nur zugunsten solcher Firmen, r. 40 viertes Blatt Die„ Sießener Famllienblätter⸗ Weben ben „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Areisblatt für den Kreis Sießen“ zweimal wöchertlich. Die„Tandwirtschaftlichen Zeit⸗ fragen“ erschemen monatlich zent. . 5 165. Jahrgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen 9 ECC ˙1 e R Rotationsdruct und Berlag der Brübl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗ straze 7. Geschästsstelle u. Verlag: S851, Schrift- leitung: 2112. Adresse für Draytnachrichten: Anzeiger Gießen. Kriegsorganisationen. Bon Dipl.-Ing. Dr. Gustav Stöckle. Mit dem Ausbruche des heutigen Weltkrieges, vor welchem Kulturvöller in einem regen Handelsaustausche sich befan⸗ en, wurden mit einem Schlage alle wirtschaftlichen Bande, welche die deutsche Industrie und Landwirtschaft nit dem Auslande ver⸗ n„ gelockert, und bisweilen auch ganz gelöst. Unser grim⸗ urigster Feind, England, hat es meisterhaft verstanden, die neu⸗ tralen Staaten zu Ausfuhrverboten zu bewegen und zu drängen. sollte dem bestgehaßtesten deutschen Gegner überall ge⸗ f und er auf die Knie gezwungen werden. Kein Mittel ist und dünkt ihm schlecht genug, dieses Ziel zu erreichen. Während wir in früheren Kriegsjahren lediglich mit der Waffe in der Krieg führen konnten, K es auch heute, weiter 255 bewer⸗ wie hoch unsere inneren Kräfte, die Kräfte unserer Volkswirt⸗ schaft, zu bewerten sind. Das in langjährigen Friedensjahren ge⸗ übte wirtschaftliche Ringen— nach außen und nach innen— die Erstarkung seiner Mobilität, seine innere Kraft im V jetzigen Wirtschaftskriege, dem Gegner entgegenzusetzen. Soweit wir heute in der Lage sind und die Tatsa überblicken können, 15 die ftprobe auch bis hierher zu unseren Gunsten ausge⸗ Die so plötzlich auftretenden neuen Wirtschaftsproblente zu lö⸗ sen, war für unser gesamtes Erwerbsleben keine Kleinigkeit, war doch großen Teile unsere Industrie und unser Handel auf den Auslandserport eingestellt und damit auch alle die kleineren Erwerbszweige, die mit Rücksicht auf unseren Export gegründet worden waren. Wir können sagen, daß es nach dem ersten An⸗ sturm alle Erwerbsstände meisterhaft verstanden haben, sich den neuen Möglichkeiten alsbald anzupassen. Jetzt war und ist der Zeitpunkt gekommen, der den Beweis erbringen soll, wie segens⸗ reich unsere Industrie neben der Landwirtschaft für unser Vater⸗ land arbeitete. Die in den* angelegten hoben Kapi⸗ talien, welche in der Hauptsache für die Exportmöglichkeiten nutz⸗ bringend angelegt worden waren, bilden heute mit das Rückgrad unserer nationalen Verteidigung. Wäre das Durchharren bis ans Ende möglich, ohne im Besitz einer sol⸗ Industrie und Land⸗ wirrschaft zu sein? Bei dem ungeheueren Bedarf an Kriegsmaterial und der pflegung jeder Art müßte man mit nein ant⸗ worten, ganz abgesehen von den Bedürfnissen der Volkswirtschaft. Die Industrie verstand es geradezu meisterhaft— und darin ist deutscher Geist und deutsche Schulung zu erkennen—, sich den veränderten Erwerbsmöglichkeiten rasch anzupassen. Trotz all dieser großen Anpassungssähigkeit gibt es auch wieder Industrien, be⸗ sonders in der Holzwarenbranche, die sich infolge ihrer inneren Einrichtungen sehr schwer an die veränderten Verhältnisse anpas⸗ sen können. Im großen ganzen ist es bis hierher doch immerhin gelungen, die Betriebe auch in Kriegszeiten weiterzuführen. Aus einer Friedensindustrie hat sich eine Kriegsindustrie entwickelt. Und daß diese Tatsache zu verzeichnen, ist ein Erfolg unseres deutschen Organisationstalentes, das in der militärischen Mobil⸗ machung bereits zum glänzenden Ausdruck gekommen ist. Die seit dem Kriegsausbruche sich aufdrängenden Aufg bestanden ein⸗ ntal 1 2 15— 5 3 9 uns ü te itte! urchgeführt en, und wie — den e von erwerbstätigen Arbeitern und Ange⸗ — bei der gewaltsamen Unterbindung des Außenhandels, der Sperrung der Grenzen und der erlassenen Ausfuhrverbote— die Arbeitsgelegenheit erhalten bleiben, bezw. neue geboten werden. es den Organisationen uud Synditate der Industrie, des Handels und der Landwirtschaft; und es soll die schen sein, sich Das Ziel der anisationen mußte einerseits für die Industrie darin bestehen, alle Betriebe möglichst weiter beschäftigen zu kön⸗ nen, und ferner die Schaffung eines neuen Arbeitsmarktes zu er⸗ möglichen. Die Lösung wurde bald durch eine Betätigung für die Meeresbedürfnisse gefunden. Die Bewilligung der Milliarden⸗ kredite durch den Reichstag eröffneten zudem gung Aussichten. Heute arbeiten die meisten industriellen Firmen viele Hand⸗ werkszweige für das Heer. Wie mannigfach aber auch die Er⸗ sordernisse eines Heeres sind, davon macht sich ein e kaum einen Begriff. Die erhöhte