Ur. 68 Der Sießener An Eicheln* er viermal wöchentlich ätter; wöchentl. Kreis. den Kreis Gießen Erstes Blatt und freitag) zweimal monatl. Land; wirtschafiliche öeltfragen 1-Anschlüusse: irdie Schristteitung 13 1 ir Drahtnach- Anzeiger Gießen. von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Gießener General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühlschen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. . 165. Jahrgang lzeiger Montag, 22. März 1915 Beings preis: monatl. 75 P., viertel jährl. Mt. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mt. 2.— viertel; jährl. ausschl. Bestell Zeilenvreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge- richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. 9 Milliarden Mriegsanleihe! Die Seeschlacht in den Dardanellen. Berlin, 21. März.(WTB. Nichtamtlich.) Das heute vorliegende Ergebnis der Kriegsanleihezeichnungen erreicht nenn Milliarden Mark. Von den rund 9 Milliarden der neuen Kriegsanleihe entfallen 1600 Millionen auf Schuld⸗ buch⸗Eintragungen und 7500 Millionen auf Schatzanwei⸗ sungen. 1 * (WTB.) Sroßes Hauptquartier, 20. März. Amtlich.) 5 Westlicher Kriegsschauplatz. An der Straße Wytschaete— Ypern bei St. Eloi nahmen wir den Engländern eine Häusergruppe fort. Am Südhange der Lorettohöhe wurde ein Schlupf⸗ winkel, in dem sich noch Franzosen hielten, gesäubert. In der Champagne ist die Lage im allgemeinen ruhig, nachdem bei Morgengrauen unsere Truppen einige 8 Gräben nördlich von Beauséjour genommen en. Französische Teilangriffe nördlich von Verdun in der Worvrr-Cbene und am Ostrande der Maashöhen bei Com⸗ bres wurden unter schweren Verlusten für den Feind zurück⸗ geschlagen. Gegen unsere Stellungen am Reichsackerkopf und Hartmannsweiler Kopf machten die Franzosen mehrere Vorstüße die schon im Ansetzen unter unserem Feuer mit erheblichen Verlusten zusammenbrachen. Oestlicher Kriegsschauplatz. a 5 Auf der Ostfront verlief der Tag verhältnismäßig ruhig. Dae Russen haben Memel besetzt. Oberste Heeresleitung. (WTB.) Großes Hauptquartier, 21. März. mtlich.) Sido don 5 5.. Fin ich von pern wurde ein englische gzeug heruntergeschossen. Die Insassen wurden gefangen ge⸗ nommen Zwei französische Versuche, uns die am 16. März er⸗ oberte Stellung am Südabhang der Lorettohö he wieder]? zu entreißen, mißglückten. a Auf der Kathedrale von Soissons, welche die Kreuzflagge trug, wurde eine französische Be⸗ . erkannt, unter Feuer genommen und Ju der Champagne nördlich von Beauséjour, trie⸗ ben unsere Truppen ihre Sappen erfolgreich vor und hoben mehrere franzö sische Gräben aus. Dabei nahmen sie 1Offi⸗ zier, 299 un verwundete Franzosen gefangen. Die von zwei Alpenjäger⸗Bataillonen tapfer verteidigte Kuppenstellung auf dem Reichsackerkopf wurde gestern ittag im Sturm genommen. Der Feind hatte schwerste Berluste und ließ 3 Offiziere, 250. Mann, 3 Maschinengewehre, 1 Minenwerfer in unserer Hand. Französische Gegenangriffe wurden abgeschlagen. „„ Um die Antwort auf die Untaten französischer Flieger in der elsässischen Stadt Schlettstadt eindringlicher zu gestalten. wurden heute nacht auf die Festung Paris und den Eisenbahn⸗Knotenpunkt Compiegne durch Luft⸗ schiffe einige schwere Bomben abgeworfen. 5 Oestlicher Kriegsschauplatz. „ Zwischen Amulew und Orzye wurde ein russischer An⸗ griff abgeschlagen, wobei wir 2 Offiziere, 600 Russen zu Gefangenen machten. Ati russische Nachtangriffe auf Jednorozek brachen in unserem Feuer zusammen. Oberste Heeresleitung. * 5 Ruhe, Ordnung und Vertrauen herrschen in Deutsch⸗ land, und wer da 1 55 die Stimmung des Volkes sei nicht mehr so entschlossen gehoben wie beim Ausbruch dieses 1 Krieges, der täuschte sich gewaltig und wird sich i der Bekanntgabe des Ergebnisses der neuen Kriegs⸗ anleihe zu einem anderen Glauben bekennen. Dieser neue Gradmesser für die Gesinnung des Volkes bietet ja gerade die Gewähr, daß wir es nicht etwa mit einer täuschenden und verflackernden Hurrastimmung zu tun haben, sondern daß Begeisterung, Liebe und Treue für das Reich auch da wohnen, wo jetzt keine anfeuernden Reden gehalten werden önnen, wo man sich vielmehr darauf beschränkt, mit reifer Wachsamkeit den großen Ereignissen zu folgen. Die neun Milliarden Kriegsanleihe zeugen von einer wundervollen Einmütigkeit des deutschen Volkes. Die Tapferkeit und die großen Erfolge unserer Heere in Feindesland haben nicht nur die fremden 185 61 überwunden, sondern daneben noch eine ausgezeichnete stille Arbeit verrichtet: eine Luft⸗ reinigung im Innern, eine Auskehr aller Bestrebungen, die dem Vaterlande nicht ganz geben wollten, was des Vaterlandes ist. Mancher fremde Bettel und Flitter ist hinausgefegt worden, aber die. im Reichsinnern sind treu geblieben, und darum sollte auch der letzte Rest von Groll und Mißtrauen schwinden. Wir können, wenn wir die kleinen Zwischenfälle in der letzten Sitzung des Reichstags betrachten, uns eines gewissen Mitgefühls für die 8 Fraktion und Partei nicht entschla⸗ n: die Herren Liebknecht und Ledebour sitzen noch als eraden auf denselben Bänken wie ein Scheidemann, den wir doch alle jetzt als einen treudeutschen Volksgenossen schätzen. Er scheint erfreulicherweise der Führer der sozial⸗ Fruktiou. guerst gegen Ledebour, der, in bekannter An⸗ maßung, über Dinge gesprochen hatte, die ihm nicht an⸗ vertraut waren, und 8 8 sen 5 pruch gegen deutsche gsmaßregeln im orzu 2 5 Mit aller Entschiedenheit aber klang es da aus dem Reichstag einmütig heraus, daß die Notwendigkeiten alles das gebieten, was von der Heeresleitung veranlaßt und bekundet worden ist und daß nur ein Tropf in Bezug auf das Vorgehen in Feindesland anderer Ansicht sein kann. Die Erklärung, die Scheidemann abgegeben hat, ge⸗ nügte. Wir wollen die Gefühle der sozialdemokratischen Partei schonen und sie die kräftigere Aburteilung der Ge⸗ nossen Liebknecht und Ledebour hinter geschlossenen vier Wänden vollziehen lassen. Nach dem„Satyrspiel“ der Ab⸗ geordneten Liebknecht und Ledebour wirkte es um so ein⸗ drucksvoller, daß der Reichstag einmütig den Etat an⸗ nahm, und die Erklärung des Abg. Scheidemann hierzu hatte den Wert einer bedeutsamen und denkwürdigen Kundgebung. Wenn Graf Westarp daran zu deuteln und zu kritisieren persuchte, können wir ihm nicht beipflichten. Die Annahme des Etats durch die Sozialdemokraten mit einem freudigen Lob unserer Kämpfer draußen durch den sozial⸗ demokratischen Wortführer, hat die„meuternden“ Genossen besser in den Winkel gestellt, als es auf irgend eine andere Weise hätte geschehen können. Uebrigens mußte der„Vor⸗ wärts“, der bei der Besprechung der Vorgänge im Reichstag über seine Lieblinge Stadthagen, Ledebour und Liebknecht sorgend den Schild hielt, eine Erklärung veröfsentlichen, die wir in den nachstehenden Meldungen mitteilen, wo⸗ nach Liebknecht und Rühle, die allein bei der An⸗ nahme des Etats sitzen blieben,„aufs entschiedenste“ getadelt werden. Hoffentlich Riesa es dem tatkräftigen Scheidemann recht bald, mit diesen radilalistischen Eigen⸗ brödlern völlig reinen Tisch zu machen! Sie gehören politisch einer anderen Zeit und einer anderen Welt an. Wir aber begrüßen heute nicht nur das glänzende Ergebnis un⸗ serer Kriegsauleihe, das einer gewonnenen Schlacht gleich⸗ kommt. Wir blicken auch froh bewegt sten zu. unseren Verbündeten, den Türken, die bei Abwehr des Angriffes auf die Dardanellen vier große feindliche Kriegs⸗ schiffe vernichtet und dem Feinde auch noch andere Denk⸗ zettel verabreicht haben. Der ühlingsansang ist uns im Kampfe der Völler tröstlich und hoffnungsreich eingeläutet worden! * 4* Der Kaiser an den Schatzsekretär. Berlin, 21. März.