Etstes Blatt Gießen General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und steindruckerei n. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Beck, sämtlich in Gießen. Nr. 54 Der Sletzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Siehener Familienblätter; eimal wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Gießen Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche zeitfragen rusprech-Anschlüsse: r die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelleö l dresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme don Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Ein deutscher Sieg bei Arras. Masuren. Amerikanische Hal WTB.) Großes Hauptquartier, 4. März. (Amtlich.) 4 5. Westlicher Kriegsschauplatz. Ein französischer Munitionsdampfer, für Nieuport bestimmt, fuhr durch ein Versehen der betrunkenen Besatzung Ostende an, erhielt dort Feuer und sank. Die verwundete Besatzung wurde gerettet. Auf der Loretto⸗Höhe, nordwestlich Arras, setzten sich unsere Truppen gestern früh in den Besitz der feindlichen Stellungen in einer Breite von 1600 Metern. Acht Offi⸗ ziere 558 Franzosen wurden gefangen ge⸗ nommen, 7 Maschinengewehre und 6 kleinere Geschütze erobert. Feindliche Gegenangriffe wurden nachmittags abgeschlagen. Erneute französische wurden leicht abgewiesen. Ein französischer Vorstoß westlich St. Hubert in den Argonnen mißlang. Im Gegenangriff entrissen wir den Franzosen einen Schützengraben, auch im Walde von Chipyy scheiterte ein französischer Angriff. Eine der letzten Eiffel urmveröffentlichungen brachte die Nachricht, daß eine deutsche Kolonne beim Marsch über die Höhge von Taähure mit Erfolg beschossen worden sei. Wir müssen die ausnahmswesse Richtigkeit dieser Nachricht be⸗ stätigen. Die Kolonne bestand aber aus abgeführten französischen Gefangenen, unter denen ein Ver⸗ lust von 38 Mann tot, fünf verwundet eintrat! Oestlicher Kriegsschauplatz. Russische Angriffe nordwestlich G rodno ge⸗ rieten in unser flankierendes Artilleriefeuer und scheiter⸗ ten. Auch nordöstlich Lo mza brachen die russischen Angriffe unter schweren Verlusten zusammen. In Gegend südlich von Mus ziniec und Chorzele 3 Prasznusz erneuerten die Russen ihre ugriffe. Auf der übrigen Front keine Veränderung. DOberste Heeresleitung. *** Mit einiger Spannung verfolgt man jetzt die amerika⸗ nischen Besorgnisse vor der Marinetaktik Englands. Bisher hat nur ein Teil der amerikanischen Presse gegen das englische Vorgehen protestiert, und wir glauben nicht, daß Präsident Wilson an wirksame Schritte denkt, um die anmaßenden Briten zur Befolgung des Völkerrechts anzu⸗ halten. Interessant wird dieses diplomatische Zwischenspiel aber erst werden, wenn England auf die neuesten amerika⸗ nischen Vorschläge geantwortet haben wird. Die heute ver⸗ öffentlichte Meldung des Reuter-Bureaus, daß beide Häuser des amerikanischen Kongresses in Entschließungen die Re- gierung ermächtigt haben, die Uebermittlung von Kohlen und Waren an Fahrzeuge Kriegführender zu unterbinden, ist eine kleine Wendung zum Besseren für Deutschland insofern, als viele Amerikaner ihre Stimmung gegenüber dem Deutschen Reiche etwas geändert zu haben scheinen. Die Tatsache, daß bisher amerikanische Schiffe so offen die Unternehmungen unserer Feinde gefördert und unterstützt haben, spricht übrigens deutlich genug. Noch ist aber kein Anzeichen dafür vorhanden, daß Präsident Wilson sich end⸗ lich aufgerafft, um, entsprechend dem auch in der neuesten deutschen Note ausgesprochenen Ersuchen, gegen den Waffen— handel mit unseren Feinden einzuschreiten. Mit großer Aufmerksamkeit betrachtet man gegenwärtig alle Bewegungen und Schritte der Neutralen, von denen noch kein Land deutliche Zeichen bestimmter Absichten offenbart hat. Griechenland hat einen Kronrat veranstaltet, angeblich um über die innere Lage zu verhandeln. In Wirk⸗ lichkeit wurden militärische Vorbereitungen besprochen. In Rumänien scheint man den Angriff auf die Dardanellen mit sehr gemischten Gefühlen zu verfolgen und Politiker, wie Take Jonescu, die das Heil ihres Landes vorwiegend an der Seite des uns feindlichen Dreiverbandes gesucht haben, sprechen sich bereits dahin aus, daß im Falle eines erfolgreichen Durchbruches durch die Dardanellen man sich verständigen müsse, um die Meerenge international zu verwalten. Auch in Sofia sträubt man sich gegen die russischen Bestrebungen, und, vielleicht auch als Antwort auf die griechischen Vorbereitungen, der bulgarische Kriegs⸗ minister hat laut„Frankf. Ztg.“ in der Sobranje einen Gefetzentwurf eingebracht, wonach alle dienstfähigen bul⸗ garischen Staatsbürger vom 21. bis einschließlich 50. Le⸗ bensjahre einberufen werden können, um Kriegsausbildung zu erhalten, Einer unbeglaubigten Pressemeldung, die Drei— verbandsmächte hätten Italien den Angriff auf die Dar⸗ danellen vorher besonders angekündigt und um Mitteilung darüber ersucht, wie es sich verhalten wolle, darf man keine zu große Bedeutung beilegen. Sie ist wohl eine Erfindung, ähnlich wie die ohne besonderen Anhalt verbreitete Nachricht, man habe Bulgarien angeboten, sich am Angriff auf die Dardanellen zu beteiligen und ihm dafür Landbesitz in Thrazien in Aussicht gestellt. Als weitere unverbürgte Zeitungsmeldung wollen wir auch die nach⸗ folgende Notiz wiedergeben: Aus Stockholm wird der„Tägl. Rundschau“ berichtet: Wie die Blätter melden, hat die schwedische Regierung das am 26. Fe⸗ bruar abermals ergangene Ersuchen der Gesandten Rußlands, Englands und Frankreichs nach freier Durchfahrt von Kriegs⸗ Angriffe in der Champagne r. 1* 8 105. Jahrgang material nach Rußland abschlägig beschieden. Nach Petersburger Blättermeldungen wird der Hafen von Archangelsk bei der milden Winterwitterung Mitte April eisfrei sein. Die Stimmung bei den Nordstaaten ist nach den neue⸗ sten Londoner Maßnahmen keineswegs englandfreundlich; freilich begnügen auch sie sich mit schüchternen Zeitungs- protesten. Der Glaube an Englands Ueberlegenheit ist aber offenkundig stark gesunken. Man betrachte die nachstehenden Ausführungen eines dänischen Blattes: Kopenhagen, 4. März.(WTB. Ni Utamtlich.)„Natio⸗ nal Tidende“ sagt in einem„Die Schwierigkeiten, Millio- nenheere zu schaffen“ überschriebenen Leitartikel: England hat erklärt, daß es beabsichtige, neue Heere, zusammen drei Mil lionen Mann, zu schaffen. Ein Heer wird aber nicht nur aus Menschen, sondern auch aus Kriegsaus rü stun g gebildet. Die Frage ist also, wer England das erforderliche Kriegsmaterial be— schaffen soll. Die Verbündeten sind hierzu ganz außerstande, da sie selbst Material brauchen. Die größten Waffenfabriken der Welt sind nur in Deutschland, Oesterreich-Ungarn und Belgien zu finden. Amerika ist auf größere Fabrikation nicht eingerich⸗ tet. England ist daher auf die eigene Fabrikation angewiesen. Es würde nach eingehender Berechnung etwa ein Jahr brauchen, um et⸗ wa ½ Million Mann mit Gewehren auszurüͤsten; die erforderliche Munition könnte selbst in dieser Zeit nicht hergestellt werden. Die Herstellung der erforderlichen Artillerie würde minde stens zwei Jahre in Anspruch nehmen, ganz abgesehen von allem anderen Material, wie Patronentaschen, Sattelzeug, Zugriemen, Wagen, Zelten, Uniformen, Lazarettmaterial, Konserven usw. Selbst wenn also eine Absperrung Englands nicht in Berechnung kommt, kann man nicht einsehen, wie es England glücken sollte, wie reich auch England an Gold sein mag, ein derartiges Millionenheer in 1 Jahren wirklich brauchbar auszurüsten, wahrscheinlich wird es mindestens die doppelte Zeit dazu gebrauchen, so daß Aeuße⸗ rungen von englischer Seite, daß der Krieg drei Jahre dauern würde, wohl unzweifelhaft mit Rücksicht auf die genannten Schwie⸗ rigkeiten gefallen sind. A 8 * 4* Amerika und die englische Kriegführung zur See. Washington, 4. März.