5 70 wöchentl. Kreis- latt füt den Kreis Gleßen (Dienstag und Freitag); Ebrisgehiücde eimagen 0 tagen Ferusprech- Auschlüsse: für die Schriftleitung 12 Berlag, Geschäfts stelled l Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Sießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. 1065. Jahrgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei n. Lange. Schriftleitung, Heschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. 4 8— Mittwoch, 10. märz 1915 Bezugspreis monatl. 75 Pf., viertel jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pi.— Haupt⸗ schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Günstiger stand der Kämpfe im Westen. neue Siege über die Russen. Das neue griechische Kabinett. (WT). Großes Hauptquartier, 9. März vor⸗ mittags.(Amtlich). Westlicher Kriegsschauplatz. 5 Auf der Lorettohöhe entrissen unsere Truppen den Franzosen zwei weitere Gräben, machten 6 Offiziere, 260 Mann zu Gefangenen und eroberten 2 Maschinen- gewehre und 2 kleinere Geschütze. In der Champagne sind die Kämpfe bei Sonain noch nicht zum Abschluß gekommen. Nordöstlich von Le Mesnil wurde der zum Vorbrechen bereite Gegner durch unser Feuer am Angriff gehindert. In den Vogesen erschwert Nebel und Schnee die Gefechtstätigkeit. Die Kämpfe westlich von Münster und nördlich von Seunheim dauern noch an. Oestlicher Kriegsschauplatz. Oestlich und sudlich von Angu now scheiterten russische Angriffe mit schweren Verlusten für den Feind. Nordöstlich von Lomza ließ der Feind nach einem miß⸗ lung nen Augriff 800 Gefangene in unseren Händen. Nordwestlich von Ostrolenka entwickelte sich ein Kampf, der noch nicht zum Abschluß kam. In den für uns günstig verlaufenen Gefechten uord⸗ E und westlich von Praszuysz machten wir 3000 Ge— angene. Russische Angriffe nördlich von Rawa und nordw stlich von Nowo Miasto hatten keinen Erfolg. 1750 Russen wurden hier gefangen genommen. Oberfte Heeresleitung. ** * Nie wohl lag die politische Zukunft Europas, ja der ganzen gesitteten Welt, so rätselvoll vor uns wie in diesen agen. Der Krieg spannt alle Kräfte in seinen Dienst; er läßt wenig Zeit zu müßigen Betrachtungen, aber wie jedes menschliche Gefühl sich mit den Fragen der Ewigkeit abzu⸗ finden hat, so kommt über die Kämpfer und Politiker doch der unabweisliche Drang, darüber zu brüten, wie wohl die neue Welt, nach Friedensschluß, verteilt würde und welche nationalen Wünsche und Ziele im Falle des Sieges verwirklicht werden müßten. Das ist in Frankreich, wie aus einer der nachstehenden Meldungen zu ersehen ist, nicht anders wie bei uns. Aber auch dort sehen die Regierungs- kreise weitläufige Erörterungen der natürlich für den Fall des Sieges erdachten Friedensbedingungen ungern. Für Deutschland winken im Falle des Triumphes über seine zahlreichen Feinde ganz besonders schwierige und schier unübersehbare Aufgaben. Daher ist die Forderung wohl be⸗ rechtigt, daß das Volk und die öffentliche Meinung beizeiten Anteil nehmen müßten an der Vorbereitun g der neuen Welt, in die wir hineinschreiten, und ruhige Erwägungen, die nicht den Zorn des Himmels über vermessene nationale Ueberspanntheit heraufbeschwören, sollten von der Zensur ädig behandelt werden. Jedoch, noch ist die Zeit nicht ge⸗ ommen, erregten und einander widerstreitenden Erörte— rungen Tür und Tor zu öffnen. Wir finden im„Tag“ einen bemertenswerten Vermittlungsantrag des Geh. Justizrats Prof. Dr. Max Pappenheim(Kiel), der nach dem Muster der Vorbereitung großer juristischer Gesetzesvor⸗ lagen auch bei der Festlegung des künftigen Machtbereichs Deutschlands die allgemeinen Anschauungen von Sach⸗ kennern zu Rate gezogen haben möchte. Er schreibt u. a.: Daß eine öffentliche Erörterung der Kriegsziele vorläufig nicht angängig ist, braucht nicht dazu zu führen, daß alle An⸗ regungen und Vorschläge zur Gestaltung der Friedensbedingungen für unbestimmte Zeit zurückgehalten werden müßten. Dies wäre in mehrfacher Hinsicht unerwünscht. Wertvolle Gedanken, zumal wenn sie unmittelbar aus den Erfahrungen des Lebens erwachsen wären, würden der Gefahr des Verblassens oder Vergessenwerdens ausgesetzt sein. Und andererseits könnte die Fülle des nach Frer⸗ gebung der öffentlichen Diskussion herbeiströmenden Materials seiner gebührenden Verwertung große Schwierigkeiten bereiten. Dem allem ließe sich in einfachster Art dadurch begegnen, daß schon jetzt eine amtliche Zentralstelle geschaffen würde, der alle auf die Kriegsziele sich beziehen den Anregungen schriftlich, sonst aber formlos, zu unterbreiten wären. Die Zentralstelle ließe sich zunächst in Anlehnung an eine der vorhandenen Behörden einrichten und dann nach Maßgabe des hervortretenden Bedürfnisses erweitern und verselbständigen. Sie hätte zwar in erster Linie das eingehende Material entgegen⸗ zunehmen, aber sich hierauf keineswegs zu beschränken. Es läge ihr ferner ob, den Stoff zu sichten, zwischen Brauchbarem und Unbrauchbarem, Wesentlichem und Unwesentlichem zu scheiden, erforderliche Erläuterungen und Ergänzungen gegebenenfalls durch Verhandlung mit den Einsendern herbeizuführen, den für die sachliche Vorbereitung des einzelnen zuständigen Stellen von dem ihr zugekommenen Material Kenntnis zu geben usw. Schließlich wäre es ihre Aufgabe, eine Uebersicht über dieses Material etwa in der Art, wie dies für die gutachtlichen Aeuße⸗ rungen zum ersten Entwurf des Bürgerlichen Ge⸗ setzbuchs geschehen ist, herzustellen und deren Drucklegung so ins Werk zu setzen, daß zit der Freigebung der öffentlichen Diskussion alsbald die en und somit die allgemeine Benutzung des erwachsenen Skoffes erfolgen könnte. Wir halten diesen Vorschlag einer ernsten Prüfung wert. Freilich werden wir, wenn die Reichsregierung ihn befol n sollte, dem Frieden und Sieg noch ein Stück näher f t sein müssen als heute. Vielleicht stehen wir ja bald 8 D vor entscheidenden Wandlungen und Geschehnissen, die einen Blick in die Zukunft klarer und aussichtsreicher erscheinen lassen. Das neue griechische Kabinett steht, wie heute ge— meldet wird, auf festen Füßen, und in Italien raunt man, daß man auf dem Wege einer Verständigung mit Deutschland und Oesterreich sei. Vor allem müßte, wenn Zukunftsmöglichkeiten in bestimmter Richtung ins Auge gefaßt werden sollen, die Haltung der Neutralen schärfer erkennbar sein. Die deutsche Regierung hat also nicht nur ein militärisches, sondern auch ein vielgestaltiges politisches Interesse daran, möglichst bald Klarheit über die Stel⸗ lung Italiens und der maßgebenden Balkanstaaten schaffen zu helfen. 1 Der Deutsche wird seine weltpolitische Mission er⸗ füllen. Diese besteht nicht in nationaler Abgeschlossenheit. Das viel verbrauchte und heute aus Gründen des Taktes zurückzustellende Dichterwort:„Am deu schen Wesen wird noch einmal die Welt genesen“ erscheint heute mit still fragendem und prüsendem Tone we. er auf der Bildfläche. Wir sind noch immer von Haß und Verkennung umgeben, und der Reichssteuermann wird keine leichte Arbeit haben. Die„Idee Europa“, wie Prof. Dr. Georg Simmel im „Berl. Tagebl.“ sich ausdrückt, ist zerschlagen und ihre Wiederaufrichtung nicht abzusehen. Simmel versteht unter der„Idee Europa“ das ideelle Europa,„den Ort geistiger Werte, die der heutige Kulcurmensch verehrt und gewinnt, wenn ihm sein nationales Wesen zwar ein unverlierbarer Besitz, aber keine blindmachende Enge ist“. Goethe, Beetho⸗ ven, Schopenhauer gehören so zu den Schöpfern Europas. Der genannte geistvolle Philosoph kleidet eine alte Wahr⸗ heit und Erfahrung in folgende Sätze: „Wie es das Wesen des Lebens ist, über das Leben hinaus⸗ zugreifen, wie der Geist am vollsten er selbst ist, wenn er das be⸗ rührt, was mehr als Geist ist— so scheint das Sich trecken über das Deutschtum hinaus gerade zum⸗Wesen des Deutschtums selbst zu gehören. Gewiß sind uns daraus unzählige Gefahren, Ab⸗ lenkungen und Einbußen gekommen: so mancher deutsche Baum ist verdorrt, weil man seine Wurzeln aus dem heimatlichen Boden herausgrub, aus Besorgnis, sein Wipfel möchte sonst nicht nach „Europa“ hineinragen. J diese Selbstmißverständnisse sollen uns nicht darüber täuschen, daß die europäische Sehnsucht dennoch aus der echten Wurzeltiefe der deutschen Seele stammt.