weites Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die„Gießener Famillenblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Sießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Zeit⸗ tagen“ erscheinen monatlich zweimal. . n* f 105. Jahrgang ießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Landwirtschaftliche Ausblicke. Mit am auffallendsten unter allen durch den Krieg bedingten wirtschaftlichen Erscheinungen ist die merkliche Teuerung auf dem Fettmarkte. Die Rohmaterialien für die Herstellung von Margarine, allen Oelen, Schmieröten und besonders auch von Seifen sind teils um 100 Prozent im Preise gestiegen, eine Erscheinung die in der beträchtlichen, jetzt ausfallenden Oel⸗ und Fetteinfuhr vor dem Kriege ihre Erklärung findet. Noch zur Mitte vorigen Jahrhun— derts erzeugte das deutsche Wirtschaftsgebiet so viel Oet⸗ sämereien, daß es eine beträchtliche Ausfuhr besonders nach England und Skandinavien aufzuweisen hatte. Die immer mehr erstarkende Konkurrenz Rußlands, der Mittel⸗ meerländer, der englischen Kolonien, wie Kanada, Indien, Neuseeland, der französischen Kolonien, wie z. B Framzösisch Kongo usw. verdrängte jedoch durch ihre billige im Raub⸗ bau betriebene Erzeugung mehr und mehr die deutschen Rohstoffe und zwar nicht allein vom englischen und skandi⸗ navischen, sondern auch selbst vom deutschen Markte, so daß wir lee etwa die Hälste aller in Deutschland verarbeiteten ölhaltigen Rohstofsfe aus dem Auslande beziehen. Die deutsche Landwirtschaft fand einen Ersatz für die Oel⸗ pflanzen in den 4 die ebenfalls als Hackfrüchte gebaut, auch für die Betriebsintensität der deutschen Land⸗ wirtschaft von großer Bedeutung wurden. Schon im letz en Jahrzehnt vor dem Kriege jedoch traten mancherlei An⸗ zeichen auf, die auf eine baldige Aenderung dieser Ver⸗ hältnisse hinwiesen, eine Aenderu die durch den Krieg, wenn wir so sagen dürfen, gleichsam zwangsläufig be⸗ 1 worden ist. Kanada fand beim Unkle Sam einen nicht allein guten, sondern sogar dringenden Abnehmer für seine 8 die indische, neuseeländische und sonsti⸗ gen kolonialen Ernten aber waren, weil auf Raubbau be⸗ ruhend, meist nur wenig entwicklungsfähig, so daß bei dem immer mehr anwachs n Bedarf der Kulturstaaten eine sehr scharfe Handelskonkurrenz einsetzte, in der der deutsche Kaufmann dank 8 überlegenen Kenntnisse und Unter⸗ nehmungslust und gestützt auf eine hervorragend leistungs⸗ fähige Industrie, nur zu oft Sieger blieb. Der Erfolg war eine dauernde Preissteige rung auf allen Fettmärkten Europas und ein immer steigender Neid, der letzte und 7— tigste Kriegsgrund John Bulls.— Deutschland aber ste aun vor der Notwendigkeit, seine Erzeugung seinem Bedarf anzupassen, und man darf wohl sagen, daß es eine der besten Seiten des Krieges ist, daß er mit eisernem Zwang das klar erkennen läßt und zur Durchführung bringt, was im Frieden im Kampf der Geister einfach unbeachtet bleibt. Seit mehr als zehn Jahren ist von vielen und auch vom Ver⸗ fasser immer wiederholt worden, daß es ein gewisser wirt⸗ schaftlicher Selbstmord für Deutschland sei, daß es in Kon⸗ kurrenz mit Rußland und mit den billig arbeitenden An⸗ tillen England mit Zucker versehe und zwar zu Preisen, die hinter den Zuckerpreisen im Inlande weit zurückstehen, während es für teures Geld Getreide von Amerika, Indien und Rußland und Oelsamen von unserem lieben Vetter jenseits des Kanals einhandelte.— Jetzt endlich bietet der Krieg die Möglichkeit, eine Gesundung dieser Verhältnisse herbeizuführen, und es muß die Aufgabe unserer Regie- rung sein, diese Gesundung nach Möglichkeit zu unter⸗ stützen, indem sie, wenn notwendig, den Zuckerrüben⸗ bau gesetzlich auf die Anbaufläche beschränkt, die zur Erzeugung des normalen, für den Inlandbedarf not- wendigen Zuckerquantums notwendig ist.— Es ist nicht allein die Sicherung der deutschen Volksernäh ung, es ist die 2 5 eines Teils der deutschen Voltswirtschaft, die hier auf dem Spiele steht.— Bezüglich der Deckung des Fettbedarfs liegen bereits eine ganze Reihe von Vorschlägen vor.— Bruck und Genossen schlagen vor, den Gespinstpflanzenbau(Lein-, Freitag, 12 Februar 1015 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersuäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: S Sol, Schrist⸗ leitung: 12. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Flachs⸗, Hanfbau) zu vermehren und so den Gespinstfaser⸗ bedarf und durch die Samengewinnung den Oelsamen- bedarf teilweise zu decken.— Der Vorschlag verdient für päter Erwägung. Augenblicklich kann er keine besonderen Ansprüche auf Verwirklichung machen.— Schon vor ca. 15 Jahren sind ähnliche Vorschläge vom Präsidenten des Landw. Vereins für die Provinz Oberhessen, dem Grafen Laubach, ausgegangen, und sie fanden in den Kreisen der Volksfreunde lebhaften Widerhall. Die Landtags⸗ abgeordneten Köhler, Langsdorf, und Schmalbach Crain— eld, boten ihren N influß auf, um den Hauf⸗ und Flachsbau in einzelnen Teilen des Vorgebirges und Mittel⸗ 3 durchzuführen. Die Anbauversuche lieferten auch efriedigende Resultate, allein die Sache scheiterte an der Röstung. Die Tauröste liefert F geringe Produkte, die Wasserröste in öffentlichen Wasse läufen ist nach den Wasserschutzgesetzen unmöglich und die wirklich gate Re— sultate liefernde Warmwasserröste ist nur im Fab rülbetriebe mit geschultem technischen Personal möglich.