nähern si 5 Erstes Blatt Der Siedener erscheint täglich. Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Sießener Familienblätter; eimal wöchentl. Kreis⸗ tt für den Kreis Sießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Lan wirtschaftliche Feitfragen Ferusprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelled1 Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme don Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. PFG 165. Jahrgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Freitag, 20. Februar 1015 Bezugs rei: monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Bermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. wieder 15000 Russen gefangen, über 20 Geschütze erbeutet! Die britische Admiralität sperrt den Nordkanal. (WB.) Großes Hauptquartier, 25. Febr.(Autlich.) Westlicher Kriegsschauplatz.. In der Champagne setzte der Gegner gestern seine verzweifelten Angriffe fort. Sie blieben wie die vorher⸗ gehenden trotz der angesetzten starken Kräfte ohne den geringsten Erfolg. Sonst nichts wesentliches. l Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Gefechte am Niemen, Bob und Narew dauern an. Die festungsartig ausgebaute Stadt Praszuysz wurde gestern von ostpreußischen Reservetruppen nach hartnäckigen Kämpfen im Sturme genommen. Ueber 10000 Ge⸗ fangene, über 20 Geschütze, ein großes Lager von Maschinengewehren und sehr viel Gerät fiel in unsere Hand. In anderen Gefechten nördlich der Weichsel sind in den letzten Tagen 5000 Gefangene gemacht. Ju Polen südlich der Weichsel besetzten die Russen nach einem mit fünffacher Ueberlegenheit ausgeführten Angriff das Vorwerk Mogily(südöstlich Bolimow). Sonst nichts Wesentliches. Bemerkenswert ist, daß der bei 8 gefangen ee Kommandeur der russischen 57. Reservedivision eutsche Offiziere fragte, ob es wahr sei, daß das von den Deutschen belagerte Antwerpen bald fallen würde. Als ihm darauf die Lage im Westen erklärt wurde, wollte er nicht daran glauben, daß das dentsche Westheer auf französischem Boden steht. Oberste Heeresleitung. 1 1*** Zeichnet die zweite Kriegsanleihe! Die Stunde ist gekommen, da von neuem an das ge⸗ samte deutsche Volt der Ruf ergehen muß: Schafft die Mittel herbei, deren das Vaterland zur Kriegsführung notwendig bedarf! Von der ersten deutschen Kriegsanleihe hat man gesagt, sie bedeute eine gewonnene Schlacht. Wohlan denn, sorget dafür, daß das Ergebnis der jetzt zur Zeichnung aufgelegten zweiten Kriegsanleihe sich zu einem noch größeren Siege gestalte. Das ist möglich, weil Deutschlands finanzielle Kraft ungebrochen, ja unerschöpflich ist. Das ist nötig, denn Deutschland muß gegen eine Welt von Feinden sein Dasein verteidigen und alles einsetzen, wo alles auf dem Spiele steht. Und schließlich: Es ist nicht nur Pflicht, sondern Ehren⸗ sache eines jeden Einzelnen, dem Vaterlande in dieser großen, über die Zukunft des deutschen Volkes entscheidenden Zeit mit allen Kräften zu dienen und zu helfen. Unsere Brü⸗ der und Söhne draußen im Felde sind täglich und stündlich bereit, ihr Leben für uns alle hinzugeben. Von den Daheim⸗ gebliebenen wird kleineres aber nicht unwichtigeres ver⸗ langt: ein jeder von ihnen trage nach seinem besten Können und Vermögen zur Beschaffung der Mittel bei, die unsere Helden draußen mit den zum Leben und Kämpfen not⸗ wendigen Dingen ausstatten sollen. Darum zeichnet auf die Kriegsanleihe! Helfet die Lauen aufrütteln. Und wenn es einen Deutschen geben sollte, der aus Furcht vor finanzieller Einbuße zögert, dem Rufe des Vaterlandes zu folgen, so belehret ihn, daß er seine eignen Interessen wahrt, wenn er ein so günstiges Anlagepapier, wie es die Kriegsanleihe ist, erwirbt. Jeder muß zum Ge⸗ lingen des großen Werkes beitragen. Berlin, 25. Febr.(WTB. Priv.⸗Tel.) Der„Berl. Lokalanz.“ meldet: Die Allgemeine Elektrizitäts⸗ gesellschaft, die sich mit den Berliner Elektrizitäts⸗ werken an der ersten Kriegsanleihe mit fünf Millionen Mark beteiligte, wird für sich für die neue Anleihe fünf Millionen Mark zeichnen. Wien, 25. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Bei Bespre⸗ chung des Prospektes über die zweite deutsche Kriegsanleihe sagt das„Neue Wiener Tagblatt“: Wenn man bedenkt, daß die französische Rente in der letzten Zeit bis 68 gesunken ist und seit Beginn des Krieges überhaupt 15 Prozent eingebüßt hat, muß es einen um so imponierenderen Eindruck machen und kann auch auf das feindliche Ausland nicht ohne Eindruck bleiben, daß es dem Deutschen Reiche möglich ist, seine zweite Kriegsanleihe zu einem noch höheren Kurs als die erste dem Publikum anzubieten. Diese Tatsache stellt dem deutschen Staatskredite ein glänzendes Zeugnis aus und ist zugleich bedeutsam für die Auffassung der militärischen Lage. Der moralische Effekt kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. e Die neueste Meldung unserer Obersten Heeresleitun bedeutet einen hohen Triumph. Die deutschen Wruppen Warschau von Norden her! Die Stadt Prasz⸗ e im Sturm genommen wurde, wobei 10000 Gefangene pon uns gemacht wurden, liegt etwa 80 Kilo⸗ meter nördlich von Warschau, 30—40 Kilometer südlich der 2 deutschen Grenze. Seit dem strategischen Rückzug unseres Ostheeres aus Polen war Prasznysz in russischen Händen 8 und diese Stadt war kein unwichtiger Punkt für ie Russen. Von hier aus konnten ihre Truppenteile, je nach der Lage, gegen Ostpreußen oder gegen die polnische Front der Deutkschen verwendet werden. Es scheint sich nunmehr eine Einkreisung Warschaus zu vollziehen, denn unsere Heeresleitung berichtet weiter, daß auch in anderen Gefechten nördlich der Weichsel in den letzten Tagen 5000 Ge- fangene gemacht worden sind. Leider ist es dem Gegner südlich der Weichsel, wie es in dem amtlichen Berichte heißt, mit fünffacher Ueberlegenheit gelungen, das Vor⸗ werk Mogily südöstlich von Bolimow(an der Rawka) zu nehmen. Dieser kleine Lokalerfolg wird zweifellos durch deutsche Verstärkungen alsbald wieder wettgemacht werden können. Da auch der russische Südflügel am Dujestr und in den Karpathen sich nur noch mühsam der Angriffe unserer Bundesgenossen erwehrt, kann man wohl sagen, daß es mit einer größeren russischen Offensive ein Ende hat. England hat durch eine neue Maßregel von sich reden gemacht. Während es, nach einer noch etwas zweifelhaften Nachricht, alle Proteste der neutralen Staaten über den Flaggenmißbrauch abgewiesen haben soll, hat es die Zufahrt zur Irischen See durch den sogenannten Nordkanal von Nordwesten her gesperrt. Nur das etwa 15 Kilometer breite Fahrwasser zwischen der kleinen Insel Rathlin und Fairhead an der Nordostecke Irlands ist freigeblieben. Die Engländer wollen hierdurch unsern Unterseebooten jeden Ein- und Aus⸗ gang unmöglich machen. Warten wir ruhig den Verlauf der weiteren Ereignisse ab. Bisher hat, seit dem 18. Otedder, die deutsche Flottentaktik den denkbar besten Erfolg gehabt. Auch heute können wir wieder eine ganze Reihe von eng⸗ lischen Schiffen verzeichnen, die deutschen Unterseebooten oder Minen zum Opfer gefallen sind, und wir hegen heute * Zweifel denn je, daß der stachelige Gürtel, den wir Großbritannien angelegt haben, die erwünschte Wirkung ausüben wird. Das neueste Wehrgehäng, mit dem die bri⸗ tischen Kriegspolitiker des Inselreiches Blöße zu decken suchen, flößt uns keine besonderen Besorgnisse ein, denn damit, daß die Engländer seit dem 18. Februar höllisch aufpassen würden, hat die deutsche Marine ganz bestimmt gerechnet. 