8 N 2 n * 3* 8. Ur. 44 Erstes Blatt Der Siegener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gietzener Famslienblätter; weimal wöchentl. Kreis- latt für den kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech-Anschlüsse: für die Schristleitung 112 Verlag, Geschäftsstelledl Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Gießene General⸗Anzei 105. Jahrgang 5 Ein englisches Trupp Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. er für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ. Buch⸗ und steit druderei n. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Montag, 22. Februar 1015 Zezugspreis: nonatl. 75 Pf., viertel jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otts Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen entran ortschiff und mehrere Handels⸗ chiffe versenkt! Erfolgreiches Fortschreiten der Kämpfe in Oft und West. Ein japanisches Ultimatum an China? (WTB. Großes Hauptquartier, 20. Februar. (Amtlich.) 5 a Westlicher Kriegsschauplatz. In der Champagne nördlich Perthes und nördlich Lesmenils griffen die Franzosen gestern mit sehr star— ken Kräften an. Alle Versuche des Gegners, unsere Linien zu durchbrechen, scheiterten. An einigen kleinen Stellen gelang es ihm, in unsere vordersten Grüben einzudringen. Dort wird noch gelämpft, im übrigen wurde der Gegner unter schweren Verlusten zurückgeworfen. Auch nördlich Verdun wurde ein französischer Angriff abge⸗ schlagen. Bei Combres machten die Franzosen nach heftiger Artillerievorbereitung erneute Vorstöße; der Kampf ist noch im Gange. 5 In den Vogesen nahmen wir die feindliche Hauptstellung auf den Höhen östlich Sulzern in einer Breite von zwei Kilometern, sowie den Reichsackerkopf westlich Münster im Sturm. Um die „Höhen nördlich Mühlbach wird noch gekämpft. Metzeral und Sondernach wurden nach Kampf von uns besetzt. i Oestlicher Kriegsschauplatz. In der Gegend nordwestlich Grodno und nördlich Suchawola ist keine wesentliche Aenderung eingetreten. Südöstlich Kol no ist der Feind in die Vorstellungen von Lomza zurückgeworfen. Südlich Myszyniec und nordöstlich Prasznysz und östlich Racionz fanden Kämpfe von örtlicher Bedeutung statt. Südlich der Weichsel nichts 7* Ober (WTB.) Großes Hauptquartier, 21. Februar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. 5 Bei Nieuport lief ein feindliches Schiff, anscheinend Minensuchschiff, auf eine Mine und sank. Feindliche Torpedoboote verschwanden, als sie beschossen wurden. An der Straße Gheluvelt— Ypern, sowie am Kanal südöstlich Ypern, nahmen wir je einen feindlichen Schützengraben. Einige Gefangene wurden gemacht. In der Champagne herrschte gestern nach den schwe⸗ ren Kämpfen der vergangenen Tage verhältnismäßig Ruhe. Bei Combres wurden drei mit starken Kräften und großer Hartnäckigkeit geführte französische Angriffe unter schweren feindlichen Verlusten abgeschlagen. Wir machten zwei Offiziere, 125 Franzosen zu Gefangenen. In den Vogesenschritt unser Angriff wei⸗ ter vorwärts. In der Gegend füdöstlich Sulzern nahmen wir Hohrodberg, die Höhe bei Hohrod und die Gehöfte Bretzel und Widenthal. Oestlicher Kriegsschauplatz. Auch gestern ist in der Gegend nordwestlich Grod no noch keine wesentliche Aenderung eingetreten. Nördlich Ossowiez, südöstlich Kol no und auf der Front zwischen Prasznysz und Weichsel(östlich Ploch) nehmen die Kämpfe ihren Fortgang. 5 In Polen, südlich der Weichsel, nichts Neues. Oberste Heeres leitung. *** Ein englisches Truppentransportschiff mit 2000 Mann ist im Kanal untergegangen— das war die Meldung aus schwedischer Quelle, die wir gestern früh schon durch Extra⸗ blatt verbreiteten, und wenn sie bis zur Stunde auch von den amtlichen e Stellen noch nicht bestätigt ist, so ist dies lein Grund, den Vorfall zu bezweifeln. England hat heute ein doppeltes Interesse daran, solche Dinge tot⸗ zuschweigen, denn schon mehrt sich die Aufregung in Schiff⸗ fahrtskreisen, und wegen der Gefahren, die in der Nord— see lauern, wollen Reedereien und Schiffsmannschaften dem Geschäft, das Inselland mit Lebensmitteln zu versehen und seinen Handel zu stützen, nur sehr widerstrebend ferner noch ihre Dienste widmen. Da wird in London natürlich zur Lüge gegriffen. Man hat nicht nur den feigen Mißbrauch fremder Flaggen in e e sondern man scheint, wie nach einer der nachstehenden Meldungen anzunehmen ist, sogar davor nicht zurückzuschrecken, durch Bestechung Lügen zu verbreiten, als ob neutrale Handelsschifse jetzt absichtlich und systematisch von den Deutschen in den Grund gebohrt würden. Die Aufdeckung eines einzigen solchen Verhetzungs⸗ versuches wird indessen genügen, um die englischen Schliche wirkungslos zu machen. Das stolze Britannien müßte vor Scham erröten, sich heute von Holland sagen zu lassen, daß die Verwendung fremder Flaggen in der Tat ein ungehöri⸗ ger Mißbrauch ist; die e Note, die England dies zu Gemüte führt, nimmt kein Blatt vor den Mund und nennt die Dinge offener beim rechten Namen als es der Präsident Wilson getan hat. Neben dem erwähnten Truppentransportschiff sind nun allerdings auch noch eine Anzahl von Handelsdampfern unt angen, durch welches besondere Verhängnis, ist zum Teil noch nicht e geworden. Es 9 6 aber sest, daß die deutschen Maßnahmen gegen englische und 0 0 ische Schiffe heute schon zu erfreulichen Erfolgen e Heeresleitung. geführt haben. Wenn der„Times“ heute ein Licht auf⸗ gegangen ist über das„unvergleichliche deutsche Organi— sationstalent“, so wird sie auch noch einsehen lernen, daß der Bluff nicht zu den deutschen