Ur. T 48 Sonntags.— Beilagen: viermal wöchenktich 5 5 bas vermitiags 9 Uhr. Gießener Anzeiger Geueral⸗Anzeiger für Gberhessen Letafionsbrud und Verlag der Brühl schen Untv.⸗Buch und Steindrudkerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Mittwoch, 24. März 1515 Bezugspreis monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertei⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuille ton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Erfolgreiche Abwehr französischer und rusischer Angriffe. Die Verfolgung der aus Memel vertriebenen Russen. ) Sreßes Hauptguartier, 23. Marz. Westlicher Kriegsschauplatz. Zwei Nuchtangriffe der Franzosen bei Carency, notdwwestlich von Arras, wurden abgewie sen. In der Champagne nahmen unsere Truppen einige 2 Minensprengungen vor und schlugen einen Nachtangriff nördlich von Beausejour ab. Kemerr Vorfstöße der Franzosen bei Combres, Aer mont und 2 7 hatten keinen Erfolg. Em Angriff gegen unsere Stellung nordöstlich von Badonviller brach mit schweren Verlusten für den Auf Oftende warfen feindliche Flieger wieder mrdrerr Bautben ab, durch die kein militärischer Schaden angerichtet, dagegen mehrere Belgier getötet und verletzt Ein französischer Flieger wurde nordwestlich von Verdun zum Abhsturz gebracht, ein mit zwei französi⸗ . besetztes Flugzeug bei Freiburg zur gezwungen. Die Insassen wurden gefangen ge⸗ nommen. l Oestlicher Kriegsschauplatz. Auf der Verfolgung der aus Memel vertriebenen Russen nahmen unsere Truppen Russisch⸗Krottingen und befreiten über 3000 deutsche, von den Russen verschleppte Einwohner. Russische Angriffe beiderseits des Or zyc wurden zurückgeschlagen. Oberste Heeresleitung. Wenn das Schlachtengetöse einmal laut von der Kun irgend eines amtlichen Diplomaten unter⸗ brochen wird, so darf man diese ebensowenig als baare * Mlunze„ wie die meisten diplomatischen Meinun 1— Frieden. Es herrscht mtr 15 Unterschted⸗ im Fri es meist eine ungewürzte Brühe, die nach nichts sch—— da die Diplomaten ja reden, um ihre Gedanken zu gen. Im Krieg ist es anders. Da wird dick aufgetragen, und es herrscht ein egewisse Ehrlichkeit, da die Herren von der Zunft sich wenig Mühe geben, das Ziel ihres Redens zu verbergen. Dabei ist nämlich in der 2 85 der Wunsch der Vater des Gedankens, und es gehört nicht viel dazu, um Vater und Sohn hinter dem Gedruckten und Gesprochenen zu erkennen. Mancher feine Diplomat wird die grobe, für den Massenverbrauch berechnete Arbeit in Kriegszeiten einschränken, so viel es immer geht, dye die schwierigere direkte amtliche Tätigkeit weit wich⸗ tiger ist. Die englischen Diplomaten haben nun bekanntlich schon ungeheuer viel grobes Geschütz verschossen, und die Balken bogen sich in der Welt, um sich freilich nach Erkennt⸗ nis dessen, wie die Dinge wirklich liegen, wieder gerade zu richten. Sir Grey ist der ärgste der englischen Schwützer nicht, aber auch er scheut sich nicht, noch immer zeitweise die dicke Berta der englischen Lügen und Verdrehungen in selbsteigener Person zu bedienen und abzufeuern. Was er neuerdings in einer Rede(siehe unter den nachstehenden Meldungen) wieder über die Vor⸗ Faser des Krieges er⸗ renzidee zur Schlichtung und Beseitigung der Kriegs⸗ nöte kann doch heute nur noch in ganz subalternen Hirnen spuken. Freilich, Sir Grey wird eingesehen haben, daß es leichter gewesen wäre, Deutschland und Oesterreich durch die Majoritätskünste einer Konferenz zu besiegen, als durch die Waffen. Pflegt England denn seine Ange⸗ legenheiten der Großmut einer Konferenz zu unterbreiten? Sicherlich hat der Rat der Großmächte in früheren Zeiten Befil manch erfreuliches Ergebnis gezeitigt, freilich auch man hohle und unhaltbare Lösung vollzogen. Und wo die Ag. lichkeit besteht, daß zuletzt in einer bestimmten Frage doch nur der Appell an die Waffen entscheidet, wird eine ver⸗ ständige Regierung sich den Wert und die Zusammen⸗ setzung einer Konferenz doch wohl genau ansehen müssen, bevor sie die Gegner etwa Zeit gewinnen läßt. Wir brauchen den treffenden Bemerkungen des Wolff-Bureaus an die Ausführungen Greys kaum noch etwas benden. Feldmarschall French, der englische Oberkomman⸗ dirende in Frankreich, hat dieser Tage ebenfalls einige weniger überzeugte als wohlberechnete Meinungen aus⸗ esprochen. Er hat in seinem Lager einen Vertreter der avas⸗Agentur empfangen und ihm über die Aussichten des herieges natürlich das gesagt, was wohlklingend war und gern gehört wurde. Selbstverständlich lobt der Franzose auch dafür die felddienstmäßige Einfachheit des Marschalls und den Ausdruck seiner hervorragenden Energie. Und dann wird eine ganze Wagenladung voll rauchender Mu- Ku verloren haben. Krieg ist ein rauher Krieg, und doch ist sein Problem relativ ein⸗ 21 b r nochmals Munition und immer wieder unition i Das ist die wesentliche Frage, die Be⸗ dincarng eines jeden schrittes. Alles b iel Mamitton, aber die tschen— und 1 2 lebhafter— brauchen noch mehr die Augen bes Marschls cuchten eine Höhe bei Wosztow ge als wir. Ich habe das Gefühl, daß sie in der letzten Zeit damit sparsamer umgehen, nicht mehr so verschwenderisch wie am Anfang. Mangel an Salpeter beginnt sich bei ihnen fühlbar zu machen. Auch die Moral ihrer Truppen hat gelitten, Man spricht, daß sie müde sind. Alles bei ihnen war auf einen plötzlichen Sieg berechnet. Dieser Plan ist gescheitert, und darunter leidet der Geist der Truppen. Im Innern Deutschlands werden die wirtschaftlichen ierigkeiten von Tag zu Tag größer. Gewiß sind die Deutschen noch weit von einer Hungersnot entfernt. Aber sie sind doch be⸗ hindert, das ist schon viel. 5 Dann wird noch Wohlklingendes von den Russen ge⸗ sprochen, die Memel besetzt hätten, von den Dardanellen, wo mehrere Forts zum Schweigen gebracht worden seien, und im Hintergrunde der Sieg gefeiert, der die Verbündeten erwarte. Die„Köln. Ztg.