— Vibrans, Kalvörte, hat den Vorschlag gemacht, die Spinnereien soll— ten die Röste übernehmen. Der Vorschlag ist gut, er ist der einzige gangbare Ausweg, allein er ist von den Spinnerei⸗ vereinigungen bis jetzt nicht beschritten worden. Somit fällt der Gespinstpflanzenbau bis auf weiteres weg— im Gegenteil, es muß vor einem Gespinst⸗ pflanzenbau in der heutigen Zeit direkt ge⸗ warnt werden, denn für Experimente ins Blaue istdie Zeit zuernst. Unter diesen Umständen bleibt nichts übrig als den Oel samenbau in direkter Form bei uns wiederum stärker zu be⸗ treiben. Auf allen weizenfähigen Böden wird sich hierzu der Winterraps, auf allen leichteren Böden der Winterrübsen besonders empfehlen. Da beide zur Zeit zum Anbau nicht in Betracht kommen, der Oelsamenbau aber dringend notwendig erscheint, so bleibt uns nichts übrig als zu den weniger er⸗ tragsreichen Sommerformen dieser Oelpflanzen zu greifen. Sommerraps ist auf allen mittleren bis schwereren Böden, auf denen ein starkes Austrocknen im Vorsommer nicht zu befürchten ist, anzubauen. Die besten Vorfrüchte für ihn sind gedüngte Hackfrüchte oder Klee, von dem im Frühjahr zunächst noch ein Schnitt ge⸗ nommen werden kann. Soll er nach Getreide gebaut werden, so ist eine Kaliphosphatdüngung entsprechend etwa 1½ Ztr. Superphosphat und/ Zentner 40% Kalisalz am Platze, mit der verbunden eine Jauchedün Dienste leistet. Die Feldbeste üblich. Die Saat geschehe z als Drillsaat auf ca. 30—4 Saatgut sind notwendig ca. 7— 10 Pfund pro Morgen.— Die gut aufgelaufene Saat ist vorsichtig mit dem Hackpfluge oder der Hackmaschine zu durchfahren und nach etwa 10 bis 12 Tagen leicht anzuhäufeln.— An Schädlingen sind be⸗ sonders die Erdflöhe als bedenklich anzusehen, da sie in der Regel von Rainen, Gräben, Waldrändern her in das Feld einwandern, so empfiehlt sich gegen diese Grenzen 1—2 Meter breite Schutzstreifen anzulegen, die kräftig und wiederholt mit Ruß und zerkleinertem Pferdemist bestreut werden, aber nicht bepflanzt werden. Außerdem ist ein wiederholtes Be— pritzen der Randstreifen der Pflanzenbestände mit einer Auf— ochung von Tabakstaub sehr zu empfehlen.— Die Ernte kann mit der Mähmaschine erfolgen und zwar sobald die Körner in den unteren Schoten braune Bäckchen haben. Die leinen von der Maschine oder Hand gebundenen Garben önnen einige Tage auf dem Felde nachtrocknen, um dann möglichst sosort gedroschen zu werden. Beim Drusch ist eine weite Trommelstellung der Maschine geboten, um jede Beschädigung der Samen zu vermeiden. Die frisch ausge- droschenen Samen bleiben zum Nachtrocknen ca. 2—3 Wochen in höchstens 5 Zentimeter hoher Schicht auf dem Speicher liegen und werden jeden zweiten Tag gut gewendet.— Als Normalertrag dürsen auf gutem Boden und bei ausreichender Düngung bei uns in Hessen ca. 6—10 Zentner Körner und 10—15 Zentner Stroh und Spreu gelten. Das Stroh ist zu Streuzwecken, die Spreu zu Futterzwecken sehr brauchbar.— Bei Abgabe der Samen an den Händler oder die Oelmühle behalte man sich die Rücklieferung von ca/ des Samen⸗ gewichts als Oelkuchen vor. Man wird sich auf diese Weise ein wertvolles Futter für Rindvieh und Schweine sichern.— Som mer rübsen gedeiht auch auf leichteren Böden, bei ge⸗ ringerer Düngung und nach jeder Vorfrucht, doch ist sein Ex⸗ trag entsprechend geringer, er schwankt etwa zwischen 5 bis 8 Zentner pro Morgen.— Wenn auch diese Erträge nicht gerade als hoch anzusehen sind, so versprechen sie trotzdem in heutiger Zeit eine recht gute Ernte für unsre Landwirt schaft, da die Preise für Oelsalat sich zurzeit bis auf den Höhe von ca. 18 Mark pro Zentner befinden und demnächst wohl noch beträchtlich höher steigen dürften. Ueberall dort, wo seither Zuckerrüben in größerem Umfange gebaut wurden, sollte mindestens ½ der seitherigen Rüben bau⸗ flächedem Oelsamenbaugewidmet werden. Auf diesem Wege werden die Landwirte praktische Erfahrungen sammeln und der Markt wenigstens zum Teil versorgt wer⸗ den. Zu gleicher Zeit aber wird die Vieh-, besonders Milch⸗ wirtschaft, durch die Kuchen- und Spreurückstände gehoben bezw. gesichert und so die Milchversorgung der städtischen Märkte gestützt.— Dieses letzte Moment dürfte im kommen⸗ den Winter, ganz einerlei ob der Krieg beendet ist oder nicht, ganz le ondere Bedeutung gewin e und noch manchen städti⸗ schen Kreisen schwere Sorge bereiten.— Der Fettbedarf unseres heimischen Marktes wird auf f diesem Wege allerdings nicht vollständig gedeckt werden, denn einesteils sind die Anbauflächen noch ungenügend, anderen⸗ N teils die Ernten mit den Sommerformen von Raps und Rübsen gering. Besonders wird die Nachfrage nach gering wertigeren Fetten zur Schmiermittel-, Seifen- und Kerzen⸗ bereitung auf diesem Wege nicht gedeckt werden.