mr. 80 Zweites Blatt Erschetun taglich urtt Ausnethme des Seuntaga Die„Sletzener Famisienblatter werben dem Anteiger“ vtermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Sietzen“ zweimal wochentlich. Die„Landwirtschastlichen zeit ⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. c 105. Jahrgang ießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen Rechtsschutz während des Urieges. Fristerstreckungen und Fristbewilligungen. Neben den ausschließlich zugunsten der Kriegsteil⸗ nehmer erlassenen Fan Rechtsschutzmaßregeln sind eine Reihe weiterer Bestimmungen ergangen, die der Ge⸗ 4 mtheit des Volkes zur Abwehr wirtschaftlicher Schä⸗ igungen dienen sollen. Durch Gesetz und Verordnungen des Bundesrats betr. die Verlängerung der Fristen des Wechsel⸗Scheckrechts im Falle kriegerischer Er⸗ eignisse ist zunächst Vorsorge getroffen worden, daß durch die Nichteinhaltung der Fristen infolge höherer Gewalt den Beteiligten kein Nachteil erwächst. Die Fristen werden durch das Gesetz soweit verlängert, als erforderlich ist, um nach Wegfall Hindernisses die Handlung vorzuneh⸗ men, mindestens aber bis zum Ablaufe von zwei Wochen nach dem Wegfall des Hi isses. Als Verhinderung durch höhere Gewalt wird ins⸗ besondere angesehen, wenn der Ort, an dem die betr. Hand⸗ . ist, in feindlichem Besitz sich befindet, es sei denn, daß bei Anwendung der nötigen Sorgfalt trotzdem bewirkt werden kann, oder wenn die zwecks Vornahme der Handlung benutzende Postverbindung derart unterbrochen ist, daß ein geregelter Postverkehr nicht mehr besteht. Zu den Handlungen, deren es zur Ausübung oder Er⸗ N des Wechselrechts oder des Regreßrechts aus dem — A 0 e 5 8 1 der und die tachrichtigung der Regreßpflichtigen von der Nichtzahlung des Wechsels oder Schecks. Auf die Ver⸗ 1 dagegen findet das Gesetz keine Anwen⸗ dung, sie kommt vielmehr§ 203 BGB. in Betracht. Besondere Maßnahmen, auf die hier nur hingewiesen i. betreffen die Fälligkeitstermine von Auslands wechseln wie die Fristerstreckungen in Ansehung der durch den Krieg in unmittelbare Mitleidenschaft gezogenen Grenz⸗ bezirke im Westen und im Osten des Deutschen Reiches. Eine Schutzmaßregel von allgemeiner praktischer Be⸗ deutung bietet die Verordnung des Bundesrats über die gerichtliche Bewilligung von Zahlungs- 9 2 6 7 3 71757 iernach kann der Richter in bürger lichen Rechtsstreitig⸗ keiten auf Antrag in dem Urteil eine mit dessen Verkün⸗ dung 5 Zahlungsfrist von längstens drei Mo⸗ naten bestimmen. Voraussetzung ist, daß die Lage des Be⸗ Hagten die Fristgewährung rechtfertigt und diese dem Kläger keinen unverhältnismäßigen Nachteil bringt. Zulässig ist überdies der Antrag nur in en, die eine von dem 31. Juli 1914 entstandene Geldforde⸗ e e 4 durch die Bestimmung einer Sahne nicht Auch wenn ein tsstreit über die nicht anhängig ist, kann b Schuldner Antrag auf im⸗ Hach ier wer daß Heisser, veraden ber Gaben seinen allgemeinen Gerichtsstand hat, zur mündli Ver⸗ handlung über den Antra 3 Das. ist ohne Rücksicht auf die Hohe der Forderung zuständig. Der Antrag muß jedoch die Anerkennung der Forde⸗ rung und soll die An der ihn rechtfertigenden Behaup⸗ tungen enthalten. Antrag und. L können vor jedem deufschen Amtsgeri t zu Protokoll des Gerichtsschreibers erklärt werden und sind, falls die Erklärung nicht vor dem Amtsgericht des allgemeinen Gerichtsstandes des Gläu⸗ bigers erfolgt, von dem Gerichtsschreiber an das zuständige Amtsgericht abzugeben. Den Termin zur mündlichen Ver⸗ handlung hat der Richter von Amts wegen zu bestimmen. Die Bestimmung der Zahlungsfrist erfolgt durch das Amts⸗ gericht auf Grund der mündlichen Verhandlung in dem Erinnerungen an einen deutschen Tonmeister. Zum 100. Geburtstage Robert Volkmanns, 6. April. Robert Volkmann war eine stille, innerliche zurückhaltende Natur, voll genialer Verträumtheit, im praktischen Leben 0 licher Unbeholfenheit, die ihn bisweilen an den Rand des Elends brachte So zurückhaltend er e dem Publikum war, war er es auch gegen den einzelnen Menschen, und wenige haben Gelegen⸗ heit gehabt, ihn so gut kennen zu lernen, wie sein Freund und Schüler, der ungarische Graf Zichy, durch dessen Bemühungen auch das Volkmanndenkmal auf dem Budapester Friedhofe zustande ge⸗ kommen ist. Robert Volkmann, den Musiker schildern Hans Volk⸗ mann und wenige andere, kurze Biographien, von Volkmann dem e dagegen weiß Geza Graf Zichy zu erzählen. In dessen „Aus meinem Leben“ erschienenen Erinnerungen erscheint er als echter Sonderling. Das zeigte sich gleich bei der Bekanntschaft der beiden Männer. Graf Zichy wandte sich nämlich an den Musiker, um theoretischen Unterricht bei ihm zu nehmen. Man hatte ihm gesagt, der alte Herr sei schwer nahbar, und so war er auf alles gefaßt.„Als ich die drei Etagen zu seiner Wohnung hinaufstieg,“ so schildert Zichy,„fand ich einen Mann vor einer fene Tür im 5 7* Er trug eine graue grobe Jacke und hatte einen Besen in a Der alte Mann nahm den Besen in 178 linke Hand und zeigte mit einem Finger der rechten auf sich selbst.— Ich war für einen 118 05 blick sehr verblüfft, faßte mich aber rasch, beugte mich zur Mist⸗ Géza Zichy, viel⸗ schaufel, ergriff diese und sagte:„Mein Name i. Geza eicht kann ich ihnen beim Reinemachen behilflich sein?