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Beide Häuser des Kon gresses nahmen heute früh Resolutionen an, welche die Regierung ermächtigen, Zoll- beamte und bewaffnete Seesoldaten bereitzustellen, um die Ab⸗ reise aller Schiffe jeder Nationalität aus amerikani- schen Häfen zu verhindern, so oft man überzeugt ist, daß sie beabsichtigen, Kohlen und Waren an Fahr⸗ zeuge Krieg führender zu liefern. Rotterdam, 4. März.(WTB. Nichtamtlich.) Nach dem„Nieuwe Rotterdamsche Courant“ melden die„Ti⸗ mes“ aus Washington vom 2. März: Man wartet mit außerordentlicher Spannung auf die Taten, welche auf die Erklärung Asquiths folgen werden. Alle Londoner Blätter bringen Telegramme aus Washington, wonach die Ver⸗ einigten Staaten in bestimmter Weise protestieren werden. Der englische Botschafter in Washington teilte Bryan mit, nachdem er die französisch⸗britische Note überreicht hatte, daß die Antwort Englands auf die von den Vereinigten Staaten vorgeschlagene Verbesserung der Lage im Kriegsgebiet in London in Erwägung gezogen werde. Man hofft in Amerika, daß demnach noch die Möglichkeit zu einem Ausgleich vorhanden ist, wodurch die Fort setzung des neutralen Handels der Vereinigten Staaten mit Deutsch⸗ land und den Verbündeten in anderer Form gewährleistet würde. Man weist darauf hin, daß beispielsweise ein Zugeständnis an die amerikanischen Baumwollexporteure und Importeure deutscher Farbstoffe viel dazu beitragen könnte, die praktischen und gefühls mäßigen Folgen der Beschlagnahmung abzuschwächen. Eine andere Frage sei, ob die Vereinigten Staaten die Beschlagnahmen ohne Protest hinnehmen würden. Man schreibt der ameri- kanischen Regierung die Tendenz zu, energisch gegen die Erklärung der englischen Regierung protestieren zu wollen, worin sich die Bedrohung des neutralen Handels verberge. Am meisten mißfalle, daß sie eine Absicht verrate, die einer papiernen Blockade gleichkomme. An⸗ dererseits würde die effektive Blockade nach dem Völkerrecht nicht gestatten, sich in den Handel mit Häfen der an Deutschland gren zenden neutralen Länder einzumischen, nur well das feindliche Land die mutmaßliche Endbestimmung der Ladung sei. In ameri kanischen Kreisen wird gesagt, daß die Engländer für die Lage in den als Kriegsgebiet erklärten Gewässern moralisch verant— wortlich seien, da sie durch die Beschlagnahme der„Wilhelmina“ zu verstehen gaben, daß sie beabsichtigten, die Einfuhr von Lebens mitteln abzuschneiden, womit sie das Völkerrecht verletzten. London, 4 März.(WTB. Nichtamtlich.)„Morning Post“ meldet aus Washington vom 28. Februar: Gestern sind im Kongreß drei Resolutionen über den Krieg eingebracht worden. Senator Newlands brachte eine Resolution ein, in der der Präsi deut gebeten wird, eine Konferenz der Neutralen einzube rufen, die die kriegführenden Mächte dringend zur Einstellung der Feindseligkeiten auffordern soll. Eine internationale Exekutivkörper⸗ schaft solle ins Leben gerufen werden, die Machtvollkommenheit besitze, um über Zwistigkeiten zwischen Nationen ein Urteil zu fällen und die Ausführung ihrer Beschlüsse durchzusetzen.— Dietrich brachte eine Resolution ein, in der mehrere Verstöße Großbritanniens gegen die Vereinigten Staaten aufgezählt werden, die die Vereinigten Staaten geschädigt und ihre Neutralität ge— fährdet hätten, Der Präsident wird aufgefordert, innerhalb sechzig Tagen nach Annahme der Resolution Zusicherungen zu erlangen, daß Großbritannien die Verstöße, gegen welche Klage geführt wird, aufgeben will.— Calder beantragte die Einsetzung einer Kommission, die einen Plan zur Einrichtung neutraler See⸗ handelsstraßen mit entsprechendem Patrouillenschutz ent— werfen soll. Die Resolution wurde der Kommission für aus wärtige Angelegenheiten überwiesen * jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ schristleiter: Aug. Goetz. Freitag, 5. März 1915 Bezugspreis monatl. 75 Pf., viertel- Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Neue Erfolge der Sieger in tung gegenüber England. Kopenhagen, 4. März.(WTB. Nichtamtlich.)„National- tidende“ meldet aus London: Die englische Presse betont einstim⸗ mig, daß sich Amerika keinerlei Illusionen machen sollte, daß irgendein noch so scharfer Protest gegen die englisch⸗ französische Erklärung irgendwelche Wirkung haben könnte. Alles Protestieren sämtlicher Neutralen könne von vornherein als ganz fruchtlos betrachtet werden. England werde jetzt den Krieg unter Ausnutzung der Seeherrschaft führen und sich über alle! roteste der Neutralen hinwegsetzen. Die Welt solle jeht erfahren, wie tief Englands Schwert schneide, wenn es ernstlich gezogen sei. Globe“ bedauert nur, daß dieser Standpunkt nicht schon an einem früheren Zeitpunkt offen ausgesprochen wurde.„W e st⸗ minster Gazette“ meint: Es zeigt sich, daß die öffentliche Meinung der Neutralen außer Stande ist, uns zu helfen. Wir müssen uns daher selbst mit allen Mitteln helfen. Wir beklagen, daß dies anderen Mächten Unannehmlichkeiten bereitet, wir müssen aber jetzt rücksichts los unsere Interessen wahr⸗ nehmen. Diese Gesichtspunkte werden vollständig von der eng⸗ lischen Regierung geteilt. Berlin, 5. März. Der amerikanische Staatssekretär Bryan soll dem englischen Gesandten in Washington er⸗ klärt haben, Amerika lege großen Wert darauf, daß Eng⸗ land die Ausfuhr von Baumwolle nach Deutsch⸗ land und die Einfuhrvon Farbstoffen von Deutsch⸗ land nach Amerika zulasse. 1 Eine ameritanische Legion. London, 4. März. WTB. Nichtamtl.) Die„Times“ melden aus Washington: Unter der Leitung des früheren Präsidenten Roosevelt, des Generals Wood und anderer wurden die ersten Schritte getan, um eine ameri⸗ kanische Legion aufzustellen. Die Aufgabe der Legion wird die Organisation aller Männer sein, die irgendwie militärische Ausbildung genossen haben, um sie für den Kriegsfall als Freiwillige zur Hand zu haben. Man glaubt, daß es möglich sein wird, gegen 200 000 Mitglieder anzu⸗ werben, welche die bisher vollständig fehlende erste Reserve bilden würden. Die„Dacia“. Brest, 4. März(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas: Die Besatzung der„Dacia“ wird am Don⸗ nerstag nachmittag von Brest nach Le Havre gebracht. Der Kapitän bleibt in Brest bis nach den Entschließungen der französischen Behörde über den Dampfer. Ein neuer Ausstand in England London, 4. März.(WTB. Nichtamtlich.)„Morning Post“ meldet aus Newcastle vom 1. März: Auf den Schiffs⸗ werften von Goole ist gestern ein Streik ausge⸗ brochen. Alle Schiffbauer legten die Arbeit nieder. Durch den Ausstand sind betroffen die Goole Shiphuilding and Espatring Company und die Webster and Rickerton Com— pany, die beide für die Regierung arbeiten. Die Arbeiter fordern eine Lohnerhöhung von 5 Schilling für die Woche. Die Firmen sind bereit, 3 Schilling zu bewilligen. * 1* Neue Freunde deutscher Einrichtungen. Berlin, 4. März.(Priv.⸗Tel.) Der„Berl. Lok.⸗Anz.“ meldet aus Genf: Die hier durchgekommenen französi⸗ schen Invaliden zollten den musterhaften deutschen Lazaretteinrichtungen und den hervorragenden Leistungen der deutschen Chirurgen dankbare Anerkennung. Einige sangen in Deutschland erlernte deutsche Volksweisen. Ein abgestürztes französisches Militärflugzeug. Paris, 4. März.(WTB. Nichtamtlich.) Wie der „Temps“ berichtet, fing bei einem Nachtflug über Cha⸗ lons⸗sur-Marne ein Militärflugzeug Feuer und stürzte in der Nähe von Chalons-sur-Marne ab. Beide In⸗ sassen wurden getötet. Neue französische Panzerschiffe. Paris, 4. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die Panzer⸗ schifsfe„Provence“ und„Bretagne“, die im April 1913 vom Stapel liefen, werden dieser Tage in Dienst gestellt werden. Die Wasserverdrängung beträgt 23550 Tonnen, die Bewaffnung 10 Geschütze von 340 Millimetern, 22 von 138 Millimetern, die Geschwindigkeit 20 Knoten, die Besatzung über 1100 Mann. Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 4. März.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: An der Biala südöstlich Zakliczyn wurden gestern vorgehende russische Truppen nach blutigen Kampfe zurückgeworfen. Beiderseits des Latorcza⸗ Tales und auf den Höhen nördlich Cis na dauern die Kämpfe, stellenweise auch nachts, an. Uebe call, wo es unseren Truppen gelungen ist. Raum zu gewinnen, unternimmt der Feind wiederholt Gegenangriffe, die stets blutig zurückge⸗ schlagen werden. Besonders entlang der Straße von Bali⸗ grod versuchten die Russen während dichten Schneegestüöbers mit starken Kräften vorzustoßen. Der Angriff, der bis auf die nächsten Distanzen herangekommen war, brach schließ⸗ lich unter großen Verlusten des Gegners in un⸗ serem Geschütz und Muschinengewehrfeuer vollkommen zu⸗ men. An den übrigen Fronten keine wesentliche Aenderung, nur Geschügkampf. Vor Przemysl herrscht Ruhe.. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Die Kämpfe im Kaukasus. Petersburg, 4. März. WTB. Nichtamtlich.) Der Ge⸗ neralstab der Faukasusarmee teilt unter dem 2. März mit: Auf der ganzen Front fand kein Zusammenstoß von Be⸗ deutung statt. *** Der Angriff auf die Dardanellen. Konstantinopel, 4. März.(WTB. Nichtamtlich.) Das Große Hauptquartier teilt mit: Ein Teil der feindlichen Flotte beschoß gestern eine halbe Stunde lang ergebnislos einige unserer Batterien am Darda⸗ nelleneingange. London, 4. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die Admiralität teilt mit: Die Operationen in den Dardanellen wur⸗ den am Montag um 11 Uhr fortgesetzt.„Triumph“,„Ocean“ und „Albion“ fuhren in die Meerenge ein und griffen dort das Fort 8 und die Batterie auf der Weißen Klippe an. Die Forts mit Feld⸗ geschützen und Haubitzen erwiderten das Feuer. Aufklärende Hydro⸗ plane meldeten abends verschiedene neue Artilleriestellungen, in denen aber keine Kanonen aufgestellt waren. Die Hydroplane, ent⸗ deckten auch eine Anzahl Minen an der Oberfläche des Wassers. Einige Minenfischer räumten Montag nacht unter Deckung von Torpedojägern bis 1½¼ Meilen von Kap Kephen die Minen weg: sie verloren durch das feindliche Feuer nur sechs Verwundete. Vier französische Schlachtschiffe beschossen bei Bulair die Batterien und Verbindungen. Die früheren Operationen führten zbBur Vernichtung von 19 Kanonen von 15 bis 27½ Zentimetern, 3 von 11 Kanonen von weniger als 15 Zentimetern, zwei Schein⸗ werfern und Pulvermagazinen der Forts 6 und 3.„Canopus“ „Sviftsure“ und„Cornwall“ begannen am Dienstag den Kampf gegen das Fort 8. Auf diese Schiffe wurde von dem Fort 9 zugleich mit Feldbatterien und Haubitzen das Feuer eröffnet. Das Fort 9 wurde beschädigt und um 4 Uhr 15 Minuten nachmittags zum Schweigen gebracht. Die Schlachtschiffe zogen sich um 5 Uhr 30 Min. zurück. Alle drei waren getroffen, aber nur ein Mann verwundet. Die Aufklärung durch den Hydroplau wurde durch die Witterung verhindert. Das Minenfischen dauerte die ganze an. Der Angriff wird fortgesetzt.— Der russische Kreuzer„As fold“ hat sich mit der Flotte in den Darda⸗ nellen vereinigt.(Notiz des WTB.: Die bisherigen Reutermel⸗ diungen baben sich als sehr unzuverlässig und falsch erwiesen. Mit dieser dürfte es auch nicht anders sein.) 28 Die Haltung Griechenlands. Athen, 4. März.(WTB. Nichtamtlich) Meldung der „Agente d' Athenes“. Auf einen vom König angenommenen Vor⸗ 55— des Ministerpräsidenten fand— 11 3 Uhr unter 0 Vorsitz des Königs im Palais ein Kron rat statt, um über die innere Lage zu beraten. Anwesend waxen die früheren Ministerpräsidenten Theotokis, Mavromychaelis, Dragoumis und RNallis, während Zaimi wegen Unwohlseins fernblieb. Der Mi⸗ nisterpräsident teilte Einzelheiten über verschiedene Aus⸗ künfte mit, gab Erklärungen ab und entwickelte seinen Standpunkt über die Linie, auf welcher die Regierung geführt worden ist. Die Mitglieder des Kronrates hielten es für nötig, auch das technische Urteil des Generalstabes zu hören. Daher erklärte der Minister⸗ präsident, daß er in seiner Eigenschaft als Kriegsminister dem König vorschlug, daß General Dousmanis gelegentlich des Jahrestages des Angriffs auf Janinawieder zur Aktivität berufen werde und die[ General- stabschefs übernehme. Der König nahm den Vorschlag an. Der Krvnrat tritt Freitag wieder zusammen, um den Generalstabschef um N Aufschlüsse zu ersuchen, welche notwendig sind, um sich eine Meinung über die Lage zu bilden. g Berlin, 5. März. Zu den gestrigen Athener Nachrichten, nach denen dort, wohl beeinflußt durch den kürzlichen Besuch des Generals Pau, ein Kronrat mit Zuziehung des Generalstabschefs 8 n habe, sagt der Berliner„Lok. Anz.“: In verschiedenen Kreisen sei der Eindruck gezeitigt worden, daß mit dem baldigen Eintritt Griechenlands in den Weltkrieg und zwar auf der Seite des Dreiverbandes, zu rechnen sei. Der heutige Weltkrieg sei zwar nicht arm an Beispielen, in denen Völker und Regierungen gegen alle gesunde Vernunft gehandelt hätten. Aber gerade dem grie⸗ chischen Ministerpräsidenten sei das am wenigsten zuzutrauen. Er habe sich bisher als ein zu kluger und vorsichtiger Mann erwiesen, als man annehmen könnte, daß er sein Land von neuem in einen Kampf verwickeln möchte, in dem viel zu riskieren, aber selbst im besten Falle nur noch wenig für sein Land zu gewinnen sei. Die Haltung Italiens. Berlin, 5. März. Aus Rom berichtet der„Avanti“ laut Kölnischer Zeitung: Der englische Botschafter habe Salandra und Sonnino am 3. März eingehend die Absichten des Dreiverbandes gegenüber der Türkei dargelegt und hinzugefügt, daß Italiens Interessen im Orient nicht gefährdet würden. Der Bot⸗ schafter habe zu erfahren gewünscht, welches die Absichten Italiens seien. Salandra und Sonnino hätten ihm Ant⸗ wort binnen 24 Stunden versprochen. Am 8— abends sei dem Botschafter die Antwort mitgeteilt wor Rom, 4. März. WT Nicktamtlich. Der„Osservatore Romano“ veröffentlicht einen Brief des Staatssekretärs Kardinal Gasparxi an den Präsidenten der Volksunion der Katholiken Italiens, in dem er mitteilt, der Papst habe bestimmt, der Vorstand solle einen Ausschuß von elf Mitgliedern aus seiner Mitte wählen(mit dem Präsidenten an der Spitze und 4 unter Hinzuziehung der Präsidenten von anderen katholischen Ver⸗ eeinigungen Italiens), die die Aufgabe haben solle, die Haltung der italienischen Katholiken und eine programmatische . und Einigkeit in ihren Gedanken und Zielen herzustellen. Der Papst wünschte die Organisation der Union in allen Diszesen und Gemeinden. Er segne die Katholiken der katho⸗ lliüischen Vereinigungen. — 2 Hriegsbriese aus dem Westen. Von unserm Kriegsberichterstatter. Muberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Die Kriegserlebnisse des Antwerpener Hafens. Großes Hauptquartier, am 1. März. Der Hafenkommandant von Antwerpen, Kontreadmiral Lau⸗ ran, hatte die Liebenswürdigkeit, einigen der Kriegsberichterstatter aus dem Großen Hauptquartier seine Ansichten über die Ent⸗ wicklung Autwerpeus unter deutscher Verwaltung mitzuteilen. Der deutsche Hafenkommandant arbeitet in einem Raume der„Schiff⸗ fahrts schule“, jenes hochragenden Verwaltungsgebäudes ant Ein⸗ gange zum Hafen, welches gleichzeitig das Lotsen⸗ und das Hafen⸗ amt und in anderen Zeiten auch das Auswanderungsamt enthält. Von seinem Schreihtische aus kann er, wie von einer hohen Warte, den wichtigsten Teil des Hafens und ein Stück der Schelde über⸗ sehen, so daß man einen Augenblick den Eindruck gewinnt, von hier aus müsse sich jede Einzelheit in den weitverzweigten Hafen⸗ becken mit scharsem Auge kontrollieren lassen. Der Raum ist geschichtlich nicht nur wegen seiner sonstigen Bebeutung als Zentralnerv des Verkehrslebens von Antwerpen, sondern auch wegen seiner Verbindung mit dem jüngsten Kapitel der Antwerpener Geschichte, mit der Einnahme der alten vlämischen Scheldestabt durch die Deutschen. Denn hier hatte der belgische Kommandant, General de Guise, die bekannte Unterhaltung mit a dem deutschen Parlamentär, in bvelcher er erklürte, er die stung niemals übergeben.