Nr. 65 Der Sletener Anzel erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich er Famslienblätter; mal wöchentl. Kreis⸗ für den Ureis Gießen (Dienstag und Freitag); Seisgasiche eltsagen a agen Ferusprech⸗ clas: für die Schristleitung 112 Verlag, Geschäftsstelleö! Adresse für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. e von Anzeigen Gießener General⸗Anzeiger für Oberhessen a. d 1 Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ. ⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. cange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. 105. Jahrgang N ig Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pi.— Haupt⸗ schristleiter: Aug. Goetz. Donnerstag, 18. März 1015 Bezugsprei⸗ monatl. 75 Pf., viertel jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 P.; durch i st Mk. 2.— viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge- richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Neue russische Vorstöße gegen 15 20 ie ostpreußische Grenze abgewiesen. Weitere Ersolge unserer Umerseeboote. (WTB.) Großes Hauptquartier, 17. März. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Der Kampf um die Bergnase am Südhang der Loretto⸗ höhe nordwestlich von Arras wurde zu unseren Gun sten entschieden. 8 In der Champagne westlich von Perthes und nörd⸗ lich von Le Mesnil griffen die Franzosen tagsüber mehrere Male erfolglos an. Am Abend setzten sie nördlich von Le Mesnil zu neuen Angriffen mit stärkeren Kräften an. Der Kampf ist noch im Gange.. In den Argonnen sind die Gefechte noch nicht be⸗ endet. Von dem Hange südwestlich von Vauquois östlich der Argonnen wurden die Franzosen, die sich dort vorüber— gehend eingenistet hatten, heruntergeworfen. Im Priesterwalde nordwestlich von Pont⸗à-Mous⸗ son scheiterten zwei französische Angriffe. In den Vogesen fand nur Artilleriekampf statt. Oestlicher Kriegsschauplatz. Schwache russische Vorstöße auf Tauroggen und Langszargen wurden abgewiesen. e Zwischen Skrwa und Orzyc wurden russische Durch⸗ bruchsversuche zurückgeschlagen. Südlich der Weichsel hat sich nichts verändert. Oberste Heeresleitung. 5 N Der neueste Tagesbericht hat eine kleine Ueberraschung insofern gebracht, als wir von schwachen russischen Vorstößen auf Tauroggen und Laugszargen hören. Diese Vorstöße wurden, so hören wir, abgewiesen. Der Schauplatz dieser neuen Gefechte ist die Nordostgrenze Ostpreußens; er hat nichts mit dem Augustower Forst zu tun, der beinahe 200 Kilometer weiter südlich liegt. Die Russen. e in haben, vielleicht um die deutschen Truppen wichtigeren Plätzen abzulenken Der aus der Geschichte all⸗ gemein bekannte Ort Tauroggen liegt etwa 30 Kilometer nordöstlich von Tilsit, während Laugszargen an der Grenze, auf preußischem Gebiete, liegt. Es waren schwache feind⸗ liche Kräfte, vielleicht einige Kavallerieabteilungen, die ab⸗ gewiesen wurden, daher ist anzunehmen, daß kein neuer großer Einfall in Ostpreußen geplant war. Es trifft sich, daß zur gleichen Zeit Feldmarschall v. Hindenburg dem Ober- präsidenten der Provinz Ostpreußen gegenüber bemerkens⸗ werte Mitteilungen über die Wiederbesiedelung der heim⸗ gesuchten Landstriche gemacht hat. Er hält die Zeit noch nicht für gekommen, den ostpreußischen Landsleuten zur Rückkehr in die Heimat zu raten. In der Tat, so* voll wir auf diesem Teile des Kriegsschauplatzes in die Zu- kunft schauen können— es wäre doch etwas vermessen, so wenige estunden hinter der Kampffront schon wieder mit dem friedlichen Aufbau zu beginnen. Der Oberpräsident v. Batocki hat vorgestern im Sitzungssaal des Abgeordneten⸗ hauses in Berlin einen eindrucksvollen Vortrag gehalten, in dem er Bilder entrollte, die in der Zukunft viele doch von zu großer Vertrauensseligkeit abhalten werden. Wenn den Russen aus strategischen Gründen wirklich einmal wieder zeitweise eine Strecke ostpreußischen Landes preisgegeben werden müßte, hätten wir von ihnen keine Schonung zu erwarten. Batocki berichtete u. a.: Etwa 20 000 Gebäude seien in der Provinz niedergebrannt, in mindestens 80 000 Haushaltungen sei der Haushalt entweder planmäßig von militärischer Seite nach Rußland geschafft oder bis auf den letzten Rest zertrümmert. Beim ersten Einbruch seien über 2000 Zivilpersonen umgebracht und 4000 fortgeschlevvt worden. Bei dem zweiten Einfall, der mur ein Fünftel der Provinz betraf, hätte sich, wer es irgend konnte, vor dem heranrückenden Feinde gerettet, auch solche Einwohner. welche bei dem ersten Einfalle verhältnismäßig gut davon⸗ ekommen waren. Etwa 15 000 Einwohner hätten nicht mehr jehen können und hätten furchtbares Ungemach erlitten. Ueber 4000— darunter sehr viele Frauen und Kinder— seien fort⸗ eschleppt oder ermordet und die übrigen seien größtenteils mit solcher Grausamkeit mißhandelt worden, daß lange Zeit vergehen würde, bis sie sich einigermaßen von dem ausgestandenen Ungemach erholen würden. Vernunftsgründe für dieses Verhalten des Feindes ließen sich fast nirgends finden. Wenn auch in vielen Fällen völlig unbegründeter Verdacht der Spionage oder des Franctireurwesens den Anlaß zu Brandstiftung und Totschlag gegeben hätten, so ließe sich in vielen Füllen— abgesehen von Zerstörungs⸗ und Mordlust— kein Grund für das Verhalten finden. Ueber eine Viertelmillion Flüchtlinge befänden sich zurzeit außerhalb ihrer Heimat Die Rückkehr in die zerstörten Ge⸗ biete könne aus militärischen Gründen vorläufig nur wenigen der— selben gestattet werden und die übrigen müßten bis auf weiteres die Gastfreundschaft Deutschlands weitergenießen. Manche Klagen über das Verhalten von Flüchtlingen seien dem Vortragenden zu Ohren gekommen. Er bäte aber, auch Fälle ungehörigen Verhaltens nicht zu streng zu beurteilen, weil Leute, die plötzlich durch feind⸗ liche Gewalt zum Teil unter schwersten Unbilden aus der Heimat vertrieben, auch leicht den inneren Halt verlieren könnten. Der Seekrieg. Berlin, 18. März. Wie die Arbeit der deutschen„u“ Boote geht auch der englische Flaggenbetrug weiter. Der Kapitän eines Göteborger Dampfers, welcher kürzlich von England in Göteborg angekommen ist, teilt verschiedenen lättern zufolge mit, daß er und ein Kollege von 1 einem anderen schwedischen Dampfer einen englischen Damp⸗ fer gesehen haben, der eine neue schwedisch wie am Bug mit den schwedischen Nationalfarben über— malt war. 1 Weitere Dampfer erfolgreich ti Amsterdam, 17. März.(WTB. Nichtamtlich.) Von Hoek van Holland wird gemeldet, daß die britischen Dampfer Steamship Company „Avokat“ und„Lestris“ von der Cort von einem deutschen Unterseeboot verfolgt wurden und die Verfolgung in den holländischen Territorialgewässern eingestellt wurde. Der britische Dampfer„Leen varden“ auf der Fahrt von London nach Harlingen wurde vier Meilen südöstlich des Maaß⸗Leuchtschiffes von einem deutschen Unterseeboot torpe— diert. Die 17 Mann starke Besatzung d hampfers wurde durch ein Lotsenboot nach Hoek van Holland gebracht. London, 17, März(WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet amtlich: Der Dampfer„Fingal“(1563 Tonnen) ist am Dienstag an der Küste von North Humberland tor pe⸗ diert worden und gesunken. Sechs sind umgekommen. Der Dampfer„Atlanta“(519 Tonnen) wurde am Sonntag an der Küste von Westirland torpediert, sank jedoch nicht. Paris, 17. März.(WTB. Nichtamtlich.)„Petit Parisien“ meldet aus Cherbourg: Der englische Dampfer„Abeni⸗ ren“ wurde von einer französischen Torpedobootflottille vor Cher⸗ bourg als Wrack treibend aufgefunden. Das Schiff, das von der Be⸗ satzung verlassen war, wurde nach no iger Verstopfung ver⸗ schiedener Lecks nach Cherbourg einges „U 20“ bei der! Amsterdam, 16. März.