, und dadurch sei ein Bedürfnis für die Tätigkeit der Baugesellschaft entstanden. Wenn diese Tatigkeit, die in der Folge entfaltet werden soll, für die All⸗ E zum Schaden gereichen soll, dann hat Krupp in Essen, ber für seine Arbeiter das gleiche im Großen getan hat, was hier in unserer Stadt im Kleinen geschehen soll, sich an der Essener Allgemeinheit schwer verssindigt.— Stadtv. Schaf fstaedt wünscht, daß wirklich gesunde Wohnungen werden. TeHierauf wird der Antrag des Oberbürgermeisters, die verlangte Bürgschaft seitens der Stadt zu übernehmen, gegen wenige Stimmen angenommen. Für die Einbauung eines Kamins im Hause Schützenstr. 21 (auf der alten Bleiche) werden 350 Mark verlangt und bewilligt. Die Gesuche um Schankerlaubnis Max Jas lowsky für Plockstraße 5 und des Hch. Köhler für West⸗ Anlage 35 werden, da es sich um Uebergänge lt, befürwortet. „ Stadtv. Vetters weist darauf hin, daß an der Kreuzun Schanzenstraße und Bahnhofstraße recht häufig Unglücksfälle du 1 die Straßenbahn vorkommen. Ebenso sei die Stelle an der Kreuzung Sonnen- und Schulstraße für das Fuhrwesen gefährlich. Er regte an, durch automatische Lichtsignale an b Kreuzungen den Fahrverkeir gegen die Zusammenstöße mit der Trambahn zu sichern. Der Oberbürgermeister hebt die Schwierig⸗ keit der Signalanbringung hervor, verspricht aber, eine Ansicht der Direktion der Straßenbahn darüber einzuholen. 5 10 8. r 1 darauf he de— Krieg die esa 1 das sandwirtschaftl itut unserer Hoch⸗ schule sich im kommenden Sommerfemester nicht betätigen könne, daß befonders die Versuchsfelder unbebaut bleiben oder wenigstens nicht so bebaut werden, wie dies erforderlich ist. Ter eee eee, b 175 Grünewald als Land⸗ tagsabgeordneter die Angelegenheit im Ministerium besprochen 15 ihm sei bekannt, daß seitens des Ministers ein zufrieden⸗ tellendes Provisorium betreffs der Versuchsfelder zugesagt wurde. Stadtpv. Geh. Rat Prof. Dr. Sommer legte dar, wie die Angelegenheit ihre Erledigung finden wird. Er könne erklären, daß die Versuchsfelderwirtschaft ordnungsgemäß weiter entwickelt wird, und daß nach Beendigung des Krieges eine 00 gende Lösung zur weiteren gedeihlichen Entwicklung des landwirtschaftlichen Instituts in Aussicht steht. —— ———.— Aus Stadt und Gießen, 23. April 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen. f Aus Hessen und den Nachbargebieten.) 1 Musk. Konrad Hedderich, Res.⸗Inf.⸗Agt. 234, aus Darm⸗ stadt.— Gefr. Ferdinand Schupp, Landw.-Inf.-Rgt. 116, aus Darmstadt.— Pionier Karl Scheig', Pionierbat. 21, aus Kestrich. — Gefr. Albert Schmitt, Juf.⸗Agt. 224, aus Brauerschwend.— 1 Erj.-Res. Lehrantsasp. Konr. Dächer, Inf.⸗Agt. 117, aus Ober⸗ Gleen.— Hauptmann Frauz Grosse, Pionier⸗Ngl. 28, aus Wies⸗ baden.— Kriegsfreiw. Karl Sponheimer aus Wo J Res. Josej Dalbel, Ins-Rgt. 118, aus Worms⸗Pfifflig— * e Schäffler, Res.-Pionierbat. 21. aus Wetzlar.— vag. Karl Engelbach, Drag.⸗Ngt. 24, aus Eckelshausen.— Bizeseldwebel Christ. Becker, Inf⸗Rgt. 82, aus Niedereisenhausen. * ** Das Ei lor vs. Das lorvs serne Kreuz 1. Klasse im 18. Ar mee⸗ ick— Liste der mi 2 Gt rster Tlasse Beliehenen: Major „ 1. Adi. d. Genkdos. 18. A.⸗K. 4. Kl. mit der Krone und mit S* 1 7 r 2 2 5 v. Inf.