* 7 3 2 Der Slezener Anzeiger Ischeint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Giegener Familiendlatter; ennal wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen ernsprech- Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelled l Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme don Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erstes 7 TTG 165. Jahrgang monatl. die Post Mk. 2.— viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- ichristleiter: Aug. Goetz. General⸗Anzeiger für Gberhessen Rotationsdruct und Verlag der Brühl'schen Univ. ⸗Buch⸗ und Steindruckerei N. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. 1 Dienstag, 13. April 1915 Bezugsore monatl. 75 Pf., viertel jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen 65 Pf.; durch Verantwortlich für den volitischen Teil und das Zeuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtsfaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. * Deutsche Vergeltungsmaßregeln gegen England. Mißerfolge und neue berluste der Russen. (WTB.) Großes Hauptquartier, 12. April.(Amtlich) Westlicher Kriegsschau platz. In den Argonnen scheitekten kleinere französische Teil⸗ angriffe. 5 g Zwischen Maas und Mosel war der Souutag verhält⸗ nismäßig ruhig; erst in den Abendstunden setzten die Franzosen zum Angriff auf die Combresstellung an; nach zweistündigem Gefecht war der Augriff abgeschlagen. 1 Im Walde von Ailly und im Priesterwalde fanden tagsüber örtlich beschränkte Nahkümpfe statt, in denen wir die Oberhand behielten. Ein in der Nacht erneut einsetzender Angriff wurde abgewiesen. 5 N. In Erwiderung des am 5. April erfolgten Bomben⸗ abwurfs durch feindliche Flieger auf die offene, außerhalb des Operationsgebietes liegende Stadt Müllheim, bei dem drei Frauen getötet worden sind, wurde Nancy, der Hauptort der Befestigungsgruppe gleichen Namens, von uns ausgiebig mit Spreng⸗ und Braudbomben belegt.. Nach Aussage französischer Offiziere sind die Kathedralen Notre⸗Dame in Paris und in Troyes, sowie hervorragende Staatsgebäude, die Nationalbibliothek, Kunstgebäude, Invaliden⸗ gebände, Louvre usw. mit militärischen Einrichtungen, wie Scheinwerfern, drahtlosen Stationen, Maschinengewehren, versehen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Bei einem Vorstoß von Mari ampol in östlicher Richtung nahmen wir den Russen 9 Offiziere, 1350 Mann, sowie 4 Maschinengewehre ab. a Nordöstlich von Lomza warfen die Russen aus Wurf⸗ maschinen Bomben, die nicht platzten, sondern, langsam aus⸗ brennend, erstickende Gase entwickelten. Die in der Presse amtlich gemeldete Verstümmelung eines russischen Unteroffiziers in Gegenwart deutscher Offiziere bedarf als grobe und sinnlose Lüge keiner weiteren Erörterung. Oberste Heeresleitung. 2 1* 5* Der englische Entschluß, den Gefangenen unserer Unter- seeboote als„Seeräubern“ die ehrenvolle Behandlung als Kriegsgefangene zu versagen, zeugt nicht nur von Roheit und Unritterlichteit, sondern auch von Kurzsichtigkeit und Naivität. Das werden jetzt die Herren in London selbst ein⸗ sehen, nachdem die deutsche Vergeltung in Kraft getreten ist, die für jeden Gefangenen unserer U-Boote, der in Eng—⸗ land schlecht behandelt wird, einen gefangenen englischen Offizier in Militärstrafhaft bringt. Es war so selbstver⸗ ständlich, daß die deutsche Regierung eine entschlossene Ant- wort auf das englische Gebaren nicht schuldig bleiben würde, und dennoch löst die heutige amtliche Berliner Be— lanntmachung überall Freude und Genugtuung aus. Wir haben das gute Recht auf unserer Seite, und man wird draußen in der Welt diese gerechte Maßregel würdigen, wie man der Engländer begreifliches Verhalten ver— urteilen wird. Wir haben seinerzeit zahlreiche Stimmen der Neutralen(aus Holland, den Nordstaaten, Italien usw.) wiedergegeben, die England darauf hinwiesen, wie töricht und unzweckmäßig der Entschluß sein würde, die Gefangenen der U-Boote als„Räuber“ zu behandeln, da die deutschen Seeleute, wie man auch die Unterseebootskriegführung auf⸗ sasse, auf alle Fälle, gehorsam ihrer Führung, lediglich ihre Pflicht erfüllten. Glaubt nun irgend ein verschrobenes englisches Gemüt noch, die deutschen Seeleute würden durch die drohende schlechte Behandlung sich abhalten lassen, ihre volle Tätigkeit zu entfalten? Das war naiv, genau so naiv wie die Annahme, daß die deutsche oberste Behörde der englischen Willkür nachsichtig zuschauen würde. Die neuesten Tagesberichte lauten wiederum durchweg günstig, sowohl im Osten wie im Westen. Im Nordosten haben Hindenburgs Truppen wieder einmal zu einem kleinen gelungenen Schlag gegen die Russen ausgeholt, der uns 1350 russische Gefangene einbrachte, wozu weitere in den Karpa⸗ then gefangene 830 Mann hinzukommen. Die Umgruppie⸗ rungen der deutsch⸗österreichisch-ungarischen Truppen in den Karpathen während der letzten Wochen erinnern lebhaft an die Taktik in Polen Ende Oktober und Anfang November vorigen Jahres. Das Herumholen eines Millionenheeres aus der Stellung zwischen Lemberg und Warschau, die rechts hätte umfassen sollen, in die linksumflügelnde Stellung Kra⸗ kau— Warschau.—Thorn, im Angesichte des überlegenen Fein— des, ohne von ihm gestört zu werden, ohne daß er auch nur eine rechte Ahnung hat, wie ihm geschieht, das war eine Leistung, wie sie die Kriegsgeschichte noch nicht gesehen, Eine ähnliche Leistung scheint jetzt vollbracht zu wer— den. Was war das menschenverschwendende Vorstürmen Napolebus nach Rußland, was das vorsichtig tastende, 1 1 5— 21 in der Mand⸗ rei, verglichen mit dieser selbstherrlichen Handhabun eines ungeheuerlichen Apparates, 125 2— 5— den Riesenkräfte, bet geringerer Sicherheit, jeden Augenblick hätten sprengen können! Allerdings, die gründlichste Zer⸗ störungsarbeit vor der seindlichen Front und vor allem die ausgiebigste Beuutzung der Eisenbahnen gehört da⸗ . das ist ja eben das Kennzeichen dieses Krieges von 8 5 1 5 1 heute, daß er sich zu einem technischen Problem von be— täubender Fülle des Inhalts und sinnverwirrender Weite des Umfangs ausgewachsen hat. Gelöst wird dieses Problem aber nur von der Partei, die im Frieden alles tut, um sich auf das furcht⸗ bare Examen des Krieges vorzubereiten. Es ist nur das Eingeständnis der Schwäche und des nahen Unterliegens, wenn die russische Heeresleitung verkünden läßt, sie mache jetzt gewaltige Anstrengungen, dem empfindlichen Mangel an strategischen Verbindungen abzuhelfen, sie lege neue Nebenstrecken zwischen den Hauptlinien an, um die Truppen— verschiebungen, die auf große Schwierigkeiten stoßen, zu erleichtern... Zu spät! Man kann während des Krieges unterbrochene Eisenbahnstrecken wiederherstellen und ein— gestürzte Brücken zusammenflicken(und auch das soll in wirklicher Güte und Fixigkeit nur der deutsche Pionier lönnen, nirgends der russische), aber in Eile ein strategi— sches Schienennetz hinter die Front zu zaubern vermag niemand. o euts forme. 0 e 1* Sepiccurr gun 2. * 8 2 2* 5 Lonbres * 1.— 5 0 . aesre A 0 S 7 nene 2 en Su See. 5 S Se cvurd f — e.. E. Srae Combres- Huli, m — 91. 