(Ctr. melden noch über die Aktion des deutschen Der Kapitän der„Headland“, Lugg,. morgens 8 Meilen südlich der Scilly⸗Inseln Rauch am Horizont sah; als er näher kam, fand er, daß e„Indian City“ in Brand stand. Er fuhr auf das Schiff zu und sah eine halbe Stunde später ein Unterseeboot, das durch ein Patrouillenfahrzeug verfolgt wurde Kapitän Lugg erzählt weiter: Ich versuchte so rasch wie möglich dem Unterseeboot aus dem Wege zu fahren, aber das Unterseebvot lief außerordentlich rasch, und als es außerhalb des Bereiches des Geschützes des Patrouillenfahrzeuges war, setzte es uns nach. Es hatte uns rasch eingeholt und gab einzelne Schüsse auf uns ab, um uns zum zu zwingen. Sobald man uns zuschreien konnte, wurde uns befohlen, in die Schaluppen zu gehen, wozu uns 5 Minuten Zeit gelassen wurde. Alsdann wurde ein Torpedo auf die„Headland“ abgeschossen, aber sie sank nicht. Unsere Schaluppen wurden durch„U 29“ bis dicht an die Scilly-Inseln geschleppt, wo wir an Land gingen. Auch die Ge⸗ retteten der„Headland“ äußerten sich voll des Lobes über die Höflichkeit und korrekte Haltung des Kapitäns v. Weddigen vom Unterseeboot„U 29“. Die Aktion des deutschen Unterseebootes war von der Küste von St. Mary aus sehr deutlich zu sehen und auch später konnte man mit einem guten Fernglase die vergebliche Ver⸗ folgung des„U 29“ durch die Patrouillenfahrzeuge und die darauf folgende Miniaturseeschlacht beobachten. Nicht allein ging das Unterseeboot sehr rasch voran, sondern, als es in die Enge getrieben wurde, tauchte es auch einsach unter und kam einige Minuten — an einer Stelle zum Vorschein, wo man es nicht vermutete. leich der Kapitän des„Headland“ sein Schiff nicht sinken sah, kann man es doch als verloren bezeichnen, weil das Torpedo mitt⸗ schiffs getroffen hatte; selbst an der Küste wurde die gewaltige Explosion wahrgenommen. Als man das Schiff zuletzt sah, trieb 2 in dichte Rauchwolken gehüllt, mit den Wellen nach der offenen e. Das französische Schiff„Auguste Conseil“ war ein Fahr⸗ zeug von 1852 Tonnen und war von Cardiff unterwegs nach Havre mit 4000 Tonnen Steinkohle an Bord. Das Schiff wurde am Donnerstag mittag durch„U 29“ im Kanal torpediert. Der Kapitän des Schwesterschiffes des„Auguste Confeil“, der sich an Bord des Schiffes befand, erzählte: Wir befanden uns auf un⸗ gefähr 22 Meilen von The Start, als wir einen dunklen Gegen⸗ stand wahrnahmen, der auf einigen Abstand von uns auf dem Wasser zu treiben schien. Als wir näher kamen, sah ich, daß es ein Unterseebvot war. Kapitän Scelle, der auf der Brücke stand. glaubte, daß das Unterseeboot englischer Nationalität sei, da es sich so dicht an der englischen Küste befand und einen Kurs ein⸗ nahm, als käme es gerade aus einem englischen Hafen. Etwas später tauchte das Boot unter und kam dann gleich wieder dicht bei uns zum Vorschein. Hätten wir nur zwei Kanonen an Bord gehabt, dann hätten wir es in den Grund bohren können.„Hißt eure Flagge,“ wurde uns zugerufen. Sobald unsere Flagge auf⸗ gezogen war, rief der Kupitän des„U 29“ uns zu, daß wir zehn Minuten Zeit hätten, in die Boote zu gehen. Wir setzten zwei Boote in weniger als fünf Minuten ins Wasser und ruderten nach dem Unterseeboot, wo wir durch den Kapitän sehr höflich empfan⸗ en wurden, der uns mitteilte, daß es ihm sehr leid täte, unser iff vernichten zu müssen, aber daß es nun einmal Krieg sei. Darauf wurde die Pinacse des„u 29“ zu Wasser gelassen. Drei Mann nahmen darin Platz und sie ersuchten den begleitenden Ma⸗ schinisten des„Auguste Conseil“ mitzugehen, um die Wasserklappen aufzudrehen, so daß das hereinströmende Wasser das Schiff schneller zum Sinken brächte. Unser Maschinist Sa f ich, und so mußten die drei Deutschen ein Loch in das Schiff schlagen, worauf drei Bomben in die Maschinenkammer geworfen wurden, die dort ex⸗ plodierten. Der Kapitän des Unterseebootes erzählte mir, daß er vor sechs Tagen Cuxhaven verlassen habe und daß er nun wieder dorthin ginge, um sich sechs Tage auszuruhen. Ein anderes Unter — werde ihn während dieser Zeit ersetzen. Es wurde bereits nkel, als wir ein Dampfschiff in den Kanal einfahren sahen,— nämlich das dänische Schiff„Exzellenz Fleske“ aus Kopenhagen. Wir Offiziere nahmen in unseren Schaluppen Platz,„U 29“ schleppte uns ein Stückchen weiter und ließ dann die Schlepptaue fahren, worauf wir an Bord des dänischen gingen, das uns nach Falmouth brachte. Die Erzählungen von der Vernichtung des 8 ungefähr ähnlich wie die der anderen 17 1 Sinken erbrachten Dampsschiffe.„U 29“ bohrte dieses Schi Die englischen Blätter Unterseebootes„U 29“: daß er um 9 Uhr westlich von Casquets am Donnerstag morgen in den Grund, nach⸗ dem der Kapitän des„Adenwen“ vergebens ersucht hatte, das Schiff zu schonen.(Frkft. Ztg.) Die Besatzung der„Dresden“. London, 17. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der britische Kreuzer„Orama“ ist in den Hafen von Valparaiso mit den Ueberlebenden des gesunkenen Kreuzers„Dresden“ an Bord eingelaufen, von denen einige verwundet sind. Neunzehn von der Besatzung der„Dresden“ werden vermißt, drei sind tot. ** * Die deutschen Angrifßfe auf die englischen Stellungen. Berlin, 18. März. Ueber die Kämpfe bei St. Eloi schreibt Marcel Hutin im„Echo de Paris“: Die Deutschen griffen Sonntag nacht nach Heranziehung von Verstärkun⸗ gen das von den Engländern besetzte St. Eloi an. Der Angriff war furchtbar. Wie rasend stürzten sich die Deut⸗ schen vor und zwangen die britischen Truppen, wenn sie nicht umzingelt werden wollten, St. Eloi aufzugeben. Die fremden Truppen der Feinde. Mailand, 17. März.(WTB. Nichtamtlich.) Dem„Se⸗ colo“ zufolge sind die fremden Truppen der Verbündeten von der Front nach der französischen Südküste ge⸗ bracht worden, weil sie stark unter der Kälte litten. So sei an der Riviera ein Heer von 200 000 Australiern, Sene⸗ galesen und Indern versammelt, um den Frühling abzu warten und dann in Aktion zu treten. Die Wohlfahrtspflege in Brüssel. Brüssel, 17. März.(WTB. Nichtamtlich.) Auf Ein⸗ ladung des Generalgouverneurs für Belgien trafen der Prä⸗ sident des Reichsversicherungsamtes Kaufmann, die Vor⸗ sitzenden der Landesversicherungsanstalten Freundlich (Berlin), Geheimrat Bielefeld(Hansastädte) und Ge⸗ heimrat Duettmann(Oldenburg) zur Beratung der Wohlfahrtspflege in Brüssel ein. g Kitcheners Aufklärungen. London, 17. März.(WTB.—— Lord Kit⸗ che ner gab im Ober ha us eine d ab, in der er sagte: Die jüngsten Berichte über die Kämpfe in Frankreich gaben uns Gel zu würdigen, wie erfolgreich unsere Truppen die Offensive aufnahmen. Die Deutschen wurden trotz ihrer sorg⸗ fältig vorbereiteten und stark befestigten Stellungen eine betrücht⸗ liche Strecke zurückgetrieben. Die Dörfer Neuve Chapelle und Lepinette wurden von unserer Armee besetzt und behauptet. An diesen Gefechten nahmen indische Truppen hervorragenden Anteil. Kitchener fuhr fort: Seitdem ich zuletzt in diesem Hause gesprochen habe, sind beträchtliche Verstärkungen nach Frank- reich 1 worden, darunter eine kanadische Division, die North Midland⸗Diwision und die zweite Londoner Divifion, sowie verschiedene andere Einheiten. Dies sind die ersten vollzähligen Einheiten der Territorialtruppen, die nach Frankreich gingen. Die Gesundheit der Truppen ist ausgezeichnet. Die Franzosen machten, ausgenontmen bei Soissons, an verschiedenen Punkten der Kampf⸗ linie Fortschritte, besonders in der Champagne. Auf dem östlichen Kriegsschauplatz mißglückten die heftigen deutschen An⸗ griffe auf Warscha u. Die deutschen Verstärkungen, welche die russischen Stellungen in Ostpreußen angriffen, wurden zum Stehen gebracht, oder sind im Begriffe zurückgetrieben zu werden. Nach einer kurzen Besprechung der Kriegslage im nahen Osten, kam Lord Kitchener auf die unbefriedigenden Zustände in denenglischen Fabriken, die Kriegsbedarf erzeugen, zu sprechen. sagte: Während die Arbeiter im allgemeinen loyal arbeiten, gab es bedauerlicherweise auch Fälle, in denen das Fernbleiben von der Arbeit, unregelmäßige Arbeitsstunden und Nachlässigkeit die Produktion der Fabriken merklich verminderten. Das ist in einigen Fällen den Verlockungen des Alkohols, in an⸗ deren Fällen den beschränkenden Maßnahmen der Gewerkschaften 1 Ich kann nicht nachdrücklich gewug darauf hinweisen, daß der Erfolg unserer Operationen in den verschiedenen Teilen der Welt ernstlich beeinträchtigt und verzögert wird, wenn nicht die ganze Nation mit uns und für uns arbeitet, nicht nur dadurch. daß sie die nötigen Menschen für den Heeresdienst liefert, sondern auch dadurch, daß sie uns mit den nötigen Waffen, der Munition und den Ausrüstungsgegenständen versorgt.. London, 17. März.(WT Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Lord Kitchener hat Lord Southwark ermächtigt, mitzuteilen, daß seit Beginn des Krieges die Produktion von Munition sich um das Dreifache vergrößert habe, trotzdem hoffe er, daß eine große weitere Produktionssteigerung ermöglicht werde. Die in England festgehaltenen Deutschen. London, 17. März.