Kriegsmitteln zählt, daß vielmehr der Deutsche auch ausführt, was er sich vor⸗ genommen hat. Für die Folgen des verschärften See⸗ krieges kann Deutschland keinesfalls verantwortlich gemacht werden; England, das dem Washingtoner Kabinett gegen⸗ über seine völker rechtswidrigen Handlungen noch immer zu verteidigen versucht, ist der alleinige Schuldige! Bei der Ueberschau über die neuesten Vorgänge auf den Kriegsschauplätzen fallen die erfreulichen ergänzenden Meldungen über die Niederlage der englisch-französischen Flotte vor den Dardanellen ins Auge. Es bestätigt sich, daß die Feinde dort nichts 11 haben, daß vielmehr ihr Admiralitätsschiff schwer beschädigt aus dem Kampfe ge⸗ schleppt werden mußte und daß noch weitere Schiffe erheb⸗ lichen Schaden erlitten haben. Im fernen Osten beginnt die Spätfrucht der englischen Politik zu reifen. Japan soll beschlossen haben, wegen der Erfüllung seiner Forderungen China ein Ultimatum zu überreichen. Russische und englische Blätter haben zu Ja⸗ pans Verhalten schon ängstliche Kommentare geliefert, und was Sir Edward Grey in der letzten Sitzung des Unterhauses über die ostasiatische Politik ge ent hat, klang ausweichend und verlegen. Das britische Weltreich, sein Ansehen und sein Machtanspruch, kracht in allen Fugen! 3 8 1* Vom Uriegsschauplatz auf der Nordsee. Hamburg, 20. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die „Hamburger Nachrichten melden aus Stockholm: Ein eng⸗ lischer Militärtransport von 2000 Mann ist mitsamt dem Transportdampfer im englischen Kanal ver⸗ senkt worden. Göteborgs Aftonblad“, das diese Meldung erhielt, verbürgt sich für die Zuverlässigkeit der Quelle. Berlin, 22. Febr. Es sei nicht wahrscheinlich, sagt die Kreuzzeitung, daß die englische Admiralität die Vernichtung eines ihrer Truppentransport⸗ dampfer zugeben werde. Aber von der Ansicht, als sei die deutsche Drohung gegen den englischen Handel nichts anderes als Bluff, habe man sich in London bekehrt. Paris, 20. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Amtliche Mitteilung des Marineministeriums: In der Nacht vom 17. zum 18. Februar hat ein deutsches Unterseeboot um 2 Uhr morgens auf der Höhe von Dieppe den Dampfer„Dinorah“ angeschossen. Die Schotten wurden geschlossen. Der Dampfer ist nicht gesunken, sondern hat Dieppe erreicht.„Dinorah“ ist ein österreichischer Dampfer, der bei Kriegsausbruch beschlagnahmt und jetzt von uns benutzt wurde. Paris, 20. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich. Der Dampfer„Dinorah“ ist um 12 Uhr mittags im Hafen von Dieppe eingetroffen, wo er besichtigt und aus⸗ gebessert wird. Das Schiff war 20 Meilen vom Hafen ent⸗ fernt, als es ohne vorherige Warnung angeschossen wurde. Liverpool, 20. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der Dampfer„Cambank“, der sich auf der Fahrt von Caroiff nach Liverpool befand, wurde auf der Höhe der Insel Angle— sea von einem deutschen Unterseeboot ohne War⸗ nung torpediert. Drei Mann der Besatzung wurden bei der Explosion getötet. Zwei Mann, die über Bord sprangen, ertranken. Die übrige Besatzung wurde gerettet. Nakskow, 20. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der nor⸗ wegische Dampfer„Bjaerka“ aus Porsgrund, mit Koh⸗ len von Leith nach Nakskow unterwegs, ist heute morgen im Langlandbelt auf eine Mine gestoßen und gesunken. Die Besatzung ist gerettet worden. Rotterdam, 20. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Dem „Rotterdamschen Courant“ zufolge ist das gestern abend in Rotterdam eingetroffene Schiff„Ar y Scheffer“ in der Nordsee vielen Minen begegnet. Paris, 20. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter melden, daß der Tankdampfer„Norwegian“ mit einem Leck am Vorderteil in Walmer W ist. London, 20. Febr.(WTB. Nichtamtlich.)„Evening News“ melden aus Dover vom 20. Febr.: Der nor- wegische Dampfer„Belridge“ ist heute morgen mitten im Kanal von einem deutschen Untersee⸗ boot torpediert worden. Das Schiff lag mittags in der Nähe von Deal in einem gefährlichen Zustand mit dem Vorderteil im Wasser. Der größte Teil der Besatzung war noch an Bord. Englische Boote befinden sich in der Nähe des Schiffes. Nach einer anderen Meldung ist das Schiff auf eine Mine aufgelaufen. 5 Amsterdam, 20. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Ein hiesiges Blatt meldet: Die letzten Berichte besagen, daß der Dampfer„Belridge“ wieder flott ist. Er wird sich nach England begeben, um im Dock ausgebessert zu werden, und später seine Reise nach Amsterdam beenden. Kopenhagen, 20. Febr.(WTB. Nichtamtlich.)„Natio⸗ nal Tidende“ meldet: Der norwegische Dampfer„Belridge“ wurde gerammt, als er mitten im Kanal auf der Höhe von Folkestone fuhr. Da der Vorraum sich rasch mit Wasser füllte, gab der Kapitän Olsen der Besatzung von 18 Mann den Befehl, in die Boote zu gehen. Nachdem er ein Stück fortgerudert war, hoffte der Kapitän, den Dampfer wieder retten zu können, ging an Bord zurück und setzte die Pumpen in Bewegung, wodurch es ihm glückte, das Schiff zu retten. Die Petroleumladung hat keinen Schaden genommen. Kristiania, 21. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Das Aus⸗ wärtige Amt hat das Generalkonsulat in London ange⸗ wiesen, sofort eine seegerichtliche Verhandlung mit der Besatzung des„Belridge“ aufzunehmen. Direktor Jentzen von dem Nor⸗ dischen Schiffsreeder-Verein äußerte sich im„Dagbladet“: Die Nachrichten über die„Belridge“ klingen wenig glaubhaft. Er könne nicht verstehen, daß die Deutschen irgendwelches Interesse daran haben sollten, ein neutrales Petroleumschiff, das unter⸗ wegs nach Amsterdam sei, in den Grund zu bohren. Vorläufig dürfe man jedenfalls der Mitteilung keinen Glauben schenken. Der Schiffsreeder Wilhelmsen in Tönsberg, dem„Belridge“ ge⸗ hört, erhielt von dem Kapitän ein drahtloses Telegramm von Bord, in welchem es heißt, daß das Schiff einer Katastrophe aus⸗ gesetzt gewesen sei. Vorläufig sei es unmöglich zu sagen, ob das Schiff ein Wrack oder noch zu retten sei. Der Kapitän meldet in dieser Depesche nichts von Torpedierung durch ein Unterseeboot, noch auch von einer Mine. Esbjerg, 21. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Auf dem norwegischen Dampfer„Postad“ entstand, als das Schiff ausgehen sollte, eine Meuterei. Die Vereinigte Dampfschiffgesellschaft konnte gestern fünf Schiffe infolge der Weigerung der Mannschaft nicht nach England abgehen lassen. Sie rief die Polizei an. Die Mannschaft wurde poli⸗ lich befragt, warum sie nicht fahren wolle; sie antwortete, daß sie es wegen der Blockade-Gefahr nicht wage. Die Ver⸗ handlungen führten zu keinem Ergebnis. Es glückte der Ge⸗ sellschaft auch nicht, neue Mannschaften zu erhalten. In Fre⸗ derikshaven erklärten die der gleichen Gesellschaft angehören⸗ den Feuerleute des Dampfers„Knuthenborg“, daß sie auch gegen eine noch so hohe Bezahlung nicht fahren werden. Die Polizei konnte nichts ausrichten, das Schiff mußte gleichfalls liegen bleiben. Die englische Lügentaktik. Berlin, 22. Febr. Der„Köln. Ztg.“ wird laut„Voss. Ztg.“ von der holländischen Grenze gemeldet: Der Kapitän eines holländischen Dampfers erklärte, die englische Regie- rung habe ihm 10000 Pfd. Sterling anbieten lassen, wenn er sein Schiff ansteckte und dann in Amster⸗ dam melden würde, es sei von einem deutschen Untersee⸗ boot zum Sinken gebracht worden. Ueber 12000 Minen auf 120 Unterseebooten. London, 21. Febr.(Ctr. Frkft.) Der Korrespondent der„Daily Mail“ in Kopenhagen meldet, daß die Deutschen zum Legen von Minen an der englischen Küste 120 große Unterseeboote gebaut hätten. Sechs Monate lang seien die deutschen Schiffswerften hiermit beschäftigt gewesen. Jedes Unterseeboot sei imstande, mehr als 100 Minen mit⸗ zunehmen, die auf dem Dach aufgestellt würden, sodaß sie rasch ausgesetzt werden könnten. Das Gewicht jeder Mine soll ungefähr 1200 Pfund betragen.(Frkf. Ztg.) Ein deutscher Dampfer gestrandet. Hoeganaes, 20. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der deutsche Dampfer„Austria“ aus Hamburg, mit Baum⸗ wolle von Gotenburg nach Bremerhaven unterwegs, ist gestern abend 8 Uhr nördlich von Viken gestrandet. Das Schiff hat kein Leck. Bergungsdampfer sind zur Stelle. Der Protest der Niederlande gegen den Mißbrauch der neutralen Flagge. Amsterd am, 20. Febr.(WTB Nichtamtlich.) In einer Sammlung diplomatischer Aktenstücke, deren Veröffent- lichung gemeldet wird, befindet sich ein Schreiben des niederländischen Ministers des Aeußern an den englischen Gesandten Alan Johnstone vom 15. Februar, der folgendermaßen lautet: Ich habe die Ehre, den Empfang des Schreibens Ew. Exzellenz vom 7. Februar zu bestätigen, in welchem Sie in Beantwortung meiner Frage die Güte hatten, mir mitzuteilen, daß Ihre Regie⸗ rung noch keine Proklamation über den Gebrauch der neu⸗ tralen Flagge durch britische Handelsschiffe erlassen hat, daß aber der Gebrauch in der Praxis als eine Kriegslist an⸗ erkannt wird. Der niederländischen Regierung ist nicht unbekannt, daß Handelsschiffe einer kriegführenden Macht öfters eine neutrale Flagge hißten, um der Wachsamkeit feindlicher Kriegsschiffe zu entgehen. Ebenso ist ihr nicht unbekannt, daß die kriegführenden Mächte über rechtlich anerkannte Mittel verfügen müssen, um die Nationalität eines verdächtigen Schiffes zu untersuchen. In⸗ dessen ist die Tatsache der Benutzung der Flagge eines anderen Staates ohne dessen Zustimmung immerals ein Mißbrauch zu betrachten. In Kriegszeiten nimmt dieser Mißbrauch einen Charakter an, dessen Ernst keine Macht ignorieren kann, welche die Pariser Erklärung unterzeichnet hat. Er kompromittiert die neutrale Flagge, verursacht Zweifel betreffs neutraler Schiffe, die die eigene Flagge führen, und setzt sie der Möglichkeit aus, selbst als feind⸗ liche Schiffe angesehen zu werden und gefähr⸗ liche Folgen zu tragen. Ew. Exzellenz hatte die Güte, mich an die Bestimmung der Merchant Shipping Akt zu erinnern, welche den Mißbrauch der britischen Flagge bestra außer wenn ein Handelsschiff einer miegführenden Macht sich dieser Flagge bedient, um seine Erbeutung durch den Feind zur 1 CF * 5 f 1 1 * CCCCCCCCC0CCC00 R ä 9 5 2 Die niederländische Regierung kann nicht zugeben, daß auf diese Bestimmung die An⸗ erkennung des Rechtes basiert werden könne, daß britische Handelsschiffe ihrerseits zu demselben Zweck die nieder⸗ ländische Flagge benützten. Auch das niederländische Gesetz verbietet den Mißbrauch der niederländischen Flagge, aber behandelt die Ausnahme nicht analog der Merchant Shipping Akt, nämlich den Fall, daß die Flagge mißbraucht würde als ein Mittel, um dem Feinde zu entgehen. Mangels internationaler Vorschriften, welche die Dinge regelten, ist jeder Staat für sich befugt, die Bedingungen aufzustellen, unter denen seine Flagge benutzt werden darf. Es steht fest, daß die bri⸗ tische Regierung nicht stets imstande sein wird, die Benutzung einer neutralen Flagge durch britische Handelsschiffe zu verhindern, aber die niederländische Regierung glaubt erwarten zu dürfen, daß die britische Regierung keinen Mißbrauch sanktioniert, der die niederländische Schiffahrt den Gefahren des Krieges aus setzen würde. 