— Da auch dieser Bedarf ein sehr dringender ist, so dürfte dringend die Frage zu ventilieren sein, ob wir nicht unsere Abwässer, wie sie aus den Kläranlagen abgehen, ent⸗ fetten wollen und uns so beträchtliche Fettmengen zu obigen Zwecken sichern wollen.— Die Angaben über den Fettgehalt der Abwässer schwanken sehr so wie dieser wohl selber. Die höchsten Zahlen stammen aus München und Nürn⸗ berg, sie geben 0, 370,33% an, die niedersten aus Cassel, sie geben 0,17% an. Vielleicht liegt die Wahrheit in der Mitte. Wie dem auch sei, der Fettgehalt der Abwässer ist immerhin noch beträchtlich und es wird sich zweifellos die Möglichkeit ergeben, diesen Fettgehalt der Abwässer nach der Klärung in den Klärbecken durch Zentrifugieren ziemlich vollständig zu gewinnen. Nach einer kräftigen Reinigung (Raffinerie) dieser Fette steht ihrer Freigabe in den Verkehr zur technischen 8 wohl keine Schwierigkeit ent⸗ gegen.— Ob und inwieweit das von Thomae weiter aus⸗ gebildete Verfahren der Fettgewinnung durch trockene Destil⸗ lation der Sinkstoffe in den Kläranlagen sowie der Baum⸗ blätter und sonstiger Abfälle hierbei Verwendung finden kann, steht dahin. Die Frage der Fettversorgung ist nach der Frage der Brotversorgung die dringendste, darum scheint es unbedingt notwendig, ihr alle Aufmerksam⸗ keit zuzuwenden, denn ihre Lösung ist nicht leicht! Kleberger. — Aus Bessen. rb. Darmstadt, 11. Febr. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer hielt heute mittag eine längere Sitzung ab, in der gemeinsam mit der Regierung, für welche die Herren Staatsminister Dr. v. Ewald, Finanzminiser Dr. Braun und Minister des Innern v. Hombergk erschienen waren, die Kunst, Wissenschaft und Ceben. — Englisches Theaterleben in Kriegszeiten. Nichts verblüfft die französischen und belgischen Besucher Englands so sehr, we der ständige englische Hunger nach Vranlgengen auch unter den gegenwärtigen Bedingungen. Dicse Feststellung machte ein Mitarbeiter der„Times“, um die Tatsache dann in der selbstgefälligen Art des echten Engländers zu erklären. Wer die Engländer gut kenne, würde nicht einen Augenblick annehmen, daß ihr Hang zum Vergnügen Oberflächlichkeit bedeute, daß sie deen Geld dir era tand arspchee so daß sie für die Leiden der Heimatlosen nichts mehr übrig behielten, daß sie, weil sie spielten, nicht auch arbeiteten. Es wäre nun einmal so die englische Art.„Im Beginn des Krieges, im August, sah es so aus, als sollten sie von ihrem Anspruch, nichts ernst zu nehmen, unsanft befreit werden. Aber bald erholte sich das Theater wieder. Zu Weihnachten gab es bereits so viele Pantomimen und Stücke für die Kinder wie immer und ebenso viel Leute, die sie sich ansahen. Heute machen die Auto⸗ mobile und Wagen es nicht min er gefährlich wie früher, Coventry Street zwischen 11 Uhr und Mitternacht zu überschreiten, und volle Häuser in den Theatern sind nichts Ungewöhnliches. Was will nun das englische Publikum sehen? Das ist auch heute eine schwer zu beantwortende Frage. Sicher ist das eine: es wünscht nicht die„smarte“ und leere Geschicklichteit, die es vor dem Kriege be⸗ wunderte. Um dem Publikum zu gefallen, muß ein Stück einen festen Stoff haben, ein aufregendes Ereignis oder Humor. Herzen und Sinne müssen im Sturm erobert, die Gunst mit Gewalt ge⸗ wonnen werden. Patriotische Stücke, von Shakespeare bis George Sims(, wirken gut. Andererseits haben Kriegsstücke und Kriegs⸗ episoden ein sehr verschiedenartiges Schicksal. Ernsthafte Stücke über den Krieg werden nicht gewünscht— so konnte man wenig⸗ stens glauben, ehe M. Fonson seine vergröbernde Mischung von Lachen und Tränen„La Kommandantur“ gab Bühnenbilder von Grausamkeiten und Schrecknissen sind nicht willlommen! man hat sie immer wieder versucht und schnell abgesetzt. In den Music-Halls finden es manche am besten, das Publikum von allen Gedanken an den Krieg abzulenken; andere wieder ziehen die Menge durch mili⸗ tärische 5„Rekrutierungsgesänge und Bilder“ an. Für die Schauspieler war der August der denkbar ungünstigste Augenblick: denn in diesem Monat werden die Pläne für die Herbsttourneen in den Provinzen aufgestellt, die Schauspieler engagiert und die Proben begonnen. So ist die Lage der Schauspieler, die auf sol⸗ chen Gastspielreisen beschäftigt sind, sehr schwer. Trotz der Bes⸗ serung des Theatergeschäfts gibt es viele hart arbeitende Schau⸗ spieler und Schauspielerinnen, denen der Verlust von 13 Wochen oder mehr vom Herbstgastspiel einen nicht wieder gutzumachenden Schaden verursacht hat. Jene, die so glücklich waren, ein En⸗ gagement zu finden, mußten fur herabgesetzte oder halbe Gagen spielen, und selbst für einen Londoner„Star“ ist das Leben bei halber Gage schwierig. Die Maßregel war aber nötig, da ganz allgemein die Eintrittspreise in den Theatern um 30—50 Prozent herabgesetzt werden mußten. Es gab wohl Ausnahmen, und in letzter Zeit zeigte sich eine Tendenz, die Preise zu der üblichen Höhe zu erhöhen; man kann nur hoffen, daß in diesen auch die Schauspieler und Schauspielerinnen, besonders die Vertreter der kleineren Rollen, wieder die volle Gage beziehen. In einigen Gesellschaften, besonders in einem Repertoiretheater der Provinz und in den Music-Halls, wurde das System der Gewinnbeteiligung mit gutem Erfolge angewandt.