(WTB. Nichtamtlich.) Im Unter⸗ hause sagte der Parlamentsuntersekretär Tennant auf eine Anfrage über die beiden Deutschen, Grafen Egon und Albrecht v. Bassewitz, daß ersterer als Kriegsgefangener in Holyport interniert sei. Letzterer sei im September verhaftet, aber als man fand, daß er nach einmonatigem Dienst in der deutschen Armee für untauglich erklärt worden sei, am 17. Oktober gegen Bürgschaft entlassen worden. Parlaments- untersekretär Primrose gab die Zahl der heimbeförderten Deutschen wie folgt an: Unter 17 Jahren 262, über 55 Jahr. 250, zwischen 17 und 55 Jahren 283; die Zahl der beim beförderten Oesterreicher und Ungarn unter 18 Jahren be⸗ trage 92, über 50 Jahren 154, zwischen 18 und 50 Jahren 396. Asquith beantragte die Vertagung des Hauses bis zum 14. April, was nach längerer Debatte über die Waliser f 25 Meilen nordnord⸗ Kirchenbill angenommen wurde. ärung über den Krieg 2 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 1. März.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird vperlautbart: 17. März mittags. In Russisch⸗Polen und Westgalizien wurden auch gestern vereinzelte An⸗ griffe des Feindes abgewiesen. An der Karpathenfront keine wesentlichen Ereignisse. In 3 der Gegend Wyszkow versuchten feindliche Abteilungen 3 durch wiederholte Vorstöße während der Nacht die von un⸗ 1 seren Truppen genommenen Stellungen zurückzugewinnen. . Die Angriffe scheiterten durchweg. e 5„Südlich des Dnjesti wird stellenweise gekämpft. Die Situation hat sich nicht verändert. Ein Vorstoß feindlicher Infanterie auf das südliche Pruth⸗ Ufer östlich Czerno⸗ witz wurde in unserem Feuer bald zum Scheitern gebracht. 3 9 Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: f v. Höfer, Feldmarschalleutnant. 9 Der türkische Kammerpräsident in Budapest. 1 Budapest, 17. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der tür⸗ kische Kammerpräsident Halil Bey ist gestern nachmittag hier eingetroffen. Er wurde am Bahnhof von dem türkischen Generalkonsul Achmed Hikmet Bey empfangen. Halil Bey begibt sich am Nachmittag nach Wien und von dort nach Berlin. Halil Bey empfing einen Mitarbeiter des„Az Est“. Er äußerte sich dabei über aktuelle Fragen und sagte: .„Die Belagerung der Dardanellen läßt uns in Kon⸗ ssiantinopel und die Türkei kalt, Wenn die feindliche Flotte nach 25 tägiger harter Belagerung nicht den geringsten Erfolg erreichte, so ist dies ein genügender Beweis, daß die oberste Leitung und die Verteidigung ausgezeichnet sind und die Belagerung endgültig er⸗ folglos bleiben wird Ueber die Landkämpfe des türkischen 3 sagte Halil Bey: Die Armeen stehen jetzt etwa um Sary⸗ amisch. Die Kaukasuskämpfe haben viel an Intensität verloren, weil dauernder S chneefall die Bewegungen hinderte 5 und unser weiteres Vordringen unmöglich macht. Ueber die deut⸗ schen Offiziere befragt, sagte Halil Bey: Die Deutschen arbeiten ausgezeichnet Wir bewundern ihr reiches Wissen und ihre große Gewissenhaftigkeit. Ferner äußerte er sich: Für eine Brotmenge von ¾ Kilogramm zahlen wir 30 Centimes. Das gesellschaftliche 29 Leben ist unverändert. Ich bin der felsenfesten Ueberzeugung, daß wir schließlich siegen. Halil drückte schließlich den Verbündeten fseinen Dank für die Unterstützung des Roten Halbmondes aus. 0 Die Verteidigung der Dardanellen. 3 Konstantinopel, 17. März.(WTB. Nichtamtlich.) Das Große Hauptquartier teilt unterm 16. mit: Heute wurde nichts gegen die Meerengen unternommen. Den Eingang bewachten einige feindliche Schiffe. 5 - Paris, 17. März.(WDB Nichtamtlich.)„Echo de Paris“ meldet aus Athen: Ein englischer Minensucher stieß auf eine Mine, die er auffischen wollte. Die Mine explodierte, das Schiff sank. Mehrere Mann der Besatzung wurden getötet, die anderen ertranken. Die türkischen Kanonen zerstörten die N 25 5 einer Kanone des„ Amethyst“. Die Schiffswandung 5 wu an der Wasserlinie von fünf Granaten durchschlagen. VBorpostengefechte im Kaukasus. 8 Petersburg, 17. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der Generalstab der Kaukasusarmee meldet: Am 14. März fan⸗ den an der Front vereinzelte Vorposten gefechte statt. Unsere Truppen übten auf die türtische Linie einen erfolgreichen Druck aus. 3 Die griechisch⸗türkischen Beziehungen. Berlin, 17. März.(Priv.⸗Tel.) Das„Berl. Tagebl.“ mel⸗ Konstanti: Der Rücktritt Veni i i 1 iechisch⸗türkischen Beziehungen wohltuend bem—— n en e 8 kekische Gesandte in Athen Galib Kemali⸗ Bey hatte gestern 3 Kunde von ihrer Freilassung mit dem Rufe:„Es lebe der Sultan!“ 1 Italiens Haltung. 5—. 5 17. 2 57 r graph“ meldet aus ew York: Die italieni erung wandte sich hier an führende Banken in der Absicht, 25 Millionen Dollars italienischer Schatzscheine zu emittieren. Die amerikanischen Banken willigten ein, die Schatzscheine im öffent⸗ 5 Verkaufe anzubieten, wosern Italien bis nach der Emission der Anleihe die Neutralität bewahre. 5 Aus Indien. Kalkutta, 15. März.(WTB. Nichtamtlich.) Da die unruhige Stimmung unter der bengalischen Studentenschaft im Zunehmen begriffen ist, wurde unter der Leitung von Surendranath jee, einem Mit⸗ glied des vizeköniglichen bengalischen Rates, eine Bewegung gegen die Unruhen eingeleitet. Am Freitag fand eine große 2 r statt, ff... auf⸗ forderte, ni durch anarchisti ungen die künftige freie Stellung Indiens im Reiche zu 2 Kabinettswechsel in Persien. Teheran, 17. März.(WTB. Nichtamtlich.) Das Ka⸗ binett ist zurückgetreten und ein neues unter Muschir ed 9 Dauleh, der das Ministerium des Krieges übernimmt, ge⸗ bildet worden. Zum Minister des Aeußern wurde Muawin ed Dauleh ernannt. Das Kabinett stellte sich am 15. März dem Parlament vor. Die Neutralität Dänemarks. Kopenhagen, 17. März.(WTB. Nichtamtl) Im Folke⸗ thing“ richtete bei der dritten Lesung des Budgets der konser⸗ vatipe Abgeordnete Wulff anläßlich verschiedener Auslassungen radikaler Politiker an die Regierung eine Anfrage, i er er⸗ klärte, er glaube nicht, daß die Regierung eine Erklärung abgebe, die geeignet sei, die Gemüter zu beruhigen und auch für das Aus land von Wichtigkeit sein würde. 8 Der Minister der Landes verteidigung erklärte namens der gesamten Regierung, die dänische Regierung und der Reichstag befänden sich in voller Einigkeit darüber, daß die Politik Dänemarks auf unbedingte unparteiische Neutrali⸗ tät gerichtet sein müsse. Die Regierung sei keinen Augenblick im Zweifel, daß alle Parteien des Landes eine unerschütterliche Neu⸗ tralitätspolitik wünschten und verlangten, um den Frieden zwischen Danemark und allen anderen Staaten zu erhalten. Ausnahmsweise in anderer Richtung gefallene Auslassungen würden in allen Par⸗ teien mißbilligt. Während des gegenwärtigen Krieges sei es not⸗ wendig, daß Dänemark seine militärischen Mittel derart bereithalte, 75 daß es gegebenenfalls seine Rechte wahrnehmen und seine Pflichten krfüllen könne, die ihm als neutralem Staat oblägen. Von diesem Sesichts punkte aus seien die verschiedenen militärischen Maßnahmen getroffen worden. Wäre die Regierung nicht von diesem Gesichts⸗ punkte ausgegangen, so hätte sie nicht ber Bevölkerung eine so roße Bürde und dem Staate so große Aufgaben auferlegt. Die ischauungen über die militärischen Fragen seien ja sehr ver⸗ schieden, aber man handle klug und zum Nutzen des Vaterlandes, wenn man sich während des Krieges zur Erfüllung der größten aller Aufgaben sammle, nämlich Dänemark frei und schadlos durch den Krieg zu führen, und die friedlichen, guten Beziehungen zu „Daily Tele⸗ ä fanden bei dem gesamten Reichstag Unterstützung. Die Regierung setzt ihre ei 3 daß ihr die Unterstützung auch zukünftig zuteil werde. udget wurde darauf mit 80 Stimmen einstimmig angenommen. Holländisches Ausfuhrverbot. Amsterdam, 17. März.(WTB. Nichtamtlich.) Wie die Blätter melden, ist ab heute die Schweinefleisch⸗ ausfuhr aller Art verboten worden. Ein neuer ameritanischer Dreadnought. Newport News, 17. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der amerikanische Dreadnought„Pennsylvania“ ist heute vom Stapel gelassen worden. Der Marinesekretär Daniels hielt die Festrede. Der Kñapitän des deut⸗ schen Hilfskreuzers„Prinz Eitel Friedrich“ wohnte der Feier in großer Uniform bei. Hindenburg über die Wiederbesiedelung Ostpreußens. Berlin, 18. März. Der Oberpräsident von Ost⸗ preußen, Herr von Batopcki⸗Bledau, erschien gestern nachmittag in der Neuen Philharmonie in Berlin ber seinen ge⸗ flüchteten Landsleuten und sagte, er habe mit Hindenburg gesprochen, ob und wieweit die Heimkehr bereits ratsam sei. Hindenburg habe ihm gesagt, so meldet der„Berl. Lokalanzeiger“, daß die Grenzkreise vorläufig noch nicht freigegeben werden sollen. So dicht hinter der Front der kämpfenden Truppen würde es sich nicht empfehlen, schon jetzt die Wiederbesiedelung zu gestatten. Auch hygienische Gründe sprüchen dagegen. Den Aufbau der Provinz werde Geld allein nicht bewerkstelligen, dazu gehöre auch Energie, Mut und Zähigkeit. Aber er kenne seine Ostpreußen. Angebliche weitere Aeußerungen Hindenburgs. Berlin, 18. März.„Daily Chronicle“ enthält der„Vossi⸗ schen Zeitung“ zufolge einen Bericht über ein Inter view Hindenburgs, in dem manche markante Aeußerungen des Marschalls glänzen. Auf die Frage, was halten Sie von der russi⸗ schen Dampfwalze? antwortete Hindenburg:„Sie hat die Straßen keineswegs verbessert, gleichviel, ob sie vorwärts oder rückwärts ging!“ Auf die Frage, sind Sie beunruhigt von dem offenen Ge⸗ heimnis des Großfürsten über die neuartige Offensive, die nicht die Gestalt einer Dampfwalze, sondern einer Kavallerieflutwelle haben soll? sagte Hindenburg kaltblütig:„Sie wird gegen ein⸗ Mauer loyalen Blutes und Fleisches, die mit Stahl besetzt ist, an⸗ und abprallen, wenn sie kommt!“ Hindenburg erklärte ferner, daß seine Armee dem amerikanischen Eisenbahngenie viel verdanke. Die Amerikaner hätten sich große Verdienste um die Entwicklung jener Waffe erworben, wodurch es ermöglicht werde, mit verhältnis⸗ mäßig schwachen Kräften die russischen Millionen immer wieder zu werfen: Dampfroß gegen Dampfwalze! Der Feldoberst be⸗ merkte, daß er neulich gelesen habe, daß ein großes Schiff mit schweren Kanonen aus Amerika nach Rußland abgegangen sei: „Auf dem Transitwege zu uns,“ bemerkte er mit trockenem Hu⸗ mor,„denn wenn sie an die Russen konsigniert sind, werden wir sie früher oder später haben.“ Jrihnet dr Kriegsaulcihe Aus Stadt und Cand. Gießen, 18. März 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Musk. Adolf Schroeder, Res-Ins.-Rgt. 224, aus Philipp⸗ stein.— Unteroff. Louis Schmidt, Res.⸗Inf.⸗Rgt. 254, aus Hörnsheim.— Landwehrm. Wilh. Lotz, Res.-Inf.-Rgt. 81, aus Oberbiel.— Lt. d. Res. stud. med. Eduard Machen hauer, Res.⸗Jäger⸗Bat. 24, aus Darmstadt.— Res. Peter Ru we, Inf.⸗Rgt. 115, aus Offenbach a. M. 8 * sit Ritter des Eisernen Kreuzes: Vizefeldw. Karl Schwalm aus Alsfeld. Res. Emil Jost aus Alten⸗ schlirf, Inf⸗Regt. 116. Amtsgerichts⸗Assistent Diehl aus Rennerod, Feldw-Leutn. und Komp.⸗Führer der Festungs⸗ Komp. 128. Uffz. Ludwig Daubach aus Geilnau, Inf.⸗ Regt. 130. Oberheizer Fritz Heinz aus Blasbach, Kr. Wetz⸗ lar, auf S. M. S.„Straßburg“. Gefr. Karl Grim m aus Fellerdilln(Dillkreis). Gefr.(Lehramtskandidat) Karl Thieme aus Wetzlar, Inf.⸗Regt 222. Musketier Wilh. Weber II. aus Biskirchen, Inf.⸗Regt. 222. Ernennung. Der Oberarzt an der Medizinischen Klinik Professor Dr. Hermann Hohlweg ist zum leitenden Arzt der Inneren Abteilung des Krankenhauses Bethesda in Duisburg a. Rh. ernannt worden. Amtliche Personal nachrichten. Die Groß- herzogin hat durch Entschließung vom 11. März ds. Js. den Philipp Stühlinger aus Wembach mit Wirkung vom 1. April an zun; Fahrer bei dem Großh. Automobilbetrieb ernannt; am 13. März ds. Js. den Bureauvorsteher bei der Provinzialdirektion Rbeinhessen und dem Kreisamt Mainz Kanzleirat Johannes Be nsel auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste, mit Wirkung vom 1. April 1915 in den Ruhe- stand versetzt.— Die Großherzogin hat serner am 13. März d. Is. den Oberlehrer an der Oberrealschule zu Gießen Prosessor Karl Völzing zum Oberlehrer an dem Real- gymnasium zu Gießen, den Oberlehrer an der Realschule zu Wimpfen Ludwig Horst zum Oberlehrer an der Realschule zu Butzbach, beide mit Wirkung vom 1. April 1915 an, ernannt; am 13. März d. J. den Oberlehrer an dem Woligang⸗Er i-Hymnasium zu Büdingen Professor Dr. Karl Kost auf sein Na ichen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, unte erleihung der Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse de Verdienstordens Philipps des Großmütigen, mit Wirkung vom“ Avril 1915 in den Ruhe- stand versetzt; dem Weichensteller Franz Breit wiesen zu Ober- Ramstadt und dem Weichensteller 1. Klasse Heinrich So indler zu Monsheim, beide in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemein⸗ schast, aus Anlaß ihrer Versetzung in den Ruhestand das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrist„Für treue Dieuste“ verliehen.— Am 11. Februar d. Js wurde der Weichensteller 1. Klasse in der Hessisch-Preußischen Cisenbahngemeinschaft Heinrich Spindler allen Mächten zu erhalten Es sei bisher gelungen, eine einheitliche 1 Neutralitätspolitit zu führen. Die Bestrebungen der Regierung zu Monsheim auf sein Nachsuchen vom 1. März 1915 an in den Ruhestand nersetzt.— Am 12. März d. J. wurde de- Reglerungs⸗ hebendsten, was wir in di r bauführer des Wasser- und Straßenbausachs Josef Rehberg Herbstein zum Regierungsbaumeister ernannt. Kreis⸗Komitee für Rotes Kreuz un Kriegshilfe. Nach Mitteilung des Kreiskomitees sind in der Zeit vom 11. Februar bis 11. März 1915 aus folgen den Gemeinden usw. die beistehenden Beträge an den Kreis⸗ kassenrechner Kauß abgeliefert und von diesem an den Lan⸗ desverein vom Roten Kreuz in Darmstadt überwiesen worden: 1. Kirche: Hausen 50 Mark; 2. Gemeinden: Langsdorf 200, Rödgen(Kriegerverein) 30, Trais⸗ Horloff 100, Utphe 155 Mark. Der Gesamtbetrag der vorstehend aufgeführten Gaben beläuft sich auf 535 Mark. 1 Unter Einrechnung der bisher bereits abgelieferten Gelder ist hiernach bis jetzt aus den Landgemeinden des 1 Kreises chießen der Betrag von 42 037,61 Mark an den Landesverein in Darmstadt abgeführt worden.— Weiter sind seit dem 11. Februar 1915 abgeliefert worden: an die Großh. Bürgermeisterei Gießen für die Sanitätshunde aus der Ge⸗ meinde Großen-Linden 4 Mark, an das Zentral⸗Depot für Liebesgaben in Berlin W. 50 zur Bekämpfung der Ungezie⸗ ferplage im deutschen Heere: aus der Gemeinde Großen⸗Lin⸗ den(durch die 2. Schulklasse) 16 Mark, an die Mitteldeutsche Creditbank, Filiale Gießen, auf das Konto des Kreiskomitees: aus den Gemeinden: Gießen 100, Eberstadt 350, Hat⸗ ten rod 15,66, Grünberg 80 Mk., insgesamt 545,66 Mk. Rotes Kreuz. Von dem Etappendelegierten wurde dem hiesigen Zweigverein vom Roten Kreuz mitgeteilt, daß folgende Liebesgaben dringend erwünscht sind: Hosenträger, Negenmäntel, Lodenmäntel, Eisenpräparate für Blutarme, Ferngläser, Haferkakao, wasserdichte Zeltbahnen, 1,50 bis 2 Meter große Leibbinden, soweit sie vorhanden sind, Finger⸗ handschuhe, Pulswärmer, Kniewärmer, Kopfschützer und be⸗ sonders Nahrungsmittel und Rotwein. Zur Ueberweisung obiger Gegenstände an die Abnahmestelle werden Gaben in der Geschäftsstelle Alte Klinik entgegengenommen. f. ** Nationalstiftung für die Hinterbliebenen Gefallener. Auf Anregen des Reichskomitees der Na⸗ tionalstiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen ist zur Durchführung der Sammlungen im Großherzogtum Hessen unter dem Protektorat Ihrer König⸗ lichen Hoheit der Großherzogin ein Landeskomitee zusammen⸗ getreten, das den in der heutigen Nummer an anderer Stelle ab⸗ 9 Aufruf erlassen hat. Die Nationalstiftung soll ein ank der Nation an unser Heer und unsere Marine sein, die zur Rettung des Vaterlandes Blut und Leben einsetzen in dem Ver⸗ trauen, daß das Reich und das Volk für die Witwen und Waisen der Gefallenen in solcher Weise sorgen werden, daß Not und Ent⸗ behrung nie an ihre Türe pochen können. Die Nationalstiftung soll eine Ergänzung der staatlichen Fürforge und der Ausdruck des Dankes unseres Volks für die tapferen Taten von Heer und Marine sein. Diese Dankesschuld liegt nicht nur beim Reiche, 8 obliegt der 1 7 7 5. 