Ur. 69 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Zweites Blatt Die„Gletzener Familienblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Ureis Sleßen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Zeit ragen“ erscheinen monatlich zweimal. 105. Jahrgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Gberhessen Mit schwerverwundeten Uriegern von Ronstanz nach Lnon und zurück. Ein Schweizer Blatt bringt einen interessanten Bericht über einen deutsch⸗französischen Verwundetenaustausch. Da⸗ bei wird hervorgehoben, das Benehmen der deutschen Be— völkerung habe in wohltuendem Gegensatz zu dem der fran⸗ zösischen gestanden. 16 Mann der Rot⸗Kreuz⸗Kolonne St. Gallen wären aufgeboten worden zu einem Transport von Konstanz durch die Schweiz nach Lyon und zur Heimbeglei⸗ tung schwerverwundeter deutscher Soldaten aus Frankreich nach Konstanz. Ein Mitglied der Kolonne erzählt über die Hin⸗ und Rückfahrt: Am letzten Donnerstag verließen wir, 16 Mann unserer Ko⸗ lonne. St Gallen. Wir mußten nachmittags 2 Uhr in Konstanz den Dienst antreten. Um 4 Uhr begannen wir mit dem Einladen der 234 schwerverwundeten Franzosen. Um 8.05 Uhr fuhr der Sanitätszug ab. Er stand unter der Leitung von Herrn Dr. Guisan, einem verdienten Förderer der Rot⸗Kreuz⸗Sache in der Westschweiz. Als stellvertretender Feldwebel stand ihm der Präsident der St. Galler Kolonne, Herr Rüegg, zur Seite. Ehe der Zug Konstanz verließ, hatte sich eine unübersehbare Menschenmenge am Bahnhof angesammelt. Es herrschte im Pu⸗ blikum eine untadelige, vornehme Disziplin. Kein Wort wurde laut; es war alles totenstill, vom furchtbaren Ernste des Augen⸗ blicks ergriffen. 2 Etzwilen wurde das erste Halt gemacht; wir waren in der Schweiz. Hier erhielten die Soldaten die ersten schweizerischen Liebesgaben. Ganze Zainen voll wurden in die Wagen gebracht. So wurden die Soldaten schon beim Beginn der Fahrt durch unser Land mit Geschenken überhäuft. In Winterkhur standen die Leute in großer Masse um den abgesperrten Bahnhof. Nur wer Liebesgaben abzugeben hatte, wurde zum Bahnsteig N In Zürich war ebenfalls alles abgesperrt; in Baden hielt wiederum das Publikum den Bahnhof dicht besetzt; das gilt auch für Bern und die großen westschweizerischen Stationen. Bei der stundenlangen Fahrt durch unser Land hatten wir 5 nügend Arbeit. Ich darf heute stolz sagen, daß die St. Galler Ko⸗ lonne auch diese Aufgabe gelöst hat als eine vom echten Samariter⸗ — tragene Truppe. Sie tat alles, um den armen Soldaten Frankreichs die Fahrt zu erleichtern, und die Verwundeten haben jede Hilfe und Handreichung mit herzlichem Danke belohnt. Wir n sieben Blinde bei uns, durch Schuß war ihnen das Augen⸗ icht geraubt worden; weit über hundert Mann hatten nur noch ein Bein, andere nur noch einen Arm, da waren Gelähmte. Ein junger Soldat hatte einen Schuß durch die Wirbelsäule; dabei war ihm ein Knöchelchen weggeschossen worden, und seither ist er vom Becken bis zu den Füßen vollständig gelähmt. Wieviel Not und Elend führte der Zug mit sich! Wie schrecklich ist der Krieg! Alles ört er, alles vernichtet er. Wir haben viel erlebt auf dieser vor allem aber wuchs in uns die Freude, helsen zu ditrfen und helfen zu können. Der Tag brach an wir fuhren auf französischem Boden; um 10 Uhr vormittags, also am Freitag, langten wir in Cyon an. Soll ich erzählen, wie kalt die Verwundeten— empfangen wur⸗ den? Es herrschte eisige Stille, alles ging sonderbar hart mili⸗ tärisch zu und her. Niemand bekam die Verwundeten zu 51 alles war abgesperrt. Die Soldaten wurden sofort in andere Zuge verladen und wieder fortgebracht in Spitäler im Innern des Landes. 2 babe hierbei den bestimmten Eindruck erhalten: Das französische Volk darf nichts von diesen Transporten zu sehen be⸗ kommen; es darf nicht wissen, wie die Sache für das Land steht. Nur das nicht! Das Volk verlöre den Mut und die Hoffnung.— Einmal kreuzte ein Truppentransport unseren Zug. Die ins Feld fahrenden Jungen sahen die Heimkehrenden; sie grüßten sich und trennten sich„Le jour de gloire est arrivs!“ sangen unsere Ver⸗ wundeten, als sie über die Grenze fuhren; nicht alle sangen mit; sie 3 so müde und ernst und wissen nicht, was die Zukunft In Lyon hatten wir deutsche Schwer verwundete einzuladen. Nach kurzer Rast mußten wir um 2 Uhr, nach dem Mittagessen, das wir in einem Spital einnahmen, wieder antreten. 166 Verwundete nahm unser Zug auf; um 4 ÜUhr stand er zur Abfahrt bereit. Ich habe erzählt, wie vornehm und untadelig sich das deutsche Publikum bei der Abfahrt in Konstanz benommen hat. —— 5 doch nur das gleiche sagen vom französischen Publikum in Lyon. ich wohl, daß sich vor und bei der Abfahrt des Zuges Szenen ereig⸗ neten, die zum Widerlichsten, Häßlichsten gehören, was ich je gesehen ch will hier nicht Einzelheiten verbreiten. Aber sagen darf] haus Dienstag, 23. März 1015 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckeres. R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul; straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: S851, Schrist⸗ leitung: 112. Adresse für Drahtnachrichtem Anzeiger Gießen. habe: und ich war jahrelang in der Welt draußen. Nicht der ver⸗ 8 Volksmasse möchte ich schuld geben, nicht den Frauen und Rädchen, Burschen und Männern, die in Wort, Geschrei und Ge— bärde die Deutschen beschimpften und nicht einmal mehr vor Krüppeln Achtung haben; nein, die Schuld trägt eine gewissenlose, aufgepeitschte Pariser Presse. Um die Deutschen den Blicken einer wütenden Menge zu entziehen, ließen wir die Roulcau der Wagen⸗ fenster herunter. Ein französischer Offizier rief dem Publikum zu: Soyez sages! Je vous en prie!“ Aber sein Ruf ging unter im Lärm Man achtete seines Ranges nicht. Das muß ich sagen: Die französischen Offiziere und Soldaten haben sich sehr nobel benommen. Sie waren im Verkehr nobel: doch der wütenden Masse gegenüber blieben sie machtlos. In den Abend hinein fuhren wir der Schweiz entgegen. Bei verschiedenen französischen Landstationen erfuhren wir ähnliche Szenen wie in Lyon. Ich will schweigen von all dem und über⸗ ehen zum schönen Empfang der Deutschen in Genf. chweizerboden— Schweizerart. Mit Blumen schmückten die Genfer Rot⸗Kreuzler den ganzen Zug. Die bekannte Genfer Wohl— täterin Frl. Favre hatte auf ihre Kosten den Verwundeten ein Nachtessen herrichten lassen, und jeder der Deutschen bekam ein Glas Bier dazu. Wie dankbar waren die Soldaten für jedes freundliche Wort, für die reiche Liebesgaben, für den herz⸗ lichen Empfang im alten Genf! Ein jeder bekam eine frankierte Ansichtskarte: ein Gruß an die Heimat, eine Erinnerung an die Fahrt durch die Schweiz. Vor Abfahrt des Zuges wurden die Karten eingesammelt und der Genfer Post übergeben. 