“ — Die Jagd auf das deutsche Buch. Der„Temps“ bemüht sich, die französische Gelehrtenwelt gegen das deutsche Buch mobil zu machen. Seine Ausführungen sind um so inter— essanter, als sie ein unfreiwilliges Eingeständnis der Ueberlegen⸗ heit des deutschen Buches und der Regsamkcit des deutschen Buch—⸗ handels in sich sch'ießen. Der„Temps“ erkennt an, daß das deutsche Buch„ein tückischer Nebenbuhler“ unseres Einflusses in der ganzen Welt und das Werkzeug ihrer Anmaßung auf die intellektuelle Weltherrschaft“ sei. Unter anderem weist er auf die Reclam⸗ Ausgaben hin, die in bequemster Weise„für einen geradezu lächer⸗ lichen Preis“ die Uebersetzungen der Weltliteratur, sogar der chine⸗ sischen und japanischen anbieten, und er fordert, daß die höheren Schulen Frankreichs von diesen Ausgaben„gereinigt“ würden. Aber bei aller Abneigung gegen das deutsche Buch kann sich der „Temps“ doch nicht der Einsicht verschließen, daß die weltweite Verbreitung der deutschen Schriftsteller-Ausgaben, z. B. der latei⸗ nischen und griechischen, ihre guten Gründe hat. Wird man doch in der Hauptstadt Griechenlands, wenn man dort eine Homer⸗ Ausgabe verlangt, mit der Teubnerschen bedient! Worin also liegt die Ueberlegenheit der Deutschen? Das Pariser Blatt ant⸗ wortet:„Der französische Geist verhält sich aus seinem inneren Wesen heraus langwierigen phi ologischen Arbeiten gegenüber im⸗ mer etwas widerspenstig. Dagegen besitzen die Deutschen in der cenauen, kleinlichen Vergleichung alter Handschriften mit kritischen Ausgaben seit alters her unerschöpfliche Hilfs mellen an Geduld und Ausdauer; daher auch die unglückselige Verbreitung ihrer Bücher!“ Um sie zu bekämpfen, verlangt der„Temps“ nicht weniger, als eine Organisation der wissenschaftlichen, besonders aber der philologischen Welt Frankreichs, wodurch allein diese „unermeßliche Aufgabe“ Aussicht auf Lösung habe. Dann sollen auch noch die einflußreichen Autoritäten die Ausbreitung des französischen Buches in der Fremde fördern, und die Verleger Frankreichs sollen die Bücher zu günstigen Bedingungen verkaufen, während das kaufende Publikum aufgefordert wird, etwas mehr auszugeben, um das Werk der Befreiung vom deutschen Buche zu unterstützen. Man sieht, der„Temps“ übertreibt nicht, wenn er die zu lösende Aufgabe als unermeßlich bezeichnet. — Henry Shrapnel, der Erfinder der nach ihm ge⸗ nannten Geschosse, die in den heutigen Kämpfen eine so große Ro le spielen, wurde, wie einer in der Minerva verösfentlichten Biographie zu entnehmen ist, am 3. Juni 1/61 in Mionag Ma⸗ giora Hou e bei Bradsord geboren. Seine Jugend ver ebte er in Ar⸗ mut und Bedrängnis, aber da er sehr klug und fleißig war, voll⸗ endete er seine Studien sehr schnell und wurde bereits im Jahre 1779 Artillerie-Leutnant. Man schickte den jungen Offizier nach Neufundland, wo er ich auszeichnete und bald befördert wurde. As er 1784 nach England zurückgekehrt war, begann er jene Ver uche mit Geschossen, die seinen Namen in aller Welt berühmt machen so lten. Bis zu der Zeit hatte man runde und hohle Ge⸗ schosse verwendet, die mit Explosiostoffen geüllt waren und die 0 dann in einzerne Stücke zerplatzten und wie der Zufall es mit sich 15 b 1 3 brachte, zerstreut wurden. Der junge Arti lerie-Osfizier kam auf den Gedanken, eine große Zahl runder Kugeln und Pulver in be⸗ stimmter Menge in das Geschoß einzuführen und es so zum Platzen zu bringen; zu diesem Zweck legte er die Kugeln in geschmolzenen Schwefe. und ließ etws Raum darin für die Explosioladungen. Im englischen Heer wur zen diese neuen Geschosse sofort verwen⸗ det; sie waren zwar noch unvollkommen, aber doch bereits ziem⸗ ich wirk am, und die Franzosen erfuhren ihre mörderische Kraft in den Kriegen in Spanien und Portugal. In einem Briefe an Sir John Sinclair vom 13. Oktober 1808 sprach Wellington von den starken Wirkungen des neuen Geschosses und schlug Shrapnel zur Be sohnung vor. Zu gleicher Zeit verwandte Sir William Robe als Kommandant der Articlerie die„Shrapnels“ in Torres Vedras mit großem Erfolge, und später versicherte Sir George Wood, daß seine Brigade nur mit Hilfe dieser Geschosse die Farm Haye Sainte wiedererobert und dadurch viel zu dem Siege bei Waterloo beigetragen habe. Unterdessen hatte Henry Shrapnel eine erfo!greiche Laufbahn als Soldat in Gibraltar, auf den An⸗ tillen und in Flandern fortgesetzt; beim Sturm von Dünkirchen war er im September 1793 verwundet worden. Im Jahre 1813 war er Oberst. Da er seine arti leristischen Studien und Versuche niemals aufgegeben hatte, waren ihm noch eine Anzahl Ver⸗ besserungen seiner Waffe gelungen; so vervollkommnete er beson⸗ ers die Mörser und erfand bereits eine Rücklaufvorrichtung an den Geschüten. Bei diesen Versuchen hatte er jedoch seine beschei⸗ denen Hilfsmittel vollkommen erschöpft und mußte den Minister um Unterstützungen angehen. Dieser gab ihm aber einfach den Be⸗ scheid, daß„die Leitung der Artillerie nicht die Fonds habe, um den Verdienst zu belohnen“. Schließlich fand die englische Re⸗ gierung indessen doch einen Weg, dem Ersinder der„Shrapnels“, die dem englischen Heere so wesentliche Dienste geleistet hatten, eine Jahrespension von 24000 Mark auszusetzen. 