Nr. 60 Der Slezener Anzel erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; eee für den Kreis Gehen (Dienstag und Freitag): zweimal monatl. Land⸗ . Fernsprech- Anschlüsse: für die Schristleitung 112 Verlag, Geschäftsstelledl Adresse für Drahtnach⸗- richten: Anzeiger Gleßen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt Einbruch russischer Reichswe Ostpreußens. Ein Angriff dert Panzerschiff Bouvet vor den d „.( WTB.) Großes Hauptquartier, 18. März. (Amtlich.) . Westlicher Kriegsschauplatz. 5 Ein französischer Vorstoß auf unsere Stellung am Süd— hang der Lorettohöhe wurde abgeschlagen. Französische Teilangriffe in der Champagne nördlich von Le Mes⸗ ni! wurden durch Gegenangriffe zum Stehen gebracht. Ein dort gestern abend erneut einsetzender französischer Angriff wurde unter schweren Verlusten für den Feind abgewiesen. In den Argonnen flauten die Gefechte gestern ab. „ Französische Flieger warfen auf die offene elsäs— sische Stadt Schlettstadt Bomben ab, von denen nur eine Wirkung erzielte, indem sie in das Lehrerinnenseminar einschlug, zwei Kinder tötete und zehn schwer verletzte. Als Antwort darauf wurde heute nacht die Festung Calais mit Bomben schweren Kalibers belegt. Oestlicher Kriegsschauplatz. a Die russischen Angriffe auf unsere Stellungen zwischen Pissek und Orzyc, sowie nordöstlich von Prasznysz wurden auch gestern ohne Erfolg fortgesetzt. 5 Westlich der Szkwa machten wir 900, östlich der Szkwa 1000 Gefangene und erbeuteten vier Maschi⸗ nengewehre. Einen billigen Erfolg errangen russische Reichs⸗ wehrhaufen beim Einbruch in den nördlichsten Zipfel Ostpreußens in Richtung auf Memel. Sie plünderten und steckten Dörfer und Güter in Brand. Den Städten des von uns besetzten russischen Gebietes ist zur Strafe die Zahlung größerer Summen als Entschädigung auferlegt. Für jedes von diesen Horden auf deutschem Boden nie⸗ dergebrannte Dorf oder Gut werden drei Dörfer oder Güter des von uns besetzten russischen Gebietes den Flammen über⸗ geben werden. Jeder Brandschaden in Memel wird mit Nie⸗ derbrennung der russischen Regierungsgebäude in Suwalki und den anderen in unseren Händen befindlichen Gouverne⸗ ments⸗Hauptorten beantwortet werden. Oberste Heeresleitung. * 4* 8 Heute wird amtlich näher festgestellt, um was für russische Horden es sich handelt, die bei Tilsit und Memel die ostpreußische Grenze bedrohten und friedliche Dörfer nie⸗ derbrannten und ausraubten. Diese Mordbrenner haben kein soldatisches oder strategisches Ziel im Auge, sondern gehen nur darauf aus, Schrecken zu verbreiten und sich zu berei⸗ chern. Die deutsche Heeresleitung hat erfreulicherweise sofort wirksame Vergeltungsmaßregeln angesagt. Im Kriege muß es heißen: Auge um Auge, Zahn um Zahn; nur auf diese Weise können die russischen Heerführer veranlaßt werden, de Krieg in den Grenzen des Völkerrechtes zu führen. Die Türken erfreuen uns heute mit angenehmen Botschaften. Vor den Dardanellen hat die vereinigte feind⸗ liche Flotte, die am gestrigen Donnerstag wiederum die Außenforts beschoß, von den Verteidigern einen empfind⸗ lichen Denkzettel erhalten. Das französische Panzerschiff „Bouvet“ wurde zum Sinken gebracht. Es ist 1896 vom Stapel gelaufen, hatte 12030 Tonnen Wasserverdrängung, führte zwei 30,5 und 5 01 Zentimeter-Geschütze und da⸗ neben acht 13⸗Zentimeter⸗Kanonen sowie zwei Unterwasser⸗ torpedorohre. Die Besatzung belief sich auf 633 Mann; ob sie gerettet werden konnte, ist in der nachstehenden Meldu 99 gesagt. Man darf wohl annehmen, daß die Engländer Franzosen nunmehr allmählich ihre nutzlose„Kund⸗ gebung“ einstellen. Die türkische Flotte im Schwarzen Meer at den Russen wieder einmal eine Ueberr ung be⸗ rt, indem sie einen Küstenstrich der Halbinsel Krim be⸗ schoß und eine Werft in Brand setzte. Wir dürfen von unseren wackeren türkischen Bundesgenossen noch manche energischen Schläge gegen unsere Feinde erwarten, namentlich ist es in Aegypten und in Indien noch nicht aller Tage Abend. Die Engländer wissen ihre Schlappen zwar sorgsam geheim zu halten, aber allmählich sickert doch manches durch, und die Hauptsache ist, daß der Heilige Krieg langsam aber sicher seine Wirkung tut. Wie man aus den Veröffent⸗ lichungen der„Voss. Ztg.“ über die Ereignisse in Aegypten und im Sudan ersieht, haben die Moslems ihre religiöse Kriegsleidenschaft noch keineswegs mit Europens übertünch⸗ ter Höflichkeit verdünnt. Was jetzt im Lande Pharaos vor sich geht, läßt uns zwar erschauern über die erbarmungslosen Gemetzel, die unter den Engländern und ihren fremden Hel— fern angerichtet wurden, gereicht uns aber zugleich zur größ— ten Genugtuung. Die Zeit rückt näher, wo England es tief bereuen wird, zum Kriege gegen das deutsche Volk geschritten zu sein. Schon verweist man verlegen einzelne unbequeme Frager nach der Vorgeschichte des Krieges im Parlament auf den schriftlichen Weg. Der angebliche Sieg bei Meuve Chapelle hat sich für England hinterher in eine Hiobspost verwandelt, gibt doch die„Times“ selber zu, daß der englische Verlust bei diesen Kämpfen nicht weniger als 12 00⁰ Mann beträgt! 1 1 r „ 5— Gieße General⸗Anzeie Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und St i 1 * 0 5. Jahrgang Die Verluste der Engländer bei Neuve Chapelle. Berlin, 19. März. Den neuen amtlichen engli⸗ schen Verlustlisten zufolge wurden laut„Berl. Lokal— Anz.“ bei Neuve Chapelle 59 Offiziere getötet und 132 verwundet oder werden vermißt. Ferner erhielten die Fami— lien die Meldung von dem Tode des Kommandanten des zweiten Bataillons der Gordon Highlanders, des Komman— danten des sechsten Regiments derselben Truppe und dreier weiterer Offiziere des nämlichen Regiments. Amsterdam, 18..(Ctr. Frkft.) Der„große Sieg“ der Engländer bei Neuve 0 lle scheint doch einige Unruhe in England hervorgerufen zu„Die„Times“ widmet ihm einen Artikel, in dem sie indirekt zugibt, daß die Engländer bei diesem Sieg 12 000 Mann verloren haben. Um diese Verluste weniger beunruhigend zu machen, gibt sie die deutschen Verluste, die sie doch nicht nachrechnen kann, auf die völlig erdichtete Zahl von 18 000 Mann an. Die„Times“ macht sich ernsthafte Sorgen dar⸗ über, wie derartige Verluste in den englischen Linien ersetzt wer⸗ den sollen, und kommt dabei zu der Ueberzeugung, daß das Land 0 Einführung der persönli Dienstpflicht nicht auskommen önne. Deutsche Flieger über Sheerneß. Berlin, 19. März. Ueber den englischen Kriegs- arsenalen von Sheerneß erschienen, wie der„Tägl. Rund⸗ schau“ gemeldet wird, zwei deutsche Flieger und war⸗ fen verschiedene Bomben gehalten wurde. 3 Die Fliegerverl Berlin, 19. März. Nach den„Daily News“ seien seit Kriegsausbruch 72 englische Flieger getötet und 110 Flugzeuge vernichtet worden. Diese Ziffern be⸗ zögen sich auf die Operationen im Westen und auf der See. England und der Mangel an Kriegsmaterial. London, 18. März.