“ Volk⸗ mann schob seine braue Pelzkappe auf das andere Ohr und blickte mich höchst verwundert an. ob er mich zu seinem — . Deutschen Verlagsanstalt in Stuttgart unter dem Titel f „Ich fragte ihn nach der Wohnung Robert Volkmanns. berü auf 5 des Gläubigers zu erlassenden Anerkenntnis⸗ urteil. Aber auch noch im Zwangsvollstreckungs⸗ verfahren kann der Schuldner eine Fristbewilligung erwirken, indem er die Einstellung des Verfah⸗ rens auf die Dauer von längstens drei Monaten bean— tragen kann. Auch dieser Antrag kann bei der Gerichts schreiberei jeden deutschen Amtsgerichts zu Protokoll er⸗ klärt werden und wird von hier aus an das zuständige Vollstreckungsgericht abgegeben, sofern nicht vor diesem selbst der Antrag gestellt worden ist. Die Einstellung kann angeordnet werden, vorausgesetzt, daß nicht bereits von dem. oder Nrozeßgericht eine Zahlungsfrist ge— währt worden ist, einerlei, ob es sich um die Zwangsvoll⸗ streckung in das bewegliche oder unbewegliche Vermögen des Schuldners handelt. Gleichgültig ist es auch, ob die Zwangsvollstreckung bereits begonnen hat oder nicht, auch ist die Einstellung unabhängig von der Art des Voll- streckungstitels. Das Vollstreckungsgericht kann über den Antrag eine mündliche Verhandlung anberaumen. Die Entscheidung über den Antrag erfolgt durch Beschluß des Vollstreckungs⸗ gerichts. Eine bewilligte Zahlungsfrist bezw. die Frist für die Einstellung beginnt mit der Bekanntmachung des Veschlusses an den Schuldner. Gegen ben Beschluß des Vollstreckungsgerichts— auch wenn es den Antrag ab⸗ lehnt— findet sofortige Beschwerde statt. Uebrigens kann die Fristerteilung oder die Einstellung der Zwangsvoll— streckung sich auch nur auf einen Teil der Forderung be⸗ schränken, ja der Richter kann sogar auch Ratenzah⸗ lungen anordnen. Die Bewilligung der Zahlungsfrist kann auch von der Leistung einer nach freiem Ermessen zu bestimmenden Sicherheit abhängig gemacht werden. Auch in Ansehung der Kosten sind zweckdienliche Be⸗ stimmungen dahin getroffen, daß in dem Verfahren über Anträge auf Fristbewilligung bezw. auf Einstellung des Zwangsvollstreckungsverfahrens Gerichtsgebühren nicht er⸗ hoben werden, wenn der Wert des Streitgegenstandes 100 Mark nicht übersteigt. Bei höheren Objekten erfolgt zwar die Erhebung einer Gerichtsgebühr, die jedoch bei Ver⸗ gleichen(bezw. Anerkenntnisurteilen) auf die Hälfte der allgemein vorgeschriebenen Gebühr ermäßigt wird. Wie sich aus den vorstehenden Ausführungen ergibt, besteht kein Anspruch des Schuldners auf Frist⸗ e währung oder auf Einstellung der Zwangsvoll⸗ fac Der Richter kann sie auf Antrag gewähren, muß r nicht. Da hiernach— in Ermanglung eines allgemeinen Moratoriums, dem richterlichen Ermessen die Entscheidung anheimgegeben ist, ob im Einzelfall eine Frist zu bewilligen bezw. die Einstellung der Zwangsvollstreckung anzuordnen ist, liegt den Gerichten eine bedeutungsvolle und verantwortungsreiche Aufgabe ob. Sehr beachtenswert ist in dieser Hinsicht das, was von dem bayrischen Justizministe⸗ rium über die Handhabung der nach den angeführten Ver⸗ ordnungen den Gerichten anvertrauten Befugnissen Keegt wird. Es heißt da wörtlich:„Der Richter muß hierbei bestrebt ger sein, die Interessen der Gläubiger und der Schuldner in. billiger Weise gegeneinander abzugleichen. Der Zahlungs⸗ aufschub soll nur dort eintreten, wo er nötig ist und wo auch die Rücksicht auf den Gläubiger ihn gestattet. Handelt es sich um kleine Leute, denen z. B., weil ein Angehöriger im Kriege ist, die Bezahlung des Mietzinses oder die Ent⸗ richtung einer Abzahlungsrate schwerfällt, so wird der Richter in der Regel unbedenklich die Rücksicht auf den Schuldner in den Vordergrund stellen können. Bei Lohn⸗ forderungen wird die Rücksicht auf den Gläubiger die Be⸗ willigung von Zahlungsfristen wohl fast ausnahmslos ver⸗ bieten. Der Richter muß auch bedenken, daß der Gläubiger, namentlich der Kaufmann, seinerseits wiederum Verpflich⸗ tungen hat, denen er gerecht werden muß und denen er nicht gerecht werden kann, wenn ihm seine Schuldner in nicht ge— vierten Tag verlor ich die Geduld. Ich zog an der Glocke und hockte sogleich nieder, denn ich befürchtete, er würde mich nicht herein⸗ lassen, wenn er durch das Guckloch meiner ansichtig würde. Volk⸗ mann sah durch das Guckloch, brummte einige Worte und öffnete die Tür. Er mußte lächeln, als er mich in dieser Stellung sah und mirde im Laufe der Zeit ein Fremd. Beim Verkehr mit Volkmann, einerlei, ob es um Unterricht oder freundschaftliche Besuche handelte, mußte man freilich auf alles Mögliche gefaßt sein:„Bei Volk⸗ mann bedingte jede Stunde Unterricht wenigstens drei Stunden Wartezeit. Da wurde Kaffee gekocht(nach seinen komplizierten Prin⸗ zipien), mußten Zeitungsausschnitte gefertigt, drei Kästen auf⸗ und zugemacht, Noten geordnet, Zigarren ausgewählt und zum Trocknen vorbereitet werden. erst ging es an das Durchsehen meiner Aufgaben.“ Zichys Frau wußte auch ein Lied davon— ingen, wie zeitraubend Volkmann war. Er kam sehr selten pünkt⸗ lich zum Speisen. Eine Stunde Verspätung war keine Seltenheit. Dann erschien er gewöhnlich mit der größten Ruhe und mit den gleichmütigen Worten:„Ich habe mich einige Minuten verspätet.