den Frieden haben wolle. Andrassh sagte „ Erstes Blatt Der Sleßener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Sießzener Famtlienblätter; weimal wöchentl. Kreis- latt für den Kreis Glehen (Dienstag und Freitag), zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech- Anschlüsse: jür die Schristleitungl12 Verlag, Geschäftsstelled! Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gleßen. von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. . 105. Jahrgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindrucerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Dienstag, 6. April 1015 Bezugspret⸗ monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Mißerfolge der Russen am d — 1 jjestr. Ein russischer Angriff au Mariampol abgeschlagen. Mißglückte Vorstöße der Franzosen. (WTB.) Großes (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Nach dem Orte Drie Grachten, der sich seit dem 3. April bis auf einige Häuser an dem Nordrande in un— serem Besitz befindet, suchten die Belgier Verstärkungen her⸗ anzuziehen; sie wurden jedoch durch unser Artilleriefeuer zurückgetrieben. Ebenso verhinderte unser Artilleriefeuer französische Angriffsversuche im Argoanner Walde. Ein starker feind⸗ licher Angriff gegen die Höhenstellung westlich Poureuilles (südlich von Varennes) brach dicht vor unseren Hindernissen zufammen. Französische Infanterievorstöße westlich von Pont⸗à⸗ Mousson hatten keinen Erfolg. Dagegen brachten uns mehrere Minensurengungen Geländegewinn im Priester⸗ wealde. Hiestlicher Kriegsschauplatz. Ein russischer Angriff auf Mariam pol wurde unter schmeren Verlusten für den Feind abgeschlagen. Sonst hat sich an der ganzen Ostfront nichts ereignet. Oberste Heeresleitung. *** Hauptquartier, 5. April. In den Karpathen wird immer noch weitergekämpft, und je länger dieses Ringen dauert, desto klarer wird es, daß die Russen mit ihrer Ueberzahl nichts wesentliches auszitrichten vermögen. Am südlichen Dnjestr-Ufer, östlich von Zaleszezyki, haben sie versucht, vorzugehen, sie erlitten aber, wie aus dem neuen österreichisch-ungarischen Tages⸗ bericht hervorgeht, dabei eine bemerkenswerte Niederlage. Im Gouvernement Suwalki wurde ein russischer Angriff auf Mariampol(40—50 Kilometer östlich von Stallupönen) unter schweren Verlusten für den Feind zurückgeschlagen. Kurz vorher waren auch wie in dem deutschen Tagesbericht vom 4. April erwähnt worden war, russische Angriffe in der 515 von Angustow(80 Kilometer südlich von Mariam⸗ pol) siegreich abgewehrt worden. Ebensowenig Glück wie die Russen haben auch die Franzosen mit mehreren schwachen Angriffsversuchen. Sir Edward Grey, von dem wir gestern berichteten, daß er einen Urlaub angetreten habe, soll nun im englischen Haupt⸗ quartier auf dem westlichen Kriegsschauplatz eingetroffen sein. Ob ihm der Gedanke, nach Frieden auszuschauen, heute etwas näher liegt? Die Dinge erscheinen gegenwärtig den Engländern nicht im günstigsten Lichte; der gescheiterte An— griff auf die Dardanellen war der noch in frischer Erinne— rung stehende letzte Mißerfolg der englischen Politik, dem sich voraussichtlich noch weitere anschließen werden. Die bri— tischen Handelsschiffe dürfen fortan nur noch nachts die Häfen verlassen, damit sie möglichst wenig Aufmerksamkeit erwecken und der verstärkten Tätigkeit der deutschen Unterseeboote somit besser auszuweichen vermögen. Die Engländer wollen neuerdings herausgefunden haben, daß deutsche Schiffe un— ter neutraler Flagge durch Signale und ähnliche Tätig- keit Kriegsdienste tun. Nun knurrt der britische Leu darob die Neutralen an und ersucht sie, zur Erleichterung der britischen Maßregeln möglichst aus der Sehweite der eng— lischen Kriegsschiffe zu bleiben. Vielleicht haben wir auf dieses seltsame Gebaren demnächst eine amtliche deutsche Erklärung zu erwarten. *** Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 5. April.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wir verlautbart: 5. April mittags.. 5 1 In den Ka rpathen wird im Laborczatale und in den beiderseits sich anschließenden Abschnitten weiter heftig ge— kämpft. An allen übrigen Fronten stellenweise Artillerie— kämpfe. Sonst Ruhe. Bei Usweiebispuie, östlich Zalesczyki, versuchten stärkere feindliche Kräfte am südlichen Dnjestr-üfer Fuß zu fassen. Sie wurden nach mehrstündigem Kampfe zurück— geworfen, 140 Mann gefangen, sieben Maschinen⸗ gewehre erbeutet. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Keine Friedenswünsche Oesterreich-ungarns. Wien, 5. April.(WTB. Nichtamtlich.) In letzter Zeit kamen in der ausländischen Presse immer häufiger Mel⸗ dungen über angebliche Friedenswünsche Oester— reich⸗-Ungarns vor. A f. stand gerade in der„Times“ eine solche Mitteilung aus dem Blatte„Rußkoje Slomp“, wonach der Kaiser und König Franz Josef die Vermittlung des Heiligen Vaters oder der schweizerischen Regierung in Auspruch genommen habe. Das Wiener Telegraphische Kor respondenz⸗Bureau ist ermächtigt, zu ertlären, daß alle diese und ähnliche Meldungen absolut unwahr und glatt er⸗ funden find. Wien, 5 April.(WTB. Nichtamtlich.) Das „Morgen“ veröffentlicht eine Erklärung des Grafen Julius An⸗ brassi zu der von der Presse des feindlichen Auslandes neuer⸗ dings wieder gebrachten Meldung, daß diggen in Ungarn Wenn e Fei Gegensätze in Ungarn große Dormagen get ban e sie eine ebenso große Enttäuschung erlebt. In dem Drama Sarajewo ist der Auschlag unserer Feinde g. die Jute⸗ unzeres Staates so deutlich zum Ausdruck nen, daß Montagsblatt innere nòeralobersten von Kluck en unser Patriotismus jedes and 0 t indere Gefühl in den Hintergrund ge⸗ drängt hat. Sicher wünscht jede it. mann den Frieden, doch nur einen guten Frieden, der geeignet ist, jenen Gefahren ein Ende zu machen, gegen die gekämpft werden muß. Wenn es politische Gegensätze in Ungarn gegeben hat und solche wahrscheinlich auch in Zukunft geben wird, so gibt es darüber leine Meinungsverschieden heiten, daß wir in diesem kriege siegen müssen und daß dieser Krieg die Grundpfeil Staates berührt! Unsere Feinde täuschen sich gewaltig, wenn glauben, daß auch nur ein Teil Ungarns ihre Aufgabe erleichteen wolle oder werde. Sir Edward Grey auf dem westlichen Kriegsschauplatz. Berlin, 6. April. Laut berschiedenen Morgenblättern meldet der„Corriere della ra“ aus Lissabon das Ein— trefsen Greys im englische auptquartier in Frankreich. Grey beabsichtige, sich von ins französische Haupt— quartier und dann nach Pa zu begeben. Die Verletzung des 6 ralobersten v. Kluck. Berlin, 6. April. llung der Wunde des Ge— t, wie der„Berliner Lokal— digenden Verlauf. Der lreiche Bundesfürsten und anzeiger“ berichtet, einen Kronprinz, Prinz Adalbert, die Attachés neutraler Stag finden des Generalobersten Deutsch Paris, 5. April. „Temps“ wurde am Sam sechsten Male von einem de das vier Bomben abwarf. E digen lassen. eger. Nichtamtlich.) Nach dem ormittag St. Dié zum Flugzeug