Zweites Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die„Gießener Famillendlätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Zeit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. 8 165. Jahrgang Gießener Anzeiger Donnerstag, 18. Februar 1015 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: Sol, Schrift- leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen. Ein ausgezeichneter Kenner Ostasiens schreibt uns: Es i fast tragikomisch, wenn die Pekinger Re- gierung in die Welt* läßt: Der chinesische Gesandte in Tokio bemühe sich gegenwärtig, die japanische Regierung zu bewegen, ihre Haltung zu ändern. Glauben die Ratgeber Juanschikais wirklich, durch gütliches Zureden die Japaner dahin zu bringen, daß sie von ihren neuen, unerhörten Forderungen etwas nachlassen? Es wäre über— aus kurzsichtig, zu glauben, daß dem Reich des Mikado der große Hunger erst beim Verspeisen von Kiautschau ge— kommen und daß es erst auf Grund dieser„Heldentat“ zu so weitreichenden, 1 Amerila wie für ganz Europa schreck⸗ haften Plänen gelangt sei. Seit Jahren, ja Jahrzehnten vor Ausbruch des Weltkrieges richtet Japan heißverlangende Blicke nach Gebieten, die ihm als Absatzgebiete für seine Waren, als Einkaufsländer für gewisse Rohprodukte, wie Reis, Eisenerz, als Niederlassungsgebiete für seine Ab— wanderung dienen könnten. Es versuchte Besiedelungen auf Hawaii, den Philippinen, an der Westküste Amerikas, in Hinterindien, vor allem aber stach ihm China in die Augen, das ihm mit seiner 400-Millionen-Bevölkerung, mit seinen reichen Naturschätzen als das von der Natur gegebene Aus— nutzungsgebiet erscheint, sofern es gelingt, bei seinen Be⸗ wohnern Bedürfnisse im Sinne des neuzeitlichen Wirt— schaftslebens zu erwecken.. Die Errungenschaften der euxopäischen Kultur sollen China aber nicht aus der direkten europäischen Quelle zu— fließen, sondern die Japaner wollen ihm die westeuro— päische Kultur, soweit es in ihrem Interesse liegt, mund— gerecht machen. Japanische Ratgeber für alle möglichen und unmöglichen Dinge, japanische Offiziere als militärische Instruktoren, Lehrer aller Art, sogar für europäische Musik ses ist schwer, die Satire nicht zu schreiben), Ingenieure, Aerzte entfalteten in China rege Tätigkeit. Zahlreiche in China erscheinende japanische Zeitungen und japanische Journalisten bearbeiteten die chinesische Presse im Sinne Japans. Japanische buddhistische Missionen suchten unter dem Deckmantel der Religion die friedlichen chinesischen Buddhisten gegen die Weißen einzunehmen. Japanische Kauf— leute überfluteten den chinesischen Markt mit billigen Waren und Nachahmungen europäischer und amerikanischer Erzeugnisse. Europa und Amerika sollen vom großen chinesi— schen Markt verdrängt werden. Chinesische Schüler, Stu⸗ denten und Kadetten werden seit vielen Jahren in großer Zahl nach Japan gelockt, damit sie dort dem Einfluß der Europäer entrückt sind und in japanischem Geiste erzogen werden können. Chinesische Konzessionen für Bergbau, Eisenbahnen sollen den Weißen entrissen werden und in japanische Hände kommen. Die Japaner, denen die Er⸗ schließung und Eroberung des chinesischen Marktes und die Beeinflussung seiner inneren Umgestaltung als eine nationale Lebensfrage erscheint, sagten sich, daß dieses Ziel, diese Einflußnahme, besonders angesichts des scharfen Wett⸗ bewerbs Amerikas, Rußlands und nicht zuletzt Deutschlands, mit allen Mitteln, nötigenfalls auch mit gewaltsamen, be— trieben und erreicht werden müsse. Und deshalb, nur deshalb ließ sich Japan von England in das Kiautschau-Abenteuer hineinhetzen. Nun soll wieder die„friedliche“ Einflußnahme fortgesetzt werden. Die Ja⸗ paner wissen, daß sie vor den konkurrierenden Völkern gewisse natürliche Chancen voraus haben, die sie rücksichts— die nach ihrer Ansicht nie die Söhne des Ostens verstehen werden und darum guttäten, die Aufgabe, die Chinesen zur Höhe einer modernen, sich auf Wissenschaft und Technik stützenden Nation auszubilden, ihnen, den Japanern, frei— —.— zu überlassen, ehe sie sich die Berechtigung mit Gewalt olen. Dies ungefähr ist das geistige Rüstzeug, mit dem die japanischen Diplomaten jetzt der chinesischen Regierung gegenübertreten. Und wir fürchten, Juanschikai wird solchen Gründen mehr Verständnis entgegenbringen, als der Ehre und dem Bestand des chinesischen Reiches gut ist. Erst das Ende des europäischen Krieges wird uns die Möglichkeit wiedergeben, unsern Einfluß in die Wagschale dieser öst— lichsten Fragen zu werfen. Herrn Williams Archers Antwort. Von Knut Hamsun. Der norwegische Schriftsteller Knut Hamsun hatte in der Kristianiaer Zeitung„Tidens Tegn“ seiner Sym- pathie für Deutschland offen und rückhaltlos Ausdruck ge— geben. Die darauf erfolgte Entgegnung eines Engländers, W. Archer, hat ihn veranlaßt, in„Tidens Tegn“ vom 17. Januar eine ausführliche Antwort zu veröffentlichen. Diese Antwort, von der in Deutschland bisher nur ein dürftiger telegraphischer Auszug bekannt geworden ist, ver⸗ dient auch bei uns gelesen zu werden. Sie folgt daher hier in deutscher Uebersetzung. Zoll für Zoll will ich ihr nachgehen, so gut ich kann. Herr Archer ist ein Gentleman von rühmlicher Kürze und Klarheit; bei ihm lese ich jede Zeile, ohne lange Stücke mit bloßem Geschwätz überspringen zu müssen. Da ich nicht Deutschlands Advokat bin, kann ich allerdings nicht auf alles befriedigend antworten; ich schreibe heute, um meinen Brief über meine deutschen Sympathien bei dem Kriege zu erläutern, zu diesem und zu keinem andern Zweck. Herr Archer findet, ich widerspreche mir selbst, wenn Eng⸗ land den Krieg verursacht, Deutschland aber ihn jetzt gewollt haben soll. Ich habe mich vielleicht schlecht ausgedrückt; was ich meinte, war dieses: Durch seine Politik habe England den Krieg unver- meidlich gemacht, früher oder später mußte dieser kommen, zum Bei⸗ land die Umgestaltung seines Heeres durchgeführt hatte; aber Deutschland wartete nicht darauf, Deutschland begann den Krieg jetzt, wollte den Krieg— jetzt. Ich glaube doch, daß man mit etwas gutem Willen verstehen kann, was damit gemeint ist. Ob wohl Herr Archer recht hat, daß die Deutschen„Eng⸗ lands insulaxe Sicherheit vernichten wollen“? Woher schließt er das? Weil sie„eine Flotte bauen wollten, so stark, daß sie Eng⸗ land die Herrschaft zur See streitig machen könnte“. Aber das ist sicher eigentlich etwas anderes. Das ist etwas so ganz davon ver— schiedenes, daß ich, wäre ich Deutscher, dasselbe tun würde. Und wäre England an Deutschlands Stelle, ich hoffe, es würde dasselbe tun. Es handelt sich hier um ein Volk von 46 Millionen, das