. en volle Wort erfüllt:„Das Leben aber behielt den Sieg, den über die Rawka südöstlich Skierniewice sche Angriffe bei Ouocuo wurden zurückgeschlag 5 Erstes Blatt 1 Der Sleßener erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Sletzener Familienblätter; weimal wöchentl. Krels⸗ latt für den Kreis Seen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche deitfragen Ferusprech- Anschlüsse: ür die NN Verlag, Geschäftsstelledl Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger sehen. me von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. 8* N 5 1 1 N 8 Kriegsostern. Wieder läuten die Glocken Ostern ein in allen Ecken und Landen, aber diesmal jubeln nicht fromme Her⸗ zen drein:„Der Lenz ist wieder erstanden.“ Der Klang der Osterglocken kündet uns nicht die frohe Verheißung, „Freude dieser Stadt bedeutet, Friede sei ihr erst Ge⸗ läute,“ sondern wir begehen das Osterfest in unfriedlicher Zeit, wir feiern Kriegsostern. f 5 Aber wir feiern es. Nicht laut und fröhlich wie wohl sonst, sondern ernst und innerlich, und wir haben davon wett mehr Gewinn. Stärker als sonst prägt es sich heute in unsern Sinn, in unsere Herzen ein, daß das Osterfest uns zwar die schmerzliche W an den Versöhnungstod, zu⸗ gleich aber auch an die Auferstehung Christi bedeutet. Und selbst heute, wo„mitten wir im Leben sind vom Tod um⸗ geben,“ wird uns doch die herrliche Offenbarung, daß Ostern nicht ein Fest des Todes, sondern ein Fest des Lebens i 1 ist lebendige 9 0 0 was der so viel miß⸗ verstandene Philosoph Nietzsche denen, die ihn verstehen konn⸗ ten und wollten, verkündete: een 5 1 auch Aufer ngen.“ Es ist mit diesen tiefgründigen Worten durm E uur dasselbe gesagt wie in jenem Vers, der uns allen noch aus der Jugendzeit im dächtnis haften geblieben ist: f g Das war ein wunderlicher Krieg, Da Tod und Leben rungen, Das Leben aber behielt den Sieg, Den Tod hat es bezwungen. Die Schrift hat uns gemeldet das, Wie ein Tod den andern fraß, Ein Spott der Tod ist worden. Ist nicht auch der Krieg, den wir jetzt führen, solch „ein wunderlicher Krieg“, in dem zuletzt trotz alledem und alledem das Leben den Sieg behält, in dem der Tod zum Spott ist worden, in dem Tausende und Abertausende, Jünglinge und reife Männer, die jungen Kriegsfreiwilli⸗ gen wie die alten Landstürmer, freudig ihr Leben hin⸗ * für das, was uns allen das Höchste und Heiligste ist. für das Saterland, für Herd und Heimat, für Ehre und Freiheit? 7 77 wei den Tod 2 nicht gestorben. Er lebt lelurei Saterland, sonden fort im treuen Gedächtnis serner Lieben, er lebt fort in der dankbaren Erinnerung der ganzen Nation, er lebt fort in der Ernte, die einst dieser ö i und doch reiche Früchte versprechenden Saat er⸗ sprießen wird, in dem größeren, in dem einigeren, in dem freieren Deutschland. Denn wo Gräber sind, da sind auch Auferstehungen! Und erleben wir diese Auferstehungen nicht schon jetzt? Ist nicht schon jetzt ein neuer Geist in unserem Vaterlande erstanden? Haben wir nicht schon Alle so viel Kleinliches, so viel Unfreies, soviel Undeutsches von uns abgeworfen? Ist nicht in uns Allen, ob wir da draußen im Felde oder daheim an bescheidenerem Platze unsere Pflicht tun, schon sso vieles wieder auferstanden, was tief in unserer Seele schlummerte, aber im nüchternen Alltagsgetriebe verdorrt und erstorben war? Haben wir nicht Alle eine Erneuerung durchgemacht? So ist an uns schon jetzt das verheißungs⸗ Tod hat es bezwungen.“ Und mit noch weit mehr Recht s sonst können wir die Osterfeier begehen als den Sieg des Lebens über den Tod, des Lichtes über die Finsternis, des Guten über das Schlechte, des Rechtes über das Unrecht. Dieser Sieg wird auch im Weltkriege 1914/15 uns, unserer guten Sache beschieden sein, eben weil sie die Sache des Rechtes ist, weil in diesem Kriege, den wir nicht gewollt haben, der uns aufgezwungen wurde, das Recht und die Moral auf unserer Seite sind. So dürfen auch wir hoffnungsvoll mit den Worten sprechen, die einst Rudolf von Gottschall in seinem„Ostern 1870“ den Deutschen zurief: Ostern, tönts in deutschen Landen, Braust's in lautem Jubelchor, Denn ein Volk ist auferstanden Herrlicher denn je zuvor. Und wie um die Osterzeit vor vierundvierzig Jahren im Frankfurter Frieden das geeinigte deutsche Reich in neuer Herrlichkeit erstand, so wird auch für uns dereinst der Tag kommen, der uns das sichert, was wir damal errungen, der unseren ehrlichen Waffen den Triumph über eine Welt von Feinden bringt.—k *** 5 (AB.) Großes Hauptquartier, 1. April. (Amtlich.) 5 Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Fortnahme des von Belgiern besetzten Klosterhoek⸗ Gehöftes und eines kleinen Stützpunktes bei Dixrmuiden nahmen wir einen Offizier und 44 Belgier gefangen. Westlich von Pont⸗ä Monsson, in und am Prie⸗ ster⸗Walde kam der Kampf gestern abend zum Stehen; an einer schmalen Stelle sind die Franzosen in unsere vor⸗ 5 Gräben eingedrungen; der Kampf wird heute fort⸗ esetzt. ge a Fee Jeg Ebi i ie Franzosen er uste. In den Vogesen fand nur Artilleriekampf—5 8 Oestlicher Kriegsschauplatz. In der Gegend von Augustowo—Suwalki ist di Lage unverändert. Nächtliche Uebergangsversuche 5 scheiterten; russi⸗ en. aufgerichtet, und Andrudkerei N. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. n** 1 ˙——— Dein gopret monatl. 75 Pl., viertel- jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 35 Pf.; durch die Post Mt. 2.— viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und 5 Bermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Im Monat ür z n heer im ganzen 55 800 Russen 1 erbeutete neun Geschütze, 61 a schinen⸗ gewehre. Oberste Heeresleitung. (WTB.) es Hauptquartier, 2. April. f Gr (Amtlich) 1 r Kriegsschauplatz. 5 N i und Mosel fanden heftige Artillerie⸗ kämpfe statt. a Die Infanteri fe in und am Priester-Walde wurden fartgesetzt und dauerten die Nacht hindurch an. Best⸗ lich des Priester⸗Waldes brach der französische Angriff in unserem Feuer zusammen. Im Gegenangriff brachten wir dem Feinde schwere Verluste bei und warfen ihn in seine alten Stellun zurück. Nur im Walde sitzen die Fran⸗ zosen noch in zwel Blockhäusern unserer vordersten Stel⸗ lungen. 8 Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage auf der Ostfront ist unverändert. Oberste Heeresleitung. * 5*— In diesen Kriegsostertagen hat der Auferstehungs⸗ gedanke im deutschen Volke ein ganz besondere politische Bedeutung erlangt. Bismarck hat sich aus seinem Grabe Lebenden scharen sich um ihn mit elöbnissen. Die Berliner Feier vor (von dem wir im 2. Blatte be⸗ Einfachheit stilvoll und zeitgemäß. rsten Führern schlecht an, an solchem u halten.„Feinde umtosen das Reich, n“. Dieses Wort des Reichskanzlers atischen Klang, und wir danken dem geistreicher Betrachtungen uns nur die Tat erinnert hat. Der Ausspruch des Herrn v. Be Hollweg hat einen erfreulichen Nachhall bekomme isere Unterseeboote haben neuerdin wieder eine ganz ihe feindlicher Fahrzeuge versenkt, und auch auf i dkriegsschauplätzen steht Deutschland auf festen Füßen. Kaiser ist bei der Feier des 1. April bei seinen Kämpfe m Felde geblieben, aber er hat uns eine Botschaft übe telt, in der zugleich erhebende Oster⸗ stimmung waltet. tont den allgemeinen Willen zum Aus 1 it auch schon lus in das neue„das aus dem Waffen⸗ lärm auferstehen und uns„ein freies und starkes Polkstum)“ entfalten wird. Es weht aus den kaiserlichen rten ein tiefes Gefühl für die unsterblichen Verdienste Bismarcks; nennt er ihn doch den„großen“ Kanzler und die„Verkörperung deutscher Kraft und deutschen Willens“. neuen, erhebenden dem Reichstagsgeb richten) war in i Es stünde unseren Tage lauge Rede wir werden sie sch hat gar keinen dip Redner, daß er kurz und bestimmt * Der Seekrieg. London, 2. April.