bombardiert, ombe verletzte drei Per- ngen Sachschaden an. amtlich.) Der„Nouvel⸗ liste“ erfährt aus H nerstag Ar mentis. g belegt. Eß Zivilperson wurde getötet, dreh englische Soldaten und sieben Zivilisten wurden verwundet. Eine andere Taube überflog am 3. April Haverskerke und warf Bomben ab, die mehrere Soldaten verwundeten. f Die in Frankreich gefangenen Leutnants v. Schierstädt und Graf Strachwitz. Berlin, 4. April. Nach Mitteilung der hiesigen ame— rikanischen Botschaft hat die französische Regierung der ameritanischen Botschaft in Paris erklärt, daß eine De portation der durch ein französisches Kriegsgericht ver⸗ urteilten Leutnants v. Schierstädt und Graf Strachwitz niemals beabsichtigt gewesen sei, und daß die beiden Offiziere nicht weiter als Strafgefangene, sondern als Kriegsgefangene behandelt werden sollen. Berlin, 6. April. Zu der Meldung des WTB., wo⸗ nach die beiden in französische Kriegsgefangenschaft geratenen deutschen Leutnants von Schierstädt und Graf Strach— witz vor Deportation bewahrt bleiben, schreibt der„Ber- liner Lokal⸗ Anzeiger“: Nun ist doch, wenugleich reichlich spät, die sranzösische Regie⸗ rung zu der Erkenntnis gekommen, daß die Behandlung der beiden gefangenen preußischen Offiziere unwürdig und ungesetzmäßig war. Die beiden Leutnants taten vor der Gefangennahme nichts, was der Soldatenpflicht zuwiderlief. Wenn sie trotzdem gleich Verbrechern ins Zuchthaus geworsen wurden, so hat dies der französischen Ehre einen Flecken zugefügt, den auch jetzt der Befehl zur besseren Be handlung nicht zu tilgen vermag. Im„Berliner Tageblatt“ wird festgestellt, daß die Nachricht, Graf Strachwitz sei nach Cayenne gebracht worden, aus dem„Matin“ stamme, der sie mit allerlei Einzelheiten und sicht lichem Vehagen veröffentlichte. In der„Vossischen Zeitung“ wird gesagt: Es ist ein Kriegsgerichtsurteil aufgehoben worden, das in Deutschland berech tigte Empörung hervorgerufen hat. Beide Kavallerieoffiziere, die Garderegimentern angehören, wurden auf einem Patrouillenritt gefangen genommen und, obwohl sie sich in Ausübung ihrer mili tärischen Pflicht befanden, unter Mißachtung des Völkerrechtes von einem französischen Kriegsgericht zu je fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Die Nachricht von einer Deportation nach Cayenne stammt aus französischen Blättern, nach deren Schilderung beide Offiziere bereits auf dem Wege nach einer im Dreyfusprozeß viel— genannten Kolonie waren. 5 - Eine Feier in Wien. Wien, 5. April.(WTB. Nichtamtlich.) Die Wiener Infanterie⸗Division hat für den Witwen⸗ und Waisen⸗Hilfsfonds der Armee 18000 Kronen aufgebracht, die heute durch Einschlagen von Nägeln in den in Wien aufgestellten„Wehrmann in Eisen“ dem obenerwähn⸗ ten Fonds in feierlicher Weise zugeführt wurden. Hierbei hielt Prinz Eduard von Parma als Delegierter des Kom⸗ mandeurs der Divifion, des Erzherzogs Peter Ferdinand, eine Ansprache, in der er die Opferfreudigkeit der Truppen für die Hinterbliebenen ihrer gefallenen Kameraden rühmte und erklärte, er der Wiener Bevölkerung mitzuteilen, daß ihre Söhne mit felsenfester Zuversicht auf den sieg⸗ reichen Ausaang des Kampfes bauen und von der Bevöl⸗ kerung ein gleich zähes Durchhalten erwarten. Die Rede wurde mit Jubel aufgenommen.— Vizebürgermeister Hier⸗ mmer sprach die Ueberzeugung aus, der Heldenmut der Truppen werde bald den gebührenden Lohn finden, und die bermacht der Feinde an diesem ehernen Wall zer⸗ schellen.— Die erhebende Feier schloß mit der Absendung eines Huldigungstelegramms an den ka obten Divi⸗ stonstom mandanten Erzherzog Peter Ferdinand 2 2 hätten sich nach dem Be au be hat am Don⸗ 1(FJ 1 Ein gescheiterter Landungsversuch an der asiatischen Küste der Dardanellen. Berlin, 6. April. An der asiatischen Küste der Dar⸗ nale d'Italia“ berichtet, 1800 Mann der englisch— französischen Truppen. Sie seien von den Türken bei Nacht überfallen undsämtlichnieder gemacht worden. Die Haltung Griechenlands. Berlin, 6. April.„Politiken“ erfährt, wie der„Ber⸗ liner Lokalanzeiger“ meldet, aus Athen, daß die griechische Regierung einen Kronrat einberief, um die Haltung Griechenlands bei der gegenwärtigen Lage besonders gegenüber Bulgarien zu erörtern. Wie verlautet, herrsche unter den Mitgliedern der Regierung vollkommenste Einigkeit darüber, daß Griechenland andauernd strengste Neutralität beobachte. Der Uutergang des„Medschidie“. Konstantinopel, 4. April.(WTB. Nichtamtlich.) Die Nachricht von dem Untergang des„Medschi⸗ die“, die heute abend amtlich bekannt gemacht wurde, wurde von der türkischen Bevölkerung mit großer Ruhe auf⸗ genommen, da man sich vor Augen hält, daß dieser Ver⸗ lust im Vergleich zu jenen der Verbündeten vor den Dar⸗ danellen unbedeutend ist. Ueberdies weist man darauf hin, daß die türkische Flotte seit Beginn des Krieges dem russi⸗ schen Geschwader größere Verluste zugefügt hat. Die ge⸗ schen Transportdampfers wurden heute abend Frhr v. d. Goltz auf der Rü »Wien, 5. April.(WTB. Nichtamtlich.) Je N Freiherr v. d. Goltz Pascha ist aus Berlin der Weiterreise nach Konstantinopel hier eingetroffen. Türkische Widerlegung russischer Unwahrheiten. Konstantinopel, 5. April.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der„Agence Milli“.— Der amtliche ruffische Bericht vom 28. März erzählt, daß die Russen den Bos⸗ porus erfolgreich beschossen hätten. Die Tatsache, daß die Vefestigungen dort unversehrt sind, widerlegt die russischen Behauptungen genügend. Derselbe Bericht. fügt noch hinzu, daß ein großes türkisches Transportschiff beschossen wurde, als es in die Meerenge einfuhr und daß die Besatzung das Schiff in die Luft sprengte. Es ist richtig, daß die Russen dieses Schiff beschossen haben. Sie feuerten mehr als 250 Granaten ab. Das Lächerliche an ihrem Be⸗ richte ist, daß das in Rede stehende Transportschiff namens „Seihan Seraiz“, das nach den Angaben der Russen ver⸗ nichtet sein soll, von keinem einzigen Geschoß getroffen wurde und noch am selben Abend in die Meerengen und seinen Hafen einfuhr, wo es seine Ladung löschte. Falsche Gerüchte. Konstantinopel, 5. April.(WTB. Nichtamtlich.) türkischen Blätter nehmen die Gerüchte mit Un⸗ Die fangen genommenen Matrosen eines gestern versenkten russie⸗ Abhole- u. Zweigstellen 2 8 r 33 * glauben auf, daß in Berlin, Paris und London von ameri⸗ kanischer Seite Versuche einer Friedensvermitt⸗ lung gemacht werden. Sie drücken die Meinung aus, daß der Augenblick des Friedens noch nicht gekommen sei, und heben hervor, daß weder die Türkei noch ihre Verbündeten ermüdet seien.