“ Auch drollige Anekdoten weiß Graf Zichy von seinem Freunde und Lehrer zu erzählen. Als der Tondichter bei dem Grafen in Te⸗ tetlen zu Besuch kam und mit Zichy im Parke spazieren ging, be⸗ gegneten diese beiden dem Gärtner, der, wie gewöhnlich, stark angeheitert war. Der Gärtner hielt es für seine Pflicht, seinem Landsmanne eine Blume zu überreichen; Zichy meinte, das könne er auch in einem anderen Zustande tun, und es sei über⸗ haupt kein Grund vorhanden, immer trinken zu müssen. Er erhielt auf seine Vorstellung die Antwort:„O, dafür habe ich drei JIründe: Erstens is hier keine Jegend, zweitens ist das Wasser miserabel, und drittens trinkt mein Gebieter nicht. Da muß ich doch für zwei sausen!“ Volkmann nickte mit dem Kopfe und sagte zu Zichy:„Der Mann hat Recht.“ Bei diesem Besuche in Unter⸗Ungarn hatte sich heit, es zu gebrauchen, und saß nun stundenlang im Garten und er⸗ probte die Kraft seines Fernrohrs an einer Silbermünze, die er auf die Erde gelegt hatte! So sympathisch Zichg und Volkmann einander waren, der freundschaftliche Verkehr zwischen ihnen geriet schließlich immer mehr ins Stocken. Als Zichy einmal Volkmann aufforderte, sein Haus nicht mehr zu meiden, gab der Tondichter st] die Hassische Antwort:„Ich muß mich von der feinen Gesellschaft zurückziehen, sie kostet mich zuwiel Zeit!“ — Kaiser Wilhelm und die Journalisten. Ein hervorragender spanischer Journalist, Samuele de Pedros, hat kürzlich ein Buch über Kaiser Wilhelm veröffentlicht, das den Titel trägt„Wilhelm II. aus der Nähe gesehen“ und das manchen inter⸗ essanten neuen Zug zum Bilde des beiträgt. Das Buch des ließ mich eintreten. Aus dem hartnäckigen Schüler Volkmanns hat. Er Volkmann sein Fernrohr mitgebracht. Er fand aber keine Gelegen- chr Dienstag, 6. April 1915 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersttäts Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul ⸗ straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: S851, Schrist⸗ leitung: 112. Adresse für Drahtnachrichtem Anzeiger Gießen. Uriegsbriefe aus dem Westen. Von unserm Kriegsberichterstatter. Uuberechtigter Nachdruck, auch aus zugsweise, verboten) 5 1 Bei den Helden der Champagne. 1 8 Großes Hauptquartier, am 1. April 1915. Wie die Franzosen fochten: Teilweise griffen sie mit großer Zähigkeit an, auch da, wo sie an den vorhergehenden Tagen mit großen Verlusten abgewiesen worden waren. Das erklärte sich später daraus, daß es immer wieder frische Truppen waren, welche Franzosen ins Feuer führten. Sie nur den moralischen Erfolg erreichten, endlich eisernen deutschen Wall gesprengt zu haben. Es ist uns ein französischer Befehl in die Hände gefallen, darin er gewesen seien, sehr schwer aus der vordersten Linie vorzubringen. ' Truppen zu verwenden. So erklärt sich die Verwendung von mindestens heißt es: Erfahrungsgemäß seien die Leute, die einmal im Feu Infolgedessen seien zu jedem neuen Angriff immer frische 48 französischen Regimentern gegen eine verhältnismäßig kleine deutsche Macht. Aber genützt haben die ungeheuren Menschenopfer 5 den Franzosen gar nichts. Ganz übereinstimmend ist, nachdem die ersten Massenangriffe chiedenen Stellen der Angriffslinie fol⸗ vernahm man die Sturmsignale, die wie ungehalten über das Zögern sich immer dringender wiederholten. Man hörte deutlich die Befehle, Flüche, Bitten der Offiziere und sah die aufgesetzten Ba⸗ Man war bereit gescheitert waren, an verschi e f gende Beobachtung gemacht worden: Heftiges Gewehrfeuer an, daß die Franzosen zum Sturme vorbrechen wollten. jonette in den gegnerischen Stellungen blitzen. ü zum Empfange des Feindes. Aber nichts zeigte sich. Die 5 1 i Franzosen waren aus den Schützengräben nicht herauszubringen. l Außer mit Ansprachen und Versprechungen hatten die Fran⸗ zosen auch sonst noch mit„Aufmunterungen“ nicht gekargt. Es war 5 diesmal auffallend, ein wie großer Teil der Gefangenen war und nach Schnaps stank, so daß man diese Menschen erst ein⸗ 5 mal auslüften mußte, ehe man sie verhören und weiter trans⸗ portieren bonnte. Das tollste Vorfommnis dieser Art ist die Ge- fangennahme eines ganzen französischen Bataillons, das an einer dünnen Stelle unseren Schützengraben überrannt und sich dann inmitten unserer Stellungen im Walde gelagert hatte, um seinen genommen und die Bedienungsmannschaft, die während des zuges selten ohne Deckung gefeuert hatte, benahm sich im Kugelregen prachtvoll. In kaum einer Stunde war der Sturm⸗ angriff abgeschlagen.„ so können wir das auch Meine Batterie hat an einem Schlacht⸗ tage in vier Stunden 1400 Schuß verfeuert. Allerdings hatte das Zweck. Wir haben drei Bataillone des Feindes so unter Feuer vorgekommen ist. pathie für —— zu. er 1 aiser einen sehr griff von dem Berufe des Journal wiederholte dem Spanier einmal das feine und dessen Wort Bismarcks, daß es leichter sei, aus einem guten Journalisten die 1 glaubten hier ihres Durchbruches so sicher zu sein, daß ihnen kein Opfer zu groß war, wenn sie an einer Stelle den 3 auen l terie mußte ihre Stellung verlassen. Zwei Geschütze wurden 1 g. igsten 7 das Trommelfeuer betrifft, 5 genommen, daß nicht ein Zug davon bis in die Sturmstellung 5 spanischen Zeitungsmannes ist durchweg von Achtung und SDHC thie aiser Wilhelm erfüllt. Herr de Pedros hatte Gelegen⸗ heit, sich mit dem Kaiser über den Journalismus und die Journa⸗ machte dabei die Erfahrung, daß der 8 einen vorzüglichen Diplomaten als aus einem Diplomaten einen 1 guten Journalisten zu Wofür Kaiser Wilhelm kein Ver⸗ ständnis hat, das ist die dehmung der Polemik im Zei wesen und Joad nach f i wenig sprechen, wenig quälen und viel schreiben. Sehen S! haben alles und können alles Wenn sie die Nachrichten, die sie sich ohne Beunruhigung perschafsen können, unterfuchen wollten, so könnten die den Politikern vielleicht mancherlei Schwierigkeiten ersparen.