„Wir halten sie bis zum letzten n“ Das war ein starkes Wort, aber die deutschen Kanonen waren stärker. Und schon dreiviertel Stunden später stieg der General unten am Kai in ein Boot, um wegzufahren. Die Stadt wäre ihrem Schicksale überlassen geblieben, wenn nicht die bürgerlichen Behörden mit den Deutschen Verhandlungen an⸗ geknüpft hätten, um die Fortsetzung des Bombardements zu ver⸗ hindern. Schon jetzt versuchen solche Leute, welche in guter Sicher⸗ heit im Auslande sitzen, den Antwerpener Behörden wegen der Ulebergabe Vorwürfe zu machen und sie sogar als Verräter an der Sache Belgiens hinzustellen. Die Stadt hat sich wehren müssen und hat eine Flugschrift in vlämischer und französischer Sprache erscheinen lassen, worin die Vorgänge ganz geschichtlich dargestellt sind. Admiral Lauran wies ausdrücklich darauf hin, daß jeder, der die Uebergabe miterlebt habe, die in der städtischen Flugschrift angegebenen Tatsachen vollkommen bestätigen könne. Antwerpen ist durch den Krieg in einem Augenblick überrascht worden, wo es sich anschickte, nach der ungeheuren Entwicklung, die es als Welthafen durchgemacht hat, einen Anlauf zu neuem Aufschwung zu nehmen. Seine geographische Lage als Hafenplatz ist beneidenswert gut. Auf fünf und einen halben Kilometer Länge können die Dampfer zum Ausladen unmittelbar an die Anlage⸗ stellen der Scheldekais hinanfahren. Und was mit Fleiß und Kraft zur Verbesserung des Hafens geschehen konnte, davon ist nichts verabsäumt worden. 65 Kilometer Eisenbahnstrecke ver⸗ mitteln den Innenverkehr zwischen den einzelnen Hafenanlagen. Die gesamten plätze haben eine Ausdehnung von 25 Kilometern. Schon die alte, 1830 gebaute Seeschleuse war für ihre Zeit mustergültig. Die in den Jahren 1905—1908 aus⸗ geführte Royerschleuse läßt Schiffe von 13 000 Tonnen und fast 190 Metern Länge durch. Eine deutsche Fixma errichtete ein neues Trockendock von 220 Metern Länge, 26 Metern Breite und 8 ½ Metern Tiefe, welches so weit fertig war, daß nur noch der Damm durchstochen zu werden braucht. Diese riesigen Anlagen sollten noch eine gewaltige Vergröße⸗ rung erfahren. Gerade im Juli 1914 war eine Erweiterung der Antwerpener Hafenanlagen von der belgischen Regierung geneh⸗ migt worden. Eine neue große Schleuse sollte errichtet werden, so daß die Schiffe eine Einfahrt und eine Ausfahrt hatten und also im Hafen nicht zu wenden brauchten. Und zwar sollte diese Schleuse— Kontreadmiral Lauran zeigte uns die im Hafenamte vorgefundenen ausführlichen Pläne— genau dem Muster der Emdener Schleuse entsprechen, und bei 270 Metern Länge, 30 Me⸗ tern Breite und bei niedrigem Wasserstande 11 Meter Tiese haben, wozu bei hohem Wasserstande noch 5 Meter Hub kommen. Ferner sollten noch größere Docks angelegt werden, die Schelde sollte besichtigt werden— kurz, die weitausschauendsten Pläne waren im Gange. Da trat der Krieg dazwischen. „Da Sie ja selbst unter den ersten chen waren, die Antwerpen und den Hafen nach der Einnahme gesehen haben, so werden Sie jetzt bei einer Rundfahrt durch die Hafenbecken wertvolle Vergleiche anstellen können“, bemerkte der Kontreadmi⸗ ral. Damals war die arbeitsame Millionenstadt wie tot und aus⸗ gestorben. Im Hafen und auf der Schelde war der ganze Be⸗ trieb unterbrochen. Keine Brücke war vorhanden, fast alle Dampfer waren demoliert, die Salons ausgeräumt, die Ladungen geplün⸗ dert. An beinahe sämtlichen deutschen und österreichischen Dam⸗ pfern waren die Maschinen gesprengt, während man an die Kes⸗ sel nicht herangegangen war, sei es, daß man keine Zeit dazu mehr gefunden hatte, sei es, daß man sich doch scheute, zu großen Schaden zu verüben. Es lagen hier im ganzen 32 deutsche Dam⸗ pfer, welche dem Norddeutschen Lloyd, der Hapag, der Kosmos⸗-⸗, Hansa⸗, Hamburg⸗Südamerika⸗Levante⸗Linie usw. gehören. Fer⸗ ner zwei österreichische Dampfer, je ein fremder Dampfer und ein fremder Segler, ein ü Dampfer, ein belgisches Schulschiff, ein französisches Vollschiff, zwei englische Schoner, ein dänischer Schoner und eine dänische Jagd. Sechs deutsche Dampfer wur⸗ den in unbeschädigtem Zustande gefunden. Der Dampfer„Gani⸗ lon“ war der einzige, welcher bei der Beschießung der Stadt eine Zerstörung erlitten hatte. Er hatte einen Volltreffer abbekommen. Eine Besichtigungskommission hat alsbald sämtliche Schiffe aufgenommen und die Beschädigungen festgestellt. Die zerstörten Maschinenteile wurden herausmontiert und zum Nachgießen nach Deutschland geschickt, so daß sie nach dem Kriege, bezw. jetzt schon wieder eingesetzt werden können.. Die Engländer haben bekanntlich bei ihrer Flucht aus Ant⸗ werpen versucht, das Fahrwasser der Schelde durch die Versen⸗ kung unserer„Gneisenau“ zu sperren. Aber da ist uns der Strom selbst zu Hilse gekommen. Denn der gewaltige Rumpf sank nicht quer zur Fahrrinne, sondern hat si 8 zur Flußrichtung gedreht, so daß Schiffe bis zu 13 Tonnen beiderseits der Wracks ungehindert durchfahren können. Das Schiff, das jetzt noch einen Wert von ewa anderthalb Millionen Mark darstellt, wäre übrigens gehoben worden, wenn wir über die nötigen Hebewerke verfügten. Solche sind in Holland vorhanden. Aber die hollän⸗ dische Regierung verbietet die Ausfuhr, da sie die Versenkung der „Gneisenau“ als eine von England verübte Kriegshandlung be⸗ trachtet. Wir erkennen diesen Standpunkt an und wissen sehr wohl, daß Holland, welches unter dem Kriege schwer leidet, sich in einer sehr schwierigen Lage befindet. Wir haben nun mit einer deutschen Firma wegen der Hebung der„Gneisenau“ verhandelt. Auf die Frage, wie sich das Verhältnis zwischen Hamburg und Antwerpen unter deutscher Verwaltung gestalten werde, ver⸗ wies Kontreadmiral Lauran auf Ausführungen im„Hamburger Fremdenblatte“, welche mit den Worten schließen:„So blühend sich auch Antwerpen unter deutscher Verwaltung weiterentwickelt, so wird Hamburg doch stets seinen ersten Platz als Nordseehafen behaupten.“„Dieser Ansicht,“ bemerkt der Kontreadmiral,„schließe ich mich vollkommen an. Antwerpen ist durch seine Lage sehr be⸗ vorzugt. Es verfügt über den kürzeren Ueberseeweg. Die Ver⸗ kehrswege nach seinem deutschen Hinterlande sind noch sehr aus⸗ baufähig. Aber es bleiben viele Werte für Hamburg, welche nicht verschoben werden können und Hamburg stets den ersten Platz als Nordseehafen garantieren werden.“ Ueber die bisherigen Erfolge der deutschen Verwaltung zeigte sich der Hafenkommandant sehr befriedigt:„Sie werden auf Ihrer Rundfahrt durch den Hafen den Eindruck gewinnen, daß deutsche Ordnung und Gründlichkeit, die oft im kleinen schwerfällig zu sein scheint, hier wieder eingezogen sind. Die Leute gehen anständig an ihre Arbeit, es kommt kein Diebstahl mehr vor. Wir haben einen umfangreichen, scharfen Paßzwang eingeführt. Kein Schiff darf ohne Passierschein ausfahren, keines ohne genaue Kontrolle ein⸗ fahren. Seit dem Oktober haben wir hier schon Einiges erreicht und geleistet. Im allgemeinen haben wir uns bemüht, jedem zu helfen. Und ich glaube nicht, daß sich jemand aus den Antwerpener Schiffahrtskreisen über die deutsche Verwaltung beklagt hat.