Nr. 75 Der 898 Semmags.— Beilagen: vsermal wöchentlich Sletener Famil lenblatter; Fe wirtschaftliche zeit Zernsprech · Anschluß: für die Schriftleitung 112 Berlag, Geschäftsstelled l Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Hießen. Annahme den Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt 105. Jahrgang 2 jährl. Mk. 2.20: Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel; jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und steindruczerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Dienstag, 30. März 1015 Bezugso rer monatl. 75 Pf., viertel- durch Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Bermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun: für den Anzeigenteil: H. Beck, sänmtlich in Gießen. Neue Erfolge unserer Unterseeboote. Siegreiche Kämpfe im Osten. WrB. Großes Hauptquartier, 29. März.(Amtl.!) Westlicher Kriegsschauplatz. 5 Der Tag verlief auf der ganzen westlichen Front ziem⸗ lich 25 Nur im Argonner Walde und in Lothringen fanden kleine, für uns erfolgreiche Gefechte 1 Generaloberst von Kluck wurde bei Besichtigung der vorderen Stellungen seiner Armee durch einen Schrapnell⸗ schuß leicht verwundet. Sein Befinden ist zufrieden- stellend. Oestlicher Kriegsschauplatz. Tauro 1305 wurde von unseren Truppen im Sturm genommen. 9 Russen gefangen genommen. An der Bahn Wirballen—Kow ns brach bei Pil⸗ wiszli ein russischer Angriff unter schwersten Ver lusten zusammen. In Gegend Krasnopol machten wir über 1000 Gefangene, darunter eine Eskadron Garde⸗Ulanen mit Pferden, und erbeuteten 5 Maschinengewehre. Ein russischer Angriff nordwestlich von Ciechanow wurde abgewiesen. Oberste Heeresleit ung. *** Die heutigen Berichte über das kühne Vorgehen unserer Unterseeboote werden, umsomehr als sie aus feindlicher Quelle stammen, bei uns überall Freude und Begeisterung erwecken. Die verflossenen 6 Wochen des Seekampfes haben Englands Ohnmacht dargetan; die große britische Flotte war nicht imstande, unseren kleinen Kämpfern, die der feind⸗ lichen Handelsflotte die empfindlichsten Verluste beibrachten, nennenswerten Schaden zuzufügen. Wie sich mehr und mehr die Ohnmacht der Riesenheere Rußlands offenbart, so zeigt es sich zugleich, daß auch die Trümpfe des weltgebietenden Britanniens bald alle ausgespielt sind. Die letzte Entschei⸗ diung aber wird in den Schlachten auf dem Festlande fallen. Das heutige, sicherlich einwandfreie Zeugnis eines neu⸗ tralen Augenzeugen, des bekannten Forschers Sven Hedin, über die furchtbaren Russengreuel in Memel wirkt geradezu erschütternd. Selbst der vor einigen Tagen aus dem deut⸗ schen Hauptquartier eingegangene längere Bericht enthielt so entsetzliche Einzelheiten kaum. Man kann sich die Erbitte⸗ rung denken, mit der unsere Soldaten nunmehr gegen so entmenschtes feindliches Gesindel ins Feld: gezogen sind. Tauroggen, das wegen des Vorgehens gegen Memel vor⸗ übergehend geräumt worden war, ist wieder im Sturm genommen worden, und auch weiter südlich hat die deut sche Grenzwacht unter dem Feinde tüchtig aufgeräumt. Das Gouvernement Suwalki sowie die nördlichen Striche von Russisch⸗Polen sind von Russen frei. Auch die neue Kunde von den Karpathen lautet günstig; die Anstürme der Russen, die nun viele Tage unter schwersten Verlusten sich ab⸗ gemüht haben, unsere Bundesgenossen zurückzudrängen, werden allmählich ermatten. Die neuesten Erfolge der Tür⸗ ken im Kaukasus werden die Offenswpläne der russischen Heeresleitung ebenfalls erheblich beeinträchtigen. Der Seelrieg. London, 29. März.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Dampfer„Falaba“ ist auf der Höhe von Milford torpediert und zum Sinken gebracht worden. An Bord befanden sich 260 Personen, von denen 137 gerettet wurden. London, 29. März.(WTB. Nichtamtlich) Den Zeitungen zufolge ist am Samstag der Dampfer„Aquila“ aus Liverpool in der Höhe der Küste von Pembrokeshire von einem deutschen Unterseeboot zum Sinken gebracht worden. Zwanzig Mann der Besatzung sind heute in Fishguard gelandet worden. fers„ üdwestlich seuer desselben Unterseebootes zum Sinken gebracht, das am Sonntag die Da „Falaba“ auf der Cap Clear gesichtet wurde.— Die Verwundeten der„Vosges“ erzählen: Der t N das Unterseeboot gab nach zwei Stunden die Verfolgung auf. Ein Schuß schlu, Das Wasser strömte nach Pumpe arbeiten. Die der Dampfer seine Reise unter fortwährendem Pumpen fort und traf nach einer Stunde ein Patraouillenschiff, das ihn in Schlepp⸗ tau nahm. Das Schiff konnte sich aber nicht länger halten. Die Insassen bestiegen darauf die Boote und be⸗ gaben sich an Bord des Patrouillenschiffes. Amsterdam 29. Mürz. WTB Nichtamtlich) Der„Te⸗ legraas“ meldet aus Rotterdam: Der Kapitän des Harwichbootes „Brüssels“ nahm am 28. März nachmittags auf der Fahrt nach Rotterdam westlich des Maasleuchtschiffes wahr, daß ein Unter seeboct in gleicher Richtung mit ihm fuhr. Der Kapi⸗ tän gab sosort Volldampf, so daß der Dampfer eine Geschwindig⸗ keit von 17 Kupten erreichte. Er eröffnete das Feuer und Jö ste etwa 30 Schüsse auf das Unterseeboot. Dieses fuhr quer vor den Bug des Dampfers und tauchte offenbar mit der Absicht, den Dampfer zu torpedieren. Die„Brüssels“ folgte mit dem Steuerruder jeder Bewegung des Unterseebootes, dessen Peri⸗ skop stets sichtbar war. Plötzlich fühlten die Heizer im Kesselraum einen Stoß. Von dem Unterseeboot wurde nichts mehr gesehen. London, 29. Mürz. WI B. Nichtanttlich) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Bemanmung des Dampfers„Liz zie“, der Samstag aus Dieppe in Llanellh angekommen ist, erzählt über das Rammen eines deutschen Unterseebootes: Die „Lizzie“ bekam bei der Insel Wight„U 37“ in Sicht, das Boote mit der Bemannung der torpedierten„Delmira“ im Schlepptau batte. Sobald das Unterseeboot die„Lizzie“ sah, durchschnitt es das Schlepptau und fuhr auf die„Lizzie“ los, deren Kapitän wendete. Das Schiff fuhr mit Volldampf auf das Unterseeboot; dieses verschwand aus dem Gesicht. Eine große Menge Oel kam an die Oberfläche. Die„Lizzie“ blieb über eine Stunde in der Nähe, sah aber das Unterseeboot nicht mehr. Dem Kapitän des Lizzie“ scheint sehr an der Prämie, die für U⸗Bvote rummende er ausgesetzt ist, gelegen zu sein.) „ 4 9 Die russischen Greueltaten in Memel. Berlin, 30. März. Ueber die russischen Greuel⸗ taten in Memel drahtet der„Vossischen Zeitung“ zufolge Sven Hedin aus Königsberg i. Pr. dem„Aftonbladet“: Ich kam in