Ul. 50 Erstes Blatt Der Siedener erscheint täglich, außer Fernsprech-Anschlüßfe: für die N Verlag, Geschäftsste 165. Jahrgang Sonntags.— Beilagen: jährl. Mk. 2.20; durch eee 2 Abhole- u. 8 ener Familienblätter; monatl 65 Pf.; dur zweimal wöchentl. Kreis- die Post Mk. 2.— viertel; dlatt für den Kreis Gießen jährl. ausschl. Bestellg. (Dienstag und Freitag); Zeilenpreis: lokal 15 Pf., zweimal monatl. Land⸗ ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ wirtschaftliche zeitfragen schristleiter: Aug. Goetz. Montag, 1. märz 1015 Zezugsvrei monatl. 75 Pf., viertel⸗ Verantwortlich für den politischen Teil und das 25 5 155 l⸗ 2 1 22 6 Aug. Fang iu htnach- ür Stadt und 2 e eneral⸗Anzeiger für Gberhessen e Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Rotationsdrud und verlag der Brühl'schen Univ. Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. N Otto Braun: 5 für den Anzeigenteil: H. druckerei: Schulstr. 7. Bech sämtlich an Giher. Gule Erfolge im Westen. pergebliche Bemühungen der kussen. der Uaiser an Hindenburg und Ludendorff. (WB) Großes Hauptquartier, 27. Februar. (Amtlich.). 12505 Westlicher Kriegsschauplatz. In der Champagne haben die Franzosen gestern und heute nacht erneut mit starken Kräften angegriffen. Der Kampf ist an einzelnen Stellen noch im Gange. Im übrigen ist der Angriff abgewiesen worden. 2 Nördlich Verdun haben wir einen Teil der franzö si⸗ schen Stellungen angegriffen; das Gefecht dauert noch an. 4— den übrigen Fronten ist nichts Wesentliches zu melden. g Oestlicher Kriegsschauplatz. 8 Nordwestlich Grod no, westlich Lomza und südlich Prasznysz sind heute russische Kräfte aufgetreten, die zum Angriff vorgingen.. 0. 1 An der Skroda südlich Kolno machten wir 1100 Ge⸗ ngene. i Von links der Weichsel ist nichts Besonderes zu melden. 1 Oberste Heeresleitung. 1 Großes Hauptquartier, 28. Februar. Westlicher Kriegsschauplatz. In der Champagne setzte der Gegner auch gestern seine Vorstöße fort. Die Angriffe wurden in vollem Umfange abgewiesen. Südlich Malancourt(nördlich Verdun) erstürmten wir mehrere hintereinanderliegende feindliche Stellungen. Schwache französische Gegenangriffe scheiterten und wir machten sechs Offiziere, 250 Mann zu Gefange⸗ ne 4 und eroberten vier Maschinengewehre und einen Minen⸗ werfer. Am Westrand der Vogesen warfen wir nach hefti⸗ gem Kampfe die Franzosen aus ihren Stellungen bei Bla⸗ mont-Vionpilse. Unser Angriff erreichte die Linie Verdinal Bremenil⸗östlich Badonviller⸗östlich Celles; durch ihn wurde der Gegner in einer Breite von 20 Kilometern und einer Tiefe von sechs Kilometern zurückgedrängt. Die Versuche des Feindes, das eroberte Gelände wieder zu gewinnen, miß⸗ langen unter schweren Verlusten. Ebenso wurden feindliche Vorstöße in den südlichen Vo⸗ gesen abgewiesen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Nordwestlich Grodno waren gestern neue russische Kräfte vorgegangen. Unsere Gegenstöße warfen die Russen in die Vorstellungen der Festung zurück. 1 00 Gefangene blieben in unserer Hand. Nordwestlich Ostrolenka wurde am Omulew ein feindlicher Angriff abgewiesen. Vor überlegenen feindlichen Kräften, die von Süden und Osten auf Praszuysz vorgingen, sind unsere Trup⸗ ven 1 die Gegend nördlich und westlich dieser Stadt aus⸗ gewichen. Südlich der Weichsel nichts Neues. Oberste Heeresleitung. * 8* Wenn man die amtlichen französischen Berichte regel⸗ mäßig liest, müßte man sich bald fragen, ob denn bie Summe der vielen kleinen Einzelerfol e, die da genannt werden, die Lage noch nicht entscheide beeinflußt hätten. Bei näherem 5 5 aber begreift man, warum dies unmöglich ist. elbstverständlich gibt es auf den ausgedehnten Gefechtsfeldern auch für die Franzosen augen⸗ blickliche Vorteile; General Joffre läßt sie alsb. ten, vergißt aber, die Berichte zu ergänzen, wenn die Deut⸗ schen an den betreffenden Stellen wieder vorgegangen sind. Selten klingen die näheren Angaben in den französischen Berichten über einen Erfolg so befriedigend wie z. B. die Stelle in unserem neuesten deutschen Tagesbericht, wo es heißt, daß am Westrande der Vogesen der Gegner in einer Breite von 20 Kilometern und einer Tiefe von 6 Kilometern zurückgedrängt wurde. Die Versuche der Franzosen, das — 75 zurückzuerobern, mißlangen unter schweren Ver⸗ usten. Auch im Osten waren die Unseren erfolgreich. Nordwest⸗ lich von Grodno, der Festung, die etwa 100 Kilometer östlich von Lyck liegt, hatten russische Vorstöße den Weitermarsch der siegreichen deutschen Truppen aufhalten wollen. Diese haben jedoch den Feind in die Vorstellungen der Festung zurückgeworfen. Was bei Praszuhsz vor sich geht, ist noch nicht deutlich zu ersehen. Die Berichte unserer Heeres⸗ leitung erwähnen nicht nur vollendete Tatsachen, sondern auch Anzeichen von nahenden wi tigen Vorgängen, und es wäre möglich, daß das Ausweichen der deutschen Trup⸗ pen nördlich und westlich von Prasznysz nur solange an⸗ hält, bis die Russen in einer ihnen gestellten Falle sitzen. Doch das sind nur Vermutungen und Möglichkeiten; der weitere Verlauf muß mit Interesse abgewartet werden. Hocherfreulich ist die heutige amtliche Feststellung, daß die deutschen Verluste in der Minterschlacht an Ostpreutzens verhältnismäßig so klein waren. Man erkennt aber daraus, daß der ungeheure Sieg einem Meisterwerk der Strategie zu verdanken war, das von den Truppen durch länzende Marschleistungen vortrefflich unterstützt wurde. ndenburg und Ludendorff sind vom Kaiser aufs neue treff⸗ ausgezeichnet worden. Wen hat in diesen Tagen die 3 Tätigkeit unseres Kaisers nicht auf das A rührt! In einem leisen Rückfall in unerw nische Redefloskeln hatte der Präsident des geordnetenhauses, Graf v. Schwerin Kaisers an den Truppenbe der„Leitung der Operationen“ hat sofort die richtige Antwort auf die ,genialen Führer des dem neuen Telegramm des es nochmals ausdrücklich: haften Leitung“. Kaisers ist: er ist ugenehmste be⸗ ünschte byzanti⸗ preußischen Ab⸗ -Löwitz, die Teilnahme wegungen in Ostpreußen mit verwechselt, aber der Kaiser indem er allen Dank stheeres“ übertrug. Kaisers an Hindenburg steht unter Ihrer bewährten meister⸗ Wir wollen dem Kaiser geben was des der unermüdliche, zu steter anfeuernde Bannerträger des kämpfenden Rei nen Entschließungen ist es zu danken, daß w nur eine so gewaltige Wehrmacht haben, „genialen Führer“ besitzen, die uns zum 8 0 Begeisterung ches, und sei⸗ ir heute nicht ondern auch die Der Dank des Kaisers an Hin und Ludendorff. Dem General⸗ „Mein lieber Generalfel Verlaufe der Winterschlacht in Masuren, in der t währten meisterhaften Leitung mein unvergleichlich heer dem Feinde den letzten Fußbreit heimatliche ssen und seine Armee, weit in das eigene Land t gen hat, ist es mir ein dringendes das, was Sie und die braven Tru eistet haben. Ich will meinem königl geben, daß ich Ihnen das rite verleihe und Sie ferner Regiments zu Fuß zum Regiments Nr. 147 ernenne. „das sich bei den Kämpfen im Osten ugen hat, werden Sie ersehen, wie Verdienste um die Befreiung Ost⸗ feindlichen Einfall anerkenne. ner mit unserer gerechten Sache und schenke uns no reibe ud, vernich⸗ Bedüre is, zu danken das Vaterland gel aber noch dadurch besonderen Ausdruck Eichenlaub zum Orden Pour le mé unter Belassung à la suite des „ masurischen Infanterie⸗ In der Wahl dieses Regiments un vergängliche Lorbeeren erru dankbaren Herzens ich Ihre preußens von dem Gott sei auch ch viele solcher Auch der Chef des Stabe von Hindenburg, G. die Verleihung des vom Kaiser durch folgendes „Aus Anlaß des herrlichen S Ostpreußen stehende leutnant Ludendorff s beim Generalfeldmarschall eneralleutnant Ludendorff, erfuhr Eichenlaubs zum Orden Pour le merite persönliches Telegramm: ieges über das noch jüngst in Russenheer spreche ich, mein lieber General- Ihnen, dem treuen, unermüdlichen General- Oberbefehlshabers der gesamten deutschen Streitkräfte glichen Dank für Ihre hervorragende An— ügig angelegten und glück⸗ aus. Ich verleihe Ihnen hiermit le mérite, eine im Osten, meinen köni teilnahme an dem Geli lich durchgeführten Unternehmens das Eichenlaub zum Orden Pour deren Sie sich mit berechtigtem Stolz erfreuen können. Wilhelm.