Der blaue Unker. Roman von Elfriede Schul-. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Susanne und Erich gehen stumm nebeneinander. Mer ihre Augen sprechen. Sie sehen geradeaus, wo der meide See im sonnigen Blau endlos schimmert. Susannes Augen leuchten. Die Wangen sind mit einem feinen Rot bedeckt, das plötzlich eilten dunklen Ton annimmt. Sie wendet den Kopf zu dem jungen Baumerster und zeigt mit den: blaßblauen Schirm! vorwärts. „Das ist das Schönste, HerrWölstin, dieser Blick, wenn man um die Ecke gebogen ist, auf den klaren, ruhigen Wasserspiegel. Scholl ein Dutzend Jahre sehe ich das, ^und immer wieder sind die Farben neu und der Glanz " Wölftin hat sich ihr zugewandt und sieht sie glücklich lächelnd an. Er fällt ihr lebhaft ills Wort: „Fa, das ist gewiß das Allerschönste hier auf Brouin. Mali kann es in allen Reisebeschreibungen lesen: Wo ein Ort am Wasser gelegen ist, da klingt ihm ein be,anderes Lied. Und Ihr See hier, ach, er ist köstlich. W:e sind Sre zu beneideli!" „Welln der Sommer hoch konlmt, liegen wir auch den ganzen Tag auf dem Wasser oder planschen drin herum. Wir hatten einen Onkel, Onkel Eberhard, der war L»ee- mann. Er ist schon lange tot. In diesem Jahre werden es vierulldzwanzig Jahre, daß er aus dem „Panther" rn ost- indischen Gewässern als jullger Seeoffizier unterging. Papa erzählt niis immer noch, wenn Ollkel Eberhard auf Urlaub kaiu, segelte er mit Mama, die damals jung verheiratet war, schon früh um vier Uhr dort herum, und sre kochten sich oft ihr Frühstück im Boot, wie der Soldat rm Manöver. Bon seillem Seeinannsblut ist wohl etwas auf Bruder Dietrich übergegangen. Er hat schon seit Jahren rn Pots- dani sein Segelboot und ist bei jeder Regatta eurer der Ersten, lind mir fehlt es auch nicht." Sie waren all der Landungsbrücke angekommen. „Sie haben mit mir noch nie gesegelt. Jetzt sollen Sie einmal sehen — halt! Da rnachen wir die Rechnung ohne den Wind. Es ist ja mäuschenstill. Aber das ist wirklich mehr aks Zerstreutheit. Wir müssen ein Ruderboot nehmen." Susanne hängte den Schirm an die Brücke und machte das grüne Boot los. „Bitte! — Erst rudere ich, gnädiges Fraulern. ^:e sollen sehen, daß ich nicht umsonst an der Spree gewohnt habe." ^ „ „Nein, bitte — hier bin ich der Hausherr. Erst komme ich, Herr Wö.lslin." Lachend rang sie ihm das Ruder arts der Hand. „Wetter noch eiuma( 4 diese kleine Hand hat mehr Kräfte, als ich ihr zugetraut habe. Ich muß. mich wohl Sie stiegell eilt. Susanne schürzte das Kleid hoch und kippte die Aermel ein paarmal um, daß der schöne volle Arm wie sonmger Schlree leuchtete. Das Ruder stieß von Land und wiegend glitt das Boot tu ine lveiche Flut hinaus. . Adalbert v. Saar biß die Zähne zusammen und btted auf die Stelle gebannt stel)en. Lange sah er den Velden nach, bis das Boot in der uächstelt Bucht verrchwuudeu. lvar. Jit maßloser Wut wandte er sich daun zum Heimweg. Im Boot war es still. Leise tauchten die Ruder in das Wasser. Erich Wölslin sah mit Entzücken auf das liebliche Mädchenbild vor sich. Mit müheloser Kraft bewegte Susanne die schlanken Riemen. Die Muskeln ihrer wohlgebauten Arme spielteli im