Memel einen Tag nach dem Abzug der Russen an. Die Leichen friedlicher Bürger lagen noch an den Stellen, wo man sie abgeschlachtet hatte. Mit einem Dutzend verwundeter Zivilisten hat Sven Hedin gesprochen. Unter diesen war ein Junge, der einen Kolbenschlag über den Schädel erhalten hatte, und der zweite Bür⸗ germeister, dieser mit zahlreichen Bajonettstichen durch den Körper. Der Vater eines jungen Mädchens, das zu Tode vergewaltigt wor⸗ den war, schilderte die Qualen seiner Tochter. Die Mutter hatte sich aus Gram mit Arsenik getötet, während der Vater sich aus Verzweiflung die Pulsadern geöffnet hatte, aber durch Eingreifen des Arztes gerettet wurde. Ein 82 Jahre alter Lehrer wurde ohne die geringste Veranlassung erschossen. Viele ähnliche Fälle könnten aus Stadt und Kreis Memel berichtet werden. Spen Hedin sagte: Wir Schweden kennen ja allzugut die maßlosen Gewalttaten der Russen an Finnland, aber diese brutale Art, Krieg zu führen, bleibt für alle zivilisierten Europäer unfaßlich. Nicht ein einziger Zivilist in Memel oder Umgebung hat an dem Kampfe teilge⸗ nommen. Von der russischen Kaukasusarmee. Petersburg, 29. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der Generalstab der Kaukasusarmee meldet vom 27. 15 In der Schlucht des Tschorokh schlugen die russischen Trup⸗ pen die Türken aus der Gegend von Artwin auf das linke Ufer des Tschorokh zurück. Die Türken steckten Artoi in Brand. Auf den übrigen Fronten erfüllen unsere Truppen ihre Aufgaben erfolgreich. Die schlechten russischen Finanzen. Petersburg, 29. März.(WTB. Nichtamtlich.)„Rietsch“ meldet, daß das Ministerium angesichts des bisherigen Miß⸗ erfolges der Anleihe die russische Reichsbank zur Emif⸗ ion einer weiteren Milliarde Noten ermächtigt hat. Die Bilanz der Reichsbank wies am 21. März eine Emission von 3180 Millionen Rubel auf, der ein Goldbestand von 1706 Millio⸗ nen Rubel gegenüberstand. Da von der früher bewilligten Noten⸗ emission ein Teil noch nicht in Umlauf gesetzt worden ist, so wird die Gesamtermächtigung jetzt 4206 Millionen Rubel umfassen. Vor⸗ ausgesetzt, daß der Goldbestand unverändert bleibt, würde die Deckung 40 Prozent betragen. Der Mimisterrat hat ferner be⸗ schlossen, mit Rücksicht auf die, heimische Industrie den Verkauf von Wein und Bier mit einem Alkoholgehalt bis zu 16 Prozent in ganz Rußland zu gestatten. Der amtliche französische Bericht. Paris, 29. März.(WTB. Nichtamtlich.) Gestern abend wurde amtlich mitgeteilt: Von der ganzen Front ist nichts wich⸗ tiges zu melden. Oestlich der Maßhöhen bei Marchsville verloren wir einen Teil des deutschen Schützengrabens, welchen wir am Sonnabend eingenommen hatten. Am Hartmannsweiler⸗ kopf befestigten wir unsere Stellungen. Die Gesamtzahl der Ge⸗ fangenen, welche wir während des erfolgreichen Angriffes auf diesem Gipfel machten, beträgt 6 Offiziere, 34 Unteroffiziere, 350 unverwundete Soldaten, dazu zahlreiche Verwundete. Ein deutscher Flieger über Calais. Paris, 29. Mürz.(WTB Nichtamtlich.) Der„Temps“ meldet: Gestern überflog neuerdings eine Taube Calais in 2000 Meter Höhe und warf Bomben auf die Stadt ab, die in den Straßen platzten. Da infolge der frühen Morgen- stunde die Straßen menschenleer waren, wurde nur Sach⸗ schaden angerichtet. Die Zahl der Kämpfer an der Westfront. Berlin, 30. März. Aus dem Haag wird verschiedenen Morgenblättern berichtet: 0 „Nieuwe Courant“ an der englisch-französischen Front teilt mit, im französischen Hauptquartier habe man ihm Angaben gemacht wonach die Deutschen augenblicklich ungefähr 2 300 000 Mann an der Westfront hätten, zu denen noch/ Million Mann hinter der Front hinzuträten. Die Verbündeten hätten mit Reserven 2 700 000 Mann. Danach betrage die Gesamtmenge der Streiter an der Westfront fünf Millionen Mann. Die Berechnung kann natürlich keinen Anspruch auf unbedingte und genaue Richtigkeit machen. Erschwerung der Verbreitung schweizerischer Zeitungen in Frankreich. Bern, 29. März.(WTB. Nichtamtlich.) Wie die Schwei⸗ zerische Depeschenagentur zuständigerseits erfährt, erließ Frankreich kein Einfuhrverbot für Schweizer Zeitungen, sondern erteilte den Grenzbehörden nur die Weisung, daß schweizerische Zeitungen nicht am Tage ihres Erscheinens, sondern am darauffolgenden Tage herein⸗ gelassen werden sollen. Infolgedessen wurden gestern die Sonntagsnummern der Genfer Blätter nicht durchgelassen. Der Grund zu der Maßnahme der französischen Behörden ist den schweizerischen amtlichen Stellen noch unbekannt. Rohe Behandlung zweier deutscher Offiziere in Frantreich. Berlin, 30. März. Zum Schicksal der Leutnants von Schierstädt und Strachwitz liegt dem„Berl. Lokal⸗ 8 ein neues Dokument in Gestalt eines Briefes vor, den Graf Strachwitz aus dem Zuchthaus in Riom Bir sind 21. Februar geschrieben hat. Es heißt darin: ir si Namen haben, sondern nur Nummern. Man hat einen Kittel an, der zu allem übrigen paßt. In den zwei Mo⸗ naten, wo wir hier sind, haben wir uns mur die Hände und das Gesicht gewaschen; einmal durften wir uns allerdings die Füße abspülen. Man ekelte sich vor sich selbst, vor einem solchen Leben. Ist es da zu viel, wenn man eine Revision erbittet? Ich habe an M. Cambon und an den Justizminister geschrieben, aber nie eine Antwort erhalten. Davon, daß wir nichts getan haben, womit man uns asuch nur den leisesten Vorwurf machen könnte, sind 6 auch hohe französische Offiziere überzeugt, die uns zu unserer kleinen Leistung beglückwünschten und sagten, daß wir uns freuen könnten, solche Soldaten zu haben. *** Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 29. März.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 29. März mittags. Die Kämpfe in den Kuarpathen dauern fort. Ein gestern durchgeführter russi⸗ scher Angriff auf die Höhen westlich Banyavölgey wurde nach mehrstündigem Kampfe unter großen Verlusten für den Feind zurückgeschlagen. Die Regimenter der vierten Kavallerietruppendivision haben sich, wie in den ver⸗ gangenen Gefechten die Truppen der ersten Landsturm⸗In⸗ fanterie⸗Brigade, beispielgebend geschlagen. Wiederholte überlegene feindliche Vorstöße wurden von ihnen blutig ab⸗ gewiesen. Mördlich des Üzsoker Passes scheiterten Nachtangriffe der Russen im wirksamsten Feuer unserer Stellungen. „An der Front in Südostgalizien Geschützkämpfe. Russische Kräfte, die östlich Zaleszehki über den Dnjestr vorstießen, wurden nach heftigem Kampfe über den Fluß zu⸗ rückgeworfen. In Russisch⸗Polen und Westgalizien stellen⸗ weise Geschützkampf. Ein russischer Nachtangriff an der Losczina in Polen scheiterte vollkommen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs. v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Wien, 29. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die Kriegsbericht⸗ erstatter der Montagsblätter melden: N Karpathen westlich Uzsok dauern tigkeit aan. In der Duklasenke überwand die Standhaftig⸗ leit unserer Truppen die kritische Phase der letzten Tage. Die Kämpfe im Ondawa und Laborczatale sind zu einem gewissen Stillstand gekommen, weil die Russen in ihren mehr⸗ fachen Angriffen ungeheure Verluste erlitten haben. Die relative Ruhe dehnt sich auch auf die Höhen zwischen den genannten Tä⸗ lern aus, ohne daß dies schon ein Ende der Schlacht oder eine mit unverminderter Hef⸗ Entscheidung bedeutet. In der Bukowina errangen unserr Truppen in kleineren Kämpfen neuerdings Erfolge. Erfolge der Türken. Konstantinopel, 29. März.(WTB. Nichtamtlich) Pri⸗ vatnachrichten vom kaukasischen Kriegsschauplatz zu⸗ folge unternahmen vorgestern russische Kosaken Infan⸗ terie⸗Angriffe gegen die türkischen Truppen südlich des Flusses Arax; sie wurden aber mit schweren Ve rlusten zurückgeworfen. Bei Artwin wurden kussische Angriffe gleichfalls abgeschlagen. Nördlich Olty wurde ein russischer An⸗ griff von den türkischen Truppen aufgehalten. Ein russisches Flug⸗ zeug warf über der Ebene von Passinler eine Anzahl Proklama⸗ tionen in türkischer Sprache ab, die angeblich von Muselmanen im Kaukasus verfaßt sein sollen. In Aserbeidschan herrscht Der Kriegsberichterstatter des wilsträflinge; nicht mehr Menschen, die einen Die Kämpfe in den n haben. * Sobranje ist geschlossen worden. Vor der Verlesung der Schließungsverordnung erklärte der Ministerpräsident, er lege Wert darauf, seine frühere Erklärung zu erneuern und gleichzeitig zu * SOhppofition habe sich schließlich auch gelegt. Das Finanzgesetz * dos wird telegraphiert, daß die englischen und französi⸗ schen Truppen Lemnos geräumt und sich auf der 5 Faeer Es wird bestätigt, daß die Engländer Tenedos de eltat besbachet babe und weiterhin beobachten werde. Sie werde keiner Pression nachgeben und sich durch keinerlei eitles Versprechen fortreißen lassen, Volk könne Vertrauen zu seiner Regierung haben, deren Politik dem Lande nur nützlich sein werde. Bulgarien habe niemandem gegenüber Verpflichtungen. Es könne sich nicht voreilig binden, denn es sei sicher, in diesem Falle zu verlieren. Die bulgarische Re⸗ gierung misse sich vor jeder Verlockung, von welcher Seite auch sollten, werde die Regierung mit der gesamten Nation die not⸗ wendigen Beschlüsse fassen müssen. Indem er die sozialistische These von der Balkanföderation zurückwies, sagte Radoslawow: Diese Föderation ist unmöglich, weil es schwer ist. die Interessen der Balkanvölker zu versöhnen, die Bulgarien auflauern, um ihm den letzten Bissen zu entreißen. Der Minister⸗ prüsident schloß mit folgenden Worten an die Deputierten: Sie ken⸗ men, um unseren Platz einzunehmen. Beifall.) Weldu 5 1 . 75 2 Vormitta 75 . Prästbent Köhler eröffnet die Sitzung um 4½ Uhr. Das Etatsberatung ein. Punkt 12 der Tagesordnung lautet: Regierungsvorlage, die Erstreckung des Finanzgesetzes fur 1914 auf das Jahr 1915 Jinanzausschusses zunächst einen Ueberblick über die allgemeine Len mündlichen Bericht uber die Ausschußverhandlunden de⸗ . Finanzgesetz erst so spät zur Vorlage brachte. Infol Anforderungen und Arbeiten herangetreten. Aber Dauf dem ge⸗ unnd vor allem die Volksernährung des Landes sicher gestellt werden. Bei allen Parteien sei das ernstliche Bestreben hervor⸗ beschränken zunächst die große Aufgabe der Landwirtschaft, die Volksernährung während der Kriegszeit sicher zu stellen, eine Aufgabe, die trotz in die neuen Verhältnisse hineingefunden und die Beschränkung der Nahrungsmittel willig auf sich nahm. Auch Industrie, Han⸗ sondern auch der kleine Bürger und das platte diesmal nur 25 Seiten gegenüber dem großen Umfang der frühe⸗ 5 8 3 hätten daher ähnlich so beim 4 in der Umgebung von Choi Aus Medina wird vom 21. März gemeldet: Ein vor Musseldsche an der Küste von Medina verankertes Kriegs⸗ schiff fcuerte einige Granaten gegen die Stadt und versuchte etwa 30 Soldaten zu landen. Die Araber eröffneten aus dem Hinter halt ein lebhaftes Feuer, wodurch ein großer Teil der Eng⸗ ander getötet oder verwundet wurde. Hierzu wird bemerkt, daß dieser Zwischensall mit den Behauptungen in dem Schrriben des Admirals Pears an den Wali von Smyrna, wonach England Freundschaft für die Muselmanen hege, schlecht zusammenstimme. Der Kommandant der Sachtiaren⸗Krieger in Persien wirrde mit dem Grußkordon des Medschidie⸗Ordens ausgezeichnet. Liman von Sanders türtischer Armeeführer. Konstantinopel, 29. März. WTB. Nichtamtlich. Durch ein kaiserliches Jrade wurde angeordnet, daß die in den Dardanellen und in deren Umgebung zusammengezogenen otto⸗ manischen Streitkrüfte fortan eine Armee, und zwar die fünfte, zu bilden haben, deren Oberbefehl Marschall Li⸗ man von Sanders, dem früheren Oberbefehlshaber der ersten Armee, anvertraut wurde. Türtische Flugzeuge. Konstantinopel, 29. März.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier meldet: Gestern warf eines unserer Flugzeuge Bomben auf ein englisches Kriegsschiff, das außerhalb der Dardanellen kreuzte. Von den griechischen Inseln. Athen, 29. März.(WTB. Nichtamtlich.) Aus Tene⸗ Transportflotte eingeschifft hätten. Sie wären, begleitet von englischen Kreuzern, nach einem unbekannten Ziel ab⸗ setzt und eine Zensur für alle Telegramme eingeführt Die Haltung Bulgariens. Sofia, 29. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die Session der unterstreichen, daß die Regierung bisher die strengste Neu⸗ weil sie der Ansicht sei, daß die wirklichen Interessen Bulgariens Erwägungen sentimentaler Art vorgehen müßten. Das bulgarische immer, hüten. Sobald die Interessen Bulgariens verletzt werden nen das letzte Wort der Regierung, die Bulgarien den Frieden die Neutralität geben will. Wenn es andere gibt, die mutiger und kühner find, und ihm den Krieg geben wollen, mögen sie kom⸗ Aus Aegypten. Mailand, 29. März.(WWB Nichtamtlich.) Nach einer der„Italia“ ersetzte die ägyptische Regierung aus Mißtrauen die Einheimischen das gesamte Eisenbahnpersonal durch Engländer. hessische zweite Kammer. (Jortsetzung aus dem 2. Blatt.) 