“ Die deutschen Verluste in der Winterschlacht in Masuren. Verlin, 28. Febr. WTB hauptung der Londoner sche Botschafter in Rom erklärt haben, daß preußen an Toten cann verloren hätten. diese selbstverständlich in dung den Zusatz, daß der de Verhältnis zu den trifft zu, allerdings nicht News“. Die große Eile, der deutschen Umklammerung zu ent folge gehabt, daß unsere Truppen n r Kampffront mit dem rung gekommen sind, wie ihrer Ueberlegenheit erhoff standhielt, ist er di Im übrigen aber einzig dastehende Wi raschung kommt es, daß glänzenden Ergebni Miß verhältnis stehen. gering und betragen nochen der„Central ngen des so großz Auszeichnung, . Amtlich.) Nach einer Be⸗ soll der deut⸗ wir in Ost⸗ und Verwundeten 100000 Das englische Bureau knüpft an Punkten erfundene Mel⸗ somit in keinem ehe. Das Letzte in dem Sinne der„Central ie russische 10. Armee ziehen suchte, hat zur Ur auf einzelnen Teilen e Gefechtsberüh⸗ sie es in dem sicheren Gefühl t hatten. Da, wo der Gegner er Ueberlegenheit zum Opfer gefallen. saben wir die in der Kriegsgeschichte nterschlacht vornehmlich durch Ueber⸗ Schnelligkeit gewonnen. So Gesamtverluste mit s des Sieges tatsächlich im Sie sind ganz ungewöhnlich icht ein Sechstel der von Zahl. Daß die Verluste nur auf vorübergehenden Aus⸗ ist nicht nur sehr rücksichtslosen Ent⸗ „Central News“ ald verbrei⸗ Y utsche Erfol gebrachten Opfern mit der sich d Feinde in so eng News“ erwähnten überdies zum großen Teile fällen durch Marschkrankhei erfreulich, sondern zeigt auch von der schlossenheit unserer Verfolgung. Der amtliche französische Bericht. 28. Febr. WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht sruar, nachmittags 3 Uhr: Zwischen Meer und Aisne rung in der Lage. In de Neues seit dem gestrigen Abendbericht. brachte unsere Artillerie ein Explosion. Im Malancburt Maas begoß der Feind mit einer brennend r Champagne nichts In den Argonnen Munitionsdepot bei St. Hubert zur Argonnen und der en Flüssigkeit wald zwischen den aufgeben mußten. Die Schützengrabenbesatzung wurde schwer ver⸗ brannt. Ein Gegenangriff hielt die Deutschen sofort auf, wobei wir ihnen Verluste beibrachten und Gefangene machten. Im Gebiet von Verdun und auf den Maas höhen nahm unsere schwere Ar⸗ tillerie deutsche Artillerie unter Feuer, zerstörte Geschütze, brachte etwa 20 Munitionskästen oder Munitionslager zur Explosion, vernichtete eine Abteilung und zerstörte ein Lager gänzlich. Im Bois Brule dauert der Kampf zu unserem Vorteil fort. Ein deutsches Luftgeschwader warf einige Bomben auf die belgische Küste hinter Nieuport ab. Eine Frau und ein Greis wurden ge⸗ tötet. Im Woevre wurde ein deutsches Flugzeug, welches unsere Linien zu überfliegen versuchte, durch unser Feuer zurückgetrieben. l Abends 11 Uhr: In den Dünen bei Lombartzyde eroberte eine unserer Patrouillen einen deutschen Schützengraben, tötete dessen Besatzung und erbeutete ein Maschinengewehr. In der Champagne setzten uns unsere Fortschritte vom Freitag abend in den Besiz von 100 Metern deutscher Schützengräben. Wir machten etwa 100 Gefangene und erbeuteten zwei Maschinen⸗ gewehre und eine Revolverkanone. Dieser Angriff wurde mit dem Bajonett glänzend ausgeführt. Ein starker deutscher Gegen⸗ angriff wurde Freitag nachts zurückgeworfen. Am Samstag er⸗ zielten wir neue Fortschritte westlich Perthes und nördlich Beause⸗ jour. In Lothringen bei Neuveille(nahe dem Parroy⸗Wald) wurde ein deutscher Angriff zurückgeworfen. Die Arbeitslosigteit in Frankreich. Berlin, 1. März. Ueber die Arbeitslosigkeit in Frankreich läßt sich das Berl. Tageblatt melden: Der fran⸗ zösische Abgeordnete André Honorat teilt in einer Zeitschrift mit, daß durch den Krieg die Arbeitslosigkeit unter den Män⸗ nern um das dreifache, unter den Frauen um das sechsfache zu⸗ genommen habe. Er gibt an, daß im Dezember in Paris rund eine viertel Million Arbeitsloser von der Stadt oder dem S unterstützt wurden. Er betont, daß die 2 5 ii* nördlichen Departements noch viel bedeutender 2 dem Schluß, daß rund eine Million Franzosen und Französinnen durch den Krieg arbeitslos geworden s eien. Die Getreidefrage in Frankreich. Lyon, 28. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Progress“ meldet aus Paris: Eine Abordnung der Gruppe der sozialistischen Parlamentarier besprach mit dem Ministerpräsidenten Viviani die Getreidefrage und betonte bei dieser Gelegenheit nochmals, es sei unbedingt notwendig, daß die Regierung Höchstpreise für Ge⸗ treide festsetze und Maßnahmen treffe, um eine Spekulation zu verhindern. Ein französischer Flieger. Paris, 1. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Temps“ mel⸗ det: Während eines Erkundungsfluges, den der Deputierte Haupt⸗ mann Giro d, der Leiter des Luftschiffahrtswesens, in dem be⸗ festigten Lager von Paris als Beobachter an Bord eines Flug⸗ zeuges von Compiegne über die deutschen Linien unternahm, geriet das Flugzeug in Brand dem Führer gelang es, in steilem Gleitflug zu landen. Girod erlitt Brandwunden an den Beinen, der Führer blieb un versehrt. Verlängerung des französischen Moratoriums. Paris, 27. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Das allgemeine Morator iu meist dem„Temps“ zufolge wiederum um 60 Tage, bis zum 1. Mai, verlängert worden. *** Die österreichisch⸗ungarischen Tagesberichte. Wien, 27. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 27. Febr. 1915 mittags. An der polnisch⸗gali⸗ zischen Front stellenweise lebhafter Geschützkampf. In den Karpathen ist die allgemeine Situation un⸗ verändert. Im Abschnitt Tucholka— Wysckow wurde hef⸗ tig gekämpft. Hier wurde ein neuerlicher Angriff auf die eigenen Stellungen im Opor-Tale nach erbittertem Nah⸗ lampfe unter schweren Verlusten des Gegners zurück⸗ geschlagen. Das angreifende 9. finnssche Schützenregiment ließ 300 Tote, mindestens ebensoviel Verwundete an unse⸗ ren Stellungen zurück; 730 Mann des Regiments wurden unverwundet gefangen genommen. Die mit großer Hartnäckigkeit geführten Kämpfe in Südostgalizien dauern an. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Wien, 28. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 28. Febr. 1915: In Polen und Westgali⸗ zien hat sich nichts Besonderes ereignet. Es fanden nur Artilleriekämpfe statt. An der Karpathenfront und im Raume von Wuys⸗ ckom sowie südlich des Dnjester wird gekämpft. Die Situa⸗ tion hat sich in den letzten Tagen nicht geändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Russische Kampfesweise. Wien, 28. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird von dem Armeeoberkommando mitgeteilt: Zur Cha⸗ terisierung der russischen Kampfweise sei erwähnt, daß in der letzten Zeit russische Soldaten als Frauenwer⸗ kleidet, von guten Aussichtspunkten aus auf unsere Truppen gefeuert haben. Diese bis jetzt noch nicht prakti⸗ zierte Art der Verkleidung russischer Armeeangehörigen, die unsere vorgeschobenen Schützengräben, welche wir also Weiberkittel benützt, um den Feind de täuschen, ist ge⸗ wiß wenig ruhmvoll. Den Abteilungen des Feindes, deren i„Harpalion“, welcher im Aermelkanal von einem deut⸗ lot 3 amtliche Kundmachung bezeichnet die Gerüchte als grund⸗ dige Beschießung mit schweren Geschützen beschädigten die 1 een port gen fuß aber mange an e Flotte die Be⸗ unserer 5 555 die feindliche Flotte die Dardanellen heute nicht be⸗ schossen. .„Neuen Freien Presse“ erinnert Graf Julius Andrassy Dardanellen zu gelangen, und legt dar, ein russischer Sieg Schwarzen Meer einen russischen Binnensee machen, so daß die Verbindung dieser Balkanstaaten mit der übrigen Welt iin der unmittelbaren Nähe dieser gewaltigen russischen Stütz⸗ bleiben könnten. Diese Machtstellung Rußlands würde aber das, sondern der größte Staatsmann und Patriot des mo⸗ 1 pansion in welche Gefahr ein russischer Sieg für sie bedeutet. 1 1— und Greys lassen keinen Zweifel darüber, 2 dern, auf Cypern und Malta weht die britische, in Biserta die französische Flagge. Mit dem Suezkanal wird England . den Schlüssel zum . staaten und Griechenland teilt. Soldaten in Frauenkleidern kämpfend gefangen genommen werden, wird die Ausübung dieser Kriegslist zur Ehre gereichen. Natürlich wird jeder feindliche Soldat, der in solch unwürdiger Verkleidung in unsere Hände fällt, erschossen. Aus Russisch⸗Polen. Moskau, 28. Febr. WTB. Nichtamtlich.) Aus Warschau des Oberstkommandierenden der Armer an den Warschauer General- uverneur ist ersichtlich, daß von der Bevölkerung der Stadt ielce im August 1914 auf die russischen Truppen geschossen rden ist. Der Stadt war deswegen z. Zt. eine Poen von 105 000 bel auferlegt. Die russische Ausfuhr von Lebensmitteln. Petersburg, 27. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Eine los, daß Lebensmittel massenhaft nach Schweden und von da nach Deutschland ausgeführt würden. Die Regierung ibt bekannt, daß die Ausfuhr nach Schweden sich auf den Durchschnitt dessen beschränke, was in den letzten Jahren ausgeführt worden sei. Dabei trage diese von der Regie⸗ rung genehmigte Ausfuhr dem Verbot, Lebensmittel von Schweden auszuführen, Rechnung. Finnland nun habe im⸗ mer viel von den Erzeugnissen, die auf dem Seewege eingeführt werden müßten, verbraucht. Da dieser Weg der⸗ zeit fast vollständig gesperrt sei, müsse Finnland notwen- digerweise die Einfuhr mittels der Reichseisenbahnen stei⸗ gern. Diese Steigerung der Einfuhr, zu der noch die äußerst geringe Leistungsfähigteit der finnischen Bahnen komme, verursache an manchen Stellen eine Ueberfüllung der Frach⸗ tenbahnhöfe. Das mache dann den Eindruck eines Massen⸗ exportes. * 4* Neue Dardanellenbeschießung. 8 Konstantinopel, 27. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit, die feindliche * beschoß heute in großen Zwischenpausen das am ardanelleneingang liegende Fort Sedelbahr. Konstantinopel, 27. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Das Große Hauptquarfier teilt mit: Durch die siebenstün⸗ feindlichen Schiffe gestern unsere äußeren Forts an den Dar⸗ danellen an einigen Punkten. Trotzdem hatten wir nur 5 Tote gung fort, zog sich aber nachmittags aus dem Feuerbereich Batterien zurück. f 1 Bei Sedulbahr schiffte am 10. Februar ein französischer Kreu⸗ zer an der Küste von Akaba ctwa 100 Soldaten aus. Nach einen zweistündigen Gefecht flüchtete der Feind unter Ver⸗ Ilusten auf das Schiff zurück. Trotz der Heftigkeit seines Ge⸗ . und Maschinengewehrfeuers hatten wir nur drei Tote und i te. Konstantinopel, 28. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Mel⸗ dung der Agentur Milli. Wie wir aus amtlicher Quelle erfahren, Rußlands Absichten auf Konstautinopel. Wien, 28. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) In der der Hand historischer Daten an die unausgesetzten Be⸗ gen Rußlands, in den Besitz des Bosporus und der würde für die neutralen Balkanstaaten Rumänien und Bul⸗ garien ein Sklaventum bedeuten, denn die russische Herrschaft mim den Dardanellen und im Bosporus würde aus dem ganz von Rußland abhängen würde. Auch Griechenland werde punkte nur ein Scheinleben führen. Es wäre naiv, zu glauben, daß die Griechen dann noch Herren der Inseln auch Italien bedrohen. Nicht ich, fährt Andrassy fort, sage dernen Italien, Cavour, der in einer Rede ausgeführt hat: „Sollte der Ausgang des Krieges für Rußland glücklich sein nd der Siegesadler des Zaren infolgedessen seinen Flug nach Konstantinopel nehmen, so würde Rußlands absolute Oberherrschaft auf dem Mittelmeere eine bedrohliche Ueberlegenheit in den Ka⸗ binetten Europas erringen. Diese Folgen müßten aber für Piemont wie für ganz Italien in höchstem Grade unheilvoll sein. Das arze Meer, das mittels Absperrung des Bosporus, dessen sel in den Händen des Autokraten bliebe, zu einem russischen . Meere würde, bekäme gleichsam den Charakter einer riesengroßen, ausgedehnten Reede von Sebastopol.“ 5. Derselben Ansicht war Cr isp i. Deshalb hat er uns und England in den achtziger Jahren gegen die russische Ex⸗ 99 das Bündnis angeboten. Andrassy erinnert daran, daß auch der dritte Napoleon und Welling⸗ ton die Absperrung der Meerengen als eine Gefahr für Frankreich und England erklärt hätten, und sagt: Nun, da Großbritannien und Frankreich dem russischen Besitz der Meerengen prinzipiell zugestimmt haben, wird hoffent⸗ lich jeder Zweifel bei den Neutralen darüber schwinden, 5 Das„Neue Wiener Tagblatt“ sagt: Die Erklärungen daß stantinopel und die Dardanellen an Rußland verkauft sind, und daß man die Höhe des Kaufpreises beim Frie⸗ densschluß erfahren wird. Gibraltar gehört den Englän⸗ 0 ittelmeer behalten und Rußland, das im Mittelmeer eingeschlossen bleibt, mag sich damit trösten, daß es dies Schicksal mit Oesterreich, Italien, den Balkan⸗ 72 Der Seekrieg. Paris, 27. Febr. WTB. Nichtamtlich.) Einer Mel⸗ dung des„Matin“ aus Dieppe zufolge ist ein englisches Handelsschiff bei Saint⸗Valery⸗sur⸗Somme torpediert worden. „Berlin, 1. März. Ein Geschwader französischer Kriegsschiffe beschlagnahmte, wie dem„Berliner Tageblatt“ aus Touron stelegraphiert wird, auf der Höhe von Narseille den mit Salpeter beladenen, nach Venedig be⸗ stimmten chilenischen Transportdampfer„Ranvagna“. 1 Berlin, I. März. Einem Amsterdamer Telegramm der „Voss. 29915 aus Amlwich. ist auf der Norbküste der zu les ghörigen Insel Anglesea, dem Orte, an dem die„Cambank“ torpediert wurde, ein Rettungsgürtel mit dem Namen„Weehawken Swansega“, sowie ein totes Pferd angeschwemmt worden. Weehawken war 1891 gebaut und hatte eine Größe von 2784 Tonnen. Paris, 1. März.(WTB. Nichtamtlich.) Wie der gewiß nicht sich die„Ruskoje Slowe“ melden: Aus einer Mitteilung schen Unterseeboot angeschossen worden war, nicht gesunken sein. Das Wrack sei vielmehr 35 Meilen nördlich von Cap Antifer gesehen worden. Kopenhagen, 28. Febr.