Subeint taglch mit Ausnahme des Sonntags. Die„Sietzener Famisienb latter werben dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Areisblatt für den Ureis Steen“ zweimal wöchentlich. Die„ Laudwirtschaftlicren Seit ⸗ fragen! erscheinen monatlich zweimal. r 1 105. Jahrgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen Dienstag, 15. März 1915 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: S851, Schrift⸗ leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen. Die Beschäftigung von Kriegsgefangenen eine nationale Frage. Bald wird eine Million von Kriegsgefangenen in Deutschland interniert sein, Menschen im besten Lebens- alter, die verpflegt sein wollen, die essen und trinken wollen und die unsere ohnehin knappen Nahrungsmittel weiter von Tag zu Tag reduzieren; also Esser, die weiter nichts sind als solche, die nichts dazu beitragen, um der fortgesetzten Verringerung des National-Wohlstandes zu be⸗ en. Das kann nicht so weiter gehen. Die starken Kräfte, die wir in diesen r besitzen, müssen, soweit tunl ich, bar gemacht werden. Sie müssen verwendet werden, i ondere, um unserem Mangel an Industrie⸗ Arbeitern und demnächst an landwirtschaftlichen Arbeitern abzuhelfen. Merkwürdig, daß man so spät und so zögernd an die Verwendung dieser Kräfte herantritt, nachdem man doch wissen konnte, daß in 1870/71 die besten Erfahrungen mit der Verwendung von Kriegsgefangenen gemacht wor⸗ den sind und nachdem ferner die schüchternen Anfänge, die man vor 2—3 Monaten betätigte, gute Erfolge ver⸗ hießen. Gewiß ist richtig, daß es Zwangsarbeit nicht gibt, daß vielmehr die 1 nur wenn sie freiwillig sich bereit erklären, zur Arbeit herangezogen werden dürfen, aber ebenso richtig ist, daß sie gerne sich melden, gerne an Stelle der Langeweile des Lagerlebens eine Tätigkeit ausitben und gerne Geld verdienen. In allerneuester Zeit regt es sich allenthalben, zunächst in der Industrie und be⸗ ustigt von den Behörden, mit der Heranziehung der Kriegsgefangenen. Die Gründe, die man gegen dieselbe ins Feld geführt hat, sind 955 widerlegt: Zunächst der eine, daß unsere einheimischen Arbeiter abgeneigt wären der Zusammenarbeit mit den Fremdlin⸗ — unsere Arbeiter wissen wohl, daß der einzelne fremde dat nicht unser Feind ist, sondern daß Volk gegen Volk kämpft. Sie wissen auch, daß für den Kriegsgefangenen der Krieg zu Ende ist und daß er nach Friedensschluß wieder in seine Arbeit und seinen Beruf zurückkehrt. Auch der andere Grund, den man angeführt hat, daß nämlich die Kriegsgefangenen zur Lohndrückerei verwendet würden, ist hinfällig, denn es besteht allenthalben ein solcher Mangel an Arbeitern, daß sunsere einheimischen Kräfte keineswegs schlechter gestellt werden, durch die Einstellung von Kriegsgefangenen, sondern indirekt Vorteil davon haben, weil diese Arbeiter der Aufrechterhaltung der Be⸗ triebe und des wirtschaftlichen Lebens dienen. Man trug weiter Bedenken, ob die Kriegsgefangenen nicht allzusehr und allzulange der Arbeit entwöhnt seien— ein Umstand, der ja gewiß beachtlich ist, der aber nach den jetzigen Erfah⸗ rungen bereits kurze Zeit nach Einstellung der Arbeiter ver⸗ schwindet.