Der Gledener eiger erscheint lich außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Famil lenblätter; weimal wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche zeitfragen Ferusprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelleb! Adresse für Drahtnach- richten: Anzeiger Sleßen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Cin i Gießen General-Anzeiger für Rotationsdruck und verlag der Brühl' n 105. Jahrgang er Anzeiger Oberhessen chen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Donnerstag, 25. Februar 1015 Sezugsp rei monatl. 75 Pf., viertel jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lotal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge- richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. des chinesisch⸗ 155 japanischen Konflikts. B.) Großes Hauptquartier, 24. Februar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. In der Gegend von Perthes(in der Champagne) griffen die Franzosen gestern nachmittag mit zwei Infante⸗ riedivisionen an; es kam an mehreren Stellen zu erbitter— ten Nahkämpfen, die sämtlich zu unseren Gunsten entschieden worden sind. Der Feind wurde unter schweren Verlusten in seine Stellungen zurückgeworfen. In den Vogesen machten unsere Angriffe gegen Sul⸗ zern und Ampfersbach(westlich Stoßweier) Fortschritte. In den Gefechten der letzten Tage machten wir 500 Gefan⸗ gene. Sonst nichts Wesentliches. 5 Oestlicher Kriegsschauplatz. 3 Ein erneuter feindlicher Vorstoß aus Grodno wurde mühelos abgewiesen. Südöstlich Augustow gelang es gestern den Russen an zwei Stellen über den Bobr vorzu⸗ kommen; bei Sztobin ist der Gegner wieder zurück⸗ geworfen, in der Gegend von Krasnybor ist der Kampf noch im Gange. Bei Praszuysz fielen 1200 Ge⸗ fangene und zwei Geschütze in unsere Hände. Oestlich Skierniewice wurde ein russischer Nacht⸗ angriff abgeschlagen. Oberste Heeresleitung. ** * Der Seekampf in der Nordsee schreitet für uns erfolg⸗ Tel reich fort; wieder ist eine Anzahl feindlicher Schiffe, sei es durch Minen, sei es durch Unterseeboote, dem Untergange geweiht worden. Neue Erfolge sind auch zu Lande, im Osten wie im Westen, erreicht worden, und wir können mit lebhaftester Befriedigung auf die Stelle im letzten amtlichen Bericht verweisen, wonach die neuesten Durchbruchsver⸗ suche der 8 gänzlich gescheitert sind Bei der Flut von Nachrichten, die Auge und Ohr be⸗ schäftigt, tut es doch gut, wie der Seemann, auch die unscheinbaren Anzeichen am Firmament im Auge zu be⸗ halten. Die kleine japanische Wolke hat sich zusehends ver⸗ knßert. und sie scheint einen gewaltigen Sturm— 7 ündigen. Heute wird aus englischen und russischen Quellen gemeldet, daß auf eine friedliche Einigung zwischen Peking und Tokio kaum mehr zu rechnen ist. Puduschttai will über verschiedene der japanischen Forderungen überhaupt nicht verhandeln, und Japan soll entschlossen sein, auf seinen Forderungen mit allem Nachdruck zu beharren. Wir haben gestern schon angedeutet, daß Deutschland diesem Sturm im Osten mit Ruhe und Interesse entgegensehen kann. Wir glaubten, daß die neuen Schwierigkeiten Englands uns zustatten kommen könnten, meinten aber, daß die Stunde noch nicht gekommen sei, etwa mit Japan, hältigen 3 einen Blick des Verständnisses auszu⸗ tauschen. Wir wissen nicht, ob L. Raschdau, der neuer⸗ dings im f 9 die japanische Frage bespricht, es befür⸗ worten will, daß wir jetzt schon beginnen, ein Einver⸗ ständnis mit Japan herbeizuführen. Die Möglichkeit eines solchen diplomatischen Vorgehens finden wir jedoch in seinem Aufsatze angedeutet. Er schreibt nämlich: Um es kurz zu sagen: in diesem Kriege mußten früher oder später die Interessen Deutschlands und Japans sich von selbst —.— Es gilt in der Politik nicht nur der Satz: Der Freund Unserer Freunde ist auch unser Freund, sondern auch der andere Satz: Der Gegner unserer Gegner ist(selbst als Feind) unserer Sache förderlich. Die harte Notwendigkeit, unter der unser Volk kämpft, der Haß, der uns umzüngelt und unser Dasein zu unter⸗ graben sucht, zwingt uns, die Vorgänge, deren zunächst diplo⸗ matischer Schauplatz der äußerste Osten Asiens ist, frei von allen leidenschaftlichen Empfindungen und lediglich vom Nützlichkeits⸗ unserm hinter⸗ V den Sieg ist jedoch zu groß, als daß wir durch die eng⸗ lische Zukunftsmusik in Ostasien uns im jetzigen Moment beeinflussen lassen dürften. Wir haben Zeit und können warten. Wir wollen die Engländer und die Japaner ihren Schwierigkeiten überlassen. Die Stunde der Abrechnung schlägt, wenn auf den europäischen Kriegsschauplätzen die Entscheidung gefallen ist! Verschärfung des chinesisch⸗japanischen Konflikts. London, 24. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Times“ melden aus Peking vom 21. Februar: Nachdem auf die Mitteilung der chinesischen Regierung vom 18. Februar an den japanischen Gesandten, daß sie bereit wäre, über 12 Punkte der japanischen Forderungen zu verhandeln, Instruk⸗ tionen aus Tokio eingelaufen sind, teilte der japanische Ge— sandte dem Minister des Aeußern am 20. Februar mit, daß Japan auf Verhandlungen über alle Forde⸗ rungenbestehe. Der Präsident Jüanschikai ist jedoch entschlossen, über diejenigen Forderungen, welche die Souveränität Chinas und sein Recht, mit anderen Mächten Verträge zu schließen, beeinträchtigen, nicht zu verhandeln. Petersburg, 24. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die„No⸗ woje Wremja“ vom 18. Februar berichtet in einem Pekinger elegramm:„Wir erfahren aus japanischer Quelle, daß der Ge⸗ hilfe des Ministers Tsao den lapanischen Gesandten besuchte und ihm den Standpunkt der chinesischen Regierung betr. die japanischen Forderungen darlegte. China wäre bereit, vier Forderun gen gänzlich, vier teilweise und zwei nach Zustimmung der interessierten Mächte zu erfüllen. Alle weiteren Forderungen seien u nannehmbar. Tientsiner Zeitun⸗ en berichten, daß die formellen Sitzungen, die den japanischen orderungen gewidmet waren, 9 haben, und deuten an. daß Japan beschlossen habe, in Anbetracht der unbefriedigen⸗ den chinesischen Antwort andere Maßnahmen zu ergrei⸗ fe her imstande sind, die Erfüllung der japanischen Forderungen zu sichern. London, 24. Febr.(WTB Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau gibt eine Meldung der Associated Preß aus Pekin 9 vom 19. Februar wieder, in der es heißt: Wenn die Mitteilun⸗ Quellen sich be rätigen, hat Japan in der Denkschrift an die ihm befreundeten Mächte einige seiner an China gerichteten For- derungen verschwiegen. So verlangte Japan, daß bei einer etwaigen Ernennung von Ausländern zu Beratern der Polizei und der Militär⸗ und Finanzverwaltung Japaner bevorzugt würden, und daß von Chinas künftigem Bedürfnis an Waffen und Munition die Hälfte in Japan beschafft oder aber ein Arsenal mit japanischem Betriebsmaterial unter japanischer Lei⸗ tung errichtet werde. Ferner verlangte Japan von China dieselben orrechte, wie andere Nationen zur Einrichtung von Missionen und den Bau von Schulen und Kultusstätten zur Förderung des Buddhismus. Weiter verlangt Japan, daß Konzessionen für Eisenbahnen und Bergbau und die Errichtung von Docks künftig nur noch an Japaner, an andere Ausländer nur mit Japans ausdrücklicher Genehmigung verliehen werden. Wie verlautet, machte China drei Gegenvorschläge hinsichtlich der Konzessionen in der Mandschurei, Mongolei und Schantung. Es erklärte sich auch zu der öffentlichen Erklärung be⸗ reit, niemals einen Hafen oder eine Insel an eine andere Macht abtreten zu wollen, weigerte sich jedoch, der japanischen Regierung Bürgschaften dafür zu geben. London, 24. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Times“ melden aus Washington vom 19. Februar: Die Politik Ja⸗ vans erregt hier große Sorge. Die Presse beginnt sich gegen die japanische Politik zu äußern, denn der Umstand, daß Japan die Gelegenheit des Krieges auszunützen versucht, erregt Mißtrauen. *** standpunkt zu beurteilen. Auch der ausschweifendsten Politik Japans würde England zurzeit völlig außerstande sein, Ein alt zu gebieten, und nicht England allein, auch in Verbindung mit seinen russischen und französischen Freunden ist es heute in Ostasien machtlos und vermöchte nicht seinen Willen durchzusetzen. Die großen englischen Handelshäuser in China rufen auf dem Draht erschreckt die Hilfe des Mutterlandes an, aber alles, was die britischen Staatsmänner heute zu leisten vermögen, kann nur in freundschaftlichen Vorstellungen und Mah⸗ nungen an den japanischen„Freund“ bestehen. Es wird uns Deut— schen schwer, nach dem großen Unrecht, das Japan an uns be⸗ gangen, es laut auszusprechen, aber Tatsache bleibt es doch, daß heute dieses Land an die Ausführung seiner ehrgeizigen Pläne unter dem mächtigen Schutz der deutschen Waffen geht. Ob' wir wollen oder nicht, die Not der Umstände führt die Interessen der beiden Völker in diesem Augen⸗ blick zusammen. In diesem Augenblick nur? Das ist eine Frage, die uns und die Welt wohl stärker noch beschäftigen wird. Raschdau, der als Gesandter ja der diplomatischen Zunft angehört, fügt hinzu, wenn heute England die Veränderun⸗ gen, die die lapanischen Pläne mit sich bringen müßten, in schweigendem Unwillen ertrage, so geschehe es in der Hof 1 nach Erledigung des europäischen Streites am Gelben Meere abrechnen zu 1 7 Durch diese Zeilen schimmert der allerdings unau dene Vorschlag, Deutschland möge daher weniger Geduld eigen und in die schwebende Frage sich einmischen. Dies könnte indessen nur geschehen, wenn mit Japan Friedensverhandlungen gepflogen würden, und das ist im jetzigen Augenblick doch wohl unmöglich. England erträgt die japanischen An⸗ Der Kampf in der Nordsee⸗ London, 24. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die Admiralität teilt mit, daß der Hilfskreuzer„Clanmonaughton“ seit dem 3. Februar vermißt wird. Man fürchtet, daß er im Sturm verloren gegangen ist. Trümmer des Schiffes sind aufgefunden worden. 8 24. Febr.(Priv.⸗Tel.) Der norwegische Dampfer„Orla“ meldet, daß er im englischen Kanal Wrackstücke und Uniform m ü tzen treiben sah, die wahr- scheinlich, wie dem„Hamburger Fremdenblatt“ aus Rotter dam gemeldet wird, von dem versenkten englischen Truppentransportdampfer stammen. Auch der von Hull hier eingetroffene englische Dampfer„Jervaux Abby“ hat zahlreiche Wrackstücke und militärische Klei— dungsstücke sowie viele Minen gesehen. Nach den Angaben der Besatzung herrscht unter der Bevölkerung von Hull große Aufregung. London, 24. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Reuter mel⸗ det, daß der Dampfer„Branksome“, der sich auf der Fahrt von Newhaven nach Cardiff befand, gestern nachmittag 2 Uhr südöstlich Beachy Head auf eine Mine gestoßen oder von einem Torpedo getroffen worden sei. Achtzehn Mann der Besatzung erreichten das Land, während der Kapi— tän und ein Matrose sich noch an Bord eines Bootes bei dem stark beschädigten Schiff befinden. An derselben Stelle ist noch ein größerer Dampfer in Seenot. London, 24. Febr. WTB. Nichtamtlich) Der Damp⸗ fer„Membland“, 3027 Tonnen groß, von Hull nach dem maßungen, weil es muß. Deutschlands Zuversicht auf gen vermutlich gut unterrichteter chinesischer und ausländischer B Der Schoner„Maggie Baratt“, von Greenock nach Duddon unterwegs, ist stark überfällig. Einer seiner Ret⸗ tungsgürtel und mehrere Bootsklampen wurden an der Insel Man angespült. London, 24. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die Admiralität meldet: Das Postboot von Falkestone nach Boulogne wurde gestern abend durch ein Unterseeboot angegriffen, bald nachdem es den Hafen von Boulogne verlassen hatte. Das Torpedo ging in einem Abstande von 30 Pards an dem Vordersteven des Schiffes vorbei. 92 Passagiere des Schiffes waren Zivilisten, darunter waren auch Angehörige neutraler Staaten.— Die Ad— miralität kündigt Beschränkungen für die Schiffahrt, sowohl in der nördlichen als auch in der südlichen Einfahrt der Irischen See an. London, 24. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet aus Ramsgate: Das Fischerboot„G ratia“ landete heute 14 Matrosen der„Oakley“, die gestern nachmittag südöstlich Rye torpediert wurde. Der erste Ingenieur sagte aus, er labe das Periskop eines. Rest der Mannschaft wurde in Dover gelandet. Die„Oakley“ ver⸗ sank heute morgen auf der Höhe von Folkestone, während sie nach Dover geschleppt wurde London, 24. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des„Western Daily Mercury“ sichtete der Dampfer „Malaja“ der Pandolinie, der am 20. Februar mit über 400 Fahrgästen von Australien in Plymouth ankam, bei der Einfahrt in den Kanal ein bewaffnetes Handels⸗ schiff, leistete aber, da dessen Flagge infolge der großen Entfernung nicht erkennbar war, dem Befehl anzuhalten, nicht Folge. Die von dem Hilfskreuzer abgegebenen scharfen Schüsse trafen das Schiff nicht. Paris, 25. Febr. WTB. Nichtamtlich.) Der„Temps“ meldet: Der Minensucher„Marie“ stieß am Samstag im Osthafen von Dünkirchen auf eine treibende Mine und versank sofort. Vier Mann der Besatzung ind ertrun⸗ — Mehrere Mann, darunter der Kapitän, wurden schwer verletzt. Washington, 24. Febr.(WTB. a Meldung des Reuterschen Bureaus. Der amerikanische ampfer „Carib“ ist vor der deutschen Küste auf eine Mine ge⸗ S und gesunken. Er hatte 4600 Ballen Baumwolle an Bord. London, 24. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet aus Washington: Präsident Wil fon betrachtet den Verlust des Dampfers„Evelyn“ als einen unglücklichen Zufall. Er hat gestern Besuchern gegenüber erklärt, daß er einen nichtamtlichen Bericht erhalten habe, nach welchem der Kapitän einen nicht ungefährlichen Kurs steuerte, der ihm vorgeschrieben war. Die Minenzone, in der das Schiff unterging, wurde dem Kapitän bezeichnet. Die Angelegenheit wurde in der Kabinetts⸗ sitzung besprochen. Man glaubt zu wissen, daß keine Schritte er⸗ folgen werden, bis man weitere Einzelheiten erfährt. Die Re⸗ gierung erblickt in dem Vorgang nicht etwas, was internationale Verwicklungen verursachen könnte. Der Mißbrauch neutraler Farben. Berlin, 24. Febr. In einem Telegramm meldet„Daily Telegraph“ aus Bilbao: Es hatte geheißen, daß in dem dortigen Hafen am 18. Februar etliche 20 Dampfer eingelaufen seien, mit der Absicht, ihr Aeußeres durch neutrale Farben zu verän⸗ dern und fremde Namen an den Schiffen anbringen zu lassen. Wie der„Deutschen Tageszeitung“ setzt gemeldet wird, handle es sich ausschließlich um englische Dampfer, die jetzt in diesem spanischen Hafen ihr Aussehen verändern. Ein norwegisches Schiff untergegangen. Kristiania, 24. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Das norwegische Generalkonsulat in London telegraphiert am 23. Februar an das Ministerium des Aeußern: Das Dampf⸗ schiff„Regin“ aus Kristiania ist heute früh in Downs in die Luft gesprengt worden. Die Besatzung ist an Bord eines englischen Kriegsschiffes gegangen, heute in Dover gelandet und dann nach London weitergeschickt wor⸗ den. Das Ministerium des Aeußern ersuchte telegraphisch die Gesandtschaft um die Abhaltung einer seegerichtlichen Verhandlung.„Regin“ war ein Dampfer von 1107 Register⸗ tons.(Notiz des WT B.: Die Lage der Unfallstelle läßt auf eine englische Mine schließen.) Dünkirchen, 24. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Mel⸗ dung der„Agence Havas“. Der norwegische Kohlendampfer „Regin“ ist auf der Fahrt vom Tyne nach Bordeaux auf der Höhe von Dover gestern früh zwischen 6 und 7 Uhr gesunken. Die Mannschaft wurde gerettet. Der Dampfer versank im Zeitraum von zehn Minuten. Sieben deutsche Flugzeuge über England. (WT B.) Colchester, 24. Febr. Es wird gemeldet, daß gestern nachmittag sieben feindliche Flugzeuge über Maplinsands gesichtet wurden die in nordwestlicher Richtung flogen.(Maplinsands sind Sandbänke, die der Themsemündung vorgelagert sind.) Aus dem englischen Unterhaus. London, 24. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Unterhaus. Im Verlauf der Debatte über den Antrag, der kürzlich die Erklärung Lloyd Georges über das Finanzabkom⸗ men der Verbündeten billigte, sprach Austen Cha m- berlain seine Zustimmung zu dem Plane aus und be⸗ tonte die ungeheuren Hilfsquellen der Verbündeten. Lloyd Nach einer Tyne unterwegs, wird seit dem 22. Februar vermißt.— George sagte dann: Diese ungeheuren Hilfsquellen sind Beck, sänntlich in Gießen. Neue englische Schiffsverluste. Die neue deulsche Uriegsanlei e Meuterei in Indien. Verschärfung Unterseebootes gesehen. Der 0 1 * cc 3 n * 1 b 5 g 7 8 9 1 von fast ausschlaggebender Wichtigkeit in diesem Hampfe. — 1 an 5—.— Geld siab größer als die des Feindes. Eine vollständige, kühne und entschlossene Anwendung dieser Hilfsquellen sowie der gesamten Kraft it alles, was zum Siege notwendig ist. Eine Meuterei in Indien. London, 24. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird gemeldet: Bei der Meuterei eines indischen Infan⸗ terieregiments in Singapore wurden sechs eng⸗ lische Offiziere und 16 Unteroffiziere und Soldaten verwun— det, 14 englische Zivilisten, darunter eine Frau, getötet. Die Meuterei ist unterdrückt worden. * 4* Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 24. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart, 24. Febr. 1915: An der polnisch⸗galizi⸗ schen Front herrscht, abgesehen von vereinzelten lebhaften * und stellenweisem Geplänkel, größtenteils Die Situation in den Karpathen ist im allgemeinen unverändert. In den gestrigen Kämpfen am obersten San wurde eine Höhe erstürmt, fünf Offiziere und 198 Mann ge⸗ fangen genommen. Nördlich des Sattels von Volovoc ver⸗ suchte der Gegner, dichtes Schnectreiben ausnützend, in hart⸗ näückigem Angriff in die von unseren Truppen besetzten Stel⸗ 2 lungen vorzudringen. Der Vorstoß wurde unter schweren Veerlusten für den Feind zurückgeschlagen, 300 Russen ge⸗ fangen genommen.. 1 Die Kämpfe südlich des Djnester nehmen noch weiter an Umfang und Ausdehnung zu. N 3 Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Die„Times“ über die Schlacht in Masuren. Berlin, 24. Febr. In einem Leitartikel über die deutschen Siege in Ostpreußen schreiben der Vossischen Zeitung zufolge die Times“: Unsere Nachrichten aus Petersburg sind in der letzten Zeit abgeschnitten. Wir wissen nur von ungefähr, daß Rußland auf den Krieg nicht vorbereitet war und noch jetzt Zeit braucht, um seine Armeen und Hilfsquellen ins Feld zu führen. Die Un⸗ gewißheit zwingt uns, die Ereignisse vorsichtig zu beurteilen. Die Flut der neuen deutschen Korps, die über Ostpreußen herein⸗ brach, ist augenscheinlich dem Stabe des Großfürsten überraschend gekommen. Man wird auf weitere derartige Ueberraschungen vor⸗ bereitet sein müssen. 5 Austausch der Schwerverwundeten. Bern, 24. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die deut⸗ sche wie die französische Regierung haben dem Bundesrat mitgeteilt, daß eine Einigung über den Aus⸗ tausch der Schwerverwundeten erzielt worden ist. Die Transporte erfolgen von Konstanz nach Lyon und umgekehrt in schweizerischen Sanitätszügen unter der Lei⸗ tung des schweizeris Roten Kreuzes. Voraussichtlich wird Ende der laufenden Woche der Transport beginnen. Die Landwirtschaft Frankreichs. . Paris, 24. Febr.(WTB. Nichtamtlich.)„Echo de 9 8 meldet: Der Ackerbauminister gibt ein Buch heraus, betitelt:„Die landwirtschaftlichen Anstrengungen 1 rankreichs nach sechs Kriegsmonaten“, das Angaben 1 * die Maßnahmen enthält, welche die französische Ver⸗ . getroffen hat, um die lanbwirtschaftlichen Reich⸗ tümer Frankreichs zu sichern und über den Zustand, in wel⸗ 1 sich die Reichtümer nach sechs Kriegsmonaten befinden. ie Feststellung des Ministers über den Getreide⸗ und Vieh⸗ reichtum seien außerordentlich beruhigend, wenn man die furchtbare KL betrachte, welcher Frankreich ausgesetzt g sei. Die Vorräte an Hafer, Gerste, Weizen und Kartoffeln seien durchaus normal. Bezüglich des Vie hes werde berechnet, daß Frankreich Ende März n 5 13 300 000 Köpfe Großvieh(gegen 14 800 000 im Jahre 1913), etwa 15 Millionen Schafe und Lämmer(statt 16 200 000), ungefähr 6 230 000 Schweine(statt 7050 000) besaß. Das Buch macht ferner Angaben über die Verwendung von Kriegsgefangenen bei der Ausführung von Arbeiten von öffentlichem Interesse. Der Minister erörtert schließlich eeinen Plan, der auf Heranziehung Kriegsgefangener zur Wiederherstellung gewisser landwirtschaftlicher en J ielt, die während der Kämpfe in Frankreich zerstört oder . worden sind. beschädigt worden sind 77 Die türtisch⸗russischen Kämpfe. 5 Konstantinopel, 24. Febr.(WDB Nichtamtlich.) Die„Agence Milli“ erfährt aus Erzerum: Die russischen Angriffe auf dem Gebiet östlich von Art win wurden von den türtischen Truppen mit großen Verlusten für den Feind abgewiesen. Die Russen wurden von den Höhen in der Umgebung von Elmali vertrieben. Die Türken erbeu⸗ 0— 8 Menge Kriegsmaterial, besonders Feldtelephon⸗ Material. * 7 Zur Beschießung der Dardanellen. Konstantinopel, 24. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Wie die* Milli“ aus zuverlässiger Quelle erfährt, haben die beiden Linienschiffe„Reschadie“ und Os⸗ manieh“, welche die Engländer allem Recht zuwider be⸗ schlagnahmten, unter dem Namen„Agincourt“ und„Erin“ an der Beschießung der Dardanellen am 19. Febr. teil⸗ genommen. Diese Tatsache widerlegt schlagend die eng⸗ lischen Versicherungen gegenüber der Welt des Islam, daß ssie deren Gefühle achteten. 5 London, 24. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Das„Reu⸗ itersche Bureau“ erfährt aus Athen, daß laut Meldungen aus Tenedos französische und englische Kriegsschiffe am 17. Februar ein türkisches Lager an der Küste egenüber Tenedos beschossen, die Türken aber 5 Feuer mit Erfolg erwidert hätten. * 4* Die Ameritanischen Vorschläge an Deutschland. Köln, 24. Febr. WTB Nichtamtlich) Die„Kölnische Zei⸗ tung“ meldet aus Berlin: Die von dem Botschafter der Vereinigten Staaten gestern nachmittag überreichte die betei tigten Regierungsstellen. Die Mitteilung soll Anregungen enthalten, über deren Inhalt bisher nichts verlautet. Die Ab⸗ sicht der amerikanischen Vorschläge scheint dahin zu gehen, einer Verständigung über etwa während des Seekrieges gegen England auftauchende Schwierigkeiten die Wege zu ebnen. Aus Dentsch⸗Südwestafrita. London, 24. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Reuter meldet aus dem Lager von Kais⸗Höhe, Deutsch⸗Süd⸗ westafrika vom 19. Febr. Die Deutschen sprengten die von Lüderitzbucht ausgehende Eisenbahn an mehr Mitteilung war heute Gegenstand eingehender Prüfung durch] S Die zweite deutsche Kriegsanleihe. Berlin, 24. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die zweite deutsche Kriegsanleihe wird nunmehr zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt. Sie besteht ebenso wie die erste aus fünfprozentigen Schuldver⸗ 3 des Reichs und fünfprozentigen Reichsschatzanwei⸗ fungen. Die Schatzanweisungen sind in vier Serien eingeteilt und ausgefertigt in Stücken zu 100 000, 50 000, 20 000, 10000, 5000, 2000, 1000, 500, 200 und 100 Mark mit Zinsscheinen, zahlbar am 2. Januar, und 1. Juli jedes Jahres. Der Zinsen⸗ lauf beginnt am 1. Juli 1915, der erste Zinsschein ist am 2. Ja⸗ nuar 1916 fällig. Die Tilgung der Schatzanweisungen erfolgt durch Auslosung von je einer Serie zum 2. Januar 1921, 1. Juli 1921, 2. Januar 1922, 1. Juli 1922. Die Auslosungen finden im Januar und Juli jedes Jahres statt, erstmals im Juli 1920, die Rückzahlung l ieht an dem auf die Auslosung folgenden 2. Januar bezw. 1. Juli. Die Reichsanleihe, die bis zum 1. Ok⸗ tober 1924 seitens des Reichs unkündbar ist, ist in Stücken zu 20000, 10 000, 5000, 2000, 1000, 500, 200 und 100 Mark aus⸗ gefertigt und mit dem gleichen Zinsenlauf und den gleichen Zins⸗ terminen wie die Schatzanweifungen ausgestattet. Der Feu nungspreis beträgt für die Reichsanleihe, so weit die Ausfolgung von Stücken verlangt wird, und für Reichsschatzanweisungen 98,50 Mark, für