„Tanin“ weist auf das entschiedenste die Ge⸗ rüchte zurück, daß Hakki Pascha und Dschavid Bei in Berlin vom Abschluß eines Sonderfriedens gesprochen hätten. Das Blatt sagt: Solange die Ergebnisse, die durch einen Frieden erreicht werden, in keinem Verhältnis zum vergossenen Blut und zu den geopferten Kräften stehen, denkt niemand von uns an Friedensschluß. Die Türkei ist keineswegs erschöpft, denn sie hat noch nicht einmal den dritten Teil der Kraft aufgewendet, über die sie verfügen kann. Wir gehen einen Weg, dessen Ende wir wohl berechnet haben, und es ist unmöglich, ihn zurückzuschreiten. Das Blatt„Tasvir i Ef⸗ kiar“ hebt hervor, daß der Verlust des Schiffes„Medschi⸗ dieh“ nicht imstande sei, der Türkei die Ueberlegenheit im Schwarzen Meer zu nehmen. Die von Deutschland und Oesterreich- ungarn besetzten Gebiete. Wien, 5. April.(WTB. Nichtamtl.) Aus dem Hriegs⸗ pressequartier wird gemeldet: Wir und unsere Ver- bündeten halten nach der Feststellung vom 25. März vom Gebiete Rußlands besetzt: 46 581,8 Quadratwerst= 53 010,3 Quadratkilometer mit einer Einwohnerzahl von 5492 820. Nach einzelnen Gouvernements angegeben sind die Ziffern (wobei die Flächen in Quadratwersten angegeben sind) fol⸗ gende: Laliß: Fläche 991,3, Einwohnerzahl: 118 800; Pe⸗ trikau 10 763 bezw. 1981366; Kielce 4434, bezw. 486 600; Radom 1646 bezw. 148 400; Warschau 5832,5 bezw. 624 900; Plozk 6216 bezw. 555 000; Lomza 2316,5 bezw. 172 120; Suwalki 5412, bezw. 340 700. Die Kämpfe in Afrita. London, 5. April. WTB. Nichtamtlich.) Reuter mel⸗ det aus Livingstone: Eine Patrouille der Alliierten griff 1 r A JEE . „„ beit wieder, während unsere Leute stolz darauf sind, etwas Geld frischen E .— 4 in fesselndes Bild des schweren Ringens und beglückende g. der Verfasser, wie er hervorhebt, an seiner Stelle tis ablegen möchte. Es wird gewiß ö 1 in nienregimente, dessen militärische Laufbahn zunächst in deutscher die Deutschen am 17. März bei Abergcron am Tanganyka⸗ see an und warf sie nach lebhaftem Gefecht zurück. Die Deut⸗ verloren einen Offizier und drei Mann, sowie mehrere Verwundete. Die Alliierten hatten einen Freiwilligen und zwei Askaris tot und zwei Mann verwundet. Der Seekrieg. Kristtania, 5. April. WTB. Nichtamtlich! Der hiesige britische Gesandte richtete an das norwegische Auswärtige Amt eine Mitteilung, wonach die britische Regierung in Kenntnis gesetzt worden sei, daß deutsche Küstenfahr zeuge unter neutraler Flagge die Bewegungen der britischen Flotte er⸗ spühen und ihre Beobachtungen an deutsche Kriegsschiffe signali⸗ sieren. Es sei beobachtet worden, daß die Fischfahrzeuge nicht nur drahtlos telegraphieren, sondern als Signale auche dichte Rauch⸗ wolken aussenden. Die britische Regierung ersucht daher die nor⸗ wegische Regierung, alle norwegischen Fischfahrzeuge zu warnen, daß sie sich dem stärksten Verdacht aussetzen, wenn sie in Sicht britischer Kriegsschiffe Rauchwolken aussenden oder drahtlose Sig nale senden. Dieses würde auch dazu führen können, daß die Fahr zeuge ohne weitere Untersuchung versenkt werden. Fahrzeuge, die zmiter gleichen Umständen britische Kriegsschiffe passieren, fetzen sich gleichfalls der Gefahr aus, versenkt zu werden, wenn von diesen Fahrzeugen etwas ins Wasser hinausgelassen wird. Schließlich werden die norwegischen Fischfahrzeuge aufgefordert, in weitmöglichster Entfernung von den britischen Kriegsschiffen zu halten. London, 5. April. WTB. Nichtamtlich.) Der kleine englische Dampfer„Olvins“ wurde zwischen der Insel Guernsey und Calais torpediert. Die Bemannung ist gerettet.— Der russische Segler„Hermes“ wurde auf der Fahrt nach Mexiko auf der Höhe der Insel Wight torpediert. Die Bemannung ist gerettet. Berlin, 6. April. Wie die„Tägliche Rundschau“ berichtet, beabsichtige die englische Regierung, wie der Lon— doner„Standard“ wissen will, anzuordnen, daß wegen der verschärften Tätigkeit der deutschen Unterseeboote alle britischen Handelsschiffe die englischen Häfen nur des Nachts verlassen dürfen. Holländischen Nachrich— ten zufolge hatten bereits seit geraumer geit alle Schiffe die englischen Häfen nur des Nachts verlassen. *— * Von unserm Kriegsberichterstatter Rolf Brandt ist soeben unter dem Titel„Fünf Monate an der Ost⸗ front“ im Verlage von Egon Fleischel& Co. in Berlin ein ansprechendes kleines Buch erschienen, das die in unserm Blatte veröffentlichten Kriegsbriefe bis zum Jahresende zusammenfaßt. Die Schlachten von Tannenberg und an den Masurischen Seen, die russische Gegenoffensive und die Stellungskämpfe in der„Wasserfestung“ Ostpreußen, die Rolf Brandt in seiner Eigenschaft als vom Generalstab assener Kri ichterstatter bei unserem Ostheere mit— erlebte, sind in diesen Briefen aus einem warm mitfühlen— den Herzen heraus anschaulich geschildert; die unter dem indruck der Ereignisse niedergeschriebenen Be— ein i unserer Armee, für deren stille und Leser freuen, die in diesen Blättern ver— chem Gewand gesammelt wiederzu⸗ Uriegsbriefe aus dem Westen. Von unserm zum Westheer entsandten Kriegsberichterstatter. unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Urkunden aus der Winterschlacht in der Champagne. Großes Hauptquartier, am 31. März. Aus der Winterschlacht in der Champagne wurden mir einige Urkunden zur Verfügung gestellt, welche geeignet sind, dem Leser in der Hei ein Bild vom Verlaufe der Kämpfe und von dem Geiste der Truppen zu geben s Da ist zunächst die prächtig⸗-anschauliche Schilderung, die ein deutscher Regiment ant von dem Eindrucke des„een seuers“ und dem Zusammenbruche eines französischen Angriffes 1 In dem nachdenklichen Tagebuche eines Franzosen vom 20. Li- 1 ein Ende gefunden hat, dürften besonders die Stellen emerkenswert sein, wo er über seine Vorgesetzten spricht. Von der Tapferkeit seines Regimentskommandeurs hat er offenbar eine sehr geringe Meinung, während man bei deutschen Soldaten immer wieder nur der einen Sorge begegnet, daß sich ihre Offi⸗ ziere nicht zu sehr der Gefahr aussetzen möchten. Aus den Brieftaschen französischer Gefangener stammen drei Briese, die ich besitze und aus denen ich nur das weggelassen habe, was kein allgemeines Interesse hat. Immer wieder— in jedem der drei Briese— lassen sich die Soldaten Geld schicken; das kehrt in allen franzosischen Soldatenbriesen als ständige Hauptangelegen⸗ u sparen und nach Haufe schicken zu können. Das Schuhzeug ist schlecht— die alte Klage— das Essen ist schlecht, schreiben die Soldaten nach Hause. Der Krieg dauert so lange, stöhnen die Leufe in der Heimat lind bas würden sie erst schreiben, wenn sie über den wahren Stand der Dinge nicht ständig in Unwissen⸗ heit und Irrtum erhalten würden? 5 W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. 