“ Als de Pedros auf die Ausflüchte und Umstände hin⸗ wies, die die Interviewten gern zu machen pflegten, versetzte der Kaiser„Freilich. Aber ein interpiewter Mensch ist scho 5 fern. Das Temperament ves Jguisers mache dem spanischen g Zeitungsmanne den Eindruck der Ausgeglichenheit und Nachdenk⸗ lichkeit. Sein Lieblingsaufenthalt sei Potsdam, wo er in stiller Zurückgezogenheit viele Stunden des Tages sich dem Studium militärischer, wissenschaftlicher und politischer Probleme sowie dem 3 der Literatur und der Musik widmet. Für die Musik besitzt der Kaiser nach dem spanischen Gewährsmanne eine tiefe Hingabe, und er sagte ihm u. a. von Bizets Carmen, daß er dies Werk nicht liebe, sondern geradezu vergöttere, wie er tr di Mufik eine Art Fanatismus zu empfinden. —Kunstler im Felde. In fjüngster Zeit ist wieder ene Anzahl bekannter deutscher Künstler dem Rufe zu den Waffen ge⸗ folgt. Unter ihnen befindet sich, wie wir der Seemannschen„Kunst⸗ onik! entnehmen, der Berliner Bildhauer Oskar Garvens, der als Offizierstellvertreter eines Landsturmbataillons im Osten steht. Der Berliner Maler Willi ter Hell ist beim Potsdamer Jäger⸗ bataillon eingetreten. Sein Kollege Leonhard Sandrock ist Oder⸗ leutnant und Abteilungsadjutant eines Kriegsbekleidungsamtes. Prof. Hans Müller-Dachau, Lehrer an der Karlsruher Akademie, ist Inspektor eines Feldlazaretts. Der friesische Maler Prof. Fed⸗ dersen ist Ueberwachungsoffizier eines Telegraphenamtes. Der ner Maler und Graphiker Prof. Richard Müller steht als Landsturmmann in Frankreich. Der Karlsruher Landschafter Her⸗ mann Goebel, der in den Sezessionsausstellungen bekannt wurde, 4 g im Westen verwundet worden und liegt zurzeit in Rheydt bei Düssel⸗ dorf Hans Schrödter, der Vorsitzende des Karlsruher Ortsvereins der Kunstgenossenschaft, steht als Vizefeldwebel beim Landsturm. Der Berliner Bildnismaler Alfred Cerigioli trat bei einem Grenadier⸗ Regiment ein, der Berliner Bildhauer Otto Richter hat sich frei⸗ mit Recht beklagt er die(cus Amerika 5 ef dem Interview. Er meint:„Die Jonrnalisten e ie, e denn auch bekannte, für die „ . Außer durch das Maschinengewehr hatten die Franzosen bei ihren Sturmversuchen die schwersten Verluste durch die Hand⸗ granaten. Im Umgange mit dieser Waffe gibt es besondere Künst⸗ ler. Der größte unter ihnen ist ein bekannter Berliner Geistlicher, der den Feldzug als Offizier mitmacht. Er stellt sich in Hemd⸗ ärmeln auf und schwingt die Handgranate mit vernichtender Treffsicherheit. Am Feierabend aber und an Sonntagen ver⸗ sammelt der streitbare Gottesmann die Soldaten zu herzerheben⸗ den Andachten. 0 Wenige Schlachten dieses Feldzuges dürften so reich an Hel- entaten einzelner sein, wie die in der Champagne. Und es muß er wiederholt werden, daß jeder einzelne, der hier mitgefochten dat, ein Held ist. Freilich am Ende, als der Kampf vorläufig Intschieden war, hat sich mancher tapfere harte Mann gern ein paar Stunden Ruhe gegönnt, denn er war mit seinen Nerven fertig, und auch die Offiziere brauchten nach dem übermensch⸗ lichen Maße geleisteter Verantwortung etwas Ausspannung. Aber schon nach 2448 Stunden waren alle wieder erholt und mel⸗ deten sich selbst als wieder„schützengrabenfähig“. Vor dieser Schlacht hat man es wohl nicht für möglich gehalten, daß Men⸗ schennerven eine solche unerhörte Kraftprobe aushalten. Das Menschengeschlecht hat zugelernt seit Valmy, wo der Lärm einer Kanonade, der heute wohl kaum als hinreichender„Abendsegen“ gewürdigt werden würde, durch seinen moralischen Eindruck einen Feldzug entschieden hat. Und— wir haben andere Heerführer heut e. l An Valmmy wurde ich auf der Wanderung durch ein seltsames Andenken erinnert. In einer Divisionsgefechtsstellung, wo nur ein mit Telegraphendrähten bespanntes Balkengestell, das einer Riesenharse gleich im einsamen Walde stand, den unterirdischen Sitz des Stabsquartiers anzeigte, lag vor dem Eingange dieses Tuskulums ein Haufe glitzernder Mineralien. Exzellenz Dr. ho⸗ noris causa B., der feinsinnige Kenner der antiken Münzwelt, erzählte mir, daß unsere Soldaten, wenn sie diese kugeligen Knollen beim Bau von Schützengräben und Unterständen im Kreideboden fanden, sie zuerst für verrostete Kanonenkugeln hiel⸗ ten, bis sie sie zerschlugen und im Innern die metallischen Kri⸗ stalle fanden. Ich konnte daran erinnern, daß es dem Kriegs⸗ beerichterstatter Goethe, der 1792 in diesen Gegenden geweilt hat, ganz ebenso gegangen ist wie unseren Soldaten, bis er bei der zFbufälligen Zerstörung der seltsamen Kugel erkannte, daß sie aus Markasit, kristallisiertem Schwefeleisenkies bestand. Die Exschei⸗ nung war ihm wertvoll genug, um darüber, als glühender Natur⸗ feorscher, der er war, noch unter dem Eindrucke der Kanonade von Valmy ein ganzes Tagebuchkapitel zu schreiben. 