5 Heer, s gegen eine t von Feinden zu kämpfen hat, es ge⸗ lingt, den Feind vom heimatlichen Boden fern zu halten und die Schrecken des Krieges mit in Feindes Länder zu tragen, vollbringt eine Aufgabe, die von so hehrer Größe ist, hält vom! N Volk solch unsagbare Leiden und Schrecken fern und rettet derart große Schätze an Kultur⸗, Kunst⸗ und Vermögenswerten, daß die 5 Dankespflicht gegen die Tapferen zu einer ganz gewaltigen schon angewachsen ist und täglich noch weiter wächst. Erfülle jeder diese Dankespflicht und spende nach Kräften! Die Geschäftsstelle des“ Gießener Anzeigers nimmt Spenden entgegen und hat eine Einzeichnungsliste aufgelegt. Eine Spende von Uebersee. Zu dem Er⸗ daß die Beutsch lane sich des Pac ie Deutschen im Auslande sich ihres 5 tums von neuem sehr stark bewußt e Cie haben es schwer da draußen. Teils haben. sie keine Nachrichten, teils, was fast noch schlimmer ist, nur die gefälschten, die die feind? liche Lü se verbreitet, von deutschen Niederlagen, von Zusammenbruch Deutschlands, von deutschen f Greueltaten usw. Dazu fast überall mehr oder minder leiden⸗ schaftliche Parteinahme der„Neutralen“ für unsere Feinde, unverhülltes Uebelwollen gegen Deutschland. Unsere Lands⸗ leute lassen sich aber durch das alles nicht irre machen in dem unerschütterlichen Zutrauen zu ihrem Volk, in der festen Zu⸗ versicht zu seinem endlichen Siege. Unter allen ee halten sie dem alten Vaterland die Treue und beweisen mit der Tat. Unermüdlich sind sie bemüht, die Neutralen mit Wort und Schrift über die wahre Sachlage aufzuklären, und reichlich steuern sie auch Seldodte U. a. hat eine . in Amerika verheiratete e 1. sich wohl noch mancher erinnert, Frau Hermine Hering in Montelair N. J., Tochter des dahier verstorbenen Professors der Pharmakologie, Buchheim, und Schwester unserer un⸗ vergeßlichen Frau Dr. Haupt, neuerdings aus von ihr er⸗ spartem Geld an Pfarrer Schlosser, der sie konfirmiert hat, einen Betrag von 500 Mark gesandt. Sie hat ihn in Erinne daran, daß ihre drei(Prof. Dr. Bern⸗ hard Buchheim und Dr. med. Edmund B.— beide verstorben — und Otto B., Apotheker in Chemnitz) im Regiment Nr. 116 gedient, die beiden ältesten darin auch den Feldzug von 1870/1 mitgemacht haben, zum Besten Hinterbliebe⸗ ner von im Feld gefallenen e e dieses bestimmt. Auf Ersuchen von Pfarrer Schlosser hat der evang. — die 8 3 Ge ach übernom⸗ men mit der Bestimmu es zur Ermögli geeig⸗ neter VBerufsan3 bil bun 9 von Gefallenen Ve N anderen Fällen rte innung, die uns in der heit bestärkt, daß es dennoch nach diesem Krieg und di ieg zur vollen Wahrheit werden solle: 0 0 zuteilung hat ergeben, daß in unserer Stadt, abgesehen vom Gefan lager, für 32 000 Menschen täglich Bro afft werden und daß hierzu pro Woche 128 000 Pfund ** Die Kartoffelaufnahme ist, was die Arbeit der einzelnen Zähler anlangt, beendet. Auf der Bürger⸗ meisterei wird augenblicklich das tergebnis N a das am Sams tag zu erwarten sein Die Wahrnehmun⸗ gen, die die Zähler bei ihrer Arbeit gemacht haben, stimmen im wesentlichen darin überein, daß die be sersituierte Bevölkerung verhältnismäßig wenig Kar⸗ toffeln im Keller hat. In einer einzigen Straße fanden sich u. a. 18 Familien, die überhaupt über keine Vorräte verfügten, sondern erklärten, auf den städtischen Kartoffel- verkauf angewiesen zu sein. Ausreichende Vorräte sind aber in den Kreisen der Handwerker und mittl Bürger vorhanden. In zahlreichen Fällen i pro Kopf der Familie Vorrat von Keller. Von einem Falle wird auch b reicher landes.— Ich erinnerte mich an manche ähnliche Veranstaltung in en räte des Zählens infolge„Irrtums“ Besitzers von 3 tnern auf 4 Malter anwuchsen. e ee eee bens egen ge 1„politi oder irtschaftlichen Charakters im Gießener Anzeiger bedarf es der vorherigen Genehmigung des Großherzoglichen Kreis- amtes Gießen. Es empfiehlt sich deshalb dringend, vor ittelung der Anzeigentexte an den Gießener Anzeiger hriftliche Erlaubnis zu erwirken. Nur nach deren Vor⸗ lage ist es angängig, derartige Ankündigungen im Anzeigen⸗ teil, oder entsprechende Hinweise im Textteil des Gießener Anzeigers aufzunehmen. a Stadttheater. Zum Gastspiel der Franksurter Künstler am kommenden Freitag sei noch bemerkt, daß die zur Aufführung gelangenden Werke(„Abendsonne“ von Ludwig Fulda,„Aus— * von Felix Salten und„Der Unverschämte“ von Raoul mer) in Frankfurt a. M. im Schauspielhause s. Z. starken Erfolg erzielt haben.— Schon heute sei auf die Vorstellung des kommenden Dienstags hingewiesen, die besonderen Charakter tragen wird, da sie als Gesamtbenesiz für das darstellende Versonal des Stadttheaters, das durch die geminderten Bezüge ja starte finanzielle Einbuße gehabt hat, stattfindet. * Deutsche Kunst in Feindesland. Ein 116er — uns: von der Front zurückkehrt, wo Tod und Ver⸗ wütet und in die friedliche Zone einer Etappenstation wie St. Qu., dem ist, als habe er geträumt, als seien die bangen Stun⸗ den im Gefecht und im Schützengraben nur ein Phantasiegebilde. 0 Der Gegensatz ist aber auch zu groß. Süßer Friede überall; ja sogar die deutsche Kunst hat ihren Einzug gehalten in der alten, ehrwürdigen Kathedrale. Es war mir vergönnt, dort ein Kon⸗ ert mitanzuhören, das mir zeitlebens in Erinnerung bleiben wird. Vein Eintritt gibt uns ein deutscher Krieger ein Programm, auf dem wir lesen: Konzert(das 26. der seit November veranstalteten) St. Qu. in der Zeit des großen Krieges. Sonnabend den 13. März 1915, nachmittags 5 Uhr, in der Kalhedrale. Mitwirkende sind: der Deulsche Kriegsmännerchor Laonz er besteht fast durchweg aus Sanitätern und Krankenpflegern. Frau Dr. Agnes Braunfels(Alt), Oberstleutnant Brauns Violoncello und der bekannte Meininger Hoflapellmeister Professor Dr. JFritz Stein(Orgel⸗ und Chorleitung). Die Kirche ist bis auf den letzten Platz gefüllt mit deutschen Soldaten, Krankenschwestern und — französischen Zwilisten, die der edlen Kunst der deutschen Bar⸗ baren in stiller Andacht lauschen. Der Männerchor brachte ton⸗ rein und gefühlvoll einige Lieder zu Gehör: L. v. Beethovens Gottes Macht und Vorsehung, Webers am Grabe eines Gefallenen und Schlachtgebet. erhebend wirkte das Silchersche Lied: gefallenen Sänger. Die Gedanken an manchen lieben dem dieses Lied gelten konnte, tauchten auf; und in dem Auge manches sturm- und kampferprobten Kriegers perlte eine iche Trüne. Den Höhepunkt des Konzerts bildeten Mendels⸗ in As⸗Dur und Liszts„Tu es Petrus“ aus dem Ora⸗ ö torium„Chri für Orgel. Allein zeigte dann die Sängerin eine in allen gut ausgebildete Stimme in der Alt⸗Arie aus dem Oratorium S on:„Erhör mein Fleh'n, allmächt'ger Gott“, im Ave verum corpus von Mozart und Ave Maria von Bach⸗Gou⸗ nod. Als Violincello-Solo hörte man die Sarabande von Haendel und das Andante von Chr. W. Gluck. Den Schluß bildete ein ge⸗ — 2 1 Ach bleib mit deiner Gnade. Beim Ausgang fand eine nlung statt für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefalle⸗ nen Ein jeder gab dankbar sein Scherflein. Um vieles innerlich ging jeder wieder zu seiner Arbeit im Dienste des Vater⸗ in der Stadtkirche. 8 n Gedanken und Empfindungen lauscht man in Feindesland den Klängen. Das Geheimnis unserer Erfolge und das urdeutsche, innige religidßse Gemüt. Aus ihm ellen Kräfte, die unüberwindlich sind.“ Gießen, z. B. die Liturgischen welch anderen die Engländer verwundet worden waren. 9 er 0 Mann) ein, die erst vor wenigen Tagen in den ämpfen Bei ansport befanden sich auch einige verwundete m Engische Sesdaten. ** ae Jeder Landbriefträger führt auf seinem Bestellgang ein Annahmebuch mit sich, welches zur Eintragung der von ihm angenommenen Tele- me, Wert- und Einschreibsendungen, Postanweisungen, arten, gewöhnli Pakete, Nachnn sendungen und sowie der zur Franki der Sen⸗ dungen, zur Bestellung der Zeitungen und zur Beschaffung von Wertzeichen ihm übergebenen Beträge dient. Ein gleiches A führt jeder Inhaber einer Posthilfsstelle für die bei dieser niedergelegten Wertsendungen usw. Es ist weckdienlich, daß die Aufgeber die Eintragung der Sen⸗ ngen usw. in die bezeichneten Annahmebücher eigenhändig bes oder sich wenigstens von der Buchung durch den Landbrief oder den Posthilfstelleninhaber überzeugen. Da di Bestimmungen noch immer nicht e be⸗ kannt sind, werden sie erneut zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Gold. Von den Postanstalten des Ober-Postdirek⸗ irks Darmstadt sind in der Zeit vom 18. Januar bis 13. Februar, also innerhalb eines Monats, über 2% Millionen Mark Gold an die Reichsbankab— geliefert worden. Kreis Alsfeld. O Merlau, 16. März. Heute hielt im hiesigen Konfir⸗ mandensaal vor Frauen und Mädchen von Merlau und Mücke die Vorsitzende des Alsfelder Alice-Jrauenvereins, Frau Charlotte Reuscher, einen lehrreichen und fesselnden Vortrag über Ent stehung und Arbeit des Roten Kreuzes und der hessischen Alice- uenvereine. Der Erfolg war die Gründung eines Alice— Frauenvereins mit 32 Mitgliedern und 72 Mark Jahres- beiträgen. Es ist zu hoffen, daß sich dem Verem noch manche Frauen und Mädchen, die am Besuch des Vortrags gehindert waren, anschließen werden. gerung aus den benachbarten 1 2 reise für das 8 Mk. Im Wald„Eisenmannsberg“ ten jen erst 4 Rm. Buchenscheit 19 Mk., 4 Rm. Buchenprügel 15—16 Mk., 4 Rm. Eichenknüppel 8—9 Mk., 4 Rm. Buchenstöcke 8 Mk. und 12 Rm. Kreis Schotten. 