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Burcaus. Unter den Auspizien der Regierung wurde gestern nachmittag eine große— renz abgehalten, in der die t größerer Vorräte von Kriegs materia! erörtert wurde. Es wurde ein Komi⸗ tee von sieben Arbeiterführern gebildet, das alle Industriezweige vertreten und als Beratungskomitee für die Rogierung fungieren soll. Lloyd George hielt eine kupze Ansprache. Die Kon⸗ ferenz behandelte ferner die Verhältnisse der Arbeiter unter dem neuen Plane der Regierung, die Industrie unter die Kontrolle des Staates zu bringen. Die Einberufung der französischen Jahresklasse 19167 Paris, 18. März. Der„Matin“ meldet: Der Kriegs⸗ minister ordnete die Einberufung des Jahres- klasse 1916 an. Die Einberufung der Rekruten erfolgt am 12. April. Die Einberufung der für die afrikanische leichte 1 bestimmten Mannschaften ist auf den 12. April estgesetzt. Düstere Ausblicke der„Times“. London, 18. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Ti⸗ mes“ schreibt in einem Leitartikel: Während Kitcheners ernste Warnung, daß die Arbeiterunruhen unseren Bedarf an Munition in Frage stellen, noch in unseren Ohren klingt, machen sich deutliche Anzeichen bemerkbar, daß der Menschenbedarf wieder nachläßt oder doch nachzulassen ug verspricht. Die Verlustlisten der Offiziere der letzten Tage künden nur allzu deutlich an, um wie hohen Preis unsere jüngsten Erfolge errungen wurden. Wir besitzen noch immer keine amtliche Darstellung der britischen Gesamtverluste, man glaubt jedoch, daß sie zwei Drittel der deutschen Ver⸗ luste ausmachen. Und das ist erst das Vorspiel einer Kampagne, die in wenigen Wochen ernstlich beginnen soll. Die Ergebnisse der Rekrutierung sind nicht ganz zufrieden⸗ stellend. In Irland sind sie besonders schlecht. Die „Times“ schließt: Der große Führer der großen Demo- kratie jenseits des Atlantic schreckte nicht vor der allge⸗ meinen Wehrpflicht zurück, als sich die Republik im Kampfe auf Leben und Tod befand. Wir sind überzeugt, daß, wenn die Regierung unser Volk auffordern würde, dasselbe zu tun, was Lincoln von seinen Leuten verlangte, es dies Opfer mit größter Bereitwilligkeit bringen würde. Aus dem englischen Parlament. London, 18. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der Liberale Duthwaite fragte im Unterhaus an, ob ein Abkommen mit der japanischen Regierung über die Zukunft Tsingtaus geschlossen sei. Grey verneinte. Duthwaite fragte weiter, ob Grey sagen könne, zu welcher Stunde am 2. August die Entscheidung des Kabinetts, Frank⸗ reich zur See zu unterstützen, dem französischen Botschafter in London überbracht worden sei und um welche Stunde desselben Tages die deutsche Regierung in Brüssel die Gestattung des Durchmarsches durch Belgien verlangt habe. Grey sagte, er könne nicht die genauen Stunden angeben, es bestehe aber keine Verhinderung zwischen den beiden Fragen, da, wie das Weißbuch klar beweise, die deutsche Regierung von der britischen Regierung gefragt worden sei, ob sie die Neutralität Belgiens so lange respektieren wolle, als keine andere Macht gie verletze Anzeiger er für Oberhessen derei R. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Freitag, 10. März 101 rgoprel; monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel; jährl. ausschl. Bestellg, Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. rhaufen im nördlichsten Sipfel rkischen Flotte. Das französische ardanellen in den Grund gebohrt. 5 und die Antwort geraume Zeit vor Besprechung der Unterstützung Frankreichs zur See im britischen Kabinett ablehnte. Outhwaite fragte ferner: Ist es nicht ein Faktum, daß die Forderung der deutschen Regierung an Belgien ein deutliches Anzeichen dafür war, was Deutschland zu tun gedenke? Grey erwiderte: Sicherlich nicht. Wir besaßen die ersten Anzeichen von Deutschlands Ab⸗ sichten, als wir eine Woche vorher ein gleichzeitiges Ersuchen an die französische und an die deutsche Regierung richteten. Die fran⸗ zösische Regierung antwortete sofort zustimmend, daß sie die Neu⸗ tralität Belgiens respektieren würde, während die deutsche Regie⸗ rung sagte, sie könne keine Antwort erteilen. Outhwaite sagte: Wenn die Entscheidung im britischen Kabinett am Morgen des 2. August gefällt und die deutsche Forderung nicht vor 7 Uhr erhoben wurde, ist es dann korrekt zu sagen, daß wir unsere Neu⸗ tralität nur wegen der Schändung Belgiens aufgegeben haben? Der Sprecher entschied, daß diese Frage schriftlich ein⸗ gebracht werden solle. Jowett(Arbeiterpartei) fragte, ob die alliierten Regie⸗ rungen sich über die Friedens bedingungen, die Deutsch⸗ land, Oesterreich⸗Ungarn und der Türkei aufzuerlegen seien, ge⸗ einigt hätten. Grey verneinte. London, 18. März.(WTB Nichtamtlich) Lord Curzon fragte im Oberhaus den Staatssekretär für Indien, wie die gegenwärtige Lage in Ahwaz in Südwestpersien und in Kur na am Tigris sei, ob er etwas über die jüngsten Gefechte in der Nähe der beiden Orte sagen könne und ob die dort aufgestellten indischen Streitkräfte genügend seien. Lord Crewe antwortete. er könne keine besonderen Details geben, die über die ziemlich ausführlichen Presseberichte hinausgingen. Es hätten hartnäckige Kämpfe stattgefunden, Um die Stellung der Briten sehr stark zu machen, seien beträchtl ärkungen auf dem Wege, so daß die Sreitkräfte der„di* zu verrichten haben, ö S* sei b eit; Lord Curzon Info icht werden könnten. a Lord Macdonell wies darauf hin, daß der Vizekönig für Indien bei der Zusammenkunft der kaiserlich⸗indischen gesetz⸗ gebenden Versammlung in Delhi am 12. Dezember den Wunsch der indischen Regierung ausgesprochen habe, soweit als möglich eine Besprechung aller strittigen Fragen während der Dauer des Krieges zu vermeiden, und sagte, die Regierung hielte es für un⸗ angebracht, zu einer Gesetzgebung zu schreiten, die jetzt Kontroversen und Reibungen hervorbringen könnte. Da die im Hause am letzten Samstag vorgelegten Entwürfe bezüglich der Errichtung einer exe⸗ kutiven Versammlung für die vereinigten Provinzen Agra und Ou dh einen höchst strittigen Charakter besäßen, und die Ursachen, welche die Vorschläge dem Hause im Jahre 1909 unangebracht er⸗ scheinen ließen, weiter beständen, so beantragte Macdonell, es solle dem König eine Adresse überreicht werden, in der gebeten werde. der Proklamation, durch die die exekutiwe Versammlung geschaffen werden solle, während der Dauer des Krieges die Zustimmung zu verweigern. Der Antrag wurde angenommen. Das Haus ver⸗ tagte sich bis zum 14. April. Der Aufstand in Aegypten und im Sudan. Berlin, 19. März. Die Veröffentlichungen eines Mit⸗ arbeiters der„Voss. Zeitung“ über die Wahrheit in Aegyp⸗ ten und insbesondere über den Aufstand im Sudan bis zur Ginschließung Karthums durch die Derwische wird heute fortgesetzt. Den Aufstand zustande gebracht zu haben, sei das Verdienst eines Menschen, der bisher völlig im Dunkeln lebte, jetzt aber als der„neue Mahdi“ überall jubelnd begrüßt werde. Maburel Asl heißt dieser merkwürdige Parteigänger der Türkei. Bevor er in das Lager der Türken überging, wußte kein Mensch etwas von ihm, nur einige Bekannte sagen, daß er am See No wohnte. Jetzt hat er am Bar el Gebel sein Lager aufgeschlagen und von hier aus den Aufstand durch den ganzen Sudan getragen. Er zog, wie es weiter heißt, mit seinen Streitkräften zunächst nach dem Weißen Nil abwärts nach Faschoda, schlug hier die ge⸗ ringen englisch⸗ägyptischen Truppen vernichtend aufs Haupt und ließ ohne Gnade jeden Gefangenen töten. Fascho da selbst wurde geplündert und verbrannt. Ueberhaupt bildeten Mord und Plünde⸗ hrung die hauptsächlichsten Taten der Aufständischen, ganz wie in den Zeiten des ersten Mahdi. Der Fall von Faschoda geschah am 13. Dezember. Der Mahdi