3 Erstes Blatt 1 nr. 52 Der Sietzener —.4 4 wöchentl. Kreis lati für den Kreis Sietzen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. wirtschastliche Se prech- Anschliße: richten In 8¹⁰ . für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. 105. Juhrgulig 0 fährl. Mk. 2.90; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch 5 die Post Mk. 2.— viertel/ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., and ausw. 20 Pi.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Mittwoch, 3. März 1015 GSezuger ret: monatl. 75 N., viertel Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. neuer Notenaustausch über den Seekrieg. Eine Rede des englischen Ministerpräfidenten. Der Angriff auf die Dardanellen. (WTB) Großes Hauptquartier, 2. März, vor⸗ Atttugs.(Amtlich) Westlicher Kriegsschauplatz. 1 Erneute, wieder mit starken Kräften angesetzte Angriffe in der Champa* e brachen meist schon in unserem Feuer unter gewaltigen Verlusten für den Feind zusammen. Nah⸗ kümpfe an einzelnen Stellen waren durchweg für uns sieg⸗ reich Unfere Stellungen blieben in unserer Hand. Im Argonnerwald eroberten wir mehrere Grüben, machten 80 Gefangene und erbeuteten 5 Minenwerfer. Angriffe auf Vauquois wurden blutig abgewiesen. Die in den Vogesen in den letzten Tagen von uns er⸗ rungenen Vorteile wurden trotz heftiger Gegenangriffe fest⸗ Gestrige Abendangriffe der Franzosen nordöstlich Cel⸗ les waren für den Feind besonders verlustreich. Oestlicher Kriegsschauplatz. Russische Vorstöße südöstlich und südlich des Augusto⸗ wer Waldes waren erfolglos. Russische Nachtang und östlich Plock wurden zur Obe * * riffe nordöstlich Lomza ückgeschlagen. rste Heeresleitung. * Man darf kaum erwarten, daß der diplomatische Noten- austausch über die Führung des Seekrieges irgend welche bemerkenswerten praktischen Folgen haben wird. Amerikas neueste Vorschläge sind heute, nebst der deutschen Antwort darauf, von deutschen Regierung veröffentlicht worden (siehe 2. Blatt!). Zunächst ist festzustellen, daß Präsident Wilson, der sich wahrscheinlich von der ungeheuren Schwie⸗ igkett voraussichtlichen Erfolglosigkeit seines Ein⸗ schreitens mehr und mehr überzeugt hat, in auffallend freundschaftli und zurückhaltendem Tone spricht. Das wäre kein besonderes Entgegenkommen gegenüber dem deut⸗ schen Standpunkt, da eine gleichlautende Note auch nach Lon⸗ don gerichtet worden ist, wenn nicht sachlich die amerikan. Vorschläge annähernd auf das hinausliefen, was Deutsch⸗ Land von Anfang an gewünscht hat. Präsident Wilson gibt in seiner Note im Grunde zu, daß England zu erst völker⸗ rechtswidrige Maßnahmen zur See getroffen und dadurch die ganzen peinlichen Folgerungen heraufbeschworen hat. Wir können die Entwicklung dieser diplomatischen Aus- sprache getrost als einen deutschen Erfolg buchen. Die Ant⸗ wortnote Deutschlands bezeichnet denn auch die amerikani— schen Anregungen als einen neuen Beweis für die von deut⸗ scher Seite voll erwiderten freundschaftlichen Gefühle der amerikanischen gegenüber der deutschen Regierung. Abge⸗ sehen von kleinen Einschränkungen in der Minenfrage könnte Deutschland ein solches, von Washington vorgeschlagenes Uebereinkommen ruhig schließen. Ob aber England sich dazu bequemen wird, ist sehr die Frage. Es würde damit zugeben, daß es allein an der für die Neutralen ärgerlichen Entwicklung der Dinge die Schuld trug. Würden Deutsch⸗ land und England wirklich einen Vertrag der angedeuteten Art abschließen, so dürften bestimmte Garantien nicht fehlen, denn in Kriegszeiten darf nicht mit bloßen Versprechungen gerechnet werden, und die britische Ehrlichkeit und Glaub⸗ würdigkeit genießt bei uns ein fortschreitend vermindertes Ansehen. England hat inzwischen großspurige Anstalten ge⸗ troffen, um„Repressalien“ Deutschland gegenüber durch⸗ zuführen, und es hat an die neutralen Staaten ein Akten⸗ stück gerichtet, das zwar keinerlei Reiz der Neuheit mehr trägt, sondern lediglich den Beweis liefert, daß England sich auf seinen rechtlich haltlosen Standpunkt unter allen Umständen versteifen und verbeißen will. Die neuen Maß⸗ regeln, die uns angedroht werden, sind offenbar gar nicht neu; die Engländer haben längst damit begonnen, skrupel⸗ los jeden Handel mit Deutschland zu beeinträchtigen. Nun hat zwar Herr Asquith im Unterhause dieser Tage wieder einmal starke Töne angeschlagen und dabei über die deutsche Blockade“ gespottet, die dem Inselreiche nicht viel Schaden zufügen könne. Es liegt darin ein gewisses Zu⸗ geständnis, daß Englands völkerrechtswidrige Uebergriffe in London als gerechtfertigt dargetan werden sollen.„Seht her, wir sind doch die Schlaueren gewesen!“ Es ist also für England nicht ganz bequem, die amerikanischen Bedingun⸗ gen zu erfüllen, und die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß man unter allerlei Vorwänden die neuen Vorschläge des Vermittlers in Washington ablehnen wird. Vielleicht hat das neue Vorgehen an den Darda⸗ nellen dem kriegsuntundigen Herrn Asquith den Mut ge⸗ geben, über die Ziele des Weltkrieges noch immer den Mund so voll zu nehmen. Die Kriegslage im Westen und Osten ist 75 nicht derart, daß auch nur ein gelinderes Maß bri⸗ tischer Hoffnun, Sseligkeit berechtigt erscheinen könnte. Die zweifelhafte Millionenarmee Lord Kitcheners kann im gün⸗ stigsten Falle erst in Jahren auf der Bildfläche erscheinen. Aber was der englische Ministerpräsident über die Unter⸗ nehmung gegen die Dardanellen vorgebracht hat, ist nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen. Wir vertrauen frei⸗ lich darauf, daß der wackere türkische Kammerpräsident recht behält, wenn er in einer eindrucksvollen Rede betonte, es sei unwahrscheinlich, daß der Feind durch die Meerenge hin⸗ durchkommen könne. Halil Bey fügte indessen sinzu, daß der größte Teil der türkis Armee an der 1 5 Stelle zusammengezogen sei, un vo erscheint in der Tat gerecht⸗ fertigt, was Asquith von den politischen und strategischen Gesichtspunkten der feindlichen Verbündeten angedeutet hat. Die Türkei kann ihre vollen Kräfte nicht gegen Aegypten und die Russen einsetzen. Ueber das in diesem Punkte nicht unwirksame Zusammengehen unserer Feinde brauchen wir uns freilich nicht zu wundern. Es war erstaunlich genug, daß man bisher von der großen, durch Frankreichs Seestreitkräfte verstärkten britischen Flotte so wenig gehört hatte. Aber auch die Türken haben ihre Vorbereitungen getroffen, und es er⸗ klärt sich, daß ihre Unternehmungen auf den andern Kriegs- schauplätzen nicht so flott vorangeschritten sind, wie es unter andern Verhältnissen zweifellos der Fall gewesen wäre. 1 a***. Der Seekrieg. Berlin, 3. März. Trotz aller Beschwichtigungsversuche in der englischen Presse erlahmt der Schiffsverkehr laut „Vossischer Zeitung“ immer mehr. Der Verkehr mit Holland und Dänemark ruht fast gänzlich. Zwischen Lowestoft und Crinsby begegneten nach derselben Quelle einem schwedischen Schiffe nicht weniger als fünf englische Dampfer, die die schwedische Flagge führten und die Erkennungsmarken ihrer Reedereien auf den Schornsteinen übermalt hatten. Einer der Dampfer war mindestens 6000 Tonnen groß. Paris, 2. März.