3 Neue Erfolge der deutschen Flottentaktik. Berlin, 26. Febr. Die Holländische„Tyd“ stellt laut Berl. Tageblatt fest, daß die Liste der nach dem 18. Februar auf Minen gelaufener oder torpedierter englischer Schiffe 20 Namen umfaßt. Berlin, 26. Febr. Zu der Meldung der britischen Admtrali⸗ tät, daß der britische Hilfskreuzer„Clan Mac Naughter“ seit dem 23. Februat vermißt wird, und daß man befürchtet, daß er gesunken ist, meldet jetzt Reuter, auf dem Hilfs⸗ kreuzer, der wahrscheinlich gesunken ist, befanden sich 20 Offi⸗ ziere und 260 Mann, die vermutlich alle umge⸗ kommen sind. London, 25. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der Dampfer „Rio Parana“, nach Porto Ferrajo unterwegs, und der Dampfer„Harpalion“ nach Newport News wurden auf der Höhe von Beachy Head torpediert und versenkt. Die Bemannungen sind gerettet, mit Ausnahme von drei Chinesen, die bei der Explosion umkamen. London, 25. Febr.(WTB. Nichtamtlich) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Bemannung des Dampfers„Western Coast“ aus Liverpool ist in Portsmouth gelandet worden und berichtet, daß der Dampfer durch eine Mine oder ein Torpedo auf der Höhe von Beachy Head zum Sinken gebracht worden sei. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. London, 25. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet aus Scarborvugh: Der Dampfer„Dept⸗ ford“ ist in der Nordsee auf der Höhe von Scarborough am 24. Februar gesunken, die Mannschaft glaubt, infolge eines Torpedoschusses. Die Besatzung ist bis auf einen Mann durch einen Passagierdampfer gerettet worden. London, 25. Febr.(WTB. Nichtamtlich.)„Times“ meldet: Rys, 23. Februar nachmittags 3½ Uhr. Hier wurde eine starke Explosion gehört und später gemeldet, daß ein unbekannter Dampfer von ungefähr 2000 To. in Seenot sei. Rettungsboote und Fischerfahrzeuge eilten zur Hilfe, nach anderen Meldungen fuhren auch Rettungs⸗ boote von Eastbourne und Newhaven aus. Es soll sich um einen Kohlendampfer handeln, der Feuer fing. Amsterdam, 25. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Einer Blättermeldung zufolge wurde der holländische Dampfer „Alwine“ auf 5 Fahrt von Huelva nach Rotterdam in Falmouth festgehalten. Das Schiff hatte Phosphat an Bord. Kristiania, 25. Febr.(W. B. Nichtamtlich.) Wie das Auswärtige Amt mitteilt, berichtete der Kapitän des Dampfers „Re 4 dem norwegischen Konsul in Tondon, daß die Ex⸗ plosion eintrat, als die Mannschaft in Begriff war, nach einer Mine zu sehen, welche sie glaubte, passiert zu haben. Die Mann⸗ schaft sah nichts von einem Torpedoboot. Das Schiff bewegte sich langsam, als die Katastrophe eintrat. Der Nordtanal von England gesperrt. London, 25. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die Ad⸗ miralität gab gestern folgendes bekannt: Die Befah⸗ rung der See zwischen der nordwestlichen Linie von 55 Grad 22½ Min. nördlicher Breite und 6 Grad 17 Min. west⸗ licher Länge bis zu 55 Grad 31 Min. nördlicher Breite und 6 Grad 2 Min. westlicher Länge, der südöstlichen Linie von 55 Grad 10 Min. nördlicher Breite und 5 Grad 24½ Min. westlicher Länge bis zu 55 Grad 2 Min. nörd⸗ licher Breite und 5 Grad 40% Min. westlicher Länge sowie der südwestlichen Linie von àa nach d und der W Linie von b nach ee ist für Schiffe aller Größen und jeder Nationalität ab 23. Februar vollständig verboten. Der ganze Verkehr, der durch den nördlichen irischen Kanal zu gehen wünscht, muß sich zwischen Sonnenaufgang und Son⸗ nenuntergang südlich der Nathlininsel abwickeln. Nachts darf kein Schiff sich innerhalb von vier Meilen von der Rathlininsel befinden. Dazu schreibt die„Times“: Der Zweck dieser Ankündi⸗ gung ist, den größten Teil des nördlichen Kanals zu schließen und den Verkehr auf den Tag zu beschränken, um die Unter⸗ suchung der Schiffe, die vom Westen in die Irische See ein⸗ laufen, zu erleichtern und es gleichzeitig den seindlichen Schiffen zu erschweren, in dieser Gegend zu operieren. Da⸗ durch wird wahrscheinlich der größere Teil des Verlehrs auf die Route um Südirland abgeleitet. Man kann annehmen, daß sich in dem verbotenen Gebiet Minen und andere Ge⸗ fahren besinden, welche die Passage für die Schiffe zu ge⸗ fährlich machen. Die Rekrutierung in Englaud. Berlin, 26. Febr. Die Rekrutierung in England scheint nach einem Bericht der„Voss. Ztg.“ nicht so zufriedenstellend au zufallen, wie man glauben machen möchte. Die„Times“ stellen wieder fünf Fragen für Männer: Lohnt es Euch, Euere Frauen vor Schlimmerem als dem Tod zu bewahren, Euere Kin, der vor der Ermordung zu retten, Euere Felder, Dörfer und Aecker vor der Vernichtung, und den historischen Schmuck Euerer Städte vor dem Verderben, Euere Freiheit vor Unterdrückung zu schützen, für Recht gegen Macht, für Menschlichkeit gegen Bar⸗ barismus zu kämpfen? Wenn das lohnt, dann laßt Euch noch heute anwerben!— ö Aus dem englischen Unterhause. London, 25. Febr.(WTB. Nichtamtlich) In der Sitzung des Unter hauses vom 23. Februar erklärte Sir Edward Grey auf eine Anfrage, es werde von Zeit zu Zeit berichtet, daß für Italien und die Schweiz bestimmte Güter in deutsche Eisenbahn⸗ wagen verladen würden. Die italienischen und die schweizerischen Behörden versichern, daß eine gewisse Anzahl deutscher Wagen nor⸗ malerweise auf den italienischen und schweizerischen Bahnen verke als Aequivalent für die gleiche Zahl italienischer und schweizerischer Wagen auf deutschen Bahnen. Die Benutzung deutscher Wagen sei also noch kein Beweis dafür, daß die Güter nach Deutschland be⸗ stimmt seien. Der Unionist Stewart fragte Asquith, ob es an⸗ gesichts der Bedrohung durch Tauchboote in der Irischen See nicht ratsam wäre, den Baueinesunterseeischen Kanals von England nach Irland in Angriff zu nehmen, um zukünftigen Blockadeversuchen vorzubeugen. Asquith antwortete, der Vorschlag sei unter den gegenwärtigen Umständen kaum durchführbar. Absichten der feindlichen Verbündeten. Paris, 25. Febr.(WTB. Nichtamtlich) Als Antwort auf die von Deutschland ergriffenen Maßnahmen beabsich⸗ tigen die Verbündeten, nach einer Meldung des„Journals“, zu erklären, daß alles deutsche Eigentum be⸗ schlagnahmt werden kann, unter welcher Flagge es auch immer sei, und daß jede für Deutschland bestimmte Ladung eine gute Prise ist. Die schärfsten Untersuchungsmaßnahmen sollen angeordnet werden. Streik von Schiffsleuten. Rotterdam, 25. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Rotter⸗ damsche Courant“ berichtet, daß in den Häfen am Clyde eine große Anzahl von Maschinisten und Heizern die Arbeit ein⸗ gestellt haben, da sie 2 Pence Lohnerhöhung für die Stunde ordern, während die Reeder nur/ Penny zahlen wollen. Man verhandelt über ein Kompromiß, wonach 6 Schilling wöchent⸗ liche Lohnerhöhung gezahlt werden sollen. Nach siebenstündiger Verhandlung war am Dienstag noch keine Einigung erzielt. ** * Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 25. Febr.(W. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 25. Februar 1915, mittags. In Russisch⸗ Polen keine Veränderung. An der westgalizischen Front brachte der Vorstoß einer Gefechtstruppe, die den Russen östlich Grybow mehrere Stützpunkte entriß, 560 Gefangene und 6 Maschinen⸗ gewehre ein. In den Kar pathen ist wieder starker Schneefall eingetreten, der die Kampftätigkeit beeinflußt. Die allgemeine Sitnation hat sich nicht geändert. Der Angriff unserer Truppen in den Gefechten südlich des Dujestr schreitet mit Erfolg vorwärts. In den Ge⸗ fechten am 21. und 22. Februar wurden 10 Offiziere und 3338 Manu gefangen. In der Bukowina herrscht Ruhe. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Die Bukowina völlig gesäubert! Berlin, 26. Febr. Einer Bukarester Depesche der „Köln. Ztg. zufolge sind nach lebhaften mehrtägigen Ar⸗ tilleriekämpfen in der Gegend von Bijan, welche sie stark befestigt hatten, die Russen trotz ihrer zahlenmäßigen Uuoeberlegenheit aus ihren Stellungen vertrieben worden. Seie hätten sich ftuchtartig 20 Kilometer jenseits des Pruth zurückgezogen. Hierdurch sei der letzte Widerstand der Russen gebrochen. Die Bukowina sei völlig von den Russen gesäubert. General Pau in Bukarest. Bukarest. 25. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) General Pau wurde bei seiner Ankunft von Vertretern der Kulturliga und der nationalen patriotischen Altion sowie von Vertretern mehrerer ru⸗ manischer Vereine empfangen Filipesku begrüßte den General mit einer kurzen Ansprache. Pau ist in der französischen Gesandt⸗ schaft abgestiegen. Die türtisch⸗russischen Kämpfe. Konstantinopel, 25. Febr.(W. B. Nichtamtlich. „Agence Milli“ erhielt von ihrem auf dem Kriegsschauplatz am Schwarzen Meer eingetroffenen Berichterstatter folgendes Tele- gramm: Die Kämpfe, die in der Umgebung von Bortschcha, nördlich von Artwin, seit einigen Tagen ausgefochten werden, haben mit einem vollen Erfolg der türkischen Truppen ge⸗ eendigt. Diese besetzten nach einem von Tschorokprue unternommenen 10 Angriffe wichtige Punkte. Die Russen erlitten schwere Verluste * und ergriffen die Flucht. Russische Offiziere mußten zur An— wendung von Gewalt schreiten, um die Flüchtigen zurückzuhalten, was beweist, wie tief die Moral der russischen Truppen gesunken ist. N Das Eiserne Kreuz an Euver Pascha. Konstantinopel, 26. Febr.(Ctr. Frkst.) Der Kaiser verlieh dem Kriegsminister Enver Pascha das Eiserne Kreuz. Enver dankte dem Kaiser telegraphisch in wärmsten Worten. (Frkft. Ztg.) f f 1** 7 Die Lage an der Yserfront. * Berlin, 28. Febr. Aus Nieuport wird dem Berl. „Lol.⸗Anz.“ über Amsterdam gemeldet: Die Deutschen entwickeln an der Yserfront eine lebhafte Tätig⸗ keit, besonders bei Nieuport, Lombartzyde und Apern, und an den Punkten, an denen die Ueberschwemmung am geringsten ist. An den Stellen, die stark unter Wasser stehen, könnten beide Parteien sich nur unter verhältnismäßig großen Opfern zu einem Angriff vorwagen, aber an der Grenze des Ueberschwemmungsgebietes nehmen die Ver- bündeten sehr starke Artilleriestellungen ein und hinter der Front erstreckt sich eine zahlreiche Reihe von stark be⸗ festigten Laufgräben. Die Plätze hinter der belgischen Grenze seien dermaßen befestigt, daß ein allgemeiner Vor⸗ marsch Zehntausender durch wenige Tausend aufgehalten werden könnte.— Der Korrespondent besuchte Ypern, wo gerade einige gefangene Bayern ein⸗ gebracht wurden. Er fragte einige Soldaten nach ihrer Meinung über den Krieg.„Soldaten haben keine Meinung“, war die lakonische Antwort,„wir marschieren dahin, wohin ir kommandiert werden.“. 2 Zum Luftangriff auf Ostende. * London, 25. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Reuter meldet boffiziell, daß seit dem Luftangriffauf Ostende drei Flieger Die * Calais erneut zur Luft angegrissen. 8 Kopenhagen, 25. Febr.(WTB. Nichtamtlich.)„Ber⸗ linsle Tidende“ meldet aus Paris: Calais ist von einem deutschen Luftschiff erneut angegriffen wor⸗ den. Die Bomben verwundeten einige Personen; der ange⸗ .— Materialschaden ist jedoch gleich Null.— Die bei dem er Luftangriff zerstörte Eisenbahnlinie ist wieder her⸗ gestellt und der Bahnverkehr vollzieht sich wieder ungestört. Der amtliche frauzösische Bericht. .** 15—. e 5 Bericht vom ar, r nachmittags: Es ist nichts wichtiges seit dem Bericht vom 23. Februar abends zu melden, außer einigen glücklichen Aktionen unserer Truppen bei Auberive⸗sur⸗Suippe und neuen Fortschritten nördlich Perthes. AMUMumtlicher Bericht vom 24. Februar, abends 11 Uhr: Zwischen der Lys und der Aisne herrschten zuweilen ziemlich lebhafte Ar⸗ Kulleriekämpfe, die alle für uns günstig ausliefen. In der Cham⸗ pagne nördlich Lemesnil erzielten wir neue Fortschritte, und warfen mehrere Gegenangrisse zurück. Unsere Artillerie brachte auf den Maashöhen mehrere deutsche Batterien zum Schweigen. 9 2 2 0 3 W in Eparges und die Hö eindlichen Verluste. Au dem er kleinen Teil der Front, den wir eroberten, fanden wir bereits über vexloren zwei 600 deutsche Tote; nach der Aussage von Gefangenen durch unsere Artillerie aus ihren Stellungen ver⸗ triebene Regimenter über 3000 Mann, das ist über die Hälste ihres Veiaubes Im Brüls⸗Wald bei Aprémont rückten wir vor. Aus Paris. (WTS. Nichtamtlich.) Meldung der gen angenen Nacht überflogen achtfran⸗ 5 e euge Paris zu verschiedenen Stunden in einer diurchschnittlichen öhe von 1200 Metern. Nachtflüge zur Vertei⸗ * digung der Stadt finden jetzt regelmäßig statt. 5 5 Die Kämpfe bei Wirballen. Aus dem Großen Hauptquar⸗ Paris, 25. Febr. Agence Havas. In der v 1 S n br, tier wird uns über die Kämpfe bei Wirballen am eben: Unter den größten Anstrengungen, r geschri welche die tief verschneiten Wege verursachten, des Generals von Lauenst ein am 9. Februar an den Feind erangekommen und warfen diesen in leichten Kämpfen aus dem Schureller Forst hinaus Wie aus erbeuteten russischen Befehlen hervorgeht, glaubte der Gegner, sich vor dem deutschen Ansturme in die bereits wohl vorbereitete und stark befestigte Stellung Vill⸗ lallen Stallupönen zurückziehen und sich dort behaupten zu tönnen; aber der starle Flankendruck, den die deutsche Offensive ausübte, 3 d 10 den Feind zum Aufgeben dieses Planes und veranlaßte ihn, nach der dritten gleichfalls vorbereiteten Stellung südlich Wir⸗ ballen zurückzuziehen. Es waren 1½ russische Divistonen, die sich am Nachmittag des 10. Februar dort einfanden und in Eydtkuhnen, . und Wirballen zur Ruhe übergingen. Obwohl man von dem Anmarsch der deutschen Kräfte wußte, hielt man es für 5 enn daß die Deutschen bei dem herrschen⸗ dien Schueesturm an diesem Tage noch herankommen könnten. 2 Man wiegte sich derart in Sicherheit, daß man sogar auf das Ausstellen irgendwelcher Sicherungsposten gänzlich, verzichtete; nur so konnte es kommen, daß die Angreifer, die sich durch die Naturgewalten nicht aufhalten ließen, noch am 10. Februar an die russische Unterkunft herankämen, aller- dings nur mit Infanterie und einigen Geschützen, denn alles übrige war in den Schneewehen stecken geblieben. Es war abends, als Cydtkuhnen, und Mitternacht, als Wirbal⸗ waren die Truppen 3 2 . 