(WTB Nichtamtlich) Reuter meldet: Der englische Dampfer„Seven Seas“ wurde auf der Höhe von Beachy Head ohne vorherige Warnung durch ein deutsches Unter⸗ seeboot zum Sinken gebracht. Das Schiff sank innerhalb drei Minuten. Von der 18 Mann starken Besatzung sind 11 ertrunken. London, 2. April.(WTB. Nichtamtlich. Meldung des Reuterschen Bureaus: Drei britische Fischdampfer sind heute früh durch ein deutsches Unterseeboot auf der Höhe von Shields zum Sinken gebracht worden. Die Mannschaften wurden gerettet. London, 1. April. WTB.) Der Dampfer„Emma“ aus Le Havre ist gestern auf der Höhe von Beachy Head ohne vorherige Warnung von einem Unterseeboot torpediert worden. Das iff sank sofort. Von der Besatzung sollen 17 Mann ertrunken sein. Haag, 2. April.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Nieuwe Cou⸗ rant“ meldet aus London: Ein unbekannter französischer Dampfer wurde im Kanal torpediert. Zwei Mitfahrende und zwei Leichen wurden nach Dover gebracht. Notiz: Es handelt sich anscheinend um den Dampfer„Emma“, von dem bereits be⸗ richtet wurde. Berlin, 2. April. Aus Rotterdam berichtet die„Deutsche Tageszeitung“, daß Zeppeline, Flugzeuge und Tauch⸗ bovte eifrig in und über dem Nordseekanal kreuzen. Nach dem„Figaro“ seien derselben Quelle zufolge zwei neue deutsche Unterseeboote, die viel größer wären, als die bisher gesehenen, dabei, die englischen Gewässer unsicher zu machen. Infolge des vermehrten Auftretens deutscher Unterseeboote sollen von 45 französischen Schiffahrtslinien, die einen direkten Handel mit Großbritannien unterhalten, 17 Linien ihren Betrieb seit Anfang März bis zu 40 Prozent eingeschränkt haben. London, 1. April.(W. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bütros: Die„Crown sof Castile“ führte eine Ladung Viehfutter an Bord. Das Unterseeboot, wel⸗ ches das Schiff zum Sinken brachte, war„, Dee Nummer war übermalt, aber in der Nähe wahrnehmbar. Der Dampfer lief höchstens zwölf Knoten. Der Offizier des Unterseebootes rief den Engländern gu, er habe binnen vier Tagen sieben Schiffe in den Grund ge⸗ bohrt, und fügte sarkastisch hinzu: Britannia rules the waves Die„Flaminian“ hatte dieselbe Geschwindig⸗ keit wie die„Crown of Castile“. Der Steuermann schã die Schnelligkeit des Unterseebootes auf 17 Knoten. Als die Besatzung das Schiff verließ, legte der dänische Dampfer „Finlandia“ nahe bei und nahm die Schiffbrüchigen auf. London, 1. April. WTB) Das Rentersche Bureau meldet: Der Dampfer„Crown of Castile“ fuhr von Neufundland nach Havre. Als ein Unterseeboot in Sicht kam, rief der Kapitän Frei⸗ willige als Heizer auf, denn die chinesischen Hetzer waren so er⸗ ahm das deutsche Ost⸗s schrocken, daß sie keine Arbeit leisten ko ngen undl dem Unterseeboot zu entkommen, aber unten. Der Dampfer hoffte nach einer Jagd von 4 Stun⸗ den wurden die Kajüte und die Brücke getroffen. Die Bemannung erhielt eine halbe Stunde Zeit, um das Schiff zu verlassen. Sie wurde nach sechsstündigem Rudern gerettet. Die Deutschen brauch⸗ — zwei Stunden, um den Dampfer durch Schüsse zum Sinken zu ringen. ö Berlin, 1. April.(WB) Die verhetzende Behaup⸗ tung der englischen und neutralen Presse, daß anläßlich der Versenkung der„Falaba“ die Besatzung des deutschen U-Bootes den Todeskampf der Passagiere belachte und trotz der gegebenen Möglichkeit keine Hilse leistete, beruht auf schamloser Lüge. Englands Vorgehen, durch Han⸗ delsschiffe U⸗Boote angreifen zu lassen und Prämien für erfolgreichen Angriff auszusetzen, zwingt die Unterseeboote zu schnellem Handeln. Die Vernich von Menschenleben ist jetzt schwere Pflicht der U⸗Boot⸗ besatzungen, die, wie England selbst bisher anerkannte, bisher mit größter Menschlichkeit und Milde vorgingen. Die veränderte Stellungnahme Englands entspringt den Lehren darüber, daß der Untergang der„Falaba“ und das Aufhören der Sicherheit des Passagierverkehrs beweist, daß der U-Bootkrieg dadurch einschneidender in das Wirtschafts⸗ leben Englands eingreift. Aeußerungen Lord Haldanes. London, 2. April.(WTB. Nichtamtlich)„Daily Chro- nicle“ gibt ein Interview des Vertreters der„Chicago Daily News“ mit Lord Haldane wieder. Der Journalist fragte, ob England neutral geblieben wäre, wenn Deutschland Belgiens Neutralität respektiert hätte. Haldane erwiderte darauf: Ich bin durchaus nicht sicher daß wir das tun konnten. Belgien berührte unsere Ehre, Frankreich unser Gefühl und Interesse. Wenn man die Theorie der Welteroberung betrachtet, die hinter der erfolg⸗ reichen deutschen Bewegung zugunsten eines Angriffskrieges stand, so scheint es mir, daß es Wahnsinn von uns gewesen wäre, mit ge⸗ falteten Händen stillzusitzen, während Deutschland die Hindernisse 9 auf dem Kontinent für den Angriff auf das Britenreich beseitigte. Jetzt, unter günstigen Umständen, sind wir der deutschen Stoß⸗ raft sehr nahe. Ich glaube nicht, wir hätten zu⸗ lassen dürfen, daß die deutsche Stoßkraft noch näher herankommen und die uns nächsten Staaten absorbieren durfte, ohne daß wir einen verzweifelten Versuch machten, das zu verhindern. Aber der Angriff auf Belgien ließ uns keine Zeit zur Ueberlegung und Wahl. Wir hatten dem Vertragsbruch Staate zugefügten Unrecht entehrt gewesen. Lord Haldaue muß natürlich, Grey'sche Politik rechtfertigen. Es und dem dem schwächeren Widerstand zu leisten oder wir wären ist daß er zugibt, auch ohne den deutschen Einmarsch in Belgien würde England vielleicht gegen uns aufgetreten sein. Was es mit der angeblichen deutschen Angriffslust für eine Bewandtnis hat, ist zu oft dargelegt worden, als daß man auf diese Unterstellung noch⸗ mals einzugehen brauchte. Die Beschießung von Nienport Berlin, 2. April. Meldungen des„Berliner Lolaslam aus belgischer Quelle besagen, daß das deutsche Bombarde⸗ ment gegen Nicuport die Herschleusen so schwer beschädigt hat, daß sich das Ueberschwemmungsgebiet weiter aus⸗ dehne und die Operationen dort für die Alliierten Schwierigkeiten verknüpft wären. Die deutschen Soldaten in Feindesland. Bern, 1. April.(WTB Nichtamtlich.) Oberst Müller schildert im„Bund“ seine Fahrt durch die seit September besetzten frangzösischen Dörfer des Plaime⸗ tales und sagt: Alle Ortseinwohner, Frauen, Kinder und die wehrfähigen Männer, die zurückgeblieben sind, stehen mit den deutschen Soldaten auf gutem Fuße, man möõ sagen in freundschaftlichem Verkehr. Ueberall, wo ich besetzte Dörfer besichtigte, trieb sich die Schuljugend fröhlich unter den Mannschaften am Dorfbrunnen umher, wäscht eine Französin harmlos neben Feldgrauen. Oberst Müller schließt: Wie überall, wo ich Gelegenheit hatte, deutsche Soldaten auf französischem Gebiet zu beobachten, kann ich auch hier nur ihr gesittetes, anständiges Betragen der Be⸗ völkerung, namentlich dem weiblichen Geschlecht gegenüber, und ihr herzliches, freundliches Wohlwollen für die fran⸗ zösische Kinderwelt bezeugen. Die französischen Sparkassen. Paris, 2. April.