5 rb. Darmstadt, 29. März. Nachmittagssitzung. Am Regierungstische dieselben Regierungs vertreter wie am Haus tritt sofort in die betreffend. Abg. Dr. Osann gibt als Vorsitzender des erweiterten inleitend, daß man sich an⸗ nzlage in Hessen. Er bemerkt 1— 0 der Kürze der Zeit auf gesichts der gegenwärtigen Lage u schränken müßte; es sei bedauerlich, daß die Regierung das neue e der Kriegs⸗ lage seien an Regierung und Volksvertretung— meinsamen Zusammenwirken aller e die wirtschaftliche Lage getreten, sich auf die großen r—— Wirtschaftsfragen zu und von diesem streben sei auch der erweiterte g F n an cu bei seiner ganzen Etatsberatung geleitet gewesen. N sei an ihn eine Reihe neuer Aufgaben herangetreten. Es war aller Schwierigkeiten doch so gut, wie möglich, erfüllt worden ist. Es könne festgestellt werden, daß sich auch die Be völkerung * Technik hätten sich in die neuen Verhälknisse eingefügt. Deutschen Kriegsanleihe, an der sich nicht nur Großkapitalisten, Land in her vor⸗ ragender Weise beteiligten. Der Voranschlag für 1915 weise ren Voranschläge auf; das komme in erster Linie daher, daß die meisten Etats positionen des Jahres 1914 auf das Jahr 1915 mangels jeder zuverlässigen Unterlage einfach übertragen werden mußten. Es schwebten viele Positionen vollständig in der Luft, wie das Kapitel Staatseisenbahnen. Das Reich und verfahren, wie rfahren erhobene wir in Hessen und die anfänglich gegen dies solle nach dem Vorschlag der Regierung mit nur unwesentlichen Abänderungen angenommen werden Es wurde mit der größten Sparsamkeit gearbeitet, aber wesentliche Abstriche waren unmöglich und hätten auch keinen praktischen Wert. Mit den vom Ausschuß getroffenen Ansätzen und Beschlüssen habe sich die Regierung ein⸗ verstanden erklärt, namentlich auch mit den Ersparnissen. Diese müßten aber da zurücktreten, wo es sich um die Beschaffung von Redner gedachte dann des großartigen Erfolges der zweiten] der ebenso habe er für die Justiz verwaltung die angeforderten 15 neuen Aktuariats-Assistentenstellen dewilligr. Ueber die finanziellen Er⸗ gebnisse des Jahres 1914 habe der Herr Finanzminister im Aus⸗ schuß vertrauliche Mitteilungen gemacht, die es aber nicht aus⸗ schlössen, hier einiges daraus mitzuteilen. Besonders groß werde der Einnabmeausfall pei den Eisenbahnen sein, deren lleberschüsse im Vorjahr mit 17 Millionen veranschlagt waren. Nach den fast z% Triegsmonaten des Jahres konnte ein solches Ergebnis selbstverßzändlich n erwartet werden. Als erfreulich wurde da⸗ gegen bezeichnet, daß sich in den späteren Monaten und besonders im Dezember steigende Einnahmen aus dem Güterverkehr und Personen verkehr ergaben, die sich bei ersterem bis auf 95 Prozent des Berkehrs vom Vorjahre steigerten. Die Einnahmen würden noch mehr steigen, wenn die niedrigen Tarife für die Militär⸗ beförderung etwas erhöht würden. Im Ausschuß wurde Veran⸗ lassung genommen, die glänzenden Leistungen der deutschen Eisen⸗ bahnen, besonders auch die der preußisch⸗hessischen Eisenbahnge⸗ meinschaft, ausdrücklich anzuerkennen und man war sich darin einig, daß unsere Eisenbahnbeamten durchweg ganz Hervorragendes ge⸗ leistet haben, sowohl im Inland, wie in den okkupierten Gegenden. Tie Einnahmen an Stempelgebühren, sowie bei Kapitel Bad⸗ Nauheim, Lotterie usw. weisen bedeutende Ausfälle auf, denen aber auch Mehreinnahmen bei den Forstdomänen, den Universitäts⸗ Kliniken für Pflegegelder, auch Ersparnisse an Besoldungen für Beamte und Lehrer, die im Felde sind, gegenüber stehen. Ter Herr Finanzminister habe für das Jahr 1914 einen Fehlbetrag von rund 13 Millionen berechnet, während sich der für das Jahr 1915 zu erwartende Fehlbetrag noch in keiner Weise auch nur annähernd schätzen läßt. Der Ausschuß war sich materiell darüber einig, daß diese Ausfälle nicht aus den von laufenden Staats- mitteln gespeisten Reservefonds werden sollen, b gedeckt sondern, wie auch ein Antrag Molthan ganz besonders betont, aus Anleihemitteln. Die Restefonds werden gerade nach dem Kriege besonders nonvendig sein, und sollen daher unsere Reserven bilden. damit nach dem Krieg nicht sofort zu S werden muß Die Fonds sind auch nicht geschaffen, um bei po⸗ litischen Ereignissen einzutreten, sondern für Schwankungen. Vor allem dürfen wir nicht unsere nach dem Krie eumkehrenden Krieger mit einer Steuererhöhung scberraschen.(Zu⸗ mmung. Wir müssen also die Fehlbeträge für 1914/15 aus Anleihemitteln decken, doch nur diejenigen Beträge, die aus An⸗ laß des Krieges entstanden sind, nicht aber solche Fehlbeträge, die aus besonderen Bedürfnissen im tat entstanden. Der Ausschuß habe entgegen der Meinung der Regierung diese Frage nicht für eine spätere Zeit verschieben wollen, fondern einen Zusatz⸗ antrag sofort den Weg der Anleihe beschlossen.(Art. 6 des Fi⸗ nanzgesetzes. Die u Finanzausschüsse waren bestrebt, nicht in kleinliche Erwägungen zu verfallen, sondern ganze Arbeit zu leisten, um die wirtschaftlich angeregten Gesetze, wie sie vom Reichs⸗ tag beschlossen und vom Bundesrat ausgeführt wurden, hier ins Leben überzuführen. Auch die Regierung und die Behörden des Landes haben sich bemüht, den neuen Verhältnissen 2 1 tragen, die Regierung verdient Anerkennung umsomehr, weil sie angesichts der vielen eingezogenen Beamten größere 5 auf sich nehmen mußte. Wir waren im Ausschuß bemüht, die Einheit⸗ lichkeit der Gesinnung in den Vordergrund zu stellen und anzuer⸗ kennen die große Opferwilligkeit unserer gesamten Bevskkerung. Wir sind zu einmütigen Beschlüssen gekommen. Möge diese Ein⸗ mütigkeit auch heute hier bei den Verhandlungen zum Ausdruck kommen und damit die Kraft finanziellen Lebens in unserm Lande ebenso stärken, wie dies im Reichstag geschah Wir wollen beweisen, daß wir bereit sind, fest durchzuhalten zur Ehre und Sicherheit un⸗ seres deutschen Vaterlandes. haftes Bravo!) Nachdem die Dringlichkeit der Vorlage beschlossen, gab Abg. Ulrich(Soz.) folgende Erklärung seiner Parte iab: Unter völliger Wahrung unseres prinzipiellen früheren Jahren zum Ausdruck gebracht haben, werden wir in Anbetracht der großen Zeit und in der Absicht, auch in diesem Hause der Welt zu zeigen, daß wir einig sind in dem Streben, durch gemeinsame Arbeit zum Siege und dauernden Frieden zu kommen, für das diesjährige Finanzgesetz st im⸗ men.