77 er Sietzener Ischeint täglich, außer Sountags.— Beilagen: viermal wöchentlich Siezener gamiliendlätter; mal wöchentl. Kreis- att für den Kreis Gehen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Jernsprech- Anschlüsse: für die Schristleitung 112 Berlag, Geschäftsstelled! Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Sleßen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vornuttags 9 Uhr. jeße 105. Jahrgang ner Anzeiger General⸗Anzeiger für Gberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Stein druckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Sezu gs reis: monatl. 75 P., viertel jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. JJVTTFR!!!!. Niederlage der Engländer bei R pern. Deutsche Siege in Ostafrika. Neue Vorbereitungen an den Dardanellen. Sroßes Hauptquartier, 19. April.(WTB. Amtlich.) i Westlicher Kriegsschauplatz. Seiböstlich Ppern wurden die Engländer aus den noch gehaltenen kleinen Teilen unserer Stellung vertrieben. Mit starken Angriffen längs der Bahn Ppern⸗Comines ver⸗ suchten sie gestern abend sich erneut in den Besitz der Höhen⸗ stellung zu setzen. Der Angriff brach unter schwersten BVerlusten zusammen. ö Bei Ingelmunster ist der französische Fliegerleut⸗ nant Garros zur Landung gezwungen und gefangen ge⸗ nommen worden. Zwischen Maas Artilleriekämpfen. Ein schwächlicher französischer Angriffsversuch gegen die Combres⸗Stellung wurde durch unser Feuer im Keime und Mosel verlief der Tag unter In den Vogesen mißglückten zwei französische An⸗ griffe gegen die von uns genommene Sattelstellung west⸗ dich des Reichsackerkopfes und ein Angriff gegen die Höhen nördlich von Steinabrück. Nach starken Verlusten zogen sich die Franzosen zurück. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. 1* Das Ausland wird von Frankreich und Eng⸗ land, und scheinbar sogar von amtlichen Stellen, mit Sie⸗ ges nachrichten über angebliche Erfolge unse⸗ rer Gegner auf dem westlichen Kriegsschauplatze über⸗ schwemmt. Alle diese Behauptungen sind einfacher fun⸗ den. Ihre Widerlegung im einzelnen lohnt sich nicht; es wird vielmehr lediglich auf ihre Nachprüfung an der Hand der dienstlichen deutschen Kriegsberichte verwiesen. 0 5 ler** Im vorletzten Bericht der deutschen Heeresleitung hieß es in Bezug auf einige Angriffe der Engländer südöstlich von Ypern: um einige Stellungen wird noch gekämpft. Prompt wird nun in der neuesten Meldung ergänzt: die Engländer wurden aus den von ihnen noch gehaltenen lleinen Teilen unserer Stellung vertrieben; ihre neuesten Angriffe brachen unter schwersten Verlusten zusammen. Trotz aller englischen und französischen Schwindelnachrichten dürfen wir der Tatsache unerschütterlich vertrauen: die deutsche Mauer im Westen steht fest! Und wie im Westen so auch im Osten und auf fernen Vorposten. Man ist leicht geneigt, bei den spannenden Ereignissen in Europa die Geschehnisse draußen zu übersehen oder zu unterschätzen, in die unsere deutschen Landsleute und Kämpfer gleichfalls für des Reiches Herrlichkeit verwickelt sind. Wie erfreulich ist die Kunde, die wir, wie schon gestern so auch heute, über den Krieg in Deutsch-Ostafrika verzeichnen können! Wie sungebeugt ist dort die Stimmung der Deutschen, wie zuver⸗ sichtlich in der Erwartung des deutschen Sieges! Die Türkei bereitet sich, unter Mitwirkung deutscher Führung, auf neue Kämpfe gegen den Feind vor. Es gilt noch immer, die Dardanellen vor feindlichem Ueberfall zu schützen, und die in den letzten Tagen dabei errungenen Er⸗ folge spornen die Türten zu neuen freudigen Anstrengungen an. Freiherr v. d. Goltz ist zum Oberbefehlshaber der ersten Armee ernannt worden, und so scheint dieser vielgenannte und gerühmte deutsche Offizier am Abend seines Lebens noch große Aufgaben erfüllen zu sollen. Es heißt: 63 Dampfer mit Truppen des Dreiverbandes hätten am Sonntag Alexandria verlassen, um neue Unternehmun— gen gegen die Dardanellen zu beginnen. Ein Schauspiel, aber ach, ein Schauspiel nur! Immer noch lassen Griechen— land und Bulgarien nämlich sich damit nicht fassen zu der erwünschten Mithilfe gegen die Türken. Nach einer Meldung der„Köln. Ztg.“ aus Sofia sind in der letzten Zeit Anzeichen einer gewissen Vorbereitung der Türken imGebiet von Adria⸗ nopel bemerkt worden. Man sollte darin weniger ein Miß⸗ trauen gegen Bulgarien als eine Maßregel weiser Vorsicht gegenüber russischen Unternehmungen erblicken. Natürlich ist das englische Bombardement mit Versprechungen für die kleineren Balkanstgaten noch heftiger als seine Unterneh- mungen mit der Waffe. Einen Beweis dafür liefern die von dem früheren griechischen Ministerpräsidenten Veni zelos zur Rechtfertigung seiner Politik an den König von Griechenland gerichteten Denkschriften, aus denen die„Voss. Ztg.“ einiges erfahren haben will: Der Hauptköder für Griechenland sollte das Anerbieten eines zu erobernden Gebietes an der kleinasiatischen Küste sein, dessen Ausdehnung Venizelos mit 140 000 Quadratkilometern angibt. In diesem Sinne machte der englische Gesandte in Athe ir Francis Eliott, am 2.24. Januar d. J. dem griechischen Ministerpräsidenten Eröffnungen, die darauf hinausliefen, daß Griechenland für jene umfangreichen territorialen Kompensationen in Kleinasien mit Bulgarien verständigen sollte. Na Gesandten sollte Griechenland einer einen bisherigen Wider⸗ spruch gegen Gebietsabtretungen Serbiens an Bulgarien aufgeben und anderseits sich selbst zu territorialen Zugeständn an Bul⸗ garien entschließen. Venizelos setzte nun dem König ausein⸗ ander, es gäbe seiner Ansicht nach„kein anderes Mittel, sich der bulgarischen Gefahr zu entledigen“, als dem benachbarten König⸗ * 4 Bularester Frieden eroberten Ge⸗ eder zurüctzuerstatten. Dieser Teil letern sollte nach dem Vorschlage des die Bezirke Sarischaban, Kavala ine der wirtschaftlich wertvollsten „und, wie er selbst schreibt,„ein seinem Herzen tiefes Leid bereitet, intreten müsse“. Aber es sei un⸗ großartige Zukunft, die durch die angebotenen Erobe⸗ enn in dem an Bulgarien abzu⸗ ig sich nur rund auf 30 000 Seelen m neuen,„von Sir Edward Grey asiens über 800.000 betragen. tik war, wie Venizelos ausführ⸗ me Teilnahme aller Balkan⸗ ie Zentralmächte und die Türkei, Wage endgültig auf die Seite , Hierbei würde sich Griechen⸗ ie Vorherrschaft im Aegäischen eutschlands verhängnisvoll für Kleinasien sein müßte. ungen wird, so heißt es in h festgestellt, daß die rumä⸗ rekt abgelehnt hat, sich derer Aegide geschmiedeten ralmächte zu beteiligen. Wie Bulgarien war, ergibt sich g. Bulgarien sollte durch abtretungen gewonnen wer⸗ chen Teil des im Balkankrieg bietes in d⸗ von rund 2000 griechischen Min und Drama umfassen, Erwerbungen des Jahres sehr schmerzliches Opfer, dg indem er notgedrungen daf vermeidlich im Hinblick sich dem gesamten Hell, rungen in Kleinasien eröffn. tretenden Gebiete die Bey schätzen lasse, so würde f 25 angebotenen“ Küstenlande K Das Ziel dieser ga 5 lich darlegt,„die gemein staaten an dem Kriege was vielleicht genügen die des Dreiverbandes nei land— behauptet Ve Meere sichern, währen die Zukunft des Helle Durch Venizelo der„Voss. Ztg.“ wei nische Regierun an dem unter 6 Balkankomplott geg zweifelhaft die Rech aus Venizelos' eiget serbische und griech den, wodurch es ein n 5 le verlorenen Mazedo rhalten würde. Abgesehen davon, daß das dieser Gebietsabtretungen noch sehr schwie dlungen erfordert hätte und alte Interes neu beleben mußte, er⸗ örtert Möglichkeit, daß Bul⸗ Venizelos garien nach Bit 8 7 über G er 2 diesem Falle“— sagt Venizelos—„unterliegt es keinem Zweifel, daß wir mit Serbien im Bunde von neuem das hochmütige Bulgarien erniedrigen und es in solche Grenzen einschränken würden, daß es in Zukunft endgültig unschädlich gemacht wäre.“ Diese Wendung ist nicht nur höchst bezeichnend für die gegen⸗ seitige Gesinnung, die zwischen Athen und Sosia am Vor- abend des angestrebten Bündnisses herrschte; sie kennzeich⸗ net auch die Kläglichkeit dieser Balkanpolitik, die, nur von der jeweiligen Zufallskombination und dem zu ergatternden Augenblicksvorteil beherrscht, schon vor Abschluß eines zu erlaufenden Bündnisses auf die spätere Entreißung der Beute bedacht ist. ndnisse erfauften ** * Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 19. April.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 19. April 1915. In Russisch⸗Polen und West⸗ galizien keine besonderen Ereignisse. An der Karpathen⸗ front herrscht, abgesetzen von unbedeutenden Kämpfen im Waldgebirge, in deren Verlauf 197 Mann gefangen wurden, Ruhe. In Südost⸗Galizien und der Butowina vereinzelt Artilleriekämpfe. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Das Ende des russischen Vormarsches in den Karpathen. Berlin, 20. April. Dem„Daily Telegraph“ wird verschiedenen Morgenblättern zufolge aus Petersburg berichtet, man dürfe wegen des Ausbleibens von Nachrichten von der russi— schen Front in den Karpathen nicht auf einen Stillstand der Operationen schließen. Diese hätte im Gegenteil das Maximum der Wichtigkeit erreicht. In Kreisen der Sachverständigen hält man das Ende der Schlacht in den Karpathen für nahe bevorstehend. — In der„Kreuzzeitung“ wird die Abweisung des Angriffs der Russen auf die Karpathen als eine der schwersten Niederlagen der Russen bezeichnet. Die Verluste der Russen, etwa eine halbe Million Toter und Verwundeter, seien eine Zahl, die bisher in der Kriegsgeschichte nicht verzeichnet stand. — Der„Daily Telegraph“ meldet weiter laut„Tägl. Rundschau“ aus Petersburg: Ein heftiger Regen strömt in den Karpathen vom Himmel herab und spült den Schnee von den Bergen hinab. Alle Gebirgsbäche sind in reißende Ströme verwandelt. Budapest, 19. April. WTB. Nichtamtlich.) Der Sonder⸗ berichterstatter des„Pester Lloyd“ meldet aus Eperjes: Auf der Saroser Front fand gestern an der Duklasenke Artille⸗ riekampf zwischen Zboro und Kiskurina statt. Ein Vorstoß⸗ versuch der Russen wurde von den österreichisch-ungarischen Truppen unter bedeutenden Verlusten für den Gegner verertelt. Paris, 19. April.(WTB. Nichtamtlich.) Der Petersburger Berichterstatter des„Temps“ meldet, daß die Schneeschmelze große Operationen auf dem östlichen Kriegsschauplatz verhindere. Auch ohne diese wäre ein Stillstand eingetreten, da man die Trup⸗ pen hätte ausruhen lassen und eine neue Verteilung der Truppen hätte vornehmen müssen. Die wirtschaftlichen Verhältnisse zwischen Oesterreich, Ungarn und dem deutschen Reiche. Wien, 18. April. WTB. Nichtamtlich.) Heute fand unter dem Vorsitze der Vereinspräsidenten, Frhrn. v. Plener und Wekerle, . 3 Fe eine gemeinsame Sitzung der Vorstandsmitglieder der mitteleurv⸗ väischen Wirtschaftsvereine Oesterreich⸗Ungarns statt. Die Vertreter der Vereine besprachen zunächst die wirtschaftlichen Verhältnisse zwi⸗ schen Oesterreich und Ungarn. Es wurde einmütig festgestellt, daß die wirtschaftliche Einigung zwischen den beiden Staaten der Monarchie allen handelspolitischen Verhandlungen mit auswärtigen Staaten vorangehen müsse. Auch drückten alle Anwesenden die An⸗ sicht aus, daß diese Einigung zwischen Oesterreich und Ungarn auf Grund der wirtschaftlichen Gemeinschaft geboten sei. Sodann wur⸗ den die im Deutschen Reiche zutage getretenen, auf eine handelspolitische Annäherung zwischen dem. Deutschen Reiche und Oesterreich-Ungarn gerichteten Bestrebun⸗ gen erörtert. Dabei wurde eine Annäherung, entsprechend den Tendenzen der mitteleuropäischen Wirtschaftsvereine unter gewissen Voraussetzungen, insbesondere jener der Aufrechterhaltung der wirt⸗ für wünschenswer! schaftlichen Selbständigkeit der Monarchie, erklärt.. Ein schweizerischer Offizier in den Karpathen. Bern, 19. April. WTB. Nichtamtlich.) Als Abge⸗ sandter der schweizerischen Armee begibt sich die⸗ ser Tage Oberstbrigadier Bridler an die Karpathen⸗ sront zu der österreichisch-ungarischen Armee, um den Ge⸗ birgskrieg zu studieren. Ein russischer Flieger über Insterburg. Berlin, 20. April. Ueber einen russischen Flieger⸗ angriff auf Insterburg wird dem„Berliner Tageblatt“ telegraphiert: Am 19. April nach 9 Uhr früh erschien über Insterburg ein russischer Flieger, angeblich mit dem Eisernen Kreuz, und warf vier Bomben an verschiedenen Stellen der Stadt ab. Der meiste Schaden wurde in der Gartenstraße und Ecke der Deutschen Straße angerichtet. Hier wurde im Seifen⸗ geschäft von Lenke der 14 jährige Sohn des Inhabers mitten im Laden schwer verwundet. Auf der Straße wurde der 10 Jahre alte Sohn des Lokomotipführers Schirr getroffen und die Fran ursachte eine andere Bombe, die gegenüber dem Postamt und den Bankinstituten niederfiel. Eine dritte Bombe fiel auf einen Ju⸗ gendspielplatz in der Nähe der Kaserne. Der Flieger entkam bei mäßigem Winde und klarem Himmel. Die russischen Finanzen. Petersburg, 19. April.(WTB. Nichtamtl.) Das Finanz⸗ ministerium hat die Ausgabe von 300 Millionen neuer russischer vierprozentiger Schatzscheine, die in, zwölf Serien eingeteilt sind und vier Jahre Laufzeit haben, an⸗ geordnet. Ferner wurden zur Deckung der am 14. April alten Stils fällig werdenden fünfprozentigen kurzfristigen Schuldverschreibungen im Betrage von 400 Millionen Rubel neue Schuldverschreibungen im gleichen Betrage bis zum 14. Oktober alten Stils ausgegeben. Schwedische Ausfuhrverbote. Stockholm, 19. April.(WTB. Nichtamtlich.] Die Regierung hat ab 20. April die Ausfuhr folgender Waren verboten: Zink, unverarbeitet, ausgenommen Zink, der in schwedischen Fabriken aus Rohstoffen, nicht Abfällen her⸗ gestellt wird, Abfälle von Platten und Draht, sowie Röhren und Röhrenteile, Anodeplatten und Stangen, Untergestelle für Fahrzeuge mit und ohne Motoren, sowie Fahrzeuge mit und ohne Motoren zur Güterbeförderung, Räder für Auto⸗ mobile. Außerdem wurde bestimmt, daß da Aussuhrverbot Fahrzeuge mit Motoren und auch Teile solcher Fahrzeuge umfassen soll, die nicht besonders genannt sind. Sir Edward Grey in Kopenhagen. Verlin, 20. April. Daß det englische Minister des Aeußern, Grey, sich zurzeit in Kopenhagen besindet, wohin er aus Holland gereist sei, hat der Hamburger Bericht⸗ erstatter der„Vossischen Zeitung“ von einer gut unterxich⸗ teten Hamburger Bank gehört. Grey treffe in Kopenhagen mit Vertretern der russischen Regierung zu⸗ sammen. 5 1 Der Seekrieg. London, 19. April. WTB. Nichtamtlich.) Ein Trawler mit dem Kapitän und der Besatzung des holländischen Dampfers„Olanda“, der von Secham nach Rotterdam unter⸗ wegs war, ist in Grimsby eingetroffen. Der Dampfer ist am Sonn⸗ tag morgen auf eine Mine aufgefahren und gekentert. Die Besatzung rettete alle ihre Habseligleiten und begab sich in die Boote. Am Nachmittag traf'sie den Trawler. * N Ein Seekampf im gaegäischen Meer. 5 London, 18. April.(Ctr. Frkft. Reuter berichtet aus Lon⸗ 8 don: Die Admiralität teilt mit, daß das Transportschiff„9 nitou“, dessen Verluste in einer früheren Meldung bereits 1 weise zugegeben worden sind, beim ansport englischer J Truppen durch ein türkisches Torpedoboot im Aegä⸗ 5 ischen Meer angegriffen worden ist Torpedoboot schoß drei Torpedos ab, die alle ihr Ziel verfehlt auf die Flucht, verfolgt durch den englischen und durch Torpedojäger. Schließlich strandet Küste von Chios, wo es vernichtet wurde. Die tzung wurde gefangen genommen. Es wird gemeldet, daß 100 Mann, die sich an Bord des englischen Transportschiffes befanden, ertrunken sind. Nähere Einzelheiten fehlen noch. Der vorliegende Bericht ist eigent⸗ lich mustergültig für die Art, in der die Engländer ihre Verluste zun und ging dann zer„Minerva“ Schiff an der 1 1 1—.— 1 See verschweigen. Einerseits wird„daß die türkischen Tor⸗ pedos ihr Ziel verfehlt hätten, dann aber wird gesagt, daß 155 Mann des britischen Transportschiffes ertrunken seien.(Frkft. Ztg.) g 8 Amsterdam, 19. April.(Ctr. Frkft.) Die„Times“ bringt aus Chios eine ausführliche Meldung über das türkische Torpedo⸗ boot, das im Aegaäischen Meer das Trans portschiff„Manitou“ angegriffen hatte und an der Insel Chios gestrandet ist. Dort wurde die Besatzung von 33 Personen interniert. Der Reuterbericht hatte gemeldet, daß die Besatzung durch die Verbündeten gefangen genommen worden sei.) Das Torpedoboot war ein kleines Fahr⸗ zeug von 97 Tonnen, hieß„Demir Kapu“ und hatte eine Besatzung von 34 Mann. Nach den Erklärungen der Offiziere, die dem Gouverneur von Chios gemacht wurden, ist es der„Demir Kapu“ gelungen, in einer dunkeln Nacht ungefähr vor einem Monat aus den Dardanellen herauszulommen. Bei Tage hatte das Boot sich in den Schluchten der asiatischen Küste aufgehalten, was ihm infolge seiner Kleinheit möglich war, und wodurch es der Wachsamteit der englischen Patrouillenschiffe entgehen konnte. So konnte es die Gelegenheit abwarten, eines der T ransport⸗ schiffe zu vernichten. Eine solche Gelegenheit schien sich vor zwei Tagen zu bieten, als ein französisches Truppentransport⸗ schiff in Sicht kam. Die Türken, die auf der Lauer lagen, näherten sich dem Trans vortschiff, das von seiner Eskorte abgekommen war, und feuerten ohne Erfolg ein Torpedo ab. Der zweite Torpedo⸗ schuß war ein Treffer und soll ernsthafte Schäden angerichtet oder sogar das Trans portschiff zum Sinken gebracht haben. Das Torpedoboot mußte hierauf schnell die Flucht ergreifen, da Hilfssignale abgegeben worden waren und zwei Kreuzer bereits die