4388 3 9* 8 N Erstes Blatt Der Sleßener erscheint taglich, er Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener gamlllendlätter; ennal wöchentl. Kreis⸗ all für den Kreis Sleßen (Dienstag und Freitag): ah Ua el I 0 Fernsprech- Anschluß: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschästsstelledl Adresse für Drahtnach- richten: Anzeiger Sießen. Annahme don Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. 165. Jahrgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei n. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Erfolgreiche Kämpfe im westlichen Abschnitt der Karpathenfront. Dienstag, 2. März 1015 Sezug spre!“ monatl. 75 Pf., viertel- jährl. Mt. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel; jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pi.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Gescheiterte Angriffsversuche der Franzosen. (WTB.) Großes Hauptquartier. 1. März, vor⸗ mittags.(Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Wervicg, nördlich Lille, wurde ein englisches Flug⸗ zeug durch unsere Beschießung zum Landen gezwungen. An einer Stelle unserer Front verwendeten die Franzo⸗ sen wiederum wie schon vor einigen Monaten Gesu o sse, die bei der Detonation übelriechendeunderstickende 21 entwickeln. Schaden wurde dadurch nicht ange⸗ tet. Unsere Stellungen in der Champagne wurden gestern mehrfach von mindestens 2 Armeekorps angegriffen. Die Vorstöße wurden nach heftigen Nah⸗ kämpfen restlos abgeschlagen. In den Argonnen erbeuteten wir zwei Minenwerfer. Zmischen Ostrand der Argonnen und Vauquois setzten die Franzosen gestern fünfmal zu einem Durch⸗ vruch⸗Versuch an. Die Angriffe scheiterten unter schweren Verlusten des Feindes. Die östlich Badonviller von uns genommenen Stel⸗ lungen wurden auch gestern gegen feindliche Wiedererobe— rungsversuche gehalten. Oestlicher Kriegsschauplatz. Russische Angriffe nördlich Lomza und nordwestlich Ostrolenka wurden abgewiesen. Sonst nichts Wesentliches. Oberste Heeresleitung. Ueber die Gefühle, mit denen England, Frankreich und Rußland den gemeinsamen Kampf führen, wissen wir wenig. Die Not hält diese Mächte zusammen, aber es ist höchst unwahrscheinlich, daß heute noch die Bande der Sympathie unter ihnen so stark sind, wie ehedem. Namentlich das französische Volk, das in seiner Gefühlspolitik so schwer 1 worden ist, steht vor einer sehr fragwürdigen Zukunft, und da die Engländer an den nördlichen Küsten⸗ strichen Frankreichs vielfach sich wie die Herren gebärden, hat manches Pariser Herz sich gewendet. England hat alle Welt enttäuscht; auch russische Stimmen sind bekanntlich mehrfach darüber laut geworden, daß England nur mit seiner halben Kraft kämpfe, und die heute bekannt werdende Aeußerung eines russischen Blattes, das auf einen Sonder⸗ frieden vorbereiten wollte und seinen Kritiker in der„No⸗ woje Wremja“ fand(siehe die nachstehende Meldung), ist ein neuer Beweis dafür, daß die vertragliche Abmachung un⸗ serer drei Feinde, nur gemeinsam den Frieden zu schließen, nur den Wert einer politischen Kundgebung hatte. Heute kommt uns aus einem Briefe, den ein neutraler Be⸗ richterstatter am 18. Januar aus Paris absenden konnte, ohne daß die Zensur den Inhalt vorher zu prüfen ver⸗ mochte, neue Erkenntnis. Die„New Yorker Staatszeitung“ vom 6. Febr. druckt aus dem Stimmungsbild dieses Neu⸗ tralen u. a. folgende Aeußerungen ab: Frankreich ist militärfromm. Das Volk vertraut seinem Heere. Aller Ingrimm aber richtet sich einzig gegen die Regierenden und gegen— England. Namentlich gegen England richtet sich eine schwache verhenlte Wut auch in den oberen Ge⸗ sellschaftskreisen. Und das weiß man in London, wohin ich mich zum Studium des dortigen Seclenzustandes begeben hatte, beson⸗ ders auch aus amtlichen Quellen. Die Pariser Regierung übt zurzeit einen starken Druck auf die Willfährigkeit des Londoner Kabinetts, neue und größere Opfer zu bringen als bisher, durch die amtliche Vertretung an der Themse aus. Paris und Pe⸗ tersburg arbeiten sich da Hand in Hand, um John Bull geneigter zu machen. Er befindet sich in keiner beneidenswerten Lage. Bei einem zehntägigen Aufenthalt in London konnte ich nach dieser Richtung allerlei Feststellungen machen. In den Kreisen des französischen und russischen Bot⸗ schafters in London gibt man sich von einer verblüffen⸗ den Offenherzigkeit und sagt Dinge, die an solchen Stellen eigent⸗ lich gegenüber Vertretern neutraler Blätter nicht einmal an⸗ ien werden sollten. Aber die Not der Lage löst auch die amt⸗ Zungen. Nach mannigfachen Unterredungen mit Mitglie⸗ 1 tschaften und mit zahlreichen Poli⸗ tikern Englands gabe ich den Eindruck gewonnen, daß man in Paris dabei ist, Material zu orgelg gegen die hri⸗ tische Re 1. das hervorgeholf werden soll in dem Augenblick, wo eine Rechtfertigung vor dem Volke in aller Oeffentlichkeit sich nicht mehr wird umgehen lassen. Ich bin von London mit der Ueber⸗ zeugung zurückgekehrt, daß der Bruch zwischen Frankreich und England unabwendbar geworden sein wird, sowie es zum Frieden kommt. Augenblicklich ist man noch geeinigt durch die Not gegen⸗ über dem gemeinsamen Feind. Der neutrale Briefschreiber hatte Gelegenheit, sich über diese Dinge mit einem„hervorragenden Staatsmann“ 17 unterhalten, der im Oberhause eine beachtenswerte Rolle spielt. Auf die Frage: Wie denkt man sich in England das spätere Verhältnis ba Deutschland? antwortete dieser: „Mit Deutschland werden wir uns schneller und si⸗ cherer verständigen als mit Frankreich und Ruß⸗ land, sofern der Krieg durch allgemeine Erschöpfung endet. Wür⸗ den wir durch Deutschland besiegt, dann freilich: Gnade uns Gott! Dann haben wir die ehernen Gesetze anzunehmen, die uns der Sieger auferlegt. Aber selbst für diesen Fall würde unser Verhältnis zu 13 und Rußland auf Jahrzehnte hinaus getrübt bleiben. s wäre sehr wünscheuswert, wenn der Friede durch einen inter⸗ nationalen Kongreß geregelt werden könnte. Ein solcher aber wird nur dann stattfinden, wenn der Krieg durch allgemeine Erschöpfung 1 Ende erhält. Er wird ausbleiben, wenn Deutsch⸗ 8770 dern der beiden genannten es in der Hand haben würde, seinen Frieden den Unter⸗ * legenen zu diktieren. Auf einem Kongreß würde sich eine Umgrup⸗ pierung der Machtverhältnisse vollziehen.