“ 2 Erinnerung und Mahnung, so fährt Simmel fort, müssen mit uns durch die künftigen Tage schreiten: Die Idee Deutschland wird die Universalerbin der Kräfte, die nach jener sich hinstreckten, wie von so manchen an⸗ deren, die unser früheres Leben sich in zu große Enge oder in zu große Weite verlaufen ließen, und die nun in ihre Quelle zu⸗ rückgeleitet werden, um von neuem aus ihr zu entspringen. Aber eben weil wir wissen, daß das Europäertum kein äußeres Hinzu⸗ fügsel zum Deutschtum war, daß dieses Uebersichhinausleben seinem innersten, eigensten Leben angehörte— darum wissen wir, daß das in seinen eigenen Grenzen erstarkte, in sich immer echter gewor⸗ dene Deutschtum an einem fernen Tage der Idee Europa ein neues Leben, mächtiger und weiter wohl als alles frühere, geben und sie an ihre Unsterblichkeit erinnern wird. Es ist, wie wenn einem Sohn sich sein Haus verschließt, vielleicht in Entzweiung und Bitterkeit; nun scheidet sich, was von seinem Wesen dorther kam und dorthin ging, von dem, was er wirklich allein ist, und auf dessen Energie und Wachstum seine Zukunft steht. Einmal aber kommt der Tag, an dem Versöhnung die Türen wieder öffnet und an dem er mit einem Reichtum zurückkehrt, wie nur die auf sich selbst angewiesene Kraft ihn gewinnen konnte; und die wiedererwachte Stimme des Blutes sagt ihm und den anderen, daß, was er in der Getrenntheit und nur für sich erarbeitete, von seiner tiefsten Quelle her dazu bestimmt war, in die alte, neuerstandene Gemeinsamkeit zu münden. Das sind keine philosophischen Lehrsätze oder roman— tischen Gefühle, sondern diese Stimmung muß die Grundlage liefern, auf der unsere Staatskunst, mit offenen Augen, prüfend und fragend, voranschreitet. Wir müssen nicht nur mit dem Schwerte siegen und uns Bahn brechen, sondern auch mit Kultur und Gesittung. Die„Idee Europa“ muß in der Tat in unserem Herzen eine starke Triebkraft sein. *** Die Erörterung der Friedensbedingungen in Frantreich. Basel, 9. März. Der Baseler Mitarbeiter der„Baseler Nachrichten“ bespricht die in Frankreich schon einsetzende Erörterung der Friedens bedingungen. Barrés Ideen muten fast wie die Theorien an, die man bei den Alldeutschen tadelt. Die sozialistische Presse kanzelt ihn auch gehörig ab. Indessen begegnet man recht häufig der Ausicht, daß min— destens die alte Grenze Lothringens durch ein neutralisiertes Gebiet gedeckt werden muß. Der „Temps“ schreibt: In Regierungskreisen sei die ganze Erörterung nicht eben angenehm. Man müsse es den Soldaten überlassen, Frieden zu machen. Bei aller Verschiedenheit der Meinungen ist es aber be— merkenswert, daß der Streit über den Siegespreis schon beginnt, wo alle Entscheidungen noch ausstehen, und wo der Gegner einen wichtigen Teil Frankreichs noch besetzt hält. Dieses hat seine Ur⸗ sache in der unbedingten Siegesgewißheit aller Franzosen ohne Ausnahme. Dieses ist angesichts des äußeren Bildes der militäri⸗ schen Lage eines der merkwürdigsten Phänomene dieses Krieges. Frankreich als Gläubiger. Paris, 9. März. WTB Nichtamtlich.) Die von Frankreich den verbündeten und befreundeten Ländern bereits vorgestreck— ten Beträge verteilen sich folgendermaßen: Belgien 250 Millionen, Serbien 185, Griechenland 20 und Mon- tenegro eine halbe Million. Die noch vorzustreckenden Beträge belaufen sich auf 895 Millionen, die für Belgien, Rußland und Serbien bestimmt sind. Paris, 9. März.(WTB. Nichtamtlich) Der„Temps“ er⸗ fährt zu dem Gesetzesantrag des Finanzministers Ribot, bezüglich der von Frankreich den verbündeten Ländern vorzustreckenden Be⸗ träge, daß Rußland infolge der Einschränkung seines Außenhandels Schwierigkeiten hat, um die in Frankreich und England in Auftrag gegebenen Bestellungen sowie die Zinsen auf seine Anleihe zu be⸗ zahlen. Die französische und die englische Regierung sind über⸗ eingekommen, der russischen Regierung die nötigen Mittel vor⸗ zustrecken. Dabei wurde sestgestellt, daß der Gegenwert des in Ruß⸗ land für Rechnung der französischen Regierung gekauften Getreides und der Lebensmittel von den von Frankreich vorzustreckenden Be⸗ trägen in Abzug zu bringen ist. Kaiser und Sultan.. Konstantinopel, 9. März.(WTB. Nichtamtlich.) Wie die„Agence Milli“ mitteilt, hat zwischen dem Sultan und Kaiser Wilhelm aus Anlaß der Winterschlacht an den Masurischen Seen ein in herzlichen Worten gehaltener Telegrammwechsel stattgefunden. Der Sultan hat dem Kaiser die Imtiak⸗Kriegsmedaicle verliehen. Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 9. März.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 9. März 1915 mittags. An der Front nörd⸗ lich der Weichsel hielt der lebhafte Geschützkampf auch gestern an. Südlich Lopusz uno wurden Angriffe der Russen mühelos abgewiesen. Der im Raume bei Gorlice durchgeführte Vorstoß brachte noch weitere Gefangene ein. Die gewonnenen Stellungen wurden trotz mehrfacher Ver⸗ suche des Feindes, sie wiederzuerobern, überall behauntet. Ununterbrochen wiederholen sich an der Karpathen⸗ front seindliche Angriffe, die je nach der Entwicklungsmög⸗ lichkeit bald mit starken, bald mit untergeordneten Kräften durchgeführt werden. So wurden auch gestern wieder an mehreren Stellen heftige Angriffe der Russen, die bis an unsere Verhaue herangekommen waren, unter schweren Ver⸗ lusten des Gegners zurückgeschlagen. Weitere 600 Mann des Feindes blieben bei diesen Kämpfen als Gefangene in unferen Händen. 8 Die seit den letzten Tagen in den Karpathen wieder i ungünstigen Witterungsverhält⸗ nisse fordern von den in dieser Gefechtsfront verwendeten Armectörpern ganz außergewöhnliche Leistun⸗ gen. In ständigem Kontakt mit dem Gegner sind die Frun⸗ pen oft Tag und Nacht im Kampf und vie fich g zwangen, auch bei strenger Kälte und hohem Schnee Angriffsbeucuen⸗ gen auszuführen oder in der Verteidigung Angriffen weit überlegener feindlicher Kräfte standzuh ellen. Dem Ver⸗ halten unserer braven Truppen, sowie jedem Einzelnen, der e 95 Kämpfen Anteil hat, gebührt uneingeschränktes Lob. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Wien, 9. März.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver⸗ lautbart: Das russische Communiqué vom 5. März bringt als besonderen Erfolg die Eroberung der feindlichen befestigten Stellung südlich Zakliszyn. Da sich in den ganzen in Betracht kommenden Gefechtsräumen keine größeren Aktionen in den vorher⸗ gehenden Tagen abgespielt haben, kann es sich nur um folgende Affäre handeln, die im übrigen nicht südlich Zakliszyn, sondern am Gefechtsraum 15 Kilometer weiter östlich stattfand. Die auf über einen Kilometer vorgeschobenen Feldwachenlinien einer unserer Ge⸗ fechtstruppen wurden in der Nacht zum 4. März vom Feinde an⸗ gegriffen. 700 bis 800 Russen passierten unter dem Schutz der Dunkelheit während eines dichten Schneegestöbers die der Siche- rungslinie vorliegende Tiefe, erstiegen die nächstbefindliche Höhe und überwanden in einem kurzen Gefecht eine unserer Feld⸗ wachen, die, 20 Mann stark, pflichtgetreu an Ort und Stelle aus⸗ hielt. Durch den Gefechtslärm aufmerksam gemacht, eilten Teile der benachbarten Sicherungstruppen herbei, in Summe ca. 50 Mann, und griffen durch ein flankierendes Feuer von beiden Seiten die Russen an, die unter Zurücklassung von 22 Toten und mehreren Verwundeten eilig flüchteten, bis sie über die Bachniederung, von wo sie gekommen waren, zurückgingen. 