2 J 7156 A Durch die ausführlichen Mitteilungen aus dem deutschen Großen Hauptquartier läßt sich der Lauf unserer Stellungen und der Gang der Gesechte in den letzten Tagen deutlicher er- kennen. Von der Maas aus zieht sich unsere Linie, wie wir einer Zusammenfassung der„K. 3.“ entnehmen, im Bogen um die Außenforts von Verdun und ihre Zwischenstellungen uach Osten bis in die Höhe von Etain, wo die von Metz über Conflans lommende Straße und die Bahn die nach der Mosel fließende Orne überschreiten. Die Högen, welche dieses Flüßchen west⸗ lich begleiten, und die Dörfer Fromezey und Gussain⸗ ville, deren Eroberung die Franzosen gemeldet hatten, waren von uns nie besetzt gewesen, da unsere Linie sich weiter östlich, augenscheinlich auf dem linken Orneufer hinstreckt und erst in der Gegend von Parfondrupt auf das rechte Ufer übergeht, um über Marchevlle naich Combres sich hinzuziehen. Hier halten wir die Vorhöhe vor den Cotes de Meuse, gegen welche die Franzosen von dem nördlich liegenden Les Eparges immer wieder mit starken Kräften vorbrechen. Tatsächlich haben sie dabei einige Gräben vorübergehend innegehabt, die wieder von unseren Truppen zu⸗ rückerobert worden sind. Von Combres aus nähert sich die deutsche Aufstellung der Maas und verläuft östlich des Waldes La Selouse über die Gegend von Seuzey, Lamorville und Spada auf St. Mi⸗ hiel. Nördlich dieses Städtchens wird der Fluß überschritten, so daß der kleine Ort Chauvoncouxt mit einem nicht sehr großen Raum in unserer Hand ist. Der Bogen wendet sich zur Maas süd— lich von St. Mihiel zurück und gewinnt das rechte Ufer wieder, von wo südlich des Forts Camp des Romains über die Wälder von Ailly und Apremont die Linie nun nach Osten verläuft, nörd⸗ lich der Straße Bouconville— Flirey—Pont⸗ä⸗Mousson. Nörd⸗ lich dieser Stadt dehnt sich der Priesterwald, in dem seit Monaten gekämpft wird, und westlich von ihm befinden sich an der Straße von Pont⸗a⸗Monsson nach Thiaucourt die Dörfer Fry-en⸗Hahe und. Regniépille, in denen nur deutsche Horchposten standen, die sich beim Anmarsch des Feindes auf die nördlich laufende deutsche Hauptstellung zurückgezogen. Westlich von den beiden Dörfern und unmittelbar nördlich von Flirey liegt der Wald Mort⸗Mare mit dem Dorf Remenauville vor seinem östlichen Rand. Gegen alle Teile dieser deutschen Linie sind im Lauf der letzten Tage mit wechselnder Kraft französische Angriffe erfolgt, die dem Gegner keinen irgendwie wichtigen Geländegewinn brachten, aber sehr schwere Opfer kosteten. Die Ausdehnung der Schlachtenfronten. Paris, 12. April.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Matin“ rechnet nach sicheren Angaben aus, daß die Ausdehnung der Schlachtfronten der Alliierten 2668 Kilometer beträgt. Davon kommen 870 Kilometer auf die französische, 50 auf die englische, 28 auf die belgische, 370 auf die russische und 350 auf die serbische und montenegrinische Front. Aus Frautreich entwichene deutsche Gefangene. Zürich, 12. April.(WTB. Nichtamtlich.) Nach der „Neuen Zürcher Zeitung“ sind vier in der Zitadelle von Sisteron, Dep. Basses-Alpes, internierte deutsche Kriegsgesangene mit Hilfe einer Strickleiter ent⸗ wichen. Unter ihnen besindet sich ein Ingenieur und ein Schullehrer. Sie haben vermutlich die Richtung nach Italien eingeschlagen. Aus Belgien. Berlin, 12. April.(Priv.⸗Tel.) Der„Lokal⸗Anzeiger“ meldet aus Amsterdam: Trotz schärfster Strafmaßregeln dauern die Versuche junger Leute aus Belgien fort, über die holländische Grenze zu entkommen, um zu dem belgischen Heer zu stoßen. So wurden durch eine deutsche Patrouille kürzlich 17 junge Burschen in einer Herberge des Grenzortes Re-Thy ausgespürt und festgenommen. Berlin, 12. April.(Priv.⸗Tel.) Dem„Berl. Lok.⸗Anz.“ wird aus Amsterdam berichtet: Traurig ist der Gesund⸗ heitszustand in vielen Dörfern des unbesetzten Bel⸗ giens, da sie übervölkert sind. Die Flüchtlinge aus den Dörfern an der Front wollen nicht weit fortziehen. Viele der Geflüchteten wurden von Bomben getötet, vor allem aber sterben viele an Typhus. Man bringt jetzt die Flücht⸗ linge zwangsweise weiter nach Frankreich hinein. Das von uns noch nicht besetzte Belgien zählt nur 21 Gemeinde. — . Der Seekrieg. Gerechte Vergeltung. ö Berlin, 12. April(WTB. Amtlich.) Die von der eng lischen Regierung angeordnete Maßregelung der in treuester Pflichterfüllung in ihre Gewalt geratenen Besatzungen von Unterseebooten durch Versagung ehrenhaftere Kriegsgefan⸗ genschaft und Unterbringung in Naval Detention Baracks hat die deutsche Regierung zu der Gegenmaßnahme veranlaßt, für jeden Gefangenen der Unterseebootsbesatzungen für die Dauer- seiner völkerrechtswidrigen harten Behandlung, einen kriegsge⸗ fangenen englischen Offizier ohne Ansehen der Person in gleicher Weise zu behandeln. Dementsprechend sind heute am 12. April, aus Offiziersgesangenenlagern 39 englische Offiziere in entsprechende Haft in Militärarrestan⸗ stalten überführt worden. Berlin, 13. April. Die Mitteilung des WT B., daß 39 ge⸗ fangencenglische Offizrere in Militärarrest über⸗ geführt worden sind, weil den in englische Gewalt geratenen Be⸗ satzungen von Unterseebooten ehrenhafte Kriegsgefangenschaft ver⸗ sagt worden ist, wird von den Morgenblättern beifällig besprochen. Der„Lokal⸗ Anz.“ sagt:„Die prompte Antwort auf das bru⸗ tale Vorgehen der Engländer wird bei uns allenthalben die rück⸗ haltloseste Zustimmung finden.“— In der„Kreuz zeitung“ heißt es:„Diese Maßnahme ist der rückhaltlosen Zustimmung und ungeteilten Beifalles des ganzen deutschen Volkes sicher. Hoffentlich zeigt sich das beabsichtigte Ergebnis.“— In den „Neuesten Nachrichten“ liest man:„Das Ehrgefühl einer jungen, stolzen und starken Marine hat hinter dem vorliegenden Entschluß unserer Reichsregierung gestanden.“— Die„Rund⸗ schau“ schreibt:„Das ist die einzig richtige Behandlung solcher Angclegenheiten, sie muß nur mit genügendem Nachdruck ange⸗ wandt werden, und dafür haben wir ja die Mittel in den Händen. Sollte ein englischer Offizier für einen unserer U-Bootleute nicht genügen, so muß man deren je nachdem 2, 3 oder mehr nehmen.“ — Die„Voss. Zeitung“ meint:„Die in Militärstrafanstalten übergeführten englischen Offiziere mögen sich bei ihrer eigenen Regierung beschweren, wenn ihnen jetzt eine Behandlung zuteil. wird, die sonst in Deutschland Kriegsgefangenen gegenüber nicht der Brauch ist.“ 5 London, 12, April.(WTB. Nichtamtlich.) Das britische Nes Des 9000 Tonnen große Passagierbvoot„Wayfairer“ ist auf der Höhe der Scillyinseln torvedrert worden. Das Schiff wurde nach Queenstown geschleppt. Rotterdam, 12. April.(WTB. Nichtamtlich.) Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant“ meldet: Der englische Dampfer„Serula“ aus Cork, der gestern Nacht, von Man⸗ chesten kommend, auf dem neuen Wasserwege eingetroffen ist, berichtet, daß gestern nachmittag bei Nvordhinder deutsche Flug⸗ zeuge 20 Bomben nach dem Schiff warfen, ohne zu treffen. Berlin, 12. April.(Priv.⸗Tel.) Dem„Berl. Tagebl.