Erstes Blatt Der Sletzener — Soumtags. agen: Steg. bende wöchentl. Kreis⸗ für den Kreis Sletzen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Taud⸗ 1 erusprech- Anschlusse: r die Schristlei 112 Geschãfts stelled l 5 e— e tem Anzeiger Sießen. Auna von Anzelgen für* Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. 165. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Kotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Fange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druderei: Schulstr. 7. Dienstag, 16. März 1915 GBezugs pre monatl. 75 Pf., viertel jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; sür Stadt und Land, Bermischtes und Ge- richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. der Rückzug eines — (WTB.) Großes Hauptgnartier, 15. März.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz Westende⸗Bad wurde gestern von zwei Jeindlichen Kauonenbooten wirkungslos besch. en. 2 Ein Angriff auf eine von Engländern besetzte Höhe ich von pern machte gute Fortschritte. Französische Teilangriffe nördlich von Le M esnil (Champagne) wurden unter schweren Verlusten für den Feind zurückgeschla gen. In den Vogesen wird an einzelnen Stellen noch Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Anzahl der russischen Gefangenen aus den r nördlich des Aug ustower Waldes hat sich auf 5400 erhöht. g Nördlich und nordöstlich von Praszuysz griffen die Nussen mit starken Kräften an. Alle Angriffe scheiter ten unter schweren Verlusten für den Feind. Südlich der Weichsel keine Veränderung. 0 Oberste Heeresleitung. 4. Die knappe Meldung der Obersten Heeresleitung, die Auzahl der russischen Gefangenen aus den Kämpfen nördlich des Augustower Waldes habe sich auf 5400 erhöht, klingt nicht wie eine Sieges fanfare, und doch bedeutet der Abschluß dieser Kämpfe einen Sieg, der in späteren Zeiten noch viel genannt und gerühmt werden wird. Zum vollen Verständ⸗ nis dieser Vorgänge müssen wir uns in die überaus klare ammenfassende Darstell aus dem Gro 05 .. die wir 5 Blatt„ Als die deutschen Sieger von Masuren nach ihren erfolgreichen Ver⸗ folgungsmärs vor Grodno und am Bobr standen, konnte man wohl de„die deutschen Bemühungen würden darauf gerichtet sein, die russischen Festungen dieses Abschnittes zu nehmen. Allein dies lag keineswegs in der Absicht der deutschen Führer. Durch ausgezeichnete Beobachtungsmaß⸗ regeln ersuhren sie vielmehr, daß die Russen durch Hinzu⸗ ziehung von drei neuen Korps und Auffüllung der Reste jener in Masuren geschl Abteilungen eine neue zehnte Armee gebildet 3 der gegenüber es galt, sich auf neue Kämpfe vorzubereiten. Darauf bezogen sich die frü in den deutschen Tagesberichten, die uns erst heute ganz verständlich werden. Hindenburg— er hatte wohl auch hier wieder die oberste Leitung— war darauf bedacht, zunächst„die Operationsfreiheit wiederzu gewinnen“. Und hier kann man, wie der Erfolg zeigt, wirklich einmal von einem strategischen Rück⸗ zug sprechen. Der Feind aber jubelte zunächst über Er⸗ folge, die er nicht errungen hatte. In drei Ab⸗ teilungen rückte er zur„Verfolgung“ der Deutschen vor. Aber Hindenburg legte ihm im Norden die Falle. Es liegt in seiner Strategie etwas, was uns an„Ziethen aus dem Busch“ erinnert. Der Feldmarschall scheint es zu lieben, mit dem Nordwind zu gehen; wieder gelang es ihm, den Nordflügel der Russen einzudrücken und die ganze russische Armee zum Rückzug zu zwingen. Die nördlichste der drei feindlichen Abteilungen entwich der deutschen Offensive durch schleunige Retirade, das benachbarte zweite russische Armeekorps sah sich überrascht und erlitt schwere Verluste. Der russische Oberbefehlshaber,„der wohl eine Wie⸗ derholung der Umfassungsschlacht von Ma⸗ suren kommen sah“, gab am 16. März seiner gesam⸗ ten Armee den Befehl zum Rückzug. Der Rückzug des russi⸗ schen Heeres kommt einer Niederlage gleich. Während der strategische Rückmarsch unserer Truppen aus kluger Berech⸗ nung und zunächst unbemerkt vom Feinde erfolgt war, wurde das zum Angriff aufgebaute russische Heer über⸗ rascht, angegriffen und zum schleunigen Rückzug genötigt. Der Schlußsatz des erwähnten Berichtes aus dem Großen Hauptquartier bereitet auf neue, erfreuliche Kunde vor: „Die Tragweite einer derartigen Bewegung, ihre mora⸗ lische Wirkung und die Einbuße an liegengebliebenem Material aller Art, das nun zum zweiten Male den weiten Augustower Forst erfüllt, läßt sich zurzeit nicht übersehen.“ Die größte Bewunderung muß es wieder hervorrufen, daß die deutsche Aufklärung geradezu glänzende Ergebnisse gehabt hat. Aus dem Munde der Ge⸗ fangenen stammt wohl die Nachricht, daß Baron Sievers,. der Oberkommandierende des in Masuren geschlagenen Deeres, nebst einigen Unterführern abgesetzt worden war. b er, wie es vor einigen Tagen in einer unverbürgten Meldung hieß, Selbstmörd begangen hat, ist ungewiß. * Der amtliche französische Bericht. Paris, 15. März.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Be⸗ richt vom Sonntagnachmittag: Belgische Truppen rückten wei⸗ ter in der Yserschleise vor. Ihre Artillerie, von unserer schwepen Artillerie unterstützt, zerstörte den von den Deutschen im Friedhof von Dixmuiden errichteten Stützpunkt. Der Feind beschoß Ypern. Unter der Zivilbevölkerung sind meh⸗ rere Opfer zu beklagen. Die Deutschen beschossen ebenfalls die Kathedrale von Soissons und die benachbarten Viertel. Nörd⸗ lich Reims, gegenüber dem Luxemburg⸗Walde, versuchte der Feind einen unserer vorgeschobenen Schützengräben einzunehmen, er wurde aber zurückgeworfen. Reims wurde darauf beschossen. In der Cbampagne warsen wär gegen des 13. März g 8 0 8 neuen gegen Ostpreußen vorgeschickten russischen Heeres. zwei Gegenangriffe zurück und nahmen, indem wir den Feind verfolgten, mehrere Schützengräben ein. In einem fanden wir etwa 100 Tote und Material. In den Argonnen wurde ein gegen unsere Linien versuchter Angriff sofort angehalten. In Lothringen besetzten unsere Truppen I. In den Vogesen fanden nur Artilleriekämpfe statt. 5 25 Amtlicher Bericht vom Sonntagabend: Das englische Ge⸗ schwader beschoß Westende und erzielte Ergebnisse. Das von den englischen Armeen in Neu ve Cha pelle erzielte Ergebnis erweist sich als vollständiger Erfolg. Die englischen Armeen rück⸗ ten auf einer Front von etwa drei Kilometern und in einer Tiefe von 1200 bis 1500 Metern vor, eroberten nacheinander drei Reihen Schützengräben und ein starkes Schanzwerk südlich Neu ve Chapelle. Von den Deutschen mit großer Heftigkeit ausge⸗ führte Gegenangriffe wurden zurückgeworfen. Der Feind erlitt Verluste. Die englische Artillerie(Feldartillerie und schwere Ar⸗ tillerie) bereitete sehr wirksam die englische Infanterie⸗Aktion vor und unterstützte sie. In der Champagne befestigten wir unsere neue Front durch Fortschritt an verschiedenen Stellen und sicherten unsere Stellung auf den Kammlinien, welche wir dem Feind abnahmen. In den Argonnen bemächtigten wir uns zwischen Four de Paris und Bolante 300 Meter Schützengräben und mackten dabei Gefangene, darunter mehrere Offiziere. Der Feind machte tagsüber Gegenangriffe, wurde aber völlig zurückgeworfen. Auf den Maashöhen und in Eparges versuchten die Deutschen anzugreifen, wurden aber durch unser Feuer sofort aufgehalten, ebenso in Chamois, nördlich Badonviller. Die Einberufung der Jahresklasse 1916 in Frankreich. Paris, 15. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Matin“ glaubt, daß die Einberufung der Jahresklasse 1916, die ursprünglich für den 20. März festgesetzt war, auf den Zeitraum zwischen 4. und 16. il verschoben 18 da die Aushebungsarbeiten E völlig beendet sind. 1 8 Ein neues französisches Geschoß gegen Luftschiffe. Lyon, 15. März.(WTB Nichtamtlich.) Der„Répu⸗ blicain meldet aus Madrid: Ein Feuerwerker aus Viktoria hat ein Geschoß gegen Luftschiffe und Ballons er⸗ funden, das Gas zur Entzündung bri Die angestellten Versuche sind zufriedenstellend verlaufen. Der Erfinder hat das Geschoß dem Kriegsministerium zur Prüfung übersandt. Eine Rede Lord Haldeues. London, 15. März.(WTB. Nichtamtlich.) Lord Hal dane hielt bei dem Empfang indischer Studenten eine Ansprache, in der er ausführte: Wir bedürfen aller Energie und allen Ge⸗ schicks zu dem Kampf für die Freiheit und das Leben gegen eine große Nation, die so viel für die Wissenschaft und die Zivilisation getan hat, aber den Verstand verloren zu haben scheint. Das bri⸗ tische Reich wird durch moralische und nicht durch materielle Bande zusammengehalten. Die Voraussage, daß die Inder in dem ent⸗ scheidenden Moment versagen würden, hat sich nicht bewahrheitet. Die indischen Soldaten fechten für die Freiheit und die Humanität, wie wir selbst. Da Indien freiwillig Gut und Blut hergibt, können die Dinge nicht bleiben, wie sie sind Wir wurden durch diesen großen Kampf zusammengebracht und wurden uns der Einheit bewußt. Dadurch sind Beziehungen zwischen England und Indien entstanden, die früher nicht vorhanden waren. Unser Sieg wird der Sieg des Reiches als eines Ganzen sein und muß es auf ein höheres Niveau heben. 0 Frankreich und die Schweiz. Basel, 15. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Agence Telegraphique“ meldet aus Genf: Hier sind der frühere französische Kvlonialminister Morel und der Staatsrat Marreau eingetroffen. Der Zweck ihrer Reise ist, die Handelsbeziehungen zwischen der Schweiz und Frankreich hier zu erörtern. *** Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 15. März(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart. 15. März 1915, nachmittags. Im westlichen Ab⸗ schnitt der Karpathenfront ist der gestrige Tag ruhiger verlaufen. Nördlich des Uzsoker Passes kam es zu ernsteren Kämpfen. Starke russische Kräfte griffen hier mittags an und drangen bis nahe an eine unserer Stellungen vor, wo sie sich zunächst behaupteten. Ein nachmittags von unseren Truppen überraschend durchgeführter Gegenangriff warf den Feind an der ganzen Front nach heftigem Kampf zurück, wo⸗ bei vier Offiziere und 500 Mann gefangen genommen wur⸗ den. Auch an den eigenen Stellungen beiderseits des Opaor⸗ tales wurde erbittert gekämpft. Der Gegner, der am Stryj weitere Verstärkungen herangeführt hatte, griff seit einigen Tagen wiederholt mit starken Kräften im Tale und den be⸗ gleitenden Höhen an. Alle diese Versuche, gegen die Paßhöhen Raum zu gewinnen, scheiterten unter den schwer⸗ sten Verlusten. Der gestern erfolgte Angriff, der wieder in unserem Feuer völlig zufammenbrach, dürfte mit Rücksicht auf die großen Verluste, die der Gegner erlitt, kaum wieder⸗ holt werden. 1000 Gefangene brachten diese Kämpfe ein. An den Stellungen südlich des Dnjeste wird gekämpft. Ein von unseren Truppen angesetzter Gegenangriff gewann Raum. Die Russen wurden in mehreren Frontabschnitten zurückgedrängt. 1 In Polen und Westgalizien fand nur Geschütz⸗ kampf statt. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Der österreichische Ossiziersnachwuchs. 5 Wien, 15. März.(WTB. Nichtamtlich.) Heute fand in den Maxineakademien und in den Kadettenschulen die feierliche Aus⸗ musterung der ältesten Zöglinge zu Leutnants statt. Nach einer ein⸗ gehenden Besichtigung in Wiener⸗Neustadt verlas Erzherzog Karl Stephan eine an ihn eingetroffene Depesche des Kaisers, in der Kaiser Franz Josef seine Freude ausdrückt, auch zwei Söhne des Erzherzogs als Leutnants in die Reihen seiner ruhmreichen Armee treten zu sehen und den Wunsch ausspricht, der Segen des Allmäch⸗ tigen möge stets unsere Waffen geleiten und die hoffnungsfroh zu der mit neuem Lorbeer geschmückten Armee eilenden neuen Armee⸗ offiziere in seinen besonderen Schutz nehmen, auf daß die jugend⸗ liche Begeisterung nach besten Kräften zum Segen unserer gerechten Sache ebenfalls beitrage. Das Telegramm des Kaisers rief begeister⸗ ten Jubel hervor. In seiner Ansprache an die neuen Offiziere hob Erzherzog Karl Stephan hervor, daß unsere wackeren Krieger ohne Unterschied des Standes, der Nation und Konfession nun schon acht Monate ohne Unterlaß den größten und mächtigsten Kampf der Weltgeschichte gegen übermächtige Feinde im engen Verbande mit unseren treuen Verbündeten kämpfen und Wunder der Tapferkeit und Ausdauer vollführten. Der Erzherzog schloß mit folgenden Worten: Wie 1809 in Aspern unsere Fahnen den Sieg brachten, so soll und wird es auch 1915 sein. Das walter Gott. Hurra! General Pau in Warschau. ö Berlin, 16. März. Wie dem„Berl. Tagebl aus Genf gemeldet wird, sei General Pau in Warschau ein⸗ 2 Es verlaute, daß er die dortigen Operationen eiten werde. ö Schweizerische Betrachtungen. 6 Bern, 15. März(WTB. Nichtamtlich) In einer Erbv⸗ terung der Kriegslage stellt der„Bund“ fest, daß die enorme Av⸗ Defenfips nach und nach zu erschüttern suchten, nur durch stärkste amerikanische Lieferungen erklärbar sei Zu der Dardanellenaktion bemerkt das Matt, die Ein⸗ ing einer aufs Höchste gesteigerten militärischen Gesandaftion der Ententemächte werde auf die noch zwischen Neutralität und on schwankenden merfmiirdigerweise nur Wer den Haufen geworfen und is scheine zur Vorsicht auf die i Balkansmaten zu wirken beginnen.. 4 2 8 der Seekrieg. Berlin, 16. März. Gegenüber der von der englischen miralität am 13. März herausgegebenen amtlichen Statistik, wonach die Gesamtverluste der englischen Handels marine sich seit Kriegsbeginn auf 82 Schiffe belaufen sollen, er⸗ klären die Morgenblätter, daß diese Angaben unzutreffend und die tatsächlichen Verluste erheblich größer sind. Die Zahl ihrer Kriegs verluste belaufe sich auf 124 Schiffe. Zu diesen kommen noch die verloren gegangenen Fischdampfer hinzu, deren Zahl in der englischen Statistik auf 47 angegeben wird, so daß der Gesamt⸗ verlust 171 Schiffe beträgt. Die„Frankf. Ztg.“ stellt fest, daß nach dem Rauminhalt gemessen, 4 der gesamten englischen Handelsflotte vernichtet ist, das sind also vier vom Hundert. Berlin, 16. Mürz. An der südamerikanischen Küste ist, wie dem„Berl. Lokalanz.“ und dem„Berl. Tagebl.“ ge⸗ meldet wird, das englische Segelschiff(der„Berl. Lokalanz sagt Dampfer)„Corn-ubd-y- Castle“ von dem deut⸗ schen Kreuzer„Dresden“ in den Grund ge⸗ bohrt worden. Wie dem„Berl. Lokalanz.“ weiter berichtet wird, ist jetzt festgestellt, daß die englischen Dampfer„Flo⸗ ranzen“ und„Headland“, die nach einer amtlichen englischen Meldung von einem deutschen Torpedo getroffen wurden, gesunken sind. Kopenhagen, 15. März.(WTB. Nichtamtlich.)