(WBB. Nichtamtlich.) S. M. der Daiser hat auf die Meldung über das Ergebnis der Kriegsanleihezeichnung an den Schatzsekretär des Reichs⸗ schatzamtes Dr. Helfferich nachstehendes Telegramm gesandt: „Meinen besten Dank für die erfreuliche Meldung 1 würm⸗ sten Glücknunsch zu dem glänzenden Ergebnis der Kriegsanleihe⸗ zeichnung. Auch die Feinde unseres Vaterlandes werden daraus erneut erkennen, daß es dem deutschen Volke im Kampfe um seine Existenz weder an kriegerischen noch an wirtschaftlichen Waffen fehlt, seinen arnerschittterlichen Willen zum Siege durchzuhalten und durchzusetzen. Wilhelm I. R.“ Ein Telegramm des Reichskanzlers. Berlin, 21. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der Reichs⸗ kanzler sandte aus dem Großen Hauptquartier an Reichsschatzfekretär Dr. Helfferich folgendes Telegramm: „Meine herzlichsten Glückwünsche zu dem glänzenden Erfolg der Kriegsanleihe. Es ist ein großer Sieg des Volkes daheim, würdig des Heldenmutes unserer Truppen im Felde. Vethmann Hollweg.“ Pressestimmen zur Kriegsanleihe. Berlin, 22. März. Die Mitteilung des W. T. B., daß die Zeichnung auf unsere Kriegsanleihe die 9. Milliarde über⸗ stiegen hat, wird sicherlich, so schreiht die„Vossi sche Zeitung, selbst die Optimisten im Lande überraschen. Durch den überaus glänzenden Erfolg unserer Anleihe sind auch den Zweiflern im eigenen Lande die Sorgen benommen. Gestehen wir es nur ehr⸗ lich ein: wir haben selbst nicht gewußt, wie enorm unsere finan⸗ ielle Leistungsfähigkeit ist. Die Staatsmänner in England aber, ie so stolz verkündet haben, daß sie mit silbernen Kugeln nach Deutschland hinüberschießen wollen, werden nun wohl merken, daß diese Kugeln von Silber uns nichts anhaben können, weil wir sie mit dem goldenen Schilde auffangen, den das gesamte deutsche Volk gemeinsam geschmiedet hat. In der„Deutschen Tageszeitung“ heißt es: Neun Milliarden! Eine stolze Summe. Die besten Freunde haben sie kaum zu hoffen und die schlimmsten Feinde sie kaum je fürchten zu müssen geglaubt. Die Einmütigkeit des deutschen Volkes hat sich auch auf dem wirtschaftlichen Fampffelde wieder glänzend bewährt. Im„Berliner Lokalanzeiger“ wird gesagt: Das Volk darf auf diesen finanziellen Befähigungsnachweis stolz sein. Es ist ein Sieg, so gut wie irgend einer über die Feinde, denn die Gegner wollen uns nicht mur auf dem Schlachtfelde nieder⸗ ringen. Die Erde, aus der sich die Stärke des deutschen Volker immer von neuem verjüngt, ist das Feld des Geistez und der empfing, die einen unerschöpflichen eben spendete. Die„Freuzzeitung“ schreibt: Das über alle Maßen glänzende Ergebnis der zweiten Kriegs . ist in seiner Wirkung einer modernen Schlacht gleich- zuachten. Eine Erklärung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Berlin, 22. März. Eine im„Vorwärts“ veröffent⸗ lichte Erklärung der sozialdemokratischen Reichstagsfrak⸗ tion lautet wie folgt: Die Fraktion hat am 2. Februar 1915 den Beschluß ge⸗ demokratischen 8 werden zu sollen, denn er verkündete 5 stag bedeutungsvolle Entschlüsse namens seiner . faßt, daß die Abstimmungen der Fraktion geschlossen har er. folgen haben, soweit nicht für den Einzelfall die Abstimmung ausdrücklich freigegeben ist. Glaubt ein Fraktionsgenosse, an der geschlossenen Abstimmung der Fraktion nicht teilnehmen zu können, so steht ihm das Recht zu, der Abstimmung fern zu bleiben, ohne daß dies einen demonstrativen Charakter tragen darf. Die Fraktion hat am 18. März 1915 weiter be⸗ schlossen, daß die Abstimmung über das diesmalige Budget geschlossen zu erfolgen habe. Demgemäß verurteilt sie den von den Fraktionsmitgliedern Liebknecht und Rühle entgegen diesen Beschlüssen erfolgten Diszipli⸗ narbruch aufs entschiedenste. * Die Seeschlacht in den Dardanellen. Konstantinopel, 20. März.(WTB. Nichtamtlich.) Ueber die Dardanellenkämpfe am Donnerstag wird noch gemel⸗ det: Das englische Linienschiff„Irrisistible“ sank unter dem Feuer von Dardanos. Das zweite gesunkene Linienschiff vom„Vengeance“-Typ trieb bis Einbruch der Dunkelheit und ging dann unter, nachdem es von den Mann⸗ schaften größtenteils verlassen worden war. Zuverlässige Beobachter haben auf dem Linienschiff„Queen Elizabeth“ fünf, auf dem Panzerkreuzer„Inflexible“ vier schwere Treffer festgestellt. Den feindlichen Verlusten von drei Linienschiffen, einem Tor pedo⸗ bootszerstörer und einem Minensuchdampfer steht auf türkischer Seite die Beschädigung von vier Geschützen gegenüber, von denen nur eines modern war. Keine andere Bat⸗ terie erlitt auch nur die geringste Beschädigung. obgleich der Feind gut schoß. Bei einem Fort z. B. wurden ein⸗ wandfrei 70 Einschläge meist von 38⸗Ztm.⸗Granaten der„Queen Elizabeth“ beobachtet. Die Menschenverluste auf türkischer Seite ind gering. Sie betragen 21 Tote und 51 Verwundete ter nur wenige Schwerverletzte Es ist historisch bemerlens⸗ wert, daß auf dem in der Schlacht gesunkenen französischen Linien⸗ schiff Bouvet,“ seinerzeit in Brest die französisch⸗russische Aliang geschlossen wurde. Zwei eherne Tafeln verkünden die Reden des Zaren Alexander und des Präsidenten Carnot. Konstantinopel, 21. März.(WTB. Nichtamtlich)(Ver⸗ spätet eingetroffener ausführlicher Bericht des Sonderkorrespon⸗ denten des Wolffschen Buveaus an den Dardanellen.) Die Ver⸗ uche der Alliierten, die Durchfahrt durch die Dardanellen zu er⸗ zwingen, erreichten ihren Höhepunkt in der siebenstündigen Ser⸗ chlacht vom 18. März, in welcher die Mannschaft der türkischen Forts Wunder von Helden mut verrichten, indem sie unentwegt in einem Hagel von Geschossen aushielten. Die ganze Atmosphäre war verdunkelt durch die explodierenden Geschosse, die aufgeworfenen Erdsäulen und die Pulverwolken. Die Erde erbebte meilenweit. Die Alliierten fichren um 11½ Ühr vor⸗ mittags in den Dardanelleneingang ein und warfen ihre Geschosse in die Stadt Tschanak Kale. Zunächst nahmen an dem Gefecht vier französische und fünf englische Schiffe teil. Die anwesenden Korre⸗ spondenten hatten anfangs ihren Bepbachtungsort in dem Fort Tschirrenlik bei dem alten Schlosse Sultanije, dann, durch einen Geschoßhagel von dort vertrieben, auf einem Hügel außerhalb der Stadt. Als sie den Turm verließen, krepierten an zwei Stellen in ihrer unmittelbaren Nähe Granaten. Gleichzeitig fielen die Geschosse über der Stadt immer dichter, wühlten die Straßen auf und erfüllten die ganze Umgebung mit dichtem Rauch, während die zu kurz gefallenen Geschosse mächtige Wasserhosen aufsteigen ließen. Um 1¼ Uhr erreichte das Teuer seinen Höhevunkt. Es war jetzt konzentriert auf die Forts“ Tschimmelik, Hamidieh und die umliegenden besestigten