“ Es wird gewiß in England sowohl wie in Frankreich auch Strömungen geben, die mit diesen Kennzeichnungen der Lage nicht übereinstimmen, aber solche sich immerhin star! geltend machenden Merkmale einer Stimmungswandlung dehalten doch einen gewissen Wert. Vergleichen wir damit uinmal das Bundesverhältnis zwischen Deutschland und Desterreich-Ungarn, oder auch die ungetrübten Beziehungen zwischen Berlin, Wien und Konstantinopel! Da ist, wozu freilich auch unsere herrlichen Siege das ihrige getan haben, dein Stein gelockert. Nur der Hinblick auf Italien hat einige Besprechungen ausgelöst, die indessen nach keiner Richtung hin verstimmend wirkten. Wir haben vor einiger Zeit die zuerst in der„Frankfurter Zeitung“ veröffentlichten Vor— schläge wiedergegeben, die dahin gingen, man möge zwischen Italien und Oesterreich eine Einigung suchen, damit Oesterreich sich geneigt zeige, gewissen Grenzberichtigungen zuzustimmen, wofür Italien seine dauernde freundschaft— liche Neutralität erklären sollte. Inzwischen hat man von den Aussichten einer solchen Einigung nicht mehr viel ge— hört. Das„Hamburger Fremdenblatt“ macht neuerdings darauf aufmerksam, daß die Arbeit solcher„Amateur-Diplo⸗ maten“ schädliche Folgen zeitigen könne. Das Blatt fährt fort: Nun wagt es auch Hr. Maximilian Harden, in seiner Eigenschaft als Wanderredner, vom Trentino, also von einem we⸗ sentlichen Besitzteil unserer Verbündeten, leichthin als von einer Sache zu sprechen, die man eigentlich den Italienern hätte schen⸗ ken können! Wir haben schon darauf hingewiesen, welches gefähr⸗ liche Spiel man treibt, wenn man unseren Bundesgenossen zu⸗ mutet, sie sollten ihre Grenzen für weniger wertwoll und gehei⸗ ligt ansehen, als wir die unseren. Der Reichstagsabgeordnete Dr. Naumann, der eben von einer Reise nach Wien und Pest zu⸗ rückgekehrt ist, gibt uns in seiner„Hilfe“ deutlich genug zu ver⸗ stehen, daß das unbefugte Hineinpfuschen in Angelegenheiten, für die allein die k. u. k. Regierung zuständig ist, in Wiener maß⸗ gebenden Kreisen nicht ohne verstimmende Wirkung geblieben ist: „Unsere Bundesgenossen, so berichtet er uns, sind empfindlich selbst gegen den Schein, als wollte jemand sie bevormunden. Von allen anderen Seiten erleben sie Uebergrisse, als seien ihre Grenzen nur vorläufig. Das ist es, was sie vom Bundesgenossen niemals, auch nur vorübergehend, fühlen wollen. Darin haben sie recht.“ Die Leute, die leichtfertig etwas verschenken, was ihnen nicht gehört, den Besitz unserer Bundesgenossen, tun mit wichtiger Miene so, als hätten sie dem Fürsten Bülow in die Karten ge⸗ guckt und als wollten sie mit ihren Ratschlägen eine Verständi⸗ gung zwischen Wien und Rom fördern. Beides ist falsch. Der gegenwärtige deutsche Botschafter in Rom ist ein viel zu genauer Kenner Oesterreich-Ungarns und seiner Lebensbedingungen, er weiß zu gut, daß das Bündnis zwischen den beiden Zentral⸗ mächten nur dann seine volle Kraft entfalten kann, wenn es von schrankenlosem Vertrauen getragen wird, das auch nicht durch den Schatten einer Verstimmung getrübt werden darf, als daß er ohne Ermächtigung von Wien aus eine Vermittelungsaktion be⸗ treiben wollte, bei der Oesterreich-Ungarn ausschließlich die Kosten zu tragen hätte. Die Sprache der offiziösen österreichisch-unga⸗ rischen und italienischen Presse zeigt uns deutlich genug, daß eine solche Ermächtigung nicht erfolgt ist und nicht erfolgen konnte. Im Corriere della Sera berichtet der Abgeordnete Torre, der auf der römischen Consulta ein- und ausgeht, daß weder Oesterreich⸗-Ungarn unmittelbar der italienischen Regierung irgendeine Gebietsabtretung angeboten, noch Fürst Bülow auf dieser Grundlage zu vermitteln gesucht hat. Damit sollte die viel erörterte Kombination für alle einsichtigen, sich ihrer Ver⸗ antwortlichkeit bewußten Leute erledigt sein. Wer noch weiter in der Oeffentlichkeit dieses Steckenpferd reitet, beschwört die Ge⸗ fahr herauf, daß sich Deutschland zwischen zwei Stühle setzt: daß es das wankelmütige Italien nicht zurückgewinnt— die Irre— dentisten sagen deutlich genug, Trentino und Isonzo-Grenze seien ihnen viel zu wenig— und obendrein noch eine Verstimmung zwischen Wien und Berlin hervorgerufen wird, zum großen Gau⸗ dium des Dreiverbandes, der um so lauter seine Einigkeit aus- posaunt, je klaffender die Interessengegensätze zutage treten. Wir glauben auch, daß man der amtlichen Diplomatie in den Hauptstädten der Dreibundstaaten alles weitere über— lassen sollte. Vielleicht ist die Zeit noch nicht reif, mit Italien in entscheidende Verhandlungen zu treten. Es ist keinesfalls zu befürchten, daß das Bündnis der Zentralmächte irgend⸗ wie gelockert werden könnte; eher darf man die Hoffnung hegen, daß der Dreibund aus den Weltwirren noch einmal neu auferstehen wird. * 0* Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 1. März.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 1. März 1915, mittags. Erfolgreiche Kämpfe im westlichen Abschnitt der Karpathenfront brachten mehrere russische Vorstellungen in unseren Besitz. 19 Offiziere, 2000 Mann wurden hierbei gefangen genommen, viel Kriegsmate⸗ rial erbeutet. f Im Raume südlich des Dnjestr sind nach Eintreffen russischer Verstärkungen erbitterte Kämpfe im Gange. Alle feindlichen Angriffe, die auf unsere Stellungen versucht wur⸗ den, scheiterten unter den schwersten Verlusten des Gegners. In Polen und Westgalizien fanden auch gestern nur Ge— schützkämpfe statt. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. General Pau in Petersburg. Petersburg, 1. März.(WTB. Nichtamtlich.) Ge⸗ neral Pau ist hier angekommen. Er wurde auf dem Bahn⸗ hofe von einem zahlreichen Publikum begeistert begrüßt. Hindenburgs Lob. N Zürich, 1. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Neue Zürcher Zeitung“ schreibt zur Lage u. a.: Ein Bewegungs⸗ krieg bester Form war es, was kürzlich in Ostpreußen ge⸗ liefert wurde. Imponiert dem Laien in erster Linie die enorme Beute und die große Zahl an Gefangenen und Ge⸗ schützen, so weiß der Fachmann nicht, was er mehr bewun⸗ dern soll, die einfache Gesamtanlage, die musterhafte Ver⸗ f schleierung der Bewegungen, die Raschheit derselben, die a Konsequenz in der Durchführung, oder die Ausdauer und 9 Leistungsfähigkeit der Truppen. Kein Wunder, daß auch 2 der Gegner seine Anerkennung nicht versagt, und der „Temps“ den bejahrten Hindenburg mit dem jugendlichen Bonaparte vergleiche und ihm nachrühmt, daß er wie dieser unter bester Ausnutzung der zu Gebote stehenden Mittel es versteht, an dem richtigen Ort der Stärkere zu sein. Das Blatt sieht voraus, daß es noch harter und langwieriger Arbeit bedürfen wird, um der russischen Fluß- und Festungsschranken Herr zu werden, und schließt: Vielleicht aber überrascht Hindenburg die Welt über kurz oder lang mit einem neuen Meisterschlage! Die Frage eines russischen Sonderfriedens. Petersburg, 1. März. WTB. Nichtamtlich.) Die liberale russische Zeitung„Djeni“ schreibt: Deutschland hat den Krieg gegen Rußland nicht gewollt. Es kämpft nur gegen England und das mit ihm eng verbundene Frankreich. Es kann auch nur von diesen beiden wirtschaftliche Vorteile und Kolonien erwerben. Die Verwüstung Rußlands sei für Deutschland nicht das Ziel gewesen. Das russische Volk irrt sich durchaus, falls es Deutschland als seinen Todfeind be⸗ trachtet. Eine Offensive nach Rußland ist deutscherseits gar nicht geplant gewesen.— Die„Nowoje Wremja“ pole⸗ misiert heftig gegen diesen Artikel und bezeichnet ihn als Verrat am Vaterlande und als von Berlin inspiriert, da er darauf hinausziele, Rußland zu einem Sonderfrieden mit Deutschland zu veranlassen. Der Reichstagsabgeorduete Noske in Russisch⸗Polen. Berlin, 2. März. Der sozialdemokratische Reichstags⸗ abgeordnete Noske ist dem„Berl. Tagebl.“ zufolge in Lodz eingetroffen, um sich mit der Arbeiterbewegung in Russisch-Polen bekannt zu machen. Sven Hedin wieder an der deutschen Front. Berlin, 2. März. Sven Hedin hat sich der„Post“ zu⸗ folge aufs neue nach Deutschland begeben, um nach der Ostfront zu gehen. Der König von Sachsen an das Res.⸗Jnf.