“ Ueber die deutschen Scheldebefestigungen kann selbstverständlich nicht gesprochen werden, Aber man darf mit dem deutschen Hafen⸗ kommandanten der Ueberzeugung sein, daß der Gegner, den es einmal gelüsten sollte, hier durchzubrechen, sich an Antwerpen, an dem Antwerpen unter schwarz⸗weiß⸗roter Flagge, die Zähne aus⸗ beißen würde. f W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. Aus dem Reiche. Beschlüsse des Bundesrats. Berlin, 4. März.(WTB. Amtlich) In der heutigen Sitzung des Bundesrates gelangten zur Annahme: Die Bekanntmachung über die Beschränkung der Zucker⸗ erzeugung im Betriebsjahr 1915/16; der Entwurf von Bestimmungen für die Vornahme einer Zwischenzählung der Schweine am 15. März und 15. April 1915; die Aende⸗ rung der Grundsätze für die von der Reichsverteilungsstelle vorzunehmende Verteilung der Vorräte; die Vor⸗ lage betreffend Erhebungen der Vorräte au Kart o 0 feln; der Entwurf der Verordnung betreffend die Beschäftigung der Gefangenen mit Außenarbeit; die Bekannt⸗ machung über eine weitere R g des Branntwein verkehrs; die Vorlage betreffend eine Aenderung der Militärtarife für die Eifenbahnen; der Antrag be⸗ 0 Regelung tre den und die Beleihung der von den Bun⸗ desstaaten bei den Darlehens kassen aufgenommenen Darlehen, und der Entwurf der e betreffend die Fristen des Wechsel⸗ und Scheckrechtes für Elsaß⸗Lothringen usw. 5 Bom preußischen Landtag. Berlin 5. März. Die Staatsregierung wird den„Ber⸗ liner Politischen Nachrichten“ zufolge beim Landtag(der gestern den Justizvoranschlag erledigte) die Genehmigung zu dessen Vertagung bis zum 23. November vorschlagen. Die Wahl dieses Termins ist dahin getroffen, daß die durch den Krieg unterbrochenen gesetzgeberischen Arbeiten der vorigen Session im Herbst wieder aufgenommen werden können. Berlin, 4. März.(WTB. Amtlich.) Zur D üh⸗ rung der Verordnung vom 25. Februar 1915 Bann. des Verkehrs mit Brotgetreide und Mehl wurde vom Reichskanzler als Reichs kommissar der Unterstaatssekretär im preußischen Finanzministerium Dr. Michaelis bestellt, der dem Reichsamt des Innern untersteht. Dem Reichskommissar ist ein Beirat von sechs Mitgliedern beigegeben, der aus Vertretern der Landwirt⸗ schaft, des landwirtschaftlichen senschaftswesens, des Handels und der Konsumvereine sich zusammensetzt. Berlin, 4. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die Kaise⸗ rin stellte dem Kriegsausschuß für warme 1 E. V., Berlin⸗Reichstag, in diesen Tagen 20 000 Mar 3 Verfügung. Das Geld wird dazu verwendet, beson⸗ ers den Truppen im Westen, die außerordentlich unter der Nässe zu leiden haben, wasserdichte Sachen zuzuführen. Stuttgart, 4. März.(WTB. Nichtamtlich.) Bekannt⸗ machung des stellvertretenden Generalkommandos: Ein feindlicher 1 ist gestern über Rottweil er⸗ schienen und hat drei Bomben auf die Pulverfabrik ge⸗ worfen. Der hierdurch entstandene n ist gering und hat den Betrieb der Fabrik in keiner Weise gestört. Weitere Angriffe des Fliegers sind durch das Schutzkommando ver⸗ 3 März.(WTB. Nichtamtlich.) Der tuttgart, 4. ärz Ni 0 König hat laut„Staat iger“ dem Staatssekretär des Reichsschatzamtes Dr. Helfferich das Großkreuz des Friedrichsordens verliehen. 0 Pinneberg, 4. März.(WTB. Amtlich.) Bei der Reichstagswahl im 6. schleswig⸗holsteinischen Wahl⸗ kreis am 27. Februar wurden bei 54 Wahlberechtigten 10 253 gültige Stimmen abgegeben. Hiervon entfielen 10 226 auf Stadtrat Fabrikbesitzer Ernst Carstens aus Elmshorn (Fortschr. Volksp.). 27 Stimmen waren zersplittert. Car⸗ stens ist somit gewählt.* Aus Stadt und Can ds. Gießen, 5. März 1915. Bevölterungsstatistik in der Stadt Gießen, insbesondere die Sterblichkeit 1914. Von Medizinalrat Dr. E. Walger, Großh. Kreisarzt. Im Jahre 1914 sind in Gießen von 3 Müttern 522 lebende Kinder geboren worden(im Vorjahr 598) oder auf 1000 Einwohner 15,9 gegen 18,1 im Vorjahr. Einschließlich der zumeist in der uenklinik geborenen Kinder orts fremder Eltern kamen im ganzen 1094 zur Welt. Bei 106 Todesfällen von Kindern im ersten Lebens⸗ jahr bleibt ein Ueberschuß an Geburten für die Stadt Gießen 75 416(1913: 562) oder 12,7 auf 1000 Einwohner (1913: 17,3). 9 i 8 Totgeboren wurden im ganzen 59 eheliche und 7 uneheliche Kinder; davon entfallen auf Gießener Fa⸗ milien 24 eheliche und keine uneheliche Totgeburten(1913: 16 eheliche und 2 uneheliche). f 5 Die Zahl der Gestorbenen betrug im Berichtsjahr einschließlich von 378 Ortsfremden, die zumeist in— Krankenanstalten starben, 837. Unter diesen sind r 124 in Gießen wohnhaft Gewesene, die im Feld gefallen oder den Folgen von Verwundungen und im Krieg erworbenen Erkrankungen erlegen sind und 21 gestorbene Kriegs⸗ efangene, zusammen also 145, die an obigen 837 Todes⸗ fällen abgezogen werden müßten, wenn man die Sterb⸗ fälle der vorhergehenden Friedensjahre mit denen von 1914 vergleichen wollte. f 8„ Die 837 Todesfälle verteilen sich auf 6 Altersklassen wie folgt: Es starben im Alter von 0-1 J. 1-15 J. 15-30 J. 30-60 J. 60-70 J. über 70 J. Einheimische: 75 40 11 99 50 70 Ortsfremde: 3¹ 43 81 150 4⁵ 2 106 83 197 249 104 98 Die auffallend hohe Zahl der in den Altersklassen 15 bis 30 17 D185 85 Jahren Verstorbenen erklärt sich durch die insgesamt 145 Todesfälle wehrfähiger Männer infolge von W Nach Abzug dieser 145 würde für die verbleibenden Gestorbenen die Sterblich⸗ keitsziffer bei 32 900 Einwohnern 21,0 betragen. Diese Ziffer vermindert sich für die Einheimischen, für die nach weiterem Abzug der gestorbenen Or den 335 Todes⸗ fälle übrig bleiben, auf 10,2 auf 1000 Einwohner(1913: günstige mittlere 8,6; 7 11:4), was als 47. recht c Sterblichteitsziffer anzusehen ist. Von ben 70—— Einheimischen der letzten Altersklasse hatten 12 das 80. Lebensjahr erreicht und z. T erheblich überschritten. Dem Säuglingsalter gehörten 75 oder 22,2 Proz. Verstorbenen an. Als häuf Todes⸗ N ursache ist die schwäche im ersten Lebensmonat(Früh⸗ geburt) verzeichnet. 82 a ö 5 f Nach einzelnen Krankheiten eingeteilt fallen auf an⸗ eborene Lebensschwäche 18, auf Alterskrankheiten 20 Todes- älle. An e e des ts starb eine Frau. r Diphtheriekran 5 e fue ste alte genesen. An Masern starb 1 Kind, an Keuch⸗ husten starben 6, an Typhus 3 Personen, an Rose(Erysi- elas) 1 on. 1 Tab erete 9 45 e Vorjahr 42 oder auf 10000 chwülsten 4, tödlich verunglückt sind 10 Perf a Von den rsachen bei den Ortsfremden seien erwähnt: 17 Kinder im ersten Lebensmonat an Lebens⸗ —— 5 Frauen an Kindbettfieber, 8 an andern 1 5 Wochenbetts, 14 an Diphtherie, 1 an Typhus. An er⸗ kulose starben insgesamt 36 Ortsfremde, an Lungenentzün⸗ d 19, Herzleiden 19, Krankheiten der Verdauungsor 43, Blinddarmentzündung(mit Entzündung des : Selbstmord 9, * Auf dem Felde der Ehre gefallen. . e re e e dee Ja x ste r nf.-Regt.„ aus Ke 2 Kriegsfreiw. Gefreiter 2 Kratz aus Bleidenrod.— Schumann Georg Stetzelberg aus Worms.— Gefr. d. Nef. Alfred ner, Inf.⸗Regt. 80, aus Wiesbaden.— Kriegsfreiw. Hans eImann, Pionier⸗Bat. 21, aus Gustavsburg.— Ref. Ays Stolz, Inf.⸗Regt. 117, aus Gonsenheim.— Gefr. Karl Diery, Res.⸗Inf.⸗ 7 221, aus Darmstadt.— Offiz. Stellv. Friedrich Merz, Inf.⸗Regt. 168, aus Friedberg.— Schul⸗ verwalter Theodor Pauly, Inf.⸗Regt. 221, aus Friedberg zu⸗ letzt in Mühlheim a. M.).— Landwehrm. Lorenz From m, Landwehr⸗Inf.⸗Regt. 81, aus Offenbach a. M.— Landwehrm. August Stöpler, Res.⸗Inf.⸗Regt. 116, aus Offenbach a. M. 8. eee 5„ au enbach a. M.— Landwehrm. Friedri tt⸗ lob Kre h, Res.⸗Inf.⸗Regt. 221, aus Offenbach a. M. Theodor Frenzel, uf⸗ mann Herman ng aus Heuchelheim, Oberjäger im 24. e Auszeichnun Dem Feldpostsekretär Kammer aus Londarf ist die„Hessische Tapferkeitsmedaille“ ver⸗ liehen worden. 