Plätze. Der gewaltige Kampf moderner Schiffsartillerie gegen die starken Küstenforts bot ein ebenso interessantes wie grausiges Schauspiel. Nach 1 Uhr flaute der Kampf zeitweilig ab, wurde aber bald wieder mit solcher Heftigkeit aufgenommen, daß die Forts in Rauchwolken zeitweilig verschwanden. Um 2 Uhr änderten die Alliierten ihre Taktik, indem sie einzelne Batterien in unregelmäßigen Abständen beschossen. Das Einschießen erwies sich dabei offenbar als schwierig. Die Granaten fielen dabei vielfach zu kurz und ins Wasser oder zu weit und dann in die Stadt Tschanak Kale. Die Nachmittags⸗ beschießung hatte um 3 Uhr 15 Minuten ihren Höhepunkt erreicht, als plötzlich das französische Lin ienschiff„Bouvet“ mit dem Heck zu sinken begann, während der Bug hoch zum Himmel sich reckt. Die Mannschaften der türkischen Forts, deren Kampfesmut auf das höchste entfacht war, brachen in brausende Hurrarufe aus. Torpedoboote und andere Fahrzeuge eilten dem sinkenden Schiff zu Hilfe, konnten aber nur wenige Leute retten, da das Schiff durch die Explosion einer Mine unter Wasser und durch einen Volltreffer über Wasser auf das schwerste beschädigt war und rasch sank. Wenige Minuten später sahen die Korrespondenten, wie ein britisches Schiff von einem türkischen Geschosse auf dem Vorderdeck getroffen wurde. Mit gekapptem Mast, der im Gewirr der Takelage über Bord hing, versuchte das Schiff, den Ausgang der Dar⸗ danellen zu gewinnen, was offenbar infolge eines Maschinen⸗ schadens von Sekunde zu Sekunde schwerer wurde. Gleich darauf erhielt ein anderes britisches Schiff einen Volltreffer auf Deck mittschiffs und mußte sich gleichfalls vom Hampfplatze ent⸗ sernen. Um 4,45 Uhr mußte ein drittes britisches Krie g s- Arbeit, das die Saat einer mohr als 40 jährigen intensiwen Kultur! vollen Rückzugskampfes. der Alliierten unter einem Hagel von Geschossen den Ausgang der schiff schwer beschädigt unter rasendem Feuer der Türken sich es, dem Gefecht ziehen. Es war der schwerste Schlag für die Alliierten, sals das britische Schiff sich gezwungen sah, innerhalb des Feuer⸗ bereichs der türkischen Batterien auf Strand zu laufen. Eine volle Stunde lang versuchten die Alliierten, mit ihren Ge⸗ schützen das der Vernichtung geweihte Schlachtschiff zu decken, bis acht Volltreffer die Aussichtslosigkeit all dieser Bemühungen be⸗ siegelten. Darauf folgten weitere 10 Minuten qual Endlich gewannen die Schiffe Tordanellen, während die Artillerieforts das 5 euer) nicht eher einstellten, als bis das letzte feind⸗ liche Schiff aus dem Feuerbereich ve wunden war. Diese Schlacht brachte zum erstenmal die Schiffe der Alli⸗ ierten auf längere Zeit in den Feuerbereich der türkischen Geschültze. Das Ergebnis war dank der Treffsicherheit der türkischen Ar⸗ tillerie für die Feinde entsetzlich, die ihrerseits, obwohl sie an⸗ nähernd 2000 Granaten abfeuerten, keine Batterie zum Schweigen brachten. Ueber die tatsächlichen Ergebnisse der 3 1 C n N 8 PFC R PPT A * 5 1 3 Schlacht wurde bereits berichtet. Der Verlauf des Kampfes hat 2 das Selbstvertrauen der türkischen Mannschaften gewaltig gesteigert. Alles sieht den kommenden Entwick⸗ lungen zuversichtlich entgegen. Der englische Bericht. London, 20. März.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird gemeldet: Der Untergang der brite en und 3 Schiffe in den Dardanellen er⸗ olgte vorgestern während eines allgemeinen Angriffs auf die Forts der Meerengen. Der„Bouvet“ sank in drei Minu⸗ ten. Der durch unser heftiges Feuer in den Forts angerich⸗ tete Schaden kann noch nicht abgeschätzt wer⸗ den. Die Operationen dauern fort. Zwei andere Schlacht⸗ 4 schifße werden demnächst aus England erwartet. * London, 20. März.(WTB. Nichtamtlich. Die Admirali⸗ 2 tät veröffentlicht folgenden Bericht: Nachdem während der letzten zehn Tage das Minenfegen in den Dardanellen an⸗ dauernd fortgesetzt worden war, wurde vorgestern morgen ein allgemeiner Angriff der englischen und französischen Flotte auf die Forts in den Meerengen unternommen.„Queen Elizabeth“, „Juflexible“,„Agamemnon“ und„Lord Nelson“ beschossen um 10,45 Uhr die Forts Kilid Bahr und Chanak, während„Triumph“ —3 9 George“ die Batterien vor Dardanos beschossen. 4 1 As das fwmzösische Geschwader herausfuhr, wurde„Bouvet durrch eine treibende Mine in die Luft gesprengt und sank in 3 Minnten 650 Meter von dem Dorfe Arenkioj entfernt. Um 2,26 Uhr erneuerten die Schiffe den Angriff auf die Forts, wüh⸗ ed gleichzeitig Minenfeger an die Arbeit gingen.„Irresi⸗ stible“ verließ, sich schwer überneigend, um 4,9 Uhr die Schlacht⸗ lttmie, mum 5 Uhr sank das Schiff, wahrscheinlich infolge „daß es wurf eine treibende Mine geraten war.„Ocean“ 6,5 Uhr ebenfalls auf eine Mine. Beide Fahr⸗ sanken im tiefen Wasser. Die gesamte Besatzung heftigem Feuer in Sicherheit gebracht. Der„Gau⸗ darrch Geschützferrer beschädigt.„Inflextble“ auf dem Vorderschiff von schweren Granaten getroffen. Er ausgebessert werden. Die Verlurste der Schlachtschiffe sind dadurrch verursacht worden, daß Minen mit dem Strom trieben und in die bereits reingefegten Teile der Straße gerieten. Diese 0 erheischt besondere Vorkehrungen. Bei dem„Bouvet“ ist wahrscheinlich eine Explosion im Innern erfolgt, nachdem er auf eine Mine geraten war.„Queen“ und„Implacable“, die be⸗ reits vor diesen Operationen aus England abgefahren waren, um . Schiffe zu ersetzen, mrüssen bald ankommen und werden jo das Geschwader wieder auf seine ursprüngliche Höhe bringen. Der französische Bericht. 20. März.(WTB. Nichtamtlich) Amtlich wird ge⸗ di Puris, . e berg Seer ede ein indes euer engpuhetlen. 48 e ein starkes Feuer auszuhalten. F e ee nt d enge. i engli anzerschif e en ie Vers f Bahr, Tschannk⸗Kulisse und Darbanos, sowie die Lung⸗ Keyhez. Die wührend des heißen Tages erzielten Ergeb⸗ kosteten empfindliche Verluste.„Bouvet“ versank 1 einer Minenexplosion.„Gaulois“ wurde ut von 2 das feindliche Feuer verursachten Beschädigungen augenblicklich garrßer Gesecht gesetzt Die englische Flotte hat gleichfalls gelitten. ABuei ihrer Panzerschifse wurden durch Minen versenkt. Diese Ver⸗ kuftr, so peinlich sie auch find, werden den Lauf der Operationen nicht aufhalten. Sofort nach dem Eintreffen der Nachrichten über den* des„Bouvet“ telegraphierte der Marineminister an „Henri IV.“, der sich an der syrischen Ksüste befindet, er solle den 0 Be⸗ nicht genau angegeben ist, gerettet worden ist. Der„Gaulois“ gesunken? Konstantinopel, 21. März.(WTB. Nichtamtlich. die Blätter melden, daß das zweite franzöfische Kriegsschiff, das während des am 18. März beschädigt wor⸗ den ist, an der Küste von Tenedos gesunken sei. Die Be⸗ N bold sei durch ein anderes Schiff gerettet worden. Es * sich hier um das Linienschiff„Gaulois“ handeln. . London, 21. März.(WTB Nichtamtlich) Das 5 7 meldet aus Tenedos vom 19. März: Sechs* schi ter verhinderte das Wiederaufnehmen energischer Operationen. 71 Konstantinopel, 21. März.(WTB. Nichtwmtlich) Das Hauptquartier meldet: Die Flotte der Alliierten unternahm heute keinen Angriffsversuch gegen die Dardaneklen. 