5 5 Unter ⸗Seibertenrod, 17. März. Ein schönes Bei⸗ wiel valerländischer Gesinnung hat unsere kleine Gemeinde, die ca. 350 Seelen zählt, bei der Zeichnung der Kriegsanleihe gegeben. Sie hat einen Betrag von 40000 Mark gezeichnet, 3000 Mark bar und 32 000 Mark in Sparguthaben. Kreis Friedberg. e. Bad- Nauheim, 17. März. Ter seit 8 Jahren bier an⸗ 52 Stationsbeamte G. wurde zu Anfang des Krieges in de isenbahndienst der belgischen Bahnen übernommen. Jehßt ist der Mann seit etwa 10 Tagen verschwanden und mit ihm seine Frau. Wie sich inzwischen herausstellte, hat sich G. erheblicher Unter- schlagungen schuldig gemacht, auch in Belgien soll er sich an amt lichen Geldern vergriffen haben. Hin terlassenen Vriesen zufolge hat f 3 zuletzt 17 7 mit seiner Frau getrossen. Seitdem jede Spur 5 Starkenburg und Rheinhessen. Darmstadt, 17. März. Die nächste Wiederholung der ebergall„Datter ich“, die betanntlich vor dt theater mit außergewöhnlichem Erfolge . 7 erlenmai aufgeführt wurde, findet aut Dienstag, den 23. da., abends 7 Uhr, bei kleinen Preisen statt. Aus dem Kreise Offenbach, 17. März. Nach einer Bekanntmachung des Kreisamts sollen nun mit Wirkung vom 29. März auch für die Landgemeinden Brotkarten aus⸗ gegeben werden. Hessen⸗Nassau. [ Marburg, 16. März. In einer gestern abend abge⸗ haltenen Stadtverordnetensitzung wurde der städtische Voranschlag unter Zugrundelegung des vorjährigen Etats ge— nehmigt. Die Steuern, welche 182 Prozent der staatlich ver- anschlagten Real- und 160 Prozent der Einkommensteuer betragen, sollen trotz der Mehrausgaben nicht erhöht werden. Ein An- trag, die städtischen Werke unter eigener Buchführung als selbst— ständige Unternehmungen nach kaufmännischen Grundsätzen weiter- zuführen, fand Ablehnung. Dem Antrag, das Obergeschoß des alten Rathauses unter Berücksichtigung der historischen Eigenart im Innern mit einem Kostenaufwand von 23000 Mk. umzubauen, wurde zugestimmt.— Am Sonntag tagte im Freidhofschen Saale hier die 35. Vertreter-Versammlung des Kreis-Krieger- verbandes Marburg. An Stelle des Verbandsvorsitzenden Geh. Rat Profs. Dr. Schenk, der ebenso wie sast 1200 Mitglieder der Verbandsvereine am Kriege teilnimmt, leitete Herr R. Becker don hier die Verhandlungen. Von den 60 Verbandsvereinen waren 48 vertreten. Man besprach die verschiedenen Verbandsangelegen- heiten und beschloß schließlich, aus der Verbandskasse 2000 Mk. für die Kriegsanleihe zu zeichnen.. b. Biedenkopf, 17. März. Auch für unsere Stadt ist eine Jungamannschaft unter Führung von Obersörster Desert organisiert worden. Die Kreisjugendwehr ist in 14 Bezirke ein- geteilt und hat bis ins kleinste Dörschen Anklang gefunden. e. Frankfurt a. M., 17. März. Eine vorzügliche Ein⸗ richtung, alle Kräfte für die Kriegsanleihe mobil zu machen, trafen die hiesigen Schulen. Die Schulen selbst zeichnen die Anleihen, die Mittel hierfür bringen die Schü- ler auf und zwar dergestalt, daß jeder Schüler sich mit 10 Mark beteiligen kann, also daß zehn Schüler Besitzer bezw. Zeichner von 100 Mk. Anleihe sind. Der Zu⸗ drang der Jungen und Mädchen, die alle ihre Sparkassen⸗ gelder„plündern“, zu den„Schulanleihen“ ist ganz bedeutend. Bereits 1 für viele tausend Mark gezeichnet. Nach Abgang von der Schule wird die Einlage zuzüglich 5 Proz. Zinsen den jungen Zeichnern ausbezahlt. O Sichertshausen, 18. März. Den Heldenkod starb am 21. Februar in Rußland der Rekrut Johann Hoß. h Mühlen, 17. März. Von hier wird der„Wiesb. Ztg.“ semeldet, daß sich in den Wäldern des Mühlbaches ein unbekanntes Tier von wolfsähnlichem Aussehen umhertreibt. Aus einem Gänsestalle seien von dem Tiere schon Gänse geraubt worden. Allen Schilderungen von Augenzeugen zusolge, kommt ein Wolf in Betracht.— Die Wölse in Deutschland pflegen sich meistens als wildernde Hunde herauszustellen. X. Kassel, 17. März. Laut Beschluß des Landesausschusses wird sich der Bezirksverband des Regierungsbezirks Kassel' mit 5½ Millionen Mark an der Kriegsanleihe beteiligen.— Die für das Etatsjahr 1915 zur Erhebung kommende Bezirkssteuer des Bezirksverbandes Kassel wird wiederum 10 Proz. betragen. Geschichten vom Grafen Witte. „Finanzminister, die an der Börse spielen, sind Spitzbuben.“ Aus diesen Worten des Grafen Witte spricht seine Ehrlichkeit, die von seinen vielleicht nicht ganz so ehrlichen und neidischen Kollegen — und er hatte am Petersburger Hofe wahrlich Neider genug!— vielleicht angezweifelt wurde. Wahrhaft sagenhaft sollten die Reich⸗ tümer sein, die der frühere russische Finanzminister zusammen⸗ getragen hatte. In Wirklichkeit besaß er ein bescheidenes, zwei⸗ stöckiges Haus am Kamanoe-⸗Ostrowprospekt und ein kleines Gut in Sotschi im Süden Rußlands. Im Laufe seiner ganzen Dienst⸗ zeit schenkte ihm der Zar ungefähr eine Million Mark. Da Witte, der als Finanzminister ein Gehalt von 36 000 Mark bezog, einen ausgedehnten gesellschaftlichen Verkehr pflegte, mußte er dieses Kapital bald angreifen. Als der Graf nach Portsmouth entsandt wurde, um mit Japan Frieden zu schließen, erzählten seine Feinde, das Geschäft habe ihm viele Millionen von Rubeln eingetragen. Tatsächlich erhielt er für die Reise 30 000 Mark, und erst auf sein besonderes Ersuchen wurden ihm später noch 8000 Mark nach⸗ gezahlt. Und als ihm Vertreter der Kaufmannschaft eine größere Summe als Zeichen der Dankbarkeit für seine beim Friedensschlusse bewiesene Geschicklichkeit schenkten, legte er dieses Geschenk auf die Bank und benutzte die Zinsen zu wohltätigen Zwecken. So hatte er in der Nähe seines Hauses einen Mittagstisch eingerichtet, an dem täglich 250 arme Petersburger gespeist wurden. Graf Witte hat selbst einmal gemeint, er hätte es zum Millionär bringen können, wenn er nicht Minister geworden wäre. Denn dank seiner Kenntnisse im Finanzwesen würde er sicherlich an die Spitze eines großen Unternehmens gekommen sein. Wittes Achtung vor der deutschen Arbeit ist ebenso bekannt, wie seine Vorliebe für das französische Geistesleben, Er konnte sich fließend deutsch unterhalten und sprach französisch schneller als mancher Franzose. Dagegen hatte er für England wenig übrig, und es ist bezeichnend, daß Rußlands Vertreter in tsmouth nicht einen Brocken Englisch verstand. Wenn englische Berichterstatter ihn ausfragen wollten, was ja sehr oft vorkam, dann mußten sie mit ihm französisch oder deutsch sprechen. Dem bahnbrechenden deutschen Volkswirtschaftler Friedrich List hat er vor über 26 Jahren eine literarische Studie ewidmet. Er sah in ihm den theoretischen Vorläufer Bismarcks. ie er über diesen deutschen Staatsmann dachte, geht aus der Vorrede seiner„Prinzipien der Eiseubahntarife für Güterbeförde⸗ rung“ hervor, die er im Jahre 1883 als Beamter des nussischen Eisenbahnministeriums veröffentlichte und die längst vergriffen sind. In ihr spricht er von der Kritik, die damals an Bismarck häufig geübt wurde, und er fährt fort:„Aber diese Kritik, die manchmal sogar von berühmten Gelehrten und Staatsmännern A wird, ist wie das Gesurre von Fliegen am Niagarafall. ie Menschheit glaubt mehr an erfolgreiche Taten als an Meinun⸗ gen. Fürst Bismarck, der so viel geleistet und solchen Erfolg hatte, steht über aller Kritik der heutigen Generation... Er hat das faktische Recht erworben, die Nation, die er zur Größe empor⸗ gehoben, sogar mit für die Deutschen verdeckten Karten, weiterhin zu leiten.“ Von der Reichsbank. Berlin, 17. März.