Reichsanleihe, so weit die Eintragung in das Reichs⸗ schuldbuch mit Sperre bis zum 15. April 1916 beantragt wird, 98,30 Mk. für je 100 Mk. Nennwert. Auf vor dem 30. Juni 1915 gezahlten Beträge werden 5 Prozent Stückzinsen vom Jah⸗ lungstage an bis zum 30. Juni an Zeichner vergütet, auf Zah⸗ lungen nach dem 30. Juni hat Zeichner 5 Prozent Stückzinsen vom 30. Juni bis zum Zahlungstage zu entrichten. Die Reichs⸗ anleihe wird ohne e ausgegeben, es können alle ernsten eichner auf die volle Zuteilung der gezeichneten Beträge rechnen. agegen wird von Schatzanweisungen jedenfalls nur ein begrenz⸗ ter Betrag zugeteilt werden, da die Reichsfinanzverwaltung nicht allzu große Fälligkeiten an bestimmten Terminen aufhäufen kann. Es empfiehlt sich deshalb für alle diejenigen, die mit ihrer vollen Zeichnung an der Anleihe beteiligt werden wollen und in erster Linie Schatzanweisungen gezeichnet haben, sich damit ein verstanden zu erklären, daß ihnen eventuell auch Reichsanleihe zugeteilt wird, eine Möglichkeit, wovon auch bei der ersten Kriegsan⸗ leihe bereits in weitestem Umfange Gebrauch gemacht wurde. Die Zeichnungen werden vom Samstag, 27. Februar, an bis Freitag, 19. März, mittags 1 Uhr, bei dem Kontor der Reichs⸗ hauptbank für Wertpapiere, Berlin, bei allen Zweiganstalten der Reichsbank mit Kasseneinrichtung entgegengenommen. Die Zeichnungen können aber auch durch Vermittlung der Kgl. See⸗ handlung(Preußische Staatsbank) und der Preußischen Zentral⸗ Genossenschaftskasse in Berlin, der Kgl. Hauptbank Nürnberg und deren Zweiganstalten, sowie sämtlicher deutscher Banken, Bankiers und ihrer Filialen, sämtlicher deutschen öffentlichen Sparkassen und ihrer Verbände, jeder deutschen Versicherungs⸗ Gesellschaft und jeder deutschen Kreditgenossenschaft erfolgen. Zeich⸗ nungen auf Reichsanleihe nimmt auch die Post an allen Orten entgegen, wo sich keine öffentliche Sparkasse befindet.(Auf diese Zeichnungen ist bis 31. März Vollzahlung zu leisten.) Zeich⸗ nungsscheine sind bei allen Reichsbankanstalten, Bankgeschäften, öffentlichen Sparkassen, Lebensversicherungs⸗Gesellschaften und Kreditgenossenschaften zu haben. Zeichnungen können aber auch ohne Verwendung von Zeichnungsscheinen brieflich erfolgen. Zeich⸗ nungsscheine für Zeichnungen bei der Post werden durch die be⸗ treffenden Postanstalten ausgegeben. Die Zeichner können die ihnen zugeteilten Beträge vom 31. März 1915 an jederzeit ell bezahlen. Sie sind verpflichtet, 30 Prozent des zugeteilten Be⸗ trages spätestens am 14. April 1915, 20 Prozent am 20. Mai 1915, 20 Prozent am 22. Juni 1915, 15 Prozent am 20. Juli 1915 und 15 Prozent am 20. August 1915 zu bezahlen. Frühere Teilzahlungen sind zulässig, jedoch gur in runden, durch 100 teilbaren Beträgen. Beträge bis 1000 Mark einschließlich sind bis 14. April 1915 ungeteilt zu berichtigen. Zwischenscheine sind nicht vorgesehen. Die Ausgabe der endgültigen Stücke wird An⸗ fang Mai beginnen. Die am 1. April 1915 zur Rückzahlung fälligen 60 Millionen Mark Aproz. deutsche Reichsschatzanwei⸗ sungen von 1911 Serie 1 werden bei Begleichung zugeteilte Kriegsanleihen zum Nennwert in Zahlung genommen. Kriegsbriefe aus dem Osten. Von unserem zum Ostheere entsandten Kriegsberichterstatter. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Die neuntägige Winterschlacht in Ostpreußen. a Wilkowischki, 17. Febr. „Der deutsche Vormarsch aus der ostpreußischen Linie heraus ist, da ich diese Zeilen schreibe, noch nicht abgeschlossen, es ist mir daher nicht möglich, meine Beobachtungen, Eindrücke und Erlebnisse in dem größeren Zusammenhang, zu dem sie gehören, darzustellen. Da das militärische Interesse, das jedem andern unbedingt vor⸗ gehen muß, Zurückhaltung fordert, beschränke ich mich darauf, ein paar Bilder vom Wege der letzten Tage aufzuzeichnen. Es wird später— hoffe ich— Gelegenheit sein, in dem notwendigem Rahmen zu schildern. Von Pillkallen nach Eydtkuhnen. Der Schlitten hält vor dem großen Wirtshaus an der Wege⸗ kreuzung zu Nanjeningken. Es werden 5 Grad Kälte sein an diesem 10. Februar. Der Schnee liegt meterhoch auf den Straßen und Feldern, an vielen Stellen fährt die Kolonne durch tiefe Hohlwege, die man in die Schneemauern geschaufelt hat. Das Gasthaus ist in vollem Betrieb, das heißt, in un großen Räumen brennt Feuer in den Oefen, und das Stroh, in dem die Truppen geschlafen haben, ist zum Teil in die Ecken gekehrt In dem Schankzimmer ist es am wärmsten. Alle Tische sind besetzt. Alle Waffengattungen sind vertreten: Infanterie, Artillerie, Kavallerie, Train. Man wärmt sich ein paar Minuten und sucht etwas zu essen zu bekommen. Die Stimmung ist trotz der hundsmiserablen Wege und der Kälte vor⸗ züglich. Von der Front, die in schnellem Tempo vorwärts geht, kommen Nachrichten über Gefangennahme von Zehntausenden von Russen. Es kommt dabei auf ein halbes Dutzend Zehntausender so genau nicht an. Fragen und Vermutungen schwirten durch die Luft, die Stimmen gehen laut durcheinander. Hinter der Theke steht eine hochblonde Schenkmamsell und bedient einen eigenartigen Spirituskocher, der aus einem Blechdeckel besteht und auf dem ein Dreifuß mit großem Kochtopf aufgebaut ist. Sie gießt eine Flasche Spiritus nach der anderen auf den brennenden Untersatz Sonder⸗ barerweise entsteht keine Explosion. Alles trinkt heißen Grog. Ein Verwundeter steigt vom 5 und setzt sich auf das Ledersofa. Armschuß bei Eydtkuhnen. Kibarty ist gestürmt. Ich 1 ihm eine Zigarette in den Mund, und wir stecken zusammen die Füße fast in den Ofen hinein, Es ist möglich, daß sie nach einiger Zeit warm werden. Das Gespräch besteht daraus, daß der Freiwillige ab und zu sagt:„Scheußliche Kälte,“ und ich nach einiger Zeit erwidere: „Gräßliche Kälte.“ Er sagt dann:„Wir gehen aber vorwärts,“ und sein müdes Gesicht wird ein wenig heller. Um zwei Uhr weckt mich der österreichische Kollege aus festem Schlaf:„Die Autos sind da, das heißt, eins ist verbrannt, und das andere wird nicht weiter⸗ kommen.“ Ich gehe hinaus. Draußen ziehen Kolonnen, wie sie vor drei Stunden gezogen sind. Ich bewundere, wie die Munitions⸗ kolonnen auf diesen Wegen weiterkommen. Man hält es kaum für möglich, aber sie dringen weiter. Die Pferde arbeiten in den Sielen, die Mannschaften greifen in die Speichen. Flüche und Zurufen. Peitschenknallen und Hurrassa. Die Wagen sinken bis als hundert Stellen mit Dynamit. ——— durch das Heer rausche, ein . der über Schneetreiben, Not, Kälte hinaufsc ug iegreichen Armee zu dem weiten grauen Feb 4 hätte gern diese Truppen im Gefecht gesehen, das des Feld⸗ rieges, der den abspannenden Stellungskrieg ablöste, voll mit⸗ erlebt, aber die rigkeiten waren nicht zu überwinden. a Wir setzten uns in Marsch. Wenn der Schlitten fahren konnte, blieb das Auto stecken. Wenn das Auto fahren konnte, mußte der Schlitten über die schneelose harte Landstraße geschoben werden. Bei dem Rittergut Neuweide wurden die Schneemassen so hoch, daß wir das Auto endgültig einstellten. Ein Schlitten und zwei Pferde— sie sahen wenigstens so aus— wurden requiriert, und wir kamen nach Pillkallen, dem Stabsquartier zweier russischer Divisionen. Fern über der zerschossenen und halbverbrannten Stadt flammte der Himmel rot auf, die brennenden Gehöfte, die die Rückzugsstraße der Russen zeichneten, glühten und stürzten krachend zusammen. Der Wind flog hart durch die Sparren, aber es war, als ob schon ein weicher Hauch mitwehte. Wer viel von Wetter verstand, konnte auf baldiges Tauwetter schließen. Zu⸗ nächst war noch strenge Kälte. In der Kommandantur von Pill⸗ kallen, in der ich mich aufwärmte, hatten die Fücher noch rusfische Aufschriften, über die man die deutschen gesetzt hatte. In den Häusern und auf den Straßen sah es russisch aus. Die Einwohner, die geblieben waren, gingen mit verwunderten, gedrückten Gesichtern umher. Sie erkannten ihre Stadt nicht mehr. Und sie wagten nicht, an ein besseres Los zu glauben. Die Russen hatten 400 Frauen und Mädchen, alle