0 1 172 lig get e e 275 n deutsche g. Zeitung“ schrei um Dardanellen:*— Je mehr Einzelheiten über die Ereignisse in den Dardanellen bekannt werden, um so höher erscheint der Erfolg, den die tür⸗ kischen Waffen gegenüber den englisch⸗französischen Angrei⸗ fern errungen haben. Schon jetzt läßt sich sagen, daß die Kämpfe sich den ruhmreichsten kriegerischen Taten der Osmanen würdig an⸗ reihen, und daß sie, wenn erst ihre Durchführung bis zum sieg⸗ reichen Ende vorliegt, zu den glänzendsten Leistungen der europäischen Kriegsgeschichte über haupt zu rechnen sein werden. Freilich geben England und Frankreich, wie aus den Londoner und Pariser Berichten hervorgeht, die Sache noch nicht verloren, sondern kündigen erhöhte Anstrengungen zu Wasser und K. an. Die vorzügliche Haltung der Verteidiger der Dar⸗ a ellen läßt jedoch erwarten, daß sie auch den weiteren Anforderun⸗ gen sich gewachsen zeigen. Ganz Deutschland folgt den Gescheh⸗ nissen an den Zugängen zur Hauptstadt des Osmanenreiches mit lebhafter Anteilnahme und wünscht unseren tapferen osmanischen 5 Verbündeten, daß sie die entscheidenden Schläge vernichtend führen. 73 Die englische Presse über die Verlusie. den Dardanellen erlittenen Verluste keineswegs bestürzt, da daß eine der Ahn ae egramm miralität nichts, was nicht af eim aliicliches Enbrefulkat possen liehe. Ste weisen darauf hin, daß die Befestigungen stärker sind, als man * Die österreichisch⸗ ungarischen Tagesberichte. Wien, 20. März.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: An der Karpathenfront haben keine be⸗ sonderen Ereignisse stattgefunden. In einigen Abschnitten war lebhafter Geschütztampf im Gange. Nordwestlich Nadworna wurde ein Nachtangriff %%ꝙ%%CCCGG e fuhren in die Meerenge der Dardanellen ein, aber schlechtes euch 3 VVV N sen. An den übrigen Teilen der Gefechtsfront in Südostgali⸗ zien herrscht serhältnismäßig Ruhe. 8 In Polen und Westgalizien hat sich nichts er⸗ et. Die tapfere Besatzung von Przemysl unternahm 7 seit längerer Zeit einen Ausfall, diesmal in öst⸗ icher Richtung. Sie traf auf starke feindliche Kräfte und zog sich nach mehrstündigem Gefecht hinter die Gürtellinie zurück. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Wien, 21. März.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlauthart: 21. März, mittags: In den Karpathen kam es gestern in der Front zwischen dem Uzsoker Paß und dem Sattel von Koniegzna zu heftigen Kämpfen. Schon in der Nacht zum 20. dieses Monats versuchten feind⸗ liche Abteilungen, durch überraschendes Vorgehen einzelne unserer Stützpunkte zu nehmen. Sie wurden überall unter großen Verlusten abgewiesen. In den Morgenstunden wieder⸗ halten sich die russischen Angriffe in größerem Umfange. Die sich entwickelnden Kämpfe dauerten in einzelnen Abschnitten den ganzen Tag über an. Bis zum Abend waren die gegen unsere Stellungen am San bei Smolnik und Alsopagony vorgegangenen russischen Kräfte zurückgeschlagen. 1070 Mann wurden gefangen. An den übrigen Fronten hat sich nichts Wesentliches ereignet. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Zeppelin über Paris. Berlin, 22. März Unter der Ueberschrift„Zeppeline über Paris“(siehe den gestrigen Bericht der Obersten Heeres⸗ leitung) wird dem„Berl. Lokalanz.“ aus Genf telegraphiert: Der Zeppelinnachtflug wird auch aus den Orten Asniers, St. Germaine und Argenteuil gemeldet. Innerhalb von Paris wurden Häufer in der Nähe eines Güterbahn⸗ hofes und im Mont Martre⸗Bezirk getroffen. Die auf dem Mont Martre geplatzten Bomben enthielten angeblich Beuzin. Den ganzen Morgen über suchte man die Straßen von Paris nach Splittern von Bomben ab. Die Angaben über die Höhe, aus der die Bomben geworfen wurden, schwanken zwischen 150 und 800 Metern. Die erste Meldung von dem Herannahen der Zeppeline kam aus Compisgne um 1 Uhr morgens. Die Straßenbeleuchtung erlosch. Trom⸗ peter bliesen Alarmsignale. In den Borocten Asniers und Lavalloise wurden Landhäuser zerstört. Mehrere Personen wurden verwundet. Beschossor: wurden die Zeppeline zuerst von dem Pariser Fort Voissy. Die Beschießung war jedoch vollkommen erfolglos. Flugzeuge eröffneten die Verfolgung verspätet. Dieser Umstand bildet das Tagesgespräch der Pariser Bevölkerung, die die bisherigen Maßnahmen für unzureichend findet. Die Württemberger sei den Kämpfen in den Argonnen. Stuttgart, 20. März.(WDB. Nichtamtlich.) Der Hommandierende General in den Argonnen . an die bei Vauguois gegen eine französische eign Truppenteile folgenden Dagesbefehl: „Ich habe einen schweren und wichtigen Abschnitt an⸗ vertraut Heiße Kummpft, in denen so mancher Brave getreu seinem Allerhöchsten Krie dem Vaterland sein Letztes gab, liegen hinter euch und können morgen oder übermorgen von neuem cneren unerschittterlichen Patt auf die Probe stellen. Ich weiß, was es heißt, stundenlang in 1 Artilleriefeuer sei Posten halten. Ich wußte trete! Exrer Feindes abermals den heiß umstrittenen Besitz entreißen wollen. Darauf vertraue ich.“ Die englischen Verluste. London, 22, März.(WTB Nichtamtlich.) Die eng⸗ lische Verlustliste vom 15. März enthält die Namen von 87 gefallenen, 121 verwundeten und acht vermißten Offi⸗ zieren. Die„Times“ fügt außerdem noch die Namen von 12 Offizieren hinzu, die in der amtlichen Verlustliste fehlen. Unter den Gefallenen befinden sich fünf Oberstleutnants und drei Majore, unter den Verwundeten vier Oberstleutnants und zwei Majore. Der Seekrieg. Amsterdam, 21. März.(WTB. Nichtamtlich) Nach Blät⸗ termeldungen telegraphierte der Kapitän des holländrschen Dampfers„Zandstroom“ seiner Direktion, daß das Schiff in der Nordsee von deutschen Kriegsfahrzeugen an⸗ gehalten und zur Untersuchung rügge gebracht wor⸗ den sei.„Zandstrvom“, die der holläündis Darpfboot- sellschaft gehört, besand sich mit Eiern und Stückgütern auf der Nisreise nach London London, 21. März(WTB. Nichtammlich Der Aber⸗ deener Dampfer„Aberdon“(1009 Tonnen) ist seit dem 9. Mörz in Rettungsboot des Dampfers wurde treibend überfällig. Ein gefunden. au Amsterdam, 21. März.(Nichtamtlich.) Die Blätter melden aus Terneuzen: 8 5 fünfzig Per⸗ sonen von den holländischen Schiffen„Za an st room“ und „Batavier V.“ ein, die am Freitag bei dem Maasleucht⸗ schiftl von einem deutschen Unterseeboot angehalten und mit einem deutschen Offizier an Bord 8 Zeebrügge gebracht waren. Die Besatzungen, außer den Offizieren, so⸗ wie die Frauen und Kinder der belgischen Passagiere wur⸗ den freigelassen, aber sechzehn Belgier sestgehalten. Englische Schiffe dem Sturm zum Opfer gefallen. London, 21. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der heftige Sturm, der in der Nacht zum Freitag herrschte, hatte eine ungewöhnlich große Anzahl von Schiffsunfällen an der Küste zur Folge. Das Schiff„Buccaneer“ strandete bei Scrobysands in der Nähe von Parmouth. Es konnte nicht flott gemacht werden. Der Schoner„Francis“ ist bei Trevosehead verloren gegangen, die Besatzung wurde jedoch gerettet.„Cäci⸗ lia“, von London nach Hull unterwegs, sank bei Palling. Die Besatzung wurde gerettet.