— Nichtamtlich.)„Po⸗ litiken“ zufolge melden die englischen Blätter, daß auf den Flüssen Tyne, Humber und Themse über 130 Schiffe liegen, deren Mannschaft sich weigert, auszufahren. Die Streitbewegungen in England. Berlin, 1. März. Zu dem Streik in dem Clyd⸗ Distrikt läßt sich der„Vorwärts“ aus Amsterdam melden: Das Regierungskomitee für Regierungsarbeiten in Metallarbeiten und Schiffsbauten fordert eine schiedsgerichtliche Beilegung aller Konflikte innerhalb 10 Tagen. Das Komitee empfiehlt, in den Munitionsfabriken von der ortsüblichen Arbeitszeit abzusehen, Abzüge vom Stücklohn auszuschließen, mehr Frauenarbeit zuzu⸗ lassen, jede Arbeitseinstellung abzulehnen.— Weiter wird dem Lohnzulage von 10 Prozent forderten. Die Arbeitgeber lehnten die Lohnzulage wegen der gesteigerten Produktionskosten und der schlechten Geschäftslage ab. Aus dem englischen Unterhaus. WTB. London, 28. Febr.(Nichtamtlich.) Unterhaus. Jowett(Arbeiterpartei) fragte den Staatssekretär Grey, warum er, trotzdem er die Abmachungen des französisch⸗russischen Bünd⸗ nisses nicht kannte, der französischen Regierung nicht mitgeteilt habe, daß Frankreich nicht von Deutschland ange⸗ griffen werden würde, wenn seine Neutralität von Groß⸗ britannien garantiert werde. Grey verwies Jowett auf Nr. 105 des britischen Weißbuches, aus der hervorgeht, daß die britische Regierung, obwohl sie die Abmachungen des französisch⸗russischen Bündnisses nicht kannte, doch wußte, daß die französische Regierung keine neutrale Haltung einnehmen könne, wenn Rußland durch Deutschland und Oesterreich⸗Ungarn angegriffen werden sollte. Die e Regierung habe schon im Voraus am 30. Juli er⸗ klärt, daß ein Vorschlag, wie er zwei Tage später tatsächlich von Deutschland gemacht wurde, ganz unannehmbar sein dürfte. Ab⸗ gesehen davon, dachte ich, daß dieses europäische Bündnis, gleich⸗ gültig ob Zweibund oder Dreibund, für die eine Macht die Ver⸗ pflichtung enthalte, der anderen Macht beizustehen, besonders wenn diese eine Macht durch zwei andere Mächte angegriffen wird.— Jowett fragte sodann, ob die von Churchill in einem Interview im„Matin“ ausgesprochene Ansicht, daß Großbritannien bis zum bitteren Ende kämpfen werde, wenn Frankreich und Ruß⸗ land sich von der Teilnahme am Kriege zurückzögen, mit Einwil⸗ ligung und Billigung der Regierung veröffentlicht worden sei. Asguith antwortete, Churchill erklärte in diesem Interview auch. daß er sich einen solchen Fall gar nicht vorstellen könnte. Ich stimme ihm absolut bei und habe keine Ursache, von den Ansichten, die er in dem Interview geäußert hat, abzuweichen. England und Amerika. London, 28. Febr.(WTB. Nichtamtlich.)„Central News“ melden: Der genaue Wortlaut der Note des Präsi⸗ denten Wilson über das Verbot der Einfuhr von Lebens⸗ mitteln nach Deutschland wird immer noch geheim ge⸗ halten. Der amerikanische Botschafter und Staatssekretär Grey verhandelten vorgestern über den Gegenstand. Die Note wurde später dem Premierminister Asquith vorgelegt. Gestern wurde ein Ministerrat einberufen, um die Note im Zusammenhang mit Repressalien zu erörtern, die von der Regierung als Antwort auf die deutsche Tauchblockade ge⸗ plant werden. Blockade der Küste Deutsch⸗Ostafrikas. Haag, 27. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Staats⸗ courant“ schreibt: Der Minister des Aeußern brin des Kenntnis, daß die britische Regierung ab tern 28. Februar zum 1. März die Blochade der Küste Deutsch⸗Ostafrikas und der anliegenden Inseln ange⸗ kündigt habe. Die Blockade soll sich erstrecken zwischen vier Grad 41 Minuten südlicher Breite und 10 Grad 40 Minuten südlicher Breite. Binnen vier Tagen von dem Inkrafttreten der Blockade gerechnet, dürfen neutrale Schiffe das blockierte Gebiet ungehindert verlassen. Der Aufruhr in Indien. Stockholm, 27. Febr.(WTB. Nichtamtl.)„Rietsch“ meldet aus Singapore vom 20. Februar: Japanische Soldaten besetzten die Kasernen der aufrüher⸗ ischen indischen Truppen und verfolgten die ge⸗ flüchteten indischen Soldaten.—„Rußkoje Slowv“ meldet aus Dalny vom 19. Februar: Die chinesische Regierung hat eine Anweisung an die Generale erlassen, die Truppen von Feindseligkeiten gegen Japaner zurückzuhalten. Die„Dacia“ gekapert.- Paris, 28. Febr.(Amtliche Mitteilung des Marine⸗ ministeriums.) Der Dampfer„Dacia“ wurde von einem französischen Kreuzer im westlichen Kanal ange⸗ halten und nach Brest geführt. * 1* Die Verhandlungen zwischen China und Japan. London, 28. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Ti⸗ mes“ meldet aus Peking vom 26.: Bei der heutigen chinesisch⸗japanischen Konferenz erklärten sich die chinesischen Delegierten bereit, einige später zu bestim⸗ mende wichtige Orte in Schantung als Vertragshäfen u öffnen. Die anderen Schantung betreffenden Punkte wur⸗ — vertagt. Man hofft, daß Japan einsehen wird, daß es wünschenswert sei, die Erörterungen bis nach dem Kriege hinauszuschieben. Chinas Gegenvorschläge, die Ja⸗ pan ablehnte, waren die Erfüllung des angeblichen Ver⸗ sprechens Japans, Tsingtau an China zurückzugeben und den Statusquo in Schantung durch Zurückziehung der Be⸗ satzungstruppen sowie der Truppen für den Schutz der Eisen⸗ bahnen und Telegraphen wiederherzustellen. Die japanischen Delegierten drängten auf Chinas Anerkennung der beson⸗ deren Stellung Japans in der südlichen Mandschurei und in der östlichen und inneren Mongolei. China erklärte, erstrebe damit die Herrschaft daselbst, und hob hervor, daß die Anerkennung der japanischen Ansprüche der Schließung dieser Gebiete für Handel und Industrie, der anderen Ver⸗ tragsmächte gleichkomme. Berlin, 1. März. Das erste und zweite Geschwader der Vereinigten Staaten sind, wie laut„Voss. Ztg.“ der„New Pork Herald“ meldet, nach dem Stillen Ozean ausgelaufen. Die amerikanische Flotte vor Schanghai sei durch sechs Schiffe verstärkt worden. Die deutschen Truppen in den Harpathen. — dem Großen Hauptquartier wird uns ge⸗ schrieben: Seit etwa drei Wochen operiert eine beach in unmittelbarer strategischer und taktischer Anlehnung an die österreichisch⸗ungarische Armee in den b Das Gelände der erbitterten Kämpfe liegt in der allgemeinen Linie Delatyn— Tucholla—Kiczera Schilska— Bereznicau und nordwestlich. „Temps“ aus Le Havre meldet, soll der englische Dampfer In Eis und„in Geröll und Schlamm ringen hier deutsche und bier Blatte gemeldet, daß 200000 Weber in Lancashire eine Stell. an Heeresgruppe teilweise noch von den Russen besetzten Pässe. Hier, in den Kar⸗ pathen, wird die Entscheidung angestrebt, die den Feind zurück⸗ a soll in die Ebenen Galiziens. 5 5 Die Entwicklung der Operationen verbietet augenhlicklich noch eine Beschreibung der bisherigen schweren Kämpfe. Soviel kann aber bereits heute gesagt werden: Deutschland darf stolz sein auf seine Söhne, die in den Karpathen unter unerhört schwierigen Ver⸗ bältnissen, im Schnee und in der Eiskälte des Hochgebirges, ihren harten 2 erfüllen. sind bi 1 Im Schnee ausgehoben sind die Schützengrüben Feuerstellungen der Artillerie. Ueber glatte Schneeflächen, über steile Hänge führen die Angriffe. Schneebedeckte 1. wundene Pässe müssen gestürmt oder im seindliche euer über⸗ wunden werden. Die Gefechte sind überaus heftig. Es liegt in der Natur des Gebirgskrieges, daß die Angriffe nur frontal durchgeführt werden können. Umfassungsbewegungen erfordern im Hochgebirge unendliche Zeit, die der Gegner ausnutzt, um der Umfassung eine neue starke Front auf den die 1 be⸗ berrschenden Höhen entgegenzustellen. So mußte häufig in hef⸗ tigem Frontalkampf der Feind niedergerungen und auf rückwärtige ungen zurückgedrängt werden. 