„National Tidende“ meldet aus London: Die gerettete Besatzung des schwe⸗ dischen Dampfers„Hanna“ ist mit dem englischen Dampfer „Gyller“ in Hull angekommen. Sechs Mann der Besatzung werden vermißt, davon vier Heizer, ein Bootsmann und ein Steward. Man vermutet, daß sie umgekommen sind, als ein Teil des Vorder⸗ schiffes zusammenbrach. Der erste Steuermann erzählt: Das Schiff war mit den Landesfarben bemalt, hinten und vorn stand der Name in großen Buchstaben. Das Schiff wurde zwischen Scar⸗ borough und Flamborough torpediert.— Der zweite Steuermann, der auf der Brücke stand, will ein Torpedo durch das Wasser haben kommen sehen Eine Warnung sei vorher nicht gegeben worden. Das Vorderteil des Schiffes sank sofort, das Schiff blieb aber noch eint halbe Stunde flott. Die Besatzung ging während dieser Zeit in die Boote. Die Schiffs papiere und die Instrumente sind der⸗ loxen gegangen. 1 Helsingborg, 15. März.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einem bei der Reedereigesellschaft Henckel von dem Kapi⸗ tän des Dampfers„Hanna“ eingetroffenen Telegramm trat die Katastrophe Sonnabend früh ein. Zwei Da mi p⸗ fer wurden durch einen Torpedo in den Grund ge⸗ bohrt. Durch die Explosion wurden vier Heizer, ein Bootsmann, ein Schiffsjunge, sämtlich Schweden, getötet; die übrige Besatzung wurde von einem vorbeifahrenden Dampfer aus Helsingborg aufgenommen. Sämtliche Papiere und Instrumente sind verloren.(Notiz des Wolffbureaus: Da die Explosion im Vorderschiff stattfand, ist es viel r⸗ scheinlicher, daß das Schiff auf eine Mine gelaufen ist.) 3 * * 1 J ² ꝗ— ̃⅛¾Aʒ.̃—˙ͤꝛ'̃—r... 8 5 1 2 8 72727 ˙ ⁵Ain...;%-v⁵u! 0 a 2 * a 1 a 1 f regel wird provisorisch bis zur Errichtung von Isolier⸗ —— Bulgare meldet: Die in der Sobranje eingebrachte An⸗ frage über die wa des Krieges 191 2 vom bulgarischen Staatsschatz an Montenegro gewährte Anleihe . untersuchen. Gagez o Die englische Niederlage bei Ahvaz. . Konstantinopel, 15. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die „Agence Milli“ meldet: Die Engländer behaupten in ihren Be⸗ richten vom 8. und g. März, daß die Türken bei Ahvaz ungeheure Berluste erlitten hätten, und hoffen 2 ihre Niederlage * verschleiern Wir wiederholen, wir während dieses Kampfes drei Schnellfeuerkanonen, 400 Gewehre und eine Menge Kriegsmaterial erbeutet, 400 Engländer getötet haben, zu denen man noch die von den Engländern mitgenommenen Toten rechnen muß, deren Verlust sie in ihren Berichten eingestehen. Unsere Verluste in diesem Gefecht sind unbedeutend. Die englische Nieder⸗ lage bei Ahvaz kann also in keiner Weise verschleiert werden.— Die englischen und französischen Berichte über die Dardanellen sind lächerlich, Wir erklären nachdrücklich, daß„Agamemnon“, „Lord Nelson“,„Cornwallis“,„Dublin“,„Bouvet“,„Suffren“ und„Saphir“ havariert und„Quen Elizabeth“ von drei Granaten schweren Kalibers getroffen wurde, und daß das Hospitalschiff„Ca⸗ nada“ mit einer großen Zahl Verwundeter nach Malta abging. Die Wirksamkeit unseres Feuers wird von den englischen Berichten zugegeben; sie kündigten stolz an, daß sie unsere Batterien zum Schweigen brachten, geben aber zu, daß sie dieselben Batterien am nächsten Tage wieder bombardierten. Diese Berichte sind das Beste, was von unseren Feinden zu unseren Gunsten veröffentlicht werden könnte Heute befindet sich kein feindlicher Soldat an der Meerenge der Dardanellen, noch in ihrer Umgebung. n die Alliierten wirklich die zahllosen Bat⸗ terien, die sie in ihren Berichten erwähnten, zum Schweigen ge⸗ bracht hätten, müßten sie, statt auf die Umgebung der äußeren Dardanellenforts zu schießen, sich in Konstantinopel befinden. Die en glischen Verluste vor den Dardanellen. Berlin, 16. März. Zu den englischen Verlusten vor den Dardanellen wird dem„Berl. Lokalanz.“ aus Athen gemeldet, es sei den Türken gelungen, neue schwere Geschütze in Kum⸗Kale aufzustellen, die in der Nacht auf den 15. März das Feuer der französi⸗ schen Flotille heftig erwiderten. Zwei schwerbeschä⸗ digte englische Kreuzer seien nach Malta gebracht worden; einer davon habe 20 Treffer erhalten. Die Lage in Konstantinopel und Smyrna. . Konstantinopel, 14. März.(WTB. Nichtamtlich.) Im Gegensatz zu den tendenziösen Behauptungen der Blätter Agenturen des Dreiverbandes, die Lage in Konstan⸗ tinopel fortgesetzt als anormal darzustellen, kann festge⸗ stellt werden, daß Konstantinopel das gewöhnliche Aussehen hat, daß vollständige Ruhe herrscht, und daß sogar das gesell⸗ schaftliche Leben keine Aenderung erfahren hat. Die Smyr⸗ naer Blätter machen dieselbe Feststellung bezüglich Smyr⸗ nas, wo sich nach der ersten ergebnislos gebliebenen Beschie⸗ ung die Bevölkerung wieder vollständig beruhigt hat. Die aufläden sind geöffnet, der Handelsverkehr zeigt das ge⸗ wohnte Bild, in allen kinematographischen Theatern finden wie früher am Abend Vorstellungen statt.. Aus Bulgarien. Sofia, 15. März.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Bulgare. Wegen der großen Ausbreitung epi⸗ demischer Krankheiten in Serbien verfügte das Ministerium des Innern die Schließung der Grenze für alle direkt aus Serbien oder aus Griechenland über Serbien nach Bulgarien kommenden Reisenden. Die Maß⸗ an den verschiedenen Grenzstationen Anwen⸗ dung gelangen, wo die Reisenden—— unter⸗ zogen werden. Sofia, 15. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die Agence im Betrage von 2½ Millionen rief eine lebhafte Aussprache 3 Die Sobranje beschloß, die Angelegenheit dem par⸗ ntartschen Ausschuß zu überweisen, welcher beauftragt] Sodann wurden das Vorgehen des Kabinetts Geschow⸗Danew zu Sofia, 15. März.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Bulgare: Das serbische Unterrichtsministerium hat speben eine neue Unterrichtsordnung für Pri⸗ vpatschulen des Königreichs ausgearbeitet. Diese geht direkt auf die Unterdrückung und vollständige Ler⸗ jeder Spur der bulgarischen Kultur in onien aus. Die Erlaubnis zur Lei 7 ulen— eg 8 5* örden ab⸗ ängig gem werden. r Unterricht in serbischer — zu erfolgen. Griechen, Türken und Albanesen sind einige kleine n emacht worden, indem ihnen gestattet wird, sich ihrer ttersprache zu Unterrichts⸗ zwecken zu bedienen. Von bulgarischen Schulen ist in d⸗⸗ . A ben be Wort die Rede. Der Ent⸗ nationalisierungszweck, den diese neue serbische Maßregel verfolgt, ist klar. 15 a Bon der italienischen Kammer. Rom, 15. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die Kammer 1 über das Gesetz über den wirtschaft⸗ Lichen und militärischen Schutz des Staates. Ein Antrag der Sozialisten, die Wirksamkeit des Gesetzes auf ein Jahr zu beschränken, wurde von Salandra als unannehmbar erklärt und in namentlicher Abstimmung mit 25¹ 15 Stimmen bei einer Stimmenthaltung abge⸗ lehnt. ließlich wurde das ganze Gesetz in geheimer Ab⸗ stimmung mit 284 gegen 25 Stimmen angenommen und die Sitzung geschlossen. Aus Südwestafrika. London, 15. März.