“ fügt indessen der faden Speise folgendes Gewürz hinzu:. Der britische Oberbefehlshaber hat offenbar nichts davon gehört, daß der Reichstag unserer Regierung soeben das Stickstoff⸗ monopol bewilligt hat und daß in Deutschland Salpeter in beliebigen Mengen hergestellt wird. Er scheint auch nicht gelesen zu haben, daß die englischen Blätter voll der Anerkennung sind über die Widerstandskraft unserer Truppen, deren die zehnfache Uebermacht der Engländer nicht Herr zu werden vermochte, und er baut nach wie vor trotz der das Gegenteil bekundenden Berichte Neutraler und trotz der Anleihezeichnung von neun Milliarden auf unsere wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Er weiß nicht, daß Memel befreit und Ostpreußen wieder prompt von den Russen ge⸗ säubert worden ist, und er muß sich von der Times darüber be⸗ lehren lassen, daß die vermeintlich„zum Schweigen gebrachten“ Forts der Dardanellen recht unangenehm weiter feuern. „ Ein Tagesbefehl des bayrischen Kronprinzen. Berlin, 24. März In etnem Tagesbefehl des T bayerischen Kronprinzen Rupprecht an die Truppen im Bereiche des 7. Armeekorps heißt es: „Soldaten! Durch Einsetzen von 43 Bataillonen gegen drei deutsche ist es dem Feinde geglückt, einen Bruchteil unserer Stellung nach heldenmütigem Widerstande der Besatzung wegzu⸗ nehmen. Die Wiederervberung ist mißlungen. Aber Euer Angriff hat die feindliche Unternehmungslust getroffen. Zwei feindliche Armeekorps haben nicht gewagt, über das genommene Dorf, dessen Besitz eine untergevrdnete Bedeutung hat, hinaus vorzudringen. Ich spreche Euch für Euren Kampfesmut und für Eure Hingabe meinen Dank und meine wärmste Anerkemrung aus. Ich erwarte zuversichtlich, daß Ihr jedem weiteren feindlichen Fortschritte eine unüberwindliche Schranke solange entgegensetzen werdet, bis der Tag der Abrechnung mit diesem Feinde gekommen sein wird. Er wird kommen. Ich vertraue auf Euch.“ Ein deutscher Luftangriff auf Calais. London, 23. März.(WTB. Nichtamtlich.)„Daily Mail“ meldet aus Nordfrankreich vom 23. März: Calais wurde am 22. März abends zum dritten Male von einem deutschen Luftangriff heimgesucht. Genau um Mitternacht wurden die Schläfer durch schweres Kanonen⸗ feuer geweckt. Die Scheinwerfer spielten nach allen Rich⸗ tungen. Kleine Flammenkegel, die in der Luft wahrgenom⸗ men wurden, zeigten die Stellen an, wo die Geschosse explodierten. Das Feuer dauerte etwa 20 Minuten, worauf alles ruhig wurde und die Scheinwerfer erloschen. Das Luftschiff wurde vertrieben, ehe es über die Stadt gelangte. Bomben hatte es nicht abgeworfen. Ein englisches Flugzeug abgeschossen. Amsterdam, 23. März.(WTB. Nichtamtlich.)„Tele⸗ graaf“ meldet aus Bergen op Zoom, die Deutschen haben ein englisches Flugzeug bei Westoapelle heruntergeschossen. Die Vergeltung der russischen Greuel. Beuthen(Oberschl.), 23. März.(WT Nichtamtlich.) Der im Katholiken⸗Verlag erscheinende„Kurzer Slacki“ veröffentlicht an der Spitze der heutigen Nummer nachstehendes: Angesichts der rchtungen, die in polnischen Kreisen über die Ankündigung entstanden sind, für die neuen russischen Greuel in Memel Ver⸗ 1 an Dörfern und Gütern in dem von Deutsch⸗ and okkupierten Gebiet zu nehmen, haben wir uns an das Große Hauptquartier mit einer Anfrage gewandt und darauf fol⸗ Antwort erhalten:„Der Feind ist Rußland, folglich kommt für Repressalien nicht polnischer, littauischer oder jüdischer Besitz in Betracht, sondern nur russischer.“ Die russische Reichswehr. Petersburg, 23. März.(WTB. Nichtamtlich.) 23 Jahrgänge der ungedienten Reichswehr erster Klasse sind zur Eintragung in die Listen aufgefordert worden. Infolge des Aerztemangels wurden Studen⸗ ten und Studentinnen älterer Semester als Aerzte und Krankenpflegerinnen herangezogen. Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien 23. März.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 23. März mittags: Die Kümpfe im Kar⸗ pathenabschnitt vom Izsoker Paß bis zum Sattel von nieczua dauern fort. In den letzten zwei Tagen wurden wieder starke Angriffe des Feindes zurückgeschlagen. 3300 Russen hierbei gefangen. In einem Gefecht, das um führt wurde, gelang es, den Geg⸗ ner aus seinen Stellungen zu werfen acht Offiziere, 685 Mann gefangen zu nehmen. 5 0 An den übrigen Fronten hat sich nichts wesentliches ereignet. N Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Berlin, 24. März. Die in vollem Gange befindliche große, heiße und blutige Schlacht in den Karpathen läßt, einem Spezialtelegramm des„Berl. Lokalarrz. zu⸗ folge, keine Beurteilung einzelner Abschnitte zu. Die Kämpfe dürften noch einige Tage mit gleicher Heftigkeit von beiden Seiten geführt werden. Die Helden von Przemysl. Berlin, 24. März. Daß General Kusmanek, der Verteidiger von Przemysl, seinen Degen behält, wird dem„Berliner Lokalanzeiger“ über Kristiania aus Peters⸗ burg gemeldet. Die russischen Offiziere hätten größte Bewun⸗ derung für den Mut und die Tapferkeit des Kommandanten der gefallenen Festung bezeigt. Kusmanek habe seinen Degen abgeben wollen, man habe ihm aber geantwortet: Herr Gene⸗ ral! Ein halbes Jahr haben Sie unserer Uebermacht Wider⸗ stand geleistet. Rußland wünscht, daß Sie Ihr Schwert be⸗ halten. Sie sind immer ein tapferer und ritterlicher Feind gewesen. Einer Petersburger Depesche in einem Rotterdamer Blatte zufolge zählte laut„Berliner Lokalanzeiger“ die Be⸗ lagerungsarmee von Przemysl rund 100 000 Mann. Die österreichisch-ungarischen Truppen in der Festung seien nur 25 000 Mann stark gewesen. Wien, 23. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der Kriegsbericht⸗ erstatter der„Neuen Freien meldet ũber die letzte Przemysl haben dings überzeugen, daß Przemysl russischen Fortsgürtel umgeben war. gestern und vorgestern von Norden uud Osten an, im Dezember des Stützpunktes i a von einem Die Russen griffen mum wo sie sich sschon i Der An⸗ verschoß noch so viel Munition wie irgend möglich. Unterdessen mittel ausreichten, zerstört. Heute früh begab sich ein Parlamentar des Festungskommandos zu dem Kommandeur der Belagerungs⸗ armee, um die Modalitäten der Uebergabe zu vereinbaren. Die Festung hielt sich bis zum äußersten. Schon der letzte Ausfall erzeugte eine arge Entkräftung der sparsam ernährten Leute. Krankheiten in der Festung taten das Uebrige. Die Besatzung be⸗ stand aus der Werschetzer Honved⸗Diviston von Tamassy, aus ostgalizischer Landwehr, galizischem und oberungarischem Land⸗ sturm, Wiener Festungsartillerie, niederösterreichischen Landsturm⸗ formationen und Festungsartillerie, und endlich aus einem Batail⸗ lon ungarischer Festungsartillerie. Das Verhältnis von Przemysl war in allen Stadien der Operationen des schlechte Wetter. Ende September und in den ersten Oktobertagen, während die Festung die Rehabilitierung