1 8 3 1 r enwärtige parlamentarische Lage besprochen wurde, besonders ie Frage, wie es mit der Aufstellung und Vorlage des neuen Staatsvoranschlags gehalten werden solle. Ueber das Ergebnis dieser Aussprache ist strengstes Stillschweigen beschlossen worden. 5 Verlustliste. i Infanterie⸗Regiment Kaiser-Wilhelm Nr. 116. Gefechte vom 24. bis 26. 1. 1915. Ers.⸗Res. Wilhelm Großmann(9. Komp.), Pforzheim, lverw. — Musk. Wilhelm Stay(10. Komp.), Kreidach, Heppenheim, lverw.— Musk. Peter Schwöbel(10. Komp.), Neckarsteinach, schbw.— Kriegsfreiw. Carl Türk(12. Komp.), Meckenbach, Dill⸗ kreis, tot. Berichtigung früherer Angaben: Musk. Siegfried Katz(10, Komp.], Rauchholzhausen, bisher in Gefangenschaft, gest. Anloy 22, 8. 1914.— Gefr. d. R. Friedrich Müller(11. Komp.), Eibelsholzhausen, bisher verwundet, gest. Nouvel Hosp. Char⸗ leroi 5. 10. 1914. Landwehr⸗Infanterie⸗Regiment Nr. 116. Wehrmann Peter Griesling(3. Komp.), Eppertshausen, Die⸗ burg, vermißt Cernay 26. 9. 1914. Berichtigung früherer Angaben: Wehrm. Heinr. Cloos(5. Komp.), Gontershausen, nicht verwundet, gestorben Cer⸗ nay 15. 9. 1914. g Märkte. se. Frankfurt a. M. Viehhofmarktbericht vom 5. Febr. Auftrieb: Rinder 152(Ochsen 7. Bullen 1, Kühe und Färsen 144), Kälber 770, Schafe 74, Schweine 394. 4 Tendenz: Kalber mäßig rege, Schafe ruhia, wird geräumt, Schweme lebhast. Preise für 100 Pfd. Lebend: Schlacht · gewicht Kälber. Mk. Mk. Neinste Masikäsbe nnn: 353810 96100 Mittlere Mast- und beste Saugkälbern. 5458 90—3 6 Geringere Mast- und gute Saugkälber. 50-54 8592 Geringe Saugkäl kee 46—50 78-85 Sch a se. Stallmasts bafe: Mastlämmer und jüngere Masthammel. 46—47 100—102 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgew icht.. 80.00 82.50 100.00- 102. 00 Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendge wicht... 78.00 80.00 98.00- 100.00 Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebendgewicht. 8 Vollfleischige Schweme von 120 bis 150 kg Lebend gewicht. 80.00-82.50 100.00- 102.00 ch. Bingen, 10. Febr. Marktvreise. Weizen Mk. 27,50, Korn Mk. 23,50, Gerste Mk. 22,50, Hafer Uk. 23,5%, Heu Mk. 0,00, 80.0)— 82.50 100.00- 102.00 Stroh Mk. 0,00, Kartoffeln Mk. ,, Erbsen Mk. 0%, Linsen Mk. 00,00, Bohnen Mk. 00,00, Weißmehl Mk. 47,00, Roggenmebi Mk. 39,50; alles für 100 Klar. Butter 1 Klgr. Mk. 2,25, Milch 1 Liter 21 Pig., Eier 10 Stück Mk. 1,15. meteorologische Beobachtungen der Station Gleßen. S 8 S 3 322 debe Ee f 5 8 3 2 5 SS SS SS S8 Wetter 1.5 E 8 5 S S 8E 8 B 8 sSJsS[E 5124 0 11% 38 5, 4.2 62 8. 2 2 Bew. Himmel 1115398— 0,3 4,191 3 o Klarer Himmel 1— 8 0% 4, 90 NNE 2 3 Bew. ö ö ö ö am 10. bis 11. Jebruar 1915— 7 5,8 C. 10.„ li.„ Iii Höchste Temperatur Niedrigste„* Niederschlag: 0,0 mn. Drucksachen aller Art luetert in jede gewunschten Ausstattung preiswert dle Brühl'sche Univers itäts-DOruckerei. Schulstr. 7 Bruder Z. Giessen, den 12. Februar Verwandten, Freunden und Bekannten die schmer liche Mitteilung, daß nach kurzer, schwerer Krankheit am 11. Februar mittags 2 hr in der Klinik zu Gießen mein innigstgeltebter Mann, mein guter Vater, unser lieber Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Schwiegersohn Heinrich Keßler Weichensteller I. Klasse im Alter von 47 Jahren sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen. J. d. N.: Frau Susanne Keßler, geb. Hahn und Sohn. Großen⸗Buseck. Trohe, Langsdorf, Gießen, Vetzberg, Wieseck, den 11. Februar 1915. 1386 Die Beerdigung Fudet Sonntag, den 14. Je⸗ bruar, nachmittags 3 Uhr, in Großen⸗Bufeck statt Hblkatden Heng Carrie a baden Ordentliche Hauptversammlung Samstag, den 13. Jebruar 1915, abends 8 ½ Ubr, im Gastbaus„Zum Wialzer Hoi“, Tages⸗Ordnung: 1 Berichterstattung. 2. Rechnungs- ablage. 3. Ersatwabl des Vorstandes. 4. Wabl des Rechnunas prüfungsausschusses. 5. Etwaige Anträge gemäß 8 24 Abs. 3 der Satzung. 6. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten Gießen, den 30. Januar 1915. Der Vorstand. Die Rechnung liegt bei dem Vorsitzenden, Herrn A. Dickore, Schanzenstraße 8, vom 4 Jebruar 8 Tage zur gefl. Einsicht der Milglieder offen. 96 Gestern abend entschlief sanft unser lieber, treu- sorgender Vater, Schwiegervater, Grossvater und Louis Haubach Rentner im fast vollendeten 73. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 3¼½ Uhr von der Kapelle des alten Friedhofs aus statt. Haubach. 1915. 1302 Kirschwasser und feine Spirituosen in Felepost Packung vorraàtig den einschlagigen Geschaften. Landauer 4 Macholl, Heilbronn. Fur Zigarreupandler!„ Jur sigacrenhändler! Die neueste unübertreffliche Feldpost⸗Zigarren⸗Versand⸗Schachtel in der jede einze nne Zigarre garantiert unbeschädigt im elde ankommt, für Jo und 20 Stück Inbalt und 10⸗Pfg.⸗ ersand, D. R. G. M. 620022, ist nur zu haben bei Jernspr. 500. Christ& Herr, Giesen. Walltorstr. 77. Graphische Kun tanstalt. Stein- und Buchdruckeres. 1016 SUD ese eise 8 Vom 2. bis 12. Februar eintreffend: 3 große Waggons Apfelsinen nur dünnschalige, sübe und saftige Ware, lose und in Kissen.