(WTB. Nichtamtlich.) Bei der Reichs⸗ bank hat sich der Goldbestand um rund 23 Millionen Mark auf 2316 Millionen Mark erhöht. Der Bestand an Darlehnskassen⸗ scheinen ist um 19 Millionen auf 176 Millionen zurückgegangen. von denen 13 Millionen in den Verkehr übergingen, und sechs Millionen zurückgegeben wurden, weil bei diesen eine Vermin⸗ der au henen Darlehen um diesen Vetrag eintrat. Im Ver sind jetzt 583 Millionen Darlehnskassenscheine. In der beträchtlichen Zunahme der freuden der kommen die Vorberei- Apriltermin, zum Teil auch schon für die Kriegsanleihe. Ter Umlauf der kleinen Noten ist um 4 Mil⸗ lionen ge die Vorwoche zurückgegangen. Das Deckungsverhält⸗ nis der Noten, wie überhaupt der Verbindlichkeiten, hat sich nur wenig gegen die Vorwoche verändert. Letzte Nachrichten. An der belgischen Küste. i. Köln, 18. März. Die„Köln. Ztg.“ berichtet von der holländischen Grenze: Wie aus Paris gemeldet wird, beschießen die Deutschen Nieuport heftig aus 35⸗Zentimeter⸗Ge⸗ schützen. Die Belgier nützen den sinkenden Wasserstand aus, um mit stürmender Hand zwei wichtige deutsche Stellungen in der Nähe der* zu nehmen. Nach Meldungen aus Sluis entfalten in den letzten Tagen die englischen Flieger an der belgischen Küste eine außerordentlich rege Tätigkeit. Zur Haltung Italiens. i. Köln, 18. März. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der hol⸗ ländischen Grenze: Laut einem Berichte des„New Mork He⸗ rald“ aus Rom sind für den Fall, daß Italien in den Krieg verwickelt werden sollte, von der italienischen Regierung Anord⸗ nungen getroffen worden, daß der Verkehr des Hl. Stuhls mit den Bischöfen der gesamten katholischen Welt sichergestelllt ist. Den diplomatischen Vertretern beim päpstlichen Stuhl wird freies Geleit für die Rückkehr in die Heimat garantiert. i. Köln, 18. März. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Stock⸗ holm:„Svenska Dagbladet“ sagt über die Haltung Italiens: Dadurch, daß auch die Dreiverbandsmächte Italien alle möglichen Anerbietungen machen, hat es den Vorteil einer Auk⸗ tion um seine Neutralität oder seinen Beistand. Auf diese Weise kann es seine Preise immer höher steigern, aber in Ruhe abwarten, bis seine Zeit gekommen ist. Luftkämpfe im russischen Feftungsgebiet. Vonder russischen Grenze, 17. März. Wie die Mos⸗ kauer Blätter berichten, dauern die Luftkämpfe zwischen deutschen und russischen Fliegern über den Festungsgebieten von Grodno und Kowno fortgesetzt an. Täglich erscheinen deutsche Flieger über dem Festungsgebiet der beiden Orte und werfen Bomben und Brandgranaten ab. In Ossowiec sind bei einem der letzten Bom⸗ benabwürfe 14 Personen getötet worden und eine Anzahl verletzt. Auch eine Anzahl von Häusern ist erheblich beschädigt worden. Vor einigen Tagen kam es in der Nähe von Ossowiee zu einem aufregenden Luftkampf zwischen einem deutschen und einem russi⸗ schen Flieger. Beide beschossen sich äußerst heftig, bis angeblich der deutsche Flieger beschädigt die deutschen Linien aufsuchen mußte. Die russische Heeresverwaltung beginnt jetzt auch die neu konstruierten Luftschiffe auf diesem Kriegs⸗ 2 schauplatze, besonders im Festungskampf, zu benutzen. So hat ver⸗ schiedentlich ein russisches Lustschiff neuen Typs in den Kampf eingegriffen. Trotzdem das Luftfahrzeug heftig von den Deutschen beschossen wurde, hat es angeblich nur geringe Beschädigung erlitten. Vom Ende der„Dresden“. Amsterdam, 18 März.„Tyd“ meldet aus London: Der Bericht über die Vernichtung der„Dresden“ exweckte hier die größte Genugtuung. Bereits bei der letzten Umschiffung des Rap Horn war die„Dresden“, die mit neuen Schornsteinen nach der Westküste Amerikas dampfte, von einem patrouillierenden eng⸗ lischen Hilfskreuzer bemerkt worden. Seitdem begann eine regel⸗ rechte Jagd auf die„Dresden“, die endlich bei Juan Fernandez eingekreist und überrascht wurde, dank dem drahtlosen In⸗ formationsdienst zwischen allen englischen Kreuzern untereinander und mit der Küste. Bereits die ersten S Kanonen der„Glasgow“ machten die schädigung des Steuers hilflos, so daß esden“ durch die Be⸗ englische Geschwader d. den kleinen Kreuzer von drei Seiten umschließen konnte. Vergeb⸗ lich hatte die„Dresden“ alle Geschütze bis zu dem Moment arbeiten 7 lassen, wo der Kapitän hatte mit der heldenhaften Mannschaft alle Maßregeln getroffen, damit auch das Schiff für den Feind verloren ging. V gut unterrichteter Seite erfährt der Berliner das Schiff Maschinenhavarie hatte und daß die Kohlen ausgegangen waren. Die Verluste der Verbündeten vor den Dardanellen. üsse aus den schweren Brand weiteren Widerstand unmöglich machte. Der . on „Lokalanzeiger“, daß 1 Konstantinopel, 18. März. Die türkischen Blätter ver⸗ öffentlichen eine Liste der vor den Dardanellen und Smyrna und im Golf von Saros beschädigten feindlichen Schiffe: danach sind von den englischen Schiffen mehr oder weniger schwer beschädigt: 5 Queen Elizabeth, Agammemnon, Lord Nelson, Dublin, Saphire und Cornwallis, von den französischen Sufren, Gaulois, Georges Herry und Admiral Charnier, außerdem sind mehrere Torpedo boote und Minensucher vernichtet oder beschädigt worden, Der Tasvir⸗i⸗Efkiat fragt, ob die englische und die französische Regierung nach der 27 tägigen erfolglosen Arbeit das Bombardement der Dardanellen aufgeben oder an andere Türen als der Griechen⸗ lands anklopfen und die Oeffnung der Dardanellen nochmals zu Wasser und zu Lande versuchen werde? Die nächste Zeit, meint das Blatt, werde die Antwort auf diese Frage geben. Wir haben festes Vertrauen in die Zukunft, und dieses Vertrauen verdanken wir den heldenmütigen Verteidigern der Dardanellen.— Der „Tanin“ nennt außer den bereits angeführten noch zwei andere Schiffe unter den Beschädigten und meint, die Erfolglosigkeit bisherigen Bombardements der Meerengen, das nun schon ba einen Monat dauere, werde die verblendete Ententepresse davon überzeugen, daß die Meerengen nicht so leicht zu forzieren seien und Konstantinopel nicht so schnell erobert werden könne. Aus Aegypten. Berlin, 18. März. Die„Voss. Ztg.“ bringt einen 1 25 4 25 ausführlichen Bericht eines kürzlich aus Aegypten zurück⸗ . deutschen Kaufmanns über die Vorgänge in egypten in den ersten Kriegsmonaten. In dem Bericht heißt es: Am 13. Dezember 1914 zogen gegen 40 000 Derwische nach Faschoda ab. Etwa 6000 Mann britisch⸗ägyptische Truppen ver⸗ mochte General Hawley den Aufständischen entgegenzustellen. Von ihnen gingen sämtliche eingeborenen Soldaten zu den Derwischen über, so daß die Regierungstruppen, kaum noch 2000 Mann stark, im erusten Ansturm von den Rebellen überrannt wurden. General Hawley und alle Offiziere fielen. alle Stämme von der Regierung ab, die bi halten hatten und dann war die ägyptische Regierung naturgemäß gezwungen, bedeutende Truppenmassen, die sonst gegen die Türken am Suezkanal benutzt worden wären, nach dem be⸗ her noch zu England ge⸗ drohten Sudan zu schaffen. Freilich die zweifelhaften Tommies imponierten den Derwischen nicht im geringsten. In ungeheurer Wut vernichteten die Derwische alles, w fi g Die Mehrzahl der Soldaten verendete unter den Speerstichen der wilden Wüstenreiter. Diese erste große Waffentat der Derwische hatte zur Folge 1. es fielen sich ihnen in den Weg stellte. Am Neujahrstage eroberten die Derwische den bedeutenden militärischen Punkt Nasser in Sennar und brachten einen Panzer⸗ zug der britischen Truppen bei el Obeyd in Kordofan zur Ent⸗ gleisung. Es ist nicht zu viel gesagt, daß jetzt die Hauptstadt Kar⸗ thum und ein Teil Nubiens in unbestrittenem Be sitz der Derwische ist. 1— 2 U 2 Japauische Truppensendungen nach China. Stockholm, 18. Mürz.„Stockholms Tidninge“ meldet: Laut einer„Pekinger Depesche“ haben sich soeben 22000 Mann japanischer Truppen in Sasebo nach China eingeschifft. 