14 Mann des Feindes wurden bei der Verfolgung gefangen, von unseren Truppen ein Mann getötet, fünf verwundet. Die weiter rückwärts liegenden eigenen Stellungen wurden überhaupt nicht angegriffen. Es kann sich daher bei dem Hinweis auf die Wegnahme einer befestigten. feindlichen Stellung nur auf den zweifellos technisch verstärkten kleinen Stützpunkt beziehen, an dem unsere Feldwache stand und den die Russen auch tatsächlich eroberten, allerdings nur für recht kurze Zeit. Armee-Oberkommando. Französisches Kriegsmaterial in Serbien. Mailand, 9. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Corriere della Sera“ meldet, es seien vierzig Waggons mit Muni⸗ tion und schweren Geschützen in Kladowo in Serbien angekommen. Die Ladung kam aus Frankreich über Saloniki. Ein Angriff der russischen Flotte. Konstantinopel, 9. März.(W. B. Nichtamtlich.) Die russische Flotte, bestehend aus fünf Linienschiffen, drei Kreu⸗ zern, zehn Torpedobooten und mehreren Dampfern, ist am 7. März vormittags vor den Kohlenhäfen des Eregli-Gebietes an der Südküste des Schwarzen Meeres erschienen und hat die Häfen Zunguldak, Koslu, Eregli und Alabli be schossen. Auf Zunguldak wurden über 1000 Schuß abgegeben. Ein Dampfer wurde versenkt. In Koslu gerieten einige Häuser in Brand. In Eregli, auf das über 500 Schuß abgegeben wurden, wurden vier Dampfer, ein Segler zum Sinken gebracht, darunter ein italienischer und ein persischer Dampfer. Zwei weitere Dampfer wurden beschädigt Petersburg, 9. März.(W. B. Nichtamtlich.) Die russische Schwarzemeerflotte hat Zunguldak beschossen Die Be- 2 schießung derursachte einen großen Brando m ver Studt. Erne 0 türkische Granate traf die russische Jacht„Almas“ und richtete einen Brand an, der schnell gelöscht wurde. Drei Mann wurden schwer verwundet. Ein Lech unter der Wasserlinie wurde ausge⸗ bessert, die Schiffsmaschinen sind unbeschädigt. 3 Eine englische Schlappe in Mesopotamien. 5 London, 9. März.(WTB. Nichtamtlich.) Das indische Amt teilt mit: Seit einiger Zeit war bekannt, daß sich ein oder zwei Regimenter türkischer Truppen und Mitglieder des türkischen Stammes der Beni Lom aus Amara, Kontingente des persi⸗ schen Stammes der Beni Lamu und andere Perser, die dem Scheich von Mohammara feindlich gesinnt sind, westlich Ahwaz versammelten. Um ihre Zahl und ihre Aufstellung fest⸗ zustellen, wurde am 3. März eine Aufklärungsabteilung der Gar⸗ nison Ahwaz entsandt. Der Feind, der bei Chadir Stellung ge⸗ nommen hatte, war sehr stark. Er wurde auf ungefähr 12 000 Mann geschätzt. Die britischen Truppen zogen sich unter Gefechten zurück und brachten dem Feinde Ver⸗ 5 luste von 200 bis 300 Toten und 500 bis 600 Verwundeten bei. 193 Arbeiterbewegung in England. 3 London, 9. März.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer„Tr⸗ mes“ aus Southampton steht auf den Schiffswerften von Harland and Wolff eine ernste Arbeiterbewegung be⸗ vor. Die Arbeiter verlangen sofortige Aufbesserung um fünf Schil⸗ ling wöchentlich außerdem eine zehnprozentige Lohnerhöhung für Ue Die Arbeitgeber sind der Anschauung, daß die Ar⸗ beiter ohnehin doppelt soviel verdienen wie in normalen Zeiten, so daß ihre Forderungen deshalb unberechtigt seien. „ Das neue griechische Kabinett. 5 Athen, 9. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die Agence d' Athenes meldet: Gunaris hat heute nachmittag um 2 König die Liste des neuen Kabinetts vor⸗ gelegt. Die Besetzung der Portefeuille ist folgende: Vorsitz und Krieg Gunaris. Auswärtiges Zographos Ver⸗ kehr Baltadjis; Kultus und öffentlicher Unterricht Vozikis; Finanzen Protopapadakis; Inneres Triantafyllakos; Volts⸗ wWirtschaft Autatias; Justiz Tsaldars; Marine Stratos. Der g önig hat die Liste genehmigt. Das neue Kabinett wird morgen früh seinen Eid leisten. —— a W Der Seekrieg. Berrin, 9. März.(WB. Amtlich.) Die Nachricht, daß ein deutsches U.⸗Boot am 1. Februar im Georgs⸗ kanal durch eine englische Jacht mit Geschützen ange⸗ griffen worden sei, wird englischerseits dämit beant⸗ * wortet, daß das schießende Schiff zwar im Frieden eine Vergnügungsjacht, im Kriege aber ein 5 Se ene der englischen Marine sei. Die englische Marine hat selbstverständlich das Recht, Han⸗ delsfahrzeuge nach Bedarf zu Kriegsdiensten heranzuziehen, es ist aber ihre Pflicht, derartige Fahrzeuge durch die Kriegsfl und Wimpel als Kriegsschiffe spätestens in dem Augenblick erkennbar zu machen, in dem sie kriegerische 0 N vornehmen. Es bleibt die von Deutschland g Sf e 8 9 i isches Schiff v agge, welches n einem Aeußeren f 92 Nichtkriegsschiff gehalten werden mußte, am 1. ein deutsches U.⸗Boot mit Geschützen ange⸗ 3 hat. 5. HLiondon, 9. März.(WB. Nichtamtlich.) Die Admi⸗ rkralität teilt mit, daß der Dampfer„Belarave“ mit einer Ladung von 2389 Tonnen Kohlen am Sonntag auf der Höhe von 1 infolge einer Explosion ge⸗ funken sei. hrscheinlich sei er von einem Unter⸗ seeboot torpediert worden. Die Besatzung wurde ge⸗ rettet. Der Vorgang spielte sich vor den Augen Tausender von Personen ab. Als die Explosion erfolgte, befanden sich 21 Dampfer in der Nähe, von denen sechs Hilfe lei 5 London, 9. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der Fisch⸗ dampfer„Bernicia“ aus Grimsby mit neun Mann Be⸗ satzung wird amtlich für verloren erklärt. 5 London, 9. März.(WTB. Nichtamtlich) Amtlich wird mit⸗ geteilt, daß am 5. März auf das Passagierschiff„Lydia“, von Jersey nach Southampton unterwegs, und am 22. Febr. auf den 5 fer„Victoria“ der South Eastern Railway Co. Tor⸗ pedos abgefeuert wurden, die jedoch nicht trafen. J 5 Ottawa, 9. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die Einrichtung eines direkten Schiffahrtsdienstes zwischen Kanada und Frank⸗ reich wird hier angekündigt. Es sollen achtzehn Schiffe eingestellt werden, um den Verbündeten Vorräte zuzuführen. Haag, 9. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Nieuwe Courant“ meldet, daß an der holländischen Küste eine Jlasche angespült wurde mit dem Bericht, daß der Dampfer „Ariosto“ von der Wilson⸗Linie Ende vorigen Monats auf der Höhe von Donegal an der irischen Küste torpediert worden sei. ——— Alͤtriegsbriefe aus dem Westen. Bos unserm zum Westheer entsandten Kriegsberichterstatter. 3(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) 0 Ein bitterer Soldatendienst. 1 Großes Hauptquartier, am 6. März. 5 Auf einer Wanderung über ein Schlachtfeld vor Antwerpen begrüßte mich ein Unteroffizier, dem ich in den Tagen der Belage⸗ rung im Kugelregen begegnet war. Ich hatte ihn damals in hei 5 Stunde als einen aufgeräumten Mann kennen gelernt. Heute fiel mir seine wortkarge Versunkenheit, seine gedrückte Zurückhaltung auf. Solche Soldaten sieht man nie, wenigstens habe ich an der kront noch keinen angetroffen. Darum erstaunte mich sein Wesen in einem Gebiete, dessen Kriegstage schon der Geschichte an⸗ gehören, desto mehr. Daher fragte ich ihn nach dem Grunde. 8„Ach,“ erzählte der niedergeschlagene Mann,„ich habe heute wieder zu viel gesehen. Sie müssen nämlich wissen, daß ich jetzt ein bitteres Kommando habe: Totengräber.“ Wir liegen jetzt in dem Fort, um welches wir damals gerade 5 en, als wir uns begegneten. Da bin ich eine Art Polizei⸗ meister für die Dörfer der Umgegend. Zu meinen e gehört auch das Feststellen und Umbetten der Gräber. Von solch einem Gange komme ich eben. Unsere deutschen Kameraden sind bier alle in Stellungen gefallen, welche in unseren Händen waren, und sind mit allen Ehren würdig bestattet worden. Aber die 8 ier hatten auf der Flucht keine Zeit, sich um ihre Toten viel 7 mern Die haben sie teils notdürftig verscharrt, teils liegen llassen, bis sie irgend ein Einwohner mit Erde bedeckt hat. Nun liegen diese Gräber weit und breit verstreut, z. T. im Gebiete sehr .* 27 und müssen von uns aufgesucht werden. an sollte glauben, daß uns hierin, da es sich doch um ihre eigenen Landsleute handelt, die Einwohner gern unterstützen, zumal wir doch sonst in einem recht freundlichen 1 3.