3 r eines deutschen Regiments⸗Adjutanten. ier Am Nachmittag steigerte sich das Artilleriefeuer des Gegners zu einem rasenden Schnellfeuer, das sich vor un⸗ serem Abschnitt auf einem Raum von einigen hundert Metern des Schützengrabens vereinigt. Ununterbrochen dröhnen die Detonationen, wie ein unge⸗ beurer Paukenwirbel, der auf unseren Linien trommelt. Man glaubt den Berg unter sich beben zu fühlen. Die Luft zittert in unzähligen Wellen, die die Nerven in einen aufregenden Zu⸗ stand höchster Anspannung versetzen. Ueber dem Schützengra⸗ ben steigt eine hohe Wand empor von hochgeschleuderten Staub⸗ wolken und schwarzem Rauch wie ein wallender Vorhang, aus dem grelle Flammen zucken. lle Batterien, die wir auf dem Abschnitt vereinigen kön⸗ nen, legen mit ihrem Schnellfeuer einen Feuerriegel vor un⸗ sere Gräben, 5 „Ich suche mit dem Schereusernrohr das Gelände ab, um vielleicht aus irgend einem Anzeichen in den benachbarten Ab⸗ schnitten einen Schluß auf den Verlauf des unsichtbaren Kamp⸗ jes ziehen zu können. „Auf einmal sehe ich durch das Glas Kolonnen in einer breiten Front, Schulter an Schulter gedrängt und mehrere Glie⸗ der tief. Deutlich erkenne ich Käppis— hier springt über den Linien ein Schein auf von dem Stahl der Bajonette. Hinter der langen geschwungenen Linie der kahlen Hochfläche stehen sie] auf wie eine dunkle Mauer gegen den hellen Himmel! Durch das Die schwarze Masse war jetzt auf der Höhe und schwankie wie eine gewaltige Woge vorwärts in einem schweren, wuch⸗ tigen Rhuthmus. Es war ein glühendes Fieber von Wut: Wann kommt der erste Schuß! Auch die Batteriefübrer, die es mit anges batten, erzählen, wie sie mit geballten Fausten in ihren. obachtungsstellen standen. g Aus der Mitte löst sich eine Kompagnie und stürmt mit glänzendem Schneid. Weit vor allen ein Offizier mit einer hin⸗ reißenden, begeisternden Bewegung. Aus der zögernden Menge schließen sich einzelne beherzte Leute und kleine Gruppen an. In unserm Schützengraben ein wilder Nahkampf. Ueber dem rechten Ende der französischen Linie blitzt es zweimal kurz hin⸗ tereinander auf. Klar und scharf sehe ich die runde, gelbe Rauch wolte, aus der ein Sprengkegel von Eisenstücken in die dichte Linie herunterschlägt. Dann tanzen auch weiße Schrapnellwol ken immer schneller. Blutig und elend bricht die stolze Front zu Boden. Auf den Hängen liegen sie zu Hunderten in dunklen unförmigen Flecken. Trümmer Nuten zurück von Entsetzen und Grauen gejagt. Zersprengt fliehen sie über die Hochfläche oder laufen bestimmungslos hin und her in ihren phantastisch flat⸗ ternden langen Mänteln. Das Feuer fegt noch über die Höhe. Einzelne bleiben plötzlich stehen in einer gekrümmten, aufwärts gebogenen Haltung— man glaubt zu sehen, wie ihre Hände krampfhaft die Leere zu sassen suchen und fallen.— In dem französischen Bericht war zu lesen von merklichen Ge⸗ winnen westlich und östlich der Höhe 196 nordöstlich oon le Mesnil. Wir lennen diese Phrase ebenso wie von dem leichten Vor⸗ rücken in der Gegend von X. So nennen sie ihre Sturmangriffe, die vor unseren Stellungen zusammenbrechen. Sie vergessen zu sagen, daß sie, nachdem sie 50 Meter vorstürmten, wieder zurück⸗ liefen. Auch bei dem großen Angriff am 18. 3., von dem sie eine Entscheidung erhofften, schien es ihnen nicht erwähnenswert zu sein, daß nur ihre Toten an den Stellen lagen, die sie ge⸗ wonnen hatten. Aus dem Tagebuch eines Franzosen vom 20. Linien-Jufan⸗ terie-Regiment. 30. Januar. Ablösung. Man wartet.— Alsbald gehen wir zurück. Der Boden ist gefroren. Der Marsch, in dem von Menschen und Pferden zertretenen Schmutz, dessen Oberfläche durch den Frost ganz unregelmäßig geworden ist, macht große Schwierigkeiten. Es ist kaum Tag, als das Dorf.. aerscheint⸗ Man bringt uns in einem nach allen Windrichtungen offenen Schuppen unter. Aber das erscheint uns gut, denn es gibt Stroh. Als man in lag, träumte man von einem Paar weißer Bettücher; wenn im Schützengraben einer von Stroh sprach, kam einem das Wasser bis zum Mund!.. Ein auf dem Hofe auf⸗ gestellter Brunnen erlaubte es uns, uns zu reinigen. Seit acht Tagen hat man das nicht getan. Wir erfahren, daß ein Krämer⸗ laden offen ist. Alles läuft hin, um Einkäufe zu machen. Man ißt Käse, Würstchen, Süßigkeiten— ist das gut. Es ist lange her, daß man solche Sachen hatte. Im Schützengraben ist die Küche nicht gerade gut: früh um 6 Uhr. Liter eiskalter Kaffee, ein kleines Stückchen gefrorenes Fleisch und ½ Liter ganz lalten Wein— um 6 Uhr abends: gefrorene Beuillon, ein kleines Stückchen gefrorenes Fleisch, je/ Liter kalten Kaffee und Wein, zu dem allen steinhartes Brot. An Stelle des„servez chaud“ tritt das„servez glacé“.) Aber man bezahlt auch zenug dafür.— Dann schläft man; es tut gut, seine Beine in ihrer ganzen Länge in trocenem Stroh ausstrecken zu können. 31. Januar. Nichts von Bedeutung. 1. Februar. Man kündigt uns an, daß wir nach.. gehen müssen, um dort bei Nacht Schützengräben auszuheben. Drei Tage lang.— Es ist Mittag.— Tornister auf dem Rücken. Abmarsch.— Meine Füße sind zwei große Frostbeulen. Marsch bis zur Bewußtlosigkeit. Der Arzt kümmert sich nicht um unsere Füße.— Um 2 Uhr kommen wir in. an einem Wasserloch an. Lauter Erdhütten bedeckt mit Zweigen und Erde. Uns ist es gleichgültig, da man nur am Tage dort ist. Für die Nacht sind wir im Schützengraben. Um 6 Uhr: Gewehr in die Hand und Lederzeug umgeschnallt mit 20 Patronen. Wir gehen ganz nah an den Feind in Richtung auf... 8 Uhr: Einige Feuer tauchen auf, man ist da. Kurze Ruhe. Schaufeln, Hacken.— Vorwärts. — Einige Kugeln peifen hier und da mit leisem Zischen, welches einen ungefährlichen Eindruck macht. Ein Kamerad ist am Ober⸗ schenkel getroffen, er bleibt erst nach 5—6 Schritt stehen, ohne es vorher gemerkt zu haben. Wir gehen immer weiter vorwärts und gelangen in den Laufgraben, der zu dem angefangenen Schützen⸗ graben führt. Man beginnt die Arbeit, es ist lalt. Da wir un⸗ gedeckt arbeiten und die Kugeln fliegen, müssen wir schon emsig arbeiten, um in Deckung zu kommen. Um 4 Uhr früh erscheint der Leutnant der Pioniere, der die Arbeiten leitet, um zu sehen, was wir gemacht haben. Er ist entzückt und gratuliert uns. Es ist nicht aus Liebe zu ihm, daß wir so gearbeitet haben, denn er ist ein Ochse; ich habe es schon gesagt, wir arbeiteten, um in Deckung zu kommen. Haben wir ihn also doch'mal zufrieden gestellt— das kam nicht oft vor. Nun geht man zurück. 2. Februar. Man schläft etwas bei Tage, aber nicht viel. Unser, an sich schon leichter Schlaf ist alle Augenblicke gestört, bald um den Kaffee zu fassen, bald das Brot, dann den Wein. Um 1 Uhr Appell. Unser Oberleutnant L. liest ihn. Nach einigen banalen Worten der Ermutigung von seiten des Regiments⸗ Kdos. und nach Verlesung einiger im Tagesbefehl namentlich er⸗ wähnter Mannschaften, sagt er uns:„Mich ärgert es oft, daß ich bezwungen bin, Leuten Verweise zu geben, die viel älter sind, als ich.“ Und tatsächlich, er ist noch ganz jung, und das Alter der Soldaten schwankt zwischen 20 und 38 Jahren. Ich mochte Sie daher doch um mehr guten Willen bitten. Wir wissen ja alle, wes⸗ halb wir hier sind. Freilich kann es Euch gleichgültig sein, mir auch. Aber wir haben diese Leute da in unserem Lande und müssen sie rauswerfen. Dann ist der Augenblick gekommen, wo das Regi⸗ ment seine Ruhe haben wird, aber bis dahin tut jeder seine Pflicht. Wenn es zum Angriff geht, verlange ich von Euch nur eins, mir zu folgen. Ich gebe Euch die Berechtigung, mich zu töten, wenn wir, wenn ich zurückgehe. Ich will nicht versuchen, Euch mit baualen patriotischen Redensarten zu begeistern, das wäre idiotisch. Sie sind Alle alt genug, um zu verstehen, daß jeder seine Pflicht tun muß.