Herstellung von Munition, Ge⸗ schützen und Gewehren, Automobilen, Motoren, Flugzeugen, Fahr⸗ rädern, Kameras, Ferngläsern, Objektiven, elektrischen 1 Werkzeugen und Maschinen, pharmazeutischen und chemischen Prä⸗ paraten, dann die Beschaffung von Uniformen, Unterkleidern, Decken, Ausxrüstungsgegenständen aller Art, geben schon Produk⸗ Honsgelegenheiten in Fülle. Die anfänglichen Schwierigkeiten, für die vorhandenen Betriebe Aufträge in ihrer früheren Produktion zu erhalten, mußten von den zu schaffenden Organisationen erst überwunden werden. Die Industrie selbst mußte sich andererfeits wieder den neuen Verhältnissen anpassen, was sie auch in sehr kurzer Seeber enter ür bee abet wel fi Serrenlies ge, von er Wichti ür di riken. mi 0 gen, Hirelt oder indirekt, bea n, bei Mangel an Roh⸗ stoffen diesen zu beheben. Diese gnahmen erforderten immerhin umsomehr Umsicht und auch unter Umständen eine besondere Or⸗ ganisationsart, als unbegründete Eingriffe in die Lagerbestände prater Besitzer auch für die Bedürfnisse der Bevölkerung in Abzug kamen. Die Regierung und die Militärbehörden mußten dieser⸗ balb— und hatten es auch zweckmäßigerweise getan— Hand in Hand mit geschäfts⸗ und wirtschaftskundigen Personen, Ver⸗ einigungen und Korporationen zusammenarbeiten. Die Markt⸗ und Wirtschaftsverhältnisse und die tnisse von der Warenkunde und Fabrikation sind doch heute so vielgestaltige, daß eine solche Lösung — der Arbeitsgemeinschaft— die beste schien. 8 Aulgemein ging man dazu über— mit Rücksich 2 sonderen Verhältnisse— die Organisationen in die Form von gemeinnützigen Gesellschaften, mit der Rechtsform einer Altien⸗ gesellschaft, einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung oder m. b H. zu kleiden. Diese erhalten gewöhnlich behördlichen Charakter der⸗ art, daß, soweit es sich um eine Material- oder Nahrungsmittel⸗ beschaffung handelt, eine Aufforderung zur Ueberlassung der ge⸗ wünschten Gegenstände dieselbe Wirkung hat, wie eine behördliche Aufforderung und diese einer Beschlagnahme gleichkommt. Soll die Beschlagnahme über eine gewisse Zeit hinaus Geltung erlan⸗ gen, dann bedarf es hierzu der Bestätigung der zuständigen Be⸗ örde. Hat der Besitzer einer bestinnnten Ware eine solche Auf⸗ örderung erhalten, so hat er die Pflicht der Aufbewahrung bis zu der behördlich festgesetzten Frist, wofür ihm allerdings eine Ber⸗L und gütung gewährt werden kann. Die Ueberweisung von beschlagnahmten Rohstoffen geschieht sind und Rohstoffe e e i een Nea— traut 5 1 ane Firma zur Fabel ation gewarnt. Fregsrohftvffe, Jo ift in U: l es wäre zu empfehlen, solche Belegscheine bei allen Organisationen, für die zur ten Rohstoffmengen genau anzugeben sind. Auf diesen Belegscheinen sind auch die näheren Erläuterungen, was alles als Kriegsliefe⸗ rung im Sinne der Beschlagnahmevergütung zu gelten hat. Als Mitglieder gehören den einzelnen Organisationen außer industriellen Unternehmungen meistens der Staat und die Städte an. In der Mehrzahl 1 5 nur eine Verzinsung des Gesellschafts⸗ kapitals, während ein evtl. verbleibender Gewinn der Kriegsfür⸗ sorge zufällt. „Die weitere Aufgabe der gebildeten gemeinnützigen Organi⸗ sationen besteht, außer in der Beschlagnahme, in der Zuweisung an die Heereslieferungen ausführenden Firmen. Die Tätigkeit dieser Organisationen ist eim um so ersprießlichere, als auch die Rohstoffbestände in eroberten Gebieten, für die Beschlagnahme und erteilung, in Frage kommen Die Einnahme von Antwerpen, von Roubaix, von Czenstochau in Russisch⸗Polen förderten be⸗ deutende Mengen an Rohstoffen, wie Wolle, Leinengarne, Jute usw. zutage. Weiter hat sich das Reichsamt des Innern Vertrauensmänner für Ausfuhrbewilligungen verpflichtet, zur Bearbeitung der An⸗ träge auf Bewilligung von Ausnahmen von den Ausfuhrverboten. So wurden im Einverständnis mit den beteiligten Stellen für die chemische Industrie, die Papierindustrie, die Kautschuk verarbeiten⸗ den Betriebe, die Zuckerindustrie, für Wollwaren, für Gerbstoffe, Häute und Felle zur Lederbereitung, für Eisen⸗ und Stahlerzeug⸗ nisse Zentralstellen für Aus fuhrbewilligungen errichtet, deren Leiter meistens zugleich die Geschäftsführer der betreffenden Interessen⸗ verbände sind. Als eine der ersten Kriegs⸗Organisationen aus den Kreisen der Industrie, und ohne Mitwirkung der Regierung, wurde der „Kriegsausschuß der deutschen Industrie“ ins Leben gerufen Diese Gründung verdankt zwei großen, bereits vorhande⸗ nen Organisationen— dem Zentralverband deutscher Indu⸗ strieller und dem Bund der Industriellen— seine Entstehung. Die Tätigkeit, welche dieser Kriegsausschz bis jetzt entfaltete, bestand in der Hauptsache in der Arbeitsbeschaffung für die In⸗ dustrie, der