— Es kommt endlich noch die Gefahr der Ent⸗ weichung der Gef„aber es ist nicht zu befürchten. daß ein gemeiner[dat aus der Gefangenschaft flüchtet, um wieder an dem Kriege teilzunehmen; bei Offizieren liegt die Sache anders. Der Gedanke endlich, daß diese Arbeiter Unfug stiften, uche bewirken sollten und dergleichen, ist ganz aus⸗ zuschließen.— Es ist auch vom vaterländischen Stand⸗ punkte aus viel richtiger, daß man Kriegsgefangene einstellt, um dringende Arbeiten zu bewirken, als daß man deutsche Soldaten für solche reklamiert, denn durch Freigabe dieser 1 die. die ihr zur Verfügung stehende acht, während durch die Beschäftigung von Kriegsgefan⸗ genen brachliegende Kräfte nutzbar gemacht werden. Unsere Industrie, namentlich die Erzbergwerke und die Hütten, von denen die Herstellung von Eisen und Stahl verlangt wird, leiden empfindlich unter dem Mangel an Arbeitern. Ein Bei⸗ spiel liegt uns ganz nahe: Das hiesige Braunsteinbergwerk, dessen Produkte zur Versorgung der Hutten dienen, und auf das die Hütten bei dem Mangel an jeglicher ausländischer Zufuhr in erheblichem Maße angewiesen sind, kann nur we⸗ nil mehr 92 die 1 dessen 1 was es in nor⸗ malen Zeiten zu leisten vermag. Es erfüllt infolgedessen einen m bende e Zweck nicht und es lei⸗ det selbst darunter Not, indem sie selbstverständlich eine Ein⸗ schränkung der Produktion den Reinverdienst mindert oder gar aufhebt. Es müssen besondere Gründe sein, die bisher verhindert haben, daß man hier Kriegsgefangene, die man so nahe haben kann, nicht verwendet. An der Militärbehörde wird es wohl nicht liegen, denn diese wünscht selbst die Verwendung der Gefangenen, sie wird auch gewiß dem Werke in bezug auf Löhnung, Verpflegung und Unterbrin⸗ gung der Leute entgegenkommen. 5 8 . In Bochum end schon seit mehreren Wochen Kriegs⸗ gefangene auf den Schächten„Dannebaum⸗Zug“ und „Prinzregent“ eingefahren, die Buderusschen Eisen⸗ werke in Wetzlar beschäftigen seit längerer Zeit schon Gefangene. Die Gewerkschaft Ilse hat zu Anfang Fe⸗ bruar bereits 225 Mann beschäftigt, die Bremerhütte in Siegen hat Russen von der Kommandantur„Bad Orb“ bezogen, in zahlreichen Steinbruchbetrieben, Ziegeleien und keramischen Betrieben sind sen und Russen beschäf⸗ tigt, erst in letzter Zeit hat beispielsweise eine Kolonne bei der Feldbereinigung in dem benachbarten Orte Salzböden Verwendung gefunden. Besonders zu beachten ist die Tat⸗ sache, daß im rheinisch⸗westfälischen Kohlenrevier die Kriegs⸗ lad enn auch unter Tage verwendet werden und aß man gute Erfahrungen hiermit gemacht hat. Auch die Stadt Gießen wird wohl Gelegenheit haben, Erdbewe⸗ ungen, Straßenzüge, Planierungen, Herrichtung von Ge⸗ ände zur landwirtschaftlichen Benutzung durch Kriegsge⸗ fangene zu bewirken. In dem„den das deutschg Volk zur Aufrecht⸗ er 19** irtschaftslebens und damit zur Durch⸗ haltung des schweren 1 führt, ist es in hohem Ma angebracht, daß alle zur Verfügung stehenden Mittel und Kräfte her werden und daß der Verzehr an Nah⸗ rungsmitteln, wir durch die ungeheure Masse von Kriegsgefangenen erleiden, 0 0 um Teil ausge- glichen werde durch Verwendung Kräfte derselben. AInsbesondere auch die Landwirt„in erster Linie die größeren Güter, N auch die wegen Velrlebe wer⸗ den gar nicht anders können, als demnächst, wenn die Fel⸗ der abtrocknen, und die ersten Arbeiten eginnen können, an die Heeresverwaltung heranzutreten mit der Bitte um Ueberlassung von Gefangenen. Der Rückzug der neuengr ssischen zehnten Armee. Berlin, 15. März.