unserer Armeen deckte, indem sie immense russische Kräfte auf sich zog, verschlechterten sich die galizischen Straßen bis zum Hindernischarakter. Infolgedessen war man während der Schlacht am San gezwungen, die Ver⸗ wundeten und Kranken, statt ins Hinterland, ächst nach der Festung abzuschieben. Sie belasteten den Verpflegstand; ja, man mußte die Feldarmee zum Teil aus den Festungsdepots verpflegen. Eine Eisenbahnverbindung mußte erst hergestellt werden. Die Straße nach Sanok war nämlich am 3. November schon wieder von dem russischen Geschützfeuer bestrichen. Der militärische Wert von Przemysl ist im Laufe der Zeit immer mehr gesunken. Zuletzt konnten die Russen, gestützt auf den eigenen Fortsgürtel und gegen⸗ über der kaum mehr ausfallfähigen Besatzung mit sehr dünnen Zernierungen aus en. Zum zweiten Male war es in der letzten Januarwoche, wo die allgemeine Offensive in den Kar⸗ vathen unter dem hereinbrechenden furchtbaren Wetter zum Still⸗ stand kam, ehe die russischen Flanken noch eingedrückt werden konnten. Die Russen fanden Zeit, ihre Massen zusammenzuraffen. Der Ueberraschungsmoment ging verloren. Ihre Gegenoffensive war allerdings fruchtlos, sie konnte Anfang März sogar mit einem neuen Vorstoß unserer Kräfte beantwortet werden. Gerade als dieser sich am hoffnungsvollsten anließ, trat der Nachwinter mit überreichen Schneefällen ein. Die darauf folgende russische Aktivität dauert noch an. Die Besatzung zerstörte die passiven Verteidigungsmittel, die Geschütze, Magazine und die Radiostation. Am 22. März morgens um 6 Uhr traf das letzte Radiotelegramm aus Przemysl ein. Gleich darauf sprengte die Besatzung die draht⸗ lose Station. Die letzte Depesche kündigt an, daß ein Bevoll⸗ mächtigter der Festung Unterhandlungen uber den Vollzug der Uebergabe begonnen habe. Der Seelrieg. London, 23. März.(WTB. Nichtamtl.) Nach dem Wochen⸗ bericht der Admiralität wurden in der Woche vom 10. bis zum 17. März acht britische Handelsschiffe mit 22 825 Tonnen Bruttogehalt torpediert und versenkt. Drei Schiffe. die torpediert wurden, erreichten den Hafen. 1539 Schiffe sind abgefahren und angekommen. Seit Beginn des Krieges sind 96 Handelsschiffe verloren gegangen. 54 davon wur⸗ den durch Kreuzer, 12 durch Minen und 30 durch Unterseeboote versenkt. Fischerfahrzeuge sind in der Zählung nicht einbegriffen. London, 23. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die drei⸗ ßig Mann betragende Besatzung des Dampfers„Rievaulx Abbey(1166 Tonnen), der zwischen Hull und den Nieder- landen verkehrte, ist gestern von einem Torpedoboot in Schiff sank am Freitag abend in der Nähe von Bridling⸗ ton aus unbekannter Ursache und strandete bei Withernsea. 1 ch ei nach Osten. Feldmarschalleutnant v. Tamassy mußte sich aber neuer⸗ griff wurde von der Besatzurg blutig abgewehrt. Unsere Artilferie f wurden die wichtigsten Teile der Umwallung, soweit die Spreng⸗ 9 Immingham gelandet und nach Hull gebracht worden. Das 1 * 9 6677S r 4 3 e 2 2 2 8 F 3 London, 23. März(WTB. Nichtamtlich.) Der Damp⸗ fer„Concord“ aus Whitby ist bei dem Leuchtschiff„Ro⸗ val Sovereign“ torpediert worden. Die Besatzung von 26 Mann wurde in Dover gelandet. Die Verteidigung der Dardanellen. Berlin, 3. März.(Priv.⸗Tel.) Die„Vossische Zei⸗ tung“ meldet aus Genf: Das„Giornale d'Italia“ erfährt aus Athen, daß auch der englische 14000 Tonnen⸗Panzer⸗ kreuzer„Cornwallis“ kampfunfähig geworden sei. Von den Schiffsbesatzungen der Verbündeten seien 300(2) tot, 13000 gerettet und einige Hundert, die ans Ufer entkamen, gefangen genommen worden. . Berlin, 24. März. Der Sonderberichterstatter der „Tribuna“ auf Tenedos meldet, daß die Alliierten dort von 40 Transportdampfern 30000 Mann Landungs⸗ truppen ausgeschifft hätten.— Die„Inflexible“ sei auf eine Sandbank geraten und noch nicht wieder frei geworden. Athen, 23. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die ekla⸗ tante Niederlage der Alliierten bei den Darda⸗ . nellen macht hier den größten Eindruck. Die Presse freut ssich, daß von griechischer Seite keine Schiffe mitmachten, da man sonst wahrscheinlich große Schiffsverluste zu be⸗ dweinen hätte. Außer den sieben teils gesunkenen, teils ha⸗ varierten Schiffen der Alliierten sind alle übrigen an dem Angriffe beteiligten zehn Kampfschiffe beschädigt und be⸗ sitzen teilweise nur noch einen geringen Gefechtswert. ö Die englischen Verluste. 85 1 London, B. März(WDB. Nichtamtlich.) Die eng⸗ llische Verlustliste gibt für den 16., 17. und 20. März 72 Offiziere als gefallen, einen als gestorben, einen durch einen Unglücksfall umgekommen, ferner 119 als ver⸗ wundet und 5 als vermißt an. 5 Die Rekrutierung in Irland. 5 London, 23. März.(WTB. Nichtamtlich) In einem Briefe an die„Times“ wendet sich Eduard Carson gegen die Aeußerung des Blattes, daß die Rekrutierung in Irland besonders schlecht sei, und schreibt, daß Ulster bis Ende Februar 2332 000 Rekruten gestellt habe, oder 205 von 10 000 Einwohnern. Die Grafschaften der nordöstlichen Ecke stellten allein ungefähr 30 000, oder 240 von 10 000, die übrigen Grafschaften der Pro⸗ vinz weniger als 2000, dafür aber Belsast 18 600, oder 465 von 10 000 Einwohnern. Die ungünstige Kritik über die Rekrutierung in Irland sollte daher nicht auf Ulster ausgedehnt werden. Carson meint, daß ein gemeinsamer Appell an die Bevölkerung von ihm und Redmond, wie ihn die„Times“ vorgeschlagen habe, zwecklos sei, und falsch ausgelegt werden könnte. John Lonsdale, unioni⸗ sti irisches Mitglied des Unterhauses, schreibt über denselben Gegenstand es sei eine bedauernswerte Tatsache, daß in vielen nationalistischen Distrikten die Rekrutierung erbärmlich schlecht gewesen sei; Ulster lieferte zwer Drittel aller irischen Rekruten. Bulgariens abwartende Haltung. 5 Sofia, 23. März.(WTB. Nichtamtlich.) Den Blät⸗ tern zufolge erklärte Ministerpräsident Rados la wow bei einer privaten Zusammenkunft der Parlamentsmehr⸗ heit, daß Bulgarien in abwartender Haltung verharren müsse bis zu dem Augenblick, wo die Interessen des Landes eine neue Politik erheischen. Der Ministerpräsident bezeich⸗ Gerücht über einen Wechsel im Ministerium für 5 u „ 23. März.(WTB. Nichtamtlich.)