regelmäßigen Takt wie eine festgewordene Melodie. Das blendende Weiß der Haut setzte sich aus dein freien Halse fort. Wenli ihre feiubeschuhteu Füße hur und wieder die semen berührten, empfaild er ein unneiurdare^ „Es ist wirklich schade, daß ich kern Skizzeubtatt bei mir habe. Ich würde Sie fixieren, gnädiges Fräulein, und das Bildchen an der schölisten Stelle meines Arbeitsplatzes aufhängen. Sie rudern entzückend." „Ich stehe schon meinet: Mann, £>m Wolflm. Da kennen Sie wirNich uns Mädel voin Laude schlecht. Im großen Boot l^abe ich einmal ganz allein fünf Herten aus der Garnison eine halbe Stunde lang gerudert, und meine Stirn blieb trocken. Sie wollten es nachmachen, aber es gelang keinem. Da haben sie große Augen gemacht" Erich sah ihr in die klaren blauen Augen und konnte nicht loskommen. . ^ r .... Fhr «ocrr Onkel, es war ein kluger Mann. Hatte ich geahnt, was das heißt, hier auf dem Bronmer .See mit Ihnen im Kahn zil sitzen, alles Sonnenschem, Sie selber, mein gitädiges Fräulein, lauter Sonnenschein bei Gott, ich hätte den Spirituskocher und ein paar Konservenbüchsen mitgenommen, und wir hätten hier aus dem- Wasser unsere Mittagsmahlzeit gekocht. Die Herrschaften zu Hause lstitten lange aus uns warte,: kötmen. Wäre das nicht feilt?" „Sie würden also ohne Gewissensbisse Ausreißer spielen?" c , Ohne Gewissensbisse! Was würden S:e wohl mack-en, wenn ich die Ruder einziehe und sage: So, jetzt bleiben wir hier! Jetzt sind Sie gekapert, meine Gnädigste? Da lachte Susanne laut auf und ihre Zahne blitzten zwischen den roten Lippen. f , „Hahaha! Das Kapern wurde Ihnen wohl scwver- fallen? Mann über Bord! hieße es daun. Eh' Sie sich's versehen, bin ich davon und mache.Ihnen im Wasser eine recht lange Nase." .. So scherzten sie hin und her und lvaren wirklich zur Mittagsdaset säst zu M gekommen. — 560 fpff ml ? r I ^ de,« Boot holl, hielt er ihre Hand fest und preßte einen Miß daraus. „Das war der schönste Sonntag,norgen meines Lebens." der iiti 11 schön: dieser Frieden in vir weiten^Welt und die freundliche 'Sonne." • ff Ä mir die Stunden weg geplaudert. Da ist die Seele wie reingebadet." he,n e;rf,rSS. ei ßlücf [ ifl ^ K'ndcr gingen sie durch den Park W°ls? ä u und wurden von Kletn-Cva mit schmollen- oem Muudchen empsaugen. nehint ihr mich aber init. Oder ich Ladenburg hinterher und spritze cuck' pudelnaß. Nicht wahr, Onkel Ladenburg?" ; "**“ <*'*• »ch ä®js“ " 5w< !i,ai w« ix 22. Kapitel. ^tte Bölslin vor ihrer Mädchenklasse stand - kiili«^ti-s^duchteude Angenpajrre auf sie gerichtet waren, N^^sich wohl. Die schwere Schularbeit war ein ent» &"Ä M^ß°w;cht zu den Stürmen ihres jungen ^M"cks. Seitdem sie iint Dietrich v. Nothkirch in aller §^5^^^chkert versprochen war, spürte sie ihr Blilt leichter durch die Adern rinnen. Gs wallte heiß in ihr ans wenn llt od IX «»« Ootben »I». aSMt* "* d,ii >Ä MZMMZM ssstjf *& 's»“« a *«i” aa b;«»»ru; L SL'L-'- "'''Ääfdi f" ».Ä?„s: rt *- weihen ^a7«^^?efne? Ä be ®mt ,5 ^l^ Pe^ u,lb den mn $äZA b v^$« “Ä' ba6 f,e unter bem dich ÄS mch'üLmml^' und ich könnte ohne Angst, wenn ich daran den"e dlk ^ ik7d!,'^^?''