7 2 2055 2 99 . rals von Lauenstein ganz unerwartet ein ausgezeichnetes Nacht⸗ quartier. Die übrigen Züge waren mit einer großen Menge Hafer, ausgezeichneten Konserven, sehr viel Schokolade sowie Stiefeln und Pelzwesten in großer Zahl beladen. Jeder berittene deutsche Soldat war imstande, eine Pelz weste an sich zu nehmen. Augen⸗ blicklich noch wichtiger war aber für die seit zwer Tagen auf eiserne Portionen angewiesene deutsche Truppe die Erbeutu g von 110 russischen Feldküchen, die fast durchweg mit warmem Essen gefüllt waren. Man kann sich den Jubel unserer liegreichen Truppen vorstellen, als diese Beute in ihre Hände iel. Es war augenblicklich der schönste Lohn für die junge Truppe, die an diesem Tage teilweise zum ersten Male ins Gefecht gekom⸗ men war und sich glänzend geschlagen hatte. f Sächsische Tapferteit. Dresden, 25. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) An den Kämpfen in Polen nördlich der Weichsel nimmt auch das sächsische Landwehr-Insanterie-Regiment Nr. 101 unter der Führung des Obersten Grafen Pfeil hervorragenden Anteil. Zwischen dem König von Sachsen und dem Kaiser fand hierüber am 22. Februar ein Telegramm⸗ wechsel statt. Das Telegramm des Kaisers lautet: a „Ich freue mich, Dir mitteilen zu können, daß ich Deinem Landwehr⸗Infanterie-Regiment Nr. 101 meine Anerkennung für seine in den Kämpfen an der Wkra bewiesene Tapferkeit aus⸗ gesprochen habe« Gez. Wil helm.“ Hierauf hat der König dem genannten Regiment tele⸗ graphisch nachstehende 1 ausgesprochen: „Zu meiner großen Freude hat das Regiment durch den Kaiser warme Anerkennung für seine Tapferkeit in den Kämpfen an der Wkra gefunden. Dieser erneute Gnadenbeweis soll für das Regiment ein Ansporn sein, stets Schulter an Schulter mit den anderen deutschen Truppen seine Pflicht zu tun. Mit freudigem Stolz spreche ich meinen braven, alten Grenadieren zu ihrer mannhaften, der alten sächsischen Tradition entsprechenden Hand⸗ lungsweise meinen Dank und meine volle Anerkennung aus. Gez. Friedrich August.“ * 1* Aus Deutsch⸗Südwestafrika. London, 25. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet aus Garub in Deutsch⸗Südwestafrika: Ge⸗ stern abend warf ein Flugzeug vier Bomben auf britische Truppen — Ein Offizier und fünf Mann wurden verwundet. Das lugzeug wurde beschossen, entkam aber. Lebensmittelnot in Italien. Berlin, 25. Febr.(Priv.⸗Tel.) Das„Berl. Tagebl.“ meldet aus Rom: Als der Brotpreis in Neapel, der bereits 50. Centesimi beträgt, gestern wieder erhöht werden sollte, zogen 1500. Streikende schreiend vor das Rathaus und zwangen die meisten Fabriken, sofort die Pforten zu schließen. Chinesisch⸗japanische Verhandlungen. London, 25. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) In Ueber⸗ einstimmung mit den truktionen aus Tokio nahmen, wie die„Times“ aus ing erfährt, der japanische Ge⸗ sandte und der erste Sekretär am Montag die Verhand⸗ lungen mit dem chinesischen Minister des Aeußern und dem Vizeminister über die japanischen Forderungen wieder auf. Da es nicht möglich war, die Chinesen zur Annahme sämtlicher einundzwanzig Forderungen zu bewegen, be⸗ n die Japaner mit einer Besprechung der Schantung⸗ rage. Die Chinesen machten den Japanern Gegen⸗ vorschläge und verlangten Abänderungen, die Japaner bestanden jedoch auf der Annahme der unsprünglichen For⸗ derungen. Die Konferenz blieb erfolglos und wurde vertagt. Aus Indien. London, 25. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung der„Central News“ aus Kalkutta drangen am 22. Februar Banditen in das Geschäft eines Reis⸗ händlers ein, erschossen ihn und stahlen 1333 Pfd. Sterling. Der Kraftwagenführer, der sich weigerte, sie in Sicherheit zu bringen, wurde ebenfalls erschossen. Bisher wurden keine Verhaftungen vorgenommen. Aus dem schwedischen Parlament. Stockholm, 25, Febr.(WTB. Nichtamtlich.) In der Z wei⸗ ten Kammer bat Lindhagen um die Erlaubnis, den Minister des Aeußeren darüber zu interpellieren, ob der Reichstag nähere Mit⸗ erwarten könne, und ob die schwedische Regierung allein oder zu⸗ sammen mit den übrigen skandinavischen Regierungen Schritte zu unternehmen beabsichtige, um bei Schluß der Weltkrise im Interesse Schwedens wie aller anderen Völker für eine vernünftige Rechtsordnung innerhalb der menschlichen Gesellschaft aufzutreten. — Aus dem Reiche. Wirtschaftliche Beschlüsse des Bundesrats. Berlin, 25. Febr.(WTB. Amtlich) In der heutigen Sitzung des Bundesrates gelangten zur Annahme: Der Ent⸗ wurf einer Verordnung betreffend die Zulassung von Kraftfahr⸗ zeugen zum Verkehr auf öffentlichen Wegen und Plätzen; die Aenderung der Bekanntmachung über die Sicherstellung von Fleischvorräte vom 25. Februar; der Entwurf von Ver⸗ ordnungen über Höchstpreise für Futterkartoffeln usw.; die Vorlage betr. die Erhöhung des Kontingents der Zündwaren⸗ fabriken; die Vorlage betr. den Wochenmarktverkehr; die Vorlage betreffend das Verbot von Mitteilungen über die Preise von Wertpapieren usw. 1 a Der Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung die H ö ch st⸗ preise für Futterkartoffeln, für die Erzeugnisse der Kartoffeltrocknerei und der Kartoffelstärkefabrikation wesentlich er⸗ 2 und gleichzeitig für den Absatz dieser Erzeugnisse durch die rockenkartoffel⸗Verwertungsgesellschaft erweiterte Vorschriften er⸗ lassen. Infolge des Futtermittelmangels, der durch die Beschlag⸗ nahme des Hafers jüngst besonders scharf geworden ist und infolge der starken Steigerung der Futtermittel preise, ist die Kartoffel zur⸗ zeit gegenüber den übrigen Futtermitteln unperhältnismäßig billig. Daher sehen rechnende Landwirte davon ab, ihre Kartoffeln zur Kartoffeltrocknerei oder zur Stärkefabrikation zu verwenden, sondern verfüttern sie an ihr Vieh. Um dem entgegenzuwirken, erhöht der Bundesrat die Höchstpreise für Futterkartofseln und Erzeugnisse der Kartoffeltrocknerei, sowie der Kartoffelstärkefabrikation bei den Pro⸗ duzenten auf 35 Mark für den Doppelzentner Kartoffelflocken und 48 Mark für den Toppelzentuer Kartoffelstärke, wodurch den Be⸗ trieben die Wirtschaftsmöglichkeit erhalten wird, auch wenn sie Tabrikkartoffeln zum Preise von etwa 30 Mark erwerben müßten. Der Kartoffeltrocknungs⸗Gesellschaft m. b. H. ist jetzt der Allein⸗ vertrieb sämtlicher Kartoffelstärke und von Kartoffelstärkemehl über⸗ 5 len überfallartig angegrissen und erstürmt wurde. Auf der Chaus⸗ — worden. Sie erhält damit auch die Pflicht, die Stärke ver⸗ 4 f„wie die Textilindustrie, in entsprechendem Umfange unter Mitwertung dor Socher ben Noname vnd teilungen über die Königszufammenkunft in Malmö une e A Nachdem den Stünten ung Einwo die 223 erware 25 N 9, die Preise aaf eren Stand zurückzuführen, der zwar den Schweinehaltern mit Rücksich auf die Preissteigerung der Futtermittel einen angemessenen Ge⸗ winn gewährleistet, aber doch den finanziellen Schwierigkeiten de: Gemeinden Rechnung trägt und einer übermäßigen Verteuerung der Fleischnahrung für die Bevölkerung vorbeugt. Den zur Ex⸗ reichung dieses Erfolges von verschiedenen Seiten angeregten Vor⸗ schlag allgemeiner Höchstpreise macht sich die Bundesratsverordnung nicht zu eigen. Es kann abgewartet werden, ob die. Weiterentwick⸗ lung der Marktverhältnisse zu einer so einschneidenden Maßnahme dräugen wird. Der Bundesrat hat aber das Bedürfnis zu einer Preisfestlegung für den Enteignungsfall als Mittel zur Ausübung eines Druckes zur Verminderung des Schweinebestandes insoweit auerkannt, als von der Ent ignung Schweine bis zu 100 Klogramm Lebendgewicht betroffen werben sollen, da gerade die Schweine der unteren Gewichtsklassen zum Zweck einer höheren Gewinnerzielung vom freihändigen Verkaufe zurückgehalten werden, während zur Sicherung des Brotgetreides und der Kartoffelvorräte ihre Ab⸗ schlachtung besonders dringlich ist. Als Richtpreise im Ueber⸗ nahmeverfahren sind daher Beträge festgesetzt, die nach Preis⸗ gebieten und Gewichtsklassen abgestuft sind, und bei deren Er⸗ wittelung die Preise an den beiden letzten Hauptmarkttagen im Januar 1915 des Marktes und des städtischen Viehhofes in Berlin als Anhalt genommen sind Die Marktpreise für die Schweine böherer Gewichtsklassen dürften sich dann ohne behördliche Maß⸗ nahmen von selbst in entsprechender Weise regulieren. Ein Telegramm Hindenburgs. Hannover, 25. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Auf das Danktelegramm an den Generalfeldmarschall von Hinden⸗ burg ist nachstehende Antwort an den Präsidenten des Hannover⸗ schen Provinziallandtages eingegangen:„An den Kammerherrn von Pestel: Ew. Hochwohlgeboren und dem Provinziallandtag danke ich herzlich für die an mich gerichteten, mich hochehrenden Worte. Meine braven Truppen werden weiter ihre Schuldigkeit tun, bis uns mit Gottes gnädiger Hilse ein ehrenvoller Frieden. beschieden ist. Dann will ich dankbaren Herzens meinen Le⸗ beusabend in dem lieben Hannover verbringen, von dessen tapferen Söhnen zu meiner Freude so manche unter mir kämpfen. Feldmarschall von Hindenburg.“ — Aus Stadt und Cand. f 5 Gießen, 26. Februar 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) f - Landwehrmann Karl Armbrust, Landwehr⸗Ind⸗Ngt. 116 — Offiz.⸗Stellv. Lehrer Peter Heß, Juf.⸗Rat. 148, aus Michelau — Landwehrmann Jof. Bechtold, Res.-Inf.⸗Rat. 80, aus Offen- bach.— Major und Bat.-⸗Kommandeur Ernst Müller, Res.⸗ Inf.⸗Rgt. 221, Offenbach a. M.— Kriegsfreiw. Willi Kaiser, Res.-Jul.⸗Rat. 221, aus Offenbach a. M.— Ersatz⸗Res. Wilh. Theiß, Landw.⸗Agt. 113, aus Leun.— Landwehrmann Wilhelm indolf, Inf-Rgt. 140, aus Wetzlar. 5 * 2„ Auszeichn ung. Leutnant der Landw. Ferdinand Lenz aus Gießen, Res.⸗-Juf-Rgt. Nr. 201, wurde mit dem Cisernen Kreuz ausgezeichnet; es wurde ihm vom komman⸗ g dierenden General persönlich überreicht. f * Gegen die Schwätzer. In den letzten Tagen konnte man wieder einmal die bedauerliche Wahrn⸗. machen, daß alle Mahnungen den Miesmachern das Hand⸗ werk noch nicht gelegt haben. Allen Gefühls für persönliche Würde und Disziplin bar haben einzelne Schwätzer wieder die tollsten Gerüchte in der Stadt umhergetragen. Bei Mpern sind die Engländer durchgebrochen! Bei Reims haben wir eine schwere Schlappe erlitten, bei Maßiges— es köunte auch Verdun sein— 10000 Gefangene an die Fran⸗ zosen verloren! Die Versenkung des englischen Transport⸗ schiffes muß den Miesmachern zu folgender Verdrehung herhalten: Das Schiff ist und bleibt versenkt, aber die 2000 Menschen an Bord waren keine englischen Soldaten, sondern ausgerechnet„deutsche Verwundete“! Mancher mußte sich sogar, wenn er solchem Geschwätz mit dem nötigen Nachdruck entgegentrat, gefallen lassen, als Beleidiger des Betreffenden gestempelt zu werden. Wir erhielten mehrere Zuschriften, die sich mit der Angelegen⸗ heit befaßten. Folgende Aeußerung des Stadtv Dr. Ebel, die 5 Wort für Wort unterschreiben, sei hier wieder⸗ gegeben: N „Ist es denn so schwer zu begreifen, welch schnöde Undankbarkeit gegen unser tapferes Heer in dieser„Mies⸗ macherei“ liegt, und wie sehr dieses Gewäsch auf die Stim⸗ mung unseres jungen Ersatzes, der vor dem Ausmarsch steht, drücken muß?! Denkt denn keiner von den Schwätzern an die nl Aufregung, die er in der Stadt und ganz besonders bei den Angehörigen unserer im Felde stehenden Truppen mitverursacht? Ein derartiges Treiben ist nicht mehr mit Dummheit zu entschuldigen, nachdem alleut⸗ halben auf seine Gefährlichkeit öffentlich aufmerksam ge⸗ macht worden ist. Es ist mehr als Dummheit, es ist eine Gewissenlosigkeit, ein Verbrechen an unserem Volk, das jetzt so Schweres zu tragen hat. Und jeder Verbreiter eines falschen Gerüchtes, selbst wenn er es als unglaubwürdig bezeichnet und in welcher Form auch immer er es nacherzählt, macht sich mitschuldig. Ich wende mich an alle anständig gesinnten Mitbürger mit der dringenden Bitte, solchen gemeingefährlichen Schwätzern energisch entgegenzutreten, sie gegebenenfalls dem Staatsanwalt anzuzeigen, damit sie der gebührenden Strafe nicht entgehen. Wir haben während des ganzen Feldzuges gelben ⸗ daß wir uns auf die amtlichen Berichte unserer obersten Heeresleitung ver⸗ lassen können. Sie allein sind für die Beurteilung der je⸗ weiligen Lage maßgebend.“ 5 * Militärische Vorbereitung der J Das Großh. Staatsministerium gibt in einem Run — 22 8* 1 0*— ara daß e im staatlichen Di eschäftigten bange Nee Bureaubedienstete und Aubelter vom 16. sjahre an, an der militärischen Vorberei⸗ tung der Jugend teilnehmen. Diejenigen bei den Be⸗ jetzt noch n, n d. hörden beschäftigten jungen Leute, die sich bis keiner Jugendwehr angeschlossen haben, sind anzuhalte sich baldigst bei der örtlichen Geschäftsstelle der Jugend⸗ wehr anzumelden und regelmäßig an den 5 leidet, sollen die Uebungen an Wochentagen, f. Jahreszeit dies gestattet, mögli nach Ihen Amtsstunden 1 nehmen. Damit der Geschäftsbetrieb der e. der ehmung 1 4 f 15 * 1 1 genannten Orten zu stören. Die Uebung begann pünktlich um 4 Uhr und endete um /46 Uhr. Die Jungmannschaften nahmen ihren Auf⸗ trag sehr ernst und achteten keine Anstrengungen und Schwierig⸗ keiten. Beide Parteien lösten ihre Aufgaben in befriedigender Weise. en prächtigen Anblick bot es, wie die Reis irchener Jungmann⸗ ft in prächtig entwickelter Schützenlinie den in fester Stellung benden Feind angriff und diese Stellung im Sturmangriff zu nehmen versuchte. Unter klingendem Spiel und Gesang ging es dann der Heimat zu.— Am Mittwochabend unterrichteten die Herren Müller und Noll über Kriegsbrückenban und Feld⸗ e Leutnant d R. Griesbauer schilderte in fes⸗ er, die Jugend begeisternder Weise den Auszug des„Bisch⸗ er“ Regiments(222. und seine Erlebnisse und Eindrücke aus Belgien und Nordfrankreich. 5 die Kriegskochkurse in der Aliceschule wurden am Dienstag Morgen und Abend eröffnet und er⸗ freuen sich eines starken Besuchs. Am nächsten Dienstag len zwei neue Kurse beginnen, der eine um 8½ Uhr für Bemittelte(Honorar 6 Mark), der andere um 6 Uhr für Un⸗ bemittelte(Honorar 1 Mark). Beide umfassen vier halbe Tage. Anmeldungen werden bis zum Montag Steinstraße 10 8 enommen, das Honorar ist bei der Anmeldung zu entrichten. Die Men der Familienunter⸗ stützungen für die Zeit vom 1. bis 15. März an die An⸗ gehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen findet Montag, den 1. März, Dienstag, den 2. März, Mittwoch, den 3. März, Donnerstag, den 4. März 1915, vormittags von 8—1 Uhr, im Stadthaus, Zimmer Nr. 16, statt. e Unterseeboote. Die Schärfe des Weltkriegs hat den Gipfel erreicht, und die Augen aller Kriegführenden und der Neu⸗ 2 sind auf die englischen Gewässer gerichtet, wo deutscher ldenmut mit den modernsten Hilfsmitteln des Seekriegs Tag für l den furchtbaren Ernst des Kampfes vor Augen ührt, den es selbst heraufbeschworen hat. Der Untersee⸗ boftkrieg gegen unsern bittersten Feind nimmt die Spannung des Inlands bei weitem am stärksten in Anspruch, deshalb war es um verwunderlich, daß sich gestern abend die Neue Aula dem ndrang des Publikums gegenüber als viel zu klein erwies, wo auf Veranlassung des Flottenvereins der Direktor der Navigations- 4 85 in Lübeck, Prof. Dr. Schulze, über unsere U-Boote einen sesselnden Vortrag hielt. Oherbibliothekar Dr. Heuser begrüßte in Eigenschaft Ortsgruppe als Vorsitzender der hiesi des Flotten vereins die zahlreiche Versammlung. Per Abends gab Redner des dann mit der ruhigen Sachlichkeit des Fachmanns einen auch für den Laien durchaus verständlichen Ueberblick über scheidenen Mitteln in deutschen Gewäß 8— Nordenfelt. Den militärischen Wert der U-Boote erkannte J ö 5 Hauptsache um Erz für Kriegszwecke man erst spät. Frankreich zog zuerst daraus die Folge⸗ rungen. 