1 Uhr nachts waren wir in Lausanne Auch hier gab es für die deutschen Soldaten eine Unmasse Liebesgaben. Der Bahnhof war dicht besetzt, der Empfang ein sehr warmer. Bern passierten wir um 3 Uhr morgens, und in Zürich trafen wir um 6 Uhr in der Frühe ein. Nach kurzem Aufenthalt fuhr der Zug der deut- schen Grenze zu. In Etzwilen, Steckborn und Ermatingen wurden wiederum Liebesgaben gespendet und bei der langsamen Vorbei⸗ fahrt sogar in die Wagen geworfen oder gar an Angelruten durch die Wagenfenster hineingeboten. Bei der Einfahrt in Konstanz spielte eine Musikkapelle „Heil dir im Siegerkranz“. Mit Musik und Hurra- und Hoch⸗ rufen wurden die heimkehrenden Schwerverwundeten empfangen. Eine gewaltige Begeisterung ging durch die tausend und tausend, die sich eingefunden hatten. Das war der Gruß des deutschen Volkes an 7 heimkehrenden, schwerverwundeten Krieger. Da blieb kein Auge trocken, und uns Schweizern wird der Empfang unvergeßlich bleiben. Wie anders war es in Konstanz als in Lyon! Woher das wohl kommen mag? Wir Neutralen sind Zuschauer. Aber von Zeit zu Zeit greifen wir als Vermittler ein, und wo es gilt, helfende Hand anzulegen, da wollen wir beweisen, daß wir nicht laue Beobachter, sondern gute, aufrichtige Nachbarn sind. Was wir den andern Gutes tun, ist unsere Pflicht; denn wir leben mit allen Nachbarn im Frieden. Aus dem Reiche. Die Memeler Flüchtlinge. Königsberg(Preußen), 22. März. WTB. Nichtamtlich.) Regierungspräsident Graf von Heyserlingk begab sich am Samstag auf die Kurische„ um die Ortschaften, in denen Memeler Flüchtlinge sind, zu besichtigen Auf der Nehrung befanden sich 7 bis 8000 Flüchtlinge, welche überall von der Bevölkerung frenndlichst cufgenommen worden waren. Für die Lebensmittel zufuhr von Königsberg war sofort vom Landeshaupt⸗ mann im Ei mit den Staatsbehörden gesorgt worden. Warme Decken und Kleider lieferte die Versandstelle des Vater⸗ ländischen ins in Königsberg. Der Abtransport der Flüchtlinge war durch Sturm und Schneewettter erschwert, trotzdem gelang es, etwa 3500 Menschen zu Wagen nach Cranz und in Schlitten über das Kurische Haff von Schwarzort nach Starischken und von Nidden nach Karkeln zu bringen. Dagegen konnten die vom Regierungspräsidenten von Pillau nach Schwarz⸗ ort zur Aufnahme von Flüchtlingen entsandeen Dampfer wegen des herrschenden Stuymes leider ihre Aufgabe nicht erfüllen. Die rüstigen jungen Leute kamen zu Fuß über die Nehrung und das Packeis. In den Ortschaften, in denen Flüchtlinge rasten, ist überall für Verpflegung und Unterkunft gesorgt. In Schwarzort befanden sich zeitweise 7000 Menschen. Dort leitete der Memeler Landrat, Geh. Regierungsrat Cranz, persönlich die Fürsorge. Das Kranken⸗ „Barmherzigkeit“ entsandte dorthin Gemeindeschwestern. Ein Arzt ist von der Regierung nach Nidden gesandt worden, ein an⸗ derer Arzt wird nach Schwarzort geschickt. Fahrt des Vereins für das Deutschtum im Ausland nach Friedrichsruh. Der Hauptvorstand des Vereins für das Deutschtum im Aus⸗ land hatte geplant, am 1. April die Auslandsdeutschen aus aller Welt zu einer gemeinsamen gewaltigen Kundgebung nach Hamburg zusammenzuladen. Der Krieg hat diesen Plan vernichtet. Der Ver⸗ ein ladet indessen, wie er uns schreibt, alle Mitglieder und Freunde der deutschen Sache ein, gemeinsam mit ihm in Friedrichsruh an dem Grabmal e Reichsgründers am 1. April einen Kranz niederzulegen. le, die gewillt sind, sich an dieser feierlichen Kundgebung zu beteiligen, werden gebeten, ihre Anmeldung bis zum 22. März der Geschäftsstelle des Vereins für das Deutschtum im Ausland, Berlin W. 62, Kurfürstenstraße 105, bekannt zu geben. 1 Berlin, 22. März.(WTB. Nichtamtlich) Wie wir hören, hat der Kaiser am heutigen vaterländischen Gedenktage dem Staatssekretär des Innern und Vizepräsidenten des Staatsministe⸗ riums Dr. Delbrück, dem Minister der öffentlichen Arbeiten v. Breitenbach und dem Reichsbankpräsidenten Havenstein das Eiserne Kreuz 1. Klasse, sowie den sämtlichen Staats⸗ ministern, Staatssekretären und Oberpräsidenten das Eiserne Kreuz 2. Klasse am weiß⸗schwarzen Bande verliehen, soweit sie nicht schon im Besite dieses Ordenszeichens sind.. Berlin, 22. März.(WTB. Nichtamtlich.) In der heutigen Sitzung des Bundesrats wurde itber die Festsetzung der Ma⸗ trikularbeiträge für das Rechnungsjahr 1915 Beschluß ge⸗ faßt und den vom Reichstag angenommenen Gesetzentwürfen, betreffend die Feststellung des Reichshaushaltsetats, sowie des . der Schutzgebiete für das Rechnungsjahr 1915 zu⸗ gestimmt. Dresden, 22. März.(WTB. Nichtamtlich.) Aus Bethe⸗ noiville wird unter dem 21. März gemeldet: Der König be⸗ sichtigte gestern das Schlachtfeld von St. Privat vom 18. August 1870, u. a. das Sachsendenkmal und das Grab des sächsischen Generals v. Graushaar, ferner die sächsische Mörserbatterie und besuchte dann den sächfischen General der Infanterie von Carlowitz sowie den Oberbefehlshaber der 3. Armee, Generaloberst v. Einem. Am Abend traf der Monarch in dem Hauptquartier des komman⸗ dierenden Generals von Kirchbach ein. Am Sonntag besuchte der König die sächsischen Reserveregimenter, die insbesondere in den Kämpfen bei Ripont Hervorragendes geleistet haben. Später begab er sich zu kurzem Befuche des Kaisers in das Große Haupt⸗ quartier. ö Aus Stadt und cand. Gießen, 23. März 1915. umzug. 5 im Fam Hautsherrn allemal ein einschnei⸗ dendes Ereignis, wenn der Möbelwagen bestellt und das Heim verlegt werden soll. Der 1. April steht heuer auch in dieser Beziehung unter einem ganz besonderen Zeichen, nämlich unter dem des Krie ges. In n Familien hat er einschneidende Verã in der Lebenshaltung her⸗ acht. indem der Ernährer im Felde geblieben ist⸗ und nun an die Hinterbliebenen die en, i 5 Leere tritt, ihren Haushalt mit geringeren Mitteln zu ite oder ganz au en. Diese Erscheimungen dürften sich auch in Gießen diesmal stark bemerkbar machen. Wie wir hören, liegen bei den Möbelspediteuren viele Umzugsauf⸗ 1b nach auswärts vor; Veranlassung des We ist in vielen Fällen der Tod des Familienhauptes. satz in Ge⸗ stalt des Zuzugs von außerhalb soll einstweilen noch nicht in entsprechendem Umfang zu erwarten sein. Wer es eben einrichten kann, pflegt die Verlegung feines Heims vor dem eigentlichen Umzugstermin zu be⸗ werkstelligen, und die Wohnungen, die leer standen, haben ihre neuen Mieter schon aufgenommen. Für die andern bringt dann der Monatsletzte die Freuden und Leiden des Wohnungswechsels. Mehr als je erscheint es heuer berech⸗ tigt, denen, die sich ein neues Heim einrichten, die Forde⸗ rung nach dessen Vervollkommnung