⸗Regt. Nr. 107. Berlin, 2. März. Der König von Sachsen hat mehreren Morgenblättern zufolge an das Reserve-Infan⸗ terie-Regiment Nr. 107 folgendes Telegramm gerichtet: Nach Mitteilung des Führers der 16. Reserve⸗Division hat das Regiment in mehrtägigen, sehr schweren, leider mit sehr starken Verlusten begleiteten Kämpfen hervorragende Tapferkeit und kühne Todesverachtung gezeigt. Ich spreche dem Regiment meinen besonderen Dank und meine besondere Anerkennung da⸗ für aus, daß es in diesen schweren Tagen treu unserer alten Ueberlieserung ein neues Lorbeerblatt zu dem glänzenden Kranze meiner Armee in diesem Kriege zugefügt hat. Friedrich August. * 1* Die Post in Belgien. Brüssel, 1. März.(WTB. Nichtamtlich.) Heute vor⸗ mittag haben die belgischen Briefträger den Dienst wieder aufgenommen, den sie bis jetzt auf Befehl des Ministers für das Post- und Eisenbahnwesen verweigerten. In den Stadtbezirken finden jetzt täglich zwei Postbestellun⸗ gen statt. Verdrehungen und Fälschungen. Berlin, 1. März.(WTB. Nichtamtlich.) In der„Nord⸗ deutschen Allgemeinen Zeitung“ nimmt Professor A. Hollmann (Berlin) Stellung zu der von Professor Joseph Bedier vom Col⸗ lege de France unter dem Titel„Crimes allemands d'après des temoignages allemands“ veröffentlichten Broschüre, die gegenwärtig auch in Uebersetzungen bei den Neutralen verbreitet wird. Bedier übersetzt und kommentiert einige dreißig Auszüge aus den Tage⸗ büchern kriegsgefangener deutscher Soldaten. Neunzehn von diesen Auszügen liegen im Facsinrtle zur Kontrolle ein. Diese Aus⸗ züge behandeln, wie Hollmann nachweist, fast ausnahmslos Episoden des Franktireurkrieges, was Bedier wohlweislich nicht cgetbent, da er ja von„nm kerrettucunidriaen gxiegsmethoden“ der Deutschen sprechen will. Hollmann läßt auch die Frage nach Echt⸗ heit des Materials beiseite und beschränkt sich darauf, auf die Will⸗ kürlichkeiten in der Zusammenstellung des Materials, grobe Irr⸗ tümer in der Uebersetzung und die Kommentierung des Materials durch Bedier hinzuweisen, sowie auf die bewußten Verdrehungen und Fälschungen, die, wie Hollmann sagt, den Ruf Bediers als Handschriftenforscher unheilbar durchlöchern würden, wenn er diese Methode auf alte Chroniken und Urkunden anwenden wollte. So führt Bedier u. a. ein Tagebuchblatt im Faksimile auf, auf dem eiu deutscher Soldat eine Episode aus dem Franktireurüberfall in einem Dorfe erzählt und dabei sagt:„Man konnte gegen die auf⸗ geregte Menge nichts ausrichten, denn dann sind es keine Men⸗ schen, sondern Tiere.“ Bedier übersetzt dies folgendermaßen: „Mais on ne vouvait plus maitreser la bande exeitée, car en de tels moments onest plus des hommes on est des bätes“ Durch die raffinierte Fälschung der Uebersetzung verwandelte Bedier die aufgeregte Menge von Bürgern, gegen die man nichts ausrichten konnte, in eine aufgeregte Bande von Soldaten, die man nicht zügeln konnte. In ähnlicher Weise werden die übrigen, will⸗ kürlich aus den deutschen Tagebüchern herausgerissenen Stellen ent⸗ stellt und so aus dem vergewaltigten Material auf eine fortgesetzte Verletzung des Völkerrechts und der Haager Konvention durch die deutschen Soldaten gefolgert. e Der Austausch der Schwerverwundeten. Berlin, 1. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der Aus⸗ tausch der schwerverwundeten, zu jedem militäri⸗ schen Dienst unfähigen deutschen und b W chen Kriegs⸗ gefangenen erfolgt vom 2. März ab ausgetauschten deutschen Verwundeten werden zunächst in 9 Lazarette Karlsruhe und Heidelberg übergeführt. Der Augriff auf die Außenforts der Dardanellen. Konstantinopel, 2. März.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit, die feindliche Flotte setzte heute mit größeren Zwischenpausen die Beschießung der Batterien von Sed⸗ul⸗Bahr fort. Feindliche Versuche, an einzelnen Stellen Erkundungsabteilungen zu landen, scheiterten. Schließlich wur⸗ den fünf feindliche Panzerschiffe, die gegen andere unserer Batterien erfolglos feuerten, von sieben darauf abgefeuerten Granaten getroffen und zum Rück⸗ zug genötigt. 1222 Japan und China. Petersburg, 1. März.(WTB Nichtamtlich.) Di 5„Nowoje Wremia“ meldet aus Peking am 23. Februar:„Peking Gazette“ teilt mit, daß Japan von den 21 japanischen 174 gen den Ententemächten nur 11 mitgeteilt und 10 bisher verschwie⸗ gen habe. Daher sei die Erklärung des russischen Ministers des Kußern verständlich, daß die englisch-russischen Interessen und die Integrität Chinas durch diese Forderungen nicht berührt würden. Die Peking„Daily News“ sprechen die Erwartung aus, daß Japan die übrigen Forderungen alsbald zurückziehen werde, da sie den Ententemächten nicht mitgeteilt wurden. Berlin, 2. März. Das amtliche Organ der japanischen Re⸗ gierung in Tokio veröffentlicht, wie verschiedenen Morgenblättern gemeldet wird, eine Erklärung der Regierung, nach der Japan, nicht zulassen werde, daß eine dritte Macht als Ver⸗ mittler in den japanisch⸗chinesischen Streitfragen auftrete. Der Zivil⸗ Gouverneur von Indochina ermordet. Amsterdam, 1. März.(ctr. Bln.) Aus Paris wird be⸗ richtet: Hier eingetroffene Nachrichten aus Cambodscha bestätigen, daß der Zivilgouverneur von Indochina, Trouffot, im Hinter⸗ land von Huong ermordet worden ist. Er hatte mit einer Leibwache von etwa 50 Mann eine Inspektionsreise durch dieses Gebiet unter⸗ nommen, als er plötzlich in der Nacht vom 9. zum 10. Januar in seinem Lager von aufrührerischen Eingeborenen überfallen und durch Säbelhiebe so schwer verletzt wurde, daß er bald darauf starb. Vier Mann seiner Leibwache wurden gleichfalls getötet, während es den anderen gelang, zu entkommen. Die Getreideernte in Argentinien von England aufgekauft. Berlin, 2. März. Aus Rom wird der„Morgenpost“ von informierter Seite gemeldet, die Vereinigung der Kauf⸗ leute habe die Nachricht erhalten, daß England die gesamte Getreideernte 1916 in Argentinien aufgekauft habe. Der Seekrieg. Paris, 1. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Temps“ meldet aus de Havre 2 Der englische Dampfer„Har⸗ vation“, dessen Wrack— 1 bei Kap Antifer ge⸗ sehen wurde, versank, bevor er nach Le Havre geschledpt werden konnte. Kopenhagen, ich.) Aus h de wird— Im In Laier bei Krik wurde heute die 7— deutschen Marinesoldaten* Die Leiche war zwei Rettun In versehen.— Strande bei 75 0 heute früh eine Mine ge 8„ Dasel. 1(WTB. Nichtamtlich.) Die„ nal⸗ „meldet, daß in den Häfen Folkestone, Calais, Bou⸗ I„Le Havre strenge Vorschriften erlassen worden sind, 5 e die ahrt i einer Militärperson in Passagier⸗ schifsen für den Reiseverkehr zwischen Paris und SVondon verbieten. Dies soll eine Sicherheit geben, daß so Schiffe nicht als Truppentransportschiffe 73 enkt werden. Uebrigens glaubt man, daß schon die große Schnelligkeit der Turbinendampfer und ihr Fahren wüßrend im der wo die—— Periskopes unmöglich ist, sie vor der 1 Weg rde 8 9 en ee Te„Ber Berlin, 1. März. meldet aus Turin: Der„Stampa“ wird aus London telegraphiert, Kabeldepeschen des Lloydagenten aus Con⸗ cepcion in Chile zufolge habe der 822. Hilfs⸗ 1„Prinz Eitel Friedrich“ das französische ße Ischif,„Jean“ und das englische große Seselsch„Kildanton“ in Grund gebohrt, nach⸗ dem er deren gesamten Mannschaften gestattet hatte, sich in Sicherheit zu bringen. Ein französisches Torpedoboot beschädigt. Berlin, 1. März.(Priv.⸗Tel.) Die„Vossische Zeitung“ meldet aus Chiasso:„Secolo“ berichtet aus Florenz aus erlässi⸗ igster Quelle, daß in der Nacht in der Nähe von Porto San Stefano bei der Monte Christo Insel ein französisches ernstlich beschädigtes Tor⸗ pedoboot gesichtet worden sei. Ein französisches unterseeboot in den spanischen Gewässern. Lyon, 2. März.(WTB. Nichtamtlich.)