⸗Did. Bayer. Mil.⸗Verd.⸗Orden ): Major Weichel, egt. 117: e Madlung, Juf.⸗Regt. Eyssen, Inf.⸗Regt. 81: V.⸗F. Eichel(2. Sergt. Weiß(1.) Pion.⸗Batl. 21; Kanonier .) Feldart.⸗Regt. 63; Oberst v. Rosenberg⸗ ö d. 29. Landw. ⸗Juf.⸗Brig.; die Hauptleute Hal m 8 St.-Offz. d. 25. Juf.⸗Div., v. Rogues, 2. Gen.⸗St.. Genkdos. 18. AK., von Prittwitz und Gaff⸗ 28 Sa e 118, Pet. 5. ef u Jnf.⸗ 9 4 d. Res. Min Fa NIN Inf.⸗Regt. 88; V.⸗F. Combe:(6.) Inf. Regt. 116. ö * AAsveichnung. Dem ier⸗Stellvertreter Her⸗ mann Will im Landsturm on IV t, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Geh. Medizinalrat Dr. Haberkorn. Dr. Julius Haberkorn, Geh. Medizinalrat, ist am Mitt⸗ woch abend verschieden. Der Verstorbene wurde am 12. November 1850 zu Ortenberg als ältester Sohn des späteren Großh. Forstmeisters Habertorn geboren. Er be⸗ suchte das hiesige Gymnasium, studierte in Gießen, S f burg und Wien. Im Februar 1876 ließ er sich als prakt. Arzt in Kirchhausen in Württemberg nieder. Auf den Wunsch seines Vaters, und um wieder nach dem Hessenlande zurück⸗ zukommen, legte er später das Staatsexamen als beamteter Arzt ab. Von August 1888 bis Juni 1890 war er Kreis⸗ asistenzarzt in Mainz, von 1890 bis 1895 Kreisarzt in 8 7 5 70 1 als 2 G 8 00 4. is er am J. zember r Gesu heit in den wohlverdienten Ruhestand trat und bei dieser Gelegenheit mit dem Ehrenkrenz Philipp des Großmütigen ausgezeichnet wurde. Im Jahre 1904 war er in den Stad 1 vorstand gewählt worden und bei seiner Wiederwahl ver⸗ einigte er die höchste Stimmenzahl auf seine son. Bestim⸗ mend für sein Leben war der Feldzug 1870/71. Während desselben stand er als Offizier im hi Regiment. Dur den Anblick der zahlreichen Verwundeten, die der Hilfe war⸗ teten, angeregt, nahm er sich vor, bei glücklicher Rückke Medizin 28 und seinen Beruf als Archi wechseln.— Mit ein Bürger von gradem. ch Sinn, der wohl keinen Feind besitzt, der seine ganze Ta in den Dienst der Allgemeinheit gestellt hat, der aber kein Bl⸗ 5 de Gel f zu vers wußte, aus dem n gegangen. tame ius rn wird im Kreise seiner vielen Freunde und wird = 2 2 . 9 21 Inf.⸗Regt 115 0 .* 1 die tar ten Das doch 50 Kilogramm Bürgschaft der Stadt, für welche doch alle Bürger haften milssen, Nen lommen noch Pakete an Heeresangehörige in Garnisonen des Diese sind— mit Ausnahme der * Gemeindesteuerrückstä ude. Unter den heuti⸗ gen amtlichen Bekanntmachungen der Stadt Gießen befindet sich auch die Mahnung des sechsten Zieles Gemeinde- euern und Kanalgebühren vom Rechnungsjahre 1914. Die Zahlung kann noch bis zum 8. Mai 1915 in der be⸗ reits früher bekannt gegebenen Weise erfolgen. Nach Ablauf der festgesetzten Frist erfolgt die Beitreibung, wobei die vor⸗ geschriebenen Pfändungskosten erhoben werden. t Ausläuoische Schundseifen. In letzter Zeit wird, war die Untersuchungen, aber auch schon der Augenschein dartun, allerlei Schundware zu bloß scheinbar billigeren Preisen in großen Posten vom Ausland, selbst von Amerika, in den deut⸗ schen Konsum bugsiert. Es ist angebracht, auf die Gefahren hin⸗ 55„die das in gegenwärtigen Zeiten mit sich bringt. Die Hausfrau bezahlt erstens solchen Schund gegenüber den soliden, verbürgt rrinen deutschen