„Daily Tele⸗ apan hat Ching eine Liste von dmandschurei und Ostmongolei Niederlassung und zum Handels⸗ oder mehr Einwohner hat. Die Sitzung vom 23. dort zu erwerben, ist eine starke chinesische Partei dafür, daß die sogenannte Eisenbahnzone, das ist ein sieben Meilen breiter f N längs der Eisenbahnen, in dem die Japaner sich ansiedeln dürfen, hinreichend erweitert werde. China scheint außer⸗ dem bereit 8 sein, eine beschränkte Anzahl von japanischen i-Inspekto ren anzustellen, die als Beamte der chine⸗ eibungen und bewaffnete Zusammenstöße zu 5 London, 23. März.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Baureau meldet aus Tokio vom 21 März: Die politische Kam⸗ 5 für die am 25. März stattfindenden Wahlen geht ihrem 9 entgegen. Der Wahlkampf dürfte he werden. Der Premierminister Graf Okuma macht Wahlreisen. Nach amerikanischem Muster hält er Reden vom Eisenbahnwaggon aus. In einer Rede in Osaka sagte er, daß die Taktik Oppo⸗ sition die auswärtige Politik Japans in einem falschen Licht erscheinen lasse. Die Aeußerungen oppositioneller Blätter, die Gwßbritannien, Amerika, China und andere Länder erreichten, verbreiteten über die Motive Japans für die Teilnahme am Kriege unrichtige Anschauun 2. sei das der Noch mehr Fall üglich der i 2 EP 5 Ausgaben für Heer und Flotte und die diplomatischen Verhand⸗ 1— die 4.— Parenting 5. d f 2 Maß au cue die die ition nahmen der Regierung gebe. 1 N A** Nene Verdrehungsküuste Sir Edward Greys. 5 London, 23. März.(WTB. Nichtamtlich.) Staatssekrelär Grey sagte in einer Rede über den Ursprung des Krieges: Der Krieg hätte durch eine einfache Konferenz unter den Großmächten verhindert werden können, wenn Deutschland zugestimmt hätte. Frankxeich, Italien und Rußland hätten sich im Juli 1914 bereit erklärt, die Konferenz anzunehmen, und nachdem England einen Veorschlag dazu gemacht hatte, schlug man dem Zaren und dem deutschen Kaiser vor, daß der Streit an das Haager Schiedsgericht verwiesen werden sollte. Aber Deutschland habe jeden Vorschlag pbgelehnt, den Streit auf solche Weise E. Daher ruhe die Verantwortung, Europa in diesen Krieg gestürzt zu haben, allezeit bei Deutschland. Der Streit zwischen Oesterreich und Ser⸗ bien, den Deutschland als Gelegenheit zum Kriege benutzte, war viel leichter zu schlichten, als zwei Jahre früher die Balkankrise, die mit gutem Erfolg überwunden wurde. Deutschland habe aus seinen Erfahrungen mit der Londoner Konferenz gewußt, daß es auf Anseren guten Willen für den Frieden auf jeder Konferenz rechnen konnte Wir suchten in der Londoner Konferenz keinen diplomati⸗ schen Triumph, intrigierten nicht und arbeiteten unparteiisch und ehrenhaft für den Frieden. Wir waren im Juli bereit, das wieder zu tun. Wir gaben in den letzten Jahren Deutschland wiederholt die Versicherung, daß kein Angriff auf das Deutsche Reich von unserer Seite Unterstützung erhalten würde, wir lehnten nur das unbebingte Versprechen ab, neutral zu bleiben, wie aggresiv auch 7 3 N Polizze sis 2 . immer Deutschland sich gegen seine Nachbarn verhalten würde. Wir wissen jetzt, daß Deutschland sich so sehr auf den Krieg vor⸗ bereitete, wie nur ein Volk es tut, das den Krieg will. Dieses ist das viertemal in der Erinnerung des noch lebenden Geschlechtes, daß Preußen in Europa Krieg führt. Wir wissen urkundlich, daß Preußen in den Jahren 1864, 1866 und 1870 den Krieg gewollt habe. Dasselbe geschah jetzt, und wir sind entschlossen, daß es das letztemal sein soll. Grey fuhr fort, er habe längst vor dem Kriege Belgien versprochen, daß England niemals seine Neutralität ver⸗ letzen würde, so lange sie von anderen respektiert bliebe. Wenn Deutschland in Belgien einrückte, so waren wir verpflichtet, dem mit allen unseren Kräften entgegenzutreten. Wenn wir das nicht im ersten Augenblick getan hätten, glaubte jemand heute noch, daß, wie Deutschland Belgien angriff, die Zivilbevölkerung nieder⸗ schoß und das Land verwüstete in einer Art, die alle Regeln der Kriegsgebräuche und der Humanität verletzte, glaubte da jemand, daß wir hätten stillsitzen und zuschauen können ohne ewige Schande? Eine wesentliche Friedensbedingung muß die Wiederherstellung des unabhängigen, nationalen Lebens und der freie Besitz seines Ge⸗ bietes für Belgien sein, soweit möglich eine Entschädigung für das ihm geschehene grausame Unrecht. Die große Idee, für die die Alliierten kämpfen, ist die, daß die Nationen Europas ihr eigenes unabhängiges Leben führen und die eigenen Regierungs⸗ formen und die nationale Entwicklung in voller Freiheit ausbilden können, gleichviel ob es große oder kleine Nationen sind. Wir lernten seit Beginn des Krieges von deutschen Professoren und Publizisten das deutsche Ideal kennen. Es ist dieses, daß die Deut⸗ schen ein überlegenes Volk sind, denen alles erlaubt ist, was zur Macht führt, und gegen die jeder Widerstand Unrecht ist. Die Deutschen erstreben die Herrschaft über die Nationen des Kon⸗ tinents, diesen nicht Freiheit, sondern Dienstbarkeit bringend. Grey fuhr fort, er selbst wolle lieber umkommen, oder den Kon⸗ tinent verlassen, als unter solchen Bedingungen leben. (Sir Edward Grey verschweigt, daß es sich während der Balkankrisis um eine Konferenz handelte, die bezweckte, die Interessen der verschiedenen Großmächte an der endgültigen Regelung der Verhältnisse auf dem Balkan auszugleichen. Der Streitfall zwischen Oesterreich⸗Ungarn und Serbien be⸗ traf nur zwei bestimmte Staaten. Die Entscheidung dieses Streites einer Konferenz von Mächten zu übertragen, die in keiner Weise daran beteiligt waren, wäre mit der Würde einer Großmacht nicht vereinbar gewesen. Es hätte lediglich Rußland die Zeit gegeben, durch Mobilisierung seiner un⸗ geheuren Armeen die Freiheit der Entschließungen der Kon⸗ ferenz illusorisch zu machen. Welche Macht sich in jeder Weise auf den Krieg vorbereitet hat, das ergeben die von der eng⸗ lischen Regierung stets geleugneten geheimen polit i⸗ schen und militärischen Abmachungen mit Ruß⸗ land, Frankreich und Belgien. Daß nicht die Rücksichtnahme auf Belgien, dessen Unabhängigkeit und Integrität durch die bekannten Erklärungen Deutschlands gesichert war, Englands Beteiligung am Kriege bedingt hat, hat selbst die„Times“ in einem plötzlichen Anfall von Wahrheitsliebe unlängst zuge⸗ geben. Welches Land die Freiheit der kleinen Völker tatsäch⸗ lich bedroht, das zeigt die ganze Geschichte des englischen Ko⸗ lonialreiches, sowie der Gebrauch, den England von den ge⸗ — 2 Mitteln seiner Flotte in dem gegenwärtigen Kriege macht. Aus der italienischen Kammer. Rom, 23. März.