entgegenzu⸗ Der Blumenhandel der Riviera in Kriegszeiten. Der Frühling ist an der Riera nun mit vollem Prangen eingezogen, wenn auch freilich ganze drei Wochen später als sonst, da die starken Schneefälle in den Bergen ihm bis dahin den Weg versperrten Myriaden von Blumen entfalten nun ihren Duft, und an geschützten Stellen wagen sich auch schon die Blüten der Obst⸗ bäume hervor. Aber in all diesem Blühen und Treiben des Lenz herrscht diesmal nicht dieselbe Freude und Lust wie sonst. Den Be⸗ wohnern, denen die Frühlingspracht sonst nicht nur ästhetischen Reiz sondern auch klingenden Lohn brachte, ist mit der Ueppig⸗ keit des Blühens wenig gedient, denn sie können ihre Blumen nicht absetzen. Wie Grace Curnock in der„Daily Mail“ des Näheren ausführt, liegt der Blumenhandel der Riviera völlig darnieder, weil die Kunden aus all den kriegführenden Ländern fehlen, in denen man jetzt an andere Dinge denkt als an die holden Kinder des Südens Noch niemals find die Blumen so wenig wert gewesen, und man überschüttet verwundete Soldaten geradezu mit diesen 8 Floras, mit denen man sonst sehr haushälterisch um⸗ ging. Sobald sich ein Krieger auf dem Blumenmarkt von Nizza zeigt, so entsteht ein edler Wettstreit unter Herren und Damen, die ihm die meisten Blumen schenken wollen, damit er sie seinen Kameraden im Lazarett mitnehme, und der Arme keucht dann be⸗ laden mit einer übergroßen duftigen Last davon. Seit der fran⸗ zösische Schriftsteller Alphonse Karr vor etwa einem halben Jahr⸗ hundert die ersten Rivierablumen nach Paris sandte, um sie dort fen zu lassen, und damit die Mode der Rivierablumen be⸗ gründete, haben sich immer weitere Kreise der Rivierabevölkerung mit dem Blumen- und Obsthandel beschäftigt, und allein nach Paris und London wurden jährlich fast 10 000 Tonnen Blumen gesandt. Dieser Erwerb ist jetzt auf einen sehr geringen Maßstab ein⸗ eschränkt, und mit Wehmut blicken die Leute auf die blühende racht, die ihnen Nahrung verschaffte und die jetzt nutzlos ver⸗ duftet oder zu Schleuderpreisen weggegeben werden muß. Aber der dies jährige Ausfall ist es nicht allein, der den Blumenhandel an der Riviera schädigt Da ein großer Teil der geschulten Gärtner eingezogen ist, so bleiben zur Pflege der Gärten und zum Züchten Blumen nur noch die Frauen und die alten Leute übrig, und da diese die Kunst vielfach nicht so gut verstehen, so wachsen und wuchern die schönen n wild; die Pflanzen leiden; die seinen Arten, aus denen die 1 2 5 gemacht wurden, geraten. Aicht, und auf Jahre hin dürfte die ganze Zucht, die so zarter Obhut und so feinster Behandlung bedarf, sich nicht wieder in so edlen Arten entfalten, wie man sie vor dem Kriege erlangt hatte. uen arbeiten, die, so gut es geht, die Arbeit tun. Der Winter gewesen, und es gab so viel Schnee und Frost, wie seit nicht. Auch das trägt Hazu bei, daß die Blumenernte keine te sein wird, und darunter dürften am schwersten die D großen e den zahllosen Gärten der Riviera sieht man jetzt nur Herold 55 3 von Grasse zu leiden haben, die ganz Europa mit wohlriechenden Essenzen versorgen Viele Kilometer rings um diese schöne Stadt dehnen sich ja die Felder mit sorgfältig gezüchteten Blumen aus, die ihren Duft dann für die Parfüms hergeben müssen; sie stehen auch jetzt wieder in voller Blütenpracht, denn der Frühling ist schließlich doch noch mächtiger als der Krieg, wenn au eilich seine Schöpfungen unter der harten Faust dieses Widersachers leiden müssen. — Wilhelm Herolds Abschied von der Bühne. Aus Kopenhagen wird uns geschrieben: Gleichzeitig mit der Vollendung feines 50. Lebensjahres nimmt Wilhelm Herold, der gefeierte Tenor des hiesigen kgl. Theaters, der ja durch seine Gast⸗ spiele auch in Deutschland allbekannt geworden ist, Abschied von der Bühne. Dieser Entschluß des Künstlers, mitten im vollen Glanze seines Ruhmes die Stätte seiner Wirksamkeit zu verlassen, bildet ein neues Zeugnis dafür, wie klug Herold Kunst und Leben immer zu erfassen und zu gestalten verstanden hat. Er ist ein erstklassiger Tenor und— verzeihen Sie das harte Wort!— den⸗ noch intelligent. Nur dank dieser Intelligenz konnte er seinen Weg so schnell und so siogreich machen, denn es ist kein Ge⸗ e wenn man offen ausspricht, daß seine Stimmittel von use aus an Glanz hinter denen manches seiner Kollegen vom r zurückstanden Herold selbst hat einmal, wie der Musik⸗ itiker Charles Kjerulf erzählt, ausgerufen:„Ach, hätte ich nur Niels Hansens Stimme gehabt— da hättet Ihr was sehen und vor allem hören sollen, Kinder!“ Aber wenn er Niels Hansens Stimmittel nicht hatte, so verfügte er dafür über ein solches Ge⸗ schick in der Behandlung und der Oekonomie seiner Stimme, bildete er sich zu einem solchen Meister des Vortrages aus, daß er Dänemarks größter moderner Tenor und einer der gefeiertsten modernen Tenöre in ganz Europa werden konnte. Freilich hatte 8 seine Stimme von Hause aus die besonders glückliche Gabe eines sehr innenden Klanges; dazu kam das entschieden Männlich⸗ Si e, das Herolds 5 Spiel und Erscheinung kenn⸗ nete, und so konnte es geschehen. daß vor 22 Jahren der als 28jäghrige Schullehrer von der Insel Bornholm das an⸗ 1 7. Publikum sogleich im Sturme gewann. behauptete dann freilich diese Stellung nur dank einer un⸗ ausgesetzten Arbeit an sich und seiner Kunst. Zu seinen Eigen⸗ tümlichkeiten gehörte in erster Linie die vollkommene Herrschaft, die er auf der Bühne über sich besaß. Er rührte, erschütterte, be⸗ zauberte, blieb aber dabei stets Meister seiner selbst. Dafür zeugt cine hübsche Anekdote, die der bereits erwähnte Kjerulf von zu erzählen weiß. Der Künstler hatte die Gewohnheit, vor dem Betreten der Bühne immer mit irgend etwas zu spielen. So steht er auch eines Abends hinter den Kulissen und jongliert mit einem Zweikronenstilcke, wirft es in die Luft, fängt es wieder auf, läßt es verschwinden und wieder empor— bis bas Geldstück stellungen gefeiert. Die Preise sind er⸗ höht, aber das Haus wird sicher gestopft voll sein, und das Publi⸗ kum wird keine Gelegenheit vorübergehen lassen, um Wilhelm Herold zu beweisen, wie dankbar es ihm ist und wie es ihn schätzt. N — Tränkt der Storch seine Jungen? Eine alte Streitfrage der Vogelforscher ist jetzt durch einwandfreie, durch die photographische Platte festgehaltene Beobachtung zugunsten von Naumann und Brehm entschieden: Tränkt der Storch — gemeint ist der weiße Storch— seine Jungen? Albert Heß teilt in der„Naturwissenschaftlichen Wochenschrift“ im Auszuge die Beobachtung mit, die A. Burdet in Wageningen in Holland machte: er sah, wie ein Storch in einem nahen Graben Wasser holte, das heißt den Kehlsack damit füllte, zu seinem Nest flog und seine Jungen tränkte und bespritzte. Ein klarer Wasserstrahl war deutlich sichtbar. Burdet hat den Hergang photographiert. Er macht mit Recht darauf aufmerksam daß dieser zug aus dem Leben eines so leicht zu beobachtenden Vogels von den Ornithologen offenbar übersehen wurde. In der Literatur schreibt nun Naumann: Gabuch Wasser schleppen sie im Kehlsacke zum Neste.