5 ** Die Brotkarten. Unter Hinweis auf die un⸗ mittelbar bevorstehende Einführung der Brotkarten ersucht der Oberbürgermeister die Bevölkerung, schon von heute Vizefeldw. im l 222, 1 ab den Brotverbrauch in den Familien so zu bemessen, daß er den demnächst zur Einführung kommenden Pflichtsatz von 200 Gramm pro Tag und Kopf nicht übersteigt. Vom Verkehr beiden Postsammelstellen. Bei den 23 Postsammelstellen, die die Feldpostbrief— sendungen aus der Heimat nach den Heeren bearbeiten, sind nach den letzten Feststellungen 13 774 Beamte und Unter- beamte beschäftigt. Die Zahl der Zivilaushelfer beträgt 10045. Wie gewaltig die Flut der ausgehenden Briefe usw. ist, beweist die Tatsache, daß während eines 14tägigen Zeit⸗ raumes im Monat Januar nicht weniger als 412 796 Briefbeutel abgefertigt wurden; das macht täglich durchschnittlich 29 485 Stück. Die meisten Briefbeutel sandte innerhalb 14 Tagen die Sammelstelle Leipzig mit 46 205 Stück ab, dann folgte Berlin mit 38627 Briefposten. In dem glei Zeitraum wurden den Heeresangehörigen 48 727 Postanweisungen aus der Heimat zugeführt. ( kEine wichtige Entscheidung für Land⸗ sturmleute. Die Frage, ob Landsturmleute, die Kriegs⸗ gefan bewachen, zu den Kriegsteilnehmern zu nen sind, wurde nach anderen ähnlichen Vorentschei— dungen vom Oberlandesgericht zu Dresden bejahend be⸗ antwortet. Nach dem Urteil dieses Gerichts zählen die in der Heimat zur Bewachung von Kriegsgefangenen herangezoge⸗ nen Landsturmleute zu den Kriegsteilnehmern, da„sie gegen den 9 verwendet werden“. Denn die Gefangenen bleiben Feinde, und ihre Bewachung tut der feindlichen Streitmacht Abbruch. Wildschaden, angeblich eine ernste Ge⸗ fahr! Ein alter Jäger sendet uns zu dem in Nr. 51 des „Gießener Anzeiger“ erschienenen Artikel„Eine ernste Gefahr“, der einer mit staatlicher Mithilfe verbreiteten Korrespondenz seine Verbreitung verdankt, folgende Aus⸗ gen: a. Im gestrigen„Gießener* wird unter der Ueberschrift„Eine ernste Gefahr“ der Wildschaden behandelt. Dabei wird aber nur Wild genannt, von dem man für Gießen und Umgebung mit Schiller sagen darf:„Es leben viele, die das nicht gesehen“, nämlich Sauen und Hirsche. Uebrigens wird für deren tunlichste Minderung schon ge⸗ . durch die diesmalige Verlängerung ihrer Abschußzeit bis zum 1. Märtz 1915. Der Ueberhandnahme der übrigen Wildarten beugen schon vor die vielen Schießer, deren überwältigende Anzahl nach einem— Jagd⸗ schriftsteller unseren gesellschaftlichen Verhältnissen großen⸗ 15 8„Heute fällt es 9 Mann, nachdem er i fü zwanzig Jahren ein Vermögen gemacht hat, 8 ae den den esel lte vs o wird 1 2 gewo 1 Verfasser dieser erläuternden Berichtigung ist jahr⸗ zehntelang Jagdpächter gewesen, hat seine Jagden immer in Zustand gehalten, aber im ganzen keine 30 Mk. Wildschaden— 7 müssen, durchschnittlich im Jahre noch nicht eine Mark. Und doch sind die wirte in der Geltend⸗ machung von Wildschaden gerade nicht blöde und es steht ihnen bei verweigerter freiwilliger Zahlung des Jagdpäch⸗ ters ein für sie günstiges Wildschadengesetz zur Seite. Für den Landwirt ist im allgemeinen der Mäuseschaden ungleich viel größer als der Wildschaden. Den Hauptmäusevertilger, den Fuchs, mindestens während der Kriegszeit zu schonen, sind ja die Jäger im Gießener Anzeiger Nr. 37 vom 13. Fe⸗ bruar 1915 bereits gemahnt worden und zur Verfolgung von ackerbauschädlichem Raubzeug, wie Häher, Eichhörnchen, Dohlen oder usw. Die ungerechtfertigte Meinung, daß der Wilds „nicht genügend beachtet“ werde, kommt zudem zu spät. 7„ von Ende Januar ab, war der versuchte Abschuß von Schwarzwild angeordnet, die Schonzeit des Hochwilds und in Preußen sogar der Rehe auf den 1. März 1915 hinausgeschoben worden. Die Regierungen mußten hierbei auch Rücksicht nehmen auf den hohen wirtschaft- C ungerun n ei durfte Fu 5 der ernährenden Elkern o darf man fragen: 1. Hat er eine Ahnung von der hohen beurdchalllichen Bedeutung, den 5. dem Ernäh⸗ werte des Wildes? 2. Wo sollen für die Gemeinden die sei überaus hohen Jagdpachten herkommen bei win⸗ 59 e Hat er bedacht, daß schon seine— ze die Gemeinden stark schädigen kann, deren Mit⸗ glieder sich oft in wundersamen Gedan en bewegen, as Laufenlassen von Hunden auf der Jagd, die Geltend⸗ machung ungereimter nichti Jagds. sprüche sich erlauben, deren Abweisung in der„55 benen Form den ter unnötig belästigt, usw.? könnte aus 1 geit ein wo Lerbürgtes 3— 6 0 2 8 5 N Neubildungen Krebs usw.) 37. tödliche Ver⸗heri Erstrebt der Mahner die völlige Ausrottung des Wildes, nis erzählen, wo infolge. Machenschaften der seit⸗ 186 8 N N fernblieben, wodurch die Jagdpacht auf knapp die Hälfte des seitherigen Erlöses sank⸗ Den in vorstehen⸗ den drei Fragen berührten Punkten darf man den allgemein ültigen Ausspruch von Schiller entgegenhalten:„Allzu raff gespannt zerreißt der Bogen“. Eine Personenstands aufnahme kin unserer Stadt hat sich als notwendig ergeben, um eine ratio nelle Brotverteilung vornehmen zu können, wie solche der Bundesrat vorgeschrieben hat. Man rechnete in Gießen bisher mit 6800 Familien resp. Einzelhaushaltun⸗ gen. Zu der Aufnahme haben 22 Volksschullehrer ihre Dienste zur Verfügung gestellt; ferner ist auch unsere Schutz⸗ mannschaft dabei tätig. Die Zählkarten werden heute und morgen wieder eingesammelt. Derjenige Familien⸗ vorstand, der einen Zettel bisher zur Ausfüllung nicht be⸗ kommen hat, wird gut tun, dies schleunigst bei der Bürgermeisterei zu melden, damit seine Familie bei der Brotzuteilung berücksichtigt wird. ** Kriegskochkurse. Die Alice⸗Schule stellt uns das folgende Verzeichnis der Gerichte zur Verfügung, die in den beiden Kriegskochkursen der ersten Woche her⸗ gestellt worden sind. Im Morgenkurs(für Bemittelte, Ho⸗ norar 6 Mk.) wurden bereitet: Haferflockenfuppe, Pickel⸗ steiner, Hirseauflauf, Rote Apfelspeise, Vanillebeiguß, En⸗ diriensuppe, Fischsuppe, Fische im Wasserbad, Fischküchlein, Himmel und Erde, Apfelbettelmann, Hafersuppe, Reisfleisch, Gerstengemüse, Gold und Silber, Buttermilchpudding, Sta⸗ chelbeerflammerie, Ottiliensuppe, Irisch Kraut, Klöße, Käse⸗ teilchen, Wurzelbrühe, Rote Grütze. Im Abendkurs(für Un⸗ bemittelte, Honorar 1 Mk.) wurden hergestellt: Gedünstete Reissuppe, Kartoffelklöße, Kartoffelpfannkuchen, Salat, Hirseauflauf, Krautfuppe, Fischsuppe, Gebackene Fische, Fisch⸗ küchlein, Petersilienkartoffeln, Lauchsuppe, Heringskartof— feln, Kartoffelnudeln, Saure Lunge, Reisflammerie, Ger⸗ stensuppe, Zusammengekochtes, Himmel und Erde, Wurzel⸗ brühe, Schokoladengries, Vanillebeiguß.— Der 3. und 4. Kurs gehen mit Samstag zu Ende. Am nächsten Dienstag sollen zwei weitere Kurse beginnen, jedoch nur unter der Voraussetzung, daß sie vollzählig besetzt werden. An⸗ meldungen werden Steinstraße 10(Tel. 997) entgegen- genommen. * Verwundete 116er. Eine Leserin des Gießener An⸗ zeigers teilt uns mit, daß sie durch das Missionshaus für afri⸗ kanische Mission in Keer bei Maastricht(Holland) die Namen folgender Soldaten vom Inf.