5 Mit überraschender Schnelligkeit haben sich unsere Truppen an die schwierigen Verhältnisse des Gebirgskrieges gewöhnt. Führer und Truppen haben sich den neuen Bedingungen des es im Hochgebirge angepaßt. Die mangelnde Quer verbindung zwischen den einzelnen Paßstraßen ist durch ein ausgiebiges Netz von Draht⸗ leitungen ersetzt worden. Auf Schneesch gleiten Kom⸗ pagnien oder r Patrouillen die Hänge entlang. Ba⸗ racken biwalieren die Truppen, denen mangelhafte und wenig zahl⸗ 80 Ortschaften im Gebirge keine ausreichende Unterkunft ge⸗ währen J Unter militärischer Aufsicht arbeiten starke Kolonnen von Landeseinwohnern an notdürftiger Ausbesserung der Wege und Paßstraßen; eine fast vergebliche Arbeit, wenn die Mittagssonne die ausgefahrenen Gleise und tiefen Wagenspuren in Schnee⸗ schlamm und tiefe Wasserlöcher verwandelt. f In langem Anstieg oder in zahlreichen steilen Kurven ringen sich die Wege zu den Paßhöhen(über 1000 Meter) hinan. Zerstoͤrte Gehöfte, wenige schwarze aus der Schneedecke ragende Trümmer und Mauerreste bezeichnen die Stätten ehemaliger Gebirgsdörser. Für die aus der Feuerlinie in die Feldlazarette abgeschobenen Verwundeten und für die Kolonnen und Trains sind an Teil⸗ strecken der endlosen Paßstraßen behelfsmäßig Erfrischungsstationen in Baracken errichtet worden. 3 7 Unter denkbar schwierigsten Verhältnissen vollziehen sich die Kolonnenbewegungen hinter der Front: eine Riesenarbeit, zu deren Bewältigung nur eisernes Pflichtbewußtsein fähig ist. Hier im Hochgebirge leisten die Kolonnen mit ihren erschöpften Pferden in Eis und Schnee Taten stillen, aber desto eindrucks volleren, ent⸗ sagungsreichen Heldentums. 5 In endlosem Zuge arbeitet sich bier mit Pferde⸗ und Men⸗ schenkraft eine Munitionskolonne auf Schlitten zur Paßhöhe hinauf. Die schwerfälligen Fahrzeuge einer geleerten Verpilegenss keis begegnen ihr auf ihrem Marsch talabwärts. Schwere Bremsschuhe verhindern nur mit Mühe das Abgleiten der Wagen auf den schmalen glatten Serpentinen des Weges. Kraftwagen der höheren Befehlshaber keuchen mühsam bergauf und winden sich zwischen den Fahrzeugen hindurch. Hier hilft ein Trupp zurückgeführter russischer Gefangener einen an steilem Absturz im Schnee fest⸗ gefahrenen Kraftwagen befreien. Am stahlblauen Winterhimmel kehrten ratternd zwei Flugzeuge von der Erkundung der russischen Stellungen zurück. Die abgeworfenen Photographien zeigen deut⸗ lich erkennbar die feindlichen Schützengräben und Truppenansamm⸗ 9 auf der abgebildeten Schneefläche als schwarze Linien und e 5 5 N Ein eiserner Wille nur scheint hier auf diesen verschneiten Gebirgsstraßen zu herrschen: den droben Kameraden unter allen U en Munition. 0. führen. Der Begriff des„Hindernisses“ hat in den eine Be⸗ deutung verloren. N 0 2 4 16 6 Schwere Kämpfe haben unsere Truppen in 5 Kämpfe Paßhõ izer Grenze, die von Gumbinnen bis Südpolen Dafür bürgt der Geist der den die i winterlichen Hochgebirges nicht 8 5 Aus Stadt und Can. Gießen, 1. März 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den 8 Landwehrmann Karl Selzer, f.-Rgt. 116, aus Offen- bach a. M.— Landwehrmann Franz Ricker, Ins.-Rgt. 221, aus Weiskirchen.— Kriegssreiw. cand. geogr. Ernst Klocken berg aus Wiesbaden.— Leutnant Karl Obenauer, Pion Nr.—, aus Oppenheim.— Ger. d. Landwehr und Gemeinderat Jakob Schroth II., Inf.⸗Rgt. 49, aus Sickenhofen.— Einjähr. Kriegsfreiw. Rudolf Grün, Res.-Inf-Rgt. 88, aus Hanau.— Ersatz⸗Nes. Wilh. Völker, Inf.⸗Rgt. 88, aus N— Naß Res. Karl Wolf, Inf.-Rgt. 80, aus Wolf.— Musketier Becker, Res.⸗Inf.⸗Rgt. Nr.—, aus Nieder-Mockstadt.— Land- wehrmann Ludwig Jüngling, ea 116, aus Stockheim. — Landwehrmann Jakob Joseph Hebach, Inf.⸗Rgt. 118, aus Mainz-Kastel.— Kriegsfreiw. Karl Schott, Garde⸗Schützen⸗ bataillon, aus Marburg.— Kriegsfreiwilliger Adolf Haibach, Ins.-Rgt. 222, aus Weinbach.— Kriegsfreiw. Friedrich Geiß; Res.-Inf.-Rgt. 80, aus Carlshof.— Ersatz⸗Res. Heinrich Euler, Inf.-Rgt. 99, aus Leihgestern. 1 1 1 i 3.. und jutant Harry Wolff aus Worms, Regt. 122. Feld⸗ telegraphist Paul Richter aus 3 Ludwig Zerr Seer aus i. were er⸗ si d. R. Dr. Emil Sardemann aus lar. Feldwebel Kornrumpf aus Friedberg, Res.-Inf.⸗Regt. 221. Kriegs⸗ f Ae iu Otto Hirschel aus Friedberg, Res.⸗ ** Eine Warnung. Das Stellvertretende Generalkommando des 18. Armeekorps teilt mit: „In letzter Zeit sind wiederholt beunruhigende Ge⸗ rüchte über deutsche Niederlagen verbreitet worden; diese Gerüchte entbehren jeglicher Begründung. Es wird dringend Japan gebeten, die Verbreiter derartiger lügen hafter Nach richten zur Anzeige zu bringen, damit ihre Bestra⸗ fung veranlaßt werden kann.“ * Liebes gaben für das Bischweiler* 1 Es sind, 8 man uns 3 2 2 an das Regiment abgegangen. e i demselben stehenden Gießener 3 en sowie der aus den Nachtbargebieten stammenden des iments gebeten, genaue Adressen der im Felbe S rden an das Sgtbezockek der füllst. langen zu assen.. 1 ichisch⸗ungarische Truppen gemeinsam um die von uber gen Depots weiter; größere Güter, im Vewi K. sind bei— Eskenbahn-Eltaut- Es nehmen Pakete an: das Militär⸗Paket Depot n a. M. Süd, Mittlerer Hasenpfad 5: für 8. Armeekorps, 18. Reservekorps, 38. Reservekorps; das Mili⸗ tär⸗Paket⸗ Depot Darmstadt(Zahnhofs: für die Groß ich sche(25. Infanterie⸗Division. N aftsbereich der Militär⸗Pakel⸗Depots ergibt sich aus dem dort und bei allen größeren stalten aushängenden Verzeichnis der Militär⸗Paket⸗Depots. Sämtliche nähere Bestim⸗ — sind bei diesen Stellen zu erhalten. Die Räume des Mili⸗ tär⸗Palet⸗Depots Frankfurt a M.⸗Sud befinden sich neben der Elgut⸗Abfertigung in Sachsenhausen, die Geschäftszimmer Mittlerer Hasenpsad 5. Geschäftsstunden: Wochentags 8—12 Uhr und 2—7 Uhr, an Sonn⸗ und Feiertagen nur von 10—12 Uhr vor 8 i tliche Auskunftsstelle Klimsch⸗ Frankfurt, Goethe⸗ sraße 3 erteilt Auskunft in Paket und Frocht⸗Angelezenheiten; in den Räumen des stellv. Generalkommandos, Taunus⸗Anlage 9, wird solche grunosätzlich nicht erteilt. 185 * Die Gefangenen von Tsingtau. die neueste 3 deutschen Verlustliste enthält das Verzeich⸗ nis in japanischer Gefangenschaft befindlichen Angehörigen der Bes von Tsingtau. 5. Stadttheater. Man schreibt uns aus dem Theater“ bureau: In der morgigen Vorstellung des neuen Lustspieles von Georg 5„Die heitere Residenz“— zu der Gut⸗ scheine tigkeit haben— wirken in Hauptrollen mit die Herren Goll, Rotteck, Schubert, Steinhofer und Heß, sowie die Damen untag⸗Blume, Stettner, Frenzel und Jüngling; in kleineren Aufgaben ist fast das gesamte Personal beschäftigt. 