(Brav, Wir haben bewiesen, daß wir uns mit allen Volksgenossen in der Verteidigung des Vaterlandes gleich verpflichtet fühlen und glauben erwarten zu dürfen, daß für die Zukunft auch die völlige Gleichberechtigung der soz kratischen Volksgenossen folgen wird, ja folgen muß. Abg. Molthan(Zentr.) gibt die Erklärung ab, daß er seinen zum Finanzgesetz gestellten Antrag, betr. die Deckung des im wesentlichen das Gleiche bezwecke. Da das Wort weiter nicht gewünscht wird, beginnt fofort die Abstimmung über das Finanzgesetz. Der Antrag Korell⸗Angen⸗ rod zum Kap. 75 a a) bezüglich der Verwendung der Mittel zur 3 der i t wird einstimmig angenommen, des⸗ 8 3 Beschluß des Ausschusses zu Kap. 77 1 und ap. 103 J, über die anderweite gesetzliche Regelung des Verhält⸗ nisses zwischen den Kreisverwaltungen und den Baube Abänderung des Kunststraßengesetzes, rich, Dr. Osaun und Wünzer, im Kap. 89 des Staatsvoranschlags für 1915 15 weitere Stellen für Aktuariatsassistenten einzustellen, dann d) die von der Regierung in 36 von der Regie⸗ rung verlangten Bewilligungen und vorgesehenen Ermächtigungen süt das Voranschlagsjahr 1915 zu genehmigen, und e) dem ntrag Korell⸗Angenrod zuzustimmen, in welchem die Regierung ermäch⸗ tigt wird, der für die Beschaffung von Saatgut und Futtermitteln eingerichteten i und Verkaufsstelle den Betrag von 100000 Mark und wenn erforderlich, mehr als Darlehen zur Verfügung zu stellen und diesen Betrag auf dem Wege des Staats⸗ kredits zu beschaffen. Weiter wird einstimnrig beschlossen, dem Finanzgesetz folgen⸗ den Art. 6 einzufügen: Die Mittel zur Deckung eines etwaigen Fehlbetrags, der auf den Krieg zurückzuführen ist, sind endgültig nicht aus vorhandenen Fonds zu entnehmen, sondern auf dem Wege des Staatskredits aufzubringen. Die näheren hierüber und insbesondere über die Höhe des danach auf Anleihe zu nehmenden Betrags, fowie die Tilgung sind spatestens nach Bücherschluß für 1915 dur besonderes Gesetz zu treffen. Diese Vorschriften gelten sinngemä auch für denjenigen Teil des Fehlbetrags für 1914, der auf den Krieg zurückzuführen ist.“ ich wird noch der Ausschußantrag angenommen: Großh. Regierung zu ersuchen: 1. die nicht speziell kreditierten fachlichen Ausgaben, wie Unter⸗ haltungskosten und dergleichen den unteren gsbe hörden nur mit einem Teil der vorgesehenen Summen zu überweisen und —— Nachforderungen nur in ganz besonders dringlichen, besonders begründeten Fällen zu entsprechen; 2. zu.— den unteren 82 800 bei der ihnen wiesenen ite gr it zur i zu machen, unbeschadet der sozialen 3 des Staates: 3. zu dem nächsten Hauptvoxranschlag eine Zusammenstellung derjenigen budgetmäßigen Ausgaben vorzulegen, die während der Kriegsdauer bis dahin erspart worden sind“ Die einstimmige me aller kte des 2— und der Ausschußanträge hierzu rief im Haufe eine ige Stimmung bervor und Prascdent K 5 5 Her gaß der großen Freube über die Tinmüt igkeit des Hauses bei der Abstimmung über das Finanzgesetz noch ganz besonders öffentlich Ausdruck. Auf Vorschlag des Abg. Damm wird dann der Antrag des Tammervorstandes, auch den Verwaltungs voranschlag der Zweiten Kammer von 1914 auf das neue Jahr zu übertragen, ebenfalls angenommen. Es folgt darauf die Bergtung über die verschiedenen Initiativ⸗ anträge der Abag. Dr Osann. Schott und Cal man, Korell- Ingelheim, Stöpler, Schott⸗Calman und Ko⸗ rell⸗Angenrod, die sämtlich nach den Ausf. d schußanträgen ange⸗ nommen wurden, während die übrigen Antt i i Stdung zurüggeszell Durden a A Arbeitsgelegenheit handelte. Der Ausschuß sei auch den Forde⸗ rungen der Landwirtschaft und der Bauverwaltung nachgekommen, „ Nächste Sitzung: morgen vormittag 10 Uhr. ——— Falle wirtschaftlicher de ge Standpunktes zu den einzelnen Kapiteln des Hautptporunschlags, den wir in J Fehlbetrags durch Anleihe, zurückziehe, weil der Ausschußantrag i otte. erster Klasse im 18. Das Eiserne Kreuz erster Klasse erhielten: 17 und Das Eiserne Kreuz Regt 80: Major und Bat.⸗Kommandeur Bothe; Res-⸗Inf.⸗ 87: Hauptm. und Bat. Frankenfeld Inf.⸗Regt 80: Lt. u. Regts ⸗Adi. Bering, Et. u. 1 Führer Kilburg; uo. d. R Sturm 5 r Nr. 87: Uo. d. R Grede(11); Res.-Inf.⸗Regt. 80: 25 f d. R Leuser(7): Gen.-Kdo. d. 18. Res.-Korps: Hptm. i. Gen.⸗St. Frhr. v. Neubronn; Hptm. i. Gen. ⸗St. Eisen⸗ burg; Hptm. i. Gen. St. Zeitz. Kdr. d. Pion. 18. Res⸗⸗ Korps Lt. u. Adj. Zapfe. Res.⸗Inf.⸗Regt. 80: Lt. d. Res.⸗ Inf.-⸗Regt. 87 Jacobs(10); Lt. u. Bat.⸗Adi. Lehmann (II); Vißsefeldw. d. Bierbrauer(M. G..); Uo. Bauer(9). Res.⸗Inf.⸗Regt 88: Lt. d. R Inf⸗ 118 Zäilsdorf. Pion. Bat. 11: Lt. d. R. Pion. 21 Kühn(I, 4); Off. Stellv. Korf(II, 4). Res.-Inf.⸗Regt. 88: St. d. R. Inf⸗ 8 Monschener(9). Ers.-Komp. Pion.⸗Bat. 10: l d. R. Oehlmann(1). Feldflieger⸗Abt. 2, 16. A.⸗K.: Hptm. Stein. Feldart.⸗Regt. 70: Maj. u. Regts. ⸗Kdr. Müller. Aus Stadt und cand. Gießen, 30. März 1915. Bon Kuchen und Ostereiern. Es ist immer noch nicht alles, wie es sein soll, und wie es alle Einsichtigen wünschen. In großen vaterländischen Dingen, in Opferwilligkeit, Einmütigkeit und Heldentum Volksganzen läßt Deutschland sich von niemandem über⸗ — 8 E ent Volk wie⸗ rum terla zur fügung gestellt, unsere gewaltige Industrie ist von Grund aus umgebaut 2 n Krieg ei ichtet worden und die ig Millionen Deutscher in Stadt und Land, im kleinsten Dörfchen, er⸗ halten das tägliche Brot nach einem einheitlichen Plane. n im kleinen, in den einzelnen tungen? Es hat sich tatsächlich als notwendig erwiesen, daß die Behörde bekannt machte, daß auch an Samstagen keine Kuchen gebacken werden dürfen. Wohin man bete. konnte man von dem famosen Sams hinterpförtchen vernehmen.„Wie, Sie essen Kreppel?“„O, die sind vom vorigen Samstag, und Samstag darf man backen!“ Nein, man darf auch an Samstagen keine Kuchen backen. Das alles ist klar und deutlich in den Bekanntmachungen zu lesen gewesen, aber da hat eben mancher ein Auge zugedrückt. Tatsache ist aber, daß das Gesetz kein Verständnis fü zugedrückte Augen hat. Ostern, Konfirmation und Kommunion stehen vor der Tür. Man möchte doch den Kindern so gerne eine Freude machen. Und ein Freudentag ohne Kuchen? Wir lassen hier folgen, was in den von uns gestern er Merkblättern des Rhein⸗Mainischen Verbandes fütr Volks⸗ 5 rn B deus Se verdorben. da an ee de ihnen wird die Freude icht, der meint, Ostereier und 5 „„Kinder passen dem Empfinden: darfst mit hel unger erliegen tso n, daß wir nicht den Krieg fe 7 im Felde gedichtet hat: 5 Fee vom Teufel und soll nicht sein: Obne feige Bedenken zu suchen 3 And bat— doch nicht 8 ö Ihr aber— eßt Kuchen! g Das ist vom Teufel und soll nicht sein: Der Graue leidet große Pein, 135 Muß er die Heimat 2 8 a Ei ß im Verband, hinkt er zerschossen ins Vaterland, Ihr aber— eßt Kuchen! n r fast 4 ozent dem Ernäh fnis, sondern unseren Kranken und Ver au 80 einem Genusse, der auch nicht: Ostereiern. Unser irds der Mutter oder der wenn sie wegessen, die er sie etwas wird 55 b ig ist! Nein, auch nicht aus dem eigene Vom 15. November bis 15.