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter⸗ sche Bureau meldet aus Kapstadt: Hertzog erklärte im Abgeordnetenhause, der Aufstand sei der wahnwitzigen Narrheit und den Prätensionen der Regierung zuzuschreiben, die zu gescheit gewesen sei, um sich von Klugheit leiten zu lassen, und zu autokratisch, um durch den Willen der Vevölferung gelenkt zu werden. Die Bewegung sei weder auf Bestechung noch auf Intrigue zurückzuführen, sondern vielmehr auf den vollständigen Verlust des Ver⸗ trauens in die konstitutionelle Selbstregierung. Andere luer waren die unkonstitutionellen Handlungen der Minister. Vor Jahresfrist verbannte man neun Männer ohne Rechtsspruch, neulich sei einer Namens Fourrie den Gerichten entzogen und erschossen worden. Die unmittelbare Ursache war, daß das Volk zu den Waffen gegen Deutsch⸗ Südwestafrika getrieben wurde, gegen ein Brudervolk, das ihm während des Burenkrieges beistand. Was die Anklagen gegen ihn selbst betreffe, so gebe er zu, daß er den Aufstand nicht verurteile, er könne aber nicht die Folgerungen auf sich nehmen, die daraus gezogen würden. Er überlasse die Beurteilung seines Verba tens seinen Landsleuten und sei bereit, mit der Nationalitätenpolitit vor die Wähler zu treten. Hertzog kritisierte sodann das Weißbuch, das einige von Pri⸗ vers Im Budgetausschuß des Ren—— 1 5. Im getau des Rei tags unverändert an men. Die Abstimmung über die zur ksernährung und zur Viehhaltung In der Frage des Arbeitsnachweises wurde aus der Mitte des Ausschusses die Notwendigkeit betont, schon jetzt Vorkehrungen zu treffen, um für die Massen von Arbeitern, die nach dem Friedensschluß zurückfluten werden, eine geregelte Arbeits⸗ beschaffung zu ermöglichen. Hierzu wurde die Vorberei⸗ tung eines Gesetzentwurfes für erforderlich erachtet und die Einrichtung einer umfassenden Organisation vorgeschlagen. Für örtliche Bezirke sollen„Arbeitsämter“, für größere Bezirke „Landes bezw. Bezirksämter“ und als Zentralinstanz ein „Reichsarbeitsamt“ geschaffen werden. Den eine solche Organi⸗ sation anregenden zwei Anträgen lagen Leitsätze zugrunde, auf die sich kürzlich die vier größten Arbeiterorganisationen geeinigt haben Einer dieser Anträge ging in einzelnen wesentlichen Punk⸗ ten über diese Vereinbarungen hinaus. Ferner wurde hervor⸗ gehoben, daß die amtliche Statistik über die Arbeitslosigkeit ver⸗ bessert werden müsse. Es müsse künftig die Planlosigkeit ver⸗ mieden werden, mit der jetzt ausländische Arbeitskräfte ohne Rücksicht auf den inländischen Arbeitsmarkt nach Deutschland hereingezogen würden. Der Staatssekretär des Innern erklärte, er habe bei den früheren Etatsberatungen wiederholt anerkannt, daß die auf dem Gebiete des Arbeitsnachweiswesens bestehenden Verhältnisse nicht ideal seien, er halte es aber nicht für angängig, während des Krieges an eine umfassende Regelung dieser Fragen heranzutreten, weil es jetzt nicht möglich sei, die 2— lichen, hier bestehenden Gegensätze der Meinungen auszuglei Auch könne man nicht durch eine Notverordnung völlig neue Or⸗ ganisationen schaffen, die über die Zeit des Krieges hinaus wirken sollen. Das Reichsamt des Innern habe unmittelbar nach dem Kriege, und nicht minder später auch auf diesem Gebiete das ver⸗ — was geschehen konnte und mußte. Eine Reichs zentrale der Arbeitsnachweise sei geschaffen und damit eine gewisse Zen⸗ tralisation der bestehenden Nachweiseinrichtungen herbeigeführt. So⸗ dann habe man den Arbeitsmarkt⸗Anzeiger ins Leben gerufen, der die Anerkennung der beteiligten Kreise gefunden habe, wenn er auch noch der i bedürfe. Da das geltende Recht (8 15 des Stellenvermittlergesetzes vom 2. Juni 1910) die Mög⸗ lichkeit gewähre, eine Meldepflicht sämtlicher Arbeitsnachweise ein⸗ zuführen, sei man an die Bundes regierungen herangetreten, um weitere Schritte auf Grund dieser Bestimmung zu vereinbaren. Die Durchführung dieser Maßnahmen werde eine wertvolle Aus⸗ gestaltung des Arbeitsmarkt⸗Anzeigers ermöglichen. Am schwie⸗ rigsten sei die Frage, wie es zu erreichen sei, dem Arbeitsbedürf⸗ nisse zu genügen, wenn nach dem Friedensschluß die Industrie sich wieder auf frühere Verhältnisse einrichte und Arbeitskräfte in großer Zahl in die Heimat zurückströmten. Das Reichsamt des Innern beabsichtige in Verbindung mit den Militärbehörden und auf Grund von Beratungen mit den Arbeitgebern und den Arbeit⸗ nehmern geeignete Maßnahmen vorzubereiten. 7 Seiten ge⸗ 5 Anregung, für die Beschäftigung von aus dem dienst als selbständiger Gewerbetreibender oder als Landwirt regel⸗ mäßig nicht mehr als zwei Lohnarbeiter beschäftigt hat. Weiter wurde die Ausdehnung der Wochenhilfe auf Wöchnerinnen solcher sicherungsbe rechtigten 1 gewünscht, welche in⸗ folge des Krieges aus einer kenkasse ausgeschieden sind und von dem Recht der Weiterverficherung keinen Gebrauch gemacht haben. Regierungsseitig wurde eine wohlwollende Stellungnahme zu den verschiedenen Anträgen zugesagt. Der erst⸗ und der letzt⸗ erwähnten Anregung hat der Ausschuß zugestimmt. Weiter wurde über Aenderung des Gesetzes über die Unter⸗ stützung von Familien in Dienst getretener Mann⸗ schaften vom 28. Februar 1888 verhandelt. Es wurde auf die Unterschiede hingewiesen, die zwischen der österreichischen und der deutschen G bung bestehen.„Die hauptsächlichsten Wünsche Einen dahin,„Bedürftigkeit“ als Voraussetzung für die nterstützung zu beseitigen, die Unterstützungen zu erhöhen, den Kreis der Berechtigten zu erweitern und gegen die Entscheidung der Lieferungsverbände noch ein Rechtsmittel an die höhere In⸗ stanz zu gewähren. Von anderer Seite wurde gewünscht, daß die jetzt während der Wintermonate gewährten Unterstützungssätze für die Sommermonate nicht herabgesetzt würden. Von seiten der Regierung wurde die Bereitwilligkeit erklärt, im Verwaltungswege dahin zu wirken, daß eine Herab⸗ setzung der Unterstützungssätze während der Sommermonate nicht eintritt, und daß auch im übrigen das Gesetz in wohlwollender Weise durchgeführt wird, besonders soweit es die Prüfung der Frage der Bedürftigkeit anlangt. Die Einführung eines besonderen Rechtsmittels der Beschwerde gegen die Entscheidung der Liefe⸗ rungs verbände sei nicht angängig, wohl aber könne man sich an die dem Lieferungsverband vorgesetzte kommunale Aufsichts⸗ behörde wenden, die dafür Sorge zu tragen habe, daß die Grund⸗ sätze, nach denen die Unterstützungen zu gewähren seien, auch von dem Lieferungsverbande beachtet würden Eine Reihe von Härten, die sich auch sonst bisher bei der Durchführung des Gesetzes heraus⸗ stellten, sei bereits im Verwaltungswege beseitigt. Die eingangs dieses Abschnittes erwähnten Wünsche wurden dem Bundesrat als Material überwiesen. 0 Der Ausschuß trat munmmehr in die Beratung über die Kriegslieferungen ein. In Bezug auf die Aufträge im Ledermarkt erklärte ein Vertreter des Kriegsministeriums, daß mit einer Abnahme der Aufträge nicht zu rechnen sei. Den übrigen Beanstandungen auf diesem Gebiet sei bereits Rechnung tragen, doch müßten sich die neuen Bestimmungen erst einleben. uf eine Anfrage, ob durch Knappheit an Rohstoffen die Kriegfüh⸗ rung beeinträchtigt werden könnte, gab der Kriegsminister die beruhigende Erklärung ab, daß in dieser Beziehung zu irgend welcher Sorge keinerlei Veranlassung wäre. In der Zentralisierung des Vergebungswesens würde fortgefahren werden. Beer und Flotte. Berlin, 15. März. Der„Berliner Lokal-Anzeiger“ meldet: Der Kalser hat dem General der Kavallerie v. d. Marwitz, der ein Reserve-Armeekorps kommandiert, für seine hervorragenden Dienste auf dem westlichen und östlichen Kriegsschauplatze den unrichtige Angaben enthalte. Orhen Pour le uèrite verliehen. Aus Stadt und Can. Gießen, 16. März 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den n a Unteroffizier Georg Keil, Inl.