5 Frau Geheimrat Heichelheim, die Gemah⸗ lin des Präsidenten der Handelskammer Gießen, Stadtv. Geh Kommerzienrats Heichelheim, ist am Samstag . einem Herzschlag erlegen. Heute nachmittag 3½ Uhr findet auf dem Neuen Friedhof die Beisetzung statt. * Geflügelzuchtverein. In det gestern im Metropol statt denen Hauptversammlung des Geflügel⸗ zuchtvereins Gießen und Umgegend, die sehr gut, be⸗ onders von auswärtigen Mitgliedern, besucht war, fand eine lebhafte Aussprache über die eingetretene Futternot für das Geflügel statt. Einzelne Geflügelzüchter erklärten, bei den enorm hohen Preisen für Körnerfrucht und Mais bleibe nichts weiter übrig, als das Geflügel abzuschlachten Es sei überhaupt schwierig, heute noch Frucht aufzutreiben. Dr. Ulrich erklärte, daß die Futterfrage an⸗ fange, beüngstigend zu werden, denn es sei bei der Situation zu Se en e es bald selbst für Geld kein Futter für das Geflügel mehr gebe. Man war sick in der Versammlung aber darüber klar, daß es eine Pflicht des Vereins sei, dafür zu sorgen, daß es den Mitgliedern ermöglicht wird, ihr Federvieh durchzuhalten, damit die wertvollen Bestände unserer Volkswirtschaft erhalten bleiben. Es wurde eine dreigliedrige Kommission Fewählt, welche für Vereinsrechnung Futter ankaufen soll, selbst wenn der Verein dabei ein Geldopfer bringen müßte. 5 us anten. 4 1 = Rudingshain, 28. Febr. Eme Anzahl von hier nach dem Staate Illinois in Nordamerika ausgewanderter Bewohner hat 110 Dollar an den hiesigen Ortsbürger ob. Heinr. Adolph gelangen lassen. Der Betrag soll zu Liebesgaben für die hiesigen im Felde stehenden Krieger Verwendung finden. 5 a Kreis Friedberg. l Butzbach, 1 März. In der letzten Gemeinderats⸗ sitzung wurde der Vorauschlag der Stadt Butzbach für 1915, der mit einer Einnahme und Ausgabe im Betrage von 249 466 Mark abschließt, verlesen und genehmigt. Durch die vorsichtige Auf- ste llung des e die in den letzten Jahren gemachten Ersparnisse ist es trotz vielen Steuerausfälle und⸗Niederschläge nicht nötia, den bisherigen Steuersatz zu erhöhen. Stadtverord. Metzger berichtete über das Ergebnis der stattgehabten Prüfung des Voranschlags der Realschule für 1915 seitens der erwählten Kommission und verlas das Kommissionsprotokoll. Nach dem In- — dieses Protokolls sei auch sestgestellt, daß seit 1905 ein steter ckgang der Schülerzahl der. verzeichnen gewesen sei. Die Kommission hat die Frage, wie Schülerzahl der hie⸗ sigen Anstalt gehoben werden könne, eingehend erörtert, und unter- breitete der Versammlung die Ergebnisse und entsprechende Vor⸗ 9 Weiter wurde angeregt, Gelände, welches bisher nicht land virtschastlich 1. wurde und noch bewirtschaftet werden könnte, mit Kartosseln, an bestellen. Der Gemeinderat beschließt, die zuständige Militärverwaltung zu ersuchen, der Stadt das Grasstück um Lustgarten zum Anbau von Kartoffeln während der Kriegsdauer zu überlassen. 5 a Reichelsheim, 28. Febr. Ein Landwirt aus dem benach⸗ barten Weckesheim war gestern am hliesigen Bahnhose mit Ver- laden beschästigt, wobei seinem Pferde durch einen Windstoß die aufgelegte Decke um den Kopf geschleudert wurde. Das Tier schente. Der Mann wollte es halten, wurde aber dabei zur Seite geschleu- dert und trug erhebliche Verletzungen an Kopf und Seite davon. 5 3 Starkenburg und Rheinhessen. 10 F er⸗ ossen 1 ag etwa lt Metzger und Wirt Roth auf e 90 Willy Flohr wurde am hiesigen Krematorium die 3000. ee eee vorgenommen. Die Anstalt wurde im Jahre 1891 auf Rechnung des Frankfurter Vereins für Feuerbestattung ufwand von 17000 Mk. hier errichtet, mußte acht Jahre lang unbenutzt bleiben, da die hörde die bereits gewährte 1 wieder zurückzog. Erst am 13. Dez. e e e e f 2 i in ie Tante wohnte, vergessen hatte und feine Geistes N infolge des Hungers ler hatte schon d zweiten 2 dem Frühstück nichts zu sich eeremmen) nach⸗ 1 er am Rheinufer entlang, um in Rüdesheim anzukom⸗ nen. Wen bort fuhr der Knabe nach Bingen, wo er angehalten wurde. Die Polizei benachrichtigte seine Eltern. Darauf holte die er ihn ab und brachte ihn nach Leipzig zurück. Nach seinen Hause bringen sollte. 5 „Aus Rheinhessen, 28. Febr. Die Witterung der letz⸗ ten war 15 die Ausfü der Arbeiten in den Wein⸗ bergen günstiger als in der Vorwoche. Der Weinbergsboden war krockener geworden, so daß die Arbeiten schneller von statten gehen. Ueberall sind die Winzer eifrig beschäftigt, die Arbeiten möglichst 81 fördern. Geschäftlich ist eine Aenderung nicht zu ver⸗ zeichnen. Obwohl die Weine viel probiert werden, wird doch wenig gekauft, wenigstens im Verhältnis zu sichtigt man allerdings die durch den Krieg gescha e Lage, f. können die Winzer mit den Umsätzen zufrieden sein. 1 25 . 0 3 w. Wetzlar, 28. Febr. abgelau Woche ist die der Insassen unseres 1 200 5080 Neun 8 8 1 Dutenhofen, 28. Febr. Infolge der Zusammen⸗ 4 1 ing der Feldmark wurde für unseren aufstrebenden Ort sehr augelände aufgeschlossen, woran es hier bisher mangelte. Die erbaute Schule steht ts an einer neuen Straße. Frankfurt a. M., 28. Febr. ug am Samstag mittag der Im Torweg der Biber, n jährige Schleifer Phil. 3 5 rüheren— Berück- paßte 8 15. 4 Dangemer den Kaufmannslehrling Feel aus Neu⸗Isenburg mit einem Stück Eisenrohr nieder und suchte ihn dann zu be⸗ rauben. Der— 1. der einen größeren Geldbetrag bei sich führte, schrie jedoch um Hilfe, worauf der Täter die Flucht ergriff, aber an der Hauptwache eingeholt und verhaftet wurde. Die Verletzungen des jungen Mannes sind nicht schwer. a X. Hanau, 27. Febr. In der Plenarsitzung der ODa⸗ nauer Handelskammer wurde vom Vorsitzenden darauf Piber daß sich seit der am 2. Dezember v. J. abgehaltenen nicht verändert habe. Die Hanauer Edelmetallindustrie z. B. leide nach wie vor unter fast völligem Ausbleiben der Aufträge, das Baugewerbe sei auf Bestellungen des Staates und anderer öffentlichen Körperschaften angewiesen, hingegen biete sich durch Lieferungen für den Heeresbedarf in vorerst noch genügen⸗ dem Maße für zahlreiche Betriebe und tausende von Arbeitskräf⸗ ten an vielen Orten lohnende Beschäftigung. Arbeitssoligkeit sei nur noch in verschwindendem Umfange zu konstatieren.— Im An⸗ schluß an das Vorgehen der Deutschen Gesellschaft für Kauf⸗ manns⸗Erholungsheime beschloß die Handelskammer, die Schaf⸗ fung eines Fonds zu versuchen, um minderbemittelten selbständr⸗ gen Kaufleuten ihres Bezirks, die als Kriegsteilnehmer erho⸗ lungsbedürftig geworden sind, den ko stenlosen Aufenthalt in solchen Heimen zu ermöglichen. Gießener Strafkammer. 5 th. Gießen, 26. Febr. Die verbotene Wasserlei tung. Der Restaurateur S. zum Jagdhaus Hubertus bei Münster hatte von der Gemeinde Münster die Erlaubnis erhalten, in einem dieser gehörigen Wiesengrund auf Wasser zu schürfen. Er ging aber weiter und leitete die gefundene Wassermenge durch fistalisches Gebiet nach seinem Besitztum. Die Wasserleitung war aber nicht ergiebig genug, und so begann S. im nächsten Jahre weiter nach sser zu dürfen. Er deckte den Rohrgraben der Leitung auch wieder auf, ohne von der Forstbehörde, welche schon im Jahr vorher diese Arbeiten untersagt hatte, eine Erlaubnis dazu zu haben. Das Schöffengericht Butzbach hatte den Angeklagten wegen der Besitzstörung zu einer Geldstrafe von 10 Mk., hilfs⸗ weise zwei Tagen Gefängnis, verurteilt. Die gegen dies Urteil bei der Straflammer eingelegte Berufung war ohne Ergebnis, Das Ge⸗ richt war der Ansicht, daß mit der Verfüllung des Rohrgrabens die von der Gemeinde erteilte Schürferlaubnis erledigt war. Wollte der Angeklagte im nächsten Jahre aufs neue schürfen, so hätte er erneut eine Erlaubnis zu den Arbeiten haben müssen. Es gehe auch nicht an, daß S. ohne Genehmigung der Forstbehörde durch deren Eigentum eine Rohrlegung vornahm. 