“ Und Alfred Brehm(Tierleben):„Die nötige Wasser⸗ menge schleppen die Alten mit der Nahrung im Kehlsacke herbei und speien ste diesen vor Bei großer Hitze sollen sie die Jungen auch überspritzen“ Der schweizerische Storchenbeobachter Fischer⸗ Sigwart in Zofingen t nicht an ein solches Tränken und vermutet, daß die Beobachter einen Vorgang beim Füttern un- richtig gedeutet haben. Die jungen Störche find in den Nestern auf den Haus- und Kirchendächern sehr stark den Sonnenstrahlen ausgesetzt. Die alten Störche trinken fleißig und viel. Der an Wasser wäre daher begreiflich. Bei den Vögeln ist aber ein richtiges Tränken der Jungen durch die Alten sonst nicht der Fall, so daß dieser Punkt der besonderen Beachtung verdient. 9 — 8 halten. Mancher wird durch die veränderten Verhältnisse, die der Krieg im Gefolge hat, in weit höherem Maße an die wier Wände gefesselt, als es vielleicht bisheran der Fall gewesen sein mag. Das Leben in einer Familie, der das Haupt, wenn auch nur zeitweise, fehlt, oder die sich aus welchen Gründen auch immer mehr an den häuslichen Herd .— fühlen muß, nimmt andere Formen an, ist ab⸗ hängiger von der Ruhe und der Behaglichkeit der Wohnun⸗ gen, als es früher war. Das Heim muß manches ersetzen, was man sich früher draußen zu suchen gewöhnt hatte, muß der Mutter stärker dazu dienen, die Zusammengehörig⸗ keit der Familie und die Ordnung unter den Kindern, denen die Hand des Vaters fehlt, aufrecht zu erhalten. Da gilt es in erster Linie, den warmen Schimmer des Bewohntseins, der Behaglichkeit zu verbreiten. Im Gegensatz zu den von außen auf uns einstürmenden Eindrücken muß die Wohnung das starke Gefühl des Sichgeborgenwissens in uns wecken, muß zum Ausruhen von der an alle herantretenden er⸗ höhten Anspannung im Daseinskampf geradezu einladen. Mit dem von allerlei sauber angeordneten Nichtig⸗ keiten vollgepfropften Staatszimmer, in dem man sich scheut, etwas aus der Hand zu legen, ist es nicht getan. Ein Zimmer, das dem täglichen Gebrauch dienen und doch auch dem Gemüt etwas sagen soll, darf nichts Unnötiges ent⸗ halten und braucht drum doch nicht in öde Langeweile zu verfallen. Allgemein gültige Regeln gibt es da nicht, Jondern der Geschmack ist die Grundbedingung für ein rich tiges Vorgehen. Frische und Sauberkeit, helle Fenster, die die Sonne hereinfluten lassen, ein paar bunte Blumen— sie sagen mehr als der peinlich aufgeräumte Salon mit Nippes, Photographien und Möbelbezügen. In gar vielen Fällen wird diesmal der Umzug Sache der Haus frau sein, und im Sinne des oben Gesagten bietet sich ihr hier ein dankbares Feld der Betätigung, auf dem mit Liebe und Verständnis so manche schöne Wirkung zu erzielen ist. Im Familienleben ist's nicht genug, ein Dach über dem Kopf * da haben, sondern wenn Segen aus ihm wachsen soll, 1 un muß der Boden dafür nicht zuletzt in dem Frieden und der Behaglichkeit der Wohnung vorbereitet sein. * Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Lt. Walter Schmidt, Inf.⸗Rgt. 38, aus Worms.— Ers⸗Res. Heinrich Merx, Res.-Ins.⸗Rgt. 8J1, aus Hanau Res. Karl N Schmelz, Ins.⸗Ngt. 115, aus Lauterbach. Oberjäger Emil Hornung aus Bermuthshain.— Lt. der L. Oberingentenr Adam Haust, Res.⸗Inf.-Agt. 216, aus Darmsiadt.— Kriegsfreiwilliger i Judwig Pons, Ins.⸗Rgt. 115, aus Darmstadt.— Kriegssreiw. Jos. Alois Rendel, Pionier-Bat. 21, aus Mainz-Kastel.— Einj⸗ Kriegsfreiw. Johann Oehler, Res⸗Juß⸗-Art.-Mgt. 16, aus Nieder⸗ Saulheim.— Kriegs'reiw. Gg. Helm, In!.⸗Ngt. 117, aus Minz. E Kriegssreiw Ger. Ludw. Waltz, Res⸗-Ins.-Agt. 2 2, aus Mainz.— Unteroff. d. Ref Gerh ird Sauer, Ers.-Bat. 117, aus Mlainz.— Ft. d. Res. Willy Tbomson, Ins.-Agt. 168, aus Offenbach a. M. Gefreiter Fritz Hrelscher, 2. Schneeschuh— Bat., aus Offenbach a. M.— Musk. Karl Rud. Ullrich, Res.⸗ Inf ⸗Zigt. 221, aus Offenbach a. M.— Kriegssreiw. Albert Harn, Res.-Inf.-⸗Agt. 222, aus Dillenburg.— stud. med. Heinr. Kro pp aus Grünberg. 3 — Die Mitglieder versammlung des Gießener Gartenbauvereins, die am Samstag abend im Saale des Hotel Schütz stattfand, war so stark von Herren und Damen besucht, daß sich der etwa 150 Personen fassende Raum als zu klein erwies. Der Vorsitzende Stadtv. Simon eröffnete die Versammlung, be⸗ grüßte die Mitglieder und wies auf die vom Verein mehrfach er⸗ Frterte Kleingartenbaufrage hin. Er bemerkte, daß es 5 wohl noch zweifelhaft sei, ob die Stadt Gießen im nächsten Jahre die Frage durch Anlage von Kleingarten fördern werde. Deshalb — t der Verein sich ein größeres Gelände jenseits der Lahn am ßmarer Weg an die Hand geben lassen, um, wenn sich genügend Interessenten finden, dort Kleingärten anzulegen, die in einer Größe von 250 Quadratmetern für etwa 20 Mark jährlich verpachtet wer⸗ den sollen. Hierauf nahm Dr. Hoffmann Friedberg das Wort. um sehr anschaulich die Anlage eines solchen Gartens in allen Einzelheiten zu schildern. Er gab Fingerzeige für die Bearbeitung des Bodens, die Anlage der Wage und die Bepflanzung eines sol⸗ chen Gartens. Eindringlich warnte der Redner besonders den Neu⸗ ling, nun zu Beginn der Sache zu viel zu pflanzen; er gab in dieser Beziehung recht beachtenswerte Ratschläge, die auch fir den⸗ jenigen wichtig waren, der sich schon länger mit dem Gartenbau für den Hausgebrauch beschäftigt hat.— In der an den Vortrag sich an⸗ schlie ßenden Aussprache wurde die Mistbeelfrage erörtert, wo⸗ bei die Redner fast alle die Ansicht vertraten, daß eine solche Anlage für kleinere Verhältnisse sich nicht lohne, weil unsere Berufsgärtner junge—4 7 zu verhältnismäßig billigen Preisen abgeben. Der Borsitzende forderte am Schluß der Versammlung Liebhaber eines Kleingartens auf, sich beim Verein zu melden* 5 die Mitglieder, die im Gartenbau bereits Erfahrungen gesammelt haben, Anfängern mit Rat und Tat auf Erfordern zur Seite zu stehen da es e machen lasse, eine vom Vorstand geplant gewesene Berat un 93 stelle für Gartenbau in unserer Stadt einzurichten. * Lahn ⸗Dünsberg⸗ Turnerbund. Der am Sonntag zu Fellingshausen abgehaltene 10. Bundestag des Turnerbundes Lahn⸗Dünsberg stand ganz unter dem Zeichen des Krieges. Bundesvorsitzender Dau⸗ gert⸗Wieseck gedachte vorerst der gefallenen Turner, deren Photographien soweit als möglich auf einer Ehrentafel zu⸗ sammengestellt waren. Aus den 36 Vereinen waren 28 Ver⸗ treter sowie 7 Vorstandsmitglieder erschienen, außerdem viele junge Mitglieder aus den Nachbarvereinen. Ueber 600 Tur⸗ ner stehen bis jetzt unter den Waffen, unter den Gefallenen sei besonders Bundesrechner Becker⸗Reiskirchen erwähnt. Während an seiner Stelle Scherer⸗Wieseck gewählt, wurde von einer Neuwahl des Bundes⸗ und Turnausschusses Ab⸗ stand genommen. Der Bund zählte im abgelaufenen Jahr 2600 itglieder, darunter 58 Ehrenmitglieder, 484 Zöglinge und 2058 steuerpflichtige Mitglieder.