-Rgt. 115, aus— Musk. Johann Neis, Jae Ne 140. Darmstadt.— Land⸗ wehrmann Konrad Möller, Landw.⸗-Inf.⸗Rgt. 116, aus Maar. — Canitäts-Gefreiter Wülh. Zinn, Landw.-Inf.-Rgt. 116, aus Wallenrod. N Ritter des Eisernen Kreuzes: Leutn. Wilh. Diefenbach aus Darmstadt,. Lehrer Silß aus Eichelhain, Leutu. d. * An der Kriegsanleihe hat sich die Provinz Oberhessen mit der Zeichnung von 500 000 Mk. beteiligt. * Liebesgabensendungen nach Oester⸗ reich. Bezüglich der Versendung der Liebes gaben an im Felde stehende österreichisch⸗ungarische Heeresangehörige, so⸗ wie an deutsche Heeresangehörige, die sich bei den öster⸗ reichisch-ungarischen Truppen befinden, wird von zuständiger Stelle auf die Verfügung des Reichskanzlers vom 28. Ja- nuar 1915 hingewiesen, nach der die Ausfuhr von Post⸗ paketen bis zu 5 Kilogramm an die oben bezeichneten Hee⸗ resangehö rigen bis auf weiteres zugelassen ist Daß die Sendung für einen im Felde stehenden Heerespflichtigen be⸗ stimmt ist, muß aus der Adresse zweifelsfrei hervorgehen. Den Paketen können auch Privatbriefe beigelegt werden. Die Auszahlung der Familienunter⸗ stützungen für die Zeit vom 16. bis Ende März an die An⸗ gehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen findet Diens⸗ tag, den 16. März, Mittwoch, den 17. März, Donnerstag, den 18. März und Freitag, den 19. März, vormittags von 8 bis 1 Uhr im Stadthaus, Zimmer Nr. 16, statt. »Stadttheater. Aus dem Thealerbureau wird uns ge ⸗ schrieben: Der Frankfurter Gastspielabend am kommen- den Freitag verspricht sehr interessant zu werden, nicht nur durch die Mitwirkenden, sondern auch durch die Stücke, die sämtlich Neu⸗ heiten für Gießen sind. Die Ver asser der vorgesehenen Werke „Abendsonne“, Auserstehung“ und„Der Unverschämte“) sind durch andere Werke allerdings hier bestens bekannt. Ludwig Fulda ist in zahlreichen Werken hier schon zu Wort gekommen, Raoul Auernheimer vor einigen Jahren mit seinem reizenden Lustsptel „Die große Leidenschast“ und Felix Salten mit seinem Einakter ⸗ zyklus„Vom anderen Ufer“ anläßlich eines Gastspiels Albert Bassermanns. Da die Preise troz der Mitwirkung von nicht weniger als acht Frankfurter Künstlern nicht erhöht worden sind, dürfte mit Sicherheit ein volles Haus zu erwarten sein. g Verkauf eingeführter belgischer Pferde. Donnerstag, den 18. März, vormittags 11 Uhr, findet im Hofe des Jagdschlosses Kranichstein eine Versteigerung von 29 aus Belgien eingeführten 1½ bis 4jährigen Pferden, darunter 25 Stuten und 4 Wallachen, statt Die Versteigerung erfolgt gegen Bar⸗ hlung. Ein Teil des Steigpreises kann gestundet wer⸗ en. Zugelassen werden nur Landwirte aus dem Groß⸗ been Hessen. a 0 a Zur Bekämpfung der Läuseplage im Felde. Ungezählte Mittel werden e silich von be⸗ r— 1 5 2— 1 lage ruppen starmee 0 ä use angeboten. Welche— 2 diese Mittel haben oder ade nicht haben, darüber stellten die Professoren Her x⸗ N und Nathan in der Frankfurter dermatologi⸗ schen e. Die beiden Forscher stellten zunächst fest, ie mei„ e „ so gut wie wirkungslos sind. Hhuch die ätherischen Oele, wie Anisöl, Bergamottöl, Fen⸗ chelöl und Eukalyptus öl halfen wenig, ebenso Peru⸗ balsam und Naphthalin. Graue Salbe ist vom ärzt⸗ lichen Standpunkt aus bedenklich und sefeläther als zu gefährlich zu verwerfen. Als bestes, billigstes und am leichtesten anwendbares Mittel erwies sich Kresol in dem Vernichtungsfeldzuge gegen Läuse und andere Insekten. Bei den Versuchen wurden in einem Glas⸗ kölbchen jedesmal einige Versuchsläuse untergebracht und dazu das insektentötende Mittel in Gazesäckchen so auf⸗ gehängt, daß es den Boden nicht berührte. Das Kölbchen wurde verschlossen, und gleichzeitig wurde jedesmal ein Kontrollversuch ohne insektentötendes Mittel angestellt. Dabei stellte es sich z. B. heraus, daß bei Naphtolpuder nach 2 Stunden noch keine Wirkung eingetreten war, daß gewöhnliches ktenpulver einige Tiere nach 90 Minuten tötete. Beim Kresol starben alle Tiere in längstens 10 Minuten. Das Mittel, um das es 1 hier handelt, ist ein Gemisch der drei Kresole, das im Hande als Trikresol bezeichnet wird. Es kommt so zur Anwen⸗ dung, daß es mit Talk, Magnesia und ähnlichen Stoffen zu einem Puder von 3 prozent. Kresolgehalt vermengt wird. Der unangenehme Geruch läßt sich durch Sassafrasöl mildern. 8 w. W 16. Mär 8: ee 3 Wi„ 16. März. angi w ieseck 3 5— unter w. Wie dug, ee Fan e bewahrt und rigen Verhältnissen seine treudeutsche Gesinnung bew sich stets 2 ganzer Mann erwiesen. Die Gießener Garnison bei seinem Begräbnis die! elle sowie eine Abteilung Landsturmleute, die ihm die letzten militärischen Ehren erwiesen, eine Auszeichnung, die der Verstorbene voll und ganz verdiente, wie dies die eindrucksvollen Worte des Ortsgeistlichen an semnem Grabe, sowie die beim Niederlegen der Kränze nachgerufenen Worte bezeugten. Starkenburg und Rheinhessen. ch. Bingen, 14. März. Der Marktstreit den Kreisen Bingen und„Kreuznach Ende gefunden, wie es in wär 5 ständlich ist. Der Landrat des ises hat sein Verbot betr. die Ausfuhr von Lebensmitteln aus Kreise Kreuznach aufgehoben, so daß mit Ausnahme von Brot und Mehl alles ausgeführt und außerh des Kreises Kreuznach verkauft werden kann. Im übrigen ist die Einfuhr aus den Kreisen Bingen und Alzey nach dem Kreise Kreuz⸗ nach sehr groß. Kreis Wetzlar.. w. Wetzlar, 15. März. Auf Antrag der Handelskammer haben die Stadtverordneten den Kostenbeitrag zu den Vorarbeiten des Bahnprojekts Wetzlar—Dutenhosen— Butzbach, zu welchem die Stadt Butzbach 300 Mk. und die Gemeinden des Kleebachtales pro Kopf 5 Pfg. bewilligten, auf 300 Mk. erhöht. O Braunfels, 15. März. Fürst Georg zu Solms⸗ * Braunfels wird sich an der Kriegs anle he mit een 4 5 25 Betrage von 1 550 000 Mk. betetligen hat r gell eld les, 4 N ö 1 8 l Hiessen⸗Nassuu. A Traufenbach, 14. März. Die Fahrpost Rodbeim⸗ Nennen rumbach-Frankenbach ist seit 14 Tagen eingestellt. Mitbin müssen die Bewohner unserer abgelegenen Orte die vielen Paketsendungen für die Truppen im Felde meist selber zur nächsten Poststelle tragen. Hoffentlich wird diesem Uebelstande baldigst abgeholfen. 5 g N Schlüchtern, 14. März. Die Krähenplage hat im Kreise einen derartigen Umfang angenommen, daß das Landratsamt die Bürgermeister und Gutsvorsteher an⸗ wies, für einen durchgreifenden Abschuß der Vögel Sorge zu tragen. 3 eb ure a. M., 15. März. Das kommende Geschäfts⸗ jahr der Stadt. die vollständige Tilgung der ältesten städtischen Anleihe, der sogen. Theateranleihe von 1874. Die Anleihe bestand aus 686 auf den Inhaber lautenden Schuld- verschreibungen von je 3000 Mark; sie halte ursprünglich eine Höhe von 2058 000 Mk. oder 1200 500 Gulden und war mit 4½ Proz. zährlich zu verzinsen, von 1877 ab mit 1 Prozent zuzüglich der er⸗ sparten Zinsen zu tilgen. Zur Verzinsung dieses Darlehns wurde damals die Theaterbillettsteuer eingeführt, die später in der Billett- steuer-Ordnung Aufnahme fand. d. Dillenburg, 15. März. Die Stadtvertretung hat die Ueberweisung von 100 Kriegsgefangenen zur Ver— wendung bei landwirtschaftlichen Arbeiten beantragt. BPB 2222———d2——— Candwirtschaft. Der Anbau von Frühkartoffeln und Frühgemüse. Der umfangreiche Anbau von Frühkartoffeln und Frühgemüse ist besonders geeignet, einer etwa eintretenden * an Brotgetreide vorzubeugen, weil diese Erzeugnisse gerade in den der neuen Ernte unmittelbar vorausgehenden Mo⸗ naten Juni, Juli und August anfallen. Es erscheint daher geboten, diese Kulturen nicht nur der eigentlichen landwirtschaftlichen Be⸗ völkerung, sondern auch allen Besitzern von Gärten, Hausgrund⸗ stücken usw. dringend zu empfehlen. Hierbei sind folgende Gesichts⸗ punkte zu beachten. 