“— Die Worte gefallen mir. Bei ihm fand man seine Energie, seine Freimütigkeit und Güte wieder. Das muß man sagen.— Um 5 Uhr abends gehts wieder sort. Es regnet. Wir beginnen einen Laufgraben zu graben, der Schmutz reicht bis an die Knie. Der Regen durchweicht uns und macht uns frieren. 3. Februar. Der Tag vergeht, wie der Tag zuvor. Am Abend gehts wieder fort und zwar nach... in das Wäldchen „Der Deutschen“, wo wir Schützengräben ausheben werden. Die alten Leute, welche under uns sind, erzählen unglaubliche Geschichten von diesem Walde. Dort, sagten sie, in dieser Richtung nach links, an dem und dem Tage, mußten wir eine Mauer deutscher Leichen finden und an anderer Stelle sind mehrere französische Kom⸗ pagnien aufgerieben worden durch die Maschinengewehre. Ge⸗ fangene sind gemacht worden an diesem Waldrande dort, der Kampf Mann gegen Man war riesen⸗ haft und furchtbar. Die Artillerie mußte dort auch unheimlich geschossen haben, denn alles war dort in Krümchen zerhauen. Sie tötete dort noch den Rest, denn die Granaten regneten drauf. Die Nacht war schön. Der Mond leuchtete ganz dort oben. Man arbeitete etwas nachlässig, die Müdigkeit übermannte uns. Es war ja auch die dritte Nacht, die wir mit dem Spaten in der Hand verlebten, ohne sozusagen am Tage lafen zu haben. Und dann hatten auch die Wenge der alten Leute unsere Gedanken etwas beeinflußt. Man hatte das Gefühl, als röche es nach einem schaurigen Drama. Es ist 3 Uhr früh. Der Leutnant der Pio⸗ niere holt uns weg, nörgelt über unsere Arbeit, sagt aber, daß er 1 33—4 erinnern 1 1 e ziem⸗ li 5 Hau war, er uns losli ir beim Wasser loch — geht der Befehl: Alle verfügbaren Geschsstze gegen 8 N a g 9 —— 4 8 wirft ii bref, Es wecchelt mler unferzz müben Gliedern und scheint uns seine Freude darüber ausdrüden daß es der wichtigste ustand füt unsere Ru K sich's bequem. Die Füße, die einem am m*— rasch in Decken eingehüllt, und man sieht da 4 ähnliche„in allen Formen und allen Es ist prachtvolles er; die Strahlen der goldgelben Sonne dringen“ durch die schlechtgefügten Bretter in unsere sog. bequeme Wob⸗ nung und beleuchten in einzigartiger Weise niche Bild wohlver⸗ dienter Schwelgerei. Man ißt, man singt, die Leiden werden vergessen. Fröblichlen berrscht in vollstem Maße. (Fortsetzung folgt.) Aus dem Reiche.. Kriegsanleihe Wie die„Köln. Ztg.“ aus meldet, hat das Reichsmarineamt die Zei au 1 die zweite Kriegsanleihe auch auf die Besatzungen der Schisse mit Ausnahme der Hafenschiffse bis zum 10. April ver⸗ längert.— Die Einzahlungen auf die Anleihe gehen in erfreulicher Weise ein. Zustanpigerweise wird noch aus Berlin mitgeteilt, daß bis zum 3. April, also an den er drei Einzahlungstagen, auf die Kriegsanleihe rund s 3600 Millionen Mark bar eingezahlt worden sind. Aus Stadt und Cand. Gießen, 6. April 1915. * Auszeichnung. Dem Gefreiten Frdr. Römer aus Gießen im Ins.-Reg. Nr. 222 wurde die hess. Tapferkeits⸗ medaille verliehen. Hohes Lob für die 116er Landwehrleute. Das Landwehr-Infanterie-Regiment 116, das seit der Marneschlacht stets in engster U mit dem Feinde gewesen ist, ist für eine wohlver fe Orts- untertunft gegangen. Aus diesem Anlaß sind ihm Divi⸗ sions und Korpsbefehle übermittelt worden, die auch den Angehörigen unserer heldenmütigen Landwehr Freude machen müssen. Se. Exzellenz v. Bahrfeldt, General der Insan⸗ terie, Kommandeur der 19. Reserve-Division, hat an das Regiment folgendes Schreiben gerichtet: l Div. ⸗Stabsquartier M..., den 29. 3. 1915. Mit dem heutigen Tage scheidet das Großh. Hess. L- J. R. 116 aus dem Verbande der 19. Reserve-⸗Division aus. Volle 6 Monate bat es in seiner Stellung vor dem Feinde ausgeharrt, ohne jemals abgelöst zu werden. Das tägliche schwere Artilleriefeuer, die harten Anforderungen des Minen- und Sappenkrieges, die Unbilden der Wintermonate hat das Regiment mit heldenhafter Ausdauer er⸗ ragen Nicht ein sußbreit Schützengraben ist verloren worden. Das Regiment kaun stolz zurückblicken auf die hier verlebten schweren Zeiten. Seine Leistungen können jedem aktiven Regi⸗ mente als Beispiel dienen. Heute an dem Tage, an dem das Regiment aus meinem Besehlsverbande ausscheidet, spreche ich dem Regimente meinen Dank und meine volle Anerkennung aus. Der Inhalt des Schreibens ist allen Offizieren, Unteroffizieren, Mannschaften und Kommandierten bekannt zu geben. Der Korps⸗Tagesbefehl vom 30. 3. 1915 lautet: Die 1. Königl. bayrische L.-J.⸗Brigade und das Großh. Hess. L. J.-R. Nr. 116 scheiden aus dem Verbande des 8. A.⸗K. aus. Den ihm lieb gewordenen Kameraden, die uns in 9 und ernsten Kämpfen treu zur Seite gestanden und nicht dazu beigetragen haben, die unausgesetzten Angrisse eines über⸗ legenen Feindes blutig abzuweisen, dankt das 8. A.⸗K. für die neue Wafsenhilfe und Kameradschaft. Unsere Gedanken und L.⸗J.-⸗R. 1 Wünsche werden die 1. Bayr. L.-J.⸗Brigade und das Hess. 116 begleiten. ** Mehr Vertrauen iz der Ernährungs- srage. Wir erhalten folgende Zuschrift:„Die„Mies⸗ macher“, diese stillen Verbündeten der Franzosen, sen, Engländer und wie sie alle heißen, haben eine neue tät erkoren:„Die e Die den Worte, welche Herr Dr. Ebel neulich unausstehliche Sorte Menschen schrieb, sind 1 am e gegen die, welche meinen, gleich verhungern zu sen, wenn auf dem Lebensmittelmarkte nicht alles nach Wuns von Zunge und Magen geht. Wir haben nun 14 Brotmarkenzeit hinter uns und der 9 vor den„ Gramm“ ist, glaube ich, wenigstens allen, die nicht gar zu kleine ain haben, überwunden. Meine Fa⸗ milie erhält für 14 Tage Marken für 10 Brote; zu meiner Freude kann ich feststellen, daß ich 30 Prozent meiner Marten zurückgeben konnte. Das erweckt in mir die Gewißheit, daß für schwer arbeitende Mitmenschen etwas mehr als bisher locker zu machen ist. Alle Bessergestellten müssen es als Ehrensache betrachten, um Brot zu spa⸗ ren und sich mehr den Nahrungsmitteln zuzuwenden, die dem Geldbeutel der Aermeren 3 Den Angstmeiern sei auch gesagt, daß außer manches vorhanden ist, was für die Volksernährung von Bedeu⸗ tung ist. Ich nenne nur Sago, Tapioka, Hafergrütze, Graupen, Maisgrieß usw., auch möchte ich darauf 1 daß„ Dörrobst recht reich- ich vorhanden ist. Es erreicht uns noch manches Lebens⸗ mittel, worüber ich hier nicht reden will; dutzende anderer Nahrungsmittel werden in höherem Maße nutzbar ange⸗ wandt— kurz alles in allem— wir haben— aber keinen Mangel,— wenn alles vernünftig le und namentlich die Egoisten nicht über ihren N hinaus, aus lauter Angst Vorräte aufspeichern, die der Allgemeinheit fehlen. Der Zweck dieser Zeilen ist nicht, Lauheit oder Gleichgültigkeit gegenüber der„Bro e“ zu stärken. Aber den armseligen Menschen, welchen das Fehlen frischer Brötchen als Anfang vom Ende erscheint, kann man nicht genug ins Gewissen reden, von ihrer verderb⸗ lichen Miesmacherei abzulassen und eine gro nicht durch ihr klägliches Getue zu entweihen. 