* Erstes Blatt 165. Jahrgang Dienstag, 23. Februar 1915 Jezugsprei⸗ F* Ur. 45 monatl. 75 Pf., viertel⸗ Der Slehener See alte her 40 9 I— 0 jährl. Mk. 2.20; durch wõchen Abhole- u. Zweigstellen Siehener Familienblätter; monatl 65 Pf.; durch E wöchentl. Kreis- die Post Mk. 2.— viertel⸗ latt für den Kreis Sießen jährl. ausschl. Bestellg. (Dienstag und Freitag); Zeilenpreis: lokal 15 Pf., zweimal monatl. Land⸗ ausw. 20 Pi.— Haupt⸗ wirtschaftliche zeitfra schristleiter: Aug. Goetz. en Jerusprech · Anschluß: Verantwortlich für den „ politischen Teil und das e General⸗Anzeiger für Oberhessen e i l: Otto? 5 für die Tagesnummer richtssaal: Otto Braun; bin vermitage 2 libr. Rotationsbrud und perlag der Brühlschen Univ. Buch; und Steindruderei R. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. drucerei: Schulstr. 7. Bee Fm Die Urönung des Sieges in Masuren. WTB.) Großes Hauptquartier, 22. Februar, schnelle Operation wurde die Flanke des folgenden Korps entblößt ie Kämpfe an der Westfront. W(Amtlich.) und kam in eine n ae, der 2 entziehen dar Basel 7 Febr— eee Die„Nachrichten“ 5 1 dr ee N abgesonderten Teilen möglich war. e Korps der e i* 15 zsisch⸗ 1 Westlicher Kriegsschauplatz. 1 4 die mit Hartnäckigkeit sich Nurchsce gen,—.— 51— schreiben zur Lage u. a.: Bei den französischen Vorstößen an der Oestlich Dpern wurde geftern wieder ein feindlicher] sam zurück dabei den angreifenden Fei 5 erich Westfront ist es auffällig, daß an so vielen Stellen gekämpft wird, 0 8 1 1 g m zurück, da greifenden Feind tapfer zurückschlagend, wo 8 N f 2 Schützengraben genommen Feindliche Gegenangriffe auf die bei sie ihm schwere Verluste zufügten. Die Operationen wurden 55 N. 5 2 e 0 zu gewonnenen Stellungen blieben erfolglos. außerordentlich erschwert durch den tiefen Schnee, der die Wege 3 1 5 ein gösische He 4 ann.— die* N der Champagne herrschte auch gestern verhält⸗ für Autos unfahrbar machte, wodurch der Train zurückblieb und ist, daß die französische Heeresleitung geg 3 a 8 0 1 101 f; g 5 Schritt lehren der Kriegskunst handelt, liegt die Vermutung nahe, daß es nismäßig Ruhe. Die Zahl der von uns in den letzten dorti— Er Scat mei 8 erreichen konnte. Langsam, 8 5 1 an Mitteln hlt 8 an 2 Stelle so viele Arie zu 1 hen, Kämpfen gefangen genommenen. hut sich auf Flügel 1 W K en. e 1 25 8 einigen, daß die feindlichen Linien durchbrochen werden können. 15. Offiziere und über 1000 Mann erhöht. Die blutigen Ver⸗ Widerstand auf einer Wegstrecke n. 8 Es sind jüngst viele Nachrichten über französische und englische luste des Feindes haben sich als außergewöhnlich hoch heraus⸗ werden kann. Am 19. Februar kamen unsere Truppen, während 1 benansammlungen herumgeboten worden, die aber gestellt. 5 sie sich auf Augustow zurückzogen, aus dem Kampfgebiet und nah⸗ 2 Apen 14 1 in 12 Gegen unsere Stellungen nördlich Verdun hat der] men die ihnen angewiesenen Stellungen ein. Inzwischen entwickelte[das abgenützte Klischee 0 8 Gegner gestern und heute nacht ohne jeden Erfolgssich die deutsche Front in der Umgebung von Ofsowiez auf dem! die denmächst eintreffenden Truppen. Ein General, der so etwas ö j Weg nach 8 8 F r bekannt werden ließe, wäre mehr als naiv. In einem solchen Falle angegriffen. Vldbe ach 1 se Pane nördlich von Kadzialy. An einigen müssen die zum Vorstoß bestimmten Trupden plöglich eintreffen In den Vogesen wurden die Orte Hohrod und Stoß-] Plätzen waren diese Kämpfe sehr hartnäckig. N 1 1 F 1 7 S3 15 5;* g= und sofort angreifen, damit der Gegner keine Zeit für Gegenmaß⸗ weier nach Kampf genommen. Ju den ersten Sätzen dieser Kundgebung liegt die aus⸗ regeln hat. So wurde es jetzt in Ostpreußen in meisterhafter Weife Sonst nichts Wesentliches. gesprochene Verachtung aller kriegerischen Erfahrungsgrund— gemacht. 5 5 sätze. Es wird dem deutschen Heere vorgehalten, es habe aus 2 5 1 f Oestlicher Kriegsschauplatz. Schwäche, weil es anderwäxts nicht siegreich habe vordrin⸗ Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Die Verfolgung nach der Winterschlacht in Masuren ists gen können, den Schlag in Ostpreußen gemacht. Halten wir Wien, 22. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird beendet. Bei der Säuberung der Wälder nordwestlich von uns dagegen an einen besseren Kritiker, Clausewitz, der in] verlautbart: 22. Februar 1915 mittags. An der Front in Grodno und bei den in den letzten Tagen gemeldeten Gefechten seinen Betrachtungen über die Ueberlegenheit der Zahl fol—⸗ Russisch⸗Polen und Westgalizien Artilleriekämpfe im Bobr- und Narew⸗Gebiet wurden bisher 1 Komman⸗ genden Ausspruch getan hat:„Viel häufiger hat die relative und Geplänkel. Vereinzelte Vorstöße des Feindes wurden dierender General, 2 Divisionskommandeure, 4 andere Ge⸗ Ueberlegenheit, d. h. die geschickte Führung überlegener Streit- mühelos abgewiesen. nerüle und annähernd 40000 Mann gefangen, kräfte auf den entscheidenden Punkt, ihren Grund in der rich⸗ In den Karpathen zahlreiche russische Angriffe, die 75. Geschütze, eine noch nicht festgestellte Anzahl von Ma⸗ tigen Würdigung dieser Punkte und in der treffenden Rich- im westlichen Abschnitt auch während der Nacht andauerten. schinengewehren nebst vielem sonstigen Kriegsgerät erbeutet.] tung, welche die Kräfte von Hause aus dadurch erhalten, in[Alle diese Versuche, bis zu unseren Hindernislinien vorzu⸗ Die gesamte Beute aus der Winterschlacht in Ma⸗ der Entschlossenheit, welche erforderlich ist, um das Unwich⸗ gehen, scheiterten unter großen Verlusten für den Feind. suren steigt damitbis heute auf? Generäle, über tige zum Besten des Wichtigen fallen zu lassen, d. h. seine Südlich des Dnjester entwickeln sich Kämpfe im grö⸗ 199% Mann, über 150 Geschütze und noch Kräfte in einem überwiegenden Maße vereinigt zu halten. ßeren Umfange. Eine starte Gruppe des Feindes wurde nicht annähernd übersehbares Gerät aller Art Darin sind namentlich Friedrich der Große und Bonaparte gestern nach luͤngerem Kampfe geworfen. 2000 Gefan⸗ einschließlich Maschinengewehren. charakteristisch“ Wir dürfen hinzufügen, hier liegt auch Hin⸗ gene wurden gemacht, vier Geschütze und viel Kriegsmaterial Schwere Geschütze und Munition wurden vom Feind denburgs Meisterschaft. mehrfach vergraben oder in den Seen versenkt. So sind haben dies neuerdings in and, Frankreich und auch in⸗ Die in einem offiziellen russischen Communiqus als gestern bei Lötzen und im Widminner See 8 schwere Geschütze mitten des zweifelnden u uns nicht günstig gesonnenenfalsch bezeichnete Summe von 29000 Mann Kriegsgefan⸗ von uns ausgegraben oder aus dem Wasser geholt worden. italienischen Volkes anerkannt. Und was uns mit innerlichems genen, die unsere Truppen bis vor einigen Tagen in den Die 10. russische Armee des Generals Ba⸗ Jubel erfüllt: Hindenburg gibt sich nicht mit Kleinigkeiten] Karpathen seit Ende Januar eingebracht haben, hat sich mitt⸗ Sivers kann hiermit als völlig vernich⸗ ab, er weiß 65, af 88 ralische Wirkung eines Sieges lerweile vergrößert und ist auf 64 Offiziere, 40 806 angesehen werden. zunimmt mit dem Umfange der Streitkräfte und zwar in Mann gesti egen. Hinzu kommen 34 Maschinengewehre hrliche Feinde und Kenner erbeutet. n 3 2 sich bei Grod no und nörd⸗ 2 8. 