trennte hier seine Macht in zwei Teile. Etwa 10 000 Krieger ließ er in Faschoda zurück. Diese unterstellte er einem blutdürstigen Nagara-Scheich. Er sollte nilabwärts ziehen, überall Leute anwerben und die Engländer vertilgen bis hinauf nach Uganda. Der neue Mahdi dagegen zog mit 30 000 Mann, zu denen fortgesetzt neue stießen, flußabwärts, zerstörte bei Clobeit die Eisenbahn nach Karthum und brachte einen englischen Panzerzug zur Entgleisung. Ungeheure Mengen Holz und Brennmaterial wurden um den entgleisten Panzerzug aufgeschichtet, einige Fässer Petroleum darüber gegossen und das ganze angezündet. Alle In- sassen des Panzerzuges mußten jämmerlich ersticken. Nach diesen grausen Taten zogen die Aufständischen nach Elobeit. Die schwache englische Garnison ergab sich, ohne einen Schuß zu tun, aus Furcht vor der Rache der Derwische. Aber das mitzte nichts. Die 500 Kamelreiter gingen zu den Derwischen über, während die Sudan⸗ Riffkes, ebenfalls 500 Mann, sämtlich ermordet wurden. Ant 7. Januar standen 20000 Derwische vor Sennar. Die 200 Po- lizeisoldaten waren nach Karthum abgeführt, die wenigen Zwil⸗ personen geflüchtet. Senner kam glimpflich davon. Am Morgen des 11. Januar war Karthum von einem gewaltigen Heereshaufen der Derwische, annähernd 70 000 Mann, vollig eingeschlosfen. Auch vollauf rmationen 4 1 8 8 1 1 f l f 2 nach Cundurman kamen die wilden Reiter des neuen Mahdi. Jetzt wurde die Sache kritisch. Durch Fürsprache eines Araberscheichs er⸗ hielten die Familien die Zusagen, daß sie das Land verlassen könn⸗ ten. Nur ein Franzose wurde von drei arabischen Lanzenreitern ans Pferd gebunden und in gestrecktem Galopp weggeführt. . 5* 5 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 18. März.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 18. März, mittags. In den Karpathen und auf den Höhen westlich abarczrev wurde der Angriff stärkerer feindlicher Kräfte nach blutigem Kampfe unter gro⸗ ßen Berkusten für den Gegner zurückgeschlagen. Meh⸗ rere feindliche Kompagnien wurden hierbei vernichtet. Cbenso scheiterten im Südosten Galiziens wieder⸗ holte Versuche der Russen, durch überraschendes Vorgehen numerisch überlegener Kräfte einzelne Stützpunkte in unse⸗ ren Stellungen zu nehmen. Bei dem Zurückweisen dieser An⸗ griffe, die überall auf den nächsten Distunzen im Feuer un⸗ *— Truppen zusammenbrachen, wurden auch 280 Mann 3 ngen. Auf allen übrigen Fronten hat sich nichts Wesentliches ereignet. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Die deutsche Front im Osten. Berlin, 18. März.(WTB. Amtlich.) In der Provinz Ostpreußen und darüber hinaus sind in den letzten Tagen wieder unfinnige Gerüchte in Umlauf gesetzt worden, wonach die Russen neuerdings einen Teil der Provinz Ostpreußen in Besitz genommen hätten. An der Hand der amtlichen Berichte ergibt sich für jeden Einsichtigen, daß derartige Ausstreuungen nicht dem wirklichen Sachverhalt ent— swrecgen 5 W Die von uns im Osten besetzte Linie verläuft von der Pilica längs der Rawka und der Dura bis zur Weichsel. Nördlich der Weichsel setzt sich die Linie unserer Truppen östlich Plock itber Warowinek-Stupsk(beide über die Gegend nördlich Prasznysz, südlich Mysti⸗ nike, südlich Kolno, nördlich Lomza und trifft bei Mocarce auf den Bobr. Von hier folgt sie der Bobr⸗Linie bis nord⸗ westlich Ossowiec, das von uns beschossen wird, und läuft über die Gegend östlich Augustow⸗Krasnopol⸗Mariampol⸗ Pilwiszki⸗Szaki an der Grenze entlang über Tauroggen nach Nordwesten, also von Anfang bis zum Ende ausschließlich auf feindlichem Gebiet. 5 AIgn der äußersten Nordspitze von Ostpreußen in der Gegend nördlich Memel sind am 17. März, also nach der Eentstehung der oben erwähnten Gerüchte, schwache russische Abteilungen eingefallen. Es find alle Maßnahmen ge⸗ troffen, um die Banden zu vertreiben, die man nur als Mordbrenner bezeichnen kann. Diplomatische Schritte der nordischen Staaten. . Stockholm, 18. März.(Ctr. Frkft.) Die schwedische Negierung veröffentlicht folgendes Communiqus:„Die von der britischen und französischen Regierung infolge der deut⸗ 1 850 ien u geführt, in lm zwi 77 1 norwegischen und dänischen Regierung 75 3 g. gepflogen wurden, deren Resultat * Ueberreichung gleichlautender Noten an die britische und die französische Regierung bildete.“ 75 4 Der deerieg. 5 London, 18. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Central News“ meldet: Der englische Dampfer„Blonde“, der im Tyne angekommen ist, berichtet, daß er von einer„Taube“ angegriffen wurde. Ein Mann sei getötet worden. * 7* Erfolge der türkischen Flotte. 5(WTB., Konstantinopel, 18. März.(Nichtamtl.) Das Hauptquartier meldet: Ein Teil unserer Flotte bombardierte heute früh die Schiffswerft und den Uebungsplatz für Torpedoboote westlich von Theodosia in der Krim und steckte sie in Brand. SgBeute früh eröffnete die feindliche Flotte ein hef⸗ tiges Feuer gegen die Forts der Dardanellen, welches mit Erfolg erwidert wurde. Um 2 Uhr nachmittag wurde das französische Panzerschiff„Bouvet“ in den Grund gebohrt. 5 Der erfolglose Angriff auf die Dardanellen. Konstantinopel, 18. März.(WTB Nichtamtlich.) Der Sonderberichterstatter von Wolffs Telegraphischem Bu⸗ reau telegraphiert aus den Dardanellen vom 16. März abends: Die englischen undfranzösischen Opera⸗ tionen vor den Dardanellen kamen nach völlig er⸗ gebnisloser Beschießung zweier Forts nahe Tschanak Kale And Kilidul⸗Bahr zum Stillstan d. Offenbar ist der Feind katlos gegenüber den umfassenden Verteidigungsmaßnah⸗ men durch die Minensperre und Küstenbefestigungen. Täg⸗ lich überfliegt ein englisches Wasserflugzeug die fttürkischen Stellungen, geht jedoch bei der Beschießung sofort g nieder, so daß es keine Beobachtungen ma kann. Alle 5 ech„die Minen aufzufischen und die inwerfer zu . 5 ießen, bleiben erfolglos; sie werden stets* dem eersten Treffer der Sperrbatterien abgebrochen. Am Montag mußte 5 5 F K ich ganz—.— Gefecht einen rferen Treffer erhielt, sich zurückziehen. Sei .. N—— 10 105 erlin, 18. März.(Nichtamtlich) Die„ 9 meldet aus Konstantinopel: Marschall N 5 äußerte sich auf dem gestrigen Kriegs⸗Abend bei der Gattin des deutschen Botschafters; Einen etwaigen erneuten An⸗ griff auf die Dardanellen werden die Türken mit noch * Vorbereitungen abzuweisen— 45 Ich bin sicher, kommende Historiker die Dardanellenverteidigung als enbe kriegerische Leistung der Türken verherrlichen wer⸗ „Die Erfahrung, die ich aus diesem Kampf zog, ist, daß auch kleinere und mittlere Artillerie mit 3 Erfolg gegen Panzerschiffe verwendbar ist. 4 Einzug der Türken in Korna. Honstantinopel, 18 März.(WTB. Nichtamtlich.) Nach Privatmeldungen aus Bagdad find die türkischen Truppen nach der Verfolgung des Feindes in Kornaein⸗ E Die Engländer, die sich in die Stadt ge⸗ lüchtet hatten, zogen sich sodann gegen Süden zurück. Im Laufe des Kampfes, der sich in der Stadt entspann, schossen die Engländer, von einer Panik ergrif⸗ sen, gegeneinander. Auf türkischer Seite ist kein Berlust zu verzeichnen. f 8 in der—— 0 füdlich Mlawa) fort. Von dort verläuft sie in östlicher Mit welchem Schwindel die frauzösischen Truppen ermutigt werden! Großes Hauptquartier, 18. März.