5 Ohrfeigen zu Recht 2 8 soll nach der Ansicht des Schöffengerichts der jugendliche K. in Großen ⸗Linden von dem Landwirt J. daselbst erhalten haben. J. packte den jungen Burschen dabei, wie er mit einer Stange Zwetschenbäume im Garten bearbeitete. Als I., um sein Eigen⸗ tum zu schützen, den jungen Menschen mit Worten anfuhr, erklärte „Pack dich weg, du Rindvieh, sonst schmeiße ich dir mit einem Stein auf den Kopf.“ Für diese Drohung erhielt K. die Ohrfeigen, die dessen Vater als tätliche Beleidigung auffaßte und wegen der er gegen den J. Privatklage erhob. Die Richter der Strafkammer und die beiden die Parteien vertretenden Anwälte waren privatim der Ansicht, menschlich betrachtet sei der Fall vom Schöffengericht richtig entschieden. Der Vertreter des Klägers aber wollte von einem vom Vorsitzenden der Strafkammer angeregten Vergleich nichts wissen und verlangte die Angelegenheit nicht nach mensch⸗ lichen, sondern nach juristischen Gesichtspunkten entschieden. Die Strafkammer war der Ansicht, das Schöffengericht habe geirrt, wenn es den J., der die Ohrfeigen verabreicht hat, frei prach, weil es hier ein abgeleitetes väterliches Züchtigungsrecht als vor⸗ liegend annahm. Deshalb sei die Vorentscheidung aufzuheben. Es wird dagegen erkannt, daß der Angeklagte J. als straffrei zu erklären sei, weil er eine Beleidigung und eine Drohung auf der Stelle erwidert hat. Die Kosten beider Instanzen wurden dem Kläger K. zur Last gelegt. 2 Verstoß gegen die Höchstpreise.. Ende Dezember verhandelte die Strafkammer schon einmal gegen den Seniorchef der Gießener Firma S. R. Söhne, dessen Firma Speisekartoffeln zum Preise von 6,50 Mark pro Malter ab Bahnhof durch ein Inserat angeboten und auch in einzelnen Fällen verkauft hatte. Der Höchstpreis für Speisekartoffeln war damals vom Oberbürgermeister vro Malter auf 6,50 Mark frei Keller oder Haus des Käufers festgesetzt. Weiter sollte der Angeklagte statt Speisekartoffeln nur ganz geringwertige Ware, Futterkartoffeln, angeboten und verkauft haben. Der Angeklagte bestritt damals, daß er das betreffende Inserat aufgegeben habe, es sei der ganze Handel ohne sein Wissen in Szene gesetzt worden, er habe nachträglich den Verkauf der Ware an Privatleute direkt verboten. Es stellte sich in der Verhandlung heraus, daß aller⸗ dings der Juniorchef der Firma ohne Wissen seines Vaters den Kartoffelverkauf und besonders das öffentliche Angebot durch In⸗ serat veranlaßt hat. Am Freitag standen nun Vater und Sohn als Angeklagte vor der Strafkammer. Der jüngere W. R. er⸗ klärte, er habe von der Festsetzung der Höchstpreise nichts gewußt. Die Kartoffeln seien der Firma als Speisekartoffeln, wie solche vom Acker lommen, von Norddeutschland aus offeriert und fakturiert worden. Im Vertrauen, daß die Ware auch gut sei, habe er die⸗ selbe, ohne sich vorher durch den Augenschein überzeugt zu haben, als Speisekartoffeln weiter offeriert. Er bestreitet, daß er wissent⸗ lich und mit Absicht die behördlichen Anordnungen, betreffend der Höchstpreise für Kartoffeln, verletzt hat. Zwei Sachverständige erklärten übereinstimmend, daß die Ware als Syeisekartoffeln nicht zu bezeichnen gewesen sei. Die Strafkammer sprach den Vater S. R. von Strafe und Kosten frei, verurteilte aber den Sohn W. R. zu einer Geldstrafe von 300 Mark, hilfsweise 60 Tagen Gefängnis. Es sei nach der ganzen Sachlage und nach der Beweisaufnahme für den Gerichtshof zweifelsfrei er⸗ wiesen, daß der Verurteilte absichtlich gefehlt hat. Die vier Landwirte Ph. Carl G., Hch. Wilh. G., W. G. Sch. und Wilh. Friedr. A. aus Nieder⸗Florstadt haben am 22. resp. 24. Oktober dem Makler Lösch von Assenheim zusammen ca. 220 Zentner Kartoffeln zum Preise von 3.50 Mk. pro Zentner ver- kauft, obgleich der Höchstpreis 3.25 Mk. pro Zentner betrug. In der Verhandlung stellte sich heraus, daß der Handel wegen der Kartoffellieferung mit Lösch am 22. und 24. Oktober bereits ab⸗ geschlossen war. Im Amtsverkündigungsblatt für den Kreis Fried⸗ berg war die Bekanntmachung wegen des Höchstpreises für Kar⸗ toffeln, den das Kreisamt bestimmt hat, erst am 26. Oktober ver⸗ öffentlicht worden. Aus diesem Grunde mußte die kostenlose Frer— sprechung der Angeklagten erfolgen. Liebesgabenmarder. Die unverehelichte Karoline B. war beim Hausmeister in der Bürgermeisterei in Dienst und hatte die Räume des Stadthauses nach Beendigung der Dienststunden zu säubern. Zuerst hat das Mädchen einen Regenschirm, den ein Stadtrat versehentlich hatte stehen lassen, an sich genommen und verschenkt. Weiter eignete sie sich 2 Tabakpfeischen, Zigaretten, Tabak und andere Kleinigkeiten an, die als Liebesgaben ins Feld gehen sollten. Aus einem ver⸗ schlossenen Schreibtisch, den sie mit einem falschen Schlüssel öff⸗ nete, entnahm die Angeklagte 25 Mark in bar. Die Angeklagte be⸗ haubtet, was auch der Tatsache entspricht, daß sie die Geldschub⸗ lade mit einem Schlüssel geöffnet hat, der in einer andern Schub⸗ lade des Schreibtisches steckte, der aber auch für das andere Schloß Sie habe nicht geglaubt, daß es sich um einen falschen Schlüssel handle, als sie die Geldschublade öffnete. Der Tatbestand 5 te sich aus diesem Grunde in allen drei Fällen als einfacher iebstahl heraus und die Strafkammer erachtete eine Gesant⸗ gefängnisstrase von 3 Wochen als ausreichend. ———— Briefkasten der Redaktion. (uouyme Aufragen bleiben unberücsichtigt.) ;. K. 18. Zum Eintrütt in den mittleren Justiz- und Ver⸗ waltungsdienst ist im Großherzogtum Hessen Brimareise erforderlich. E. Sch. 5. Eine genaue Auskunft ist ohne eingehende Kenntnis der besonderen Verhältnisse nicht möglich. Im ersteren Falle dürste Anspruch auf Unterstützung bestehen, wenn der zum Militär Ein- d erusene die Mutter vor Ausbruch des Krieges zum größten itzung die allgemeine Lage von Industrie und Handel wesentlich. 1 Teile unterhalten hat. Das geringe Vermögen kommt nicht in Betracht, ebenso auch nicht der jedensalls nicht zum Lebensunterhat für das ganze Jahr ausreichende Arbeitsverdienst. Im zweiter Jalle dürste eine Unterstützung wohl kaum in Frage kommen. — Letzte Nachrichten. Das tägliche Leben in Reims. Genf, 1. März. Der„Temps“ meldet, daß in Reims das einer fortwährenden Beschießung durch die Deutschen ausgesetzt sei, nach viermonatiger Unterbrechung der Schulunterricht wieder aufgenommen worden sei. Die Schulräume befinden sich in Kellern und mehrere Meter unter der Erde. Die Schüler arbeiten ohne Angst vor den niederprasselnden Geschossen Kaum 500 Kin⸗ der besuchen die vier Kellerschulen. Das tägliche Leben in Reims ist nicht weiter gestört. Man bewundert den Mut der Bewohner, von denen etwa 25000 in Reims geblieben sind. Die panikartige Flucht der Russen aus Masuren. Stockholm, 1. März. Entgegen den amtlichen russischen Berichten, die russischen Truppen hätten sich nach der Winter⸗ schlacht in Masuren in voller Ordnung zurückgezogen, erfährt der Korrespondent des„Berl. Tageblattes“ von einem soeben aus Ostpreußen eingetroffenen Augenzeugen, die Russen seien ohne jede Ordnung in panikartiger Flucht, als hätten sie alle Sinne verloren, geflohen. Viele Soldaten hätten keine Zeit gefunden, sich anzukleiden und sind trotz der Kälte in bloßer Unterwäsche, also in Unterhosen(autentisch) geflohen. 