(WTB. Nichtamtlich) Aus dem Großen Hauptquartier wird uns über den Rückzug der neuen russischen 10. Armee das Folgende geschrieben: Nach dem Zusammenbruch der russischen 10. Armee in der Winterschlacht in Masuren und der Kapitulation im Forst von Augustow sammelten sich die Reste des russischen 3. Armeekorps unter den Befestigungen von Olita, jene des 26. und des 3. si⸗ birischen Korps waren auf die Festung Grodno und hinter die Bobrlinie zurückgegangen. Der Armeefuͤhrer, General v. Sievers. und sein Generalstabschef, sowie der Kommandierende General des 3. Armeekorps, wurden abgesetzt, drei neue Armeekorps, das 2., 13. und 15., nach Grodno herangezogen und die gelichteten Reihen der übrigen Korps mit Rekruten aufgefüllt. So entstand neuerdings eine russische 10. Armee, die Ende Februar vergebliche Anstrengungen machte, die deutschen Truppen, die bis zur Bobr⸗ linie und dicht an die Festung Grodno vorgerückt waren, zu ver⸗ treiben. Bei diesen Angriffen erlitten die Truppen des bei Tannen⸗ berg vernichteten, inzwischen neu aufgefüllten 15. Armeekorps, die in den unbeholfenen, dicken Angriffskolomten vorgingen, die schwersten Verluste. Es lag nicht in der Absicht der deutschen Führung, dicht vor der mit Beton ausgebauten Bobrlinie und den Forts von Grodno sich festzulegen und eine Aufstellung bei— zubehalten, die dem Feinde die offene linke Flanke bot: es war vielmehr in Aussicht genommen, sobald wie irgend möglich die Ope⸗ rationsfreiheit wiederzugewinnen. Vorher galt es jedoch noch, die ungeheure Beute zu bergen, die allenthalben in dem Forst von Augustow zerstreut lag. Sobald diese Arbeiten einigermaßen be⸗ n waren, leiteten die deutschen Truppen jene Bewegung ein. die zu der beabsichtigten neuen Gruppierung führten. Der rechte Flügel nahm in der Gegend von Augustow inzwischen vorbereitete Stellungen ein. Andere Kräfte wurden an geeigneten Punkten ver⸗ sammelt. Planmäßig wurden zunächst alle deutschen Verwundeten einschließlich der Schwerverwundeten zurückgeschafft, auch wurden Kolonnen, Trains, Fahrzeuge aller Art usw. so rechtzeitig zurück⸗ esandt, daß sich der Rückmarsch der Truppen trotz vereister Wege glatt vollzog. Dem Feind blieben die deutschen Bewegungen völlig verborgen, ja er belegte am Vormittag des auf unseren Ab⸗ zug folgenden Tages die ehemaligen deutschen Stellungen mit Ar⸗ tilleriefeuer genau wie an den früheren Tagen. Die deut⸗ schen Truppen hatten die geplanten Aufstellungen bereits eingenommen, als der russische Armeeführer, wie aus den Aussagen gefangener Stabsoffiziere hervorgeht, einen sieg⸗ atmenden Befehl erließ, in welchem von großen Erfolgen auf der ganzen Linie die Rede war und durch den die Unterführer zu den„energischsten Verfolgungsoperationen bis in den Rücken des Feindes“, den man bei Kalvarya anzunehmen schien, angespornt wurden. In großer räumlicher Trennung setzten sich das dritte russische Armeekorps von Simno auf Lezdsieje, das zweite Armeekorps von Grodno über Kopziewe⸗Seiny auf Krasnopol in die übrigen russischen Korps gingen durch den Forst von Augustowo vor, stießen hier aber sehr bald auf starken deutschne Widerstand, den zu brechen den Russen nicht gelang, obwohl sie mit zwei⸗ und dreifacher Ueberlegenheit mehrere Tage hinter⸗ einander die deutschen Stellungen angriffen. Am 