sich— durch lauter Militarismus— ein Viertel der ganzen bewohnbaren spiel, wenn Frankreich seine dreijährige Dienstzeit erreicht und Ruß⸗] Außerdem will. Das aber fürchtet jenes erste Volk, ist darüber erbittert und beugt dem mit aller Gewalt vor. 2 Was englische Politik nicht kann, sich hier eine gavisse Zurück⸗ haltung auferlegen, das könnte doch der einzelne Engländer tun. Ein Volk von 46 Millionen soll selbstverständlich bestimmt sein, Jahrhunderte lang, auf ewig dazusitzen und die Erdoberfläche aus⸗ zuteilen an— sich selber, worauf es— mit unausgesetzter Be⸗ obachtung seines eigenen Vorteils— die Reste derselben Erde an die übrige Menschheit ausparzelliert. Sechsundvierzig Millionen, auf ewig, selbstverständlich. Weshalb? Weil dieses Volk psychisch und physisch allen anderen Völkern überlegen ist? Weil es die meisten Kriegsschiffe hat, Herr auf der See ist! Ich möchte nicht tendenziös sein; aber um so kurz wie mög⸗ lich zu sein, habe ich auch hier meine Meinung etwas weniger nuanciert ausdrücken müssen, als sie hätte ausgedrückt werden können. Das macht übrigens wenig aus. Ist dagegen meine Dar⸗ stellung unrichtig? Sind Länder und Völker der Erde gegangen gekommen und haben sie England gebeten, an England ausgeteilt zu werden? Im großen und ganzen ist die Verbindung mit dem Mutterlande eine Frucht der Gewalt.„Das britische Weltreich ist Stück für Stück durch Krieg und Eroberungen zusammengefügt, durch Diebstahl und Ränke, durch fortwährenden brutalen Ge⸗ brauch physischer Uebermacht... Nationen können nicht geschaffen oder groß werden durch ethische oder geistige Entwickelung allein.“ (Homer Lea.) Stände Herr Archer außerhalb und könnte er in gleicher Weise nach beiden Seiten sehen, würde er gewiß das Verhalten der Deutschen nicht so unvernünftig finden, wie er tut. An Groß⸗ britaniens und Irlands insulaxe Sicherheit selbst zu rühren, daran denkt kaum ein einziger deutscher Dummkopf. Es ist der aben⸗ teuerliche und unverhältnismäßige Besitz des Erdballes, auf dem England festsitzt und von dem Deutschland einen Fetzen braucht und nicht bekommen kann. Man kann sich mit einigem Grunde darüber wundern, daß England seine Weltherrschaft so lange behalten hat, wie es der Fall ist. Daß es einmal auf diese Herrschaft verzichten muß, ist ja nicht unwahrscheinlich; alles geht in Wellenbewegungen, die Geschichte wiederholt sich, früher oder später schwinden Weltreiche auf ihren natürlichen Umfang zusammen. Es sind selbstverständ⸗ lich große und gute Eigenschaften bei den Engländern, die das Ding so lange in Gang erhalten haben, unter anderm ist es ihre Macht, unter anderm ihre Mäßigung, wenn sie sich in die innere Regierung der Länder mischten. Dieses letztere, die möglichst weitgehende Selbstregierung der Länder, ist oft als Hochsinn und politische Weisheit an den Eng⸗ ländern hervorgehoben worden. Das Raisonnement ist vielleicht wenn wir so sagen dürfen, etwas zu volkstümlich. Warum sollten die englischen Besitzungen nicht sich selber regieren dürfen? Sie liegen ja alle weit weg, alle sind ganz verschieden von dem Insel⸗ reiche selbst, durch Klima, Erwerb, Geist der Gesellschaft, oft sogar durch die Rasse. Wollte England seine Kolonialbevölkerung aus⸗ rotten, so würde es deren Selbstregierung einschränken oder auf⸗ heben. Aber warum die Kolonialbevölkerung ausrotten? Eng⸗ land hat ja keine überzähligen Engländer an deren Stelle zu setzen. müßte es dann wohl den ausländischen Völkern ein⸗ leuchtender gemacht werden, daß das Mutterland selbst mustergültig regiert wird, woran sie vielleicht bis jetzt gezweifelt haben kön⸗ nen. Der Inder, der Kanadier, der Australier hat möglicherweise eine Vorstellung davon, daß bei der Bevölkerung Englands die tiefste Not unmittelbar neben dem höchsten Reichtum hergeht, daß die Landfrage, die im Namen aller Vernunft schon vor Menschen⸗ altern hätte geordnet sein sollen, noch kaum um eines Haares Breite vorwärts gerückt ist, daß die Industrie und der Handel anfangen, von Deutschland zu Tode konkurriert zu werden, daß Englands frühere gesunde und weitausgreifende Lebenskraft dahin⸗ welkt. Aber England, das Mutterland, 46 Millionen, ist Herrin auf der See. 5 Es ist vielleicht von England keine so große politische Weisheit, Kunst, Wissenschaft und Ceben. — Friedrichder Große unddie lenkbaren Luft⸗ schiffe. Aus den Erinnerungen, die Dieudonné Thiébault über seinen Aufenthalt am Hofe Friedrichs des Großen veröffentlicht hat, hebt die„Revue Bleue“ ein merkwürdiges Gespräch hervor, das der König mit ihm über die Luftschiffe hatte und das in sunseren Tagen der Zeppeline ein besonderes Interesse erweckt. Während des Karnevals, der den berühmten Versuchen von Montgolfier, Robert, Pilaätre des Rosiers und anderer folgte, brachte der König eines Tages auch die Frage der Luftballons zur Erörterung. Thisbault erzählt:„Nun, Herr,“ sagte er mir,„da verschmähen ja Ihre Landsleute die Erde und ihre niedrigen Bewohner und träumen nur noch davon, zum Himmel emporzusteigen. Alle Köpfe in Frankreich haben sich diesem Gesichtspunkt zugewandt, und keiner blickt mehr auf seine Füße. O, mein Herr, das ist schön, bewundernswert. Aber was glaubt Ihr wohl, wozu diese Be⸗ 9 führen soll? Wenn wir diese Zauberbilder an die telle der 3 des guten Menschenverstandes setzen, was können wir dann wirklich Reales für die Zukunft erhoffen? Man wird nichts davon für die astronomischen Beobachtungen gewinnen. (Der König setzte sehr einsichtsvoll auseinander, warum)... und wenn die Luftschiffe für die Astronomie unnütz sind, wozu werden sie dann dienen können?“ Thisbault antwortete, daß sie viel⸗ leicht für die Kenntnis der Bedingungen der Atmosphäre, der ver⸗ schiedenen Luftströmungen usw. wichtig sein würden.„Schön,“ antwortete der König,„ich gebe Euch das„Vielleicht“ zu und erlaube die Versuche. Aber Ihr werdet mir zugestehen, daß die Luftschiffe umsomehr unnütz bleiben werden, als es nicht gelingen wird, sie zu lenken.“„Ich antwortete,“ schreibt Thisbault weiter, „daß ich nicht wüßte, ob es möglich wäre, sie zu lenken, aber baß ich mir die Freiheit nähme, Seiner Majestät die Erwägung vor⸗ zulegen, daß es mir schiene, als ob die meisten der großen Ent⸗ deckungen unmöglich erschienen wären, bevor sie gemacht wurden.“ Thiebault erwähnt dem König das Segeln gegen den Wind, die Entdeckung des Pulvers, der Buchdruckerkunst, des Kompasses und die Wunder der Elektrizität. Er sucht zu beweisen, daß darin ein Grund zugunsten der Lenkbarkeit künftiger Luftschiffe läge, daß die Vögel sich in der Luft wie die Fische im Wasser ausgezeichnet zu lenken verständen, und da unsere Kunst nur in der Nachahmung der Natur bestünde, wir auch glauben könnten, daß man alles, was in der Natur geschieht, einmal nachmachen würden.