1 begann De„der neuen Waffe seine Aufmerksamkeit zuzuwenden, dann aber auch mit deutschem Er⸗ zu findergeist und deutscher Tatkraft. Der Redner Leben an Bord der U-Boote, ihre technischen—— die zu erwehren versucht. pin 1 waren in mancher Hin urch milittrische Nücksichten Grenzen gezogen. Der Schleier, der Über iesen deutschen Marine, über i Möglichkeiten Redner vorbringen 5 a gewürzte, von guten Lichtbildern verständlich Die„russische Invasion“. Seit der Zeit vor 100 Jahren haben das Hessen⸗ und das Nassauer Land 1 eine solche Fülle von russischen Soldaten gesehen, als gerade in diesen Tagen. Während damals die Kosaken als liierte die Heimat durchschwärmten, ziehen sie heute als gefangene in die Lager von Wetzlar, Niederzwehren, urg, Gießen, Griesheim und Bad Orb ein. Fast jedes Lager erhielt 2000 bis 3000 Leute. Lauter„alte“ Burschen, die Hindenburg schon bei Tannenberg fing und die bis jetzt in ostdeutschen Lagern sich an deutsche Ordnung „nun aber den frischen Gefangenen von masurischen Feldern Platz machen. Die vier Monate Aufenthalt in Deutschland haben die„nassauischen“ und „hessischen“ Russen schon der Kultur recht nahe gebracht. Die Leute sind sauber, hübsch geschoren, manierlich, sie sind, was sehr wichtig ist, läusefrei, von Krankheiten frei und radebrechen auch schon ganz flott deutsch. Alle die graue russische Uniform, viele sogar dünne Drellhosen. Charaktertöpfe wie bei den Franzosen sind sehr, sehr selten. Im übrigen aber sind diese Menschen froh, daß sie bei den „Daitschen“ sind, die Brot und Tabak haben. * Gewerkschaft Gießener Braunsteinberg⸗ werke. Durch den Ausbruch des Weltkrieges ist die sonst be⸗ deutende von Manganerde aus dem Ausland unter⸗ Zufuhr bunden. Infolge davon liegen bei der Gewerkschaft Gieße⸗ ner Braunsteinbe bedeutende Lieferungs⸗ ses Material vor, die wegen M aufträge fü angel 5 a len(es sind von der Belegschaft 400 der tüch⸗ tigsten Leute zum ere einberufen) nicht erledigt werden können. Da es ach dei den 1 25 vorliegenden l in der lt, soll der Ver⸗ such t werden, Gefangene, Belgier und Nord⸗Franzo⸗ sen, im Werk zu beschäftigen und zwar wird man Arbeits⸗ kräfte überwiesen erhalten, welche im Bergbau keine Neu⸗ 1 linge sind. * Vom hohen Vogelsberg Die Schibahn * dem Hoherodskopf ist jetzt ausgezeichnet. Im Wald Schnee. über 1 Meter hoch Landkreis Giesen. 3„euchelheim, 25. Febr. Der hi f i eee c * 2 5 5 U 1 2 2* AAreis Büdingen. h Büdingen, 25. Febr. Unter dem Vorsitz des Schneider ⸗ meisters d. Roth Büdingen hat sich hier eine„Freie Schneider Innung für den Kreis Büdingen“ ge⸗ bildet. Die Veremiqung verfolgt in erster Linie vorlaufig den Zweck, ihren Mitgliedern Arheitsgelegenheit durch Miluärlieferungen zu verschaffen. 1 Kreis Schotten. J Schotten, 26. Jebr. An der diesjährigen Abschluß⸗ prüfung der hiesigen Realschule, welche am 20. Februar unter dem Vorsitz des Geh. Overschulrats Block stattsand, beter ligten sich 7 Schüler und 1 Schülerin. Vier davon konnten von der mündlichen Prüfung gänzlich und einer teilweise befreit werden. Auch die übrigen bestanden die Prüfung sämtlich. Kreis Friedberg. Butzbach, 26. Febr. Die hiesige Kaserne, die bisher als Reservelazarett benutzt wurde, ist geräumt worden, da am 1. März das zurzeit auf dem Truppenübungsplatz Darmstadt unter⸗ gebrachte Rekrutendepot des Reserve⸗Insanterie⸗Regiments Nr. 81 nach hier verlegt wird. Das Schulhaus in der Langgasse, das der Lazarettverwaltung unentgeltlich zur Verfügung gestellt wurde, der kleine Saal im Hessischen Hofe, der Saal des Taunus⸗ hotels und die Räume eines Teiles zweier Hofreiten wurden von der hiesigen Lazarettverwaltung als Ersatz der Kaserne zu Laza⸗ retten eingerichtet. 0 Starkenburg und Rheinhessen. m. Darmstadt, 26. Febr. In der gestrigen Stadt⸗ verordnetensitzung wurden nach einem Vortrag des Ober⸗ bürgermeisters und darauf folgender eingehender Aussprache die Einführung der Brotkarten gutgeheißen und die hier⸗ bei beantragten Vorschriften zur Regelung des Verbrauchs von Mehl und Backwaren genehmigt. Die Vorschriften richten sich im allgemeinen nach den bundesratlichen Bestimmungen und setzen weiter fest, daß nur Einheitsbrote gebacken werden dür⸗ fen und zwar a) sog. Kriegsbrot mit höchstens 30 Prozent Weizen⸗ mehlzusatz und mindestens 10 Prozent Kartoffelmehl. b) Weißbrot mit höchstens 85 Prozent Weizenmehl und 15 Prozent Roggen⸗ mehl. Das Verkaufsgewicht muß bei dem Kriegsbrot 24 Stunden nach Fertigstellung vorhanden sein. Das Backen von Milchgebäck ist verboten, Kuchen dürfen nur einmal und zwar am Samstag gebacken werden. Die Herstellung von Schrotbrot und Zwieback ist gestattet. Die Abgabe von Brot und Mehl ist nur gegen Brot- karten gestattet. Auf jeden Kopf der Bevölkerung entfallen nach Wahl für je vier Wochen 8 Kilogramm Brot, oder 6 Kilogramm Mehl oder 7,2 Kilogramm Weißbrot. Jeder Haushaltungsvorstand, sowie jede gemeldete Einzelperson erhält eine Ausweiskarte und hiergegen die sog. Brotkarte, auf welcher die eigentlichen Brotmarken angefügt sind, welche gegen Aushändigung der Backwaren, Mehl usw. abgegeben werden müssen. Karten und Marken sind nicht übertragbar. Die Karte wird jeden Monat in neuer Farbe frisch ausgestellt. Die Brotmarken dürfen nicht bor dem aufgedruckten Zeitpunkt verwendet werden. Die Vorschriften treten mit dem 1. März in Kraft. Wer gegen die Vorschriften handelt, kann mit Geldstrafen bis zu 1500 Mk. oder bis zu 6 Mo⸗ naten Gefängnis bestraft werden. Es wurde dann eine Kom⸗ mission gewählt, welche diese Vorschriften zu überwachen hat. Vorschriften für Speisehäuser, Gast⸗ und Schankwirtschaften fol⸗ gen.— Die Stadtverordneten beschlossen weiter, von dem ihnen gesetzlich zustehenden Recht betr. die Beibehaltung der Wert⸗ zuwachssteuer Gebrauch zu machen, behälten sich aber vor. in Anbetracht der dabei bestehenden Mängel zu geeigneter Zeit entsprechende Anträge zu stellen.