nötig machen werde, 5 Der Sletener 1 erscheint täglich, er Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Sletzener Famillenblätter; eimal wöchentl. Kreis⸗ la ti für den Kreis Setzen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land- wirischafiliche del en Nernsprech: Anschluse: für die Schrütleuung 113 Berlaa, Geschãitsstelleõ l Adresse für Drahhtnach⸗ nchten: Anzeiger Siezen. Annahme don Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt Feindliche Angriffe in Der UMabinettswe (WTB.) Großes Hauptquartier, (mtlich.) „WVestlicher Kriegsschauplatz.. „Feindliche Flieger bewarfen Ostende mit Bomben, dit drei Belgier töteten. Die Kümpfe in der Champagne dauern fort. Bei Souain wurde der Feind gestern abend im Handgemenge zurückgeschlagen. Nachts setzte der Kampf wieder ein. In Ge⸗ gend nordöstlich von Le Mesnil mißglückte ein feindlicher Angriff nachmittags gänzlich. Unser nächtlicher Gegenangriff 8. März. war erfolgreich. 140 Franzosen wurden gefangen genommen. Im Priester⸗ Walde nordwestlich von Pont⸗ à⸗Mousson wiesen wir französische Vorstöße ab. In den Vogesen sind die Kämpfe in der Gegend west⸗ lich von Münster und nördlich von Sennheim noch nicht ubgeschlossen. g „ Oestlicher Kriegsschauplatz. Südlich von Au gu st o w 10 russische Angriffe unter schweren Verlusten für den Feind. Bei Lomza sind weitere Kämpfe im Gange. Westlich von Prasznysz und östlich von Plock mach⸗ ten die Russen mehrere vergebliche Angriffe. Bei Rawa schlugen unsere Truppen zwei russische Nachtangriffe ab. Russische Vorstöße aus Gegend Nowo Miasto hatten keinen Erfolg. Die Zahl der gefangenen Russen betrug dort 1500 Mann. Oberste Heeresleitung. *** Die deutschen amtlichen Tagesberichte verhehlen es nicht, daß die Franzosen sowohl wie die Russen in der letzten Zeit sich ziemlich angriffslustig gebärden. Ob das militärisch klug ist, ist eine andere Frage, und unsere westlichen Nachbarn sind ja auch schon kritisch gegen ihre Heeresleitung geworden. Das Ergebnis der feindlichen Angriffe waren bisher meist blutige Verluste, aber die deutsche Wacht steht unverrückbar fest. Im Osten spielen sich jetzt vielfach Kämpfe im Bezirk von Suwalki ab, und auch weiter südlich, bei Prasznysz, rühren sich die Russen. Sie sind etwas unruhig geworden, unsere sonst doch so schwerblütigen Gegner im Osten; vielleicht argwöhnen sie neue Listen ihres Züchtigers Hindenburg und vermutlich ist ihr Vordrängen an vielen Stellen mehr von Unruhe und Besorgnis geboren, als von gut durchdachten strategi⸗ schen Absichten. Hindenburg hat in den letzten Tagen einige charakteristische Sätze verlautbaren lassen. Die Truppen, die auf dem Nordflügel den letzten glorreichen Sieg er⸗ fochten und die Beute aufgeräumt haben,„stehen zu anderen Operationen bereit“. Das heißt: das Oberkommando im Osten hat sich wieder etwas Neues ausgedacht, und die besagten Operationen werden schon eingeleitet sein, sonst würde Hindenburg sie nicht vorzeitig verraten haben. Ein darauf folgender deutscher Tagesbericht erklärte bereits, die Operationen nordwestlich von Grodno verliefen plan⸗ mäßig. Heute erfahren wir dazu, daß südlich von Augustow russische Angriffe unter schweren Verlusten für den Feind scheiterten. Auch westlich von Prasznysz und östlich von Plock machten die Russen vergebliche Angriffe. Wir be— halten allen diesen Vorgängen gegenüber völlige Ruhe; Hindenburg und sein Stab haben unser vollstes Vertrauen, denn bei ihnen herrscht, ganz im Gegensatz zu den Russen, Planmäßigkeit und Ueberlegenheit. Wir sehen neuen Ueber— raschungen entgegen. Es zeigt sich jetzt deutlicher, daß die Beschießung der Dardanellen zwar viel Lärm, aber sonst keinen erheblichen Schaden angerichtet hat. Die erste alarmierende Wirkung auf die Meutralen üst abgeflaut. Griechenland bleibt vorläufig neutral, und wenn heute die„Frankf. Ztg.“ aus Athen zu melden weiß, daß Zaimis das Mandat zur Kabinettsbildung in die Hände des Königs zurückgelegt habe, weil Venizelos in der Kammer seine Politik nicht unterstützen würde, so besagt das nicht viel. Ist es nicht Zaimis, so ist es ein ande⸗ rer. Der König hat, so berichtet die„Frankf. Ztg.“ weiter, Gunagris zu sich berufen, der sich noch nicht entschieden hat. Mittlerweile mehren sich die Gerüchte, daß Italien auf dem Wege ist, sich freundschaftlich mit Deutschland und Oesterreich-Ungarn zu verständigen. * 8* Die Auflösung der„Legion der Garibaldianer“. Basel, 8. März.(WTB. Nichtamtlich) Nach einer Nach⸗ richt aus Lyon wurde die Legion der Garibaldianer auf eine Wei⸗ sung des Kriegsministeriums aufgelöst. Dieses wurde den 700 italienischen Freiwilligen mitgeteilt, welche die Rückkehr des in Paris weilenden Peppino Garibaldi abwarten, um ihre Beschlüsse zu fassen. Diejenigen Freiwilligen, welche im Dienste Frankreichs verbleiben wollen, werden der Fremdenlegion zugeteilt. die anderen können mit Geleit an die Grenze Italiens zurück- kehren. Die Gründe der Auflösung der Legion sind unbekannt. Die finanzielle Wirkung des Krieges in Frantreich. Paris, 8. März.(WTB. Nichtamtlich.) Im„Radical“ läßt sich der Senator Perchet über die finanziellen Folgen des Krieges aus. Er berechnet, daß Franfreichüber 20 Milliarden für Kriegszwecke ausgeben würde, wenn der Krieg bis Ende 1915 dauerte. Hinzu komme noch die Entschädigung, welche der Staat für Kriegsschäden sowie Renten an Invaliden, Familien zon Kriegsopfern zahlen müsse. Zur Tilgung dieser Staatsschuld müsse in jedes Jahresbudget eine Summe von ungefähr 1 Milliarde eingesetzt werden, was einer Erhöhung aller Steuern um 20 Proz. sofern nicht die Ausgaben für Rüstungen stark 5 e 1 N 1 105. Jahrgang N Gießener Anzeiger 8 General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl schen Univ.⸗Buch⸗ und St 55 eingeschränkt werde. Während die Staatsschuld anschwoll, sei die produktive Kraft des Landes infolge des Krieges stark gesunken. Das Land lebe während de ieges großenteils vom Kapital, da der Krieg viele Industrien brachlege. Um die Folgen dieser un⸗ geheuren Ausgaben und Verlt ste wettzumachen, müsse Frankreich eine bessere Ausnützung der wirtschaftlichen Kräfte erzielen, als bisher geschehen. Frankreich müsse bereits während des Krieges bemüht sein, den Absatz seiner Erzeugnisse auf dem Weltmarkt zu steigern. Endlich müsse man der durch Arbeits- losigkeit entstandenen Krise steuern, aber nicht durch staatliche Geld⸗ unterstützung, welche die Arbeitskraft einschläfere, sondern durch Zuweisung von Arbeit an die Arbeitslosen.. Zürich, 8. März(WTB Nichtamtlich.) Nach einer Korre⸗ spondenz der„Neuen Zürcher Zeitung“ ist der Krieg in Süd⸗ frankreich unpopulär. Man spricht davon, wie von einem fernen Ereignis, von einer unangenehmen Sache, die in weiter Ferne vor sich geht und möglichst bald beseitigt werden sollte, weil sie das tägliche Leben stört. Auch anderswo sind Symptome der Unzufriedenheit im Volk. Sie gehen teilweise zurück auf Mißgriffe einzelner Industrieller, welche sich nicht scheuen, die gegenwärtige Lage zu Lohnherabsetzungen in nutzen. Ein weiterer Grund si rüchte von riesigen Gewinnen 8 vernünftigem Umfange auszu⸗ die zweifellos übertriebenen Ge⸗ gewisser Zwischenhändler. Deutsches Geld als Zahlungsmittel auf russischem Gebiete. Berlin, 8. März.(WTB. Amtlich.) Der Oberbefehls⸗ haber im Osten setzte für das gesamte von deutschen Trup⸗ pen besetzte Gebiet Rußlands deutsches Geld als Zahlungsmittel, mit einem Zwangskurs von 100 Mk. bei 60 Rubel ein. K Die aus Russisch⸗Polen Petersburg, 8. Mä ertriebenen Inden. rz.(WTB. Nichtamtlich.) Der Korrespondent des Petersbu„Novy Woschod“ berichtet interessante Einzelheiten über die auf Verfügung der Mili⸗ tärbehörden aus dem Gebete der militärischen Operationen vertriebenen Juden. Nach flüch⸗ tiger Schätzung beläuft sich die Zahl der jetzt allein aus dem Gouvernement Plock nach Warschau zusammengeström⸗ ten Juden auf mindestens 30 000. Sie befinden sich alle in kläglichem Zustand. Es wird nichts getan, um ihre Lage zu erleichtern. Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 8. März.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Durch die noch andauernden Kämpfe in Russisch⸗Polen wurden vielfach Erfolge erzielt. Der Gegner wurde aus mehreren vorgeschobenen Stützpunkten und Schützenlinien unter starken Verlusten geworfen. Glei— chen Erfolg hatte ein kurzer Vorstoß unserer Truppen an der Front in Westgalizien, wo im Raume bei Gorlice eine der feindlichen Schützenlinien durchbrochen und eine Ort— schaft nach blutigem Kampfe erobert wurde. Mehrere Offi⸗ ziere und über 500 Mann des Gegners sind ge⸗ fangen. In den Karpathen wird hartnäckig gekämpft. Im Raume bei Lupkow setzten die Russen gestern nachmittag einen Angriff mit starken Krüften an. Unter Einsetzen neuer Verstärkungen wurden die gelichteten Reihen des Gegners stets erneuert und mit allen Mitteln vorgetrieben und der Angriff trotz schwerer Verluste dreimal bis nahe an unsere Stellungen vorgetragen. Jedesmal scheiterte der letzte Ansturm der Russen unter vernichtenden Ver⸗ lusten an unseren Hindernislinien. Hunderte von To⸗ ten liegen vor den Stellungen. In einem anderen Abschnitt der Kampffront gingen eigene Truppen nach abgeschlagenen russischen Vorstößen überraschend zum Angriff über, er⸗ oberten eine bisher vom Gegner stark besetzte Kuppe und machten neuerdings 10 Offiziere und 700 Mann zu Gefangenen. Auch auf einer benachbarten Höhe wur⸗ den 100 Russen gefangen. b In Südostgalizien holte sich starke feindliche Ku⸗ vallerie, die gegen einen Flügel unserer Stellungen isoliert vorging, eine empfindliche Schlappe. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Teuerung in Petersburg. Petersburg, 8. März.(WTB Nichtamtlich.) Hier herrscht erhebliche Teuerung für alle Lebensmittel, be— sonders für Fleisch, Butter, Roggenmehl und Hafer. Die erfolglose Beschießung der Dardanellen. Berlin, 8. März.(WTB Nichtamtlich.) Der Sonder- berichterstatter des„Berliner Lokalanz.“ in den Darda— nellen, der den Kriegsminister Enver Pascha und den Minister des Innern Talaat Bey bei der Inspizie⸗ rung der Dardanellen begleiten durfte, telegraphiert: Am frühen Morgen erreichten wir die Einfahrt der Darda— nellen bei Tschanak Kale. Um 10 Uhr vormittags tauch⸗ ten vor der Meerenge fünf große Schiffe auf. Sie nähern sich in rascher Fahrt und beginnen das tägliche Bom bardement. Ohne einen eigentlichen Plan und ohne ein System streuen sie 30⸗Zentimeter⸗Granaten auf beide Ufer. Kein Mensch in der Stadt regt sich darüber auf. Dann ant⸗ wortet eine Batterie auf der asiatischen Seite, die zweite, dritte und sechste folgt. Nur wenige Salven gibt jede ab. Der Kommandant der Artillerie, der neben mir das Feuer leitet, schmunzelt. Noch nicht den zehnten Teil seiner Ge⸗ schütze läßt er feuern, doch ist schon die Wirkung bemerk⸗ Dienstag, 9. März 1917 Seingespree monatl. 75 U., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durck Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Jik. 2.— viertel⸗ jährl. ausschl. Beste Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Ui.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. drudkerei N. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Beck, sämilich in Gießen west und Oft abgeschlagen. chsel in Griechenland. bar. Die englischen Schiffe erhielten 2 Treffer. Sie setzten sich in schnellere Fahrt. Weiter geht das Gefecht. Auf eine Batterie feuern sie in einer Stunde 60 Granaten ab, nicht eine einzige trifft. Die schweren türkischen Ge⸗ schütze auf beiden Seiten der Meerenge antworten nicht einmal auf die nutzlose Pulververgeudung der Engländer. Mit den Landungen haben die Engländer noch weniger Glück. Wo immer sie auftauchen, werden sie mit emp⸗ findlichen Verlusten ins Wasser geworfen. Die Stimmung ist hier ausgezeichnet, weil man hier täglich vor Augen hat, wie erfolglos die sogenannte Forcierung ist. Bisher sind mindestens 6000 Granaten allerschwersten Kalibers von dem Gegner verfeuert worden. Der Erfolg waren zwei zerschossene veraltete Werke am Eingang der Meeresstraße, die mit alten Geschützen bestückt waren. Die eigentlichen Dardanellen-Befestigungen sind völlig intakt. Berlin, 8. März.(WTB. Nichtamtlich.) Von bestunter⸗ richteter Seite geht uns über die Lage bei den Dardanellen fol⸗ gende Mitteilung zu: Die Meldungen der englischen Admiralität, die von bedeutenden Erfolgen der Verbündeten bei dem Angriff auf die Dardanellen zu berichten wissen, sind augenscheinlich nur darauf berechnet, einen moralischen Druck auf die Balkanstaaten auszuüben und bei den Neutralen Stimmung zu machen. Tat⸗ sächlich hat aber noch kein Fahrzeug der Verbündeten bisher das Minenfeld erreicht und keine einzige Mine ist wegge⸗ räumt worden. Die Landungsversuche am 6. d. M. bei Kum⸗Kaleh und Sed⸗ul⸗Bahr sind völlig gescheitert. An beiden Stellen wurden die Angreifer unter großen Verlusten durch Bajonettangriffe der türkischen Truppen zurück⸗ geworfen und ins Meer getrieben. Die inneren Dardanellenforts haben noch gar nicht in den Kampf eingegrissen. Die Stimmung Konstantinopel ist ruhig und zuversichtlich. Das politische und wirtschaftliche Leben geht seinen gewohnten Gang. Ein französischer Truppentrausport nach den Dardanellen! Rom, 8. März.. Das Paketboot„Tolemaide“ begegnete bei Malta 2 sischen Truppentransportdampfern, zösischen Panzerschiffen begleitet waren und sich auf der Fahrt nach den Dardanellen befanden. Die Beschießung von Smyrna. Berlin, 9. März. Das Konstantinopeler Blatt „Turan“ meldet aus Smyrna: Vier englische KHreu⸗ zer und sechs Torpedoboote erschienen gestern vor dem Hafen von Smyrna und bombardierten die Forts. Unsere Batterien eröffneten hierauf das Feuer. Unsere Granaten trafen ein feindliches Kriegs- schiff, das sofort das Feuer einstellte und sich aus der Feuerlinie zurückziehen mußte. Ein zweiter Kreuzer wurde am Mast getroffen. Von der Küste aus konnte man be⸗ merken, wie mehrere Verwundete von feindlichen Kreuzern auf ein Spitalschiff gebracht wurden. Ferner wurde ein englischer Transportdampfer zum Sinken gebracht. In der Stadt Smyrna herrscht vollkommene Ruhe. Die Kämpfe im Kaukasus⸗ Petersburg, 8. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der Bericht des Generalstabes der Kaukasusarmee vom 6. März besagt: Die militärischen Operationen in der Ge⸗ gend des Tschorok, südlich Choi dauern an. Auf den übrigen Abschnitten der Front keine Veränderung. Petersburg, 8. März.(WTB. Nichtamtlich) Der Be⸗ richterstatter des„Rjetsch“ meldet: In den Kaukasuskämpfen zei⸗ gen die Türken eine überraschende Hartnäckigkeit und todesverachtenden Mut. Die Türken werden auch unter⸗ stützt durch die topographische Lage, die sie vorzüglich ausnützen. Besonders vorzüglich schlagen sich die Konstantinopeler Truppen. Der Berichterstatter erzählt von einer kleinen Abteilung türkischer Truppen, die vor einer erdrückenden Uebermacht russischer Truppen weder flüchteten noch sich ergaben, sondern bis zum letzten Augen⸗ blick im Bajonettkampf standhielten und schließlich niedergemacht wurden, obwohl sie Gelegenheit gehabt hatten, die Stellung zu räumen. Die Haltung Griechenlands. Paris, 8 März. WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter messen dem Rücktritt Venizelos' große Bedeutung bei und glauben, daß die öffentliche Meinung Griechenlands, welche ihren Willen bereits ausdrückte, sich nicht von dem Wege abbringen lassen wird. auf dem die wahren Freunde Griechenland zu seinem wahren Schicksal führen werden. Paris, 8. März.(WT. Nichtamtlich.) Eine Athener Meldung schildert die Feier des Jahrestages der Ein⸗ nahme von Janina. Die Bevölkerung durchzog die Straßen Athens unter Hochrufen auf den König und Venizelos. Köln, 8. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Kölnische Zei⸗ tung(meldet aus Berlin: Es bestätigt sich, daß sich der Rück⸗ tritt Venizelos' ohne schwere Erschütterungen vollzog. Die Aus sichten auf Bildung eines Ministeriums, das Getechenlands neutrale Politik bis auf weiteres fortsetzt, sollen günstig stehen. Die Haltung Italieus. Konstantinopel, 8. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die türkische Presse erörtert auch weiterhin eifrig die eventuelle Hal⸗ tung Italiens.„Jeune Türc“ schreibt: Sachliche Gründe 2 (Ctr. Frkft.) Kae e e 8. in * 7 n 1 4 e wund der Veisunf der Exetgnisse vernnlassen dir Ituliener, die Soli⸗ darität ihres Landes mit dem unsrigen zu schätzen. Noch eine ganz junge Großmacht, die mit vollem Recht den Ehrgeiz nach einer glänzenden politischen wirtschaftlichen und kommerziellen Zukunft nährt, würde es buchstäblich erstickt, wenn Rußland seine Hand auf die Dardanellen legte, um so den östlichen Teil des Mit⸗ telmeers zu beherrschen. Im Westen von Frankreich, im Osten von Rußland eingeschlossen, würde Italien erwürgt und fände keinen freien Ausweg. Wir sind sozusagen die Hüter der italteni⸗ schen Interessen im Orient gegen die Moskowiter. Unser Land ist dem Handel und der Industrie der Italiener offen, die hier ein weites Feld für ihre Tätigkeit finden würden, mit einem Wort: Nichts drängt uns von Italien. Wir begrüßen die neue Bewegung, die Italien unserem Lande noch näher bringen wird. a Berlin, 9. März. Dem„Berl. Tageblatt“ wird aus Rom gemeldet: Bei einem Bankett, das in Gaeta in Anwesen⸗ beit des Ministerpräsidenten Salandra stattfand, rief der Bri⸗ gadegeneral Morra in einem Trinkspruch aus: Das Heer ist bereit zu marschieren im Namen des Königs und des Vater⸗ landes. Salandra eilte auf den General zu, umarmte und küßte ihn und sagte: Ich sage Euch mit gepreßtem Herzen, wir werden alle unsere Pflicht tun, wie General Morra gemahnt hat, mit Hilfe Gottes unter dem Befehl des Königs und für den Ruhm des Vaterlandes. Bei der Abreise Salandras erscholl aus der Volks⸗ menge ein vereinzelter Ruf: Es lebe die Neutralität! Nicht doch, —— Salandra, ruft vielmehr mit mir: Es lebe Italien! Stürmischer Beifall der Menge folgte dieser Aufforderung. Wie der„Vossischen Ztg.“ aus Rom gemeldet wird, erwiderte Ministerpräsident Salandra in Gaeta auf die Ansprache des Ge⸗ nerals Morra, daß er auf die hochpolitischen Anspielungen der Vorredner nicht eingehe, weil er gelernt habe, nicht mehr zu sagen⸗ als er wolle. Er wende sich mit der erneuten Aufforderung an die Nation, ruhig, diszipliniert, vertrauensvoll und bereit zu sein. Bereitschaft ohne Ruhe und Disziplin könne die Größe des Landes nicht herbeiführen. Auch ich wurde an einen Platz gestellt unter unvermuteten Umständen. Aber ich harre aus und werde voll Ver⸗ trauen und Gewissenhaftigkeit alles Erforderliche tun, damit das Land aus der gegenwärtigen Lage groß und stark hervorgeht. Lebensmittelteuerung in Spanien. Berlin, 9. März. Laut Nachrichten aus Spanien verschärft sich die Lebensmittelteuerung der⸗ art, daß sie zu ernsten Besorgnissen Anlaß gibt. In manchen Provinzen soll eine Hungersnot herrschen. Die Bevölke⸗ rung veranstaltet fortwährend Kundgebungen gegen die Lebensmittelteuerung. Die Zivilgarde, die in verschiedenen Ortschaften die Manifestanten zu zerstreuen suchte, wurde angegriffen und mußte von der Waffe Gebrauch machen. Viele Personen wurden getötet oder verletzt. Der Seekrieg. Berlin, 9. März. Das„Berl. Tagebl.“ meldet aus Genf: Der englische Dampfer„Surrey“ mit rund 4000 Tonnen Gehalt, der eine Ladung e von Liverpool nach Dünkirchen transportierte, ist gesunken. Nach der einen Meldung soll er auf eine Mine aufgefahren in, nach einer anderen Meldung wurde er durch ein utsches U.⸗Boot versenkt. 80 Berlin, 9. März. Der amerikanische Baum⸗ wolldampfer„Pacific“ soll von einem englischen 5. l worden sein. . erlin, 9. März. Die„Voss. Ztg.“ meldet aus Stock⸗ holm: Der schwedische Dampfer„Axel Johnson“ wurde von einem englischen Kriegsschiff auf der Fahrt non Rio de Janeiro nach Göteborg angehalten und zur Untersuchung nach Kirkwall geleitet. Aͤltriegsbriefe aus dem Osten. Bon unserem zum Ostheere entsandten Kriegsberichterstatter . Uuberechtigter Nachdruck, auch aus zugsweise, verboten.) Die Schlacht von Makarre. Dolnijias, bei Makarce, 26. Febr. 1915. 5 Die Pferde, kleine struppige Kosakengäule, traben an. Die goldenen Zwiebeltürme von Suwalki verglänzen in einer leuch⸗ tenden e Der Fichtenwald steht schwer dunkel noch voll Winters Wir sehen die Todesstraße des 20. russi⸗ schen Korps und der 27. Division. Der russische kommandierende General Bulgakow fand die Hauptstraßen, die in Suwalki in den Bereich der russischen „Festungen führen, von anderen russischen Divisionen belegt und 2 dann— marschierten die Deutschen. Die Straße Suwalki⸗Sejny war nicht mehr frei, die Straße Suwalki⸗Augustow in deutscher Hand, blieb der Waldweg durch den dichten Forst nach Sopockinie und nach Grodno. Zwei aktive und eine Reserve⸗Division und die Dirision Djonson, eben die 27, setzten sich in Marsch. Ein Ver⸗ bweishungsmarsch, der mit der Vernichtung und Gefangennahme des — teiles endigte. Man marschierte eilig. Als ich im gen auf den aufgerissenen und vereisten Wegen an dem schönen See von Wigry vorbeifuhr, lagen die russischen Schlittenkufen — und da verstreut, ein Brotsack, ein Uniformstück, ein paar „die die Protzen erleichtern sollten, ein gefallenes Pferd. Der Wald war still, unbeweglich, die mächtigen Fichten legten ihre Zweige wie gütige Hände vor dem Grauen, das der ld von g Bei 7 wo ist eine größere Lichtung, das polnische Nest schmiegt sich an die kahlen Hänge, ein paar armselige Felder unterbrechen den Wald. Hier wurde die Nachhut und die russi⸗ schen* von den deutschen, vorwärtsstoßenden Kräften ein⸗ geholt. größere Teil des russischen Korps hatte schon die opinzstraße Seiny⸗Augustowo erreicht, auf der aber bereits deutsche Truppen marschierten. Die Russen griffen die deutschen Kolonnen, die den Kreuzungspunkt bei Makarce in der Richtung auf Augustowo schon überschritten hatten, mit Heftigkeit an. Die deutschen Kräfte machten Kehrt, und es entspann sich ein blutiges, zweitägiges Ringen, das für die hier an Zahl überlegenen Russen, die alle Kraft an den Durchbruch setzten, nicht ungünstig stand. Da kam der deutsche Druck im Rücken, der Waldweg von Tobolowo 7 1* nach Makarce hlt, wie er wirkte. General Bulgakow brach 5 die Schlacht bei Makarce ab und brachte sein zermürbtes Korps mm vorwärts auf schmalen Waldwegen nach der Straße Sereje⸗ N Sopockinie. Die Straße war inzwischen auch in deutscher Hand, als die Russen sich aus dem Waldrand entwickelten, bekamen sie deutsches Artilleriefeuer. Sie gingen in dichten Kolonnen tapfer vor Auf 800 Meter feuerten die deutschen Geschütze. Reihenweise sanken die Regimenter am Waldrande vor Grodno. Bei Wol kus z war das Schicksal der vier Dipisionen entschieden. Der erste Kessel war Zermürbung, der zweite Vernichtung. General Bulgakow, sein Stabschef Schemjakin, ergaben sich und mit ihnen die Dibisio⸗ näre von Rohenschild, Dionson, der die 27. Diviston hatte, Fev⸗ dorow, der Inspekteur der Artillerie des 20. Korps, General Schneider, der Kosakengeneral Ussotschew und vier Brigadiers. Das 20. russische Armeekorps war aus der Liste der russischen Armeen zu streichen Bei Tobolowo sah ich den Anfang der Tragödie. Das Feld war besät mit Protzen und gefallenen Pferden rtilleriemunition der leichten Munitionskolonnen, die hier nach dem schützenden Wald vorwärts jagen wollten, war so dicht auf manchen Flächen ver⸗ streut, als hätte man den dürftigen Acker damit bestellen wollen. Im Halbkreis gegen die vorgehenden deutschen Kolonnen lagen die russischen Schützengräben, die mit alle dem Krimskrams dicht Fell waren, den der russische Infanterist mit sich führt. Dann egann der