Verfolgung aufgenommen hatten. Es nahm nunmehr seinen Kurs nach dem Golf von Smyrna, seine Verfolger weit hinter sich llassend. Bei Anbruch der Nacht ging das Schiff in eine kleine Buch an der asiatischen Küste. Da jedoch der Golf von Smyrna von den verbündeten Schiffen genau abpatrouilliert wurde und deshalb nicht als ein sicherer Aufenthaltsplatz gelten konnte, versuchte „Demir„gestern früh wieder in die offene See zu tommen. GCestern morgen gegen 10 Uhr entdeckten zwei unserer Kreuzer das Torpedoboot in der Gegend des Kap Kara Burnn. Sofort gingen sie auf das Torpedoboot los. Das Torpedoboot versuchte wieder den Golf zu erreichen; aber ein dritter Kreuzer, der aus dem Golf diam, schnitt ihm den Weg ab. Das Torpedoboot mußte von neuem wenden. Es entstand nun eine scharfe Verfolgung nach der Richtung von Chios. In der Straße zwischen der Insel und dem Festlande holten die Kreuzer daz Torpedoboot ein. Sie schossen 90 Granaten ab, die jedoch alle ihr Ziel verfehlten und in die See fielen. Als man auf dem Torpedoboot endlich sah, daß eine längere Flucht zwecklos sei, beschloß man, das Boot auf Strand zu setzen. Das geschah gesteru nachmittag 2 Uhr am Strande bei Komi in der Bucht von Kalamuti an der süt westlichen Küste von Chios. Die Besatzung ging an Bord und an Land. Die Kreuzer schossen inzwischen auf sie, so wird es we⸗ nigstens von den Kreuzern behauptet Aber das steht im Gegensatz zu den Aussagen der griechischen Küstenwache. Diese traf die Leute am Strande, und sie ergaben sich der griechischen Küstenwache. Bevor die Mannschaft landete, hatte sie Zeit genug, die Torpedos und die Munition ins Meer zu werfen. Der Gouverneur von Chios erhielt sofort Bericht und sandte einen Offizier ab, um die unerwarteten Gäste nach der Hauptstadt Kastro zu bringen, wo sie interniert worden sind. England beschlagnahmt griechische Schiffe. i Nonstantinopel, 19. April.(Ctr. Frkft.) Nach amtlichen Meldungen aus Athen legte die Londoner Regie⸗ zung ihre Hand auf zwei für Rechnung Griechenlands in 4 15 im Bau begriffene Kreuzer von je 5000 Tonnen d vier Torpedoboote. 5* 8 7* 28 5* . * Bulgarien und die Türkei. Döln, 19. April.(WTB. Nichtamtlich. Die„Köln. „ meldet aus Sofia vom 18. April: Nach einer bulga⸗ zischen Erklärung ist die Verminderung oder drohende Ein⸗ stel e ss nach und von der Türkei auf die jetzige Verteilung der bulgarischen und der türkischen Eisen⸗ bahnwagen zurückzuführen. Unfreundliche Absichten der bul⸗ 5 garischen Regierung sind nicht vorhanden. Der Eisenbahn⸗ direktor Mersow ift nach Konstantinopel entsandt worden, um auch dieses zu ordnen. Der Erklärung kann geglaubt werden. In der Tür kei sind in letzter Zeit Anzeichen bereitung im Gebiete von Man darf darin weniger ein 5 Na Bulgarien als eine Maßregel weiser Vor- sicht gegenüber russischen Unternehmungen erblicken. Es ist Tatsache, daß in Bulgarien sichere Anzeichen für die Ab⸗ sicht eines solchen Unternehmens vorhanden sind, wobei es wweifelhaft sein mag, wann, und sogar ob es ausgeführt wird. Das Auftreten der Mächte des Dreiverbandes war in den letzten Wochen bestimmter und daher eindrucksvoller. 17* 2 N Japan und Mexito. Berlin, 20. April. Im Hafen von Veracruz sollen lach einer Meldung der Londoner„Morning Post“, die die„Voss. Zeitung“ wiedergibt, der japanische Panzerkreuzer wate“ und der japanische Kreuzer„Kasagi“ mit 3 wei Kanonenbooten eingelaufen sein. Spauiens Bedürfnis deutscher Waren. Lyon, 19. April.(WTB Nichtamtlich.„Nouvelliste“ meldet Madrid: Der Aus schuß von Tuch⸗ und Lein wand⸗ Ministerpräsidenten Dato, zu unternehmen, damit folgende 1 t werden können: 1. Aus Deutsch⸗ in Genua zurüggehaltene Waren, welche französischen Dekret eingetroffen waren, 2. im 0 be Waren derselben Herkunft, welche somit als spa⸗ nisches A be. betrachtet werden müssen, 3. ausschließlich in Dieutschland hergestellte Farbstoffe, welche für die spanische In⸗ dustrie unumgänglich nötig sind. f 5.* * * f Die Kriegslage in Deutsch⸗Ostafrika. Berlin, 19 April.(WTB. Nichtamtlich. in Deutsch⸗Ostafrika wird weiter amtlich Geburtstage des Kaisers, wenige Tage nach dem deutschen Sie ge bei Jassini, hielt Gouverneur Schnee im Anschluß an das bekannte Glückwunschtelegramm, das S. M. der Kaiser anläßlich dez früheren Sieges bei Tanga an den Staatssekretär des Reichs⸗ lolonialamtes Dr. Solf gerichtet hatte, in Tanga eine Ausprache an die Schutztrupven. Der Gouverneur wies auf die glänzen deu Erfolge der Schutztruppe hin, die der ausgezeich⸗ neten Führung ihres Kommandeurs und der Unterführer, wie der Mannschaften zu ver⸗ danken seien, und beglückwünschte die Truppen zu der Ehrun durch das kaiserliche Telegramm. Er drückte seinen Dank, 1— den Geburtstagswunsch der Truppen und der Bevölkerung sowie die Versicherung aus, daß in dem Schutzgebiete der aller festeste! Wille vorhanden sei, Deulsch⸗Ostafrika bis aufs Auhberste zu verteidigen. Die günstige Kriegslage in Eu⸗ ropa berechtige zu der Zuversicht, daß Deutschland als Sieger aus diesem Kriege hervorgehe. Der Gouverneur schloß mit einem be⸗ geistert aufgenommenen Kaiserhoch. An einzelnen Kriegsereignissen sind noch hervor⸗ zuheben: Bei Wanga fand ein Patrouillengefecht statt, bei dem der Schütze Bossart schwer perwundet wurde. Eine Abteilung das Forts Schirati war am 17. Januar erfolgreich. Die feindlichen Verluste betrugen: 4 Engländer, 2 Askaris tot; 9 Europäer sowie eine unbekannte Anzahl Askaris verwundet. Erbeutet wurden 8 Maultiere, viele Patronen und Lasten. Am 22. Januar beschoß 8 9 5 * 319 * 1 einer gewissen Vor 15 Adrianopel bemerkbar. Mißtrauen * 5 7 Tabriben ganz Spaniens ersuchte den Schritte bei den Kriegführenden Gegenstände in ien eingeführ land kommende und dort vor dem voraus bezahl * Zur Kriegslage gemeldet: Zum heldenmütigen Hingabe aller Offiziere und „ n 5 englischer Kreuzer Kisiwani. Der seinerzeit von den Englän⸗ dern gekaperte Dampfer„Adjutant“ wurde am 6. Fe⸗ bruar früh bei einer Erkundungsfahrt an der Mündung des Rufidji nach heftigem Gefecht ne e und strandete. Die Besatzung, ein Offizier, 21 Mann und 2 Farbige, wurden gefangen genommen. Auf dem„Adfutant“ war ein Mann tot, einer wurde schwer verwundet. Auf deutscher Seite waren keine Verluste, trotz des schweren Bombardements durch„Hyacinth“. Nach Privatnachrichten fielen vier 10,2 Ztm.⸗ und zwei 4,7 Ztm.⸗Geschütze nebst Munition in unsere Hände. Der 3Orgeinth“ wurde auch getroffen und fuhr mit Volldampf davon. Nördlich Kifumbiro wurde eine 40 Mann starke englische Ab⸗ teilung durch die Abteilung Boch(v. Bock) überfallen. Der Gegner floh nach kurzem Widerstand und verlor 17 Tote, darunter 5 Inder. Deutscherseits waren keine Verluste. Die Engländer räumten nach der Vernichtung der Gebäude Schiratis das von ihnen stark befestigte Boma und Schirati und fuhren am 3. Fe⸗ bruar nach Maringu. Schirati wurde durch unsere Truppen wieder besetzt. Aus Hessen. Graf Erbach⸗Erbach 7. l h. Darmstadt, 19. April. In Erbach im Oden⸗ wald ist der daselbst residierende Graf Georg Albrecht zu Erbach⸗Er bach heute früh auf der Jagd an den Folgen eines plötzlichen Schlaganfalls gestorben. Der Verewigte stand im 71. Lebensjahre und gehörte seit langer Zeit der Ersten hessischen Stände kammer und dem Reichs⸗ rat der bayerischen Krone an. Aus dem Resche. Eine Konferenz der Sozialdemokratie.. Berlin, 20. April. Der sozialdemokratische Parteivorstand teilt dem„Vorwärts“ als Ergebnis einer Konferenz, die in Wien stattgefunden hat, mit, daß die Vertreter der Sozialdemokratie Deutschlands, Oester⸗ reichs und Ungarns am 12. und 13. April eine Aussprache gehabt haben, bei der sich eine völlige Uebereinstim⸗ mung in ihrer Auffassung ergeben habe. Trotz der langen Dauer des Krieges seien die Völker in allen Ländern ent⸗ schlossen, mit aller Kraft ihre Selbständigkeit und Unabhän⸗ gigkeit zu verteidigen. Aber nicht nur in den kriegführenden, sondern auch in den neutralen Ländern müsse die Sehnsucht nach Beendigung des Krieges und nach Frieden anwachsen. Diese Friedenssehnsucht entspringe dem Willen und der Kraft der Selbstbehauptung, nicht etwa dem Gefühl der Schwäche Daraus aber folge mit Notwendigkeit, daß nur ein Friede möglich sei, der kein Volk demütige, da nur ein solcher Friede das dauernde Zusammenarbeiten aller Kulturvölker gewährleisten werde. Die bei der Zusammenkunft vertretenen Parteien ständen auf dem Boden der Beschlüsse der inter⸗ nationalen Kongresse und hielten bei Friedensschluß Siche⸗ rungen für notwendig, wie den Ausbau der internationalen Schiedsgerichte zu obligatorischen Einrichtungen usw. * Berlin, 19. April.