Art der Vergebung der Heeresdc,erung, der Förderung des Außenhandels, der Gründung von Kriegskreditkassen, der Roh⸗ stoffversorgung, der Gestaltung des Eisenbahnverkehrs, der Ver⸗ ständigung zwischen Rohstoffverbänden und Verbrauchern, den Ver⸗ geltungsmaßregeln gegen das Ausland, der Feststellung von Scha⸗ denersatzansprüchen, in Fragen der Rechtsprechung usw. Da die meisten Maschinenfabriken den früheren Organisationen bereits als Mitglieder beizählten, so war hier für eine zweckmäßige Arbeits⸗ verteilung schon gesorgt. Natürlich finden auch solche Firmen Be⸗ 5 welche einem der vorgenannten Verbünde nicht an⸗ gehören.. In enger Verbindung mit der„Nohstoff⸗Abteikung“ im Kö⸗ niglichen Kriegsministerium, welche die Bewirtschaftung der Roh⸗ stoffe im Interesse der Heeres verwaltung übernimmt, sichert und re⸗ gelt, steht die„Triegsmetall A G. Berlin“, durch welche die Versorgung der metall verarbeitenden Industrien nach einheit⸗ lichen Grundsätzen erfolgt. Ebenso wichtig, C nen, welche die Beschaffung der Rohstosse von Militärbefleidungs⸗ maberial 9 Hier ist es insbesondere die Textilindustrie, welche der Organisationen in hohem Maße umfo mehr bedar), als die zur Herstellung von Gespinsten und Gen— aus Wolle, Jute, Leinen und Flachs— notwendigen Rohstoffe vom Aus⸗ lande eingeführt werden. Hier galt es für die Textilindustrie, eeignete anisationen zu schaffen, war doch allein die deutsche inenweberei bereits in Friedenszeiten zu 40 Prozent ihres Garn⸗ bedarss auf die Auslandseinfuhr angewiesen. Auch bietet die Verschiedenartigkeit der Garnnummern inbezug auf den Bedarf und die durch die Beschlagnahme entstehende Entschädigung so viele Schwierigkeiten, daß es gerade hier empfehlenswert schien, sich der vorhandenen Sachverständigen und beslehenden Organisationen zu bedienen. Die Verhandlungen mit der Rohstoffabteilung des Kriegs⸗ ministeriums, welche auf Veranlassung des Verbandes deuts Leinenwebereien zu Bielefeld erfolgten, führten zu der Gründung einer„Lernengarn⸗Abrechnungsstel ke“, welche die Verteilung der beschlagnahmten Flachs⸗ und Werkgarne an die Webereien besorgt. Während hier eine Bedarfsregulierung in Garnen erfolgt, hat die„KFammwoll A.⸗G. Berlin“ und die„Kriegswoll⸗ bedarfs⸗A⸗G. Berlin“ die Aufgabe, den Spinnern, die heute in der Mehrzahl, direkt oder indirekt, nur Militärlieferungen ausführen, Kammzug und Wolle zuzuführen. Die Kriegswollbe⸗ darfs A. G. befaßt sich nur mit der Zuteilung von Wolle an die Unternehmer, welche Lieferungen in Militärmannschaftstuchen er⸗ halten haben. Die Kammwoll A. G. soll dagegen auch anderen Be⸗ trieben Wolle zuteilen.) 45 Erwähnenswert sind noch zwei neue Gründungen in der Textil⸗ industrie. Zur Versorgung unseres Heeres mit den notwendi Bekleidungsgegenständen ist mit Zustimmung des Kriegsministe⸗ riums und im Anschluß an die Kriegswoll⸗A.⸗G. der„Friegs⸗ weberverband“ det worden, welcher die Aufgabe hat, die Verteilung von Aufträgen der Heeres verwaltung in. garnstoffen, auf die einzelnen Betriebe vorzunehmen. Die andere Gründung betrifft den„Friegstuchver band E. V. Berlin“. Außerdem ist noch eine„Jute⸗Abrechnungsstelle“ bei der Direktion der Diskontobank in Berlin, und eine„Flachs⸗ Abrechnungsstelle“ in Berlin errichtet worden. Von einschneidender Wirkung sind die neuen Organisationen, welche auf dem Ledermarkte erfolgen. Die bestehenden Organi⸗ sationen waren so innig mit dem Handel, der Industrie und dem Handwerk verknüpft, daß die Befürchtung von entstehenden Schwie⸗ rigkeiten nicht umsonst gehegt wurde, weil der ungeheuer große Leder⸗ und Schuh„welcher in der Zivilbevölkerung vor⸗ nden ist, auch bei einer Beschlagnahme der vorhandenen Leder⸗ ände mit berücksichtigt werden mußte. Ferner galt es für die Gerbereien die Existenzfrage zu prüfen, denn auch auf die Gerbstoffe war man im Frieden auf das Ausland angewiesen. Die Beschlagnahme mußte auch hier eintreten. Es kann daher e wenn die 3* ie teuren 1 im Publikum nicht verstummen wollen, iese zum Teil auf das Konto der neuen Organisation der Lederbranche gesetzt werden. In der Hauptsache galt es natürlich auch hier, zuerst die Heeres⸗ bedürfnisse zu berücksichtigen. 3 5 Das Kriegs ministerium nun, daß alle Häute von Grofwieh, also Häute von Ochsen, Kühen, Bullen, Rindern, so⸗ fern das Grüngewicht der vollständigen Haut mindestens 10 Klgr. beträgt, beschlagnahmt werden, und weiter auch die Gerbstoffe. Diese Gefälle an Häuten werden durch Vermittlung, zu festen Preisen näheren Vereinbarungen, von der„Deutschen Roh⸗ haut⸗Gesellschaft m. b. H.“ übernommen und der Kriegsleder⸗ A. ⸗G.