Waldweg, auf dem die deutsche Infanterie nachgestoßen hatte Ein Toter am Wege, ein zweiter, eine Reihe halb von den Zweigen verborgen. Kleine Hütten aus Tannenzweigen gegen die 8 der Weg der Toten, bis das Feld sich an den Waldrand schiebt, bis das Schlachtfeld von akarce dem Blick frei wird. Der kleine Ort, der den großen historischen Klang in diesen Tagen be⸗ kommen hat, liegt ein wenig nördlich von dem Treffpunkt der Straßen. Die grüngrauen Strohdächer verschwimmen in der grauen polnischen Landschaft. An dem Knotenpunkt ist der Anprall am heftigsten gewesen. Hier liegen die Gefallenen in dichten Reihen, Freund und Feind dicht nebeneinander. Ein blonder deutscher In⸗ fanterist hat ein merkwürdiges, wunderschönes Lächeln in dem bärtigen Gesicht. Der helle Schein dieses rührend sonnigen Vor⸗ frühlingstages liegt über dem Felde. Man wird still, wenn man über ein Schlachtfeld geht, ganz still, wie als Kind bei einem Ge⸗ witter. Und plötzlich fällt einem ein, du hast dem und jenem da neulich ein hartes Wort gesagt, das war nicht nötig, gar nicht nötig, und da hättest du besser sein können und bescheidener Man fühlt eine ungeheure Verpflichtung, gut zu sein, mit allen Kräften —— zu sein, denn diese alle da, noch mit rotem Schein auf den angen, sind gestorben, damit die, die leben, in einem freien und heilig arbeitenden Deutschland leben können. Die Verpflichtung, die ein solch stilles Feld auferlegt, ist so unsagbar groß, daß man kaum vermeint, sie tragen zu können. Die strafe Gott, die je diese Saat auf den heiligen Feldern vergessen; die strafe Gott, wie er England strafe. 8 Von Malarce nach Serskilas werden es drei Kilometer sein. Der Weg 1 an ein paar Stellen in tiefen Schnee eingeschnitten, so daß ein schmaler Hohlweg entsteht. Der Weg ist von Gefallenen gesperrt gewesen, und die Artillerie mußte durch Nach Serskilas wird das Leichenfeld lichter. Auf der kurzen Strecke Landweg nach Dolnias ist die Schlacht nicht gegangen. Meine kleinen Pferdchen stolperten bedenklich vorwärts, sie hatten mit den großen Ostpreußen des Wagens, in dem Generalstabs⸗ hauptmann H. saß, bisher tapfer Schritt gehalten. Der Haupt⸗ mann knüpfte Verbindungen mit der Einwohnerschaft des lang⸗ gestreckten Dorfes Dolnias an. Er bekam auf seine halb polnisch, halb russische Frage eine— englische Antwort. Der Bauer war jahrelang in Texas gewesen. Aber Quartier hatte er kein aus⸗ reichendes. Wir requirierten schnell sechs frische„eggs“ und zogen zu einem Hause, in dem ein„gospoda“, ein Herr wohnen sollte. Die Hälfte des strohgedeckten Hauses war eingestürzt, das Dach sah noch ein Stückchen über die Trümmer. Immerhin war der Rest noch größer als bei den anderen Katen das Ganze. Es gab ein größeres dreifenstriges Zimmer mit einem mächtigen Ofen, daneben ein kleineres und die Küche. Wir ließen in den großen Raum Stroh bringen und an einer Längswand ausbreiten. Es war genug Plaß dazu, denn die Einrichtung bestand aus einer breiten Holzbank, einem Tisch— am Fenster— vier Stühlen, mehreren Heiligenbildern, einem Bilde des Zaren und einer be⸗ merkenswert guten Uhr. Die Leute hatten kaum ein Gefühl dafür, welche Entscheidung sich in ihrer Nähe abgespielt hatte. Sie sahen mit ängstlichen und neugierigen Augen auf unsere Han⸗ tierungen und hatten den Mund voll tausend kleiner Wünsche und Bitten. Dabei waren sie willig und dienstbeflissen. Als Beleuch⸗ tung gab es einen langen, hell brennenden Kienspan. So wie vor fünfhundert und tausend Jahren läuft hier das Leben wender. Was ist die Welt? Wo ist die Welt? Was ist Rußland? Was Deutschland? Hier ist die große Einsamkeit, die ganze Melancholie der polnischen Landschaft liegt über Dorf und Hügel und Ackerfeld. Am Abend gehe ich durch die Dorfstraße. Nicht einmal Rauch kräuselt mehr aus den Hütten. Der Himmel ist ein goldenes blitzendes Tuch. Es ist beinahe Vollmond. Alle Dinge werfen schwere, tiefblaue Schatten auf den wieder leicht zusammenge⸗ Torenen Schnee. Die hohe schlanke Silhouette eines Ziehbrunnens hebt sich von dem Feld. Daneben steht ein schweres, plumpes Kreuz, die Gestalt des Gekreuzigten glänzt silbrig unter dem e Holzdach. Die Sterne flirren, die Kälte wächst. an hört jeden Laut. In der Ferne ein leichtes Grollen. Die schweren Kanonen von Grodno grüßen das Heldenfeld von Makarce. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. 5 Aus dem Reiche. . Der Reichstag. Berlin, 8. März.(WT B. Amtlich.) Heute abend fand im Reichskanzlerpalais eine Besprechung zwischen Vertretern der Reichsregierung und den Vorständen der Reichstagsfrak⸗ tionen über die in der bevorstehenden Tagung des Reichstages zu erledigenden Geschäfte und die Art ihrer Behandlung statt. 4 Berlin, 8. März. Im Abgeordnetenhause teilte der Präsident Graf v. Schwerin⸗Löwitz mit, daß der Abgeordnete Generalmajor v. Ditfurth⸗Kassel auf dem Felde der Ehre bei Lomza gefallen sei.— In einer Konferenz, die 2 dem stellvertretenden Minister⸗ präsidenten Dr. Delbrück und den Fraktionsvorständen des Abgeordnetenhauses stattfand, hat die Regierung dem Wunsche des Hauses entsprochen und in eine Vertagung bis zum 26. Mai 1915 gewilligt. erlin, 8. März. WTB. Amtlich.) In der heutigen Sitzung des Bundesrats gelangten zur Annahme die Vor⸗ lage betreffend Mindestfuttermengen an Hafer, die Entwürfe eines Reichskontrollgesetzes, eines Gesetzes über die Aus⸗ gabe von Reichskassenscheinen und Reichsbanknoten zu 10 Mark, sowie der Entwurf einer Bekanntmachung über vorübergehende Zollerleichterungen. Breslau, 8. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der Provin⸗ ziallandtag sandte an S. M. den Kaiser folgendes Tele⸗ gramm:„In tiefster Dankbarkeit, daß Ew. Majestät durch die heldenmütigen Hindenburgschen Truppen unsere schlesische Heimat vor einem feindlichen Einfall bewahrt und bei dero allerhöchsten Anwesenheit in Schlesien die schlesische Pflichterfüllung so gnädig gewürdigt haben, bittet der Provinziallandtag der Provinz Schlesien bei seinem Zusammentreffen Eure Majestät, das Gelöbnis un⸗ wandelbarer Treue allergnädigst entgegennehmen zu wollen.— An Hindenburg wurde folgendes Telegramm gerichtet: Eure Erzellenz entbietet der soeben zusammengetretene schlesische Pro⸗ vinziallandtag wärmsten Gruß. Was Sie und die Ihrer ruhm⸗ reichen Führung folgenden heldenmütigen Truppen für unser Vaterland getan, ist in das Herz jedes Schlesiers eingegraben. Darum wird Ew. Exzellenz Name in unserer Provinz bis in die fernsten Zeiten mit unauslöschlicher Dankbarkeit genannt und ge⸗ rühmt werden.— An Generaloberst von Woyr sch sandte der Provinziallandtag nachstehendes Telegramm: Der Provinzial⸗ landtag gedenkt bei seinem Zusammentreten mit treuem Gruß in unauslöschlicher Dankbarkeit der heldenmütigen schlesischen Land⸗ e, und ihres ruhmreichen Führers, unseres schlesischen General⸗ obersten. Aus Stadt und Cand. 1 Gießen, 8. März 1915. * Ritter des Eisernen Kreuzes: Direktor des Geologischen Instituts an der Technischen Hochschule in 3 Prof. Dr. Demoll, früher Privatdozent in ießen. Auszeichnung. Dem Bataillonsarzt im Landwehr⸗ Ins.-Rgt. 11, 1. Bat., Dr. med. Wilh. M ay wurde das Eiserne Kreuz verliehen, nachdem er schon vor längerer Zeit das hessi⸗ sche Sanitätskreuz am blau-roten Bande der hess. Tapser⸗ keitsmedaille erhalten hatte. 