„Mary Nish“ kenterte in der Nähe mehrerer russischer Bataillone, der bis auf hundert Schritt an unsere Stellungen herangekommen war, blutig abgewie⸗ . vom Tyne. Der Dampfer„Sliedricht“(3056 Tonnen), von Rotterdam lommend, lief in der Nähe vom Tyne auf, man fürchtet, rmacht im Kampfe gelegenen württemwbergischen 0 in Aus- spruchen können. Der vorliegende daß das Scheff verloren ist. Der Dampfer„Beeswing“(2000 Tonnen) dürfte mit der Besatzung im Kanal gesunken sein. Man fand einen von„Beeswings“ Matrosen tot, sowie ein treibendes Boot des Dampfers und Wrackstücke. Andere Leichen von See⸗ leuten, auf deren Hemden Adressen aus Shields angegeben waren, wurden in Dover gelandet. 1 Aus Bulgarien. Sofia, 20 März.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der„Ag. Bulgare“. In der heutigen Sitzung der Sobranse wurde ein Gesetzentwurf betreffend die Unterstützung der Familien von Re⸗ servisten, die im Falle der Mobilisierung einberufen werden, unterbreitet. Aus Schweden. Stockholm, 20. März.(WTB. Nichtamtlich.) Den beiden Kammern des Reichstags haben die mitgeteilt, daß der Minister des Aeußern bereit sei, über die Verh 1 bei der Zusammenkunft Kö⸗ 1 von Schweden, Norwegen und Dänemark in Malmö Bericht zu erstatten. Die Sitzung ist auf den 22. März festgesetzt. China und Japan. ö London, 19. März.(WT Nichtamtlich.)„Daily grard“ meldet aus ing: Die Verhandlu zwischen China und Japan bieten stets neue Ueberras Das Auftreten der chinesischen Regierung wurde bedeutend da sie erfuhr, daß die Vereinigten Staaten am 0 an eine energische Note übermittelten, in welcher auf die Bestimmungen Root⸗Takahira⸗llebereinkommens von 1908 hingewiesen wird. über diesem amerikanischen Hinweis betont Japan, daß es würnsche, alle vertrags⸗ mäßigen Bestimmungen zwischen Japan und China sowie zwischen Japan und anderen Mächten loyal zu erfüllen.— Im übrigen sei die Stimmung in Tokio so, daß man sich auf große N gefaßt machen kann. Paris, 20. März.(WTB. Nichtamtlich.) Das„Peti Journal“ meldet aus Tokio: Der Minister des Aeu kündiz an, daß eine befriedigende Löfung der Hiwesischlapanischen Verhandlungen bevorstehe. g Aus Bessen. Die Ergänzung des Gesetzes, das Notariat betreffend, vom 15. März 1899. 8 5 Der Gesetzentwurf über die Notariate, dem die Zweite Kammer am Freitag ihre Zustimmung erteilt hat, lautet: Artikel 1. Nach Artikel 35 des Gesetzes, das Notariat betreffend, vom 15. März 1899 wird als Artikel 35 à eingeschaltet: Artikel 35 a. Stirbt ein nach Artikel 26 oder Artikel 27 vertretener Notar oder entsteht während einer solchen Vertretung Ungewißheit über sein Leben oder seinen Tod, so hat der Vertreter als Amts verweser seinen Dienst fortzusetzen, bis die Vertretung durch einen Beschluß des Ministeriums der Justiz aufgehoben wird. Der Beschluß tritt mit dem Ablaufe des Tages in Wirksamkeit, an dem er dem Ver⸗ treter 1 worden ist. 1. Auf den Amts verweser finden die Vorschriften der Artikel 30, 31, 33 Abs. 2, 35 entsprechende Anwendung. Die dem Amtsver⸗ weser zu gewährende Vergütung wird, sofern sie noch nicht nach Maßgabe des Artikel 33 Ahs. 1 festgesetzt ist, nach Anhörung der Notarskammer durch das W er Justiz festgesetzt. rtikel 2. 7 Gesetz tritt mit seiner Verkündung im Regierungsblatt ft. ö Es findet auch Anwendung auf Notare, die zur Zeit feiner In⸗ krafttretung bereits einen 9 2 tikel 3. Der Artikel V des Gesetzes, die Abänderung gesetzli Bestim⸗ mungen über das Notariats⸗ und Kostenwesen betreffend, vom 19. März 1910 erstreckt sich auch auf gegenwärtiges Gesetz. In der Begründung heißt es: Der gegenwärtige Krieg mit seinen Begleiterscheinungen hat in der juristischen Literatur im Hinblick auf Art. 101 des preuß. F. G. G. zur Erörterung der Frage geführt, ob die von dem Vertreter eines am Kriege teilnehmenden Notars nach dem Tode des Notars in Unkenntnis dieses Ereignisses aufgenommenen Akte Gültigkeit bean⸗ twurf sucht diese Ungewißheit zu beseitigen, indem er für Fälle der genannten Art die Fortdauer der Vertretung bis zu deren ausdrüdlichen 9 durch das Großh. Ministerium der Justiz vorsieht. Dabei beschränkt sich der Entwurf nicht auf die Zeit des Krieges, sondern gibt seinen Vorschristen all⸗ emeinen Charakter, weil es auch in Friedenszeiten vorkommen ann, daß ein beurlaubter Notar, z. B. bei einer größeren Reise ins fester, Ausland, stirbt, ohne daß alsbald Nachricht in die Heimat gelangt, oder in Verschollenheit gerät. rb. Darmstadt, 20. Die Mitglieder der Finanzausschüsse beider Ständekammern waren heute mittag unter Vorsitz des Grafen zu Er bach⸗ Fürstenau vollzählig zu einer n zusammen⸗ getreten, in welcher eingehend über die Hauptpunkte des neuen Staatsvoranschlags und die Aufbri 8 der für die finanziellen Bedürfnisse des Staates erforderlichen Mittel beraten wurde. Diese Mittel sollen auf dem Wege der Anleihe beschafft werden. Die Verhandlungen der beiden Finanzausschüsse waren streng vertraulicher Natur. — eee= Aus dem Reiche. Berlin, 20. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Nord⸗ Bekannt⸗ deutsche Allgemeine Zeitung“ veröffentlicht eine machung, N die Bestimmungen vom 1. August 1914 und 31. Dezember 1914, betreffend die gestundeten ölle und Reichssteuern, r werden. Die rderung der Ausstellung und le abe sogenannter egswechsel bei nicht sofortiger Einz*. ndeter Zölle und Reichssteuern kommt sogleich in 9 Ab⸗ 2 von 5¼ Prozent für vorzeitige Einzahlung gestun⸗ Zölle und Reichssteuern werden nur noch bis 31. März 1915 7— e den kann die—.4 rechnung n t iger Branntweinsteuer⸗Vergütung . e und Zuckersteuervergü⸗ tungen auf gestundete Abgaben wieder Taltlinden. Aus Stadt und Cand. Gießen, 22. März 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Wilhelm Blöser, Jägerbat. 11, aus Nieder- Gemünden.— Landwehrmann Karl Hof aus Weidelbach.— Leutn, Wolter Schmidt, In].-Rgt. 88, aus Büdingen.— Gesr. inrich Hill, Rel.-Jeld-Art.-Rgt. 21, aus n ombach.— f Phil. Bernhardt, Res.-Ins.-Rgt. 117, aus Engel⸗ stadt.— Landsturmmann Jak. G1 bert, Landsturmbat. 52, aus Darmstadt.— Schaffner und Wagenführer Johs. Dörr, Ref.- Ins.-Rgt. 116, aus Darmstadt.— Lehramtskandidat Gefr. Narl Toteme, Res.-Ins-Rgt. 222, aus Wetzlar.— Musketier Otto Bölpel aus Philippstein.— Hauptmann der Landwehr Direktor Emil Simon, Landwehr-Brigade⸗Ersatzbat. 42, aus Löhnberg. — Landwehrmann Georg Ochs, Landwehr-Ins.-Ngt. 116, aus Bernshausen. 1 0 . e 3 .„ n uus ichuung Dem 0 und Kommun⸗ deur der Sand- m N A ien wehe ö der da Jean Dern& Co. in Gießen, wurde Kreuz verliehen. 1. Die Hriegsanleihe in Gießen hat das 7 am Samstag mitgeteilte Ergebnis noch um 800 000 f übertroffen, so daß sich der ültige Betrag auf die — 5 ede t. Von der absoluten Höhe von prozentualen Steigerung gegenüber der ersten Anleihe darf man hochbefriedigt sein.