(WTB. Nichtamtlich.)„Petit Jour⸗ nal“ meldet: Bei Morlaix an der Nordküste des Departe⸗ ments Finisterre trieb ein Rettungsboot an, in welchem sich die Leichname zweier Neger befanden. Das Rettungs- boot gehörte nach der Aufschrift zu dem Dampfer„Li⸗ verpool“, welcher vermutlich von einem Unter⸗ seeboot versenkt worden ist. Die Behörden haben eine Untersuchung eingeleitet. Lyon, 2. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Répu⸗ blicain“ meldet aus Dieppe: Die Marineverwaltung von Dieppe wurde Freitag nachmittag durch den Leuchtturmwäch⸗ ter von Ailly benachrichtigt, daß ein englischer Damp⸗ fer 15 Meilen vor Dieppe angeschossen wurde. Ein eng⸗ lischer Dampfer fuhr sofort zur Hilfeleistung aus, doch konnte er an der Unfallstelle nichts mehr von dem angeschossenen Dampfer entdecken, außer einem Brette, das erst kurze Zeit im Wasser gelegen hatte. Berlin, 3. März. Das Amsterdamer Handelsblad erwidert auf die Frage, wer diese Art der Seekriegführung angefangen hat, laut„Berl. Lok.⸗Anz.“: Wenn England, wie es zu Beginn des Krieges tun zu wollen erklärte, sich an die Bestimmungen der Lon⸗ doner Deklaration gehalten hätte, dann würde sich die ganze Sache wohl anders gestaltet haben. Eine Abweichung von der festgestellten Regel zieht die andere nach sich. Die einseitige Abänderung, die England an der Londoner Deklaration vornahm, habe die deutschen Maßregeln zur Folge gehabt. Das englische Großkampfschiff„Audacions“ nicht gesunken? Amsterdam, 2. März.(WTB. Nichtamtlich.) Ein hie⸗ siges Blatt berichtet nach dem„New York Herald“ vom 15. Februar, daß das englische Großkampfschiff„Aud a⸗ cious“ nächste Woche wieder mit der großen Flotte ver⸗ einigt werden solle. Hiernach hat das Schiff, am 15. Fe⸗ bruar völlig repariert, die Belfaster Werft Harland u. Wolf verlassen. Die„Audacious“ war dem„New Porker Herald“ zufolge nach der Havarie vom 27. Oktober gegenüber der irischen Küste nicht gesunken, wie es anfangs hieß. Nach— dem das Leck unter— Wasserlinie verstopft worden war, hielt sich das Schiff über Wasser und wurde einige Stunden nach der Abfahrt des White-Star⸗Dampfers„Olympic“, der auf das Notsignal herbeigekommen war, nach dem Trockendock geführt. Die britische Admiralität be absichtigt, auch weiterhin Schweigen über die Ha—⸗ varie des Schiffes zu beobachten, und wird die Wieder⸗ einstellung in den 1 nicht veröffentlichen. Die Oeffent⸗ lichkeit in England soll von der Vereinigung der„Auda⸗ cious“ mit der Flotte erst erfahren, wenn sie an einem Seegefecht teilgenommen hat oder aber nach dem Kriege. „New Pork Herald“ berichtet weiter, daß„Audacious“ durch die Explosion, die den Kiel verletzte, viel Wasser erhielt, so daß sie sehr tief in der See lag. Sie wurde in diesem Zu⸗ stande von an Bord der„Olympic“ befindlichen Passagieren photographiert und erscheint auf den Photographien als sinkend, aber es gelang, das Leck zu verstopfen und das Schiff 140 Meilen weit nach Belfast zu schleppen.(Besonders glaubwürdig klingt dies alles nicht. Die Red.) Frankreich und England an die neutralen Staaten. Amsterdam, 2. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die Morgenblätter veröfsentlichen folgende Mitteilung der fran⸗ zösischen Gesandtschaft im Haag: Die Regierungen Frank⸗ reichs und Großbritanniens teilen den Regierungen der neu⸗ tralen Staaten folgende Erklärung mit: Deutschland erklärte, daß der nal und die Nord- und Westküste sowie die die britischen Inseln umgebenden Gewässer] Da Kriegsgebiet seien. Es gab amtlich bekannt, daß alle feindlichen Schisfe, die in dieser Zone angetroffen würden, vernichtet werden sollen, und daß neutrale Schiffe sich dort in Gefahr befänden. Das bedeutet auf den ersten Blick, daß ohne Rücksicht auf die Sicherheit der Bemannungen und der Passagiere jedes Handels⸗ schiff, gleichviel unter welcher Flagge, torpediert werden soll. Da das deutsche Marine⸗Amt nicht die Macht hat, in deefen Ge⸗ wässern ein einziges an der Oberfläche fahrendes Schiff zu unter⸗ halten, können diese Angriffe nur durch Unterseeboote aus⸗ geführt werden. Das Völkerrecht und die internationalen Kriegs⸗ gebräuche sind bei Angriffen auf Handelsschiffe stets von der Voraussetzung ausgegangen, daß es die erste Pflicht derer, die ein Handelsschiff nehmen, sei, das Schiff vor ein Prisengericht zu bringen, wo der Fall beurteilt und die Rechtmäßigkeit der Be⸗ schlagnahme erwogen werden kann, durch dessen Spruch Neutrale ihre Ladung zurückerhalten können. Die Versenkung des erbeuteten Schiffes ist an und für sich eine bestrittene Sache, zu der man nur unter außergewöhnlichen Umständen schreiten darf, und erst, nachdem Maßregeln getroffen sind, die ganze Mannschaft und die Passagiere in Sicherheit zu bringen. Die Verantwortung, zwischen einem feindlichen, und einem neutralen Schiffe und zwischen feindlicher und neutraler Ladung zu unterscheiden, liegt unstreitig bei dem angreifenden Schiff, dessen Pflicht es ist, die Natur und den Charakter des Schiffes und der Ladung festzustellen und die Schiffspapiere in Sicherheit zu bringen, bevor es das Schiff erbeutet oder versenkt. Ebenso ist es Pflicht jedes Kriegführenden, für die Sicherheit der Bemannung sowohl eines neutralen als eines feindlichen Schiffes zu sorgen. Alle früheren Beratungen über das Recht, das die Re⸗ geln für den Seekrieg aufstellen sollten, beruhten auf diesem Grundsatz. Das deutsche Unterseeboot aber ist nicht im⸗ stande, einer dieser Verpflichtungen nachzukommen. Es bringt die erbeuteten Schiffe nicht vor ein Prisengericht und führt keine Prisenbemannung mit sich, die es an Bord eines erbeuteten Schif⸗ fes gehen ließe. Es wendet kein ausreichendes Mittel an, um zwischen einem neutralen und einem feindlichen Schiffe einen Unterschied zu machen, und es nimmt die Mannschaft und die Passagiere eines zu versenkenden Schiffes nicht an Bord, um sie in Sicherheit zu bringen. N Diese Methoden der Kriegführung fallen demnach völlig außer⸗ halb des Rahmens aller internationalen Vorschriften, die die kriegerischen Maßnahmen gegen den Handel in Kriegszeiten re⸗ geln. Die deutsche Erklärung setzt die unterschiedslose Vernichtung anstelle der Regeln einer entsprechenden Aufbringung. Deutsch⸗ tand wendet diese Methode gegen friedliche Kaufleute und nicht⸗ kombattante Schiffsbesatzungen an, in der Absicht, zu verhindern, daß Waren aller Art, darunter Vorräte für die Ernährung der Zivilbevölkerung, nach den britischen Inseln und nach Nordfrank⸗ reich eingeführt oder ausgeführt werden. Deutschlands Gegner sind daher gezwungen, zu Vergeltungsmaßregeln ihre Zuflucht zu nehmen, um ihrerseits zu verhindern, daß Waren ir⸗ gendwelcher Art in Deutschland eingehen, oder daraus ausgehen. Indessen sollen diese Maßregeln von England und Frankreich ohne Gefahr für die Schiffe sowie das Leben von Neutralen und Nichtkombattanten in genauer Uebereinstimmung mit den Grundsätzen der Menschlichkeit ausgeführt werden. Demgemäß halten sich die englische und die französische Regierung für berech⸗ tigt, Schiffe mit Waren, die mutmaßlich für den Feind bestimmt sind, oder ihm gehören, oder feindlichen Ursprungs sind anzuhalten und in ihre Häfen zu bringen. Diese Schiffe und Ladungen sollen nicht für konfisziert erklärt werden, wenn sie nicht auch sonst der Verurteilung als Krife unterliegen. Die Behandlung der Schiffe mit Ladungen, die vor diesem Datum ausgefahren, soll keine Aenderung erfahren. Aus dem englischen Unterhause. London, 2. März.