5 Durch Schützengräben ging unser Weg weiter, einer Beob⸗ achtungsstelle zu, wo Artilleristen in der Handhabung der wunder⸗ baren Ferngläser und Entfernungsmesser geübt werden. Kurz vor unserem Eintreffen war in der Nähe eine Granate explodiert, deren scharfzackige Reißstücke um die Stellung herum verstreut lagen. Sehr tragisch nahm man diese Störung nicht. Man stellte nur mit Genugtuung fest, daß der Feind nicht etwa den Beobachtungs⸗ stand entdeckt habe— der auch kaum zu entdecken sein dürfte—, sondern sich die Granate zufällig in die Gegend bei der von den Franzosen geübten Methode des„Streuens“ verirrt habe. Ein unterirdisches Musterdorf ist das Lager einer Sanitäts⸗ kompagnie, zu dem wir gelangten, als wir an schanzenden und exer⸗ zierenden jungen Truppen vorbeikamen, die hier ihren letzten Schliff erhalten und sich gleichzeitig an das feindliche Feuer gewöhnen. Die Soldaten vom Roten Kreuz haben sich splittersicher eingebaut. Sehenswert war namentlich der selbstverständlich vollkommen gra⸗ natensicher gedeckte Operationssaal, ein geräumiges, blitzsauberes Gelaß, dessen Operationstische durch Spiritusglühlicht blendend hell erleuchtet werden können. In einem Nebenraum verbleiben solche Verwundete, die vorerst nicht transportfähig sind. Er war eben * Bauchschüsse erhalten haben und nun ganz still li müssen, weil die Erfahrungen der neuesten Kriegschirurgie gelehrt haben, daß Straßen aufeinander münden, da ist ein muckplatz mit Baum⸗ 5 pflanzungen und vor allem Teppichbeeten angelegt, welche mit ö——— willig als Sanitätshundführer gemeldet. Der Münchener Land⸗ 2 Wolf Sautter, der an der Pforzheimer Kunstgewerbeschule wirkende] Bild ist bei B Handelskammer auf Durchführung des P. 531 der Strecke Gie⸗ Bildhauer, ist beim Landsturm. Heinrich Vogeler, der Worpsweder ßen— Fulda über Grünberg hinaus bis Alsfeld bezw. Lauter⸗ Karpathen tätigen Schiläuferabteilung eingetreten. bach wurde mit der Begründung bgelehnt, daß ein allgemeines i Ruisdaels Testament. Der bekannte holländische] und dringendes Verkehrsbedürfnis n. 7 3 LKunstsorscher Dr. Abraham Bredius hat im Haarlemer Archio ane laß pine Porkommmisses der sangsten 55 ihren, Autre Kiünstler, ist, wie wir vernehmen, als Freiwilliger bei einer in den 2 teilungen macht. Der zarte und feine Mensch, der Ruisdael war, Isaac vollkommen unterstützt und unterhält. Während der Min⸗ derjährigkeit der Maria sollen der Onkel des Testators,— Narden und damals 67 jährig. Vier Tage darauf, am 27. Mai, gestorben. Seiner Halbschwester hat er trotzdem etwas hinter⸗ lassen. Aus einer Urkunde von 1682, die lassenschaft des großen Malers bekommen hat. den Helden, die dort auf den Höhen ausharren. VSSWSVSTFTC großem gärtnerischen Geschmack aus Moosen und farbigen Flechten zusammengestellt sind. Sie zeigen Bilder und Sprüche, den Kaiser⸗ adler mit der Huldigung:„Heil Kaiser dir!“ Ferner Sprüche wie „Wir Deutsche fürchten Gott“,„Gott strafe England!“ mit ent⸗ sprechenden Emblemen. Dieses„Fichtenheim“ ist seit Februar errichtet worden, und, was wohl zu beachten ist, auf einem Gebiete, welches die Fran⸗ zosen inzwischen mindestens zehnmal erobert zu haben behaupten. Freilich, die schönen Erdwohnungen sind nicht umsonst so sicher gegen Artilleriefeuer eingedacht: denn das Lager liegt dem Feuer nahe genug. Das sollten wir noch erfahren. Wir kamen an der sehr praktischen unterirdischen Badeanstalt vorbei, die das Wasser für ihr geräumiges Plätscherbecken aus dem Kessel einer gleichzeitig zu Licht⸗ und Kraftgewinnung dienenden Lokomobile empfängt, und an der in nordischem Stile stimmungs⸗ voll zwischen die Waldbäume eingebauten Kapelle, wo fast täglich evangelischer und katholischer Gottesdienst ist. Dann besuchten wir den am Ende der Anlagen gelegenen Friedhof, der auf Berges⸗ höhe mit herrlicher Aussicht angelegt ist. Da beobachteten wir, wie die Franzosen über unsere Höhe hinweg ein im Tale gelegenes Dorf mit schweren Granaten bewarfen. Dorf ist zuviel gesagt. Dort hat einmal ein Dorf gestanden, längst aber ist der letzte Mauerstumpf von dem täglich wiederholten Feuer der Franzosen eingeebnet. Weshalb sie dorthin schießen mögen, ist ihr Geheim⸗ nis; denn selbstverständlich ist der Platz, auf den der Feind genau eingeschossen ist, von uns nicht besetzt. Deshalb war die Sache nur für uns ärgerlich, da wir durch dieses Dorf und auf der hinter ihm liegenden Straße, die mit Granaten bestreut wurde, unseren Rückweg nehmen wollten. Vorerst bot die Munitions- verschwendung des Feindes ein fesselndes Schauspiel, da man den Einschlag jeder Granate auf etwa dreiviertel Kilometer Entfernung genau bevbachten konnte. Schließlich muß die Stichflamme einer Granate doch in ein der Trümmerhaufen ein paar Balken ge⸗ funden haben, denn Rauch und Flammen stiegen zum Himmel, während sich ringsum noch immer weitere Granaten einbohrten und gewaltige Erdtrichter aufrissen. a Gerade als wir uns zum Aufbruche von dem schönen Muster⸗ truppenlager entschlossen, begann der Feind auch dahin sein Feuer zu richten. Ueber„die verfluchte Schießerei“ war mein Führer, ein Leutnant, unter dessen sachkundiger Leitung die Anlagen entstanden waren, doch recht ärgerlich. Denn wenn sie ihm seine Teppichbeete zerschossen hätten, so hätte es einen Haufen Arbeit gekostet, um —— wieder so hübsch herzurichten. Aber glücklicherweise trafen sie nichts. Da die Beschießung der 89 inzwischen schwächer geworden war und die Granaten unsere Straße nicht trafen, so nahmen wir dann doch den Rückweg durch das Nest, das einen unheimlichen Eindruck machte in seiner völligen Verwüstung, während über den ausgeglühten Steinhaufen, die ehedem Bauerngehöfte waren, nun wieder frischer Brand⸗ und Pulvergeruch lag. Und bald lagen die Kampfeshügel der Champagne, auf deren Kämmen noch fortwährend die silbernen Dampfballen der Schrap⸗ nells aufblinkten, fern hinter uns. Aber unsere Herzen blieben bei W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. — 2. Sitzung der Großherzoglichen Handelskammer Gießen 9 105 i m 4 e. 1 N ne wa 15 als 5 2 J 5 n 2. vertr. Vorsitzender, Diehm II., Friedber er, Kom⸗ legt und mit zwei ganz in Decken eingeßsüllten Tapferen, die merzienrat Hoos, Ibring, Noll, Nowack, Ra prsped. N Stammler, 1 und der Syndikus. 