— Die Jahres⸗ rechnung schließt mit einem Kassenbestande von 91,35 Mk. ab, außerdem wurden bei der Städtischen Sparkasse zu Gie⸗ 8 ö 1 . 1 3 für das Jahr 1915 nicht erhoben, zumal turnerische Ver⸗ anstaltungen gänzlich zum Ausfall kommen. Am 1. Juni⸗ Sonntag ist ein Turngang von Launsbach nach dem Dünsberg in Aussicht genommen. Außerdem sollen im Laufe dieses Sommers Bezirksvorturnerstunden abgehalten wer⸗ den. Mit den besten Wünschen für unsere Turner im Felde Schokolade ßen 250 Mk. verzinslich angelegt. Eine Bundessteuer wird 6 und einem kräftigen„Gut Heil“ wurde der 10. Bundesturn⸗ tag geschlossen. * Ausdehnung des Zeitungsvertriebs in Bel⸗ gien. Der am 1. Januar in beschränktem Umfange aufgenommene Postvertriebdeutscher Zeitungen und geitschrif⸗ ten in Belgien wird vom 1. Aprtl ab bei sämtlichen deutschen Postämtern in Belgien eingeführt. Die Zeitungen werden unter Wegfall der bisher üblichen Einzelverpackung ganz wie im inneren deutschen Betriebe versandk: die Bezieher in Belgien haben nur die deutschen Bezugspreise und e. F. das Zeitungsbestellgeld zu entrichten. Gleichzeitig wird der Vertrieb von Verlegerexemplaren durch alle deutschen Postäntter in Belgien zugelassen. ** Der Wechselverkehr in den Grenzmarken. Nachdem der Bundesrat durch Bekanntmachung vom 4. März be⸗ stimmt hat, daß die Protestfrist für Wechsel, die in El sa ß⸗ Lothringen, in der Provinz Ostpreußen oder in einzelnen Teilen Westpreußens zahlbar sind, frühestens mit dem 31. Mai 1915 statt mit dem 31. März 1915 abläuft, ist die Post⸗ ordnung vom 20. März 1900 entsprechend geändert worden. Danach werden die Postprotestaufträge mit Wechseln der bezeich⸗ neten Axt, deren Zahlungstag in die Zeit vom 30. Juli 1914 bis einschließlich 29. April 1915 fällt, am 31. Mai 1915 nochmals zur Zahlung vorgezeigt werden. Kreis Büdingen. Büdingen, 21. März. Eine größere militärische Uebung der hiesigen Jungmannschft unter Leitung des Ober⸗Wacht⸗ meisters Streuber-Büdingen fand hei schönstem Wetter zwischen hier und Selters statt. Büdingen war der Angreiser, Stockheim, Bleichenbach und Nachbarorte markierten den Feind. Viele Touristen und die Bevölkerung der Nachbarschast freuten sich des Anblicks. Kreis Friedberg. h. Friedberg, 23. März. Geh. Justizrat Jöckel feiert heute seinen achtzigsten Geburtstag bei außerordentlich körperlicher und geistiger Frische. Das greise Geburtstagskind hat in seinen jüngeren Jahren in der politischen Geschichte Hessens, vor allem seiner Heimatprovinz Oberhessen eine führende Rolle gespielt. Als nationalliberaler Abgeordneter des Wahlkreises Friedberg-Büdingen erwarb er sich in jahrelanger Tätigkeit um die⸗ sen Bezirk bleibende Verdienste. Bekannt und verdienstvoll ist auch s Wirken des Nestors der nationalliberalen Partei Hessens in der hessischen Zweiten Kammer und den verschiedensten parla⸗ mentarischen Ausschüssen. Dem Jubilar wurde von dem Vorstand der nationalliberalen hessischen Landespartei ein herzliches Glück⸗ wunschschreiben zugesandt. e —* e Im felde erwarten unsere Angehörigen den regelmäßigen eingang des heimat⸗ blattes. Um eint Unterbrechung in der Zustellung zu vermeiden, wolle man den ftldpost/B̃e⁊ug ucs Gießener Anskigers fur das naqse vierieijahr(n yrũ · mai uni) schon jetzt erneuern Alle kostamter nehmen die Bencllung cnigegen. der vierteljahrs- Bezug be⸗ tragt Mk. 3, 20 cinschliezuch der Um⸗ schlag⸗bebuhr. Außerdem vermittelt die Bentnellungen wie bisher auch die Geschäftsstelle des bichener Anzeigers Gießener Strafkammer. th. Gießen, 20. März. Ein gefährlicher Freund. Hch. W. von Klein⸗Selsheim, der sich in Gießen aufgehalten hat, lernte in einer Wirtschaft einen Landwirt aus Wi nen, der gerade zwei Schweine verkauft hatte und r einer neuen ann ihm ein war, ihm die Barschaft abs r S ständig, erhielt der Angeklagte, weil er rückfällig ist, unter 2 billigung mildernder Umstände, 1 Jahr 6 nate Gefängnis. Ein schwerer Junge ist der Kaufmann Emil W. aus Bamberg. Trotzdem derselbe erst 28 zählt, hat er doch ein ansehnliches Sü ister aufzuweisen. Er ist geständig, in 10 Fällen in Friedberg, Vilbel und in der Provinz Starkenburg Einbruchsdiebstähle verübt zu haben. Außerdem hat er sich—* Namen bei bewirkt, daß dieser i runde Der Angekl. murrde, als man ihn an der Ostanlage in Nummer⸗ chwer krank, so daß man ihn der Klinik zur 4 dem Genes der ar ken⸗ Hntal usstrafe von 113 amtzuchthausstrase von neun Aufgeld für ein 20⸗Markstück. er will die Absicht gehabt haben, das 20 Markstück zu erwerben, um es sich aufzuheben. Rechtsanwalt Engisch, der den An⸗ geklagten verteidigte, erklärte, die Tat sei unvernünftig und dumm zugleich; sein Klient sei erst 19 Jahre alt, und es könne nur Unvernunft gewesen sein, 25 Proz. Aufgeld für ein Goldstück zu bezahlen, das er hätte zum Nennwert bekommen kör Der Angeklagte hat sich aber gegen die Verordnung des Reichskanzlers vergangen, wonach sich jeder strafbar macht, der es unternimmt, Gold mit Aufgeld an sich zu bringen, und wonach auf ein solches Vergehen bis zu 5000 Mk. Geldstrafe bezw. Gefängnis steht. Die Strafkammer erkannte auf 150 Mk. Geldstrafe, im Unvermögens⸗ falle auf 30 Tage Gefängnis. Eine Person, die das Stehlen nicht lassen kann, ist das Dienstmädchen Elisabethe F. von Rüddingshausen, zuletzt in Gießen wohnhaft. Trotz ihrer 25 Jahre ist das Mädchen schon⸗ achtmal vorbestraft. Die Angeklagte hat einem Mädchen 2 Blusen und einer Frau, bei der sie Unterkunft gefunden hatte, 1 Mantel und eine Schürze entwendet. Die Angeklagte war geständig; sie wollte aber die Kleider, wie sie behauptet, nachdem sie dieselben getragen, den Eigentümerinnen wieder zurückbringen, was sie aber unterlassen hat. Der Gerichtshof verurteilte die Angeklagte unter Zubilligung mildernder Umstände zu 8 Monaten ängnis unter Anrechnung von 2 Wochen Unterfuchungshaft. 