Seifen viel zu teuer. Zwritens: Deutsches Nationalvermögen wird ins Ausland gezogen. Drit⸗ tens: Deutsche Angestellte und Arbeiter können arbeitslos werden und müßten den Gemeindeunterstützungen anheimfallen. Viertens das gefährlichste: Bei der Seifenfabrikation wird belanntlich Glyzerin gewonnen, das für Sprengstoffe in Kriegs⸗ zeiten eine der wichtigsten Rollen spielt. Nun aber ziehen die Aus⸗ länder das Dynamit⸗Glyzerin aus den nach Deutschland geworfe⸗ nen Seifen, geben es zu jedem geforderten Preise dem feindlichen Frankreich und England für die Sprengstoffherstellung in die Hand und unsere deutschen Soldaten werden hernach damit ver⸗ nichtet. Die, wenn auch noch so kleine Mitschuld daran will und darf kein echter Deutscher auf sich laden. Pferde Versteigerung. Samstag, den 24. Avril, vormittags 10 Uhr, werden in dem Hofe der Dragoner⸗Kaserne Nr. 24 in Darmstadt 17 ausrangierte Militärpferde, darunter 3 Fohlen, versteigert. Zur Versteigerung werden nur Landwirte zugelassen, die sich verpflichten, die Pierde in ihrem Betriebe zu n und sie während der Kriegszeit nicht zu verkaufen. Die Verstei ng erfolgt nur gegen Barzahlung. Landkreis Gießen. Wieseck, 23. April. Dem Unteroffizier d. R. Karl Rohm wurde das Eiserne Kreuz, dem Unteroffizier d. L. Bürgermeister Schomber und Landwehrmann Techniker Adolf Hansult die hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Weitershain, 22. April. Nachdem bereits zwei Söhne unseres Ortes mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurden, wurde zwei weiteren Kämpfern die Hessische Tapferkeits⸗ Medaille verliehen und zwar Feldwebel-Leutnant Theiß von der Landw.⸗Ersatz⸗Brigade 42 und Befr. Wilh. Theiß von der 11. Koniwagnie des Kaser Wilhelm⸗Regiments 113. R. Odenhausen, 21. April. Dem Musketier und Krankenträger Wilhelm Wallenfels, Sohn des Wagner⸗ meisters Wallenfels von hier, der seit Beginn des Krieges im Westen kämpft, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. 5 Kreis Lauterbach. O Schlitz. 22. April. Gestern wurde unter großer Be⸗ teiligung Lehrer Eurich dahier zu Grabe getragen. Ueber 40 Jahre stand er im Dienste der Volksschule. Im Jahre 1910 trat er infolge geschwächter Gesundheit in den Ruhestand. Stadt- pfarrer Boeckner hielt ihm die Grabrede, anschließend an Hebr. 13, V. 7. Zahlreiche Kränze wurden unter ehrenden An- sprachen niedergelegt; so u. a. von Lehrer Gompf im Namen des Bezirks⸗Lehrervereins, von Lehrer Fischer im Auftrage des Bienenzüchtervereins, von Pfarrer Reith für den Schulvorstand zu Hemmen. Der Verstorbene hatte namentlich auch im Genossen⸗ schaftswesen des Schlitzerlandes eine führende Stellung einge⸗ nommen. Die militärischen Ehren wurden dem Heimgegangenen, der ein Veteran von 1870/1 war, von einer Abteilung Leicht- vermundeter des hiesigen Lazaretts erwiesen. 15 Kreis Friedberg. 