4 Beri 2 dann 40 an sich schweren Verwundungen einen sehr günstigen bruar d.. 8 11 gennahme eines Berichts uber die am 1. Fe⸗ o auf n 8 5 Krie 2 Den Schluß des 2 längs der Ir e die Besich⸗ ee zu Berlin mit Vertretern von Landwirt⸗ und hervorragenden Anlage. Nicht Menschenhände, sonbern Elfen i 5— 3 e nahmefällen abgesehen, der rechtmäßige und branche Handel geht, nichts wahrzunehmen vermag. bei Vergeb 1 ie ddt 0 Tritt man aber näher, so führen lieblich gewundene, mit Brettern— Sanfte— 55 f 127* 2 5 laube zur anderen. Diese Lauben sind die Eingänge zu den unter⸗ i irdischen Wohnungen, bei deren Betreten man immer wieder aufs 8 r neue überrascht ist über die traute Behaglichkeit und die sinnige Betriebe Erfindungsgabe, mit der es sich unsere lieben Feldgrauen hier werde ichkeit draußen so echt deutsch⸗gemütlich einzurichten wissen. Jeder——— ee eee eee e Kanten,, Bücder auf den Boiden, und die Eßkisten zeigen, daß] Pferbe Festgescelenerägendel kanmer beantragte Erhöhung der far 5 Einem, Hindenburg und andere sind hier geehrt. Wo aber die Auftenunt 1 Err r kammer weiter stark in Anspruch mmen durch Unterstützung — der Staatsbehörden bei Vorratgerhehn schafter Otto Beuriedl trat als Kriegsfreiwilliger bei einem baherf⸗ Naslellune von Zeugnissen bei Heereslieferungen, Ausfuhrbe⸗ schen Schneeschuhbataillon ein Der Kölner Maler und Graphiker alaubigungen und Ausfuhrbewilligungen, Festsetzung von Höchst⸗ J A. Weinheimer ist Vizefeldwebel bei der Infanterie. Prof breisen u. a. m. f delt eallerente Jarob Musdgess, des großen bollandischen Land⸗ sunderbolt bein Antrag der Handelskammer Weglar auf benmlers, gefunden, über die die„Kunstchronik“ nähere Mit⸗— 1 75 9 E 77 Wunsch 4 1 5 N teiligten Verkehrskreise, daß vom 1. April d. Js. der ET z ug 95 e 42 1 M 0 1667 ben eine Testamente. Das(ab Frankfurt a. M. 7.30 N.) wieder gefahren wird,——— der Kal. Jun eselle j un einem Notar abgefaßt. Ruisdael, Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. unter Befürwortung unter⸗ e e e e de. 3 N J. 1 ben 5 en rektion Frankfurt angeordnet, daß zur möglichsten Si As Erbin ein, aber mit der Bestimmung, daß sie seinen Bater fung des Anschlusses bei den gugen 95 und 799 in raufen a. 8 San 57 1 Zug 953* t 5 wenn 5 75 mit einer Ver⸗ Maler Salomon Ruisdael und der Neffe Jakob, gleichfalls Maler, 3 3 e ee auf nne Testamentsvolistrecker sein. Der Vater war Leistenmacher aus 5 e een e 05 1 2 7 3 g Gießen— Alsfeld, deren Aufhebung vor einem Ja re we läßt, soll Maria bekommen. Jakob Ruisdael ist im Armenhause. Hand dir Kal, Kisenbahndirektionen Cessel, Tonkfurt 0 tragen, daß in Bredius gl Ils ge⸗ 3 mi i i funden hat, geht hervor, daß Maria bare 150 Gulden l ner sorgung des Landes mit Nahrungsmitteln bei der Gestellung der angeforderten Wagen weitestes Entgegenkommen be⸗ wiesen wird. für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Protokoll-⸗ Auszug. f 7 Gießen, 24. März. Auwesend sind die Herren: Geheimer ommerzienrat Hei⸗ uf Einladung des Kriegsministeriums im Preußi⸗ Handel und Gewerbe stattgehabten Verhandlungen über das 5, von Aus- 2. Dem Wunsche der Handelskammer, daß in Zukunft die nicht enst⸗ und Beutepferde außer an 7. kaufmännische und in dustrielle die P für die eigenen Zwecke benötigen, ab⸗ „ 4— estgesetzten täglichen Haferation wu ablehnend be⸗ 4. Beim Bundesrat sowohl wie auch bei der Großherzoglichen es auf Kartoffelmehl beantragt. 5. Aus Anlaß des Kri wurde die Tätigkeit der Handels⸗ 5 ngen bestimmter Bedarfs⸗ senstände, Begutachtung von Gesuchen betr. den Militärdienst, 6. Eisenbahn angelegenheiten: a) Ein Antrag der vorliege. Die Kammer hat etzlar auf Durch⸗ M. und 8 wurde die Bitte gerichtet, dafür Sorge zu r gegenwärtigen Zeit dem Großhandel zur Ver⸗ ben au beantragt. eine Erweiterung der Dienststunden des Postamtes 8. Laut amtlicher Mitteilung wird der von der Ka antragte elektrische Aufzug in den Niederlageré des Großh. Hauptsteueramts Gießen voraussicht am 1. Juli betriebsfähig sein und die ebenfalls beantragte elektrisch Beleuchtung der Niederlageräume im Spätsommer ausg gegangen. * gesetzt, die für eine gewisse des weiblichen Geschlechtes borgen tragen, denn es ist die Telephonistinnen aber ihrem Dienst und standen rauen gar nicht gesallen. zu sorgen hat. Immerhin Der mischtes. 5 Ein holländischer Dampfer untergegan e Amsterdam, 5. April.