⸗Regt. 116 erfahren, die in jüngster Zeit noch in Clermont Ferrand im Lazarett gelegen haben: Gutermuth, August, 5 Komp., Heß, Wilhelm, 3. Komp., Barth, Peter, 7. Komp., Hoffmann, Albert, 2. Komp. Viel⸗ leicht dienen diese Namen den Angehörigen in irgend einer Form. Wohltätigkeits⸗ Konzert. Nach längerem Winter⸗ schlaf scheint unsere Kriegs freiwillige Kapelle“ wieder zu erwachen. Kommenden Sonntag findet im Philosophenwald wiederum ein Konzert statt zum Besten der Hinterbliebenen unserer wackeren Flieger. Das ausgewählte Programm wird eine besondere Ueberraschung e Altmeister Krauße hat wieder einmal einen flammenden Marsch„Unsere Feldgrauen“ kompo⸗ niert. Daß nicht nur der gute Zweck, sondern auch die musikali⸗ schen Leistungen den Besuch des Konzertes empfehlen, braucht wohl in Erinnerung an die früheren Darbielungen nicht besonders er ⸗ wähnt zu werden. Der Siegeszug der Deutschen durch Belgien. Wie schon gemeldet, veranstaltet der hiesige Bürgerverein am nächsten Sonntag in der Neuen Aula der Universität eine öffent⸗ liche Versammlung, in der Prof, Walz aus Friedberg über den „Siegeszug der Deutschen durch Belgien“ sprechen wird. Das Thema des Vortrags dürfte auf weiteste Kreise unserer Bepölke⸗ rung große Anziehungskraft ausüben, zumal der Vortragende als Redner wie als Kenner des Landes gien allen Ansprüchen auch eines verwöhnten Publikums gerecht zu werden imstande sein dürfte. Wir entnehmen einem icht der„Neuen Friedberger Zeitung“ über eine Versammlung mit dem gleichen Thema in Friedberg u. a. das folgende: Der Vortragende, der überall die eigene Kenntnis des Landes vereint, wußte nach einem kurzen Ueberblick über die Geschichte des Landes und einer Schilderung von Land und Leuten, von Handel und Wandel an einer Reihe gut aus⸗ ewählter Lichtbilder die großen geschichtlichen Ereignisse der letzten onate vor den Augen Erschienenen lebendig werden zu lassen. Der etwa 800 Personen fassende Saal des Saalbaues zeigte schon vor Beginn des Vortrags eine Ueberfüllung,„die wohl schon über das polizeilich Zulässige hinausging“. Der lebhafte Beifall, der dem Redner zuteil wurde, zeigte, daß„seine Worte eine Stätte gefunden hatten in den Herzen seiner Zuhörer“.— Der Vortrag wird durch etwa 70 Lichtbilder unterstützt. * Der hiesige Polizei⸗ und Schutzhunde⸗ verein hielt am letzten Montag im Postkeller seine Jahresversammlung ab. Nach einer Begrüßung durch den Vorsitzenden Rechtsanwalt Homberger er⸗ stattete der Rechner des Vereins Schutzmann Seitz den Kassenbericht. Der Vorsitzende berichtete sodann über die Ausbildung von Sanitätshunden durch den Verein. Trotz der Schwierigkeiten hat der Verein ohne große finan⸗ zielle Mittel bereits 7 Hunde für den Sanitätsdienst aus⸗ 2 wovon 3 der Militärbehörde überwiesen wurden, die übri 4 warten auf ihre Einberufung. sind 2 weitere Hunde zurzeit in Ausbildung. Da dem Verein weitere Mittel nicht zur Verfügung stehen, wurde beschlossen, von der weiteren Ausbildung von Sanitäts- hunden vorläufig Abstand zu nehmen; etwaige Ver⸗ fügung gestellte 9 sollen nebst Führer der Ausbildungs⸗ stelle in Frankfurt überwiesen werden. Die im Felde stehen⸗ den Mitglieder sollen mit Liebesgaben erfreut werden. Für die in Kürze in Darmstadt stattfindende Tagung wurden 2 Vertreter gewählt. 1 Starkenburg und Rheinhessen. n. Ossenbach, 3. März. Der hiesige Rechts⸗ und Finanz ⸗ ausschuß hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, der Stadt- verordneten-Versammlung zu empfehlen, aus städtischen Mitteln eine Viertel Million für die neue Kriegsanleihe zu zeichnen. Außerdem hat der Vorstand der städtischen Sparkasse den Beschluß gefaßt, auf die Reichsanleihe eine Million zu ichnen. 9 Offenbach a. M., 4. März. Eine schwere Gas- explosion ereignete sich gestern nachmittag in dem Hause Wil⸗ helmsplatz 8. In der Küche der dort wohnenden Familie Stein- berg hatte ein Arbeiter eine Reparatur an der Gasleitung vor— genommen, wobei ihm ein auf Urlaub weilender Soldat mithali. Nach Beendig der Reparaturarbeit hatte man aber offenbar außer acht gelassen, einen Hahn zu schließen, denn als der Soldat 5 der Leitung mit einem Licht zu nahe kam, erfolgte eine heftige Exvlosion. Dabei Fern sich der Soldat sowie die Frau Steinberg so schwere Verletzungen zu, daß sie ins städtische Krankenhaus gebracht werden mußten. g 3 Offenbach a. Tee* 5 5 1 2 gestern mittag gegen r in den im Hinterhause des n stückes Geleitstraße 83 gelegenen iitsräumen der Kartonagen sabrik von Oskar Teichmann aus, das einen gefährlichen Charakter anzunehmen drohte. Das Feuer, das offenbar durch einen überheisten Ofen hervorgerufen worden ist, konnte von der alarmierten bald unterdrückt werden.— Für den Erweiterungsbau des Offenbacher Amtsgerichts werden 128 000 Mk. benötigt, von denen als erste Rate für 1915 insgesamt 252 000 Mk. bewilligt werden sollen. — h Frankfurt a. P, 4. Marz. Zu Krisgsfürsorge- z wecken die städtische Rriegskommission aberma hunderttausend Mark. Aufbewahrung von Schweinen im gefrorenen Zustand, 50 000 Ml. A Einsalzen von Schweinen, 10 000 Mk. zu Liebesgaben für die Felde stehenden Truppen und 10 000 Mek. für die Einrichtung von Volksküchen. Ferner beabsichtigt man die Errichtung einer Zentrale für Lebensmittelversorgung, die Absendung eines Gesuches an die Behörde um Beschlagnahme der Kartoffel- vorräte und Herabsetzung der Kartoffelhöchstpreise. Dagegen sollen für Schlachtvieh Höchstpreise sestgesetzt werden. Die Stadt⸗ verwaltung wird demnächst größere Mehlvorräte ankausen und diese den Verbrauchern zu angemessenen Preisen wieder zuführen. u. Usingen, 4. März. Zur Sicherstellung der Frühjahrs- aussaat sand unter dem Vorsitz des stellvertretenden Landrats Dr. v. Hensinger eine Beratung des Kreisausschusses in Gemein schaft mit vielen Kreis eingesessenen statt. Es wurde beschlossen, daß jeder Landwirt angehalten werden soll, allen in der Bestellung zurückbleibenden Kreisbewohnern sofort helsend zur Seite zu stehen, so daß auch die kleinste Fläche bestellt wird. Ferner will das Landratsamt versuchen, allen einberusenen garnisondienst⸗ fähigen Landwirten und Arbeitern einen Urlaub vom 8. März bis 30. April zu erwirken. + Eschwege da. d. Werra, 3. März. In dem benachbarten Dorse Altengottern brannte das Haus eines Landwirtes nieder. Der Besitzer wurde bei den Rettungsarbeiten durch einen herabstürzenden Balken erschlagen.— Während der ver⸗ angenen Nacht wurde dem Gemeindeeinnehmer des Dorses 3 die Gemeindekasse in Höhe von 25000 Mark 22 stohlen. e großer Brand in Kopenhagen. Kopenhagen, 4. März.(W. B. Nichtamtlich.) Im hiesigen Hotel d' Angleterre brach in der letzten Nacht Feuer aus, das schnell einen großen Umfang annahm. Ein großes Löschaufgebot mit mehreren Dampfspritzen und Militär war bald zur Stelle. Die Gäste und das Personal konnten im letzten Au ge⸗ rettet werden. Das Hotel ist teilweise niedergebrannt. Schaden beträgt 1½ Millionen Kronen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Mehr Verständnis für die Volksernährung! In dem Artikel„Kriegsküche“ in Nr. 52 des„Gieß. Anz.“ heißt es:„Unsere Bevölkerung hatzum großen Teil noch nicht das richtige Verständnis für den Ern st der Nahrungsmittelfrage.“ Leider ist das nur zu wahr! Hier ein Beleg dafür!* 1. Am letzten Sonntag gab es auf einem beliebten Ausflugsort in — der Nähe unserer Stadt— Kreppeln in Hülle und Fülle, und Gießener Honoratioren, darunter höhere Beamte, ließen sich die Kreppeln fröhlich munden. Wenn ich recht weiß, ist doch die Her⸗ stellung dieses Gebäcks überbaupt verboten, sogar im Privathaus⸗ halt. Ist das richtig, so würde es sich doch hier um eine grobe Ver⸗ letzung amtlicher Anordnungen handeln! 3 Märkte. 16, Frankfurt a. M., 5. März. Heu- und Strohmarkt. Mau notierte peu 4,70— 5,00 Mk., Stroh(Kornlangstroh) 0.00 bis 0.00 Mk., Wirrstroh 0,0—0,00 Mark. Alles je 50 Kilo. Ge⸗ schäst schleppend. Die Zufuhren waren aus Oberhessen und aug den Kreisen Hanau und Dieburg. . Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. in am Samstag, den 6. 