1 5 5 1 5 7 und 9 Geschütze. i uchawola zu entwickeln. 5 auch an intensiver Stärke. Au ies ist eine Lehre 8 s des Generalstabes Die gemeldeten Kämpfe nordwestlich Ossowiez und Lom⸗ Clausewitzens, der dabei ausspricht, daß„ein großes N e e* za, sowie bei Prasznysz nehmen ihren Fortgang. Feuer einen ganz andern Grad der Hitze erreiche In Polen südlich der Weichsel nichts Neues. als mehrere kleine“. So dürfen wir denn in der neuesten Die Schuldennot Rußlands. Oberste Heeresleitung. Schlacht wieder eines der größten Ereignisse in der ganzen Kriegsgeschichte erblicken. In der Schlacht' bei Königgrätz, 0 1 8 3. 75 l wo annähernd die gleichen Streitkräfte einander gegenüber“ re ben ie enen da D Die neue Meldung unserer Heeresleitung hat uns, ob⸗ standen, hatten die Oesterreicher nur einen Gesamtverlust der Bank bon Frankreich an die russische Staatsbank wohl schon einmal gemeldet worden war, daß die zehnte von 41500 Maun, einschließ lich der Toten und Ver⸗ in Wirklichkeit vine Exportoperation sei, da die dargeliehene Summe russische Armee als vernichtet gelten könne, wie eine ge⸗[wundeten. Bei Leipzig verloren die Franzosen an Toten,(fünfhundert Millionen Franks) in einer gewissen Zeit wieder waltige Siegesbotschaft erschüttert. Das furchtbare Schlach-⸗JT Verwundeten, Gefangenen, Zersprengten und Ueberläufern zurüclerstattet werden müsse. Mit dem Darlehen werden die tenereignis, über dessen strategische Anlage gerade ein aus⸗nur 73000 Mann und 325 Kanonen! Napoleon, der ge- großen Schuldverpflichtungen der russischen Banken an Pensionen, führlicher Bericht aus dem Großen Hauptquartier aus⸗waltige Kriegsmeister, hat nie einen Sieg erfochten, der so Obligationen und 8 auf dem b 5. gegeben worden war, liegt nunmehr in einem Bilde vor groß und wirkungsvoll gewesen wäre, wie diejenigen bei silgt 3 Schuldde 61 2 3. uns, das alle Fragen befriedigt Die Schlacht in Masuren] Tannenberg und neuerdings in Masuren. Allerdings, die 500 Millionen Franken übersteige 0 daß 1e ist derjenigen von Tannenberg gleich zu erachten, ja, viel- Verhältnisse sind anders und größer geworden Wir Repartion des Darlehens auf die einzelnen Banken möglich sein leicht ist die Wirkung noch nachhaltiger. Wir haben der dürfen nicht annehmen und erwarten, daß bei so ungeheuren f werde. Welt gezeigt, daß Deutschlands Heere noch dieselbe Kraft] Aufgeboten, wie dieser Weltkrieg sie ins Feld geführt hat, Eine tendenzibse Erfindung haben, wie in den Augusttagen, um solche Schläge auszu⸗ eine einzige Schlacht gleich die ganze Entscheidung herbei⸗ 2 3 3 3 4580 1 teilen, die eine ganze Armee vernichten. Bei Tannenberg führen könne. Heute hat der Grundsatz von der Einsetzung, Wien, 29. Febr.(WTB. Nichtamtlich Das Wiener waren 93 000 Gefangene und 500 Geschütze erobert worden starker Kräfte an einer bestimmten Stelle eine ganz be⸗] Korr.⸗Bureau“ ist ermächtigt, er- festzustellen, daß die letzte Schlacht in Masuren hat uns über 100 000 Ge⸗sondere Bedeutung. Ueber das Kriegsmittel der Eisen⸗ die aus dem„Universul stammende Nachricht über einen fangene eingebracht, allerdings nur 150 Geschütze. Allein bahnen haben die napoleonischen Kämpfer noch nicht ver⸗ Zusammenstoß zwischen 5 sterreichischzu e die oberste Heeresleitung fügt ja hinzu, daß die Russen fügt, und wenn die unübersehbaren Fronten einander lange und rumänischen Truppen 80 W 5 Es lach ire echte eingegraben und verfenkt hätten. unverändert gegenüberliegen, so entwickelt sich ganz von nunmehr auch von dem pariser„Matin, und der 1 Es fragt sich auch, ob die Russen noch so gut mit Artillerie- selbst jene Kritik, wie sie in einer der nachstehenden Mel⸗ burger„Birschewija Wiedomosti“ mit Einzelangaben über material ausgerüstet waren als vor einigen Monaten, und dungen von einem schweizerischen Beurteiler erhoben wird. die Kommandanten und die Verluste gebracht wurde, auf das ist stark zu bezweifeln. Nach Clausewitz sind Kanonen[Er äußert die Vermutung, dan es Frankreich stendenziöser Erfindung beruht. und Gefangene jederzeit als die wahren Trophäen des an e 9 55 5 5 1 15— den 95 8 ieges zu betrachten, und sie geben den Maßstab des Sieges, einigen, daß die eindlichen Linien durchbrochen werden kön. 5 Weil fe 5 1— n Annen 2 tundkut. nen. Nun, der deutschen Heeresleitung wäre ein solcher Vor⸗ Die englische Flagge von der Nordsee verschwunden. Wenn die Petersburger Telegraphenagentur also in einer] wurf nicht 5 machen. Sie führt ihre Schläge zunächst im Kopenhagen, 22 Febr.(WTB. Nichtamtlich.)„Po⸗ vom 21. Februar datierten amtlichen Darlegung der russi⸗[Osten. Wenn Rußland physisch 75 morglisch so erschüttert lititen“ schreibt: Heute ist hier der erste Dampfer seit schen Niederlage in Masuren von der Zahl der Gefangenen ist, daß ein Hindenburg auch 1 7 10 im Weste n nach dem der Blockade aus England eingetroffen. Et fuhr am und Geschütze gar nichts sagt, so erkennt man daraus, Rechten sehen kann, wird sich das Bild ändern! Wir aber 18. Februar aus Goole ab und fuhr Englands Külste ent⸗ daß das amtliche Rußland nicht den Mut hat, die Größe] wollen bis dahin Geduld hre, im Innern alle Nöte lang. Der Kapitän erklärte, die englische Flagge sei seiner Niederlage einzugestehen. Diese amtliche russische getreu durchhalten und unseren Tapferen im Felde aus vol— von der Nordsee verschwunden. Er habe auf der Petersburg, 22. Febr.(WTB Nichtamtlich.) Der Di⸗ Schilderung lautet: lem Herzen danken, daß sie uns auf die Wege nach einer sieg⸗ ganzen Fahrt von der englischen Küste bis zu den Farö⸗ Nachdem 1 deutsche 3 sich. reichen Zukunft bringen! 2 2 5 kein r. e 9e gesehen, näckige Angriffe unter entsetzlichen Opfern von der Unmögli eit, sondern nur Kauffahrteischiffe mi neutraler Flagge.— uns vom linken. vertreiben, N Ein Tagesbefehl für das erste Armeekorps. Der Dampfer„Tnuthenborg“ hat N neue Mannschaft gen, schritt er an die Ausführung eines neuen Planes Nach der Köni g, 22 2 i ich.) Derserhalten und ist gestern nach Newcastle abgesegelt. Die 5 0 f. 8 gsberg, 22. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der erhalten un ö 5 N nie g f e n Kommandierende General des 1. Armeekorps hat am 16. Fe⸗ Schwierigkeiten bei den anderen Dampfern sind noch nicht mit großem Vorteil Gebrauch von sefnem außerordentlich ent⸗[bruar folgenden Tagesbefehl erlassen: erledigt. 5 wickelten Eisenbahnnetz, um eine bedeutende 1 935 et 1 e ist e d 3 Versenkte englische Schiffe. f it der A be, uns. nte Armee, die] gewesen, unter Augen Kriegshe 30 8 Mir 5 n 5 und der Ma⸗ kämpfen und im weiteren Verlaufe den Gegner siegreich aus Buenos Aires, 22. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) is S innahm, f. en. Um rfolg dieser Ope- unserer ostpreußischen Provinz hinauszuwerfen. Ber seiner An⸗ Meldung des Reuterschen Bureaus. Der deutsche Dampfer . 5 5 7.