— Lose im Pfund à 20 Pfg. 3 Stück 10 Pfg., 12 Stück 35 Pig. bis 1.10 Mik. Doppelblut-Apfelsinen innen und außen rot, axomatische Früchte, Stück 7, 8 und 10 r 75 Pfg. bis Mk. Zitronen 0 nur saftige Ware, Stück 4, 5 und 7 Pfg. Für Tlederverkänler besenfers billige Preise. 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Die Beerdigung findet Sonntag., den 14 Februar, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. lo7 7h CARL BERG-· GlESSEN Schuhwarengschäft · Mausburg Nr. 4 Anfertigung nach Mag Lager fertiger Herren-, Damen- u. Kinder- s jefel · Vinterschuhe in Kamelhaar u. Tuch Alleinverkauf der so beliebten Kinderstiefel Q Marke»Petto. Reparaturen werden prompt ausgeführt mmm I Fur unsere Anme IIIa ormeret juchen wir noch Leute als Steinformer Die Arbett ist leicht zu erlernen. Scheidbauer& Gießing, Mainzlar(Kreis Gießen). 12⁰³ Ein in der doppelten Buch⸗ führung durchaus erfahrener, zuverlässiger, junger Mann mit schöner Handschrift für baldigen Eintritt auf das Buxeau eines hiesigen Fa; liche Angebote nebst Zeug ⸗ nisabschriften und Gehalts- ansurüchen erbeien unter 1261 an den Gießener Anzeiger. Reisender mit der Landkundsch. Waren⸗ bandlungen bekannt, für sofort gesucht gegen Proviston oder feste Anstg. Schr. An⸗ ebote u. 1306 an d. Geschäfts⸗ telle des Gieß. Ang. erbeten. 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Gießen, den 5. Februar 1915. Großh. Direktion der Oberrealschule. Dr. Schnell. Verdingung. Für die Provinzial⸗Siechenanstalt Ober⸗ hessen zu Gießen sollen für die Zeit vom 1. April 1915 bis 31. März 1916 im Submissionswege ver⸗ geben werden: Die Lieferung von: 1. Fleisch⸗ und Wurstwaren in 2 Losen, Spezerei⸗ waren, Kaffee, Tee und Kakao, Süßrahmbutter, Eier, Milch, Bier und Backwaren. 1198 D! 2. Ca. 8000 Ztr. 4 in der Korngröße „ 3000„ Gaskoks 40/60 mm „ 600„ Steinkohlen(Nußkohlen I) und 20 Rm. Tannenscheitholz. Versiegelte mit entsprechender Aufschrift ver⸗ sehene Angebote sind bis zum Eröffnungstermin Samstag, den 27. Februar 1915 vormittags 9 Uhr auf dem Geschäftszimmer der Verwaltung einzu— reichen, woselbst auch die für die Lieferung gelten—⸗ den Bestimmungen in der Zeit vom 17. bis 20. Febr. 1915 von 3 bis 5 Uhr nachmittags eingesehen 1365 1 Gießen, den 11. Februar 1915. Direktion der Provinzial-Siechenanstalt Oberhessen. Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat durchberatene Vor- anschlag der Gemeinde Geilshausen für 1915 Rj liegt vom 13. d. Mts. an eine Woche lang auf dem Bureau des Großh. Beigeordneten dahier zur Einsicht der Interessenten und Vorbringen von mündlichen oder schriftlichen Einwendungen offen. Es werden Umlagen erhoben, zu denen auch die Ausmärker beizutragen haben. Geilshausen, 10. Februar 1915. Großh. Bürgermeisterei Geilshausen. J. V.: Menz, Beigeordneter. Holzversteigerung. Versteigert werden Mittwoch, den 12. I. Mts., vor⸗ mittags 9/¼ Ubr aus den Distritten Schlemperwald — 8 des Markwaldes Grün 109, 5 ri⸗ 8 tämme: Buche 3. Kl. 8 St.= 6,44 Feftm., 4. Kl. 4. St.- 2, Festm.; Kieser 2. Kl. 1 St.= 0,3 Jestm. 3. Kl. 15 St.= 8,34 Fstm.; Fichte 3. Kl. 2 St.= 2.04 Festm., 4. Kl. 2 St.= 1,73 Festm., 5a Kl. 20 St.= 10,5 Festm., 5b Kl. 174 St. 47,71 Jestm. Derbstangen: Fichte 27 St. 3,00 Festm.; Nutzscheiter Rm.: B Kieser; Schelter Rm. 79.2 Buche, 85 Eiche, 52 Kiefer, 32 Fichte; Kullppel Rm. 374 Buche, 20,8 Eiche, 74.2 Kiefer, 9, ae Reisig Rm. 1373 123 Buche, 69 Eiche. 288 Kiefer, 97 Fichte; Stöcke Rm.: 27,6 Buche, 14,6 Elche, 43,6 Kiefer, 20, Fichte. Beainn der 5 im Distr. Schlemperwald bet Brennholznummer 1. eitere Auskunft durch den Forstwart Kullbach zu Garbenteich. Gießen, 11. Jebruar 1915. Der Marxkvorstand: Trautwein, Großh. Forstmeister. Versteigerungs⸗Anzeige. Auf Anstehen des Gutspächters Georg Weber in Rockenberg(Hofgut) wird Donnerstag, den 18. Februar 1915, von vormittags 9 Ubr ab, in der Hofreite des ——.— zu Rockenberg folgendes gegen Barzahlung v K a)* n(Oldenburger), zirka 50 Stück junges eflügel; b) landwirtschaftliche Geräte und Maschinen aller Art und zwar: 12 Leiter⸗ und Kastenwagen, 1 Lan-; dauer, 1 Jagdwagen, 1 Feldwagen, 1 Schlitten, 2 Bindemähmaschinen(Selbsibinder), 3 Grasmäh⸗ maschinen, 2 Säemaschinen, 1 Hackmaschine, 1 Dick⸗ wurzmühle, verschiedene Pflüge aller Art, Eggen, Walzen. 1 Viebwagen, einige Dezimalwagen, Hand⸗ 3 sämtliches Pferdegeschirr und verschie⸗ n 175 c) Hausmobiliar jeder Art: Betten, Schränke, Stühle vesi und 3 3 iel N esichtiaung eine Stunde vor der Versteigerung gestattet. utzbach, den 10. Februar 1915. er Staubach, stellv. Gerichtsvollzieber. 1362 Bilanz pro 1914. Aktiva. 10 Passiva. Kassenbestand 331.17 Mitgliederkonto 4288.— Ausgelieh. Kapi⸗ Warenschulden 5472.76 talien m. Zins. 1256.48] Reservefonds 4236.98 Ausstände b. Mit⸗ Betriebsrücklage 920.77 gliedern nach Ueberschuß 3667.22 Angabe des. Lagerhalters 11414. 08 Warenbest. nach dem Einkauf 5584.— 18585. 73 18585. 73 Mitglieder zu Anfang des Jahres. 134 Hinzugetreten im Laufe des Jahres 134 Ausgeschieden durch Tod 1 Ausgeschieden freiwillig und zufolge VVV Mithin Stand der Mitglieder 127 Landw. Consun⸗Verein Burkhardsfelden. G. u. u. ö. Der stellvertretende Direktor: Der Rendant: Ludwig Schmidt J. H. Becker. Der Lagerhalter: Th. Heuser. 