9. März begann die deutsche Offensive gegen das auf dem russischen rechten Flügel vorgehende dritte Armeekorps. Als 2 sich plötzlich bei Lezoͤsieje und Swiente⸗Jeziery von Nor⸗ eee e ückzug in icher u üÜdöstlicher Richtung an, mehrere hundert Seeange und einige Maschinen in umferer Hand lassend. Durch diesen. gab der russische Führer die Flanke des benachbarten zweiten Armeekorps frei, sen Kolonnen am 9. März, wie unsere wackeren Flieger meldeten, Berzniki und Giby erreichten. Gegen dieses Armeekorps richtete sich jetzt die Fort⸗ setzung der deutschen Offensive. Diese durchzuführen war wahr⸗ haftig keine Kleinigkeit, denn es herrschten elf und mehr Grad Kälte, und die Wege waren so glatt, daß Dutzende von Pferden aus Erschöpfung umfielen und die Infanterie nur zwei bis drei Kilometer in der Stunde zurückzulegen vermochte. Am 9. und 10. März kam es bei Sejny und Berzniki zum Kampf gegen den überraschten Gegner, dessen Vorhut sich bereits zum Angriff im westlicher Richtung bei Krasnopel entwickelte und sich jetzt ge⸗ zwungen sah, nach Norden Front zu machen. Sejny und Berzniki wurden noch in der Nacht vom 9. zum 10. März erstürmt, bei Berzniki zwei ganz junge Regimenter völlig aufgerieben und die beiden Regimentskommandeure gefangen. Der russische Armee⸗ führer, der wohl eine Wiederholung der Umfassungsschlacht von Masuren kommen sah, gab am 10. März, die Aussichtslosigkeit weiteren Widerstandes einsehend, seiner gesamten Armee den Befehl zum Rückzuge. Bald konnten unsere Flieger die langen Marschtolonnen des Feindes wahrnehmen, die sich auf der ganzen Linie von Giby bis Sztabin durch den Forst von Augu⸗ stow in vollem Rückzuge auf Grodno befanden. Am 11. März besetzten unsere Truppen in der Verfolgungshandlung Makarze, Frencki und Giby. Eine deutsche Kavalleriedivision nahm noch in der Nacht Kopziewo im Sturm; sie zählte dort allein dreihundert tote Russen. Ueber 5000 Gefangene, 12 Maschinen⸗ c und drei Geschütze blieben in unserer and. Größere ernstliche Kämpfe fanden nicht statt. Allein die Drohung mit einer kräftigen deutschen Umfassung genügte, um nicht nur den bedrohten Flügel, sondern die ganze feindliche Armee, die sich auf eimer Frontbreite von nicht weniger als fünfzig Kilometern Bie Angriff aufbaute, zum schleunigsten Rückzuge zu veranlassen. ie Tragweite einer derartigen Bewegung, ihre moralische Wir⸗ kung und die Einbuße an liegengebliebenem Material aller Art, das nun zum zweitenmal den Augustower Forst erfüllt, läßt sich zurzeit nicht übersehen. Aus dem Reiche. Zur Volksernährungsfrage. Berlin, 15. März(RTB. Nichtamtlich) Die Zentral⸗ einkaufsgesellschaft m. b. H. ließ auf gestern abend Ein⸗ ungen zu einem Vortrag über„das Gefrieren von Schweinefleisch“ in das Hotel Kaiserhof ergehen. Erschienen waren: Staatsminister von Loebell, Staatsminister Dr. Sydow, die Unterstaatssekretäre Dr. Richter, Dr. Drews, Dr. Gveppert, Jahn, Frhr. vom Stein, die Bundesratsbevollmächtigten von Sichart und Dr. Paulssen, von der Zentraleinkaufs-Gesellschaft die Herren v. Hol Geh. Rat Frisch, ferner Admiral von Holtzendorff, Geh. Rat Prof, Sering, Ministerialdirektor Thiel, der Vorsitzende der Heereseinkaufs⸗Gesellschaft Oetonomierat Burchardt, zahlreiche Oberbürgermeister, Bürgermeister und Vertreter der