°?umpfe 8 » Ä? ÄÄS l* ?r-“ ; Und er nahm sie seine Arme und kW davonflatterten. ift- Älsläke'daKe Stimme"Fs5' T»üer!wasch mir L7.LL MJSfa tr "S?”«» ää K 5r r Äl?Ä''‘?a s a «-<» m,n i« lä^Ärkte'ÄF® ÄbSSSIÄ^ «- - «- Mein Liebchen geht im Traume Durch eine fremde Welt nnd schioebt im lichten Raume Hoch uberm Steimeuzelt. Und ich — ich sitz' hienieden ild schaue still empor Und lausch' in süßem Frieden Dem zarten Engelschor. Der singt wohl "eine Weise Von weltenfernem Glück, Und Liebchen kehrt ga,iz leise ^ -- Lürf unsre Welt zurück." ^ r . l Ö dav ^egel in dem frischen warmen Winde an Rn,!'bL'd.^'^^d, und er zog es strasf an "" ™ffi&fSbtg2SBh»** »«<« -- i« feelÄÄ ^''beuden eure Segelpartie über de darn "Ln^und AbschiAeiL.""^ ^^"itzsee hinter ®ÄWftS iiisipüis Crmnpnitz und wieder luriZ ^Ler"Nedlitz"nr"den'^üb^ IPüHl lipsügsll (Fortsetzung folgt.) Der Tod in den Lüften. » cm Novelle von Alexander Castell M, &ÄS'ÄZÄ' 5 "Ä,"®Ä **** MWUWWZM lang, und dicke Schläuche maensrm?^nr Waldrand euk- rasch aufblähte. | L Sj™ zm Mlle die sich Trachcrchällous nMcrlwch tibcc dc,n md" bre.te Äurie L MUkMWZMM — 66 JwÄBM“ 2 erett - Ei« rieselnder Nebel Mirde von einem \f, ™ re Sa “cP"' • Man wartete auf den Generalstabs- r 2 ,et st„! Feldstraße mng der östlichen Waldparzelle ent- au konriiten. Ter Ballouausstieg wav E L bohlen Es waren noch sieben Minuten bis dahtir. ... «MJ 1 "«den fielen Schlisse. Tort schien ein Borpostenqefecht ^ Wagen um die Waldbugunq Ivrän^ -.ge, und ermar da. Der Generalstabshanpima.in Jforb 3 ” nldfte den Offizieren btc «and und stieg in den lanaimn ?°'''piwinde tzgann'zu dröhnen, und der Ballon stieg Ä Ä Osstzter regulierte die Einstelleinen, starrte Mt 2 r Doppelyaken, an dem das Eisenkabel be- ,zuerst .^rollte. Der Hauplmann saß /twas miidc un Korb. Er hatte vor einer sich ^chber MchnÜtskommändenr empfangen, frinter duer fr* fd>1Betm Batterien, die '"ei&B&VZS ssÄrfc.-** ■ ff AÄSSft S }Il ie ' fuhr m bin Steuerring Ter Ballon ftpift«* ua.j‘.ÄÄi 1 " bi«*- ** i " iik "'" — «kKNkÄ^ ääSä heriubJ^r m dankt 412 würbe ebne fct “ 1 SÄ“r ä Bmmltct - *«* Kommando lande mit ^den ri, ct rJ^b-iücfWtdöj ein etwas gedecktes Gd- LN7 te “ Ä 88WSÄ«“Ä?Ä wwrP e L^ miWmaun behaglich im Korb. Er dackne an -inen »fis Ä ? Af .fcÄ SE -L*K Sä ä • sä” & serwdM ffiTÄ ttffÄ*“ÄI WetnSftS ;Ü"t'i 0 r rt '» L>° M-'-S« se,«'ch»et. Während lL ^annrnwaider m tiefblauen Wellen die Löben deckten lirfi »?!L UU *™ ^ ai . rt Jnfantericreuer herauf ging vlö^ «ÄsS^aAÄ« MWMGWLL^ Uch Ä» i iff) dreihundert Meter nordwest- längtzm nachfolgte Kitarren der Krenz.aurolle aelb ^ über dem Gelände wurde allmählich ganz geiv. Wie die ^eldentöne glanzten die Nebelstreifen im hert *t£ ^cht. .Höher und $?®&SJ. Als Glanz bei- 9 Sonnc mur ^ cir ' verteilten sie sich und verschw-anden im kleinen Koi?- 9 ^^. ^lf. Ler Hauptmann hatte in einem zu essen Ta?^>^!§ E ^as Kognak mitgebracht und begann auf ^Arme^/lopste sich auch mit den Händen T deine, um das-Blut in Zirkulation zu bringen, i-» /j T 3 -^errarn wurde nun bedeutend klarer. Deutlich waren «brn^//nbztneihuiidert Meter Entfernung die eigenen ^Ueriestelümgen. Me feindlichen kaum 160 Meter davor. Bei En ein Weiher Ta war eine Waldparzelle, ta- schlugen^ Wws^?ugL'^M°^bel knarrten. Tri.be» ansgersisen und weggetvorfeu ioürdeu sLulen stiegen auf. , iS»-.