(WTB. Nichtamtlich.) Im Zusani⸗ menhang mit der bevorstehenden Herabsetzung der Mehl⸗ preise hat heute eine Konferenz des Oderbürgermeisters von Berlin mit den Vertretern aller der Groß⸗Berliner Brotkarten⸗ gemeinschaft angehörigen Vororte beschlossen, Höchstoreise für Brot einzuführen, und zwar für 4 Pfund Roggenbrot 85 Pfennig, für 3 Pfund 63 Pfennig, für 2 Pfund 43 Pfennig, ür Semmeln von 75 Gramm Gewicht 5 Pfennig. Andere Brote und Semmeln dürfen nicht hergestellt werden. Aus Stadt umd Cand. Gießen, 20. April 1915. Kriegergräber. Draußen auf dem Rodberg hat man schon heute über einem vollen Hundert Tapferer die letzte Ruhestatt bereiten müssen, die ihres Lebens Ziel im Völkerkrieg fanden. Weit⸗ aus die Mehrzahl kam aus dem Kampf mit schweren Wun⸗ den in die Gießener Lazarette. Die Kunst des Arztes hat sie nicht erhalten können, und so ruhen draußen im Frieden dem letzten Erwachen entgegen, die sich auf dem Schlachtfeld auf Tod oder Leben gegenüberstanden. In langen Reihen, auf der einen Seite die Deutschen, auf der anderen Seite die toten Feinde aus vier Nationen, dehnen sich die Gräber. Fast allen der gefallenen Volksgenossen hat die Hand der Kameraden und der Angehörigen Blumen, Kranz und Schleife auf den Hügel gebracht; auf manchem wölben sich hoch die Zeichen des Gedenkens. Und den Feinden, die fern ihrem Vaterlande das Leben lassen mußten, hat man grünes Tannenreisig auf die Grabstätten gebreitet. Die unfertige, werdende Stimmung der Zeit liegt über dem Platz Am Ende der Grabreihen klirrt die Schaufel des Totengräbers; noch zeugt kein Stein, keine Anpflanzung und keine Inschrift von der Art des Ortes. Aber für den, der weiß, was dort die Erde deckt, redet er dennoch mit ernster und er eifender Stimme. Die da schlafen, weil sie in des Lebens Lenz oder Sommer ihr Alles an die Idee des Vaterlandes verschenk⸗ ten, ahnen nichts mehr von der köstlichen Lenzeswonne, die um ihre Gräber kost. Im Donner der Kanonen und beim Knattern der Gewehre überfiel sie die Todeswunde; und nun singen süß und voll Heimatfrieden über ihnen allen ohne Unterschied Amsel und Lerche. Was sich draußen vor⸗ einauder mit Pulver und Blei gegeneinander wehren und mit Drahtverhau und Wolfsgruben voreinander verbergen mußte, liegt auch hier, tief eingegraben in die braune Scholle, gegenüber. Aber keine Trompete und kein Kom⸗ mando treibt sie mehr aus ihrer Ruhe. Jenseits der Mauer klingt von der Landstraße von fernher das Marschlied der lebenden zu den toten Soldaten herüber, und aus dem Wald dringt verschwommen der Hall von Schüssen und die Weise eines Signals. Die stummen Schläfer kann es nicht er⸗ wecken Vor einigen Tagen konnte man an der Gartenstraße, auf dem Grundstück des Stadthauses, ein kleines, schlichtes Holzkreuz sehen, das in seiner Form an das eiserne Vorbild, den ersehnten Schmuck des deutschen Kriegers, mahnte. Damit wollte man die Wirkung einer Zierde erproben, die man für die einheitliche Gestaltung des inn ikum B—— hofs in Aussicht genommen hat. Als ein Interimi freilich, bis die Verhältnisse den endgültigen dauernden Ausbau der Stätte erlauben. Es ist freudig zu begrüßen, wenn damit die Kriegergräber auf unserm Gottesacker eine Weihe erfahren, die ihnen— äußerlich— einstweilen noch abgeht. Eine verdienstvolle und schöne Aufgabe wird daun später in der Anlage der endgültigen Form erwachsen. Abgesehen davon, daß die schönste und charaktervollste Heldenehrung einstweilen in der Schaffung von Instituten besteht, die in irgend einer Form der erusten und liebevollen Hilfe für die lebenden Opfer des Weltkrieges dienen, ist es dennoch gestattet, schon jetzt daran zu denken, wie sich künftig der Gießener Ehrenfriedhof gestalten wird. Es ist früher mancherorts vieles bei der Schaffung der äußeren der englische Kreuzer„Asträa“ das Zoll de Insel Kwale mit 21 Schuß und am 1. ehe: e 0 Küvindje 4 1 Zeichen der Gefallenenehrung versäumt und 1 worden:; deshalb sei kurz an ein paar Regeln von allgemeiner Gel- mit 27 Schuß, ohne elwas zu tressen. Am 6. Februar beschoß ein, tung Bronze und poliertem grün, um zu zeigen, einfassung oder die Höhe i felhaften dä einer saufung von Kriegsemblemen erreicht. Unsere Gartenkunst greift in der letzten Zeit— und sie kommt damit auf alte i zurück— wieder zu ruhigen, regelmäßigen Formanle Raumabgrenzende Hecken und regelmäßige Flächen, wie sie auf alten Friedhöfen so erhaben und weihevoll wirken, bieten hier viel von dem, was wir brauchen, vor allem die bestimmte, räumlich empfindbare Einheit der Gesamtanlage. Ihr Schluß⸗ und Höhepunkt, etwa am Ende eines weges, mag dann von einem Monument betont werden, wo, unter Beibehaltung des soldatischen Geistes, Offiziersgräber liegen können, wie um anzudeuten, daß die Kämpfer unter der Hut ihrer Führer schlasen. Für die einzelnen Gräber wird dann die einfachste, auf einen künstlerischen gebrachte Form genügen, ja sich als selbstverständlich er⸗ geben. Treten Wünsche nach reicherer Gestaltung einzelner Grabstätten hervor, dann mögen hier die rechten Abstufun⸗ en, die keine allzu großen Unterschiede merklich werden assen, gefunden werden. Umfassen wir die Volks⸗ genossen, die draußen stritten und sich den holten, alle mit dem gleichen Ehrfurchtsgefühl, das nicht dem Range, sondern ihren Taten gilt. Aus der erwähnten großzügigen Flächenaufteilung folgt die Unterscheidung von Freund und Jeind logisch und befriedigend. Die Schönheit eines Denk⸗ mals beruht schließlich— auch das ist noch erwähnens⸗ wert— letzten Endes nicht nur in sich selbst allein, sondern muß auch aus seiner landschaftlichen oder stä i Umgebung hergeleitet, empfunden werden; und um ein Denkmal in weitem Sinne handelt es sich hier. 5 Dem ästhetischen Gesamtbilde unserer Stadt, die an öffentlichen Kunstformen irgendwelcher Art von 27 Wert nicht allzu reich ist, kann eine solche 1 ung des —— nur förderlich wise 4 n ee zugegebenermaßen ein wenig egoistischen Gesichtspun gelten lassen: den Toten, um die 3 sich hier handelt, sind wir's schuldig, daß in den Dienst ihres Nachruhms auch die beredte Sprache der Kunst trete. * L. U. Ein Studentengarten. Zwischen dem Se⸗ kretarigt und der Aula der Universität ist auf Veranlassung des Rektors der Universität ein vorher brach liegendes Ge- lände als Studentengar ten hergerichtet worden. Die Mittel dazu werden vom Großh. Ministerium zum Teil auf bauliche Unterhaltung, zum Teil aus dem Fonds für öffent⸗ liche und gemeinnützige Zwecke bewilligt, dazu kamen private Stiftungen und ein Beitrag der Studentenschaft. Die An⸗ lage soll zur körperlichen Bewegung und Ruhe der Studen⸗ ten in der Nähe der Unterrichtseinrichtungen dienen. Ent⸗ sprechend den auf das Interesse der Volksernährung gerich⸗ teten Bestrebungen der Großh. Regierung und der Univer⸗ sität wird während des Krieges ein beträchtlicher Teil des im übrigen gärtnerisch angelegten Geländes zum Gem üse⸗ bau verwendet, und zwar ist einerseits ein Stück in dieser Weise für die Studentenschaft im allgemeinen angebaut wor⸗ den, andererseits sind eine Reihe von kleineren Anbauflächen gewonnen worden, die für einen billigen Preis an ein⸗ zelne Studenten abgegeben werden, was zum Teil schon geschehen ist. Es ist nicht ausgeschlossen, daß sich diese Art der Verwendung auch nach dem Krieg bei der Studenten⸗ schaft einbürgert. Gießen ist unseres Wissen die erste Univer⸗ 9 tät, die eine solche Einrichtung getroffen hat, durch die rr 5 Gartenbau zu einer studentischen Be 8 Betätigung wird.— Auch die wesentlich im Interesse d e schaft geplante neue Anlage vor der Aula an der Ludwig⸗ straße wird bald fertiggestellt sein.. n * Vom Roten Kreuz. In den letzten Monaten wandten sich häufig in Kriegsgefangenschaft gera⸗ tene deutsche Soldaten, die aus Oberhessen stammen, an das hiesige Rote Kreuz mit der Bitte um Zusendung von Liebesgaben. Diesen Bitten ist ausnahmslos entsprochen worden, und die eingegangenen Dankesbriese zeigen. welche Wohltat damit unseren Landsleuten in der Gefangen⸗ schaft erwiesen wurde. Es sind bereits über 100 kriegsge⸗ sangene Deutsche mit Liebesgaben bedacht worden. Da auch die im Felde stehenden Truppen und die Lazarette im Etappengebiet sortgesetzt mit Liebesgaben versorgt werden, sind die Materialbestände und die Geldmittel recht knapp geworden, so daß ihre Auffüllung durch freiwillige Spenden sehr erwünscht ist.