“ zufolge wurde der Kopenhagener Dampfer„Gullfoß“ auf der Reise nach IJsland von den Engländern beschlag⸗ nahmt und nach Leith gebracht. Alle Passagiere, dar⸗ unter Mitglieder des isländischen Althings, die als Gäste des dänischen Königs nach Kopenhagen gekommen waren, werden in Leith festgehalten. Das dänische Ministerium des Aeußern legte sofort Protest bei der englischen Regie- rung ein. *** Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 12. April.( TB. Nichtamttich.) Amtlich wird verlautbart: 12. April 1915, mittags. Die allgemeine Lage ist unverändert. 7 1 n In Russisch⸗Valen und Westgalizien stellenweise Ge⸗ schützklampf. l * Au der Karnathenfront wurden im Waldgebirge besonders in den Ahschnitten östlich des Uzsoler Passes, meh⸗ rere russische Angriffe unter großen Verlusten des Feindes abgewiesen. In Summa 830 Mann Gefangene. 8 7 In Südostgalizien und in der Bukowina vereinzelte heftige Geschütztämpfe. 5 Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: 5 v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Barbarei der Feinde vor den Dardanellen. N Konstantinopel, 12. April.(WTB. Nichtamtl.) Die LeAgence Milli“ meldet: Die Alliierten rächen sich für ihre Mißerfolge vor den Dardanellen, indem sie be⸗ wohnte, aber un verteidigte Ortschaften be⸗ schießen. Die alliierte Flotte hat am 7. April Jeniköj 8 am Aegäischen Meere beschossen und drei in gesegneten Um— ständen befindliche griechische Frauen getötet, sowie zwei Mädchen und zwei Männer verwundet. Wir unterbreiten die Tatsache der zivilisierten Welt, die darüber urteilen mag. 3 Von der tautasischen Front. Petersburg, 12. April.(WTB. Nichtamtlich.) Der Generalstab der Kaukasusarmee teilt mit: In der Küstengegend am 8. April Artillerierampf und Gewehr— feuer. In Richtung Olty kam es zu unbedeutendem Ge— wehrfeuer. Auf den anderen Fronten keine Veränderung. 2** * * Ein deutsch⸗ameritauischer Notenwechsel. 8 10 Berlin, 12. April.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Nord⸗ deutsche g. Zeitung“ veröffentlicht folgenden Noten- wechsel: Die Note des Botschafters der Vereinigten Staaten an den Staatssekretär des Auswärtigen über die Versenkung des amerikanischen Segelschiffes „William P. Frye“ lautet in Uebersetzung: 3 Berlin, 3. April. Eurer Exzellenz beehre ich mich im Auf⸗ trage meiner Regierung eine Retlamation über 228 095,54 Tol⸗ lars nebst Zinsen vom 28. Januar gegen die deutsche Regierung zu Gunsten der Eigentümer und des Kanitäns des amerikanischen 3 schiffes„William P. Frye“ vorzulegen betreffend ciner Ent scchaͤdi für Nachteile, die sie infolge der Versenkung des ge⸗ nannten Schiffes auf hoher See durch den deutschen Hilfskreuzer 5 1 Friedrich“ am 28. Januar 1915 erlitten 8 Baden. Die Tatsachen, auf die sich ihr Anspruch stützt, und wegen 4— die deutsche Regierung von der Regierung der Vereinigten Staaten zur Vergütung der entstandenen Verluste und Schäden verpflichtet erachtet wird, sind kurz zusammengefaßt die folgenden: „William P. Frye“, ein Segelschiff aus Stahl von 3374 Tonnen 7 8 .„im tum amerikanischer Bürger und rechtmäßig unter der Flagge der Vereinigten Staaten segelnd, verließ Scattle im Staate u am 4. November 1914 unter Charter für M. H. Oouser von Portland im Staate Oregon mit Vestimmung für 85 town, Falmouth, oder Plymouth nach Ordre und mit La⸗ dung, die ausschließlich aus 186 980 Bushel Weizen im Eigentum des vorgenannten Houser bestand, und an Ordre oder an deren Anweisung konsigniert war. Dies alles ergibt sich aus den Schiffs⸗ pvapieren, die bei der Verfenkung durch den Kommandanten des Ddeutschen Hilfstreuzers von dem Schiffe weggenommen worden sind. 27. J 1915 begegnete„Prinz Eitel Friedrich“ dem liam P. Frye“ auf hoher See und zwang ihn anzuhalten und 5 ein bewaffnetes Anhaltungstommando an Bord, das Besitz — Schiffe ergriff Nach Prüfung der Schisfspapiere ordnete der 1 dant des Kreuzers an, daß diese Ladung über Bord zu 32 sei: nachträglich entschloß er sich aber, das Schiff zu zer⸗ teren und am folgenden Morgen wurde„William P. Frue“ auf seinen Befehl versenkt. Die Ansprüche der Eigentümer und des 1 äns 55 folgenden Posten: Wert des 9 Aus⸗ krüftung und Zubehör 150 000 Dollars, Fracht nach Frachtliste 5 und 1000, 2240 Tonnen zu 32/6— 8180 19/6 zu 4,86 Dol⸗ lars macht 39 759,54 Dollars, Reise und andere Auslagen des . pitäns Kiehne und des Schiffsagenten Arthur Sewall u. Ci ——— für die eidesstattliche Erklärung, Vorbereitung dd enden r 360 Dellats. Ses erstes fle pi. gr. de täns Kiehne Dollars, S. Sersatz für die Ent⸗ U e e Aten mee ee e 9590 Dollars.— f Anweisung meiner Regierung beeehre ich mich zu ersuchen, ob die deutsche Regierung für die Zerstörung des William P. Frye“ durch den deutschen Hilfskreuzer„Prinz Eitel 5 N volle Entschädigung leistet. Ich benutze pp. James W. ar d. 3 Die Ant w ortnote des Staatssekretärs des Auswär⸗ tigen Amtes an den Botschafter der Vereinigten Staaten von 1 Beal 4 Abril 6. in, 4. il 1915. Der Unter zeichnete beehrt sich, Eure Exzellenz, dem Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika 5 James W. Gerard, vom 3. April Nr. F. O. 2892, betref⸗ fend Schadensersatzansprüche wegen Versenkung des amerikani⸗ James Darmfädter Theaterbriej. 3 2 B. Darmstadt, 12. April. „ Unser Hoftheater erfüllt auch in diesen ernsten Zeitläuften seine Au gabe mit Um icht und Verständnis. Du die Abhaltung der seit einigen Jahren so erfolgreich eingeführten Frühlings⸗ sbestspiele mit ihren zahlreichen berühmten Gästen unter den jetzigen Berhältnissen nicht angängig erscheint, sucht die Theaterintendanz durch die Darbietung von Sondervorstellungen und Einzelgast⸗ spielen dafür K.— 8 2 schaffen. So 3 * gartner⸗-Abenden u Siegfried⸗Wagner⸗Abend ein glän⸗ 2 durchgeführter Schiller⸗Zuklus und mehrere Björnson⸗Auf⸗ führungen gefolgt. Und in den letzten Tagen war ein zweimaliges Gastspiel des berühmten Charafterdarstellers und Regisseurs Al 3 0 7 1 vorbereitet worden, . schon im vorigen Frü durch seine Shylok⸗Darstellung in bester Weise hier eingeführt hatte. d 0— 2 Aufführung des ersten Teils von Goethes Far Worts 1 gen st“ als„Mephisto“ Finverstanden sein mag, daß er als Fildner eine derartige Bühne brachte, so dankbar angelegte Charakterbild 9 S schen Kauffahrteischiffes„William P. Frye“ durch den deutschen Hilfskreuzer„Prinz Eitel Friedrich“ nachstehendes zu erwidern: Nach den der deutschen Regierung zugegangenen Berichten hielt der Kommandant des„Prinz Eitel Friedrich“ das Schiff„William P. Frye“ am 27. Januar auf hoher See an und untersuchte es. An Bord fand er eine, an Ordre gerichtete und nach Queens⸗ tomn, Falmouth oder Plymouth bestimmte Weizenladung. Nachdem er zunächst versucht hatte, die Ladung aus dem„William P. Frye“ zu entfernen, nahm er schließlich die Papiere und die Besatzung an Bord und versenkte das Schiff. Aus diesem Tatbestand ergibt sich, daß der deutsche Kommandant sich völlig im Rahmen der Grundsätze des Völkerrechtes gehalten hat, wie sie in der Lon⸗ doner Seekriegsrechtserklärung und in der deutschen Prisenord⸗ nung niedergelegt sind. Die Häfen von Queenstown, Fal⸗ mouth und Plymouth, wohin das angehaltene Schiff be⸗ stimmt war, sind stark befestigte englische Küsten⸗ plätze, die überdies den britischen Seestreitkräften als Stüt⸗ punkte dienen. Die Weizenladung, die gemäß Artikel 24 Nr. 1 der Londoner Seekriegsrechtserklärung