„Progress“ mel⸗ det aus Madrid: Die Regierung bestätigt die Anwesenheit eines Unterseebootes in den Gewässern von Bil⸗ ba o. Es handelt sich wahrscheinlich um ein französi⸗ sches Unterseeboot, das Versuchs fahrten unternimmt. Die deutsche Antwortnote an Amerika. Berlin, 1. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die deut⸗ sche Antwortnote auf die Vorschläge des Präsidenten — ist heute dem amerikanischen Botschafter überreicht worden. Englands 2 an Präsident Wilson. Berlin, 2. Ueber Euglauds Antwort an Präsident melbet faul„Vossischer Zeitung“„Daily Chronicle“ aus ington aus bester Quelle, England habe auf die Vorschläge die Lebens mittelversorgung der Zivilbevölkerung Deutsch⸗ lands 2 daß es sich infolge der Erklärung der englischen er als Kriegsgebiet durch Deutschland die Freiheit vor⸗ behalte, nach eigenem Ermessen zu handeln. Prahlereien Lloyd Georges. Berlin, 2. März. In einer am letzten des vorigen Monats Kuren Versammlung sagte Lloyd Georges der„Ta schau“ zufolge, die Verbündeten hätten 20 Millionen Sol⸗ daten zur Verfügung, wãhrend die Feinde kaum die Hälfte davon ins Feld stellen könnten. Den Verbündeten fehlten in höherem Maße nur die Aus rüstungsgegenstände, sie hätten aber allen Grund, vertrauensvoll zu sein. Die Ausstandsbewegung in England. Berlin, 2. März. Ueber den Werftenstreik in Eng⸗ land erfährt die„Vossische Zeitung“, daß sich der Maschinenbauer⸗ streit in den Clube⸗Werften immer mehr ausdehne, Es seien bereits jetzt über 10000 Mann an dem Streik beteiligt. Die großen 2 seien völlig stillgelegt und es bestehe wenig Aus⸗ sicht auf Erzielung einer Einigung. reer* Die Diktatur in Portugal. 2 37 1. März.(WTB. Nichtanttlich.) Der„Temps“ mel⸗ det aus Lif 1 eee Offiziere des Heeres und der Marine brachten dem Ninisterpräsident General Ca⸗ stro eine Huldigung dar. Der Ministerpräsident dankte und er⸗ klärte in einer Ansprache, die Regierung wolle außerhalb der Parteien stehen. Er habe die Diktatur nur angenommen, um Portugal von den demagogischen Umtrieben zu befreien.— Zivi⸗ listen, welche eine Gegenkundgebung unternehmen wollten, wur⸗ den durch die republikanische Garde auseinandergetrieben. Bei dem Handgemenge wurden mehrere Personen verletzt. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Die Parlamentswahlen, welche am 7. März statt⸗ finden sollten, wurden durch einen Regierungserlaß auf den 6. Jun verschoben. Der Demokratenführer 2 Costa greift diesen Ex⸗ laß heftig an, weil er den Gedanken des parlamentarischen Regi⸗ mes aufgebe. Lissabon, 5 März.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Der Deputierte Henrique Cardoso wurde vor dem Gebäude des republikanischen Direktoriums durch einen Revolverschuß getötet. Aus dem Reiche. Die Kartoffelpreise. Berlin, 1. März.(WTB. Nichtamtlich.) In den Krei⸗ sen der großstädtischen Bevölkerung und der Bewohner grö⸗ A1 Industriegebiete macht sich in letzter Zeit eine gewisse Besorgnis über das Anziehen der Kartoffel- preise geltend, sowie auch über die an verschiedenen Orten aufgetretene Knappheit an Kartoffelvorräten. Dabei bildete die Erhöhung der für den Verkauf durch Produzenten fest⸗ gesetzten Höchstpreise, welche durch die Bundesratsverordnung vom 15. Februar erfolgte, verschiedentlich einen Gegenstand zu Angriffen. Hierbei ist übersehen, daß nur ein Preis, welcher höher als der Verfütterungswert der Kartoffel liegt, die Versorgung des Marktes mit Speisekartoffeln gewähr⸗ leisten kann. In der Zeit, welche erfahrungsgemäß für das Angebot der Speisekartoffeln die ungünstigste ist, weil der Landwirt wegen der Frostgefahr die Mieten noch nicht öffnen kann, werden selbst die erhöhten Preise Stockungen auf dem Kartoffelmarkte nicht völlig ausschließen können. Um die infolge der Jahreszeit beschränkten Zufuhren nicht völlig nach anderen Gegenden abzulenken, wo noch keine oder höhere Preise für den Kleinhandel bestanden, mußten des⸗ halb vorübergehend auch vom Oberkommando in den Mar⸗ ken die festgesetzten Höchstpreise für den Kleinhandel auf⸗ gehoben werden, so daß in den letzten Tagen verschiedent⸗ lich über sehr hohe Kartoffelpreise Klage geführt wurde. Wenn aber vorübergehend einmal höhere Preise eintreten, so ist dieser Zustand dem Stocken der gesamten Kartoffel⸗ zufuhr immer noch vorzuziehen. Es besteht, wie zuverlässig mitgeteilt wird, kein Grund zu der Befürchtung, daß Mangel an Speisekartoffeln im Lande Anlaß zu Lartosselknappheit der letzten Tage gegeben habe. Die dem⸗ nächst stattfindende Bestandsaufnahme der Vorräte wird in dieser 3 Gewißheit und Beruhigung schaffen. Die Art der e bringt es mit fich, daß die von verschie⸗ denen Seiten in Vorschlag gebrachte allgemeine Beschlag⸗ nahme von Kartoffeln 3 zum Ziele gleich⸗ mäßiger Versorgu kanten kann. Die Lagerung in großen Mengen ist undurchführbar. Wer Kartoffeln zwecks Heiker⸗ veräußerung kauft, muß auch das Risiko für Transport und Lagerung am Verkaufsorte übernehmen. Die Ausschaltu⸗ des an der Erhaltung der Ware persönlich und geg interessierten Händlers würde nicht die Versorgung der Städte mit Kartoffeln 4 sondern große Vorräte dem Verderben aussetzen. Es bedarf nicht des Hinweises, daß bei der abgeschlossenen wirtschaftlichen Lage unseres Vaterlandes dies unter allen Umständen vermieden werden muß. Sollten sich an einzelnen Orten weiterhin dauernde Schwierigkeiten in der r herausstellen, so 4 die eee angewies 8 70— 1 1885 i von der i vom uguf assung vom 19. 6 e ee Befugnis der Ent⸗ eignung zugunsten der betroffenen Gemeinden Gebrauch zu machen. Es darf aber erwartet werden, daß mit Ein⸗ tritt wärmerer Witterung sich auch auf dem Kartoffel- markte wieder normale Verhältnisse einstellen. Berlin, 2. März. Die sozialdemokrati 8 Fraktion hat gestern laut„Vorwärts“ folgende frage in der Berliner A nr eingebracht: Welche Maßnahmen 3 der Magistrat zu treffen, um auf dem hiesigen Kartoffelmarkt der 2 Preissteigerung en nzuwirken, die, wie auch preußische Mnistertalerlaß vom 26. Februar anerkennt, zu—.— Ausbeutung des Publikums geführt habe. Die Leipziger Messe. Leipzig, 1. März.(WTB. Nichtamtlich.) Heute sind hier etwa 15 Guslänbische Jour nalisten aus Berlin eingetroffen, um die Messe in Augenschein zu nehmen, f darunter Vertreter norwegischer, dänischer, amerikanischer, spanischer, italienischer und südamerikanischer Zeitungen und Zeitschriften sowie ausländischer Pressebureaus. Ferner waren einige Illustrationsphotographen und Filmopera⸗ teure anwesend, um das festzuhalten. In Leipzig übernahmen der Vorsitzende des Leipziger Verkehrsvereins, Professor Roth, und einige Vor⸗ standsmitglieder des Vereins die Führung. Es wurden die Meßstraßen und die Meßpaläste besichtigt und erläutert. Nach einem Rundgange durch die Stadt begaben sich die Gäste zur Besichtigung des Völkerschlachtdenkmals. Die Be⸗ sucher waren von dem Gesehenen sehr befriedigt.— Die Leipziger Messe ist trotz des Krieges von rund 2500 Aus⸗ stellern beschickt, gewiß ein bedeutsames Zeichen von der guten wirtschaftlichen Lage 1 ten Budgetausschuß des Abgeordnetenhauses, der heute den Voranschlag der Eisenbahnverwaltung geneh⸗ migte, wurde sowohl von dem Vorsitzenden, wie von Mitglie⸗ dern hohe Anerkennung gezollt für die großen Leistu n- gen, durch welche die Eisenbahn verwaltung den i in⸗ folge des Krieges an sie herangetretenen Anforderungen in vollstem Maße entsprochen hat. Der Minister hob hervor, gl.] Haß seit 2. November 70 Prozent aller vor dem— 4 in Betrieb gewesenen Zugverbindungen wieder benutzbar Der Personen- und Güterverkehr hätte sich fortlaufend bis Januar 1915 gesteigert, ersterer auf über 80 Prozent, der Güterverkehr auf über 90 Prozent des normalen Verkehrs. Auf Ausnahmetarife sei überall, wo die Lage es erfordere, Bedacht genommen. Frankfurt a. M., 1. März.