— zu — stehen. Die Leute müssen sich doch selbst sagen, daß wir eine enschenpflicht gegen ihre gefallenen Landsleute erfüllen und zum zum Besten der Gesundheit der lebenden Einwohner arbeiten. Dafür 75 5 . n e e e e wieder etnes gemeldet, so muß ich hin und es aufsuchen. So bin ich oft vierzig Kilometer und mehr von einem weit von der Straße gelegenen Gehöft zum anderen gewandert. Manchmal haben sich die Verwundeten noch weit geschleppt, bis sie ein einsames Haus 5 haben, wo sie gestorben sind. Was man da hört, man önnte Romane schreiben 8 5 Gewöhnlich stellen sich die Leute, wenn man sie fragt, so an, als ob sie von Gräbern nichts wüßten. Sie fürchten die Störung und die Unbequemlichkeiten. Oft haben sie, trotz unserer Straf⸗ androhung gegen die Zerstörung von Grabstätten, den flachen Hügel einfach zugepflügt, weil sie fürchteten, ein Stückchen Acker durch das Grab zu verlieren, und der Tote liegt kaum einen Fuß unter der sprießenden Saat. Da braucht man dann nicht zu fragen, wo das Grab ist, man weiß es so 8 0 Dann kommt das Schlimmste, das Oeffnen der Grube und das Umbetten. Das machen belgische Zivilarbeiter, die sich dazu frei⸗ willig melden. Es sind auch Leute danach. Da darf ich dann etwas nicht sehen, das ist nämlich furchtbar. Sie schneiden den Toten die Mäntel auf und nehmen ihnen die paar Centimes aus dem Lederbeutel. Ja, da könnte man viel sagen. Die Hoffnung auf diese elende Beute ist das Einzige, was diese jämmerlichen Kerle reizt, sich zu der Arbeit anzubieten. Ohne das könnte man ihnen eine noch so hohe Bezahlung anbieten, sie würden nicht kommen. Wir machen an den gefallenen Feinden wieder gut, was ihre Landsleute an ihnen sündigen. Jeder wird in einen Totenmantel eingeschlagen, die Lage seines Grabes und die Erkennungszeichen aufgenommen, und dann kommen sie aus ihren schon jetzt der Ver⸗ gessenheit verfallenen Gräbern in würdige Bestattungs plätze, wo ihre ewige Ruhe nicht mehr gestört werden wird. Sehen Sie, dort drüben ist solch ein kleiner Friedhof!“ Wir betraten einen Fleck unter Bäumen, nahe der Straße. Auf einem großen schwarzen Holzkreuze hatten deutsche Soldaten in weißen Buchstaben deutsch aufgemalt, daß hier acht tapfere Bel⸗ gier liegen, die als Helden für ihr Vaterland gefallen sind. Weiße Steine umfriedeten das Geviert, an dessen Ecken vier junge Cy⸗ pressen düstere Wacht hielten. „Die hier sind von deutschen Soldaten bestattet worden, welche gegen sie im Feuer gelegen haben. Das sind wir Barbaren.— Ueber jeden Toten nehmen wir ein Aktenstück auf. Wo wir den Namen nicht feststellen konnten, da bekommt er eine Nummer und wir hoffen, daß man vielleicht später erfahren wird, wer er ist. Das ist nun mein Dienst. Es ist harter Soldatendienst, vielleicht der bitterste, den es gibt. Wenn einer die Wahl hätte zwischen frischem Draufgehen oder auch zwischen dem Liegen im Schützen⸗ graben, dann würde sich keiner freiwillig zu dem da melden. Aber es ist Soldatendienst und auch ein Gebot der Mensch⸗ lichkeit. Wenn es mir am schwersten wird, dann denke ich an die arme belgische Mutter und an die Braut, die um den Mann weinen und daran, daß er ein tapferer Soldat gewesen ist, wie wir auch.“ Wir kamen an einem alten belgischen Schützengraben vorbei. Wie viele mögen darin verblutet sein! Er bot ein überraschendes Bild. Das Korn aus dem ungedroschenen Stroh, welches sie im Herbst hier zum Lagern benutzten, war ausgeschlagen und lichtgrün ab. Wie lange wird es dauern, bis fruchtbare Saat aus all dem Menschenleid keimen wird, was hier gesät wurde! l 0 3 heute,“ sagte mein Begleiter,„habe ich wieder so viel gese 1 Ich fragte nicht weiter. W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. Aus Hessen. Urlaub in den ländlichen Volksschulen. Die Abgg. Schott und Calmann haben mit Unter⸗ stützung der nationalliberalen Fraktion bei der Zweiten Kammer folgenden Antrag eingebracht: 1 der ländlichen Voltsschulen, sowohl 5 er letzte Jahr er ländlichen Vo n, sowo 0„wie Machen. in der Zeit vom Beginn des Schul⸗ jahres bis 1. November 1915 beurlaubt wird, vorbehaltlich der Aufhebung des Urlaubs, falls sich ein Schüler oder eine Schülerin nicht dauernd in der Landwirtschaft beschäftigt, daß in ländlichen Volksschulen die jüngeren Jahrgänge während dieser Zeit, soweit auch hier das Bedürfnis vorliegt, ganz oder teilweise beurlaubt werden, daß berechtigten Urlaubsgesuchen in gewerblichen Kreisen ebenfalls entsprochen wird, daß während des Sommers in allen ländlichen Schulen der Nachmittagsunterricht ausfällt und daß in anderen ulen ähnlich begründeten Urlaubs⸗ gesuchen tunlichst entsprochen wird. Wie wir in der„Darmst. Ztg.“ lesen, hat die Schul⸗ abteilung Großh. Ministeriums des Innern die Großh. Kreisschulkommissionen beauftragt, die Lehrer und Schul⸗ vorstände anzuweisen, begründete Urlaubsgesuche für Zwecke der Landwirtschaft zu genehmigen, wobei die be⸗ schränkenden Bestimmungen des Art. 24 des Volksschul⸗ gesetzes und des§ 10 der Instruktion für die Schulvorstände nicht in Anwendung zu bringen sind. Sollten die Verhält⸗ nisse das Schließen einer oder der anderen Schule vorüber⸗ gehend nötig machen, so sollen die Großh. Kreisschulkom⸗ missionen das Geeignete anordnen und darüber berichten. Die Großh. Direktionen(Leiter) der höheren Schulen usw. sollen bei Urlaubsgesuchen sinngemäß verfahren. Sollte die vorübergehende Schließung der Schule in Frage kommen, 1285 vorher die Entscheidung der Schulabteilung ein⸗ zuholen. 3. 4. 5 * rb. Darmstadt, 9. März. Die Zweite Kammer der Landstände hielt Dienstag vormittag eine vertrauliche Plenar- versammlung ab, welcher auch die Herren Staatsminister Dr. v. Ewald, Finanzminister Dr. Braun, Minister des Innern v. Hombergk und mehrere andere Regierungsvertreter bei⸗ wobnten. Den Hauptpunkt der Beratung bildete der Vorschlag des Präsidenten Köhler auf Wahl eines Ausschusses von 21 Mitgliedern einschließlich der Mitglieder des Finanzausschusses zur Vorberatung des Staatshaushalt-Voranschlags für 1915. Die Kammer beschloß nach eingehender Erörterung, einen solchen Ausschuß zu wählen, und bestimmte nach den Vorschlägen der Fraltionen die Mitglieder dafür. Zur endgültigen Bildung dieses Ausschusses und der Wahl der Mitglieder beraumte Kammerpräsident Köhler die nächste öffentliche Sitzung der Kammer auf Mittwoch, den 10. März, vor⸗ mittags 9 Ur, an. Aus dem neiche. Bundesratsbeschluß über den Verkehr mit Gerste. Berlin, 9. März.(WTB. Amtlich.) Der Bundesrat beschloß heute eine Verordnung über die Regelung des Ver⸗ kehrs mit Gerste. Nach dieser Verordnung sind mit Beginn des 12. März die im Reich vorhandenen Vorräte an Gerste für das Reich beschlagnahmt. Ausgenommen von der Beschlagnahme sind Vorräte, die im Eigentum des Reichs, eines Bundesstaates, des Kommunal verbandes, in dessen Bezirk sie sich befinden, oder der Zentraleinkaufsgenossenschaft in Berlin stehen, sowie alle Vor⸗ räte, die zehn Doppelzentner nicht übersteigen. Trotz der Be⸗ schlagnahme dürfen die Halter von 1 und Pferden sowie die Unternehmer landwirtschaftlicher Betriebe die Vorräte zum Füttern in der eigenen Wirtschaft verwenden und die Land⸗ wirte aus ihren Vorräten das zur Frühjahrsbestellung erforderliche Saatgut zur Saat verwenden, Landwirte und Händler unter ge⸗ wissen Bedingungen für Saatzwecke Saatgerste liefern und endlich Unternehmer landwirtschaftli und gewerblicher Betriebe ihre Vorräte zur Herstellung von Nahrungsmitteln, von Gersten⸗ und Malzkaffee und von Bier sowie von Grünmalz für die Brannt⸗ wennbrennerei und die Preßhefefabrikation verarbeiten. Im haben sie kein Verständnis Wir müssen einen förmlichen Spionen⸗ dienst einrichten, um die Lage der Gräber festzustellen. Wird uns übrigen ist die Malzzubereitung nicht zulässig; Bierbrauereien