(WTB. Nichtamtlich). Nach dem „Temps“ überstiegen die Auszahlungen bei den fran⸗ zösischen Sparkassen die Einzahlungen in der Zeit vom 21. März bis 31. März um 5 220 690 Franken, und in der Zeit vom 1. Januar bis 31. März um 41012 454 Franken. Deutschland und die Türkei. Berlin, 2. April.(WTB. Nichtamtlich.) Wie wir hören, ließ der Sultan dem Deutschen Werkbund beson⸗ ders mitteilen, daß er alle Beziehungen zu Vertretern der englischen Textilindustrie abgebrochen habe, und die Zu⸗ sendung von Proben deutscher Stoffe wünscht. Der Werkbund soll geeignete deutsche Firmen vorschlagen. Er wird gemeinsam mit der deutsch⸗türkischen Vereinigung die gewünschte Verbindung zwischen der deutschen Textilindu⸗ strie und der Türkei herstellen. Die österreichisch⸗ungarischen Tagesberichte. (WTB.) Wien, 1. April. Amtlich wird verlauthart, 1. April: In den Ostbeskiden versuchte der Gegner im Ln⸗ borczutale während der Nacht mehrere Angriffe, die ab⸗ gewiesen wurden. Zwischen dem Lupkower Sattel und dem s- — wenn er gefragt wird, bs mit größeren 7* * A C Joer Paß dauern die Kämpfe um die zahlreichen Höhen⸗ stellungen fort. 5 e ö— Front in Südostgalizien keine besonderen Ereignisse. Bei Inowlodz an der Pilica in Russisch⸗Polen griffen stärkere russische Kräfte in den Morgenstunden die Stellungen unserer Truppen au. Bis an die Hindernis zone herangekommen, wurden sie unter empfindlichen Verlusten FSurüdgeworfen. Im südlichen Kriegsschauplatz keine Veränderungen. Die am 31. März nachmittags erfolgte Beschießung der offenen Stadt Orsowa wurde durch ein Bombarde⸗ ment Velgrads beantwortet. . Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabs. 2 v. Höfer, Feldmarschalleutnant. 1 Wien, 2. April.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart. 2. April 1915, mittags: An der Front in den Ostbeskiden herrschte im allgemeinen Ruhe, da alle russi⸗ schen Angriffe in den letzten Tagen blutig abgewiesen wurden i den östlich an ließenden Abschnitten der Kar⸗ rn 7— russische Krüfte angreifen, wird ft. An der Reichsgrenze zwischen Pruth und Dujestr a schlugen unsere Truppen einen überlegenen Angriff der AUMNussen zurück. In 10 bis 15 Reihen hintereinander griff der Feind tagsüber an mehreren Stellen der Schlachtfront an. Bis zum Abend währte der Kampf. Unter schweren Ver⸗ lusten wurde der Gegner überall zum Nüczuge ge⸗ 8. wich. vor dem südlichsten Ab⸗ 3 itt fluchtartig zurück. 5 8 280 In Polen und Westgalizien keine Veränderung. Ein Nachtangriff der Russen an der unteren Nida scheiterte in wirkungsvollstem Feuer der eigenen Stellungen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs. 5 v. Höfer, Feldmarschalleutnaut. 29 2 5 1 i 1 5 0 W 2(WTB. Nichtamtlich) Aus dem Kriegs⸗ r gemeldet: Der Armeeoberkommandant f eee Friedrich erließ folgenden Befehl:„Ich spreche . rten 4. K sondere * * 7 drungen a oder dem Feind, auch überlegene Infanterie, jeden Schritt Bodens nur 1— Blut erkaufen zu lassen.“. Der Befehl ist sofvrt im ganzen Armeebereiche der Mannschaft N Muttersprache zu verlautbaren. Das egiment Nr.. sich aus Ostgalizien und besteht größtenteils aus * ö 5 Eine russische Drohung. Petersburg, 1. April.(WTB. Nichtamtlich.)„Rus⸗ koje Slowo“ bringt einen drohenden Artikel gegen Ita⸗ lien und Rumänien. Falls sich diese Länder nicht den Alltterten anschlössen und ihre Neutralität aufgäben, würde Atalien s durch die Flotte der Alliierten ausgehungert — Rumänien von den russischen Truppen überschwemmt * 5 5 7 Den. der Verwaltung der Eisenbahnen Kirin⸗Tschangtschun auf „4. die Anstellung japanischer Sachverständiger für das Polizeiwesen in der Südmandschurei, sowie in der tlichen und inneren Mongolei; wenn nötig auch die An⸗ stellung japanischer Berater für militärische, politische und finanzielle Angelegenheiten der Südmandschurei, zu, 5. ver⸗ yꝓflichtet sich China, die Zolleinnahmen und Steuern in der Südmandschurei nicht als Garantien fitr auswürtige An⸗ leihen zu verpfänden; wenn nötig, sollen für die Erforder⸗ nisse der Provinz Fengtien japanische Anleihen aufgenom⸗ men werden, 6. China nimmt die Forderung an, daß sich 45 ner im Innern der Südmandschurei frei ansiedeln, Land besitzen und handeln dürfen; die Angelegenheit der — 5 noch 1 In der tigen Konferenz wurden keine Fort itte 5 acht, da Chinas Vorschlag, die Japaner 3 Erterritorialität genießen, oder es sollten in der Nandschu⸗ rei gemischte Gerichtshöse eingeführt werden, abgelehnt wurde. Die Japaner verlangen noch immer die bedingungs⸗ 5 lose Annahme der darauf bezügl ichen Forderungen. 5 Die Kämpfe in Südafrika. London, 2. April.(WTB. Nichtamtlich Das Reu⸗ tersche Büro meldet aus Kapstadt vom 80% Mor Eine amtliche Veröffentlichung gibt Einzelheiten über die Er⸗ oberung des deutschen Lagers Platbeen bekannt. Eine Abteilung der 4. berittenen Brigade unter Ob van Deventer eroberte danach das Lager. Die Verluste des Feindes betrugen vier Tote, sechs Verwundete und zwölf Gefangene. Die Briten hatten einen Toten und zwei Ver⸗ wundele. London, 2. April. WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung des Neuterschen Bureaus aus Gar ub haben die Truppen der südafrikanischen Union Aus im Damara⸗ 1 T Kreidegrund gemalt hätte. Wo die Palette nicht mehr reichte, sparte er den weißen Grund aus, der überall, wo sich eine Straße durch das Gelände zieht, wo ein Wagen über den dürren Acker gefahren, wo von einer steilen Höhe die Grasnarbe abgebröckelt ist, kahl und nackt herausschaut. 5 K Wir hatten im Armee⸗Oberkommando durch Erz. von Einem und seinem Stabschef, Exz. Ritter von Höhn, eine Fülle sehr padender Einzelheiten über den Verlauf der großen Schlacht er⸗ balten und waren dann bis zum Beginne der Feuerlinie im Kraft⸗ wagen vorgefahren. Von dort ab konnten wir eine Munitions- feldbahn benutzen, die uns bis in die Nähe einer unserer schweren Batterien brachte. Dabei beobachteten wir die Beschießung eines deutschen Doppeldeckers durch 2 französische Abwehrbatterien. Merk⸗ würdig, wie der Mensch sich selbst an solche nervenpeitschende Schau⸗ piele gewöhnt. Weder wir noch die in der Nähe befindlichen Truppen wurden durch den Angriff sonderlich erregt. Man stellte ganz ruhig elt, daß der Flieger weit über dem Schußbereich der französischen Schrapnells kreuzte und suchte nur ein Urteil darüber zu gewinnen, ob sie wenigstens Richtung hielten. Der Fli selbst ließ sich gar nicht stören, bewegte sich mit großer Sicherheit bald gegen die eine und bald gegen die andere Abwehrbatterie zu, machte wahr⸗ scheinlich bei dem eisig-klaren Wetter wertwolle Photographische Aufnahmen und drehte dann plötzlich bei, um in wenigen Sekunden mit dem Westwinde in unsichtbare Fernen abzuschwirren. Oben auf der Höhe, die wir inzwischen zu Fuß erreicht hat⸗ begegneten wir einem der Führer, in dessen Händen die Entscheidung der Schlacht gelegen hatte. Exz. Fleck, der mit setnem Stabe einen Teil der Stellungen abritt. In liebens⸗ würdiger Weise übernahm er selbst das Geleit für den nächsten Teil der Schlachtfeldübersicht, während uns im übrigen eine An⸗ zahl von Offizieren, die an srragender Stelle in den Kämp⸗ jen beteiligt gewesen waren, begleitete, um uns jede erdenkliche Einzelheit genau mitteilen zu können. Der moderne Krieg ist unmalerisch. Auch was wir sahen, war nur die Leere des Schlachtfeldes. Mit bloßem Auge erkennt man nichts als die öde Landschaft, und nur das in gleichmäßigen Ab⸗ ständen erfolgende Anschlagen der eigenen und feindlichen Batte⸗ rien bezeugt, daß man im Mittelpunkte von Kämpfen ist, die