Presse. Als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Zentraleinkaufs⸗ Gesellschaft eröffnete Exz. Dr. Richter die Versammlung mit einer en Darlegung über die Auf und Ziele der Gesellschaft, deren Tätigkeit sich angesichts Erschwerung der Einfuhr an Rohstoffen und Lebensmitteln insbesondere auf die nenn bene 555 12 Reid wers e der richten face n age wirtsch i Durchhaltens gelöf een eee Gn Ai Herweise dürfe anch dee Prager der well. . B Ae ll—— ung vom 1. Dezem 8 e en öst betru werden es sei dringend zu wünschen, daß 8 ihren Bedarf durch Vermittlung der Zentralei ell deckten, um der unwirtschaftlichen e Vollfleischige Schweine von 120 bis begegnen. Sodann verbreitete sich Oberingenieur Cattineo über die technische Seite des Einfrierens, des einzigen Ver⸗ sahrens, das die Konservierung der in Betracht kommenden un⸗ gemästeten Schweine ermögliche. Der Vortrag gipfelte in der mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Feststellung, daß technische Schwierigkeiten der Lösung dieser Aufgabe nicht mehr im Wege stehen, und stellte die bereitwillige Mitwirkung der deutschen Kälte⸗ industrie in sichere Aussicht. Staatsminister v. Loebell dankte zugleich im Namen des Staatsministers Dr. Sydow für die Einladung und die überaus dankenswerten Vorträge der beiden Redner. Er sprach die feste Ueberzeugung aus, daß der unermeßliche Schatz der Hingabe an die vaterländischen Interessen, die schon bisher in den Stadtverwaltungen zutage getreten sei, auch jetzt sich glänzend offenbaren werde, zumal das Entgegenkommen des Reichsschatzamtes den Städten die Hälfte des finanziellen Risikos der Aufstapelung an Vorräten abnehme. Er appellierte schließlich an die wertvolle Mitarbeit der Presse.— Kommissionsrat Krü⸗ ger, Direktor der Gesellschaft für die Markt- und Kühlhallen in Berlin, gab wertvolle Winke über die Erfahrungen beim Ein⸗ frieren, Lagern und Auftauen der Fleischwaren.— Schlachthof⸗ direktor Kögler-Chemnitz sprach über das Problem der Massen⸗ schlachtungen auf Grund der Chemnitzer Erfahrungen.— Auf einen Einwand bezüglich des Personalbedarfes für diese Massen⸗ schlachtungen verwies Geheimrat Sering auf die Leistungen des Großbetriebs in Amerika.— Nachdem Exzellenz Richter sämtlichen Rednern den Dank der Gesellschaft ausgesprochen hatte, begab sich die Versammlung zu einem Probeessen in dessen Speisefolge Klippfisch(vor zehn Monaten eingefischt), gekochtes und gebratenes Fleisch von Schweinen, die seit sechs Monaten in Gefrierräumen lagerten, eine glänzende, schlechthin einwandfreie Probe auf die vorhergegangenen theoretischen Darlegungen lieferte. Insbesondere das Schweinefleisch war von hohem Wohlgeschmack und von frischem nicht zu unterscheiden. So hinterließ auch dieser Abend die freudige Zuversicht mit Bezug auf unsere Fähigkeit, die großen und ernsten Aufgaben der Zeit glücklich zu lösen. Berlin, 15. März.(WTB. Nichtamtlich.) Wie die„Ger⸗ mania“ meldet, beschloß das Zentralkomitee für die General⸗ versammlung der Katholiken Deutschlands, das gestern hier unter dem Vorsitz des Grafen Droste zu Vischering tagte, auch in diesem Jahre mit Rücksicht auf den Krieg von der Veranstaltung einer Katholikenversammlung Abstand zu nehmen. Da die Sitzung die erste sseit der Thronbesteigung des Papstes Benedikt war, wurde ihm ein Huldigungs⸗ und Ergeben⸗ heitstelegramm gesandt. 