— Zum Ver- 2 seien die Zeichnungsergebnisse einer Reihe von n aus sen und den Nachbargebieten angeführt: Frankfurt 328 Millionen gil 148 Millionen bei der ersten he, Hanau 12,6 Millionen gegen 6, Wein⸗ 233 a. d. Bergstraße 2 820 000 Mk. gegen 868 000, Mainz ionen wer 18,8, Mannheim 94 n 43 Millionen, Heidelberg 20 3 12 Millieven, Hassel 67 gegen 47 Millionen, Limburg a. d. L. 3%ò4 98900 1½ Millionen, Diez a. d. L. 1¾ Millionen gegen 000 Mk., Nassau 500000 gegen 234000 Mk., Bad Homburg 4,7 gegen 1,6 Millionen, Bingen 3 gegen 1½ Millionen. Die Kartoffel⸗ Aufnahme hat, wie schon kurz itgeteilt, ergeben, daß in unserer Stadt ein Vorrat von 29 000 Zentnern vorhanden ist. Bei 6500 ortsanwesenden Familien würden also auf die Familie knapp 4½ Zentner kommen. Unter den vorhandenen Kartoffelvorräten ist als . Posten ein Vorrat der Stadt Gießen mit rund 1 Zentnern zu nennen. Nennenswerte Vorräte über den eigenen Familienbedarf hinaus fanden sich nur bei . Gast- und Speisewirten vor. 8 Familien sind allein auf den Einkauf bei der Stadt angewiesen. Der Handel in Gießen und die hier wohnenden wenigen Landwirte haben größere Kartoffelvorräte ebenfalls nicht auf Lager. Stadtverordneter Friedrich Habenicht ist vorgestern abend nach kurzem Krankenlager im 58. Lebens- jahre verschieden. Stadtv. Habenicht gehörte seit 1908 dem Stadtverordnetenkollegium an und war u. a. Mit⸗ glied des Markt⸗ und des Theaterausschusses sowie der Be⸗ triebsdeputation. Heiteres aus Gießener Feldbriefen. In einem Feldpostbrief aus Flandern wird folgende Episode be⸗ richtet. Unser Regiment machte neulich etwa 100 Englän⸗ der zu Gefangenen, darunter einen Offizier. Als nun der neue große Hindenburgsieg bekannt wurde, mußten die Engländer, nachdem ihnen die Bedeutung dieses neuen Sieges in gebührender Weise klar gemacht worden, eine Stunde lang sämitliche Hirchenglocken in. läuten. — Das Wetter ist ungünstig, fast dauernd Regen, so daß wir in den Gräben viel mit Wasser zu tun haben. Der Geg⸗ ner aber muß in dieser Hinsicht 155 übler daran sein wie wir; denn, da er tiefer wie wir liegt, so pumpen wir ihm dus Wasser unserer Gräben in die seinigen. Drückeberger⸗Kuren. Lustige Augenblicke spie⸗ len gegenwärtig bei der Ausmusterung des ungedienten ems vor den Untersuchungskommissionen ab. Ab und zu sucht einer, dem Geschäft, Beruf und Geld höher stehen als die vaterländische Pflicht, sich unter den unmög⸗ e und unter Angabe aller erdenklichen Ge⸗ bresten vom eresdienst loszumachen. Daß dabei man⸗ cher von den Militärärzten sofort gründlich kuriert wird, Tagen zwei Vorfälle, die, wie man uns erzählt, sich dieser aus- in einem Orte in der Nähe zutrugen. 0 ter Landsturmmann soll felddienstfähig geschrieben werden. Er klagt dem Stabsarzt Dr. R., daß ihm Gehen etwas beschwerlich falle.„Na, meint da der Doktor, von hier bis zum Hauptbahnhof können Sie doch gehen?“„Ge⸗ wiß!“„Dann sind Sie auch felddienstfähig, denn vom Bahnhof aus werden Sie gefahren.“— En an- derer, maß ig sebauter Mann ent„er habe ein Herz⸗ leiden äme beim Besteigen hoher Treppen stets Herzklopfen. Worauf der Doktor meint!„Das macht nichts; der Hrieg wird parterre abfahrt“ * Kriegsgefangene im Bergbau. 8 er. Nonf essssc g 8 1 t ferenz ischer 8= betriebsleiter beschlossen, die Neschlfigung von Kri efangenen ins Auge zu fassen. Die Kasernen werden nunmehr an das städtif Elektrizitätswerk angeschlossen werden. Bisher wurde 10 diesen Gebäuden zur Beleuchtung Petroleum verwendet. Eine Mahnung zur Vorsicht erscheint gegen⸗ über einem etwa 12jährigen Bürschchen am Platze, das der⸗ N an den Haustüren für eine„Kalser Wilhelm ende“ zu sammeln. Natürlich handelt es sich um einen 1** ten il——.— sei. er Frühling gestern, wenn auch nicht mi Brausen, so doch mit den um vieles lieber e Ari. buten von Licht und Wärme auch nach dem Kalender ins Land ogen, nachdem seine. Boten vor dem Abschie ollen des Winters in den letzten Tagen noch manches mal zweifelnd Kehrt 33 hatten. Waren auch die letzten Nächte noch empfin⸗ lich kalt, so hat die Sonne doch schon die Kraft, die Tagestemperatur zu köstlicher Frühlingsluft zu erwärmen, un ersten Lenz⸗ um die fahrens 1e an den 1 ugsorten herrschte ein Treiben, wie seit langer Zeit nicht. Ostern steht vor der Tür, und die Natur drängt der Auferstehung entgegen. Stadttheater. Nochmals sei auf das morgige Gesamt- Benefiz der darstellenden Mitglieder unseres Stadttheaters hin- gewlesen, das in Adolph L'Arronge's Volksstück, Mein Leopold“ sast allen Künstlern Gelegenheit gibt, mitzuwirken, da im Interesse der Sache auch erste Fächer kleinere Aufgaben übernommen haben — Als letzte Aufführung im Abonnement wird Zreitag, 26. März, Hebbels„Agnes Bernauer“ wiederholt.— Mit Palmsonntag schließt die diessährige Spielzeit. Die letzte Aussührung an diesem Tage bedeutet eine Vorseier zu Bismarcks hundertstem Geburtstage. Der Abend wird eingeleitet durch ein Festspiel von Hermann Stein- goetter,„Des deutschen Volkes Ektehart“, daran schließt sich eine Aufführung des kernigen Schauspiels„Hans Lange“ von Paul Heyse. Textbücher des Festspieles sind an der Kasse und in Ernst Challiers Musikalienhandlung zum Preise von 50 Pig. erhältlich. Die Steinkohlen⸗Bezugs⸗Gesellschaft Gießen hat als Kriegsunterstützung an 100 bedürftige Familien in unserer Stadt, bei denen in der Mehrzahl die Ernährer zur Fahne einberufen sind, je 4 Zentner Kohlen gratis geliefert. * Zu Hause bleiben! Uns wird geschrieben: Trotz der Kriegszeit ziehen viele junge Mädchen vom Lande in die Großstadt, unt dort ihr Glück zu suchen. Das ist nicht richtig. In den Großstädten, besonders in Berlin, suchen schon viele ein⸗ heimische junge Mädchen vergeblich Arbeit und Verdienst. Wieviel leichter kommen da erst die auswärtigen in Not und Ge⸗ fahr! Auf dem Lande dagegen fehlt es aur Kräften, um in Feld und Garten die in diesem Jahr so besonders wichtige Arbeit zu verrichten. Man hält in den Großstädten Versammlungen ab, um im Interesse des Vaterlandes über die orgung des Landes mit Arbeitskräften zu beraten, und manches Stadtkind hat sich schon bereit gefunden, hinauszuziehen; aber niemals werden die Be⸗ wohner der Städte in Feld und Garten dasselbe leisten können, wie die auf dem Lande groß gewordenen Landlinder. Der Verein Wohlfahrt der weiblichen Jugend(unter dem Protektorat Ihr. Maj. d. Kaiserin), Adresse Berlin, Tieckstr. 17, möchte daher vor dem jetzigen Quartalswechsel alle jungen Mädchen ganz beson⸗ ders herzlich davor warnen, in die Großstadt zu ziehen und leichtsinnig sich Hoffnungen hinzugeben, die nicht erfüllt werden können. Die von demselben Verein geworbenen Helferinnen der Bahnhofsmission, kenntlich an einer weißen Armbinde mit rosa Kreuz und der Umschrift„Deutsche Bahnhofsmission“, wollen e gern allen ankommenden jungen Mädchen mit Rat und Tat istehen, der beste Rat aber zurzeit ist dieser: Bleibt dahenm! Landkreis Gießen. A Steinbach, 20. März. Gestern feierten Herr Karl Haas VI. und dessen Ehefrau das Fest der goldenen Hoch zeit in geistiger Frische und körperlicher Rüstigkeit. Kreis Büdingen O Nidda, 21. März. Oberlehrer Keller aus Offen- bach a. M., z. Zt. Sanitäts-Unteroffizier in Belgien, ist von Sr. K. H. dem Großherzog mit dem Verdienstkreuz für treue Pflege ausgezeichnet worden. Starkenburg und Rheinhessen. rb. Darmstadt, 21. März. Im Konkurs des Spar⸗ und Kreditvereins Nieder⸗Modau soll nach einer Bekanntmachung des Konkursverwalters Dr. Hoffmann II. dem⸗ nächst eine weitere Abschlagsverteilung erfolgen. Es kommen hierbei Konkursforderungen in Höhe von 1 472 745,85 Mk. in Betracht, für die jetzt 380 000 Mk. zur Auszahlung