3 Czernowitz nach der Russenherrschaft. Wien, 1. März. Die Stadt Czernowitz trägt sicht⸗ bare Spuren der schweren Zeit, die sie unter der russischen Herrschaft durchgemacht hat. Die Bevölkerung, die sich lang⸗ sam erholt, kehrt allmählich in die Stadt zurück. Unsere Truppen schreiten erfolgreich auf der Linie links des Pruth vor. Die Kämpfe in den Karpathen. Budapest, 1. März. Die schweren Kämpfe in den Kar⸗ pathen und bei Stanis lau dauern an, weil die Russen mit dem letzten Kraftaufgebot um diese Stellungen bei Stanislau kämpfen. Das Ziel der Russen war, alle Karpathenpässe zu be⸗ setzen, um hierdurch um so sicherer Galizien behalten zu können. Unsere Offensive mit den deutschen Truppen in den Karpathen brachte gleich zu Anfang eine unangenehme Ueberraschung für die Russen. Trotzdem ihre Schützengräben und Dectungen drei Meter tief in die Felsen eingehauen waren, haben wir sie in einigen Tagen aus diesen Stelungen herausgetrieben. Wir haben nach Nor⸗ den zu bedeutende Fortschritte gemacht. Die ungarischen Honveds standen immer in der ersten Reihe. Jetzt ist ein harter um einen 1200 Meter hohen Berggipfel im Gange, wo die Russen neue Truppen herangeführt haben. Der Kampf besteht hier zu⸗ meist aus Bajonettangriffen. Südlich des Dnjestr. (DD.) K. k. Kriegspresseguartier, 1 März. In den Kämpfen südlich des Dinesti scheinen die Kräfte sich jetzt ungefähr die Wage zu halten. Der Feind verfügt, was sich nicht verkennen läßt, in dieser Gegend über eisenbahntechnische Vor⸗ teile, die unsererseits durch Güte und Tapferkeit der Truppen ausgeglichen werden müssen. In Südostgalizien ist der Kampf schwer und wird wie alle bisherigen großen Kämpfe wohl einen langsameren Fortgang nehmen, als nach den einleitenden Erfolgen am Nordfuß der Karpathen von der öffentlichen Mei⸗ nung erwartet wurde. l Ein Unterseeboot in den spanisch⸗französischen Gewüssern. Turin, 1. März. Aus Bilbao wird telegraphiert, im Meerbusen von Biscaya in der Nähe von Algorta wurde ein Unterseeboot bemerkt, das die spanisch⸗französischen Ge⸗ wässer abpatrouillierte. Seine Nationalität konnte, da es ohne Flagge fuhr, nicht festgestellt werden. Die Marine⸗ behörden sind sofort gewarnt worden. Dänemarks Neutralität. Kopenhagen, 1. März. In der„Politiken“ schreibt Georg Brand einen offenen Brief an Georges Clemen⸗ ceau wegen dessen Angriff auf Dänemark und dessen neutrale Haltung in dem gegenwärtigen Krieg: „Ihre Worte über die Dänen, daß sie eine Nation ohne Stolz sind, haben bier böses Blut erregt und mich persönlich betrübt. Sie werfen in den bittersten und kränkendsten Ausdrücken Däne⸗ mark seine Neutralität vor und leiten sie aus Furcht und Hab⸗ sucht her. Ich für meinen Teil würde Dänemarks Teilnahme am Kriege als Wahnsinn betrachten. Solange ein Gran under Vernunft in einer dänischen Regierung übrig ist, wird sie nicht an Deutschland den Krieg erklären. Es ist Frankreichs und Eng⸗ lands Werk, daß Dänemark jetzt weder ein Heer noch eine Flotte hat, die als eine Angriffswaffe betrachtet werden könnten, oder eine Grenze, die sich verteidigen läßt. Dänemark ist natürlich zu 1 einer Verteidigung gezwungen, wenn es überfallen wird, zu einem Angriff ist es nicht imstande. 1 Gegen den Vorschlag Wilsons. Genf, 1. März. In Paris und London wird gegen den in der Note des Präsidenten Wilson gemachten Vor⸗ schlag, daß die Kriegführenden in den in Frage kommenden Gewässern alle Minen gleichzeitig entfernen sollten, der Einwand gemacht, daß dieses sehr schwierig durchzuführen 1 sei. Es müßten die Minen beiderseits gleichzeitig entfernt werden und hierzu sei ein Waffenstillstand notwendig, wo⸗ für auf beiden Seiten keine Geneigtheit vorhanden wäre. Allgemeiner Ausstand in Rio de Janeiro. Paris, 1. März.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Blätter⸗ meldung aus Rio de Janeiro ist dort ein allgemeiner Streik aus⸗ gebrochen. Alle Arbeit ruht. Apotheker Neumeler's Asthma- Cigars Cigarillos Papier) D. R. G. M. No. 26 122 und 26617 Aerztlich empfohlen.— Deutsches Erzeugnis. Erhältlich in den Apotheken. Apotheker Neumeier, Frankfurt am Hain. ———— 1 L 1 Sägemehl Verkaufe 12. 91. Vierjähriger üserei Sommerkorn. Zu vervacht. od. zu verkauf. ist einer meiner Zeitungs · verkaufstellen lane Naher. 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Lebensjahre. In tiefem Schmerz: Charlotte Erb Ww. Familie Ludwig Erb Familie Heinrich Erb, 2z. Zt. im Feld Familie Johs. Aff. Harbach, den 1. März 1915. 01122 Fürs Vaterland starb am 11. Februar infolge seiner Verwundung im 27. Lebensjahre unser lieber Sohn und Bruder Dr. phil. Karl Grossart Unteroffizier der Reserve im Infanterie-Regiment Nr. 167 Ritter des Eisernen Kreuzes. Frau Phil. Grossart P. Grossart, Lehrerin. Giessen, den 1. März 1915. 194 Es wird höflichst gebeten, von Beileidsbezeugungen abzusehen. Todes-Anzeige. Heute früh 8/ Uhr entschlief sanft nach kurzem, aber schwerem Krankenlager meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwester und Schwägerin Alma Nebe, geb. Hörich. Um stille Teilnahme bitten Christian Nebe Erna Nebe Karl Nebe Familie/ Paul Hörich. Giessen(Rodheimer Strasse 6), Kahlwinkel, den 28. Februar 1915. Die Beerdigung findet Dienstag, den 2. März, nachmittags 3 Uhr. von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 1952 Heute morgen 5 Uhr rief nach kurzem, schwerem Leiden Gott der Allmachtige meine heissgeliebte Frau, unsere herzensgute treusorgende Mutter, unsere einzige innigst- geliebte Tochter, Schwester, Schwiegertochter und Tante Frau Hatharine Launspach, t. ladnspac im Alter von 34 Jahren zu sich in eine bessere Heimat. In tiefer Trauer: Familien Launspach. Reiskirchen, 28. Februar 1915. 1944 Die Beerdigung findet Dienstag, 2. März, nachm. 3 Uhr statt. Verein der Gastwirte v. Cießen und Umgegend E. V. Wir laden hiermit alle Wirte der Stadt und des Kreises Giessen zu einer allgemeinen 1958 Gasfwifte-Versammlung am Mittwoch, den 3. März nachm. 3½ Uhr, im Saale des Gasthof „Hindenburg“, Kollege Elges, Seltersweg ein. Tagesordnung: „Die Bierpreiser höhung“ Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung wird um recht zahl. reiche Beteiligung ersucht. Der Vorstand. — Den Heldentod fürs Vaterland starben innerhalb 4 Tagen, am 9. bezw. 13. Febr., in treuester Pflichterfüllung unsere lieben Neffen, die Kriegsfreiwilligen Emil Hedrich 4. Komp. 222, Gefreiter Wilhelm Kratz 3. Komp. 222, beide im 18. Lebensjahre. 0 ö Zwei brave hoffnungsvolle Menschen 8 kommen nie zu uns zurück. 5 1951 In wehem Schmerz: Familie L. Kratz. Gießen(Schulstr. 11), den 1. März 1915. 1 1 1 ö Nachruf. 1 Den Heldentod fürs Vaterland starb unser treues Mitglied Fleischbeschauer Karl Feußer aus Beuern. ö Wir werden ihm ein ehrendes Andenken ö bewahren. Terein perpsahleter Fleischbeschauer des Hr. Gleben. Römer, Vorsitzender. Lollar, den 27. Februar 1915. 1934 2 7 Statt Karten. Arthur Weirich Marie Weirich, geb. Arnold Vermählte. 01119 8 5 Die Geburt eines prächtigen Mädchens zeigen hocherfreut an 1957 8(Grabenstr. 8), 28. Februar 1915. 5 Max Rosenthal und Frau Emma, geb. Rosenstiel- Giessen(Liebigstr. 37), 27. Februar 1915. 8 15 Lichtspielhaus Spielplan vom 27. 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