1 5 ** * Die österreichisch⸗ungarischen Tagesberichte. Wien, 20. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 20. Febr., mittags. In Russisch⸗Polen hielt auch gestern verstärktes Geschütz- und Gewehrfeuer an. Um die von uns eroberten russischen Vorstellungen im Raume südlich Tarnow und am Dunajec entwickelten sich heftige Kämpfe. Gegenangriffe des Feindes wurden mehrmals blutig zurückgeschlagen. 1 An der Karpathenfront ist im allgemeinen die Situation bis in die Gegend von Wyschlow unverändert. Es wird nahezu überall gekämpft. 1 In Südostgalizien konnte der Feind seine starken Stellungen nördlich Nadworna nicht behaupten. Dem letzten entscheidenden Angriff ausweichend zog er in der Richtung Stanislau ab, verfolgt von unserer Kavallerie. 2 8 Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: 5 v. Höfer, Feldmarschalleutnant. * Wien, 21. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 21. Februar 1915, mittags. Die Situation in Polen und Westgalizien ist im allgemeinen unverän⸗ dert. Der gestrige Tag ist ruhiger verlaufen. 1 In den Kämpfen an der Karpathenfront von Dukla bis Wyschkow wurden wieder mehrere russische An⸗ phrifse unter schweren Verlusten des Gegners zurückgeschlagen, der hierbei auch 750 Mann an Gefangenen verlor. *—2 Operationen südlich des Dujester schreiten wei⸗ In der Bukowina herrscht Ruhe. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Der russische Bericht. 25 Petersburg, 21. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der Große Geeneralstab gibt bekannt: Am 19. Februar begannen die Kämpfe auf dem rechten Ufer des Bobr und des Narew in der Gegend von Ossowietz und auf den Straßen nach Lomza, Ostrolenka, 8 Prasnysz und Plonsk, die den Charakter von Gegenangriffen 727 trugen. Auf dem linken Ufer der Weichsel wiesen wir schwache feindliche Angriffe ab am unteren Laufe der Bzura bei Witkowice, süblich von Rawa bei Oroczkowice und an der oberen Weichsel, sowie an der Nida bei Bochinec. Am Dunajetz warfen . wir bei Jatno ein angreifendes deutsch⸗österreichisches Detache⸗ ment zurück. In den Karpathen wiesen wir hartnäckige An⸗ ghnrriffe bei Jasioncki, Stopko und Mezolaboretz zurück.— Die deutschen Angriffe zwischen Tuchla und Wyszkow zeichneten sich diurch besondere Hartnäckigkeit aus. Nordwestlich Seneczew wurde ie vom Feinde genommene Höhe von uns wieder erobert, nachdem ir einen für uns glücklich verlaufenen Gegenangriff unternommen patten. Vor Przemysl wiesen wir leicht zwei Ausfälle 5 der Besatzung ab und fügten ihr schwere Verluste bei. 19 Russisches Lob der deutschen Truppen. . Berlin, 22. Febr. Ein russisches Urteil über unsern Landsturm und unsere Freiwilligen findet sich laut„Deut⸗ scher Tageszeitung“ in Rjetsch. Darin heißt es, der Land⸗ sturm besitze vorzügliche Soldaten; sie seien selbstbewußt und von der großen Aufgabe völlig durchdrungen. Auch die Freiwilligen seien nach vier Monaten vollwertige Sol Daten. Sie hätten alle eine gute Schulbildung genossen. Die Unterschätzung des Gegners habe sich schon im japa⸗ nischen Krieg gerächt. 7 Auszeichnung des Generals v. Below. 5 Berlin, 20. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der Kaiser 5 wie die„Nordd. Allgem. Ztg.“ meldet, dem Führer 5 . 5 1 . 21 hat, 1— deutschen achten Armee, General der Infanterie v. Be— low nach der neuen Schlacht in Masuren den Orden 4 Pour le mérite überreicht. Der„Times“ beginnt es zu dämmern. 1 Berlin, 22. Febr. Die Deutschen werden nie hungern, so schreibt die„Times“ in einem Leitartikel. Ihr unglaub— liches Organisationstalent wird ihnen über alle Schwierig- keiten hinweghelfen, und wenn wir im geringsten mit einem moralischen Rückgang der Qualität der deutschen Truppen infolge von Nahrungsmangel rechnen, so lassen wir uns täuschen. Die Zusammenkunft des Reichstanzlers mit f Baron Burian. Wien, 21. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Neue Freie Presse“ meldet über die Zusammenkunft des Ministers des Aus⸗ wärtigen Frhrn. v. Burian mit dem Reichskanzler Dr. v. Bethmann Hollweg, daß Frhr. v. Burian morgens 8¼ Uhr am Sitz des Armeeoberkommandos eintraf, wo auch einige Minuten sväter der deutsche Reichskanzler im Sonderzuge anlangte. Sämt⸗ liche deutsche Herren trugen seldgraue Uniformen. Erzherzog Frie⸗ drich hatte zur Begrüßung seinen Flügeladjutanten, Oberst Frhr. v. Mohr, gesandt. Der Reichskanzler trug die Uniform eines preußi⸗ 2 schen Infanteriegenerals. Nach herzlicher Begrüßung geleitete Frhr. v. Burian seinen Gast im Automobil in sein Quartier. Vor⸗ mittags verweilten die beiden Minister mehrere Stunden im S3 wiegespräch. Am Mittag erschien der Reichskanzler beim Ar- 8 meecoberkommandanten Erzherzog Friedrich in Audienz, der auch Erzherzog Karl Franz Joseph beiwohnte. Um I uhr nachmittags nahmen die beiden Minister an dem Frühstück bei Erzherzog Karl Franz Joseph teil, zu dem auch Generalstabschef Freiherr Konrad von Hötzendorf erschien. Nachmittags 4½ Uhr er⸗ folgte die dritte Begegnung der beiden Staatsmänner beim Tee, 5 im Quartier des Frhrn. v. Burian, die bis 7 Uhr abends dauerte, 5 worauf Frhr. v. Burian seinen Gash zum Bahnhof geleitete. Die Abreise erfolgte im deutschen Sonderzug. Am Abend war Frhr. v. Burian wiederum Gast des Erzherzogs Friedrich. Darauf trat er ebenfalls die Heimreise an. Die französische Presse über die russische Niederlage. Paris, 21. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die fran⸗ Flüg-lu den Rückzug antreten mußten, duch sagt sie, es set ein Rückzug strategischer Art. Kennzeichnend ist, was der„Temps“ schreibt: Unsere Verbündeten haben eine Schlappe erlitten; dies ist unbestreitbar, aber sie halten den Feind in Schach und töten ihm viele Soldaten. Sie halten ihn im Zaum und nehmen sogar die Offensive wieder auf, da wir im deutschen Tagesbericht 4 daß russische Kolonnen, welche von Lomza gegen Kolno marschierten, zurückgeworfen wurden. Der Sieg ist demnach bei weitem nicht so entscheidend, daß er den Deutschen gestattet, dort russischen Armeen den Vormarsch sofort wieder aufnehmen. — Der„Figaro“ erklärt in einer Betrachtung über die militärische Lage: Ein russischer Rückzug ist erfolgt. Man 125 e daß Hindenburgein großer Feld⸗ err ist. Hindenburgs Sieg. Berlin, 22. Febr. Nach der Meldung der„Tägl. Rund⸗ schau“ könne man sicher damit rechnen, daß man in den nächsten Tagen erfahre, wie Hindenburg wieder einmal nicht genau gezählt habe und wie noch einige Zehntausende Ge⸗ fangener zukommen würden. Der von ihm errungene Erfolg sei so vernichtend, daß selbst die russischen und französischen Zei⸗ tungen ihn nicht ganz umlügen können. In Rußland machten sich immer mehr Zeichen der Ernüchterung und des Verzagens gel— tend, die durch das Mißlingen der Dreiverbandsan⸗ leihe, welche Rußland durch Englands Hilfe finanziell wieder flott machen sollte, nicht geschwächt werden. Die französische Jahresklasse 1916. Lyon, 20. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Nouvel⸗ liste“ meldet aus Paris: Die Jahresklasse 1916 wird am 20. März einberufen. ** * Der amtliche türtische Bericht. Konstantinopel, 21. Febr.(W. B. Nichtamtlich.) Das Große Hauptquartier hat gestern abend mitgeteilt, daß auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen keine Veränderung eingetreten sei und daß die feindlichen Flotten seit dem 19. Febr. keinen Angriff auf die Dardanellen versucht haben. 0 Die Niederlage der feindlichen Flotten vor den Dardanellen. Konstantinopel, 20. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der für das Gebiet der Dardanellen bestellte Berichterstatter der „Agence Milli“ telegraphiert über das gestrige Bombarde⸗ ment: Die feindliche Flotte, bestehend aus vier eng⸗ lischen und vier französischen Schiffen, eröffnete am 19. Februar vormittags in einer Entfernung von 10 Kilo⸗ metern das Feuer mit Geschützen größten Kalibers. Die osmani⸗ schen Artilleristen erwiderten das Feuer trotz des Kartätschenhagels nicht, sondern warteten, bis der Feind näher kam. Das englisch⸗ französische Geschwader näherte sich der Küste in der Meinung, die Forts zum Schweigen gebracht zu haben. In diesem Augen⸗ blick erst eröffnete die osmanische Artillerie das Feuer. Von den achtzehn Schüssen, die sie abgab, gingen bloß vier fehl, während die übrigen trafen. Das Admiralschiff erlitt eine schwere Havarie und wurde von Torpedobooten, die es sofort umringten, als sie es in Gefahr sahen, aus der Schlachtlinie Ai Zwei weitere feindliche Schiffe wurden außer Gefecht gesetzt und zogen sich zu⸗ rück. Nach Vergeudung von 590 Granaten mußte die feind⸗ liche Flotte, von der drei Einheiten fast vollständig unbrauch⸗ bar 1— wurden, sich entfernen. Die ene e Artilleristen bewiesene Geschicklichkeit und Entschlossenheit sind über jedes Lob erhaben.— Das Telegramm schließt mit der Be⸗ merkung: Die Dardanellen, deren Verteidigung durch den Mut solcher Löwen gesichert ist, werden von keinem Feinde jemals forciert werden können. ** * Japanisches Ultimatum an China? Kopenhagen, 20. Febr.(Ctr. Blu.) Die„Nowoje Wremja“ meldet aus Tokio, der japanische Ministerrat unter dem Vorsitz des Mikado hat die Ueberreichung eines Ultimatums an China beschlossen.(Voss. Ztg.) Aus dem englischen Unterhause. London, 21. Februar.(WTB. Nichtamtlich.) In der Sitzung des Unterhauses vom 18. Febr. sagte Sir Ed⸗ ward Grey in Beantwortung einer Anfrage, an die russische Anleihe seien keine Bedingungen politischer Natur geknüpft worden, noch seien solche vorgeschlagen worden. Das hauptsächlichste Band, das die beiden Nationen E verbinde, sei der Krieg. Er sei nicht in der age, jetzt eine Erklärung über die Herstellung dauernder Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern abzugeben. Ueber die Forderungen Japans an China sagte Grey, er könne gegenwärtig dem Hause keine Aufklärung über die vertraulichen Informationen geben, die er von Japan erhalten habe. Am 5. September 1914 sei zwischen der britischen, der französischen und der russischen Regie⸗ rung in London ein rtrag unterzeichnet worden, der damals in der Presse veröffentlicht wurde und in dem die drei Mächte übereinkamen, während des Krieges keinen Separatfrieden zu schließen. Sie seien auch übereingekom⸗ men, auch wenn es lit Friedensverhandlungen komme, nur im Einvernehmen mit den übrigen Verbündeten Friedens- bedingungen zu stellen. Artikel 2 des englisch-japanischen Bündnisses enthalte dieselben Verpflichtungen und binde bei der Regelung der Fragen, die aus den Kriegsereignissen im fernen Osten entstehen, die vier Mächte aneinander. Bulgarien und Rumänien. Bukarest, 21. Febr.(W. B. Nichtamtlich.) Wie die„In⸗ döpendance Roumaine“ meldet, haben die Verhandlungen zwischen Bulgarien und Rumänien betreffend den Durchfuhr⸗ verkehr beider Länder zu einem günstigen Ergebnis geführt. Die Generaldirektoren der Eisenbahnen beider Staaten sind gegenwärtig mit der Ausarbeitung der Einzelheiten der Aus⸗ führungsbestimmungen beschäftigt. Der Prozeß gegen Dewet. Bloemfontein, 21. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Mel⸗ dung des Reuterschen Bureaus: Im Dewet⸗Prozeß sagte Steenkamp aus, Dewet habe in einer Niede an die Bürger vor Ausbruch der Revolution gesagt, die Deutschen seien immer Freunde der Buren gewesen. Es bestehe ein Abkommen zwischen dem deut⸗ schen Gouverneur von Südwestafrika und Maritz, daß die Deut⸗ schen, wenn die südafrikanische Republik errichtet würde, deren Un⸗ abhängigkeit anerkennen würden. Die Buren würden an die Deut⸗ schen nur die Walfisch-Bai abzutreten haben.— Im weiteren Verlaufe der Zeugenaussagen wurde behauptet, daß Dewet und Serfontein am 2. November an ein 2000 Mann starkes Kom⸗ mando bei Venterburg Ansprachen gehalten hätten, in denen sie sagten, die Bewegung sei nicht von gestern, sondern schon seit einer Reihe von Jahren geplant, nämlich seit Hertzog aus dem Kabi⸗ nett geschieden sei; Hertzog sei auf ihrer Seite. N zösische Presse gesteht ein, daß die Russen auf beiden! —ůů ihre Front zu entblößen. Wenn sie dies täten, würden die B Aus Bessen. 5 Anfragen in der Zweiten Kammer. 0 Die Abgeordneten Kore Angenrod, Finger und Genossen haben in der Zweiten Kammer folgende dringliche Anfrage eingebracht:. 2 5 Die Unterzeichneten fragen bei Großh. Regierung au: 1. Was ist im Verfolg der am 22. Dezember 1914 dringlichen Anträge Korell, Finger und Genossen seitens Großh. Regierung geschehen, insbesondere 5 5 1 71 bezüglich der Festsetzung von Höchstpreisen für Mehl und rot;. b! bezüglich der Festsetzung von Höchstpreisen für Kraftfutter und Düngemittel, der eventuellen Beschlagnahme und der Er⸗ nennung von landwirtschaftlichen Sachverständigen; c) bezüglich der weiteren Einschränkung des Verbrauches von Kartoffeln und Getreide in Brauereien und Brennereien. Die Abgeordneten Brauer und Genossen haben fol⸗ gende dringliche Anfrage gestellt: Ist die Großh. Regierung bereit, bei der Heeresverwaltung darauf hinzuwirken, daß die in den Garnisonen belasse⸗ nen Mannschaften zur Erhaltung und Fortfüh⸗ rung der landwirtschaftlichen Fer soweit irgend möglich, bei der Bestellung und Ernte ausgiebig beurlaubt werden? J Der Abgeordnete Lang fragt an: N Welche ritte beabsichtigt die Regierung zu tun, um die Vor⸗ nahme der Rindenernte im kommenden Frühjahr bei dem in landwirtschaftlichen Kreisen schon jetzt herrschenden Mangel an Ar⸗ beitskräften zu sichern? Aus dem Reiche. Schwerin, 20. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin hat von dem Kommandierenden General eines bei den letzten ruhmreichen Kämpfen in Ostpreußen beteiligten Korps nachstehen⸗ des Telegramm erhalten: Ew. Kgl. Hoheit melde ich unter⸗ tänigst, daß die im... Reservekorps zahlreich vertretenen tapferen Söhne Mecklenburgs im Marschieren und Kämpfen Glänzendes leisteten und zur Befreiung Ostpreußens wesent⸗ lich beigetragen haben.— Der Großherzog hat dem General⸗ feldmarschall v. Hindenburg das Militärverdienstkreuz erster und zweiter Klasse zu verleihen geruht. 845 Posen, 20. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der Erzbischof 1. Dr. Likowski, ist heute abend 7 Uhr gestorben. — ä ä ä— Aus Stadt und Cand. Gießen, 22. Februar 1915. Die Volksernährung im Kriege. Um dem Aushungerungsplan unserer Feinde wirksam ent⸗ gegen zu treten und die Aufklärung darüber in die breitesten Kreise zu tragen, fand in der neuen Aula der Universität eine von der hiesigen Stadtverwaltung einberufene Versammlung 5 die außerordentlich gut besucht war. Als erster Redner spr Geh. Hofrat Professor Dr. Fromme, Vorsitzender des Alice⸗ Schulvereins, über„Die Volksernähr ung im Kriege“. Er führte aus, daß nach der bestimmten Versicherung der. verständigen Deutschland recht wohl in der Lage ist, auch in wirt⸗ schaftlicher Beziehung durchzuhalten, wenn es sich der veränderten Sachlage anpaßt. England tut natürlich alles, um seinen teuf⸗ lichen Plan zur Verwirklichung zu bringen, der dahin geht, uns einer uneinnehmbaren Festung gleich durch den Hunger auf die Knie zu zwingen. Es wird ihm aber nicht gelingen, denn dank des Schutzes, den unsere Landwirtschaft genossen hat und durch den sie mit groß geworden ist, werden unsere Vorräte bis zur nächsten Ernte reichen, vorausgesetzt, daß wir unsere Lebens ⸗ haltung darnach einrichten, sparsam leben und un⸗ seren törichten Neigungen entsagen. Es ist darum an der Zeit, darauf hinzuweisen, daß von den meisten Menschen zu viel Ae gessen wird. Man richte drei Mahlzeiten ein statt fünf. e Festlichteiten müssen wegfallen. Es darf nichts verloren gehen. Die Abfallstofse sind zu sammeln und den Viehhaltern 8 0 die sie abholen müssen. Es ist Pflicht jedes einzelnen, sich Vorräten anzupassen und wenn das Vieh ein Konkurrent des Men⸗ schen ist, so muß—— Zahl vermindert werden. Dies trifft in her⸗ vorragender Weise beim Schwein zu, das als der neunte Feind bezeichnet worden ist, der Feind auf dem wirtschaftlichen Gebiet. Die Kartoffeln müssen wir haben. Auch die Voll⸗ und Mager⸗ milch brauchen wir sehr nötig. Ein großer Teil der Schweine ist darum abzuschlachten und Tauerware herzustellen. Es kann und soll nicht geleugnet werden, daß die Lage ernst ist, und es ist nicht mit Unrecht darauf hingewiesen worden, daß man schon viel früher wirtschaftliche Vorkehrungen und Maßnahmen hätte treffen sollen aber wenn unser Volk wirklich so wohl diszipliniert ist, wie selbst unsere Feinde dies sagen, braucht es uns nicht bange zu sein. Wir müssen eben unser Leben etwas anders einrichten. Es kann dabei nicht einmal behauptet werden, daß diese Aenderung auf Kosten unserer Gesundheit geschähe oder sonst einen Schaden oder Nachteil hätte. Das gerade Gegenteil ist der Fall. Der Krieg wird zum Erzieher, indem er uns den urdeutschen Gewohnheiten unserer Väter wieder näher bringt. Seine Forderungen faßte der Vortragende in vier Sätze zusammen: 1. Wir dürfen nicht mehr essen als zu unserer Gesundheit unbedingt nötig ist. 2. Es muß die größte Sparsamkeit in der Lebenshaltung herrschen. 