„Aber wozu würde dies dienen?“ antwortet Friedrich.„Diese Art zu reisen würde außerordentlich viel kosten, und niemand würde reich und töricht genug sein, es in dieser Art zu tun.“„Vielleicht, Sire, würde diese Entdeckung große Uebel verursachen, aber Eure Majestät weiß besser als ich, daß es Umstände gibt, unter denen die Regie- rungen die Ausgaben für Nichts erachten?“„Ja,“ antwortete der König,„wenn z. B. ein großer Sieg in dem Augenblick davon⸗ getragen wird, in dem ein Verbündeter geneigt ist, seinen Sonder⸗ frieden mit dem Feinde zu machen, so kann man niemals genügend Schnelligkeit anwenden, ihm den Erfolg, den man erreicht hat, zu verlündigen. Aber die Gelegenheiten sind so selten...“ Thiébault wagte nicht weiter in die militärischen Erwägungen einzutreten und wies nur auf die Wichtigkeit hin, die die Luftschiffe im Kriege 2 1 erlangen könnten, Erwägungen, die ficher dem großen König in seinem vorausschauenden Geiste nahe lagen. — Eine Beziehung Dürers zu Lionardo. Einen wichtigen Beitrag zu der vielerörterten Frage von Dürers erster fitalienischer Reise bietet Dr. Oskar Hagen in der Kunstchronik, indem er die bisher nur als Vermutung ausge⸗ sprochene Behauptung, daß Dürer dabei nach der Lombardei und nach Mailand gekommen sei, als höchst wahrscheinlich er⸗ weist. Die Reiseroute des 24jährigen Künstlers läßt sich ja an der Hand seiner so außerordentlich naturgetreuen landschaftlichen Zeichnungen verfolgen. Dafür, daß er in Venedig war, spricht außer der Stelle in dem Brief an Pirkheimer, die den Anstoß zu allen Forschungen nach dieser ersten Italienreise gab, eine An⸗ lehnung an ein Gemälde des Cima da Conegliano in dem Kupfer⸗ stich des„Heiligen Sebastian an der Säule“. Ist nun Dürer auch nach Mailand gekommen, wo damals Lionardo wirkte? Die Frage ist von größter Bedeutung, denn Lionardo ist ja von größtem Ein⸗ fluß auf die Entwicklung Dürers gewesen, und die Vermittler⸗ rolle, die man in dieser Hinsicht dem Jacopo dei Barbari zuge⸗ schrieben hat, eine ziemlich unglückliche Konstruktion der Kunst⸗ geschichte. Dr. Hagen hat nun einen Beweis dafür, daß der junge Dürer in Mailand gewesen sein muß, in dem bekannten„Dres- dener Altar“ des Meisters entdeckt. Die Gestalt der anbeten⸗ den Maria in diesem Bilde, die eine in Dürers Werk vereinzelt dastehende, nur durch italienische Vorbilder erklärliche Verkür⸗ zung aufweist, hat bereits früher zu der Erklärung geführt, daß Dürer ein italienisches Bild nachgeahmt haben müsse, wenn man nicht, wie es Wölfflin in seiner von der Forschung als falsch er⸗ wiesenen Unechtheitserklärung des Bildes tat, das Auftreten dieser merkwürdigen Figur für einen Beweis der Unechtheit ansehen wollte. Als Vorbild wird nun von Hagen das erste gesicherte Werk des Bartolomeo Suardi, gen. Bramantino, die be⸗ kannte„Anbetung des Kindes“, in der Mailänder Ambrosiana fest⸗ gestellt. Die kniend anbetende Maria dieses Bildes kehrt in fast wörtlicher Wiederholung auf dem Dresdener Altar wieder, doch hat Dürer natürlich, wie er es stets tat, die Vorlage in seine eigene Sprache übersetzt und von diesem Meisterstück kühner Verkür⸗ zungskunst nur die nachdrücklichste Anregung erfahren. Der Ein⸗ fluß des Bramantinoschen Werkes geht sogar so weit, daß auch die merkwürdige und ungewöhnliche Art, auf die seine Personen die Hände falten, von dem deutschen Meister nachgeahmt wurde. Da diese Züge im Werke Dürers einzigartig dastehen und das Bra⸗ mantino⸗Bild selbst in einer auffälligen Kleinigkeit mit dem Dres⸗ dener Werke übereinstimmt, muß es Dürer gesehen haben. Dies konnte er aber nur in Mailand, wo das Gemälde eben frisch aus der Werkstatt des Meisters hervorgegangen war. Durch Braman⸗ tino aber wurde der junge Meister auf den eigentlichen Vertreter der neuen Zei kunst und Aesthetik, auf Lionardo, hingewiesen, der erst 1499 Mailand verließ. Lionardo und Dürer, diese bei⸗ den tiessinnigsten Köpfe der Renaissancekunst, müssen also damals in eine, wenn auch nur räumliche, Beziehung gekommen sein, und ein tätiges Erleben der Lionardoschen Kunst läßt sich denn auch bei Dürer schon in seiner ersten Zeit nachweisen. An den masurischen Seen, da ziehts! Zur Siegeskunde am 17. Februar 1915. Von Hermann Steingoetter. 1. Aufgedunsen im Dumasaale Quakten sie laut vom Ideale „Russischer Freiheit“, die Lügenknechte, Prahlten dazu vom erhabenen Rechte, Für das sie kämpften— mit dem Maule! — Herr Hindenburg aber auf seinem Gaule Schattet die Augen mit der Hand, Spähet von Warschau zurück ins Land: Leise rascheln die Gräser des Rieds: An den masurischen Seen, da ziehts! 2. In der Duma wirft man geschwollen Um sich mit klotzigen Redebollen, Rufet den Himmel an zum Zeugen, Daß sich Gewalt vor dem Geist muß beugen; Die Gewalt sei mit den Germanen Und der Geist mit den russischen Fahnen! — Ob nicht Hindenburg ihnen beweist, Daß bei den Deutschen Gewalt und Geist?! Flüsternd rascheln die Gräser des Rieds: An den masurischen Seen, da ziehts! 3. Doch die Petersburger Bajaren Wedelten weiter vor ihrem Zaren, Buckelten vor ihrem„herrlichen Heere“, Das ein„Fels sei im brüllenden Meere,“ Vergaßen z der Seenplatte, Wo getaucht es als Wasserratte.— Herr Hindenburg aber lächelt fein; Ihr müßt wohl nochmals getunket sein?! Lauter rascheln die Gräser des Rieds: An den masurischen Seen, da ziehts! 4. Während die Duma sich noch begeistert Und in Reden den Feind bemeistert, Mäulings das schwarze Meer durchbrandet Und am goldenen Horn schon landet, Schnell auch der Dardanellen Pforte Kühn besetzt mit beflügeltem Worte, Schließen auf des Marschalls Geheiß Vier neue Armeekorps den Todeskreis.— Deutlich rascheln die Gräser des Rieds: An den masurischen Seen, da ziehts! 5. Heut nun auf das Dumagewäsche Kommt Hindenburgs Antwort als Depesche: „Eingefangen sind Fünfzigtausend, Nur Reste noch in den Wäldern hausend, Genommen mehr als hundert Geschütze, Vor unsern Truppen zieh ich die Mütze!“ Des kurzen Wortes siegender Hall Verbläst aller russischen Reden Schwall. Freudig rascheln die Gräser des Rieds: An den masurischen Seen, da ziehts! FF ͤ KT ² Ä N 3 3 2 5 * 0 1 99 3 1 5 8 N 5 3 7 5 5 8 * glu giens. In Belgien traten die 123 auf und ten schädigung gien antwortete nein und Belgien ward niedergeschossen.— In N schaft für das dänische Reich, Schadenersatz für die Kosten und 2 1 gleich 5 schreibt, sind wir also nicht uneinig, also brauche ich hier nicht zu antworten. Es verhält sich ganz gewiß wirklich so, daß die Buren vor Englands Absichten auf ihr Land gewarnt waren, so daß sie 2 waren England und Deutschland bei einer Garantie dabei, es ist 2 Deutschland verletzt, während England sich fröhlich hineinfand. 