vor⸗ läufig entschieden, aber noch lange nicht abgeschlossen sind. Das ist der erste Gesamteindruck, den Maler wiedergeben könnten, selbst wenn man, wie hier, den gesamten Schlachtplan von einer Reihe von Beobachtungsständen wie von dem Feldherrnhügel alter Zeit aus überblicken kann. 6 Richtet man freilich das ten, Fernglas auf einen der Punkte, die be- schon durch das stetige Einschlagen der Granaten als besonders wichtig gekennzeichnet sind, so sieht man, daß der Wald von Schützengräben durchzogen ist, in denen Armeen gegeneinander in Bereitschaft stehen. Und man sieht mehr: man sieht die Armee der Toten, die unbeerdigt zwischen den Stellungen liegen. Beson⸗ ders grausig ist der Anblick eines Hügelabhanges, der wie über⸗ sät mit französischen Toten ist, die hier in allen Stellungen, wie sie der Tod traf, hingestreckt liegen. Hier ist ein französischer Sturmversuch in seinen Anfängen unter unserem Maschinengewehr⸗ feuer zusammengebrochen. Die Franzosen aber, die doch nach ihren Berichten gesiegt zu haben behaupten, haben ihre Toten nicht be⸗ erdigen können. Dieser Leichenplatz ist noch nicht der schlimmste: an einer anderen Stelle liegt ein ganzes französisches Bataillon, das in einer Breite von 200 Metern anstürmte, in Reih und Glied bis auf den letzten Mann niedergestreckt. Insgesamt sollen noch etwa 30 000 Tote zwischen den Stellungen liegen. Diese ungeheuren Verluste, sive gescheitert ist, bisden die glaubliche Unwahrhaftigkeit der tung. Man wagt es nicht, dem Vo stelle, wo wir mit ei ewaltigen die lange ündi 50 ive wa durften. Aber wir sind mit . 761. nicht verzeichnet er in der Champagne dauernd, mit sast gleichförmig wiederkehrenden Worten:„leichte Erfolge“,„bedeutenden Ge⸗ ländegewinn“,„erhebliches Vorschreiten“. Namentlich sollen die Ortschaften Perthes, Beau⸗Séjour, Souain und ganz besonders die Höhe 196 nördlich des Dorfes le Mesnil der Schauplatz der französischen Siege gewesen sein. Diese letztere Höhe kehrt im französischen Generalstabsbericht etwa ein Dutzend Mal wieder Man hat sie nicht nur erstürmt, sondern den Kamm den Deutschen entrissen, deutsche Gegenangriffe zurückgewiesen, den Deutschen immer wieder neue Schützengräben abgenommen usw. Dabei habe ich selbst gesehen, daß diese Höhe in unserem festen Besitze und gegen Ueberfälle derart gesichert ist, daß jeder neue Angriff die französische Totenliste um Tausende steigern würde. Bei Souain, bei Perthes, bei Beau⸗Ssjour, ftberall stehen unsere Linien im großen genau so, wie sie vor der Z3ötägigen Schlacht ge⸗ standen haben Wenn die Franzosen an der einen oder anderen Stelle einige Meter von uns verlassener, weil durch Artilleriefeuer zerstörter Schützengräben„gewonnen“ haben, so steht das zu ihrem Verluste von etwa 45000 Menschen um so weniger in einem Ver⸗ hältnis, als sich das durch unsere Gewinne an anderen Stellen mindestens ausgleicht und als wir im ganzen unsere Stellungen so verbessert haben, daß jeder neue Angriffsversuch mit noch viel größeren Verlusten für den Feind scheitern müßte. General Joffre hatte außer auf die gewaltige zahlenmäßige Ueberlegenheit seiner Truppen seine Hoffung offenbar auf die Wir⸗ kung einer Kanonade gesetzt, wie sie noch in keinem Kriege vor⸗ gekommen ist. Wir wissen, daß die Franzosen auf den laufenden Meter deutschen Schützengrabens 16 Granaten berechnet hatten, und wir wissen ferner, daß sie in 5 Tagen ½ Million Artillerie geschosse gegen unsere Stellungen geschleudert haben. Allein auf einen einzigen Divisionsabschnitt sind an einem Tage 90 000 Gra⸗ naten gefallen. Es war kein mehr, f. i Trommeln mit Kanonen.„Sie wollen uns mit amerikanischer Munition tot trommeln“, sagten unsere tapferen Leute, während die Franzosen den Ausdruck geprägt hatten, sie wollten die Deut⸗ schen„mit der Gießkanne auslöschen“. Aber man hatte nicht mit der Nervenkraft des deutschen Sol⸗ daten gerechnet, der stellenweise, ohne zu wanken, in diesem hölli⸗ schen Hagel von Feuer und Eisen 18 Stunden ohne Ablösung in den Schützengräben ausgehalten und jeden neuen Ansturm so nachdrücklich abgeschlagen hat, daß die Franzosen kein einziges ihrer Regimenter, welches einmal im Feuer war, zum zweiten Male vorbringen konnten. Jeder neue Sturm wurde von ihnen mit neuen Regimentern, mit ganz frischen Truppen unternom⸗ men. Mit welcher Demvralisation dennoch die Franzosen rech⸗ nen mußten, geht aus der Aussage der Gefangenen hervor, die berichteten, man habe sie ausgeladen, ihnen gesagt, sie befänden ü land besetz. sich in der Gegend von Weglar oder int b. zt gi hier in ber Grrnifen ihrer Sr be r g—— es noch, eine kleine, vom Feinde schwach besetzte Höhe zu in der 5.— 2 die Klassiker l und gedä„ men, und dann werde der Vormarsch nach Berlin angetreten wer⸗ in der 3 5 zu finden K ene 7 1 den. Wenn man das Wolonialf 5 Werke aus Reichen der Natur und der 5 Kriegsbriefe dlls dem Westen. n schon Kolonialsoldaten, geborenen Franzosen,. N 8. vorrrden kaun, was mag man dann wohl erst den scawarz imd Der Begriff des„Volkes in Waffen“ verwirklicht Von umferm Kriegsberichterstatter. 2— Verlauf des Feld⸗ 1 Lutken hin 3 755 in den 2 8 ges gegen die Deut ügen! inein, vordem, 10(Auberechtigter Nachdruck, 2 aus zugsweife. berbaden) Ich din von dem Schauplatz der Champagneschlacht mit der] die Einrichtungen dieses Heeres zu kennen. Der Krieg zeigt An den Brennpunkten der Winterschlacht in der Cha ne.] frohen Gewißheit geschieden, daß unsere Einie dort so fest und auch dem Laien mehr durchsichti 5 0 10 1 Großes Hauptquartier, den 31. März. Wierschüttertich steht, wie je zuvor Ein lebt in den in farbig verschleierte Romantik. wollen uns nicht nun In ganz flachen Schwingungen schieben sich die berühmten deren Ben 1— NN— un. Obenhin belehren über die A n und das Ineinander⸗ Hohen neben- und hintereinander, die jetzt in den Beri äber den Führern bis zum letzten Me ist jeder 2 dort st—— greifen der einzelnen Waffenga Wir versuchen ein⸗ die Winterschlacht in der Champagne so oft genannt worden sind. der das 30tügige Ringen mi anne 10 5 0 eht, 3 die zudringen in die Ideenarbeit von sewitz bis 5 ö Tie eanze Landschaft hat cuoas lähmend Künserutges, Schwerer Franzosen gelistet, können sie dort nach einm anstüenen ech in die Zusammenhänge zwischen Strategie und Politil. Kreidemergel, auf dem nichts wachsen will. Selbst der niedere öl lig Wyse holen und übe einen 0 2— Warum wir kämpfen müssen und wofür wir kämpfen, das Achten und Föhrenwald, der sich hier und da in einer dünnen lic Sie e und Erpol e berichten— Wer zenden 1 soll uns immer deutlicher werden; die großen a 8 Junge über Hügel zieht, ist grau und matt. Es sieht so aus, als durch bie Mauer 4 Eisen und denz Män 88 nkte sollen wir be ten unter de 1 1 ob alles das ein Maler, der nicht mehr genug Farbe hatte, 1 5 Sche schen A 1 nie- pu f. haup er den a „auf mals! U 4 uer mann, Kriegs! ersatter. Sorgen und Pflichten jedes Tages. Schriften ur- J f 19 5 Februar artet, daß man ihm vor der ersten Mutnacht von Aus Stadt und Gießen, 3. April 1915. Osteru. Die Zeit macht es heuer schwieriger als sonst, münd⸗ liche und schriftliche Osterwünsche in eine allgemeingültige Form zu kleiden. Denn was über das Osterfest in Ver⸗ bindung mit den Gedanken von Frühling und Frieden gesagt werden kann, das gehört heute mehr denn je ins Reich der hohen Politik und nimmt sich in den Feiertags⸗ betrachtungen des Hausgebrauchs immerhin einigermaßen problematisch aus. Von Osterhasen und ihren selbstgelegten Mitbringseln zu sprechen lohnt sich auch nicht recht; es könnte zu Genüssen und Gelüsten verlocken, die sich der Einsichtige, wie man mit Zahlen beweisen kann, heute zu versagen hat. ZBlieben alsg der selbstverständliche und drum kaum mehr diskutable Wunsch für ein paar ruhige, wenn möglich gar von einem Extrablatt von Ost oder West angenehm unterbrochenen Festtage und die, ach, so manchmal trügerische Hoffnung auf blauen Himmel und Sonnenschein. 