Erstes Blatt viermal Ferusprech dale für die Schruttleitu— für Drahtnach⸗ das Rauschen im Sachsenwalde. Ist es möglich, daß die Flamme vaterländischer Leiden⸗ schaften noch heller emporlodern könnte, als sie schon leuchtet im Angesicht einer halben Welt von Feinden, wenn wir heute Bismarcks gedenken, des Reiches Schmiedes, den wir Jüngeren uns nicht besser vorstellen können als im Scheine feuriger Glut, die alles Trennende und allen Hadergeist der Deutschen hinweggeschmolzen hat? Ist es nicht genug, daß wir Haus und Hof von tückischen, grau⸗ samen Feinden bedroht sehen, die, besonders im Osten, den letzten Rest von Menschlichkeit abgeworfen haben, indem sie sich erbarmungslos auch auf Frauen, Kinder und Greise stürzen? Gibt es im heißen Drange des Krieges ein Rück⸗ wärtsschauen, wo die gebieterische Losung vorwärts heißt, wo die in der Heimat Zurückgebliebenen vor dem furchtbarsten Wettersturme weltgeschichtlicher Geschehnisse nur mit Bangen und Harren eine Zuflucht erreichen können? Ein beklemmendes Dunkel liegt über Europa, und der Windhauch neuer Welten, der uns entgegenweht, treibt der Vergangenheit dürres Laub weit hinter uns fort. Es ist heute nicht die Zeit politischer Betrachtungen und kritischer Erwägungen. Wir dürfen den Geist des großen Kanzlers nicht beschwören, um uns die Frage vorzulegen, ob seine Nachfolger der bewährten Bahn gefolgt oder von ihr abgewichen sind. Wir dürfen uns aber daran erinnern, daß Bismarcks mutiges Auge einst auch die Möglichkeit er⸗ schaut hat, das Reich werde von West und Ost feindlich umbrandet werden, und daß er uns gelehrt hat, furchtlos und treu zu sein. Große Männer vor ihm haben den Welt⸗ beruf des deutschen Volkes verkündet, Fichte hat mit feu⸗ rigen Worten den deutschen Geist zur Gemeinschaftsbildung, zur Gründung eines in der Welt siegreichen nationalen wie Bismarck uns das Idealbild des Deutschen und Politikers vorgelebt, mit all seiner ur⸗ wiüͤchfigen Kraft und seiner Fähigkeit, über innere und äußere Schwierigkeiten als fester, unerschütterlicher Geist und Wille emporzusteigen. Er hat uns das starke, einige Reich gegründet, hat das Vertrauen zu deutscher Leistung und Größe uns lebendig geschaffen. Die Resonanz der gewaltigen Sprache seiner Persönlichkeit bei der Grün⸗ dung des neuen Reiches hat uns erst zur vollen Höhe unseres Volksbewußtseins emporgerichtet. Als im August des vergangenen Jahres das Volk„wie eine Pulvermine“ losbrach, da war Bismarck schon heimlich unter uns. In einem noch höheren Sinn wie von Barbarossa kann man von ihm sagen, daß er noch nicht gestorben ist; nicht ver⸗ zaubert und schlafend, sondern wachend und führend leuch⸗ tet uns seine Reckengestalt überall da, wo die Blitze aus⸗ wärtiger Gefahren zucken. Sein Name ist uns zum Panier geworden, wie Petrus der Fels der Kirche wurde, so ist Bismarck der Fels des Reiches. Wäre die hundertjährige Wiederkehr des Geburtstages Bismarcks in die Zeit des Friedens gefallen, so würden wir heute eine seltsame Bewegung im deutschen Volke be⸗ merken; Millionen festlich gestimmter Menschen würden durch die Dörfer und Städte wallen, wie zu heiligem Dienste einer Gottheit. Das Bild wäre äußerlich präch⸗ tiger und imposanter, aber das starke, einigende Band wäre doch an einigen Stellen gelockert, da, wo der Rost des Parteilebens sich eingefressen hatte. Der Kriegssturm, der so viel Wachstum und Leben entwurzelt, hat im Innern unseres Volkstums ein herrliches Wunder verrichtet. Die deutsche Erde hat sich verjüngt, überall sehen wir taten⸗ frohes Leben, und„in feurigem Bestreben werden alle Kräfte kund“. Das ist Bismarcks Saat, die da aufgeht, und es ist die Feier seines Namens, die Gott mit hoher Weihe erfüllte. Herrlich sind wir dadurch von den andern Völkern unterschieden. Die Engländer und Franzosen haben einen Herzensaustausch mit Schwarzen und Farbigen geschlossen, und dazu tropft es wohl auch mitunter in ihre geistige Sammlung aus der Schale des Argwohns und stiller Ab⸗ neigung. Nein, es ist nicht müßiges Zaudern, wenn wir heute zu Bismarcks Reckengestalt emporblicken, er ist nicht Hinter uns, sondern vor uns und mitten unter uns; mit un⸗ sichtbarer Siegfriedshand hilft er uns in Kampf und Not, sein Ehrentag erweckt wieder alle Sehnsucht und alle Tat⸗ kraft in den deutschen Herzen, und darum wollen wir uns heute heller bewußt werden, daß das Schicksal dem deutschen Volke eine große weltgeschichtliche Aufgabe vorbehalten hat. Auch die lebenden Führer an der Spitze des Reiches zollen heute dem eisernen Kanzler stillen Dank. Als vor einigen Tagen der Kaiser frohbewegt und dankbar aus⸗ sprach, er sei stolz darauf, in solchen Zeiten der erste Diener eines solchen Volkes zu sein, da hat er sich sicherlich in 105. Jahrgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Gberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Fange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Donnerstag, J. April 1915 Bezugsp ce monatl. 75 f., viertel · jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mt. 2.— viertel; jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Bi.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, VBermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sänitlich in Gießen. seinem Herzen erinnert, 5e es eine lang verdeckte Saat war, die plötzlich ans Licht heraufwuchs. Wir dürfen es aus sprechen, daß uns die diplomatischen Schaffensjahre seit Bismarcks Rücktritt kein Ernteglück bereitet haben. Man braucht darüber mit dem Schicksal nicht zu hadern, denn was der deutschen Staatsmänner Kunst zu vollbringen nicht vorbehalten war, das hat des Voltes wachsendes Gedeihen in überreichem Maße wettgemacht. Durch das waltende Schicksal, mehr noch als durch die Absichten der Staatslenker nach Bismarck, sind uns manche Wege, die uns der Meister für die Zukunft gewiesen hatte, verschüttet worden. Der Draht nach Petersburg, dem Bismarck immer eine weise Sorgfalt widmete, ist zerrissen. Himmelhoch wuchsen die Ränge der Neider des jungen Reiches empor, und was der Dichter von deutscher Wesensart einst gesagt hat;„schlecht gerät die List und Kunst“— das ging bei unseres ritterlichen Kaisers Friedenswillen in Erfüllung. Die Weltgeschichte ist nicht immer nur von einzelnen über⸗ ragenden Geistern gemacht worden; wir wollen das heutige Jahr als ein Weltgericht betrachten, das den englischen Stagtskrämern die Hälse brechen soll. Sie haben dieses große Kapitel angerührt, das zu ihrem Verderben und, hoffentlich, zu unserem Segen ausschlagen soll! Schwere Aufgaben, auch auf dem Gebiete der Staats⸗ kunst, stehen Deutschland dabei bevor, und es ist der Wille des Volkes, daß unsere Führer Bismarcks Vermüchtnis sich gegenwärtig halten. Dabei wird nicht immer der Buchstabe maßgebend sein dürfen, denn der erste Kanzler hat man⸗ chen Satz geprägt, der nur für seine Zeit Geltung hatte; sehr häufig waren gelegentliche Aeußerungen auch nur zu bestimmten politischen Wirkungen von ihm ausgedacht. Aber Geist und Seele Bismaresscher Richtschrur zu finden, müs⸗ war, gemäß dem stolzen beutschen Weltberuf: starke, ge⸗ schlossene Einheit des deutschen Volksrums und mutige, ungebeugte Geltendmachung der deutschen Interessen nach außen. Nach dem siegreichen Einigungskrieg war Bismarck darauf bedacht, die Welt von den friedlichen Absichten des Reiches zu überzeugen; schon die feierliche Kaiserprokla⸗ mation enthielt stark wirkende Wendungen in diesem Sinne (. allzeit Mehrer des deutschen Reiches zu sein, nicht in kriegerischen Eroberungen, sondern in den Werken des Friedens auf dem Gebiete nationaler Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung.“ Es unterliegt keinem Zweifel, daß Bis⸗ marcks kraftvolles Wollen heute die Grenzpfähle seiner Ziele weiter stecken würde; wie er die Macht Preußens gestärkt hat, um Deutschlands Einheit zu erreichen, so würde er in diesen Zeiten auch nach Machtvergrößerungen des Reiches streben, um seinen Bestand gegen künftige Ge⸗ fahren sicherzustellen. In der amtlichen Aeußerung der „Nordd. Allgem. Ztg.“ über Bismarcks 100. Geburtstag, die wir nachstehend wiedergeben, hat die Regierung eine Art Versprechen abgelegt, nach Bismarcks Weise zu steuern: „Wir haben die Aufgabe geerbt, dieses Deut schen Reiches Stellung in der Mitte Europas zu stärken und durch solche Stärkung die europäische Frage im Sinne eines dauernden Friedens und einer gesicherten Freiheit und Selbstbestimmung seiner Völker zu lösen.“ Wie diese Aufgabe bei dem Friedensschluß gelöst werden soll, darüber weigert uns der heutige Reichskanzler mit Recht noch die Antwort. Das deutsche Volk aber, bis in seine bescheidensten Glieder hinein, soll sich heute vorhalten, daß es für uns in diesen Stürmen weniger gilt, äußere Güter und neuen Besitz zu ergattern, als vielmehr die deutsche Innerlichkeit zu stärken und zu vervollkommnen. Aus dem urdeutschen Quell der Bismarckschen Persönlichkeit wollen wir heute den reinsten Erfrischungstrunk nehmen. An diesem von leidenschaftlichen Stürmen durchtobten Manne der Tat war jedes Hälmchen von eigenem Stoff. Aller Phrase, Scha⸗ blone und Pedanterie zuwider, besaß Bismarck die starken und die milden Gewalten zugleich, die den deutschen Kul⸗ turmenschen bilden. Vor den Menschen ein Riese, vor den uns verschlossenen Geheimnissen einer höheren Welt der tiefinnerlich Bescheidene und Andachtsvolle. Bismarcks Bild und Rat im Herzen, wollen wir der Lügenbrut der Feinde gewissensfreudig die Stirn bieten. Und Durch⸗ halten mit Bismarckscher Energie bis zum Siege! Ein Erlaß des Kaisers. Berlin, 31. März.(WTB. Amtlich.) S. M. der Ka i⸗ ser erließ folgende allerhöchste HFabinettsordre: Ich beauftrage Sie, heute, an dem Tage, an dem vor hundert Jahren der verewigte Fürst Bismarck geboren wurde, an dessen Denkmal auf dem Königsplatze zu Berlin in Namen Meines Heeres und Meiner Marine gemeinsam einen Kranz niederzulegen. Ich will dadurch deren unauslöschlichen Danke für die unsterblichen Verdienste des großen Kanzlers in der festen Zuversicht Ausdruck verleihen, daß der Allmächtige auch ferner und wider alle das Vaterland jetzt bedrohenden Feinde schir⸗ mend und schützend seine Hand halten wird über dem Lebenswerke des großen Kaisers und seines Getreuen, dem die heutige Feier gilt. Großes Hauptquartier, den 1. April 1915. (gez.) Wilhelm. An den stell vertretenden Kriegsminister und den Stellvertreter des Staatssekretärs des Reichsmarine⸗Amts. Berlin, 31. März.(WTB. Nichtamtl.) Die„Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt zu Bismarcks 100. Geburtstag: Wir feiern morgen den 100. Geburtstag Bismarcks, ein Kampf auf Leben und Tod tobt rings um das Deutsche Reich, das er un der Seite seines Königs und Kaisers schuf. Die halbe Welt ist aufgestanden, um es zu vernichten. Bismarck, der Recke und Heros im Gedächtnis seines da ren Vaterlandes, ein brutaler Gewaltmensch in der Karikatur des Auslandes, ist in i eine jener einzigen Erscheinungen der Weltgeschichte, die, weil sie wahrhaft groß sind, jede enge Formel überragen. iner unerschöpflichen Natur war die Kraft und unbändiges Wollen nicht minder gegeben, als die höchste Weisheit der Mäßigung. Durch beider Verbindung errang er seine höchsten Siege und ermöglichte das Werk, das wir heute— in seinem Geiste— sunter Einsetzung des letzten Bluttropfens verteidigen, befestigen und fortzuführen haben. Besser als durch Worte, deren Zeit noch nicht gekommen ist, ehren wir ihn durch die schweigende Er⸗ füllung der Aufgabe, die er uns hinterlassen hat. Deutsch⸗ land, das Land im Herzen Europas, auf das alle Bajonette zie⸗ len, das jahrhundertelang der Tummelplatz aller europäischen Kämpfe und Opfer fremder Machtgelüste war, ist mehr als einmal der völligen Vernichtung nahe gewesen. Es mußte tiefer als alle anderen Länder das europäische Leid empfinden und mehr, dieses Leid tragen. Durch den Aufstieg Preußens und die Grün⸗ dung des Reiches rang es sich unter der Führung der Hohen⸗ zollern endlich durch zu Freiheit und Selbstbestimmung. Die Welt war verteilt, die Lage des neuen Reiches inmitten frem⸗ der Machtgelüste gefährdet, die, bisher nur gewohnt, es als ein Objekt ihrer Herrschsucht zu behandeln, nun an seiner Eristenz eine Schranke fanden. Der erste Kanzler des neuen Reiches setzte alles daran, ihm durch Rüstungen und Bünd⸗ nisse einen langen Frieden zu sichern, auf daß es in Europa selbst erstarke und sich festige Dieser Friede und in ihm die sich frei entwickelnde Schaffenskraft des bis in set⸗ nen innersten Kern tüchtigen Volkes brachte der Nation einen Aufschwung sast ohne Beispiel. Gerade diese Entwicklung aber war es, die dem Reiche, unn weit über die Grenzen Europas und den Gesichtskreis seiner bis dahin kontinentalen Politik hinaus rings um die Welt mit den Werken seines Geistes und seiner Hände friedliche Eroberungen machte, und zu den alten europäischen Feindschaften neue Neider und Gegner schuf. Gegen deren Vereinigung hat es heute in dem Kampfe ohne glei⸗ chen seinen Bestand zu verteidigen, so zu verteidigen, daß er seinen Kindern und Enkeln als ringsum unantastbarer Besitz verbleibt, daß die Schranken wegfallen, die der mit dem alten Haß verbündete neue Neid seiner friedlichen Betätigung in der Welt entgegenstellen konnte. An diese Aufgabe wollen wir Deutsche, die wir von dem großen Mann Sinn für rauhe Wirklichkeit lern⸗ ten, unser Letztes setzen. Wir, die Epigonen dieses Mannes, der an der Seite seines Königs die deutsche Frage gelöst und dem zerrissenen Lande Frieden und Einheit gab, haben die Auf⸗ gabe geerbt, dieses Deutschen Reiches Stellung in der Mitte Europas zu stärken und durch solche Stärkung die europäische Frage im Sinne eines dauernden Friedens und einer gesicherten Freiheit und Selbstbestimmung seiner Völker zu lösen. Mögen die Minister der uns feindlichen Staaten in grenzenloser Unkennt⸗ nis des deutschen Wesens zu beweisen versuchen, daß ein deut⸗ scher Sieg die Unterdrückung und Vernichtung der großen wie klei⸗ nen Staaten bedeute: Wir, deren Reich nicht aufgebaut ist auf Knechtung und Vergewaltigung fremder Völker, wissen, daß allem fremden Uebelwollen zum Trotz wir es sind, die in Wahrheit für Europa und seine Freiheit kämpfen. Berlin, 31. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die morgen, am 1. April stattfindende Jahrhundertfeier vor dem Bis⸗ marckdenkmal beim Reichstagsgebäude wird sich dem Ernst der Kriegszeit anpassen. Längere Festreden sind nicht in Aussicht ge⸗ nommen. Ein kurzer Wahrspruch des Reichskanzlers wird er⸗ wartet. Hamburg, 31. März.