1915: Unbesändig, Regenschauer, mild, westliche Winde. ———— Letzte Nachrichten. Die Rückkehr der erften deutschen Kriegsinvaliden aus 8 Frankreich. Karlsruhe, 5. März. Auf dem in Konstunz traf der schweizerische Sanitätszug mit dem ersten Teil der aus⸗ getauschten deutschen Kriegsin val ein. Es waren 250 Sol⸗ daten. Auf dem Bahnhof hatten sich u. a. zur Begrüßung ein⸗ gefunden Prinz Max von Baden und der O ster von Konstanz. Die Verwundeten erzählten über ihre isse ungefähr folgendes: Die Behandlung in den Lazaretten war sehr unter⸗ schiedlich. In manchen Lasaretten war die Ernäbrung seifweise mangelhaft. Ueber die Vorgänge in Deutschland wurden den Ver⸗ wundeten die unglaublichsten Dinge erzählt, die Berlin, die Franzosen ständen jenseits des 9 Volk sei am Verhungern. Ganz besonderen Haß zeigten die Fran⸗ zosen bc den deutschen Kaiser und den Kronprinzen, von denen i ungla⸗ s gesagt und geschrieben wurde. Auf der Rückreise war der Lazarettzug von der Bevölkerung in der von Lyon beschimpft und die Verwundeten beleidigt worden. Volk hatte nicht übel Lust, sich auf den Zug zu stürzen und die Fenster ein⸗ zuschlagen. Aeußerst lobend sprachen sich die Verwundeten über die Behandlung in der i Kent der Heimat entbot. Großherzogs paar besuchte die Invaliden in den Lazaretten. Amtlicher englischer Bericht über die Schlacht in der Nordsee. Mailand, 5. März Nach dem„Corriere della Sera“ ver⸗ öffentlicht die englische Admiralität die Berichte der Admirale 1 HR 8 bei den Falk⸗ andsinseln in ordsee. Bericht Beattys sagt, der Kreuzer„Lion“ sei um 8,20 Uhr ins 5 kommen mit einem ersten Schuß auf eine Entfernung von 20 000 Metern. Um 11,05 Uhr erhielt er infolge einer Beschädigung, die nicht sogleich ausgebessert werden konnte, den Befehl, sich aus der Gefechtslinie zurückzuziehen. Der Admiral schiffte sich auf der „Princeß Royal“ ein und hißte auf dieser die Admiralitätsflagge. Um 2 Uhr nachmittags, als die Maschinen des„Lion“ auf Steuer⸗ bordseite bedenklich waren, beschloß der Admiral, das Schiff durch den„Indomitable“ ins Schlepptau nehmen zu lassen. Die Opera⸗ tion gelang trotz der schwierigen Umstände vollständig. Das einzige sonst noch getroffene englische Schiff sei der„Tiger“ g 0. Amerikas Haltung zu der englischen Erklärung. Kopenhagen, 5. März.„Daily Telegraph“ wird aus Washington telegraphiert: Präsident Wil son erklärte, daß er die englische Note als eine Blockadeerklärung, ein Anzeichen dahin auffasse, daß amerikanische Schiffe, die sich in die Kriegszone bineinwagen, das auf ihr eigenes Risiko tun, ohne die Neutralität zu verletzen. Wilson sagte ferner, Amerika werde sich vorläufig abwartend verhalten. Die Bedingungen, unter denen ein moderner Krieg geführt werde, seien jetzt andere als früher. Die völker⸗ rechtlichen Gesetze für den Krieg seien geändert, und wenn ein Protest erhoben werden sollte, so wird er gegen diese Aen der Kriegsgesetze erhoben werden müssen. Der Präsident gab sei⸗ ner Beunruhigung über die englische Note Ausdruck und machte darauf aufmerksam, daß ihn die Verhältnisse gezwungen hätten, ie Kot erien auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Er 4 2 aber hinzu, daß keine Aussicht auf irgendeine Aenderung des Ge⸗ setzes vorhanden sei, nach der die Ausfuhr von Waffen verboten würde. Die Beschießung des Golfs von Saros. Genf, 5. März. Ueber London wird berichtet: Die Ergeb⸗ nisse des von der Seedivision des französischen Ad⸗ mirals unternommene Beschießung der Forts am Golr von Saros sind gering. Die Sultan und Napoleon sind f a st unbeschädigt. Der an einer einzigen Stelle getroffenen Ka⸗ wadl⸗Brücke droht keinesfalls der Einsturz. Die japanischen 21 Forderungen. N Amsterdam, 5. März.„Daily Telegraph“ meldet aus Peking, daß Japan am vorigen Donnerstag den is einiges gen Text de⸗ 0 l Hiervon bestimmte man 150 000 Mk. zur! Note an China vom 18. Januar enthalten sind. en in London, Paris und rsburg den völli⸗ der 21 mitgeteilt habe, die in der der Schweiz aus. Während des Aufenthaltes des Zuges in Konstanz traf ein Telegramm des Groß herzogs ein, der den Verwundeten den Willkom m⸗ arlsruhe weiter, wo sie in Lazarette gebracht wurden. Das n * )„%%%CCͥͥͤĩâ?ê4. ⅛˙Ü—gi'ũ 8 f R Johann Geo im 69. Lebensjahre. Leihgestern, den 4. März 1915. l Haren de Samstag, den 6. März, abends 8 ½ Uhr, Vereins⸗Versammlung im Saale des Felsenkeller, Bahnhofstraße. Tagesordnung: jetzigen Zeit. Referent: Herr Dr. Hoffmann. Zu dieser Versammlung lade ich unsere Mitglieder freund— lichst ein und bitte auf zahlreichen Besuch binwirken zu Gartenliebhaber und insbesondere unsere wollen. Alle Hausfrauen sind willkommen. a Der Vorsitzende: Todes-Anzeige. Heute nacht 2 Uhr verschied sanft nach langem, schwerem, mit grosser Geduld értragenem Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Grossvater, Pate, Schwager und Onkel, der Königliche Rotten- führer i. P. und Mitglied des Kirchen vorstandes Die Beerdigung findet Samstag, den 6. März, nachmittags 2 Uhr, statt. Die Bewirtschaftung des Gartens zur 2108 rg Velten III. In tiefer Trauer: Katharine Velten, geb. Binz Familie Johannes Velten Familie Wilhelm Velten. 12 Inre in Frankfurt a. Main erfsolgie Vermdhilung beehren sich angugeigen Ludwig Nomheld fechisanwalt umd Motar, Oberleutnant d. L. Nierese Fomheld geb. Heraberg- Schall 10D Franksiert a. M. end Giessen, int quurs 1940 529 2 Simon, Stadtverordneter. 7 Zum Besten Sonntak, den 7. Mürz. nachm. 4½ Uhr, im Philosophenwald Grosses Konzert Jusführende: 35 Herren chemal, Militärmusiker und sonstige Kräfte. Direktion: Der Großh. Musikdir. a. D. C. Krauße. 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Familie Göbel Familie Fink Die Beerdigung findet Samstag, den 3¼ Uhr vom Sterbehause aus statt. Am b. Dezember 1914 starb auf Russlands Erde den Ehren- tod für Kaiser und Reich infolge seiner schweren Verwun- dung mein innigstgeliebter, herzensguter Gatte, unser lieber und unvergesslicher Sohn, Bruder, Schwager, Schwiegersohn Adolf Klöss Reservist im Füsilier- Regiment 33, 4. Komp. Frau Helene Klüss, geb. Berg Familie Wimnelm Klöss Ludwig Klüss nebst Frau Familie Wilhelm Schmidt. Berlin, Giessen(Schiffenberger Weg 52), Kiel, 1. Febr. 1915. Engel schweben um dein Grab Und dir lacht des Himmels Frieden. Meine Tränen trockne ich ab, Ich bin auch nur Gast binieden; Schau' empor zu jenen Wo wir uns bald wiedersehen! Gestern abend 10 Uhr entschlief nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden meine liebe, unvergessliche Gattin, unsere gute, treusorgende Mutter, Grossmutter, Urgrossmutter und Schwiegermutter Frau Marie Volk Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Conrad Volk. Grossen-Buseck(Fussmühle); den 4. März 1915. Die Beerdigung findet Secur tag, den 6. März 1915, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause aus statt. Heute nacht 2 Uhr entschlief sanft nach kurzer Krankheit unsere geliebte Mutter, Grossmutter, Schwester, Frau Helene Schick, geb. Fink im 72. Lebensjahr, was wir hierdurch allen Verwandten In tiefer Trauer: Ludwig Volz, z. Zt. im Felde Margarete Volz, geb. Göbel und 3 Kinder Marie Volz Ww. und Kinder Frau Förster Schick Wy. Trauer: Höb'n, 1 01208 6. März nachm. 2098 Shampoonieren —Kopfwaschen— mit neuestem Warmluftstrom-Trockenapparat Frau Bernh. Dosch Neuen Bäue 12, Ecke Weidengasse Dosen Damen-Frisiersalon separat, Ankauf von Wirrhaar. 1 K, Palla bo na unerreichtes trockenes Haarentsettungsmittel, entfettet die Haare rationell auf trockenem Wege, macht fie locker und leicht zu frisieren, verhindert Auflösen der 8 ur, ver⸗ leiht feinen Duft, reinigt die Kopfhaut. Gesetzlich geschützt. Aerztlich empfoblen. 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Flachsmann als Erfieher Komödie in 3 Aufzügen von Otto Ernst. Ende 6¼ Uhr. Abends 7¼ Ubr: TLleine Preise I Kleine Preise! Neuheit! Neuheit! Die heitere Resihenz Lustspiel in 3 Aufzligen von Georg Engel. Ende 10 Uhr. Soldaten vom Feldwebel ab⸗ wärts zablen bei allen Vor ⸗ stellungen auf 2. u. 3. Parkett nur halbe Preise. 209% 1 —