2 Daran gedenkt man im Norden noch. Alsdann, als Deutschland das 715 1 war garantiert, es ist eine 2 5 2 den PSlonien Selbstregierung zu 8 N 2 Welt. hinaus den d macht wegen seiner Verletzung der garantierten Neutralität Bel⸗ 5 ch das ist ein Mißverständnis des Herrn Archer. Das eine Land en. Es ist mehr ein rich⸗ Rechenstück. Durch die Selbstregierung werden die Kolonien dies in verhältnismäßiger Ruhe erhalten, die Ausgaben für etwaige Aufstände werden dadurch gespart, das Prestige bleibt unberührt, ungestörte gegenseitige Zufriedenheit herrscht. Mehr als das— mehr als Zufriedenheit? Aber es dürfte nicht mehr sein, wenigstens nicht auf der unterworfenen Seite. Jede Kolonie hat diese Zufriedenheit mehr oder weniger teuer bezahlt, Se aper, d fenden een afllanischen bänder beben ire gkeit. Die gen afrikani än ben ihre Selbständigkeit verloren. 90 Immer hat es in der Geschichte für ein Volk etwas zu be⸗ deuten gehabt, erobert zu werden; es kann Jahrhunderte dauern, bis so ein Volk das verwindet, und es gehört eine tägliche und unaufhörliche Einwirkung dazu, bis das gessen eintritt und die Unterwerfung vollbracht ist. Englands Eroberungen über die Welt hin mögen so verhältnismäßig gerecht durchgeführt sein wie sie wollen— auf ihrem U liegt immerhin die Selbständigkeit der Länder als Leiche In Ländern, wo die Selbständigkeit nicht direkt iunmgestoßen ist, ist ihr für immer vorgebaut, dafür ist dort Zufriedenheit“ hergestellt. Aber es gibt für ein Volk andere Werte als mehr Korn und mehr Fleisch, das sind die Freiheit, das Herrengefühl, das Glück des eignen Besitzes, der Stolz auf seine Eigentümlichkeit, die Freude über die Volksangehörigen, die Träumerei. Alles das muß bei jeder Kolonisation bis zu einem gewissen Grade beiseite gesetzt werden, auch bei der der Deutschen, wenn deren Tag kommt. Aber die deutsche Kolonisation wird aus meh⸗ e unter anderm reren Gründen verschieden sein von der„ u. aße mit ihrer eigenen das 2 7 s kam ein Unglück über ein anderes Land und dieses Un⸗ hatte in seinem Verlaufe einige Aehnlichkeit mit dem Bel⸗ 6 sagten: Wir bie⸗ im Lande, Ersatz für„Bürgschaft für den Bestand des Landes, wenn wir durchmarschieren dürfen. Bel⸗ Dänemark traten die Engländer auf und sagten: Wir verlangen die Flotte des Landes, diese soll sich mit der englischen vereinigen— wir bieten ein Bündnis an, spätere Rückgabe der Flotte, Bürg⸗ Landzuwachs. Dänemark antwortete nein, Kopenhagen ward bom⸗ bardiert und die Flotte weggenommen. 72 besitzt einige Aehnlichkeit, ich sage nicht, daß sie vollstän⸗ Ist. Wenn nun Herr Archer meint, daß dieses Ereignis zu weit in der Zeit zurückliegt, so können wir gern mit einem Ver⸗ etwas näherrücken. 5 Man hat Teutschland harte und wohlverdiente Vorwürfe ge⸗ . 15 Und England benutzt diese Verletzung sogar als Grund seine Teilnahme am Kriege. Es war ein anderes Mal, da nicht lange her, die älteren unter uns haben es erlebt— aber diese Garantie wurde ein paar Jahre hernach ganz fröhlich von arantierte Dänemaxk zerrissen, da ging England nicht in den krieg, da stand für England nichts auf dem Spiele— obgleich es sich jetzt zeigt, daß es vielleicht auch für England gut hätte sein konnen, wäre der Kieler Kanal dänisch gewesen. f Belgien, Dänemark, Transpaal sind genannt worden— wir sprechen hier von den kleinen Ländern, die ja England beschützt. habe nicht Belgiens Schicksal mit dem Transvaals verglichen, dient als Schlachtfeld, das andere ist erobert. Belgiens Neutralität t 5 für jeden Norweger, daß Eng⸗ land das festhält und darnach handelt. Ueber das, was Herr Ar⸗ scher über die Unähnsichkeit zwischen Belgien und Transvaal zur Gegenwehr in Stand setzen konnten; aber was half das? waren sogar durch Jamesons Uebersatt auf ihr Land ge⸗ warnt, als sie noch— ungewarnt waren. Aber was half das? Herr Archer wünscht, von mir zu wissen, wo und wann Kipling von„den Tieren“ der Boeren geschrieben hat: Rottet sie aus!“ Wäre es nicht ebenso leicht gewesen, Kipling selbst darüber zu befragen? Natürlich müßte ich mich jetzt der Blätter und ihrer Daten erinnern, in denen seine Verse enthalten waren, aber ich habe das vergessen. Vielleicht könnte jemand mit größerer Zeitungskenntnis hier helfen und„Tidens Tegn“ die Auf⸗ klärung senden. Die Kinder der Boeren waren eine Brut, die Boeren Tiere, Selbst englische Blätter schlugen die Augen nieder. bald nüchterner, und bald bis in seine letzten Dichter, daß sich die höchste Zusammenfassung für den hingebensten, Herr Archer als ich haben wohl dieses Bombardement erlebt und wir haben die Tagesblätter darüber gelesen. Hier kann es ja sein, daß mein Eindruck von diesem Lesen bei mir noch zu lebendig ist, ich erinnerte mich einiger„Forts“, aber die taugten zu nichts. Ich möchte wohl wissen, ob nicht auch Löwen ungefähr soweit befestigt war, ob nicht sogenannte Forts noch vorhanden waren aus der Zeit der Herzöge von Brabant.. Die„Forts“ um Alexandrien mußten in aller Eile in Stand gesetzt werden, um schießen zu können. Der Führer des„Auf⸗ ruhrs“ mußte sie im Laufe eines Monats bereit machen, um die englische Flotte in den Grund zu bohren. Er hatte, wie bekannt, das Glück nicht für sich. Es ist auch nicht so, daß es bloß die armseligen Erdschanzen waren, die von den Engländern niedergeschossen wurden, große Teile der Stadt gerade mit der ältesten Architektur gingen zu⸗ grunde. Aber, was die„Befestigungen selbst angeht, da genügt es wohl, daran zu erinnern, daß die englische Flotte keinen Schaden erlitt. Man denke sich, Forts, die zwei Tage lang schießen und keinen Schaden anrichten. Herr Archer will das doch wohl nicht als einen englischen Sieg rechnen? Gerade deshalb, weil Alexan⸗ drien eine so betrübend offene Stadt war, wie es war, richtet sich in der Tagespresse ein großer Teil des Bedauerns der Welt gegen Gladstone. Und soweit ich mich erinnere— ich war damals in Amerika— war auch England keineswegs durchweg mit dem Bombardement zufrieden. „ Aufrührerische ägyptische Truppen“ sagt Herr Arche r. So verschieden können die Auffassungen sein. Der Führer des Aufruhrs war ein warmherziger Mann, er besaß das Vertrauen seines Kedive, er hatte sein Vaterland lieb und wollte es von den Eng⸗ ländern und von der Fremdherrschaft befreien. Er sammelte schnell seine Truppen, als die englischen Kriegsschiffe ankerten, und stellt die Truppen an, mehr Torf auf die Erdschanzen zu schütten, und als die Schiffe