“ zugeführt. Dieser ist eine Verteilungs⸗ kommission angegliedert worden, die nach einem vom Kriegs⸗ ministerium gebilligten Verteilungsschlüssel, den einzelnen Ger⸗ berelen, weldiz Kriagslieserungen haben aber usch erbnltrn, die Häute zuweisen Zur angegebenen Vermittlung bediente man sich auch bereits bestehender Organtsetionen, nämlich der„Häutever⸗ wertungsverbände“ und der ihnen angeschlossenen Vereinigungen. sowie der Großhändler. Heute unterscheidet man nur noch zwi⸗ schen einem Auktions⸗ und einem sogenannten freien Gefälle. Die Innungen und Verwertungsgesellschaften, einerlei ob diese einer Organisation angehörten und bereits auch Auktionen abgehalten haben, sind verpflichtet, ihr Gefälle einer Verwertungsgruppe zu überweisen. Einzelbetriebe der Fleischerei sowie freie Innungen, Sammler und Kleinhändler, die nicht an Innungen und Auk⸗ tionsverbände lieferten, geben die Häute an die vom Kriegs⸗ ministerium zugelassenen Großhändler, oder die am Wohnsitz be⸗ stehende Verwertungsgruppe. Alle Verwertungen und Innungen Deutschlands sind in 6 Gruppen eingeteilt worden, d. i. Nord⸗ deutschland, Gliddeutschland⸗ Westdeutschland, Mitteldeutschland, Berlin 1 und die zugelassenen Großhändler. „Ferner hat man auch Vorschriften über die Behandlung und Aufzeichnung des in⸗ und ausländischen Gefälles getroffen, sowie Erläuterungen herausgegeben, was als Kriegslieferung im Sinne der Verordnung zu gelten hat. Im Anschlusse und auf Veranlassung und Mitwirkung des erst kürzlich gegründeten„Bekleidungsbeschaffungs⸗ amtes“ ist der„Kriegsleder⸗Ausrüstungs verband“ auf breitester Grundlage gegründet worden. Mitglied des Ver⸗ bandes kann jeder Betrieb werden, der bei Ausbruch des Krieges zur Lieferung von Lederausrüstungsgegenständen an Militär⸗ behörden zugelassen war, ferner solche Betriebe, welche geeignete maschinelle Einrichtungen selbst besitzen oder Betriebe, die vom Kriegsministerium als geeignet angesehen werden. Tie Anträge zurr Aufnahme in den Verband haben durch die Vermittlung der 1 7 Handels⸗ und Handwerkskammern zu erfolgen. Die Mitglieder müssen, wenn es notwendig erscheint, ihren ganzen Betrieb in den Dienst des Verbandes mit voller Betriebsleistungs⸗ fähigkeit stellen. Das Bekleidungsbeschaffungsamt, Sitz Berlin, ist nicht zu verwechseln mit den Korpsbekleidungsämtern, die die Vergebung von Uniformen und sonstigen Bekleidungsstücken bewerk⸗ stelligen. Das Bekleidungsbeschaffungsamt hat zur Aufgabe die Vergebung und Bedarsspeckung von Tuchen, Leinen⸗ und Baum⸗ wollstoffen, Helmen, Tschakos usw., worauf besonders verwie⸗ sen sei.„ Von großer Wichtigkeit ist die Gründung der„Kriegs⸗ chemikalien A. G.“ zu Berlin, die mit einem Aktienkapital von 6 Millionen Mark die Beschaffung, Verteilung und Verwer⸗ tung von chemischen Rohstoffen und Erzeugnissen, soweit dieselben zur Sicherstellung des industriellen Bedarfs für Heer und Marine erforderlich sind, vornimmt. Die Aktien sind Namensaktien, Mit⸗ glieder find unsere größten chemischen und Sprengstoffabriken. Samstag, 27. Februar 1015 8 335 2 Dem Aufsichtsrate steht eine„Schätzungs⸗ und Verteilungskom⸗ mission“ zur Seite. Eine„Kautschukabrechnungsstelle“ wurde bei der Deutschen Bank in Berlin errichtet. Zur leiblichen Versorgung unserer im Felde stehenden Sol⸗ daten mit Tabakmaterial wurde als eine der ersten Oraginsatio⸗ nen die„Zentrale für Tabaklieferungen, in Min⸗ deu i. W.“ gegründet als Resultat von Verhandlungen, welche im Reichsamt des Innern, zwischen den Interessenten und den be⸗ teiligten Dienststellen statlfanden. Die Zentrale bezweckt die Her⸗ beiführung einer möglichst gleichmüßi Beschäftigu im In⸗ teresse der— 3 i 5 8 E der Zigarrenfabrikanten. Die der Ben⸗ trale zugewiesenen Aufträge werden nach Maßgabe der in den einzelnen Fabriken tätigen Arbeiter und Hausarbeiter verteilt. Der Einfachheit halber werden nur 4 Sorten Zigarren hergestellt. Die Zahlungen erfolgen durch die Zentrale. Aehnlich geschieht die Verteilung der Kriegslieserungen von Rauch⸗, Kau⸗ und Schnupf⸗ tabak. Für die Lieferungen kommen etwa 2000 Fabriken in Frage. gesagt. Ob 2 für die Dauer des Krieges mit der jetzigen inneren rganisation den Bedürfnissen weiter entsprechen, muß die Erfah⸗ Soviel wäre kurz über die industriellen Kriegsorganisationen rung lehren, welche auch hier, wie überall, den Lehrmeister ab⸗ zugeben hat. „Ebenso wichtig und als Gegengewicht gegen den Plan der „wirtschaftlichen Aushungerung Deutschlands“ sind die Organi⸗ sationen zu bezeichnen, welche die Volks⸗ und Heeresernährung zum 1 haben. Diese Organisationen, weniger manigfach, sin ie„Triegsgetreidegesellschaft m. b. H. Berlin“, die„Zentralstelle zur Beschaffung der Heeres ver? pflegung“ und die„Trockenkartoffelverwertungs⸗ gesellschaft m. b. H. zu Berlin“. Alle diese Organisationen haben, wie die