dürfen aus ihren Vorräten nur el Gerste verarbeiten, wie zur zeichnete sich die lange, schlangenförmige Stellung im grauen Lande Herstellung ihrer Malzkontingente ordnung führt sodann die— icht Beginn des 12. März mehr als. mehr als einen Doppelzentner M b Hafer in Gewahrsam hat. Die Anzeigen sind der zuständigen Behörde der ukintpet Beis be 2e ds Spann zuständigen Behö ge an den 40 nahmten Vorräten das Reich, vertreten durch die stelle zur Beschaffung der Heeres verpflegung, über. Enteignung sind auszunehmen: Bei Haltern von Zuchttieren und Pferden, sowie bei Landwirten die zum Füttern in der Wirtschaft erforderlichen Vorräte, das zur erforderliche Saatgut, Saatgerste aus gewissen Betrieben, 1 Frühjahrsbestellung lanbwirtschaftlichen 0 bei landwirtschaftlichen und gewerblichen Be⸗ trieben die zur Herstellung von Nahrungsmitteln, Gersten⸗ und Malzkaffee, Bier oder Grünmalz, für Branntweinbrennereien und Preßhesefabrikation bestimmten Vorräte, bei Bierbrauereien jedoch nur diejenigen Vorräte, die sie noch zur Erfüllung ihres Malz⸗ kontingents bis zum 30. September 1915 benötigen. r un⸗ ausgedroschene Gerste enthält die Verordnung Sondervorschriften Die Verteilung der verfügbaren Gerstenvorräte über das Reich für die Zeit bis zur nächsten Ernte wird der Zentralstelle zur Beschaffung der Heeresverpflegung übertragen, die ihrerseits Gerste nur an die Heeresverwaltung, die Marineverwaltung, die Kom⸗ munalverbände oder an die vom Reichskanzler T. Stellen abgeben darf. Auf Gerste, die nach dem 12. März aus dem Aus⸗ lande eingeführt wird, erstreckt sich die Verordnung nicht. Die Verordnung tritt sofort in Kraft.— Gleichzeitig beschloß der Bundesrat eine Verordnung, betreffend Aenderung der Bekannt⸗ machung über die Höchstpreise für Roggen, Gerste und Wei⸗ zen vom 19. Dezember 1914. Nach dieser Verordnung sind die Höchstpreise für inländische Gerste gegenüber den Dezember⸗ preisen um 50 Mark für die Tonne erhöht worden Die Rapports fallen dafür vom 1. März ab auch fort. Diese Verordnung tritt sofort in Kraft. 5 N l 4 0 0 ö 1 Berlin, 9. März.(WTB. Nichtamtlich.) Im Abgeord⸗ netenhause wurde der Etat in dritter Lesung gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Die Polen und Dänen enthielten sich der Abstimmung. Stuttgart, 9. März.(WTB. Nichtamtlich.) Nach dem 3 „Staatsanzeiger“ haben Herzog Albrecht von Würt⸗ temberg und seine drei Söhne die Großherzoglich Hes⸗ sische Tapferkeitsmedaille erhalten. Ferner wurde Her⸗ zog Robert von Württemberg der Bayerische Militärdienst⸗ orden zweiter Klasse mit Schwertern, Herzog Ulrich von Würt⸗ temberg der bayerische Militärdienstorden dritter Klasse mit Krone und Schwertern und Herzog Wilhelm von Urach der baye⸗ rische Militärdienstorden zweiter Klasse mit Stern und Schwer⸗ tern verliehen. a — Aus Stadt und and. Gießen, 10. März 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen.* (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) 1 Ers.⸗Res. Nikolaus Gausmann, Inf.⸗Regt. 116, aus Offen⸗ bach.— Vizefeldwebel Heinrich Eber tz, Landw.⸗Inf.⸗Regt. 116, aus Wetzlar.— Kreisstraßenmeister Wilhelm Hahn, Inf.⸗Regt. a 140, aus Dutenhofen.— Landwehrm. Carl Schnitthenner, Landw.⸗Inf.⸗Regt. 116, aus Leun.— Landwehrm. Wilh. Theiß. Landw.⸗Inf.⸗Regt. 116, aus Kirschenwäldchen bei— 5 Adam Bender, Res.⸗Inf.⸗Regt. 81, aus Marburg.— St. d. Res. August Wambach, Inf.⸗Regt. 126, aus Biedenlopf.— Jäger Chr. Weber, Jägerbat. 11, aus Wallau. 0 0 Albert Rehn aus Kirschhofen.— Ersatzres. Friedrich Nickel ö aus Allendorf bei Weilburg.— Ersatzres. August Preiß, Res.⸗ 5 Inf.⸗Regt. 116, aus stadt.— Unt. d. Res. Willy S g Inf.⸗Regt. aus Darmft eroff. a mon, Res.⸗Inf.⸗Regt. 253, aus Darmstadt.— Et. d Ing. Johann Popp aus Darmstadt.— Musk. Adolf Ernst — Unteroff. D — Hen * Bi im.— Ersatzres. Franz ,- Wöhen rere. Par gd 6, fe Unteroff. Hermann Unteroff. d. Res. Richard Konrad, Res.⸗Inf.⸗Regt. 221, aus Rainrod.— Unterarzt Metzler, Res.⸗Inf.⸗Regt. 253, aus Darmstadt.— Unteroff. Oskar Diebel, Res.⸗Inf.⸗Regt. 254, aus Rodenbach.— Kriegs⸗ freiw. Gefr. Erust Ohl y, stud. theol., aus Wehen.— Haupim. d. L. Kgl. Ober⸗Bergrat Joseph Hoechst, Landw.⸗Inf.⸗Regt. 124, aus Wetzlar.— Kriegsfreiw. Dr. Karl Seelis, Inf.⸗Regt. 29, aus Wetzlar.— Lehrer Friedrich Dannheimer aus rms. * Ritter des Eisernen Kreuzes. Lt. der Res. Oberlehrer Dr. phil. Otto Emmel, Fuß⸗Art.⸗Regt. 3, aus Gießen. Landwehrmann Wilh. Klee aus Bad⸗ 8 Vizefeldw. Kottmann aus Wetzlar, im Inf.⸗Regt. 60. Feldtelegraphist Georg Faber aus—* bei der Fern⸗ sprech⸗Abt. des 8. Armeekorps. Obergefr. d. Res. Johann Hannappel aus Malmeneich, Fuß⸗Art.⸗Regt. 25. 1 Willi Goldschmidt aus Limburg, im Landw.⸗Fuß 0 Regt. 7. Musk. Josef Krekel aus Niederselters. Erft. (Lehrer) Becker, Res.⸗Inf. t. 81, aus Steindorf.— Res. Hch. Fr. Schaub und Johs. Fr. Schaub, Inf. Regt. 116, aus Rixfeld. Feldw. Georg Obmann rom Inf.⸗Re 168. Pionier Phil. Moxter vom Pionier⸗Regt. 25. Stud. theol. Wilh. Kornmann, z. Zt. Gefr. im Res.⸗Inf.⸗Regt. 222, 3. Komp. f L. 5 g„„ W 5 niversität, Landgra wig V., Willen des unbekannten Geldspenders vor der Aula an der Ludwigstraße errichtet werden soll, beginnt Gestalt zu bekommen. Es ist nach dem Vorschlag des Rektors der Landesuniversität lant, die Persönlichkeit des Stifters nach einem alten Stich als Relief in Bronze darzu⸗ stellen und dieses eherne Denkmal mit einem Brun⸗ nen künstlerisch zu vereinigen, unter Anpassung an die 1 Ausführung begriffene neue Anlage vor dem Universi⸗ täts⸗Gebäude. Dieser„Ludwigs⸗Brunnen“ mit der Porträt⸗ Figur des Stifters soll die Namen der Universität und der an ihr vorbeiführenden Straße geschichtlich verdeutlichen. Ein vorläufiger Entwurf nach dieser Grundidee ist von Herrn Bautechniker Köhler vom städtischen Tiefbauamt in dankenswerter Weise gezeichnet worden. Nach dem Vor⸗ schlag der Universität hat die Stadtverordnetenversamm⸗ lung der Einsetzung einer Kommission zugestimmt, die außer dem Rektor und dem Oberbürgermeister je zwei Mitglieder von seiten der Universität und der Stadt um fassen soll, nebst einem Mitglied, das als Professor und Mitglied des städtischen Kunstausschusses beiden pen angehört. Auf der vorhandenen Grundlage bewerb unter den hessischen Künstlern werden. Der freundliche Spender wird diesen Plänen einverstanden zu erklären. demselben der bisher vorliege f ichnende 1 zur Ansicht gesandt werden.—— 4 War runnen“ mit Aeris e des Stifters er Universität zu einem charakteristischen ichen der Universität und Stadt Gießen werden! etre„ cc 9 soll ein Wett⸗ ausgeschrieben ebeten, sich mit uf Wunsch kann Entwurf an eine zu be⸗ „ menks kapelle. Wis dem man uns: ö 515 Mitglieder des Stabs unserer hessischen 25. Div 5.— 6. März einen in Kriegszeiten leider nur seltenen künstlerischen Genuß. Die Kapelle des aktiven 116. Inf. 5 ts ließ nämlich unter der bewährten Leitung des Herrn Obermusikmeisters Löber im Stabsquartier im Schloß zu E bre schönen Weisen erklingen. Die Leistungen waren trotz der langen Kriegszeit ganz vorzüglich, so daß reicher Beifall den einzelnen Stücken zuteil wurde und der Herr Divisionskomman⸗ deur, ein ganz hervorragender Musikkenner, seine ganz besondere kennung zum Ausdruck brachte. Zum Vortrag kamen: 1, Fest⸗ Neveille von L. Golda. 2. Ouvertüre zur Oper„Martha“, von Fr. v. Flotow. 3. Fantasie a. d. Musikdrama„Die Walküre“ von R. Wagner. sen aus dem Süden, Walzer, von Strauß. . Kurfürsten Reitermarsch von Gr. v. Moltke. 3 Des Großen 5 b. Armermarsch Nr. 118. N 3 r den Schreiber dieser Zeilen, der seit einiger Zeit dem Divistonsstab angehört, war es eine ganz besondere Freude, als Gießener die Kapelle, deren Klängen er in der Heimat immer so gern gelauscht, auch einmal im Feindesland zu hören, und weh⸗ mũti.— 3 8 65*. Lach ie Einwohnerschaft von.