schossen, antworteten die„Aufrührer“ fleißig die ganze Zeit und schossen auch. Aber dann konnten sie nicht mehr. Sie standen da und verteidigten ihr Land, aber dann konnten sie nicht mehr. Seht, das war in jenen Tagen. Es war, bevor Aegypten eng⸗ lisches Protektorat wurde, bevor es in das Stadium der„Zu⸗ friedenheit“ kam, in dem es jetzt ist. Jetzt hat es möglichst aus⸗ gedehnte Selbstregierung. Der letzte Punkt in Herrn Archer s Artikel bezieht sich offen⸗ bar auf die Beschießung offener englischer Fischerstädte durch die Deutschen. Das ist wohl der Krieg, das ist wohl die Desperation. Selbst wenn die Absicht die war, England einigen Schreck einzu⸗ jagen, so scheint der Zweck nicht dem ungeheuren Risiko zu ent⸗ sprechen. Aber ich bin kein Krieger und verstehe mich nicht darauf, es gibt viele Dinge, auf die ich mich nicht verstehe. Und meine „deutschen Freunde“, die Herr Archer erwähnt, haben mir nichts gesagt. Ich hoffe, ich habe Freunde in Deutschland, obgleich ich jetzt wohl nicht mehr habe als früher. Ich hoffe auch, daß ich in England nicht ganz freundlos bin. In einigen Blättern, die mir neulich ein unbekannter Engländer schickte, lagen sogar Blumen. Das war ein liebenswürdiger und unerwarteter Einfall. Aber die Blätter standen natürlich gerade auf der entgegengesetzten Seite wie ich. Mit Deutschland habe ich keine andre Verbindung als die, die ein Verfasser einiger Bücher mit seinem Verleger hat, keine andre.— Hier ist in Kürze mein Standpunkt. Ich zweifle nicht daran, daß Herr Archer die verschiedenen Einzelheiten in meiner Dar⸗ stellung angreifen kann, Herr Archer zweifelt wohl auch nicht daran, daß ich wieder etwas würde antworten können. So könnten wir die Sache lange in Gang halten. Das führt indessen zu nichts. Wir haben erlebt, daß der englische Minister des Auswärtigen und der deutsche Kanzler in Zeitungsartikeln über den Krieg und dessen Fragen verhandelt 1 n. Sie besaßen sicher beide einige Voraussetzungen für diese kussion; aber einig wurden sie nicht. „Und ich habe bloß meinen eignen privaten Standpunkt ver⸗ teidigt. Knut Hamsun. Kriegsbriefe aus dem Westen. Von unserm Kriegs berichterstatter. (Underechtigter Nachdruck, auch aus zugsweise, verboten) Im schwarzen Borinage. Gr. Hauptquartier, am 14. Febr. 1915. Das Land um Mons herum, der kohlschwarze Fleck auf der Landkarte des Hennegaus, heißt der„Borinage“, zum Unterschiede von dem zweiten großen Grubenrevier Belgiens, dem angrenzenden„Centre“ mit der Hauptstadt Charleroi. Das ist das Gebiet, welches Konstantin Meunier der Welt künstlerisch erschlossen hat, nachdem vorher schon längst, ehe wir in Deutschland daran dachten, die belgischen Dichter die Poesie im Frohndasein des Industriearbeiters zu entdecken begonnen hatten. Vor mir liegt ein kleiner Stapel solcher dichterist Versuche, die ich bei einem Büchertrödler in Charlezof ekauft habe. Aber die Ausbeute ist recht dürftig. Bei dem mühen, aus einer beispiellosen Erscheinung, die über⸗ wältigend in den Ideenkreis der modernen Völker trat, Neuland gestaltungsfähiger Schönheit zu gewinnen, sind alle diese Poeten über einen einzigen Gedanken nicht hinaus⸗ gekommen, der so alt ist wie das europäische Denken: Immer wieder vergleichen sie das Heer der Arbeiter mit einer Armee von Soldaten, die diszipliniert, todesmutig, mit jeder Faser ihres Seins einer großen 25 aufopferungs⸗ bereit hingegeben, im neuzeitlichen irtschaftskriege die Rolle der erobernden Vorhut spielen. Stets ist es dieses Bild, das in zahllosen Abwandlungen, . 5 pathetischer, wiederkehrt. Selbst Camille Lemonnier hat nichts getan, als diesen Vergleich l Möglichkeiten auszuspinnen. Er schil⸗ dert die Schlachten, welche die Arbeiterheere gegen die neidischen Alben des Erdinnern führen, wobei sie siegreich vordringen, wenn auch noch so viele von ihnen unter dem vernichtenden Artilleriefeuer der schlagenden Wetter fallen. Das aber erscheint ihm das Großartigste an seinen„Bo⸗ rains“: So oft sie auch die Kameraden, die eigenen Väter und Brüder und Söhne von Geröll zerschmettert, mit ver⸗ spritztem Hirn, zur Linken und Rechten fallen sehen, sobald der letzte Sarg auf dem kleinen Kirchhof des Bergarbeiter⸗ dorfes unter den Rasen geglitten ist, fahren die Uebrig⸗ gebliebenen wieder in den todesschwangeren Schacht ein, fiüchtte 8e und schicksalsergeben: Es ist nie einer fahnen⸗ lüchtig geworden von diesen Soldaten der Arbeit. Man mag, je nach dem Standpunkte, in diesem Scheitern des Bestrebens, Nieerlebtem, die ihm gebührenden neuen Ausdrucksformen zu erschaffen, ein Zeichen der unfähigen Schwäche 1 mit welcher die dichterische Gestaltung der Gegenwart hinter dem Vorwärtsdrängen vor Industrie und Dichter zurückgeblieben ist. Oder ein Zugeständnis der 5 ielstrebiger Menschenkräfte heute noch, wie vor Jahrtausenden, mit nichts Erhabenerem vergleichen läßt, als dem Kriege, daß aufopferungsfähigsten Menschen kein Ehrenname gut genug ist, als der des Soldaten. Eine solche Anertenntnis aus dem Lager der an ferner Welten Tor auf Ewigkeitsklänge lauschenden Dichter könnte gerade jetzt recht willlommen sein. Aber in Wirklichkeit stimmt das Bild der belgischen Poeten nicht. Jetzt, wo des Krieges unwiderstehliche Gegenwart über den Borinage hereingebrochen ist, erkennt man, daß der Vergleich beiden Schließlich erklärt Herr festigte“ 2 Archer, daß Alexandrien eine„be⸗ stadt war, als Gladstoue es bombardierte. Sowohl Unrecht tut, den Arbeitern des belgischen Grubenreviers wie den Soldaten. . 9 ß. ĩᷣͤ. ̃ĩ˙ ‚ Ich bin durch das schwarze Land gewandert, zwi f den Schutthalden, diesen pyramidenhohen Maulwurfs⸗- haufen, welche der winzige Mensch Schippe für Schippe aus der zerwühlten Erde hinaufgestoßen hat. Unfrei wie der Blicl, der sich im engen Kreise an den Bergaufhäufungen von taubem Kohlenkalk und an dichten Zäunen von rußschwitzen⸗ den Schloten fängt, so ist unfrer das Volk, welches hier erwuchs. Es gibt eine Kohlenzeichnung von Konstantin Meunier, in der in wenigen Strichen dieses Erdenteiles Geist und Seele ganz aufgefangen zu sein scheint.