5 Ein ehrlicher Vergleich.. Der Landwirt Balthasar W. von Grebenhain hat zwei Rechts⸗ anwälte beleidigt, indem er behauptete, dieselben hätten beide ge ihn gemeinsame Sache gemacht und ihm außerdem bei der bührenberechnung zu viel abgenommen. Der 3 hat diese Behauptungen zum Gegenstand einer Beschwerde heim Ministertum . Das Strafverfahren mußte daher von Amts wegen gegen eingeleitet werden. Landgerichtsdirektor Schmeckenbecher war der Ansicht, daß in der heutigen schweren Zeit ein solcher Streit zwischen Deutschen nicht bis zum äußersten ausgetragen werden sollte. Einer der Rechtsanwälte erklärte, er sowohl wie sein Kollege hätten an dem Ausgang der Sache kein Interesse, nachdem die Anwaltskammer erklärt hat, daß die Anschuldigungen des W. unwahr sind. W. erklärte, er habe sich überzeugt, daß yr den Gegnern Unrecht getan; er habe aber sest geglaubt, es sei do, wie er es dem Ministerium mitgeteilt hat. Der Angeklagte be⸗ dauerte, die beiden Anwälte beleidigt zu haben, erklärte sich ver⸗ gleichsweise zur Zahlung von 50 Mark Buße an das Rote Kreuz f bereit und übernahm alle Kosten des Verfahrens Alle an dem Streit beteiligten Faktoren erklärten ihr Einverständnis damit, daß das Ministerium die Angelegenheit niederschlägt. 14 Ein böser Schwabenstreich. 1 Der Schweizer Josef D., aus dem Schwabenlande gebürtig, war in Heldenbergen tätig. Der Angeklagte ist 43 Jahre alt und ein vielfach vorbestrafter Gewohnheits verbrecher, der wegen Raubes, Diebstahls usw bereits viermal die Bekanntschaft des Zuchthauses gemacht hat. Er ist angeklagt, im Wartesaal 3. Klasse in Fried⸗ berg einem schlafenden Polizeidiener aus Hanau eine Doubloee⸗ Taschenuhr im Werte von 58 Mark gestohlen zu haben. Der An⸗ geklagte erzählt eine rührende Geschichte; danach will er an dem Abend 3 Taschenuhren besessen und durch Tausch die auf dem Gerichtstisch liegende gestohlene Uhr erworben n. Die Zeugen⸗ vernehmung brachte aber unzweideutig den Beweis, daß D. den Beamten aus Hanau gefleddert hat. Die Strafkammer ver⸗ urteilte den Angeklagten wegen Diebstahls im wiederholten Rück⸗ fall zu 2 Jahren Zuchthaus, 5jährigem Ehrverlust und Zulässig⸗ keit der Stellung unter Polizeiaussicht. Baumfrevel. Joh. H. VI. von Ober⸗Mörlen, ein 56 Jahre alter unbestrafter Tagelöhner, ist vom Schöffengericht Bad⸗Nauheim mit einer Geld⸗ strafe von 50 Mk belegt worden, weil er nachts auf dem Heimwege an der Straße Ziegenberg—Ober⸗Mörlen 10 Obstbäume mit dem Beil schwer beschädigt hat. Der Vertreter der Staatsbehörde ver⸗ folgte gegen das ihm zu milde Urteil Berufung bei der Straf⸗ kammer. Der Angeklagte erklärt, er wisse nicht, wie er zu der Tat gekommen sei. Er sei an dem Tage schwer betrunken und seiner Sinne nicht ganz mächtig gewesen. Das Urteil erging dahin, daß die Strafkammer es bei der Geldstrafe beließ. Die Kosten der Be⸗ rufungsinstanz fielen der Staatskasse zur Last. — Märkte. le. Frankfurt a. M. Biebbofmarktbericht vom 22. März. Auftrieb: Rinder 1723(Ochsen 24, Bullen 69, Kühe und Färsen 106, Kälber 302, Schafe 77, Schweine 1747. Tendenz: Rinder, rege, Kälber, Schase und Schweine lanasam, geräumt. Preise für 100 Pfd. Lebend Schlacht⸗ Ochsen. ö gewicht Vollfleischige, aus gemästete, höchsten Schlacht- Mk. Mk. wer es, 17 Jure allt... 3838 102 108 Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere eee Mäßig genährte lunge 147 aut genährte ältere 4550 83—90 ullen. Vollfleischige, aus gewachsene, höchsten Schlachtw. 50-55 868—92 Vollsleischige, jüngere.. 46—50 82—85 ärsen, Kühe. Vollfleischige aus gem. Järsen höchst. Schlachtw. 52—56 93103 Vollfleischige ausgem. Kühe höchsten Schlacht⸗ wertes bis zu 7 Jahren 4852 90—93 Wenig gut entwickelte Färsen 44-49 806—94 Aeltere ausgemästete Kühe. 4146 76—86 Mäßig genährte Kühe und Färsen.. 33—40 66—80 Gering genährte Kue Järsen. 286—32 60—72 e r. 5 Teinste Masträlber 60-64 100107 Mittlere Mast- und beste Saugkälber. 56—60 9100 Oeringere Mast- und gute Saugkälber J. 850855 85—93 Geringe Saugkäl ber. 45—50 76—85 Schase. Stallmastschafe: 1 Mastlämmer und jüngere Masthammel. 50—00 108—00 Schweine. 8 Schweine von 80 bis 100 bendge wicht. 57.50— 90.00 104.00 108.00 Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendge wicht 2„ 85.00 88.00 100.00 104.00 Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebendge wicht.. 87.50 90.00 105.00— 108.00 Vollfleischige Schweine von 120 bis 5 5 150 kg Lebendge wicht.. 87.50— 90.00 105.00— 108.00 te. Frautfurt a. M., 22. März.(Orig.⸗Telegqr. des„Gleß. Anz.“) Infolge der Beschlagnahme der Getreidevorräte findet kein Handel in Getreide und daher auch keine Notierung statt. Futter⸗ mittel sest. Mais 52—55 Mk. Sesamkuchen 36,00—36,50 Mk, Kok oskuchen 37,00— 37,0 Mk., Palmkuchen 36,00—36,20 Mk., Lein⸗ kuchen 60 Mk., Erdnußkuchen 38,50— 40,00 Mk., Rapskuchen 32 Mk. Alles für 100 kg ab Jabrit. je. Frankfurt a. M., 22. März.„ des Gieß. k. 11,50 bis Ein Handelsmann ist geständig, einer Frau für eine Doppel ⸗ krone in io in rr 5 Mark Agio Stollwerck„Gold“ Be stes Nähr⸗ und Kräftigungsmtittel für unsere Truppen im Felde. in Tafeln, Täfelchen und Plättchen 8 8 Zweckentsprechende Feldpostpackungen in großer Auswahl in den einschlägigen Geschäften vorrätig. Kakao⸗pulver Mk., im leinhandel Mk. 12,00— 13,00. Deutsches n Erzeugnis! * Kartosselmarkt. Kartoffeln im Großhandel 125 Alles per 100 lg. ö in 125, 250, 500 Gramm ⸗Pakcte n * Teint, Pickel, Mitesser, Blüten ver U en sehr schnell, wenn man abends den Schaum von Zucker's Patent-Medi- zinal- Seife sin drei Stär⸗ ken, a 50 Pf., M. 1.— u. M. 1.50) eintrocknen läßt. Schaum erst morgens abwaschen und mit a 0 u. 75 na en. Großartige Wirkung, von Tausenden be⸗ — u haben in der Uni⸗ versitäts⸗Apotheke, Hirsch⸗ Avotbeke, bei Aug. Noll, C. Seibel. W. Kilbinger, DO. Schaaf. C. Karu, Ernst Noll u. W. Schrader, Qtto Winterhoff, Kreuzpl., Dog. 14185 Konfirmanden- Schirme grosse Auswahl. Reparaturen und Neubezlehen billige Preise. Masserdichte Weste 8 für unsere Krieger. Jkled FaRRH Y Selterswag 54 Hochstämme Zwergobst sowie alle Sorten Baumsträucher empfiehlt billigst H. Gruber Baumschule 101476 Alten- Buseck. Grosse Posten Aapüinen 25032 staunendbilligen Preisen Bahnhofstrasse 14 Glessen 228.. Allerbeste Taschenlampen⸗ SBafterien ss für unsexe Krieger.— Bei Uebernahme der Tegelmäzie. Zusendung ins Jeld 10 Pig orto. 06 Carl Schunck Kriegslieserant. Tala zu liefern, darin legt die — Firma. Komplette Aueben 60, 125, 50 N. pl. Sellabzmmer 225,255, 550, pl. Nohaznmer 180, 225.275, Lich. Speisemm. 430, 525, 650, eingetragene Genossenschaft Gewerbebank zu Gie ßen mit beschränkter Haftpflicht. Die verehrlichen Mitglieder unserer Bank werden zu der am Donnerstag, den 25. März 1915, 8½ Uhr abends, im Hotel Großherzog von Hessen stattfindenden 56. ordentlichen General⸗Dersammlung ergebenst eingeladen. 1. Erstattung des Geschäftsberichts pro 1914. und Aufsichtsrate zu erteilende Entlastung. 3. Verteilung des Reingewinnes. 4. 