zur Verfügung stehen. Nach⸗ dem bereits früher eine Dividende von 30 Proz. ausgezahlt worden ist, kommen jetzt weitere 25 Proz. von dem Konkursverwalter zur Ausschüttung. Für die meisten Spareinleger hat diese Auszahlung keine praktische„ weil sie durch den„Schutzverein für Nieder⸗Modbau“ schon einen hö Betrag erhalten haben Da bei dem Konkurs einer Genofsenschaft mit unbeschränkter Haft⸗ e die von den Mitgliedern einbezahlten summen nach dem etz erst nach vollständiger Abwickelung des Konkursverfahrens au hlt werden dürfen, wurde bekanntlich der„Schutz ver ⸗ für Nieder⸗Modau“ gegründet, um den Spareinlegern möglichst bald bares Geld zuzuführen und zugleich die haft⸗ ichtigen Mitglieder für später von ihrer Haftverbinblichkeit zu be⸗ 18 Dem Schutzverein wurden von der Konkursmasse und der „Darmstädter Volksbank“ erhebliche Beträge darlehnsweise zur Verfügung gestellt Hierdurch war der Schutzverein in der günstigen Lage,. nach verhältnismäßig kurzer Dauer des Konkurs ver⸗ ie Forderungen der Spareinleger zu erwerben und 70 Pro⸗ zeut an die Spareinleger auszuzahlen. Die Spareinleger— etwa 1000 an der Zahl— sind dem Schutzverein durchweg beigetreten bis auf einige wenige Ausnahmen, die sich im Interesse der Förde⸗ rung des ahrens wohl ebenfalls noch dem Schutzverein an⸗ schließen werden. Die jetzt seitens des Konkurs verwalters erfolgende Auszahlung von 25 Proz, muß von dem Schutzverein benutzt werden, um das Darlehen des Schutz vereins bei der Konkurs masse teilweise abzutragen, und stellt daher im wesentlichen eine Ver⸗ rechnung zwischen dem Schutzverein und der Konkursmasse dar. ——.— B— Standesamts nachrichten. Gießen. Aufgebote: März 15. Johann Weishaupt, Stadtkasse⸗ hilfe in Gießen, mit Emma A Heim in Braunfels.— Nu st Oberer, Mechaniler in lémont 0 eiz), mit Marie Luise Mori in Lahr(Baden).— 16. Albert Wilhelm Verse, In⸗ genieur in Gießen, mit Klara Möllmann in Hohenlimburg.— N 1 l Büßfeld, Wega 4 7 in rg⸗Gemünden.— rg Heir enz, er i. R., mit Anna Katharina Elise Ruth, 625. Wende beide in Gießen. Eheschließungen: März 17. J 8 Margolf, Offi⸗ zier⸗Stellvertreter, mit Elisabetha Wallenfels, beide in Gießen. Geborene: März 6. Dem Braumeister Karl Schmidt in 3. sonntag benutzten auf allen gt ec Spazier⸗ 2 Zimmer Wildungen eine Tochter, Manuela Julie.— 8. Dem Architekten n, daß doch das immer des Jahres isl. Im Ae und Lina „Alise Anna Paula N. Diplom- Handels lehrer er in Char- lottenburg eine Tochter, Lieselotte Ella Gertrud Thekla 10. Dem Kaufmann Karl Steller eine Tochter, Margarete Elisabeth. — Dem Bankier Hofrat Jacob Grünewald ein Sohn, Ernst Samuel.— 11. Dem Bureauwvorsteher Heinrich Lanz eine Tochter, Irmgard Anna Elisabeth Käthe.— 12. Dem Schausteller Wil⸗ im Paulzen ein Sohn, Wilhelm.— Dem Lederhändler Wilhelm mil Plank eine Tochter, Hildegard.— 13. Dem Bäcker Johann Paul Emil Hanke eine Tochter, Elisabeth Else.— 14. Dem Druchereibesitzer Karl Peter Wilhelm Justus Christ ein Sohn, Ludwig Eckhard.— 17. Dem Former Philipp Wickert ein Sohn, Alexius Anton.. N Sterbefälle: März 11. Minna Feuerstein, 2 Jahse alt, Am Riegelpfad 34.— 13. Heinrich Lubwig Lüter, Gasswirt, 56 Jahre alt, Wolkengasse 26.— 14. Elisabeth Luise Losenz, 3 Jahre alt, Dammstraße 25.— 15. Elisabeth Frees, geb. Bauer, 45 Jahre alt, Mühlstraße 26.— Hermann Wilhelm Wagner, 4 Jahre alt, Leihgesterner Weg 24.— 16. Elisabethe Spies, geb. Dech, 81 Jahre alt, Mittelweg 7.— Anton Burk, 2 Jahre alt, n 5. 4 17. Kurt Alfred Martin Herrlich, 10 Monate alt, Asterweg 48. 0 3 Im Felde gefallen: September 9. Georg Konrad Wil⸗ helm Kaufmann, Rechtsanwalt, Offizier Stellvertreter, 39 Jahre alt, Landgrafenstraße 8, bei Vitry le Francais gefallen.— 24. Heinrich Hachenbach, Schlosser, Gefreiter, 22 Jahre alt, Credner⸗ straße 33, bei Servon gefallen.— Februar 22. Albert Louis Gustav Bandke, Geschäftsreisender, Gefreiter, 27 Jahrs alt, Kreuz⸗ platz 6, zu Sierpe im Feldlazarett gestorben.— Mürz 2. Johannes Braun, Taglöhner, Wehrmann, 32 Jahre alt, Neustadt 22, bei Le Trou Bricot gefallen. Vriefkasten der Redaktion. (Auouyme Anfragen bleiben unberüasichtiat.! Rudolf Velten in Frankfurt a. M. eine — 9. Dem 2— des größten Teils der deutschen Zeitungsverleger, wie wir dies vor einiger Zeit ausdrücklich unter Begründung mitgeteilt haben, einst⸗ weilen nicht mehr veröffentlicht. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 23. März 1915: Ziemlich heiter, trocken, mild, westliche Winde. Letzte Nachrichten. Der Unterseebootkrieg. Stockholm, 22. März.„Stockholms Dagblad“ meldet aus Göteborg: Der Kapitän des Damyfers Heimdal der Göteborg⸗Manchester⸗Linie ist heute in Göteborg angekom⸗ men, nachdem er auf seiner Reise 29 Mann der Besatzung des englischen Dampfers, le“, der von einem deurtschen Unter⸗ seebobt torpediert nurrde, in der Jrischen Ser gerettet hatte Der Dampfer verließ Manchester am 12. Mürz. Am Tage darauf wurde ein großer Dampfer gesichtet, der sich in inkendem Zustand befand.„Heimdal“ steuerte sofort in die Richtung des uuter⸗ gehenden Dampfers hinein, entderkte aber in der Nabe ein deutsches Unterseeboot und zwei bemannte Schisfs⸗ boote. Um die Richtigkeit der Neutralität zu bekun⸗ den, wurde sofort eine große schwedische Flagge gehißt. Bald darauf ist der fragliche Dampfer, der dieͥ„Hartdale“ war, gesunlen. Das deutsche Unterscebvot hißte die deutsche Kriegs⸗ flagge und steuerte auf die Backbordseite von„Heimdale“, um mitzuteilen, daß sich in der Nähe ein ertrinlender Mann befinde, der gerettet werden möchte. Darauf grüßte das Unterseeboot nrit der Flagge und verschwand unter dem Wasser. Der Kapitän des „Hartdale“ erzählt, er habe anfangs versucht, dem Unterseeboot zu trotzen, sei im Zickzack gefahren und es sei ihm auch auf dirse Weise gelungen, die ganze Nacht seinem Verfolger zu entgehen, aber schließlich mußte er sich doch ergeben und erst, als alle seine Leute e eee bestiegen hatten, wurde„Hartdale“ in den Grund Die russischen Massen in den Karpathen. Kriegspressequartier, 22. März Die Russen suchen unter allen Umständen einen Erfolg zu er gen. Die Angriffe wurden überall erfolgreich und unter schweren Verlusten für den Gegner abgewiesen. Es hat sich eine Rie⸗ senschlacht entwickelt, über deren Dauer und Um jetzt noch kein Urteil gefällt werden kann. Fraglich ist, ob die Russen ihre durch die vollführten Angriffe erlittenen Verluste durch neue Kräfte werden ausfüllen können. Pessimismus der Londoner Presse. Kopenhagen, 22 März. Die Londoner„Morning Po st“ räumt ein, daß die Flotte der Alliierten einen harten Schlag in den Dardanellen erhalten habe, indem sie drei, weun auch etwas veraltete Kriegsschiffe verloren habe. Das Blatt geht soweit, zu⸗ zugestehen, daß es noch immer fraglich sei, ob die Schiffe sich mit Erfolg in einen neuen Kampf mit den Landbefestigungen einlassen könnten. Da die Alliierten jedoch den Kampf fortsetzen wollten, könne man noch eine Hoffnung haben, daß die Operationen ge⸗ lingen werden, besonders wenn die Flotte durch bedeutende Lan⸗ dungstruppen verstärkt würde— Eine Meldung der„Natio- nal Tidende“ besagt, daß der Verlust der beiden englischen Linienschiffe„Ocean“ und„Irresistible“ in England verhältnis⸗ mäßig g aufgenommen wurde. Für sehr schwerwiegend hält man jedoch das Ausscheiden des modernen Dreabnoughts „Inflexible“ aus der Kampflinie, dessen Beschädigungen nach Privatmeldungen sehr schwer sein sollen. Der Angriffs⸗ plan gegen die Dardanellen würde wesentlich geändert werden. Die Engländer in Deutsch⸗Südwest. Amsterdam, 22. März. Reuter meldet amtlich aus Kap⸗ stadt: Die Unionstruppen haben die deutschen Sta⸗ 100 tüchtige Erdarbeiter tionen Davignab, Nabas, Seirachabis, Ükamas, Jerusalem Tschuitbrift und Vollaar in der Ostecke von Deutsch⸗Südwest besetzt. 