— Der Verwaltungsrat der Städt. Sparkasse hat beschlossen, in Anbetracht der Kriegs⸗ zeit in diesem Jahre die Auszahlung der Dienstboten⸗ prämien aus zusetzen.. Eine große Betriebsstörung entstand heute abend sieben Uhr in dem städtischen Elektrischen Werke, so daß sowohl die Straßenbeleuchtung sowie die Straßenbahn ver⸗ sagte. Der ganze Betrieb stockte. Die Hoftheater vorstel⸗ lung Mignon“ mußte ausfallen. Ebenso fehlte die elek⸗ tuische Beleuchtung in anderen öffentlichen Lofalen, Cafés usw. Viele Reisende versä wegen des aufgehabenen Straßen⸗ bahnbetriebs die Züge. Erst nach 1½ Stunden war der Schaden 2 über dessen Ursache das Werk nähere Angaben ver⸗ weigert. m. Offenbach a. M., 26. Febr. Das für die Angehörigen fatale Mißgeschick, zweimal ihren Toten b müssen, hat* Hessen⸗Nassau. ö h. Bad Homburg v. d. H., 25. Febr. Die Stadtver⸗ ordneten versammlung nahm bei der Beratung des Kur⸗ Haushaltungsplanes für 1915 an den verschiedenen Posten infolge der zu erwartenden Mindereinnahmen erhebliche Strei⸗ chungen vor. Es wurden u. a. gekürzt das Gehalt des Kur⸗ direktors um 3000 Mark, die Ausgaben für Golfspiele um 550 Mk., das Kapitel l en und Zeitschriften von 2500 auf 2000 Mk., für Feuerwerke und Sonderkonzerte setzte man statt 20 000 nur 15 000 Mark an. Sodann genehmigte die Versammlung weitere 1260 Mark für den neuen Militärfriedhof. Für die Beschaffung von Dauerwaren fordert der Magistrat einen Kredit von 100 000 Mark, von dieser Summe sollen jedoch 20000 Mark zum Bau einer Gefrierhalle auf dem Gelände des städtischen Schlacht⸗ und Viehhoses Verwendung finden. Märkte. fe. Frankfurt a. M. Viehhofmarktbericht vom 25. Febr. Auftrieb: Rinder 45(Ochsen 4, Bullen 00, Kühe und Färsen 410), Kälber 699, Schafe 179, Schweine 1445. Tendenz: Kälber flott, Schafe rege, geräumt, Schweine ge— drückt. Preise für 100 Pfd. Lebend; Schlacht · gewicht. Kälber. 2 Mk. Feinste Mastkälb err. 0 3860 96—100 Mittlere Mast⸗ und beste Saugkälber 55—59 91—98 Geringere Mast⸗ und gute Saugkälber. 50—54 85—92 rige Saugkäl ber 18 75—81 Sch a se. 0 Stallmastschafe: Mastlämmer und jüngere Masthammel.. 46-48 100—105 Aeltere Masthammel, gut genährte junge ö und geringere Mastlämmer. 34—37 80-85 Schweine. 5 Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendge wicht Vollfleischige Schweine unter 80 kg 8 Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebendgewicht 82.00-85.00 103.00 106.00 Vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendge wicht 82.00—85.00 103.00- 106.00 b ch. 24. Febr. Marktyreise. Weizen Mk. 00,00, 82.00 85.00 103.00— 106.00 Torn Mk. 00, 0, Gerste Mk. 00,00, Hafer Mk. 00,00, Heu Mk. 0,00, Stroh Mk. 000, Kartoffeln Mk. 9,5, Erbsen Mk. 00,00, Linsen Mk. 00, 00, Bohnen Mk. 00.00, Weißmehl Mk. 00,00, Roggenmehl Mk. 00,00; alles für 100 Klgr. Butter 1 Kigr. Mk. 2,65, Milch 1 Liter 21 Pig, Eier 10 Stück Mt. 1,15. 80.00-83.00 92.00— 100.00 Ehren Jo. Wiesbaden, 25. Febr. Heu- und Strohmarkt Man notierte: Heu 5,20—5,60 Mt., Kleehen 5,70 6,80 Wek., Stroh Gichtstroch 3.30 bis 3,35 Ml., Krummstroh 2,50—,00 Pik. Alles ver 50 Kilo.— Fruchtmarkt. In Haser kein Angebot. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 27. Zebr. 1915: Heiter uno troden, shwache Winde, Nachtsrost. Die neue Verordnung über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen. Berlin, 26. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Nordd. Allg. Ztg.“ teilt über die Verordnung des Bundesrats, be⸗ treffend den Verkehr mit Kraftfahrzeugen, u. a. folgendes mit: Die Notwendigkeit, mit den vorhandenen Vorräten an Gummi, Treiböl und Schmieröl hauszuhalten, rechtfertigt die Maßnahmen, die diese für unsere Industrie wichtigen Rohstoffe einer in Kriegs⸗ zeiten entbehrlichen Verwendung im Dienste des Luxus und der Bequemlichkeit entziehen. Durch die neue Verordnung wird der Verkehr mit Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Straßen und Plätzen vom 15. März dieses Jahres ab von einer erneuten Zulassung abhängig gemacht, die nur erteilt werden darf, wenn für den Verkehr des Fahrzeuges ein öffentliches Bedürfnis besteht. Wird so einerseits Vorsorge dahin getroffen, daß von den rund 50000 Kraftwagen, die zurzeit noch im Verkehr sein dürften, in Zukunft etwa die Hälfte von den Straßen verschwinden wird, so sind doch andererseits Ausnahmen in genügendem Um⸗ fange vorgesehen, um berechtigten Interessen auch fernerhin zu genügen. So soll der Verkehr mit Kraftomnibussen und Kraft⸗ droschken, wenn auch in beschränktem Maße, aufrecht erhalten werden. Insbesondere werden bei der Zulassung von Lastkraft⸗ fahrzeugen die Bedürfnisse des Gewerbebetriebes angemes⸗ sene Berücksichtigung finden. Da gleichzeitig die Heeresverwal⸗ tung es sich angelegen sein lassen wird, die Militärkraftfahrzeuge im Heimatgebiet soweit einzuschränken, als es die militärische Notwendigkeit zuläßt, darf mit einer wesentlichen Ersparnis an Gummi, Treiböl und Schmieröl für die Zukunft mit Sicherheit gerechnet werden. Der Austausch der Invaliden. i, Köln, 26. Febr. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Bern Die Transporte zum Austausch der deutschen und fran⸗ zösischen Schwerverletzten, die sich in Gefangenschaft befinden, beginnen voraussichtlich am Mittwoch, den 3. März. Die Armeeleitung stellt dem Schweizerischen Roten Kreuz die notwen⸗ digen Lazarettzüge zur Verfügung. Jeder Zug wird 250 Schwer⸗ verletzte befördern. Die Zahl der in deutscher Gefangenschaft be⸗ findlichen Franzosen, die zum Austausch gelangen, beträgt etwa 2500, die der deutschen Gefangenen, die von Lyon aus in die Hei⸗ mat befördert werden sollen, steht noch nicht fest. Auswechselung gefangener Sanitätsoffiziere. „i. Köln, 26. Febr. Die Köln. Ztg.“ meldet von der hollän⸗ dischen Grenze: Nach einer Mitteilung im Unterhause schweben zurzeit zwischen der deutschen und der britischen Regierung Ver⸗ handlungen über den Austausch der gefangenen Sani⸗ tätsoffiziere. Ueber die Auswechslung der in Gefangenschaft E Aerzte soll bereits ein Uebereinkommen getroffen wor⸗ n sem. 193 Die schweren russischen Artillerieverluste. i. Löln, 26. Febr.„Dagens Nyheter“ schreiben in einem Artikel über die Artillerie der im Kriege befindlichen Mächte: Die Verluste der russischen Artillerie in den letzten schweren Kämpfen stellen sicher wenigstens ein Zehntel der gesamten Artillerie dar, über die die russische Armee verfügte. Nebenbei muß man noch die Abnutzung der Geschütze in Anrechnung bringen. Zwar besitzt Rußland große Waffen⸗ fabriken wie die Putilowwerke, aber über ihre Leistungsfähigkeit ist wenig bekannt. Man wird aber sagen dürfen, daß die neuen Verluste der russischen Armee an Artillerie schlechtweg unersetz⸗ lich sind. Route Holland— England. e i. Köln, 26. Febr. Die„Köln. Ztg.“ meldet von dern holländischen Grenze: Die Personendampfer der Gesellschaft „Seeland“(Vlissingen—Folkestone) werden in den näch⸗ sten Tagen den regelmäßigen Verkehr wieder aufnehmen. Schon jetzt liegen für den ersten Dampfer, der die Ausreise antreten wird, über tausend Anmeldun⸗ gen vor, obschon der Dampfer nur 200 Personen befördern kann. Eine Spende der Deutsch-Amerikaner. Indianapolis, 26. Febr. Die Liga der Indianapolis übermittelte heute dem in Washington Freiherrn von Bernstorff vorläufig 100 000 Mark für die Familien der im Kriege Gefallenen. Ausnutzung deutscher Patente in Feat. Rotterdam, 26. Febr. Das englische Unterhaus nehmigte Kredite zur Errichtung einer Anilin⸗Farbstoff⸗ Industrie in England. Es sollen 100000 Pfund zu Ex⸗ perimenten verwendet werden. Mit schweizerischen Fabriken wurde ein Uebereinkommen ffen, welche die Lieferung halbfertiger Farbstoffe betreffen. Zu den deutschen Patenten für Anilinfarb⸗ stoffe, welche den neuen englischen Gesetzen gemäß für die Dauer des Krieges von den Engländern ausgenützt werden können, er⸗ klärte der Minister im Unterhaus, daß die Regierung beabsichtige, der englischen Farbstoffindustrie die Legalität zu beschaffen, die deutschen Patente möglichst auszunützen. Die Regierung werde dann mit Deutschland über die Zahlung einer Entschädigung für die Ausnützung der deutschen Patente verhandeln, wenn W auch eine Entschädigung für die Ausnützung englischer Patente in Deutschland bezahlt würde. Der chinesisch⸗japanische Konflikt. 