„ soweit sie noch hier weilt, ließ sich den Genuß nicht entgehen, und eilte in den weiten Schloß hof, der ein solches Schauspiel noch nie gesehen. Besonders interessant war es hierbei, wie die Jugend sich darnach drängte den deutschen Spielleuten die Noten halten zu dürfen. Sie ist überhaupt sehr deutschfreundlich gesinnt. Jeden Tag kann man von jugendlie Stimmen„Die Wacht am Rhein“ und ch bin ein Preuße“ mit Begeisterung singen hören. Die hner haben auch alle Ursache, freundliche Gesinnung an den Tag zu legen. Denn die„Barbaren“ teilen ihre ganze mit ihnen, und es ist ein schönes Bild, Freund und Feind brüder⸗ lich um den 9 0 vereint zu sehen. Ob wohl die Franzosen es umgekehrt auch so machen würden?“ » Nachweihnachten in den Karpathen. Fol⸗ nde Dankesworte aus der Mitte der„Bischweiler“ ringen wir gern zur Kenntnis unserer Leser: „Wir sind Euch allen in Gießen zu großem Danke ver⸗ pflichtet. Die vielen, vielen Liebesgaben haben uns im vorigen Monat hier in den Karpathen glücklich erreicht, und jetzt erschei⸗ nen die lang ersehnten Weihnachtspakete. Ein Teil ist schon in un⸗ seren Händen, ein anderer Teil schwankt eben auf dem Rücken der Tragtiere über die Karpathenkämme unseren Stellungen zu. Was kommt da nicht alles Schöne zum Vorschein! Habt vielen Dank, daß Ihr so an uns gedacht und für uns gesorgt habt. 1 Im Namen vieler. Einige Gießener Studenten und Bürgerssöhne des 1. Bataillons. » Der Feldpaketdienst. Bei der Versendung von Paketen an mo bile Truppen handelt es sich um eine militärische Einrichtung. Die Beteiligung der Post⸗ verwaltung beschränkt sich darauf, die Pakete anzunehmen und den in der Heimat befindlichen Militär⸗Paketdepots auszuhändigen. Die bei den heimischen Postanstalten auf⸗ 8 akete dürfen bis 10 kg schwer sein. Das Porto trägt 5 Pfg. für das Kilogramm, mindestens jedoch 25 Pfg. Größere Güter im Gewicht über 10 kg bis 50 kg sind bei den Eisenbahn⸗Eilgut⸗ und Güterabfertigungen aufzulie⸗ fern; dabei sind die Frachtkosten(nebst 25 Pfg. Rollgeld) im roraus zu entrichten. Mit der Weiterleitung der Pakete von den Militär⸗Paketdepots nach dem Felde und der Zustellung an die Truppen hat die Post nichts zu tun, dies liegt rielmehr inden Händen der Heeres verwaltung. Hiernach ist es unrichtig, für das üusbleiben der an Heeres⸗ angehörige im Felde abgesandten Pakete bis 10 kg stets die Postberwaltung verantwortlich zu machen. Diese hat nur die Beförderung von der Aufgabepostanstalt zum Mili⸗ tärpaketdepot. 5 7 9 große Ver⸗ ögerungen na ausgeschlossen sind. Die Schwierigkeit liegt in 2 e Pakete in Feindesland, nament⸗ lich wenn militärische Operationen stattfinden. Auch die dem Truppenteil obliegende Zustellung der Pakete an den Empfänger ist keineswegs so lei ausführbar, wie das Publikum vielfach annimmt. Viele Beschwerden der Absender von Feldpaketen darüber, daß diese nicht angekommen seien, erweisen sich als nicht zutreffend, weil sie zu früh er⸗ hoben waren.— Außer den vorstehend erwähnten Feld⸗ paketen an mobile Truppen kommen noch Pakete an Heeres⸗ angehörige in Garnisonen des Deutschen Reichs in Be⸗ tracht. Diese sind— mit Ausnahme der Standorte in den elsässischen Kreisen Altkirch, Mülhausen, Gebweiler, Thann und Colmar— jederzeit zugelassen und unterliegen den Vor⸗ schriften und Taxen des Friedensdienstes. „ Stadttheater. Vor dem Rezitationsabend Dr. Lu d⸗ wig Wüllners am nächsten Samstag dürfte eine auswärtige Besprechung von Interesse sein. Es beißt da:„Es ist kein Re⸗ — und Sagen mehr, es ist das Erleben eines erschütterten enschen, der hier vor Menschen Dichterworte kündet wie von einer Kanzel. Wüllner weiht diese Worte und reicht sie uns mit erhobenen Händen, wie eine Opferschale, seherisch weissagend, die letzten des Irdischen und des Ewigen weisend. Dieser Ludwig Wlillner wird nun wohl die nächsten Jahre der Deutsche sein, der uns das Wort Goethes und Schillers und viel⸗ leicht einiger ihrer wirklichen Nachfahren kündet. Und wir werden uns freuen dürsen, daß in einer Zeit, die nach neuen Worten . 8 ringen muß, einer da ist, der alte Worte neu lebendig ma 8 i * Der Obst⸗ und Gartenbauverein Gießen hielt am Samstag im Saale des Felsenkeller eine Versamm⸗ lung ab, die von etwa 250 Damen und Herren besucht war. Nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden Stadtv. Simon hielt Herr Dr. Hoffmann aus Friedberg einen Vortrag über das Thema:„Wie bestelle ich meinen Garten zur jetzigen. Ein⸗ leitend bewies der Redner die Notwendigkeit, für unsere Volks⸗ ernährung mit Rücksicht auf den Aushungerungsplan Englands und die veränderten Verhältnisse auf dem Nahrungsmittelmarkt ganz andere Rücksichten maßgebend sein zu lassen wie im Frieden. Hier ee e jedem Gartenbesitzer eine wichtige Aufgabe. Alles zur Verfügung stehende Gelände sei auszunutzen, Spielplätze, Bauplätze, Grasplätze usw., alles, was einigermaßen ertragsfähiger Boden sei, müsse bestellt werden. Im Garten sollen während des Krieges Rabatten, ge, Blumenbeete usw. wegfallen und alles mit Gemüse bepflanzt werden. Da Mangel an Dünger sei, solle man diesesmal Aetzkalk verwenden, das den noch im Boden vorhandenen Dünger heraushole. Durch die Einberufung seien vielfach nicht genügend männliche Arbeitskräfte vorhanden, weshalb der Ruf um Hilfe an die Frau ergehe. Ferner sollten Schulkinder, Halbinvalide, Invalide und Gefangene zur Mitarbeit herangezogen werden. Zum Anbau, der nun bald beginne, seien zu empfehlen Frühmöhren, Karotten, Gelbe Rüben, trüben, Rettig, Radieschen, Erbsen, Bohnen, hauptsäch⸗ lich Stangenbohnen, und zwar nur solche Sorten, die große Erträge lieferten, ferner Frühkartoffeln, Frühkohlarten, Kohlrabi, Weißkohl. Wirsing, Rosenkohl, Salat, Kresse, Spinat usw. Die Gärtnereien sollten recht viele Frühpflanzen ziehen, aber auch die Privat⸗ gärtnereien sollten in diesem Jahre nicht Blumenzucht treiben, son⸗ dern Pflanzen aufziehen und an die Gartenbesitzer verteilen. Pflicht eines jeden Gartenbesitzers sei es, alles und recht viel anzubauen. und was er nicht für sich brauche, für die Armen zu verwenden. Was nicht frisch gebraucht werde sei zu dörren, einzusäuern oder in Gläser einzukochen, denn auch für Dauerware müsse gesorgt wer⸗ den. Auch aus Flur und Wald könnte vieles zur Nahrung ver⸗ wendet werden, wie Brennessel, Hopfen, Brunnenkressen, Löwen⸗ zahn, Beeren, Pilze usw. Von Johannis- und Stachelbeeren, Nir⸗ schen usw. sollte kein Gelee, sondern Saft bereitet werden. Auch Erdbeeren und anderes Obst sei den Verwundeten zu geben. — der etwa zweistündige Vortrag wurde mit großem Beifall aufgenommen.— Anschließend daran folgte eine sehr lebhafte 3ö%ͤ 8 3 Aussprache. In auem Schlugrort mocte Fer Versspeudt noch N daß der Verein beabsichtige, in der Nähe der Stadt eine Gartenkolonsie von etwa 40 Gärten anzulegen, die an Liebhaber verpachtet werden sollten. Die diesbezüglichen Ver⸗ handlungen seien im Gange. und das Nähere solle in einer am 20. März wiederum im Felsenkeller stattfindenden Versammlung besprochen werden. Kreis Büdingen. — Nidda, 10. März. Seit einigen Tagen hält Missionar Stahl aus Duala in Kamerum in den Gemeinden des Dekanats Predigten und Vorträge über seine Kriegserlebnisse und seine Gefangennahme in Kamerun. Die Schilderungen der Schreckensherrschaft der Franzosen und Engländer in unserer blühenden Kolonie sowie der Leiden, Drangsale und Entbehrungen, die Missionar Stahl und seine Frau durchgemacht haben, sind von großem Interesse. Ueberall sind seine Versammlungen und Gottes⸗ dienste sehr stark besucht. 