1 6 Straßburg(Elsaß) lich.) Durch eine Naiserlich Hauptquartier, 8. März, werden die beiden Kammern des elsaß-lothringischen Landtags auf den 8. April zusammenberufen. Märkte. Gießen, 16. März. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfund 1,10—1,20 Mk.: Hützmer⸗ eier 1 Stück 10—11 Pia. 2 Stück 00 Pig. Enteneier 1 St. O Pfg. 2 St. 00 Pig.;: das Stück 7—8 Pfg., Käsematte 2 Stück 6—0 Pfg.: Tauben das Paar 1,00—1,40 Mk., Hühner das Stück 1,00— 2,50 Mk., Hahnen das Stück 1.00— 2,50 Mt., Enten das Stück 2,50—3,00 Mk., Gänse das Pd. 70—80 Pfg.; Welsche 4—5 Mk.; Ochsenfleisch das Pfd. 90—98 Pfg., l N Rindfleisch das Pfund 90—94 Pfg., Kuhfleisch 80—90 Pfg., Schweine ⸗ fleisch das Pfund 100— 116 Pfig., Hammelfleisch das Pfund 80—96 Vfg.; Kartoffeln 100 10—13 Mk., Weißkraut das Stück 15—25 Pig.: Zwiebeln der Bie 12,00— 15,00 Mk.: Milch das Liter 24 Pfg.: Aepfel der 8 15—20 Mk.; Birnen das Pfund 12—15 Pfg., Nüsse 100 40—50 Pig.— Marktzeit von 8 bis 2 Uhr. fe. Frankfurt a. M. Viehhofmarktbericht vom 15. März. 3 Auftrieb: Rinder 1583(Ochsen 204, Bullen 56, Kühe und Färsen 1323, Kälber 387, Schafe 86, Schweine 2569. 5 5 Tendenz: Rinder flott, geräumt, Kälber, Schafe und Schweinn Preise für 100 Pfd. flau. Ochsen. gewicht Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- Mk. Mk. wertes, 4—7 Jahre alt. 56—60 102 108 die noch nicht gezo rh(ungejochte) 50—54 91—100 ullen. Vollfleischige, aus gewachsene, höchsten Schlachtw. 52—55 86—92 Vollfleischige, jüngere 4750 82—85 Färfen, Kühe. 5 Vollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw. 50—55 9098 Vollfleischige ausgem. Kühe höchsten Schlacht⸗ wertes bis zu 7 Jahren.. 4652 86— 93 Wenig gut entwickelte Färsen„ 80 90 Aeltere ausgemästete Kühe 40-45 74—84. Mäßig genährte Kühe und Färsen.. 36—39 66—78 Gering genährte Kühe und Färsen. 26—30 60—77 Kälber. Feinste Mastkäl ber 5862 96—1038 Mittlere Mast⸗ und beste Sauagkälber 53—57 88 95 Geringere Mast-⸗„ gute Saugkälber 48—52 81—88 Sch ase. Mastlämmer und jüngere Masthammel. 50—00 108—00 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgew icht Vollfleischige Schweine unter 80 kg n Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebendgewicht 85.00— 90.00 102.00 105.00 75.00 80.00 90.00- 100.00 85.00 90.00 102.00— 105.00 150 kg Lebendge wicht.. 35.00— 90.00 102.00 105.00 le. Frankfurt a. M., 15. März.(Orig.-Telegr. des„Gieß Anz.) Fruchtmarkt. Nachden: nun auch die Gerste beschlag nahmt worden ist, hat der Handel in Getreide sast ganz aufgehört. Nur Mais ist noch im Verkehr und notierte 52—55 Mk. Futter- mittel sest. Sesamkuchen 36,00—36,65 Mt., Kokoskuchen 37,00 bie 37,20 Mk., Palmkuchen 36,00—36,50, Leinkuchen 60 Mk., Beram⸗ kuchen 38,50—40,00 Mk., Rapskuchen 32,00 Pik. Alles für 100 kg netto lose ab Fabrik. se. Fraukfurt a. M., 15. März.(Orig.⸗Telegr. des Gieß. Anz.) Kartoffelmarkt. Kartoffeln im Großhandel Mk. 11,50 bis 12,00 Mk., im Kleinhandel Mk. 12,00— 13,00. Alles ver 100 Kg. fert. ilienmilch-Jeife & Co., Radebeul, für zarte weiße Haut und Jerten die beste von blendend schönen Teint, à Stück 50 Pig. Uberall zu haben. 1 15. März.