„Feier⸗ abend im Boraindorfe“. Stumpf und vom überlangen Tage⸗ werke jeder Empfindungsfähigkeit beraubt, stieren vier, fünf ältere Männer, in einem Mauerwinkel auf dem Pflaster hockend, auf die Dorfstraße, wo ein paar untergefaßte jüngere Leute mit müde geschleppten Körpern wandeln. Kaum vermag man zu erkennen, was Männer und was Frauen sind. Denn sie tragen beide dasselbe männliche Arbeitsgewand, auch die von der Schulbank in die dumpfe Nacht der Stollen hinabgestoßenen Mädchen. Sie kennen kein jungfräuliches Festgewand und keinen frohen Sonn⸗ tagsstaat, dessen doch des Weibes Gemüt zum Erblühen bedarf, wie die Mutter Erde des Frühlings. Aber hier ward unter ätzenden Kohlenschwaden, der die Fenster der niederen Hütten blind schlägt und die Knospen von den kümmernden Bäumen beizt, selbst der Erde ihr Frühling fremd. Mitten im perspektivischen Punkte von Meuniers Bild, so daß er jeden Blick gewaltsam auf sich saugt, tyran⸗ nisch und drohend ein ferner rauchender lot, dieser Menschen steinerner, fühlloser, pagodenhaster Beherrscher, auf den sich scheu des Kindes erster bewußter Blick richtet und dem es willenlos bis zum Totenbette verschrieben bleibt. Nein, es liegt keine Wahrheit darin, wenn man die Not eines niedrigen Lebenszwanges, der das Dasein nie sehr wertvoll empfinden ließ, mit der wertbewußten Auf⸗ opferung des freien Mannes vergleicht, des Soldaten, der über die Grenzen seiner und der Seinen Existenz dem Vater⸗ lande dient. S sie das wohl zu begreifen vermögen, die Leute im schwarzen Borinage, jetzt, wo sie die deutschen Soldaten kennen gelernt haben?. Als Feinde waren sie eingerückt, damals, als in West⸗ belgien die französischen Heere standen. Bei Charleroi wurde die Schlacht geschlagen, welche nach General Joffres schwer⸗ wiegender, aber etwas verspäteter Meinung die Franzosen hätten gewinnen müssen, sogar zehnmal hätten gewinnen müssen, die aber in Wirklichteit die Franzosen aus Belgien beinahe ganz hinausfegte. Die erregten Einwohner begingen den Wahnsinn, sich am Kampfe zu beteiligen, und schossen aus den Häusern auf die deutschen Truppen. Ausgebrannte Straßenreihen zeugen vom Vollzuge des verdienten schweren Strafgerichts. Die Deutschen aber ließen sich nicht auf⸗ halten. Wie eine Ueberschwemmung brausten ihre Armeen über das Land hinweg. In immer noch unfaßbarem Stau⸗ nen berichten die Einwohner davon, die das mitangesehen haben. Es war betäubend, niemand konnte das nieder⸗ pressende Wunder dieser Heerfahrt eines reisigen Volkes begreifen, welches auszog, den frevelhaften Ueberfall auf sein friedliches Vaterland abzuweisen und in welchem der letzte Troßsoldat den Rachezorn der ganzen Nation im Busen trug. Und dann, als man wieder zu sich lam, standen alle Räder still, und alle Hochöfen waren kalt. Der Krie hatte Feierschicht geboten im ganzen Kohlenlande westli der Sambre. Seit Völkergedenken war es immer nur der Krieg, der hier Feiertag gemacht hat, aber Feiertag heißt hier Hungertag. Und in diesem Gebiete ist, als dem einzigen im ganzen okkupierten Lande, der Hunger den Einwohnern auch wirklich fühlbar geworden, ohne daß es möglich war, rasch genug einzugreifen. Aber daun hat die deutsche Militärberwaltung auch hier die Angehörigen des feindlichen Landes mit Brot versorgt, und hat begonnen, ihnen die Arbeitsstätten wieder zu öffnen. Da die belgische Industrie kaum einen Inlandsmarkt hat, sondern ganz wesentlich auf den Export angewiesen ist, so bietet ihre Wiederbelebung Schwierigkeiten, die hier im engen Rahmen gar nicht geschildert werden können. 0 Es ist ein gewaltiges Werk deutscher Organisations⸗ begabung, welches hier in unzähligen Schreibstuben ge⸗ leistet wird, still, aber sichtbarlich. Denn von den Akten⸗ stößen der Schreibtische geht es wie ein belebender Blutstrom durch das Netz der erkalteten Lebensadern des Industrie⸗ reviers. Der ohnmächtig gewordene Riese beginnt seine Glie⸗ der zu recken, und es könnte fast scheinen, als ob der Tag sich nähere, wo alles wieder seinen alten Gang gehen wird, im Borinage und im Centre. 5 Aber es wird nicht mehr das alte Leben sein. Ueberall in den Betrieben arbeiten deutsche Aufseher, Werkmeister und Vorarbeiter, und von ihnen haben die Borains, viele wohl zum ersten Male, von der deutschen Sozialgesetzgebung, von Kinderschutz und Altersfürsorge vernommen, wie von lauter Märchen. Und ehe sie das vielleicht noch recht fassen konn⸗ ten, hatte die deutsche Generalverwaltung in Brüssel bereits den ersten Schritt zur Einführung einer Sozialgesetzgebung in Belgien unternommen. Daß die deutschen Eroberer mit solchen Gaben in das Feindesland einziehen würden, das hat keiner von den Verblendeten ahnen können, die aus den niedergebrannten Franktireurhäusern geschossen haben. Des Hennegaus reiche und alte Geschichte ist wie von Schlackenmassen verschüttet, wie mit dickem Ruß übertüncht. Der Abraum dex gewaltigen Werkstätten dieser Wallonen⸗ provinz hat alles zugedeckt, die Denkmäler großer Vorzeit, wie die Narben vieler Kriege. Es ist, als ob die Bewohner an nichts denken sollten, als an die Gegenwart und ihre Ar⸗ beit. Fast wohltätig legt sich der schwarze Rauch auch auf die grausam neuen Gedenkstätten dieses Krieges, daß sie zeit⸗ entrückt aussehen, wie ein längst verklungener, böser Traum. Die Natur des Landes will es selbst so, daß der Borain, nur an seine Arbeit und an die Gegenwart denkt. Es ist ein merkwürdiges Volk; kaum beginnen die Betriebe wieder zu gehen, so beklagen sich die Zeitungen schon darüber, daß die deutsche Verwaltung die Wiedereröffnung des großen Zirkus in Charleroi nicht gestattet. So sehr hat man hier das Emp⸗ finden für die Gebote der Kriegszeit, das Bewußtsein der Gegenwart des Krieges schon verloren. So wenig hat diese „Soldaten der Arbeit“, wie sie die belgischen Dichter schmei⸗ chelnd nannten, ihr hartes Dasein erzogen. Deutsche werden es sein, die den Borains lehren, daß es eine andere Arbeit gibt, als er bisher kannte, eine freie, befreiende Arbeit. W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. ——— ü—H—ͤ— Schneefälle in Süd⸗Cirol. Innsbruck, 17. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Info der ungeheuren Schneefälle werden aus Süd⸗ Tirol 1 Hauseinstürze gemeldet. In Denne wurden zwei, in Castagno eine Person von einstürzenden Trüm⸗ mern begraben. Alle drei sind tot. Der Bahnverkehr leidet noch immer unter den niedergehenden Lawinen. Zwischen Mezzo⸗Lombardo und Malo Sonntag eingestellt. ist der gesamte Verkehr bis „ Landwehrhumor in Rußland. Ein wackerer Oberhesse schikt einer Gießener Dame aus dem 3 folgendes Gedicht, das uns beweist, daß unsere Landsleute auch unter widrigen Verhältnissen nicht ihren gesunden Humor verlieren: Hier in diesem Russenneste Gehts uns gerade nicht aufs beste, Jedes Dorf ein finster Loch, Alle Gassen sind sehr dreckig, Die Bewohner faul und speckig. Alles riecht nach Knobelauch. Will man wirklich etwas kaufen, Eiherrjeh, da kann man laufen, Bis man ganz kaporis ist. Hat man dann etwas erworben, Riecht man gleich, daß hier verdorben Meistenteils die Ware ist. Milch und Butter und auch Eier Stinken immer ungeheuer, Doch wo anoers ists noch schlimmer, Etwas