und Ziffer 23 Nr. 1 der deutschen Prisenordnung als Lebensmittel unter den Begriff der relativen Konterbande siel, war daher nach Artikel 33 und 34 der Londoner Erklärung und Ziffer 32 und 33 der deut⸗ schen Prisenordnung als für eine feindliche Macht bestimmt an⸗ zusehen und bis zum Beweise des Gegenteiles als Konterbande zu behandeln. Dieser Gegenbeweis war jedenfalls bei Anhaltung des Schiffes nicht zu führen, da die Ladungspapiere an Ordre lauteten. Damit war aber auch gemäß Artikel 49 der Londoner Erklärung und Ziffer 113 der deutschen Prisenordnung die Voraussetzung für die Versenkung des Schiffes gegeben, da für den Hilfskreuzer die Mög⸗ lichkeit fehlte, die Prise ohme Gefährdung seiner Sterheit und ohne Beeinträchtigung des Erfolges seiner Operationen in einen deutschen Hafen einzubringen. Die ihm nach Artikel 50 der Lon⸗ doner Erklärung und Ziffer 116 der deutschen Prisenordnung vor der Zerstörung obliegenden Pflichten erfüllte er, indem er die an Bord befindlichen Personen und die Schiffspapiere auf den Kreu⸗ zer herxübernahm. Die Rechtmäßigkeit der Maßnahmen des deut⸗ schen Kommandanten ist übrigens gemäß Artikel 51 der Londoner Erklärung,§ 1 Nr. 2 der deutschen Prisengerichtsordnung durch die deutsche Prisengerichtsbarkeit nachzuprüfen. Dieses Prisen⸗ verfahren wird nach Eingang der Schiffspapiere unverzüg⸗ lich vor dem Prisengericht in Hamburg eröffnet und sich auf die Entscheidung der Frage erstrecken, ob die Zerstörung der Labung und des Schiffes im Sinne des Artikels 49 der Londoner Er⸗ klärung notwendig war und ob das untergegangene Eigentum der Wegnahme unterlag, sowie gegebenenfalls, ob und in welcher Höhe den Eigentümern Schadensersatz zu leisten ist. In dem Verfahren würde den Eigentümern von Schiff und Ladung gemäß 34 Ziff. 3 der Londoner Erklärung der Beweis offenstehen, daß die Weizen⸗ ladung eine friedliche Bestimmung und somit nicht den Charakter einer Konterbande hatte. Wird dieser Beweis nicht geführt, so wäre nach den allgemeinen völkerrechtlichen Grundsätzen die deut⸗ sche Regierung zu einer Entschädigung überhaupt nicht veryflich⸗ let. Nach den für die Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika geltenden besonderen Bestim⸗ mungen ist indes die Rechtslage insofern eine andere, als nach Artikel 13 des Preußisch-Amerikanischen Freundschafts- und Han⸗ delsvertrages vom 11. Juli 1799 in Verbindung mit Artikel 12 des Preußisch⸗Amerikanischen Handelsschiffahrtsvertrages vom 1. Mai 1828 Konterbande, die Angehörigen des einen Teiles gehört, von dem anderen Teile nicht eingezogen, sondern nur zurückgehalten oder gegen Zahlung des Wertes übernommen wer⸗ den kann. Auf Grund dieser Vertragsbestimmung, die selbstver⸗ ständlich für das deutsche Prisengericht maßgebend ist, würden die amerikanischen Eigentümer von Schiff und Ladung auch dann eine Entschädigung erhalten, wenn das Gericht die Weizenladung als Konterbande erklären würde. Gleichwohl erübrigt sich nicht etwa das bevorstehende Prisenversahren, da das zuständige Prisen⸗ gericht die Rechtmäßigkeit der Wegnahme und Versenkung nach⸗ zuprüfen hat, und auch die Legitimation der Reklamanten über die Höhe des Schadensersatzes feststellen würde.— Indem der Unterzeichnete dem Herrn Botschafter anheimstellen darf. Vor⸗ stetendes zur Kenntnis seiner Regierung zu bringen, benutzt er diesen Anlaß, um ihm die Versicherung seiner ausgezeichneten Hochachtung zu erneuern. v. Jagow. Eine neue deutsch⸗amerikauische Zeitung. Berlin, 12. April.(Priv.⸗Tel.) Das„Berl. Tageblatt“ meldet aus Rotterdam: Nach dem„Daily Telegraph“ beab⸗ lichtigen die Deutsch⸗Amerikaner die Gründung einer Ge⸗ sellschaft mit einem Kapital von 2 Millionen Dollar zwecks Her⸗ ausgabe einer großen Tageszeitung, die die deutsche Sache verteidigen soll. Aus dem Reiche. Die Kartaffelversorgung. Berlin, 12. April.(WTB. Amtlich) Um den Kar⸗ toffelbedarf, namentlich der minderbemittelten Bevölkerung in größeren Städten für das Frühjahr und den Sommer 1915 unbedingt sicher zu stellen, muß eine angemessene Kar⸗ toffelmenge aus dem Verkehr gezogen und festgelegt werden. worden mütvollen Szenen und die romantische, zu Herzen dringende Mufik, sowie die Erinnerung an die schönen Tage der Kindheit auch auf die Erwachsenen noch immer eine starke Wirkung aus, wozu natürlich auch die gute Vertretung der Hauptrollen, Frl. Hacker als Preciosa, Frau Müller⸗Hanne k als Zigeunermutter, und der Herren Wolf Jordan als Schloßvogt Pedro, Jos. Heinz als Hauptmann und Kurt Ehrle als Ton Alonzo sehr wesentlich beitrug. 1 besondere Anerkennung verdient die am Vor⸗ mittag im Hoftheater veranstaltete Bismarckfeier. Sie ver⸗ schaffle⸗ uns nicht allein den seltenen Genuß von Beethovens „Eroika“, die trotz des durch den Krieg nicht unwesentlich zu⸗ sammengeschmolzenen Hoftheaterorchesters unter Hofrat Otten⸗ heimers Leitung sehr exakt zu Gehör gebracht wurde, sondern gab vor allem auch Gelegenheit, eine Festrede des vortrefflichen Bismarckkenners Gehl Kirchenrat Prof. D. Tr. Eck aus Gießen, lennen zu lernen, der in einer großzügigen Charakteristik der Per⸗ sönlichkeit und des Werdegangs des Altreichskanzlers und einer pachenden Darlegung seiner un vergänglichen Verdienste um Kaiser und Reich bestand. Das Publikum lauschte den Worten des Reduers mit gespannter Aufmerksamkeit und brachte, nachdem sich der stürmische Beifall gelegt, ein begeistertes dreimaliges Hoch auf den Kaiser aus, worauf der gemeinsame Gesang:„Deutschland, Deutschland über alles“ die erhebende vaterländische Feier be⸗ endete. Der Groß h erzog, der seit Anfang voriger Woche wieder in Tarnistadt weilt, wohnte mit der Großherzogin 8 dieser Feier, wie den vorerwähnten nne 5* Conrad Ferdinand Meners deutschtum. , Conrad Ferdinand Mever, dessen Jugendsprache das Franzö⸗ sisch war und der so starke romanische Einflüsse in si 5 il doch ein echter dauscher Dichter geworden au n b 7 seine soeben im 1 12 a her in die Wege em rat in seiner Sitzung vom 12. April i. Zur Durchführung der eich, 5 Bel t. unter dem Namen„Reichsstelle fü e 2 ist. soll vorgesehen, die dem Reichskanzler eg 5 aus einem Reichskommissar und mindestens 5 dern bestehen. Der Behörde steht ein Beirat zur Seite, der sich aus Vertretern der Landwirtschaft, der Städte, des Handels und der Verbraucher zusammensetzt. Das N. glied zwischen der Reichsstelle und den Verbrauchern sollen die Kommunalverbände bilden, die ähnliche Aufgaben be⸗ reits auf anderen Gebieten mit Erfolg übertragen erhielten. Von einer allgemeinen Beschlagnahme der Kartoffeln 95 wie beim Getreide ist wegen technischer Schwierigkeiten und wegen der Gefahr des Verderbens bei ü Be⸗ handlung und Aufbewahrung der beschlagnahmten Kar⸗ toffeln abgesehen worden. Insoweit die zur Ernähru der Bevölkerung notwendigen Kartoffeln nicht innerhal eines Bezirkes vorhanden sind, melden die Komm er⸗ bäude den Fehlbetrag, der durch freihändigen Ankauf nicht gedeckt werden kann, unter eingehender Begründung seiner Höhe bei der Reichsstelle an, welche darüber entscheidet, oh die Aumeldungen zu berücksichtigen sind oder nicht. Die Reichsstelle kann die Ueberweisung von