(WTB. Amt⸗ lich.) Bei einem im Walde von Bolante in den Argonnen gefallenen französischen Offizier des 5. Kolonial⸗ 3 wurde der nachstehende gedruckte Be⸗ fehl gefunden. Zunächst wurde das Schriftstück hier nicht ernst genommen, da es nicht glaubhaft erschien, daß sich die feindliche Heeresleitung zu der Herausgabe eines solchen Machwerkes erniedrigen würde. Nachdem aber fest⸗ gestellt ist, daß der Inhalt des Schriftstückes zahlreichen Gefangenen bekannt war, und nachdem westlich Lille ein weiterer gleicher Abdruck des Befehls durch Rakete an unsere Truppen herübergeworfen wurde, kann an seiner Echtheit nicht mehr gezweifelt werden. Es steht also fest, daß die französische Heeresleitung mit folgendem Erlaß einen letzten Verfuch unternahm, für den mißglückten Durch⸗ bruchsversuch in der Champagne den entmutigten Truppen Dinge vorzutäuschen, die ihnen neue Hoffnung ein⸗ flößen sollte. Grand Quartier Général, deurxisme bureau, 8. Mars 1915. Unser Sieg ist gewiß. Die französischen Armeen haben jetzt sieben Monate hindurch gefochten mit dem Willen zum Siege. Von nun ab kämpfen sie mit der Gewißheit des Sieges. 1. Die deutschen. Verluste: Das deutsche Heer kann sich nicht mehr verstärken, weder an Zahl, noch an innerem Gefechts⸗ wert, Es ist dem Untergang verfallen. Die Verluste der Deutschen einschließlich der Kranken übersteigen jetzt schon drei Millionen. Die Regimenter und Bataillone sind vollkommen verbraucht. Für die Regimenter sind durchschnittlich nur noch 12 Berufsoffiziere zum Dienst vorhanden, und da das deutsche Offizierkorps sich nur aus den ersten Gesellschaftskreisen ergänzt, ist Deutschland nicht mehr in der Lage, den Truppen neue Offiziere zuzuführen. Die deutschen Geschütze sind abgenutzt. Viele ihrer Granaten krepieren nicht. Unsere Soldaten wissen es. Für die Rekrutenausbildung steht nur jedem dritten Mann ein Gewehr zur Verfügung. 2. Deutschland perhungert: Der Nachschub an Kriegs- material für die kämpfenden Truppen, schon bisher schwierig, fängt an, unmöglich zu werden. Die Flotten Englands und Frankreichs beschlagnahmen alle Waren, die von dem Auslande für Deutsch⸗ and herangeführt werden. Die deutsche Zivilbevölkerung erhält Brot, Kartoffeln, Bier und Fleisch von der Regierung in nur un⸗ zureichender Menge. Beweise für die Unzulänglichkeit der Verpfle⸗ gung finden sich in Briefen, die deutschen Gefangenen und Toten abgenommen worden sind. Die deutsche Regierung hat diesen Mangel selbst anerkannt, indem sie die amerikanische Regierung er⸗ suchte, die Verpflegung der deutschen Zivilbevöllerung zu sichern und diese zu beaufsichtigen. Ein solcher Vorschlag, der übrigens von Amerika abgelehnt wurde, steht bisher einzig da in der Ge⸗ schichte einer Großmacht. Das deutsche Geld hat in den neutralen Ländern einen Kursverlust von 15 Prozent erfahren. Die deutschen Soldaten, bisher von ihren Offizieren planmäßig über alle Kriegs⸗ ereignisse getäuscht, fangen 3 an, zu begreifen, daß Deutsch⸗ land geschlagen ist, und daß die Hungersnot das durch unsere Waffen begonnene Zerstörungswerk vollenden wird. 3. Die Verbündeten Deutschlands geschlagen: Die Türkei, der Verbündete Deutschlands, wird in ihrer eigenen Hauptstadt durch die Flotte Englands und Frankreichs bedroht. Griechenland und Rumänien haben mobil gemacht, um sich uns anzuschließen. Die Russen haben soeben den Versuch eines deutschen und österreichischen Angriffes im Keime erstickt und dabei noch nicht einmal den fünften Teil ihrer ungeheuren Kräftequellen im Rekrutennachersatz verbraucht. Die Serben haben die Oesterreicher für immer aus ihrem Lande vertrieben. Die deutfchen Schlacht⸗ schiffe wagen nicht, den schützenden Hafen zu verlassen. Was die Unterseeboote anbetrifft, so haben wir und unsere Verbündeten schon mehr davon in den Grund gebohrt, als sie selbst Handelsschiffe ver⸗ nichten konnten. Der Sieg ist uns sicher. Ohne Mitleid für den Feind muß er bis zum letzten Ende durchgeführt werden. 4. Die Verbrechen der Deutschen: Mitleid verdient Deutschland wahrhaftig nicht. Seine Regierung hat durch den Ein⸗ sall in Belgien seine Vertragspflicht gegen dieses edle Land auf das gröblichste verletzt und im Lande des Feindes jedes Völkerrecht außer acht gelassen. Die deutschen Truppen haben offene Städte beschossen, wehrlose Dörfer in Brand gesteckt, Greise und Kinder ermordet, Frauen und Mädchen geschändet. Die Unterseeboote haben sogar neutrale Handelsschiffe versenkt. In den Gebieten Frankreichs und Belgiens, in denen die Deutschen zurzeit hausen, zwingen sie die Frauen, deren Männer im Felde stehen, sich ihrem brutalen Willen zu fügen. Viele der Unglücklichen gehen schwanger infolge der Vergewaltigung. 5. Die Leiden der französischen Gefangenen: In zahlreichen Kämpfen haben wir gesehen, wie die Deutschen in 8 Bestialität unsere V ten mit dem Bajonett töteten. Die wenigen, die als Gefangene abgeführt worden sind, sind in Deutschland fürchterlicher Willkür und Gemeinheit aus⸗ geliefert. Sie sterben vor Hunger. Ihre Nahrung besteht des Mor⸗ gens und des Abends aus einem Aufguß von Eicheln, des Mittags aus einer Suppe, dazu für je fünf Mann ein verschimmeltes Brot. 6. Der sichere Sieg: Welche Schlußfolgerungen sind nun aus alledem zu ziehen? Junächst die Mahnung, unsere Kräfte doppelt anzuspannen, um das nahe Ziel zu erreichen, nämlich die Sicherstellung und dauernde Erhaltung des europäischen Friedens, andererseits aber die Ueberzeugung, daß es besser ist, auf dem Schlachtfelde zu sterben als den Deutschen in die Hände zu fallen und an Entkräftung oder Schwindsucht in ihren Kerkern elend um⸗ zukommen. Also vorwärts! Vertrauens voll mit aller Kraft dem sicheren Siege entgegen, dem Siege des Vaterlandes und der Republik, dem Siege von Recht, Freiheit und Sitte. Eine Erläuterung zu diesem Befehle zu geben, er⸗ übrigt sich. Oberste Heeresleitung. Aus dem Reiche. Höchstpreise für Mehl und Futtermittel. Berlin, 18. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der stän⸗ dige Ausschuß des Deutschen Landwirtschaftsra⸗ tes beriet am 17. März über Kriegsmaßnahmen und faßte folgenden Beschluß: Die Mehlpreise stehen in einem starken Mißverhältnis zu den Höchstpreisen für Brotgetreide. Die beabsichtigte Versorgung des Volkes mit verhältnismäßig billigem Brot und Mehl ist nur zu erreichen, wenn auch für Mehl Höchstpreise festgesetzt werden. Der ständige Aus⸗ schuß des Deutschen Landwirtschaftsrates steht deshalb nach wie vor auf dem Standpunkt, daß die Festsetzung von Höchstpreisen für Brotgetreide notwendig auch Höchstpreise — Mehl 5 4 haben muß, und bn wiederholt ingend die sofortige Einführung von Höchstpreisen für Mehl. Sämtliche im Inlande befindlichen e tel sind zu beschlagnahmen und für dieselben Höchst— preise festzusetzen, die in richtigem Verhältnis zu den be⸗ reits eingeführten Höchstpreisen bestehen. * Berlin, 18. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der Zeich⸗ nungstermin der zweiten deutschen Kriegsan⸗ leihe läuft am Freitag l ab. Doch ist, wie wir hören, angesichts der vielen ittelungsstellen, die die Zeichnungen angenommen haben, die Bekanntgabe eines zuverlässigen sultats vor dem nächsten Montag nicht zu erwarten. Berlin, 18. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der Reichs⸗ kanzler Dr. v. Bethmann⸗Hollweg hat sich in das Große Hauptquartier begeben. Berlin, 18. März.