Vorrat findst du nimmer. Der Kosak hat hier gehaust Und sogar den Russen bemaust. n der Nacht, wenn alles ruht, t man die Insektenbrut, dem Körper Flöhe, Wanzen Und die Läuse Schieber tanzen. Dann am Morgen, welch ein Graus, Sieht man ganz zerbissen aus. Doch wir alten Landweyrmänner Sind von solchen Sachen Kenner, Nur Humor hilft drüber weg Ueber allen Russendreck. Hoffentlich ist nicht mehr weit Eine schöne Friedenszeit, Wo wir kehren treu und bieder Siegreich in die Heimat wieder. Slupia, 27. Januar 1915. Dermischtes. * ae Ehefrauen an der Front. Es ist auch in Frankreich für einen Nichtkämpfer im allgemeinen keines⸗ wegs leicht, an die Front zu gelangen. Selbst die Berichterstatter, die amtlich zugelassen sind, müssen sich mit kurzen Besuchen an diesem oder jenem Punkt der Schlachtlinie begnügen. Umso er⸗ staunlicher ist es, daß allem Anschein nach die Frauen es zuwege bringen, bis zu den Kämpfenden der vorderen Linien vorzu⸗ dringen. Es wird berichtet, daß die Französinnen in der Liebe zu ihren Gatten die Mittel gefunden haben, den lange Vermißten zu erreichen, ohne die sonst unumgängliche Erlaubnis von irgend jemand zu erlangen. Sie drangen auf gut Glück vor, und so fan⸗ den sie schließlich ihren Mann— was auf die Ordnung und die Aussicht hinter der Front freilich kein allzu günstiges Licht wirft. Die Sache muß aber einen ziemlich großen Umfang angenommen haben; denn der Generalissimus Joffre sah sich genötigt, mit einem kategorischen Verbot dagegen einzuschreiten. Daraufhin haben die Gattenbesuche an der Front, wie berichtet wird, so ziem⸗ lich aufgehört; aber es gibt immer noch hier und da eine Frau, die jedem Verbote trotzt und die sich wirklich durch die Linien schmuggelt. So kam es, daß nach einem Bericht des Temps der Kommandeur eines Infanterieregiments zu einer überraschenden, aber wahrscheinlich durchgreifenden Maßregel schreiten mußte: er bestrafte die Ehemänner, die den Besuch ihrer Frauen erhalten hatten. Die Begründung für diese Maßnahme, durch die eigentlich Nichtschuldige getroffen zu werden schienen, lautete folgendermaßen: „Jeder Ehemann hat die Pflicht, wie das bürgerliche Gesetz es ver⸗ langt, den Gehorsam seiner Frau zu erzielen. Jeder verheiratete Soldat muß daher imstande sein, seine Frau zu verhindern, daß sie ihn besuche. Umso schlimmer für die Ehemänner, wenn sie Statt besonderer Anzeige. R nicht genügend Autorität über ihre Frauen haben, daß sie den vom bürgerlichen Gesetz geforderten Gehorsam bei ihnen durch⸗ setzen. Sie werden also für den Ungehorsam der Frau verantwort⸗ lich gemacht. Wenn in den Heeren früherer Zeiten eine Marke⸗ tenderin gegen die Disziplin verstieß, so wurde, da es nicht mög⸗ lich war, die Marketenderin ins Gefängnis zu werfen, der Marke⸗ tender dort hineingesetzt, da man ihn für die schlechte militärische Erziehung seiner Frau verantwortlich machte. Die Methode war nicht so töricht, wie es zunächst scheint, und sie wird in den vor⸗ liegenden Fällen zur Anwendung gelangen.“ So zu lesen in dem Tagesbefehl, in dem von den Strafen die Rede ist. »Die Bombe als Nachtisch. In seiner Selbstbiographie „Lebenserinnerungen und Lebens! offnungen“ erzählt der bekannte Astronom Prosessor Wilhelm Förster eine Episode aus der Zeit unmittelbar nach dem deutsch-ranzösischen Kriege, die gerade jetzt in mehrfacher Weise interessieren dürste. April 1872 war Förster nach Paris gegangen, um als deutscher Delegierter an den Sitzungen des internattonalen Komitees für die internationale Organisatton des Maß- und Gewichtswesens teilzunehmen. Aus dieser Zeit er⸗ zählt er: Ich erinnere mich noch, daß bei einem Frühstück, welches unser Freund Henry Sainte Claire Deville den auswärtigen Komitee— mitgliedern in dem chemischen Laboratorinm der Ecole Normale gab, am Schluß auf einer großen Schüssel unter einer Metallglocke ein verdecktes Gericht zum Nachtisch serviert wurde. Als dann die Glocke abgenommen wurde, erblickte man auf dem Teller eine Bombe von etwa 20 Zentimeter Durchmesser, welche aus einzelnen Sprengstücken wieder zusammengesetzt war. Unser liebenswürdigen Wirt erzählte uns hierzu, daß diese Bombe in dem Garten der Ecole Normale explodiert sei und daß man dieses Belagerengs— dokument aus den zerstreuten Sprengstücken zusammengesetzt habe. Begütigend fügte der große Chemiker, sich gegen mich verbeugend, hinzu: Das kam aber nicht von Ihnen, sondern von Herrn Thiers. » Amerikanische Aphorismen. Es scheint, als ob Churchill, um„die Nordsee zu versiegeln“, eine andere Art Siegel⸗ lack braucht, als ihm zur Verfügung steht.(Chicago News.)— Berichterstatter, die mit der britischen Zensur ewige Schwierigkeiten hatten, haben nun herausbekommen, daß jede Nachricht, die etwas über die schlechte Gesundheit des Kaisers mitteilen möchte, anstandslos durchgelassen wird.(Chicago Herald.)— Eine revolutionäre Be— wegung ist jetzt in Mexiko eingeleitet worden, um die Dauer der Präsidentschast auf 5¼ Wochen zu erhöhen. Denison Tex. Herald.) — Es wird in Mexiko so lange keinen Frieden geben, bis die Kinoleute, die die verschiedenen Generale begleiten, entfernt worden sind.(Atlanta Constitution.) Monatl. Uebersicht der Todesfälle in der Stadt Gießen. Monat Jauuar 1915. Einwohnerzahl: angenommen zu 32 9 0(inkl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitszisser: 21,90%, Nach Abzug von 29 Ortsfremden 11,30. Er- Kinder 8 1 8 ens⸗ 4 E n an Zul. wachsene in 1 chens, 428. Angehorener Lebensschwäche 3(3)— 3(3)— Altersschwäche 2(I) 1 Diphtherie und Krupp 4(63)—— 4(3) Tuberkulose 4(02) 3(2)— 1 Erkrankung der Atmungs⸗ organe 1102) 9(2) 1 1 Erkrankung des Herzens 4 3 1— Gehirnschlag 4 4—— Erkrankung d. Nervensystems 4 02) 4(2)—— Erkrankung der Verdauungs- organe 4(2) 2(2) 1 1 Blinddarmentzündung 2(2) 10)— 10) Erkrankung der Harnorgane 2(1) 2(1)—— Krebs 8(4) 8(4)—— Verunglückung 1(6) 100)—— sonstigen Krankheiten 7(6) 404 10) 2 00 Summa: 60(29) 43 20) 7(4) 10 6) Außerdem 9 französischer Kriegsgefangene. Mirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinde. Freitag, den 19. Februar, abends 8 Uhr: Fastenpredigt. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge(Süd⸗Anlage). Samstag, den 20. Februar 1915: To rab end 5.30 Uhr. Morgens 9.00 Uhr. Nachmittags: 3.30 Uhr. Sabbatausgang 6.40 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbatfeiee am 20. Februar 1915: eitag abend 5.25 Uhr. amstag vormittag 8.30 Uhr. 8 nachmittaz 3.30 Uhr. Sabbat-⸗Ausgang 6.40 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 7.00, nachmittags 5.30 Uhr. 2 2 Febr. 2 5 2 5 n Wetter 1915 2 5.2 88 *. 1 2•0 225 45 10 17%% 4% 2% 10 18. 