Kartoffelmengen aus einem Kommunalverband an einen anderen Kommungl⸗ verband oder an die Reichsstelle verlangen. Kommunalver⸗ bände, aus denen Kartoffeln abzugeben sind, können diese Mengen freihändig ankaufen, sie nötigenfalls auch zwangs⸗ weise sicherstellen. Auf Mengen, die zur Erfüllung von Ver⸗ trägen erforderlich sind, darf nicht zurückgegriffen werden, wenn diese Verträge nachweislich vor Inkrafttreten dieser Verordnung abgeschlossen sind und ihr Inhalt von einem der Vertragschließenden bis zum 26. April 1915 einschließlich dem Kommunalberband, in dem die zu liefern⸗ den Kartosseln lagern, mitgeteilt ist. Der Rückgriff 2 zu⸗ lässig, wenn die Reichsstelle es genehmigt oder verlangt. Auch soll die Reichsstelle berechtigt sein, in die bei dem In⸗ krafttreten dieser Verordnung laufenden Lieferungsverträge als Bewerber einzutreten. Von diesem Rechte wird im all⸗ gemeinen jedoch nur mit aller gebotenen Vorsicht Gebrauch gemacht werden. Die Kommunalverbände können im übri⸗ gen alle zur Versorgung der minderbemittelten Bevölkerung mit Kartoffeln erforderlichen Maßnahmen in ähnlicher Weise treffen, wie sie bei Regelung des Verkehrs mit Getreide und Metzl zulässig sind. Erwähnt sei hierbei ausdrücklich, daß Aussuhrverbote von Kartoffeln aus dem Bezirke eines Kommunalverbandes sich nicht erstrecken dürfen auf Mengen, die im Eigentum des Reiches, eines Bundesstaates, von Militärverwaltungen, eines Kommunalverbandes, der Trockenkartoffelverwertungsgesellschaft oder der Zentralein⸗ laufsgesellschaft in Berlin stehen, oder auf Mengen, die zur Erfüllung von Verträgen erforderlich sind, wenn diese Ver⸗ träge vor Inkrafttreten dieser Verordnung abgeschlossen sind und ihr Inhalt bis zum 26. April 1915 dem Kommunal⸗ verband, in dem die zu liefernden Kartoffeln lagern, mit⸗ geteilt ist. Der Ankauf von Kartoffeln wird zu den Preisen ersolgen müssen, die dem Landwirt neben dem Höchstpreis ein Entgelt für Aufbewahrung, Behandlung und Risiko bietet. Diese Preise werden vielfach für die minderbemittelte Bevölkerung zu hoch sein. Die Rei ing wird daher Kommunalverbänden beim Erwerb von Kartoffeln, der zur Versorgung ihrer minderbemittelten Bevölkerung durch die Reichsstelle erfolgt, die Mehrkosten ersetzen, die durch die genannte Sonderverfügung den Landwirten über — hinzutretenden geringen Spesen stellen. 7 Eine feige Mache gegen den deutschen sozialdemokratischen Parteivorstand. Berlin, 13. April. Die„Voss. Ztg.“ brachte am Montag früh unter der Ueberschrift„Fundgeb 2 n der Liebknechtgruppe“(2) die Uebersetzung eines Ma⸗ nifestes aus der„Humanité“, von dem sie sagte, daß es, wenn es sich nicht um eine Mystifikation handelte, sie einen Vorstoß gegen die Mehrheit der Reichstagsfraktion aus den kräftigen Kreisen der Minder heit bedeutet. Die Pariser „Humanité“ vom 7. April schreibt: Sie erhalte aus Hol⸗ land ein Manifest der Minorität der deutschen Sozialdemö⸗ kratie, die den Prinzipien der Internationale treugeblieben zwar, zu denen aber die hier sehr belieb⸗] Krieg in meiner Seele, schrieb er später ber diese„kritische ten starken Verdunkelungen der Bühne nicht gerech⸗ Zeit“.„Von einem unmerklich gereiften Stammesgefühl jetzt müch⸗ net werden sollen. Das Stück übt durch die ge⸗ tig ergriffen, tat ich bei diesem weltgeschichtlichen Anlasse das rung Ausdruck zu geben, dichtete ich„Huttens letzte% Und von dem Bild dieses tragischen Kämpfers für— 77 c er e 1 ied“ die nur auf den eisernen Kanzler gedeutet werden konnten und als Bismarck⸗Gedicht volkstümlich Schmied + 95 Schlag ertůöne ben,& soll für die deutsche Krone sein!“ N . In seinem„deutschen Eifer“ ging Meyer damals so weit, daß er den alten Achtundvierziger Gocksried Kinkel bestürmte, ö ein„schönes patriotisches Lied“ mit der alten Heimat Frieden zu schließen und in das neue Reich zurückzukehren. Meyers Briese beweisen in ihrer durchgehenden Gesinnung, in ihrem warmen Ton, sein und den „Ganz abgesehen von meinem persönlichen Verhältnisse Literatur ich di i 5 ee ändliches und No i N sammenhang und Schweizer etwas Selbstun ich die Stärkung dieses Bedürfnisses stets als genauen gründlicher Bildung betrachert. Es ift nach meiner Ueberz ein unermeßliches Gut, daß wir unbeschadet unserer Eigentümlichkeit einem weiten sprachlichen Gebiete. ßen nationalen Kultur angehören und uns nicht, wie etwa Holländer, in einem engen partikularen Kreise bewegen.“ ahnte auch bereits, daß dem von ihm so heißgeliebten 0 noch die größte Prüfung bevorstehe, und so klingt heute zu der eines guten und großen Freundes das das das er 2 ͤ v r ern wird— später— den großen Kampf zu bestehen* 5 — 1 19 1 0 . 1 * . 5 1 0 552 Rühle, Fr Rosa Luxemb: umfasse. uns glauben, so hieß es in dem Manisest, daß das Proletariat durchaus nicht einverstanden ist mit den klärungen eines idemann und eines Heine. Das Mani⸗ berief sich auf die unabhängige Arbeiterpartei in England und die russische Sozialdemokratie und sagt, von der Hal⸗ tung der sozialistischen. in Frankreich, England und Belgien hängt für uns die Möglichkeit einer Aktion gegen den Krieg ab. 55 5 5 Der„Vorwärts“ äußert sich heute zu der Mittei⸗ lung: Er sagt, der Aufruf findet sich in deutscher Sprache bereits in dem Berner Parteiorgan. Er trägt dort keinerlei AUnterschriften. Auch die„Humanité“ bezeichnet die Genossen Liebknecht, Ledebour usw. nicht als Verfasser, sondern die Humanits“ nimmt nur an, daß der Aufruf aus den Krei⸗ sen der Minderheit stammt. Die„Berner Tagwacht“ stellt übrigens ausdrücklich fest, daß die genannten Genossen nicht an dem Aufruf beteiligt sind, lehnt es aber ab, die Ur⸗ heberschaft des Aufrufs näher mitzuteilen. Für den Mittelstand. Um die wiederholt beklagte Schwierigkeit, für den Mittelstand während der Kriegs- zeit ausreichenden Kredit zu beschasfen, zu beheben, hat der Reichskanzler eine Besprechung im engeren Kreise für wünschenswert erachtet und demgemäß eine Reihe von Reichstagsabgeordneten zu einer Beratung einge⸗ laden, die Mitte Mai stattsinden soll. Die betreffenden Par⸗ lamentarier sind: Dr. Arendt, Bartschat, Becker(Arnsberg), Behrens, Dr. Böttger, Giesberts, Irl, Malkewitz, von Richt- hofen, Weinhausen, Dr. Werner⸗ Gießen. Berlin, 12. April. Im Auftrage des preußischen Kul⸗ tusministeriums ist durch den Ausschuß für das Kaiserliche Voltsliederbuch ein Kriegslieder buch für das deutsche 5 1914/15 zusammengestellt worden, von dem durch das Kriegsministerium bereits 500 000 Exemplare an die Trup⸗ pen in Ost und West versandt worden sind. Berlin, 12. April.(WTB. Amtlich.) Der„Reichs⸗ anzeiger“ meldet: Der bisherige Gesandte in Mexiko, Kontreadmiral von Hintze, ist zum außerordentlichen Ge⸗ sandten und bevollmächtigten Minister bei der chinesischen Republik ernannt worden. Schönhausen, 12. April.