(WTB. Nichtamtlich.)] der Die Deutsche Luftschiffahrts⸗Attien⸗Gesellschaft zu Frankfurt am Main hat sich an der neuen Hriegsanleihe mit einem Betrage von einer Million Mark beteiligt. Gesehene gleichzeitig in Bildern feld. Berlin, 1. März. T. Nichtamtlich.) Im verstärk⸗ stadt Gießen, 2. März 1015. 5 0 8 nach dem Kalender. aber in anderen Ländern bürgerte sich nicht so leicht ein, und so sehen wir denn—9 daß der in vielen Ländern noch lange als der erste Monat im blieb. Bei den Franken ist in der Zeit vor den Karolin die große 1 der Reichsstände, das Mä 88 stets am 1. i Iten worden, und mit dem dieser Zusammenkunft begann dann auch das neue Selbst die Päpste in Rom kümmerten sich 5 den offiziellen Jahresanfang am 1. Januar und 1 Jahr weiter mit dem 1. Mä beginnen. So erklärte 5. Jahrhundert Papst— 45 50 Ostern in den ersten Mo fallen müsse. Auch bei den barden und bei den mannen scheint das Jahr mit 1. März 1 haben. Ebenso war bis ins 14. Jahrhundert hinein bei 1 8 5 An des A i und Ser ielt sogar m 2 4 an dieser Einri 13 das war das sogenannte Marienjahr. 5 5 scheint im 11. ee 5 t Nikolaus bestimmt worden zu sein, Behörden zum ersten Einrichtung en 20 weil man 1— 7 8 Maria ee als J gung, eben den Maã e 19 sich e in een verbreitet. Es behauptete sich aber im No eine viel kürzere Zeit als in den südlichen S vereinzelt aber bestand es noch im 16. e Auch in Deutschland herrschte es in verschiedenen teilen, im Norden sowohl, als auch im Westen, hier nament⸗ lich in der zese Trier. Da daneben in Deutschland noch der gewöhnliche Jahresanfang bestand, wurde das Marienjahr Triersche Zeit genannt. In Deutschland der März in der vormittelalterlichen Zeit Lentzinmano oder Lenzenmonat, und dieser Name wird auch 3 im Volke genannt. Auch Frühjahrsmonat heißt er 1275. nimmt die sehr stark Nach an ae päische Zeit ging die Sonne am 28 Nibru um 6 Uhr 53 Minuten auf und 5 Uhr 33 Meinten unter, am 31. März aber tritt sie um 5 Uhr 41 Minuten hervor und geht 6 5 29 Minuten unter. Gegen den letzten im Februar scheint die Sonne am letzten ärz 2 den 8 Minuten länger und zwar am n um 72 Mi⸗ nuten und am Abend um 56 Minute ie Tageslänge beträgt am 31. März 12 Stunden 48 Minuten gen 10 Stunden 40 Minuten am 28. Februar. Im Kalender N französischen Republik fiel unser März bis zum 20. in den Ventöse oder Windmonat und von diesem Datum ab in den Germinal oder Keim⸗ und Sproßmonat. * * Das Eiserne Kreuz im Inf. ⸗Regt. 116. Nach der letzten Zusammenstellung des 3 8 erhielten 22 Angehörige des i Leutnant d. Ref. Leutnant d. R. G e 8„ Pfe 2 W ch(4. — Karla 100* Ste zak(9.), Gefr. Kohl(M.),„ Geff. Schmitt II.(4.), Reservist Becker Res. Dickel(12), Kriegsfrw. Schwen Ni ar tz N. ker(8), San.⸗Unteroffz. Diek(11.), San Schã⸗ fer(M.), Krankenträger Gerbig(4), Bizeseldw. Speer(3). Mus 15 Ihm(M.) * Hessische e ten⸗Ermittelung Darm⸗ 15 75 11785 125 8* 1 8 Robbe stad t. Wie notwendig ng einer 1 vermißter hessischer Soldaten war, zeigt schon zur deer 1086 hohe Zahl der bis jetzt eingelaufenen WBiltgesuche Ueber — 5 beladen. Vun eigenes Bureau ist— Werktag können hier 3 e 20) von 4—6 5 nachmittags Briefe ab 1 ö erteilt werden. Die ö di 1 mit gehörigen der Vermißten wird durch Dr in den einzelnen Kreisen des Landes hergestellt. Folgende Herren haben sich in uneigennütziger Weise bereit erklärt, dieses äußerst wichtige Amt eines Vertrauensmannes übernehmen: Darmstadt* Haster, Stadthaus, Zimmer Nr. 20. — Offenbach(Stadt):— Die⸗ burg: Geh. 6 Erbach Pfarrer Sell.— 5 Kreisamts-⸗Bureauvor⸗ steher Schneider.— Bensheim:. W Karl Müller.— Gießen: Kaiserlicher 1 Reg.⸗Rat a. D. IJhering.— Alsfeld: Beigeordneter erte in Ober⸗Brezenbach Lauterbach: ! N.. inn ier d Lenz in r— erg: Kreisamts-⸗Bur⸗ in des Roten Kreuzes,. — N hel Wernher. Alzey: N Kriegshilse. Um die Pläne der Zentrale zur Ausführung können, müssen en, f bee zahlrei bisher von Nichtun ten geleisset licher Wichtigkeit bei der Vermißtensu⸗ 3 und Ort des Gefangenenlagers oder Lazarettes von solchen Ge⸗ fangenen mitgeteilt wird, die bereits in die Heimat 5 g 3* oft 1 ist, N dieser A eichen ausfindig zu machen rück⸗ 5 Vermißten 5 e Anmeldungen— f man so 1 1 mit der Feldyo e, 2 un! Gefechtes Ver⸗ uf seins, sowie(wenn möglich) der marke des Ver⸗ mißten wie bisher an Herrn Rechnungsrat Schupp ⸗ Darm⸗ senden. ** Sitzung des Provinzial⸗ Ii Am Samstag, den 6. März 1915, vormitt Uhr, fin⸗ det eine brei al Aus schucsedung mit— 8 ages ⸗ 0 ordnung statt: 1. Enteignung von Gelände in der. er⸗ kung Alsfeld zur Erweiterung des Ba wane die zu leistende Entf a 180 5 Handwerkskammer hat, wie sie uns 188 en in ihrer letzten Sitzung vers An⸗ gelegenheiten von allgemeinem se —— übernommenen Seefest mr Ane geteilt, daß weite Kreise des 8— 1 Arbeit versehen sind und daß die von 6 e e e.— F U e 5 3 5 3 1 . übernommen. Stark beteiligt sind hierbei das Satt ler-, Polsterer-, Wagner, Schmiede- und Schneiderhandwerk. Die bis jetzt gemachten* rechtfertigen das Vertrauen der Heeresleitung, es liegen für die bereits zur Ablieferung gekomme— nen Arbeiten recht anerkennende Urteile seitens der Militärbehörde vor.— Auf dem Gebiete des Lehrlings⸗ wesens wurden Leitsätze gutgeheißen, die eine Regelung der Lehrverhältnisse unter Berücksichtigung der Kriegslage bezwecken. Die Grundsätze berücksichtigen die Interessen beider Vertrags- schließenden, sie wahren den Standpunkt des Handwerks, wie auch die häuslichen und wirtschaftlichen Angelegenheiten des Lehr⸗ meisters, des Lehrlings und seiner Familie. Nähere Ausführungen hierüber gehen den gewwerblichen Korporationen zu.— Als Sachverständiger zur Teilnahme an den Abgangsprüfun⸗ gen an hessischen Gewerbeschulen wurde Vorstandsmitglied Sames ernannt.— Unter Berücksichtigung der Kriegsverhältnisse muß laut Beschluß von der Durchführung der Meisterprüsung im Jahre 1915 Abstand genommen werden.— Die Kammer ist einer neugebildeten Kommission, die sich die Kriegs- beschädigtenfürsorge zur Aufgabe stellt, beigetreten.— Weiter wurde behandelt eine Reihe interner Verwaltungsangelegenheiten. Dem Sekretär der Kammer, Wilhelm Schüttler, ist die Amtsbezeichnung„Syndikus“ verliehen worden. 5 Vortragsabend von René Wallau Herr Rens Wallau ist den Gießenern längst als ausgezeich⸗ neter Rezitator bekannt. Sein Organ bekundet Schule und Sicherheit, und was er herausbringt, das spürt man, hat er sich vorher innerlich zu eigen gemacht. Herr Wallau hatte am Samstag abend in einem wohlbedachten Programm seine Kunst in den Dienst der Kriegsliebestätigkeit gestellt und sah eine zahlreiche Zuhörerschaft um sich versammelt. Er begann mit„Rückerts Geharnischten Sonetten“ und las dann Liliencrons packendes Nachtstück„Verloren“.