(WTB. Nichtamtlich) Wer 19 7 ordnungsausschuß des Reichstages hat beschlossen das Meardaf bs 5(Elsaß-Lothringen 5, Rappoltsweiler) für er⸗ edigt zu tren. g 4 Berlin, 18. März.(WTB. Amtlich.) In der heutigen Sitzung des Bundesrats gelangten zur Annahme: eine Ergänzung der Bekanntmachung über den Verkehr mit Hafer vom 13. Februar 1915 und der Entwurf einer Bekannt⸗ machung betressend die Anrechnung militärischer Dienstleistungen in der Angestelltenoersicherung. Dem Auslieferungs⸗ 5 zwischen dem Reiche und dem Freistaat Paraguay wurde zugestimmt. 1 Aus dem Budgetausschuß des Reichstags. Berlin, 18. März.(WTB. Nichtamtlich.) Im verstärkten Budgetausschuß des Reichstages wurde der Etat des Reichs ⸗ schatzamts, der Etat der Reichsschulden⸗ und der all⸗ 5 Finanzverwaltung unverändert angenommen. er Schatzsekretär machte vertrauliche Mitteilungen über die Kriegs ausgaben. Bei der Beratung wurde eine angemessene Besteuerung der Kriegsgewinne allseitig als notwendig bezeichnet. Ferner wurde die Frage der Kriegsschäden und des Rubelkurses in Russisch-Polen besprochen. Weiter fand der Gesetz⸗ entwurf über die Ausgabe von Reichskassenscheinen und von Reichsbanknoten zu zehn Mark unverändert Annahme. Der Schaffung der Banknoten zu zehn Mark wurde nach näheren Darstellungen des Rei nkpräsidenten und des Schatzsekretärs ohne Widerspruch zugestimmt. Aus Stadt und Can. Gießen, 19. März 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Musk. Karl Beh, Inf.⸗Agt. 118, aus Mainz.— Landwehrm. Konrad Appel, Res.-Sanitätskomp. 17, aus Mainz.— Musk. Rudolf Hahn aus Bisses.— Ersatz-Res. Otto Wahl aus Von⸗ hausen.— Lt. der Res. Bergrefserendar Ernst Kolb aus Darm⸗ stadt.— Kriegsfreiw. Unteroff. Adolf Müller, Res.-Inf.-⸗Agt. 222, aus Oberscheld.— Musk. Rudolf Schneider, Res.-Juf. Agt. 224, aus Södel.— Landwehr mann Adolf Münz, Res.-Inf.⸗ Rgt. 118, aus Worms.— Unteroff. der Landw. Berth. Eichel ⸗ berg aus Marburg.— Erf.-Mes. Lorenz Weith aus Offen- bach a. M. 1 1 * Ritter des Eisernen Kreuzes: Bankbeamter Unteroff. Robert Brück aus Gießen, Ref.-Inf.-Regt. 222. Amtliche Personalnachrichten. Die Groß⸗ herzogin hat am 13. März ds. Is. den Oberlandesgerichtsrat Ferdinand Schmidt für die Dauer des dermalen von ihm be kleideten Amtes zum Mitglied des Verwaltungsgerichtshofs er— nannt.— Uebertragen wurden am 15. März d. J. den Schulamts⸗ aspiranten Karl Friedrich aus Brensbach, Kreis Dieburg, Wilh. Loos aus Udenheim, Kreis Oppenheim, Johann Karl Rees aus Erbes-Büdesheim, Kreis Alzey, und Wilhelm Schell aus Lauter⸗ bach Lehrerstellen an der Volksschule zu Darmstadt; den Schulamts⸗ aspirantinnen Hermine Bohne aus Mainz, Sophie Lotheiß en, Clisabeth Re ibstein, Else Sieger und Anna Sieger aus Darmstadt, sowie Hedwig Tillmanns aus Elberfeld Lehrerinnen- stellen an derselben Schule, sämtlich mit Wirkung vom 1. April 1915 an.— Verliehen wurden am 15. März ds. Js. der provisorischen Zeichenlehrerin an der Volksschule zu Tarmstadt Ella Veith aus Alsfeld mit Wirkung vom 1. April 1915 ab die Rechte einer end⸗ gültig angestellten Volksschullehrerin.— Am 11. März d. J. wurde Valentin Weiß aus Worms⸗Pfiffligheim vom 1. April 1915 an zum Schreibgehilsen bei dem Finanzamt Worms 1 ernannt.— Die Großherzogin hat am 17. März ds. Is. den Oberlehrer Dr. Georg Heußel zu Arnstadt zum Oberlehrer an der Ober- realschule zu Gießen vom 1. April 1915 ab, den Ober- lehrer an dem Woligang⸗Ernst-Gymnasium zu Büdingen Aloys Appelmann zum Oberlehrer an dem Gymnasium zu Offenbach mit Wirkung vom 1. April 1915 ernannt.— Uebertragen wurde an 15. März ds. Js. der Schulamtsaspirantin Elisabeth Nessel aus Seligenstadt, Kreis Offenbach, eine Lehrerinstelle an der Volks- schule zu Hainstadt in demselben Kreise.— In den Ruhestand ver- f setzt. wurde am 13. März ds. Is. die Lehrerin an der Volksschule zu Gonsenheim, im Kreise Mainz, Friederike Birlo auf ihr Nach- suchen, unter Anerkennung ihrer laugjährigen treuen Dienste, vom 1. April 1915 an. a * Militärische Ausbildung der Jugend. Am Sonntag nachmittag wurde im Hof der Zeughaus⸗ kaserne exerziert. Am Mittwoch abend fanden für beide Kompagnien Exerzier-Instruktionen durch die Herren Müller und Braubach statt. Anschließend hieran sprach unter großem Beifall Herr Pairan über die Aufgaben unserer Pioniere, insbesondere der Eisenbahnpioniere. Bei annehmbarem Wetter ist für den kommenden Sonntag eine Felddienstübung vorgesehen. 5 g Stadttheater. Nochmals sei in letzter Stunde auf das heutige Gastspiel der Frankfurter Künstler unter Leitung des Herrn Arthur Bauer hingewiesen.— Das Gesamt⸗ Benefiz für die darstellenden Mitglieder des Stadttheaters am 14 Dienstag dürfte wohl der allgemeinen Teilnahme sicher ein. Wohl jeder Theaterfreund wird an diesem Abend durch seine Anwesenheit den Künstlern danken wollen dafür, daß sie bei ver⸗ ringerten Bezügen und verdoppelter Arbeit diese Winter-Spielzeit ermöglichen halsen. Die Wahl von„Mein Leopold“ gibt zudem sast dem gesamten Personal Gelegenheit, sich zu betätigen.“ 0 * Alice-Frauen⸗Verein für Krankenpflege. Unter dem Vorsitze der Großherzogin fand am 16. d. M. in Darm⸗ stadt eine Sihung des Landesausschusses des Alice⸗Frauen⸗Vereins statt, an der Mitglieder des Zentralkomitees, Vertrauensdanen und Vertreterinnen von Zweigvereinen, im ganzen etwa 50 Per- sonen, teilnahmen. Die Verhandlungen, die von dem General⸗ sekretär des Vereins, Ministerialrat Dr. Kratz, geleitet wurden, ö betrafen u. a. die Kriegsfürsorgetätigkeit des Vereins, insbesondere dessen Beteiligung an der Imen n für die Familien der Kriegs⸗ teilnehmer, an den Maßnahmen für die Volksernährung und an der Kriegsbeschädigtenfürsorge. Hierbei konnte mit Befriedigung sestgestellt werden, daß in allen Teilen des Landes die Zweig⸗ vereine eine rege und erfolgreiche Tätigkeit entw 77 Es wurde die Gründung eines besonderen Ausschusses ür Kriegsbeschädigtenfürsorge beschlossen, der im Einvernehmen mit den bereits bestehenden di üglichen Organi⸗ sationen und im engen Anschluß an diese die planmäßige Beteiligung der Frauenvereine in unserem Lande zur Durchführung bringen soll. Es wurde sodann die wichtige Frage der Gewinnung und Ausbildung von berufsmä und freiwilligen Kranken⸗ vflegerinnen, Hilfsschwestern und Helferinnen eingehend er⸗ örtert und über die Organisation und Ausbreitung des Vereins gesprochen. In letzterer Hinsicht wurde mitgeteilt, daß seit Kriegs⸗ beginn durch Gründung zahlreicher neuer Zweigvexeine und An⸗ schluß bestehender Frauenvereine der Verein eine sehr erfreuliche Ausbreitung in unserem Lande 8 hat; er zählt zurzeit 127 Zweigvereine mit über 2200 itglieder.