industriellen Organisationen, das Recht der Beschlag⸗ nahme. Die Trockenkaxtoffelverwertungsgesellschaft ist ermächtigt, die Besitzer von Kartoffelflocken, Kartoffelwalzmehl, Kartoffelstärke und Kartoffelstärkemehl aufzufordern, ihr bestimmte Mengen zu überlassen. Die beiden erstgenannten Gründungen können eine Be⸗ schlagnahme von Weizen, Roggen, Gerste und Hafer herbeiführen. Gerade die Kriegsgetreidegesellschaft soll die Volksernährung für die letzte Zeit vor der Ernte sicherstellen, indem die gekauften Mengen gelagert und erst bei Bedarf abgegeben werden sollen. Durch die neue Bundesratsverordnung nun, welche die Regelung des ehrs mit Brotgetreide und Mehl verfügt, wird die Tätig⸗ keit der Kriegsgetreide A. G. noch etwas erweitert. Die Beschlag⸗ nahme erfolgt allerdings zu einem Zeitpunkte, bei deen wesentlich höhere Preise als Höchstpreise notieren, als vor Monaten, zu welcher Zeit das Getreide evtl. schon an den Händler verkauft worden war. Die Preisdifferenz soll nach einer Bekanntmachung nicht dem Landwirte, bei dem das Getreide beschlagnahmt wurde, tgeschrieben werden, sondern dem Käufer, der zuerst von dem andwirte das Getreide erwarb und den im Grunde genommen die Veräußerung trifft. Nach Möglichkeit wird die Kriegsgetreidegesellschaft die Käufe freihändig oder durch Vermittlung des deutschen Getreidehandels vornehmen. Der Be⸗ schlagnahme und der Enteignung kann auch ungedroschenes Getreide anheim fallen. Zur Feststellung von Vorräten sind für die Bürger⸗ meistereien monatliche Vorratserhebungen angeordnet worden. Daß diese Listen anscheinend nicht immer sorgfältig aufgestellt worden sind, darauf lassen öffentliche Bekanntmachungen schließen.(Auch hierin wird durch die Bundesratsperordnung eine Aenderung ein⸗ treten.) Die„Zentralstelle zur Beschaffung der Heexesverpflegung“ ist außerdem noch berechtigt, neben Getreide auch Mehl und Vieh 1 ie(Dieser Organisation haben sich nicht ange⸗ schefken; die Kgl. Bayr. Heeresverwaltung, 2. die Kgl. Würt⸗ tembergische Heeresverwaltung, 3. die Kaiserliche Marine.) Der Gang der Geschäfte ist folgender: Die Heeresverwaltung meldet ihren Monatsbedarf der Zentralstelle an, und diese verteilt 30 Pfg. „Auch als Liebesgabe im Felde begehrt!“ D 1 die Lieferung auf die trke der landwirtschafffichen Organi⸗ sationen auf Grund 3 Vorratserhebungen. Die Eindeckung geschieht in Berlin(außer durch den Getreide⸗ bandel und Benutzung von Genossenschaften) durch die Mitglieder des Vereins Berliner Getreide⸗ und Produktenhändler. Das Stammkapital für die Kriegsgetreidegesellschaft ist von dem preußischen Stagte im Verein mit allen deutschen Groß⸗ städten und einer großen Zahl industrieller Unternehmungen auf⸗ gebracht worden. a Hervorragend sind die Leistungen, welche die Kriegsorgani⸗ sationen auf dem Gebiete des Geld⸗ und Zahlungswesens hervor⸗ gebracht haben. Man kann von vornherein sein Urteil schon dahin zusammenfassen, daß es dem Bankwesen ebensogut wie der In⸗ dustrie gelang, sich den veränderten Verhältnissen anzupassen. Die Tatsache, daß es uns bis dato gelang, ohne Moratorium ausgu⸗ kommen, ist mit zum Teil auf die große deutsche Anpassungsfähig⸗ keit an alle wirtschaftlichen Lagen zurückzuführen. An der Spitze marschiert unsere Reichsbank, die der Aufgabe sich vollauf gewachsen zeigte: Die Aufrechterhaltung des Zahlungs⸗ verkehrs durchzuführen. Die langjährigen Bestrebungen der Reichs bank, gestützt auf politische Erfahrungen und auf die Wirtschafts⸗ Fei ihre Liquidität ständig zu vergrößern, trugen jetzt ihre e. Die Errichtung der Reichsdarlehnkasse mit ilialen in allen Teilen Deutschlands gab den Inhabern von Wertpapieren und Waren durch Hinterlegung die Möglichkeit, sich die bis jetzt so notwendig gebrauchten Barmittel zu verschaffen! denn wer wollte Wertpapiere erwerben, wo die geschlossenen Börsen die Unter⸗ bringung der Wertpapiere verhinderten! 2 Die Schwierigkeiten zu beheben, die sich der Flüssigmachung von Barmitteln entgegensetzten, dienten die von verschiedenen Städten und privaten Korporationen errichteten Kriegs kreditban⸗ ken, welche besonders dem Mittelstande, dem kleinen kreditsuchenden Geschäftsmanne zugute kamen. g g Ebenfalls nennen möchte ich, die gerade auch für die Haus⸗ besitzer geschaffenen Kreditorganisationen. Die Unmöglichkeit der durch die Kriegsverhältnisse in Not geratenen Hausbesitzer, ihren Verpflichtungen voll nachzukommen, führten zu der Gründung von Mietdarlehnkassen“. Diese Organisationen sind so vielfaltig in ihrer rechtlichen Gestalt und Beteiligung, je nach den rganen, welche ihre Unterstützung diesen segensreichen Instituten zuteil werden ließen. Der Ausfall vieler Mieten in Geschäfts⸗ und Wohn⸗ häusern, die