(WTB. Nichtamt⸗ Verordnung, gegeben Großes Gänseeier 1 St. 0—0 Pfg., 2 St. 00 Pfg.; Käse Kalbfleisch das Pid. 78 80 Uf, 1 entner Stück Donnerstag v. 10% A schöne Schlasstellen frei. N 3 . b dessen Preise unbedingt überraschen müssen. Voranzeige. Donnerstag beginnen wir mit einem bemerkenswerten Gardinen- u. Spitzenver 244 4a] Beachten Sie unser morgen A. Salomon& Cie. kauf erscheinendes Inserat. Vermietungen L Zimmer Schöne h⸗Iimmerwohn. 1. Stock, für Juli od. früher zu vermieten, 61421 Alicestraße 27. 5 Zimmer Kalser⸗Allee 22 Web. I Wobn. v. 1 April 1915 zu verm. Näh. Faß, Kaiser Allee. 53 Creduerstraße 11 hübsche 5.Zim.⸗Wobnung nebst Zu⸗ bebör, Gartenanteil ꝛc. per vermieten. Hofmannstr. sosort zu Näheres 14. LE Zimmer- Sch. 1 Zimmer-Wohnung mit Bad u. Bodenk. u. sämtl. Zubeh. per 1. April z. verm. 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Amtliches Steckbrief. 200 Gegen den unten beschrie⸗ benen Wehrmann Josef Balm, geboren am 7. Jan. 18lzu Köln⸗Meerbeim Kreis Köln, zuletzt wohnhaft in Brünigbausen, Kreis Altena, welcher flilchtig ist, ist die Umersuchungshast we⸗ gen Fahnenflucht verhängt. Es wird ersucht, ihn zu verhaften und an den unter⸗ zeichneten Truppenteil oder an die nächste Militärbe⸗ hörde zum Weitertransport 5 abzuliefern. ruppenübungsplatz Darm⸗ stadt, den 10. März 1015. II. Ersatzbatalllon des ug 1 N 116. gez.: Langermann, Saum. u. Bataillonsfüh rer. Beschreibung: Alter 4 Jahre. Statur schlant. Augen braun. Mund gewöhnlich. Gesicht hager. Grone 1,7% m. Haare blond. — N 24— murrbart. Gesichtssarbe blaß. Besond. Ke 1 nichts. Kleidung: Beim Ent⸗ weichen seldgraue Uniform. 3% Deutsche eic leihe Seiehnungen unkündbar bis 1924 von 5% Dentsche Reichsschazanweisungen gez (Zweite Kriegsanleihe) nehme bis zum 19. März ds. Js. zum Kurse von 98.50% für freie Stücke resp. 98.30% für Begründung von Schuldbucheintragungen provisionsfrei entgegen. Jose er * ene 5 Landw. Bezugs⸗ und Absaß⸗Zentrale Telezron Friedberg i. H. Telzgbon hat größere Mengen ar darrte u. gemahlene Eicheln bestes Mastfutter von 1-Zentner⸗Packung aufwärts abzugeben.(* rdustlekkak- Marmorveitstüchka zu Bau-, Dünger- und chem. Zwecken stets frisch ab Werk Bieber zu haben. Dungsackkalk stets vorrätig auf Lager Frankfurter Straße 50. Lahukak-Indhstkie Groben-Iinen— liehen Inh.: C. Haas jr. 10% Abt. Werk Bieber. — 22 D vormittags 10 Uhr, aus den und 1 Holzversteigerung. t. den LR. 1— Es werden versteigert Monta Arkbren E—— Jorstwartei Treis: 2. Kl. 2 St.— 1.53 I 3. Kl. Stämme: Eichen 2. t.— 188 Fstm.; Buchen 3. Kl. 1 St. 1 4. Kl. 3 St. 1,40 Fstm.; Fichten Ba. Kl. 1 St. s Fütm, p. Kl. 10 St. 207 Fstm., Scheiter Rm.: 174 Buchen, 20 Ci Knüppel Rm. 2 Buchen, 44 Eichen, 48 Kiefern, 7 Fi. 8 Anlivpelreisia Nm.: 81 Kiefern; R Rei m.: uchen(125 Mtr. l.), 137 Eichen(1.2 1 9——.—(Langschicht); Stöcke Rm.: 38 Buchen, 43 Eichen, 8 en. Beginn dex Versteigerung im Distrikt Bommenstein. Das zerstreut sigende Dürr⸗ und Windfallholz wird nicht a e Nabere Austunft erteilt Gr. Forstwart Bing zu 5 reis g. dg. Treis a. Lda., den 15. März 1918. Groß. Obersörsterei Treis. * . V.: Trautwein. 2⁴⁵5 D Fausfring Lanpligseife Dor Haut ruteagichsto, voHfeitste vollotte- oolfo, Stuc 20 Ptenaig. 8 Stocu 95 Pronnig. Hostoctigt vom langꝗganrigen rabemanten Ptolringeee: C. Naumann, Offenbach a. M. Holzversteigerung aus dem Freiherrl. v. Nabenau'schen Revier f. tag, den 19. März: 1 0 1 0 ab füt an Vue 825 Ir 2 m. uft am Buchwald: me: 1 Eiche A Klasse. 