-, mit Telephonverbindung Wirkung. Fast zugleich kam tmiP' nr^*Sr a Ü? ^rrigierte die Schüße Stellung in der Dichtung von Minkt^o^ au fA ei: versteckten Aj&£3.9fah. Arft«»« tsz+orr .Li ®° nn wollte er das feindliche Feld ?tr. Stellung. Wo sich Leben zei^ wkltte abisuchen, Stettun xr.es auslöschen. ^ w » »** »ÄÄÄ >n Schattt-richter ] oroen. Die Lemp^utuo iuav Ätwjinu’ii lag Schnee, »reiße Es war, als ob Bäume Ms der Dampf sich vcr- ie kleine drintte konstatierte er S®^F«*Ö £.*4 <“ä i'Äi'VÄ“*' “»»»■«. vies das Divisionskvmmando an Er meldete eine Äerl^ Srl e T^h iCf,t ^ r ' Ä b «ÄS£ ÄA^ÄÄ m ei,,cr 5rrt 2 ede Minute donnerte jetzt eine Salw' lnn^.L ri-T sWWWZM einstellten ‘ ^ 1 Maichinengeivehre auf den Koch WWMIIZM -'letz ms Gelände emzeichneten. Das Dioisious- und 9 l?ttt ?^2 JRBfsj&i?® BW* I [ÄWTÄ;tÄ‘r MSSW ««-- Ä « fiKÄÄ SUSWÄJÄ1Ä 3tid> im Genick, hatte den Eindruck, als 08 der Mw m den Ballon geschlagen hätte. Hundert M^r Mlrch.toar n», Schrapnell erplodicrt. Es pfiff um den Koro-, schlug ut bte Ballonhülle ein . . . ein neues Geschoß kam im Bogen . . . es mußte noch näher platzen . . . wieder eure Exploiwn, daß d,e Gondel wre in einem Sturme schwankte und die Trahttaue knarrten, al* ob sre Lachcli, glitt chur mit den Miiud. Kr dachltt ..Ehe nicht eure Geschosse in meinen Ballon fahren, lvre Messer in etlvas Lebendiges, bin rch starker als chr. Trotz der Kalte, >,ie ilnr unmab, floß ihm der schwnß ur -strähnen über das Gesicht Wo das Feuer eines Geschützes aufblitz-te, lvo nur der Schatten einer Position sich zeigte, sandte er Granate um Granate l> " 'lliueit hatte die Schlacht begonnen. Jnfautenefeuer rauschte heraus wie wild brandende Wellen, Masclnucngewehre tronunelten dazwiscl-cn in rasenden: Tatr, dazu d,e bellen und ^'Mp>en schla.ae der Geschütze, es u*ar alles »v-,e eine grauenhafte Musik, rmd doch iLr mcher Rauch und Dampf, fast, nichts zu ^n. Tref im Süden entdeckte er jetzt plötzlich e,n zerstörte* Viadukt, -d,e Reste der Brücke ragten wie Arme ins Leere Vom Tivisionskomniando kam die Nachricht, daß da-, Ar- tilleriefeuer noch zehn Minuten andauern würde, daß dann oeo ^^"^Satt>?um Salve dröhnte. Tie zehn Minuten wurden endlos lang. Wenn er jetzt hinunter sah in das Meer von Rauch und Felier, das zum Himmel dampfte, kam ihm für Sekunden alle* vor, wie ettvas Entsetzliches und Spukhaftes, wie etwas Unw,rk- lickes ltitb in einem grauenhaften Traum Phantasiertes.^ Tan,l wurde es ruhig. Fast auf die Sekunde war da* Ge- tÖ]t Und ^jettt"^ürz1en sie hervor. Er hörte keine Stimmen, aber er fühlte, wie ein Orkan von Eisenstückcn auf sie ernbrach. Wie sie mit fliegender Brust vorwärts stürmten ime ein wilder OVefaita ans ihren Kehlen drang, wie sie tn Gruben und über Stachel drahte stürzten, sich wieder aufrafften . . . Und dann .... der .Hauptmann starrte mit verglastem Blick . . . kani das Ringen. Mann gegen Mann. Bajonette zuckten in Menschenleiber, aus deneil das Bütt „stromwers hervorschoß. Gewehrkolben hämmerten auf nackte Schädel, ein Kamps