—— wesenheit inmitten seiner begeisterten Truppen im wiedereroberten[„Holger“ ist gestern mit den Passagieren und der Beman⸗ einen Teil ihrer Truppen von der Bzura⸗ und Lyck haben Seine Masestät die Gnade gehabt, dem durchziehen⸗ nung der englischen Dampfer„Highland Brae“(7600 To.), Nawkafront nach dem rechten Weichselufer hinüber. Die] den Füstlier⸗Regiment Nr. 533 seine Anerkennung für die be„Pakaro“(4400 To.),„Hemesphere“(3500 To.),„Se⸗ Zusammenziehung deutscher Truppen wurde bereits am swiesene Tapferkeit Höchstselbst auszusprechen, mich aber zu beauf⸗ mantha“(2850 To.) und des Segelschiffes„Wilfrid“, die J. Februar bemerkt, doch konnte der Umfang dieser Operationen] tragen, diefe Anerkennung auch den übrigen auf dem hiesigen durch den deutschen Hilfskreuzer„Kronprinz Wil⸗ erst einige Tage später festgestellt werden Um mit der nötigen Kriegsschauplatz kämpfenden Truppen des 1. Armeekorps und helm“ versenkt worden waren, angekommen„Holger“ Schnelligkeit die notwendigen russischen Truppen an der Front] der diesem bisher angegliederten ersten Landwehrdivision bekannt bmte tet Binnen nden abreisen s in Ostpreußen zusammenzubrin und dem Druck des Feindes] zu geben. Berechtigter Stolz über diefen hohen Gnadenbeweis] konnte nich 1 widerstehen zu können, beschloß der russische Befehlshaber, in erfüllt uns, verpflichtet uns aber auch, serner unser Bestes daran interniert. N 3 Ermangelung von Eisenbahnen das russische Heer an die Grenze zu zetzen, um das Vertrauen Seiner Majestät zu rechtfertigen Berlin, 23. Febr. Dem Berliner„Lok.-Anz.“ zufolge urückzubringen und noch weiter in der Richtung des Niemen und und den Gegner so zu Boden zu schlagen, daß er nie mehr wagt, meldet der„Corriere della Sera“ aus London: Am 21. Februar Bobr. Bei dieser Operation wurde jedoch der rechte Flügel der] seinen Fuß in deutsches Land zu setzen. Darum Vorwärts und um sechs lihr abends wurde in der Irischen See 5 zehnten Armee durch eine vorgedrungene zahlreiche Feindesmacht A Dieser Befehl ist allen Truppen unverzüglich bekannt n Belfast 45 8 eu glisger i i 1 roht und einer sehr ell umschwenken⸗zu geben. f ö. 1. 5 0„ 145 Umzingel 2 e ee 2 9 1 diese Der Kommandierende General:(gez.) Kosch. das kleine Kohlenschiff„Downshire“, von einem deutschen — 8 9 8 4 8 Ankerstebodt versenkt. Der Besatzung wurde eine Frrst von 5 Minuten zum Besteigen der Boote gegeben. 1 Belfast, 22. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Am Samstagnachmittag um 5 Uhr hat ein deutsches Unterseeboot in der Irischen See ein eng⸗ kisches Kohlenschiff angehalten. Es gab der Beman⸗ nung fünf Minuten Zeit, um in die Boote zu gehen und versenkte darauf das Fahrzeug. 2 Die Folgen des verschärften Seekrieges. Amsterdam, 23. Febr.(WTB. Nichtamtlich.)„Han⸗ delsblad“ berichtet: Am Samstag 8 n sich etwa 10 Matrosen und Heizer des Dampfers„Am stelstrom“, der nach Heids abfahren sollte, an Bord des Schiffes zu gehen, wenn sie nicht 7 A der von Minen und Unterseebooten drohenden Gefahren doppelte Löh⸗ nung erhielten. Die holländische Dampfschiffahrtsgesell⸗ schaft, der das Schiff gehört, erklärte sich bereit, die Minen⸗ prämie auf fünf Gulden wöchentlich zu erhöhen und ge⸗ wisse andere Forderungen zu erfüllen, lehnte es aber ab, die doppelte Löhnung zu zahlen. Auf einigen Schiffen der gleichen Gesellschaft sind dieselben Forderungen gestellt worden. Die Bemannung zweier vor Ymuiden seeklar liegen⸗ der Loggerschiffe weigerten sich aus Furcht vor den Minen und den Kriegsschiffen in See zu gehen. Ein Flugzeug über Essex. 5 London, 22. Febr.(WTB Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Gestern abend zwischen 8 und 9 Uhr wurde ein Flugzeug über Esser wahrgenommen. Eine Bombe wurde abgeworfen. Sie fiel in ein Feld dicht bei Bramtree, ohne Schaden anzurichten. Eine andere Bombe schlug in den Garten eines Hauses in Colchester ein. Das Haus wurde leicht beschädigt; niemand wurde verletzt. Der Fall Roger Casemen. Berlin, 3. Febr. In Sachen der von Sir Roger Casement erstatteten Anzeige wegen Mordversuchs hat, wie die„Vossische Zeitung“ aus Stockholm erfährt, die nor⸗ wegische Regierung die Beweisergebnisse der englischen Re⸗ gierung zur Kenntnisnahme überreichen lassen. Der nor⸗ wegischen Presse wurden alle Veröffentlichungen über den Vo durch die Zensur untersagt. Der englische Gesandte in Kristiania, Findley, würde der schwedischen Presse zufolge am 1. März einen Urlaub antreten. *** Aus Luxemburg. Luxemburg, 22. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Das luxemburgische Ministerium, Staatsminister Eyschen und die Generaldirektoren Mongenast, de Waha und Braun sind heute um ihre Entlassung eingekommen. Die italienischen Sozialisten. Rom, 22. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die offizielle sozialiftische Partei hielt eine Versammlung abe in welcher fürdie Neutralität und gegen den Krieg Stel⸗ lung genommen werden sollte. Die Republikaner störten die 1 ammlung, die schließlich abgebrochen werden mußte. Die Polizei zerstreute die Ruhestö rer. 5 Algerier und Tunesier osmanische Untertanen. . Konstantinopel, 22. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) „„Terdschuman⸗i⸗Hakikat“ meldet: Auf Grund eines Be⸗ 5 es des zuständigen Amtes werden Algerier und Tunesier als osmanische Untertanen behandelt. Die in die Türkei Einwandernden werden dieselben Vorteile ießen, die die Gesetze den aus ehemals osmanischen 8 eingewanderten Muselmanen gewähren. Der oben erwähnte Beschluß bedeutet die Aufhebung des im ver⸗ enen Jahre zwischen der Pforte und Frankreich 8 Peschlossenen Uebereinkommens, demzufolge Algerier und Tunesier als französische Staatsangehörige zu behandeln waren. 2 5 25 . 55 1 * Sensur. Nach den Verhandlungen des Budgetausschusses des Allg. Ztg.“ nochmals das Kapitel der militärischen Zensur angeschnitten und die bisherigen Maßnahmen verteidigt, dem a auch der Volkswille wieder zum Ausdruck kommen dürse. Heute schreibt das Blatt neuer⸗ Unsere Ausführungen über das Kriegsziel sind in der Presse vielfach kommentiert worden. Ein Blatt, das mit besonderer Leiden⸗ ist, glaubt diesen Standpunkt durch Grobheiten an die Adresse un⸗ serer Zeitung bekräftigen zu können. Es handelt sich um wohl⸗ zufolge eine Diskusston der künftigen Friedensbedingungen als 2 gegenwärtig noch unzulässig zu behandeln ist. Irrig ist 0 5 euzzeitung ausgesprochene Ansicht, Reichsleitung bei der Regelung der Friedensfrage die Mi wirkung des deutschen Volkes ausschließen wolle. Wir haben viel⸗ mehr ausdrücklich betont, daß die Regierung, wenn der Zeitpunkt willen gestützt zu sein. Es handelt sich also hier ledi ich um die Frage des richtigen Zeitpunktes, der allein irrtümlich ist die Meinung der„Vossischen, Zeitung“, daß es sich bei unserem Artikel um den Versuch einer Erläuterung der Verhand⸗ hätte, die notwendig für eine erneute Darstellung des Standpunktes der obersten Gewalt des Reiches in dieser Frage wäre. Beide bedingungen rechtzeitig freigegeben werden wird. 1 Wir haben früher schon dargetan, daß auch wir den ein Vertrauensverhältnis zur Presse einlenken. Daß jetzt schon die Zeit gekommen sei, lang und breit die Friedens⸗ demokratische Kreise sind, wie aus dem nachstehenden Be⸗ richt hervorgeht, der Ansicht, daß das Volk jetzt Ver⸗ Berlin, 22. Febr. In einer großen Volks versamm⸗ lung in Stuttgart sprach, wie dem„Berl. Tagebl.