(WTB. Nichtamtlich.) Zur Gedenk⸗ feier des hundertsten Geburtstages Bismarcks trafen heute mittag 12½ Uhr die Rektoren aller deutschen Universitäten, angetan mit ihren goldenen Ketten, auf dem Bahnhofe Friedrichsruh ein. In der Gruftkapelle angelangt, legte zunächst der Rektor der Universität Halle a. S. Professor Dr. Gutzmer ein gewaltiges Lorbeergewinde mit der Widmungs⸗ schrift„Otto v. Bismarck zum Gedächtnis“ am Sarkophag nieder, worauf er eine Ansprache hielt. Gegen 11 Uhr vormittags waren etwa 20 Vertreter vom Kreisausschuß und Kreistag des Herzog⸗ tums Lauenburg unter Führung des Landrates Mathies in Friedrichsruh eingetroffen und begaben sich unter Führung des Sekretärs der Familie Bismarck zur Gruftkapelle, wo sie einen Lorbeerkranz niederlegten. Nachmittags um 4 Uhr erschien der Zentralausschuß des Hamburger Bürgervereins am Grabe des Altreichskanzlers, um dort eine erhebende Feier abzuhalten, die mit einer Rede des Hauptpastors D. Rode eingeleitet wurde. Heute abend von 8½ bis 9¼ Uhr wurde das Hamburger Bismarck denkmal beleuchtet, wozu sich eine nach tausenden zählende Men⸗ schenmenge eingefunden hatte. Die Kapelle des Ersatz⸗Insanterie⸗ Regiments Nr. 76 spielte patriotische Lieder, die von dem Ge⸗ sange der vieltausendlöpfigen Menge begleitet wurden. Konstantinopel, 31. März.(WTB. Nichtamtlich) Unter großer Beteiligung von Deutschen und Freunden Deutschlands fand heute vormittag auf dem Gelände der deutschen Schule die seier⸗ liche Anpflanzung der vom Botschafter v. Wangenheim ge⸗ stifteten Bismarckeiche statt. Der Feier wohnte der Bot⸗ schafter mit den Herren der Bolschaft, zabkreiche deutsche Offiziere, darunter General Liman und Admiral Souchon, bei. 22 (rs) Großes Hauptquartier, 31. März. mtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. WVestlich von Pont⸗a⸗Mousson griffen die Fran⸗ zosen bei und öftlich Regniéville, sowie im Priesterwalde an, wurden aber unter schweren Verlusten zurückge⸗ schlagen. Nur an einer Stelle westlich des Priesterwaldes wird nuch gekämpft. f a * Feindliche Flieger bewarfen gestern die belgischen Prte Brügge, Ghistelles und Courtrai mit Bomben, ohne militärischen Schaden anzurichten. In Courtrai wurde durch eine Bombe in der Nähe eines Lazaretts ein Belgier getötet, einer verletzt. 5 5 Oestlicher Kriegsschauplatz. g . Das russische Grenzgebiet nördlich der Memel ist ge⸗ fsläubert. Der bei Tauroggen geschlagene Feind ist in Richtung N Skamdwilie zurückgegangen. Die in den letzten Tagen nördlich des Augustower Wal⸗ des erneut gegen unsere Stellungen vorgegangenen russi⸗ schen Kräfte sind durch unseren kurzen Vorstoß wieder im das Wald- und Seengelände bei Sejny zurückgewor⸗ fen worden. Die Zahl der russischen Gefangenen aus diesen Kämpfen, bei Krasnopol und nordöstlich ist um 500 gestiegen. 3 Bei Klimki an der Szkwa wurden weitere 220 Russen gefangen genommen. l . Oberste Heeresleitung. *— (A 8 * Der amtliche französische Bericht. Paris, 31. März.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht von gestern abend Während der Nacht zum 30. März beschoß der f ind weiter die Brücken bei Nieuport erfolglos. Am 30. März setzte die Kanonade auf der ganzen Front zwischen dem Meere und der Aisne aus. In der Champagne fanden im Gebiet von Peerthes, Beauséjour und Villesur⸗Tourbe Artillerie- und Minen⸗ FLeimpfe statt, in welchen wir die Oberhand gewannen. In den Ar⸗ onnen dauert der Kampf an einigen Stellen der Front mit Jäbigkeit und Heftigkeit fort ohne ein bemerkenswertes Ergebnis. Gestern fielen in das Fort Douaumont nördlich von Verdun einige 21⸗Ztm.⸗Granaten. Unsere Artillerie brachte die deutschen Geschütze sofort zum Schweigen: das Fort hat keinen Schaden ge⸗ nommen. Im Westteil des Priesterwaldes nahmen wir eine Reihe von Schützengräben und machten etwa 100 Gefangene, dar⸗ unter einen Offizier und drei Unteroffiziere. Trotz heftigen Gegen⸗ angriffs behaupteten wir den größten Teil der eroberten Gräben. Westlich Pont⸗à⸗Mousson nahmen wir auf der Straße vom Gast⸗ buause Saint Pierre nach Regnieville in der Nacht zum 30. März die deutsche Stellung und wiesen drei Gegenangriffe ab. Auf dem Kampfplatze am Hartmannsweilerkopf wurden 700 tote „Deutsche gezählt. Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 31. März.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 31. März mittags. An der Front in den O st⸗ beskiden ist der Tag ruhiger verlaufen. In den östlich anschließenden Abschnitten dauern die Kämpfe fort. Auf den Höhen nördlich Cis na und nord⸗ tlich Kalnica wurden abermals mehrere russische turmangriffe, die der Feind noch nachts wiederholte, gage schlagen. Auch nördlich des Uzsoker Passes scheiterten Nuchtangriffe des Feindes unter schweren Ver⸗ luften. gebracht Weitere 1100 Mann Gefangene wurden ein⸗ 4 An allen übrigen Fronten hat sich nichts Wesentliches rreignet Es fanden nur Artilleriefämpfe statt. 1 9 Seit dem 1. März wurden in Summa 183 Offiziere, 5 410 Mann des Feindes gefangen, 68 Maschinengewehre ert. ö Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: 5 v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Wien, 31. März.(WTB. Nichtamtlich.) Di Kriegs bericht⸗ — melden, daß in den 15 das heftige ur chtharen Verlusten der Russen an⸗ amentlich zwischen der Durlasenke und dem Üzsokerpaß 2 erreichter Heftigkeit. Die Linien an und verschwendeten ihr doch scheiterte der Anprall des rchdringlichen Walle der verbündeten 214 verfolgt. rz.(WTB Nichtamtlich.) Das Reuter⸗ . Nast K* Der Dampfer„Crown 0 astile“ ist auf der Hö r Scilly⸗Inseln tor pe⸗ diert worden. 4 155 N London, 31. März.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter⸗ sche Bureau meldet: Der brit ische 3„Fla⸗ menian“, von Glasgow nach dem Kap unterwegs, wurde 5 enstag, fünfzig Meilen von den Seillyinseln entfernt, zum Sinken gebracht. Von der Mannschaft wurden 1 Mann von dem dänischen Dampfer Finlandia aufgenom⸗ men und in Holy Head gelandet. London, 31. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die Zeit⸗ chrift„Syren und Shipping“ hat entschieden, daß 2. erste Handelsschiff, das ein Unterseeboot versenkte, der er„Thordis“ war. Die gestifteten Geldpreise im Gesamtbetrage von 660 Pfund Sterling wurden dem 5 Kapitän und der Besatzung zugesprochen. tiz des WTB. verweisen auf unsere Notiz vom 6. ärz, wonach der Dampfer„Thordis“ dem Unterseeboote nur i schädigungen zugefügt hat, wie sich nach de herausstellte.) London, 31. März.(WTB. Nichtamtl.) Die„Times“ melden: Die Handelsschiffe haben Schwierigteiten, ge⸗ nügend Offiziere und Mannschaften aufzutrei⸗ 22 8 88 5 2 22 mit zwei Offizieren be⸗ 25 en. ie u in den Besatzungen werden teilwei mit indischen Matrosen ausgefüllt. 9 nee . kamen die Kapitän „„Zaanstroom“ an, „Rotter⸗ 2 f p ß chen in Zeebrügge getroffenen Maßregeln. Auch zur Verteidigung, 7 sie von den Schiffen aus übersehen werden konnte und für die Sicherheit gegen Flugzeugangriffe war gesorgt. Ein großes Gewölbe auf dem Pier war ihnen angewiesen, wohin sie sich unter Umständen begeben sollten. Mehrere Male wurde nachts probe⸗ weise alarmiert. Heute früh waren sie Zeugen eines Angriffs auf ein französisches Flugzeug, das stark beschossen wurde. * 9 England und der Friedensschluß. London, 31. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Times“ melden aus Sydney vom 27. März: Der hiesige„Daily Telegraf“ befaßt sich mit der Regelung der Dinge nach dem. Kriege und schreibt: Wenn nicht Wege gefunden wer⸗ den, die Dominions um ihre Ansichten zu be⸗ fragen, dann entsteht die Gefahr zukünftiger Mißver⸗ ständnisse und Enttäuschungen. Das unbefriedi ende Er⸗ gebnis des Abkommens über die Neuen Hebriden bildet eine Warnung vor den Schwierigkeiten, die bei einer Ver⸗ nachlässigung dieses Punktes eintreten könnten. Die Lage au den Dardanellen. spondent der„Neuen Freien Presse“ telegraphiert: Aus Lem⸗ nos wird gemeldet, daß in dem Kriegs rate der Alliierten, an welchem die Admirale und General d Amade teilnahmen, beschlos⸗ sen wurde, die Forcierungder Meerengen aufzuschie⸗ ben, da die bis jetzt vor den Dardanellen versammelte Armee nicht mehr als 30 000 Mann zähle, und die Operationen daher aussichtslos seien. Zu diesem Entschluß habe auch die Tatsache beigetragen, daß die Inseln vor den Dardanellen für die Zusammen⸗ ziehung so starker Truppenmassen wegen Mangels an Wasser, Vieh⸗ futter und Wohnplätzen ungeeignet seien, und die Mannschaften auf den Transportschiffen viel zu leiden hätten, so daß die Gefahr von Epidemien drohte. Daher wurde beschlossen, den größten Teil der Truppen nach Aegypten zurückzuschicken und nur einen kleinen Teil vor den Dardanellen zu lassen. Drei Dampfer seien bereits nach Alexandrien abgegangen, auf ihnen General d Amade mit seinem Stab. 5 5 Berlin, 31. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die 8 meldet aus Athen: Nach einer Meldung aus Lemnos wird die Stärke der bisherigen auf der Insel eingetroffenen englisch⸗ französischen Truppen auf 30 bis 35000 Mann veran⸗ schlagt. In Mudros liegen 50 größere und kleinere Schiffe, Kriegsschisse aller Art und französische Ozeandampfer. Vor eini⸗ gen Tagen fuhren einige Dampfer mit Truppen nach einem unbe⸗ kannten Bestimmungsort ab, die vermutlich entweder nach Aegypten gehen oder an einem Punkte Syriens landen sollen. Auch General d' Amade ist mit seinem Stabe abgereist. Konstantinopel, 31. März.(WTB. Nichtamtlich.) Bei den Dardanellen ist keine Veränderung in der Lage einge⸗ treten, Die russische Flotte unternahm nach ihrem theatralischen Auftreten vor dem Bosporus gestern wieder einmal einen Angriff auf das Kohlengebiet von Eregli. Rund 2000 Schuß wur⸗ den abgegeben, die neun Segelbarken zum Sinken brachten und vier Häuser beschädigt. Sonst ist nichts erreicht worden. Es sind keine Verluste an Menschenleben zu beklagen und auch die Kohlenförderung ist nicht beeinträchtigt. Ein versuchter Flieger⸗ angriff wurde durch die Landbatterien sofort abgewehrt. Die rus⸗ sischen Streitkräfte zogen sich mittags zurück. Konstantinopel, 31. März.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: Gestern beschoß die russische Flotte Zonguldok und Ereali Rosu an der Küste des Schwar⸗ zen Meeres. Nachdem sie über 2000 Granaten verschossen hatte, entfernte sie sich in nördlicher Richtung, ohne irgendwelchen be⸗ deutenden Schaden angerichtet zu haben Nur einige Häuser wur⸗ den beschädigt. Die von der Flotte während der Beschießung aufgestiegenen Flugzeuge wurden durch unser Feuer ver⸗ trieben. Vor den Dardanellen und auf den anderen Kriegsschau⸗ plätzen ist keine Veränderung eingetreten. Entdeckte Spione in Petersburg. Stockholm, 31. März.(WTB. Nichtamtlichl) Die Mitteilung, daß mehrere höhere Ge ndarmerieoffi⸗ ziere in Petersburg sals Spione in deutschen Dien⸗ sten entdeckt worden seien, wird amtlich bestätigt. Mehrere wurden verhaftet. Die Anzahl der verhafteten Personen steht nicht fest. Unter ihnen befindet sich ein sehr bekann⸗ ter hochstehender Offizier. Die Affäre erregt peinlichstes Aufsehen in den russischen militärischen Kreisen. China und Japan. London, 31. N(WTB. Nichtamtlich.) Die„Mor⸗ ning Post“ meldet aus Tientsin vom 29. März: In Beant⸗ wortung der Anfrage Chinas, warum die japa⸗ nischen Garnisonen verstärkt würden, erklärte Japan, daß die Truppen zur Ablösung schon dort befind⸗ licher bestimmt gewesen seien, daß man es aber für ratsam erachte, während der Verhandlungen beide Truppen dort 2 behalten, da die antijapanische Stimmung wachse. Die ritische öffentliche Meinung im fernen Osten ist einstimmig gegen die Forderungen der Japaner, ob⸗ wohl man ungern die Alliierten kritisiert. Es ist absurd, dies deutschen Intrigen zuzuschreiben, denn zu Kriegs⸗ begimm waren die Briten im fernen Osten auffallend freund⸗ lich gegen Japan, bis dann Japans Vorgehen Mißtrauen schuf. Wenn die Angelegenheit nicht so ernst wäre, könnte man die hier eingetroffene inspirierte Meldung aus Tokio, in der betont wird, daß Japan die freundschaftlichsten Be⸗ ziehungen zu China grität Chinas aufrechterhalten wolle, als einen Riesen⸗ scherz auffassen. Antijapanische Unruhen wurden mur durch die ungewöhnliche Geduld und Festigkeit des Präsidenten verhindert. 1 London, 31. März.(WW. Nichtamtl.) Die„Times“ meldet aus Peking vom 28. März. In der gestrigen Konferenz wurde ein Ueberein kommen erzielt, wo⸗ durch Japan das Recht eingeräumt wird, sich in der Sipdmandschurei Gebiete für den Bergbau auszu⸗ wählen und ihn zu betreiben, ohne jedoch dadurch die bereits anderen Nationen Fer Konzessionen zu beein⸗ trächtigen Auch mit dieser Einschränkung laufen die ge⸗ währten Vorrechte auf eine Monopolstellung hinaus. He Mongolei wurde bisher nicht erwähnt. japanische Gesandte Hioki behielt sich das Recht vor, die Einbeziehung der Mongolei besonders zu besprechen. Eine längere Ver⸗ handlung über die Ansiedlung der Japaner in der Mandschurei führte zu keinem Ergebnis. Der Charakter der Verhandlungen ist nach wie vor freundlich. Die Japaner sind zwar unnachgiebig, aber zu Besprechungen bereit. Die Tatsache, daß die ernsteren Fra⸗ gen, welche die Chinesen als Antastung ihrer Souverämitäts⸗ rechte und die Mächte als Verletzung des Prinzips der Gleichberechtigung betrachten würden, noch unerledigt sind, verbreitet allerseits Unsicherheit und Unbehagen. Die Nach⸗ richt vom Siege der Partei Okumas berechtigt zu der Hoffnung, daß die japanische Regierung in der Lage sein wird, den Chinesen mehr Zeit zu lassen. Wenn die Japaner Wien, 31. März.(WT Nichtamtlich.) Der Athener Korre⸗L wünsche und die territpriale Inte⸗ Be sich etwas weniger 1 3 dis Tak japani Truppen alle 55 2 5 2 lichen wwerantworklichen Gerichte aus Japan das Land. N Aus Aegypten. 1 London, 31. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Times“ melden aus Kairo vom 25. März: Das Begleitschrei des Finanzbeirats der Regierung zum Budget für 1915 1916, das heute a ommen wurde, weist darauf hin, daß die geringere Nachfrage nach Baumwolle die Einnahmen der Landesbewohner um 13 Millionen ägyp⸗ tische Pfund verringert habe, was angesichts der Abhängig⸗ keit Aegyptens von der Ausfuhr ein Unglück für das Land bedeute. i f. .————— 5 Aus Stadt und cand. efallen. beten.) 10 arburg.— aus 8 rsatz-Bat. 41, aus Wilh. Schmidt, 3 . Mandeln.— Musk. bach.— Musk. Emil hausen.— Musk. Geor Späth, Inj.-Rgt. 254, aus Niedern⸗ N— Trompeter ee b ge, Drag ⸗-Agt. 6, aus Mainz.— Musk. Hermann ro ß, Res.-Inf.-Rgt. 254, aus- 2(Lahn).— Gesr. Johs. Schmrer, Jat.-t. 87, aus *Die Zeichnun im Großher 0 1 den einzelnen tungen au d g ogtum verteilen si Provinzen und eichnungsstellen der Neichs bank wie folgt: 5 I. Anleihe II. Anleihe J. Provinz Starkenburg.. 