9. Friedberg, 22. April. Das Rentner A. Metzen⸗ dor fsche Ehepaar feierte in voller Frische das goldene Hochzeits fest. linie d. Dillenburg, 22. April. Die jetzt vollendete Bahn- Weidenau ist 33,6 Kilometer lang und, liegt mit 13,1 Kilometer im Dillkreis und 15,5 Kilometer im Kreise Siegen. Die Baukosten sind bei den schwierigen Geländeverhältnissen be- trächtlich. Sie sind einschließlich der vom Staate zu tragenden Grunderwerbskosten auf 19 059 000 Mk. oder rund. 557 000 Mik. für den Kilometer berechnet. = Niederweidbach, 22. April. Eine größere vorbild⸗ liche Obstpflanzung, verbunden mit einem Muster- Vogelschutzgehölz, legte die hiesige Gemeinde an. Auf einer über 2 Hektar großen Fläche wurden 400 Obstbäume ge- pflanzt. Auch an der Kreisstraße Niederweidbach— Frankenbach— Fellingshausen wurden die alten Ulmen und Eschen abgeholzt und durch Obstbäume ergänzt. h. Aus dem Taunus April. Bei der Kon⸗ trollversammlung in Königstein wurde beim Namens⸗ aufruf eines Namens aus den Reihen der Mannschaften ge⸗ antwortet:„Längst verstorben.“ Worauf der Feldwebel, lie⸗ ber Gewohnheit folgend, ruft:„Ganz egal, aufschreiben, hat sich nicht abgemeldet!“ 20 „ 2. 22 * Vermischtes. Ein Eisenbahnunfall. Erfurt, 22. April.(WTB. Auntlich.) Bei der Einfahrt des Versonenzuges 413 in den Bahnhof Engweier entgleisten heute in der Einfahrtsweiche 3 Personenwagen, wovon einer um- stürzte. Drei Personen wurden schwer und etwa 15 leichter ver- letzt. Der Verkehr wird eingleisig aufrecht erhalten. Eine Unter— suchung ist eingeleitet. Märkte. Je. Wiesbaden, 22. April. Heu- und Strohmarkt. Man notierte: Heu 4,50— 5,50 Mk., Kleehen 0,00 0,00 Mk., Stroh (Richtstroh) 0,00 bis 0,00 Mk., Krummstroh 0,00 0,00 Nik., Haser⸗ stroh 0,00—0,00 Mk. Alles für 50 Kilo.— Am Fruchtmarkt fehlte jealicher Handel. FC. Wiesbaden. Viehhos⸗ Marktbericht vom 21. April. Auftrieb: Rinder 87(Ochsen 6, Bullen 13, Kühe und Färsen 67), Kälber 278, Schafe 9, Schweine 372.— Bei ziemlich regem Ge⸗ schäft wurde der Austrieb zu den gleichen Preisen wie am 19. d. M. gehandelt und der Markt bis auf einen geringen Ueberstand fast ganz geräumt. le. Frankfurt a. M. Viehhofmarktbericht vom 22. April. Auftrieb: Rinder 146(Ochsen 11. Bullen 4, Kühe und Färsen 131), Kälber 845, Schafe 130, Schweine 623. Tendenz: Kälber und Schafe rege, Schweine ruhig, geräumt. Preise für 100 Pfd. Lebend⸗ Schlacht ⸗ geräumt; Schweine gedrückt. gewicht. Kälber. Mk. Mk. Feinste Mastkäl ber. 65—68 108—113 Mittlere Mast- und beste Saugkälber. 60—64 109-107 Geringere Mast- und gute Saugtälber. 56—60 91—10⁰ Schafe. Stallmastschafe: Mastlämmer und jüngere Masthammel. 50—51 108-110 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis i 100 kg Lebendge wicht.. 100.00 105 120.00 125.00 Vollfleischige Schweine unter 80 Ke Lebendge wicht. 95.00—100 115.00 120.00 Voll fleischige Schwetue von 100 bis 100.00—105 120.00—125.00 120 kg Lebendgewicht Briefkasten der Aedaftion. Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) 0. 5. Es handelt sich weder um Meisen noch um Bachstelzen sondern um eine Finken art. Kirchliche Nachrichten. b Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge(Süd⸗ Anlage). Samstag, den 21. April 1915 Vorabend: 7.15 Uhr. Morgens: 8.30 Uhr. Predigt. Nachmittags: 4.00 Uhr. Sabbat ausgang: 8.25 Uhr. Meteorologische Beobachtungen ——— der Station Gießen. — 2 23 22 5 S 2 22 213382 April 5 S A 23 3 82 5.—— SSD SS SSA( SEER Wetter 1010[E 88 88 85 23 83 S6 8e . 