Herabsetzung und Stundung der Mieten und die Auf⸗ lösung des Mietverhältnisses, und noch mancherlei andere Ursachen brachten und bringen den Hausbesitzer vielfach in Geldverlegenheit, machen es ihm unmöglich, seine Zinsverpflichtungen gegenüber seinen Hypotheken⸗ 15 Grundstücksgläubigern zu erfüllen. Zur Uebernahme dieser Aufgaben waren die bestehenden Kreditkassen gewöhnlich nicht willens und auch nicht in der Lage.. Als eine der ersten Einrichtungen, dem Hausbesitzer weitest Kredit zu gewähren, ist die als Aktiengesellschaft L Dres⸗ dener Mietsdarlehnskasse zu nennen. Am Aktienkapital find außer dem Dresdener Grundbesitz die am Dresdener Hypothekengeschäfte beteiligten öffentlichen und privaten Realkreditanstalten verpflichtet. Die Stadt selbst hat für die Gesellschaftsverbindlichkeiten eine be⸗ deutende Gewährleistung übernommen. Eine auf genossenschaftlicher Grundlage errichtete Einrichtung ist die„Kriegskreditbank für Hausbesitzer e. G m. b. H. in Han⸗ nover“ Der Zweck der Genossenschaft besteht in der Ausleihung von Geld an den Hausbesitzer, welcher durch den Ausfall an Miete nicht in der Lage ist, seine Zinsen auf die erste Hypothek zu be⸗ zahlen. As Mitglieder(20 Mark Anteil, 100 Mark Haftsumme) werden Personen, Gesellschaften, Korporationen usw. angenommen. Die Stadt Hannover betrachtet dlese Organisation als eine innere 1 des Hausbesitzerstandes. Ueber 2000 Mitglieder sind igt. Eine andere, einen ähnlichen Zweck verfolgende Organisation ist B die„Danziger Hausbesitzerbank“, die„Hamburger Grund⸗ stil kasse 1914 G. m b. H.“, die„Breslauer Kriegs⸗ darlehnskasse“, die„städtische Kriegsdarlehnskasse Berlin⸗Lichter⸗ E 2 geratenen itzerst ur 1 8 e bei Klriegskreditbanken. nisationen nranni Art sind auch Fed . e 8 wirkli segens reich bezeichnet werden. Dourch den Krieg kamen auch die Lebensverficheru in eine nicht angenehme Lage, da viele Policeninhaber Geld in Höhe des Rüͤcktaufwertes zu haben wünschten, und zudem auch eine vermehrte Auszahlung von versicherten Summen, durch im Krieg gefallener Personen, eintrat. Diesem so plötzlich eintretenden Geld⸗ bedürfnis abzuhelfen und die Geldbeschaffung zu erleichtern, führte zur Organisation der„Bank deutscher Lebensversichcrungsanstalten A. G in Berlin“ mit einem Aktienkapital von 10 Milltonen Mark. Akrionäre sind die Lebensvpersicherungsanstalten. Diese erhalten einen bis 40 Prozent ihrer verpfändeten erstklassigen Hypotheken, oder einen Lombardkredit gegen Wechselakzept.(Die Hypothetenbanken haben ebenfalls eine Organisation zur Beleihung von Hypotheken, mit Anlehnung an die Reichsdarlehnkasse.) Die durch die Kriegsumstände ins Leben gerufene„Deutsche Seeversicherungsgesellschaft von 1914, A.-G.“ in Hamburg, mit 28 Millionen Gründungskapital, ist die Folge der unsicheren Seetransportperhältnisse. Die Transportgesellschaften le es „das große Risiko einer Seeversicherung bei evtl. Schiffsunter⸗ gang zu tragen. Tas Geld wurde zum.— Teile vom Reichs⸗ fiskus, den Versicherungsgesellschaften, Reedern und Exporteuren hergegeben. Auch hier werden wir noch nicht am 0 Geld⸗ und Kreditwesen gebildeten Organisationen stehen. Mit den vorstehenden Ausführungen wäre das Bild der be⸗ deutensten Krie Sorganisationen auf wirtschaftlichem Gebiete— mit Ausschluß der rganisationen der sozialen Fürsorge— kurz um⸗ zeichnet. Was die Wünsche von Industrie und rbe— mit Rücksicht auf diese Organisationen selbst— anbetrifft, so bestehen deren noch sehr viele Doch ein Wunsch gilt vor allen. Die Militär⸗ behörde und die Militärbauverwaltungen möchten sich bei der Ver⸗ N Arbeiten während des Krieges und zur Erlangung von essen von 8 welche die gewünschten Lieferungen aus⸗ führen, mehr als bisher der zuständigen int den Be⸗ hörden bedienen. Damit wäre dem Erwerbsleben eine gleichmäßige ngsanstalten e der im Beschäftigung auch möglichst aller Arbeiter gewährleistet.——— —— HDermischtes. Die Nebenproduktedes Leuchtgases ars wich ⸗ ührung. Der 71 all zu steigern und neu an Stelle anderer Beleuchtungs⸗ arten einzuführen, damit schwefelsaures Ammoniak, welches bis jetzt schon mit gutem Erfolge zur künstlichen Düngung verwen⸗ det wurde, in größeren Mengen als bisher gewonnen werden EPE 8 leisten die Landes verteidigung denkbar wichtigste Dienste, so die e zum Antrieb zahlreicher Kriegsschiffe und Unter⸗ seeboote. Auch die chemische Industrie baut sich zum großen Teil aul den Nebenprodukten der Gaserzeugung auf. Zu einem Not⸗ stand, wie es in Rußland und England für die Tertilindustrie durch Mangel der sonst pon Deut chland dort eingeführten Ani⸗ linsabritate gekommen ist, wird es bei uns nie lommen, da Deutschlands Anilinsabritation die erste der Welt ist. Wenn also das Gas überall im Haushalt wie auch in gewerblichen Betrie⸗ ben eingeführt wird, werden wir umsomehr den Krieg auch wirt⸗ castlich durchhalten können. Durch das Verschwinden der Pe⸗ troleumlampen werden dann quch fernerhin dem deutschen Volks⸗ vernrögen mehr als hundert Millionen Mark jährlich erspart blei⸗ ben, die bis jetzt für Petroleum ins Ausland gingen. Spielplan des Sießener Stadttheaters. Direktion: Hermann Steingoetter. g Sonntaa, den 28. Jebruar, nachmutags 3% Uhr, bei Volks- vreisen:„Johanntisseuer.