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter⸗ bureau meldet, daß ein Sturm eine Verzögerung der Ope⸗ rationen vor den Dardanellen zur Folge gehabt habe. London, 2. März.(WTB. Nichtamtlich.) Im Unterhaus beantragte Asquith einen neuen Kriegskredit von 250 Mil⸗ lionen Pfund Sterling und führte hierbei aus: Die Kriegskosten aller Art sind auf zwei Millionen Pfund Sterling täglich ge⸗ stiegen, aber England und das britische Reich sind so fest wie je entschlossen, den Krieg zu einem siegreichen Ende zu führen. Asquith sagte weiter, daß die Unternehmung ge⸗ gen die Dardanellen sorgfältig vorbereitet sei und ein be⸗ stimmtes Ziel verfolge, in politischer, strategischer und wirtschaft⸗ licher Hinsicht. Die Unternehmung sei ein neues Beispiel für das enge Zusammenwirken der Verbündeten, die sich in die Gefahr und den Ruhm des Unternehmens teilten. Asquith spottete über die angebliche deutsche Blockade Englands und sagte: Die Wahrheit ist, daß die deutsche Flotte die englischen Küsten nicht blockiert, nicht blockieren kann und niemals wird blockieren können. Deutschlands Handlungsweise ist eine Ver⸗ letzung aller bisher anerkannten internationalen Verpflichtungen und Uebereinkommen. Die Verbündeten haben daher beschlossen, zu Repressivmaßregeln überzugehen, um zu ver⸗ hindern, daß Güter irgend welcher Art nach Deutsch⸗ land eingeführt oder von dort ausgeführt werden. Die eng⸗ lische und die französische Regierung behalten sich die Freiheit vor, Schiffe, von denen die Vermutung besteht, daß sie Güter mit feindlicher Bestimmung oder eines feindlichen Eigentümers oder feindlichen Ursprungs an Bord haben, anzuhalten und nach eng⸗ lischen oder französischen Häfen zu bringen. Die Verbündeten halten sich berechtigt, zu allen wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen ihre Zuflucht zu nehmen; aber ihre Absicht ist nicht, die Ladungen der angeführten Schiffe für konfisziert zu erklären, wenn nicht be⸗ sondere Umstände die Konfiskation rechtfertigen. Die neuen Maß⸗ regeln sollen nicht auf Schiffe angewendet werden, die vor diesem tum ausgefahren sind. Asquith fuhr fort: Wenn die Neu- tralen durch diese Maßregeln belästigt werden, so bedauern wir das, aber die Neutralen mögen bedenken, daß nicht wir diese Phase der Kriegführung herbeigeführt haben. Deutschland hat mit der Unterscekampagne, der Seeräuberei und Plünderung begonnen. Die Verbündeten können nicht ruhig zusehen, als ob sie noch den Schutz der Regeln der zivilisierten Kriegführung genössen. Asquith erwähnte dann die Friedensgerüchte und schloß unter lautem Bei⸗ 8 A fall: t ist nicht die Zeit, von Frieden zu reden, — 3 4 Gi aus der Guildhall⸗Reede vom 9. November 1914. Die Rede wurde mit großer Begeisterung auf allen Seiten des Hauses aufgenommen. Die Ausstandsbewegung in England. London, 3. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Times“ melden aus Glasgow: Die Ausständigen hielten Versammlungen ab, in denen die Leitung der Gewerkschaf⸗ ten ihnen den Ernst der 1 5 darstellten. Trotzdem zeigten die Streikenden wenig Lust, die Arbeit wieder aufzunehmen. In zwei von den sechs Versammlungen wurde beschlossen, die Arbeit sofort wieder aufzunehmen. Die anderen Ver⸗ sammlungen gelangten zu keinem Beschluß. Man glaubt jedoch, daß die Streikenden dem Rate der Leitung folgen werden, und hofft, daß in wenigen Tagen der gesamte Aus⸗ stand beendet sein wird. Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 2. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart, 2. März 1915: In den Karpathen wurden im westlichen Abschnitt zahlreiche Gegenangriffe der Aussen abgewiesen und die in den vorausgegangenen Kämpfen von den eigenen Truppen gewonnenen Stellungen und Höhen festgehalten. 4 Südlich des Dnujestr dauern die Kämpfe an, Auch gestern wurden feindliche Angriffe blutig zurückgeschla⸗ e n. Hierdurch erstrittenes Gebiet gegen numerisch oft über⸗ 8 gegnerische Kräfte behauptet. 8 In Polen und Westgalizien nur Artilleriekampf. In der Bukowina herrscht Ruhe. Am südlichen Kriegsschauplatz ist die Situa⸗ tion unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. ODöfer, Feldmarschalleutnant. 2. März. WT Nichtamtlich.) Der Kriegskorre⸗ N blattes“ erhielt, wie das„Fremdenblatt“ meldet, einen Einblickin Armeebefehle der russischen zehnten Armee die für den Geist des russischen Heeres charak⸗ teristisch find Die Armeebefehle betreffen das Verbot der Berau⸗ bung von Gefallenen und Verwundeten durch Sanitätsmannschaften und die Bestrafung von Fällen von Selbstverstümmelungen, sowie von Ueberlausen mit dem Tode. Ein gleichfalls angefangener Re⸗ gimentsbesehl ordnet die Ausführung energischer Nachtangriffe an. Die Kämpfe in den Karpathen. Derlin, 3. März. Zu den erbitterten Kämpfen in den Karpathen heißt es in der„Kreuz⸗ Zeitung“: Die moralische und intellektuelle Ueberlegenheit der öster⸗ reichisch-ungarischen und der deutschen Truppen macht sich ade unter den obwaltenden Umständen in besonders 3 Maße geltend, obgleich an rielen Stellen der Kar⸗ pathen russische Glitetruppen kämpfen. Die Getreidevorräte Rußlands. Petersburg 2. März.(WTB. Nichtamtlich.)„Rußkoje Slowo“ schreibt: Eine geheime Vereinigung russi⸗ scher Großbanken hat überall in Rußland die Getreide⸗ vorräte aufgekauft. Die Ware ist in besonders eingerichteten lagern eingebracht, von denen sie in kleinen Partien auf den Markt gebracht werden soll Dadurch soll der Getreidepreis in die Höhe geschraubt werden. Die Großbanken wollen durch diese 1 am Ende des Krieges die alleinigen Eigentümer sämt⸗ licher idevorräte sein. Um eine Requisition durch die Regie⸗ rung zu vermeiden, werden die Waren zum anderthalbfachen Wert belichen. ungen 2 Kreisen hat die Nachricht un⸗ geheures erre Betersburg, 2. März.(WTB. Nichtamtlich.) In nach⸗ stehenden Städten: Jekaterinoslaw, Kastroma, Poltawa, Nowo Tf. k, Tambow und Witebsk besteht eine große Teuerung. enmehl erfuhr eine Steigerung um 35 Prozent, Roggenmehl 25 Proz., Kartoffelmehl 135 Bros. Butter 25 Proz., Zitronensäure 300 Proz. und Petroleum 40 Proz. i * 2 * Beschießung der Dardanellen. Athen, 2. März.(WTB. Nichtamtl.) Meldung der„Agence d Athenes“: Die Beschießung der Dardanellen begann gestern um 10 Uhr vormittags von neuem. Sie wurde zwei Stun⸗ den lang mit verdoppelter Heftigkeit fortgesetzt. Das Ergebnis ist unbekannt. Die Abteilungen der Verbündeten, die bei Fort Kum⸗Kaleh gelandet waren, hatten einen Zusammenstoß mit der türkischen Garnison, die sie zerstreute. Ein englisches Kriegsschiff hat Jeniskelier beschossen. Konstantinopel, 2. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die sämtlichen türkischen Blätter erklären einmütig, daß die Beschießung der Dardanellen keine Wirkung haben werde, daß sie weder den Entschluß der Türkei, bis zum endlichen Siege auszuharren, ändern werde, noch auf die militärischen Operationen der Verbündeten der Türkei irgend einen Einfluß haben könne. Die Blätter weisen darauf hin, wie sehr England und Frankreich heute von Rußland unterjocht seien, da sie heute die Verwirklichung der jüngst in der Duma öffentlich verkündeten russischen Pläne unterstützten, gegen die sie sich selbst ehemals def gewandt haben. Die gegen⸗ wärtigen Exeignisse zeigen, daß Rußland nicht wegen Serbien Krieg führe, sondern um einerseits Oesterreich⸗Ungarn und Deutsch⸗ land niederzuschmettern und andererseits England und Frankreich da erschöpfen und hierauf die Frage der Meerengen und Kon⸗ ntinopels aufzuwerfen— In Besprechung der jüngst erschienenen Broschüre des Bruders des rumänischen Ministerpräsidenten Bra⸗ tianu und unter Bezugnahme auf die von russischen Staatsmännern in der Duma jüngst abgegebenen Erklärungen führt„Jeune Turc“ aus, man müsse so geschickten Staatsmännern wie Goremykin, Sasonom, Gurto und Miljukom Dank wissen, die den Feinden Rußlands den denkbar größten Dienst erwiesen haben. Jetzt seien die Ballanvöller, insbesondere Griechenland und Rumänien ge⸗ warnt, daß ein russischer Sieg der Errichtung eines ungeheuren russischen Reiches von Moskau bis zum Epirus gleichkäme, das die dazwischen liegenden Staaten für immer auffaugen würde. Wien, 2. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Neuen Freien Presse“ zufolge verlautet in hiesigen diplomatischen Kreisen, daß Admiral Limpus, der vor dem Kriege in Konstantinopel für die Ausbildung der türkischen Flotte tätig war, die vereinigte Flotte vor den Dardanellen kommandiere. Eine Rede des Präsidenten der türlischen Kammer. Konstantinopel, 2. März.(W. B. Nichtamtlich.) n seiner Rede in der Kammer betonte der decent, F u 8. daß die von der Kammer gezeigte Einigkeit ein schönes Beispiel für die künftigen Generationen darstelle, das zeige, daß, wenn das Vaterland in Gefahr sei, die Parteistreitigkeiten, politischer Ehrgeis und Haß schwiegen. Der Präsident erinnete sodann an seine früheren Erklärungen, daß die türkische Armee zur Zeit des Balkankrieges das Opfer eines Mißgeschicks sei, über das man sich trösten müse. Die vier Monate des ge 8 i Krieges seien eine vollkommene Bestätigung seiner Worte ie heldenhafte Tapferkeit unserer Armee, fuhr Halil sort, das Vertrauen unserer Freunde und ruft das 1 unserer Feinde hervor. 9 vermehrt uft das Erstaunen und die iserer a Halil erinnerte an die Siege prikßi und die Flucht der Russen bis Sar kamisch, nach der sich neue von den Russen herangeführte Kräfte von der Standhaftigkeit der osmanischen Armee erschöpften. Der Präsident der Kammer hob weiter hervor, mit welchem Eiser die türkische Armee nach der Durchquerung 0 ˙¹» ̃ ̃—'klt. kanals vorgerückt sei und dann Erkundungsabteilungen ab⸗ sandte, die unter dem Feuer der feindlichen Schiffe und Be⸗ festigungen übersetzend das Westufer des Kanals erreichten und nach der Erfüllung ihrer Aufgabe zurückkehrten. Diese Armee, die mit vieler Vorsicht ihre Wrbereitungen vollende, werde demnächsteinen entscheidenden Schlag führen und das schöne fruchtbare Aegypten von der Tyrannei des Feindes befreien. Er sei auch überzeugt, daß die Engländer aus der Gegend von Bassorah weggefegt werden würden. So auf allen Fronten besiegt, begann der Feind in einem Verzweif⸗ lungsanfall, die Dardanellen anzugreifen. Es steht außer Zweifel, daß der Feind, der mit der foörtgesetzten Be⸗ schießung, die seine mächtigen Panzerschiffe seit einigen Tagen unternahmen, nicht das geringste als Erfolg zu betrachtende Er⸗ gebnis erzielt hat, hier den härtesten Schlag von der osmanischen apferkeit erhalten wird. Halil fuhr fort? Es ist unwahr⸗ scheinlich, daß der Feind durch die eerengen bindurchkommen kann, aber selbst wenn er hin⸗ durchkommt, kann er sicher sein, daß mit diesem Erfolg unsere Entschlossenheit nur vermehrt wird. Er soll wissen, daß der größte Teil unserer Armee hier zusammengezogen ist und daß Mafmahmen gegen jede Möglichkeit getroffen worden sind. Möge die Welt er⸗ fahren, daß wir entschlossen sind, unser Leben zu führen, nicht, indem wir auf der Erde kriechen, sondern indem wir wie die Löwen kämpfen. Wir wollen nicht die Stirne im Staube beugen, wie Feiglinge und Elende, sondern unsere reine Stirn hoch auf⸗ gerichtet tragen, wie eine edleundunabhängige Nation. Sollten wir selbst sterben, dann müssen wir erst sterben, wenn unsere Pflicht gegen das wackere Schwert erfüllt ist, das uns der osmanische Sultan anvertraute.(Herabrufe von der Tribüne: „Wir werden nicht sterben, wir werden leben, unser Weg ist der ewige Weg des Heils!“ Die Russen, die Niederlage auf Niederlage erlitten haben, durch unsere tapferen Armeen und die unserer Verbündeten, sahen sich genötigt, in der Duma Kundgebungen der Schwäche zu ver⸗ anstalten. Die Staatsmänner in Petersburg, die vor der Gefahr zittern, daß sie des Baltischen und des Schwarzen Meeres ver⸗ lustig gehen, spürten das Bedürfnis, den Fanatismus ihrer Heere zu entfesseln durch die Erklärung, jetzt sei der Augenblick gekommen, Konstantinopel zunehmen und in das offene Meer gin auszufahren. Welche Schwäche angesichts der wirklichen Ereignisse! Die Russen mögen sich beruhigen, die osmanische, die deutsche und die österreichisch⸗ungarische Armee werden in Einig⸗ keit heute wie morgen die Schlachtfelder mit ihrem Blute tränken und die Russen heute wie morgen zerschmettern. Der osmanische Soldat, der Konstantinopel und die Grenze Anatoliens 6 soll sich daran erinnern, daß er gleichzeitig der heldenhafte Ver⸗ teidiger Berlins, Wiens und Budapests ist, ebenso wie die ver⸗ bündeten Soldaten auch die ruhmreichen Verteidiger Konstanti⸗ nopels und Anatoliens sind. Unsere Feinde verbreiten fortgesetzt die Behauptung, daß sie uns als Preis unserer Neutralität die Unverletzlichkeit unseres Gebietes zugesichert hätten. Denjenigen, die ein Beispiel des Landes zu sehen wünschen, dem Rußland und England die Un⸗ verletzlichkeit seines Gebietes verbürgten, nenne ich Persien. Aber du armes islamisches Land, sei nicht traurig, auch du wirst von dem Joch der Gewaltherrschaft befreit werden! Konstantinopel, 2. März.(W. B. Nichtamtlich.) In der Kammer verlas der Minister des Innern ein Dekret, durch welches die Kammer bis zum 28. September vertagt wird, wegen der Fortdauer des Krieges, und weil die in der Thronrede als dringend bezeichneten Arbeiten erledigt sind. * 5 Der deutsche Druck auf die frauzösische Front. Berlin, 3. März. Der Druck der Deutschen auf die französische Front ist, wie verschiedene Morgenblätter auf Grund einer Korrespondenz der„Daily News“ berichten, in den letzten Tagen wieder stärker geworden. Nach der gleichen Quelle steht die Ankunft schwerer engli- scher Artillerie auf diesem Teil der französischen Front bevor. Die Beschießung von Roye. Berlin, 2. März.