gebliebenen weiblichen Einwohner der Stadt, in die Gasthäuser gesperrt und Posten davor gestellt. Zu⸗ nächst wohl, um sie vor der“ Bestialität der eigenen Soldaten zu schützen, später scheint man aber die 1 vor den russi⸗ schen Stäben kaum mehr beschützt zu. Ich habe den Ein⸗ druck gehabt, daß die Russen in letzter auf eine soldatische Art der Kriegführung Wert legten, dieser Eindruck ist falsch gewesen. Die Russen haben in dem Teil von Ostpreußen, den sie bis zum 8. Februar besetzt hielten, wie Mordbrenner und Diebsgelichter gehaust. Ich weiß wohl, daß im Krieg sehr oft fünf gerade ist, ich weiß wohl, daß es ohne unerhörte Härten, ja selbst Grausamkeiten oft nicht abgeht, aber das, was ich in diesen Tagen bis heute mit eigenen Augen gesehen habe, überschreitet jedes Maß. Es ist nicht möglich, auf Einzelheiten ein⸗ zugehen, mir sind ein paar Fälle bekannt, die für die Beurteilung genügen. Es hat keinen Sinn, Zeit mit der moralischen Brand⸗ markung dieses Bundesgenossen Englands, dieses amerikanischen Kriegshandelsfreundes zu verlieren, nur, aber nur die deutschen Waffen können auf diese asiatische Kriegführung antworten. Es darf nicht mehr möglich sein, daß Asien die europäische, die deutsche Grenze überschreitet. Die Grenze zwischen zwei Weltteilen muß so gestaltet sein, daß die Horden sie nicht mehr überschreiten können. An Zahlenmaterial gab mir ein Kriegsgerichtsrat, der mich des Abends im Quartier besuchte, Folgendes: 800 Personen aus dem Kreis Pillkallen sind nach Rußland verschleppt worden, 300 sind getötet worden, die Einäscherung der Gebäude und der Dieb⸗ stahl alles beweglichen, irgendwie wertvollen Eigentums ist plan⸗ mäßig geschehen. Wenn man noch daran zweifeln wollte, so schlossen die Eisenbahnzüge in Kibarty voll mit aus Ostpreußen gestohle⸗ nen Gegenständen jeden Zweifel aus. Die Kälte kroch durch alle Ritzen in das Zimmer, die Wärme des Ofens verpuffte in dem kalten Zug. Draußen standen die Brandruinen dunkel und zerrissen auf dem mattleuchtenden Schnee. Ich stand am Fenster und sah in die grauweiße Dunkelheit hinaus. Die Straße war jetzt leer, die Kolonnen hatten die müden Pferde untergestellt in den Ställen, Läden, Erd zwohnungen, die leeren Wagen bildeten unentwirrbare ppelreihen auf der Straße. Eine Pechfackel, die etwas weiter angebracht war und leichte Helligkeit gegeben hatte, berlöschte. Draußen war nur noch die Dunkelheit, Wind und Kälte. Das war die Nacht, in der unsere Infanterie den Russen vor Wirballen auf 20 Meter 1 5— überlag, unbeweglich unter dem Hagel von Geschossen. Der Schnee schmolz unter den Körpern und fror beim Morgengrauen wieder zu⸗ sammen. Vor bieser Nacht war die Truppe 64 Kilo⸗ meter marschiert.. 1 Der Morgenhimmel war mit silbrigen Wolken bedeckt, dann wurde er hellrot wie eine offene Wunde, ein schmaler, roter Strei⸗ fen Blut schien über dem Horizont auf die Erde zu fließen, ehe die Sonne kam, verhängte sich aber die Ferne. Ich fuhr an den Kolonnen, die sich auf der Provinzstraße stauten, vorbei in einen Feldweg, der über Warningken nach Eydtkuhnen führte. Der Schlitten ging leicht über den gefrorenen Schnee, das Land dehnte sich weit und weiß. Einsam und unendlich verlassen war dies Stück Erde. In keinem der Dörfchen und en waren Men⸗ schen. Fern ging schwerer Geschützdonner und schütterte über die Stille. Wir fuhren auf einer der russischen Rückzugsstraßen. Ge⸗ 4 4„ 80—. waren auf der weißen Spur des Ganze r mi vor 1 e e noch aufgebaut. Jedes zweite Anwesen war niedergebrannt. 3 Wir erreichten das letzte Stück der Hauptstraße nach Eydt⸗ kuhnen. Rheinländer, Hessen, Sachsen, Württemberger zogen über die 3 bayrische 1 35 3 15. 950. setzte Regen ein, der im Anfang noch zu gli 2 icht fror. Durch den nassen Schleier glänzten die Gesichter der Truppen, über den schneeigen feuchten Weg schwang sich ihr Gesang. Es ging nach Rußland. Ein Haus am Wege, das wohl schon lange im Innern geglimmt hatte, fing plötzlich mit hellen Flammen an zu brennen. Die gelben und roten Brandfahnen züngelten über den vorwärtsgehenden Truppen. Die Gesichter wurden ernst und bitter. Das Krachen und Rauschen der Flammen vermischte sich mit dem stampfenden Rhythmus der marschierenden Bataillone. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. (Siehe auch 2. Blatt.) ———— Aus Bessen. 3 Zusammentritt der Zweiten Kummer. R. B. Darmstadt, 24. Febr. Die Zweite Hessi⸗ sche Kammer wird dem Vernehmen nach vom Präsi⸗ denten Köhler am 9. März dieses Jahres einberufen wer⸗ den. Es handelt sich zunächst um eine allgemeine ver⸗ trauliche Besprechung unter den Abgeordneten, die die geschäftkichen Verhandlungen über den neuen Staats⸗ haushaltsplan für 1915 zum Gegenstand haben wird. Man hat in Aussicht genommen, eine größere Kommission unter den Kammermitgliedern zu bestellen bezw. den Fi⸗ nanzausschuß in geeigneter Weise zu erweitern und diese dann mit der Vorbereitung der Staatshaus⸗ haltsberatung zu beauftragen. Auf diese Weise hofft man dem— der Zeit entsprechend alle langen Debatten nach Möglichkeit auszuschalten und die für Mitte März bevorstehende Kammertagung auf die kürzeste Frist zu beschränken. l Aus dem Reiche. Berlin, 24. Febr.(WTB. Nichtamtlich) Nach dem neuesten Reichsbankausweis, der morgen zur öffentlichung kommen dürfte, hat die Reichsbank in der letzten ankwoche einen Gold zufluß aus dem inneren Verkehr von mehr als 27 Millionen Mark zu verzeichnen, so daß der Goldbestand des Instituts auf mehr als 2255 Millio⸗ 8 Berlin, 2. Berlin Geh. Rat v. Ver⸗ N Berlin,. 24. Febr.(WTB. Nich amtlich.) Eer„Reichs- anzeiger“ meldet, daß dem Führer des ersten Armeekorps, 3 Kosch, der Orden„Pour le mérite“ ver liehen Ist. 3 95 8 Aus Stadt und Cand. f Gießen, 25. Februar 1915. N* Ritter des Eisernen Kreuzes: Reservist Emil Stiehl aus Haiger. Feldw. Karl Mönnich, Res.⸗ Eisenbahnbau⸗Komp. 9. Res.⸗Lokomotivf. Johann Drins aus Darmstadt, Uffz. beim Eisenbahn⸗Regt. 3. Uffz. Tho⸗ mas aus Dridorf, Res.⸗Fußart.⸗Regt. 3. Sergt. Franz Matto, Eisenb.⸗Regt. 3 und Kriegsfreiw. Hans Brodt aus Hanau(Pion.⸗Regt. 19). Wehrmann Hornist Wilhelm Becker aus Worms⸗Neuhausen, Res.-In„Regt. 88. Gefr. Georg Beltz aus Treysa, Inf.-Regt. 88. Stud. med. Egin⸗ hard Waldemar Bormet aus Darmstadt, Off.⸗Asp. im Großh. Bad. Feldart. Regt. 76. Bahnassistent Cloos, üher in Hungen, zurzeit Feldwebel bei der Eisenb.-Betr.⸗ „ 9 der Militär⸗Eisenbahndirektion in Lille. Feldwebel Müunnig und Musketier Üth aus Hammelbach. Auszeichnung. Sanitätsvizefeldwebel Falke nstein vom Feldlazarett 9, 18. Armeekorps(früher 11. Kompagnie des Inf-Rgts. Nr. 116), erhielt vom Großherzog das Hessische Sanitätskreuz. ö Bismarckfeie r. Nach einer Verfügung der Schul- 7 soll Bismarcks 100. Geburtstag in allen hessischen Schulen am 27. März, dem letzten Tage des alten Schuljahres, in entsprechender Weise gefeiert werden, da der 1. April in die Osterferien fällt. » Stadttheater. Wir werden gebeten, auch an dieser Stelle darauf hinzuweisen, daß die morgige Aufführung von„Wie einst inn Mat! die unbedingt letzte des Werkes ist. Der Evang. Arbeiterverein hielt am letzten Sams- tag im Vereinslokale seine Jahres versammlun g ab. Nach dem vom Vorsitzenden, Oberbibliothekar Dr. He user, erstatteten Jahresbericht zählt der Verein zurzeit 320 Mitglieder Durch den Tod verlor der Verein im abgelaufenen Vereinsjahr 6 Mitglieder, 35 sind im Felde, deren Angehörige, soweit Bedürftigkeit vorliegt, vom Verein unterstützt werden. Die Sterbekaf se des Vereins zählt zurzeit 201 Mitglieder; das Vermögen der Kasse beträgt 5404 Mark. Die gemeinnützige Rechtsberatungs⸗ stelle des Vereins wurde auch im abgelaufenen Jahre rege in Anspruch genommen; sie hat ihre Tätigkeit auch nach Kriegs- ausbruch sortgesetzt und besonders den Angehörigen der Kriegs- teilnehmer mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Eine Er⸗ weiterung ist insotern geplant, als auch die in den einzelnen Lazaretten untergebrachten Verwundeten besonders auf