4 8 8 8— 83 8 5 22 0 f 1 1.1 35 35 NN 2 7 Sonnenschein 8 4% 5 ENE 2 0 5,9 4,5 65 N 48 U 1 Temperatur am 21. bis 22. April 1915 11.5 C. iedrigste„ 1915: 26 AMiederschlag: 0,0 mw. Amtlicher Wetterbericht. 1 Oeffentlicher Betterdienst, Gießen. 9 ssichten in Hessen am Samstag, den 24. April 2915: 5 Wolkig, meist trocken, kühl, nordöstliche Winde. 2 ketzte Nachrichten. Zur Haltung Italiens. 77 i. Köln, 23. April. Die„Köln. Volksztg.“ berichtet aus Rom: Der„Corriere d' Italia“ bemerkt in einer Besprechung der Verhandlungen des Ministerrates, daß die Alarmnachricht vom Scheitern der Verhandlungen mit Oesterreich durchaus phantastisch und daß es zum 1 mindesten verfrüht sei, von abgeschlossenen Verhandlun⸗ gen mit dem Dreiverband zu sprechen. 776 Was sagt Italien dazu? 1 i. Köln, 23. April. Die„Köln. Volksztg.“ merder aus Rom: Die„Concordia“ bringt einen Bericht aus Ventimiglia, wonach bei Ausbruch des Krieges die franzö-⸗ sische Regierung den Bürgermeistern der französischen Grenz⸗ orte verschlossene Brie fumschläge zustellte, die nur auf telegraphische Weisung geöffnet werden sollten. Einer dieser Bürgermeister öffnete nun den Umschlag ohne Geheiß und fand darin folgende Verfügung, die Frankreich in der Er⸗ wartung eines italienischen Angriffs getroffen hatte:„Ver. haftet alle wehrfähigen Italiener, bringt die Frauen und 1 Kinder in Konzentrations lager, zerstört alle italienischen Anlagen und Geschäfte.“ 1 Eine italienisch-russische Verbrüderung? 5 Rom, 23. April. Der neue russische Botschafter M. von Giers trifft spätestens am 5. Mai in Rom ein. Er wird auf der Reise 24 Stunden in Bukarest und einige Stunden in Nisch Aufenthalt nehmen. Zu einem italienischen Korre⸗ spondenten äußerte sich Giers von überströmender Freund⸗ schaft, Liebe und Bewunderung für Italien, das sich durch die jüngsten Angriffe gewisser russischer Blätter nicht be⸗ irren lassen möge. Giers malte eine künftige 1 russische Verbrüderung in den schönsten Farben.(Ob's helfen wird? D. Red.) 7 Die Einberufung der letzten Reserven in Frankreich. Genf, 23. April. Ein Erlaß des französischen Kriegs mini- 2 steriums ordnet an, daß alle untauglich Ausgemuster⸗ ten oder Befreiten aus den Jahresklassen 1887 bis 1914 einschließlich der aus den vom Feinde besetzten Ge⸗ bieten Fortgeschafften, die bei ihrem Bürgermeisteramt nicht die im Erlaß vom 15. September 1914 vorgesehene Erklärung abgegeben haben und infolgedessen nicht von den Revisionsräten der Klasse 5 1915 nochmals gemustert werden konnten, als für den Militär⸗ dienst tauglich zu betrachten sind und ihnen sofort die Ein⸗ berufungsordre zugestellt werden wird. a Die Englünder auf Lemnos. N Wien, 23. April. Das„Deutsche Volksblatt“ meldet aus Athen: Das gewalttätige Auftreten der englischen Behörden auf den griechischen Inseln nimmt immer peinlichere Formen an. Die Engländer gebärden sich in jeder Hinsicht als vollständige Herren der Inseln. Alle griechischen Kaufleute, die mit Waren nach Lemnos lommen, werden ausgewiesen. Die Waren werden mit Beschlag belegt, ohne daß den Händlern eine Bescheinigung darüber gegeben worden wärr. Auf ihren Einspruch wurden sie angewiesen, sich an die englische Gesandtschaft in Athen zu wenden. Nientand darf ohne Exlaubnis der englischen Polizei die Inseln