(WTB. Nichtamtlich.) In dem seit dem 1. Oktober von uns besetzten Roye sind nach der„Ga⸗ zette des Ardennes“ durch französisches Artillerie⸗ feuer unter der Zivilbevölkerung folgende Verluste ein⸗ getreten: Tot fünf Männer, eine Frau und ein Kind; schwerverwundet acht Männer, sieben Frauen und zwei Kinder; leichtverwundet ein Mann und eine Frau. Die Zahl der durch französisches Artilleriefeuer be⸗ K Gebäude beträgt 92, darunter die sehr schöne alte Kirche St. Pierre. Das Rathaus mit der Bibliothek, das Hospital und die Kirche sind unwiederbringlich ver⸗ loren. Das Hospital wurde zerschossen, während zwei Flaggen des Genfer Kreuzes auf ihm wehten. Der Austausch der Schwerverwundeten. Bern, 2. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die Beförde⸗ rung der zum Austausch gelangenden deutschen und franzö⸗ sischen invaliden Kriegsgefangenen ist nunmehr end⸗ gültig geregelt. Am Dienstag fährt der erste Zug von Lonstanz nach Lyon bezw. von Lyon nach Konstanz. 1800 französische Schwerverwundete und 800 deutsche Schwerverwundete gelangen zum Austausch. Die geringere Zahl der Deutschen entspricht der geringeren Zahl der deut⸗ schen Kriegsgefangenen überhaupt. Die vlämische Sprache. Brüsse!l, 2. März.(WTB. Nichtamtlich.) Von jetzt ab ist die vlämische Sprache auch im Briefverkehr Belgiens mit Deutschland, den Niederlanden, dem Groß⸗ herzogtum Luxemburg und Oesterreich-Ungarn zugelassen. Aus der italienischen Kammer. Rom 2. März.(WTB. Nichtamtlich.) Am Schluß der gestrigen Sitzung brachte der— 1 Salandra einen Gesetzentwurf betreffend Maßnahmen für die Ver⸗ ea insi wirtschaftlicher und militäri⸗ scher Hinsicht ein. Die„Tribuna“ sagt: Der Entwu Vergehen gegen die Konterbande betreffenden Bestimmun⸗ gen fest und sieht Beschräntungen der Preßfreiheit in dem Sinne vor, daß die Veröffentlichung von Nachrichten über militärische Bewegungen verboten ist. Zürich, 2, März.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Neue Zürcher Zeitung“ erfährt, ein Besehl des italienischen Friegs⸗ ministers verbietet allen Offizieren, auch den Offizi a. D. die Mitarbeit an Zeitungen durch kritische Be⸗ trachtungen über die militärischen Operationen des ge⸗ genwärtigen Krieges. SBB—— Aus dem Reiche. Die Verkehrseinnahmen der deutschen Eisenbahnen. Berlin, 2. März.(WB. Nichtamtlich.) Die Ver⸗ kehrseinnahmen der deutschen a haben im Dezember 1914 in Prozenten von den Einnahmen im gleichen Monat des Vorjahres im Personenverkehr 79 und im Güterverkehr 96 Prozent betragen. Im November 1914 Blten und ber wasserloser Besiegung des Feindes zum Ostuser des Suez⸗ beliefen sich die entsprechenden Prozente auf 74 13 und im August 1914 auf 36 0 42. 1 e 5 Berücksichti⸗ erade enthält Maßnahmen gegen Spionage, setzt Strafen für— e 5 8 N zeigen somit eine stetig fort Güterverkehr ist im 2 Vorjahres erreicht worden. 8 3 Hr. nahezu a Berlin, 2. März.(WB. Nichtamtlich) Der Land⸗ tagsabgeordnete v. Schenckendorff ist gestern abend gestorben. Berlin, 2. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der Kaiser bewilligte dem Zentralkomitee vom Roten Kreuz für Zivil- und Militärgefangene in Frankreich den Betrag von 50000 Mark.— Von dem Deutschen Lokomotiv⸗ . sind l e„ Kriegsfürsorge gesammelt und der Kaiserin zur estellt n Majestät hat davon 20000 Mark dem Zentralkomitee des Vereins vom Roten Kreuz für Zwecke der Kriegsinvalidenfürsorge überwiesen. a. Berlin, 2. März.(WTB. Nichtamtlich.) Im verstärk⸗ ten Budgetausschuß des Abgeordnetenhauses erörterte der Minister für öffentliche Arbeiten die nutzung der Wasserkräfte am Main zur Gewinnung von elek⸗ trischem Strom die von erheblicher Bedeutung sei. Sie würden etwa 24 Millionen Kilowattstunden ergeben. Da⸗ durch würde auch für elektrischen Strom eine ndung mit der Weser und der Gegend um Bremen hergestellt werden können. Verhandlungen hierüber seien im Gange. 85 2 Inundation der 3 1.— iege der Prüfung.— Zur Spra am auch die Herstellung des Ostkanals und die Verhältnisse an dem im Bau befind⸗ lichen masurischen Kanal. Die Kosten für den Bau des Ost⸗ kanals würden 106 Millionen und die jährlichen Unterhal⸗ tungskosten 600 000 Mark betragen.— Aus dem Ausschuß wurde darauf hingewiesen, daß der Ostkanal für die pro⸗ vinzielle Elektrisierung von Ost⸗ und eußen von Be⸗ deutung sein könne. Dabei wurde die Elektrisierung in Pom⸗ mern erwähnt, worin 70 bis 80 Millionen Mark Kapital in⸗ vestiert seien und die sich glänzend bewährte.— Eine Bau⸗ rate für den Neubau des Königlichen Opernhaufes in Berlin ist in den Etat für 1915 nicht ein llt. München, 2. März.(WTB Nichtamtlich.) Reichsschatz⸗ sekretär Dr. Helfferich ist heute nachmittag 5¼ Uhr nach Stuttgaxt abgereist. 5 Heer und Flotte. Berlin, 2. März.(WTB. Nichtamtlich.) Das„Wili⸗ tär⸗Wochenblatt“ meldet: Angestellt sind die Prinzen des Osmanischen Reiches, Kaiserliche Hoheiten: W. dul Rahim Hairi, Major der türkischen Feldartillerie, als Leutnant à la suite des zweiten Garde⸗Feldartillerie⸗Regi⸗ ments, Abdul Halim, Major der türkischen Infanterie, als Leutnant à la suite des Garde Schützen⸗Bataillons und Osman Fuad, Oberleutnant der türkischen Kavallerie, als Leutnant à la suite des Leib⸗Carde⸗Husaren⸗Regiments. Die⸗ selben sind vom 1. Mai 1915 ab bis auf weiteres zur N bei den betreffenden Ersatztruppenteilen zuge⸗ lassen. Berlin, 2. März. Der„Reichsanzeiger“ meldet: Dem General der Infanterie Riemann, Führer des achten Armeekorps, sind die Schwerter zum Roten Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub und Stern, dem Generalleut⸗ nant Flick, Führer des achten Reservekorps, die Schwer⸗ ter zum Roten Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub, dem Generalobersten von Einem gen. Rothmaler, Ober- befehlshaber der dritten Armee, die e zum Stern und das Kreuz der Komture des königlichen Hausordens von Hohenzollern, dem Korvettenkapitän Hu⸗ mann, Kommandanten des Spezialschiffes„Loreley“, das Kreuz der Ritter des Hausordens verliehen worden.