18865 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Ober-Bessingen für 1915 liegt vom 15. d. Mts. ab eine Woche lang auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters zu jedermanns Einsicht offen, woselbst auch Einwen dungen schriftlich oder mündlich vorgebracht werden können. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Ober⸗Bessingen, den 11. Februar 1915. Großh. Bürgermeisterei Ober-Bessingen. Kühn. * Holzversteigerung Mittwoch, den 17. Februar l. J. kommt im Staufenberger Gemeindewald, Distrikt Schaben— berg, nachverzeichnetes Holz zur Versteigerung: 19 Rm. Eichen-Nutzscheit 8 Rm. Hainbuchen Scheit 56 Rm. Eichen⸗Scheit 205 Rm. Buchen- und Eichen-Knüppel 64 Rm. Buchen- und Eichen⸗Stöcke 4220 Buchen⸗ und Eichen⸗Wellen. Die Zusammenkunft ist vormittags 10 Uhr im Distrikt Schabenberg. Staufenberg, den 10. Februar 1915. Großh. Bürgermeisterei Staufenberg. Stephan. Holzsubmission. Aus dem Markwald der Mark Trais-Münzen⸗ berg soll im Wege schriftlichen Angebots folgendes Holz verkauft werden: Eichen⸗Stämme: 1387 1383 Klasse 3= 2,69 Festmeter „ 4 20,47„ 7 5 28,19. „ 6 42,52 5 Hainbuchen⸗Stämme: Klasse 4= 0,86 Festmeter „ 5=(0,89 1 6= 4,57 7 0 Angebote sind nach Klassen getrennt mit ent⸗ sprechender Aufschrift bis zum 17. Februar lf. Is., nachmittags 2 Uhr, beim Markmeister Häuser ein⸗ zureichen, wo alsdann die Eröffnung stattfindet. Trais⸗Münzenberg, den 10. Februar 1915. Der Markmeister: Häuser. Feldpost-Schachteln für 50, 250, 500 Gramm⸗ u. 3 bis 5 Kilo⸗ Pakete, nur bewährte Größen, sowie sämtl. Feldpostschreibwaren werden in meinem Be⸗ triebe in großen Massen fertiggestellt. Probe⸗ paket(72 Kartons) M. 5.—, Preisliste kostl. Tel. 21i5 J. Weinert. Giessen Neuen. 9 Buchdruckerei u. Papierwaren⸗Großhandlung. 1388 süße 1370 Orangen 3 Süd 20, 15, 12 Pfg. 1 Waggon Zitronen große saftige Früchte, St. 5 Pfg. 1 7 Verkaufsstellen in Giessen: Bahnhofstrasse 26 Ludwigstrasse 20, Walltorstrasse 24 Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Die Auszahlung der Familienunterstützungen für 16. bis Ende 8 die Angehörigen der zum Heeres⸗ dienst Einberusenen findet N Dienstag, den 16. Februar Mittwoch, den 17. Februar Donnerstag, den 18 Februar Freitag, den 10. Februar vormittags von 8 bis 1 Uhr, im Stadthaus, Zimmer Nr. 16, statt. 1393 B Dlesensgen Einwohner, die beim Freiwerden von Quar⸗ tieren erneut Einquartierung zu übernehmen wünschen, uk, wollen sich stets umgehend im Stadthaus, Zimmer Nr. 16, melden. 1380 Die Musterung und Aushebung der in der Sladt Gießen wohnhaften unausgebildeten Landsturmpflich tigen der Jahrgänge 1881 bis einschließlich 1875 findet am 20., 22. und 23. Februar 1915 in d. Turnhalle d. Stadtkaahenschule(Mord⸗Aul. 5) statt. Es haben sich zu stellen: am Samstag, den 20. Februar 1913, voxmittags 8 Uhr, die in den Jahren 1880 bis einschließlich 1884 geborenen Landsturmpflichtigen, f am Montag, den 22. Februar 1915, vormittags 8 Uhr, die in den Jahren 1876 bis einschließlich 1878 geborenen Landsturmpflichtigen, am Dienstag, den 2n. Februar 1915, vormittags 8 Ubr, die im Jahre 1875 geborenen Landsturm⸗ 3 pflichtigen. K „Die in Frage kommenden unausgebildeten Landsturm⸗ pflichtigen werden hiermit aufgefordert, sich an den vor genannten Tagen rechtzeitig in dem Musterungslokale ein⸗ zufinden. Besondere Ladungen ergehen nicht. Diese Bekanntmacanng gilt vielmehr als Ladung. Die Landsturmpflichtigen baben in ordentlichem An zuge und reinlich an Körver zu erscheinen. Die von den Ersatzbebörden erteilten Landsturmscheine oder Er⸗ satzreserve⸗Pässe sind mitzubringen. Wer durch Krankheit oder körperliche Gebrechen am Erscheinen im Mustexungslokale verhindert ist, hat mir ein beglaubigtes ärztliches Zeugnis rechtzeitig einzusenden. Die von der Bahn-, Post⸗ und Telegraphenverwaltung als unabkömmlich bezeichneten Beamten und ständigen Ar- beiter sind von der persönlichen Gestellung im Musterungs⸗ termine befreit; es genügt die Einsendung der Unabkömm lichkeitsbescheinigungen, Wer sich der Gestellung entzieht, wird mit Freiheits⸗ strafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bestraft, es kann auch im Falle der Tauglichteit sosortige Einstellung als unsicherer Landsturmpflichtiger erfolgen. Gießen, den 11. Februax 1915. Der Oberbürgermeister Keller. 1137⁵B Regelung des Verkehrs mit Mehl. Nach 8 4, Abf. 40 undet der Bundesratsverordnung vom 2. Januar ds. Js. dürfen Händler und Handels. mühlen monatlich Mehl bis zur Hälfte der vom 1. bis 15. Januar 1915 von ibnen käuflich gelieferten Mengen veräußern und Bäcker und Konditoren täglich Mehl in einer Mehlmenge, die drei Vierteilen ihres durchschnittlichen Tagesverbrauchs vom 1. bis 15. Januar 1915 entspricht, verbacken.. 