„also in naten, wurde so viel Mehl verbraucht, wie uns ganze fünf Monate bleibt. Darum aufgepa um die O t und bei Einsegnung und ähnliche Fehler gemacht werden. 2 * Auf dem Felde der Ehre gefallen. Hessen und den Nachbargebieten.) Unteroff. Friedel Dein, Res.-Inf⸗Rgt. 221, aus Darmstadt. 8 2 A. K 5— m 5 1 n— Unteroff. 27 „Landw.⸗Ins.-Rgt. 81, 2 Zulan Adolf deim, Inf. 143 aus 2 a. N. Rel. „ Jol, Ed. Hofmann, Inl-Agt. 115, aus Offenbach.— Reservist* Wilh. Mohrherr, Ink.-Rgt. 167,— Hauobpemm Karl ran dt, es- 120 aa aus Varmftak. ö 9 * * Bis mard- Feier. In einer darauf hingewiesen, die vorbestellten Karten bis Mittwoch den 31. März, nachmittags 1 Uhr, an der kasse in Empfang zu nehmen sind, andernfalls diese Karten abends ander eit ver werden. Da nicht ausgeschlossen —* zlich eingetretener Verhinderung eine Anzahl an der asse nochmals eiln * werden, empfiehlt es sich, morgen vorn nachzufragen.— Die 2 daß bereits alle verfügbaren Burgerschaft an der 7 ist so stark 0 U Plätze ausverkauft sind. Es ist deshalb von vielen Seiten der Wunsch geäußert worden, die Feier möge an einem späteren Tage tederholung erfahren. Eine solche ist jedoch, wie wir boͤren, nicht zu ermöglichen. Die Gießener Volksküche. Im Betriebe der Volksküche wird, wie auch aus einem Aufrufe in der heutigen Nummer hervorgeht, eine Aenderung eintreten. Da die zur Verfügung stehenden Mittel zu einer allgemeinen, unentgeltlichen Abgabe der Speisen nicht hinreichen, ander⸗ seits der Segen des Unternehmens außer Frage steht, wird man dazu übergehen, nach Ostern eine Bezahlung von 10 Pfennig für den Liter Suppe zu erheben. Hier⸗ mit wird ein Weg eingeschlagen, der früher schon von den verschiedensten Seiten empfohlen worden ist, und es wird manchem Mißstand, wie z. B. einer zu weitgehenden Aus⸗ nutzung der Anstalt, der dauernden Abhängigkeit von frei⸗ willigen Spenden usw. vorgebeugt. Das Unternehmen wird, sicher, nicht zum einer gesunden Entwicklung, mit festen Maßstäben rechnen können. Dabei ist es keines— wegs ausgeschlossen, daß ganz Unbemittelte das Essen un⸗ — 5 erhalten. 25 exwächst der Wohltätigkeit nach wie vor die dankbare Möglichkeit, der Volksküche diese Ausgabe durch Spenden zu erleichtern und ihr zu helfen, den durch die Bezahlung nicht ganz zu deckenden Etat ins zu bringen. Mit ihrem Vorgehen befolgt die Volksküche übrigens eine Praxis, wie sie in den meisten Städten mit ähnlichen Unternehmungen schon lange üblich war. Die Brotmarkenhefte für die Zeit vom 5. bis 18. April werden nur am Samstag, den 3. April von morgens 8 bis abends 6 Uhr zur Ausgabe kommen. Wir verweisen auf die diesbezügliche Bekanntmachung des Oberbürgermeisters. » Auszahlung der Familienunterstützungen. Wir verweisen auf die heutige Bekanntmachung des Oberbürger⸗ meisters, nach der die Auszahlung der Familienunter⸗ stützungen für die Angehörigen der zum Heeresdienst Ein⸗ berufenen am 31. März, I., 2. und 6. April d. J. stattfindet. Stadttheater. Aus dem Theaterbureau schreibt man uns: Nochmals sei auf die morgige Wiederholung des Bismarck⸗ sestspieles„Des deutschen Volkes Ekkehart“ von Direktor Steingoetter hingewiesen, die um 4 Uhr nachmittags be⸗ ginnt. Die außerordentlich günstige Aufnahme des Werkes bei der Erstaufführung, die von der Presse bestätigt wurde, sollte bei den außerordentlich niederen Preisen(25 Pig. der Platz, nur Logen kosten 50 Pig.) ein ausverkaustes Haus schaffen. Erwähnt sei noch, daß die Jugendwehr, deren freundliche Mitwirkung so wesentlich zum Gelingen der Erstaufführung deigetragen hat, sich auch morgen wiederum beteiligen wird. * Unterhaltungsstunden für Verwundete. Man bittet uns, folgende Dankeszeilen hiesiger Lazarett⸗ insassen zu 1 „Am lebten fand in der Anatomie zum 6. Male eine Unterhaltungsstunde für Verwundete statt. Ich müchte diese i„ um im Namen meiner Kame⸗ raden an dieser Unterhaltungsstunden 3— ist zu ersehen, wie gerne wir den Einladungen ge⸗ elgt sind, und so füge ich zu dem Dank meiner Ka JLandwirtschaft und Arbeitskräfte. Von der Hessischen Handwerkskammer wird uns ge— schrieben: Die Landwirtschaft bedarf zur bevorstehenden Saatzeit eine große Anzahl Hilfskräfte, die infolge der zahl⸗ reichen Einberufungen auf dem üblichen Wege in nicht ge⸗ nügendem Maße beschafft werden können. Es ist im vater⸗ ländischen Interesse nötig, daß von den jetzt zur Ent⸗ K lassung kommenden Schülern soweit erforderlich auch die zur Mithilfe bei landwirtschaftlichen Arbeiten herangezogen werden, die sich zur Erlernung eines Handwerkszwei⸗ — entschlossen haben. Naturgemäß müßte hierdurch die eh e entsprechend später beginnen und der Termin 25 Eintritt etwa auf Mitte Mai festgelegt werden. In einer wichtigen Sache müssen alle anderen Rücksichten zurück⸗ treten, es gilt einer nationalen Pflicht zu genügen. * Kontrollversammlung. Das Bezirkskom⸗ mando weist noch einmal besonders darauf hin, daß die Kontrollversammlungen nur in den Kreisstädten statt⸗ finden, daß sich also die Kontrollpflichtigen aus dem Kreise Gießen an den in der Bekanntmachung bezeichneten Ter⸗ minen sämtlich in Gießen einzufinden* * Die Viehzählung in beiden Hessen. Nach der vorläufigen Feststellung wurden am 1. mber 1914 in Hessen⸗Nassau 1 Pferde(ohne Mili⸗ tärpferde), 652348 Stück Rindvieh, darunter 61227 Kälber unter 3 Monate alt, 210976 Jungvieh 3 Monate bis 2 Jahre alt, 33 124 2 Jahre alte und ältere Bullen, Stiere und Ochsen und 347021 Kühe(auch Färsen, Kalbinnen), 166 423 Schafe, 779 915 Schweine, darunter 374119 unter ½ Jahr alt, 292 123 ½ bis 1 Jahr alt und 113 673 1 Jahr alt und älter, 200 228 Ziegen.