(WTB. Nichtamtlich.) Am Schluß der gestrigen KRammersitzung schlug Ministetpräsident Sa⸗ landra vor, die Kammer möge sich bis zum 12. Mai ver⸗ tagen. Turati verlangte im Hinblick auf die internationale Lage verkürzte Kammerferien bis zum 15. April, und sprach den Wunsch aus, daß Italiens Neutralität eine solche des Friedens und der Gerechtigkeit sei. Salandra erklärte, es liege der Regierung fern, ohne das Parlament regieren zu wollen. Wenn er trotzdem etwas längere Parlamentsferien vorschlage, wolle er eben alle Aufmerksamkeit auf die inter⸗ nationale Lage richten können. Bezüglich der äußeren Politik habe er wiederholt Beweise des Vertrauens der Kammer emp⸗ fangen, welches nur ein allgemeines sein könne, und bedeute, daß man der Regierung die größte Aktionsfreiheit lasse.—5 stimmung.) Er habe das Bewußtsein, versichern zu dürfen, daß zwischen der Regierung und dem Parlament volle Ueber⸗ einstimmung hinsichtlich der Wahrung der legitimen Inter⸗ essen und gerechtfertigten Ansprüche des Landes bestehe. Sehr lebhafte Zustimmung und Beifall.) Die Kammer nahm Salandras Vorschlag an und vertagte sich bis zum 12. Mai. Die Meuterei in Singapore. Rotterdam, 23. März.(WTB Nichtamtl) Der„Nieuwe Rotterdamsche Courant“ berichtet nach dem„Delhi Courant“ und der„Sumatra Post“ vom 19. und 20. Februar weitere Einzel⸗ heiten über die Meuterei in Singapore. Von Passagieren des Schiffes„Medusa“, das am 19. Februar in Delavan ein⸗ 24 erfuhr der„Delhi Courant“, daß seit dem 15. ruar ernst⸗ liche Unruhen in Singapore unter den Pandschab⸗Soldaten herrsch⸗ ten. Die Engländer erzählten, die Ursache der Unzufriedenheit sei en, daß die Leute nicht an der 1 1 geschickt wurden, was der„Delhi Conrrant“ schwer glaublich findet Fünf Europäer fielen in den Gefechten oder wurden verwundet. Der Belagerungs⸗ zustand wurde verkündet. Frauen und Kinder mußten an Bord des Trans portschiffes„Nile“ gebracht werden. Die Holländer flüch⸗ teten an Bord der Paketsahrtschiffe. Die Eurvpäer wurden bewaffnet und erhielten Befehl, jeden Meuterer auf der Straße niederzu⸗ schießen. Am 17. Februar, als die„Medusa“ Singapore verließ. waren die Behörden Herren der Lage. Da die Zensur keine Nach⸗ richten durchließ, gingen aufregende Gerüchte unter den Ein re⸗ nen um, beispielsweise, daß der Suezkanal von den Türken be⸗ setzt sei und daß Hunderte in den Straßen Singapores nieder⸗ geschossen seien. Das Blatt„Straits Echo“ nimmt an, daß eine wohlvo ete Verschwörung vorliege.„Delhi Courant“ erfährt weiter daß die meuternden Pandschabs die Kabelstation angriffen Der Leiter der Station und seine Frau kamen dabei um 700 indische Soldaten sollen gemeutert haben, 300 von ihnen fielen in den Gefechten ntzit den europäischen Truppen. 400 Pandschabs sollen in der Kaserne bis zum 17. Februar Wider⸗ stand geleistet haben, wo sie sich eingeschlossen hatten, nachdem sie ihre Offiziere erschossen hatten Die Blätter unterliegen schä r f⸗ ster Zensur und veröffentlichen nur die amtlichen Kommuni⸗ qués über die Vorfälle. Es wird behauptet, die Meuterer seien von den deutschen Internierten aufgehetzt worden. Der„Javabode“ erfährt, daß am 29 der Aufstand ausbrach, die Meuterer in die Bunge einbrachen und alle Weißen ermordeten. Es entstand ein Gefecht mit Freiwillige und 20 Offtziere fielen, worauf die 2— 2—— 1. 8* ein ö eil es 5. santerieregime am zu e ein ösi Kri 255 das gerade abgefahren war, wurde drahtlos 1242 eru ee tze m folg age wurde aufs neue gek. Am 17. Februar wurden 200 Meuterer festgenommen. 8 Blad“ in Batavia berichtet, daß viele Zivilpersonen ermordet wurden. Am 16. Februar wurden 16 Personen beerdigt, darunter eine Dame, die erschossen worden war. Alle diese Nachrichten be⸗ ruhen auf mündlichen Mitteilungen, da die Zensur nichts durch⸗ läßt. Nach der„Sumatra Post“ nahmen an der Meuterei etwa 700 Soldaten teil. Ihr erstes war, 70 internierte Deutsche zu befreien. Die Militärbehörden warfen den Aufruhr durch andere Truppen nieder. Die Hälfte der Meuterer wurde niedergeschossen oder verhaftet, die andere Hälfte flüchtete aus der Stadt. Die Untersuchung ergab, daß die Verhafteten alle ziemlich große Geldsummen bei sich hatten. Die„Penang Post“ weist darauf hin, daß die offiziellen englischen Hriegs⸗ berichte unter den Eingeborenen keinen Glauben finden. VT 1 1 Haft Abteilung. Nachts fanden kleinere] Aus dem Reiche. Die Bismarckfeier in Berlin. g eee e aiser und König hat i. ö Geburtstag des Fürsten Bismarck an dem ihm errich⸗ teten Nationaldenkmal vor dem Reichstage eine Feier stattfindet, deren Art und Umfang dem Ernst der Zeit und der Stille der Karwoche, in die der Gedenktag fällt, ent⸗ spricht. Es ist vorgesehen, daß ein Vertreter des Kaisers, der Bundesrat, der Reichstag, das preußische Staatsmini⸗ sterium, der preußische Landtag und der Magistrat von Berlin sich in der Wandelhalle des Reichstages versam⸗ meln, sich von dort zu dem Denkmal N und vor diesem Kränze niederlegen. Der Berliner Sängerbund und Chöre der Berliner Schulkinder werden Lieder vortragen, Vertreter der Militär- und Ziwilbehörden, der Hoch⸗, Mittel⸗ und Volksschulen werden auf der Freitreppe und den Rampen zum Reichstag und um das Denkmal Auf⸗ stellung nehmen, ebenso die Vertreter von Vereinen, die sich an der Feier zu beteiligen wünschen. Schon jetzt ist die Zahl solcher Vereine ber groß. Weitere Anmeldungen nimmt der Vorsitzende Berliner Bismarck-Ausschusses, Justizrat Schmidt, Friedrichstraße 248, entgegen. Die Mel⸗ dungen müssen bis spätestens am 27. März erfolgen. * Berlin, 3. März.(WTB. Nichtamtlich) Wie die Kriegszeitung des„Berl. Lokalanz.“ meldet, erhielt Prinz Eitel Friedrich, der als Brigadekommandeur im Westen steht, den Orden Pour le mérite. Wilhelmshaven, 3. März.(WDB. Nichtamtlich.) Prinz Adalbert von Preußen wurde zum Kor⸗ vettenkapitän, im Heere zum Major befördert. Heer und Flotte. 5 Frankfurt a. M., 23. März.