(WTB. Nichtamtlich.) Aus Vork wird berichtet: Der holländische Dampfer Prins Ma rots“ ist am Samstag im Sturm mit 49 Mann Besatzung und vier Passagieren auf der Höhe von Türkische Telephonistinnen. dienst in Konstantinopel von Damen versehen w 0 als ein bedeutsames, Zeichen der Zeit ansprechen, denn es offen bat sich darin ein Fortschritt in der Stellung der mohmamedanis Frau, wie man ihn noch vor 10 Jahren für ganz unmöglich halten hätte. Die Frau, die nach den Geboten des Islam lireng von der Oeffentlichkeit ferngehalten werden muß und hinter ver⸗ gitterten Fenstern ihr Leben verbringen soll, ist so direlt in n Dienst der Oeffentlichkeit gestellt, nimmt tätigsten Anteil an 4 Ausbreitung des modernen Geistes in der Türkei. Seit einige 8 75 auch in Schulen gingen, einzelne gebildete, Damen als Sch stellerinnen tätig waren und eine Frauen itschrit gründeten, so lag doch der Gedanke, die Frau als Telephonistin mitten ins Le hineintreten zu lassen, noch sehr sern. paar Jahren überhaupt noch kein Telephon in Konstantinopel. A aber nun die Telephonanlagen geschaffen wurden, da trat auch d Gedanke einer Beschästigung von Frauen, Ländern beim Telephondienst Dindernisse, die uralte Sitte und praltisch gewesen, und so gestattete ihnen denn die oberste Behö daß sie sich als Kopfbedeckung mit dem„Baschiorta“, einem ö Shawͤl, beanügen. Die Türkinnen bewährten sich vortrefflich und ohersten Telephonbeamten in bestem Einvernehmen. manchem getreuen Muselmanen aber wollte diese Tätigkeit türkische bei einem Ausflug. den kurz vor dem Kriege die türkischen 2 l phonistinnen von der Station auf der Insel Halki im Marmar Meer mit den christlichen Herren der Station veranstalteten. Ma hatte sich vergnügt zu einem Picknick im Freien e als ein Polizist erschien und den Türkinnen im ftr 5 befahl, an gesonderten Tischen Platz zu nehmen und den Herren den Rücken zukehren, wie es Mohammeds Gebot sei. Sie mußten sich wohl oder übel diesen Anordnungen fügen, da der türkische Polizist ja für die Aufrechterhaltung der Weisungen des Koran phons in der Türkei zugleich ein wichtiger Fortschritt der Frauenbewegung zu verzeichnen. Daß der Teleph ird, darf mann Zeit haben ja die abendländischen Ideen in der türkischen Frauen⸗ welt Wurzeln geschlagen; eine gemäßigte Frauenbewegung hat ein⸗ Freiheit und für eine bessere Erziehung nun eintritt. Aber wenn die Mädchen ein Zeichen von Unmoral, wenn sie d Blick eines Mannes auch nur das kleinste Stückchen ihres Haare 5 preisgigt; sie trägt daher den„Charschas“, ein langes dunkles Tuch, das über den Kopf gebreitet ist, und einen schweren Schleier. Für wäre diese nationale Tracht zu mit den abendländischen Installateu Das kam zum humoristischen Ausd engsten Tone a aber ist mit der Einführung des T türkisc erscheinen. in der Johanneskirche. Nirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 275 Mittwoch, den 7. April, abends 8. Uhr: Kriegsbetstu * 1 Pfarrer Aus feld. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. ue Kap Hatteras unter Gab es doch bis vor eit der ja in allen anderen Anklang gefunden hatte, immer stärker hervor, und das schwächere Geschlecht siegte schließlich über all die strenger Glauben ihm in den Weg legten. Heute liegt der Telephondienst zum größten Teil in den Handen von türkischen Damen. Es wurde eine Schule für Tele- phonistinnen in Konstantinopel eingerichtet und eine ganze An ahl von Telephonistinnen ausgebildet. Die Damen bewährten sich vor⸗ züglich, und die oberste Aufsicht über die Zentrale von Stambul bat jetzt eine Dame, Fräulein Osman. Viel Kopfzerbrechen berei die Kleiderfrage. Die türkische Frau muß ja ihr Haar stets .——— Briefkasten der Redaktion. (Auouyme Anfragen bleiben unberücksichtigt. 0. m. Soviel wir unterrichtet sind, brauchen Sie nicht 7 5 a. n 2 1 3 Temperatur am Uedrigste„ 7 Riederschlag: 1,3 min. 2 12—— 2 S 5 FEC S 5 3 f 2 2232 22 en e e eee 425[8535 SS SS SS SS 2 585 1725 88 85 S 8 2 2 8. 08. S1* 8 Fe 5. en 748.8 11, 7,1 728 2 10 Bed. Himmel 5.0 L 41,4 10,0 8,9 26 8 9 5 5 6.„88 8,8 7%„„ a 1 4. bis 5. April 1915— 11.2 4.%&„ b 0 daß es eine gebrauchten. Alle Apotheken 7. Bei der Kaiserlichen Ober⸗Postdirektion Darmstadt wurde 886 haben. Wer ihn einige geit erprobt, findet Sie Ihren Lieferanten danach, er führt ihn Bei allen nervösen Störungen trinke man nur den coffeinfreien Kaffee Hag, der, wie unzä geben haben, auch von solchen Leidenden tadellos vertragen wi Kaffee Hag wird von den Aerzten ebensosehr geschätzt, wie von allen Feinschmeckern, die ihn schon versuch seine gesundheitlichen Vorzüge von selbst heraus. ebenfalls und verkauft ihn nicht teurer als vor dem K acet salie. Ohinin Me. LI. ver Herr E. Kelch, Hagen, schrei 8 Rheumatismus und Blasenleiden und konnte vor lauter Schm kaum noch auftreten. Da ich mir schon öfter alle möglichen M batte kommen lassen. welche oft sehr teuer waren und rein g nichts geholfen hatten, kaufte ich mir eine Packung Togal, denn sagte mir: wenn es nicht hilft, dann ist nicht viel verloren. D Resultat war so überraschend, daß ich es selbst kaum glauben konnte. Schon nach dem Gebrauch von 2 Tabletten konnte gehen und am nächsten Morgen konnte ich wie seit langen frei und unbehindert auftreten. Heute, am dritten Tage, mich am ganzen Körper trotz des miserablen Wetters so wo 3 Freude ist. Ich kann daher Togal allen Leiden gefährten sehr warm empfehlen.“ Ahnliche Ersa überraschendere Erfolge erzielten viele andere, welche Tog nicht nur bei Rheumatismus, sondern auch bei Kousschmerze Herenschuß, Ischias, Schmerzen in den Gelenken, sowie bei Influ Für Rheumatiker und Neuralgieleidende. 1 Jabrelange Schmerzen waren in 3 Tagen ch wunden. bt:„Ich leide schon seit hrungen und fübren Togal⸗Tabletten. Besr: hlige Kontrollen durch klinische Versuche e rd, denen sonst jeder Kaffeegenuß verboten 1 13 5 ich 2 * 3— Wer sparen WIIII Vorhänge Damen-, Herren- und Kinder- Kleider che- misch reinigen oder umtärben. Ebenfalls. „Decken, 28 Federn etc. 2580 b in Ciessen Wa 0 r. 