mit Zähnen und Händen, Gesicht an Gesicht. Röckseln, Flüche. Gekeuche und weitlstn gellende Scksrere durch die ^'ilft Bo,i Blut und Schweiß bedeckt niid von wahnsinniger Erregung trunken, sprangen sie in die feindlichen Gräben, der Hauptnlann- meldete von Augenblick zu Augenblick alles,,was geschah, sandte Granaten in den Rücken der Flüchtenden, fegte sie mit furchtbar stäiipenden Feuern fort, bis sie blutüberströmt und in zersprengten Haufen zurückgingen ... . , r . Er war jetzt ruhig, fast starr geworden über dem Eiitsetzlichen, das mic in mörderischen Strahlen von ihm ausging. Sern Gesicht hatte eine fülle große Maske bekommen. Einsanr ut Lüften schtve- hcnd war er wie der Tod, der da ein grauenhaftes Werk vollbrachte, und der da unten eine Hölle schuf, une sie me eut menschlicher Geist ersann. , t al ,.. r , , ......., Immer starrer und größer wurde fern Blick, bis es plötzlich vor iüm hell aufslammte. Ein weißes Licht umfloß ihn, cm Krachen folgte . . . Als sich der Rauch wieder verzogen hatte, schwankte der Ballon noch heftig hin und.her Er aber der raufend andere überwunden, lag eingesunken rm Korb, und Blut strähnen flössen ihm über das Gesicht, das seht rm sterben wieder ganz still lind menschlich geworden war. Tas Divisionskommando läutete an. Es bekam kerne Antwort mehr.. Einsanl schaukelte die Gondel in der kühlen Luft. vermischtes. ' Die deutsche Küche i st a n allem schuld! Unter den mannigfachen Versuchen, die die Engländer jetzt unternehmen, den „lltfprung alles Hebels" bei den Deutschen herauszi,finden, entbehrt der folgeiide »licht einer starken Komik. Ein englischer ^Gaslrologe" behauptet nämlich, endlich herausbekommen zu haben, .was die Quelle von allem ist, das hassenSwert an den Deutschen ist." Diesen Urgrund alles Bösen findet ec — in der deutschen Küche. Nach dem befauiiten Wort: .Der Mensch ist, waS er ißt" untersucht er den deutschen Speisezettel nach seine»', einzelne,: Bestandteilen und findet darin des Schiveren und Unverdaulichen so viel, daß die Wirkung aus die solche Speisen Essenden eine ganz sürchterliche sein mich. Sauerkraut und Wurst spielen in den AuS- führunge», dieses ,Mageuphilosophen" natürlich eine Hauptrolle. „Das beständige Zusichnehme», von Mahlzeiten, die nach der deiltschen Küchenmethode gekocht sind, muß die Gedanken des Betreffenden verwirren und alle seine Begriffe aus den Kops stellen", so schreibt er. Besonders komisch ist es, daß diese Worte nicht auS dein Munde eines Franzosen kommen, bei dem ja der Haß gegen die „Sauerkrautesser" alte Ueberlieserung wäre, sondern daß sie nu3 dem Lande der Beeisteaks zu uns herüber,vehen, woher das viele und unverdauliche Essen seit den Tagen Ehaucers als ein DolkSlaster gegeißelt wird. Aber diese verderbliche und gefährliche deutsche Küche ist nicht aus Deutschland beschränkt geblieben, sondern sie hat sich ailch in -andere Länder, sogar in Alblon eingeschlichen. Ter Verfasser weist darauf hin, daß viele sra»,zösische Gerichte, die in England beliebt sind, deutschen Ursprung« sind, und er rät allen, die nicht das hassenswerte deutsche Wesen in sich ausnehmen wollen, genau auf die Küche