“ g * 1 1 ist in der an, Ad ist . der Beth. 4 andwehrkorps“ nicht ublikum an untersteht. Für 2 1723 5 ne) das Stück 1 8. und Antwort 2 schon vorgedruckt. Di Vel pepeder dige Auen aner wellig g esörderung vor dem Feinde. Schutzmann Karl — 0 von hier ist wegen Tapferkeit vor dem Feinde zum ffizier⸗ Stellvertreter ernannt und zum Feldwebel— Leutnant vorgeschlagen worden. * Postscheckverkehr. Der zwischen den Postscheckämtern in Berlin, Bres au, Köln, Frankfurt(Main), Hamburg, Hannover, Karls duhe(Baden) und Leipzig und den Abrechnungsstellen der Reichsbank bestehende bargeldlose Zahlungsausgleich weist für das Jahr 1914 trotz dem Kriege gegenüber dem Jahre 1913 noch eine Zunahme auf. In den Abrechnungsverkehr gelangten rund 558.000 Schecks in Betrage von mehr als 4,8 Milliarden Mark. Kreis Alsfeld. O Alsfeld, 19. März. Dem Jahresbericht der Groß- herzoglichen Oberrealschule ist zu entnehmen, daß die Anstalt im Berichtsjahre folgende Frequenzziffern aufwies: Am 15. Mai 1914 betrug die Zahl der Schüler 213(gegen 282 im Vorjahre), die Gesamtzahl der Schüler war 284(gegen 290 im Vorjahre) und am Schlusse des Schuljahres 1914/15 hatte die Anstalt noch 261 Schüler(gegen 272 im Vorfahre). Kreis Lauterbach. O. Lauterbach, 18. März. Am hiesigen Ort hat man für die Heeresverwaltung eine größere Lieserung in verschiedenen Arten von Säcken, übernommen. Hierdurch ist der minder bemittelten weiblichen Bevölkerung der Umgebung von Lauterbach zurzeit eine gn stige Arbeitsgelegenheit ge⸗ boten, von der auch ausgiebig Gebrauch gemacht wird, da die Säcke zu Hause angefertigt werden können. Namentlich ist dies den Frauen der zum Heere einberufenen Männer neben sicherer Kriegsunterstützung ein willkommener Nebenverdienst. Starkenburg und Rheinhessen. Darmstadt, 19. März. Die Stadtverordneten⸗ versammlung beschloß gestern für die zweite Kriegsan⸗ leihe einen hierfür zur Verfügung stehenden Betrag von 200 000 Mark, darunter 45000 Mark Einquartierungsgelder, die von der Einwohnerschaft infolge Verzichtleistung zur Verfügung der Stadt stellt wurden, zu zeichnen.— Der Oberbürgermeister wies hierbei 1 f hin, daß die Städtische Sparkasse diesmal einen noch höheren Betrag, wie bei der ersten Anleihe, zeichnen werde.— Die Stadt⸗ verordneten lehnten dann das Gesuch, die eigentlichen Reinigungs⸗ arbeiten vor den nicht gemeindesteuerpflichtigen Gebäuden, d. i. gesamte Straßenreinigung, ausgenommen die Rei⸗ Fußsteige von Schnee und Eis, und das Bestreuen der Jußsteige bei Glatteis, wie in anderen) 8. hier durch die Stadt kostenlos ausführen zu lassen, ein⸗ sollen. Haupt sache sei noch notwendige große die A Schritte eingeleitet.— Eine Anzahl Stadtverord⸗ t, der ein⸗ 175 bezwecken soll. Da die isherigen Mittel von als Zeichnung für die zweite Kriegsanleihe. Für die Unter⸗ haltung einer Kriegsfeuerwache wurden 10000 Mark nachbewilligt und die tägliche Vergütung der Wachmannschaft von 5 Mark auf 7 Mark für den Mann vom 1. März an erhöht. Für die Errichtung einer Räucheranlage im städtischen Schlachthof wurden 7600 Mark und für die Errichtung einer Güterabfertigungs⸗ stelle im Hafen 21 900 Mark bewilligt. Außerbalb der Tagesord⸗ nung wurde der Stundenlohn für die Erwerbsbeschränkten und Arbeitslosen von 32 auf 35 Pfg. erhöht und dem Theaterdirektor Steffter⸗ Hanau für weitere 8 Vorstellungen im Offenbacher Interimstheater ein Zuschu ß von 400 Mark gewährt. d. Mainz, 17. März. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde die Aenderung des appens der Stadt, das noch die Spuren der französischen Fremdherrschaft trägt, beschlossen. Es soll, wie es Jahrhunderte lang war, ein rotes Schild mit zwei silbernen Rädern führen.— Für die hilfsbedürftigen Deutschen Galiziens und der Bukowina wurden als Beihilfe 2500 Mk. bewilligt.— Die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Gebiet an der Biebricher Straße in Amöneburg wurde gutgebeißen. 5 dessen- Nassan. 5 m. Momberg(Kr. Kirchhain), 18. März. Der zwölfjährige Sohn einer hiesigen Familie spielte mit mehreren gleichaltrigen in einer cheune, wo auch eine Futter⸗ schneidemaschine stand, Kriegsspiel. Um nicht erhascht zu werden, sprang der Junge auf die Maschine und kam mit einem sisch uß in das Nädergetriebe zu stehen. Diesen Augenblick benutzten eine Kameraden und setzten eiligst die Maschine in Bewegung. Leider war es dem Knaben nicht mehr möglich, seinen Fuß heraus⸗ zuziehen, und so wurde ihm ein Stück vom Stiefel samt einem Teil der großen Zehe glatt abgeschnitten. Dillenburg, 18. März. Ein Eisenbahnunfall ereignete sich auf der nahen Niederschelder Hütte. Steben be- ladene Roheisenwagen gingen über die Prellbockeinrichtung und stürzten am Ende der Anlage etwa 15 Meter in die Tiese. Per- sonen wurden glücklicherweise nicht verletzt. ——— 3 2— Aniversitäts⸗ Nachrichten. — Marburg, 18. März. Dem hier wohnenden Gymnasial⸗ direktor a. D. Geh. Reg.⸗Rat Prosessor Dr. Theodor Hartwig, einem früheren Geschichtslehrer unseres jetzigen Kaisers, als dieser das Gymnasium zu Kassel besuchte, wurde aus Anlaß seines heutigen Doktorjubilänums von der philosophischen Fakultät der hiesigen Universität das Diplomerneuert. Geh. Rat Hartwig kam von Kassel aus nacheinander als Leiter der Gymnasien nach Corbach und Hauau und zuletzt als Direktor des Kaiser⸗ Friedrich- Gymnasiums nach Frankfurt a. M. Briefkasten der Redaktion. (Auounme Aufragen bleiben unberücsichtigt.) C. Sch., hier. Die Annahme an Kindesstatt erfolgt durch einen 5 8). trag ist vor einem Notar zu errichten. 2— Sie sich an das hiesige Amts⸗ gericht. 1 ————— Märkte. se. Frautfurt a. M. Viehhofmarktbericht vom 18. März. Auftrieb: Rinder 109(Ochsen 4, Bullen 1, Kühe und Järsen 104), Kälber 860, Schase 188. Schweine 1579. Tendenz: Rinder, Kälber, Schase und Schweine gedrückt. Preise für 100 Pfd. Lebend Schlacht ⸗ gewicht. Kälber. Mt. Mk. Jeinste Mastkäl ber 5 60-64 100—107 Mittlere Mast- und beste Saugkälber„ 5560 91100 Geringere Mast-* Saugkälber. 50-51 85—92 ase. Stall mastschafe: Mastlämmer und jüngere Masthammel 46—48 100—104 Schweine. Schweine von 80 bis Vollfleischige 00 4 gebendgewicht„ 65.0090 00 102.00 104.00 Vollfleischige Schweine unter 80 kg „Lebendgew ict. 75.00 80.00 90.00— 100.00 Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebendge wicht. chige Schweine von 120 bis ( ben, die ich heute als Abordnung aller Teile des Bestätigung des Amtsgerichts bedarf(88 1741 ff, R 85.00— 90.00 102.00— 104.00 D II. Marburg, 18. März. Heute wurde hier der diesjährige Frühjahrs⸗bferdemarkt abgehalten. Es hatten sich hierzu zahlreiche Landwirte aus der ganzen Umgegend eingefunden. Der Handel ging bei hohen Preisen flott. Die Zahl der ausgestellten Pferde und Fohlen betrug freilich nur 55 Stück. Wöchentl. Uebersicht der Todesfälle i. d. Stadt Gießen. 10. Woche. Vom 28. Februar bis 6. März 1915. Einwohnerzahl: angenommen zu 32 900(inkl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitszisser: 22,46%, Nach Abzug von 5 Ortsfremden 14,22. Er- Kinder Es starben an Zu. wachsene im 1er. von.— Angeborener Lebensschwäche 1(ö))— 16)— Kindbettfieber 10) 10)—— Tuberkulöser Hirnhaut entzündung 1 1—— Lungenentzündung 2 4— 1 Krankheiten des Herzens 5(1) 5(J)—— Krankheiten d. Verdauungs- organe 1—— 1 Blinddarmentzündung (Wurmsortsatz) 10) 1(00) 270 5 Krebs 2(1) 2()— 7 Summa: 14(5) 114 1 2 Anm: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. a Samstag. den 20. Marz: In der Johanneskirche. Nachmittags 2 Uhr: Beichte. Pfarrer Bechtols heimer. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 20. März 1915: Unbeständig, zeitweise Niederschläge, kühl, westliche Winde. Der Kaiser bei den Sachfen. Dresden, 19. März. Der Kaiser hat in den letzten Tagen dem 12. Sächsischen Armeekorps einen Besuch ab⸗ gestattet. Nach einem Vorbeimarsch der Truppen hielt der Kaiser an die versammelten Offiziere etwa folgende An⸗ sprache: ö Es ist mir eine besondere Freude, den Herren auch von Person zu Person für das alles zu danken, was das 12. Armeekorps bis⸗ her Treffliches geleistet hat. Das Korps hat schwere Tage hinter sich. Es hat sich heldenhaft mit der bekannten sächsischen Zähig⸗ keit, Tapferkeit und Unerschrockenheit unter Führung seines tapferen Generals geschlagen und erneut unvergängliche Lorbeeren um seine Fahnen geschlungen. Ich werde S. M. dem König von Sachsen Rapport erstatten über die vorzügliche Haltung der Trup⸗ Armeekorps gesehen habe. Seine Majestät der König Hurra! Später hielt der Kaiser noch eine zweite An sprache nach dem Vorbeimarsch des Grenadier⸗Regiments Nr. 101. Er sagte dabei etwa folgendes: Es ist mir eine besondere Freude, nachdem ich schon oft die Auszeichnung gehabt habe, mein schönes Grenadier-Regiment im Frieden zu begrüßen, ein Bataillon dieses Regiments heute hier auf feindlichem Boden begrüßen zu können. Das Regiment hat sich mit Ruhm bedeckt und unvergänglichen Lorbeer an seine Fah⸗ nen geheftet. Ich spreche ihm meine volle Zufriedenheit aus und werde auch dem König von Sachsen meine volle Anerkennung über dieses Regiment zum Ausdruck bringen. Mit dem Wunsche, daß das Regiment auch fernerhin Vorzügliches leisten wird, das Regiment Hurra! Eine neue für den Feind verlustreiche Beschießung der Dardanellen. Konstantinopel, 19. März.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptauartier meldet: Heute vormittag 11¼ Uhr eröffneten 14 feindliche Panzerschiffe das Feuer gegen die Dardanellen batterien. um z uhr nachmittags zog sich ein Teil der Panzerschiffe aus unserem Feuer zurück. Acht Panzerschiffe setzten das Bombardement bis 5 Uhr in sehr großen Zwischenräumen fort. Außer de m franzö⸗ ischen Panzerkreuzer„Bouvet“ wurde ein feindliches Torpedoboot zum Sinken gebracht. Ein englisches Panzerschiff vom Irmistible-Typ wurde kampfunfähig gemacht, ein anderes vom Corn⸗ wallis⸗Tup beschädigt und gezwungen, sich aus der Kampf⸗ linie zurückzuziehen.— Hinter der Front der feindlichen Verbündeten. Amstezdam, 19. März. Ein Handelsblad⸗Korrespondent, der hinter Front der Bundesgenossen in Flandern tätig ist, berichtet über bedeutende Verstärkungen durch englische Truppen. Das Gelände um die große Düne bei Lombartzyde ist zu einem be⸗ festigten Lager gemacht worden, was den Deutschen natürlich wohl bekannt ist. Das erneute Bombardement von Nieuport habe offenbar 2 Ziel, an dieser Stelle eine Bresche in die Bundes⸗ genossen⸗Front zu legen. Bei einem Streifzuge über Schoore und. Ramscapelle hinaus konnte der Berichterstatter feststellen, daß die Positionen längs des Ueberschwemmungsgebietes, die vorher nur definitiven Wert hatten mit allen Hilfsmitteln militärischer Tief⸗ bautechnik zu starken Angriffsstellungen ausgebaut worden find. Namentlich das zusammengeschossene Ramscapelle ist ein starker Stützpunkt geworden. Die Bundesgenossen denken, von. hier aus den wichtigen Weg nach Rousselär unbedingt zu beherrschen. b Dschavid Bey in Berlin. Berlin, 19 März.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung“ Am Donnerstag fand beim 8 zu Ehren Dschavid Beys ein Frühstück statt, zu dem Einladungen erhielten: der türkische Botschafter Mukhtar Pascha, der* a Großwesir Hakki Pascha, der bayerische Ge⸗ sandte Graf Lerchenfeld, der Präsident v. Havenstein und der Vize⸗ präsident v. Glasenapp vom Reichsbankdirektorium, der Gesandte Graf Botho Wedel, der Geheime Legationsrat Freiherr Langwerth von Zimmern, Finanzrat v. Wassermann, Legationssekretär Graf Zech und Assessor Meher. Engländer auf dem elsässischen Kriegsschauplatz. Basel, 19. März.(WTB. Nichtamtlich) Die Schweize⸗ rische ee meldet nach dem Matt a Franzosen beschossen gestern die Stellungen bei Moos Moer⸗ nach mit 75 mm-Geschützen. Englische Offiziere wurden bei Rechesy⸗Pfetterhausen beobachtet. Ein Automobil mit vier englischen Offtzieren hielt vor einem Gasthause an der äußersten Unter 14— 815* 3 1 afk fr.— 1 ung r Franzosen ässischen iegs⸗ schauplatze eingetroffen sind. f Die russischen Reichswehrhaufen. Berlin, 19 März. Von einem genauen gdenner der russi⸗ schen Militär verhältnisse wird dem Berliner„Lokalanzeiger“ ge⸗ schrieben: Zu den Widerwärtigkeiten der russischen Kriegführung ist eine neue getreten Rußland entbietet seine Reichswehr auf Unsere ostpreußischen Grenzen, um zu sengen und zu plündern in örfern und Gütern. Diese neue Heldentat der moskowitischen sogenannte russische Reichswehr ist, muß man dieses zusammen⸗ gewürfelte Gelichter vom letzten Landsturmaufgebot gesehen haben. Außer den alten Berdan⸗Gewehren, die man diesen Banden in die Hand gedrückt hat, und dem Landsturmkreuz auf der Zivilmütze fehlte diefen Reichswehrscharen alles, was an einen resulären Krieger erinnert. Nach der Verfassung fällt ihnen der Mi Ar dienstim Innern des Reiches zu, aber auch dort sind sie wegen ihrer völligen Disziplinlosigkeit und mangels jeder mili⸗ tärischen Organisation stets der Schrecken der einheimischen Be⸗ völkerung gewesen. Wenn nun Rußland heute mit dazu greift, sie an die Grenzen seines Reiches rücken zu lassen und durch ihre Hand Mord und Brandstiftung leisten läßt— denn zu anderen Aufgaben sind sie im Kriege natürlich nicht zu verwenden—, so scheint sich das Wort von dem leergeschöpften Menschenfaß Ruß⸗ lands tatsächlich im vollsten Sinne des Wortes zu bewahrheiten. Rußland ist in der Tat mit seinen regulären Beständen am Ende der Kunst angelangt. Es griff zu Menschenreserven, die die Hefe der Armee sind. Für uns entsteht die Frage, ob wir völkerrechtlich gehalten sein sollen, diese sengenden Banden als reguläre Truppen⸗ teile anzusehen, da ihre ganze Tätigkeit aus Brand und Mord! besteht, deren Schrecken sich einzig gegen unsere Zivilbevölkerung richtet, und ob unsere Heeresleitung nicht zu Repressivmaßregeln egen diese Horden selbst schreiten sollte, indem man mit ihnen urzen Prozeß macht. Denn die gestern angekündigten Vergeltungs⸗ maßregeln richten sich wohl mit Recht gegen die russische Regie⸗ rung oder die russische Zivilbevölkerung, ohne dabei die Verbrecher selbst zu treffen, denen die Lust vertrieben werden sollte, Brand⸗ stifterdienste für ihre Regierung zu leisten. Rußlands wirtschaftliche Lage. Petersburg, 19. März.(WD. Nichtamtlich) In der „Nowoje Wremja“ schreibt Menschikoff über die Krisis in der Kohlen produktion, daß der Bedarf im Januar 346 Mil⸗ lionen Pud betragen habe, wogegen sich der Transport nur auf 133 Millionen Pud belief. Dadurch sei eine große Krisis im Mos⸗ kauer Industriebezirk entstanden. Der Bedarf sei nur zu 67 Prozent gedeckt. Die Fabrikanten im Moskauer Industriebezirk hielten eine Versammlung ab und verlangten Abhilfe, da sie anderenfalls die Kriegsbestellungen nicht ausführen könnten.— Das genannte Blatt bespricht ferner den drohenden Mangel an Arbeitskräften im Lande und schlägt zur Abstellung die Heranziehung von Kriegs⸗ gefangenen, Sträflingen, jungen Mönchen und rng Letzteren empfiehlt er dabei von den deutschen marxistischen Ideen zu lassen und keine sozialistische Agitation auf das Land zu tragen. Petersburg, 19. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der Verein liegen des russif, Exportgeschäftes, dessen Umsatz früher 150 Millionen Rubel jährlich betrug. Petersburg, 19. März.(WTB. Nichtamtlich.) Aus Tomsk wird dem„Rußkoje Slowo“ gemeldet, daß auch in Sibirien eine Teuerung für Weizen, Roggen und Hafer um sich greife. Die Preise dafür seien im Laufe eines halben Monats um 40 Prozent gestiegen. Keine italienische Anleihe in Amerika. Basel, 19. März.