(WTB. Nichtamtlich. Wie wir von Fi digen Stelle erfahren, haben Se. Ex⸗ zellenz General der Infanterie Frhr. v. Gall das Eiserne Kreuz 1. Klasse und Se, Exzellenz General der Artillerie v. Bücking, Gouverneur der Festung Mainz, das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhalten. Im felde crwarten unsere Angehörigen den regelmäßigen eingang des heimat⸗ blattes. um cinc Unterbrechung in der Zustellung zu vermeiden, wollt man den feldpost/Be⁊ug des Gichencr Anzeigers fur das. nãchsie bierteijayr(nyru/ mai- Juni) schon jetzt erneuern Alle postamter nchmen dic hcucllung cutgegen. der vierteljahrs⸗ Bczug be⸗ trägt Mk. 3, 20 cinschliczlich der um⸗ schlag/ öcbuhr. Außcrdcm vermiticit dic vestellungen wic bisher auch dit Geschäftsstelle des bGichener An⁊cigers Aus Stadt und Cand. Gießen, 24. März 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Lt. Walter Schmidt, Inf.⸗Rgt. 88, aus Worms.— Fü oh. Nelck, Inf.-Rgt. 80, aus Mainz.— Landwehrmann Balth. a ust, Landsturm-Ins-Bat. Mainz, aus Mainz⸗Kastel.— Kriegs- freiw. Ludwig Pons, Inf.⸗Rgt. 115, aus Darmstadt.— Kriegs- freiw. Lehrer Ludolf Bietz, Res.-Inf.-Rgt. 222, aus Schönbach. — Unteroff. d. L. Friedrich Zoppsick, Res.-Inf.-Rgt. 88, aus Hanau. 1 % Linderung des Arbeiterman 5 i lichen man, daß des Verlangen tl. arbeiten zur—— gestellt werden, soweit ausreichende e Ueber⸗ wachung der st henden Frühjahrs⸗Feldbestell! jede nur angängige Rücksi ten, insbesondere von — 5 2* — 1 i 1910 eingeräumten Befugnis zur Erteilung Strasausschub ausgiebigen Gebrauch zu machen. Zu d i f g betreibt oder in 1 eee e as karg wrt. d oder Peiner ersönlichkeit 1. andwirt⸗ Arbeiter in 5 kommen kann. Zutreffenden ist dem Beurlaubten, wenn nicht die sofortige Strafvoll⸗ g aus besonderen Gründen geboten erscheint, zu eröffnen, ihm auf näher zu begründendes Verlangen für die Verrich⸗ une eigener oder fremder landwirtschaftlicher Arbeiten ein ent⸗ 8 Strafaufschub gewährt werden könne. Ein solches Ver⸗ langen kann auch von dem Dienstherrn oder Arbeitgeber ausgehen. Diesdezügliche Gesuche sind stempelfrei. Um einem Mißbrauch der gewährten Vergünstigung vorzubeugen, empfiehlt es sich, in den len, in denen eine e der Strafvollstreckungsbehörde 1 en ist, bei der Ortspolizeibehörde anzufragen, ob der N fte den Voraussetzungen, unter denen ihm der Strafaufschub . worden ist, entspricht. 0 gefangene in den Provinzialarresthäusern und Haftlokalen sind, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen gegeben sind(vergl. hierzu jetzt Bekanntmachung des Reichskanzlers über die Beschäf⸗ tigung von Gefangenen mit Außenarbeit vom 4. d. M., im Reichs⸗ Gesetzblatt Nr. 30 S. 130) und die nötige Sicherheit gegen ein Entweichen besteht, für landwirtschaftliche Außenarbeiten zur Ver⸗ fügung zu stellen. f 5 2 * Bismarck⸗Feier. Am Mittwoch, den 31. März, abends 8½ Uhr, wird sich im Stadttheater die Bürgerschaft zur Feier des 100. Geburtstags Bismarcks zu⸗ ü Aus dem für die Feier vorgesehenen Pro⸗ gramm, das der Oberbürgermeister im Anzeigenteil der vorliegenden Nummer bekannt gibt, ist zu erkennen, daß es sich um eine Aoßßage aus würdigen und kraftvollen Darbietungen aufgebaute Veranstaltung handelt, an der 1 117 alle Gießener Gesangvereine teilne men. Der Oberbürgermeister wird das Hoch auf Kaiser und Reich ausbringen, während Geh. Kirchenrat Prof. D. Eck die Festrede i mmen hat. So dürfte auch in der all⸗ gemeinen Teilnahme der Bürgerschaft die Dankespflicht an den großen Mann, dem die Feier gilt, zum Ausdruck kommen.. Großherzogliche Oberrealschule. Dem von Direktor Dr. Schnell erstatteten Jahresbericht über die Gie Oberrealschule entnehmen wir folgendes: Die Uebersicht des Schülerbestandes ergibt, daß die Anstali ein chließlich der Vorschule am 15. i 1914 697 Schüler und 16 Schülerinnen zählte. Im Laufe des Schul⸗ jahres traten in die Anstalt 26 Schüler ein, während 77 ausschieden Dem Glaubensbekenntnis nach waren 623 Schü⸗ ler evangelisch, 47 fatholisch, 40 israelitisch und 3 gehörten anderen Bekenntnissen an. 503 Schüler stammten aus Gießen, 210 von au— erste Jahr, in dem die An 2 neben dem Real gymnasium besteht, brachte mit Kriege mancherlei einschneidende Wir⸗ kungen im Leben der Schule hervor. Am 6. August unter⸗ zogen fich 13 Schüler tprüfung, 6 weitere Not⸗ Ser ven an 3 späteren Terminen. Zwölf Mit⸗ ö des Lehrerkollegiums gehören oder 9. örten dem 5 5 24 Primaner und 1— 9 4 4 unter die Fahne. Von ihnen i 27 r einer gefallen, Prof. Dr. Albert Klein. Vier Lehrer und ein Schuler haben sich —.— das 8 Kreuz erworben. dich n Re— am 6. März unterzogen si Schli⸗ lerinnen un Schüler, 1. am 30. Januar eine außer⸗ Reifeprüfung eine Kandidatin stattfand— zugendwehr angehörigen Schüler taten in den serien Dienste beim Roten Kreuz. Während der Erntezeit ging eine Anzahl unserer Schiller zur Aushilfe zu den Land⸗ wirten der Umgegend.— In 3 endkompagnien sind die Schüler unferer oberen Klassen fast alle teils hier teils in ihren Heimatgemeinden eingetreten. Die Leitung der militärischen Vorbereitung der Jugend in Gießen liegt in den Händen des Herrn Prof. Kraus müller. Eine von der Schule Ende Februar hegonnene Goldsammlung hatte einen ansehn Erfolg Es wurde bis Mitte März von unseren Schitlern 75 000 Mark zum Umwechseln eingeliefert. Hur Bekräftigung der Freude über glückliche Kriegsereig⸗ nisse wurde freigegeben am: 10. Oktober nach der Eroberung Antwerpens, 18. Degener nach den Erfolgen in Polen und dem geglückten Angriff des deutschen Kreuzergeschwaders auf die englische Küste, 17. Februar nach der. den masurischen Seen.— Aeußerlich macht sich der Krieg in der Schule auch dadurch bemerkbar, daß während der ganzen Kriegszeit eine Kompagnie ihr Geschäftszimmer im Schulgebäude hat und den Hof als Appellplatz benutzt. * Achthundert Zivilgefangene wurden heute morgen gegen ½8— 4 unter starkem Geleit in langem zuge zum f gebracht; die Gefangenen wurden von 1 in das Lager Holzminden überführt. Den. und Brot verbrauch der Selbst⸗ versorger betrifft eine kreisamtliche r in —. Nummer, die der Aufmerksamkeit der betr. Kreise an⸗ empfohlen sei.. Landkreis Gießen. F Watzenborn- Steinberg, 22. März. Die blutigen Kämpfe in Russisch⸗Polen haben ein weiteres Opfer aus unserer Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, dass heute abend meine liebe gute Frau, meine liebe Schwiegertochter, Tochter, unsere unvergessliche Schwägerin und Tante, Schwester, Frau Marie Elise Haas geb. Brück * im Alter von 27 Jahren nach langem, schwerem, mit grosser Geduld getragenem Leiden sanft entschlafen ist. * Die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Haas Familie Haas Ww. nebst Angehörige Familie Brück Ww. nebst Angehörige. Oppenrod und Albach, den 22. März 1015. Die Beerdigung findet Donnerstag. den 25. März. nachmittags 1 Uhr, vom Sterbehaus aus statt. schon schwer helmgesuchten Gemeinde gelordert. Der Bäckermeister Heinrich Sames II., der die Winterschlacht in Masuren unversehrt mitmachte, ist am 24. Jebruar 1915 gefallen.