5 Kreis Friedberg. v. Bad⸗Nauheim, 9. März. Der Gesamtumsatz des hiesigen Spar- und Vorschußvereins sank infolge des Krieges um nahezu 9 Millionen Mark, Während 1913 38 Mil⸗ lionen umgesetzt wurden, sind es für 1914 nur 29 233 188 Mark geworden. Auf Spareinlagen⸗Konto standen am Jahresschluß 1891991 Mark eingetragen, die sich auf 2492 Sparer verteilen. Die Mitgliederzahl beträgt 618 mit einer Haftsumme von 1854000 Mark. Der eiserne Bestand an Wertpapieren, in Höhe von ½ Mil⸗ lion Mark, der dem Verein einen außerordentlich wichtigen finanziellen Rückhalt bietet, wurde auch in der Kriegszeit in vol⸗ ler Höhe erhalten. Die Hauptversammlung des Vereins findet am nächsten Samstag statt. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmstadt, 10. März. Zu der durch die Blätter gegangenen Nachricht über die Brach! 5. mänengutes Sensfelder Hof bei Gräfenhausen wird jetzt halbamtlich mitgeteilt, daß die durch den Fiskus vorgesehene Aufteilung in 152 neugebildete Grundstücke in⸗ folge Ausbruch des Krieges nicht in der rorgesehenen Weise durchgeführt werden konnte. Das 54 Hektar um sassende Ge⸗ lände ist indessen zum weitaus größten Teile an einzelne Be⸗ wohner der umliegenden Orte rerpachtet und die Be⸗ stellung in Angriff genommen worden, Sollten sich für einzelne Grundstücke keine Pachtliebhaber finden, so werden sie don der Verwaltung im Eigenbetrieb bebaut. 8 Hessen⸗Nassau. h. Frankfurt a. M., 9. Warz. Wie Oberbürgermeister Voigt in der heutigen Stadtverordneten versamm- lung mitteilte, sind von der Frankfurter Bürgerschaft bis⸗ her 5 Millionen Mark für die hiesige Zentrale für Kriegs⸗ fürsorge aufgebracht worden. In dieser Summe sind die eben⸗ salls bedeutenden Sammlungen fur Ostpreußen, Elsaß-Lothringen usw. nicht mit eingerechnet. h. Frankfurt a. M., 9. März. Der vom Magistrat der abgehaltenen Stadtverordnetenversammlung egung des Do⸗ heute vorgelegte Haushaltsplan für das Geschäftsjahr 1915 steht in jeder Beziehung unter den Wirkungen des Krieges. Verminderte Ein⸗ nahmen, große Steuerausfälle, äußerste Sparsamkeit in allen Be⸗ trieben und doch vielfach Verluste und schließlich eine Erhöhung der Steuern um 10 Proz, des bisherigen Satzes: unter diesen Zeichen ist der Plan aufgestellt und wird voraussichtlich auch die Geneh⸗ migung des Plenums glatt erhalten. Das Ordinarium der All⸗ emeinen Verwaltung fordert 58 976 190 Mk.(1 V 62312 020 ark), das der Betriebsverwaltungen 76 106 570 Mark(78 082 100 Mark). Das Extra⸗Ordinarium der Allg. Verwaltung erheischt 4567 600 Mark 9 034970 Mark), das der Betriebsverwaltungen 4577 160(9 130 930) Mark. Die Kriegsteilnehmer Frankfurts mit einem Einkommen von weniger als 9000 Mork werden von der Gemeindesteuer befreit. Alle Ausgaben, die sich als be⸗ sondere Kriegsmaßnahmen darstellen, werden zunächst außeretats⸗ mäßig geführt und sollen durch die Aufnahme einer besonderen Kriegsanleihe gedeckt werden. Alle Ausgaben werden auf das Aller⸗ notwendigste beschränkt.— Die vom Oberbürgermeister Voigt zur Einführung des Haushaltungsplans gehaltene Etatsrede zeich⸗ nete sich durch Klarheit und Uebersichtlichkeit aus. Stadtverord⸗ netenvorsteher Geheimrat Dr. Friedleben erklärte, daß die Stadt nach wie vor alles daransetzen werde, um jegliche Not wäh⸗ rend des Krieges von den unbemittelten Bürgern fernzuhalten. und daß sie wie immer bei der Erfüllung ihrer sozialen Pflichten an der Spitze der deutschen Stadt marschieren werde. F. C. Höch st a. M., 9. März. Gestern, an seinem 15. Geburts- tage, ist der Metalldreher Julius Be st von hier in das 9. Husaren- Regiment in Straßburg i. Els. als Kriegs freiwilliger eingetreten. sc. Wiesbaden, 9. März. Der neue Etat der Stadt sieht eine Erhöhung der Einkommensteuer um 25 Prozent vor. Bekanntlich war Wiesbaden außer Berlin mit seinen orten die einzige preußische Stadt, die einen Einkommensteuersatz von nur 100 Prozent hatte. Auch bei dieser Erhöhung, die durch Anforderungen an die städtischen Finanzen wegen der Kriegslage bedingt ist, bleibt Wiesbaden mit Berlin, das ebenfalls auf 125 Prozent hinaufsetzen muß, diejenige preußische Stadt, die den niedrigsten Einkommensteuersatz hat. Schwurgericht. 5 th. Gießen, 10. März. In der Sache gegen den Diensiknecht Ludwig Furmansk y, der im August v. Js. in Fauerbach-Friedberg seinen Mitknecht Scheld nach am Abend voraufgegangenem Streite im Bette mit einer Bierflasche erschlagen hat, erkannten die Geschworenen auf Verneinung der Schuldsragen wegen Totschlaas, bejahten aber die Schuldfrage auf Körperverletzung mit Todesfolge und verneinten das Vorliegen mildernder Umstände. Der Angeklagte wurde vom Gerichtshof zu 5 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust ver- urteilt. Der Vertreter der Staatsbehörde hatte 8 Jahre Zuchthaus beantragt. Wir werden über die Verhandlung noch berichten. ——— Kleine Tageschronik. Der Dienstknecht Meißner aus Dommitzsch, der durch Urteil des Hamburger Schwurgerichts vom 22. Januar wegen Raub- mordes, begangen in Neuengamme an der Ehefrau Steffens und der Dienstmagd Schuhr, zum Tode verurteilt worden war, ist Dienstag früh in Hamburg hingerichtet worden. Bandel. O Mitteldeutsche Creditbank. In der gestrigen 60. Generalversammlung der Mitteldeutschen Credit ⸗ bank Frankfurt a. M. wurde vorschlagsgemäß eie Dividende von 5% Proz sestgesetzt. Aus dem Geschästsbericht geht hervor, daß das Institut trotz dem Kriege seine Tätigkeit weiter aus- gedehnt hat, was u. a. aus der Tatsache erhellt, daß 3 neue Ge⸗ schästsstellen und 5 neue Devpositenkassen(darunter 1 in A ssel“) eröffnet wurden. Der Umsatz stieg von 12 405 auf 12 618 Millionen Mark im Kriegsjahre. —— Märkte. le. Frankfurt a. M. Schweinemarktberi h: vom 10. März. Ausgetrieben waren 1744 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 84.00— 86.00 Mk., Schlachtgewicht 103.00 10 00 Mk., vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 78.00— 82.00 Mit., Schlachtgewicht 96.00— 100.0 Pk.: vollfleischige Schweine von 100—120 kg 3 84.00—86.00 Mk., Schlachtgewicht 103.00— 406 Mk.; vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 84.00— 86.00 Mk., Schlachtgewicht 103 106.00 Mk. Geschaft ziemlich rege. se. Frautfurt a. M., 10. März.(Orig.⸗Telegr. des„Gieß. Anz.) Am Fruchtmarkt sehr still, in Brotgetreide und Haser kaum ein Angebot. Mais 5155 Mk., Gerste(im Kleinverkauf, 50—55 Pk. Alles für 100 377 Futtermittel: Tendenz sehr sest. Biertreber 31 bis 33 Mk., Sesamkuchen 35,50—36,10 Palm-⸗ kuchen 35.50— 96.10 Kokoskuchen 36—37 Mk. 16. Franlfurt 4. M., IO. Mutz.(Orlg.-Telegr. des Gieß. Anz.). Kartosseln im Großhandel Mk. 11,50 bis 12,00 Mk., im Rleinhandel Mk. 12,00 13,00. Alles per 10⁰⁰ Kg. te. Frautfurt a. M., 9. März. Auf dem heutigen Heu und Strohmarkt war nichts angefahren. Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch⸗ und Brotpreise am 8. März 1915. Schlachtviehpreise Fleischpreise in Gießen ½ Kg. 90—98 Pfg. 9 76—80 Brotpreise in Gießen: Weißbrot 2 Kg.— Pig. 50 Kg. Schlachtgewicht 91-105 Mit. Ochsen Kälber ½ Kg. Schlachtgw. 88—108 P.. 1 5 96106 Schweine zx Getreidepreise in M ann he im Weizen 100 Ng. 28.35 Mt. Höchstpreis. Roggen 100 Kg. 24.35 Mk. 0 Vriefkasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücsichtigt.) l Feldpost. Soweit uns bekannt, bei dem zuständigen Bezirks⸗ kommando. ——— 5 Wolkig, doch trocken, wechselnde Winde, kalt, Nachtsrost. Aus der Zweiten Hessischen Kammer. Darmstadt, 5. Zweiten Kammer begann um 9% Uhr in Gegenwart des Staatsministers Dr. von Ewald, des Ministers des Innern vonn b k und des e r sbent 6 l er eröffnete die Sitzung und teilte mit, daß als ein ziger Gegenstand die Wahl eines erweiterten Finanzausschusses Vorbereitun. r Tages⸗ —. stehe. Nachdem für den Gegenstand die Dringlichkeit beschlossen war, begründete der Vorsitzende des Finanzausschusses Dr. Osann den Antrag, dem das Haus einstimmig zustimmte. Ebenso einstimmig trat die Kammer den Vorschlägen, betreffend die 21 Mitglieder der Kommission aus den verschiedenen Frak- tionen und ihre Stellvertreter, bei. Nach der Abstimmung schloß Präsident Köhler die Sitzung, worauf der erweiterte Finanz⸗ ausschuß sofort zur Vorberatung des Etats zusam⸗ 9 mentrat. 