5 5 Für den Bezirk der Stadt Gießen wird hiermit ange⸗ ordnet, daß über die Abgabe und über das Verbacken des Mehls von den Mehlbändlern, Bäckern u. Konditoren vom 1. ds. Mis. ab Nachweis geführt wird. Den Mehl⸗ bändlern gleichzuachten sind Konsumgeschäfte und Bezugs⸗ vereine, die sich— wenn auch nur zu Unterstützungszwecken und an ihre Mitglieder— mit der Abgabe von Mehl be⸗ fassen. Zur Nachweisung verpflichtet sind auch die mit Hotels, Gast⸗ und Schankwirtschaften und sonstigen Ge⸗ werbebetrieben verbundenen Bäckereien. Bäcker, die gleichzeitig Mehl verkaufen, haben ge⸗ treunte Verzeichnisse zu führen. Die Verzeichnisse sind stets genau auf dem laufenden zu halten und der Behörde auf Verlangen zur Einsicht vorzulegen. 5 Mühlen, Bäcker, Konditoren. Händler usw. die von den Befugnissen des 54 Gebrauch machen, haben die ein⸗ getretenen Veränderungen ihrer Bestände jeweils am 1., 10. und 20. jeden Monats, erstmalig am 10. ds. Mts. hierher anzuzeigen. Vordrucke für diese Anzeigen sind im Stadthaus, Gartenstraße 2— Zimmer 9— erhältlich. Wer diese Anzeigen nicht erstattet, macht sich strafbar. Gießen, den 9. Februar 1915. Der Oberbürgermeister Keller. 1139 Für die Beschaffung von Sanitäts hunden sind bei dem Oberbürgermeister eingegangen von: Geb. Medizinglrat Professor Dr. Sommer 40 Mk. rl. E. Noll 2 Mk., Friedrich Noll Ww. 1 Mk., Dr. ehnert 10 Mk., H. Lehnert 5 Mk., W. u. G. Schuchardt B Mt., Richard Buchacker 10 Mk., J. L. 3 Mk. Prof. Dr. Kinkel 5 Mk., Karl Jackel 5 Mt., Georg Fritzsch 3 Mk., C. St. Witwe 5 Mk., Tina Schäfer 5 Mk., Frau Professor Kretschmar 10 Mk., Irl. Anna Müller, Lehrerin i. P. 5 Mk., Geh. Med.⸗Rat Professor Dr. Geppert 15 Mk. Karl C von Kleinlinden 10 Mk. J. B. 20 Mk. Th. Schwieder, Avpothekenbesitzer 20 Mk. Zahlmeister Witting 10 Mk., Forstmeister Koehler 20 Mk., Postsekretär i. P. 8 5 Mk., Drogist Wilh. Kilbinger 35 Mk. E. G. 3 t., Hemrich Spaar, Postschassner 1 Mk. Landgerichts⸗ direktor Prätorsus 20 Mk., Frau Schlencke 5 Mk. Geheimerat Dr. ÜUsinger 50 Mk, Geh. Kommerzienrat Heichelheim 100 Mk., Frau Rübl 5 Mk., 70 Df Dr. Jung 20 Yk. Bäcker ⸗ meister Ludwig Rühl 10 Mk., Staatsanwalt Trümpert Mk., Geh. Kirchenrat D. Schlosser 5 Mk., Piarxer Aus⸗ feld 10 Mk., ungenannt durch denselben 10 Mk., Geh. Hof⸗ rat Dr. Bebagbel 3 Mk., Frau Regierungsrat Zöler 3 Mk., August Greb 3 Mk., Stgdtsekretär Allendorf 3 Mk., Frau Dr. Roesler 10 Mk., Rentner F. Helfrich 3 Mk. Hof. lleferant Wilbelm Rudolph 20 Mk., Postdirektor i. P. Ritsert 5 Mk., Damen ⸗Skatklub 20 Mk., Geh Hofrat Professor Dr. Hansen 10 Mk., Frl. Inhülsen 5 Mk., Apotheker Hot 5 Mk., R. W. 20 Mk. Obervostsekretär i. P. Fischer 3 Mk., Oberbürgermeister Keller 40 Mk., Schwester Hanna und Schwester Clare 20 Mk., Professor Dr. Winkler 5 Mk., H. E. 3 Mk. 5 M. Eckbard 20 Mk., A. H. 5 Mk., E. S. 5. Mk. 7 allber 10 Mk., Martin Strauß 10 Mk., Prof. O. Urstadt 5 Mt., Buchbändler Och Schneider 5 Mt., Steuerausseher i. P. Hillert 5 Mk., G. F. 2 Mk. Beamtinnen des Telegraphenamts Gießen 20 Mk. Frl. Auguste Goertz 20 Mk., E. M. 10 Mk., Frl. Marte Stuerz 3 Mk., Frau Engelbach 5 Mk., Finanzrat Steinhauser 5 Mk. von der Burschenschaft Germania Rest des Fonds für Klebesgaben) 200 Mt. Professor Müller 10 Mt, Frau Kommerzienrat Heyligenstaedt 10 Mk. Prof. Dr. Bernbeck 5 Mk., Medizinalrat Dr. Oßwald 20 Mk., Frau H. S. 20 Mk., Frau G. A. 2 Mk., L. S. 50 Mk., Frau Kommerzien⸗ rat Schirmer 10 Mk. von einem Strickkranz 10 Mk., Frl. M. Sch. 3 Mk., Frau Geh. Justizrat Gebhardt 5 Mk, Lehramtsassessor K. Kemmer 5 Mk., Gymnastatlebrer 8 P. Willenbücher 3 Mt. Kommerzienrat Emmelius 100 Mk., Frau Medizinalrat Stammler 6 Mk., Frl. Marie Störger 2 Mk., Frl. E. Will, Grünberg 5 Mk., Frl. Buchhold 5 Mk., Geh. Justizrat Pr. Leist 2 Mk. Maler Buhtz 8 Mk. J. V. J Mk., Pros. Dr. Velke 20 Mk., Weimar, Stausen⸗ derg 10 Mk., Frau Kommerzienrat Georgiio Mt. Frl. Elisa⸗ bethe Georgi 10 Mk. Samml. ein. Kasse 10 Mk. N. N. 5 Mk., Glasermeister Georg Luh 3 Mt., Wilhelm Wilke 10 Mk., Firma Alex. Salomon 10 Mt., Pfarrer Adoloh 5 Mk., H. W. 3 Mk, G. L 3 Mk., August Kilbinger 20 Mk. Real⸗ gymngsialdirektor Dr. Baur 5 Mt., Benner& Krumm 20 Mk., G. Kreuder, Prokurist 5 Mt. Frau Else Kreuder Zugführer Schlitt 1 Mk., Gustav Schad 3 Pk. Karl Pröscher 3 Mk., Frl. Maxfe Strubel 5 Mk., Eisen⸗ bahnassistent Jischer 2 Mk., N. N. 2 Mk. Kanzleira Schiffnie 5 Mk., Frau Dr. Töpfer 3 Mk., C. Wasserschleber 40 Wik., Kablhöfer 12 Mk. Veteranenverein 5 Mk., Eisen dreber August Müller 2 Mk. Larl Rahn 3 Pk. Sophie Plank Ww. 3 Mk., Konrad Schliervach 3 Mk., Jatob Maternus 10 Mk., Karl Küchel 10 Mk., O. K. 5 Mk., Generalmajor Kullmann 5 Mk. Zusammen 1599 Mk. Mit berzlichem Dank für diese Gaben wird um weitere Zuwendungen gebeten. 13943 Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. (Forstwartei Gießen J, Forstwart Brück-Rödgen.)“ Montag, den 15. Februar 1915, vormittags 9½ Übr beginnend, werden in den Waldungen der Stadt Gießen in den Distrikten Struth, Mühlberg, Neuer Schlag, Alter Tisch(Abt. 43—45, 47 und 40) versteigert: 184 Fichten⸗Derbstangen mit 2684 Jestmeter 138 Rm. Buchen⸗Scheithols 6 Rm. Eichen⸗Scheitholz 33,6 Rm. Buchen⸗Knüppelholz 33,5 Rm. Eichen⸗Knüppelbolz 2210 Wellen Buchen- Reisig 50 Wellen Eichen⸗-Reisig 80 Wellen Fichten ⸗Reisig 21 Rm. Buchen⸗Stockholz 27 Rm. Fichten⸗Stockholz. 1 Die Zusammenkunft ist auf der Grünberger Stra am Mühlberg. 118038