— Die Moderne, von literarischem Selbstbewußtsein gehoben, verkennt nicht selten, was uns aus den literarischen Blüte⸗ epochen der alten Völker überkommen ist. Die alttestament⸗ lichen Poesien, die Herr Wallau in der vortrefflichen Uebersetzung von Hermann Gunkel zum Vortrag brachte, griffen mit dem Glanz und der Bildkraft ihrer Sprache, ihrer einfachen Erhabenheit allen Hörern ans Herz. Von den Kriegsliedern kamen die Gedichte von Ricarda Huch und Hermann Gunkel am besten zur Geltung. Bei den beiden Melodramen„Die Wallfahrt nach Kevlaar“ und„Die Mette von Marienburg“ hatte Frau C. Nebelung⸗Knapp den Klavierpart übernommen. Die Dame beherrscht ihr Instrument mit einer bemerkenswerten technischen Sicher⸗ heit. Wenn sie ihrem gewiß schätzbaren künstlerischen Tem⸗ perament bei der„Mette von Marienburg“ ein wenig mehr Zügel angelegt hätte, wären die schwungvollen Verse im Saal besser zu Gehör gekommen. Die empfängliche Zuhörerschaft zeichnete die Vortragenden mit reichem Bei⸗ fall aus. * Gemeindesteuer⸗Rückstände. Unter den heutigen amtlichen Bekanntmachungen der Stadt Gießen befindet sich auch die Mahnung des fünften Zieles Gemeindesteuern und Kanal⸗ gebühren. Die lung kann noch bis zum 15. März einschließ⸗ lich ohne Kosten bei der Stadtkasse erfolgen. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt die Beitreibung, wobei die Pfändungskosten erhoben Küchen abfälle. Von heute ab werden zweimal wöchentlich von den dazu beauftragten Landwirten die Kü⸗ chenabfälle abgeholt werden. unfall. Beim Zusammenstoß eines Fuhrwerks mit einem Straßenbahnwagen wurde am Samstag nachmittag an der Ecke Schanzen⸗ und Bahnhofstraße ein Pferd derart verletzt, daß es abgeschlachtet werden mußte. ** Märzenschnee. Seit dem letzten Tage des Fe⸗ bruar gefällt sich der Himmel in wunderlichen Launen. Schneewolken von tiefwinterlicher Dichtigkeit wechseln mi strahlendblauem Firmament, und wohl ein Dutzendmal ha sich gestern die Landschaft gewandelt: Prangten eben noch Straßen und Dächer in fleckenlosem Weiß, so sorgte nach kurzer Weile die Sonne dafür, daß die Pracht zu Wasser wurde, und der Wind fegte alles trocken— für den nächsten Schneefall. Wo zwei zusammenstehen, hört man mit fast ab⸗ soluter Gewißheit: Wie mag es jetzt in den Karpathen aussehen? Diesen Fragern kommen vielleicht ein paar Verse gelegen, die uns gestern ein„Bischweiler“ zum Beweis, daß„ihm und seinen Kameraden die Erinnerung ans liebe —.— noch nicht ganz eingeschneit“ sei, zugesandt hat. Sie 56 f b 8 1 net i Freud sollt oft net allzulang dauern, aom„Aulweg“ 8 25 a 2 Unn morje is Ruhdag, Do rodele mer aach! K. R. Ein 30 ⸗jähriger Katarrh geheilt. Mit dem vor 6 Wochen von Ihnen bezogenen Inhalator habe ich sehr gute Erfolge erzielt. Ich litt schon seit 30 Jahren an Kehltopf⸗ und Rachenkatarth, mehr oder weniger mit Auswurf ver⸗ bunden, wodurch ich körperlich sehr herunterkam Auch hatte ich oft einen hartnäckigen Schnupfen. Tas Leiden ist jetzt vollständig geschwunden, was bei meinem Alter von 64 Jahren gewiß viel sagen will. F. Vogt, Lehrer a. D. Elberfeld, Ravensbergerstr. 40. Es liegen mehr als 15 000 ähnlicher Anerkennungen vor, welche von einem vereidigten 8 und polizeilich beglaubigt sind. Tanerés Inhalator, der bereits von vielen Aerzten wegen seiner überraschenden Wirkungen bei Katarrhen der Luftwege in Gebrauch genommen wurde, darf nicht mit Inhalatoren älterer Konstruktion verwechselt werden. Sein Hauptvorzug besteht in einer viel größe⸗ ren Tiefenwirkung. N Nicht nur bei Kehlkopf⸗ und Rachenlatarrh leistet Tancrés In⸗ balator so schätzbare Dienste, wie aus dem obigen Zeugnis des Herrn Vogt, Elberfeld, hervorgeht, sondern auch andere akute und chronische Katarrhe, wie Bronchialkatarrh, Luftröhrenkatarrh. Nasenkatarrh, Stockschnupfen, Heuschnupfen, Keuchhusten, Asthma usw. werden durch den kleinen Apparat sehr günstig beeinflußt, was aus den verschiedensten Anerkennungsschreiben rgeht. So * Verkauf von belgischen Zuchtstutfohlen. Freitag, den 5. März, vormittags 11 Uhr, findet im Hofe des Jagdschlosses Kranichstein eine Versteigerung von 24 aus Belgien eingeführten 1¼—3 jährigen Zuchtstutfohlen statt. Die Versteigerung erfolgt gegen Barzahlung. Zugelassen werden nur Landwirte aus dem Großherzogtum Hessen. Landkreis Gießen. X. Allendorf a. d. Eda, J. März. Gestern nachmittag fand bei Gastwirt Raust die erste diesjährige Zusammenkunst des Geflügelzucht⸗Vereins Allendorf und Umgegend statt. Die Verhandlungen drehten sich hauptsächlich um die Beschaffung von Futter für die Geflügelbestände, da Weizen und Hafer nicht gefüttert werden dürjen, Mais und Gerste aber wegen der hohen Preise nicht zu beschaffen sind. Es wird imolgedessen nötig sein, einen großen Teil der schönen Zuchtbestände abzuschlachten, den Rest aber mit Kartoffeln, Kleie, FJischmehl und allerlei Abfallstoffen aus dem Haushalt über Wasser zu halten, bis bessere Tage kommen. Als besonders wertvoll wurde die Fütterung mit Knochenmehl empfohlen, das durch Auschaffung einer Knochenmahlmaschine in jedem Haushalt hergestellt werden kann, das aber auch im Handel zu beziehen ist. Der Vorstand wurde mit entsprechenden Er⸗ mittelungen beauftragt. Steinheim b. Hungen, 1. März. Lehrer Kreiling von hier, Vizeseldwebel d. Res. im Res.-Inf.-Rgt. 222, Maschinen⸗ gewehrzug, wurde mit dem Cisernen Kreuz ausgezeichnet. 3 Kreis Alsfeld. h. Alsfeld, 1. März. Das Kreis amt hat infolge vorgekömmener Unregelmäßigkeiten in allen Kreisorten unter 2000 Einwohnern die Polizeistunde der Gast⸗ häuser auf 11 Uhr abends festgesetzt. Gerichtssaal. Das Urteil im Spionageprozeß Berna. Leipzig, 1. März.(WTB. Nichtamtlich.) In dem Spio⸗ nageprozeß Berna vor dem Reichsgericht wurde heute nachmit⸗ tag das Urteil verkündet. Lukas Berna wurde wegen fortgesetzten Verrats militärischer Geheimnisse zu 6Jahren Zuchthaus, Leo Berna wegen des gleichen Verbrechens und wegen Beihilfe zum versuchten Verrat in zwei Fällen zu 8 Jahren Zucht⸗ baus verurteilt, und gegen jeden außerdem auf 10 Jahre Ehr⸗ verlust und Zulässigkeit der Polizeiaufsicht erkannt. Lukas Berna wurden zwei Monate, Leo Berna acht Monate der Untersuchungs⸗ haft auf die Strafe angerechnet. Lukas Berna war in Basel jahre⸗ lang Vermittler für das französische Nachrichtenbureau in Belfort, Leo Berna als Spion tätig. Ein Gendarmeriewachtmeister, der um Nachrichten angegangen worden war, lieferte mit Genehmi⸗ gung der deutschen Behörden den Angeklagten längere— irre⸗ führende Nachrichten und schwächte dadurch deren schädliches Trei⸗ ben wesentlich ab, bis es gelang, die Angeklagten zu fassen. 8 ation Gießen. ——— Meteorologische Beobachtungen der 2 2 5128 2 332 5 2 2 8 58 482— 288 8 88 5 SS . e 5 122 — 0 2,1 4,8 2 5 Sonneuschein 1.1 4.8 2 10[ Bed. Himmel 1.5 4,2 210 Schneefall ͤchste Temperatur am uiedrigste„ Niederschlag: 8,5 1. März 1915— 4 3,8 C. 28. Febr. bis 28 1915= + 06 „ 1.