30 194 500 61 605 400 und zwar: 5 1 DarmfRat 23 091 200 29 392 200 2. Bensheim 1162 600 3 205 900 F 5 941100 19667 300 II. 7. Rheinhessen. 26 695 200 48 661 000 zwar: 5 5 5 Ein, 18 803 900 29 066 700 „ i 1548 300 3 060 200 . 6 343 000 14 534 100 III. Provinz Oberhessen 9244300 30 414 600 und zwar: F 6 848 500 18 380 500 &. eee 115140 7571 200 A 630 000 2188 000 70, Laterb agg, 614900 1 974 900 Summe[8134 500 138 7 οõο „Bei den Zahlen der zweiten Anleihe sind nicht be⸗ rücksichtigt die Zeichnungen bei den Postanstalten, die fast 3 Millionen betragen, sowie die Zeichnungen bei den landwirtschaftlichen Genossenschaften, die mit der Pre u⸗ ßenkasse abrechnen, in Höhe von etwa 9 Millionen, und bei den Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften, die mit der Dresdener Bank als ihrer 5 g rechnen, in Höhe von fast noch zweiten Rechnet man diese Beträge seir das ganze Land bei der 165 Millionen. 8 f 5 Verglichen mit der ersten wurden bei der zweiten e 1 1 60 f. im Reich ru Prozen Milliarden gegen 4 Milliarden), in Hessen rund 150 Prozent(165 Millionen rn 66 Millionen). Geh. Schulrat Prof. Dr. Buchhold. Heute sind es 40 Jahre, daß Herr Prof. Dr. Buchhold als Lehrer an unserer höheren Mädchenschule angestellt wurde. Durch seine in der letzten Zeit geschwächte Gesundheit sah er sich veranlaßt, um seine Versetzung in den Ruhestand einzukom⸗ men, die ihm auch unter Anerkennung seiner langjährigen, treuen Dienste und unter Verleihung des Charakters als Geheimer Schulrat gewährt wurde. * Kreistagssitzung. Die Kreistagssitzung, in welcher der Verwaltungsbericht und der neue Vor⸗ anschlag beraten wird, findet unter Vorsitz von Regie rungsrat Hechler im April d. J statt.. Von der Reichswollwoche ist nach Abliefe⸗ rung der Decken an die Armeeverwaltung noch ein größerer Posten recht guterhaltener He rrenanzüge vorhanden, Lesch gereinigt und repariert wurden. Sie werden auf Beschluß des Ausschusses bis nach dem Fri auf⸗ bewahrt werden, um sie dann nach Rückkehr unserer Truppen an bedürftige Krieger zu verteilen, wenn die⸗ selben wieder ins Zivilleben zurücktreten. * Silbernes Jubiläum. Der Ratsdiener Johannes Ochs begeht heute den Tag, an dem er vor 25 Jahren sseine Tätig⸗ keit als Verwalter des Oberhessischen Museums begann. Der Gründer des Museums, Prof. Dr. Buchner, hatte dem Jubilar damals die Verwaltung der noch kleinen Sammlungen übertragen. Prof. Buchner hatte bald erkannt, welch großes Inter⸗ esse Herr Ochs für die Museumstätigkeit entwickelte, und auch der jetzige Direktor Dr. Kramer, unter dessen Leitung das Museum sich erst zu der Sehenswürdigkeit entfaltete, welche es heute un⸗ Seren der Ur dener Seen e a fer 35. Sehe gründung der ann„ a in städtischen Diensten sich befindet. Ochs wurde 1885 der erste Kriminalschutzmann in unserer Stadt. Am 1. April 1890 bekam er die Stelle als Ratsdiener und gleichzeitig im Nebenamt die des Museums verwalters. 155 * Eini ist der Feind nicht zichten, wenn der Versicherte aus dem Erlen zurilgtehrtf Ein Viel⸗ * Auf dem Kriegerfriedhof am Rodberg sind bisher im Fawn 91 Opfer des Weltkrieges be⸗ stattet; 36 davon sind deutsche Krieger, 55 französische, russische und belgische Soldaten. Für die Ausländer mußte bereits die dritte Gräberreihe in d iff genommen werden. „ Postdienst in den Ostertagen. Am Kar⸗ freitag findet eine einmalige Paketbestellung, am 2. Osterfeiertag finden eine Paket- und eine Geldbestel⸗ lung statt. Einmalige Briesbestellungen werden an jedem Feiertag ausgeführt.— Die Schalter der W st wer den auch wüßrend des Sommerhalbjahrs erst um 8 U . e eee hr Obbornhofen, 31. März. Die schöne, alte Sitte der Ostereiergabe wurde dieses Jahr in eine zeitgemäße um⸗ gewandelt. Man sammelte die Eier, die früher die Kinder erhielten und konnte die stattliche Zahl von 824 Stück in Gießen beim Kreiskomitee für Rotes Kreuz und Kriegshilfe ab⸗ liefern. Mögen sie vielen der tapferen Verwundeten zur Stärkung dienen und in den Kindern das stolze Bewußtsein erwecken, auch etwas im Kampf ums Vaterland geleistet zu haben, daß ihnen die Kriegsostern 1915 in dauerndem Gedenken bleiben. Kreis Büdingen Ortenberg, 30. März. Die Holzversteigerungen in fiskalischen und herrschastlichen Wäldern sind bis auf gan; wenige, auch in Gemeindewaldungen, nun beendet. Die Preise waren durchgängig niedrig, so daß die Genehmigungen der einzelnen Versteigerungen nur zögernd erteilt wurden. Gegen voriges Jahr wurden 3—3/ Mark pro Meter Scheitholz weniger getöst. Stock⸗ holz war durchgängig sehr billig. Steinkohlen⸗ und Braunkohlen⸗ preise waren dagegen auf der Höhe wie im vorigen Jahre. . Kreis Friedberg. b. Friedberg, 31. März. Ein Hundevergifter treibt seit geraumer Zeit in der Stadt sein ruchloses Wesen. Zahlreiche wertvolle Tiere fanden durch ihn bereits den Tod. Von dem Rohling hat man bis jetzt noch keine Spur entdecken können. — Hessen⸗Nassau. 5] Marburg, 31. März. Der in der letzten Versammlung des landwirtschaftlichen Vereins geäußerte und vom Landratsamt weitergegebene Wunsch um Errichtung eines Gefangenen lagers im Kreise Marburg verwirklicht sich nicht, weil in Gießen ein größeres Gefangenenlager besteht und von dort aus Gefangene zu landwirtschaftlichen Arbeiten abgegeben werden. b. Hochheim a. M., 31. März. In der Nähe der hiesigen Station sprang der 17jährige Zwangszögling Hamm aus Wies⸗ baden, der in seine Anstalt zurückgebracht werden sollte, aus dem Seile Im gleichen Augenblick kam von der entgegengesetzten eite der Frankfurter Frühzug. Der junge Mann wurde üder⸗ fahren und derart verletzt, Faß er nach kurzer Zeit verstarb. b. Cronberg, 31. März. Um die durch den Heldentod des Bürgermeisters E. Pirsch erledigte Bürger meisterstelle der hiesigen Stadt bewerben sich 186 Personen. h Frankfurt a. M., 31. März. Des Altreichskanzlers 100. Geburtstag wurde heute abend durch eine von der Stadt veranstaltete Feier, der eisern⸗ernsten— entsprechend, in würdiger nud schlichter Weise gefeiert. Die Stadt selbst hatte schon am Nachmittag einen überreichen Flaggenschmuck angelegt. Das Bismarck⸗Denkmal hatte nur eine schlichte Umrahmung von ragenden Lorbeerbäumen erhalten. Bei einbrechender Dunkelheit sammelte sich am Denkmal des Kanzlers eine nach Zehntausenden zählende A N die Spitzen aller Behörden, faft alle Frank⸗ surter Vereine, die Studentenschast und zahllose andere Vertreter von den verschiedensten Körperschaften. Im Mittelpunkte der von musikalischen Darbietungen umrahmten Feier stand die Ansprache des Oberbürgermeisters Voigt und die Kranzniederlegung für Frankfurt.— In endlosem Zuge begaben sich die Festteilnehmer nunmehr in die Paulskirche, deren gewaltiger Kuppelbau mit seinen Erinnerungen ja in besonders engen Beziehungen zu des Kanzlers Werk steht. Nach einer einleitenden Ansprache von Pfarrer Werner feierte der Universitätsprosessor und Historiker Küntzel den Nationalhelden als ein Schöpfergenie, dessen Werk die Jahr ⸗ hunderte überdauern wird. Kraftvolle Chöre und brausende Orgel⸗ vorträge gaben auch der Vaulskirchenseier einen prächtigen Rahmen.— Auf dem Bismarckplatz fand später ein patriotisches Konzert statt, das viele Tausende herbeilockte. Vermischtes. Schiffszusammenstöße. London, 31. März.