— Von den Schülern unserer Gemeinde wurden 4630 Mk. an Gold ge- lammelt und zur Ablieferung gebracht. Ein freier Schultag war ihr erwünschter Lohn. Kreis Alsfeld. Mücke, 22. März. Viel erörtert und besprochen wird der Plan der Kaiserl. Oberpostdirektion Darmstadt, in nächster Zeit die Mittagspost Ulrichstein— Mücke und zurück in Weg⸗ sall kommen zu lassen und nur eine einmalige Postfahrt: Ulrichstein—Mücke, morgens nach Mücke und abends zurück, ein ⸗ zurichten. Der Grund ist darin zu suchen, daß die beiden Post⸗ halter eine Aufbesserung verlangen, die aber von der Reichs post sowohl als auch von den beteiligten Gemeinden des Ohmtales nicht bewilligt werden soll. So mußten die Ohmtalbewohner sich mit der einmaligen Postbestellung begnügen. Kreis Wetzlar. ELützellinden, 22. März. Am Freitag, den 19. März, und Montag, den 22. März, trasen hier 20 Gefangene sran⸗ zösischer Natlonalität aus dem Krlegsgefangenenlager Wetzlar ein, um die Be- und Entwässerungsanlagen der Wiesen im Kleebach⸗ tale herzustellen. Unter Bewachung von Landsturmleuten schreiten die Arbeiten rüstig vorwärts. Hessen⸗Nassau. h. Frankfurt a. M., 28. März. Der Magistrat hat der Stadtverordnetenversammlung eine Vorlage über die durch den Krieg notwendig gewordenen Steuerer höhungen unter- breitet. Es sollen im gesamten zur Stadtgemeinde gehörenden Gebiete die Gemeinde⸗Einkommensteuersätze von 136 Prozent im Rechnungsjahr 1914 auf 157,50 Prozent im Jahr 1915 erhöht werden. 905 Homberg(Kurhessen), 23. März. Gestern morgen wurde in der Nähe des Dorses Mühlhausen ein 40 jähriger Handwerksbursche ersroren aufgefunden. Wie aus den bei der Leiche vor; gefundenen Papieren hervorgeht, handelt es sich um einen kürzlich aus der Strafanstalt Breilenau Entlassenen namens Hartung. F. C. Diez, 23. März. Vor fünszehn Monaten kam der Straf- gesangene Runstück in das Zentralgefängnis Freiendiez zur Ver⸗ büßung elner längeren Strase. Während' der ganzen Zeit seines dortigen Aufenthalts hörte man nie ein Wort von ihm. Nur mit dem Kopfe nicken konnte er. Gestern wurde Runstück von Freien- diez nach dem Amtsgerichtsgesängnis Ems überführt. Wer aber beschreibt die Ueberraschung seiner Umgebung, als Runstück plötz⸗ lich sprechen konnte und unumwunden gestand, fünfzehn Monate lang nur den Stummen markirt zu haben. je. Dillenburg, 23. März. Ungeahnte Kartoffel- vorräte kommen bei der jetzigen Bestandausnahme zu Tage. So sind im Dillkreis noch 150 000 Zentner Kartoffel vorhanden. Das ist auf den Kopf der Bevölkerung ein Vorrat von ca. drei Zentnern.— In dem kaum 1600 Seelen zählenden Ort Mom berg, Reg.-Bez. Kassel, sind 7000 Zentner Kartoffeln bei der Bestandaufnahme gemeldet worden. Märkte. de. Frankfurt a. M. Schweinemarktbe rich! vom 24. März. Aufgetrieben waren 898 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Lebendgewicht 87.50— 90.00 Me., Schlachtgewicht 104.00 108.00 Me. e Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 85.50—88.00 Mt., Schlachtgewicht 100.00.—104.00 M., vollftelschige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 87.00— 90.00 Mk., Schlachtgewicht 105.00— 108 Mk.: polfteischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 87.00— 90.00 Mk., Schlachtgewicht 105—108.00 Mk. Geschast lebhaft, geringer Ueberstand. le. Frankfurt a. M., 24. März.(Ortg.⸗Telegr. des„Oleß. Anz.“) Das Geschäft ist nach wie vor in Getreide ruhig. Greis⸗ bare Ware ist so gut wie nicht am Markte. Futtermittel fest. Mais 51—52 Mk., Sesamkuchen 36,00—36,50 Mk., Kokoskuchen 37,00 37,20 Mk., Palmkuchen 36,00— 36,50 Mk., Leinkuchen 60 Mk., Erdnußkuchen 38,50— 40,00 Mk., Napskuchen 32 Mk. Alles N 24. Mar.(Orig an a.„.„ 9 r. des Gieß. Anz.) Kartoffelmarkt. Kartoffeln im Großhandel 1 1 bis Kg. 14,00 Mk., im Kleinhandel Mt. 15,00— 16,00. Alles per wöchentl. Uebersicht der Todesfälle l. d. Stadt Gießen. 11. 2 Vorn 7. bis 13. März 1915 Einwohnerzahl: an men zu 32 900(inkl. 1600 Mann Militär). Nach Abzug von 6 Ortsfremden 14,22. erblichkeitsziffer: 23,70%, es starben an Zul. er⸗ Kinder wachen ee, f Altersschwäche 2 2— 2 Kindbettfieber 1(00) 1(‚)—— Diphtherie 10)—— 109 Keuchhusten 10)— 10)— Lungentuberkulose 1—— 1 Lungenentzünd 3() 1 1(˖) 1 anderen Krankhesten der Atmungsorgane 1— 1— Krankheiten des Herzens 1 1— 5 Krankheiten des Nerven- systems 1 1—— Krankheiten der Harnorgane 1(1) 100)—— Krebs 10) 1(05)—— Verunglückung 1 1—— Summa: 15(6) 9(3) 3(2) 3() Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. im Alter von 23 Jahren. getreu seine Arbeiten erledigt. Andenken bewahren. Gießen, den 24. März 1915. 01612 Mlerseinste bolländische sind blutfri . Angel⸗Schellfische roße 60 Pf, großmittel 60 Pf, kleinmittel 50 Pf. per Pfd. la. grosser Cabliau, kopflos im Ausschnitt ver Pfd. 65 Pf. 10 heute eingetroffen bei eee 10 leute zu verpachten. acta l Il Infolge einer Verwundung vom 7. März starb am 8. März Konrad Böckner Derselbe war bei mir langjähriger Ge⸗ hilfe und hat stets unverdrossen und pflicht⸗ Ich werde ihm stets ein ehrendes 2762 Elsoffer, nechtsanwalt. Halit ist per bald oder später unter günstigen Be⸗ dingungen an tüchtige kautionsfähige Wirts⸗ Unton⸗Brauerei A. G., Gießen. lletert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein u. prels wort ale Rr eehe Balu.- Druckerei Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 25. März 1015: Wolkig, trocken, mild, südwestliche Winde. Letzte Nachrichten. Zusammentritt der 2. hessischen Kammer. rm. Darmstadt, 24. März. Um den Staatshaushalts⸗ plan für 1915 noch vor dem 1. April unter Dach und Fach zu bringen, ist der Zusammentritt des Plen ums der Zweiten Kammer für Montag, den 29. März, vor⸗ gesehen, nachdem der erweiterte Finanzausschuß morgen mit den Vorberatungen zu Ende gekommen sein wird. 2 Deutsche Flugzeuge über der englischen Küste. f Amsterdam, 24. März. Zu der Fahrt der vier deutschen Flugzeuge an die englische Küste bei Deal am Sonntag melden die „Times“: Drei von den Flugzeugen kehrten sofort zurück. Das vierte warf zwei Bomben auf ein britisches Patrouillenschiff. Eine Bombe fiel in die Nähe des amerikanischen Dampfers„Manga Reva“, eine andere in der Nähe des niederländischen Tampfers „Flora“ nieder, worauf auch dieses Flugzeug in füdlicher Rich⸗ tung verschwand. Schaden ist nicht angerichtet worden.