0* N 1 Die 3 erzogin am 1 ar 5 irchen⸗ rat D. Dr. Samuel Eck zu Gießen, den 1 direktor August Schmeckenbecher zu Gießen, den Landge⸗ richtsdirektor Karl Dornseiff zu Darmstadt, den Oberlandes⸗ 25„ 8 den Dekan un arrer rg Bayer zu n arrer Konrad Belte zu Darmstadt nch den Wfarrer Jan Fa gfler zn urn stadt zu Mitgliedern der 9. ordentlichen evangelischen Landes⸗ niederhagelnden Schrapnells lehnten sich wie schutzsuchend gegen ie dicken Fichtenstämme. In einem ungeheuren Crescendo wächst aus Darmstadt zum Oberlehrer an dem Gymnasium zu Worms ernannt, dem Stationskontrolleur Finanzamtmann Ernst Pull mann zu Harburg a. E. den Charakter als Finanzrat verliehen, den Hauptsteueramtsassistenten Georg Maul zu Darmstadt zum Buchhalter bei der Hauptstaatskasse und den Steuereinneh des Steueramts Pfungstadt Friedrich Breidenbach zu Pfung⸗ stadt zum Bezirkskassier der Bezirkskasse Gr in ernannt— Am 5. März d. J. wurde der Pfandmeister des Beitreibungsbe⸗ nals Fürth Thaddus Fran 2 Path 1. O. in gleicher len. eigenschaft in den Beitreibungsbezirk Worms II versetzt. Ermittelung der Kartoffelvorräte. Der Bundesrat hat bekanntlich beschlossen, daß am 15. März d. J. eine Erhebung über die Kartoffelvorräte statt⸗ finden soll. Alle Kartoffelvorräte ohne Ausnahme(Speise⸗ kartoffeln, Kartoffeln zu Saat⸗, Futter⸗ und gewerblichen — 4 sollen ermittelt werden. Es sind nicht bloß die rräte der gewöhnlichen Haushaltungen aufzu- nehmen, sondern auch diejeni aller landwirischaftl 128 werblichen, dels⸗ und Verkehrsbetriebe. Ferner die Vorräte festzustellen, die sich im Gewahrsam von Ge⸗ meinden, Gemeindeverbänden, von Behörden des Staates oder des Reiches(Proviantämter usw.) befinden. Kartoffel⸗ mengen, die am 15. März auf dem Transport waren, sind ebenfalls mitaufzunehmen. Der zur Angabe verpflichtete n and, Betriebsinhaber usw. hat seinen rtoffelvorrat möglichst genau zu schätzen. Ein Abwiegen wird nicht verlangt. Die Ermittelung geht so vor sich, daß die Soset von Haus zu Haus e die g über die Vorratsmengen einfordern und sofort in die Zähl⸗ listen eintragen. Die Bevölkerung wird dringend ersucht, das Zählgeschäft dadurch zu erleichtern, daß sie ihre Kar⸗ toffelvorräte genau überschlägt, um dem Zähler ohne Zeit⸗ verlust e ue Angaben machen zu können. Welchen großen Wert die Reichsregierung auf das Ergebnis der Erhebung 55 geht daraus hervor, daß sie sehr scharfe Strafbestimmungen festgesetzt hat. Wer ber weigert, Angaben zu machen, oder wer unrichtige 5 unvollständige Angaben macht, wird mit A bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 10 000 bestraft Auch können die Kartoffelvorräte, deren Vorhandensein verschwiegen wird, im Urteil für den Staat verfallen er⸗ klärt werden.— Anfragen bezüglich der Erhebung sind an die Großh. Zentralstelle für die Landes⸗ statistik zu Darmstadt zu richten. Dem Gießener Marineverein ist neuerlich eine Reihe von Dankschreiben führender Persönlich⸗ keiten unserer Kriegsmarine zugegangen für die reichen Sendungen von Liebes gaben, die er an die Front hat gelangen 5 den Zuschriften befinden sich ö 1 ö b 8 vom Kommandierenden Admiral des Marinekorps b. röder, vom Kommandeur der 2. Marinedivision, vom Kommandeur des 2. Marine⸗Inf.⸗Regts. 8 vom Kommandanten des ruhmreichen Unterseeboots U. 9, Kapi⸗ tänleutnant Otto Weddigen, der dem Verein mit dem Wunsche„Für Heil und Sieg kameradschaftliche deutsche Grüße“ sandte. *Das Bezirkskommando erläßt in der vorliegenden Nummer eine Bekanntmachung über die 1 aller noch nicht eingestellten Angehörigen des Beurlaubtenstandes, der Ersatzreserve und des Landsturms, die der Beachtung der Be⸗ treffenden an dieser Stelle empfohlen sei. * Bürgerverein. Auf Einladung des hiesigen Bürgervereins sprach am 8—* neuen Uni⸗ versitätsaula Professor Walz aus über den „Siegeszug der Deutschen durch Belgien“. Der Vortragende gab einen kurzen geschichtlichen lick über die Entwickelung Belgiens zum selbständigen Königre 0 eigenen 3 8 und zeigte dann, welch namenloses Elend das von fal F namentlich von den Engländern verführte Volk 8 starrige Verblendung und wahnwitzigen Haß gegen die 5 schen über sich 2 Heimat heraufbeschworen. Mit ge⸗ spanntester Aufmerksamkeit folgten die Anwesenden dem klaren, formvollendeten Vo der die einzig in der Ge⸗ schichte dastehenden Waffentaten der Deutschen bei Lüttich und Namur und den siegreichen Einzug in Brüssel schilderte. Dann führte er die Hörer vor Antwerpen, durch das un⸗ glückliche Löwen, nach Mecheln und endlich zur friedlichen Uebergabe von Gent und B Etwa 70 wunderbar el eichnete Lichtbilder— zum Teil vom Vortragenden selbft ergestellt— unterstützten die klaren und sachlichen Aus⸗ führungen des Redners. Sie führten eindrucksvoll die Schrecken des Franktireurkrieges vor. 5 auch— zum Teil in prächtiger Farbenwirkung(Antwerpen) — die reizenden Städtebilder Belgiens mit ihren herrlichen Kathedralen und den prächtigen Gildehäusern.— Reicher Beifall am Schlusse des Vortrags zeigte, wie tief die von vaterländischem Geiste getragenen Ausführungen des Red⸗ ners die Herzen der Zuhörer en. Stadttheater. Man schreibt uns: Ein Austreten von Dr. Ludwig Wüllner bedeutet für eine große Gemeinde siets ein Ereignis und so bedarf es wohl nur des Hinweises, daß der Künstler am kommenden Samstag im Stadttheater einen ein⸗ maligun„Vortragsabend“ geben wird, um allgemeines Interesse zu erregen. Ueber den Erfolg von Dr. Wüllner als Rezitator liegen aus Berlin und einigen Großstädten geradezu be⸗ geisterte Besprechungen vor, nach denen dem Abend mit hoch ⸗ f gespannten Erwartungen entgegengesehen werden darf. a 1 * Kriegerverein. Der Vorstand des hiesigen Krieger. vereins hat in seiner am 3. März stattgesundenen Sitzung be⸗ schlossen, 1000 Mark für die zweite Kriegs anleihe zu zeichnen. * Eine i 1 Feststellungen der Beobachtungsstationen in Aussicht. Unter der Ausde nung eines Hochdruckgebiets auf ganz Deutschland entwickeln sich trockene, kalte Ostwinde, die zu einer raschen Abnahme der Bewölkung und tiefen nächtlichen Temperaturen führen müssen. Tagsüber wird die Kälte dann durch die unbehin⸗ derten Sonnenstrahlen beträchtlich gemildert werden. Dieser Rückfall der Jahreszeit in die schlechten Gewohnheiten des Winters wird von niemandem gern gesehen werden; der scharfe Wind, der durch die Straßen fährt und das dichte Schneetreiben in den Morgenstunden wollen zu den knospen⸗ den Zweigen und der sprossenden Saat gar zu schlecht passen. Namentlich der letzteren wird der Frost, der in das tagsüber aufgetaute Erdreich fährt, stets gefährlich. g Neeber e arburg, ärz. ner wu gestern Drillinge(Mädchen) beschert. Der Vater ist als Ver⸗ wundeter in französische Gefangenschaft geraten. h. Vom Westerwald, 9. 3 stein die Regierungsbezirke Arnsberg, enz und Wiesbaden im 5745 Westerwald zusammenstoßen, breiten sich mächtige Flächen edland und weite Sümpfe aus. Ple Bewohner ber um liegenden Dörfer finden in diesem Gebiete nicht den nötigen Lebens⸗ unterhalt; sie wandern in die Eisengruben des Siegerlandes, wo ie bessere Löhne verdienen. Wohl wären die Gemeinden in erster inie berufen, die dürren Heideflächen urbar zu machen, die Mors 8. entwässern, die nassen sauren Weiden zu drainieren und die asaltfindlinge zu sammeln, aber die Dörfer sind blutarm und — 8 12 am Dreiprovinzen⸗⸗ e e e synode des Großherzogtums Hessen ernannt.— Die Groß in hat ferner am 6. Mürz d. J. den Lehramtsassessor Gustav Waldt ihre Steuerlasten groß. Nun hat eine Be„ die Kriegsgefangene zur Sad der e her⸗ a will wich mur die Frübiahrsbestenung mangel es un dwirtschaftlichen Betrieben an Arbeitskräften. Perlge will — C jetzt— 5 it r Gefangenen die urarbeiten in großzügiger durchgeführt werden, dann bleibt der Krieg für das Gebiet R r alle Zeiten. Schwurgericht. 