(WTB. Nichtamtlich.) Ein Lloyds⸗ Telegramm meldet aus New-Orleans: Der amerikanische Dampfer„Heredia' stieß im Nebel mit dem englischen Dampfer„Parisian“ zusammen.„Parisian“ strandete in der Mississippimündung. Beide sind schwer beschädigt.„Heredia“ brachte noch den Küstendampser„Theodore Weems“ zum Sinken. London, 31. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die am 29. März in Chatam abgehaltene gerichtliche Totenschau hat er⸗ geben, daß ein Torpedobootszerstörer am 24. März den kleinen Kreuzer„Undaunted' rammte. Der Bug des Zerstörers drang tief in den Kreuzer ein und tötete zwei Mann der Besatzung. Die Ursache des Zusammenstoßes war Nebel. * * Finnlands Waldreichtum. Eins der waldreichsten Länder Europas ist Finnland, denn es weist nach den neuesten Veröffentlichungen über 20 Millionen Hektar Wald auf. Dieser große Waldreichtum ermöglicht nun, wie die„Holzwelt“ mit⸗ teilt, eine große Ausfuhr von Holzprodukten, die 2 einigen Jahren stetig ansteigt. Der Wert der finnländi lzaus fuhr betrug im Jahre 1913 etwa 230 Millionen Mark, das sind 74 Prozent des Wertes der Gesamtausfuhr des Landes über Unter diesen ausgeführten Holzprodukten entfallen auf Bretter 1892 179 Festmeter, auf Grubenholz 1818 387 Festmeter, Pfosten 1 197 633 Festmeter, Masten, Klötze 519 781 Festmeter Planken 512 206 Festmeter, Papierholz 508 839 Festmeter, Brennholz 1046 449 Festmeter, Holzschliff 40 000 000 ilogramm, Zellu⸗ lose 74 000 000 Kilogramm, Holspappe 54 000 000 Kilogramm und auf verschiedene Papiersorten 144 000 000 Kilogramm. Die Bearbeitung des Holzes erfolgt zum größten Teil in Finnland selbst; daß dies in immer größerem Maße der Fall ist, geht daraus hervor, daß die Ausfuhr des Rundholzes eine Steigerung um 22 Prozent gegen das Vorjahr erfuhr, die Ausfuhr des gehobelten Holzes aber eine Steigerung von 123 Prozent. Die Stockung der Ausfuhr, die durch den Krieg hervorgerufen wurde, bedeutet für irtschaft einen außerordentlich schweren Schlag. Der den, den Feinde erleiden, wird noch dadurch ht, daß in der Holzindustrie Finnlands etwa 500 Millionen Mark englisches und französisches Kapital arbeiten, die jetzt natürlich keine Zinsen und keine Erträgnisse bringen. Büchertisch. — Der Tabak. Anbau, Handel und Verar⸗ beitung. Von Jak. Wol i. Mit 17 Abbildungen im Text. (Aus Natur und Geisteswelt“. Sammlung wissenschastlich-gemeim⸗ verständlicher Darstellungen aus allen Gebieten des Wissens. 416. Bändchen.) Verlag von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin. — Nach einem Ueberblick über die geschichtliche Entwickelung des Tabakgenusses, sowie über die Botanik und Chemie des Tabats gelangen zunächst der Tabakbau und die mannigfachen Arten von Rohtabak in allen bedeutenderen Produktionsländern ausführlich zur Darstellung. Unter Beifügung reichen statistischen Materials wird sodann eine interessante Einführung in das Gebiet des Welt- handels verkehrs wie der Fabrikationsmethoden, in technischer, wirt⸗ schaftlicher und sozialpolitischer Hinsicht, gegeben. Im Hinblick auf die Bedeutung, die die Besteuerung des Tabakverbrauches als Ein- nahmequelle für die Staatsfinanzen sast aller Länder hat, werden die verschiedenen Systeme der Tabakbesteuerung eingehend erörtert. Kronen⸗ Bücher Band 18: El Correi: Die schöne Ela. Preis Mk. 1,.—.(Aronen-Verlag, G. m. b. O., Berlin SW. 68.) Noch niemand griff das klaglose stille Aushalten der deutichen Frauen auf, noch niemand pries die Treue, mit der sie in Not und Gefahr an der Seite ihres Mannes stehen. El Correi, die bekannte Schriststellerin, hat jetzt diesen Wurf gewagt. Ihre„schöne Ela“, die ihr Leben als Tochter eines verjagten polnischen Schusters beginnt, steht in der Blüte ihres Daseins an der Seite eines adligen Mannes, den mißliche Familien- und Ver- mögensverhältnisse aus seiner militärischen Laufbahn rissen. Welt- vergessen hängt er aui einem verfallenen Gute seinen Träumen nach, ein verbitterter Mensch, der sich allen Freuden verschließt. Sie aber in ihrer unverbrauchten Kraft führt ihn zum Leben zu⸗ rück und zeigt ihm in bestem Beispiel, daß über allen Enttäusch⸗ ungen des Daseins noch eines steht, was keine Macht dem Meuschen rauben kann: die Freude am Wirken und Schaffen. Und als die ersten Sturmglocken des Krieges über das Land hinschallen, da stebt er wieder als echter deutscher Mann in Reih und Glted. Ueber die schöne Ela aber kommt das leise, stille Zagen, das wohl alle Frauen überfiel, als ihre geliebten Männer in den Kampf zogen. Wie sie es in ihrer starken Natur überwindet, wie sie sich dieser schweren Zeit würdig und wert zu machen weiß, das ist der Aus- klang dieses groß angelegten Frauenromans, der in der Reihe der Kronen-Bücher einen bevorzugten Platz einnehmen wird. Amtlicher Wetterbericht. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 2. Seer oclen, nachts kalt, ruhig. Letzte Nachrichten. Die Ziele des Friedens. Berlin, 1. April. Eine Reihe deutscher Wirtschafts⸗ verbände hatte vor einiger Zeit in einer Eingabe an den Reichskanzler angeregt, die Erörterung der Friedens- ziele freizugeben. Jetzt ist dem„Deutschen Kurier“ zufolge an den engeren Vorstand des Bundes der Landwirte folgende Antwort eingegangen: ö Großes Hauptquartier, 24. März. Die Eingabe, die der— der— 4* 3 dent ee der deu Industrie, dem deutschen Bauernbund, dem Bu Industriellen und dem Reichsdeutschen Mittelstands verband dem 10. ds. Mis. an mich gerichtet hat, ist mir zugg⸗ gangen. In voller Anerkennung der in ihr zum Ausdruck gekom⸗ Wünsche für das Wohl und Gedeihen des Vaterlan⸗ ich ntir eine Aeußerung auf ihren sachlichen Inhalt s Gründen eines gebieterischen Staatsinteresses ver⸗ i Verbänden aus meinen, die Frage April 1915: Die Karpathenschlacht. i Budapest, 1. April.„Az Est“ meldet: Im nörd⸗ lichen Teil des Saroser Komitats finden schwere Kämpfe statt, in deren Verlauf wir bei Molnarwagas einige Er⸗ folge errangen. Die Russen ersetzen unaufhörlich ihre riesi⸗ gen Verluste. In Bartfeld funktionieren die Behörden un⸗ gestört und in voller Ruhe. Aus Czernowitz wird gemeldet: Bei und in der Umgebung von Nowosilica und nördlich davon in Rußland hält der Kampf an, wobei unsere Trup⸗ pen Schritt für Schritt porwärts kommen. Die Zahl der Flüchtlinge steigt täglich. Die österreichisch⸗ungarischen Truppen überschritten am 27. März die bessarabische Grenze und zwangen die Russen zu schnellem Mo und nahmen Nowosilica, Bolusek und Cotin ein. Sie scchen 35 Kilo⸗ meter auf bessarabischem Gebiet. In der Bukowina herrscht über die neuerlichen Erfolge große Begeisterung. Russischer Siegestaumel. Mailand, 1. April. Nach dem„Secolo“ aus Petersburg zugegangenen Nachrichten herrscht dort eine unbeschreibliche Be⸗ geisterung wegen der Beschießung des Bosporus durch die russische Flotte. In der„Nowoje Wremja“ heißt es: Das Bombardement beweist, daß die russische Flotte das Schwarze Meer beherrscht. Die Frage der Meerengen ist vor allem eine russische Frage und wir begrüßen es mit Freuden, daß die rus⸗ sischen Kriegsschiffe sich in den Straßen von Zarigrad(Konstanti⸗ nopel) haben hören lassen.—„Birschewija Wiedomo sti“ schreßt: Wir füd in; 1 angetommen unb hier bleiben wir, das ist der heili r Rußlands.(1). 