— Im Großherzogtum Hessen wurden gezählt: 40 099 Pferde(ohne Militärpferde), 339 046 Stück Rindvieh, darunter 35 060 Kälber unter 3 Monate alt, 99 945 Jungvieh 3 Monate bis 2 Jahre alt, 14521 2 Jahre alte und ältere Bullen, Stiere und Ochsen und 189 520 Kühe (auch Färsen, Kalbinnen), 57 866 Schafe, 410 466 Schweine, darunter 212 411 unter ½ Jahr alt, 163 300 ½ bis 1 Jahr alt und 34 755 1 Jahr alt und älter, 144 646 5 * Aus dem Gefangenenlager. Im Gefangenen⸗ lager auf dem Trieb sind gestern, wie schon kurz ge⸗ meldet, wieder 1000 Russen und etwa 75 Franzosen ange⸗ kommen, nachdem vor einiger geit die belgischen Zivil⸗ gefangenen(militärpflichtige Personen) nach dem west⸗ fälischen Industriegebiet verbracht worden sind, wo die Leute als Bergarbeiter Beschäftigung fanden. Auch die Stadt Gießen hat vor 8—10 Tagen den Versuch gemacht, vorerst 30 Franzosen mit Ebnungsarbeiten an der Marga⸗ retenhütte zu 5— Den jüdischen Gefan⸗ genen wird für die Osterfeiertage Mazzes l(ungesäuertes Brot) statt der sonst üblichen Brotmenge geliefert. Die Kosten hierfür wurden aus einem Wohltätigkeitsfonds hiesiger Glaubensgenossen gedeckt. Landkreis Gießen. A Ettingshausen, 29. März. Auf den Aufruf der Frau Generalin von Schenck- Frankfurt a. M. gingen beim hiesigen Pfarramt aus Ettingshausen und Hattenrod 200 Mk. für 8 ein, die im Kriege ihr Augenlicht verloren en. Kreis Büdingen. 9 1 heim, 27. März. In einem Basaltsteinbruche wurde der Arbeiter Jakob Stede aus Blofeld schwer ver⸗ letzt, indem ein herabrollender Basaltstein dem Manne ein Bein zerschlug und das andere schwer verletzte, ebenso scheint der Mann innere Verletzungen davongetragen zu haben. Kreis Alsfeld. O Storndorf, 28. März. Heute sand die ordentliche Generalversammlung des Landweirtschaftlichen Konsumpereins im Saale des Herrn Döring statt. Präsident Jäger eröffnete die Versammlung mit einer Ansprache. Rendant Weber brachte die Jahresrechnung und Bilanz vom Geschäfts jahr 1914 zu Gebör, worauf die Verleilung des Reingewinnes statt⸗ fand. Die Dividende wurde auf 5 Prozent herabgesetzt. In den Vorstand wurde wiedergewählt derr Johs. Hamel II. und in den Aussichtsrat die Herren Bürgermeister Schäser und H. Hamel J. Ein Teil des Reingewinnes in Höhe von 30 Mark wurde dem Roten Kreuze überwiesen. Kreis Lauterbach. Lauterbach, 29. März. Die Schüler der hiesigen Real- schule waren 14 Tage lang eisrig tätig, in der Stadt und Um- gegend das Gold zu sammeln und es an der Reichsbank gegen Scheine umzutauschen. Auf diese Weise führten sie dem Reiche in kurzer Zeit die schöne Summe von 12 000 Mark in Gold zu. N Kreis Schotten. n. Schotten, 29. März. Der Verein„Lehrerheim Vogelsberg“, der sich die Erhaltung und den weiteren Ausbau des um Jahre 1895 bei Schotten erbauten 3 Lehrerheims jahr einen Zu⸗ ten] zur Pflicht gemacht, hatte im abgelaufenen wachs von 183 neuen Mitgliedern zu verzeichnen, so daß die letzte Mitgliedkarte auf die Nr. 2650 lautet. Auch die Kassen⸗ verhältnisse des Unternehmens haben sich in günstiger Weise entwickelt, so daß außer der regelrechten Amortisation die Schuld auf Anteilscheinen à 50 Mk. sich wieder um 700 Mk. vermindert hat. Von dem in diesem Jahre gesammelten Fonds für den un⸗ bedingt nötig gewordenen Erweiterungsbau wurden 3000 Mk. zu der ersten Kriegsanleihe, von der Stiftung„Lehrersrauen⸗ dank an Vater Backes“ Mk. 2600 bei der zweiten Kriegsanleihe gezeichnet. Der Besuch des Heims von Lehrern und Nichtlehrern war bis zum Ausbruch des Krieges recht gut, hörte aber dann sast ganz auf, so daß eine Ermäßigung des Pachtpreises eintreten mußte. Der Vorstand hofft jedoch, daß bei der prächtigen Lage des Heims und der dort gebotenen ausgezeichneten Verpflegung der Besuch jetzt zu Beginn der 1915er Saison wieder lebhafter wird. g Hessen⸗Nassan. Marburg, 29. März. Heute vormittag geriet der Schaffner Sauer in Sterzhausen unter einen Zug und wurde etötet. Auf dem Marburger Bahnhof wurde der Lokomotiv⸗ ührer Stiefel vom Zuge überfahren und blieb gleich⸗ falls tot. h. Frankfurt a. M., 29. März. Die Stadtverwal⸗ tung bedenkt jeden im Felde stehenden Frankfurter, der sich das Eiserne Kreuz erwarb, mit einen reichhaltigen Lrebes⸗ gabenpaket, dem eine vom Oberbürgermeister arte mit poetischem Gruße beiliegt. Bis jetzt wurden mehr a 700 solcher Pakete und Karten ins Feld geschickt. h. Usingen, 29. März.— Versorgung der Bevölkerung mit Kartoffeln zu angemessenen Preisen ordnete der Land⸗ rat an, daß die inden die erforderlichen Mengen von den Landwirten anzufordern haben. Die Kartoffeln sollen dann durch Händler, die aber nicht mehr als 5 Prozent hierbei ver⸗ dienen dürfen, verkauft werden. Bei Landwirten, die sich zur Abgabe von ihren überschüssigen Kartoffelvorräten weigern, ist die zwangsweise Enteignung der Waren einzuleiten. Dermischtes. Ein Eisenbahn unfall Der„Berl. Lokal-Anz.“ meldet aus Innsbruck: Der Wiener Nacht⸗ Schnellzug tit auf der Fahrt nach Innsbruck bei Admont entgleist. Die Maschine und der Tender stürzten über die Böschung. Der Loko- motiossüthrer und der Heizer wurden getötet. Die Passagiere haben keinen ernstlichen Schaden genommen. Gefahren veralteter Katarthe. Außerordentliche Erfolge in veralteten Fällen.— Keine Er⸗ kältung, sondern Ansteckung.— Drei typische Fälle.— Bronchial⸗ affektion, Atemnot, Halserkranku— Neunjähriger Kehlkopf⸗ latarrh.— Nasen⸗ Rachenkatarrh und Erkältungen.— lleber 18 000 erfolgreiche Behandlungen mit einem neuen Apparate. Die Kosten und die Gefahren eines Katarrhes.— Was man tun sollte. Ziemlich allgemein ist die Ansicht verbreitet, daß ein heftiger Katarrh der Nase, des Halses oder der Lunge seine Zeit haben müsse, daß er nach einigen Wochen von selbst vergehe und daß außer Vorsicht über Erkältungen nichts dagegen zu machen sei. Tiese Ansicht ist total falsch! Erstens vergeht der Katarrh leines⸗ 2* 3. sondern 7 jahrelang be⸗ 1 ang die Atmu ne besonders emp⸗ kunde e nene e dee eee Umgenent- zündung usw. machen, zweitens gibt es ein Mittel, einen Katarrh in Stadium mit Erfolg zu bekämpfen, selbst in veralteten en, drittens spielt die Erkältung bei Katarrhen überhaupt nur nebensächliche Rolle. Man kann die ärgsten Unvorsichtigkeiten begehen, ohne Katarrh zu bekommen, und man kann ihn sich trotz F eee. 5 e ung bereitet nur vor, die direkte Ursache Katarrhes ist die mit Ansteckungsstoffen ges. serte Luft. fen aus mehr als 18 000 Fällen, über deren erfolg⸗ u ere Berichte vorliegen, einige heraus. Herr Tel ⸗Assistent Franz Torner, Berlin⸗Mariendorf, Kurfürsten⸗ straße 47, schreibt: Nachdem ich Ihren Inhalator nun schon 3 Jahre besitze, ihn diverse Male benutzt habe, ist es mir sein Be⸗ dürfnis, Ihnen mitzuteilen, wie zufrieden ich mit dem Apparat bin. Die Bronchialafsektion, derentwegen ich seinerzeit den Apparat kaufte, verschwand nach dreiwöchentlichem