“ Ende nach 6 Uhr. Abends 7% Ubr, bei kleinen Preisen:„Flachsmann als Erzieber.“ Ende 10 Uhr. Diensta, den 2. März, abends 8 Uhr laußer Abonnement), bei kleinen Preisen, Gutscheine haben Wültigkeit:„Die heitere Residenz.“ Ende 10% Ubr. Freitag, den 5 Marz, abends 8 Uhr(15. Freitag- Abonnements-Vorstellung), bei gewöbnlichen Preisen(ermäßiat): „Wohltatige Frauen.“ Lustspiel in 4 Atten von Adolph L'Arronge. Ende 10 Uhr. Sonntag, den 7. März. nachmittags 3¼ Uhr, bei Voltspreisen: Flachsmann als Erzieher.“ Ende 6 Uhr. Abend⸗ 77 Uhr, bei kleinen Preisen:„Die heitere Residenz.“ Ende 10 Uhr. 9 REP . Frankfurt a. M.,. St rob t au a. 26. Feb. eu- un roh markt. Man notie le ven 4, 25, 0 Mf, Stroh(KRornlangstroh 0.00 bis „00 Mk., Wirr stroh 0,00—0,00 Mark. Alles je 50 Kilo. Ge⸗ schäft flott. Die Zusuhren waren aus den Kreisen Friedberg, danau und Dieburg. 8 Sueeirergeg fal, Seg Wegen tdw gef „Für die jüngere Abteilung jeden Mittwoch von 6—7 die ältere Abteilung jeden Samstag von 6—7 Uhr im Johannessaal. bibelkränzchen für aus der Jeden Dienstag von 6-7 Uhr im Johannessaal. Sonntags⸗Verein für mädchen. N Se von 2 Uhr ab Diezstr. 15 p.(An · sprache, Gesang, Spiele, Bibliothet). Evangelischer Gottesdienst. Sonntag, den 28. Jebruar, vormittags 10 Uhr. Sonntag, den 28. Februar, nachmittags 1¼ Uhr Sonntag, den 28. Februar, abends 6 Uhr: Kriegs- betstunde. Mutwoch, den 3. März, abends 8 Uhr: Kriegs- betstunde. Dekan Guß mann. Katholische Gemeinde. Sottesdienst. Samstag, den 27. Februar: Nachmittags um 5 Uhr und abends um s Ute: Gelegenheil zur beil. Beichte. Sonntag, den 28. Februar, 2. Fasten⸗ Sonntag: 5 Beginn der österlichen Zeit. Vormittags von 6¼ Uhr an: Gelegenheit zur gl. Beichte. um 7 Uor: Die erste heil. Messe. 8 um 8 Uhr: Austellung der hl. Kommunion. 1 um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. um 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Nachmittags um 6 Uhr: Christenlebre; darauf Passionsandacht. Dienstag abend um 8 Uhr ist Fastenandacht. Freuag abend um 8 Uhr ist Jastenpredigt. 5 Diaspora⸗Gottesdienst. In Kirchberg: Lollar: Kirchberg: Lollar: Grünberg um 9% Uhr. Hungen um 9% Uhr. Standesamt nachrichten. Gießen. Aufgebote: 19. Louis Hill, Schuhmachermeister, mit Apollonia Achenbrücker, beide in Gießen.— Friedrich Heinrich Schuchardt, Eisendreher, mit Helene Rosa Rapp, beide in Eisenach. — 24. Wilhelm Alexander Schmitt, Banlkbeamter in Gießen, mit Elisabethe Stumpf in Darmstadt. f 5 Eheschließungen: Febr 20. Wilhelm Christoph Otto Matthies, Musiker, mit Emma Elise Feußner, beide in Gießen. Geborene: Febr. 15. Dem Taglöhner Wilhelm Franz Hammel ein Sohn, Georg Franz Wilhelm. ⸗— 17. Dem Kutscher Hermann Lewerenz ein Sohn, Wilhelm.— 18. Dem Metzger Adolf Müller eine Tochter, Margarete— 20 Dem Mechaniker Emil Otto Schupp eine Tochter, Emmi Luise Tatharine.— Dem Bild⸗ hauermeister Max Berle ein Sohn, Kurt Erwin.— 24. Dem Fuhr⸗ mann Konrad Becker ein Sohn Wilhelm Sterbefälle. Fehr 19 Willi Ütlenbaut, 10 Monate alt, Neuenweg 42.— 20. August Paul Niewisch, Tassierer, 40 Jahre alt, Schanzenstraße 16.— Alfred Rinsland, 9 M. nate alt, Crebner⸗ straße 16.— Luise Kästner, geb Kaiser, 74 Jahre alt, Selters⸗ weg 56.— Anna Emilie Repp, 2 Jahre alt, ottstraße 15— 21. Elisabethe Ruhl, geb. kob, 72 Jahre alt, Katharinengasse 14. — Georg Malkomesius, Metzger, 42 Jahre alt, Mäusburg 19. — 22. Kurt Ruhl, Kaufmann, 18 Jahre alt, Landmannstraße 3. — Johann Baßler, Handelsmann, 57 Jahre alt, Wetzlarer Weg 80. T 23. Margarete Konrad, 3 Jahre alt, Neustadt 22.— Albert Konrad, 1 Jahr alt, Neustadt 22.— Oskar Ferdinand Walldorf, 1 Jahr alt, Rodheimer Straße Im Felde gefallen Febr 7. Krebs, Lehrantts⸗ referendar, Vizefeldwebel, 26 1 alt, Ludwigstraße 30, zu Biarre im Feldlazarett Nr. 11 gestorben. Butzbach. Sime Sanitätsfeldwebel m. Sterbefälle: Februar 23. Wilhelm Paul Schönherr, 19 Tage alt.— 24. Georg Gimbel, Oberfahnenschmied i. P., 83 Jahre alt.— 25. Johannes Jung, Nachtwächter, 45 alt. Friedberg. ruar 16. Dem Landwirt Gustav Waas eine Auguste.— 19. Dem Taglöhner Theodor Katharina Auguste.— 20. Dem Offizier⸗ Peter Kriegbaum eine Tochter, Erna rine Luise. Sterbefälle: Februar 20, Wilhelm Reuß, Rentner, 76 Jahre alt.