(2) Ein russischer Panzerzug erbeutet. Wien, 24. März. Aus Galizien wird gemeldet: Gestern wurde ein russischer Panzerzug von einer öster⸗ reichisch-⸗ungarischen Sappeurabteilun a b⸗ gefangen. Die Sappeure hatten sich in der Nähe des Bahndammes eingegraben und ließen den Panzerzug vorbei⸗ laufen, worauf sie das Geleise in einer Länge von 40 Meter zurück sprengten. Als der Zug zurückkehrte, wurde er von unseren auf der Wacht stehenden Sappeuren mit heftigem Feuer empfangen. Er suchte mit Volldampf zu entkommen und der Zugführer fuhr los auf die schienenlose Strecke, wo der Zug alen Der Lokomotivführer und der Heizer wurden getötet. Ein Teil der Soldaten fiel, der Rest ergab sich. Ein Interview Tiszas. 15 Budapest, 24. März. In einem Interview, das Minister⸗ präfident Graf Tisza dem Grafen von Ponzone für die Mailänder „Stampa“ gewährte, erklärte er, er hoffe, daß bei aufmerksamer und gründlicher Prüfung der momentanen Lage wie der Zukunft die derzeitigen Schwierigkeiten zwischen Oesterreich⸗Ungarn und Italien eine friedliche Lösung finden und sich ein inniges dauerndes Freundschafts verhältnis entwickeln werde. Przemysl. Stockholm, 24. März. Das Petersburger Telegruphen⸗ bureau meldet aus Lemberg: Die Galizier, die in Przemysl ge⸗ fangen wurden, erzählen, daß Hungersnot seit langem vor dem Fall der Festung in der Stadt herrschte, die in letzter Zeit noch zunahm, während auch das Fleisch zu Ende ging. Außer den Offizierspferden sah man in letzter Zeit kein einziges Tier auf den Straßen, alles vorhandene Vieh war zu Nahrungs⸗ mittelzwecken getötet worden. Außer der Hungersnot hatten die Belagerten auch an Typhus und anderen Krankleiten 1 zu leiden. Die abwartende Haltung Rumäniens. i. Köln, 24. März. Zur Frage der Neutralität Ru⸗ mäniens weist laut„Köln. Ztg.“ der rumänische Staatsmann Carp in dem Budapester Blatte„Moldawa“ darauf hin, daß der Kronrat nicht die Neutralität Rumäniens, sondern eine abwartende Haltung beschlossen habe. Es sei eine verhängnisvolle Selbsttäuschung, zu glauben, daß Rumänien ständig Zuschauer bleiben könne. Es könne in diesem Falle höchstens hoffen, seine zu erhalten. Wenn der Krieg noch Monate neue 2 Ein besiegtes Deutschland könne ihm Der 80. Geburtstag Adolf Wagners. ö Berlin, 24. März. Zur Vorfeier des 80. Ge⸗ burtstages des Altmeisters der deutschen National- ökonomie, Adolf Wagner, hatte gestern der Bund deutscher Bodenreformer eine 8estsitzung veranst 2 bei der Wagner als den eigentlichen ethischen National⸗ ökonomen der Deutschen Professor Gustav Schmoller feierte. Wagner sagte, wir müßten der Zeit dankbar sein, welche die englische Wirtschaftslehre des reinen Egoismus überwunden habe. Unter N befanden sich be⸗ sonders auch Professoren u Beamte. Der ehemalige Statthalter von Elsaß⸗Lothringen, Fürst von Wedel, der Staatssekretär des Innern Exzellenz Delbrück, General⸗ oberst von Moltke u. a. hatten ihrer Verehrung— den Jubilar in Glückwunschtelegrammen Ausdruck gegeben, die in der Versammlung verlesen wurden. Was der einzelne am Brotverbrauch spart, dient der Allgemeinheit. Den Heldentod fürs Vaterland farb bei einem Gefecht in den Karpathen am B. Januar unser lieber Sangesbruder Christian Rinker Ersatueservist im Res.⸗Inf.⸗ Regiment 223 9. Kompagnie 2743 Wir werden demselben ein ehrendes Andenken bewahren. Gesangverein, Eintracht · Ober⸗Bessingen. —— Die Ankunft eines TOCHTERCHENS reigen hocherfreut an Dr. med. Curt Koch Frauenarzt, 2. Zt. im Feide Thilde Koch, geb. Schenck Giessen, 24. Mürz 1915 Obstbaum-Karbolineum erstklass. Fabrikate, in jeder Menge bei August Moll, Kreuz- Drogerie Bahnholstrasse 51 rernruf 2 2 % ²˙ RCC C 0 ĩ iU;AuT ̃ u ˙ i111—˙—³ʃ... e „„ ² i QU. Unt- Spiel- Haus Von. 24. bis inkl. 26. Marz 1915: Das Geheimnis vom Green Park hervorragende Detektivstudie in 2 Akten. In der Rhone, malerisches Naturbild. 1 Intriguen des neidischen Julius, komische Posse. Unter der schwarzen Tanne realistisches Drama. 9 Der Regenschirm, große Komödie in 1 herrlicher Farbenkoloration. 1 Inn wiel des Schicksals, packendes Imkunstwerk in 3 Abteilungen. . 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Kapelle: — Ouvertüre„Zur Namensfeier“, op. 115. 2.„Hör uns Allmächtiger“, Chor 0 8. N Festrede b)„Das deutsche Lied“, Chor. 10 bis 1 Uhr an der Tageskasse und am letzteren Kartenvorbestellungen sind nur an die Kasse des Es wird ersucht, Karten, die nicht benutzt werden, Gießen, den 23. März 1915. Keller. Bismarck⸗Feier der am Mittwoch, den 51. März 1015, abends 8½ Uhr pünktlich im Stadttheater stattsindenden Feier des 100. Geburtstags des Fürsten Bismarck. Maschinenbauer⸗Gesangverein, Sängerhranz. Ehemalige Militärmusiker und andere Kräfte. Leitung: Herr Großh. Musikdirektor a. D. Krauße. Hoch auf Uaiser und Reich. a)„O Deutschland hoch in Ehren“, Volkslied, Satz von Fr. Bauer b)„Und hörst Du das mächtige Klingen“, Chor gehalten von Herrn Geh Kirchenrat Professor D. Eck 4. a)„Kennt Ihr das Land der Eichenwälder“, Chor 5. Krönungsmarsch aus der Oper„Die Folkunger“ Eintrittskarten zu den Volkspreisen des Stadttheaters(30 Pfg. bis 1.50 Mk.) sind Montag, den 29., Dienstag, den 30. und Mittwoch, den 81. März von kasse des Stadttheaters zu haben. Der Oberbürgermeister: 7 Gesangvereine: Akademischer Gesangverein, Bauer'scher Gesangverein, Bürger- gesellschaft, Chor des evangelischen Arbeitervereins, Gemütlichkeit, Harmonie, Heiterkeit, Evangelischer Kirchengesangverein, Kronbauer⸗⸗F Liederkranz, Liedertafel, L. v. Beethoven A. M. Storch A. E. Marschner Fr. Hegar J. W. Kalliwoda E. Kretschmer Tage auch an der Abend⸗ Stadttheaters zu richten noch so rechtzeitig an die Theaterkasse zurückzugeben, daß sie noch anderweit vergeben werden können. 75 Die Reineinnahme fließt der städtischen Kriegsfürsorge zu. Liunmnmmmummemeeeeeeeeeeeeeeeeee Mamma L ger fertiger Herren- Damen- Stiefel Marke„Petto« Amme CARL BERG. GEFSSEN Schuhwarengschäft. 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