0 sichtlich, wie wir dem Kommenden auf den schau⸗ plätzen entgegensehen— ein ebenso festes Vertrauen wir bezüglich der Ernährungsfrage zu dem einmütigen Willen des gesamten Volkes, alle Opfer auf sich zu nehmen — durchzuhalten— allen Feinden und Angstmeiern zum Trotze.“ 2 tag vor Ostern das erstemal vor sich ging, hat sich an einem Tage bewirken lassen. Allerdings war dies nur ich mit pannung aller Kräfte in einzelnen 5 amt tät— 7 1 dem bezirken, und weil die im Ehren den Verteilungsstellen bereits eine gewisse Geschäft erlangt haben. Wie man uns mitteilte, Familien u reiche Familien noch über er und weil fur die a Osterfest kam, wo teilweise ten Brote die Brotkarten unbenutzt ließ. ** Nach dem Fest. Man wird ö nicht sagen können, daß Ostern 1915 U * Der Brotkartenumtausch, der am Sams- 5 8 * die ernste 1 gelehnt. und bei der Reichsbank umgewechselt. 9 85 5 e 3 5 angehört. Die Witterung wurde auch den bescheidensten tungen nicht gerecht, und wer damit gerechnet hatte, daß Siegeskunde von West oder Ost eine festliche Note in die Feiertage tragen werde, sah seine Erwartungen nicht er⸗ füllt. Freilich— Wetter und Siege sind nicht an den Ka⸗ lender gebunden. Konnte man sich aber mit dem Ausbleiben der letzteren versöhnen, so machte der Himmel anderseits manchem einen Strich durch allerlei Pläne. In das heurige winterliche Frühjahr paßten die kalten, nassen Ostertage recht hinein, die sich mit Eifer und vollem Erfolg bemühten, alle goldenen Versprechungen der sonnenstrahlenden Kaxtage Lügen zu strafen. Gleichwohl war der Verkehr in der Stadt und namentlich auch auf der Eisenbahn in Anbetracht der Zeitverhältnisse und der Witterung sehr stark; auch viele Urlauber belebten das Bild. Alles in allem aber kann man dem verregneten Kriegsosterfest nicht viel Gutes nachsagen, und man tut am besten, sich nicht zu lange bei ihm auf⸗ zuhalten, sondern alle Hoffnungen und Wünsche, die es un⸗ befriedigt ließ, frisch und fröhlich auf einen späteren Termin einzustellen. Eine Verkehrsstörung entstand am Vormittag des ersten Osterfeiertages auf dem Faßher Hauptbahnhofe. Gerade als der Andrang zu den Fahrkartenschaltern am stärksten war, versagte eine Fahrkartendruck⸗ maschine, und viele, die nun einmal eine Ostertour ge⸗ plant hatten, waren im letzten Moment noch ohne Fahrkarte. Die meisten halfen sich, indem sie mit Bahnsteigkarten durch die Sperre gingen und dem Zugpersonal als Grund ihrer „Fahrscheinlosigkeit“ angaben, daß das. kaput“ sei, was man bald als geflügeltes Wort auf allen Bahn⸗ steigen hören konnte. * Der Sommerfahrplan. Die Eisenbahndirek⸗ tion Frankfurt hat nunmehr endgültig bestimmt, daß der Sommerfahrplan der Eisenbahnen auch in diesem Jahre am 1. Mai in Kraft tritt. * Silbernes Jubiläum. In aller Stille beging am 1. April d. J. Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Ad. Vossius, der Direktor der Universitäts⸗Augenklinik, del das silberne Jubiläum als Dozent an unserer alma mater. Professor Dr. Vossius hatte in Rücksicht auf Zeit, in der wir leben, jede äußere Feier ab⸗ Silberne Hochzeit. Heute begehen die Eheleute Obergarderobier Karl Steuerwald und Frau das Fest der Silbernen Hochzeit.. Neue Einquartierung. Gestern abend be⸗ kamen zahlreiche Familien in der Altstadt neue Ein- quartierung, die allerdings bereits zum 1. April an⸗ sagt war. Da die Mannschaft sich bisher nicht gemeldet atte, glaubte man allgemein, es habe sich um einen April⸗ scherz gehandelt. Tatsächlich sind nun aber, wenn auch verspätet, 150 Mann gekommen. ** Preußische Klassen⸗Lotterie. Die Erneu⸗ erung der Lose zur IV. Klasse muß unter De Vor⸗ klassenloses bis zum 9. April abends 6 Uhr geschehen. ch müssen die Treilose gegen Rückgabe der Gewinnlose bis zum vorgenann⸗ ten Termin eingelöst sein. 1 5 Kreis Friedberg. FC. Aus Oberhessen, 5. April. Die Schulkinder in ee ee für die Verwundeten innerhalb der Gemeinde 800 Eier und brachten sie in verzierten Körbchen als Osterspende in die Militärlazarette nach Bad Homburg v. d. H. In Ober⸗Rosbach fand am Ostersamstag eine gleiche Sammlung statt.— Für die Arbeiterkolonie Neu⸗Ul⸗ richstein im Vogelsberg bewilligte der Landesausschuß in Wies⸗ baden eine Beihilfe von 1500 Mark. Starkenburg und Rheinhessen. ch. Bingen, 5. April. Mehr als 40000 Mark Gold- geld haben in Bingen die Schulkinder in den Häusern gesammelt Diese Sammlung wird sortgesetzt. 5 Hessen⸗Nassau. h Frank surt a. M., 5. April. Bei der Brandschatzung Fraulfurts durch die Franzosen unter General Kleber im August 1796 tungen hi 0 uf. FBosischer Vogelforscher, E. Trouessart, teilt in der Pari wurde außer anderen kirchlichen Kostbarkeiten auch das Altar⸗ gemälde von Piazetta aus der Deutschordenskirche geraubt und nach Frankreich entführt. Hier sand es im Museum von Lille Ausstellung, bis zum Kriegsjahre 1914. Bei der Beschießung Lilles wurde das Kunstwerk durch eine Granate beschädigt; nach der Besetzung der Stadt durch die Deutscheu kam es nach Berlin zur Wiederherstellung. Die Deutschordenskirche hat nun⸗ mehr ihre Eigentumsrechte an dem Bilde geltend gemacht, wie es scheint mit Erfolg. 6 . F. C. Dillenburg, 5. April. Der Antrag des Dillkreises: „Der Landesausschuß wolle bei dem am 26. April d. Is. zu⸗ sammentretenden 49. Kommunal⸗Landtag des Regierungsbezirks Wiesbaden eine Beihilfe von 68 100 Mark zu den Kosten des Grunderwerbes zum Neubau der Nebenbahn Haiger— Gusternhain für den Dillkreis befürworten und genehmigen, daß als erste Rate 28 100 Mark im Etat für 1915 bereit gestellt werden“, fand durch den Landesausschuß Annahme. 8 der Krieg und die Zugstraßen der vögel. Daß die Vögel die Schlachtfelder, auf denen gekämpft wird, meiden, liegt von vornherein auf der Hand, und so ist es auch zu erwarten, daß die ununterbrochenen linien auf dem. lichen wie auf dem östlichen Kriegsschauplatze, die auf eine Länge von vielen hundert Kilometern die Gebiete durchziehen, über die soust die Zugvögel hinwegziehen, die ziehenden Vögel von ihren altgewohnten Zugstraßen abgelenkt werden. Allzuviele Beobach⸗ ierüber scheinen vorläufig nicht vorzuliegen. Ein fran⸗ 7. ser„ einiges hierüber mit. Durch Belgien und Nordfrankreich führen wei Hauptstraßen der Zugvögel. Vögel, die aus dem Norden en und das meer oder Nordafrika erreichen wollen, wenden sich von Helgoland aus, der holländischen Küste folgend, wieder dem Festlande zu und folgen dann im wesentlichen den Tälern des Rheines und der Mags, die bei grober Betrachtung als parallel anzusehen sind. Weiter südlich vereinigen sich die enstadt 5„% Telephon 406 1 1 8 beiden Hauptzuge, um gemeinsam dem Laufe der Rhone zu folgen. Ueber ein halbes Jahr hindurch haben nun die Schlachtlinien der kämpfenden Heere diese beiden Hauptzugstraßen unterbrochen. Wie haben sich