— Im Monat März wurden von der Bahnhofswache vom Roten Kreuz 271 Verwun⸗ detentransporte vom Bahnhof nach den Lazaretten bezw. von einem Fuß zum anderen ausgeführt, und in 94 Erkrankungs⸗ fällen Hilfe geleistet. ö 1 * Maßnahmen zur Verhütung des Wild⸗ schadens. Die besondere Wichtigkeit, die in diesem Jahre einem möglichst vollkommenen Durchbringen der Saaten bis zur Ernte mit Recht beigemessen wird, hat auch in Hessen zu Schutzmaßnahmen Anlaß gegeben. Nachdem wäh⸗ rend der Wintermonate die gesetzliche Hegezeit für einige Wildarten(weibliches Rot⸗ und Damwild, Fasanenhennen) im ganzen Lande vorübergehend aufgehoben wurde, ist an die Großh. Kreisämter neuerdings Anweisung erga 2 hinsichtlich jeder Wildart, von der nach der Häufigkeit des Vorkommens und den örtlichen Verhältnissen die Verur⸗ sachung ernsten Wildschadens zu befürchten steht, die vor⸗ übergehende Aufhebung der Hegezeit zu er⸗ wirken. Auch der Kaninchenplage ist besondere Aufmerksam⸗ leit zu widmen. Die Stellvertretung der im Felde stehenden Jäger ist bereits im August v. Is. im Interesse der Ver⸗ hütung übermäßigen Wildschadens geregelt und soll soviel wie möglich erleichtert und gesördert werden. Alle diese Maßnahmen werden den gewünschten Erfolg haben, wenn die Jäger im Interesse des Vaterlandes zu ihrer Durch⸗ führung tatkräftig mitwirken. Daß diese Erwartung keine eitele ist und daß daher von weiterem behördlichen Vorgehen einstweilen abgesehen werden kann, zeigen in erfreulicher Weise die bei der Regierung einlaufenden Anträge a Jäger selbst auf Aufhebung von Schonzeiten, denen stets entsprochen werden konnte. 3 * Imker⸗Versammlung. Die am Sonntag „Zum Tannhäuser“ abgehaltene Frühiahrsversammlung des Gießener Bienenzüchtervereins erfreute sich eines zahlreichen Besuches. Vorsitzender Buß erstgttete vor⸗ erst ausführlichen Bericht über die am 3. Osterfeiertage im Oberhessischen Bienenzuchtverein abgehaltene Ausschu Danach werden in diesem Kriegsjahr weder Imkerkursus noch Wanderversammlung mit Ausstellung abgehalten. Leider haben auch die meisten Imkerbedarfsartikel, wie Kunstwaben, Honiggläser uff. eine bedeutende Preissteigerung erfahren. Im Mittelpunkt der Tagesordnung stand ein Vortrag über „Frühjahrsarbeiten auf dem Bienenstande“, der lebhaft be⸗ sprochen wurde. Es wurde lobend anerkannt, daß die Stadt⸗ verwaltung für eine bessere Bienenweide das erforderliche Gelände bereit gestellt hat. Zum Schlusse gedachte die Ver⸗ 4 0 1 ßsitzung. „ 0 1 65 4 Die nächste V ammlung eit, Sonntag vor Pfing⸗ 5 N Landkreis Gießen. 0 k. Lich, 19. April. Fast gleichzeitig erhielten die beiden Brüder Christian und Karl Nau militärische Aus zeichnun⸗ gen. Ersterem, der Gesreiter im Badischen Artillerie⸗Regiment Nr. 14 ist, wurde am 12. d. Mts. von unserem Großherzog die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Am 14. d. Mis, wurde der jüngere Bruder, Unterossizier im 16. Vayeri⸗ schen Reserve-Insanteri⸗Regiment, mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. 5 Kreis Friedberg. Bad Nauheim, 18. April. Wie die„Bad⸗Nauheimer Zeitung“ erfährt, ist für den durch Hinscheiden des Geheimrats r. Eser erledigten Posten des Großh. Bade⸗ Direktors Herr Baurat v. Böhmer von der Großh. Kultur⸗Inspektion in Mainz in Aussicht genommen. . Starkenburg und Rheinhessen. h. Dieburg, 19. April. Während der Heimfahrt vom Walde, woher die Konfirmanden des Nachbarortes Schaafheim Bäume zur Kirchenschmückung aus Aulaß ihrer gestrigen Konfir⸗ mation geholt hatten, geriet der hochbeladene Wagen an einer ab— schüssigen Stelle ins Rollen. Dabei geriet der Konfirmand Vreit⸗ wieser unter die Räder, die über ihn hinweggingen und ihn sosort töteten. Der Vater des armen Jungen befindet sich im Felde. 25 Hessen⸗Nassau. h. Frankfurt a. M., 19. April. In den Futterräu⸗ men der dritten Batterie des Feldartillerie⸗Regi⸗ ments 63 brach heute abend gegen 10 Uhr ein Brand aus, der an den Heu- und Strohvorräten reiche Nahrung fand und sich infolgedessen rasch ausbreitete. Sämtliche Feuer⸗ wachen der Stadt waren in wenigen Minuten am Brandherd und griffen diesen mit allen verfügbaren Schlauchlinien an, sodaß das Feuer gegen Mitternacht lokalisiert werden konnte. Die unter den Vorratsräumen untergebrachten Pferde konn⸗ ten von den Mannschaften rechtzeitig gerettet werden. Da ein leichter Südwind wehte, wurden die hochlodernden Flam⸗ men von den in nächster Nähe stehenden Gebäuden des Pro⸗ viantamts abgetrieben, andernfalls wären auch diese schwer bedroht gewesen. Die Ursache des Brandes ist vermutlich auf Unachtsamkeit zurückzuführen. . Frankfurt a. M., 19. April. Im Alter von 77 Jahren starb der Nane der Kartographischen Anstalt L. Raven⸗ stein, Ludwig Ravenstein. Die hervorragenden Kartenwerke, die der Verstorbene anfangs von Frankfurts Umgebung, Hessen und 2 und später von allen Weltgegenden mit meister⸗ hafter t und peinlicher Gewissenhaftigkeit schuf, haben dem Institut Weltruf verschafft.— Auf den am Sonntag abend hier eingetroffenen Wiesbadener Eilzug wurde bei Hattersheim von rohen Burschen eine Bierflasche geschleudert. Die Scher⸗ ben verletzten zwei im Zuge sitzende Landsturmleute am Kopfe in arger Weise. Von den Rohlingen hat man bis jetzt keine Spur. Wiesbaden, 20. April. In den Kämpfen in den Kar⸗ pathen fiel der Direktor des Landesmuseums für nassauische Altertümer zu Wiesbaden Dr. phil. Eduard Bremer, Leut⸗ nant d. L. Er war aus Wiesbaden gebürtig(1877 studierte zu⸗ nächst Chemie und bestand das chem. Verbandsexamen. Dann widmete er sich dem Studium der germanischen und romanischen Sprachwissenschaft, besonders unter den Professoren Hoops, Braune und Neumann, erwarb 1907 in Heidelberg den Doktorgrad, war Volontär am städt. Museum in Frankfurt a. M., später am Landesmuscum in Wiesbaden und am römisch-germanischen Zen⸗ tralmuseum zu Mainz, woselbst er wissenschaftlicher Hilfsarbeiter wurde und am 1. September 1911 Museumsdirektor in Wiesbaden als Nachfolger von Prof. Ritterling. Sein Spezialarbeitsgebiet war germanische Archäologie. Bücher mit Farbennamen. Weißbuch und Blaubuch, Rotbuch und Gelbbuch— seit dem Kriegsausbruche wimmelt es 8 noch mehr als früher von diesen bernamen, die von Farben hergeleitet sind. Woher die diplo⸗ matischen Veröffentlichungen ihren Namen haben, darf als be⸗ kannt vorausgesetzt werden: sie haben sich nach der Farbe der Umschläge genannt, die in dergleichen Fällen üblich geworden sind. England ist mit seinen„Blaubüchern“ vorangegangen, und die anderen Mächte haben sich daun unter den übrigen Farben ausgesucht, was ihnen gefiel. In Frankreich, wo die Bezeichnung „Gelbbuch“ seit 1852 eingeführt worden ist, ist sie nicht ganz ohne bedenklichen Nebengeschmack, indem auch gewisse Veröffent⸗ lichungen einer unappetitlichen Literaturgattung dort als„Gelb⸗ bücher“ bezeichnet zu werden pflegen. Nun ist aber die Benennung von Büchern nach Farben in der Geschichte des Buches überhaupt nichts Neues, sondern, wie die bei E. A. Seemann in Leipzig erschei⸗ nende„Zeitschrift für Bücherfreunde“ in einem hübschen Beitrage über diesen Gegenstand bemerkt, schon aus den Tagen des Mittel⸗ alters her bekannt. Der älteste Fall, wo ein Buch auf einen Farben⸗ namen getauft worden ist, ist wohl der des„Goldenen Buches“ der Republik Venedig, das ein Verzeichnis der zur Teilnahme an der Regierung berechtigten Adelsgeschlechter ent⸗ hielt. Nach diesem Vorbilde heißen ja noch bis zum heutigen Tage solche Bücher von Städten, Austalten und Gesellschaften 1 e“, die dazu bestimmt sind, Eintragu von Ehrengästen, Ehrengaben usw. aufzunehmen; und in freier Nachahmung hat im jüngsten Jahrzehnte ein unternehmender Verleger eine ganze Reihe von, Büchern“ veröffentlicht, die das Wissens⸗ werteste und Beste aus den verschiedensten Zweigen menschlicher Forschung und Bildung zusammenfassen sollten. Recht verbreitet ist im Mittelalter die Bezeichnung„Das rote Buch“ gewesen: bereits im Jahre 1862 hat Hesse in Rudolstadt eine ganze Liste von solchen„roten Büchern“ zusammengestellt. Rot war die Farbe des Blutbanns, und es wurden daher vielfach solche Bücher nach dieser Farbe benannt, die zu Eintragungen bestimmt waren, welche mit dem Blutbanne zusammenhingen. In neuester Zeit iat dann bekanntlich als die Farbe der Revolution und des 5 zialismus beliebt geworden, und es gibt eine ganze Reihe von„roten Büchern“, die durch ihre Farbe von vornherein ihre Gesinnung bekennen. Indes hat sich die Sitte, Bücher nach Far⸗ ben zu benennen, nicht auf die Politik und die Verwaltung allein beschränkt, sondern ist auch in der schönen Literatur anzutreffen. Da liegt ihr Ursprung im 18. Jahrhundert, und zwar in jeuen literarischen Spielereien, deren Reihe wohl Caraccioli im Jahre 1759 mit seinem„Livre vert“ eröffnet hat. Das gefiel, und dem „grünen Buche“ folgte eine Reihe von Modebüchern, die die ganze Skala der Modefarben durchliefen. Diese Mode hat sich dann bis ins 19. Jahrhundert hinein erhalten: es sind da noch„braune Erzählungen“ erschienen, an denen selbst ein Balzac sich beteiligt phat, und von dem französischen Vorbilde hat A. v. Sternberg deu Titel seiner 1850 zu Bremen erschienenen Braunen Märchen“ entlehnt. Es versteht sich, daß in all diesen Fällen, der Umschlag die dem Titel entsprechende Farbe aufzuweisen pflegte Etwas anderer Natur ist der Titel der„Contes bleus“, von denen es eine ganze Literatur gibt. Unter diesen„blauen Geschichten“ ver⸗ steht mar nämlich die Räuberhistorien und Ammenmärchen, die übrigens im 18. Jahrhundert vielfach auch in bläulichem Um⸗ schlage zu erscheinen pflegten. Es steht wohl zu vermuten, daß diese ung inhaltlich verwandt ist mit der der„blauen Blume“, die wir ja in Deutschland zu brauchen pflegen. f Der mischtes. »Die Jahrhundertfeier der Burschenschafter abgesagt. Aus Eisenach wird gemeldet: Die für Bfingsten 1915 geplante Jeier des hundertjährigen Bestebens der deutschen Burschenschasten, in deren Mittelpunkt eine Festaufführung in Jena und die Weihe des neuen Burschenschasts hauses in Eisenach 7 5 5*.