— Dezember 7. Wilhelm Gros, Offizier⸗Stellver⸗ treter im Inf.⸗Regt. 168, 27 Jahre alt, Ku 11— 16. Heinrich — tzeseldwebel im Reserve⸗Inf.⸗Regt. 116, 28 Jahre alt, gefallen. 2 Grünberg. Auf gebote: Febr. 19 Jakob Otto Pfeffer, Spengler, mit Elise Eckel in Rodheim a. d. Horloff.. Sterbefälle: Febr. 18. Anna Louise Ida Amalie Stein, * alt.— 25. Christine Sudheimer, Rentnerin, 74 Jahre alt. e— 5 ungen: Februar 24. Simon Leonhard Metz, . mit Karoline Theiß von N ruar 18. Dem Lokomotivheizer Jakob Renth ilhelm. 5—— Kirchliche Nachrichten. Cvangelische Gemeinde. Sonntag, den 2% februar, Reminiszere. Sottesdien In der Stadtilrche. Vormittags 9¼ Uhr: Pfarrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markus gemeinde. Pfarrer Schwabe. Abends 6 Uhr: Pfarrassistent Hoffmann. Sontag, den 28. Februar, abends 8 ur: Vereinigung der Geborene: Tochter, Mathilde Röder eine Tochter Stell vertreter Ludwig Eheschlie Bergmann, von Geborene: ein Sohn, Jakob n männlichen Jugend der Markusgemeinde.(Diez traße 16. i Dieustag den 2. März. nachmittags 3 Uhr, im Matthäus saal: Frauenmissionsverein. Dienstag, den 2. März, abends 8 Uhr: Vereinigung der kon ⸗ firmierten weiblichen Jugend der Markusgemeinde. Nächsttünstigen Sonntag, den 7. März, findet im Abend- gottesdienst Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus der Matthäusgemeinde statt. wozu besonders auch die Eltern und An⸗ gehörigen der Konfirmanden eingeladen werden. In der Johanneskirche. Vormittags 9¼ Uhr: Pfarrer Aus eld. Vormittags 11 Uhr: Kindertirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Ausseld. Abends 6 Uhr: Pfarrer Bechtols heimer. Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas⸗ und Johannes ⸗ emeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Johannessaal. f Mitwoch, den 3. März, abends 3 Uhr: Kriegsbetstunde. (Passionsundacht.) Pfarrer Aus feld. Wartburg, evangelischer Jünglings⸗ und Männer⸗ Verein. (Diezstraße 15.) Sonntag, den 28. Februar, abends: Vortrag. Dienstag, den 2. März, abends 8¼ Uhr Bibelstunde. Donnerstag, den 4. März, abends 8¼ Uhr: Leseabend. für unsere Krieger durch die teldpost Preis: Ne 324 888102 3 4 5 6 8 1bfHd Sick 20 Stck. Salem Ciqeretsten Poxfofrei! 50 Stck. Salem Cigaretten 10 Perle! Orient. sabak-· u Cigaretten fabrik Jenidze Dresden Inh, Hugo Zielz, Hoflieferant 5. Med. Künigsv Sachsen Amtlicher Teil. N Bekanntmachung. Betr.: Die „ 55 von Kleie Der Kreis⸗Ausschuß hat in seiner Si Februar 1915 beschlossen, daß die Kleie, die bei dem des dem Kommunalverband gehörigen Getreides entfällt, den Lieferan⸗ ten des Roggens durch Vermittelung der zuständigen Bür⸗ germeisterei zurückverkauft wird. Die Verteilung hat jedoch nur an r Kornlieferanten zu erfolgen, die gleich⸗ zeitig Viehbesitzer sind. Besitzt ein Lieferant kein Vieh oder verzichtet er auf den Erwerb der ihm zugedachten Kleie, so ist die auf ihm entfallende Menge anteilmäßig auf die Vreh⸗ besitzer, die Roggen an den Kommunalverband verkauft hat⸗ ten, zu verteilen. Der Verkaufspreis der Kleie ist der jeweilige ge⸗ setzliche Höchstpreis, der sich zurzeit auf 13 Mark für den Doppel ⸗ zentner beläuft. Die Kleie ist zweckmäßig durch die Gemeinde —5 Müller abholen zu lassen; die Säcke hat der Käufer zu en. Nähere Weisungen gehen den betr. Großh. Bürgernreistereien und Müllern im besonderen Anschreibens zu. Gießen, den 26. Februar 1915. Seußbers Huch Kreisamt Gießen. r. Usinger. Bekanntmachung. Betr.: Den Verkehr mit Brotgetreide und Mehl. Wie wir mit unserer Bekanntmachung vom 20. Februar l. Is. — Kreisbl. Nr. 19— veröffentlicht haben, kann der Kreis⸗Aus⸗ schuß anordnen, daß denjenigen Haferbesitzern, die ihre Vorräte an Hafer nicht richtig angegeben hatten, gleichwohl eine Ver⸗ e räte an um 28. J. richtig angeme 5 Da dem Kreis⸗Ausschuß auch das Riecht eingeräumt ist, in gleicher Weise zu verfahren, wenn die selbst angegebenen Vorräte an Weizen und Roggen nachträglich vollständig angemeldet wer⸗ den, border wir hiermit namens des Kreis⸗Ausschusses alle Be⸗ siter von Weizen und Roggen, die bisher ihre Vorräte von den genannten Getreidearten nicht richtig angegeben hatten, auf, solche bis spätestens 8. März l. Is. bei der zuständigen Bürgermeisterei richtig anzumelden. Cleben, den 38. Pebrnar 1918 a Gro liches Kreisamt Gießen. . V.: Hechler. ö An den Oberbürgermeister der Stadt Gießen und an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wir beauftragen Sie, die vorstehende Bekanntma in 4** einde wiederholt zu 1— uns am 9. ie en eingegangenen neuen Anmeldungen vorzulegen. ien, den 26. Februar 1915. e vom 95. Samstag, den 6. März, abends 8 ½ Uhr: Aeltere Abteil Gäste stets willkommen. 9 G liches Krei ießen. N 1. 2 7 Gießen