aufzupassen. Wenn die Stimmung nach einem Essen düster und dumpf ist, dann sei meistens ein auf deutsche Weise gekochtes Gericht daran schuld. Um den Kampf gegen das Deutschtum von Grund auf zu führen, müsse man vor allein die verderbliche deutsche Kochkunst aus den englischen Kuchen verbannen. . _ * Zeppelin besuch b e i einem englischen Konzert. Ueber das Erscheinen deutscher Zeppeline während eines Kollerte* in einer Stadt der englischen Ostküste erzählt die Sängerin Stella Earo l im .Ganlois" : „Ich gab mein Abschiedskonzert und hatte soeben die Wiederholung eines Couplets begonnen, als über dein Dach des Saales ein furchtbares Geräusch ertönte. Es waren deutsche Zeppeline, die, von, Meere kommend, die stadt überflogen. Innerhalb einer Sekunde war da« Publikum aufgesprungen und alles schrie erregt: „Die Zeppeline! . . . Die Zeppelme!... Ich hatte die Geistesgegenwart, meinen Bortrag nicht zn unterbreche»,. Ich fang gerade die Worte der Romanze: »Wenn ,ch eu, Döglein wär. . Und dies hatte tatsächlich den Erfolg, daß eine Panik vermieden wurde." . , , * Zweihundert Fingerringe f ü r die War sch a »,- Sieger. Bon einem patriotisch gesinnten Goldwarcnfabrnanten in Pforzheim ist den, württenrbergischen Landilurm-Jnfantcne- Regiinent Nr. 13 eine schö»»e Fre»»de bereitet worden. Ter Fabrikant hatte vor einiger Zeit 200 silberne Fingerringe angeferligt und diese Schinuckstücke denjenigen Truppen zugedacht, de»,en es vergönnt sein sollte, als erste in das eroberte Warschau einzuziehen. Als die russische Festung an, 4. Augu t siel, gravierte der Goldschnued das Datum dieses denkwürdigen Tages tn bie einzelnen Ringe em, die a»»ßer dem Silberreif nach Art von Siegelringen das deutsche Reichsrvappen aufweisen. Al« es dann bekannt wurde, daß das 13. württeinbergische Landsturm - Infanterie - Regiment zuerst m Warschaus Tore seinen Einzug hielt, ging die Schmncksendung an die tapferen Feldgrauen ab, die durch da« eige»,artige Andenken an den Polenkeldzug gewiß freudig überrascht worden sind. * Amerikanischer K r i e g s h u m o r. Wenn die Bolker ihre Kriege -vorher bezahle», müßten, dann würde das Reich des ewigen Friedens anluechen. (Chicago Daily Nervs.) — Das Schlimmste bei Rußland schei»,t zu sein, daß es kein stehe»,des Heer hat. (Washington Post.) — Aber wie kann dem, ein Volk, das einen Roosevell hat, unvorbereitet für de»,-Krieg genannt werden- lEoltM,b,a Stale.) — Nichts geht über Höflichkeit. Die höfliche russische Front will nur dein Zaren bei feinem nächsten Besuch die Reise verkürzen. (Columbia State.) -- Vüchertisch. — Haß. Der Roman eines Deutsch-Engländers, von Artur Landsberger. Geheftet 4 Mk., gelumden 5 Mk. „Für die Mssassung des Engländertimis von gestern und heute, die uns der spitze Grinel der jüngsten Geschichte ins Herz gepräat l>at, ,st dieser aufregende Roman ein sehr kräftiger Mlsdruck; die Züge niedrigster und gehässigster Berechnung, die vor keincr-Lüge zurück,chreat 'und die Maske der Ehrenfestigkeit Vorhalt, sind vom pol,tisch-natrouale!„ Gesanitverhalten aus eine Persönlichkeit übertragen und in grellen, aber treffenden Gegensatz zun, deutschen Wesen gebracht.