5 3 Freilich, Osterausflüge wird es in diesem Jahr wenige geben. Wenn wir auch wie sonst oft den Schein für die Wahrheit nehmen und da und dort das Osterfest als Auftakt für die neue Saison betrachten,— es wird sich diesmal in bescheideneren Grenzen halten. Man wird diesmal wieder Strohhüte oben und papierdünne Halb⸗ schuhe unten, in der Mitte aber einen dicken, zentnerschweren Muff sehn, man wird auch heut wieder Osterblumen aller Art, die die Kohlenwärme ans Licht lockte, wie die Kranken ins Sanatorium in die Stuben tragen— aber die Ueber⸗ zeugung, daß diese Attribute notwendig zum Osterfest ge⸗ hören, wird nicht so unerschütterlich sein, wie man es von früher gewohnt ist. Im allgemeinen wird man gerne im Frieden der Häuslichkeit den mannigfachen Gedanken nachhängen, zu denen die Tage mit ihrem Gehalt heraus fordern, und wird höchstens nachmittags draußen vor den Toren bemüht sein, festzustellen, wie weit es der Früh⸗ ling mit seinen Absichten gebracht hat. Wenn das Wetter es erlaubt. Wer kanns wissen? Wer heute von Frühlingswonne und Vogelsingen sprechen und schreiben will, dem kanns passieren, daß morgen weiße Dächer melancholisch ihr Schmelzwasser in die Rinnsteine tröpfeln lassen, und daß von disverschneiten Zweigen ein Buchfink dick aufgeplustert darüber nachsinnt, ob er denn wirklich in diesem Jahr schon einmal sein Werbelied hat ertönen lassen. Aufs Praphezeien soll man sich in dieser Beziehung drum nicht einlassen. Zumal es eben April ist, von dem man sagt, daß er so launisch wie Kartenspiel, Frauengunst und Würfelrollen ist. Wahrhaftig! Noch vor ein paar Tagen schnob draußen ein miserabler Nordost., und es soll doch Gelegenheiten gegeben haben, wo der Kellner den Gästen die Ehre antat, sie zu fragen, ob ihnen mit einem Glas Maibowle gedient sei. Als ob man eine frisch aufgeblühte Rose in den Schnee pflanzen und dann um diese herzbrechende Parodie Frühlingstänze 4 aufführen könnte! Nicht ein jeder ist nun so ge- Wald ⸗ meister sprechen darf. Und wieder ein paur Tage früher 2 Nun, da zog man hinaus mit Spaten und Hacke, wollte Frühkartoffeln und Radieschen dem Boden anvertrauen und strich die Gartenstühle rot oder grün. Andern Tags wieder war der Boden hart gefroren. Wie gesagt, Oster⸗ wetter machen ist ein mißlich Ding selbst ein paar Stunden vor dem Feste. Deshalb hat es im ganzen heute bei wenigen, aber umso nötigeren Wünschen zu verbleiben, und wenn wir unseren Lesern ein frohes Fest zutusen, kanns selbst⸗ verständlich nur unter all den Vorbehalten sein, die die Zeitumstände auch dem Optimisten auferlegen. Drum sei der Mund nicht zu voll genommen und zu Ostern gleich der Weltfrieden herabgefleht, sondern nehmen wir die— hoffentlich von Sonnenglanz erfüllten— Tage nur als die Einleitung zu großen und hohen Wünschen, die eine rei⸗ fende Jahreszeit und nicht der wechselvolle und un⸗ beständige April erfüllen kann. 0 * Vom Sesen im Kriege. Der Lesehalle⸗Verein schreibt uns: Aus der Bücherhalle sind im Jahre 1914 25 043 Bände ausgeliehen worden; 1 5 waren es ürt ch Der Rückgang in der Benutzung ist gering; er erklärt aus der Unruhe der ersten Kriegsmonate, aus der tiefsten Er⸗ regung, die allem aufforderte, nur nicht zum stillen Verkehr mit.Die Friedensanstalt N im Kriege bestehen. Die für die Ausleihe Aalches inden wurden beibehalten des lichen„und es zeigte f bald, daß das Bedürfnis nach Lektüre wieder eintrat, es neue Formen annahm und zunahm in dem Maße, wie 5 Krieg aus einem Ereignis ein Zustand wurde. Auch die Bücherhalle mußte erweisen, was sich sonst allenthalben bewährt stutr Anpassungs fähigkeit. 8 Landsturmleute und Verwundete kommen an den A leihtisch; viele von ihnen gelangen vielleicht zum erstenmal „ 8! 0. 1 Wie er Krieg 5 Heer verschmilzt, so ver⸗ einigt er Volk und Staat. Es ist Politik im klassischen Sinne, N jeder Bürger Maßnahmen der Verwaltung mit⸗ bedenkt und zwar von der Gemeinde bis hinauf zum Reich, daß Hauswirtschaft und Volkswirtschaft des gemeinsamen Ursprungs sich wieder erinnern, den das Wort„Oeko⸗ nomie“ anzeigt. Man spricht nicht mehr vom Unterschied zwischen Theorie und Praxis; die Theorie wird gegenständ⸗ lich und die Praxis verlangt Gedanken. Man verweilt nicht mehr bei dem Gegensatz von Fachwissen und Bildung, denn beide erproben sich S in der Anpassung, und die Grenzen der Arbeitsteilung sind fließend. Was in der Zeit vor dem Kriege für die Voltsbildung auch durch die Bücherhallen geleistet worden ist, erscheint jetzt nur als Anlauf zu fernen höheren Zielen. 0 Der Krieg zeigt in neuem Lichte unendliche Aufgaben der kommenden Friedenszeit. Wir führen den Krieg so energisch, eben weil der Friede das Element unseres Lebens ist und im tiefsten Grunde dieses Lebens fortbesteht.„Nur Mann.“ Auf diese Ruhe und darauf, daß der Mensch als g unseres Ge- 1 7 e Mark eintreten, in besonderen Fällen das Mehrfache von 100 Mk. oder eine ganz empfindliche Gefängnisstrafe. Den Bäckereien, die den boten zuwiderhandeln, wird mit so⸗ fortiger Schließung ihrer Betriebe gedroht 2 m. Gleimenhain, 2. April. Unser kaum 200 Seelen zählendes Dörfchen besitzt noch heute ein altes Vorrecht. Jeder heimatberechtigte Einwohner erhält jährlich aus den siskalischen Wäldern 17 Raummeter Buchenscheitholz ganz umsonst, nur muß er den dafür auf 24 Mk. festgesetzten Hauerlohn entrichten. Jedenfalls wird mancher die Gleimen⸗ hainer um dieses schöne Vorrecht, besonders in dieser Zeit, wo überall so enorm hohe Holzpreise gefordert werden, be⸗ neiden. Auch in unseren Nachbardörfern Wiera und Specks⸗ winkel liegen genau dieselben Verhältnisse. Kreis Schotten. Schotten, 1. April. Insolge des in den letzten Jahren sehr stark angewachsenen Verkehrs im Klubhause auf dem Hohe⸗ rodskopf genügten dort die Küchenräume schon längst nicht mehr und gaben ost zu Klagen Anlaß. Um diesem Uebelstande ab- zuhelsen, wurde jetzt ein Küchen anbau geschassen, der bereits soweit vollendet ist. n. Eichelsdorf, April. 