(WTB. Nichtamtlich.) Nachrichten“ zufolge dementiert die italienische Regie⸗ rung die aus Amerika stammende Meldung von einer dort angeblich beabsichtigten italienischen Anleihe. Aufruhr in Venedig. vielhundertköpfige aufgeregte Volksmenge das Rathaus zu Venedig zu stürmen, um gegen die herrschende Lebensmittelteuerung zu protestieren. Unter den Rufen„Gebt uns Brot und Arbeit, wir leiden Hunger!“ zerschlug die Menge auf dem Markusplatz alle Fensterschei⸗ ben der offenen Lokale. Zwischen der aufgeregten Menge und der Polizei kam es zu einem blutigen Handgemenge. In e wird der bevorstehende Ausbruch des Generalstreils ürchtet. Das Vorgehen Japans. „Ruskoje Slowo“ aus Schanghai berichtet wird, die Japaner energischen Einspruch gegen den B der japanischen Waren in China. Amtlicher Teil. XVIII. Armeekorps. Stellvertretendes Generalkommando. Abt. II b. T.⸗Nr. 21 315. erheben oykott Frankfurt(Main), den 12. 3. 1915. Betr.: Beurlaubungen zu Zwecken der Feldbestellung. Von verschiedenen Seiten ist darauf hingewiesen worden, daß 5 855. 10 e von Gefangenen die rühjahrsbestellung mit den garnisondienstfähigen Mannf wirksam durchgeführt werden könnte, 5 8 gehalten seien, nicht nur ihren eigenen Grundbesitz zu bestellen, sondern nach Fertigstellung dieser Arbeiten auch anderwärts aus⸗ zuhelfen. Gleichzeitig wurde bemerkt, daß die Heranziehung zu solchen„fremden“ Arbeiten meist nur dann möglich sei, wenn von den militärischen Dienststellen eine diesbezügliche Anweisung gegeben werde. Das stellv. Generalkommando kann sich der Einsicht in die Richtigkeit dieser Ausführungen nicht verschließen, erachtet jeden⸗ falls einen Versuch für wünschenswert und ordnet daher an, daß bei allen 9 übungen zu Zwecken der Feldbestellung auf den Urlaubspässen folgender Vermerk einzutragen ist: 2(Name) hat sich sofort nach Ein⸗ treffen bei dem zuständigen Bürgermeister oder Gemeinde- vorsteher zu melden und ist ausdrücklich angewiesen, während des erteilten Urlaubs nach Fertigstellung der eigenen Ar⸗ beiten auf Erfordern der Verwaltungs- oder Gemeindebehörde auch bei der Frühjahrsbestellung solchen fremden Grund⸗ besitzes tatkräftig mitzuwirken, dessen Besitzer im Felde stehen oder aus dienstlichen Gründen nicht zur Feldarbeit beurlaubt 2 werden konnten.“ Der Kommandierende General: Freiherr von Gall General der Infanterie. An den Oberbürgermeister der Stadt Gießen und an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Indem wir Ihre Aufmerksamkeit auf vorstehende Anordnung lenken, empfehlen wir Ihnen dringend, von der Ihnen einge⸗ räumten Befugnis zur Heranziehung beurlaubter Militärpersonen zur Hilfeleistung in anderen landwirtschaftlichen Betrieben im Interesse einer ausreichenden Feldbestellung in allen geeigneten Fällen Gebrauch zu machen. Gießen, den 17. März 1915. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Usinger. 96%%%% Lauusurmpfleige welche ihre Einberufung er⸗ warten, können noch Lebens versicherung mit Einschluß für den Krieg bei erster Gesellschaft erbalten. Sehr günstige Bedingungen. Schriftl. Angeh. unter 01502 D Talrnsete Mattaan auch Spaghetti empfiehlt Emil Fischbach. Saatkartoffeln Undustrie) empfiehlt 101514 — Lebendgewicht.... 85.00—90.00 104.00 106.00 Banden zeigt uns wieder einmal, mit welchen barbaxischen Mitteln Rußland auch heute noch Kriege führt. Um zu wissen, was diese an den Gieß. Anz. erbeten. eee W. Hankel, Gießen, Telephon 612. Neuen Bäue 7. 9 Gymnasiasten vor. 8 der russischen Holzindustriellen beklagt das völlige Darnieder⸗ Den„Basler Turin, 19. März. Gestern versuchte wiederum eine Moskau, 19. März.(Wr Nichtamtlich) Wie dem wenn die beurlaubten Leute 1 85 5 . 9 7 . N 6 45 8 7 * 4 5 0 A 2255 „ 11 1 Wir verkaufen, solange Vorrat, noch zu billigen Preisen Konfirmanden- Stiefel in grosser Auswahl Militär- Stiefel und Gamaschen tue enlung aägspolen Schunhaus W. Herbert b Alleinverkauf von Engelhardts Chasalla- Normal- Stiefel, sowie Chasalla-Gelenkstützen Marktplatz 2 neb. der Engel-Apotheke Freiwillige Gail'sche Feuerwehr. Montag, den 29. März 1915, abends 9 Ubr, bei Kamerad Arnold(Schipkapaß) ordentliche Haupt⸗Versammlung.“ Tagecsordunnga: 1. Jabresbericht, 2. Kassenbexicht, 3. Ver⸗ 2 9 leihung pon Dienstabzeichen, 4. Etwaige Anträge 5. Verschiedenes. 255˙ Uniform: Dienstanzug. Das Kommando! Obst- und Gartenbau-Verein Giessen. Samstag, den 20. März, abends 8½ Uhr, 5 Vereins versammlung im Hotel Schütz. Tagesordnung: Neueinrichtung kleiner Nutzgärtchen. Referent Dr. Hoffmann.— Die Vereinsmitglieder, sowie alle Gartenliebgaber, namentlich aber unsere Haus frauen sind zu dieser Versammlung freundlichst eingeladen. Um zablreiche Beteiligung bittet. 2491 Der Vorsitzende: Simon, Stadtverordneter. 2559 f = dllllgarter 1 Labenspersiahgungspauk 3. l. (Alte Stuttgarter) Gegründet 1884. Tersicherungsstand... 1 Hillarde ob Müonen M. Ungedienter Landsturm wird unter günstigen Bedingungen nech aulgenemmen. 257788 Auskünfte erteilt in Giesen: Fr. Karl Henzerling, Neustadt 46. Vorhänge, Stores, fertige Leib-, Bett- und Tischwäsche, trübe Waschestücke * * Während des Kriegs Lebensversicherung für Landsturmpflichtige für Nichtheerespflichtige 0 mit hne Einschluß der Kriegsge. 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Fabrikate, in jeder Menge bei August Moll, Kreuz-Drogerie Bahnhofstrasse 31 Ferurui 2082 2⁰˙²ꝑ Bekanntmachung Das Umlageregister über das Standgeld für 1914 für die nicht in die Gemeinde eingezogenen Mitglieder liegt zur Einsicht der Beteiligten acht Tage in der Wohnung des unterzeichneten ersten Vorstehers offen. Gießen, 19. März 1915. Der Vorstand der israel. Religionsgemeinde Gießen. Schaue 5 Zimmerwohng. und Reisemuster, sowie 10 000 Meter echte Schweizer Stickereien empfiehlt sehr billig M. KANN, gegenüber der Stadtkirche 258 Bekanntmachung. Das Umlagekataster der land. und lorstwirt⸗ schaftlichen Berufsgenossenschaft für das Jahr 1914 in Hessen, für die Gemeinde Eberstadt, liegt von heute an 2 Wochen lang auf der unterzeichneten Bürgermeisterei offen. Einsprüche sind innerhalb eines Monats nach Offenlegung bei dem Genossen⸗ schaftsvorstand Darmstadt zu erheben. Eberstadt, 19. März 1915. Großherzogliche Bürgermeisterei. Görlach. 5 RKräft. 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Gastspiel von Mitgliedern des Frankfurter Schauspiel⸗ bauses, unter Leitung von Herrn Arthur Bauer Abendsonne Schauspiel in 1 Aufzuge von 1 Ludwig Fulda. Hierauf: Auferstehung Komödie in 1 Aufzuge von Felix Salten. Zum Schluß: Der Unverschämte Lustspiel in einem Akt von aoul Auernheimer. Ende 10%½ Uhr. Samstag, 20. März 1915, nachmittags 3½ Ubr Volks-Preise l Volks-Prelse l Schuüler-Vorstellung. Agucs Bernauer Ein deutsches Trauerspiel in 5 Aufzügen v. Friedr. Hebbel. Ende gegen 6½ Uhr. Sonntag, 21. März 1915, nachmittags 3% Ubr: Volks-Prelse l Volks-Preise! Zum letzten Male! As ich noeh im Flügelweide Ein fröhliches Spiel in 4 Auf⸗ zügen von Albert Kehm u. Martin Frebsee. Ende gegen 6¼ Uhr. Abends 2½ Uhr Tleine Preisel Tlelne Preisel Wohltätige Frauen Lustspiel in 4 Akten von Adolpb L' Arxonge. Ende 10¼ Uhr. Soldaten vom Feldwebel ab · 2 N* 17 tellungen auf 2. u. nur halbe Preise. 25600 1 N e