6 Kopenhagen, 26. Febr.„jetsch“ meldet aus Irkutsk, Präsident Yuanschikai erhält immer mehr Telegramme mit dem Ausdruck der Bereitwilligkeit, für das Vater⸗ land zu sterben. Er hat geantwortet, daß die Forderungen Japans nicht so ernst seien. Ein bedeutender Teil könne, da er ausländische Interessen berühre, gar nicht erörtert werden. Der Konflikt werde seiner Ansicht nach auf friedlichem Wege gelöst werden. Weiter meldet das russische Blatt, die in China hervor⸗ getretene Einigkeit zwischen Regierung und Volk habe in Tokio eine unerwartete Wirkung hervorgerufen. In der Sitzung der Ge sellschaft„Friede“, deren Präsident Okuma ist, wurde beschlossen, der Besserung der Beziehungen zwischen Amerika und Japan die ernsteste Aufmerksamkeit zu schenken.— Der„No⸗ woje Wremja“ wird aus Tokio berichtet: Auf dem Pankett zu der ans Amerika eingetroffenen Delegierten der Friedens- liga stellte der Minister des Aeußern in Abrede, daß Japan China versprochen hätte, Tsingtau zurückzuerstatten. 2 2 28 Rheumatismus, Gicht und Reißen sind die Folge von Anhäufung von Harnsäure. Diese wird durch den Gebrauch von Togal ausgeschieden und selbst die hestigsten Schmerzen lassen sofort nach. Togal⸗Tabletten sind ärztlich glänzend begutachtet. In allen ratig, können sie schnellstens beschafft werden. Beit; Chinin Mg. Li. 12928 Deutschen in deutschen Botschafter potheken erhältlich. Wenn nicht vor!: Acid. acet. alle. Den Heldentod fürs Vaterland starben unsere lieben Bundesbrüder Max Hasselhoff, Zahnarzt Leutnant der Landwehr und Kompagnie-Führer Ritter des Eisernen Kreuzes am 27. November zu Roulers an seiner bei den Kämpfen in Flandern am 11. November erhaltenen Verwundung. Otto Holzapfel Kriegsfreiwilliger im Reserve-Infanterie-Regiment 22 in Russland am 20. Dezember. Giessener Burschenschaft Frankonia- I. A.: Sandmann, stud. theol. 1820 D Die unterzeichnete Burschenschaft erfüllt hiermit die traurige Pflicht, ihre lieben Alten Herren, Inaktiven und Freunde von dem Ableben ihres Alten Herrn Friedrich Rossbach Hofapotheker in Laubach in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet am Freitag, den 26. Februar nachmittags 3½ Uhr in Laubach statt. In tiefer Trauer: Die G. B. Germania. a 2 I. A.: Adolf Kraft 25 N. 1818 DJ Nunmehr ist es laut erfolgter amtlicher Bestätigung auch uns zur Gewissheit geworden, dass unser lieber unvergesslicher Bruder und Schwager Handlungsgehilfe Hermann Lauer Reservist im Res.-Inf.-Regt. 116, 8. Komp. auf Frankreichs Erde bei Servon am 16. September 1914 als braver Soldat sein Leben lassen musste. Er war uns der beste Bruder; allen, die ihn kannten. ein aufrichtiger, wahrheitsliebender Freund, Kamerad und Bekannter. Die trauernden Hinterbliebenen: Konrad Lauer Ernst Lauer. Giessen, 26. Februar 1915. Fürs Vaterland fiel nach 5 Monaten harter, doch begeisterter Pflichterfüllung am 14. Februar unser lieber, unvergesslicher Helmut Kriegsfreiwilliger im Reserve-Inf.-Regt. 221, Inhaber des Eisernen Kreuzes. Die Welt schien ihm zu klein für Alles, was er leisten wollte; er starb den schweren Tod seiner 18 jährigen, lebensfrohen Jugend. Frau L. Merck Kreisrat Dr. Ernst Merck. Schotten, den 24. Februar 1915. 18350 See: Privatlrankenpflege übernimmt alleinstebegde Dame. Beste Zeugnisse sind vorhanden. Näheres zu er⸗ sragen Steinstr. 13 J.(170 Tan J. Weinert, Gießen 5 cke rei und Papierwaren · G R und a Feld post⸗Schachteln Wiederverkäufer exhalten Preisliste kostenlos. Probepatet(72 Kartons) Mark 5.—. Nachruf. Den Heldentod für Kaiser und Vaterland starben im Osten am 4. Dezember 1914 bei Lodz: ** Müller-Hempfing Leutnant und e im Res.- Inf.-Regt. Nr. 22 Schättler Leutnant der Res, und Adjutant des I. Bat. desselben Regiments, am 14. Februar 1915 Wolf Oberleutnant und Kompagnie-Führer im Res. Inf.-Regt. Nr. 254, am 18. Februar 1915 Vossius Leutnant d. Res. und Führer des Maschinen- 5 gewehr-Zuges des Res.-Inf.-Regts. Nr. 222. Wir werden das Andenken dieser, in ihrer Pflichttreue bis in den Tod vorbildlichen Kameraden, die wir mit Stolz zu den Unseren rechnen, stets hoch in Ehren halten. Im Namen des Offizierkorps des Inf. HRegts.„Kaiser Wilhelm(2. Grossh. Hess.) Nr. 116. 15 Stephan, Major und Kommandeur des Ersatzbataillons. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teil— nahme an meinem tiefschmerzlichen Verluste, sowie für die überaus reichlichen Blumen⸗ spenden und das zahlreiche Trauergeleite sage ich innigsten Dank. Besonderen Dank allen Rednern am Grabe für die so trost⸗ reichen, ehrenden Worte des Nachrufs. Margarete Reuhl. f 1845 Trais⸗Horloff, den 26. Februar 1915. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teil⸗ nabme bei dem Hinscheiden unseres lieben Bruders, Schwagers und Onkels Louis Zecher sagen wir innigen Dank. Familie Zecher. Salzböden(Schöne⸗Müble), den 24. Februar 1915. 01049] 88 Nachruf. Den Heldentod fürs Vaterland starben unsere treuen Mitglieder Wehrmann Johannes Wicke Reserve-⸗Inf.⸗Regt. Nr. 116 Ersahreservist Emil Schön Infanterie-Regt. Nr. 99 Musketier Ludw. Schwarz Maschin.⸗Gewehr⸗Komp. Inf.⸗Regt. 188. Wir werden den Verstorbenen stets ein ehrendes Andenken bewahren. Gesangverein„Konkordia“ 010% Turnverein„Gut Heil“ Ruttershausen, den 26. Februar 1915. Seegen.: 85 Roth in Sietzen. ( p ů— Gedenk-Blatt für unsere gefallenen Krieger Gezeichnet von l Kunstmaler Jobannes Gebrts in Düsseldorf. I. Ausgabe in Duplex⸗Lichtdruck auf Elfenbeinkarton. Format 40:55 em. Preis Mk. 3.—. II. Pracht⸗Ausgabe in Handpressenkupferdruck(Helio⸗ gravüre) auf Kupferdruckkarton und China. Format 60:80 em. Preis Mk. 8.—. Für unsere gefallenen Krieger Ein Kunst⸗ werk ersten Ranges ist das soeben bei Emil Roth⸗ Gießen in mustergültiger Ausführung erschienene Gedenkblatt für unsere gefallenen Krieger“ des Düsseldorfer Malers Johannes Gehrts. Auf dem Blatle, das, fret von Ueberladung, sich durch vor⸗ nehme Einfachheit auszeichnet, befindet sich oben rechts eine Kampfszene(Sturmangriff, während die ganze linke Hälfte eine herrliche Germania einnimmt. Voll erbabener Würde, milden Ernst in den Zügen, stebt sie da, zu Häupten den Reichsadler, zu Füßen Waffen und Fahnen, die rechte Hand am gesenkten Schwerte, die linke einen Lorbeerkranz über die Gefallenen haltend, für deren Namen und Bildnisse Platz gelassen ist unter der Ueberschrift:„Den ehren⸗ vollen Tod fürs Vaterland fand im großen Kriege 1914/15...“ Das prächtig wirkende Kunstblatt er⸗ schien in zwei Ausgaben, von denen die kleinere (4055 Zentimeter 3 Mk.) sich besonders als Wand⸗ schmuck im Familienzimmer, die größere(60580 Zenti⸗ meter 8 Mk.) aber auch zum Aufhängen in Gottes⸗ bäusern, Schulen, Vereinslokalen usw. eignet. In beiden Fällen aber bildet das Blatt für unsere beldenbaften Vaterlandsverteidiger ein Denkmal, wie es sinniger nicht gedacht und leichter nicht be⸗ schafft werden kann. 29 7 Hofrat Professor Boerckel in Mainz. Sees Verlag von Emil Deutscher Cognac lürschwasser und ö seine Spirituosen in Feldpost Packung vorraàtig in den einschlagigen Oe schaften. 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