“ beri über die politische Zukunft Deutschkands. Er be⸗ tonte, daß vorzeitig unternommene itt zur Herbei⸗ könne. Wenn wir einen Frieden wollten, wie wir ihn brauchten, dann müßten wir vor allem jetzt Vertrauen zu den deutschen Waf⸗ dem Friebenswunsch und dem Friedenswillen des Kaisers. Zwei⸗ mal habe der Kaiser in den letzten Jahren durch sein persön⸗ unbeschabet zu der Politik des Kaisers müsse man heute erklären, N in dem jetzigen Augenblick können wir dem Kai⸗ auch] der besten Stimmung.„Seid gemernen Zeitung“ bezüglich der Wuseimandersetzungen über die Friedensbedingungen tragen den Stempel der Persönlichkeit des Reichskanzlers. Sie entsprechen aber auch dem Willen des Kar⸗ sers. Wenn es notwendig werden sollte, werde die deutsche Sozial⸗ demokratie dem Kanzler und dem Kaiser zur Seite stehen, so⸗ weit es sich darum handelt, den Krieg durch einen Frieden zu beenden, der nicht den Keim zu neuen Konflikten in sich trage, — einen Frieden, der die Welt der friedlichen Arbeit wieder⸗ gebe. preußisches Abgeordnetenhaus. O Berlin, e destrigz 9 r Abgeordnetenhauses konnte Präsident Graf don 1 Löwitz mit der Bekanntgabe des herrlichen Erfolges der Schlach⸗ ten in Mafuren eröffnen. Das Haus entbot dem Kaiser tele⸗ graphisch seine Glückwünsche. Zu Ehren des verstorbenen Abge⸗ ordneten Dittrich(tr.) erhob sich das Haus Auf der Tagesordnung stand die zweite Beratung des Etats, und zwar der Etat des Staatsministeriums in Verbin⸗ dung mit der zweiten Beratung des Gesetzentwurfs über Bei⸗ hilfen zuden Kriegswohlfahrtsausgaben der Ge⸗ meinden und Gemeindeverbände. 5 5 Nach den Berichten der Abgg. Hoesch und v. Zedlitz er⸗ klärte Abg. Dr. Friedberg(natl.) namens aller Parteien, ausgenommen die Sozialdemokratie, daß man den vorliegenden Entwurf als eine Ehrenpflicht der Staatsregierung ansehe. Er werde dazu beitragen, der gerechten Sache den Sieg zu erringen. Abg. Hirsch(Soz.) trat namens seiner Partei dem Entwurf un⸗ ter Anerkennung des bisher hinsichtlich der Kriegsfürsorge Ge⸗ leisteten ebenfalls bei. Der Entwurf wurde alsdann ein stim⸗ mig angenommen. Aus Stadt und Car. Gießen, 23. Februar 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Kriegsfreiw. Konr. Georg Niedernhö fer, Inf.⸗Rgt. 168. aus Friedberg.— Gardist Eduard Heiden rei ch, Inf.⸗Rgt. 115, aus Offenbach.— Kriegsfreiw. Johann Mih m, Jnf.⸗Rat 168, aus Offenbach a. M.— Leutn. u. Kompagnieführer Kurt Schnei⸗ der aus Hanau.— Landwehrm. Wilh. Emmel, Res.⸗Inf.⸗ Hanau.— Leutn. d. Res. Heinr. Bur⸗ kart, 17. bayer. Inf.⸗Rgt., aus Langendiebach.— Kriegsfreiw. Musk. 25 rn mehr⸗Ersatz-Rgt. 4 aus Offenbach a. M.— Ersatz⸗Res. Konrad Kirchner, Inf.⸗Rgt. 80, aus Langenborgheim.— Kranken⸗ träger Heinrich Baden aus Worms.— Oberl. d. Res. Reg. ⸗ 2* 0.— 3—4— l, Landw.-Inf.⸗Rgt. 116, aus Bernsfeld.— Landwehrm. 8 2 Kt. 81, aus Donsbach.— Geft. — Jager Willi No ß, bayr. 2. Jägerbat., aus Langendiebach. Res. Hans Buman n, Res. Inf.⸗Rgt. 88, aus Hanau.— Res. Friedrich Schadt, Res.⸗Inf.⸗Rgt. 88, aus Hanau.— Matrose Karl Gefr. Martin Schwarz, Inf. Rgt. 115, aus Darmstadt.— Ersatzres. Wilhelm Graulich Inf.⸗Rgt. 116, aus Oberndorf.— Vizewachtmeister Friedrich Dinckel, Westf. Fußart.⸗Rgt. 7, aus Wetzlar.— Landwehrm. Wilhelm Windolf, Inf.⸗Rgt. 140, aus Wetzlar.— Res. Jo⸗ annes Kaiser, Res.⸗Inf.⸗Rgt. 116, aus Lauterbach.— Res. Joh. Friedrich Bamberger, Inf.⸗Rgt. 115, aus Offenbach a. M.,— Musketier Konrad Schäfer, Inf. ⸗Rgt. 168, aus Tortelweil.— Musk. Heinrich Theiß aus Niedereisenhausen. * * Ritter des Eisernen Kreuzes: Freiherr von Preuschen, Oberstleutnant und Kommandeur des Inf. Regts. 115(1. Klasse) Gefr. Kran; aus Steindorf, Feld⸗ Telegraphist bei der Armee⸗Telegr.⸗Abt. Woyrsch. Vizefeld⸗ webel Göbel aus Dillenburg, Inf.⸗Regt. 88. Fritz Burch⸗ hardt, Leutn. d. R. im Inf.-⸗Regt. 154. Off.⸗Stellv. Refe⸗ rendar Hans Oppermann aus Wetzlar, Jägerbat. 11. Landesbauinspekt. Schmohl aus Marburg, Kriegsfreiw. im 24. Res.⸗Jägerbat. Gefr. Karl Menzler aus Franken⸗ berg, Art.⸗Mun.⸗Kolonne 25. Gefr. Fr Schäfer aus Fran⸗ kenberg, San⸗Kraftwagen-Park der Etappen⸗Insp. 7. Pion. Plett aus Willersdorf, 19. Pionierbat. August Lambert aus Hanau, Leutn. im Inf. Regt. Hessen⸗Homburg 166. Kriegsfreiw. Steffan aus Vilbel, 15. Art.⸗Regt. Gefr. Bruno Radecke aus Selters, Res.⸗Inf.⸗Regt 222. Refe⸗ rendar Hans Oppermann aus Wetzlar, Off.⸗Stellv. beim Jäger⸗Bat. 11. Reservist Johann Meuser aus Oberrod, Kr. Westerburg, Inf.⸗Regt. 30. Uffz. Wilh. Hecker aus Haiger, Inf.⸗Regt 88. Peter Ludwig Waidmann aus Hausen b. Butzbach. Reservist Karl Hinkel aus Hainchen. Üffz. d. R. Ludwig Peter aus Frohnhausen,(Dillkreis), u Regt 28. Feldwebel Diehl aus Oberschmitten, bei Meyer aus Grünberg. Klein⸗Bieberau, Leibg.⸗Inf.⸗Regt. 115. Wehrmann Gefreiter Jakob Trautmann aus Klein⸗Bieberau, Res.⸗Juf. Regt. 118. Heinrich Mühlfeld, Reservist im Art. Regt. 61, aus Hets Peter Dickel aus Hergersdorf. Uffz. Mersch⸗ rod aus Lauterbach, Masch.⸗Gew.⸗Komp. Königs⸗Inf.⸗Rgt. Nr. 145. g * Auszeichnung. Herrn Stabsarzt Dr. Büch⸗ ner aus Gießen, bereits Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse, sind jetzt auch der Kgl. Bayer. Verdienst⸗ orden mit Schwertern und das Groß h. Hessische Sanitätskreuz verliehen worden. * Vom Kaiser. Eine große Freude ist fünf jungen Gießener Kriegsfreiwilligen(Lahr, Eckhardt, Selzer, Hartmann und Sauer) widerfahren. Die jungen Leute, die teilweise verwundet aus dem Felde zurückgekom⸗ men und nach dem Truppenübungsplatz Döberitz komman⸗ diert waren, um dort als Offiziersanwärter weiter aus⸗ bildet zu werden, spazierten Donnerstag früh im Berliner sergarten, als ihnen der in der Nacht aus Masuren zurück⸗ 94 Kaiser begegnete und sie mit den Worten „Ei, da ist ja auch mein Regiment“ begrüßte. Es war am Tage nach der Winterschlacht in Masuren und der Kaiser in aus Oberhesse?“ fragte er und unterhielt sich dann mit jedem Einzelnen einige Zeit, sie— 7 44 ermahnend, in Döberitz ja recht fleißig zu sein. Mit den Worten„Lernt besonders das Einbud⸗ Die Erörterungen über die militärische preußischen Abgeordnetenhauses hatte auch die„Nordd. gleichzeitig aber in Aussicht 1 1 daß zu gelegener Zeit vor dings: schaftlichkeit für die sofortige Freigabe der Erörterungen eingetreten erwogene Beschlüsse der politischen und militärischen Leitung, denen daß die ach, z. B. in der Kr 12 gekommen ist, dankbar sein wird, von einem starken Volks⸗ durch die militärischen Ereignisse bestimmt werden kann. Ganz lungen der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses gehandelt stimmen darin überein, daß die öffentliche Erörterung der Friedens⸗ Wunsch hätten, es möchte die Zensur mehr und mehr in bedingungen zu erörtern, glauben wir nicht. Selbst sozial⸗ trauen zur Regierung und zum Kaiser haben müsse: tet wird, der sozialdemokratische Abgeordnete Wolfgang Herne Auhrung des Friedens dem Irieden mehr schaden als nügzen sen und zu dem kämpfenden deutschen Volk, vertrauen aber lich entscheidendes Eingreifen uns den Frieden gesichert. Ganz N ser vertrauen. Die Erklärungen in der„Norddeutschen All⸗ deln, Jungens, tüchtig einbuddeln“, entließ er die hoch⸗ beglückten jungen Krieger. i i [prüfung von vier weiteren Sanitätshunden ab. J der 2. Garde⸗Fußartillerie. Heinrich Trautmann aus f. r Militärische Ausbildung a Die Neuangemeldeten werden, wie man uns Mittwoch, 8¼ ersucht, aufgefordert, sich A N E Oberrealschule zu melden. Do weitere Meldungen entgegengenommen. 