7% 8 3,3 188 10 Regen 0 1 0 1 g Höchste Temperatur am 16. bis 17. Februar 1915 4 50 C. Niedrigste„„ 5 1915— 0,8, Niederschlag: 1,2 mu. Für Rheumatiker und Nervenleidende. In einem Tage von seinen entsetzlichen Schmerzen befreit. 5 Herr Josef Wilbelm, München, schreibt:„Seit 2 Monaten litt ich derart an Ischias, daß ich nicht gehen und nicht stehen, und das Bett nicht verlassen konnte. Ich häfte ausschreien mögen vor Schmerzen. Kein Mensch glaubt, was ich gelitten babe. Nichts half mir. brachte mir meine Frau aus der Apotheke Togal mit. Die Wirkung wahr geradezu wunderbar. Nachdem ich nur wenige Tabletten ge⸗ nommen hatte, war ich vollkommen wieder hergestellt. Ich gebe daber jedem Leidenden den Rat, sich sosort aus der nachsten Apotheke das überaus billige und unfehlbar wirkende Togal zu besorgen. Nie⸗ mand wird diese Ausgabe bedauern“ Aehnlich berichten viele andere, welche To gal gegen Rheumatismus, Hexenschuß, Schmerzen in den Gliedern und Gelenken sowie bei Influenza, Nerven⸗ und Kopsschmerzen gebrauchten. Es giht nicht besseres. Es wird garantiert. daß es hilft und daß es unschädlich ist. Alle Apotheken führen Togal⸗Tabletten. Best.: Acid. acet. salic. Chinin Mg Li. 120288 — Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr.: Maul⸗ und Klauenseuche in Weickartshain. Nachdem die Seuche in Weickartshain erloschen ist, werden un⸗ sere Sperrmaßregeln vom 14. vorigen Monats aufgehoben. Gießen, den 17. Februar 1915. Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Hemmerde. 1 Heute morgen 5 Uhr entschlief sanft nach fast dreijährigem, schwerem Leiden mein geliebter, herzensguter Mann, unser treusorgender Vater, Schwieger- vater und Grossvater Lehrer i. R. Hermann Hotz im vollendeten 67. Lebensjahre. In tiefem Schmerz: Eleonore Hotz, geb. Schwarz Anna Hotz Lehrer Mergott und Frau, geb. Hotz Lehrer Hertel und Frau, geb. Hotz Elisabeth Hotz und 5 Enkel. Nidda, den 18. Februar 1915. Die Beerdigung findet Samstag, den 20. Februar, nachmittags Vermietungen Sud- * 2 schöne§⸗Zinmer⸗Wohn. Bad, Gas und Elektrisch, mit reichlich. Zubehör v. 1. zu vermiet. Näh. I. Stock. 292 Fefe J. Weinert, Gießen. wee Feldpost⸗Schachte Wiederverkäufer erhalten Preisliste kostenlos. Probepatet(7 Kartons! Mark 5.—. pril 15830 4 Uhr, statt. Frankfurter Stralle 25 schöne 4. Zimmer⸗ Wohn., Loggia u. Balkon nebst Badez. per 1. April 1915, evtl. guch früber, zu vermieten. Näh. im Hause bei Frau Böhm und Walltorstraße 16 bet L. Altboff. 364 [mmer Prima feinste holländische ULS Ammer Sch. 3.Zimmer⸗Wobnung zu vermieten. Schellfische u. K abliau in tadellos frischester e soeben Aangetrug n 1 Aa dei Credne 5-Zim.⸗ aße 14 hübsche Bob unng nebst Zu⸗ ör, Gartenanteil ꝛc. per sosort zu vermieten. 1¹⁰ Wbg. 3. 1. 125 Neuen Bäue 10 f. 0840 Seltersweg 39, 2 Tr., Eing. Goethestr., 3Zimmer⸗ Avril zu verm. 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Inhaber des Eisernen Kreuzes. Er war ein echter Freund der Jugend und übte auf sie durch seinen idealen Sinn, seinen wissenschaftlichen Geist und sein künstlerisches Empfinden einen tiefgehenden Einfluss. Wir betrauern tief den Verlust dieses ausgezeichneten Amtsgenossen. Giessen und Pforzheim. 5 — Giessen, den 17. Februar 1915. 18811 Direktor und Lehrerkollegium der Oberrealschule. Danksagung. Für die bewiesene Teilnahme und die zahlreichen Blumenspenden, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Gombel sagen herzlichsten Dank Todes-Anzeige. Nach Gottes Ratschluss ist am 7. Februar unser gutes einziges Kind, unser lieber sonniger Junge Heinrich Jakob, stud. theol. Gefreiter im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 222, 1. Kompagnie Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: 1574 Heinrich und Ludwig Schön. Reiskirchen, den 18. Februar 1915. im Alter von 22 Jahren für sein Vaterland gefallen. Der treue Gott schenke ihm die selige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihm. Seine lieben Kameraden in der Ferne möge er gnädig ins Vaterhaus zurückführen. In wehem Schmerz: Ernst Jakob, Lehrer Auguste Jakob, geborene Holzheimer. CARL BERG-· GE SSEN Schuhwarengschäft. Mäusburg Nr. 4 Gonterskirchen, den 16. Februar 1915. Anfertigung nach Maß Lager fertiger Herren-, Damen- u. Kinder- stiefel · Einlagen für Senk- und Plattfüße Alleinverkauf der so beliebten Kinderstiefel Marke„Petto In treuer Pflichterfüllung starb am 7. Februar bei Abwehr eines feindlichen Sturmangriffs unser treuer hoffnungsvoller Sohn und Bruder Gefreiter Willy Dürbeck (stud. theol.) Kriegsfreiwilliger im Inf.⸗Regt. 222, 1. Kompagnie. Gestern morgen entschlief plötzlich und unerwartet unser heißgeliebtes Töchterchen und Enkelchen ö Anna 4 im zarten Alter von 7½ Monaten. Ian Reparaturen werden prompt ausgeführt In tiefer Trauer: Karl Seibert IV. und Frau Eduard Seibert u. Familie 81 2 7 1 Katharina Müller Ww. u. Familie. Kaufmännischer Verein:: Ortsgewerbeverein Wieseck, den 18. Februar 1915. 2 70 Die Beerdigung findet Freitag, nachmittags Kriegs 2 Lichtbilder Vortrag 2 Uhr, vom Sterbehause Kornblumen⸗ l I In tiefer Trauer: 7 Familie Wilhelm Dürbeck. 5 Gießen, den 18. Februar 1915. 1 Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. f straße 6 aus statt. über 1517 ?—.—— Weneral- Feldmarschall von Hindenburg eee und seine Kriegsfelder Petrin- Tabletten„ Donnerstag, den 18. Februar, 8 ½ Uhr pünktlich, in der großen Aula f 0 i eines feiles der Aerzte 5 5 Fp. zum Kriegs- Sanitstsdienste Redner: Schriftsteller W. Foelsch-Rogewi 1 8 Teste amal in der zetreret h hitenen aus Berlin. 5 2 n 8„ erzte, zumal in der jetzigen Winterszei 1 2 N 717 15 2 7 25 1 15 355 stark 10 d urach genommen. Ihre Eintrittspreis für Nichtmitglieder 1 Mk, für Soldaten vom Feldwebel ab- — deu e warts 30 Pfg. Der Reingewinn wird für Zwecke der Kriegsfũrsorge verwandt meh ee e nue Eintrittskarten für unsere Mitglieder und deren Angehörige werden am ie Aerzte bitten daher, Bestellungen i 1 Von einer Heereslieferung biete ich nachstehende für Besuche, deren Erledigung noch im Eingang zur Aula ausgegeben. Die Vorstände. Laufe des Tages erwartet wird, vor 5 Uhr vormittags ihnen zukommen zu lassen. ber aral Ireisterein dieben Brot Auf 00 lag ee enn Infolge der neuen Verordnung und der hohen Seat ad. an 4 ö Mehlpreise sind die Bäcker gezwungen, wieder einen 50 Brust. u. Rückenschutzer 51.35 N SI rd. res CHF. EAI d Eil . 3[Karns Pflanzendünger 4 Pfd. Brot 80 Pfg. EI. Bfdg. 100 Leibbinden Stück Mk. 0.80 ist das Beste für alle* Nur in 8(Kriegs⸗ 8 1 100 Lebinden. e 65[Gegerel- rg Neries Sehelett. 2 Pfd. Brot 40 Pfg. 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