0 Beim Anbau von Kohlarten, wie Blumen⸗, Wirsing⸗, Weiß⸗ und Rotkraut ist die Einfuhr dieser Gemüsearten aus Holland, die schon bisher in großen Mengen stattgefunden hat und in diesem Jahr wegen der der Ausfuhr von Holland nach England entgegen⸗ stehenden Schwierigkeiten noch in erhöhtem Maße stattfinden wird, zu berücksichtigen. Auch Salat wird bekanntlich zu allen Jahres⸗ zeiten in— Mengen aus Holland eingeführt. In Oertlich⸗ keiten, die von der Einfuhr weniger erreicht werden, ist natürlich auch die Erzeugung dieser Gemüsearten zu empfehlen. die Volksernährung kommen aber in erster Linie in Be⸗ tracht: Frühkartoffeln, Rüben, Möhren(Karot⸗ ten) und Hülsenfrüchte aller Art, wie Erbsen, Puff⸗ en und Buschbohnen. Dabei kommt es besonders darauf an, diese Erzeugnisse möglichst früh zum Verbrauch bereitstehen. Es empfiehlt sich daher, durch entsprechende Behandlung des Saatgutes ein recht frühes Austreiben der Pflanzen zu bewirken, da ein werlo Tag bei der Pflanzung eine um eine Woche spätere Ernte zur Folge haben kann. 5 Bei Frühkartoffeln kann die Ernte eine Woche, ja einen Monat früher erfolgen, wenn die 8 vorher an⸗ rden. Sie werden zu diesem Zweck schon von 1 an in nicht zu hoher Schichtung in Kästen oder Körben im Stalle oder in warmen Räumen des Hauses aufgestellt. Wenn die Keimtriebe die Länge von bis 1 Zentimeter erreicht haben, werden die Knollen in den Boden gebracht und mit einer dünnen Erdschicht bedeckt; wenn die ersten Blätter so frühzeitig hervortreiben, daß sie noch von Spätfrösten gefährdet werden lönnten, werden sie mit Erde bedeckt. Dieses Verfahren emp⸗ fiehlt sich 5 nur für die eigentlichen Frühsorten, sondern auch für die mittelfrühen und späteren. Die Erträge werden wesentlich gesteigert, wenn der Boden mit verrottetem Stalldünger oder Kom⸗ post ei wird. g ohlrüben, Speiserüben(weiße Rüben), rote Rüben(Beta) und Möhren eignen sich ebenfalls zur Er⸗ zeugung von Frühgemüsen Die Kohlrüben werden auf warm⸗ . Gartenbeete, in Mistbeete oder Treibkästen ausgesät und päter ins freie Land ausgepflanzt, die Speiserüben in Reihen aus⸗ —— und später vereinzelt. Die Samen der roten Rüben und hren erfordern Zeit zur Keimung, sie werden deshalb vor der Saat in Gef unter Beimischung von Sand feucht gehalten und an warmen Orten aufgestellt. Sobald die Keime . werden die Samen dann in das Land ausgelegt. r Möhrensamen wird zweckmäßig vor dem Anfeuchten durch Reiben zwischen den Händen von den an dem Samen befindlichen 1 5 befreit.. 5 Hülsenfrüchte sind wegen des hohen Eiweißgehaltes hl der grünen als der trocknen Früchte besonders wertvoll, sie ten daher überall dort, wo ein Fleckchen Land zur Verfügung t, 7 7 werden und zwar trotz des augenblicklich recht hohen ses Samens. Sie machen an den Boden sehr geringe An⸗ prüche und wachsen unter Verwendung von etwas Komposterde oder einer kleinen von Kalk, Kali und Thomasmehl auf ganz leit Sandboden. Frühe Erbsen und Puffbohnen Bohnen) werden in Kästchen mit Sand vorgekeimt und im März ins freie Land gebracht. Deckmaterial zum Schutz gegen Nachtfröste muß natürlich zur Hand sein Mit Buschbohnen wird ebenso verfahren, sie dürfen aber erst Ende April ausgepflanzt werden. Gerade der Anbau der Buschbohnen muß dringend emp⸗ fohlen werden, da sie neben frischem, auch zur Konservierung sehr seeignetes Gemüse geben und schließlich zur Ernte trockener(weißer) ehen bleiben können. Ein Zuwachs an den nahrhaften, trockenen 1 ist aber besonders erwünscht. Der Anbau von Frühgemüse hat den Vorteil, daß in den meisten Gegenden noch eine zweite Ernte gewonnen werden kann, ierfür kommen hauptsächlich rote Rüben, Kohlrüben und Grün⸗ kohl und für die Aussaat noch im August Speiserüben(weiße Rüben) in Serichia aal. ö Das Urteil im Prozeß Thormann. Berlin, 16. März. Die Geschworenen im Thormann⸗ Prozeß, der in Köslin stattfand, bejabten sast alle Schuldfragen unter Verneinung mildernder Umstände. Der Staatsanwalt be- antragte eine Gesamtstrase von 8 Jahren Zuchthaus. Der An⸗ geklagte brach bei Verlesung des Strasantrages in die gröbsten Beschimpfungen gegen den Staatsanwalt, gegen den Gerichtshof und sogar gegen seinen eigenen Verteidiger aus. Er erklärte alles für Schwindel und Bestechung. Das Urteil lautete auf 10 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust. g 1* Leipzig, 15. März.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reichs- gericht verwarf die Revision des Arbeiters Thomas Losin, der von dem Schwurgericht Altona am 16. Januar wegen Mordes zum Tode verurteilt worden war. rm. Darmstadt, 16. März. Die beiden vom Schwurgericht zum Tode ꝛc. verurteilten Vogt und Frau Heydrich haben durch ihre Anwälte Revision beim Reichsgericht wegen sormeller Verstöße einreichen lassen. Der mischtes. Mainz, 15. März. Im Walde bei Gonsenheim erschoß gestern nachmittag die 53 Jahre alte Frau eiues pensionterten Beamten ihren zwölfjährigen Sohn und brachte sich dann selbst einen Schuß in die Brust bei. Der Junge war sosort tot, die Frau wurde schwer verletzt ins Krankenhaus verbracht. Blücher soll die Kerls von der Feldpostgor⸗ rigiren“. Ein sehr drolliges 7 das ein biederer Schle⸗ sier vor man undert Jahren an den Fürsten Blücher schickte, zeigt, daß damals schon mit der armen Feldpost, der viel geplagten, unzufrieden war. Das Bittgesuch, das vor etwa vierzig Jahren an die Oeffentlichkeit gelangte, befand sich damals im Besitz eines Gast⸗ wirts in Garz, dessen Onkel Adjutant Blüchers gewesen, so daß das originelle Schriftstück verbürgt erscheint. Es lautet: „Allexunüberwindlicher Feldherr! General, Herr General vorwärts Excellenz! Liebwerthester Herr Blücher. Verzeihen Sie, Excellenz, liebwerthester Herr Blücher, Ge⸗ neral vorwärts, daß ich als unzeitige Geburt es wage, an Sie u schreiben, aber ich kann mir nicht helfen, es ist wegen meinen raugott; ich bitte Sie um alles in der Welt, liebster Herr Blücher, Exellenz, General vorwärts, was ist das für eine in⸗ fame Confusion mit dem Feldpostamt, ich habe meinen Traugott. bey den Garde Jägern, er kennt Er Exellenz vorwärts genau und gut, schon zwey mahl Zulage geschickt, aber er hat nichts be⸗ kommen. 5 8 N Ich bitte Ewr Exellenz demuthigst, corrigiren Sie die Kerls doch einmahl, aber nach alter Preuß. Manier, Sie verstehen schon, wie ichs meine, das wird gewiß helfen, denn es ist um die Schwer⸗ noth zu kriegen, wenn man den Kindern, die fürs Vaterland streiten, was schickt, und Sie nichts bekommen. Ewr Exellenz werden den Kerls doch wohl ein Donnerwetter auf den Hals schicken, deshalb habe ich es Ihnen geschrieben, denn ich weiß schon, daß mit dem alten nicht viel zu spaßen ist. Ewr Exellenz unüberwindlicher Feldmarschall, General vorwärts ge⸗ nannt, liebwerthester HErr Blücher, ich verbleibe Ihr unter⸗ thänigster 1 Schornsteinfeger Matthias Keller zu Schweidnitz 1815. NB. Wenn Sie meinen Traugott sehen, so bitte ich Ihn un⸗ beschwert zu grüßen, aber schenken Sie ihm nichts, denn ich habe ihn immer zur Ordnung angehalten. Na, adjeu.