5 ** Ernste und heitere Dichtungen* cand. phil. Willy W. Göttig vorgestern abend in der Neuen Aula vor. Das Programm war mit 1 Geschmack zusammengestellt, und Herr Göttig verstand es, seine Zu hörer von Anfang bis zu Ende zu fesseln. Von den ernsten Gedichten wurden„Der Haßgesang gegen England“ von Lissauer und„Ein Zweikampf in den Lüften“ von te Kloot mit großem Beifall aufgenommen. Den größten Erfolg jedoch erzielte Herr Göttig wie immer mit seinen heiteren Vorträgen. Mit der Geschichte„Die Versöhnung“ von Ett⸗ linger löste er einen solchen Beifallssturm aus, daß er sichh nach der Ueberreichung eines prächtigen Lorbeerkranzes zu einer Zugabe genötigt sah. Leider war der Besuch, durch mehrere andere Veranstaltungen stark beeinträ 195 1 schwach, so daß der wohltätige Zweck des 0 ri PF 1 ö 50 8 55 riegsschreibstuben. Um! mit den Vorschri über die Adressierung und Verpackung der 9 e we⸗ niger vertrauten Publikum hilfreich an die Hand zu gehen und damit auf eine Verringerung der großen Zahl der unrichtig und undeutlich adressierten und mangelhaft verpackten Feldpostsendungen hinzuwirken, hatte das Reichs ⸗Postamt Oktober 1914 die Ober⸗Postdirektionen veranlaßt, die Einrichtung von Kriegs⸗ schreibstuben möglichst zu fördern. Nach einer dieser vor⸗ genommenen Feststellung sind jetzt im Reichs po biet 1843 Kriegs⸗ Fe riegsschrei en und Ver en in Täti mi Freude begrüßt werden darf. Dir Nel gustver 1 wendet der weiteren Ausbreitung dieser Einrichtung dauernd ihre Fürsorge zu. * Aus dem Gefangenenlager. Die Sendungen von Kleidungsstücken, Nahrungsmitteln und Tabak aus Frankreich an die 2 haben sich in den letzten Wochen gegen früher verdreifacht und sind stark im nehmen begriffen, so daß eine Vermehrung des Kontroll- personals ins Auge gefaßt wurde. Aber auch die jetzige Gepflogenheit der Abholung der Sendungen, die täglich durch Gefangene erfolgt, läßt sich bei dem Umfang der Pakete aus postalischen Gründen nicht mehr beibehalten. Man wird von nächster Woche ab ein Lastauto benutzen. In der vorigen Woche kam zu dem gewöhnlichen täglichen Verkehr auch noch eine Sendung von 200 Ztr. Lie⸗ besgaben für die gesamten Insassen des 5 aus Frankreich hier an. Diese Sendung bestand aus Ballen, die in Sackleinen verpackt durch mehrere Fuhren ins Lager ge⸗ bracht wurden.— Neuerdings ist den Gefangenen gestattet, häufiger in die Heimat zu schreiben. Während sie vorher pro Monat zwei Postkarten nach Frankreich senden konnten, nd⸗ist diese Zahl jetzt auf vier erhöht worden, wozu außerdem noch alle 14 Tage je ein Brief kommt. Man ersieht daraus, daß man den Kriegsgefangenen bei uns recht weit ent⸗ gegenkommt. 5 n oendungen an Gefangene in Rußland. Wie jetzt bekannt geworden ist, läßt die russische Regierung in Sendungen an deutsche Kriegsgefangene keine Waren zu, deren Einfuhr in Rußland auch sonst verboten ist. Ein solches I e besteht z. B. in Rußland für alle Schweinefleischwaren mit Aus- nahme von Schweineschmalz, für Spielkarten u. a. m. Es kann daher nur einpiohlen werden, sich vor der Absendung von Paketen an Deutsche, die sich in russischer Gesangenschast befinden, . 5 ob der Paketinhalt russischen Einsuhrverboten unterliegt. 5 N 8 * Der Polizei- und Schutzhunde verein hielt am Samstag nachmittag auf dem Trieb eine 3 me⸗ 7 dem Leiter des Sanitätshunde⸗Dressur⸗Vereins in Frank⸗ furt, Herrn Diefenbach wohnten der Prüfung mehrere Mitglieder des Komitees des hiesigen Vereins bei. Jedem der vier Hunde nebst Führer wurde ein besonderer Wald⸗ 13 5 abschnitt See den die Hunde nach markierten Ver⸗ wundeten absuchen mußten. Die Leistungen der einzelnen Hunde waren vorzüglich. Die Ausbildung der vier Hunde, deren Führer Mitglieder der hiesigen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz sind, erfolgte durch Schutzmann Klös, wäh⸗ rend die bereits früher geprüften drei Sanitätshunde von Schutzmann Seitz ausgebildet worden sind. * Der diesjährige Beginn der Lehrzeit. Die hessische Handwerkskammer ist schon seit län⸗ gerer Zeit in Erwägung darüber eingetreten, wie es in Rücksicht auf die vorliegenden Verhältnisse dieses Jahr mit der Annahme der Lehrlinge gehalten werden soll, und ob es sich nicht empfiehlt, wegen des ungeheuren Mangels an landwirtschaftlichen Arbeitskräften den Termin für die Einstellung der Lehrlinge allgemein oder doch zum wenigsten für die Lehrlinge hinaus zuschieben; die aus landwirt⸗ schaftlichen Kreisen stammen. Die nächste und dringende Arbeit für die Landwirtschaft ist die Saatbestellung. Sie muß zeitig beginnen und im weitesten Maße N werden, um die Volksernährung sicher zu stellen. Anderer⸗ seits ist die Zeit, die dafür aufgewendet werden muß, nicht sehr lang, es dürften hierfür 2 Monate, vielleicht März und April, vollkommen genügen. Wohl aber gilt es in dieser Zeit alles heranzuziehen, was bei der Saatbestellung einigermaßen sachverständig mitwirken kann Die 3 die der Lehrling dann später in die Lehre kommt, wird er bei einigem Fleiß bald nachholen können. 8.. Hause aber ist von unschätzbarem Wert. Wie die ölke⸗ rung allgemein schon vielsach Einschränkungen in der der amten Lebensweise auf sich nahm, so müssen auch hier beteiligten Kreise zusammenwirken, damit Deuts and auch in wirtschaftlicher Beziehung den ihm.— ingenen Kampf besteht. Die Handwerkskammer kam deshalb zu dem Beschluß, den Eltern sowohl wie auch den Lehrmeistern dringend ans Herz zu legen, daß der Beginn der Lehrzeit nicht früher als von Anfang Mai festgelegt wird. * Baumpflege und Baumschnitt! Jetzt ist es an der Zeit, daß die Klebgürtel von den Obstbäumen abgenommen, verbrannt und die Stämme vom Gürtel bis zum Erdboden abgebürstet werden, um auch die hier von den Frostspannerweibchen abgelegten Eier zu vernichten. Außerdem ist ratsam, bei dieser Arbeit die Raupennester des Goldasters und des Baumweißlings, erkenntlich an den dürren zusammengesponnenen Blättern, abzuschneiden und zu verbrennen, die man besonders an jungen Apfelbäumen im Felde und in höheren Lagen wahrnehmen kann. Ein Gold⸗ asternest beherbergt oft mehrere hundert Raupen. Auch ist die jetzige Zeit sehr geeignet für den Baumschnitt, schon ist Saft in den Bäumen. Zu später Schnitt ist für die Obstbäume ebenso nachteilig wie für die Reben. Nur gut ge flegte, frucht⸗ bare Obstbäume können befriedigende Ernten bringen. »Es ist immer noch viel Gold im Lande. Der Direktor der hiesigen Oberrealschule forderte die Schüler auf, Gold, das sie auftreiben könnten, bet ihm umzu⸗ wechseln. Er versprach den beiden Schülern, die bis zum 20. rz das meiste Gold abliefern würden, je ein ah b als Preis und außerdem der ganzen Schule einen Tag zu einem Klassenspaziergang, Jobald 10000 Ml. abgeliefe 3 5 Am dritten Trag f nach der derung waren 17000 Mk. abgeliefert. Einzelne Schüler lieferten— ab ale ae ech n 14 herunter zu Dies erfo i rfahren sei ch⸗ ahmung empfohlen.. „ Landkreis Gießen. 