(WTB. Nichtamtlich) Zu der estrigen Gedächtnisfeier im Geburtsorte Bismarcks fanden sich 5 die preußischen Staatsminister Dr. Beseler, Dr. Sydow, Dr. Lentze, Dr. Frhr. v Schorlemer und Staatssekretäx Lisco, sowie der Prä⸗ sident des Evangelischen Oberkirchenrats D. Dryander ein. Die Feier fand in der alten, schlichten Dorfkirche statt. Nach gemein⸗ samem Gesang und der Liturgie hielt Generalsuperintendent Stolte die dem Gedächtnis Bismarcks gewidmete? edigt. m Saale waren Bilder von dem zu errichtenden Schönhauser ismarckturm ausgestellt. Aus Stadt und Cand. Gießen, 13. April 1915. Kriegsbeschädigten⸗Fürsorge in Hessen, Hessen⸗Nassau und Waldeck. N In Frankfurt a. M. hat sich im Anschluß an den Mittel⸗ deutschen Arbeitsnachweisverband ein Hauptausschuß für die Kriegsbeschädigten⸗Fürsorge gebildet, der wäh⸗ rend und nach der Heilbehandlung durch die Militärverwaltung die soziale Fürsorge für Kriegsbeschädigte und Kriegs⸗ invalide über will. Die Tätigkeit des Ausschusses ist in erster Linie auf Erhaltung des Kriegsbeschädigten in seinem Be⸗ rufe und in seiner Heimat gerichtet und umfaßt die Berufs⸗ beratung, Stellen vermittlung und erforderlichenfalls Berufsum⸗ bildung aller Kriegsteilnehmer, die infolge Verwundung oder Verletzung voraussichtlich als dienstuntauglich aus den Lazaretten entlassen werden oder bereits entlassen sind, und zwar aller Dienst⸗ grade und aller Berufe.. l Diese Ziele sucht der Ausschuß zu erreichen: durch Einrich⸗ tung einer hauptamtlich geleiteten Geschäftsstelle, durch Förde⸗ rung der Bildung von örtlichen Ausschüssen für Kriegs⸗ beschädigte, soweit solche noch nicht bestehen, im Anschluß an die gecigneten Arbeitsämter und Bereitstellung von Mitteln für diese, durch planmäßige Förderung aller Einrichtungen, die die allge⸗ meine und fachliche Weiterbildung sowie Umbi Kriegsbeschä⸗ digter im Auge haben, durch eine im weitesten Maße einsetzeude Aufklärung der Beschädigten selbst, der Arbeitgeber und der esamten Bevölkerung über Wesen und Bedeutung der Kriegs⸗ keschädi 2 mit dem Ziel, die Kriegsbeschädigten in der Gesamtheit des Volkes und des Wirtschaftslebens als gleichberech⸗ 5 Glieder aufgehen und nicht als Gegenstand des Mitleids cheinen zu lassen, durch Einwirkung auf örden und Private, bestimmte, besonders für Krie⸗ sbeschädigte geeignete Stellen offen zu halten und endlich durch usgabe eines besonderen Stel⸗ lenanzeigers für Kriegsbeschädigte als Beiblatt des weimal wöchentlich erscheinenden Vakanzenblattes des Mittel- eut 5 1 7 1 8 e zur Durchführung diefer Aufgaben gebildeten noch zu bildenden örtlichen Ausschüsse behandeln alle in Be⸗ tracht kommenden Fälle in Verbindung mit den Lazaretten, den Bezirkskommandos, erfahrenen Aerzten, den Spezialanstalten für die Heilbehandlung und Fachleuten der verschiedenen Berufe rein iwiduell und suchen die vorhandenen Arbeitsmöglichkeiten durch engste Fühlungnahme mit der Geschäftsstelle des Hauptausschus⸗ — ses, mit Arbeitgebern und den Organisationen der Arbeits- und] k Stellenpermittlungen auszuschöpfen. Der Hauptausschuß wird im Falle der Uebernahme der Kriegsbeschädigten⸗Fürsorge durch das Reich, die Bundesstaaten oder die 1 die für die Ueberleitung in die neue Organisation notwendigen Schritte in die leiten. g Der Ausschuß, der sich, wie wir damals bereits mitteilten, am 17. März 1915 konstituiert hat, setzt sich zusammen aus den Lan⸗ desdirettionen und Provinzialdirektionen zu Kassel, Wiesbaden, Darmstadt. Gießen und Arolsen, den Landes rungsanstalten für das Großherzogtum Hessen und für die Provinz Hessen⸗Nassau, den Organtsationen des Roten Kreuzes, der Orts⸗ krankenkasse Frankfurt a. N., Vertretern der Landwirtschaft, des Handwerks, des Handels, der Arbeitgeber, der Arbeiterschaft, der 3 e und des Mitteldeutschen Arbeitsnachweisverban⸗ des. Der Ausschuß erstreckt seine Tätigkeit auf alle im Großherzog⸗ tum Hessen, in der Provinz Hessen Nassan und im Fürstentum Waldeck befindlichen Lazarettinsassen sowie auch auf diejenigen, die aus anderen Gegenden in den genannten Bezirk entlassen wer⸗ den. Nach Möglichkeit wird versucht, soweit Organisationen in Bundesstaaten oder Landesteilen bestehen, engste Fühlungnahme mit ihnen herzustellen. N 2 und— Mit⸗ wirkung eines 8, der zunächst wöchentli imal Sprech⸗ stunden abhält. Die vorbereitenden Schritte zur Bildung von be⸗ sonderen Ausbildungskursen in Verbindung mit der Gewerbeschurle in Frankfurt a M., sowie der Einrichtung einer Einarmigen⸗ schule nach Heidelberger Vorbild sind unternommen. Die Inan⸗ spruchnahme ist für alle Interessenten vollständig kostenlos. * f Ehre 0 5(Aus Hessen und den Nachbargebieten. Grenadier Herm. Erbe, 3. 2— aus Hirsch⸗ — Vizeseldw. der Res. Diplom-Ing. Franz K ayser aus 5 ischoĩs heim. Res. Karl Obhlen macher, Rambach bei Wiesbaden.— Res. Oeinr. Wagner, Res.⸗Jns⸗Nigt. 88, aus gen für die Zeit vom 16. bis En versiche⸗/ daß Kreuz 2. Klasse stud. med. Curt Hramer, II. Schneeschuhbat. 2. Komp., aus Gießen ver⸗ liehen. * Für unsere Flieger und U-Boots⸗ besatzungen hat sich in Berlin eine Kriegshilfs⸗ kasse gebildet, in deren Ehrenausschuß u. a. Staats⸗ minister v. Ewald und Wirkl. Geh. Rat Römheld⸗Darm⸗ stadt vertreten sind. Das unter dem Protektorat des Prin⸗ zen Heinrich von Preußen stehende Unternehmen sagt in seinem Aufruf:„Es gibt Truppenteile, die ganz be⸗ sondere Gefahren umlauern. Das sind unsere Flie⸗ . und Luftschiffer, das sind die Besatzungen unserer nterseeboote. Auf neuen, vorher noch nie erprobt 1 Kriegsschauplätzen zeigt sich die wunderbare eberlegenheit deutschen Geistes und deutschen Willens. Nicht auch des deutschen Mutes. Denn in der Betätigung ihres Mutes bleiben sich freilich unsere Heldentruppen alle gleich! Jenen jedoch, denen lorbeerumkränzter Tod bei Tag Gefährte und bei Nacht Schlafgenosse ist, den Fliegern, Luftschiffern und Besatzungen der Unterseeboote, jenen, die nach bereits geleisteten Ruhmestaten ohne Beispiel nun vor Aufgaben von nie erhörter Tragweite stehen: jenen sei durch ganz besondere Fürsorge ganz besonders gedankt, daß ihrer Hinterbliebenen und ihrer im Dienste verwun⸗ deten oder verunglückten Kameraden die Liebestätig⸗ keit privater, Für sor ge sich in so reichlicher Weise annimmt, daß wenigstens materielle Zutkunftssorge fern bleibt den tapferen Herzen.“— Der Aufruf wendet sich dann an die erprobte Opferwilligkeit des deutschen Volkes und erbittet Spenden an die Darmstädter Bank in Berlin und Darmstadt und deren sämtliche Zweigstellen abführen zu wollen. Gärtenverpachtung durch die Stadt. Am Mittwoch, den 22. April, läßt die Stadt am Wißmarer Weg eingefriedigte und mit Gartenhäuschen versehene Gärten in der Größe von etwa 300 Quadratmetern auf die Dauer von sechs Jahren meistbietend verpachten. Die Verpachtung fin- det, wie aus einer Bekanntmachung in vorliegender Nummer hervorgeht, an Ort und Stelle statt. * Städtischer Schlachthof. Die Schlachtungen im 1. Vierteljahr d. J. stellen sich wie folgt: Ochsen 286(im gleichen Zeitraum des Vorjahres 271) Bullen 60(58), Kühe 341(177, Rinder 490(290), Kälber 1638(1441), Schafe 491(244), Schweine 3863(2952), Ziegen und Lämmer 13(9), Pferde 26(34). Die starke Zunahme ist in der Hauptsache auf den Mehrbedarf in Fleischnahrung für die gegenüber der Friedenszeit weit stärkere Garnison und auf den für das Gefangenenlager zurück⸗ zuführen. Ferner ist bei der Zeit der Schlachtungen zu berück⸗ sichtigen, daß das Durchschnittsgewicht der geschlachteten Tiere im abgelaufenen Vierteljahr von Monat zu Monat stark zurückgegangen ist. Bei Großvieh beträgt dieser Rückgang dem Ergebnis des Schlachtgewichts 10—15 Prozent, bei Schweinen sogar bis 20 Prozent. * Die Auszahlung der R 5 April findet am 16., 17., 19. und 20. April, vormittags 8—1 Uhr, im Stadthaus, Zimmer Nr. 16, statt.