085 en. 41 Eichen 6. Kiesse— 7 29 fi Scheiter Rm.: 11 Buchen; Knüppel Rm.: 67 Buchen, 18 Hainbuchen, 17 Eichen, 1 Aspe, J Kirschbaum; Reiser Rm. 160 Buchen, 144 Eichen; Stöcke Rm.: 19 Buchen 7 Eichen, Nähere Auskunft erteilt Forstwart Leyerer zu Climbach. 5 5 g 2. Bon 1 Uhr F ab aus Distr. Mönchwald nach Zusammenkunst daselbst: Stamme: Eichen J. Klaffe 1,67 Istm., 48 Eichen 6. Klasse 894 Fstm.; Scheiter Rm. 18 Buchen, 1 Eiche; Knüppel Rm. 22 Bu 2 Hainbuchen. 10 Eichen, 2 Fichten; Reiser Nm.: 122 Buchen, 31 Eichen, Stöcke: 18 Buchen, 12 Eichen. 1 Fichte. Nähere Auskunft erteilt Forstwart Wagner zu Großen Buseck. 2454 Holzversteigerung. Mittwoch, den 17. d. Mts., wird im hiesigen Gemeindewald folgendes Fichtenholz versteigert: 11 Stämme 5. Klasse- 2,14 Festmeter 240 Derbstangen 1. Klasse 440 Derbstangen 2. Klasse 7500 Wellen 55 Raummeter Stöcke. Die Zusammenkunft ist mittags 1 Uhr im Distrikt Sprengel auf der Kreisstraße Gießen— Leihgestern. Großen⸗Linden, am 11. März 1915. Großh. Bürgermeisterei Großen⸗Linden. Leun. 2362 Holzversteigerung. Donnerstag, den 18. l. Mts., vormittags von 9 Uhr an, soll im hiesigen Gemeindewald, Distrikt Buchberg und Entenpfuhl, nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 65 Eichen⸗Gartenpfosten, 2,20 Mtr. lang 20 Rm. Eichen⸗Nutzknüppel, 2,50, 3,00 und 4,00 Mtr. lang 246 Rm. Buchen ⸗Scheit ö 170 Rm. Buchen⸗Knüppel g 44 Nm. Eichen⸗Knüppel 4550 Wellen Buchen⸗Reiser 300 Wellen Eichen ⸗Reiser 300 Wellen Fichten⸗Reiser 74 Rm. Buchen⸗Stock 6 Rm. Eichen⸗Stock 20 Rm. Fichten⸗Stock. Der Anfang ist im Distrikt Buchberg. Großen⸗Buseck, am 15. März 1915. Großh. Bürgermeisterei Großen⸗Buseck. Schwalb. 2 Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen. Die Beiträge zur Kranken⸗ und Invaliden⸗ versicherung für Januar 1915 können noch bis zum 25. ds. Mts. ohne Kosten bezahlt werden. Gießen, den 15. März 1915. 2452 Der Vorstand. . A.: Alb. Lentz. Bullen⸗Verkauf⸗ Donnerstag, den 18. d. Mts., nachmittags 3½ Uhr, soll ein der Gemeinde gehöriger Bulle öffentlich versteigert werden. Die Versteigerungs⸗ bedingungen sind auf der unterzeichneten Bürger⸗ meisterei einzusehen. Münster, den 15. März 1915. Großh. Bürgermeisterei Münster. Gontrum. 2446 Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. N ie Aus zahlung der agel b es- 16. bis* ärz an die Angehörigen der zum dienst Elnberufenen findet 8 enstag, den 16. März Mittwoch, den 17. Marz vormittags von 8 bis 1 Uhr, d. Js. zwei Meldungen nimmt das städtische Armenamt, und erweiterten Mädchenschule. 1. April 1915 wie folgt S worden; 8„ 810„ 120 1 be die erweiterte Mäbchenschule 1 erinnen, deren Eltern nicht Freitag, den 19. a Stabtbaus, 88 m Stadthaus, Zimmer 28 Aus der 6 aben von je„, Mk. je an eine am oder Person zu vergeben.* 15 Schulgeld an der höheren vom 30. Jult 1914 ist das Schulgeld mit Wirkung vom * für die Klassen 1—7 auf jährlich 130 Mk. E„** 6⁰* r beide Schulen erhöbl sich das Schulgeld für in Gie U t fü Wen wohnen, um 20 Mk. jährlich. Donnerstag, den 18. März und Nr. 16, statt. en 71 am 19. en bange der eren gez bedürftige, israelitische e weg 9, bis 31. März 1915 entgegen. Durch Beschluß der Stadtverordneten Versammlung ) für die böbere Mädchenschule die Klassen 1—4 auf jährlich 72 Mt. S. m Großherzogtum Hessen wohnen, um 12 ee ch und r. Schülerinnen, deren Eltern nicht im Gro W 1 5