7 2. Die hierige Spar- und einen Gesamtkasseumsatz von 120 844,2 Mk. gehabt. Den die Ruhe in der Bewegung hält die Welt und macht e e. G. m. u. H. hat im letzten Geschäftsjahre Person sich nicht verliere, kommt alles an. Wir hören, daß unsere Soldaten im Felde Bücher bevorzugen, die über die Gegenwapt hinausführen in das,„was sich nie und nirgends hat begeben“, und wir stellen gerne fest, daß in unserer Bücherhalle Werke der schönen Literatur so eifrig wie nur je verlangt werden. Eine mit einer ernsten Dichtung einsam verbrachte Stunde stärkt den Leser für die Ansprüche ge— selliger Tätigkeit in mühevollen Tagen. Man preist unsere Organisation, und wie sich jeder einordnet ohne Widerstand. Diese Hin bleibt um so wirksamer, je sicherer das Selbstgefühl des einzelnen sich immer neu begründet: das ist die Einigkeit des freien Volkes. Es ist dafür gesorgt, daß sich keiner eigenwillig einspinne; die Stimmung muß rüstet sein au: T. bericht. Noch nie sah man in unserer Lesehalle so viele Leute, im Bürgerkleid und im Waffenrock, über die Zeitungen und über die Landkarten gebeugt wie aber es ist doch tröstlich, ge⸗ jede Wendung, muß sich einstellen auf jeden eben jetzt, daß sie dort auch schöne Bilder an den Wänden sehen, und daß bei dem Stimmengewirr der 0 Straße das Gebot der Stille in tat wird. Lese⸗ und Bücherhalle erfüllen als diesen Räumen zur Wohl⸗ Friedens⸗ anstalt im Kriege ihre Aufgaben und wollen sie immer besser erfüllen. Die Mitgliederzahl des Vereins ist 5— i Hine nur um 6(von 330 auf 324) gesunken ha in diesem Jahre für den ihm die Gießener Bürgerschaft dankbar ausgesprochen. * * Vom 95 1 Oberlehrern: Rektor Wilhelm Angelberger an der Grünberg, Dr. zu Darmstadt, berg, Wilhelm Becker an dem Bernhard an der Oberrealschule Realschule und dem P Oberrealschule zu Als Fer schule zu Friedberg, Dr. W. 8 M Herbert an der Oberrealschule zu Worms, mann an der Realschule zu Oppenheim, Dr. Wilhelm mann an der Realschule zu Groß⸗Gerau, Dr. durch natür⸗ wir Verein nicht geworben. Daß die Treue gewahrt hat, sei heren Lehramt. Die Großherzogin hat den b a Realschule zu Karl Ausfeld an dem Ludwig⸗Georgs⸗Gymnasium riedrich Balser an der Augustinerschule zu Fried⸗ Gymngsium zu Offenbach, Ludwig e zu Mainz, Jakob Como an der ymnastum zu Bingen, Otto Diehl an der d Dreher an der Augustiner⸗ ilhelm Grüninger an der Oberrealschule Halm an dem Realgymnastumt zu Mainz, Heinrich 5 Hey⸗ Otto Kammer an der Oberrealschule zu Mainz, Christoph Kobelt an derselben Schule, Wilhelm Kolb an der Realschule zu Langen, der Realschule und dem Progymnasium zu an der Realschule und dem P mann Molz an dem Landgraf⸗Ludwi Dr. Julius Richter an der Oberreal Sandmann an der Viktoriaschule und Darmstadt, Rektor Ludwig Schäfer, 75 5 kan Se e b Groß⸗Geran, stan er an der zu ulius Schu 2 Realgymnastum zu Mainz, Dr. 1 Ichwar e zu Emil Seipel an e an e zu Gernsheim, Ludwi an der hence der höheren Mädchen Oberrealschule zu Gießen, Oberrealschule am Friedrichs 5 als Professor erteilt. Der Oberlehrer an der Oberrealschule zu Heppenheim Professor Franz Como wurde mit Wirkung vom zum Oberlehrer an der Realschule zu Lauterbach, der Oberlehrer an dem Lehrerseminar zu Alzey Professos Dr. Männchen mit Wi an der Oberreals. rogymnasium zu „ zu Alzey, e zu Gießen, der Schulamtsaspirant Danz aus Klein⸗Zimmern zum Reallehrer an der T. anstalt zu Bensheim ernannt. Zu Le 0 kannt: Friedrich Deister zu Mainz, Hans Krämer zu Friedberg, Hugo von Muralt zu Büdingen, hann Schalk zu Darmstadt, Otto * Ernennung. den Finanzaspiranten E Ministerialregistrator beim Staatsministerium mit Wir vom 1. April d. J. ernannt. „ d Ordens Verleihung. Die Großherzogin hat am 28. März dem Oberhofprediger Ludwig Ehrhardt in Dar m⸗ tadt das Hofdienstehrenzeichen in Gold verliehen. Titel⸗Verleihung. Dem Oberlehrer am Landgraf⸗ Lubwig⸗Gymnasium zu Gießen, Dr. Hermann M olz, wurde am 1. April der Charakter als Professor verliehen. Verwaltungsgerichtshof. Der Großherzog hat am 31. März den Kreisrat des Kreises Worms Geheimen Regierungsrat Dr. Karl Kayser auß Nachsuchen seines Amtes als Mitglied des Verwaltungsgerichtshofes mit Wir⸗ kung vom 1. April d. F. an enthoben. J* Arbeiterwochenkarten für jugendliche Gemüsebauer. Mit Rücksicht auf das große öffentliche Interesse, das an der ordnungsmäßigen Bestellung der Felder in diesem Frühjahr besteht, hat der Eisenbahn⸗ minister genehmigt, daß den Mitgliedern von Jugend⸗ pflegevereinen, namentlich dem Jungdeutschlandbund, den Pfadfindern usw., die sich zum Gemüsebau und zur Feld⸗ 1 bestellung in der Nähe größerer Städte bereit finden, Arbeiterwochenkarten gewährt werden. Die Karten sollen im Bedarfsfalle eintägige Gültigkeit haben und auch 0 Jahrtberechtigung für jeden beliebigen Wochentag und Sountag besißen. Es ist serner lein Unterschied zu machen, 3 1 2 zu bewirtschaftende Land 3 oder fremder B ohannes stummen⸗ Spaar zu Alsfeld. ud 2 Apr Büdingen, 2. Apri us Anlaß des Geburtstages des Fürsten von Isenburg-Büdingen wurde Dekan Schäfer um Hofprediger ernannt. Alsfeld, 2. A 1 0 die ker 8 sfeld, 2. April. Da die Kreisbevölkerung trotz viel- 75 Warnungen das Verbot des n Vielfach ühertritt, geht das Kreisamt gegen die Uebertreter unnachsichtlicher Strenge vor. In jedem Uebertretungs⸗ falle läßt die Behörde eine Geldstrafe von mindestens 150 5 1 9 E — Johannes Lahr an Alzey, Jakob Malsy ieburg, Dr. Her⸗ 5⸗Gymnasium zu Gießen, chule zu Gießen, Hermann dem Lehrerinnenseminar zu Leiter der höheren Bürgerschule . m an der Augustinerschule idt an der Oberrealschule zu.—— Kon⸗ ze an Jan der Oberreal⸗ Worms, Fried- fi g vom 12. April 1915 ab zum Oberlehrer tsassessoren wurden er⸗ Wilhelm Reig zu Offenbach, Jo⸗ Der Großherzog hat am 31. März rnst Prinz aus Groß⸗Gerau zum ung 3 Aktiven mit 98 095,40 stehen 97 488,08 an zassiva gegen— über, so daß ein Ueberschuß von 607,82 zu verzeichnen ist. Die Mitgliederzahl ist von 106 auf 101 im Laufe des Jahres zurückgegangen. Kreis Wetzlar. 0 Wetzlar, 2. April. Der Evang. Kirchenchor veranstaltete heute in der Hospitalkirche eine geistliche Musikaufführung, bei der Frl. Gertrud de Niem aus Limburg(Sopran) sowie die Herren Rens Wallau, Cand. theol., Gießen(Violine), K. Währum, Gießen(Oboe und Seminarmusiklehrer Theis, Wetzlar(Orgel) mitwirk— ten. Das reichhaltige Programm enthielt Kompositionen von Bach, Händel, Köhler⸗Wümbach, Tenaglia, Mattheson, Weeber und Reger. Sowohl die Darbietungen des Gemisch⸗ ten Chors, der unter Leitung seines Dirigenten Lehrer Schneider gute Leistungen bot, wie auch die Darbietungen der Solisten und des Knabenchors verdienen volle An— erkennung. 4 Wetzlar, 2. April. Jur einheitlichen Ausbildung unserer Kreis-Jugendwehren findet am 24. und 25. April hier ein Führerkursus statt. Generalleutnant z. D. Schuch aus Wiesbaden ist als Leiter dieses Kursus vorgesehen. X Krofdorf, 2. April. Jetzt ist auch für unseren Ort eine Jugendkompagnie zustande gekommen. Lehrer Echternach aus Vetzberg hat die Führung für Kroldori⸗GMeiberg und Vetzberg übernommen. Mit großem Interesse wurde der Vortrag des Unter- offiziers W. Fabel gehört, welcher seine Erlebnisse in Frankreich, Polen und den Karpathen trefflich schilderte. X Atzbach, 31. März. Für den Verbindungsweg Atzbach— Dutenhosen wurde bereits vor einem Jahrzehnt das Gelände freigegeben. Jegt könnte wohl unter Zuziehung von Gefangenen mit geringen Kosten eine wassersreie Straße zwischen beiden Orten gebaut werden. 