„ * mm. Bandel. Von der Reichsbank. Berlin, 1. März. WTB. Nichtamtlich) Der Ausweis der Reichsbank vom 27. Februar steht im Zeichen der Ultimo⸗ ansrrüche Bei dem Vergleich mit der entsprechenden Zeit des Vorjahres ist es erfreulich, festzustellen, daß sich eine reguläre wirtschaftliche Entwicklung erkennen läßt. Der Goldbestand ist in der letzten Bankwoche, die nur vier Tage umfaßt, um 16,3 Millio⸗ nen Mark auf 2270,6 Millionen Mark gestiegen, was als recht befriedigend bezeichnet werden kann. Auf die Anforderungen des Ultimo ist die Erhöhung des Vorrats an Darlehnskassenscheinen bei der Reichsbank um 28,2 auf 208,7 Millionen Mark zurück⸗ zuführen. Insgesamt haben die Darlehenskassen neu per Saldo 19,4 Millionen Mark ausgeliehen, mit dem Ergebnis, daß ihre Forderungssumme sich auf 758,7 Millionen Mark erhöht hat. Die gesamte Kapitalsanlage der Bank ist um 76,5 Millionen auf 4156,5 Millionen Mark gestiegen. Mit dem Anwachsen der Ge⸗ samtanlage um 161 Millionen Mark zur gleichen Zeit des Vor⸗ jahres ist deshalb ein Vergleich nicht ohne weiteres möglich, weil die Lombardansprüche jetzt in der Hauptsache nicht die Reichsbank, sondern die Darlehenskassen belasten. Bei Betrachtung der bank⸗ mäßigen Deckung Wechsel, Schecks und diskontable Schatzanweisun⸗ en) ergibt sich eine gewisse Uebereinstimmung mit dem Vorfahre. Diesmal ist eine Zunahme um 67,8 Mill. Mark, im vorigen Jahre eine solche um 79,3 Millionen Mark zu verzeichnen. Die bank⸗ mäßige Deckung enthielt damals aber noch keine Schatzanweisungen. Der Notenumlauf erhöhte sich in diesem Jahre um 227, Millionen und im vorigen Jahre um 219,3 Millionen Mark. Bei den täglich fälligen Verbindlichkeiten ist die Verminderung um 142, Millionen Mark lediglich der Abhebung von Privatguthaben zuzuschreiben. Im vorigen Jahre betrug die Abnahme dieses Kontos 131,6 Millio- nen Mark. Die Verschlechterung der Golddeckung der Noten in der letzten Bankwoche um 1,9 Prozent auf 46,7 Prozent ist gering — 4— der Verschlechterung in der gleichen Zeit der Vorjahre. ie betrug nämlich Ende Februar 1914 10,9 Prozent, Ende Fe⸗ bruar 1913 6,4 Prozent und Ende Februar 1912 7,1 Prozent. Die Deckung der Noten durch den gesamten Barvorrat ist von 53,8 auf 52 Proz. zurückgegangen. Die Deckung der sämtlichen täglich fälli⸗ gen Verbindlichkeiten durch Gold hat sich fast gar nicht verändert; sie beläuft sich auf 35,2 Proz. gegen 35,4 Proz. Die Zunahme von sämtlichen früher erlittenen Beschwerden vollständig befreit fühle. Nach meinen Erfahrungen kann ich Ihren Inhalations Apparat nur bestens empfehlen, derselbe bedeulet eine große Wohl- tat, die sich alle Katarrh⸗Leidenden zu Nutzen machen sollten. Die stete Gebrauchsfertigkeit sowie das Einatmen der betr. Medikamente in gasförmigem Zustand erhöht den Wert desselben ungemein. gegen der früheren umständlichen und wenig angenehmen Inhalation rmer Dämpfe. Ferner schreibt Herr Fritz Liedschulte, Dortmund, Schützen⸗ straße 144: Ich erhielt Ihr w. Schreiben und teile Ihnen mit, daß ich inzwischen einen Ihrer Inhalations-Apparate hier gekauft babe. Nach ca. achttägigem Gebrauch desselben ist mein Halsleiden, mit welchem ich mich schon jahrelang herumgeschlagen hatte, spurlos verschwunden. 5 Der mäßige Preis ermöglicht jedem Leidenden die Anschaf⸗ fung. Man gibt schließlich während eines längere Zeit dauernden Katarrhs auch für andere, häufig unwirksame Mittel viel Geld aus, und weit mehr büßt man durch ein solches Leiden an Ver⸗ —5 5 selbst wenn man dabei seinem Berufe noch nachgehen ann. Die erndes Brust⸗ oder Halsleiden zuzuziehen, läßt sich überhaupt nicht schreibt Herr Fabrikdirektor a. D. Paul Fimmel, Luckenwalde, Gefahr, sich durch einen veralteten Katarrh ein dau⸗⸗ N. Abnahme der täglich fälligen des Notenumlaufes ist hier durch die l Gold fast ausgegli Verbindlichkeiten und den Zuwachs an worden. — Märkte. FC. Wiesbaden. Viehhof⸗ Marktbericht vom 1. März. Auftrieb: Rinder 267(Ochsen 41, Bullen 20, Kühe und Färsen 206), Kälber 30, Schase 24, Schweine 888. Marktverlauf: Bei ruhigem Handel wurde der ganze Auftrieb geräumt. Preise für 100 Pfd. Lebend Schlacht⸗ 5 Ochsen. gewicht. Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht? Mk. Mk. wertes im Alter von 4—7 Jahren 53—56 90—101 Die noch nicht gezggen 28(ungesochte) 50—54 88—94 Bullen. Vollfleischige, ausgew. höchsten Schlachtw. 48—50 80—86 Färsen. Kühe. Vollfleischige, ausgemästete Järsen höchsten %%% 2 ˙( 1 87—96 Vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 40-46 75—82 Wenig gut entwickelte Färsen.. 44—48 88—92 Kälber. Mittlere Masi- und beste Saugkälber. 56—53 95—97 Geringere Mast- und gute Saugkälber.. 4550 75—83 Scha se. 8.752 Weidemastschafe: Mastlämmer und Masthammel 46,00—00,00 9400 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg %% T 96—10⁰0 Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgew. 73— 75 95 96 Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg ie, 98—100 Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 3. März 1915: Wolkig, Niederschläge in Schauern, we siliche Winde, * Letzte Nachrichten. Die Beziehungen Italiens zu den Zentralmächten. Zürich, 2. März. Die Mailänder Zeitung„Perse⸗ veranza“ berichtet aus Rom, daß in der letzten Zeit wieder⸗ holt Verhandlungen über die Beziehungen Italiens zu den Zentralmächten stattgefunden hätten. Jedoch seien sie auf italienischer Seite von Persönlichkeiten ge⸗ führt worden, die der Regierung nicht angehör⸗ ten. Diese Unterredungen hätten bisher nur infor ma⸗ torischen Charakter gehabt. Die Beschießung der Dardanellen. Rotterdam, 2. März. Reuter meldet aus London, daß die englische Admiralität folgendes bekannt gibt: Bei der Beschießung der Dardanellenforts am 25. Februar wurden vier Forts von dem französischen und englischen Geschwader zum Schweigen gebracht. Darauf wurden vier englische Meilen der Meerenge von Minen gesäubert. Am 26. Fe⸗ sruar fuhren drei englische Schlachtschiffe in die Meerenge und beschossen das Fort Dardanus. Es wurden Landungs⸗ t(ruppen bei Kum Kale und Sedzül-Bahr ausgeschifft, welche die Vernichtung der Forts vollendeten. Die Geschütze der Forts an Eingang der Dardanellen wurden ebenfalls vernichtet. Die kriegerischen Operationen werden fortgesetzt. Unsere Verluste be⸗ trugen vier Mann tot und acht Mann ver 1 5 Das„Berl. Tageblatt“ bemerkt zu diefer Meldung: Selbst wenn alle diese Nachrichten in vollem Umfange zutreffen sollten. — einige von diesen Meldungen wie z. B. die von der Landung von Trupren klingen sehr fraglich— so braucht man keines anzunehmen, daß die Verteidigung der Dardanellen ernstlich er⸗ schüttert sei. Eine Zerstörung dieser Forts am Eingange der Dar⸗ danellen sei bei weitem der leichteste Teil des Unternehmens und die eigentlichen Schwierigkeiten beginnen für die englisch⸗franzö⸗ sische Flotte erst in dem Augenblick, indem sie sich in den schmaleren Teil der Straße hineinwagen muß. Die Streilgefahr in England. i. Köln, 2. März. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Nopen⸗ hagen:„Berlingske Tidende“ melden aus London: Die Aus⸗ standsbewegung in Nord⸗England und Schottland gefähr⸗ det erheblich die Herstellung des notwendigen Kriegs⸗ materials. Daher sieht sich die Regierung genötigt, außer⸗ ordentliche Maßregeln zu treffen. Die habe, praktisch gesprochen, den Arbeiterführern und den Arbeitern befohlen, die Arbeit wieder aufzunehmen, worauf dann eine schiedsgericht⸗ 5 liche Entscheidung des Streikes erfolgen solle. Der Streik betrifft tatsächlich die Lohnfrage. Die englische Presse hebt 10 2 der Ausstand bedrohe das Wohl Englands und wendet sich an das vaterländische Gefühl der Arbeiter. „Vorläufig keine Handelsfragen“. (J) Köln, 2. März. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der russischen Grenze:„Rußkoje Slowo“ bringt eine Mel⸗ dung, wonach Grey erklärt habe, bei der Zusammenkunft der Dreiverbandsminister sei beschlossen worden, alle Han⸗ delsfragen vorläufig beiseite zu lassen, aber unter keinen Umständen in einen Sonderfrieden zu willigen. i Rumänien und Rußland. i. Köln, 2. März. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der russischen Grenze: Ein Bukarester Brief, den der „Rjetsch“ veröffentlicht, dentet die Lage in Rumänien als Rußland unfreundlich. Auf Veranlassung des Kö⸗ nigs und des Ministerpräsidenten Bratianu werde ein Generabentlassen werden, der öffentlich zugunsten Ruß⸗ lands gesprochen habe. 5 2 Jahre in der Familie verwendbaren Apparat, den jeder Arzt als ein ausgezeichnetes Mittel zur Bekämpfung von Katarrhen an⸗ erkennen wird. Gerade in der Uebergangszeit, wo man sich täglich einen Katarrh holen kann, sollte ieder, der zu solchen Erk neigt, unbedingt sofort kostenfreie Aufflärung verlangen. Warnung! Achten Sie genau auf den Namen Taners und die vatentamtliche Schutzmarke„Die Kur im Hause“, damit Sie auch wirklich den echten und altbewährten Original-Tancrs-In⸗ kalator erhalten, da minderwertige Nachahmungen im Handel sind. Kein zweiter Apparat kann sich wie dieser auf 15 000 Zeugnisse von Aerzten und Patienten berufen. Nähere Austunft über den Original⸗Tancrs⸗Inhala⸗ tor wird von der Firma Carl A. Tancré, Wiesba⸗ den 74 W, gerne kostenlos und ohne Kaufzwang erteilt: man schneide den Kupon aus und sende denselben als Drucksache ein. (1980 C.) 0 irma Carl A. Taucre, Wiesbaden 74 W Ich wünsche Aufklärung über Ihr neues Inhalations⸗ system. Es dürfen mir jedoch keine Kosten entsteben. Name u. Stand:.. Wohnort: Genaue Adresse in Geld abschätzen. Briefumschlag mit 3 Pig. frankieren. Im offenen B Nachruf. Den Heldentod für Kaiser und Vaterland starben im Westen: am 9. November 1914 in Comines Coulmann Inf.-Regt. Nr. 116, am 28. September 1914 in Clermont-Ferrand Haagner Leutnant im Inf.-Regt. Nr. 116, am 10. Sept. 1914 bei Maurupt Marnekanal) Nicolaus Leutnant d. Res. im Inf.-Rogt. Nr. 116, Menges Leutnant d. R. im Int.-Regt. Nr. 116. Pflicnttreue bis in den Tod vorbildlichen rechnen, stets hoch in Ehren halten. 11 Im Namen des Offizierkorps des Inf. Regts.„Kaiser Wilhelm“(2. Grossh Hess.) Nr. 116: Stephan. Major und Kommandeur des Ersatz-Bataillons- Todes⸗Anzeige. Gestern verschied unerwartet und schnell unser lieber, guter Vater und Großvater der Kgl. Lokomotivführer i. P. Christong Seth. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 1. März 1915. 01143 Die Beerdigung findet am 3. März, nach- mittags 3 Uhr, auf dem neuen Friedhof zu Gießen statt. Von Blumenspenden bittet man ab⸗ sehen zu wollen. Veteranen- Verein. Wir setzen die Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Kameraden 119³³ Christoph Seth geziemend in Kenntnis. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 3. ds. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. Der Vorstand. Hauptmann upd Kompagnie-Kührer im Res- Wir werden das Andenken dieser in ihrer Kameraden, die wir mit Stolz zu den Unseren 1860 1910 Von dem Ableben unseres lieben Altersgenossen Herrn Hermann Seibert sezen wir unscre Mitglieder hiermit in Kenntnis. Der Vorstand. Dle Beerdigung findet Mittwoch, den 3. März, nachmittags 4½ Uhr auf dem neuen Friedhof statt, und bitten wir um zahlreiche Beteiligung. 2005 Heute früh 6 ¼ Uhr wurde meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter Frau Margarete Gringel geb. Jung von ihrem langen, schweren Leiden erlöst. Nach langer Ungewißheit erhielten wir auch heute die amtliche Bestätigung, daß mein geliebter Gatte, mein lieber Sohn, unser guter Bruder und Schwager 9 F111 Herr Ing. Hermann Gringel! sein Leben dem Vaterland am 22. August geopfert hat. In tiefer Trauer: Hans Gringel, Oberbahnassistent Willi Gringel und Frau Elisabeth Gringel Johanne Gringel, geb Goedden. Gießen, den 1. März 1915. Die Beerdigung findet am 3. März, nachm. 3½ Uhr, auf dem neuen Friedhof statt.(512 * Holzversteigerungen der Gräflichen Oberförsterei Laubach. 1. Montag, den 8. März, im Flensunger⸗Ilsdorfer Wald nach Zusammenkunft 9 Uhr an der Kreuzung der Seilbahn mit der Altenschneise aus: Hofwald 1—Ill und Laubberg: Stämme: 1 Ahornabschnitt, 82 la, 31 Zim. Durchm.= 0.62 Fstm., Derbstangen: 203 Fichten 1. Kl. 220 Fstm., 208 L. Kl. 1701 Fstm., 340 3. Kl. 13,54 Fstm.; Reisstaugen: 6 Fichten 0,12 Fstm., Nunknüppel Nm.: J Hainbuchen; Brennbolz Buchen Rm. 0 Scheit⸗ 4,9 Knüppel, 3, Stöcke, 26 Stammreiser, 348 Astreiser; Eichen Nm.: 12 Knüppel, V2 Stammreiser(gemischth, 110 Astreiser, Fichten Rm. 11,7 Knüppel, 2, Nutzknüppel; Kiefern Rm. 14,7 Knüppel, 15,2 Stöcke, Schlagreinigungs⸗ reiser und Aufforstungsreiser flächenweise. Der Ahorn⸗ abschnitt, die Nutzknüppel aus Laubberg und das Brenn⸗ bolz werden unvorgezeigt beim Feuer ausgeboten. 2. Dienstag, den J. März im Tiergarten bei Laubach nach Zusammenkunft 10 ¼ Uhr am Pflanzgaxten aus: Dausplatz: Buchen Rm. 225 Scheit, 51 Knüppel, 468 Stöcke, 20 Reiser, 1 Birkenknüppel; Süßekopf: Buchen Am.: 82 Scheit, 20 Knüppel 13 Stöcke, 73 Reiser, 07 Eichen⸗ knüppel; Hirtenbach: Buchen Rm. 32 Scheit, 36 Stöcke, 42 Reisertnüppel, 1, Kirschbaumscheit, Hirtenbachskopf: Buchen Rm.: 121 Scheit, 35 Stöcke, I Reiserknüppel; Süßekopf 2: 15 Fichtentnüppel 122 Fichtenstöcke; Buchen Rm. 10,8 Scheit, 2 Knüppel, 2 Stöcke, 8 Reiserknüppel, 0% Eichenknüppel Hausplatz 16: Buchen Rm. 9 Scheit, % Knüppel, 12 Reiserknüppel; Wildsrauberg: Buchen Am.: 20 Scheit, 130 Knüppel 14.6 Stöcke, 16,2 Relserknüppel,; Lampertstor 4: Buchen Rm.: 187 Scheit, 150 Knüppel. 41. Stöcke, 41 Reiserknüppel, 3 Birkenknüppel; Süßekopf 1: Todes⸗Anzeige. schmerzliche Mitteilung, daß mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Hermann Seibert im Alter von 54 Jabren nach kurzem, aber schwerem Leiden durch einen sanften Tod erlöst wurde. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Seibert Mme. Gießen(Wolkengasse 12, den 2. März 19185. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 3. Mürz, nachmittags 4½ Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 7 Evang. Arbeiter⸗Verein Am Sonntag starb unser langjähriges Mit⸗ glied, der Milchfahrer Herr Hermann Seibert. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 3 März, nachmittags 4½ Uhr, auf dem neuen Friedhof statt. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung. 2011 Der Vorstand. Verwandten, Freunden und Bekannten die Schwiegervater, 101153 2Eichenstämme 33/8 1— Durchm. 5 Mtr. la. 1,00 Festm. Das Holz aus Süßekopf und Hirtenbach, sowie Leseholz wird un vorgezeigt ausgeboten. Auswärtge Steigerer baben an den um 9 Uhr in Hungen abgehenden, neu ein⸗ gelegten Zug Anschluß nach Laubach. 1942 — 2 1 Lichtspielhaus Spielplan vom 27. Februar bis 2. Marz: in Mederseh n in Feindesland 1920 — SSSR Drama uus de Cogenwart in drei Akten. In den Oetztaler Alpen Naturbild. 22222 Dus Gcstataunis Drama. Schmerzliches Abenteuer Humor. Buby der Friedensengel Humor. 1. Wien: Ein Ersatzbataillon des Infanterie-Regi- ments Hgch- und Deutschmeister zieht ins Feld. 2. Berlin: Versteigerung von 300 erbeuteten fran- zösischen und belgischen Militärpferden. Konstantinopel: Die türkischen Kreu- zer Midilli und Hamideh im goldenen Horn. An Bord der Midilli. Bei der Kohlen-Uebernahme. Rein- Schiff.. Signalisieren mit Winkflaggen. Ein freier Nachmittag an Bord der Midilli. . Ein heiteres Konzert. Tanzvergnügen ohne Damen. Nach dem Angriff deutscher Kriegsschiffe gegen die befestigten Küstenplätze Scarborough, Whit⸗ by und Hartlepool an der Ostküste Englands. 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