2 l th. Gießen, 9. März. GSGWeestern vormittag eröffnete Landgerichtsrat Schudt als Vor- sitzender die erste Tagung des Schwurgerichts für 1915. Verhandelt wurde gegen den 20jährigen Dienstknecht August Ott von Schwein— surt, zuletzt in Ilbenstadt bedienstet, wegen des Verbrechens der versuchten Notzucht. Der Angeklagte war geständig. Die Anklage vertrat Gerichtsassessor Dr. Eckert; die Verteidigung führte Rechtsanwalt Dr. Engisch. Es waren nur drei Zeugen u hören. Diplom⸗Jngenieur Clemens Hertzberg-Darmstadt ungierte in der Verhandlung, die unter Ausschluß der Oeffentlich keit vor sich ging, als Dolmetscher. Die Geschworenen bejabten die Schuldfrage unter Zubilligung mildernder Umstände, worauf der Gerichtshof auf eine Gefängnisstrafe von 9 Monaten, au welche die 3 Untersuchungshast in Abrechnung kommt, erkannte. tt erkannte die Rechtskraft des Urteils an. Gießener Strafkammer. th. Gießen, 8. März. 1 Futtermittel⸗Verfälschung. Am Freitag verhandelte die Strafkammer eine Betrugs⸗ anklage, deren Ausgang über die Grenzen unserer Provinz in den Kreisen des Futtermittelhandels und der Müller mit Spannung erwartet wurde. Angeklagt waren der Kaufmann Albert S. von Hungen sowie die Müller Johannes B. von Villingen, Adam C. von Nieder⸗Ofleiden, Wilhelm B. II. von Romrod, Heinrich D. von Wetterfeld, Ferdinand J. von Gonterskirchen und Konrad 15 8 te Kauf S 2 r Angeklagte Kaufmann S. war beschuldigt, im Jahre 1912/13 als Futtermittel Abfallkleie und Pflanzen⸗ fasermehl in großen Mengen in den Handel gebracht und in einer Reihe von nachgewiesenen Fällen an Landwirte und besonders an zahlreiche Besitzer von Kleinmühlen verkauft zu haben, obwohl er gewußt habe, daß die Mittel als Viehfutter vollkommen wertlos waren. Er soll diese Geschäfte mit außer⸗ lich erhebli Verdienst, seines Vorteils wegen unter erschweigung des Umstandes, daß es sich um ein wertloses Futtermittel handele, gemacht haben. Ferner wird S. noch der Anstiftung oder der Beihilse zum Betrug beschuldigt, weil er den Mitangeklagten die beiden Futtermittel seboten hat unter dem Hinweise, daß sie die Abfallkleie und das Pflanzensasermehl als e von ihnen hergestellten Kleie verwenden können. —. Den angeklagten 6 Mühlenbesitzern wurde zur Last gelegt, daß sie die von dem Angeklagten S. gekaufte Abfallkleie und das Pflanzensasermehl unter die Kleie gemischt haben, die sie an ihre Auftraggeber zurück lieferten, die ihnen Weizen zum Mah⸗ len gegeben haben, wodurch sie zweifellos das Produkt ver⸗ schlechterten. Eine betrügerische Handlung wird in dieser Handlungsweise erblickt, weil sie nicht berechtigt waren, die Kleie 11 um ihrem Auftraggeber das vereinbarte Quantum hl und Kleie zu liefern. 5 ö Der Angeklagte Kaufmann Su verteidigte sich damit, daß er die Abfallkleie sowohl wie das Pflanzenfasermehl an der Börse als Futterartikel gekauft hat; er will deren Wertlosigkeit als Viehfutter nicht gekannt haben, bestreitet auch, daß er an der Ware unperhältnismäßig viel verdient hat. Wenn er beide Artikel den Müllern zum S für Kleie empfohlen hat, so hat ex die⸗ selben auch dafür ee ten. Auf den Vorhalt, daß das Pflanzenfasermehl 90 Prozent e ee Gy ps und der Rest aus Sägspänen bestand, erklärte S., daß das Hand⸗ muster, wonach er die Ware gekauft hat, auf ihn einen sehr guten Eindruck gemacht hat; er habe nicht anders annehmen können, als Pen es— um ein billiges Futtermehl aus Pflanzenfaser⸗ ffen hergestellt und als solches habe er es auch weiterverkauft. Die angeklagten Müller geben zu, von beiden Sorten der in 1 Frage 1 Produkte von S. gekauft zu haben. Sie haben nicht beurteilen können, daß es sich E handelt. Sie schuldigen ihre Handlungsweise, i sie darlegen, daß sie bei der Lohnmüllerei 12½ Pro— des Weizens a 2 Prozent des Korus als Schwund ihnen von den Landwirten vergütet wird, —— In der Beweisaufnahme werden eine ganze Reihe von Klein⸗ müllern als Zeugen vernommen, die sämtlich von S. die in Rede stehenden Produkte bezogen haben. Sie erkläxen, sie hätten das Zeug ihrem Vieh zu fressen gegeben. Der Angeklagte S. habe ihnen das Zeug als Abfallkleie oder Flugtleie und wie das Pflanzenfaser⸗ mehl zum Strecken der Kleie verkauft. Das Pflanzenfasermehl habe sehr gut ausgesehen, man habe es für Futtermehl gehalten, und weil es nicht teuer gewesen sei, habe man es gekauft und unter das Viehfutter gemischt. Selbstverständlich erklären die Leute, daß sie die Ware nicht gekauft hätten, wenn sie gewußt hätten, daß 2 aus Sägespänen und Gips besteht und als Viehfutter ohne ei. i Die Vernehmung des Sachverständigen Chemiker Dr. Völker vom Nahrungsmittel⸗Untersuchungsamt Gießen förderte die Tat⸗ sache zutage, daß das als Abfall oder Flugkleie verkaufte Produkt außer pflanzlichen Bestandteilen etwa 13 Proz. Sand enthält. Der e war der Ansicht, daß man nicht behaupten kann, daß diese Abfallkleie überhaupt wertlos zum Verfüttern sei, dagegen sei das als Pflanzenfasermehl verkaufte Produkt ohne jeden Wert als Viehfutter.— Mühlenbesitzer Möser aus Gießen er⸗ läutert als Sachverständiger, wenn die Angeklagten Müller bei der Art der Verrechnung mit ihren Kunden außer dem Mahllohn in Natura nur 2 Proz. für Schwund und Abgänge vergütet be⸗ kommen, so sei dies entschieden zu 1 Möser erklärt, daß auch er es für zulässig halte, Abfälle des N ahlprozesses, wie sie die Mühle bringe, mit unter die Kleie zu mischen. Daß man aber zu* Zweck extra ein Produkt einkaufe zum Strecken der Kleie, ei fremd.— Getreidehändler Siegmund Rosenbaum⸗Gießen bekundet als Sachverständiger, daß beide Artikel, um die es sich hier handelt, an der Börse gehandelt wer⸗ den, und zwar nicht als Futtermittel, wohl aber als Futterartikel. Diese und ähnliche Produkte werden zum Strecken von Kleie ge⸗ braucht. Die als Abfallkleie oder Flugkleie bezeichnete Ware sei ein Abfallprodukt der Müllerei in Frankreich und Belgien. Die Abfallkleie, die unter dem Namen Soulfleuse gehandelt wird, kaufen auch große Mühlen zum Strecken von Nleie. Pflanzenfasermehl ist ein Artikel, der für Mischzwecke gebraucht wird. Mühlenbesitzer Löber erklärt, daß er zurzeit für die land⸗ wirtschaftliche suchsanstalt der Universität, allerdings nur zu Versuchszwecken, Stroh zu Mehl vermahle. Wie er gehört habe, beabsichtige man unter Zusatz von Zucker ein Ersatz⸗Futtermittel dar⸗ aus herzustellen.— Der Sachverständige Rosen baum bemerkt auf Befragen, daß beim Handel mit künstlichen Düngemitteln nach dem Gehalt gefragt wird, ebenso werden bei gewissen Futter⸗ mitteln Prozente garantiert. Bei Kleie aber ist dies nicht der Full. — Mehl- und Fruchthändler Rausch aus Friedberg schließt sich dem Gutachten des Sachverstündigen Rosenbaum an.— Der Han⸗ delssackverständige Chemiker Dr. Fuchs ⸗ Frankfurt a. M. erklärt, er habe auch geschäftlich als Händler an der Börse zu tun und bemerkt, daß die landwirtschaftlichen Versuchsstationen im Gegen⸗ satz zum Handel nur Futtermittel kenne und den Begriff des Futterartikels ausschließe. Auch die Geflogenheiten der Mäühlenindustrie verwerfen diese Versuchsstationen, und wenn der und die Mühlen den Ansichten der Versuchsstationen fol⸗ ger würden, dann würden die Futtermittel bei uns in Deutsch⸗ liuand noch teurer werden, als sie schon sind Der Name Pflanzen⸗ fasermehl sei allerdings für das vom Angeklagten S. verkaufte Pro⸗ 4 4 um wertloses Zeug zur Vieh⸗ e N* dukt so rüuschend wie das Ansehen der Ware; er als Sachverstän⸗ diger würde aber bei dem billigen Preise, den man für das Produkt verlangte, gestußt haben Doch müsse er sagen, es gehöre außergewöhnli 5 1 Handprobe festzustellen, daß einem wertloses Zeug angeboten wird. Hinsichtlich des Nutzens, den der Angeklagte S. bei dem Geschäft ge e sich nicht behaupten, daß S. einen außergewöhn⸗ li erdienst gewonnen hat, abgesehen von einem Konfunktur⸗ wutzen. Den Vorteil aber, den sich die angeklagten Müller ver⸗ schafft haben, hält der Sachverständige für lächerlich gering. Bei der geringen Menge des sogenannten Pflanzenfasermehls, die sie zur Streckung der Kleie verwendet haben wollen, ist auch eine nennenswerte Verschlechterung der Kleie nicht eingetreten. Einen Schaden haben die Kunden der Müller durch die Streckung ihrer Kleie nicht gehabt. Der Staatsanwalt Assessor Knauß hält gegen den An⸗ geklagten S. eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten und eine Geld⸗ strafe von 300 Mark wegen des begangenen Betruges für am Platze und wegen der Anstiftung zum Betrug eine Geldstrafe von 50 Mark für ausreichend. Gegen die Müller Wilh. B. von Romrod und Konrad