1 5 Hessen⸗Nassau. ] Marburg, 1. April. Die Fleischerinnung erhöht aber⸗ mals die Fleischpreise. So kostet gewöhnliches Nindfleisch jetzt 92 Pfg., Schweinefleisch 1 Mk., Kalbfleisch 85 g. und Hammel“: fleisch 1 Mk. das Pfund. Vorzugsstücke sind erbeblich teurer. (Marburg, 1. April. Das Gedenken des hundertjährigen Geburtstagesunseres Altreichskanzlers wurde hier durch die üblichen Schulakte, Abbrennen eines Feuers auf der Bis⸗ marcksäule, Choralmusik vom Schlosse und Glockengeläute begangen. Viele Häuser trugen Flaggenschmuck. Der Rektor der Universität, Geh. Rat Prof. Dr. Korschelt, nahm heute an der Kranznieder⸗ .. der deutschen Universitätsrektoren in Friedrichs⸗ ruh teil. m Kirchhain, 1. April. Bei der Entleerung der Abort grub e am hiesigen Bahnhose fand man fünf Feld post⸗ vakete mit teilweisem Inhalt an Räucherwaren. In einem beigelegten Briese waren von einer sorgsamen Mutter die Sachen aufgezählt, womit der im Felde slebende Sohn erfreut werden sollte. Dadurch wurde auch das Rätsel gelöst. Alles, was an Süßigkeiten und Schokolade in den Paketen enthalten sein sollte, fehlte, und hatte den Gaumen seines 16jährigen Bruders gekitzelt, der mit der Aufgabe der Pakete beauftragt war. Damit hat der Bengel auch das 1 Mark betragende Porto gespart, um dieses für ch zu verwenden. Auch sind noch weitere Pakethüllen im Hause W 3 1 rankenberg, 2. April. Durch die regnerische Witterune der letzten Wochen sind auf der großen Randstraßr, die die Ede 2 talsperre umläuft, auf einer Strecke von mehreren hundert Metern erbebliche Erdsenkungen und Bodenrutschungen eingetreten. Ein Teil der Straße mußte für den Fuhrwerksverkehr gesperrt werden. Die Aufbesserungsarbeiten sind bereits in Angriff genom⸗ men, sie gehen an den nahezu senkrechten Bergwänden nur lang⸗ sam von statten. 1 de April. Wie aus dem Geschäftsbericht der Hinterländer⸗Vi bversicherungskasse d ersichtlich ist, betrug die Versicherungssumme im letzten Jahre 6122040 Mark. Versichert waren 1927 Pferde, 10.551 Stück Rindvieh, 8957 Schweine und 1788 Ziegen. Die Entschädigungen verteilten sich auf die Versicherten in den einzelnen Kreisen wie folgt: Bieden⸗ kopf 48 824,30 Ml., Brilon 3885 Mk., Dillkreis 1285 Mk., Fran⸗ lenberg 3359 Mk., Kirchhain 7720,37 Mt., Marburg 41 036,60 Mark, Wetzlar 2207,15 Mk. und Wittgenstein 2320 Mk. Das Vereinsvermögen stellt sich am Jahresschlusse auf 165 254,90 Mk. — Büchertisch. In den Heften 21 u. 22 der Kriegszeitschrift„Der Völ⸗ kerfrieg“(Verlag von Jultus Hoffmann in Stuttgart) war der Schrifkleitung eine schwere Ausgabe gestellt. Es galt, auf dem verheltnismäßig eng begrenzten Raum alles, was Regierung und Volk in Deutschland und im treuverbündeten Oesterreich-Ungarn während des exsten Kriegshalbjahrs geleistet haben, in einem ausgeglichenen Gesamtbild festzuhalten, das sich aber doch dem Charakter diefer Chronik entsprechend aus den mannigfaltigsten Selbstzeugnissen der Zeit zusamntenzusetzen hatte. Den Eingang, gewissermaßen das Portal zu dieser Ruhmeshalle deutscher Kraft und deutscher Treue, bildet der Aussatz„Morgendämmerung“ von Zer mann vom Rath. Der folgende stenographische Bericht über die zweite Kriegstagung des Reichstages weckt Hoffnung, daß sich diese innere Umwandlung auch bei den Regierungs- und Volksvertretern selbst anbahnt. Dann ziehen in einsacher daten⸗ mäßiger Verbuchung die Maßnahmen der Regierung an uns vor⸗ über, die in ihrer ruhigen Sachlichboit eine Atmosphäre des Ver⸗ trauens schassen, das noch durch den tiefen Eindruck verstärkt wird, den die durchweg Gefühl ernster Verantwortlichteit tragenden Kundgebungen der deutschen Reichsfürsten machen. Die in dem re Stück„Das deutsche Volk“ verarbeiteten Auszüge aus ageszeitungen und Buchveröffentlichungen werfen vorzügliche Schlaglichter auf die bunte Menge der geistigen und seelischen Strö⸗ mungen in der deutschen Volkspsyche, deren Ziel sich doch eindeutig und klar aus allem heraushebt: ein freies, stolzes, durch Schmerz geläutertes, durch Kampf gestähltes und du gemeinsame Not sest zusammengeschmiedetes Deutsches Reich. Einige Auffätze nam⸗ hafter Intellektueller offenbaren die Demokratisterung auch des en Lebens in Deutschland, indem sie die gemeinsamen Gefühle er auf höheren Ausdruck bringen. Zum Schlusse des Ab⸗ schnitts referiert Erich Dombrowski über Deutschlands wirtschaft⸗ liche und soziale Organisation, worauf ein aus gutgewählten Zeugnissen zusammengewobener Artikel auch noch der vaterländi⸗ schen Haltung der deutschen Sozialdemokratie besonders gerecht wird. Wenn es überhaupt nötig war, so beweist der Abschnitt über die österreichisch⸗ungarische Monarchie die absolut ebenbürtige Haltung des verbündeten Reiches, ber Regicreng so⸗ „ e R N a ie des Volkes. Am meisten interessiert hier der Abschnitt⸗ 1 eintrüchtigen— der Nationalitäten ge⸗ widmet ist g Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 4. April 1015 Wechselnd bewölkt, meist trocken, mild, westliche Winde. Letzte Nachrichten. (WT B.) Großes Hauptquartier, 3. April.(Autlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Ein Versuch der Belgier, die ihnen am 31. März ent⸗ rissenen Klosterhock⸗Gehöfte wieder zu nehmen, scheiterten. Im Priesterwalde mißlang ein französischer Vorstoß. Ein franzöfischer Augriff anf die Höhen bei und südlich von Nieder⸗Aspach östlich von Mühlhausen wurde zurück⸗ geschlagen. Oestlicher Kriegsschauplatz. f Auf der östlichen Front ereignete sich nichts wesentlichts. Oberste Heeresleitung. Der Ablauf des Fälligkeitsaufschubs für Auslandsmechsel. Berlin, 3. April.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Nordd. Allgem. Ztg.“ schreibt über den Ablauf des Fällig⸗ keitsaufschubs für Auslandswechsel: Der durch die Verordnungen des Bundesrats gewährte Fälligkeits⸗ aufschub für solche im Inlande zahlbare Wechsel, die vor dem Kriege im Auslande ausgestellt sind, beträgt ins⸗ gesamt neun Monate. Diese Frist endet für die ersten in Betracht kommenden Wechsel, also für diejenigen, die im August 1914 fällig waren, im Laufe des Mai 1915. Hierbei wird es, wie wir hören, sein Bewenden behalten, da eine weitere Hinausschiebung der Fälligkeit nicht beabsichtigt ist. Schon jetzt ist der weitaus größte Teil der Auslands⸗ wechsel gezahlt, besonders seit der letzten Verlängerung (Verordnung vom 18. Januar 1915), durch welche den Schuldnern das Recht zur vorzeitigen Zahlung auch gegen den Willen des Gläubigers eingeräumt und für ihre Benach⸗ richtigung von dem Verbleib des Wechsels Sorge 99 wurde, sind Zahlungen in solchem Umfange geleistet worden, daß nur noch ein verhältnismäßig kleiner Rest von Wechselbeträgen den neunmonatigen Aufschub genießt. Die nochmalige Hinausschiebung der Fälligkeit lands von einem solchen Aufschub abgesehen wird. Der in den Bekanntmachungen über Zahlungsverbote gegen Eng⸗ land, Frankreich und Rußland vorgesehene Zahlungsauf⸗ schub bleibt selbstverständlich auch zukünftig bestehen. Es wird Sache der Kredithilfe, insbesondere auch seitens der sein, den Schuldnern, soweit ihnen in einzelnen Fällen die Zahlung Schwierigteiten bereiten sollte, die Abwick⸗ lung tunlichst zu erleichtern. 8 Die Türtei und die Dardanellen⸗Verteidigung. i Köln, 3. April. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Sofia: Aus Konstantinopel wird hierher berichtet, durch neue mili⸗ Versuch, die Meerengen durch Landung von Truppen zu nehmen, auf einen wohl vorbereiteten Widerstand stoßen würde. In mrili⸗ tärischen Kreisen wäre ein neuer Angriff geradezu erwün cht. weil man dort aufrichtig überzeugt ist, daß diefer mit einer schweren Niederlage der Angreifer enden müsse. Der Munitionsersatz ist aus eigener Kraft überraschend gut geregelt; bei dem Fehlen starker englisch⸗französischer Landungs⸗ macht werden, ein griechisches Freikorps von Mitilene aus in Smyrna einfallen zu lassen, was zwecklose Opferung von Tausenden bedeuten würde. 5 1 Eine italienische Stimme über die deutsche Bismarckfeier. i. Köln, 3. April. Die„Köln. Volksztg.