Gebrauch, desgl. eine damit verbundene Atemnot beim Treppensteigen. Seitdem gebrauche ich den Inhalator bei sämtlichen Halserkrankungen; sogar der Schnupfen, gegen den ich fast alle Mittel erfolglos angewendet habe, verschwindet stets nach 2—3 Tagen. Ich werde auch fernerhin —4— weiter empfehlen; er dürfte eigentlich in keinem e fehlen. b Herr Wilh. Steinhauer, Waldkappel, schreibt: Der von Ihnen 0 Inhalator hat mir großartige Dienste geleistet, wie durch ein Wunder bin ich, schon beinahe 9 Jahre leidend, von meinem Kehlkopftatarrh befreit worden. Ich kann diesen Apparat nur jedem, welcher an Beschwerden des Halses oder der Luftwege leidet, bestens empfehlen. Ich habe in den 9 Jahren keine Gesangstunde besuchen können, trotzdem ich ein großer Freund vom Singen bin, jetzt besuche ich vor wie nach wieder die Singstunde. Sage Ihnen deshalb vielen Dank. 5 Herr Johann Benl, Hauptlehrer in Paulushofen(Bayern) schreibt: Es ist mir ein Bedürfnis, heute nach fast 2 jährigem Ge⸗ brauch Ihres Inhalators, also nach gewiß reiflicher Ueberlegung Folgendes zu bezeugen:— allein Ihr Apparat hat mich von einem nahezu sechs Jahre lang anhaltenden Nasenrachenraum⸗ latarth gründlich befreit. Bei allen möglichen zeuweise erscheinen⸗ »Ein Grozleuer in Norwegen. Aus Kristiania vom 29. März wird gemeldet: Bei einer Feuersbrunst in Sandeljord brannten gestern vier Holzhäuser und drei Stein⸗ häuser nieder. Zwei junge Mädchen kamen in den Flammen um, 4 Geschäste wurden eingeäschert. Der Schaden beträgt 800 000 ronen. Märkte. Gießen, 30. März. Maretbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Piund 1,25—1,35 Mt. Hühner- eier 1 Stück 10—11 Pa., 2 Stück 00 Pig.: Enteneier 1 St. 0 Pfa. 2 St. 00 Pfg.: Gänseeier 1 St. 0-0 Pig, 2 St. 00 Pfg.: Käse das Stück 7—8 Pig. Käsematte 2 Stück 6—0 Pig.: Tauben das Paar 1,00—1,40 Mk., Hühner das Stück 1,00— 2,50 Mk., Hahnen das Stück 1,00— 2,50 Mk., Enten das Stück 2,50—3,00 Mk., Gänse das Pid. 70—80 Pig. Welsche 4—5 Mk.; Ochsenfleisch das Pfd. 90— 98 Pfg., Rindfleisch das Pfund 90—94 Pfg., Kuhfleisch 80—90 Pfg., Schweine- fleisch das Pfund 100— 116 Pig, Kalbfleisch das Pd. 76— 80 Pfg., Hammelfleisch das Pfund 80—96 Pfg.; Kartoffeln 100 Kilo 1213,50 Mk., Weißkraut d. St. 15—25 Pig.: Zwiebeln der Ztr. 12,00— 15,00 Mk.: Milch das Liter 24 Pfg.: Aepfel der Zentner 15—20 Mk.; Birnen das Piund 12—15 Pfg., Nüsse 100 Stück 40—50 Pia.— Marktzeit von 8 bis 2 Uhr. i 1, Fraukfurt a. M., 30. März. Heu- und Strohmarkt. Man notierte: peu 4,70—5,00 Mk., Stroh(Kornlangstroh) 0.00 bis 6.00 Mk., Wirrsiroh 0%0—0,00 Mark. Alles je 50 Kilo. Ge⸗ schäst langsam. Die Zufuhren waren aus dem Obertaunuskreis, den Kreisen Hanau und Dieburg. ——— Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 31. März 1915: Wolkig, trocken, Nachtfrost, südwestliche Winde. Letzte Nachrichten. Die Kämpfe bei Marcheéville. Genf, 30. März. Bei dem gestrigen Kampfe bet Marche⸗ ville wurde der den Deutschen günstige Ausgang einen un⸗ e stümen deutschen Basjonettangriff eden. Die anzosen erhielten Rückzugsbefehl, nachdem ern Bataillon voll⸗ 5 8 saerich 1 f war. Ein deutsches Unterseeboot bei den Stillyinseln. London, 30. März. Nach hier vorliegenden Blättermel⸗ dungen fand bei den Scillyinseln ungefähr auf der Höhe bei St. Marie eine Begegnung zwischen zwei englischen Torpedojägern und einem deutschen Unterseeboot statt. Einigen Torpedojägern, die die Küste der Scillyinseln ab⸗ bootes in der Nähe von St. Marie gemeldet worden. Sie fuhren mit Volldampf dorthin und bemerkten bei ihrer Ankunft tatsächlich ein Unterseeboot, das im Begriffe stand, einen großen Drei⸗ master zu versenken. Die Torpedojäger eröffneten sofort das Feuer, ohne jedoch zu treffen. Das Unterseeboot tauchte, und schon glaubten die Engländer es vernichtet zu haben, als es etwa zwei Seemeilen weiter ostwärts auftauchte, einen Torpedo zwischen den beiden englischen Schiffen hindurchlancierte und so den Dreimaster doch noch zum Sinken brachte. Nene Angriffe gegen die Dardanellen? Athen, 30. März. Aus dem von den Engländern setzten Tenedos wird gedrahtet, daß neue Operatio- nen gegen die Dardanellen begannen. Die englischen Söldner. Konstantinopel, 30. März.— Werbeschiffe im gri 1 5 iel find das neueste Mittel, um für die„glor⸗ reiche FN œ!!. Dampfer laufen mäßig die jonischen Inseln an und bieten jedem Griechen, der sich für die englische Armee anwerben läßt, eine monatliche Löhnung von 130 Schilling und die sofortige Aus⸗ zahlung von einer unonatlichen Löhnung. Die Schiffe verkehren zwischen den jonischen Inseln und Malta, wohin die angeworbenen Griechen gebracht werden. Von hier aus werden sie zwei⸗ bis dreiwöchentlicher Ausbildung englischen Armee in Flandern geschickt Munition für Serbien aus Frankreich. Rotterdam, 30. März. Wie der„Osmanische Aoyd“ erfährt, wurden in Saloniki 14 Feldgeschütze, 200 Kisten Munition, neun Automobile, 150 Trainwagen, zwei Flug⸗ zeuge und 800 Kisten Medikamente und Verbandzeug, alles aus Frankreich, gelandet. Die griechische Regierung verbot, trotz der Verwendung des griechischen Gesandten, die Durchfuhr nach Serbien und erlaubte nur die Ausladung von Medikamenten und Verbandzeug. China gegen Japan. Haag, 30. März.„Daily Chronicle“ meldet aus Tokio, im ganzen Süden von China sei ein starkes An⸗ wachsen der Gärung gegen die Japaner zu bemerken, deren Waren boykottiert und deren Dampfer in den chinesischen Häfen nicht mehr gelöscht würden. Gleich⸗ zeitig macht sich auch eine feindselige Haltung der Chinesen gegen die Engländer bemerkbar, weil man der An⸗ sicht ist, daß England die japanischen Forderungen unter⸗ stützt, oder wenigstens gut heißt. Ein Geschwader von vier englischen Kreuzern ist in Hongkong angekommen, um nach den mittelchinesischen Gewässern in See zu gehen. Auch französische Kriegsschiffe werden erwartet. Der Wegzug der Japaner aus China dauert an. den Erkältungen der Atmungsorgane wirkt er bei mir in wenigen Tagen Wunder. Der Inhalator ist einfach unübertrefflich und fur den, der ihn kennt, absolut unentbehrlich. Niedergeschrieben nur aus Interesse für Leidende, vollständig unbeeinflußt. Warnung! Achten Sie genau auf den Namen Tancrs und die patentamtliche Schutzmarke„Die Kur im Hause“, damit Sie auch wirklich den echten und altbewährten Original⸗Tancré⸗Inhalator erhalten, da minderwertige Nachahmungen im Handel sind. 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