dem Gebiete der Arbeiterversicherung unentgeltlich beraten werden sollen. Die Bau⸗ Genossenschaft des Vereins hat im abgelaufenen Jahre keine Tätigkeit entfaltet, dagegen wird die Elisabeth⸗Kleinkinderf chule nach wie vor gut besucht. Die Gesangsabteilung des Vereins hat seit Kriegsausbruch die Verwundeten der einzelnen Lazarette durch Gesangsvorträge erfreut. Nach dem vom Rechner des Vereins erstatteten Rechen⸗ lchaftsbericht betrugen die Einnahmen im Vorfahr 1623 Mk., die Ausgaben 1594 Mk.; das Vereinsvermögen beträgt 1277 Mk. Der bisherige Vorsitzende Oberbibliothekar Dr. Heuser wurde einstimmig wiedergewählt, ebenso ersolgte die Wieder- wahl der übrigen ausscheidenden Vorstandsmitglieder. *„Unermittelt“. In nächster Zeit werden am Anfang der deutschen Verlustlisten besondere Listen mit der leberschrift„unermittelt Fiste Nr er scheinen. Diese Listen enthalten die Namen von Angehöri⸗ gen der deutschen Armee, die in der Gefangenschaft oder in deutschen Lazaretten gestorben und bei denen der Truppen⸗ teil nicht festgestellt werden konnte, sowie solche mit Regi⸗ mentsangabe, deren Richtigkeit aber nicht eststeht. Sie ge⸗ langen, mit fortlaufender Nummer ver Zeit zum Abdruck. 9 1500 gefangene Russen kamen gestern abend im hiesigen Gefangenenlager an, wo sie, wie wir hören, einst⸗ weilen verbleiben werden. „Verkauf von aus rangierten Militärpferden. 1 Samstag, den 27. Februar, vormittags 10 Uhr, findet in der neuen Dragonerkaserne Mainz/ Mom ba ch eine Versteige⸗ dung von 25 aus rangierten Militärpferden statt. Zur Versteigerung werden nur Landwirte zugelassen, die sich ver⸗ pflichten, die Pferde in ihrem Betriebe zu verwenden und sie 1 der Kriegszeit nicht zu verkaufen. Die Versteigerung er⸗ gegen Barzahlung. 5 neueste Statistik der Viehseuchen im Deutschen Reich Flor daß im Regierungsbezirk Kassel die Maul⸗ und Klauenseuche in 190 Gehöften, die sich auf 55 Gemeinden in 14 Kreise verteilen, herrscht. Im ierungsbezirk Wiesbaden ist diese Seuche in 45 Ge⸗ höften, welche sich auf 22 Gemeinden in 10 Kreisen ver⸗ teilen, festgesetzt.— Im Großherzogtum Hessen herrscht die Se in 287 Gehöften, welche sich auf 91 Ge⸗ meinden in 15 Kreisen verteilen. Was die Schweineseuche anbelangt, so herrscht diese Seuche in Hessen⸗Nassau in 40 und im Großherzogtum Hessen nur in einem Gehöft. . Landkreis Gießen. a 8 Trais⸗Horloff, ligung der Einwohner und vieler Lehrer aus nah und fern wurde — 97 langjähriger eu schule . — Kreisschul⸗ — es nicht möglich gewesen, ihren Vertreter zu sen⸗ den. ihrem Auftrag sprach Kirchenrat Dekan Hainer⸗ Hungen Worte vollster Anerkennung der Pflichttreue und Lei⸗ stungen des Verstorbenen. Kränze wurden niedergelegt von den Kindern der beiden Schulklassen, von der Gemeindevertretung durch den Bürgermeister, von dem Schul- und Kirchenvorstand den Ortsgeistlichen, von dem Bezirkslehrerverein Hungen durch dessen Obmann Lehrer Sommer, Inheiden, der dem Ta⸗ hingegangenen einen zu Herzen gehenden Nachruf widmete, und von der Bezirkssparkasse zu Laubach durch ihren Vertreter. Kreis Büdingen. „Nidda, 24. Febr. Gestern abend hielt hier im„Gam⸗ brinus“ Kreisobstbauinspektor Metternich von Büdingen einen besonders von den Damen unserer Stadt und der Nachbarorte gut besuchten Vortrag über„Klein gartenbau und Volks⸗ ernährung.“ Redner führte in zweistündigem Vortrag die Wich⸗ tigkeit des Obst⸗ und Gemüsegenusses und den Wert der Hülsen⸗ früchte für die Kriegszeit zwar nicht zu entbehren und zu darben brauchen, aber in 9 r, nicht verschwenderischerweise mit den Vorräten um⸗ g müssen, um den Plan der Aushungerung, den unsere Feinde gefaßt haben, kräftig zu widerlegen. Namentlich in der Zwischenzeit von März bis Mitte Juli muß für Frühgemüse und Früh⸗ kart o 3 gesorgt werden, Die vielen Millionen, die wir sonst hierfür Auslande gaben, können wir ganz gut selbst verdienen, also sparen, wenn Landwirtschaft und Gartenbau ihre Schuldigkeit tun. Denn wir können auf eigenen Füßen stehen. 9 5 Kreis Lauterbach. J Blihenrod, 25. Febr. Tem Bu ister von rod, Thomas Stock, der zurzeit als Sanit⸗ ts- Unteroffizier im Feldlazarett XI. 18. Armeekorps lätig ist, ist vom Großherzog das desfische Sanitätskreuz verliehen worden. 5 66 5 1 ehen, von Zeit zu Vollsernährung vor, da wir in der ge senwärtigen 7 Kreis Friedberg. r. Bad⸗Nauheim, 24. Febr. In der gestern abend ab⸗ e 5 sammlung des Nationalliberalen ereins widmete der Vorsitzende dem auf dem Felde der Ehre gefallenen Parteifreund, Rechtsanwalt auf mann ⸗Gie ß en, einen sehr herzlichen Nachruf. Die Mitglieberzahl des Vereins beträgt 158. Der Gedanke, Bismarcks 100 jährigen Geburts⸗ tag durch eine öffentliche Feier zu begehen, fand allgemeine Zu⸗ stimmung, doch wurde mit Rücksicht auf die herrschenden Verhält⸗ nisse kein bestimmter Beschluß gefaßt, sondern man gab der Hoff⸗ kung Raum, daß vielleicht die Stadt die Vorbereitungen zu einer würdigen Feier in die Wege leiten wird. Den Schluß der gut besuchten Versammlung bildete ein Vortrag des Vorsitzenden, Sanitätsrat Dr. Baur, über„Unsere Mobilmachung gegen den englischen Aushungerungsplan“. Kreis Wetzlar. Wetzlar, 24. Febr. Unsere Wanderbüche rei hat in allen Kreisdörsern Einkehr gehalten und gilt als gern gesehener Gast in den Wintermonaten. Dank der Veihilse ist die Zahl der Bände sämtlicher Bücherstöcke schon weit über 12000 gestiegen. Eine Fülle von Untzrhaltung und Belehrung geht von dieser Kreis- einrichtung aus. Die Bücher sind in den meisten Familien liebe Freunde, die man nicht mehr entbehren möchte. Hessen⸗Nassau. h. Frankfurt a. M., 24. Febr. Eine würdige Gedächt⸗ nisfeier für den verstorbenen Gründer der jungen Universität Frankfurt fand heute abend unter überaus starker Beteiligung in der Aula der Hochschule statt. Der Weihestunde wohnten neben zahlreichen Vertretern der staatlichen und städtischen Behörden und vieler akademischer Körperschaften auch Geheimrat Rektor So m mer als Abgeordneter der Universität Gießen und Professor Rektor Korschelt für die Universität Marburg bei. Im Mittelpunkte der Feier stand die geistvolle Gedächtnisrede don 1 Dr. Freudenthal. Der Redner schilderte zunächst das dem Friesenvolke entstammende Geschlecht der Adickes, um dann die ragende Persönlichkeit des Toten selbst in knapper, klarer Weise dem Auditorium vor die Seele zu führen: den trefflichen Juristen, den glänzenden Verwaltungsbeamten, den meisterlichen Menschenkenner, den Schöpfer Neufrankfurts und den Gründer der Universität, mit deren Vollendung Adickes sein Lebenswerk krönte. Mit einem feierlichen Gelöbnis, das unsterbliche Werk dieses Ge— nies in treuer Hut zu halten, schloß der Redner. Feierliche musi⸗ kalische Darbietungen gaben der Gedächtnisstunde für Adickes einen würdigen Rahmen. 1 b Runkel a. d. L., 24. Febr. Beim unvorsichtigen Hantieren mit einem Revolver ging dem Lehrling der hiesigen Landes- bankstelle der Schuß los und traf den 15jährigen Sohn des Land— wirts Burkhardt aus Schadeck. Der junge Mann verstarb nach wenigen Augenblicken. Im feiue erwarten unsere Angehörigen den regelmäßigen eingang des heimat⸗ blattes. Um eine Unterbrechung in der Zustellung zu vermeiden, wolle man len feldpost/Bezug des geg enex Anzeigers fur den marʒ schon jetzt erneuern Alle Postamter nehmen die vestellung entgegen. der monatliche Bezug be⸗ trägt Mk. 1,7 einschließlich der um⸗ schlag/ ebühr. Außerdem vermittelt die Bestellungen wie bisher auch die Geschäftsstelle des Gichener Anzeigers Ein Eisenbahnunfall. Berlin, 24. Febr.(Priv.⸗Tel.) Der„Berl. Lok.⸗Anz.“ meldet aus Trier: Der Abendschnellzug Trier— Saar- brücken stieß bei der Station Schoden mit einer leeren Maschine zusammen. Führer und Heizer beider Lokomo⸗- tiven sowie fünf Passagiere wurden verletzt ins Krankenhaus gebracht. Die Ursache des Unfalls ist unbekannt. —. Schneefälle. Karlsruhe, 24. Jebr.