5 Erdbeben. a. Jugenheim a. d. B., 18. März. Gestern abend wurde auf der hiesigen Erdbebenwarte die Aufzeichnung eines Fernbebens beobachtet. Um 8 Uhr 30 Minuten waren die Erschütterungen des Seismo⸗ grap am stärksten. Die Erdentfernung betrug 8650 Kilometer. Der Herd des Bebens ist wahrscheinlich in Ostasien zu suchen. Märkte. ch. Bingen, 17. März. Marktpreise. Weizen Mk. 00,00, Korn Mk. 00, 0, Gerste Mit. 0,00, Haser Mk. 0,00, Heu Mt. 0,00, Stroh Mk. 0,00, Kartoffeln Mk. 10,00, Erbsen Mk. 00,0), Linsen Mk. 00,90, Bohnen Mk. 00,00, Weißmehl Mk. 00,00, Roggenmehl Mk. 42,00; alles für 100 Klar. Butter 1 Klgr. Mk. 2,90, Milch 1 Liter 21 Pfg., Eier 10 Stück Mk. 1.05. FC. Wiesbaden. Viehbof- Marktbericht vom 17. März. Im Zeichen des Krieges besitelt sich die in eressante zeit— geschichtliche Gratisbeilage der beliebten„Moden⸗Zeitung fürs Dentsche Haus“, die weit über den Ratzmen elner Moden zeitung bingusgebt und ein praktisches Famtilienblaft it. Spannende Romane erster Schriftsteller, voetische Benträge, inter⸗ essante illustrierte Aussätze sowie die Grattsbeilage„Im Reiche der Kinder“ sorgen für Unterbaltung und geissige Anregung. vraktisch bewährte Moden Wasche. und Handarbertgteil setzt sede Der Hausfrau in die Lage, ihre Garderobe und Wasche für sich und ihre Kinder selbst anzufertigen und dadurch große Ersparnisse in teurer Austrieb: Rinder 133(Ochsen 9, Bullen 23, Kühe und Färsen 101), Kälber 302, Schase 3, Schweine 577. Marktoerlauf: Ben gtemlich vegem weschänn wird zu den gleichen Preisen wie am 15. März der Markt fast ganz geräumt. Zeit zu erzielen. Hauswixtschaftliche Aufsätze undergrobze Kochrezepte belsen der Hausfrau, sich den durch deu Krieg geschaffenen, nenen wirischaftlichen Verhältnissen anzuvassen. Alles Nähere wollen Sten aus dem der heutigen Nummer beiliegenden Prospekt ersehen.) 139 1 Sie begann um 7 Uhr 57 Minuten. 5 5 8 41 r Den Heldentod fürs Vaterland starb am 5. März unser lieber hoffnungsvoller Sohn, Bruder und Enkel, der Schulverwalter Wilhelm Müller Schütze beim Masch.-Gewehrzug des Res. Inf.-Regts. 221 im Alter von 21 Jahren. In tiefem Schmerze: Familie Johannes Karl Müller III. Familie Konrad Müll. Lang-Göns und Gambach, den 18. März 1915. Du starbst so früh, Du wirst von uns so sehr vermißt, Du warst so treu und gut, Daß man Dich nie vergißt. 1492 Todes⸗ Anzeige. ö Verwandten, Freunden und Bekannten machen wir hiermit die schmerzliche Mitteilung, daß unser einziges innigst geliebtes Söhnchen Kurtchen im Alter von 10 Monaten beute morgen 4 ubr nach kurzem, schwerem Leiden sauft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: 95 Martin Herlich u. Frau, geb. Arnold Jamilie Arnold 8 Jamilie Herlich. Gießen(Asterweg 48, Dresden, den 17. März 1915. Die Beerdigung findet Freitag nachm. 3½ Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt.(891 Nachruf. Im Kampf fürs Vaterland starb am Du warst uns nur geliehen Auf eine kurze Zeit Gott tat ihn zu sich ziehen In schwerem Kampfesstreit. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht. dass am J. März unser guter, hoffnungsvoller, heissgeliebter Sohn Karl Weller Musketier der Reserve Inf.-Regt. Nr. 224, 10. Kompagnie im Alter von 21 Jahren den Heldentod erlitten hat. In tiesem Schmerz: Heinrich Weller und Frau, geb. Lang Adolf Weller Anna Deibel. Wieseck, den 17. März 1915. Wiedersehen war seine Hoffnung! alina für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen. Aufruf! Mit Ausbruch des Krieges hat ein Reichskomitee in Berlin folgenden Aufruf erlassen: „Ein gewaltiger Krieg ist über Deutschland hereingebrochen. Millionen deutscher Männer bieten ihre Brust dem Feinde dar. Viele von ihnen werden nicht zurückkehren. Unsere Pflicht ist es, für die Hinterbliebenen der Tapferen zu sorgen. Aufgabe des Reiches ist es zwar hier in erster Linie zu helfen, aber diese Hilfe muß ergänzt werden durch freie Liebesgaben, als Dankopfer von der Gesamtheit unserer Volksgenossen den Helden dargebracht, die in der Verteidigung des Deutschen Vaterlandes zum Schutze unser aller ihr Leben dahingegeben haben.“ Im Anschluß an diesen Aufruf g ist unter dem Protektorat Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin von Hessen und bei Rhein ein Landeskomitee für das Großherzogtum zusammengetreten. . An alle Männer und Frauen ergeht die herzlichste Bitte, nach Kräften für die Nationalstiftung zu spenden. Die in Hessen gespendeten Beträge werden in erster Linie unserem Lande zugute kommen. Gebt schnel! Auch die kleinste Gabe ist willkommen! Es werden auch Staatspapiere und Obligationen entgegengenommen. Hauptsammelstelle ist die Bank für Handel und Industrie in Darmstadt. Die Geschäftsstelle des Landeskomitees befindet sich: Darmstadt, Wilhelminenstraße 34. Die dem Landeskomitee für das Großherzogtum Hessen angehörenden Mitglieder aus dem Kreise Gießen. Fürst zu Solms⸗Hohensolms⸗Lich, erster Präsident der Ersten Kammer, Lich. Dr. Gail, Geheimer Kommerzienrat, Mitglied der Ersten Kammer. Dr. Güngerich, Landgerichtspräsident. Heichelheim, Geheimer Kommerzienrat. Keller, Oberbürgermeister. Klingspor, Kommerzienrat. Leun, Bürgermeister, Landtagsabgeordneter, Großen-Linden. Dr. Sander, Rabbiner. D. Schlosser, Geheimer Kirchenrat. Dr. Sommer, Geheimer Medizinalrat, Rektor der Landesuniversität. Dr. usinger, Geheimerat, Provinzialdirektor. Zahlstellen(außer der Vank für Handel und Industrie): 1. Deutsche Bank,„Diskonto⸗Gesellschaft und die Depositenkafsen dieser Banken, Kasse der Landes versicherungsanstalt Großberzogtum Hessen(Darmstadt, Wilbelminen⸗ straße 34, Kreiskassen, Bezirkskassen, staatliche Untexerbebstellen, Gemeindekassen sowie die Tageszeitungen, die sich hierzu bereit erklären, und die weiteren Zahl⸗ 3. Reichen Lo 1 8 2790 werden. Fauntliche, Reichsvossanstalten(Postämter, Postagenturen und Posthilfsstellen), di P—. e ee N A r Die bei den unter Ziffer 1 genannten Zablstellen eingehenden Geldspenden sin an die Hauptsammelstelle, Bank für Handel und Industrie in Darmftade. 0 5 jübreu und stehen dem Landeskomitee für das Großberzogtum Hessen zur Verfügung Die Spenden an die unter 2 genannten Reichs anstalten werden zunächst dem Reichskomitee zugefübrt. 2526 Zum Besten des Roten Kreuzes und der Kriegshilfe Montag, den 22. März 1915, abends 8/ Uhr, in der Neuen Aula der Universität Lichtbilder- Vortrag des Herrn Postassistenten Hans Engel aus Dortmund über Die Feldpost. Eintrittskarten zu I Mk. und zu 50 Pfg. an der Abendkasse. Den Karten- Vorverkauf hat die Musikalienhandlung des Herrn Ernst Challier übernommen. 25050 Alicefrauenverein vom Roten Kreuz Zweigverein vom Roten Kreuz Frau Gch. Justizrat Oebhardt. Landgerichtsrat Wiener. 3. Februar unser lieber Sangesbruder Heinrich Müller Webrmann im Landw.⸗Inf.⸗Regt. Nr. 80 In ihm verlieren wir ein treues Mitglied, einen pflichteifrigen Förderer unseres Vereins, und werden wir ihm stets ein ehrendes An⸗ denken bewahren. 0lö12 Gesangverein„Eintracht“ Alten⸗Buseck. Heinrich Hahn, Giessen Neustadus Samenhandlung Tel. 403 Spezialität: Verkauf v. nur erstkl. bewährt. Gemüse- und Blumen-Samen Gras-Samen in Sorten u. Mischungen. — Seidefr., hochkeimfäh. =((lee-Saate Blumenzwiebeln, Garten-Werkzeuge Düngemittel Illustr. Haupt-Katalog gratis zu Diensten t Linoleum⸗Ceppiche Stückware, 2 Meter breit Rest⸗ partie billigst Th. Brück Ecke Schloßgasse-Nanzleiberg Möbel— Teppiche— Linoleum . 7 HFlockstrasse? Ielephon 823 Neinricl Areuert Feine Herren- und Damen- Schneiderei Feldgræue Aoslume Juisormen jeder Art 2 1662 Prima feinste holländische Schellfische u. Kabliau in tadellos frischester are soeben eingetroffen u. billigst bei August Wallenfels Lolonialwaren,. und Weinhandlung 11¹³ Telephon 262 ießen Marktplatz 17. Bestellungen erbitte nur frühzeitig. 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März verößfent⸗ lichte Vergebung der Lieferung für Küchenbedürfnisse erfolgt zu gleichem Termin auch die Vergebung des Ge⸗ spüls von sämtlichen Küchen. 2850] Küchenverwaltung des Ersatz⸗Bataillous 118. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Staufenberg für das Rechnungsjahr 1915 liegt vom 20. März l. Js. ab eine Woche lang auf unterzeichneter Stelle zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen können schriftlich oder zu Protokoll während der Offenlegungsfrist vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der die Ausmärker beizutragen haben. Staufenberg, den 17. März 1915. Großh. Bürgermeisterei Staufenberg. Stephan. 2534 Gaaullhealer biegen Olr.: Hermann Steingoetter. Freitag, 19. März 1915, abends 8 UÜUbr Außer Abonnement! Gewöbnl. Preise(ermäßigt). Gastspiel von Mitgliedern des Frankfurter Schauspiel⸗ bauses, unter Leitung von Grosse Posten Aapüinen zu 125033 errn Arthur Bauer staunendbilligen Ab en d Sonne Preisen Schauspiel in 1 Aufzuge von Ludwig Julda. Hie rauf: Taulbauz lab Auferstehung Komödie in 1 Aufzuge von Giessen 3 5 Bahnhofstrasse 14 1 Der Unverschämte Feinstes M in einem Akt von f aoul Auernbeimer. eltadeg auerkraal Soldaten vom eldwebel ab⸗ empflehlt 25210 wärts zablen bei allen Vor stellungen auf 2. u. 4 Parke nur balbe Preise. 0 J. M. Schulhof, Harktstrage 4. 25330