verlassen. Englische Offiziere untersuchen jedes von Nudros abgehende griechische Schiff und gestatten nur jenen Passagieren die Mitfahrt, die über einen Erlaubnisschein der eng⸗ lischen Polizei auf Lemnos verfügen. Die Zensut wird sehr 2 1 gehandhabt, nicht nur bezüglich der Telegramme, sondern auch 8 brieflichen Mitteilungen über Truppen und Schiffsbewegungen sind verboten. J Das erfolglose Bomhardement von Smyrna. Rom, 23. April. Der„Corriere della Sera“ enthielt einen ausführlichen Bericht über das Bombardement von Smyrna, wo⸗ nach die Schiffeder Verbündeten wahrhaft jammer⸗ voll schossen. Schon der Beginn des Bombardements durch einen Kreuzer war ganz erfolglos und als tags darauf drei Schiffe das Bombardement fortsetzten, schossen sie beständig an den tür⸗ kischen Befestigungen vorbei. Zwei Tage später setzte ein allge⸗ meines Bombardement ein, aber nur mit dem Erfolg, daß ein großer Kreuzer, durch vier Schüsse der Türken schwer beschädigt, abfahren mußte und ein Kriegsschiff in den Grund gebohrt wurde. Zwei Tage später wurde das Bombardement wieder aufgenommen, aber die Türken schossen so präzise und energisch, daß ein englischen Kreuzer beschädigt wurde und die Flotte die Beschießung einstellte⸗ Amtlicher Teil. Betr.: Die Sicherung der Acerbestellung.. An die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. 2 Die Rückständigen werden hiermit au alsbaldige Erledigung unserer Verfügung vom 12. April 1915, Kreisblatt Nr. 33, er- innert. 5 Gießen, den 21. April 1915. 0 Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Hemmerde. 1 Fitz Movack-Ausstafüngsges chat und Waschefabfl Weisse Wochen K Da — ——— ———— — 9 Beginn: Montag. den 26. April und Grossvater im Alter von 64 Jahren. Blumenspenden . Gießen. 2 Von dem am 21. d. Mts. er 908 1 g en 0 1 85 zgeiden unseres Mit⸗ Name 1 8 seben wir die K e ge⸗ ziemend in Kenntnis. Die Beerdigung findet am Samstag, den 24. d. Mis. nachmittags 3 Übr von der Kapelle des alten Friedhofs aus statt. Zusammenkunft. Stunde vorber am Fried⸗ hofsvortale. 365310 Der Vorstand. . 4 eren e dar. 1 N e kefnenb e Wir erfüllen hiermit die 1 traurige Pflicht, unsexe Mit⸗ 1 glieder von dem Ableben unseres lieben Kameraden ern mare y. Maberkorn geziemend in Kenntnis zu setzen. ö Die Beerdigung findet Samstag. nachmittags 3 Uhr. Friedhofs aus stat wird gebeten. 24. April 1915. von der Kapelle des alten zahlreiche Beteiligung Der Vorstaund. . F. F. Hierdurch erfüllen wir die traurige Pflicht, uusere Mitglieder von dem Ableben unseres Kameraden Adolf Vogt geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Samstag den 24. April, 8 4 Uhr, auf dem neuen Friedhof statt. Zusammenkunst am Portal des neuen Fried⸗ 8.— Uniform: 1. Rock u. Helm 36680 Achtung! Jaber. Wenzel Morgen Samstag, den 21. April: Erira großer Verkauf von kinem Paggon Paten em Hotel Felsenkeller in Gießen. Sale der Butter⸗Kopfsalat: extra dicker 0 A 45 5 Pfg. rose Gurken, Stück 40 Pfennig. Frischer Spinat, 2 Pfund B Pfg. Frischer Rhabarber, Gebund 10 Pfg. Dicker Meerrettich. Stüc 10— 15 Pfg., Blumenkobl und Zichorie, dige Sellerieknollen, Lauch⸗ Haugen, rote Möbren, rote Rüben, Radieschen, dicker Wirsinakohl. Weißkobl, Rotkohl, jrische