(Siehe Bekanntmachung in vorliegender Nummer.) Landkreis Gießen. Wieseck, 12. April. Dem Landwehrmann Landwirt Hein⸗ rich Werner von hier wurde vom Großherzog die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Rodheim bei Hungen, 10. April. Tot aufgefun⸗ den wurde heute morgen mitten auf der Straße Steinheim⸗ Unterwiddersheim der in den dreißiger Jahren stehende Grubenarbeiter Diehlmann von hier. Nachts um 1 Uhr war er ausgefahren, um sich nach der Heimat zu begeben. An der Rodheimer Straße fand man Stock und Laterne. Am selbigen Tage wurde eines seiner 4 Kinder konfirmiert. 18 Kreis Büdingen. Berstadt, 11. April. Lehrer Jäger wurde zum Leutnant der Landwehr im Landw.-Inf.⸗Regt. 87 befördert. Starkenburg und Rheinhessen. m. Offenbach a. M., 12. April. An einer wegen der Kanalisationsneubauten eingerichteten Notweiche auf der Bieberer Straße in Offenbach gab es am Sonntag nachmittag einen Stra- ßenbahnunfall, der leicht hätte verhängnisvoll werden kön⸗ nen. Ein Straßenbahnzug der Fr ubacher Linie 16 sprang an der Weiche aus den Gleisen über die Bordstelle auf den Bürgersteig, zog in diesen eine breite Trümmerfurche, riß ein großes Stück der Sandstei i eines Hauses ab, fuhr in die herabgelassenen eisernen Rolläden eines großen Spezerei⸗ warengeschäfts, zertrümmerte die Schaufenster und blieb dann erst . Die Stirnwand des Motorwagens wurde ebenfalls be⸗ ädigt. Langen, 13. April. Die feierliche Beisetzung des nach kurzem Krankenlager im besten Mannesalter allzufrüh verschiedenen Bürger meisters Metzger von hier fand gestern unter überaus großer Beteiligung von aus allen Gegenden herbeigeeilten Leidtragenden statt. Außer den staatlichen Behörden war besonders die Bürgermeister⸗ vereinigung von Hessen, deren verdienter Vorsitzen⸗ der er war, stark vertreten. Auch die Kirchen- und landwirt⸗ schaftlichen Behörden, insbesondere auch die Landwirtschafts⸗ ammer, sowie industrielle Kreise hatten ihre Vertreter ge⸗ sandt, die teils durch prachtvolle Kranzspenden, teils durch marm empfundene Ansprachen der Verehrung Ausdruck gaben, deren sich der Verblichene erfreute. Er hatte es ver⸗ standen, mit großer Menschen- und Sachkenntnis und weit⸗ schauendem Blick, vorzüglichem Organisationstalent und un⸗ ermüdlicher Arbeitskraft in die schwierigen Verhältnisse Langens in unparteiischstex Weise Ordnung zu bringen, so es heute zu einer der besten Landgemeinden Hessens zählen darf. d. Flörsheim, 13. April. An der Fähre zwischen Flörs⸗ heim und Raunheim wurde am Montag vormittag eine weibliche Leiche aus dem Wasser gezogen, der beide Beine ab⸗ geschnitten waren. Es handelt sich um einen Lustmord. Die(Er- mittlungen haben bis jetzt zu keinem Ergebnis geführt. ch. Bingen, 12. April. Der Rhein ist abermals sehr stark gestiegen. In den letzten 24 Stunden betrug die Zu⸗ nahme des Wasserstandes rund 0,40 Meter. Im Rheingau und auf der linken Rheinseite hat sich das Wasser schon über weite Strecken tiefer gelegenen Landes ergossen. Da am Oberrhein das Wasser noch in die Höhe geht, ist auch für den Mittelrhein noch weiteres Steigen des Wasserstandes zu erwarten. Der Schiffs⸗ verkehr wird die sehr starfe Strömung behindert. 0 4 Hessen⸗Nassau. h. Frankfurt a. M., 13. April. Der bekannte Neuro⸗ loge Professor Dr. Ludwig Edinger feiert heute seinen 60. Geburtstag. Edinger, ein geborner Wormser, stu⸗ dierte in Heidelberg, Straßburg und Gießen und war später als Assistent in Straßburg und dann als Privatdozent in Gießen tätig Seit 1883 wirkt er in Frankfurt, zuerst als praktischer Arzt, dann— 1904— als Direktor des Neuro- logischen Instituts der Senckenbergischen Gesellschaft. Bei der Eröffnung der Universität übernahm Edinger den Lehr⸗ stuhl für Neurologie, 1 5 das erste derartige Ordina⸗ riat auf deutschen Universitäten. Als Forscher und Arzt auf neurologischem Gebiet gilt Edinger als hervorragende Auto— rität. h. Niederselters, 12. April. Auf freier Strecke ent⸗ Hermannstein.— Landw.-Unteross. Viktor Stütze l, Inf.⸗Agt. 1310, aus Dill— Kriegsfreiw. stud. jur. 58 5 bring aus . leiste heute vormittag in der Nähe der hiesigen Station die Waschtee eines Güterzuges, wodurch das Hauptgleis der Strecke „ c F R 1* 5 Fraufsurt Linrburg mehrere Stunbengesperrt wurde. Außer dem Materialschaden an etlichen Wagen hatte die Ent⸗ gleisung leine Folgen. Provinzial⸗Ausschuß der Provinz Oberhessen. Kz. Gießen, 10. April 1915. Ansinnen des Großherzoglichen Kreis⸗ rats des Kreises Friedberg vom 30. April 1914 an die bürgerliche Gemeinde Kaichen, auf Einstellung der auf den Pfarrbesoldungs⸗ grun dstücken der evangelischen Pfarrei Kai⸗ chen ruhenden, von der evangelischen Kirche Kaichen zu tragenden, Gemeindeumlagen in den Gemeindevoranschlag— Zum Zwecke der grundsätzlichen Durchführung eines für die kirchliche Vermögensverwaltung äußerst wichtigen Ver⸗ waltungsstreitverfahrens wurde von dem Großh. Kreisrat des Kreises Friedberg das Ansinnen gestellt, das vom Pro- vinzialausschuß heute verhandelt wurde. Nach eingehender mündlicher Aussprache seitens der Parteien in der rechtlich interessanten Verwaltungsstreitsache kam der Provinzial⸗ ausschuß schließlich zu folgender Entscheidung: Die Be— rufung des evangelischen Kirchenvorstandes zu Kaichen gegen die Entscheidung des Kreisausschusses des Kreises Friedberg vom 12. Oktober 1914 wird für begründet erklärt. Das angefochtene Erkenntnis wird aufgehoben und die Ge⸗ meinde Kaichen verurteilt, dem Ansinnen des Großh. Kreis- rats des Kreises Friedberg vom 30. April 1914 entsprechend, in den Gemeindevoranschlag für das Rechnungsjahr 1918 noch 153 Mk. und in denjenigen für 1914 noch 145 Mk. nach⸗ träglich einzustellen. Die Kosten des Verfahrens werden der Gemeinde Kaichen zur Last gesetzt. Den Wert des Streit⸗ gegenstands setzt der Provinzialausschuß auf 2908 Mit. fest. g 13 3 r Gerichtssaal. Deutschfeindliches Treiben in Elsaß⸗Lothringen. Straßburg(Els.), 12. April.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die„Straßburger Post“ meldet: In Colmar wurde wegen deutschseindlichen Verhaltens der Notar Gambs von Gebweiler, der Unteroffizier der Reserve war, vom Kriegsgericht zu zwei Monaten Gefängnis und Degradation verurteilt. a Straßburg(El.), 12. April.