5 6. Verschiedenes. Gießen, den 10. März 1915. — Ersatzwahl von 5 Mitgliedern des Aufsichtsrates. Bericht über die durch den Verbandsrevisor stattgefundene Revision. Tagesordnung: Beschlußfassung über die Genehmigung der Jahresrechnung und Bilanz und die dem Vorstande Gewerbebank zu Gießen eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht, Der Vorsitzende des Aussichtsrates: L. Petri II. 2680 D Linoleum⸗Ceppi Stückware, 2 meter breit Rest⸗partie billigt Th. Brück Ecke Schloß gasse⸗Hanzleiberg möbel— Teppiche— Linoleum che 2714 Schùlermtzen alle Klassen und Weiten vorrä ig Z Wei Mark Cal Schvvan ll. Mützentabrik Mäusburg 16 2449 Bekanntmachung. Das Umlagekataster der Land⸗ und forstwirt⸗ schaftlichen Berufsgenossenschaft für das Groß⸗ herzogtum Hessen für das Jahr 1914 liegt zwei Wochen lang, nämlich vom 23. März bis zum 7. April d. Is., auf der Bürgermeisterei zur Ein sicht offen. Etwaige Widersprüche dagegen, daß ein Betrieb in das Kataster aufgenommen oder nicht aufgenommen, sowie dagegen, wie er veranlagt ist, sind innerhalb eines Monats nach Ablauf der Offenlegungsfrist beim Vorstand der genannten Berufsgenossenschaft zu erheben. Später eingehende Widersprüche können keine Berücksichtigung finden. Saasen, den 22. März 1915. Großh. Bürgermeisterei Saasen. Schepp. 2726 Bekanntmachung. Das Umlagekataster der land⸗ und forstwirt⸗ schaftlichen Berufsgenossenschaft für das Groß⸗ herzogtum Hessen für das Jahr 1914 liegt zwei Wochen lang, nämlich vom 28. März bis zum 10. April dieses Jahres, auf der Bürgermeisterei zur Einsicht der Beteiligten offen. Etwaige Wider⸗ sprüche dagegen, wie er veranlagt ist, find inner⸗ halb eines Monats nach Ablauf der Offen⸗ legungsfrist bei dem Vorstande der land⸗ und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft in Darm⸗ stadt zu erheben. Später eingehende Widersprüche können keine Berücksichtigung mehr finden. Klein⸗Linden, den 22. März 1915. Großherzogliche Bürgermeisterei. Jung. Bekanntmachung. Das Umlagekataster der laud⸗ und for stwirtschaft⸗ lichen Berufsgenossenschaft für das Großherzogtum Hessen für das Jahr 1914 liegt zwei Wochen lang, nämlich vom 24. März bis zum 7. April ds. Js. auf der Bürgermeisterei zur Einsicht der Beteiligten offen. C.waige Widersprü dagegen, daß ein Betrieb in das Kataster aufgenommen oder nicht aufgenommen, sowie dagegen, wiz er veranlagt, sind innerhalb eines Monats nach Ablauf der Offen⸗ legungsfrist bei dem Vorstande der land⸗ und forst⸗ wirtschaftlichen Berufsgenossenschaft in Darmstadt zu erheben. Später eingehende Widersprüche können keine Ber ücksichtigung mehr finden. Muschenheim, den 22. März 1915. 2707 Großherzogliche B e Muschenheim. iser. 27¹⁰ Kl.= 2767 — * Holzversteigerung. Versteigert werden: Dienstag, 30, l. Mts. aus den Domanialwalddistrikten Brauhof 1 und 3, Schiffenberg 30 und 32 und Buchenberg 58 der Forstwartei Baum garten; Stämme: Eichen 3. Kl. 1 St.— 0,76 Fstm., 4. Kl. St.= 3% Istm., Eschen 4. Kl. 3 St.- 189 Fstm. 5. Kl. . St. 20 Fstm., 6. Kl. 9 St.= 581 Füm.; Nunscheiter: Eschen 2½6 Rm.(16 Mtr. l.)) Nunknüppel: Eschen 22 Rm.( Mir l.) Scheiter Rm. 1148 Eschen 1 Rüster, 1. Fignen; Kuppel Rm. 308 Eschen; Reisiawellen: 1100 Buchen, 280 Eichen, 2840 Eschen, 70 Fichten Stöcke Rm. 1ʃ½ Buchen 18,2 Eichen, 14,7 Eschen, 48 Fichten. Beginn der Versteigerung vormittags 9 Uhr in dem Distrikt Buchenberg 58 an der Kreisstraße Gießen— Hausen. Das Holz im Brauhof 1 und sonst zerstreut sitzendes Holz wird nicht vorgezei n. Weiteres durch den Großh. Jorstwart Menges zu Forsthaus Baumgarten. ießen, den 22. März 1915. Großh. Oherförsterei Schiffenberg. rautwein. 2711 * Holzversteigerung Montaa, 29. März l. s., non vormittags 8 Uhr an, werden bei Herrn Gastwirt Schultheiß in Lumda aus den Distritten Hinterster Huck. Tränkkopf, Heegbusch, Bornberg, Kasparsbaag. Buchwaldskopf, Bilskopf, Din⸗ gerwald, Heiligenberg. Brandbolz, Hammersloch und Geiselsstrauch, Schubbezirk Lumda, versteigert: Stämme: 2 Eiche J. Kl.= 2.4% Fstm., Il desal. 4. Kl. = 6,16 Istm., 12 desgl. 5. Kl.= 5,80 Fitm., 27 desgl. 6. Kl. 7.2 Istm. 5 Kiesern 4 Kl. ⸗ 3,73 Füim., 4 desgl. 4. sim, 11. de sgl. 5. Kl.- 4.95 stm.; 2 Fichten 2 Kl.= 601 Jüm.,, 3 desgl. 3. Kl.= Isim., 4 desgl. 4. Kl.= 4,04 Fstm, 12 desgl. 5b Kl.= 2,52 fFsim.; Derb · stangen: 9 Fichten 1,7 Istm.; Nutzknüppel: 21 Rm. ichten; Rm. Scbeiter: 432.6 Buchen, 51 Hainbuchen, 41 ichen, 1 Kirschbaum, 2 Aspen, 11 Kiefern, 30 Fichten; Fnüppel: 176,3 Buchen, 486 Hainbuchen, 91 Eichen, 7 Birten, 3 Aspen, 4 Kiefern, 2 Lara en, 31 Fichten; Reisig: 579 Buchen, 133 Eichen, 2 Aspen, 16 Fichten; Stöcke: 186 Buchen, 21 Eichen. 4 Kiefern, 91 Fichten. as Holz ist vorher einzusehen. Die unmterstrichenen Nummern kommen nicht zum Ausgebot. Nähere Auskunft durch Forstwart Markart, Lumda. Grünberg, 19. März 1915. 2712 Großberzogliche Obersörsterei Grünberg. Nutzholz⸗Versteigerung. Mittwoch, den 31. März, von 9 Uhr vormittags an, im Frankfurter Hof zu Homberg aus sämtlichen Forstwarteien: Stämme: Eiche: 3 St.(40—40)= 2.38 Fstm., 22 St. (3089) 14,55 Fstm., 21 St.(25— 20)= 802 Fstm., 67 St. lunter 2) 12.19 Istm., Buche: 2 St.(50—50)— 1, Fm. 7 St.(40-40)= 6,18 Fsem., 2 St. 30—300= 1. stm.; sche: 2 St.(30390— 0,62 tm. 2 St. 2520= 1,2 stm., 22 St.(unter 3)= 5, stm.; 1 Aspe= 0.60 stm.; 1 Kir schbaum— 0.67 Fstm.; Kiefer: 5 St. 9 30—30)— 89.59 Fstm., 35 St. 60. St. unter 2)= 30,58 Fim; Lärche: 3 St.(3030= 3,7 Istm. 6 St. 25200— 5,04 Fstm., 11 St.(unter 250— 459 Fstm.; Fichte: 4 St.(40 und mehr)= 11.29 Fstm, 7 St. 030 sün, 0 Gl. 229)= 7,98 Fstm., 30 St. 9020 Istm, 58 St. unter 20= 14.8 Fsem; Derbstangen: 7 Eschen= 04 stm., 49 Eichen Deichseln!= 2,86 Fstm., 337 Fichten ⸗ Fstm. Auskunft durch die Großb. Förster Christ zu Homberg, Trupp zu Deckenbach und Bayerer zu Gontersbausen. Auszüge durch den Unterzeichneten. Homberg, den 19. März 1915. Großberzosliche Din ret Homberg. 4 5 Nutzholz⸗Submission. Folgendes Holz soll auf dem Submissionswege ver⸗ kaust werden: a) Eichen: 1 6 St. 2 Kl. 7 Fstm. 39 St. 3. KI.— 38,73 Los 2. 20. l. J* Los 3. 202 St. 5. Kl. 11451 Fim Sagen 8 m. 15 905 Fl St. 1. Kl.— 7,49 „19 St. 2. Kl.= 211 Fst 68 St. J. Kl. 871 Fim.* e) Kiesern; 12 St. 4. Kl.= 850„ 216 St. 5. Kl.= 94,74 Sümtliches Holz ist Fir Feinde gemessen. Das Kie ols in geschält. Nach der Sub sston 13— nnen Einwen ⸗ ungen beg die Qualität des Holzes nicht mehr erboben n. Auskunft und Stammbolz⸗Auszüge von sämt⸗ liden 8 n, ausschließlich Los 4, durch die 1 Stell e die Anerkennung der bel uns Üblichen Be⸗ dingungen emhaltenden, äußerlich kenntlichen Gebote bitten wir bis zum Erd ungstermin: Montag, den 12. April, vormittags 11 r, bei uns einzureichen. Homberg, 19. . 