5 Der Dumapräsident ianko erklärte, Konstantinopel und die Dardanellen werden unser sein und niemals irgend jemand anders gehören. Der Staatssekretär Crupenski sagte, kein Egois⸗ mus der Balkanstaaten könne die Ausführung des Programms der Verbündeten verhindern. Der„Berliner Lokalanzeiger“ bemerkt zu diesen Meldungen Haben die russischen Zeitungen und politischen Persönlichkeiten kein Gefühl dafür, wie sehr sie sich durch solche durch gar nichts begründete Prahlereien blamieren? Daß die angebliche Beschießung des Bos⸗ porus durch die Russen nichts als ein großer Bluff war, ist längst von einwandfreier Seite festgestellt worden. Im übrigen müssen die obigen Aeußerungen auch den Balkanstaaten zu denken geben. Eine Begegnung auf See. N Amsterdam, 1. April. Die Mannschaft des Dampf⸗ kutters„Ibernia“ berichtet, wie der„Telegraaf“ aus Ymuiden meldet, daß am Montag ein deutsches Wasser⸗ flugzeug mit 3 Mann besetzt und Nr. 79 gekennzeichnet, in mäßiger Höhe über das Schiff hinwegflog und einige Bom⸗ ben nach ihm geworfen habe, obwohl der Kutter die holläu⸗ N dische Flagge führte. Die Bomben fielen in 15 Meter Ab⸗ 9 stand von Steuerbord des Kutters ins Wasser und explo⸗ a dierten, wobei das Wasser haushoch über den Kutter ge⸗ trieben wurde. Einige Zeit später fuhren zwei Luftschiffe, deren eines„L. 9“ gezeichnet war, über den Kutter und des⸗ gleichen erschien eine größere Anzahl deutscher Kriegsschiffe. Ein Offizier eines Torpedobvotes kam an Bord des Kutters 5 und untersuchte das Schiff gründlich. Da nichts Verdäch!: tiges gefunden wurde, verließ der Offizier das Schiff wieder. Alle Luftschiffe und Wasserflugzeuge waren aus 5 östlicher Richtung gekommen. 5 Rußkij tritt zurück. 5 Stockholm, 1. April. Ein Telegramm aus Petersburg meldet den Rücktritt des russischen Generals Ruß⸗ kij, der als Kommandant der 3. Armee bei Lemberg, War⸗ schau und Prasznysz hervorragend tätig war. Der Rücktritt ist, wie gemeldet wird, aus Gesundheitsrücksichten erfolgt. Der Zar beklagt in einem persönlichen Schreiben den Rücktritt des Generals, der anläßlich seines Abschiedes zum Mitglied des Reichs rats er⸗ nannt wurde. l f 5 Amerikanische Neutralität. 1 New Pork, 31. März. Ziel der Neutralitätsliga, die aus einer in Washington abgehaltenen Massenversammlung von Deutsch⸗Amerikanern und Iren hervorging, ist die volle Wahrung der Neutralttät der Vereinigten Staaten in dem Sinne, daß die Ausfuhr von Waffen und Munition für die Dauer des Weltkrieges untersagt werde. Die Versammlung hat beschlossen, bei Wahlen für öffentliche Aemter die Stellung zur Frage Ausfuhr von Waffen und Munition als maßgebend zu betrachten und ausschließlich solche Kandidaten zu unterstügen, die sich dem Grundsatz des Verbotes dieser Ausfuhr anschließen. Dieser Grundsatz der Liga ist auch für die nächste Präsidentschafts⸗ wahl von Bedeutung. Verhandlungen für den internationalen Frauen Kungerf Amsterdam, 31. März. Gestern sand hier eine reitende Versammlung statt für den internationalen Frauenkon⸗ greß, der trotz des Krieges vom 28. bis 30. April im Haag ab⸗ gehalten wird. Teilnehmerinnen sind aus allen Ländern angemel⸗ det, darunter 80 aus Deutschland und 40 aus England. Den Hauptpunkt der Tagesordmung bildet das Frauenstimmrecht im Hinblick auf die durch die Zeitereignisse besonders g er⸗ wiesene Emwirkung der Frauen auf die Weltpolittt. l Ein unbekannter Brief Bismarcks. 17 Varzin, 31. März. Der nachstehende Brief, der bisher nicht veröffentlicht wurde, ist vermattlich der einzige, den Fürst Bismarck am Tage seiner silbernen Ho t geschrie⸗ ben hat. Der Reichskanzler hatte sich alle Familienfeier verbeten, nur eine nahm er an, Sberst von Ostrowski vom Infanterieregiment Nr. 54 in 8 3 te e gab er dem Kapell meister 3 ief an mit: Barzin, 28. Juli 18 2. Geehrter Herr Oberst! In Er⸗ innerung an unser Biwack 1869 freue ich mich, daß wir nach der dazwischen liegenden Entwicklung der königlichen Streitkräfte uns wohlbehalten wieder ußen können, und ich kann dabei am heutigen Tage meinen Dank gegen Gott nicht unterdrücken, daß alles gut ablief für König, Land und Heer, daß ich meine beiden Söhne wohlbehalten bei uns sehe. Und zugleich danke ich Ihnen verbindlichst, daß Sie die Farben meines so tapferen heimat: lichen Regiments mit meinem Familienfest in Verbindung oesetzt haben. Ich bin selbst Unteroffizier im Colberger Landwehrinfan⸗ terie⸗Regiment und war jahrelang Offizier bei der Kavallerie ge- wesen, und ich denke gerne au die Zeit, wo ich den tveißen Kragen trug. Ich bitte Sie, mich Ihren Regimentskameraden zu emp⸗ fehlen und ihnen zu sagen, daß ich in schweren Momenten stets meine Kraft und meine Richtung in dem Bewußtsein gefunden hahe, des Königs Offtzier zu sein. Wir sind es beide und in heamerad⸗ schaft bitte ich Sie, meinen herzlichen Gruß entgegenzunehmen. 1 v. IAH 1 Privat⸗Real⸗ und Handelsschule. Nach dem so⸗ eben erschienenen Ja icht der Goetheschule zu Offenbach a M,. wurden im verflossenen Schuljahre 346 Schüler in 16(nach Kriegs⸗ ausbruch in 13) Klassen unterrichtet; 63 Schüler gehörten dem mit der Anstalt verbundenen Alumnat an. Von den 24 Mitgliedern des Lehrkörpers rückten bei der Mobilmachung 6 Herren ein; doch konnte der Unterricht im vollen Umfang aufrecht erhalten werden. Bei den Ostern und Herbst 1914 abgehaltenen Prüfungen erhielten 71 Schier die Berechtigung zum einjährig⸗freiwilligen Mili! tärdienst; hiervon haben sich 16 der Notprüfung unterzogen und stehen zurzeit im Felde. 7488 Gesichts 8 ss eee en eee fie Feier * 0 8 ausschla 1 Uf ddt J Flaschenweine unpan Tensszened. At e Wer krank ist Pickel, Mitesser 1 1 offertert Leb. Karpfen u. Schleien] erat, bur rute schwinden meist jehr schnell, Runkelrüben Ausschankweine N 5 3 en Ausschnitt Hausmittel 5 5 Strube's, Kirsche's und F. Saß Sch e 5 wenn man den Schaum von speziell Eckendorfer 2 ru. un Holl. Schell fiche Arif, Aran— Zane Ledde e Pee, een wagen shein-, Mosel- u. Seseler 11 Saathafer, aux Fabllan A ken- 4 f Ut. M. 1. u. M. 1.0 Rofklee, Pfälzer Rotweine on Saatgerste und Wicken, Backfische zc. ꝛc. I Krankenschwester Hare e e e en Schwedenklee l 1 alles in doprelt gereinigter Obst Bemüse u. Konserren 1%. beben. n Zuchooh- Creme 60 und Südweine Na J. M Schulhof masentelden, stubloer- 75 Pf.) E 2 15 Luzerne zu billigsten Preisen in Oberhessische N 8 wegen. Higgs . 2 5— 1—— gelbklee empfehlende Erinnerung.] Kornhaus Genossenschaft. Markt 4 Gießen Tel. 119. Blatarmut, Blelch Ae Univers.⸗Apotbeke, Hirsch⸗ l 0 f 1 Schlabach. 2920 j , e eee, Weinstube Seibel 60 Tuufrmanden- Uhren 8 E. 105 d billig, unt. Garantie. Feta, e derbrankbelt“ J e. Sarebe, Ie Raygras usv. E e Winterhoff, Kreuzpl., Drog. 141 81 r Bach pulver mit Rezept für Kriegskuchen Ges. geschützt W 2 199788 1 Alleinger auf für Gießen 8 M. chulhof Marktstr. 4. Tel. 119 3010 eriert in nur zuverlässig. Qualitat HeinrichHahn Samenhandlung Menstadt 6„% Telephon 40 Saatkartoffeln Alle Sorten Frühkartoffeln 9 Laufen uli zaelte Man schen“ „Juwel“,„Noval Kiteney und noch andere Sorten J. Wel del es nBenfe. Knochenmühlen 60 „Heureka bestbewäbrtestes System empfiehlt(1913a Edgar Vorrmann, Gießen Telephon 166 Neustadt 11 Eier 5 Zu Ostern empfehle feinste Landeier 10 Stück.. Mk. 1.15 Achtungt Samstag, den 3. April 1 nochmali 2 crtn groß. Verlauf am Hotel, Felsenkeller“ in Gießen. Alle Sorten frisches Gemüse, Kopffalat, große Auswahl in Ayfelsinen und Aepfel. alles äußerst billig. A. Friemel Nachf. 