“ Das Schreiben spricht jedenfalls auch für die Volkstümlichkeit des Kriegshelden, dem man in so gemütlicher Weise zu schreiben und Grüße für den Sohn aufzutragen wagt. „Eine Prise, Herr Hauptmann!“ Bei einer Feld⸗ batterie des 4. Armeekorps diente im Kriege 1870 der alte Trom⸗ peter Sturm, die bekannteste Persönlichkeit im ganzen Regiment, dem er seit achtzehn Jahren angehörte. Dieser 577 Reiter und „allezeit lustige und schneidige Feldsoldat“, den die ffiziere mehr freundschaftlich als streng dienstlich behandelten, hatte eine große Leidenschaft: er war„Schnupfer in der eminentesten Bedeutung dieses Wortes“. Er schnupfte zwei Lot— ein ganz enormes Quan⸗ tum. Seine dementsprechend große Dose hatte ein Leutnant den „Torfkasten“ getauft. In der Gegend von Soissons wurde der sonst so fidele Sturm plötzlich einsilbig. Sein langer dunkler Bart hing noch schlapper als gewöhnlich an den Mundwinkeln herab. Sturm sah aus, als ob er bittere Erlebnisse gehabt hätte; er saß nicht, wie sonst, straff im Sattel, er hing auf seiner„Sahra“ wie ein erschossener Mann. Und der Grund? Sein Schnupftabak war ausgegangen; weit und breit war keine Prise aufzutreiben. „Von da ab,“ erzählte später sein Batteriechef,„wurde Sturm nachlässig, träumerisch, energielos, unzuverlässig— kurz, der alte schneidige Soldat war aus ihm verschwunden: ja mehr als einmal mußte ich ihn hart anfahren, was bei Sturm etwas Unerhörtes war. Das plötzliche Versiegen der Quelle langjährigen Genusses atte den alten Trompeter, ich möchte sagen, demoralisiert. End⸗ ich, nach Wochen, hatte ihm seine Frau wieder ein Paket seiner Leibprise Bolongaro gesandt. Am Abend des Eintreffens jener bedeutungsvollen Sendung— es e wohl schon ½11 Uhr gewesen sein— lag ich in meiner rtablen Villa in Mont⸗ morency bereits im Bett, als plötzlich 82 255 schwere Tritte die Treppe herauf klirrten, in wilder Hast die Tür aufgerissen wurde und eine lange, dunkle Gestalt in das Zimmer trat. Bei dem hellen Mondlicht erkannte ich sofort den alten Sturm.„Was ist los, Sturm, 7“„Nein, nein, Herr Hauptmann, meine Alte hat eine frische Prise geschickt. Ich wollte nur eine kleine Probe davon bringen.“ In seiner namenlosen Freude hatte der alte Soldat alle Subordination vergessen, hatte sich nicht melden lassen. war ohne zu klopfen in der Nacht bei mir 7— und stand nun in höchster freudiger mit einem Tassenköpfchen Bolongaro vor meinem Bette. Der Futtermeister erzählte mit am andern Morgen, daß sich Sturm gar nicht zu Bett gelegt, sondern auf der Treppe sitzend bis zum Futterschütten geprist hatte. Von nun an war er wieder der beste Trompeter und Soldat.“ »Nasführen in Asien. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß Japan leine lieben Verbündeten, die Eng- länder, an der Nase herumgeführt hat und bei seinem Eintreten in den Weltkrieg von vornherein an China und was sich dort im allgemeinen Aufruhr der Welt ergattern läßt, gedacht hat. Das Nasführen stammt übrigens aus Asien, wo es als Auszeichnung gilt. Es gab nämlich dort ein Kulturvolk, bei dem noch bis vor kurzem das Herumsühren an der Nase eine Ehrenbezeugung dar⸗ stellte, und zwar nicht etwa in übertragenem Sinne, sondern buch⸗ stäblich. Bei uns werden als Schmuck Ohrri getragen, ver⸗ schiedene Naturvölker Südasiens begnügen sich damit nicht. Sie lassen sich auch die Nase durchbohren und tragen darin, je nach Vermögen, goldene, silberne oder kupserne Ringe. Dieser Sitte be⸗ egnet man auch bei den primitiven Völkern Südchinas. Als die Ai-Lao noch selbständig waren, trug ihr Häuptling oder„König“ in jedem Nasenflügel je einen goldenen Ring, der fast bis an das Kinn reichte. Ging nun der Herrscher aus, so wurden durch die Ringe seidene Stricke gezogen. Zwei Diener hielten dieselben und führten so den Häuptling herum. Diese für uns höchst amüsante eremonie war ein Vorrecht des Herrschers; kein gewöhnlicher terblicher durste sie sich erlauben. So werden vermutlich auch 1 Japaner mit den Engländern diese ehrenvolle Zeremoie aus⸗ ühren. — —— Monall. Heberich der Codessade in der Stadt Monat Februar 1915. ommen zu 32 900(inkl. 1600 Mann Militär). terblichkeitsziffer: 25,71%, Nach Abzug von 31 Ortsfremden 14,57. Einwohnerzahl: an Anm.: Die der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. in Kammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel abges Murrte. 2 FTC. Wiesbaben. Viehhof⸗ Marktbericht vom 13. März. Auftrieb: Rinder 40(Ochsen 3, Bullen 9, Kühe und Färsen 28), Lace Sete Geschät ird der Markt geräumt. 2 f eschäst wird der rktverlauf: Bei lebhastem Ges Pendel Lebend⸗ Schlacht Ochsen. gewicht. Vollfleischige, ausgemäslete, höchsten Schlacht Mk. Ml. wertes im Alter von 4—7 Jahren 5558 92—107 Die noch nicht geiggen ren(ungejochte). 52—56 89—95 ullen. Vollfleischige, ausgew. höchsten Schlachtw. 48—50 80—86 due Auddemäfele Herden bschst Vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Elac teres a 0 8 böchs 51—55 90—98 Vollfleischige ausge mästete ühe öchsten Scat e bis zu 7 Jahren 41-47 76—83 Wenig gut W 117„„„„%% ä lber. Mittlere Mast- und beste Saugkälber. 60-64 100—107 Geringere Mast- und gute Saugkälber 50—58 83—97 W̃ iemafs f eldemastschase: Mastlämmer und Masthammel 00,0 00,00 0000 . eis 100 kg Vollfleischige Schweine von 5 Lebendge wicht 75—81 96—102 Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgew. 73 75 95— 96 Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebend gewichtete... 74—78 96—100 Letzte Nachrichten. Die Verhandlungen zwischen Berlin, Wien und Rom. Rom, 16. März. Eine Note der„Tribun ga er⸗ klärt: Zwischen der einen und der anderen Seite(Rom, Berlin, Wien) haben noch keinerlei eigentliche Verhandlungen stattgefunden. Alles beschränke sich auf eine einfache Initiative, um festzustellen, o b Ver⸗ handlungen überhaupt möglich und auf welcher Basis sie zu führen seien. Die Lage in Ppern. Amsterdam, 16. März. Die„Tuyd“ meldet, daß es in Ypern sehr traurig aussehe, da der größte Teil der Stadt verwüstet sei. Die berühmten Gebäude der Stadt, die Tuchhalle und die St.⸗Maartens⸗Kirche seien so gut wie ganz niedergebrannt Viele alte Häuser und Sehens würdigkeiten, besonders rings um den Markt, seien vollständig vernichtet. Noch fast alle Tags bombardierten die Deutschen die Stadt. Plünderungen und Diebstähle, besonders in Wein, greifen von Tag zu Tag mehr um sich. Der Korrespondent bemerkt, daß auch die Soldaten sich daran beteiligten.. 0 Aus dem Westen. Rotterdam, 16. März. Der„Nieuwe Rotterdam Chapelle sei gering. Auch wenn die Verbündeten die innere Krümmung der Front bei La Bassse noch rektifizieren könnten, wäre der Erfolg noch immer nicht groß. Dazu sei eine große strategische Reserve unentbehrlich, die auf einmal eingesetzt werden müsse. Es sei fraglich, ob das neue englische Heer eins große Offenswkraft haben werde, denn dazu würden an die Füh⸗ rung zu große Anforderungen gestellt. Das englische Herr er⸗ scheine wohl als eim großes Gebäude, aber es set fraglich, ob der innere Zusammenhang genügend stark sei, und ob es nicht bei dem ersten Sturm zusammenbrechen werde. Kopenhagen, 16. März. In einer Besprechung der Kriegslage sagt das wenig deutschfreundliche„Erstrabladet“: Die Verbündeten greifen wohl auf allen Seiten an, haben aber trotz großer Kraftaufwendung weder bei Neuve Chapelle, noch in der Champagne, noch irgendwo sonst Er⸗ penverschiebungen jedem Angriff widerstanden, teils sogar erfolg⸗ Der Unterserbootkrieg. Kopenhagen, 16. März.