—— 3 Mic„wurde endgültig abgesagt, da sast sämtliche aktiven Mitglieder der deutschen Burschenschaften im Felde stehen. „ Baron Reuter z. Reuters Bureau meldet: Baron Herbert Reuter, der Direktor der Reuter-Agentur, ist am Sonntag in seiner Wohnung nahe bei Reigate tot aufgefunden worden. Ein abgeschossener Revolver lag neben ihm. Es scheint kein Zweifel darüber zu bestehen, daß Baron Reuter selbst seinem Leben ein Ende gemacht hat. Er war schwer erschüttert über den plötzlichen Tod seiner Frau. Ihre Leiche befand sich noch in seiner Wohnung. Reuter wurde am 10. März 1852 geboren. Er studierte in Harrow, Oxford und Paris und verheiratete sich im Jahre 1876 mit Edith Campbell, einer Tochter von Robert Campbell. * In einer Wiener Ivalidenschule.„Nirgends wird die Arbeit des Roten Kreuzes in Europa mit mehr Weisheit und Sorgfalt verrichtet als in Oesterreich.“ So urteilt eine Dame, die Angehörige eines neutralen Landes, die im Daily Chronicle den Lazaretten der Doppelmonarchie ein hohes Lob spendet. Sie hat die Invalidenschulen in Wien besucht, die hier in Verbindung mit den Hospitälern eingerichtet sind, und unvergeßliche Eindrücke mit fortgenommen.„Ein einfacher kroatischer Soldat, ein Bauer, den ich in einer dieser Schulen sah, hat mir mehr von dem Schre⸗ cken des Krieges enthüllt, als selbst die mit Typhuskranken über⸗ füllten elenden Räume in Serbien. Nichts, das ich je gesehen habe, erschien mir so tragisch und zugleich so ergreifend als das Bild dieses kroatischen Bauern, dem der eine Arm und die Schulter weggeschossen sind und der hier in einem stillen Wiener Schulraum mit einer neuen Sense arheitete, die eine besondere Vorrichtung nach Angabe des Arztes aufwies. Er übte den Sensenschwung mit einem Arm und sang dabei in dunklen Tönen die Melodie eines flavischen Erntegesanges.„Sieh nur her,“ sagte er.„Das wird bald so gut gehen wie nur je. Ich lerne es schon.“ Ein wenig unbehilflich faßte er dann wieder seine Sense und ließ sie von neuem durch die Luft sausen, ganz in seine Arbeit vertieft und ruhig in dem Bewußtsein, daß er die nächsten zwanzig Ernten nun auf diese Weise das Korn schneiden müsse. Er seufzte einen Augen⸗ blick, und dann murmelte er getrost:„Bald geht es so gut wie nur je.“ Diese Invalidenschulen, von denen vier in Wien und eine in Prag eingerichtet sind, müssen als die erfolgreichsten unter all den Einrichtungen in Oesterreich erscheinen, durch die man den ver⸗ wundeten Soldaten ihre Arbeitsfähigkeit wiederverschafft und sie auf ihren Erwerb nach dem Kriege vorbereitet. Man geht daber von dem Grundsatz aus, daß zwei Monate einer erzwungenen Be⸗ schäftigungslosigkeit, in der die geheilten Glieder nicht geübt wer⸗ den, genügend sind, um das körperliche und geistige Gleichgewicht eines Mannes für ein ganzes Leben zu vernichten. Deshalb sieht man darauf, die Verwundeten möglichst rasch zu beschäftigen. So weit es irgend möglich ist, setzt man die Arbeit der Hände an die Stelle jener theoretischen gymnastischen Apparate, die gewöhn⸗ lich gebraucht werden, um den verletzten Armen und Füßen ihre Beweglichkeit wiederzugeben. Und diese Arbeit der Hände ist, so weit es möglich ist, die, welche der Verwundete vor dem Kriege ausübte und an die er gewöhnt ist.„Wir haben herausbekommen,“ erzählte mir eine Krankenpflegerin,„daß ein Mann seine richtige gewohnte Arbeit, so weit er es kann, stundenlang gern ausführt, während eine ähnliche Uebung mit Gewichten in einer gymnastischen Anstalt ihn in viel kürzerer Zeit völlig ermüden würde.“ Damit die Verletzten ihre Arbeit ausführen können, hat man besondere Werkzeuge für sie geschaffen. Ich sah z. B. in der Tischlerwerkstatt der Invalidenschule für verwundete und geschwollene Hände Ham⸗ mer mit Handgriffen, die dreimal so groß waren als die gewöhn⸗ lichen und Hobel mit Handgriffen, die Händen ohne Finger ange⸗ paßt waren. In der Schule, die ich besuchte, sind jetzt Werkstätten und Klassen für 28 verschiedene Berufe eingerichtet, und die Er⸗ zeugnisse einer jeden Schule werden möglichst für den Gebrauch des Lazaretts verwendet, mit dem sie in Verbindung stehen. Zinn⸗ schalen werden von Zinngießern verfertigt, Schneiderarbeiten be⸗ sorgen Schneider, und ebenso werden Schuhe, Stühle und Körbe verfertigt. Für Leute, die völlig unfähig sind, ihren früheren Beruf wieder aufzunehmen, ist Unterricht eingerichtet, um ihnen neue Beschäftigungen beizubringen. Zahlreiche Strickmaschinen für Leute ohne Beine sind über das Land verteilt, und den Invaliden gezeigt, wie sie zusammen mit ihrer Frau diese Maschinen zu Hause bedienen können. Viele dieser Beinlosen lernen Schreib⸗ maschine, und es sind Listen von Maschinen angelegt, die von zu sonstiger Arbeit unfähigen Männern gut bedient werden können. Alle Soldaten, die ihren rechten Arm verloren haben, lernen mit dem linken schreiben, und es ist ein ergreifender Anblick, die Räume in diesen Schulen mit ruhigen eifrigen Männern angefüllt zu sehen, denen die Lehrer hie und da die so nützlichen Winke geben.“ » Sommerbadeleben im Winter. Seit einigen Jahren hat man sich in New Yorker Kreisen aui die Pflege eines neuen Sportes geworsen, von dessen Reizen und Vorzügen se ine Anhänger ganz begezstert sind. Dieser Sport besteht darin, mitten im Winter Bäder in der offenen See, und zwar in derselben Bade⸗ tracht zu nehmen, die im Sommer ühlich ist. Die beiden Vereine, die die Anrequng zu diesem Sport gaben, waren der der„Polar- bären“ und der der„Schneevögel“. Die Polarbären waren 25 junge Männer, denen in den Schneevögeln ein Dutzend flotter junger Damen zur Seite trat. Zusammen machten sie sich jeden Sonntag nach Brighton Beach aui und nahmen des Nachmittags ihr winter⸗ liches Seebad. Zu ihnen gesellten sich dann noch verschiedene andere Vereine, von denen der„Arktische Klub“ der bedeutendste ist. Dieser setzte die Mittagszeit als Badestunde sest, während wieder andere Winterbader den Vormittag für die beste Badezeit halten. Alle aber stimmen darin überein, daß die körperlichen Wirkungen des Seebades im Winter von der allerglücklichsten und ersreulichsten Art seien. Die Technik des Winterbades in der See — denn schon hat sich eine solche ausgebildet— bestebt darin, daß die Teilnehmer zuerst„Medizinball' miteinander spielen, bis ihr Blut in lebhasten Umlauf gekommen ist und sie ganz warm ge⸗ worden sind. Dann tauchen sie unter, und hierbei ist natürlich jedem Teilnehmer freiester Spielraum gelassen wie lange ihm aut dünkt, im Wasser zu bleiben oder unterzutauchen. Tatsache ist jeden⸗ falls, daß die am Strande weilenden Zuschauer, die Zeugen dieses originellen Sommerbadelebens im Winter sind, in der Regel viel mehr vor Kälte klappern, als die Badenden, die gewöhnlich krebs⸗ rot, pustend und sorudelnd, aber äußerst frisch und vergnügt ans Land springen. Im April hält der„Arktische Klub“ seine regel mäßige Jahres versammlung ab, und es werden bei dieser Gelegen heit immer begeisterte Lobreden zu Ehren des Seebades im Winter „geschwungen“. wöchentl. Uebersicht der Todesfälle i. d. Stadt Gießen. 15. Woche. Vom 4. bis 10. April 1915. Einwohnerzahl: angenommen zu 32 900(inkl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 20,0%, Nach Abzug von 5 Ortsfremden 12,65. 