F. V. von Groß⸗Eichen wird wegen nicht hinreichender Belastung die Freisprechung beantragt, während der Antrag wegen der übrigen Angeklagten wegen Betrugs auf eine Geldstrafe von 50 Mark lautet. Der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Katz, Offenbach, beantragt die Freisprechung des Angeklagten S., denn es mangele an jedem Beweis, daß sein Klient bewußt seine Abnehmer getäuscht habe. Außerdem sei auch der Nachweis nicht erbracht, daß dieser sich bei dem Geschäft einen unerlaubten Vermögens vorteil verschafft habe. Es sei auch niemand ein Schaden erwachsen, den der An⸗ e hätte voraussehen können; er habe die Ware als das, was ie ist, als Futterartikel zur Streckung von Kleie, verkauft. Justizrat Katz, Gießen, der zweite Verteidiger, stellt sich auf den gleichen Standpunkt wie sein Kollege plädiert auf Freisprechung aller Angeklagten. Dias gegen Abend gefällte Urteil erging auf FTreispre⸗ chung für sämtliche Angeklagten. Die Strafkammer begründete ihren Standpunkt damit, daß den Angeklagten nicht nachgewiesen sei, daß sie gewußt haben, aus was das Pflanzen⸗ fasermehl bestanden hat. Es ist die Möglichkeit nicht von der Hand zu weisen, daß der Angeklagte S. beim Erwerb des Mittels selber getäuscht worden ist, so daß er glauben konnte, es handele sich um einen zulässigen Streckungsartikel für Viehfutter. Die gleichen Gründe liegen auch zugunsten der übrigen Angeklagten vor. Bandel. Von der Reichsbank. Berlin, 8 März.(WTB. Nichtamtlich.) In der abgelaufe⸗ nen Bankwoche ist der Goldbestand der Reichsbank um 23 Millionen Mark auf 2293,6 Millionen Mark gestiegen An Darlehnskassenscheinen hat die Reichsbank 24,3 Millionen Mark neu in den Verkehr gebracht, was hauptsächlich durch den Bedarf an kleinen Zahlungsmitteln im Zusammenhang mit der Löhnung der Truppen sich erklärt. An Reichskassenscheinen hat die Reichs⸗ bank nur noch einen geringfügigen Bestand, und sie kann dem dringenden Begehren auf Herausgabe von 10-Markscheinen um so weniger genügen, als von den in ihrem Besitze befindlichen 6/ Millionen Mark 10⸗Markscheinen nur etwa 134 Millionen um⸗ laufsfähig sind, während die übrigen erst bei der Reichsdruckerei zum Umtausch gebracht werden müssen. Die gesamte Kapitalsanlage der Bank hat sich um 167 Millionen Mark erhöht. Die Zunahme entfällt fast ausschließlich auf bankmäßige Deckungen. Dagegen haben die fremden Gelder gleichzeitig um 130,3 Millionen Mark zugenommen, so daß mehr als drei Viertel der zur Diskontierung von Wechseln entnommenen Beträge bei der Reichsbank verblieben sind. Das Deckungsverhältnis der Noten wie der Verbindlichkeiten überhaupt hat sich in der abgelaufenen Woche nur unwesentlich geändert. Die Golddeckung der Noten beträgt 46,8 Proz. gegen 46,7 Proz. in der Vorwoche. Die Metalldeckung der Noten ist mit 47,6 Proz. unverändert geblieben. Die Deckung der sämtlichen fälligen Verbindlichkeiten durch Gold stellt sich auf 34.7 gegen 35,2 Prozent in der Vorwoche. —— — Märkte. se. Frankfurt a. M. Biehhofmarktbericht vom 8. März. Auftrieb: Rinder 1415(Ochsen 96, Bullen 18, Kühe und Järsen 1166, Kälber 385, Schafe 102, Schweine 2084. Tendenz: Rinder, Kälber, Schase und Schweine lebhaft. ge⸗ räumt; sette Ochsen und Schweine sehr gesucht. Preise für 100 Pfd. Lebend Schlacht · Ochsen. gewicht icht Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- Mk. Mk. wer es, 4—7 Jahre alt. 56—60 103-108 Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete re Bullen.. Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw. 52—55 86—92 Bollfleischige, jüngere e 80—85 Färsen, Kühe. Vollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw. 50—58 9095 Vollfleischige ausgem. Kühe höchsten Schlacht⸗ wertes bis zu 7 Jahren 4449 82—88 Wenig aut entwickelte Färsen 40-45 77-87 Aeltere ausgemästete Kühe. 38—44 70—82 Mäßig genährte Kühe und Färsen. 30-36 60—72 Gering genährte 3 Järsen. 26—30 60—77 er. e eee, 6275 103—108 Mittlere Mast⸗ und beste Saugkälber. 60—64 100-107 Geringere Mast- und gute Saugkälber. 56-60 95-1 2 Geringe Saugkäl ber. 52—55 88—93 Sch a se. Weidemastschase: Mastlä mmer 5— 4800 10500 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendge wicht Vollfleischige Schweine unter 80 kg een Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebendgewicht 84.00 86.00 103.00- 108.00 78.00 82.00 96.00— 100.00 84.00 86.00 103.00— 108.00 Vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendge wicht. 84.00 86.00 103.00— 106.00 le. Frautfurt a. M., 8. März.(Orig.⸗Telegr. des„Gieß. Anz.) Tie Stimmung für Getreide, auch für Mais und Gerste im Kleinverkauf, ist sehr sest. Mais notierte 5155 Mk., Gerste 50—55 Pk.— Futtermittel immer knapper und sest. Sesam⸗ kuchen 35,50—36,10 Mk., Palmkuchen 35.50— 36.10 Mk., Kokos⸗ kuchen 36—37 Mk., Kleie knapp, wenig offeriert. Biertreber 31 bis 33 Mk. Alles für 100 kg. o. Frankfurt a. M., 8. März.(Orig.⸗Telegr. des Gieß. Anz.) Kartoffelmarkt. Kartoffeln im Großhandel Mk. 11,00 bis 12,00 Mk., im Kleinhandel Mk. 12,00— 13,00. Alles per 100 g. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 10. März 1915: Meist heiter und trocken, Frost, nordöstliche Winde. Letzte Nachrichten. Die hessische Etatberatung 1915. ODarmstadt, 9. März. Der Finanzausschuß der II. Kammer beschäftigte sich gestern abend nach Erledigung mehrerer formaler Rechnungsvorlagen mit der Frage der ge⸗ schäftsordnungsmäßigen Erledigung des Budgets für 1915 und stimmte einem Vorschlag des Kammerpräsidenten Köhler zu, in der heutigen vertraulichen Besprechung der II. Kammer einen Ausschuß von 21 Mitgliedern zu bilden, um die Erörte⸗ rungen, die sonst im Plenum bei der Etatberatung statt finden, e Sachkenntnis dazu, um an einer Hände der Verbündeten. ländischen Grenze: veniastens zum Teil int perstärkten Ausschuß zu erlehtgen mud ale f Borberei ür die Budgetberatung zu treffen. Die finanziel — Fragen 3 Finanzausschuß auch diesmal selbständig f Aus den Karpathenkämpfen. K. K. Kriegspresseguartier, 9. März. Bei Sianki am ÜUzsoker⸗Paß fiel der russische Oberstleutnant Kostin in die Aus seinen e erhellt, wie vollkommen es der Heeresleitung geglückt ist, die Verschiebung einer deutschen Gruppe in die Karpathenfrontge⸗ heim zu halten. Das Auftreten der Preußen in den Kar⸗ pathen, sagte Kostin, war für uns eine große und unan⸗ genehme Ueberraschung. Unser Armeekommando erfuhr erst drei Tage zuvor davon, als es zu spät für eine ausgleichende Gegenmaßregel war. An unserer Front erging strengster Befehl, den Mannschaften das Eintreffen der aus vielen Formationen be⸗ stehenden deutschen Truppen zu verheimlichen. Unsere Mannschaften erfuhren erst durch Aussagen von Gefangenen von ihrer Anwesen⸗ heit. Die hervorragende Ausrüstung und Beköstigung der deutschen Truppen erklärt uns auch, weshalb sie die strenge Winterkälte und die Strapazen so gut ertragen. Ueber den strategischen Zweck der russischen Karpatheneinbrüche teilte Oberstleutnant Kostin mit: Wir müssen die Karpathen halten, damit man uns nicht in den Rücken fällt. Deshalb hat unser Vor⸗ gehen keinen stabilen Charakter und dringt nicht weit in Ungarn ein, wo wir uns nur zu essen holen. Wir denken immer an den Rückzug und haben deshalb Brücken und Viadukte in unserem Rücken nicht zerstört. An den Pässen aber leisten wir Widerstand bis aufs Aeußerste; wir werden und müssen sie behaupten. Neue Schlappen der Engländer. (WTB) Konstantinopel, 9. März. Nichtamtlich. Aus dem Großen Hauptquartier wird gemeldet: Gestern be⸗ schossen drei feindliche Panzerschifse, ohne eine Wir⸗ kung zu erzielen, drei Stunden lang aus der Ferne mit langen Zwischenpausen die Forts von Smyrna, worauf sie sich zurückzogen. Nachmittags setzten sie ihr ebenfalls wirkungsloses Feuer eine Stunde lang fort. Die beiden Beschießungen richteten keinen Schaden an und verursachten keine Verluste. Nachmittags beschossen vier englische