Auanas. „Feinste wohlschmedende Bodeufee⸗ Aepfel. Feine, erst Hassige, saftige, sutze Apfelsinen, sowie alle Sorten Blumen- und Gemüse⸗Vflanzen und dergleichen mehr Alles üuberst billig: lies äußerst billig: 1. Klein aus Köln. Nen! W Bruchleidende mn Neu! bedürfen zur Behebung ihres Leidens kein sie schmerzendes Bruchband mehr, wenn sie meinen in Größe verschw., nach Maß und ohne Feder herge stellte, Tag und Nacht tragb. tragen, den ich auf Probe gebe und bei Nichtkonventenz den vollen. Betrag gerne zurlickzahle. Bin selbst am Sonntag, deu 25., abends von 5—8, u. Montag, den 26. von 9—2 in Gießen, Bahnhof- Hotel Lenz, mit Mustern vorerwühnt. Apparates so wie mit F. Gummi⸗ u. Federbändern, auch für Kinder, sowie mit sämtl. Frauenart. wie Leib., Hängel⸗, Umstands⸗, Muttervorfallbinden anwesend. Garantiere ür sachgem. streug diskrete Bedienung. Besuche im Hause bet Anmeld im Hotel. J. Mellert, Konstanz Bobensee) Weßenbergstraße 15. Telephon 515. 9359 5 sind nicht im Sinne des Verstorbenen. F. G. F. Achtung! jowie großartiger Universal⸗Bruchapparat Statt besonderer Anzeige. Gießen und Oppenheim, den 22. April 1915. Todes-Anzeige. mein lieber Gatte, unser treuer Schwager und Onkel Vat— Aber, Grosch. April 1915. Die Beerdigung findet Samstag na achmittag Büdingen, den 22. Gestern abend verschied infolge eines Schlaganfalls Schwiegersohn, Philipp Ruth Feldbereinigungs- Geometer. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Ruth geb. Hahn. 4¼ Uhr statt. In tiefer Trauer: Herr Dr. julius Haberkorn, Geheimer Medizinalrat Gestern abend entschlief sanft nach schwerem Leiden mein lieber Mann, unser herzensguter Vater Mina Haberkorn geb. Emmelius Carl Haberkorn Clara Wolff geb. Haberkorn Hans Wolff, Gr. Kreisrat Hans Carl Wolff Elisabeth Wolff. Die Beerdigung findet am Samstag, den 24. April, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des alten Friedhofes aus statt. — Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. 3652 94IDA und Spannung in 3 Alten. aus der Skizze Auf falschem Gleise 3573 Licht- Spiel- Haus Am 22. 1 75 23. April 1915: nderbares Kunstlichtspiel 1 2 Abteilungen General Krummsäbels Sieg 8 Der Theaterbrand Ein Sensationsschau. Spiel v.seltener Wucht — Ein Blatt enmappe des Künstlerlebens Bubis Gastfreundschaft Hunoreske Dramatisches Lebensbild: 2 Militar chne Charge zahlt Verktags flie Haine. —————— . b Die Mitternachtssonne ErgreifendeLebensstudie v. selten schöner Handlung r mische Posse: 8 2 85 geistvoll u. hervorragend in Aufbau u. Darstellung EKleiderschr. 21. 8 Benstellen 15.—, B.- Hemden Hosen Teilweise unter Einkauf Teisenster Jamen-äsche Untertaillen — Prima Ware 3552 Kaufhaus Katz, Bahnhofstrasse 14 Wasekkomm. 18.-—, 21.-, Nachtsehränkse 6.50, 9. 85. 54. 285. 15. Schlalzimmer und Küchen- Einrichtungen 15% Nachlaß J. Itt mann, Bahnhetst. 28 Versand nach auswärts. 0096 Derpflegungs- Nnstalt Reifeprüfung. e Hochbau Sommerunterricht 2. Rpril. Herzagl. Braunschw. Basgewerkschule Holzminden Tiefbau Winterunterricht 15. Oktober. — Gleichberechtigt mit den Kontgl. preuß. Baugewerxschulen. Direktor C. haarmant Ia. Mollhnder 72 D. D 1 FF e *. 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