— Der Staatssekretär des Reichsschatzamtes, Hel A ist zum Staatsminister und Mitglied des Staatsministe 8 ernannt worden. Aus Stadt und Cand. Gießen, 3. März 1915. Kriegsküche. Von Herrn Geh. Hofrat Prof. Dr. Fromme der im Kreise Gießen zusammen mit der Haus wirtschaftslehrerin Frl. Hof seit einiger Zeit auf Veranlassung und mit Unter⸗ stützung der Regierung eine ausgedehnte Vortragstätigkeit in Sachen der Volksernährung im Kriege entfaltet, erhalten wir folgende, der aufmerksamen Beachtung dringend zu empfehlende Zuschrift:. An dem Tag, an welchem die Haushaltungs⸗ listen in unserer Stadt verteilt werden, welche die Gründ⸗ lage für eine gerechte Verteilung von Brot und Mehl bilben sollen, erscheinen einige Betrachtungen über— küche wohl am Platze. Unsere Bevölkerung hat zum gro Teil noch nicht das richtige Verständnis für den Ernst der Nahrungsmittelfrage, für die Ernährung unseres Volkes während der Dauer des Krieges. Der Ernst der Lage wird den meisten Leuten wohl erst dann zum vollen Be⸗ wußtsein kommen, wenn ihnen der Brotkorb behördlicher⸗ seits etwas höher gehängt wird, d. h. wenn, wie das in vielen Städten bereits geschehen ist, die Brotkarten Einführung gelangen. Dann heißt es, das gewohnte Brotessen gewaltig einschrän und an Stelle der be⸗ liebten Mahlzeit, bestehend aus Kaffee, Brot und 8 die in geringeren Kreisen stark— tet ist, gekochte Speisen zu Die Zutaten zu diesen sind aber auch anders zu wählen, als in Friedenszeiten— und das will gelernt sein. Es ist deshalb für nötig er⸗ achtet worden, besondere Kriegskochkurse einzurich⸗ ten, in denen die Herstellung schmackhafter— mit enigen Nahrungsmittel, an enen wir nicht knapp sind, gelehrt werden soll. Von solchen Kursen haben in der Alice⸗Schule in der ver⸗ gangenen Woche bereits zwei stattgefunden, einer für Be⸗ mittelte, der andere für Unbemittelte. In der laufenden Woche finden wieder zwei statt, aber während die ersten voll besetzt waren, ist das bei denen dieser Woche schon 18 5 mehr der Fall, so daß die Fortsetzung der Kurse zweifel⸗ haft ist. Nach den bish 1 Erfahrungen scheint es, daß das Interesse für die wichtige Frage unserer Volksernäh⸗ fter ist, als in der iligung der Land⸗ rung auf dem Lande lebhaf Stadt Gießen. Nicht nur ist die Dose F „Auch als Liebesgabe im Felde begehrt!“ hene f b 1 5 1 * * 0 rtrãge eine prozentual viel stärkere, e e e e dee len Univ noch ni en ge N in anderen Süädten mußten de Säle wegen Ueber⸗ 0 polizeilich geschlossen werden), auch die Aufforde⸗ rung zu Kriegskochkursen ist auf dem Land auf viel frucht⸗ Boden gefallen, wie in Gießen. So trugen sich in einem verhältnismäßig kleinen Dorf sofort über 20 Per⸗ ö ein, so daß dort an Ort und Stelle ein Kursus ge⸗ halten wird. Es ergeht deshalb nochmals die dringende Mahnung an die Gießener Bevölkerung, der Frage der Ernährung die größte Aufmerksamkeit zuzuwenden, aber sich nicht nur in Vorträgen Aufklärung zu holen, sondern sich auch praktisch in Kriegsküche unterweisen zu lassen. Den Frauen und Mädchen, vor allem auch den Dienstboten, ist hier eine Aufgabe gestellt, mit deren Lösung sie dem Vaterland einen großen Dienst erweisen können, ebenso Groß mindestens wie derjenige, den sie durch Nähen und tricken durch Pflege von Verwarndeten bereits er⸗ wiesen haben. * „ Sisernes Kreuz 1. Klasse. Dem„Berliner Tage- blatt“(Nr. 11e) zufolge ist Herr Kurt Wehner, Oberleutnant bei der Marmeimanterie, mit dem Eisernen Kreuz erster Rlasse ausgezeichnet worden. Herr Wehner stand bekanntlich vor einigen Jahren im hiesigen Regiment als Leutnant, verließ aber Gießen, um in die Marine überzutreten. * Vom Roten Kreuz wurden im Monat Februar sol⸗ gende Gegenstände als Liebes gaben ins Feld gesandt: 761 Hemden, 316 Unterhosen, 475 Paar Handschuhe, 54 Kniewärmer, 1132 Paar Strümpfe, 32 gefütterte Aermelwesten, 40 gefütterte Jacken, 86 gestrickte Wämse und Trikotjacken, 42 pelzgesütterte Müffe 1 Pelzsußsack, 1 Pelzmantel und 1 Pelzkragen, 158 wollene Halstücher, 77 Kopfschüter, 85 Ohrenschützer, 32 Brustschutzer, 109 Leibbinden, 168 Paar Pulswärmer, 1078 Handtücher, 172 Taschen⸗ tücher, 1481 wollene Decken und 8 große Kisten mit Lazarett⸗ bedarf. Außerdem wurde an unser Regiment eine große Liebes⸗ gubensendung, bestehend in Kerzen, Seife, Spirituosen, Ledersett um Schmieren der Stiefel, Wurst, Speck, Schokolade, getrocknetem bst, Zucker, Tabak, Taschenwärmern mit dazugehörigen Glüh⸗ r„ abgesandt. Mit diesen Sendungen sind die Vorräte fa erschöpft und Auffüllung durch Liebesgaben in Naturalien und Geldspenden sehr erwünscht. * Liebesgaben für deutsche Gefangene in England. Durch Vermittlung einer neutralen Macht ist der Wunsch ausgesprochen worden, daß den englischen Wohl- tätigkeitsgesellschaften, insbesondere der Church Army, ge⸗ stattet werde, Liebesgaben nach Deutschland zur Verteilung an die in Deutschland befindlichen Kriegs- und Zivilgefan⸗ genen abzusenden. Nachdem englischerseits die Gegensei⸗ tigkeit zugesichert worden ist, ist dem Antrage von deutscher entsprochen worden. Der Postpaketverkehr bei Liebes⸗ gabensendungen aus England ist in ähnlicher Weise zugelas⸗ sen worden, wie bei den Liebesgabensendungen für fran⸗ zösische Kriegsgefangene⸗ Diese Paketsendungen genießen Porto- und Zollfreiheit. Damit ist eine Möglichkeit gegeben, daß auch die deutschen Wohltätigkeits⸗ oder son⸗ stigen Vereine an die in England und dessen Kolonien befindlichen deutschen Kriegs⸗ und Zivilgefan⸗ genen Liebesgabensammelsendungen ohne nä⸗ here Bezeichnung der Empfänger gelangen lassen können. Solche Sendungen(oder auch Geldbeträge dafür) können dem Zentralkomitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz, Ab⸗ teilung für Gesangenenfürsorge, Berlin SW. 11, Abgeord⸗ netenhaus, zugestellt werden, das die Gaben schnell und sicher nach England befördert. Es steht dem aber auch nichts im Wege, die Sendungen unmittelbar an die Kommandanturen der verschiedenen Kriegs- und Zivilgefangenenlager in Eng⸗ land oder an das Prisoners of war Informationsbureau in London mit der Bitte um Verteilung an bedürftige deutsche Kriegsgefangene und Zivilgefangene in England zu richten. 1 letzteren Fällen empfiehlt es sich, dem genannten Zentral- mitee von jeder Sendung Kenntnis zu geben, damit die ver⸗ schiedenen Gefangenenlager in England tunlichst gleichmäßig bedacht werden. Die e in beiden Hessen. Im letzten Vierteljahr 1914 wurden in Hessen⸗Nassau der Feischbeschau unterzogen: 501 Pferde und andere Einhufer, 6122 Ochsen, 1943 Bullen, 18 497 Kühe, 11177 Jungrinder über 3 Monate alt, 32 333 Kälber bis 3 Monate alt, 336 764 Schweine, 16 697 Schafe, 3803 Ziegen. Im Groß⸗ herzogtum Hessen waren es: 313 Pferde und andere Einhufer, 12175 Ochsen, 1347 Bullen, 13073 Kühe, 8204 Jungri über 3 Monate alt, 13 602 Kälber bis 3 Monate alt, 117436 Schweine, 6106 Schafe, 5480 Ziegen. Hunde wurden in beiden Hessen der Fleischbeschau 3 unterzogen. * Das Vorlesungs verzeichnis der Landes- universität für das kommende Semester ist erschtenen. In diesem Zusammenhang erscheint es angebracht, nochmals an die vor 127: ier Sielle hennes gesehene Feststellung des ci e eee n Rektors zu eri daß der Jahrbetrieb im Sommersemester keinerlei Elnsch D erfahren wird, vielmehr wo⸗ möglich in noch gesteigertem Umfang wieder aufgenommen werden soll. Für Dozenten, die durch den Krieg noch abberufen werden sollten, wird nach Möglichkeit für Vertretung gesorgt werden. Dem Verzeichnis der Vorlesungen entnehmen wir u. a., daß Prof. Dr. Gmelin ein für Hörer aller Fakultäten berechnetes Kolleg über völker⸗ und staatsrechtliche Fragen im gegenwärtigen Kriege lesen wird. Privatdozent Dr. Weidenbach liest Freitags über die Phbilosophie des Krieges, Tr. Peppler über geronautische Me⸗ tebrologie mit besonderer Berücksichtigung des Krieges. Prof. Dr. Kable behandelt in einem einstündigen Kolleg die Geschichte Aegyptens bis zur Gegenwart, während Dr. Franz über Land und Kultur in Frankreich liest. „ Kreis Schotten. Schotten, 2. März. Die hiesige Bezirkssparkasse hat dem Hessischen Landesverein vom Roten Kreuz einen Beitrag von 3000 Mark überweisen lassen. Aus dem oberen Vogelsberg, 1. März. Seit gestern sind ungeheure Schneemassen herabgekommen. Der Wind braust mit aller Macht daher und hat stellenweise meterhohe Schneewehen angehäuft. Die tie er gelegenen Striche, wo noch vor zwei Tagen das schwarze Erdreich überall zu sehen war, und wo sich schon einzelne Lerchen eingesunden hatten, sind nun auch wieder völlig mit Schnee bedeckt. Hessen⸗Nassau. [1 Marburg, 2. März. In einer gestern abend ab— gehaltenen Sitzung der Stadtverordneten teilte Ober⸗ bürgermeister Troje mit, daß trotz des Aussalls von rund 45 000 Mk. an Einnahmen keine Steuererhöhung eintritt. Der Ausfall soll aus den Mitteln des Steuerausgleichsonds gedeckt werden.