5 1 5 Drei englische Dampfer torpe diert. London, 10. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die Admi⸗ 5 ralität meldet: Der britische Dampfer„Tawgiscan 95 wurde bei Scarborough torpediert. Von der Besatzung ron 38 Mann wurde einer gerettet. Ferner wurden die Dampfer„Blackwood“ mit einer Besatzung von 17 Mann bei Hastings und„Princeß Viktoria“ mit einer N˙7 satzung von 34 Mann bei Liverpool torpediert. Die Be⸗ satzung der beiden letztgenannten Dampfer wurde gerettet. Die Torpedierung sämtlicher Dampfer erfolgte am Diens⸗ 6 tagmorgen. 1 Die Kämpfe bei Czernowitz. Budapest, 10. März.„Az Est“ meldet aus Czernowitz: Oestlich der Stadt wurden unsere auf dem anderen Ufer befindlichen Stellungen von feindlicher Artillerie beschossen. Kaum hatte das 1 Feuer begonnen, als unsere Artillerie in Aktion trat und die rus⸗ g sischen Batter jenin einer halben Stunde zusam⸗ menschoß. Am Freitag und Samstag vollführten in Oberung unsere Aviatiker, von gutem Wetter begünstigt, erfolgreiche Rekog⸗ noszierungen über der russischen Front aus. In den letzten Tagen herrschte in der Umgebung von Uzsok außerordentliche Kälte, aber weder Kälte noch Schneesturm verhinderten, daß gegen den hier außerordentlich starken Druck der Russen von unserer Seite ein Angriff angeordnet wurde, der von. Truppen mit 8 tehlicher Gewalt durchgeführt wurde. r stark war unser Angriff 1 westlich Uzsok, während wir östlich davon in mäßigerem Tempo vorrücken. Wir vertrieben die Russen aus mehreren befestigten Stellungen und machten dabei eine große Anzahl von Gefangenen. Die belgische Armee. 1 Le Havre, 9. März.(W. B. Nichtamtlich) Eine Note des belgischen Preßbureaus dementiert die Behauptung der deutschen Presse, nach der die belgische Armee auf ein Armeekorps zu⸗ sammengeschmolzen, demoralisiert, schlecht rüstet sei und ann Offizieren und Muniti,onsmangel leiden soll. e Armeęee Sffizieren und Munitionsmangel leiden soll. Die belgische Armee und einer Kavalleriedivision. Hinzugekommen sei eine neue Ka⸗ valleriedivision. Alle Einheiten seien bestens ausgerüstet und bewaffnet. Die Offizierbestände seien vollzählig. Tausende Re⸗ kruten seien der Armee einverleibt worden. Der Bestand an Ar- tillerie und Maschinengewehren vergrößere sich täglich. Die Re⸗ kruten und Freiwilligen, welche in den Lagern ausgebildet würden. bildeten eine stattliche Reserve. Die Regierung habe Maßnahmen ur Aushebung neuer Rekruten getroffen. Zur Ausbildung neuer ffiziere sei eine besondere Schule eingerichtet worden.„ Die Schwierigkeiten der verbündeten Flotten in den 0 Dardanellen. W 5 Rotterdam, 10. März.„Daily Chronicle meldet aus Athen, daß die Kriegsschiffe der Alliierten in den Dardanellen mit zwei Hauptschwierigkeiten zu kämpfen haben. Er⸗ stens legten die Türken eine ungeheure Menge Minen in den, Meerengen, die unter Zeitverlust aufgefischt werden müßten. Die Türken verwendeten auch Streuminen, die durch die Strö: mung dem Meere zugeführt werden. Solche Minen bilden eine ernste Gefahr für die Kriegsschiffe. Einige von ihnen wurden sogar in der Nähe der Insel Tenedos aufgefischt, und zweitens seien die schweren Batterien, die die Flotte der Alliierten be⸗ schießen, trotzdem die englischen Flieger sie ausfindig zu machen suchten, zu schwer aufzufinden, als daß sie von den Kriegsschiffen unter wirksames Feuer genommen werden könnten. g Konstantinopel, 10. März. Wie die„Agence Milli“ aus Smyrna meldet, hat ein russischer Kreuzer gestern vormittag den Hafen von Burla, füdlich von Smyrna, kurze Zeit bom⸗ bardiert und das Bombardement am Nachmittag 3½ Uhr wieder⸗ holt, ohne jedoch bisher Schaden anzurichten. Die bei der B. schießung der Dardanellenforts beschädigten feindlichen Kriegs-. schisse flüchten mit Vorliebe in den Hafen von Saloniki.„Turan“ berichtet, daß in den letzten Tagen drer große Kriegsschiffe, eins mit vier und zwei mit drei Schornsteinen, in den Hafen eingelaufen seien. Ihre Masten und Schornsteine waren zerschossen: auch wiesen sie* schwere Beschädigungen auf. Sie sollen in Saloniki 800 Ver⸗ wundete gelandet haben. In den griechischerseits für das Frühjahr angekündigten Manövern sollen nach einer Information des„Turan“ aus Saloniki sechs Reservedivisionen und vier neu⸗ gebildete Divisionen, sowie drei Kavalleriedivistonen teilnehmen. Amsterdam, 10. März. Aus dem ausführlichen Bericht des in den Dardanellen kommandierenden Generals ist noch zu entnehmen, daß das die Halbinsel Bulair bewachende englische Kriegsschiff„Dublin“ am Samstag und Sonntag viermal von 10⸗Zentimeter⸗Geschossen getroffen wurde. Die eng ⸗ lischen Wasserflugzeuge waren, um die Stellungen der türkischen Batterien aufzufinden, gezwungen, sehr niedrig zu fliegen und wurden infolgedessen vielmals getroffen, so das Flug⸗ ug 172 28mal, der Hodroplan Nr.? Smal. Durch die Be⸗ shiezung würde ein Wasserflugzeug gefährdet und sank mit dem Vorderteil ins Meer. Beide Offiziere wurden verwundet. Das Begleitschiff für Flugzeuge„Arc Royal“ ist mit allen Apparaten 1 17 5 für die Reparatur der Flugzeuge ausgerüstet. 0 7 „ 15 100116„ 8 Schwarzbrot 2 Kg. 80 Pfg. 5 Letzte Nachrichten. 1 Ministerialrats Dr. Schliephacke. Prä⸗ 1 des Staats voranschlags für 1915 zur 1 5 9 5 in Drantfurt a. M.* Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 11. März 1915. 1 10. März. Die heutige Sitzung der Am 7. Februar starb unser a. Bbr. den Heldentod für's Vaterland. Ehre seinem Andenken! * Nachruf. bei Craonne unser erster Turnwart und werden ihm ein stetes Andenken bewähren. Todes-Anzeige. und Grossmutter geb. Lemp sanft entschlafen ist. Um stille Teilnahme bitten Paul Weil, stud. med. Kriegsfreiwilliger Sanitäter im Res.-Inf.-Regt. Nr. 222 Der Verein Deutscher Studenten zu Giessen. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 25. Januar im Gefecht Friedrich Hock Unteroffizier bei der 4. Kompagnie Pionierbataillon 21. Wir verlieren in ihm einen eifrigen Förderer der Turnsache Der Vorstand des Tarnvereins Holzheim. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerz- liche Mitteilung, dass meine liebe Frau. unsere unver- gessliche treusorgende Mutter, Schwester, Sch wiegermutter Frau Elisa bethe Wagner nach langem, schwerem Leiden im Alter von 72 Jahren die tieftrauernden Hinterbliebenen: Johannes Wagner und Kinder. Giessen(Walltorstr. 44), Mühlhausen i. Els., Berlin. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 11. Marz 1915, nachmittags 4 Uhr, vom Portale des neuen Friedhofes aus statt. 26D 2267 2253 Erstklassige 3 21 5 Obsthochftamme ler sücleinge Zwergobst-Beerenobst empfiehlt Fürstliche Obstbaumschule Lich. Telefon 262. August Wallenfels Colonlalwaren, Delikatessen u. Weinhandlung Giessen. Harktplatz 17. lis E. Röhr& Bahnhofstrasse 44 Mitglied der Rabatt- Spar- Vereinigung das Mtr. 10 Mtr. 15 Mtr. 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Biberlob: Buchen Nm. 55 Scheit, 29, Knüppel, 30 Stöcke 30 Reiserknüppel; 4. Glasbau: Buchen Rm. 14 Stöcke, 10 Reiserknüppel; 28 Eichen⸗ Knüppel 13 Kirschbaum⸗Knüppel; 3. Silbach: Buchen Rm. 31 Stöcke, 138 Stammreiser Backöschen)& Hölschen und Seekopf: Buchen Rm.: 100 Scheit, 100 Knüppel 1. 10 Knüppel 2. Kl. 10 Stöcke, 20 Resserknüppel; 2 Eichen⸗ Knüppel; 10 Nadel⸗ und Weichholz⸗Knüppel. Das Holz unter 26 wird unvorgezeigt an der Eichbergswiese ausgeboten. 22D 2271 berg, Teuselswiese, Köhlerwald, Dreistege, Eichen: Stämme 4. Flasse— 1, Fitm. 70 Jim Nutzbolz Qund 4. Mtr. lang, Buchen: 103 Rm. Scheit und Knüppel, 524 Rm. Reiser und 42 Rm gemischte Reiser. Kiefern: 8 Stämme 1,03 ystm. 4 Rm. Nutzholz, 28 Rm. Reiser, Fichten: 4 Rm. Nutzreiser. Distr. 1, 2 und 3 etwa 10 Fstm. Nadelholz⸗ Stämme 4. Klasse, 17 Rm. Kiefern-Nutzholz, 18 Fstm. Kiesern⸗ ö Knüppel, 36 Rm. Neiser. Krofdorf, den 9. März 1915. 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