8. 1915. Großh. 1 r Homberg 2 Jede Plattanstalt brancht eine Patentyllttmsschine von der Forster rA umsch& Hammer 7500 8t. lun Betriebe. Port I. L. 163 Ogerte kestenlos 25 9 im r Kbabenpensonat Goelhesehule, Ossenhaeh 3. M. Privat- Real- u. Bandelsschule, verb. mit Vorschule, erteslt Sinsahrigenzeugnls. Sorgf. Ueberwach. d. Schularbeit. Gr. Garten. Neubau m. Zentralh, el. Licht. Mäß. Penstonspreis. Gute Verpfleg u. Aussicht. Prospekte durch d. Direktion. 170888] Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Am Donnerstag. den 25. März 1918, nachmittags von 3 Uhr an wird im Impflokal(Schulgebäude, Neu⸗ enn ein öffentlicher Impftermin abgehalten, in welchem diejenigen Angehörigen von Impfyflichtigen, welche Aufforderung erhalten haben, ihre Kinder kostenlos der Impfung unterziehen lassen können. Dieselbe wird an einem Arme mit Kälberlumphe aus dem Landes⸗Impfinstituf vorgenommen. Die Kinder müssen rein gewaschen oder gebadet und mit frischer Leibwäsche zur Impfung gebracht werden. An dem darauffolgenden Termin, Donnerstag, den 1. April, von 3 bis 4 Uhr, sind die am B. März Ge⸗ impften zu der gesetzlichen Nachschau wieder vorzustellen. 52 beiden Terminen können ferner Kinder, welche wegen Krankheit bis zum Sommer von der Impfung zurückge⸗ stellt werden sollen, dem Impfarzte zur Untersuchung vorgezeigt oder ärztliche Zeugnisse abgegeben werden. Die am Großh. Kreisgesundheitsamt(Garten⸗ straße 19) abgegebenen Impfscheine müssen dort wieder abgeholt werden. 2520 Verordnung über die Bereitung und den Verkauf von Backwaren und Mehl. Auf Grund des 8 36 der Bundesratsverordnung vom 25. Januar 1915 über die Regelung des Verkehrs mit Brotgefreide und Mehl wird mit Genehmigung der Auf⸗ sichtsbebörde für die Stadt Gießen folgendes bestimmt: 81. Es dürsen nur Einheitsbrote gebacken und verkauft werden und zwar: 5 8 g 1. Kriegsbrot(Roggenbrot) mit einem Verkaufsgewicht von 2 und 4 Pfund. Zur Bereitung milssen auf 85 Teile Mebl mindestens 15 Teile Lartoffelflocken, Kartoffel- walzmehl oder Kartoffelstarkemehl verwendet werden. Anstelle dieser Kartoffelpräparate können gequetschte oder geriebene Kartoffeln im Verhältnis von 1 Teil Kartoffelflocken usw. gleich 3 Teilen Kartoffeln ver⸗ wendet werden. Im übrigen muß das Brot den Bestimmungen der Verordnung des Bundesrats vom 5. Januar 1915 entsprechen. Großb. Ministerium des Innern hat zugelassen, daß bei Bereitung von Roggen⸗ brot das Roggenmehl bis zu 30 Gewichtsteilen durch Welzenbrotmehl ersetzt wird. Das Brot darf erst am zweiten Tage nach seiner Herstellung dexkauft werden; also am Montag gebackenes Brot erst am Mittwoch. 2. Weizenbrot(Brötchen) mit einem Verkaufsgewicht von 50 Gramm und mit höchstens 70% Welzenmebhl und 30%¼ Roggenmehl. Im übrigen gelten die Bestimmungen der Verordnung des Bundesrats vom 5. Januar 1915. Mit der Herstellung darf nicht vor 2 Uhr mittags begonnen werden. Der Verkauf ist erst am Tage nach der Herstellung zulässig. 8 2. Das Verkaufsgewicht muß bet sämtlichen Broten 24 Stunden nach Wanne vorhanden sein. Alles andere Gebäck, als insbesondere sogen. mürbes Gebäck und sog. Krepvel dürfen nicht mehr, auch nicht im Haushalt, bergestellt 3 8 4. Erlaubt ist die Herstellung von Zwieback und solchem Backwerk und Kondi orwaren, wenn die zur Herstellung verwendeten Stoffe höchstens zu 10 Teilen der Gewichts- menge aus Mehl oder mehlartigen Stoffen bestehen wenigstens 10 Teile Zucker zugesotzt werden und Heß oder Sauerteig nicht verwendet wird. 8 5. Die Abgabe von Brot und Mehl nach Orten außerhalb des Beziris der Stadt 19 15 ist verboten. Ausnabmen von vorstebenden Bestimmungen können in besonderen Fällen vom Oberbürgermeister gestattet werden. 9 7 Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung werden mit Gefängnis bis zu 6 Mongten oder mit Geldstrase bis u 1500 Mark bestraft. Außerdem können Geschäfte, deren nhaber oder Betriebsleiter sich in Befolgung der ihnen nach dieser Verordnung auferlegten Pflichten unzuver⸗ lässig zeigen, geschlossen werden. 8 8. tritt sofort in Kraft. 5 9 Gießen, den 19. Märs 1915. Der Oberbürgermeister. Keller. 2088 Am fade den 26. März de, Js. soll die Ver ⸗ pachtung städtsscher Grundstücke erfolgen und zwar: 1. vormittags 9½ Uhr 64 Grundstücke an der Licher Straße Zusammenkunft am Babnübergang. 2 nachmittags 2 Ubr 3 Grundstücke an der Roonstraße, Zusammenkunft am Haus Nr. 21 daselbst. 3. nachmittags 2½ Uhr 6 Grundstücke in der Stephans ⸗ mark, Jeeben auf der Kreuzung der Goethe- und Stephanstraße. b 4. de en 3½ Uhr 16 Grundstücke auf der Labninsel bel dem städtischen Eloktrizitätswerk, Zusammenkunft auf der Insel an der Mühlgrabenbrücke. 5. nachmittags 5 Uhr 5 Grundstücke am Güterbahnhof, Zusammenkunft an der Eisenbahnbrücke im Zuge der Klinikitraße.— 25 * Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. (Forstwartel Gießen II. Forstwart Arft⸗Hochwarte). Montag., den 29. 1 vormittags 9/ Ubr beginnend werden in den Waldungen der Stadt Gießen Feruewald versteigert: Raummeter Eichen⸗Nundscheitbolz, 50„ Kiefern⸗Rundscheithols, 4⁵„ ichten⸗Rundscheitholz, 27,1„ ichen⸗Scheitholz, 0„ Birken⸗Scheitholz, 19.4 7 Kiefern⸗ Scheitholz, 19 5 25 ten⸗Scheitholz, 574„ ichen⸗Knüppelholz, 25,7„ Birken⸗Knüppel holz. 46.0 5 Liesern⸗Knüppel holz, 20.8 2 Fichten⸗Knüppelholz, 100 Wellen Buchen⸗Relsig, 7 Eichen⸗Reisi „ Birken⸗Meissg — Kiefern-Reisia, 1000 Fichten⸗Reisig, 153 Raummeter Eichen⸗Stockholz, 292„ Kiefern ⸗Stockholz, 46,4„ Fichten⸗Stockholz. Die Zusammenkunft ist auf der Hauptschneise am Oppenröder Weg. 270 Am Dienstag, den 30. März 1918, nachmittags 3 Ubr, werden im Städtischen Hospital, Eelters⸗ weg 11, die im Jahre 1914 gesundenen Gegenstände sowie esne Anzahl Kleidnngsstücke, Möbel ufw. per- steigert. 2700 Das Abfallbolz von Bäumen aus den städtischen Anlagen und an verschledenen Straßen, insbesondere an der Marburger Straße, im Hof des Stadthbauses, am alten Friedhof, am Lutherberg, an der Licher Straße und am Anneröder Weg, bestehend in Knüppel⸗Stoctholz und Reisig, wird Donnerstag, den 25. Mär; 1915, nachmittags 3 Uhr beginnend an Ort und Stelle meistbtetend versteigert. Die Zusammenkunft ist an der Marburger an der Zufuhrstraße nach dem neuen Irtedbof 8 5 PG r 3 Zimmer 2667 Grosse d Weste- Tage Samtliche an allen Lägern angesammelten Reste und Rest- Bestände in: werden bis zu Vermietungen L? Zimmer 13 Am: 1. Etage, Sch. 7⸗Zin.⸗Whg., große Boden räume, Gas, Licht, Mitbenutzung d. Gart, sofort oder später zu vermiet. 01568 Bahnhofstraße 67. Le Zimmer Kaiser⸗Allee 7. 4. S 28. 2688 zu vermieten. 1. 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