— Der Nachforderung von 100 00 Yk. für Fleischdauer⸗ ware wurde zugestimmt.— Von jetzt ab bis zum 31. Mai kostet laut behördlicher Festsetzung die Milch unter 5 Liter 24 und über 5 Liter 22 Pig. der Liter. Dermischtes. Das größte Unterseeboot der Welt. Wie aus Wasbington berichtet wird, sind im Marinedepartement der Ver- einigten Staaten die Pläne für ein neues Unterseeboot ausgearbeitet worden, die eine Umwälzung auf dem Gebiete dieser neuesten See⸗ waffe hervorrufen dürste, ähnlich wie der Bau des Dreadnoughts vor Jahren den modernen Schlachtschiffen eine völlig veränderte Gestalt gab. Dieses Unterseeboot soll 10 Meter lang werden und eine Wasserverdrängung von 1200 Tonnen ausweisen; es wird also zwölfmal so groß sein als die gegenwärtigen Unterseeboote. Diese Vergrößerung erfolgt, um dem neuen Schiffstyp eine größere Schnelligkeit zu geben, so daß es der Hochseeflotte überall hin folgen kann, während die jetzigen Unterseeboote an Schnelligkeit bedeutend hinter allen anderen Kriegsschiffen zurückstehen. Zu diesem Zwecke erhalt dis Boot stärkere Maschinen; weiterhin soll es so viel Torpedogeschosse an Bord nehmen, daß es eine„ganze Flotte moderner Dreadnoughts“ während einer Fahrt vernichten kann. Bei einer Geschwindigkeit von 21 Knoten wird es einen Aktions— radius von 5-= bis 6000 Kilometer besitzen. Die Kosten dieses größten Unterseebootes der Welt sollen sich auf 6 Millionen Mark beziffern. Märkte. Je. Fraukfurt a. M. Schweinemarktberich! vom 3. März. Ausgetrieben waren 1516 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Lebendgewicht 85.00— 86.00 Mk., Schlachtgewicht 103.00— 105.00 Mk, vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 80.00—85.00 Mt., Schlachtgewicht 10„00 102. Mk.: vollfleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 85.00—86.00 Mk, Schlachtgewicht 103.00—105 Mk., vollfleischige Schweine von 120 bis 150 Lebendgewicht 85.00— 86.00 Mk., Schlachtgewicht 103 105.00 Mk. Geschäft lebhaft. se. Frankfurt a. M., 3. März.(Orig.⸗Telegr. des Gieß. Anz.) Kartoffelmarkt. Kartoffeln im Großhandel Mk. 11,50 bis 12,00 Mk., im Kleinhandel Mk. 12,00— 13,00. Alles per 100 4g. se. Frankfurt a. M., 3. März.(Orig.⸗Teleqr. des„Gieß. Anz.) Das Geschäft in Brotgetreide und Hafer hat sich kaum geändert. In Futtermitteln war das Gesch ft sehr jest. nach zuckerhaltigen herrschte große Nachfrage. Man 0 Mais 50—653 Pk., Biertreber 31—33 Mk. Alles für kg. a, Frankfurt a. M., 2. März. Heu⸗ und Strohmarkt. Auf dem heutigen Heu- und Strohmarkt war nichts angefahren. ———— Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 4. März 1915: Wolkig, doch noch meist trocken, etwas wärmer, südwestliche Winde. ————— Letzte Nachrichten. England sperrt sich immer mehr ab. Rotterdam, 3. März. Noch immer sind die Montag früh erschienenen Morgenblätter aus London nicht eingetroffen. Auch der englische Telegraphenn achrichtendienst gestal⸗ tete sich in den letzten Tagen dürftiger. Man muß daraus schließen, daß die englische Zensur ihre Hand im Spiele hat, wohl in - U. bärtenbauverein bieden Samstag, den 6. März, abends 8 uhr, Vereins⸗Versammlung im Saale des Felsenkeller, Bahnhofstraße. Tagesordnung: Die Bewirtschaftung des Gartens zur eigen Zeit. Referent: Herr Dr. Hoffmann. 53 dieser Bersammlung lade ich unsere Mitglieder freund ! ein und bitte auf un Besuch hinwirken zu en. Alle Gartenliebhaber und insbesondere unsere Alice-Frauen-Verein. Lesshaalssuunden nur. Montag, Mitvoch, Freag, Frau. Gebhardt, I. Vorsitzende. 12 D der Absicht. 2 englis i dem Kontinent durchsickern bench*— hätte sounlt—1 den Erpole, wenig über bee Mbsahrt und die Uukunft en. Der daß— 7 land sich selbst dem Kontinent gegenüber immer mehr isolieren muß. Neues von der Beschießung der Dardanellen. Konstantinopel, 3. März. Aus Saloniki wird ge⸗ meldet, daß der Rreuzer„Zephyr“ mit 150 Ver⸗ wundeten schwer beschädigt von den Dardanellen in Saloniki angelangt sei. Die Blätter„Sabah“ und „Tasvir⸗i-Efkiar“ erklären, die Beschießung der Dardanellen habe das Selbstverteidigungsgefühl der türkischen Nation gestärkt. Die ganze Welt werde sehen, wie hervisch die Türken für die Verteidigung ihres Landes zu kämpfen wissen. Die ganze Nation sei in dieser Hinsicht einig. Die Dardanellen werden das Grab der Feinde der Türkei sein. Haag, 3. März. Wie„Daily Chronicle“ aus Athen er⸗ fährt, haben die Türken in dem nördlichen Teil der Dardanellen vier schwere Dampfer verankert und sie vermutlich mit Sprengstoffen gefüllt, so daß fie, wenn wider Erwarten die Außergefechtsetzung der unterhalb der Sperrstelle liegenden Außenforts durch die vereinigte Flotte der Verbündeten erreicht werden sollte, vom Lande aus in die Luft gesprengt werden können, um die Durchfahrt völlig zu sperren. Konstantinopel, 3. März. Nachdem gestern die Be⸗ schießung der Dardanellen vermutlich wegen des starken Regens und des heftigen Windes unterbrochen worden war, wurde sie heute bei klarem Wetter wieder aufgenommen. Am Vormittag waren die feindlichen Geschütze gegen das Außenfort Kum⸗Kaleh gerichtet; am Nachmittag nahmen neun englische Kriegsschiffe an dem Kampfe teil. Ueber die Beschießung schreibt der Korrespondent der„Voss. Ztg.“: Von einem alten Fun gstuem und später von dem Fort Hamidieh aus konnte ihr Berichterstatter das Schauspiel beobachten und sehen, wie die Schüsse der feindlichen Schiffe in die Talenge der asiatischen Hügel aufschlugen, ohne den geringsten Schaden anzurichten. Das er wurde von den Höhen af europaischer Seite erwidert mit dem Erfolg, daß ein englisches Schiff durch einen Treffer in Brand geschossen wurde. Während des Kampfes stieg ein feindlicher Flieger auf, wahrscheinlich um die türkis Batterien zu erkunden, anscheinend jedoch, ohne etwas feststellen zu können; denn kurz darauf wurde der Kampf eingestellt. Griechenland demobilisiert? 4 e ee Maunzenf 5— riechen ichtige, die annschaften ahrgangs 2 zu entlassen, um damit einen Beweis für die Absicht der Wah⸗ rung der Neutralität zu geben. Teuerungsunruhen in Italien. Mailand, 3. März. Nach dem„Corriere della Sera“ tu⸗ multierten gestern in Pisa die Frauen gegen die hohen Brot⸗ preise, Carabinieri und Gendarmen stellten die Ordnung wieder her. Auch aus anderen italienischen Städten werden Krawalle wegen der Brotteuerung gemeldet. SrRünkest nnen verleiht ein zartes 0 Seife und ein blendend schöner Teint.