1 Er- Kinder Es starben an uf. f N f aal, wachen wage Fe Altersschwäche 1 1— 2 Diphtherie 100—— 10 Lungentuberkulose 1 1— 8 Lungenentzündung 2()— 1 100 Arteriosklerose 1 1 2 7 Krankheiten des Rücken ⸗ marks 2(1) 2(1)—— Darmkatarrh 5 100—— 10 anderen Darmkrankheiten 1 1— 1 Krebs 2 00 2(1) 2 2 Unbekannter Ursache 1— 85 1 Summa: 13(5) 8 9 1 4 00 Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben au, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. —̃—— Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. sichten in Hessen am Mittwoch, den 21. April 1915: 2 N 92 Letzte Nachrichten. i Berlin, das„unerschöpfliche Reservoir zur Ergänzung det; - 8 7 Bern, 20. April. Der Berliner Mitarbeiter des„Borner Bund“, ein Schweizer, schreibt: Wer Zeuge der erhebenden Huldigung zur Erinnerung des 100, Geburtstages des Fürsten Bismarck war, dem mußte sich die Ueberzeugung aufdrängen, daß die Reichshauptstadt von ihrer bekannten Festfreudigkeit wenig oder Der Verkehr während der Osterfeiertage gar nichts verloren hat. Der Ve vähren 0 war so lebhaft, daß die meisten Wirtschaften Leute abweisen mußten, und dies nach einer achtmonatlichen Dauer des Welt⸗ cheine die Reichshauptstadt wie ein unerschöpf⸗ lrieges! Fast f liches Reservoir zur Ergänzung der Front. Wer sich da einbildete, Deutschland könne seinen Gegnern in der Zahl der Gewehre nicht Stand halten, sieht sich getäuscht, und selbst die angedrohte Hungerperiode fällt kläglich dahin. Finanziell ist die Ausrüstung Deutschlands glänzend erwiesen. Wenn demnächst eine weitere Anleihe nötig sein sollte, scheint sie uns nicht ge⸗ fährdet. Es ist diese erfreuliche Tatsache im wesentlichen darauf zurüd zuführen, daß Deutschland vom Auslande unabhängig ist. Die Arbeitslosigkeit ist neuerdings zurückgegangen, ja, es besteht in vielen Zweigen sogar Arbeitermangel. Die bürgerlichen Speise⸗ hallen des Roten Kreuzes, die zu Anfang des Krieges 15000 Ar- beitslose als Mittagsgäste hatten, sind sämtlich mit Wirkung vom 20. April aufgehoben worden, da ein Bedürfnis für die Weiterführung nicht mehr besteht. Es wird sogar behauptet, die Frauen auf dem Lande hätten nie so viel Geld gehabt wie jetzt. Das Luftbombardement auf Reims. Luxemburg, 19. April. Ueber das letzte deutsche Luft bombardement auf Reims meldet die„Luxemburger Zeitung“, daß insgesamt 38 Personen getötet wurden. Die durch die Bomben entstandenen Brände währten die ganze Nacht hindurch 9 und den folgenden Tag. Die Zeitungen bestätigen, daß die Fran⸗ zosen wieder auf dem Turm der Kathedrale Beobachtungsposten und Maschinengewehre aufgestellt haben. Prof. Dr. Paasche über die Zukunft des Kolonialreiches. Berlin, 20. April. Die„Berliner Morgenpost“ mel⸗ det aus Dortmund: Der Vizepräsident des Deutschen Reichs⸗ tages, Geheimrat Professor Dr. Paasche äußerte sich in einem auf Veranlassung der Elberfeld-Mekmanner-Abtei⸗ lung der deutschen Kolonialgesellschaft in Elberfeld gehal⸗ tenen Vortrage u. a. auch über das zukünftige Schicksal der deutschen Kolonien: Wir müßten auf Ersatz dessen, was uns etwa in weiter Ferne verloren geht, bedacht sein. Dieser Ersatz müsse in Afrika gesucht werden. Unmöglich könnten wir aus diesem Kriege, der so gewaltige Opfer von uns fordere, mit leeren Händen zurückkehren. Das 2 zentralafrikanische Kolonialreich liege im Bereich 15 er Möglichkeiten und dieses Ziel sei geeignet, uns zu weiterer freudiger Kolonialarbeit zu ermuntern. Aus den Karpathen. Budapest, 20. April. Der Kriegsberichterstatter des„Az Est“, Frabz Molnar, telegraphiert aus dem Kriegspressequartier, daß in den Karpathenkämpfen die VIII. russische Armee und die ihr zugeteilten Hilfskräfte auf der ganzen Linie eine große Niederlage erlitten haben. Täglich werden mehrere 100 rus⸗ sische Eisenbahnzüge mit Verwundeten von dem Kriegsschauplatz ins Innere Rußlands gebracht.— Die geschlagene Armee hat das beste Soldatenmaterial der Russen; es bestand größtenteils aus sibirischen Regimentern, welche als die besten An⸗ griffstruppen gelten, die besten Liniensoldaten sind und besonders an der Ostfront mit den schonungslos kämpfenden Kosaken ver⸗ mengt, die zur Hälfte zu Fuß kämpfen und die, wie unsere Hu⸗ saren, die größten Infanterieanstürme mit Kavallerieangriffen kom⸗ binieren. Am östlichen Teile der Front wurden ganz frisch aus⸗ gebifdete Rekruten in den Kampf gestellt, deren Uniformen noch nicht einmal eingetroffen waren und die deswegen in Zivil kleidern kämpfen mußten. 0 5 Ein russisches Küstenfahrzeug gesunken. Von der russischen Grenze, 19. April. Der von den russischen Marineverwaltung zu einem Kriegsfahrzeug umgewan, delte und mit leichter Artillerie bewaffnete Dampfer„Haku“ 8 2 8 Da stieß anscheinend auf eine Mine und sank. Das Kriegsküstenfahr⸗ zeug vermittelte den Dienst zwischen Odessa und Sewastopol. An Bord des Dampfers befanden sich wichtige Papiere der Heeres verwaltung, Post und eine größere Geldsendung. Die Mannschaft konnte sich in Booten retten und wurde schließlich durch einen Lotsendampfer aufgenommen. Die Minengefahr im Schwarzen Meere hat sich in letzter Zeit ganz bedeutend erhöht. Besonders zahlreich sind die Treibminen, die selbst der eigenen Schiffahrt ge⸗ fährlich werden. Durch russische Treibminen ist die russische Schiff⸗ fahrt und selbst die russische Kriegsflotte im Schwarzen Meere in ihren Bewegungen außerordentlich behindert. In letzter sind wieder zahlreiche neue Minen besonders im Gebiet von Odessa. Sewastopol und Kortsch ausgelegt worden, weil man ganz besonders den wieder aufgetauchten Kreuzer„Göben“ fürchtet. 17 Die französischen Kriegsanleihen in Amerika. Brüssel, 19. April. Die Lmerikaner stellen den Fran⸗ zosen immer schwerere Bedingungen für ihre Kriegsanleihen. Für die bisher 50 Millionen Dollars Schatz⸗ scheine zahlt der französische Finanzminister nicht bloß 6 Proz Zinsen, sondern er muß die letzteren auch noch im voraus bezahlen. Trotzdem ist die Geldnot in Paris so groß, daß Finanzminister Ribot mit den New Yorker Banken wegen Erhöhung des französischen Kredits in Amerika auf 100 Millionen Dollars unterhandelt. Die ganze Summe dient zur Bezahlung der in Amerika gemachten Kriegsbestellungen. Ein französisches Amuzonenregiment. 5 i. Köln, 20. April. Nach der„Köln. Ztg.“ ist ein Regiment französischer Amazonen in der Ausstellung begriffen. Frau Arnaud, die Witwe eines gefallenen Offiziers, komman⸗ diert es. Es besteht natürlich nur aus Freiwilligen. Regiments⸗ chef ist die Königin von Belgien. Angeblich sollen mi Sektionen gebildet werden, von denen sich eine damit befassen soll, Drückeberger an die Front zu bringen. 1 Kriegs vorbereitungen in Japan. Tokio, 20. April. Das japanische Kriegsministerium hat, wie die Korrespondenz„Piper“ erfährt, die Errichtung zweier neuer Divisionen in Korea geplant und entsprechende Kredite verlangt. Das Kriegsministerium hat den Kriegskredit bereits um 24 Millionen Nen überschritten. — Für Mhenmatiker u. Neuralgieleidende. In einem Tage von. 3 Schmerzen efreit. Herr Josef Wilbelm, München, schreibt:„Seit 2 Monaten litt ich derart an Ischias, daß ich nicht gehen und nicht stehen, und das 1 nicht verlassen konnte. Ich hätte ausschreien mögen vor chmerzen. Kein Mensch glaubt, was ich gelitten habe. Nichts alf mir. Da brachte mir meine Frau aus der Apotheke Togal mit. Die Wirkung war geradezu wunderbar. Nachdem ich nur wenige Tabletten genommen hatte, war ich vollkommen wieder dergestellt. Ich gebe daher jedem Leidenden den Rat, sich fofort aus der nächsten Apotheke das überaus billige und unfehlbar wirkende Togal zu besorgen. Niemand wird diese Ausgabe be⸗ dauern.“ Aehnlich berichten viele andere, welche Togal gegen Rheumatismus, Hexenschuß, Schmerzen in den Gliedern und Ge⸗ lenken sowie bei Influenza und Kopsschmerzen gebrauchten. Es Wolkig, mieist trocken, mild, südwestliche Winden 5* abt m lie Avot führen Dog 4 EL„ 9 3 2 Herren Schunhaus I. Süss Marktstrasse 9/11 Frũ biete auch jetzt unübertreff liche Neu- heiten in Form und Ausstattung an Besichtigen Sie meine Abteilungen für 8 D Damen- Stiefel. Hinder-Stiefel Wettergasse Für die hjahrsmode Halbschuhe, Damen-Stiefel 8 Schaufenster 3556 In Feindes Erde ruht mein Glück, Du treuer Gatte kehrstnimmermehr zurück; Ach, viel zu früh verließest Du die Deinen, Die in der Heimat um Dich weinen. Todes⸗ Anzeige. Nach langer Ungewißheit erhielten wir die traurige Nachricht, daß mein innigstgeliebter,! treuer Mann, der treusorgende Vater seiner Kinder, unser braver Sohn, Bruder, Schwieger⸗ sohn, Schwager und Onkel Gustav Weller Unteroffizier im Res.⸗Inf.⸗Regt. Nr. 116, 7. Kompagnie am 28. Auguft den Heldentod für sein geliebtes Vaterland im 9. Lebensjahre gestorben ist. „Dies ist der zweite Sohn, der uns ent- rissen wurde. In tiefer Trauer: Elisabetbe Weller, geb. Jakob, u. Kinder Jamilie August Weller Familie Friedrich Pfeifer 2 Friedrich Weller, z. Zt. im Jeld, nebst Familie 5 Emma Weller Wwe., geb. Deibel, nebst 10 Kindern Katharine Rudolf Wwe., geb. Weller Jamilie Otto Lotz. Wieseck, Erda und Gießen, den. April 1915. 