“ meldet aus Rom: Der„Popolo Romano“ schreibt: Die Begeiste⸗ ein neuer Beweis jenes erhabenen Geistes, jenes vaterländi⸗ schen Gefühles, von dem nach acht Kriegsmonaten das deutsche Volk beseelt ist. Bevor Deutschland fällt, müßten erst alle Deutschen ausgerottet sein. Unruhen in Italien. Trichiana in Venetien versammelt war, um über Maß⸗ regeln gegen die Teuerung zu beraten, veranstalteten Kundgebung. Die Karabinieri, welche die Ordnung wieder⸗ gerstellen wollten, wurden mit Steinen beworfen und alle Fenster des Rathauses wurden eingeschlagen. Der Bürger⸗ meister mußte während der Sitzung durch die Polizei ge⸗ schützt werden. Er legte dann sein Amt nieder.— Der König spendete, wie weiter gemeldet wird, 100 000 Lire zur Linderung der Not in Venetien. Verschleimung, Influenza Ilebesbabe“ 8 Fastillen ef Ade währte Nahrung für Kinder und Kran Emser Gegen nusten. Heiserkeit, Tapeten 8 8 7 la amc ant schneidenden 36 Unger Stahlwaren bestelle sotoft in eigenem interesse unseren Fauptäa- talog der tausende Rike aller Ant, den wir 0 und tranke vetsenden. liebt. ell, bräfratht37 h. Sling — Fabrta-Uerazs dans. Preisanischlag! Trotz Krieg! Neue Kollektion! Hausbesitzer 25% Rabatt. Ringtreie Tapeten industrie fuse. m. b. H. Frankfurt a. M. Aur Alte gasse 27/9. — ILiicie ii ö Au 5 5 f : 0 5 —— „ würde hiernach mit den tatsächlichen Verhältnissen nicht im Einklang stehen, im allgemeinen Interesse liegt s vies⸗ mehr, daß entsprechend der wirtschaftlichen Lage Deutsch⸗ bisher noch wenig in Anspruch genommenen Kreditanstalten truppen soll in dieser Hilflosigkeit wahrscheinlich der Versuch ge⸗ rung des deutschen Volkes an dem Bismarck-Geburtstage ist Mailand, 3. April. Während der Gemeinderat von die dortigen Arbeitslosen vor dem Rathause eine große 3 tärische Maßnahmen sei ausreichend dafür gesorgt worden, daß der — 5 Am Kearfreitag abends 6/ Uhr im 62. Lebensjahre. und 5 Enkel. in Leun statt. zu 74 Jahren erlöst wurde. Die trauernden 3142 Elise Benner, Lina Benner. Todes-Anzeige. nach kurzer schwerer Krankheit meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Anna Nordmann geb. Garthe In tiefer Trauer: Eisenbahndirektor Gottfried Nordmann Professor Wilh. Kolb und Frau, geb. Nordmann Dr. med. Otto Ulmer und Frau, geb. Nordmann Dr. med. Carl Nordmann und Frau, geb. Dickore Leun, Langen, Lollar, den 2. April 1915. Die Beerdigung findet am 5. April, nachmittags 2 Uhr, Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die trau- rige Mitteilung, daß mein lieber Mann, unser guter Vater Herr Wilh. Benner heute nacht von seinem langen Leiden im Alter von nahe- Marie Benner, geb. Bellof, August Benner, 2. Zt. im Felde, Minna Benner, Gießen(Rodberg 5), den 2. April 1915. Die Beerdigung findet am 1. Feiertag nachmittags 3% Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. nahm uns Gott 3149 Hinterbliebenen: Anna Helene Launsbach, den 3. April 1915. Danksagung. spenden unseren innigsten Dank. Großen-Busecs, den 3. April 1915. Nachruf. IJInsolge schwerer Verwundung am 17. März farb am 21. März den Heldentod fürs Vater⸗ land unser lieber Kamerad, Vereinsmitglied, der Gefreite Johannes Mengel Landwehr⸗Inf.⸗Regt. 87. Ruhe sanft, lieber teurer Kamerad. Dein Andenken halten wir stets in Ehren. 55 Der Kriegerrerein Reiskirchen. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerz- liche Mitteilung, dass am 2. April, morgens 3½ Uhr, unsere herzensgute, innigstgeliebte, einzige Tochter im Alter von 14 Jahren sanft entschlafen ist. In tiefer Trauer: Friedrich Pfaff und Frau. Die Beerdigung findet Sonntag, den 4. April, nachmittags 3½ Uhr, statt. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer unvergeßlichen Entschlafenen Lalharina Mapper Wia, geborene deni sagen wir allen, ganz besonders der hiesigen Krankenschwester, den beiden Giegener Krankenschwestern für ihre überaus aufopfernde liebevolle Pflege, dem Herrn Pfarrer Barth für seine trostreichen Worte, sowie für die zahlreichen Blumen- Die trauernden Hinterbliebenen. Pfaff 3141 01883 mit Rezept fir Kriegskuchen Ges. ge schützt W Z 199788 Alleinverkauf für Gießen J. M. Schulhof arktstr. 4. Tel. 119 3010 Felbpof⸗Bersanbkartinz in verschiedenen Größen für 50250-U. rammꝰ u. g. u. B-Kilo-Paket Verpackung d. wie wasserdichtes Oeltuch zu billigen Preisen. Wieder⸗ verkäufer erhalten Rabatt. Papierhal. Selters 8. . Den Heldentod fürs Vaterland starb am 17. März mein heiss- geliebter Gatte, der treusorgende Vater seiner Kinder, unser un- vergesslicher Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Friedrich Ziegler Weissbinder und Lackiermeister Wehrmann im Landw.-Inf.-Regt. Nr. 87, 12. Komp. im 36. Lebensjahre. Frau Luise Ziegler, geb. Kümmel und Kinder, Ernst und Emil Familie Adam Ziegler. Wieseck, den 3. April 1915. Wiedersehen war seine Hoffnung. 3123 Nachruf. Aus der Reihe unseres Personals erlitten ferner den Heldentod für das Vaterland: Peter Kreher Wagenführer Ludwig Lenz Heinrich Rühl Heinrich Schmidt Wagenführer Heinrich Schmitt Wagenführer. Wir bedauern den Verlust dieser pflicht⸗ treuen Mitarbeiter und werden ihnen ein ehrendes Andenken bewahren. Die Direktion der Elektrizitäts⸗ perke und der Straßenbahn. Gießen, im April 1915. 2 Todes ⸗Anzeige. Verwandten und Bekaunten die schmerz— liche Mitteilung, daß meine liebe, gute Frau, Schwägerin und Tante Karoline Mattern geb. Gröser am 2. April, morgens 2 Uhr, nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden im Alter von 54 Jahren sanft entschlasen ist. In tiefer Trauer: Ph. Mattern und Kinder. Lollar, den 3. April 1915. Die Beerdigung findet am 1. Ostersejertag, nachmittags 4 Uhr, statt. zog er in den Krieg, b cht er mit zum Sie Bis ihn traf in junge Brust Feindes Blei ganz unbewußt. Wiedersehn war seine Hoffnung. Am 13. März starb den Heldentod fürs Vaterland im Alter von 18 Jahren unser heißgeliebter Sohn und Bruder 8 Karl Schmidt Freiwilliger i. Nes.⸗Inf.⸗Regt. Nr. 222, 2. Kompagnie. In tiefem Schmerz: Harl Schmidt l. u. Familie. Harbach, den 3. April 1915. In tiefem Schmerz: Nachruf! Den Heldentod fürs Vaterland starb am 26. Febr. der Grenadier Wilhelm Brück aus Oppenrod. Mit ihm ist der Kompagnie ein treuer Kamerad verloren gegangen. 810 6, Komp. Rei.⸗Juf.⸗Regt. 261. Frhr. v. Wangenheim, Lt. u. Komp.⸗Führer. Den Heldentod fürs Vaterland starb, wie wir nach langer, banger Ungewißheit ersahren, schon am 28. August 1914 mein geliebter, guter Mann, der treusorgende Vater seiner Kinder, unser lieber Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Wilhelm Feller 1 Neservist im Res.⸗Inf.⸗Rat. Nr. 116, 7. Komp. im 28. Lebensjahr. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Marie Feller, geb. Wenzel . nebst Kindern Tamilie Phillipp Jeller 5 Jamilie Wenzel. OGroßen-vinden, Hochelbeim, 3 April 1015 5 Viel zu früh bist du geschieden, 855 Umsonst war alles Hoffen, Fleh'n,—! Ruhe sauft, du Herzensguter, Bis wir uns einst wiedersehn. 3124 — Am 2. März 1915 starb den Helden— iod fürs Vaterland unser lieber unvergeß⸗ licher Sohn, Bruder, Schwager, Pate und Onkel, der Ersatz-Reservist ahreh abba 12. Komp. Res.⸗Inf.⸗Regt. Nr. 224 im 28. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Familie Ludwig Wallbott IV. Familie Ludwig Wallbott Familie Heinrich Briegel VI. Jamilie Hermann Haupt. Garbenteich, Leihgestern, Muschenheim, Watzenborn, 3. April 1915. 3145 Konsumverein Giessen und Umgegend. [Um unseren Mitgliedern Gelegenheit zu geben, Rrot und Rrötchen zu entnehmen, sud die 4 Giessener Verteilungsstellen am 2. Feiertag von I bis 12 Uhr Iseöfrnet. 3111 D] Der Vorstand. von heute an verlegt haben. 01812 Baß& Landesmann, Lindenplatz 5.