die Zugvögel da verhalten? Eine Beobachtung hier⸗ jüber liegt vom 24. August, dem Tage der Schlacht von Charleroi vor. Ein Herr Petit, der sich mit Vogelbeobachtungen beschäftigt, sah an diesem Tage in Blanc-Mesnil im Departement Seine⸗ et⸗Oise zwei Züge wandernder Störche, deren jeder etwa 20 Stück ählte. Sie zogen im Abstande von 10 Minuten von Osten nach sesten. Diese Störche waren sicherlich von ihrer sonstigen Zug⸗ straße abgewichen: freilich kann man nicht mit Sicherheit be⸗ haupten, daß sie nördlich von dem Schlachtfelde gewesen und einem Umwege nach dem Beobachtungsorte gelangt waren. Im November hat man in Orleans einen Storch auf die Straße niederfallen sehen, also zu einer Zeit, wo diese Vögel sonst schon längst im Süden sind. Eine ganze Reihe von Zugvögelbeobach⸗ tungen liegen aus Argenton vor, wo ein Herr Rollinat Kraniche, Lerchen und andere Zugvögel ziehend beobachtet hat. ner angibt, daß der Zug wie gewöhnlich er⸗ folgt sei, so erklärt sich das daraus, daß in seinem Beobachtungsorte(in Mittelfrankreich) die Zugvögel sicherlich nichts vom Kriege zu spftren haben. Es kann sich dabei ent⸗ weder um Vögel gehandelt haben, die die Linien der kämpfenden Heere auf dem Wege nach Süden gar nicht zu überfliegen hatten, oder aber um Vögel, die durch den Schlachtenlärm zu einem Um⸗ wege gezwungen worden waren und an dem südlicher gelegenen Beobachtungsorte ihren normalen Weg und ihr normales Verhalten bereits wieder aufgenommen hatten. Bei den Vögeln, die nicht Zug⸗ vögel im engeren Sinne sind, sondern als Strichvögel angesprochen werden, muß erwartungsgemäß die Störung durch den Krieg am stärksten sein. Hierüber scheinen von französischer Seite keine Be obachtungen vorzuliegen, und es dürfte auch recht schwer sein, zu⸗ verlässige Angaben zu beschaffen. Von Wert ist dagegen die letzte Angabe, die Trouessart macht: während der heftigsten Kämpfe an der Dser sollen große Scharen von Schwalben Belgien verlassen haben, um nach England zu fliegen. Diese Vögel hätten also außer⸗ halb der Zugzeit eine Reise von 40 Klm oder mehr gemacht, um dem Kampfgebiete zu entfliehen. Beobachtungen, die sich auf die Rückkehr der Zugvögel in diesem Frühling beziehen, sind in Eng⸗ land angestellt worden, und der Sekretär der britischen ornitholo⸗ gischen Gesellschaft hat unlängst einem Mitarbeiter der„Gazetta Popolo“ einiges hierüber mitgeteilt. Freilich huldigt er der veralteten Anschauung, daß die Zugvögel in ganz bedeutenden Höhen wandern, trotzdem aber läßt er ihre Zugstraßen doch noch durch die langen Schlachtlinien beeinflußt werden. Die Vogelwelt Englands hat nach diesen englischen Beobachtungen eine ganz er⸗ hebliche Veränderung erfahren. Auf der Wanderung nach Norden sind Zugvögel beobachtet, die sonst nur als seltene Irrgäste in Großbritannien zu sehen sind: es handelt sich dabei um Arten, die über Spanien und Frankreich zu ziehen pflegen und in der warmen Jahreszeit in Skandinavien zu finden sind. Außerdem soll eine ganze Reihe von Zugvögeln, die sonst regelmäßig in England beobachtet wurden, dieses Mal ausgeblieben seien, und der oben⸗ erwähnte britische Vogelkenner rechnet überhaupt damit, daß eng⸗ lische Vögel ausbleiben werden, die ihre Zugstraßen durch den Krieg 1 5 5 finden und so überhaupt nicht in ihre Heimat gelangen nnen. Dermischtes. Gabelmesser für Einarmige. Um für die nicht geringe Anzahl Kriegsverwundeter, die den Verlust einer Hand oder auch eines Armes beklagen, die Nahrungsaufnahme unab- hängig von fremder Hilse zu ermöglichen, hat man, wie die „Deutsche Medizinische Wochenschrist“ berichtet, ein sehr zweck- mäßiges Instrument in den Handel gebracht, das„Gabelmesser“ genannt wird. Es gestattet, Fleisch und Brot mit einer Hand zu zerschneiden, und dient, mit Leichtigkeit auseinandergenommen, gleichzeitig dazu, mit dem einen gabelsörmigen Teil die Speisen zum Munde zu führen. Die Zweckmäßigkeit des Instrumentes ist in Lazaretten bereits erprobt. Das Gabelmesser kann auch Kranken, die vorübergehend nur eine Hand gebrauchen können, wie es z. B. bei Gichtikern oder Gelähmten der Fall ist, gute Dienste leisten. —— Bandel. §Reichsbankausweis. Vom letzten Reichsbankausweis vom 31. März ist als besonders beachtenswert mitzuteilen, daß sich der Metallbestand auf 2377,59 Mark stellte und um 2,69 Millionen Mark zugenommen hat. Davon Gold 2 337,3 Millionen Mark, Zunahme 7,64 Millionen Mark. Im allgemeinen ist im Reichs- bankaus weis, hervorgerufen durch den Quartalwechsel und die Vor⸗ bereitungen für die Einzahlungen auf die zweite Kriegsanleihe, eine so starke Veränderung eingetreten, wie sie noch nie zuvor seit Be⸗ stehen der Reichsbank zu verzeichnen war. Einzelne Positionen sind auf eine Höhe gebracht worden, wie sie sich gleichfalls in keinem früheren Ausweis der Reichsbank feststellen ließ. Der erste Einzahlungstag auf die Kriegsanleihe war der 31. März, also ge⸗ rade der Tag, an dem die letzte Bankwoche abgeschlossen hat, und 52 als letzter Tag vor dem neuen Quartal erfahrungsgemäß im Zeichen hoher Anforderungen steht. Der Goldbestand der Bank hat in der letzten Bankwoche um 7,6 Millionen Mark auf 23375 Millionen Mark zugenommen. Diese Vermehrung bleibt hinter der, die in der Vorwoche zu beobachten war, zurück. Immer⸗ hin ist es bisher wohl nicht in der Geschichte der Reichsbank da- gewesen, daß sich überhaupt zum Apriltermin per Saldo ein Zufluß an Gold ergab. Märkte. 5 se. Frankfurt a. M. Schweinemarktberich vom 6. April. Ausgetrieben waren 1450 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 95.00—97.00 Mk., Schlachtgewicht 116.00— 120.00 vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 90.00—99.00 Mk., Schlachtgewicht 110.00— 115.00 Mk.; vollfleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 95.00—97.00 Mk., Schlachtgewicht 116.00— 120 Mk.; voll 700 7 Schweine von 120 bis 150 kg Leb 95.00-37.00 Mt, Schlachtgewicht 116—120.00 Mk. Geschäft langsam. fe. Frankfurt a. M., 6. April. Auf dem heutigen Heu- und Strohmarkt war nichts angefahren. 222— Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 7. April 1915 Meist bedeckt, zeitweise Regenfälle, mild, westliche Winde. — Letzte Nachrichten. Die Kämpfe an der Yserfront. Haag, 6. April. Die„Daily News“ berichtet aus Dün⸗ kirchen, der Kampf an der Yerfront zeige neuerdings zunehmend das Gepräge eines Artilleriekampfes. Von deutscher Seite wird verhältnimäßig sparsam, aber nicht minder gut gefeuert. Von den Verbündeten wird jetzt ein großer Aufwand an Munition getrieben, was zwar seinen moralischen Eindruck auf den Gegner nicht ver⸗ fehlt, aber auch gewisse Nachteile zeigen wird. Jedenfalls scheint man auf der Seite der Verbündeten seit kurzem die Parole aus⸗ giebigsten Munitionsgufwandes gegeben zu haben, denn fortgesetzt kommen xiesige Mengen Artillerie- und Geschützmunition hinter der englischen Front an. Man erwartet für April entscheidende Vor⸗ stöße gegen die deutsche Front südlich der Yerlinie. Man will namentlich Dueal, Ostricourt, Lille und Roubaix wegen ihrer indu⸗ striellen Bedeutung für die Deckung des Heeresbedarfes zurückge⸗ winnen. Bemerkenswert ist auch die jetzt erfolgte Bildung einer englischen Automobil⸗Maschinengewehrtruppe, die sich durch große Bewegung auszeichnet. 