(WT. Nichtamtlich.) Seit gestern abend gehen im Schwarzwald bis in die Täler herab sehr ergiebige außergewöhnliche Schneefälle nieder. Auf den Höhen des südlichen Schwarzwaldes erreichte die Schneehöhe einen Durchschnitt von 2%½ Metern bei sechs bis sieben Grad Kälte. Auch die Vogesen sind bis weit herab mit Neuschnee bedeckt. Märkte. se. Frankfurt a. M. Schweinemarktberi h: vom 24. Febr. Ausgetrieben waren 1867 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kę Lebendgewicht 82.50 85.00 Mk., Schlachtgewicht 103.00— 106.00 Me. vollfleischige Schweine unter 80 Kg Lebendgewicht 9.00 87,00 Mk., Schlachtgewicht 92.00— 10% Mk, vollfleischige Schweine von 100—120 kg NLebendgewicht 82.50—85.00 Mk, Schlachtgewicht 0,00— 06 Mk. vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 82.00 85.00 Mk., Schlachtgewicht 103—106.00 Mk. Geschäft mittelmäßig. le. Frantfurt a. M., 24. Febr.(Orig.-⸗Telegr. des„Gieß. Anz.) In Getreide kem Angebot. Futtermittel sehr sest. Biertreber 22— 23 Mk., Sesamkuchen 35—36 Mk., Kokoskuchen 35 — 36 Mk., Palmkuchen 34.5036 Mk. Alles per 100 kg ab brik. se. Frankfurt a. M., 24. Febr.(Orig.-Telegr. des Gieß. Anz.) Kartoffelmarkt. Kartoffeln im Großhandel Mk. 8,00 bis 8,50, Kartoffeln im Kleinhandel Ml. 9,00—9,50, Alles per 100 Kg. F. Wiesbaden. Biehhof⸗ Marktbericht vom 24. Febr. Auftrieb: Rinder 144(Ochsen 27, Bullen 10, Kühe und Färsen 1038), Kälber 227, Schase 22, Schweine 446.— Das Geschäft war mittelmäßig; in Großvieh blieb etwas Ueberstand. Die Preise hielten sich in der Höhe wie am 22 Februar. ——— Kirchliche Nachrichten. 5 Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge(Süd⸗Anlage). Samstag, den 27. Februar 1915 Lo rab en) 5.45 uhr. Morgens 9.00 Hor. Nachmittags: 3.30 uhr. Sabbatausgang- Purimfeier: 6.80 uhr, Predigt. Sonntag, den 28. Februar 1915: Morgengottesdieust: 7.30 Uhr. 1 Israelitische Religionsgesellschast. Gottesdlenst. Sabbatfeser am 27. Februar 1915 tag abend 5.35 Uhr. a 1 amstag vormittag 8.30 Uhr. ——5 nachmittag 3.30 Uhr. Sabbat⸗Ausgang 6.50 Uhr. Wochengottesdienst: Sonntag morgen 6.30, Tagen: morgens 3.45, aben 5 3.30 Uhr. Amtlicher Wetterbericht. 5 Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteranssichten in Hessen am Freitag, den 28. Febr. 1918 Ziemlich heiter und tronen, nachts stärkere Abkühlnng, nördliche Tete Machrichsenn Der„Temps“! über Hindenburgs letzten Sieg. Genf, 25. Febr. Der Kritiker des„Temps“, General La⸗ croix, vergleicht Hindenburgs und Mackensens jüngste Operationen mit denen Bonapartes gegen Wurmser im Jahre 1796. Er zollt der deutschen Strategie, deren Hauptverdienst die Fürsorge für ein gutes Eisenbahnnetz an der ostpreußischen Grenze sei, volle Anerkennung. Die englischen Verluste bei den Falklandsinseln. i. Köln, 25. Febr. Die„Köln. Ztg.“ bringt zu der Seeschlacht bei den Falklandsinseln einen Brief aus Montevideo vom 20. Januar. Folgende Stelle daraus dürfte allgemeines Interesse haben:„Zu der Rede des englischen Admirals Sturdee, die vor kurzem in der Zeitung„La Nacion“ erschien, muß ich sagen, daß sich die Zeitung einige Verschönerungen erlaubt hat. Sturdee hatte wirklich Recht, mit seinem zerschossenen Schiff self Volltreffer) hier einzulaufen. Er wollte wohl zeigen, daß von seinem Geschwader wenigstens noch etwas übrig war. Unser Miß⸗ trauen konnte er aber damit nicht aus der Welt schaffen. Jetzt stellt sich heraus, und der argentinische Kreuzer„Pueyrredon“ hat es bestätigt, daß bei Fort Stanley auf den Falklandsinseln sie⸗ ben englische Kreuzer, nach anderen Nachrichten drei Hilfskreuzer und vier Kreuzer, mit schweren Beschädie gungen festliegen. Deshalb also das große Schweigen der Briten und. deshalb die Unterbrechung der Drahtverbindung zwi⸗ schen Montevideo und Buenos Ayres.“ 5 Die Meuterei des indischen Regiments. Amsterdam, 25. Febr. Reuter versucht, die Meuterei der indischen Soldaten in Singapore zu beschönigen. Sie könne nur als lokaler Vorgang ohne tiefere Ursache aufgefaßt werden und habe mit der Bevölkerung nichts zu tun. Der Vor⸗ gang gestatte keinerlei Rückschlüsse auf die Loyalität der in Frank⸗ reich stehenden indischen Truppen. Ebenso hätten die indischen Truppen in Aegypten und fochten. an den übrigen Allgemeiner Ausstand in Neapel. Rom, 25. Febr. In Neapel erklärten die organisier⸗ ten Arbeiter den allgemeinen Ausstand infolge der Brot⸗ teuerung. 8000 Arbeiter durchzogen die Straßen der Stadt und hielten die Straßenbahn nach Portici und San Gio⸗ vanni auf. Mittags zogen sie vor das Municipium und die Prä⸗ fektur, um den Behörden ihre Wünsche darzulegen. Ein großer Teil der Garnison wird in den Kasernen konsigniert. Bisher ist aber kein Zwischenfall vorgekommen. 5 Amerikanische Intervention bei Japan. 3 Genf, 25. Febr. Wie der Pariser„Herald“ erfährk, hat das Staatsdepartement der Vereinigten Staaten in Verfolgung eines chinesischen Ansuchens in freundschaftlicher Weise von N eine Anzahl von Aufklärungen verlangt, die mit dem Konflikte zwischen China und Japan im Zusammenhang stehen. Luxemburg, 25. Febr. In informierten Kreisen verlantet, daß zum Rücktritt des luxemburgischen Ministeriums teils der Kon⸗ flikt zwischen der Großherzogin und der Regierung wegen der Er⸗ dingen beigetragen habe. Die Kandidaten für die beiden Bürger⸗ meisterposten gehören der liberal⸗sozialistischen Partei an. Di Großherzogin scheint der Ernennung der Regierungs kandidaten die verfassungsmäßige Sanktion verweigert zu haben. Vielfach wird auch die Ansicht geäußert, dem Rücktritt lägen noch andere Ur⸗ sachen zugrunde, die indes größtenteil innerpolitischer Natur sein dürften. Misher ist noch niemand mit der Neubildung des Kabinetts betraut worden. g Unwetter in Südfrankreich. Lyon, 25. Febr.(WTB. Nichtamtlich.)„Nouvelliste“ mel⸗ det: In ganz Südfrankreich herrscht ein furchtbares Unwetter. In den Gebirgsgegenden liegt hoher Schnee, so daß die Bahnverbindungen nur mit großer Mühe und großen Verspä⸗ tungen aufrecht erhalten werden können. Zahlreiche Telegraphen⸗ linien wurden zerstört. Im Mittelmeer herrscht starker Sturm, dem mehrere Fischerbarken zum Opfer fielen. — — NN N — Ae 0 Preis Ne 4 C881 37. 4 5& 8 16 Peg. d. Stck. 20 Olck Oalem Zigaretten Portofrei! SO Gtck Salem Zigaretten 10 Pf Porto! Orient Labaku 8 igaresten- abr Jeniidze Dresden rm HuqoZietz, Hollieferant S. M. d. Rôniqs VSechsen R Mesopotamien zur Zufriedenheit ge: Ja pan 2 1 Die Regierungskrise in Luxemburg. 1 nennung der Bürgermeister von Hollerich und Differ⸗ 99 Den Heldentod fürs Vaterland starb am 12. Februar unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Wehrmann Philipp Münster Reserve-Infanterie-Regiment 65 im 34. Lebensjahr. In tiefer Trauer: Familie Münster. e Hattenrod, Burkhardsfelden, 23. Febr. 1915. 1788 Danksagung. 2 2 FJiaür die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die zablreichen Blumenspenden bei dem Linscheiden unserer teueren Entschlafenen Frau Maria Staubach sagt innigsten Dank im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Karl Staubach Vizefeldwebel, z. Zt. im Felde. a bidde ——— 545 Privat-Real- u. Bandelsschule, verb mit Vorschule, erteilt Einsahrlgenzeugnis. Sorgf. Ueberwach. d. Schularbeit. Gr. Garten. Neubau m. Zentralh., el. Licht. Mäß. Pensionspreis Gute Verpfleg u. Aufsicht. Prospekte durch d. Direktion. 17088] Deutscher oem Wereh Kreis-Gruppe Giessen. 5 Vortrag in der Universitäts-Aula am Donnerstag, den 25. Februar 1915, abends 8 ¼ Uhr, von Herrn Prof. Dr. Schulze, Direktor der Navigations- schule in Lübeck, über Geschichtliche Entwicklung der Unterseeboote mit 40 Lichthildern Lum besten das Marine ra idenheime. Eintrittspreise: Für Mitglieder und Ange- börige des Flottenvereins ä 25 Pfg. nur im Vorverk. bei Ludwig Lembke, Seltersweg 35.— Nichtmitglieder I. Platz 100 Mk., II. Platz 50 Pig. im Vorverkaut bei E. Challier, Neuenweg. An der Abendkasse 10 Pfg. Aufschlag. Verwundete sind Gàste Militär nur an d. Abendkasse 10 Pig Eintritt Aug. Schwab, Plockstr. 4 empfichlt für den Feldbedarf: Taschen- und Armband-Uhren in guter Qualität, mit und ohne Leuchtblatt, von 6.50 Mk. an. Ferner: Taschen- Ia mpen mit Dauerbatterten in nur bester Quali- tat, sowie Benzin- und Lunten- Feuerzeuge. 