— * Steckenpferd e (die beste LIllenmilchseiie), von f Cream) rote und sprõde Haut weiß und ammetweich. Tube 50 Pig. à Stück 50 Pfg. Ferner macht der Cream Fügen Sie Ihren Sendungen ins Feld 1 Schachtel Fays ächte Sodener Mineral⸗Pastillen bei. Sie erweisen damit unseren tapferen Kriegern einen doppelten Dienst. Erstens sind„Fays ächte“ ein vorzüg⸗ liches Mittel gegen alle Erkältungen und zweitens wirken dieselben durst⸗ stillend. 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Februar, trotz der aufopferndsten Pflege, infolge einer Verwundung, die er sich bei Ausübung seines schweren Berufes zuzog. zu welcher sich noch eine heimtückische Krankheit einstellte, unser innigstge- liebter braver Sohn, unser treuer guter Bruder, Enkel und Neffe Albrecht Selbst, stud. med. Kriegsfreiwilliger Sanitäts-Gefreiter im Reserve-Infanterie-Regt. Nr. 222, 3. Kompagnie, im vollendeten. Lebensjahr, den Heldentod. In tiefster Trauer: Familie Heinrich Selbst Familie Peter Wettig, Alzey Generalvikar Dr. Selbst, Hainz Direktor Jac. Wettlig. Huhlheim. M. Lehrer Leo Selbst, Oppenheim a. Rh. Giessen, den 1. März 1915. Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. 20²² Gestern nachmittag entschlief plötzlich infolge eines Herz- schlages meine innigstgeliebte Frau, unsere gute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Rosa Abt geb. Strauss im 42. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen I. d N Jacob Abt. Giessen(Ebelstr. 3 p.), den 3. Marz 1915. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 4. ds. Mts., nachmittags 3½ Uhr von der israel. Leichenhalle des neuen Friedhofs aus statt. Von Blumenspenden bittet man gütigst absehen zu wollen. Verein ehem 116er(Kaiser Wilhelm⸗ Regiment), Gießen. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meiner lieben Frau, unserer guten Mutter Luise Landsiedel geb. Schreiner sowte für die 0e Blumenspenden egen 9 5 wir biermit allen herzlichsten Dank. 5 Ernst Landsiedel und Kinder. Gießen, den 3. März 1915. 205² Wir exfüllen biermit die traurige Pflicht, unsere Mit⸗ glieder von dem Ableben un⸗ seres lieben Kameraden Hermann Seibert geziemend in Kenntnis zu setzen. 2040 v Die Beerdigung findet Mittwoch, den 3. März, nachmittags 4½ Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt.— Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Der Vorstand. Todes⸗Anzeige. Montag nacht 11½ Uhr verschied nach kurzem, aber schwerem Leiden mein innigst geliebter Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Ernst Martin. Lebens-Versicherung Einschluss der Kriegsgefahr besonders günstig für Landsturmpflichtige. Billige Prämien. In tieser Trauer:—— Elisabethe Martin und Kinder Generalagent A. Fröhlich Familie Frey. Telephon 244 1 Nord-Anlage 31 Gießen(Kaiser⸗Allee 31), 2. März 1915. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 4. März, nachm. 2 Uhr, auf dem neuen Friedhof statt.(% f 5 f use u. anderes Für U. Henkel'? Schupmittel gegen Lause nin actdeser einem erprobten Massenartikel, der bei Militärbebörden aut eingeführt ist, wird ein erstkl Vertreter der Kolonial⸗ waren- u. Drogenbranche ges. Reserenzen erbeten.(ieh y Dr. Henkel& Co., G. m. b. O., Hannover, Weißekreuzstr. 37. Urausflehkak- Marmorpeibstuekalt zu Bau-, Dünger- und chem. Zwecken stets frisch ab Werk Bieber zu haben. Dungsackkalk stets vorrätig auf Lager Frankfurter Straße 59. 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Format 40:55 em. Preis Mk. 3.—. II. Pracht⸗Ausgabe in Handpressenkupferdruck(Helio⸗ grapütre) auf Kupferdruckkarton und China. Format 60:80 em. Preis Mk. 8.—. Jobannes Gehrts, der feinsinnige Düsseldorfer Maler und ausgezeichnete Darsteller deutscher Sagen, bat bei Emil Roth in Gießen ein Gedenk⸗Blatt für un sexe 1 Krieger erscheinen lassen. Germania in Wehr und Waffen, sicher das Vaterland be⸗ schirmend, reicht den gefallenen Kriegern den Lorbeer; Immortellenkranz und Palmenzweig zur Rechten sprechen von dem Siege über den Tod und der Vollendung des Lebens durch die freie Hingabe für das Vaterland. Palme, Immergrün und Lorbeer in enger Verbindung mit den deutschen Fahnen geben deutlich Kunde davon, daß der in den Tagen des großen Sterbens Dabingegangene nicht aufgehört bat zu sein, daß er verbunden ist für alle Zeit mit dem neuen Deutschland. Er wird unvergessen sein, sein Name wird in der Familie, bei den Berufs⸗ genossen, in der Gemeinde täglich wiedertönen, so die wie Memnonsäule immer wieder tönt beim rosigen Strahl der neuen Morgensonne. Das waren die Gedanken, die die Hand des Künstlers führten. Was Gehrts wollte, das hat er erreicht. Sein Gedenkblatt ist ein ausgezeichnetes Kunstwerk, das sich vortrefflich eignet, die Erinnerung an unsere Helden nicht erkalten zu lassen. Ueberall da, wo man ein sichtbares Ehrenmal für die sern von der Heimat Gefallenen anbringen will— und wo wird man das nicht wollen?— greife man zu Gebrts Gedenkblatt. Es eignet sich gleich gut für Familienbeim und Vereinsrxaum, Schule und Kirche, Amtszimmer und Sitzungssaal. Wer von uns dazu berufen ist, seine Gemeinde zu führen und zu trösten, der versäume nicht, auf Gehrts Gedenkblatt aufmerk⸗ sam zu machen, K. Bechtolsheimer. Und keiner weinte ein Tränlein 8 An deinem offenen Grab. Und keiner drückte die jungen, Und doch hat einer gestrecket Die milde Hand nach dir Es hat auch keiner getrocknet Und hat in Gnaden gesprochen: „O komme, komme zu mir“. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 17. Februar unvergesslicher Sohn, Karl Franz Kanonier in der 7. Batterie Fuss.-Art.-Regts. 3 In tiefem Schmerz: Familie Johannes Franz. Wiedersehen war seine Hoffnung. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerz- liche Mitteilung, dass heute nachmittag 6 Uhr unser Schwiegervater, Grossvater und fleischbeschauer Heinrich Decker im 77. Lebensjahre nach eintägigem Kranksein sanft in In tiefer Trauer: Familie H. Hormann VII. Familie H. Zecher Familie L. Becker. Die Beerdigung findet Freitag, den 5. März, nachm. Am 12. Februar starb fürs Vaterland mein lieber Sohn, mein unvergesslicher Bräutigam, unser guter Bruder, Schwager und Gartenbau- Architekt Wilhelm Euler Ersatz-Reservist im Res.-Inf.-Regt. Nr. 92. In tiefer Trauer: Frau Dorothea Euler Elisabeth Kunz EKamilie Jakeb Euler. Familie Helnrich Euler. 01¹68 Bruder, 01164 01174 Hint säer Seu e robe zur Feier des 100. Geburts⸗ 0 tags e J. Memarchs Donnerstag, den. März 1915, abends 9 Uhr, für Tenöre“ Freitag, den b. März, für Basse .d. Qberrealschule, Eingang Stephanstraße. Vollzähliges Erscheinen dring. erfordert. 204601 Der Vorstand. V. D. H. versammlung im Großherzog von Hessen Gadltheaber lieben Dlr.: Hermann Steingoetter. Freitag, 5. März 1915 abends 8 Uhr 13. Freitag⸗Abonn.⸗Vorstellg. Gewöhnl. Preise ermäßigt) Wohltätige Frauen Lustspiel in 4 Akten von Adolph L' Arronge. Ende 10/ Uhr. Soldaten vom Feldwebel ab wärts zablen bei allen Vor ⸗ stellungen auf 2. u. 3. Parkett nur halbe Preise. 200 n