„Politiken“ se Noch Erfahrungen der letzten Wochen scheint der Unterseebotkrieg keines⸗ wegs auf Zufälligkeiten berechnet zu sein, wie man vor dem fürchtete. 18. Februar bestrebt, Verwicklungen zu vermeiden. Noch ist nicht vollkommen entschieden, ob der norwegische Dampfer„Belridge“ torpe⸗ diert oder auf eine Mine gestoßen ist. Die Deutschen behaupten, daß nach den eingegangenen Berichten kein Unter seeboot einen r namens„Belridge“ beschossen habe. Der zweite norwegische Dampfer„Regin“ könnte ebensogut auf eine Mine gestoßen als torpediert sein. Ueber die Vernichtung des schwedischen Dampfers„Hanna“ sind gleichfalls noch keine genauen Nach⸗ richten eingetroffen. Alle anderen Opfer Unters. sind französische oder englische. g Die Kämpfe in Galizien. Budapest, 16. Febr. Der Beri g telegraphiert aus Ungarn über einen Erfolg, den die Deut⸗ schen beiuzsek erreichten: Nach heftigem Kampfe nahmen 8 Kinder ie einen russischen Stützpunkt. Seit Sonntag sind größere Kämpfe Es starben an Zus. 1 im 1. Lebens⸗ vom 2. bis 1 den Weilh der Turkaer Chaussee im Gange. Die Russen machen 5 W ße Anstrengungen, um diesen Weg zu beherrschen, den sie als Angeborener Lebensschwäche 6 9 7055 64)— Schlasel zur Lage halten. Am Abend begannen die Russen ihr Altersschwäche 10 1 8 Artilleriefeuer und schickten bald darauf Infanterie zum Nacht⸗ Malern 4 5 1 3% langriff in den Kampf. Unsere Truppen erwarteten, wohlvorbe⸗ Diphtherie 300 2* 30 f reitet, den russischen Angriff, der unter unserem Feuer zusammen⸗ Feuchbusten 5 3 5 1 fdrach. Die Russen wurden bis in ihre Stellungen Ain ae Gen Typhus 10) 10) 258* Unsere Granaten fielen in die russischen Gräben. Am oberen San Tuberkulose der Lungen 7 00 2 3 e gewannen wir Boden. Um jeden Fußbreit wird erbittert gekämpft. Tuberkulose anderer Organe 3(1) 2(¹— 1 2 1 Erkrankungen der Atmungs⸗ Die neuen französischen Bestimmungen gegen Kontrebande. e der Aesslauf. 75 2 0 5 Amsterdam, 16. März.— 2 aa 6 1 5 die französische Regierung bei Formulierung 2 Hehienschlag W— D fnnangen, die gegen deufsche Buren auf ner, Andere Erkrankungen des tralen Schiffen getroffen werden sollen, den Vorschlägen Nervensystems 4 1 3— der franzöfischen Gesandtschaft im Haag Rechnung getr. N Erkrankungen d. Verdauungs⸗ habe. Nach den Informationen des„Tel af“ laufen organe 2(0) 2(0— 8 die den Niederlanden chten Zugeständnisse darauf 8 3 6). 25 hinaus, daß alle An me e genen— . 5 d ahlung in niederländische Hände gekommen sind, *.— 1 80 5 00 8—5 ec e. dürfen, wenn ein ents des Gutachten arderen Kranze: ee e ee pere ede aer Beatlanmalnte bur Abel eung der Schssse Summa: 71(51) 87 20 18(7) 16(i) würde von einer Beschlagnahme oder Anhaltung der Schiffe sehen werden. Das würde heißen, daß die niederländi⸗ schen Kolonien aus dem Mutterlande mit allen Bedarfs⸗ gegenständen versehen werden könnten. — Amtlicher Wetterbericht. 1 Deffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 17. März 1015: Trüb, doch meist trocken, mild, nordwestliche Winde. sche Courant“ betont, der englische Erfolg bei Neuve folge erzielt. Die Deutschen haben durch gut geleitete Trup⸗ 2 reich die Offenswe ergriffen. 1 schreibt: Nach den Die deutschen Unterserbovte sind offenbar seebootkrieges 4 er des„A Et“ Was der einzelne am Brotverbrauch 1 spart, dient der Allgemeinheit. 5. 5 „ Den Heldentod fürs Vaterland starb am 23. Februar mein Cuter, treusorgender, unvergesslicher Sohn, under lieber Bruder und Enkel, meiu lieber Bräutigam, Pate und Neffe Otto Schmidt Ersatz-Reservist der 10. Komp. im Res.-Ins.-Regt. 88 im Alter von 2 Jahren. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß unser lieber, guter und unvergeßlicher Vater, Schwiegervater und Grohvater, Herr Ludwig Balser l. In tiefem Schmerz: Minna Schmidt Wow., geb. Stiehl und Kinder 4 1 1 ssen-Linden. Gi 5 F. Ilie Stiehl N Altbürgermeister ref ae Fer len bene, N 5 heute morgen 7% Uhr nach viertägigem Krankenlager im 84. Lebensjahre N ner 8 sanft entschlafen ist. 1 Bu e a 3 Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen: Da warst eg treu und ute rnsst g 3* 5 Dass man Dich nie vergisst. Familie Bürgermeister Balser Albach, den 16. März 1915. Familie L. Wagner 3* Familie L. Hofmann. N 0 a N Die Beerdigung findet Donnerstag, den 18. März, nachmittags 3 Uhr, statt. 5 Danksagung. 5 . Ausserstande, jedem Einzelnen zu danken für die so zahl- 55 22 885 a reichen Beweise herzlicher Teil ahme anlässlich des unersetzlichen a 9 n ö 1 Verlustes durch den Heldentod unseres ewig unvergesslichen g 5 N a N Sohnes, unseres lieben treuen Bruders, Enkels und Neffen i Lereln der Lästige un Ciaben und Imgegend. g.. 8 Den Helbentob fürs Baterland sarb f Alb ht 8 Ibst tua d g 17 Wir setzen unsere Mitglieder von dem Ab— am 2. März 1915 unser lieber, braver rec 2 8 8 U„ Mme* 3 leben unseres lieben Kollegen 2 9 1 85 Sohn und Bruder 1 1 4 Fee 5 3— 8 welchen er infolge seiner Verwundung 6. Februar) in den 5 1 Gastwirt Louis Lüter 5 7 pathen bei Rettung eines Kameraden am 2 Februar zu Budapest 4 5 1 8 2 U E m men erlitten hat, sprechen wir auf diesem Wege unseren tiefgefühltesten 5 gesiemend in N war uns stets 2 Dank aus. . 8 e n n 2 Kriegsfreiw. im Res.⸗Inf.⸗Regt. 222, Gan, besonderen Dank dem deutschen General-Konsulat, . 5 N 4. Kompagnie 19 den Herren Aerzten, sowie den treuen Pflegerinnen im Radetzky- 6 Der Vorstand. a. 5 Spital, Budapest, die sich des teuren Verstorbenen in liebevollster 8 im 19. Lebensjahre. 01486 Weise annahmen. .. Dies zeigen schmerzerfüllt an:. F ili o Heir r 8 1b t. — 3 55 Aamllle Inrie elbs die trauernden Hinterbliebenen. 1 5 Danksagung. Gießen(Neuen Bäue), 16. März 1915..— . Für die vielen Beweise herzlicher . Teilnahme bei dem Heimgang unseres F 2 N geliebten, unvergeßlichen Kindes 70 75 8 5 sowie samtliche a 2 2 Artikel für d. * Minna rauler üte Tragerbedarf in grosser Auswahl zu billigsten Preisen Auf Anruf 240 50 Auswan A. Salomon& Cie. Tiba) sagen wir innigsten Dank. Otto Feuerstein und Frau. Gießen, den 15. März 1915. Danksagung. Für alle uns in so reichem Masse erwiesene wohl- tuende Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Schwester, Schwägerin und Tante Fräulein Mathilde Strack sagen wir unseren herzlichsten Dank. Im Namen der Trauernden: Emma Strack. Giessen, den 15. März 1915. 01428 Neu eingetroffen: i Schdlerrn ützen alle Klassen und Weiten vorrãtig Feldpost⸗Flaschen 2 WSI Mar- aus Glas in bruchsicheren Holzhülsen als ½ und 1⸗Pfund Pakete. SEiebr billige Breise.„Wiederverkänfer Rabatt. Oar 8 2 H VAN I. 1 Porzelanhaus Löwer E Bechstein Mützenfabrik 5 5 Mäusburg 16 Neustadt 2/4 210) Telephon 484 Azetylen Lampen Carbid empfiehlt z. Ailliasten Preisen Eisenwaren⸗, und Küchengerat fühlt Kognak, Arrak, Rum, Kirschwasser, Lao tspielhads Spielplan vom 13. bis 16. Marz: Vaters Stellvertreter Drama Eva's Hemd mzug! 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