11 Seltersweg 14.(01739 Klein aus Köln. gledrten, Krampfadern, pus- und Beinteiden etc. — 2 gravierung,Konsirmiert im Kriegsjabr 1915“. 01% Georg Koch Hiielgraße 2 falenische Maukaron auch Spaghetti empfiehlt 280 Emil Fischbach. Sees Schwommstelnlabrik,älteste auß. Synd., lief. bill. Ia Steine. e Phil. Gies, Neuwied. 0 fist 0 form aller Farben. 10 St. einfarbig, fehlerfrei 1.8 mm stark. braun u. feinf arb. mv. Mk. 1. 80 an 22 m stark. braun u. feinf arb. m v. Mk. 2. 60 an Druckware Im v. Mk. 1. 60 an. Ringtrele Tapetenladustrie el bb. „ m. b. H. Frankfurt a. M. WAltegasse 27/29. Nur fehlerfreie Ware! Fur Gartenbesitzer off. edle Rosen in Busch⸗ in 5—10 Sorten 250 Mk, 25 St. 5 Mk., 50 St. in vielen schönen Prachtsoxten 850 Mk., pad frei gegen Nachnahme. Heinr. Weil XII. RNosen n. bet Im Alter von 19 Jahren starb am Schwager, Onkel und Neffe Inhaber der Hessischen Tapferkeitsmedaille, Hausen b. Giessen, den J. April 19 15. N . 5 Todes-Anzeige. Dienstag abend ½ 11 Uhr ents Leiden unser lieber Onkel und Vetter, der Rentner Georg Lampus im Alter von 47 Jahren. Um stille Teilnahme bitten I. d N G. Löffler Ww. 1 Giessen(Stephanstrasse 14), den 31. März 1915. Die Beerdigung findet Freitag, den 2. April, nachmittags 3 Uh der Kapelle des a Iten Friedhofes aus statt. fürs Vaterland in haltenen schweren Verwundun geliebter seiner Kinder, unser unver sohn, Bruder und Onke f Nach banger Ungewißheit erhielten wir die traurige Nachricht, daß mein treu⸗ sorgender Sohn, unser lieber Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Ludwig Lenz Wehrmann im Res.⸗Inf-⸗Regt. 116, 7. Komp., Monteur am städtischen Elektrizitätswerk, am 14. Dezember 1914 im Feldlazarett 11 seiner am 8. Dezember erhaltenen schweren Verwundung erlegen ist. U 10. Kompagnie im 36. Lebensjahre. Frau Kath. Mengel, und Kinde In tiefem Schmerz: Ludwig Lenz X. Witwe Familie Wilhelm Weigel v. Friedrich Lenz, zur Zeit im Felde Elisabethe Lenz Helene Lenz Christian Lenz, zur Zeit im Felde Klein⸗Linden, 31. März 1915. unser treues Mitglied Danksagung. 1 die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinschelden meines geliebten Gatten, unseres lieben Vaters August Frank sagen wix allen auf diesem Wege unseren innigsten Dank. zm Namen der tiestrauernden Hinterbliebenen: Frau Frank und Kinder. Wieseck, den 1. April 1015. Infauterie⸗Regt. 131, 4 Wir werden ihm allzeit e Andenken bewahren. E Todes-Anzeige. Statt jeder besonderen Anzeige. 22. März den Heldentod fürs Vaterland unser heiss stud. paed. Unteroffizier, Kriegsfreiwilliger im Reserve-Infa ohlief sanft nach langem, schwerem Die trauernden Hinterbliebenen. Ernestine Werner. . 74 besonders 9 17 Kindern eb bat, 7 92 1 IItiag- und Abendessen 0 f 28 Denk, wie ist dir nun so wohl, Zeit, in der die Ernä rungssrage überhaupt so schwierig 5 Mit Gott für König und Vaterland Da Du alles überwunden wird, nicht glauben verantworten zu können, so haben N ö So schiedest Du furchtlos und 3—2 Und so brav und ehrenvoll wir uns zu dem letzteren entschlossen und werden Kraftbrühe mit Einlage 5 Doch die seindliche Kugel traf nur au gun, Schon 225„ d nach Ostern die Suppe um den Preis von 5 5 Du gabest fürs Vaterland Leben und Blut. Sterben für das Vaterland. 10 Pfg. für den Liter liefern. Schlele blau m. fr. Butter Fern auf Rußlands fremder Exden Trennung ist unser Los, Auch dieser Preis wird in diesen teuren Zeiten die] gefrorener Meerrettich Rubst Du aus von Kampf und Strauß. Wiedersehen unsere Hoffnung. Selbstkosten noch nicht ganz decken. Außerdem müssen 5 8 —.— 2 Dich* N durchaus Wege gefunden werden, um au ganz lnbe⸗ Mindatends garntert Dor m Herrn im Baterhaus. Am 21. März starb den Heldentod mittelte und besonders an kinderreiche Familien Essen 3 folge einer am 17. Märzer⸗ g mein innigst⸗ Gatte, der treusorgende Vater geßlicher Schwieger⸗ Johannes Mengel Gefreiter i. Landw.⸗Inf.⸗Regt. Nr. 87, Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Ludwig Balser Jamilie Ludwig Mengel, uebst allen Angehörigen. Reiskirchen, den 31. März 1915. Den Heldentod fürs Vaterland starb Wehrmann L. Speier Komp. Turnverein Wißmar. geliebter Sohn, unser treuer Bruder, Karl Schäfer nterie-Regiment Nr. 221, vorgeschlagen zum Offizierausbildungskurs in Döberitz. In tiefer Trauer: Kasp. Schäfer I. und Familie. Todes-Anzeige. Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteil. dass am Mittwoch mittag 1 Uhr unsere lieb Mutter, Schwester, Tante, Schwägerin, und Grossmutter Katharine Wagner Wy. geb. Schmidt nach langen, schweren Leiden sanft in dem Herrn ent- schlafen jist. Die trauernden Hinterbliebenen. Grossen-Buseck, den 31. März 1915. Die Beerdigung findet Karfreitag, den 2. April, nach- mittags 4 Uhr in Grossen-Buseck statt. bs font Se Bes.: L. Klingler 0, unvergessliche Schwiegermutter 3089 r, von Volksküche. Unsere seit sieben Monaten so segensreich wirtende Polksküche ssebt sich, da ihre Mittel zu Ende sind und der Allgemeine Verein, der schon große Opfer dafür gebracht hat, nicht imstande ist, sie ohne weitere Beibilsen allein zu erbalten, leider vor die Wahl gestellt, entweder ihren Betrieb einzustellen oder künstig die Suppe nur gegen Bezablung abzugeben. Da wir erstexe angesichts des sichilich günstigen Einflusses, den die Volksküche auf den Ernährungsstand so vieler bedurstiger Familien und Oster- Sonntag: ganz oder doch teilweise unentgeltlich abzugeben. Stadtische und freiwillige Armenpflege könnten durch Anweisungen auf Suppe unterstützen. Einzelne Wohltäter könnten Beträge für eine bestimmte Anzabl Freikarten, sei es im allgemeinen, sei es für von ihnen bezeichnete Per⸗ sonen, stiften. Wenn davon wirklich Gebrauch gemacht wird, so werden— so boffen wir— fowohl die Freunde der unentgeltlichen Abgabe, wie deren seitherige Gegner, von der neuen Einrichtung befriedigt werden und unserer Anstalt ihre wertvolle Teilnahme erhalten oder neu zu⸗ wenden. Ohne kräftige Unterstützung können wir unsere Anstalt nicht lange mehr halten. 7 Junge Lamburger dans Loplisalat Eingemachte Früchte Hindenburg- Bombe Oster- Montag: Iittag- und Abendessen 2 Gießen, den 27. März 1915. 1.60 Mk. Allgemeiner Verein für Armen⸗ und Krankenpflege, 4 Abteilung für Volkslüche. oehzen schranz · zurn D. Schlosser. Rheinzalm m. holl. Tunke oder Warmer Schinken mit Stangenspargel Junger steirischer Tapaun Tertsalat Eingemachte Früchte 99 geb. Balser, r 7 Plochstrasse? Ielephon 893 Meinries Arevert Heine Herren- und Damen- Schneiderei Feldgraue Aostume Unisormen jeder Art * Nationab-Bombe 1552 — 3* 7* Bier! Bier! Wir empfehlen zu Ostern seinste vollfrische Land- eier, 10 Stuck Mark 1. 15, 25 Stück Mark 2.85. NMussbutter fast so feinschmeckend wie Süßrabmbutter, Konkurrenz- Jos, pro Pfund nur 90 Pre. Bass& Landesmann 5 Lindenplatz 8 01738 Telephon 938 A Turngang 9 nach der Nehbrücke—Fron⸗ ausen. Abmarsch vormitt. Uhr ab Walltor— Mar⸗ burger Straße. 307 Gesangverein Heiterkeit. Karfreitag⸗Tour Achtung! Frisce Apfelsinen Achlung! in ehrendes Billigste Preise! eingetroffen. Billigste Preisel 12 Sale? Wia, Düben 5 Mia nach Wetzlar. 1 10 1. Abmarsch 1 Ubr von der* Doppelblut„ 8„ 9 95„ 0 Labubrückz, 3 1 „„ 10„ e 15 Nachzügler:. Große Bend. holland. Kopfsalat zu den bill Tages preisen.— 2 Der Vorstand. 01760 B. Richi, Neustadt 15. hilt 4 5 3 S