2 Die Karpathenkämpfe. K. K. Kriegspressequartier, 6. April. In den Kar⸗ pathen haben sich in dem Gebiet zwischen Lupkower⸗ und Uzsoker Paß, im Brennpunkt der jetzigen Karpathenkämpfe, auch während der Ostertage scharfe Kämpfe abgespielt, welche zurzeit noch in vollem Gange sind, ohne daß eine Entscheidung schon ge⸗ fallen wäre. Diese Kämpfe entwickelten sich aus einem scharfen Offensivstoß, den die Russen mit starken Kräften einleiteten. Un⸗ sere Truppen entwickelten im Abweisen des russischen Vorstoßes eine Bravour, die ihre ganze Haltung während der bisherigen Karpathenkämpfe kennzeichnet. Stellenweise setzten sie auch mit Gegenoffensiven ein. Wie ich vernehnte, gibt die Entwick⸗ lung der bisherigen Kämpfe zu der Hoffung Anlaß, daß sich der weitere Verlauf der Kämpfe für unsere Verbündeten nicht un⸗ günstig gestalten wird. In der Bukowina verfuchten russische Kräfte über den Dujestr zu kommen. Dieser—— ivstoß wurde aber durch unsere Verbündeten mit einer Gegenoffenstwe vereitelt, bevor er seine Absicht, den linken Flügel unserer dortigen Stel⸗ lung zu umfassen, durchführen konnte. An der Front der deut⸗ schen Südarmee herrscht auch weiterhin verhältnismäßig Ruhe. Von„U. 28“ versenkt. von„U 28“ bei Kap Finisterre der englische Dampfer „South Point“ versenkt worden. Er hatte 4000 Ton⸗ nen Deplacement und gahörte der Norfolk& Southern and Shipping Company in Norfolk an. Die Mannschaft von 36 Köpfen wurde von dem Dampfer„Hollington“ nach Lissabon gebracht. a Die Schwierigkeit der Bekämpfung der Unterseeboote. ist schwierig, gegen die deutschen Unterseeboote anzukämpfen. Es darf nicht vergessen werden, daß die Admiralität unter diesen neuen unerwarteten und überaus schwierigen Um⸗ ständen einen schweren Stand hat. Es liegt klar auf der Hand, daß die Anzahl kleiner Fahrzeuge, die nötig sind, um gegen Unter⸗ seebootangriffe Schutz zu bieten, eine bedeutend größere sein muß als die Anzahl der Unterseeboote selbst. Besäße unser Land 200 bis 300 Zerstörer mehr, als es in Wirklichkeit hat, dann wären die Schwierigkeiten verhältnismäßig geringer. Die Opfer vor den Dardanellen. i. Köln, 6. April. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der fran⸗ zösischen Grenze: Der Berichterstatter des„Journal of Tene⸗ dos“ bezeichnet als Verlirste bei dem Angriff der Verbündeten auf die Dardanellen am 18. März drei Panzerkreuzer und zwei Torpedoboote, die untergegangen seien, sowie vier mehr oder weniger schwer be⸗ schädigte Panzerschiffe. Die amtlichen Berichte haben weder die beiden Torpedoboote als gefunken noch die vier Panzer als beschdigt angegeben. Inzwischen sind von letzteren belannt⸗ lich noch„Gaulois“ und„Nel son“ gesunken. Rußland braucht Soldaten. i. Köln, 6. April. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der franzö⸗ sischen Grenze: Der russische Botschafter in Paris bringt durch die französischen Zeitungen einen Befehl der russischen Re⸗ gierung in Erinnerung, wonach sich alle im Ausland weilenden wehrpflichtigen Russen bis zum 14. vorigen Monats zu melden hatten, um entweder bei einer der verbündeten Mächte oder in Rußland selbst unter die Fahnen zu treten. Der Botschafter ergänzt diesen Befehl dahin, daß auch die, die von den französi⸗ schen Kommissionen als untauglich bezeichnet wurden, sich in Rußland bei ihrem Truppenteil zu melden haben. Ein Urteil des Pariser Kriegsgerichts. Genf, 6. April. Das Pariser Kriegsgericht verurteilte den Fremdenlegionär Schönberg aus Darm⸗ stadt zu vier Jahren Gefängnis, weil er nach Kriegsausbruch verschwiegen hatte, daß er früher deutscher Offizier gewesen ist.(J) Holland und Deutschland. Amsterdam, 6. April. Das„Allget 0 blad“ erfährt aus Kreisen der deutschen Gesandtschaft, daß das Eintreten der bekannten fünf Zwischenfälle auf See in einer Woche ausschließlich einem ungünstigen Zusammen⸗ treffen infolge Verschärfung der deutschen Aktionen zur See zuzuschreiben sei. Es sei keinesfalls als Zeichen einer Kurs⸗ änderung gegenüber den Niederlanden auszulegen. China und Japan. Rotterdam, 6. April. Die„Times“ melden aus Peking, daß die Chinesen den japanischen Forderungen, betreffend Errich⸗ tung von Schulen, Hospitälern und anderen gemeinnützigen An⸗ stalten in der Mandschurei grundsätzlich zustimmen. Die japanische Forderung, daß Japan den größten Teil der benötigten Waffen an China liefern solle, war Gegenstand einer lebhaften Erörterung. China beansprucht für sich das Recht, die neuesten Erfindungen auf dem Gebiete der Waffentechnik zu übernehmen und die Ein⸗ führung von Waffen einer fremden Macht. Unter gewissen Um⸗ ständen wäre es eine Gefahr, wenn die chinesischen Munitions⸗ vorrate ohne weiteres für die japanischen Waffen verwendbar würen. Der Vorstand. Iur Saatlsau e gut genaueren Mamenleung Torcert Trotz Krieg; 1 Srtseruppe Gießen. f 7 5 neueste Muster 0 Br Oteinteilun aller Alten 22 dn und 0 e er S echte sz. Funkeirüben e eee, eee eee . 1 dek üShaltu m** Lincrusta Weaver. ae el deve Kult gen Zuchnden Qriginel Bremer 15* 1 Rotklee, Pfälzer bab nene e u zu billigsten Preisen eee Börsenfeder We Schwedenklee Marea We, berstelbare Brot⸗— Bestes eigenes 1 3** 2 e Luzerne e e soneidenaschinen Sauerkraut r Fearnsprecher:— sei W̃ fiehlt l Rande 510g. 3 Rechtsschutzstelle Edgar Borrmann en Scaldel.— obs inge ee geauen u. Madchen Kbengeräte. Sandiung D. H. v Fs Joras usw. I Srbalter anentgeltlic Alle Sers 8 I. H. V. f D inktehtten 9 Garten, Baum. und B E b 1 im alten Ratbaus Markt ftosenpfähle Gießen. Frankfurt a. M. HeinrichHahn ide vn. M. in 3 Nächsten Mittwoch T 22 5 ease 27/29.. Ie Monats versammlung aper voce Jeg Jabei9en cscagted — a Samenhandlu Geese 2 dard, Lasern ale fl. 2 gel kogel, abends 9 uhr. det Ptesicingsesto C. Naumann, Offenbach a. M. *„ unstraße 11. Amsterdam, 6. April. Nach einer Reutermeldung ist Amsterdam, 6. April.„Morning Post“ schreibt, es 5 Handels⸗ f 8 2 n 3 7 C 5 . 0 0 1 g e Todes-Anzeige. Am 2. Feiertag, morgens 10 Uhr. entschlief uach laugem, schwerem Leiden mein einziger innigst geliebter Sohn Wilhelm im hoffnungsvollen Alter von 16 Jahren. Dies zeigt hiermit allen Verwandten und Bekannten mit der Bitte um stille Teilnahme tiefbetrübt an Frau Katharine Schmidt WW., geb. Lepper. Wieseck, den 5. April 1915. 55 Nachruf. Den Heldentod für das Vaterland starb infolge einer Verwundung 2 unser Beamter, Herr Robert Brück Unterofflzier im Res.-Inf.-Regt. 222 Ritter des Eisernen Kreuzes. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 7. April, nachmittags 2 Uh vom Skerbehaus, Rabenauer Strasse 31, aus statf. 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