1 616 r 2 9„ Todes⸗Anzeige. Gestern abend 11 Uhr verschied sanft nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater und Großvater Johannes Pfeffer Weißbindermeister im Alter von 72 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Marie Pfesser, geb. Leun. Wadenborn⸗Steinberg, Gießen, den 24. Febr. 1915. Die Beerdigung findet Freitag, den 28. Februar, nachm. ¼3 Uhr, vom Sterbehause aus statt.(% Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste, sowie für die zahlreichen Blumenspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Dörr sagen wir auf diesem Wege herzlichsten Dank. Auch der hie⸗ sigen Krankenpflegerin sprechen wir unseren wärmsten Dank aus. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Helene Volkmann, geb. Freitag, u. Kinder. Heuchelheim, B. Februar 1915. 1804 EHDebpens ang Goelhesehüle, Ofecbaeh 3 M. Hreum altem ae nd ee dende nehmen die glänzend bewährten Petrin- Tabletten Name gesetzleh geschützt 275 anerkannt bestes Mittel. da vollständig unschäd- lieh, obne jegliche Nebenerscheinungen und sicher wirkend.— Zu haben in allen Apotheken. NB. Patienten wird Rat und H lie erteil! Molikestrasse 7. Horgens 2-—II, mittaga 3—5 Uhr Lichtspielhaus Vom 24. bis inkl. 26. Februar 1915: Die Schuld des Erbschleichers 1 oder Die Macht des Gewissens. Ein Detektivdrama von höchster Spannung in 2 Abteilungen. Von Visp nach Zermatt. Prachtv. Reiseskizze. Nur keine Geldheirat. Grosse Komödie in herrlicher Farbenkoloration. Vertrauensbruch. Dramatische Handlung. Freisgekrönte Kinder. Wunderb. Filmspiel. 1 Das Brautboot. Hervorragend. kinematogr. Schauspiel in 2 Teilen. Eine kräftige Prise. Lustspiel. 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Vorlage des Berichts des Vorstandes für 1914 mit den Bemerkungen des Aussichtsrats; Beschlußfassung über die Genehmigung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung per 31. Dezember 1914, sowie über die Verwendung des Reingewinns. 2. Entlastung des Vorstands. 3. Entlastung des Aussichtsrats. 4. Wahl von Mitgliedern des Aussichtsrats. Die Aktionäre, welche an der Beschlußsassung in der Generalversammlung teilnehmen wollen, haben ihre Aktien spätestens am 19. März 1915 bei einer der nachstehend verzeichneten Stellen oder bei einem deutschen Nolar zu hinterlegen: in Frankfurt a. M. bei der Mitteldeutschen Creditbank, in Berlin bei der Mittel⸗ deutschen Creditbaut oder bei der Bank des Berliner Kassen⸗Vereius, in Baden-Baden, Essen⸗Ruhr, Fürth, Gießen, Hanan, Hannover, Hildesheim, Mainz bei den Fillalen der Mitteldeutschen Creditbank, in München bei der Niederlassung der Mitteldeutschen Creditbauk und der Firma H. Aufhäuser, in Nürn⸗ berg und Wiesbaden bei den Filialen der Mitteldeutschen Creditbank, sowie bei den an anderen Plätzen befindlichen Wechselstuben und Niederlassungen der Mitteldeutschen Creditbauk, in Coblenz und Cöln bei der Firma Leopold Seligmann, in Hamburg bei der Firma M. M. Warburg& Co., in Leipzig bei der Allgemeinen Deutschen Credit⸗Anstalt(Abteilung Becker& Co.), in Meiningen bei der Bank für Thü⸗ ringen vormals B. M. Strupp Attiengesellschaft, in Stuttgart bei der Firma Doertenbach& Cie. G. m. b. „in Tübingen und Hechingen bei der Bantcommaudite Siegmund Weil. Bei diesen Stellen sind auch die Eintriteslarten in Empfang zu nehmen. Im Uebrigen wird auf die 88 28 bis 30 des Statuts Bezug genommen. Frankfurt a. M., den 24. Februar 1915. Der Aufsichtsrat der Mitteldeutschen Creditbauk. Richard v. Passavant-Gontard. Josef Baer. 1780 5 Mann, unser einziger, guter Sohn, guter Bruder, Onkel, Schwiegersohn Fleischbeschauer Karl Familie Karl Feusser Familie Georg Otto Familie Ludwig Stein. Beuern, den 23. Februar 1915. Gottes Wille war es, dass mein innigstgeliebter Musketier im Reserve-Inf.-Regt. 224, 8. Komp. bei einem Sturmangriff am 12. Februar als Held sein Leben, infolge Herzschusses, lassen musste. In grossem Schmerze: Susanna Feusser, geb. Fiedler Familie Heinrich Fiedler, Krebsmühle unser herzens- und Schwager Feusser 1794 Grossvater im Alter von 60 Jahren. Laubach, den 23. Februar 1915. Statt jeder besonderen Anzeige. Heute starb nach langem, schwerem Leiden mein lieber Gatte, unser guter Vater, Schwiegervater und Holapotheker Friedrich Rossbach Im Namen der Hinterbliebenen: Luise Rossbach, geb. Ritter. Die Beerdigung findet Freitag, den 28. Februar, nachm. 3½ Uhr. in Laubach(Oberhessen! statt. 1808 D —— Jetzt ist die Zeit zur . Karns Pflanzendünger ist das Beste für alle Topf- Pflanzen. Nur in Gläsern zu haben: 542 Central- Drogerie, Schulstr. * 2 9 Holzsubmission. In den Waldungen der Gemeinde Ettings— hausen soll nachverzeichnetes Holz auf dem Sub— missionswege vergeben werden: 1 Stück Eichen 3. Kl. von 40 Ztm. Durch⸗ messer= 1,37 Fstm. Stück Eichen 4. Kl. von 30—39 Ztm. Durch⸗ messer 2,91 Fstm. — Stück Eichen 5. Kl. von 25—29 Ztm. Durch⸗ messer= 4,50 Fstm. Stück Eichen 6. Kl. unter 25 Ztm. Durch⸗ messer= 1,66 Fstm. Stück Buchen 3. Kl. von 40—49 Ztm. messer= 4,43 Fstm. Durch⸗ Stück Kiefern 2. Kl. von 40— 49 Ztm. Durch⸗ messer= 1,88 Fstm. 57 Stück Kiefern 3. Kl von 30—39 Ztm. Durch⸗ 233 messer= 166,66 Fstm. 19 Stück Fichten 3. Kl. von 30—39 Ztm. Durch⸗ messer= 23,38 Fstm. 71 149 Stück Fichten 5. Kl. von 20—24 Ztm. Durch⸗ messer= 85,08 Fstm. 525 Stück Fichten 5b. Kl. unter 20 Ztm. Durch⸗ 1553 Die Angebote sind getrennt pro Festmeter nach Sortiment und Klassen mit der Aufschrift„Holz⸗ submission“ bis spätestens Freitag, den 26. Fe⸗ Eröffnung der Offerten erfolgt. Das Holz ist gefällt und wird auf Verlangen von Förster Keil vorgezeigt. Nähere Bedingungen liegen auf der Es wird bemerkt, daß nur klassenweis die Submission erfolgt, abteilungsweise wird nicht berücksichtigt. Keil. Ingenleur- Akademie: Wismar, Ostsee. e f laues, aging Gegen gzf— — — 2 O messer= 8,06 Fstm. 1 Stück Buchen 2. Kl. von 50 Ztm. Durch⸗ Durch⸗ Stück Buchen 4. Kl. von 30-39 Ztm. messer— 2,34 Fstm. messer= 50,00 Fstm. 7 Stück Kiefern 4. Kl. von 25—29 Ztm. Durch⸗ Stück Fichten 4. Kl. von 25—29 Ztm. Durch⸗ messer= 67,73 Fstm. messer= 143,81 Fstm. Stück Fichten⸗Derbstangen= 87,22 Fstm. bruar, nachmittags 2 Uhr, bei der unterzeich⸗ neten Bürgermeisterei einzureichen, wo alsdann die Bürgermeisterei offen und werden bei der Eröffnung bekannt gegeben. Ettingshausen, den 22. Februar 1915. Großh. Bürgermeisterei Ettingshausen. ond Arehttekten. 7 5 Kul! unix) S zue ee Mitesser Pickel im Gesicht u. am Körper beseitigt rasch und zuverlaässig ucker's Patent-Medi- zinal-Seife in 3 Stäxlen, 250 Pf., M. 1.-u. M. 1.50). Nach ed. Waschung m. Zuckooh- Creme, Tube 50 und 75 Pf., nachbebandeln. Frappante Wirkung, von Tausenden be⸗ stätigt. Zu haben in der Uni⸗ versitäts⸗Avotheke, Hirsch⸗ Avotbeke, bei August Noll. C. Seibel. W. Kilbinger, O. Schaaf. E. Karn, Ernst Noll u. W. Schrader, Otto Winterb off, 8 2 Drog. 0 Schellfische u. Kabliau i. Eis vackung tadellos lebend⸗ frische seinste Nordseeware, soeben N u. W ei August Wallenfels, Gießen, Marktplatz 17. Telephon 262. Kakao, Tee, ien 1466 Speiseöl,„„ feblt Otto Schaaf, Seltersweg 39. Oele,, u. Dam envereln Gabelsberger Freitag, den 26. Februar, abends 8% Ubr, Vereinswettschreiben in der Stadtknabenschule (Zimmer 13). 1803 Die Vorstände. Li l. 9½% Conf. . Aglg. 9. Lit. Abd. 1799v Faadlchealer bieben Olr.: Hermann Steingoetter. Freitag, 26. Febr. 1915 abends 8 Ubr Außer Abonnement! Volks-Preise! Volks-Preise! Zum unbedingt letzten Male! Wie einst im Mai Posse mit Gesang und Tanz in 4 Bildern v. Rudolf Ber⸗ nauer u. Rudolph Schanzer. Musik von Walter Kollo und Willy Bredschneider. Ende 10⅜ Uhr. Sonntag, 27. Febr. 1915 nachmittags 3½ Ubr Schüler- Vorstellung. Volks-Preisel Volks- Preise! Grüne Ostern Schauspiel in 5 Aufzügen von Heinrich Lee. Ende gegen 6½ Uhr. Soldaten pom Feldwebel ab ⸗ wärts zahlen bei allen Vor stellungen auf 2. u. 3 Parteit nur balbe Preise. 17980