3. Wir müssen unsere Lebensweise ändern und uns den Vorräten anpas⸗ sen. 4. Ein Teil unseres Viehbestandes muß abgeschlachtet werden, soweit er der Lebenshaltung des Menschen Konkurrenz. Alles das, was von uns gefordert wird, sind nur kleine Opfer, den ungeheuren Opfern gegenüber, die unsere„ müssen. Unsere Frauen und Töchter haben sich in den Dienst des Vaterlandes gestellt. Was jetzt verlangt wird, steht dem vorigen nicht nach. Wir dürfen das Vertrauen zu ihnen haben, daß sie in diesem Punkte nicht versagen und an Vaterlandsliebe nicht hinter der der Männer zurückstehen werden. i 0 Fräulein Hof, Lehrerin der Hauswirtschaft an der Aliceschule, erstattete zunächst einen kurzen Bericht über einen von ihr be⸗ suchten Lehrkursus über Volksernährung in Berlin, dessen Zweck darin bestand, Redner zu gewinnen, die überall, selbst in den klein⸗ sten Orten, Vorträge halten sollen über zweckmäßige, der Kriegs⸗ lage angepaßte Volksernährung. Sie schließt sich den Ausführungen des Vorredners im allgemeinen an und gibt noch besonders über den dritten Punkt genauere Angaben. Sie ist auch der Ansicht, daß vernünftige Lebensführung und Sparsamkeit durchaus not⸗ wendig sind. Nichts darf vergeudet, nichts weggeworfen werden. Wenn man bedenkt, daß von den 14 Millionen Tonnen Kartoffeln, die wir jährlich gebrauchen, rund zwei Millionen Tonnen durch das Schälen verloren gehen, werden wir die Forderung nur allzu berechtigt finden, die Kartoffeln nur mit der 1 zu lochen. Es ist nachgewiesen, daß in den Kanalabflüssen Berlins wöchentlich ½ Pfund Fett pro Person wegfließt, und wie sündhaft wird mit⸗ unter noch mit dem Brot umgegangen. Das Wort von der Heilig⸗ keit des Brotes muß noch mehr zu Ehren kommen. In der Verwendung von Spiritus, Stärke und Seife soll und muß ge⸗ spart werden, denn wir brauchen die Kartoffeln, den Weizen und das Fett zu unserem Lebensunterhalt. Der Genuß an Fleisch kann ruhig eingeschränkt werden Es wird ersetzt durch Milch und Mol⸗ kereiprodukte, also Käse(besonders Magerkäse), Quark und Schmier⸗ käse, Mehlspeisen, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte. Außerdem ist der Genuß von frischen und getrockneten Fischen zu empfehlen, wobei nan aber nicht allein den Schellfisch kausen muß, der durch die starke Nachfrage sehr im Preise in die Höhe schnellt. Kabeljau und Lachs sind ebenso empfehlenswert. Ausländische Waren können wir recht wohl entbehren, vornehmlich die Genußmittel: Kaffee, Tee. wofür man wieder wie früher Suppen setzen 91 5 Warm ist die Kochkiste zu empfehlen, die sich jeder selbst herstellen kann und wo⸗ durch man Brennmaterial, Zeit und Arbeit spart. Die Vortragende verlas dann noch einen Speisezettel für die eln einen solchen für die feinere Küche und schloß mit den Wo ei⸗ a wie wir alle hoffen, unsere Krieger elde über unsere Feinde gesiegt haben werden, dann möge es don unseren Frauen heißen, daß sie an ihrem Teile mil beigetragen haben zum Siege unserer großen nationalen Sache. Ten beiden Vortragenden wurde für ihre sachlichen, klaren Aus- führungen reicher Beifall zuteil. 2 Am uß des Vortrags wurde bekanntgegeben, daß prak— tische Unterweisungen in Kriegsküche, d. h. in der Bereitung einfacherer, n 5 Art 2 8 Nahrungsmittel angepaßter Speisen gegeben werden sollen. Die ersten dieser Kurse werden, genügende Beteiligung vorausgesetzt, schon in dieser Woche stattfinden. Jeder Kurs umfaßt 4 Morgen oder Abende, jedesmal werden 3 verschiedene Gerichte, im ganzen also 12 bereitet werden. Der Morgenkurs findet Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag statt und beginnt morgen, den 23. Februar, 8½ Uhr(Honorar 6 Mark), der Abendkurs, für Unbemittelte hauptsächlich bestimmt, soll Dienstag, Mittwoch, ag und Samstag abend sein und morgen um 6 Uhr anfangen (Honorar 1 Mark). Die bereiteten Speisen werden von den Teil- nehmerinnen gemeinsam verzehrt. Die Materialien stellt die Alice⸗ schule. Wer sich an diesen Kursen zu beteiligen wünscht, wolle sich noch heute in der Schule, Steinstraße 10, anmelden. Das Honorar ist bei der Anmeldung zu entrichten. *. . Auszeichnung. Dem Chemiker Ad. Stetter aus Gießen, der sich im Laufe des Feldzuges in Belgien das Eiserne Kreuz erworben hat, wurde vom Herzog von Braun⸗ schweig das Kriegsverdienstkreuz verliehen. * Kreiskomitee für Rotes Kreuz und Kriegs- hilfe. Nach Mitteilung des Kreiskomitees sind in der Zeit vom 11. Dezember 1914 bis 11. Februar 1915 aus folgenden Ge⸗ meinden usw. die beistehenden Beträge an den Kreiskasserechner 0 und von diesem an den Landesperein vom Roten Kreuz in Darmstadt überwiesen worden: 1. Kirche Langsdorf 190 Mk., 2. Gemeinden Annerod 10 Mk., Inheiden 300 Mk., Langsdorf 467,75 Mk., Lollar 204 Mk., Ruttershausen 200 Mk., Steinheim 195 Mk., Utphe 100 Mk., Trais⸗Horloff 124 Mk., Villingen 164 Mk. Der Gesamtbetrag der vorstehend aufgeführten Gaben beläuft sich auf 1954,75 Mk. Unter Einrechnung der bisher bereits abgelieferten Gelder ist hiernach bis jetzt aus den Landge⸗ meinden des Kreises Gießen der Betrag von 41 502,61 Mark an den Landesverein in Darmstadt abgeführt worden.