1— — Wieseck, 21. Febr. Unter großer Beteiligung der Orts⸗ bewohner wurde der anfangs Dezember ausgerückte Krieger Karl Balthaser Hormann von hier zur letzten Ruhe be⸗ stattet. Er war bei Cernay in Frankreich durch einen Granat⸗ splutter verwundet und deswegen in das Lazarett nach Baden- Baden überführt worden, wo er am 16. d. M. starb. Der hiesige Kriegerverein erwies ihm die letzten militärischen Ehren. Von dem Gesangverein„Eintracht“ und seinen Arbeitsgenossen wurden Kränze an seinem Grabe niedergelegt. l. Lollar, 22. Febr. Die Reichs⸗Wollwoche hatte ein schönes Ergebnis, denn 114 schöne warme Decken, von hiesigen Frauen und Jungfrauen hergestellt, konnten mit einem Posten guter Kleidungsstücke für die ostpreußischen Flüchtlinge abgeliefert werden. — Am letzten Donnerstag ging der Unterricht für die Fort⸗ bildungsschüler mit einer kleinen Abschlußprüfung für diesen Winter zu Ende. Kreis Büdingen. d Unter⸗ Schmitten. 21. Febr. Der hiesige Lehrer Otto Schneider, Leutnant der Reserve und Kompagnieführer im 2. Königl. bayr. Jägerbataillon, erhielt das Eiserne Kreuz. Kreis Schotten. O Meiches, 22. Febr. Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielt der Reservist Weber von hier. Den Heldentod fürs Vaterland starb der Wehrmann Wilhelm Etling. Gardist Schönhals wird vermißt. Starkenburg und Rheinhessen. . Offenbach, 23. Febr. Die bisher für Offenbach fest⸗ *— Höchstpreise für Kartoffeln vermochten nicht, die käufer zu einem genügenden Angebot dieses sür die Volks⸗ ernährung so wichtigen Artikels zu veranlassen. Nachdem nun auch noch der Bundesrat den Höchstpreis für Kartoffeln in erster Linie von 6,10 Mark auf 9,60 Mark für 100 Kilogramm erhöht — waren angesichts dieser ungeheuren Steigerung auch die ürzlich erst in Frankfurt und in Offenbach auf 11 Pfg. pro Kilogramm festgesetzten Kleinhandelspreise nicht mehr ausreichend. Es blieb daher nichts anderes übrig, als wie es auch Frankfurt getan hat, vorerst alle bisher geltenden Höchstpreise auf⸗ zuheben, um zunächst einmal abzuwarten, wie sich der Kartoffelhandel auf Grund der vom srat getroffenen Fest⸗ setzungen entwickeln wird. Der Oberbürgermeister hat eine dies⸗ dg een ee exlassen, nach der die bisher für Offen⸗ bach den H sämtlich aufgehoben sind Abgesehen — 1— sich nur 5— 5 mehr Zentnern ieht, t es jetzt a in Offenbach überhaupt keine Höchstpreise für Kartoffeln. Hessen⸗Nassau. i m. Kirchhain, 22. Febr. Im Sitzungszimmer des Rat- hauses fand heute eine Versammlung der hiesigen Bäckermeister, Müller und Mehlverkäufer statt, in welcher über die Regelung des Mehl⸗ und Brotverbrauchs die erforderlichen Er⸗ läuterungen gegeben wurden. Für die Landwirte wird ein be⸗ stimmtes Quantum des beschlagnahmten Getreides zum Verbacken freigegeben, die übrigen Einwohner erhalten Brotkarten, auf Grund deren sie bei jedem hiesigen Bäcker und Mehlhändler gegen Be⸗ zahlung Brot und Mehl entnehmen können. Das Austragen von Brötchen ist nicht gestattet. Wird Brot nach auswärts verkaust, so muß hierfür eine entsprechende Menge von Mehl oder Getreide eingeführt werden. Die Bäcker erhalten das zum Verbacken er- sorderliche Quantum Mehl von der Stadt geliefert, letztere kauft das Getreide auf und läßt es vermahlen, über die Verwendung der Kleie ergeht noch besondere Verordnung. 0 1* b Frankfurt a. M, 22. Jebr. Die vom Magistrat be⸗. schlossene Herabsetzung der Brotpreise tritt am 24. Febr. in Kraft. Das Vierpfundbrot kostet 74 Pig, das Zweipfundbrot 37 Pig. gegen 80 und 40 Pfg., wie die Bäckerinnung jestsetzte. Sießener Strafkammer. th. Gießen, 20. Febr. Billiger Obstverkauf in Gießen. Ende Dezember verurteilte die Strafkammer zwei junge Bur⸗ schen zu 4 und 3 Monaten Gefängnis, weil sie am 12. November v. J. einen„billigen Verkauf edler Obstsorten“ in Gießen vorgenommen hatten. Das Obst war von ihnen aus einem der Keller unter den Marktlauben gestohlen worden. Als dritter Teilhaber bei diesem Geschäft war von den Angeklagten der ehe⸗ malige Bäckergeselle Heinrich Gl. aus Gießen bezeichnet worden, wel! sich nach der Geschäftsabwicklung unbekannten Aufenthalts aus unserer Stadt abgemeldet hatte. Man hat aber den mehrfach be⸗ straften 60 jährigen Menschen nachträglich ermittelt und er mußte sich nun nachträglich wegen des unsauberen Handels vor der Straf⸗ kammer verantworten, die ihn für sein Tun zu 2 Monaten Ge⸗ fängnis verurteilte.— Weitere zwei Diebstahlsanklagen hatten kein besonderes Interesse. a 5 Keinen Roggen mehr verfüttern. Der Landwirt Wilhelm Th. von Weitershain, ein verstän⸗ diger, 49 Jahre alter Mann, hat trotz der bekannten Bundesrats⸗ verordnung am 25. November d. J. ein Sack Roggen ver⸗ schroten lassen und als Viehfutter verwendet. Der Ange⸗ klagte erklärte vor der Strafkammer, er sei unschuldig, er habe das Verbot nicht gekannt, sonst hätte er den Sack Roggen nicht verfüttert. Hätte der Gendarm ihm nur ein Wort gesagt, so hätte er den Roggen nicht schroten lassen. Auch der Präsident der Mahlgesellschaft, der er angehört, habe kein Wort gesagt, daß man Roggen nicht verfüttern dürfe. Vom Richtertisch aus wurde dem Manne vorgehalten, daß doch nach Erlaß des Verbotes in Weitershain alle Besitzer darüber geschimpft hätten, daß sie den Roggen usw. nicht mehr verfüttern dürften. Es sei nach der Er⸗ klärung des Bürgermeisters dort das Verbot des Verfütterns von Roggen also auch allgemein bekannt gewesen. Es habe auch in allen Zeitungen das Verbot gestanden und da könne sich doch niemand, der sehe und höre, was in der Welt vorgehe, mit Un⸗ wissenheit entschuldigen. Es müsse jeder Landwirt wissen, daß er Roggen nicht dem Vieh geben dürfe, in einer so schweren Zeit, wie sie unser Volk augenblicklich durchzumachen hat. Als man dem Angeklagten mitteilte, daß auf seine Tat eine Geldstrafe bis zu 1500 Mark erkannt werden könne, wurde er sehr kleinlaut. Der Staatsanwalt beantragte eine Geldstrafe von 50 Mk., hilfsweise 10 Tage Gefängnis. Es erging Urteil nur in Höhe von 25 Mk., hilfs⸗ weise 5 Tage Gefängnis, doch ließ der Gerichtshof bei der Ur⸗ teilsbegründung erklären, daß er diese Verfehlungen für die Folge kräftiger bestrafen werde. Keinen Kartoffel zusatz im Brot 5 verbacken zu haben, ist der Bäckermeister Karl D. aus Alsfeld geständig. Er gibt glatt zu, er habe die Bestimmungen der Ver⸗ ordnung des Bundesrats für das Bäckereigewerbe gekannt. Es sei ihm damals unmöglich gewesen, Kartoffelmehl oder ein anderes Zusatzmittel aus Kartoffeln zum Roggenmehl zu bekommen. Er habe versucht, mit gekochten, geriebenen Kartoffeln den Vor⸗ schriften für sein Gewerbe nachzukommen, aber die Masse sern ihm sckwarz geworden, so daß er habe befürchten müssen, sein Brot da⸗ mit zu ve Die Strafkammer nahm Rücksicht auf die Not⸗ lage, in der sich der Angeklagte damals befunden hat, und erkannte auf eine Geldstrafe von 20 Mt. hilfsweise 4 Tage Gesöngnis Es sei dem Angeklagten zu glauben, daß er bei der gegebenen Neu⸗ heit des Kartoffelzusatzes zum Brot, mit der er noch nicht habe zurecht kommen können, sich in einer Notlage befunden hat. Im anderen 2 würde aber die Strafe ganz erheblich höher aus⸗ Ff. ĩ ²˙ö— Eingesandt. 