2050] Gesucht zum 1. April od. 20 bis Y Maurer später tnGteßzen für kl. Hausb. * Fotterje-Slehungslisten werden nach einem Uebereinkommen haben in den Karpathen kolossale Kräfte herangezogen und 757 1 Vel mietungen 01559] Kl. 2 Zimmerwohng. 1 1. und Alicestraße 11 4. g gr. schöne Wohnungen sosort oder spätex beziehbar. 2657 Näh. Horst, West⸗Anlage 46. DS Zmmer sowie einz. Zimm. i. Hinterb. zu verm. In LBbers Dof 3. Verschiedene Kleine Wohnung an ruhige Leute zu vermieten. Näheres Liebigstr. 61. 2043 Schöne 5 Zimmerwohng. mit Balkon, 2 Mans.⸗Zimmer, Bodenkammer mit allem Zu⸗ behör pr. 1. April evtl. früher zu vermieten. Naheres Stephanstraße 1. [Ammer Frankfurter Strahle 25 schöne 4. 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Trauehverein 1 5 Ortsgruppe Gießen. 8 Todes-Anzeige. 3 . 5 f 2 Auskunftstelle 5 Heute mittag 2 Uhr entschlief sanst meine liebe Frau, 1 . Am 7. März starb unser exmia. Bbr. 12646 unsere treusorgende, unvergessliche Mutter, Schwieger- i enn, 5 Lehramtsassessor mutter, Grossmutter und Urgrossmutter balten unentgeltlich Nat Friedrich Schucl: a a Herne ir alten gtalh us N ö Marktvlat 14, Dienstag riedrich Schuckmann Frau Maris Zimmer, geb. Dietz S 5 Leutnant der Reserve im Bayr. Landw.-Inf.-Regt. Nr. 2 im 78. Lebensjahre.„ br . Inhaber des Eisernen Kreuzes und des Bayr. Militär-.. 5 f e Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Bentele ö 8 5 71 ee dur Fat and Konrad Zimmer und Kinder. erhalten 0 Wir werden sein Andenken allzeit in Ehren halten! Lich, den 20. März 1915. 2.05 Rat und Austunft 1 5 N 8 1 1 in Rechtsangelegenheiten . Der Verein eutscher Studenten zu Giessen. Die Beerdigung findet Dienstag, den 2. Mürz, nachmittags 4 Uhr sstat!. im alten Rathaus Markt; platz 14 Mittwoch nach; i 1 mittags von 6¼—8 Uhr. 8 4415 S. Auf Rußlands Erde starb am 31. Januar e slslls-Aspena Mann, der treusorgende Vater seiner Linder, unser guter Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Schmidt Ersatz-Res. im Ersatz-Landsturm⸗Batl. 52 1. Kompagnie im Alter von 32 Jabren. Allzu früh bist Du geschieden Und umsonst war unser Flehn, Ruhe sanft Du Herzensguter, Bis wir uns einst wiedersehn. wegen Aufgabe des Lagers in Nähmaschinen, elektrischen Be- leuchtungs-Artikeln, Taschen- lampen und einigen zurückge- setzten Fahrrädern zu bedeutend ermässigten Preisen. Im Kampfe fürs Vaterland starb den Heldentod unser guter heissgeliebter Sohn und Bruder Musketier Ludwig Schillinger Reser ve-Infanterie-Regiment Nr. 224, 8. Kompagnie In tiefer Trauer: Frau Marie Schmidt, geb. Kromp 22 5 im Alter von 20 Jahren. Er erlitt nachts am 21. Februar eine und Kinder 5 schwere Verwundung, der er am 1. Marz im Reservelazarett erlag. mer ian 0 3 9 5 2658 In tiefem Schmerz: 1. 1 0 7 13 ⸗Göns, den 20. M 1015. 20⁵⁰ f Familie Schillinger„ ird*. Sch 1 0 8 ilie Hö Wer ihn gekannt, wird unsern Schmerz ermessen, N N een e Was er uns war, wir werden's nie vergessen. Ab 1. April findet der Verkauf nur noch Queckborn und Flensungen, am 22 März 1915. Alicestrasse 25 statt. 2517 5 Wiedersehen war seine Hoffnung. 8 7 1 9 5 3 e i 5 4 Todes⸗ Anzeige. Lichtsp iel haus 5 Allen Verwandten und Bekannten die ä————— . 2 255. sch liche Mitteilung, daß am 20. d. M 1 . 5 4 schmerzliche g. daß a 3 0 1 abends 10½ Uhr, unsere liebe Mutter, Vampyre der Großstadt D 7 1 1 D N* + 5 Todes-Anzeige. Sn e Schwester, Lagdstrelehet 8 8 7 Schwägerin ute a 8 8 5 12 8 1 1. eee* zwa 7 M41 1 2 FE 2835 4 5 Nacht daß beute mittag unsere liebe, unvergeßliche Mutter, 8 1 ine Frau 7 Schwiegermutter, Großmuttèr, Schwester und Tanke 1 Frau Elisabetha Kath. Becker Vw. enn n 18 geb. Schreiner im 65. Lebensjahre nach längerem Leiden fsanft entschlasen ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Alten-Buseck, Gießen, Großen- Linden, 20. März 1915. die Beerdigung findet Dienstag nach— mittag 2 Uhr statt. 2372 Die Fabrikation von Vachswaren Als Einlage: DER TODESFELSEN Nordischer Kunstfilm in 3 Akten von Einar Zanganberg Militär ohne Charge zahlt werktags die Hälfte. Frau Auguste Lang WJ. geb. Beller im Alter von 73 Jahren nach langem, schwerem Leiden sanft ent- schlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Franz Buchberger. Familie Hermann Oehm. Familie Georg Schmidt. Familfe Georg Meller. Gießen(Riegelpfad 380. Fraukfurt a. M. und Berlin, den 21. März 1915. Die Beerdigung findet Dienstag, den 2B. März, nachmittags %% Uhr, vom Portale des neuen Friedhofes aus statt. 20⁰⁰ Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt.& wurde heute bezüglich der Firma Germania-Drogerie, Karl Seibel, Gießen eingetragen: Der Karl Seibel Ehefrau, Emma geb. Lenz zu Gießen ist Prokura erteilt. Für die liebevolle Teilnahme an — e e eee ee a W unserem schweren Verlust sagen wir auf fade 905 19. az 3 icht 264 N. 7 55 5 F n roßherzogliches Amtsgericht. Zum Besten des Roten Kreuzes und der Kriegshilfe wesem Maden une ren ingigsden Band 15— 2 17 WIN 1 sssßt I 7 IAA 7 Montag, den 22. März 1915, abends 8/ Uhr, in der Neuen Aula der Universität Lichtbilder- Vortrag des Herrn Postassistenten Hans Engel aus Dortmund über Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Louis Frees und Kinder. Gießen, den 20. März 1915. 2689 Ile rann Jeg Jag eaber Geben 2 5 5 5 17„0 dire Hermann Steingoetter, art i Orit- Moden 3 22 4 8 Album nur 00 Pfg. nit J Dienstag, 83. Märs 1915, sein. wungervollen Vor- 9 8 Abr lagen zu Rate zieh, Asle Benefi Modelle tönnen mit Fa- für die darstellenden Mit⸗ vorit- Schnitten preisw. 3 6 2 n chgeschneid. Werden. JI alleder des Stadttheaters. 4 4 5 775 n 7 5* 8 0 f 5 8 Hlene Preisel Kleine Preise! 9 17 Irhhitlich bei 5550 5 Die eld OS Bekanntmachung. A. Salomon& Oie. Mein Leopold 0 Die Holzpersteige rung vom 18. l. ts. im Markwald. Geri en- Dorf-Gill ist Aa Ausgabe der Abfuhr⸗ 5 Junge Leghübner, Volksstück mit Gesang in „ 1 Act e N Intrittskarten zu 1 Mk. und zu 50 Pfg. an der Abenitasse. Den Karten- Vorverkauf] scheine durch den Markrechner Marsteller zu Grüningen alle Geräte, Geflügel⸗, Bildern von n hat die Musikaljenhandlung des Herrn Ernst Challier übernommen.(25050 Em montag, 20. l. Mis., ab. Holzüberwelsüng und erster rassen, Bruteier, Adolph L Arronge. Ali 5 5* 1 Jahrtag am gleichen Tag. Ställe. Jutter Katg⸗ Ende gegen 11 Uhr. N icefrauenverein vom Roten Kreuz Iweigvetein vom Roten Kreuz Gießen, 20. März 5 g 2600 B 5 log frei. Geflügel 8 1 elten Frau Geh. Justizrat Gebhardt. Landgerichtsrat Wiener. e De eee vark e ee eee, 9 ö 5 4* 8— tr W—„ 1 3 12 5— 7 . r