1359 Wiedersehen war seine Hoffnung. Allzu früb bist Du geschieden, Umsonst wax all unser Hoffen und Flehn Ruhe sanft Du Herzensguter. Bis wir uns einst wiedersehn. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 3. April mein lieber, hoffnungsvoller Sohn, mein innigstgeliebter Bräutigam, unser guter Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Martin Enders Ersatz⸗Pionier⸗Bataillon Nr. 21. In tiesem Schmerz: Wwe. Enders und Familie Elisabeth Ruhs, als Braut Familie Ruhs. Holzheim, Gießen, Lollar, 18. April 1918. oel n Bruchleidende tragen oft kein Bruchband, weil ihnen der Druck ihres Federbandes zu lästig ist, verschlimmern ihr Leiden aber dad u. Mein Bruchband„Ideal“ ohne Feder, eigenes System, auch bei Nacht tragbar, bietet die grö te Erleichterung und hält sicher jeden Bruch zurück. eih- und Verfallbiaden, Geradehalter. Langjährige Hrfahrung. Reelle Bedienung.— Bin wieder selbst mit Mustern an- wesend in diellen Samstag, 21. 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Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Bei Niederschlägen treten vielfach die Wässer aus Winkeln und Regenxrohrsinktasten an den Straßenfronten auf den Bürgersteig, wodurch die Fußsteige verunreinigt werden. Um dies zu vermeiden, ist für eine eingehende Rei⸗ nigung der Hofwässereinläuse und Mete eu nee n sorgen. 1 Jakob 2 Mt., F. Bender& Co. 10 Mk. 5k, Fräulein L. Schreiber 3 Mk., Ausschuß der Gießener Bürde Bördneen fur 5 a. 2. rgerwohnungen untergebra mnusc ten 7 Laundsturm⸗Infauterie⸗Ersatzbataillons Gieß en werden bezablt an die Empfangsberechtigten, deren Namen an!: fangen mit 3551 A am Mittwoch, den 21. April 1913] jedesmal von GK„ Donnerstag.„„„8-—12ubr vorn „ ITreitag, 1 3-6 Uhr ,„ Samstag.„ 2.„„ I nachmittags. , An denselben Tagen können die rückständigen Ver⸗ gütungen für 1.—8. Jebruar in Empfang genommen werden. Die Zaplstelle ist im Stadthaus, Zimmer Nr. 4. Noch nicht gezahlt werden die Vergütungen für die vom 8. Februar ab in Bürgerwohnungen unter⸗ gebrachten Maunschaften des Ersatz⸗Batalflons 116. Aus der städtischen Sandarube am Rödgener Weg wird Kies bis auf ee Mittwochs abgegeben. 605 Für die Beschaffnug von Sanitätshunden sind noch eingegangen: „Bei dem Oberbürgermeister der Stadt Gießen: Von Firma Wirsig(Sammelbüchse 5 Mk., Prosessor Oß⸗ wald 10 Mk., Heinrich Launspach 10 Mk., F. S. Wtw. 5 Mk., Direktor F. May 30 Mt., Fridg Drüge 5 Mk⸗ O. S. 3 Mk., Gemeinde Großen Linden 4 Mk. aus einer Kränzchen⸗ kasse, 12 Mt. Frau Sch. 2 Mk. Frau Lehrer H Becke; 2 Ml., Kt. 5 Mk., E. R. 2 Mk., Frau Staubach 2 Ml. Juarta des Realgymnasiums 10 Mk. Ludwig Klein Metzgermeister 10 Mk, Stammtisch im Automobil 7 Mk., Oberstaatsanwalt Hofmann 10 Mk., Frau Lehr 5 Mk. Ungenaunt durch Pfarrer Ausseld 5 Mk. gesammelt von dem Personal der Hauptküche der medizinischen, Trauen und Hautklinik 20 Mk., Gebeimrat Dr. Sommer 10 Mit. Zohs. Bender von Birklax 3 Mk., Sammlung bei einer Nebenme ee der Sterbekasse von der Oberhess. Nebenwerkuatte 12.30 Mk., Ungenannse Witwe 1 Mt., aus der Gemeinde Großen-Linden 205 Mk., aus der Ge⸗ meinde Inheiden 8 Uk. zusammen 496,50 Mk. 2. Bei der Bank für Handel und Jndustrie, Nieder⸗ lassung Gießen: Von N. N. J Mk., Oberleutnant Firmenich „ Mk. Adolf Noll 3 Mk., Frau Sanitätsrat 1 „Höhere Mädchenschule 3520 Mk., M. C. K. 3 Mk, - Juug 5 Mk. Lusa Fischer 1 Mt., A. Pfleiderer 3 Mk., Br. Wasle 5 Mt., Pfarrer Schwabe ß Mk. Breuning 5 Mk., N. N. 3 Mk., Bergleute der Gewerkschast 2„Jungen 70 Mit., Landgerichtspräsident Güngerich 10 Mk., Leni Dam merschlag 4 Mk. Reinhardt, Lich 5 Mk., K. H. 2„ Trau Schweikert 5 Ml., Frl. Harbner, Kl.⸗Heubach 10 Mk., DO. S. 1 Mk. zusammen 144,20 Mk.. 3. Bei der Mitteldeutschen Creditbauk, Filiale Gießen: Bon Wilhelm Moser 10 Mk., Frau Hermann 8„Dr. Koch, Nidda Mk., N. N. 5 Mk., Frau Hauptmann von Thümen 10 Mk., Zean Puh, Hungen 10 Mk., Lanz, Lützellinden 4 Mk. Dr. Hoddes 15 Mk., N. N. 1.50 Mk., Heide Elbs 5 Mk., Wilb. Kohlermann 10 Mk. C. Röbr 10 Mk., Ludwig Nosenthal, Liebigstr. 10 Mk., Amtsgerichtsrat Wachtel 8 Mk., Ch. Zimmer Witwe 5 Mk., Frau Prosessor Garten 5 Mk., Ungenannt 5 Mk., A. u. W. Lyncker 10 Mk., Dr. L. Holz⸗ apsel 10 Mk. Hermann Noll 3 Mk., Professor Stahl 4 Mk., Frau Gebeimegt Laspeyres 5 Mk., Dr. Ehrhardt 5 Mk., Weberling 8 Mk. Amalie Holzapfel 10 Mk., Reallehrer Stumpf-Alsseld 4.70 Mk. Prof. Dr. Oskar Holtzmann 5 Mk. Prosessor Dr. Trapp 10 Mk., Daniel Heil 5 Mk., Oberst Schimmeljennig 20 Mk., Luise Friedrich, Lehrerin 5 Mk, Edgar Borrmann 3 Mk., Beamten d. Firma E. Borrmann 1.10 Mt. Skat⸗Gesellschaft„Postkeller“ 10 Mk. Hartmann J. 4 Mt. Reallebrer Salomon 2 Mk., Prof. Dr. 1 7 5 Mk., Hedwig Köhler 5 Mk., Dr. J. Meyerhoff 5 Mk., Heinrich Köhler, Watzenborn⸗Steinberg 3 Mk., Berth. Kuhne 5 Mk., Cbarlotte Schuchard 10 Mk., R. Wallau (Reinertrag eines Vortragsabends) 30 Mk., Locher 5 Mk., Kriegskasse(Oygienisches Institut 3 Mk. Kreisamtmann Dr. Heß, Lauterbach 10 Mk. Rentner Georg Schneider 6. Mi. Frau von Anmers 3 Mk. J. Hartmann 2 Mk., W. M. J Mk. Lehrer Wagner 5 Mk., H. K. 5 Mk., Frei⸗ rau v. Schilling 3.50 Mk. Frau Heinrich Aubel 5 Mk., N. N. 5 Mk., zusammen 373.80 Mark. 4. Bei der Geschäftsstelle des Gieener Auseigers: von Pfarrei Groß⸗Eichen(Pfarrer Staubach! B Mk., Hermann Lenerzsarf 2 Mk. Paul Müller 2 Mk. Frau E. Modde 2 Mk. aus Tinchens Sparkasse 3 Mk., Schlachl⸗ bofdirektor Dr. Modde 5 Mk., Fräulein L.—— 2 Mk., Ungenannt 5 Mk., Rechtsanwalt Thurn, Lauterbach 5 Mk., Trau Rosenbaum 2 Mk. von einem Dienstmädchen 1 Mk., Karl Müller 2 Mk., N.N. 6 Mk., Büro H. 1 Riegel ⸗ pfadklub 15 Mk., Hermann Stern 3 Mk., Fr. G. Sp. 3 Mk., Frau Karl Haupt 3 Mk. E. S. 2 Mk., Lehrer O. Stein ⸗ müller, Romrod 5 Mk., Schülern der Unterklasse der Romröder Volksschule 10.50 Mk. Frau Zimmer, Wieseck und Studentenschaft 100 Mk. Schülern der Oberklasse der Romröder Schule 4.50 Mk., Untersekunda Realgumnasium 150% Mk. M. Jeder 3 Mk., Orch. Krausch II. in Birklar bei Lich 2 Mk., K. Böhmer, Gießen 5 Mk., Aersten und Beamten des Kriegsgefangenen ⸗Lazaretts Gießen 33 Mk. Geheimerat Professor de Mk., Karl Lang, Wieseck 5 Mk., Klasse Ja der Stadtmädchenschule 15.55 Ml., Di., Gerhard 3 Mt., Untersekunda des Realgymnasiums⸗ 26,0 Mk. zusammen 390,8 Mk. ö 5. Bei der Geschäftsstelle der Oberbessischen Volks · zeitung: Von Frau R. 1 Ml., A. Erhard 1 Mk. W. Emrich J Mk., zusammen 5 Mk. Das Gesamtergebnis der Sammlung stellt sich auf 6311, Mk. 18 Pfsa. 1 5 Allen Gebern für ihre Beiträge nochmals herzlichen Dank. 13552 Jiuttermittelabgabe. Die Besteller von Kleie und Zuckerfutter werden 1 benachrichtigt, daß ein Posten Kleie und Zucker⸗ utter zur Abholung bereit liegt. Die Abgabescheine werden im Stadthaus, ausgegeben. Verpachtung von Gärten am Wißmarer Meg. Mittwoch, den 21. April 1915, nachmittags 4 Uhr, läßt die Stadt Gießen am Wißmarer Weg rechts der Lahn, gegenüber der Milttärbadeanstalt, 13 nebeneinander ge⸗ legene eingefriedigte und mit Gartenhäuschen versehene Gärten in der Größe von etwa 300 am auf die Dauer von sechs Jahren meisthietend verpachten. Die erde findet an Ort und Stelle statt. 8 133885 Im Anschluß an diese Verpachtung findet etwa um 5 Uhr die Verpachtung eines Grabstückes an der Damm⸗ straße, gegenüber dem Eichamt, und eines solchen an der Weserstraße, zunächst des Edergrabens, statt. Städt. Wohnungsnachweis Gießen, Asterweg 9. Es sind zu vermieten:* 5 3550 1 berrschaftliche Wohnung von? Zimmern mit Zentral⸗ heizung, 1 Wohnung von 5 Zimmern und Mansarden⸗ zimmer, 5 Wohnungen von 5 Zimmern, 10 Wohnungen von 4—5 Zimmern, 6 Wohnungen von 3 Zimmern, fünf Wohnungen von 2 Zimmern, 2 Wohnungen von einem Zimmer, 2 Ladenxäume mit je 1 Zimmer, 1 Lager⸗ oder Fabrikraum, J Lagerräume mit 1 Arbeitsraum, 9 möblierte Zimmer, davon 2 nebeneinanderliegende. Zu mieten gesucht: 20 Wohnungen von 1—5 Zimmern. Sad. AHrbetlsnacnieis Hessen. Asterweg 9. 3549 können eingestellt werden: N 1 bet hiesigen Arbeitgebern: 1 Fuhrmann, 2 Schmiede, 1 Maschinenschlosser, 5 Dreher, 1 Schlosser, 2 Kellner, 2 kräftige Arbeiter, 1 jüngerer Arbeiter, 1 Fensterputzer, 1 Hausbursche. 1 Lehrlinge: 2 1 1 1. Schutmacherlebr. ling, 1 Küferlehrling, 1 Lacktererlehrling, 2 Lehrmädchen für Schuhgeschäfte. b. bei auswärtigen Arbellgobern: 5 3 Knechte und Arbeiter bei Landwirten, 10 Erdarbeiter, 1 Schmied. 1 Spengler, 1 Schneider, W Arbeiter für chemische Fabrik, 1 Wagner, 2 Schuhmacher, 1 Hotel ⸗ Ce iuchen Arbeit uchen Arbeit: 1 laudwirtschaftlicher Fuhrmann, 1 Schlosser, 1 Buch⸗ binder, 1 Schneider, 10 Taglöhner und Hausburschen. Zimmer 13, 374 12 Putz, Wasch. und Lauffrauen, 1 Kinderfräulein bezw. Stütze, J Blüglerinnen.