Kriegsschiffe die Batterien vor den Dardanellen außer der Treffweite der Batterien. Sie ogen sich, ohne ein Ergebnis erzielt zu haben, nach Lencbes zurück. Ein feindlicher Kreuzer im Golf von Saros, der die Umgebung von Harab und Bulair beschoß, wurde von zwei Gra⸗ naten an der Brücke getroffen. a Als die Engländer versuchten, längs des Flusses Karon nach Irak vorzugehn, erlitten sie eine neue Niederla 1 e. Drei Bataillone englischer Infanterie mit zwei Schnellfeuerfeldka 7 zwei Berggeschützen, einer Maschinengewehrabteilung und einer Es⸗ kadron versuchten am 3. März unsere Stellung in der Gegend von Ahvaz anzugreifen. Nachdem unsere Truppen und Freiwillige einen Gegenangriff gemacht hatten und den Feind, der 400 Tote und Verwundete verlor und eine große Zahl von Gefangenen in unferen Händen ließ, zurückgeschlagen hatten, floh derselbe durch den Fluß Karon in Unordnung auf seine bei Berder in Naffrie festgemachten Schiffe. Unter den Toten befindet sich ein englischer Major und vier andere englische Offiziere. Wir erbeuteten mit allem Zubehör und mit der Muniti on drei Kanonen, 500 Gewehre, 200 Pferde und große Mengen von Sanitätsmaterial. Unsere Verluste waren unbedeutend. g Die„Touraine“. WTB. Le Havre, 9. März.(Nichtamtli raine“ ist am Montag abend im hiesigen laufen. Rücktritt Venizelos'. i. Köln, 9. März. In maßgebenden Kreisen wird nach einer Konstantinopeler Meldung der„Köln. Ztg.“ der Rücktritt Veni⸗ zelos mit Genugtuung begrüßt, ebenso von den 1— — Die Blätter führen aus, der Rücktritt erfolge unter ft 5 ) Die„Tou⸗ 0 bafen einge⸗ tu Eindruck des englischen Vorgehens im Aegäischen Meer und könne nur so gedeutet werden, daß Griechenland den Absichten des Drei⸗ verbandes nicht mehr so bereitwillig zu folgen geneigt sei wie ehedem. 8 2 Die italienischen Wünsche. 5 i. Köln, 9. März. Die„Köln. Ztg.“ berichtet aus Nom: Die von Crispis Neffen gegründete„Concordia“ bringt einen Leitartikel über die Gefahren des gegenwärtigen Au⸗ genblicks, die namentlich von der Beschießung der Dardanel⸗ len und der Haltung Griechenlands heraufbeschworen würden. Das Blatt versichert erneut seine Treue zum Dreibund, verhehlt aber nicht die Stimmung des Volkes gegen Oesterrei und hält es für notwendig, daß das Verhältnis zu Oester⸗ reich durch eine Erfüllung der nationalen Wünsche Italiens n werde. Man möge diesen Gedanken in Berlin und Wien schnellstens Rechnung tragen; schon in wenigen Tagen könne es zu spät sein. Die Neutralen und England. i. Köln, 9. März. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der hol ⸗ Wie der„Nieuwe Rotterdamsche Courant“ berichtet, entspricht die Meldung nicht den Tatsachen, wo⸗ nach zwischen den britischen, niederländischen und skandinavischen Regierungen ein Uebereinkommen getroffen worden sein soll, wo⸗ nach alle Einfuhren von Lebens- und Futtermitteln an die be⸗ teiligten Länder selbst gerichtet werden sollen, deren Re⸗ gierungen dafür sorgen sollen, daß die Waren nicht wieder ausgeführt werden. Ein amerikanischer Dampfer von England beschlagnahmt. i. Köln, 9. März. Die„Köln. Ztg.“ berichtet von der schweize⸗ rischen Grenze: Die„Agence Havas“ berichtet aus Washington, daß ein englischer Kreuzer den amerikanischen Baumwolldampfer„Pacific“ beschlagnahmt habe. N. ——— Amtlicher Teil. 5 Bekanntmachung a 1 für die noch nicht eingestellten Angehörigen des Beurlaubten⸗ standes(Reserve, Landwehr I. und II., Seewehr I. und II.), der Ersatzreserve, des unausgebildeten Landsturms der Jahr⸗ gänge 1885 bis 1895, sowie des ausgebildeten Landsturms. Es haben sich bei ihren Kontrollstellen(Kreis Gießen beim auptmeldeamt Gießen, Landgrafenstraße 6, Kreis Alsfeld und auterbach beim Meldeamt Alsfeld, Kreis Schotten bei der Be⸗ zirkskompagnie Schotten) zu melden: 5 Montag, den 15. März 1915 sämtliche Angehörige des Beurlaubtenstandes: 0 Dienstag, den 16. März 1915 sämtliche Ersatzreservisten; Mittwoch, den 17. März 1915 sämtliche ausgebildete ann Donnerstag, den 18. März 1915 die unausgebildeten Landsturmpflichtigen der Jahrgänge 1895 bis ein⸗ schließlich 1890; Freitag, den 19. Marz 1915 die unausgebildeten Land⸗ F der Jahrgänge 1889 bis einschließ⸗ 1 0 Die Meldungen können mündlich oder schriftli igen, im letzteren Falle sind die Militärpapiere r 3 5 3 merken, daß die Meldung auf Grund dieser Bekanntmachung erfolgt. Wer sich an den befohlenen Tagen nicht bei seiner Kontroll⸗ stelle meldet, wird nach den Kriegsgesetzen bestraft. Die vom Waffendienst zurückgestellten und für unabkömmlich anerkannten Mannschaften sind von der Meldung befreit. Gießen, den 6. März 1915. Großherzogliches Bezirks⸗Kommando: W Naumann, Oberstleutnant und Bezirkskommande nr. Meinem lieben Bräutigam Dr. med. Martin Weber Unterolflzier, Kriegsfreiwilliger im 3. Bad. Drag.-Regt. Nr. 22 war es vergönnt, am 20. Januar bei Notre Dame de Lorette den Ich bitte von Beileidsbesuchen abzusehen. und zur Grossherzogl. Bad. Verdienstmedaille eingegeben worden. Ida Strack. Giessen, den 8. März 1915. Ein grosser Waggon Valencia pfzlsiren u. Zitronen eingetroffen. Billiaste Preise. 2* R. Masèé aus Tirol 01292)(Oesterreich) Bahnhofstr. 48. Telephon 932. 15 Sosse:ees sss Heldentod fürs Vaterland zu sterben. 8 Zwei Tage vor seinem Tod war er zum Eisernen Kreuz H steiger Holzversteigerung der Gräflichen Oberförsterei Laubach. Montag, den 15 März, nach Zusammenlunst 10 Uhr am Eingang zum Eichberg auf Straße Laubach Rupperts⸗ burg aus 1. Eichterg: Buchen Rm.: 128 Scheit, 21 Knüppel, 27 Stöcke, 100 Reiser; 2. Altengericht: Buchen Rm. 9 Stammknüppel, 240 Stammreiserz 5 Birken⸗Knüppel; Erlen Stammreiser 3. Biberlob: Buchen Ri. 55 Scheit, ) Knüppel, 30 Stöcke 30 Reiserknuvpel; 4. Glasbau: Buchen Rm.: 14 Stöcke, 10 Reiserknuppel; 28 Eichen⸗ Knüppel, 13 Kirschbaum⸗Knüppel 3. Silbach: Buchen Hm.: 31 Stöcke, 138 Stammreiser(Backöschen) 6. Hölschen und Seekopf: Buchen Rm. 100 Scheit, 100 Knüppel l. 40 Knüppel 2. Kl., 10 Stöcke, 20 Ressertnüppel; 32 Eichen ⸗ Knüppel; 10 Nadel⸗ und Weichbelz⸗Knuppel. Das Holz an der Eichbergswiese Zuverlässiger Fräulein; für Buch u. 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Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser heißgeliebtes Ottochen im zarten Alter von 7 Monaten plötzlich und unerwartet sanft in dem Herrn entschlafen ist. Die trauernden Eltern: Karl Bücking und Frau. Gießen(Mühlstr. 20, 9. März 1915. Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag 3½ Uhr auf dein neuen Friedhof statt. 01206 mern, mehreren Kammern, Warmwasserbeizung, Gas und elektr. Licht an ruhige Leute zu verm. Auf Wunsch können im 1. Stock 2 schöne Zimmer mit großem Vor⸗ raum und ebenfalls Heizung und elettr. Licht als Bureau dazu gegeben werden. 1205 Näheres bei H. Hettler. 4Zimmer⸗Wohnung ab 1. April zu vermieten. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 10. März, nachm. 3 Uhr, vom neuen Friedhof aus statt. 2243 Verein ehem. liger (Kaiser-Wilnelm-Regiment) Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mit⸗ Wir suchen zum sofortigen Eintritt Schmid und 2 Schloßer weiter 10 Leute füt uunsett bei dauernder Scheidhauer& Ettinfornerei Beschäftigung. 2105 D Gießing A.⸗G. Mainzlar(Oberbessen). Für Bauarbeiten in Belgien suchen wir sosort 100 Nülfsarbeiter jür Erd⸗ und Betonarbei Stundenlohn bis 60 Pfg. ten, welche militärfrei sind. Für Unterkunft und Verpflegun wird 1 Pit. pro& 8 Tag abgezogen. 2¹⁸⁰ D Meldungen an Hüser& Cie., Oberxassel(Siegkreis). Tichtige Arbeiter gesucht. Ed. Silbereisen, Alicestraße 14.(u Hiesige Zigarren⸗Fabrik sucnt zum sofortigen Ein⸗ tritt 2 Junge, tüchtige militarfreie 122²⁰ Arbeiter. Näheres Plockstraße 11. Fuhrmann gesucht. 2214 Klinikstraße 21. Jung. gewandter Bursche Eine gute, frischmelkende Fahrkuh mit Kalb zu verkaufen.(01285 Karl Pausch I. Erben, Wieseck, Kirchstraße 11. 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