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die„Straßb. Post“ meldet aus Mülhausen: Wegen ver⸗ 25 suchten Kriegsverrats verurteilte das Kommandantur⸗ gericht Mülhausen den Amtsrichter Acker aus Sennheim zu drei Jahren Zuchthaus. Acker, der während der An- wesenheit der Franzosen in Sennheim eine anscheinend noch nicht ganz aufgeklärte, nach seiner Angabe unfreiwillige Automobilfahrt 5 in Begleitung französischer Offiziere nach Belfort unternommen 1 hatte, hatte sich schon vor dem 2 durch deutschseindliches Be⸗ nehmen bemerkbar gemacht. Auffallend war auch, daß eine von den Franzosen mitgebrachte„schwarze Liste“ am Tage nach der 73 erwähnten Fahrt nach Belsort in bereinigter Form zur Wirkung kam. In der Verhandlung, in der diese Tatsachen zur Sprache kamen, wurde dem Angeklagten vornehmlich nachgewiesen, daß er kurz nach dem Abzug der Franzosen und vor dem Einzug der Deutschen eine Familie, die in Sennheim als deutschfreundlich galt, und der man— mit Unrecht— die Aufstellung einer Liste der 1 2 Unzuverlässigen“ nachsagte, vor seinen Richterstuhl zitierte und sie 5 dort durch die Drohung, er werde sie durch eine französische Patrouille verhaften lassen, von ihrem angeblichen Vorhaben ab⸗ zubringen versuchte. Das Gericht erblickte in diesem Verhalten eine versuchte Vorschubleistung im Interesse der seindlichen Macht, die wegen der Anstellung des Angeklagten als deutscher Richter streng zu besltraien sei. BVriefkasten der Redaktion. C. 6. Ohne Abänderung der geltenden Bestimmungen, die 1 aber laum erfolgen dürste, nicht. 1 Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 14. April 1915 Wolkig, teilweise geringe Niederschläge, nordöstliche Winde. 5 Letzte Nachrichten. 5 Zum Untergang des„u 29“. 5 Berlin, 13. April. Der„Berliner Morgenpost“ wird aus Wil shaven berichtet: Ueber den Untergang des zu 29“ sind bisher Einzelheiten hier noch nicht bekannt geworden. 5 Wenn auch die Meldung der Basler Nachrichten, wonach„U 29“ in der Irischen See einen feindlichen Kreuzer zum Sin⸗ ken gebracht haben soll und dann von mehreren englischen 1 Kriegsschiffen vernichtet worden sei, bisher keine amtliche Be⸗ stätigung erfahren hat, so gilt diese Meldung doch für glaub⸗ würdig. Dann wäre auch das rätselhafte Schweigen der eng⸗ 1 lischen Admiralität zu erklären. Sollte sich die Meldung bewahr⸗ beiten, dann wäre die Zahl der von Kapitänleutnant Weddigen vernichteten englischen Kriegsschiffe auf 5 angewachsen. 8 2 Ein parlamentarischer Abend in Straßburg. 5 Straßburg, 13. April.(WTB. Nichtamltich. Der Kar⸗ 3 serliche Statthalter und die Gräfin v. Roedern ver⸗ anstalteten gestern einen parlamentarischen Abend zu Ehren der Ersten Kammer des Landtages, zu dem wiederum die Mitglieder 45 der Regierung erschienen waren. In seiner Begrüßungsansprache betonte der Kaiserliche Statthalter, daß für uns jetzt nicht von Frieden, sondern nur von Kampf und Sieg die Rede sein könne. Der Statthalter sprach sodann von dem englischerseits von langer Hand vorbereiteten Ueberfall auf 5 das gewerbefleißige deutsche Volk und wies darauf hin, daß an dem technischen wie sittlichen Hochstand unseres Heeres ein über⸗ ragender Anteil unserem Kaiser gebühre. Der Redner schloß mit einem Hoch auf Seine Majestät.— Der Präsident der Ersten Kammer, Geh. Medizinalrat Dr. Hocffel, dankte für die in⸗ ladung und sagte u. a.: Daß auch unser engeres Vaterland das Seinige getan hat und tut, werde wohl das unparteitsche Urteil nicht bestreiten können. Wohl ist uns von schweren Ver⸗ gehen an der deutschen Sache Kunde geworden. Da und dort haben einzelne versagt, da und dort hat es Unwürdige gegeben, aber ich glaube mich nicht zu optimistisch auszusprechen, wenn ich sage, daß diese dem Kern des Landes der Seele des Volkes nicht angehören. Die überwältigende Mehrheit unseres Volkes ist heute erfüllt von dem Gedanlen der Pflicht, die ihr erwachsen ist, für das Vaterland zu lernen, für das deutsche Vater⸗ land zu arbeiten. Der Redner schloß mit einem Hoch auf die liebenswüdigen Gastgeber. Venizelos geht nach Amerika. Kopenhagen, 13. April. Der„Daily Telegraph“ melden aus Athen: Venizelos äußerte in einer Unterredung die Ab⸗ sicht, Griechenland bestimmt zu verlassen und sich wahrscheinlich nach Amerika zu begeben. Er würde weiter für seine Politik eingetreten sein und die jetzige Regierung und den König bekämpft haben, wenn er nicht Grund hätte, für sein Leben zu fürchten.(1) Für Rheumatiker und Neuralgieleidende. Kann seit langen Jahren zum ersten Male 0 8 wieder gehen. 3 Herr Heinrich, München, schreibt:„Da ich schon seit mehreren 5 7 fürchterliche Schmerzen in meinem Knie hatte und alle ürztliche g Bil die ich bis jetzt gebrauchte, vergebens war, wandte ich mich noch in meiner Verzweiflung an Togal⸗ Tabletten. Nach dem Gebrauch 1 non ca. 3 Tagen waren die Schmerzen vollständig weg und seit 4 Wochen 5 empfinde ich nicht den geringsten Schmerz und kann jetzt wieder lausen, während ich früher nicht mehr wußte, wie ich vom Platze kommen sollte.“ Aehnliche Erfahrungen und noch überxaschendere i andere, welche Togal nicht nur bei heumatis⸗ mus, sondern auch bei Kopsschmerzen, Hexenschuß. Ischias, Schmerzen 1 in den Gelenten, sowie bei Influenza gebrauchten. Togal löst die Harnsüure, das verheerende Selbstgift. wodurch ebenso rasche wie 4 anbaltende Erfolge erzielt werden. Alle Avotheten führen Togal. Tabletten. Beß.: Aeid. acet. salie. Chinin Me. LI. 18756 * 3 8 und Schwager im Alter von 37 Jahren. In heigem Kamp im Feindesland Ward Dir die Die Lieben Dein im Heimatland Traf schwer die bittere Kunde. Den Heldentod fürs Vaterland Bist Bester Du gestorben, Mit Deiner tapferen Hand hast Du Dir Himmelslohn erworben. Todeswunde, Den Heldentod fürs Vaterland starb am 4. April mein innigst. geliebter Mann, unser lieber Vater, Bruder, Eukel, Herr Karl Neuz Offizier-Stellvertreter im Reserve-Inf.-Regiment 25 Ritter des Eisernen Kreuzes Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Cilli Neuz und Kinder. Gieten, Bietigheim, Backnang, Augsburg, 13. April 1915. Die Beerdigung findet in Gie gen am Donnerstag, den 5. ds. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Fri Wiedersehen war seine Hoffnung! dhofs àus statt. Schwiegersohn 2 3385 Modewarenhaus CARL N OWACK 2 einfacher und eleganter AtSfusirung enipfiehlt das Amateure! Sie kaufen Ihren Bedarf in photograph. Bedaris-Artikeln am besten in der Ledizinal- Drogerie zum Kreuzplatz Otto Winterhoff = perialhaus für Photographie Grösstes Lager in photograph. Apparaten nur neuester Konstruktion — 2894 5 innische und aufmerksamste Bedienung! Programm vom 10. bis 13. April inkl. Fürst Sepp! Das bervorragendste Filmlustspiel der Gegenwart. Die Krone aller bisher erschienenen Lichtspielkomödien. 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März mein innigst⸗ geliebter, treuer, unvergeßlicher Mann, der beste Vater seines einzigen Kindes, unser guter Sohn, Schwiegersohn, Bruder, heinrich Liebrich Ersatz⸗Reservist im Eisenbahn⸗Regt. 2 im 30. Lebensjahre. 02030 In tiefer Trauer: Frau Betty Liebrich und Kind Familie Philipp Liebrich Familie August Kunz Familie Wilhelm Rieb Familie Heinrich Görig. ‚ Gießen(Licher Straße 19), 13. April 1915. Wiederseh'n war seine Hoffnung! Heute mittag entschlief nach langem Leiden Bruder, Schwiegersohn und Schwager 0 Johann Weiershäuser im 32. Lebensjahre. Ni titftrauernden Hinterbliebenen. J. d. N.: Marie Weiershäuser und Kinder. Gießen(Wolkengasse 13, 12. April 1915. Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittag 4 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhefe Am 27. März starb den Heldentod 7 fürs Vaterland unser lieber, teurer Sohn und Bruder Karl Becker Inf.⸗Regt. Nr. 155, 6. 2 im 23. 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