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Jufanterie⸗ Regiment 118, Truppen-Uebungsplatz * 1 35 Oberstltn. u. ats Kdeur. Beschreibung: Alter? Jahre, Größe 1 Mtr. 74 Zim. Statur schlank, Haare blond, Augen blau, Nase gewöhnlich, Mund gewöhnlich, Bart keinen, Ge⸗ sicht blaß. Besondere Kenn⸗ zeichen keine. Kleidung: in blauer Uni⸗ form entwichen. Nach Mitteilung des Poli⸗ zeiamts Gießen trägt Heß ivilkleider und zwar: eine laue Hose, graugrünen Rock und ebensolchen Hut und ist ferner im Besitze eines ge⸗ stohlenen Fahrrads. Empfehlungen Ich litt seit g Jahren an gelbl usschlag mit furchtbarem Hautjucken Durch ein halb. St. Zuckers Patent- Medisinal seife habe ich das Uebel 80 be, seitigt. H. S., Poliz.⸗Serg. (In drei Stärken, à 60 Pf., M. 1.— und M. 1.50.) Dazu Zuckocoh-OCreme(50 und g 2 eke, Hi otheke, it A0 C. Seibel, 8 binger, O. Schaaf mil Karn, Ernst No W. Schrader, Otto Winter I boff. Kren 4ft Drogerien 8 Saatkartoffeln e Sorten rung 1 Jaulsen's Juli“,„gelbe„Mäuschen Jubel,„Roval Kiteney und noch andere Sorten empfiehlt J. Weisel. &(% Sonnenstr. 6. Versteigerung. Donnerstag den 8. April, von vormittags 10 Uhr au, versteigere ich in meiner Wohnung öffentlich gegen Barzahlung wegen Aufgabe der Landwirtschaft: 5 Kühe, eine hochträchtig eimmen⸗ Ischweres trächtiges Rind taler 2 Stiere und ein Rind Rasse ferner 3 Wagen, darunter einen zum Biehtransport ge⸗ eignet, 1 Schrotmühle, 1 Mäbmaschine mit Handablage 1 Ackerwalze, Bütten, Pflüge und sonstiges landwirt⸗ schaftliches Gerät. Steinbach, den 3. April 1915. 0¹8³⁵ Karl Krämer IV. Witwe. 1 Achtung: 2 Achtung! = NN Mittwoch, den 7. d. Mts., n ½9 Ubr bis nachmittags 4 Ubr Hroßer Verkauf un Hotel Felsenkeller in Gießen: Großer frischer Kopfsalat 2 Stück 35 Pfg., Gurken Stück 50 Pfg., feinster Spinat 3 Pfund 50 Pfg., 5 Pfund 80 Pfg., Blumenkobl Stück 10, 15 bis 20 Pfg., Zichorie Pfund 25 Pfg., extra dicke Schwarzwurzeln Pfund 25 Pfg., rote Rüben 3 Pfund 20 Pig., rote Möhren 5 Pfund 50 Pfg., Sellerieknollen Stück 5 bis 20 Pfg., feinsten Meerrettich Stange 10 Pfg., gesunde, feinste, wohlschmeck. Bodensee Aepfel per Pfund 25, 30 bis Pfg., dicke saftige süße Apfelsinen 3 Stück 20 Pfg. und höher, beste prima Zitronen 5 St. 30 Pfg., sowie Radieschen, Peter silie, Schnittlauch, Fleischswiebel. Erdkoblrabi, Krauskohl. Tadellose Winter- Pflanzen wie Wirsingkohl, Weißkohl, Rotkohl, 25 Stück 25 Pfg., 100 St. 8 Alles nur frische prima Ware und äutzerst billig. Klein aus Köln. Das Beste für die Hautpflege ist: „elring“ ano. eile 25 Pig. pro Stück. Nachahmungen 3 Stück 65 Pfg. weise m. zuruck. Verelnigte Chemische Werke c charlottenburg, Salzufer 16. Abteilung 8 abrik Martinikenfelde Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Frühjahrs⸗Kontrollversammlung 1915. Es baben aus der Stadt Gießen obne weiteren Befehl auf dem Hofe der Zeugbauskaserne am Brand zu ericheinen: „Dienstag, den 6. April 1915, 9 9 Ubr, sämtliche 1 2 und Mannschaften der Reserve, Landwehr I und II der Infanterie. Dienstag, den 6. April 1915, nachmittags 2 Uhr, sämtliche Unteroffiziere und Mannschaften der Reserve, Landwehr J und II aller anderen Waffen sowie die See⸗ wehr J und II. Sämtliche zur Disposition der Ersatz⸗Behörden ent⸗ lassenen Mannschaften. Mittwoch, den 7. April 1915, vormittags 9 Uhr, sämtliche Unkeroffiziere und Mannschasten des ausge- bildeten Landsturms der Infanterie. Mittwoch, den 7. April 1915, nachmittags 2 Ubr, sämtliche Unteroffiziere und Mannschaften des ausge- bildeten Landsturms aller anderen Waffen. Donnerstag, den 8. April 1915, vormittags 9 Ubr, amtliche Ersatz⸗Reservisten. Donnerstag, den 8. April 1915, nachmittaas 2 Ubr, sämtliche un ausgebildeten Landsturmpflichtigen, einerlei ob sie die Entscheidung mit oder ohne Waffen erhalten haben die in den Jabren 1805 bis 1886 geboren sind. Sämtliche— und Mannschaften des Heeres und der Marine, welche sich zur Genesung oder auf Grund bäuslicher Berbälnssse usw. in Urlaub befinden. Freitag, den 9. April 1915, vormittags 9 Ubr, sämtliche un ausgebildeten Landsturmpflichtigen, einerlei ob sie die Entscheidung mit oder ohne Waffen erhalten baben, die i 1 1 den Jahren 180 bis 1881 geboren sind. Freitag, den 9. Av ril 1915, nachmittags 2 Übr, sämtliche un ausge 1 ildeten Landsturmpflichtigen, einerlei ob ste die Entscheidung mit oder ohne Waffen erhalten haben, die in den Jahren 1880 bis 1878 geboren sind. Samstag., den 10. April 1915, vormittag 9 Ubr, sämtliche un ausgebildeten Landsturmypflichtigen, einerlei ob sie die Entscheidung mit oder ohne Waffen er⸗ balten baben, die in den Jabren 1877 bis 1875 geboren sind. Es baben sämtliche bis auf weiteres oder bis zy einem bestimmten Zeitpunkte vom Heeresdienst befreiten oder We n Versonen, sowie die nur Garnison⸗ dienstfäbigen und die zeitig Feld und Garnisondtenst⸗ unfähigen teilzunehmen. Die bei den r. Geschäften, also im August 1914 und Januar 1915 ausgebobenen Rekruten sind zur Teilnabme an diesen Kontrollversammlungen a ee babe in bũ licher Kleid e Leute n ger r Kleidung zu erscheinen Stöcke, Schirme, Pfeifen und Zigarren sind vorher weg⸗ ie Militärpässe und Fübrungszeug⸗ nisse sowie sonstige Ausweise Landsturm⸗ schelne usw.) sind mitzubringen Unplülnktlichkett und Versäumnis der Kontroll dersamm⸗ 2 werden nach den Kriegsgesetzen auf das Strengste bestraft. den 50. Marz 1915. Gießen, Der Oberbürgermeister. Keller. NB