01 und aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel ul die Redaktion dem Publikum gegenuber keinerlei Verantwortung.) 1 Wo sind die Kartoffeln? Warum liesern die Landleute keine Kartoffeln? Da ich viel auf dem Lande zu tun habe, bin ich auf der Suche nach Kar⸗ toffeln zur Ansicht gekommen, daß der jetzige Preis dem Bauer noch nicht genügt, da Kartosseln überall in Mengen vor handen sind. habe eine große Familie(8 Köpfe) zu er⸗ nähren und habe mir die größte Mühe gegeben, Kartoffeln zu er⸗ halten, aber alles vergebens. Auf dem Markte werden keine Kar⸗ toffeln mehr angefahren und früher gab es welche bloß in kleinen Mengen(30—50 Pfund). 2 5 5 Ter Bauer hat allerlei Entschuldigung, wenn man ihn um Kartoffeln angeht, z. B.: Die Kartoffeln muß ich selbst haben. Der andere: Meine Kartoffeln verkaufe ich zur Saat. Da gelten sie mehr. Der Dritte: Ich habe selbst nicht genug. Trotzdem hat Letzterer und Ersterer Kartoffeln in Menge und hat sie mit Dick- wurz zugeworfen, damit niemand den Vorrat feststellen kann. Zu meiner großen Familie erhielt ich noch Einquartier⸗ ung. Mit was sollen wir uns nun ernähren? An Brot soll ge⸗ spart werden, trotzdem brauche ich jetzt 12—14 Laib Brot die Woche. Was soll es aber werden, wenn es gar keine Kar- toffeln gibt? Warum werden die Kartoffeln nicht beschlagnahmt? Oder warum sorgt die Behörde nicht für Kartoffeln? 5 Ich hade hier nur die Lage meiner Familie geschildert, trotz- dem mir noch sehr viele und schlimmere Fälle bekannt sind. Ein Kartosselverbraucher. *** Das Mißverhältnis zwischen Roggen⸗ und Brotpreisen. Eine sonderbare Erscheinung tritt mit dem Aufschlag des Brot⸗ preises auf 80 Pfg. pro 4 Pfund zu Tage, welcher in gar keinem Verhältnis steht zum Höchstpreis für Roggen, welcher jetzt außer Weizen hauptsächlich in Betracht kommt. r Kriegsausbruch und in früheren Jahren kostete der Roggen(Höchstpreis) 18 Mark, Brot 4 Pfd. 50—.52 Pfg. Heute kostet Roggen(Höchstpreis) 24 Mk., Brot 4 Pfd. 80 Pfg., also um 60 Proz. ist das Brot gegen früher gestiegen, der Roggen nur um 25 Proz., so daß eigentlich heute das 4⸗Pfd.⸗Brot nur 65 Pfg. zu kosten brauchte, sogar noch we⸗ niger, da bis zu 20 Prozent Kartoffeln darunter sein dürfen, welche bedeutend billiger sind als Mehl. Soll erst der Arbeiter, kleine Geschäftsmann und Beamte durch unerschwingliche Preise zum Sparen durch Hungern gezwungen werden, damit sich der Mehl⸗ großhandel(nicht etwa Bäcker oder Müller) eher die Taschen füllen können? Hier tut Aufklärung unbedingt not. Ein Landwirt. *** Weizenbrot und Kranke. Durch die Bestimmungen über das Brotbacken werden viele Darm- und Magenkranke hart getroffen. Die Aerzte geben der⸗ artigen Kranken Bescheinigungen, damit die Bäcker denselben reines Weizenbrot liefern, aber die Meister lehnen es ab, solches zu backen, mit der Bemerkung, sie dürften es nicht und dann könnten sie auch nicht wegen eines Kunden mit der Bereitung von Weißbrot anfangen. Ersteres trifft nicht zu, letzteres ist richtig. Es soll jedoch den Bäckermeistern kein Vorwurf gemacht werden. Nun ist es unbedingt nötig, daß hier geholfen wird, denn der Genuß ungeeigneten Brotes bringt derartig Kranken die ent⸗ setzlichsten Schmerzen. Es würde sich daher empfehlen, daß die Bäckerinnung einen(oder mehrere) Meister bestimmen würde, die auf ärztliches Attest und bei Bestellung wöchentlich zweimal reines, gut i Weizenbrot in kleinen Laib etwa 11/ Pfund) backen. a 4 Weng die Bäckerinnung 05 dazu nicht entschließen kann, wäre es wohl Sache der zuständigen Behörde, durch entsprechende Bestim⸗ mungen Fürsorge für ihre kranken Mitbürger zu treffen. 25 Ein Bürger. Märkte. Gießen, 23. Febr. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfund 1,10—1,20 Mr., Hühner ⸗ eier 1 Stück 11—12 Pia., 2 Stück 00 Pig. Enteneier 1 St. 0 Pfg. 2 St. 00 Pig. Gänseeier 1 St. 0—0 Pig. 2 St. 00 Pfg.; Käse das Stück 7—8 Pfg., Käsematte 2 Stück 6—0 Pig.: Tauben das Paar 1,00—1,40 Mk., Hühner das Stück 1,00—2,50 Mk., Hahnen das Stück 1,00— 2,50 Mk., Enten das Stück 2,50—3,00 Mk., Gänse das Ped. 70—80 Pig.; Welsche 4—5 Mk.; Ochsenfleisch das Pfd. 90—98 Pfg., Rindfleisch das Pfund 90— 94 Pfg., Kuhfleisch 8)—90 Pfg., Schweine; fleisch das Pfund 100-116 Pig, Kalbfleisch das Pfd. 76— 80 Pfg., Hammelfleisch das Pfund 80—96 Pfg.; Kartoffeln 100 Kilo 7,00— Mk., Weißkraut das Stück 10—20 Pig. Zwiebeln der Zte 12,00— 15,00 Mk.? Milch das Liter 22 Pfg.: Aepfel der Zentner 15—20 Mt.; Birnen das Piund 12—15 Pfg., Nüsse 100 Stück 40—50 Pig.— Marktzeit von 8 bis 2 Uhr. Jo. Frankfurt a. M. Viehhofmarktbericht vom 22. Febr. Auftrieb: Rinder 1533(Ochsen 241, Bullen 59, Kühe und Färsen 1233). Kälber 366, Schafe 50, Schweine 2806.. Tendenz: Gute Ochsen lebhaft, sonst in Rindern gedrückt; Kälber und Schase ruhig, ausverkauft; Schweine lanasam, in un. reifen Schweinen großes Angebot. Preise für 100 Pfd Lebend Scblacht⸗ Ochsen. gewicht Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht ⸗ Ml. Mt. wertes, 1—7 Jahre alt:. 52—57 28—103 die noch nicht gezogen haben(ungejochte). 47—51 88—93 Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemäs tete 438—46 80—88 Bullen. Vollfleischige, aus gewachsene, höchsten Schlachtw. 48—51 80—88 Vollfleischige, jüngere 43—46 78—80 Färsen, Kühe. Vollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw. 46—50 88 90 Vollfleischige ausgem. Kühe höchsten Schlacht ⸗ wertes bis zu 7 Jahren 48—47 80—84 Wenig gut entwickelte Färsen 3642 73-80 Aeltere ausgemästete Kühe 36—41 67—76 Mäßig genährte 2 7 Färsen. 30-36 60—72 er. Jeinste Mastkälb en 54-56 90—93 Mittlere Mast- und beste Saugkälb¶er. 50—54 8390 Geringere Mast- und gute Saugkälber.. 43—48 73—81 Sch ea se. Stall mastschafe: Mastlämmer und jüngere Masthammel. 48-00 105-00 g Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewi cht Vollfleischige Schweine unter 80 kg Seen ei Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebend gewicht Vollfleischige Schweine von 120 bis 150 Lebendgewicht 82.50 85.00 103.00 106.00 80.00 83.00 92.00- 100.00 82.00 85.00 103.00 106.00 82.00 85.00 103.00— 106.00 le. Frankfurt a. M., 22. Febr.(Orig.⸗Telegr. des. Anz.) Frucht markt. Weizen hiesiger 27,95 Mk., Roggen 20,95 Mk., Gerste, Wetterauer, 23,95 Mk., Hafer 22,30 Mk. Futtermittel sest. e. Frankfurt a. M., 22. Febr.(Orig.-Telegr. des Gieß. Anz.) 1 Kartoffeln im Großhandel Mk. 8,00 bis 8,50, Kartoffeln im Kleinhandel Mk. 9,00— 9,50, Alles per 100 Kg. Frankfurt a. M., 23. Febr. Heu- und Strohmarkt. 8 veu 4705,00 Mk. Stroh(fornlangstroh) 0.00 bis 0.00 Mk., Wirrsiroh 0,00—0,00 Mark. Alles je 50 Kilo. Ge⸗ schäft ziemlich rege. Die Zufuhren waren aus Oberhessen und aus den Kreisen Hanau und Dieburg. [Karpathen werden die Reservistenregimenter in Kirchliche Nachrichten. n Evangelische Gemeinde. 1 In der Stadttirche. 5 Mittwoch, den 24. Februar, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. (Passionsandacht.) Piarrer Schwabe. Amtlicher Wetterbericht. a Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 24. Februar 1915: 3 Vorwiegend heiter und troden, stärkere nächtliche Abkühlung. a 1 5 1 4 2 Letzte Nachrichten. Folgen der Blockade. „i. Köln, 23. Febr. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der fran⸗ zösischen Grenze: Die französischen Blätter melden, daß in Hull große Unruhe herrsche über das Schicksal des Dampfers „Kembland“, der Hull am Montag mit der Bestimmung nach dem Tyne verlassen hat, und von dem man seitdem ohne jede Nachricht ist. Der Dampfer war eben erst von einer Reederei in Glasgow gekauft worden und machte seine erste Fahrt für Rechnung dieser Firma. Den Dampfer„Maggie Barrat“, der mit einer Ladung Kohlen von Greenoek nach Duddon fuhr, gibt man verloren, da verschiedene Gegenstände von dem Dampfer bei der Insel Mann angeschwemmt worden sind. Von dem deutschen Unterseeboot, das bei Liverpool das Kohlen⸗ schiff versenkte, erfährt man, daß es einen italienischen Dampfer, der dem versenkten Schiffe vorausfuhr, unbehel⸗ ligt gelassen habe. Die französischen Marinebehörden haben in den letzten Tagen wiederholt die Leuchtfeuer in Calais und auf anderen Leuchttürmen löschen lassen mit Rücksicht auf die deutschen Unterseeboote. Trotzdem bemüht sich die fran⸗ zösische Presse krampfhaft, ihre Leser glauben zu machen, daß es sich bei der deutschen Blockadeerklärung nur um einen Bluff handle. Begeisterung der Truppen für Hindenburg. Berlin, 23. Febr. Der„Berl. Lokalanz.“ sagt zum Schlußbericht von Hindenburg: „Der Sieg, der uns die höchste in einer offenen Feldschlacht erzielte Ziffer von Gefangenen gebracht hat, wurde zugleich einer der vollständigsten der Weltgeschichte. Ueber alles Lob erhaben sind die Leistungen der Truppen. Aber vergessen wir nicht, daß Einer sie beflügelt und beseelte. Der Deutsche hängt am innigsten und liebevollsten an seinen Helden und der deutsche Soldat ist darum der, der das beste Instrument in der Hand eines Feldherrn ist. Nur die Ausstrahlung einer großen Persönlichkeit kann Hunderttausende so über sich selbst hinaus heben, wie das bei dem Sieg in Masuren geschah, wie das allein hre übermenschlichen Leistungen ermöglicht. Der bel Tannenberg siegte, war nicht nur der Feldherr, war auch der Mann Hindenburg. Die Einnahme von Stanislau. Rotterdam, 23. Febr. Die Einnahme von Stan is⸗ la u, dieses strategisch wichtigen Punktes, durch die Deutschen, wird hier als eine Erschütterung der russischen Stellungen in Galizien betrachtet. a Der Rückzug der Russen aus der Bukowina. Zürich, 23. Febr. An der russischen Front in den großem Maßstabe aus der Front zurückgezo 9 en und durch junge Mannschaften ersetzt.— Nach De⸗ peschen aus Petersburg geht der Rückzug der Russen aus der Bukowina unter großen Entbehrungen für die Truppen vor sich. Stimmungsumschwung in Rumänien. Bukarest, 23. Febr. Rumänische Blätter stellen fest, daß seit dem Zusammenbruch der russischen Offensive in Ostpreußen sich ein bedeutender Umschwung in der Stimmung der Gesellschaft vollzogen hat. Die Sympathien für Rußland find abgeflaut und man hört wieder den bestimmten Wunsch, daß die Regierung auf keinen Fall ihre Neutralität aufgeben soll. Der russische Gesandte ist plötzlich abgereist. Jetzt verlautet, der Gesandte habe eine längere Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Bratianu gehabt und habe darauf seine Reise nach Petersburg zum Zaren angetreten. Eine französische Fischerflotte gesunken. i. Köln, 23. Febr. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der fran⸗ zösischen Grenze: In den schweren Seestürmen, die in den letzten Tagen fast im ganzen atlantischen Ozean wüteten, ist fast eine ganze, aus Motorbooten neuester Konstruktion bestehende, für den Sardinenfang eingerichtete Fischerflotte bei Ar⸗ cachon verloren gegangen. Von den achtzehn Booten sind fünfzehn gesunken. Amerika und Japan. i. Köln, 23. Febr. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der hollän⸗ dischen Grenze: Die„Times“ erfährt aus Washington, daß nach den Presseäußerungen zu schließen ernste Beunruhi⸗ gung in politischen Kreisen über die Forderungen Japans an Cina herrsche. — 63 Galem Aleikum Salem Go Kigarelen für unsere Krieger durch die Feld poft Preis Ne S 4 5 6 8 10 3 4 5 8 8 10 Pf. d. Stck 20 Gtck Galem Zigaretton Portofrei! So Gick Galem 8 igaretten 10 Pf. Porto cCiqaretterfabr Fenice Dresden Inh Hugo letz, Hoflieferant S. Md. Koniꝗs Sachsen 1745 Todes⸗Anzeige. Heute morgen 8 Uhr verschied sanft nach Leiden mein lieber Bruder, langem schweren unser guter Vater, Schwager Johann Baßler im 58. Lebensjahr. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Dorothea Baßler, geb. Hütter. Gießen(Wetzlarer Weg 80), 2. Februar 1915. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 24, Febr., nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. lichsten Dank. 1717. Todes⸗Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß am 21. Februar, abends [S Ubr, nach schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Volkmann II. Weißbindermeister im Alter von 54 Jahren sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Helene Volkmann, geb. Freitag und Kinder. Heuchelheim, den 22. Februar 1915. Die Beerdigung findet Mittwoch, nachm./ Uhr, vom Trauerhause, Bahnstr. 5, aus statt. Danksagung. Allen denen, die unserem lieben Entschlafenen das letzte Geleite gaben, reichen Worte des Herrn Pfarrer Schulte und die zahlreichen Blumenspenden sagen wir herz— Elisabeth Klingelhöfer, Ludwig Klingelhöfer und sämtl. Angehörige. Gießen, Klein⸗Linden, den 23. Februar 1915. b Mann, Großvater und 1731 1712 sowie für die trost⸗ geb. Weigel Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mit- glieder von dem Ableben unseres lieben guten Freundes Georg Malkomesius geziemend in Kenntnis zu setzen. Wir werden unserem lieben Freunde ein treues Gedenken bewahren. Giessen, den 21. Februar 1015. Verein Bavaria. Die Beerdigung findet am Mittwoch, 24. ds. Mis. vom alten Friedhof aus statt. Den Heldentod fürs Vaterland starben unsere beiden treuen Sangesbrüder Ph. Wagner Landwehr⸗Inf.⸗Regt. Nr. 83 und Ludwig Weber Gefreiter im Res.⸗Inf.⸗Regt. Nr. 167. Wir werden ihnen stets ein ehrendes Andenken bewahren. Gesangverein„Contordia“ Fellingshausen. Mitglieder und 0975 sagen wir innigsten Dank. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teil⸗ nahme bei unserem schweren Verluste, so⸗ wie für die zahlreichen Blumenspenden auf diesem Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Niewisch Wwe., geb. Reh. Gießen, den 23. Februar 1915. Wege unseren 1744 Trauer-Hüte = grosser Auswahl zu billigsten Preisen A. Salomon& Cie. Auf Anruf 249 bereit willigst sof. Auswahl 1710 sowie sämtliche Artikel für den Trauerbedarf in Lemmer Ls Zimmer Did nage 181 5 Ammer mit Jab Und Veranda und allem Zubehör alsbald oder später zu verm. 10 Näheres Parterre daselbst. E 5 Zimmer Sahpisch Logis e und reichl. Zubebör, sofort oder später zu vermieten. Näheres zu erfragen i. d. Geschäftsstelle des Giezener Anzeigers.“ Schone J⸗Jimmerwohn. 1. Stock mit Gas zu verm. 228 Walltorstraße 15. Sch. 3. Zimmer-Wohnung zu vermieten. 1225 Neuen Bäue 10 p. 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