— Weiter sind seit dem 11. Dezember 1914 abgeliefert worden: T An die Reichsbankstelle in Gießen für die Notleidenden in Ostpreußen aus der Gemeinde Aunerod 170 Mk., Garbenteich Mk., mithin 470 Mk. Das sind mit den bereits früher ab⸗ gelieferten Beträgen jetzt zusammen 2075,78 Mk. B) An den Heern Oberbürgermeister in Gießen zur Weitergabe an die be— drängten Elsaß⸗Lothringer aus der Gemeinde Garbenteich 200 Mark.(Mit den früher abgelieferten Beträgen jetzt zusammen 402,35 Mk.) C) An die Mitteldeutsche Creditbank Filiale Gießen auf das Konto des Kreiskomitees aus den Gemeinden Garbenteich 10 Mk., Dorf⸗Güll 80 Mk., Villingen 47 Mk., Wieseck 10 Mk., insgesamt 147 Mk.: n Aus den Lazaretten. Ein schlimmer Feind unserer genesenden Feldgrauen ist die Langeweile. Viele von ihnen greifen, um ihrer Herr zu werden, zu allerlei ver⸗ gessenen Handfertigkeiten. Eine hiesige Dame, die die Gieße⸗ ner Lazarette mit diesem Gedanken besucht hat, unterwies die Verwundeten in der Anfertigung von hübschen Gips⸗ ildern, zu denen man allerdings Bildermaterial aus illu⸗ strierten Zeitschriften benötigt. Da es hieran sowie in den aretten mangelt, so geben wir dem an uns gelangten Wunsche nach solchen Blättern an dieser Stelle Ausdruck. Liebesgabenwünsche. Von einem Angehörigen des Reserveregiments 118 wird aus dem Felde folgende Anregung weitergegeben:„An Liebes gaben wird hier viel verteilt, aber die Wäsche hat jetzt nicht mehr die Ab⸗ . wie im 1 Alle sind reichlich versehen und oft hält es schwer, die Sachen an den Mann zu bringen. Alles Eßbare dagegen ist rasch verschwunden. Wenn Sie in Gießen darauf hinwirken könnten, daß besonders Tabak weniger versendet wird, tun Sie gut daran. Zigarren kommen ja gewöhnlich an den Mann, wenn auch oft einer über 40 bis 80 Stück verfügt. Ich denke, wie es bei uns ist, wird es auch bei anderen Regimentern sein. Dagegen sind neben Eßwaren Kerzen und Ersatzbatterien und Ersatzbirnen für. sicherlich sehr erwünschte Artikel.“ “ Der Allgemeine Staats-Eisenbahner-Ver- ein Gießen veranstaltete am Samstag, den 20. Februar, im Wartesaale 3. Klasse auf Bahnhof Gießen eine Ver sammlung aller dienstfreien Eisenbahner nebst ihren Frauen unter dem Vorsitz des Herrn Eisenbahndirektors Zimmermann. Derselbe wies auf die notwendigen Maßnahmen zur Beschasfung von Nahrungsmitteln anläßlich des Weltkrieges und der von unseren Feinden geplanten Aushungerung Deutschlands hin. Be⸗ triebssekretär Compter erörterte hierauf in einem eingehenden längeren Vortrage die zu ergreifenden Vorsichtsmaßnahmen zum Durchhalten bis zur nächsten Ernte. Auch die zu Hause gebliebenen Deutschen müßten Opfer bringen und zur Sparsamkeit mit den vor- handenen Lebensmitteln, bezw. Kleingartenbau, Klein-⸗Tier⸗ zucht usw. zur Produktion beitragen. Hierin sollten die Eisenbahner vorbildlich wirken. Die Eisenbahner nahmen den Vortrag mit roßem Beifall auf; es wurde beschlossen, eine weitere Versamm⸗ ung am Sonntag, den 28. Febr., nachm. 5 Uhr, im Restaurant Felsenkeller hier für solche Eisenbahner und ie abzu- halten, welche verhindert waren. Auch ist die Einführung von Gästen erwünscht. 8 Stadttheater. Im Stadttheater hatte man gestern Alexander Baumanns harmlos-heiteres Singspiel aus den österreichischen Alpen,„Das Versprechen hinterm Herd“ hervorgesucht, das im Verein mit dem„Zerbrochenen Krug“ ein lachfreudiges Auditorium fand. Die Konjunktur war dem Theaterbesuch gestern nicht eben günstig, da eine ganze Reihe anderer Veranstaltungen so viel Besucher auf sich gezogen hatte, daß der Zuschauerraum manche Lücke aufwies. Unter der Regie von Otto Conradi wurde die lustige Verlobungsgeschichte aus dem Gebirge mit viel Laune und Geschick absolviert. Namentlich Hansi Martini war als Jeg, Sennerin in ihrem Element und malte die schnadahüpfelnde Vorgeschichte einer. N mit ansteckendem Uebermut, wacker unterstützt von Hans Grosser⸗ Braun, der den verliebten Steirerbua mit Treuherzigkeit und Humor jodeln und lieben ließ. Rudolf Goll als von der schlauen Alpnerin über den Löffel barbierter Schwiegervater und Maximilian Heß als Notizbuch⸗Studien treibender Salon⸗Tiroler dürsten ebenfalls herzlich belacht werden. ** Stadttheater. Man schreibt uns: In der nächsten Dienstag⸗Abonnementsvorstellung wird zum ersten Male Aug. v. Kotzebues vieraktiges Lustspiel„Die e Klein⸗ städter“ gegeben. Die heiteren Bilder und Szenen aus der kleinen Stadt Krähwinkel sind an den zahlreichen Bühnen, die das Werk wieder dem Spielplan einverleibt haben, mit großem Behagen aufgenommen worden und man wird sicher auch hier bei den en und Freuden der Frau Unter⸗Steuer⸗Einnehmerin Staar, der Frau Ober⸗Floß⸗ und Fisch⸗Meisterin Brendel, der Frau Stadt⸗Akzise⸗Kassa⸗Schreiberin Morgenroth, des Herrn Bau⸗, Berg⸗ un spektors⸗Substituten Sperling u. a. m. 1525 bestens unterhalten. Das lustige Werk wird in Berlin in Max Reinhardts „Kammerspielen“ jeden Abend gegeben. ** Der Siegeszug der Deutschen durch Belgien. Ueber dieses Thema wird demnächst Herr Pro- fessor Walz aus Friedberg im hiesigen Bürgerverein sprechen. Der Vortrag wird durch zahlreiche Lichtbilder unterstützt werden. Bei dem großen Interesse, das das Thema in unserer Zeit gemacht hat, dürfte eine zahlreiche Zuhörerschaft zu erwarten sein. In Friedberg wenigstens, wo er Vor vor kurzer Zeit stattfand, war der über Personen fassende Saalbau schon lange vor Beginn 3 N.* 8 N ausverkauft. Näheres über Ort und Zeit wird in diesen Tagen durch Anzeige in dieser Zeitung bekannt gegeben. Vom Stand der Feldfrüchte. Der Stand der Feldfrüchte in der Wetterau, dem„Ländchen“, im„Goldenen Grund“ und im Lahngebiet ist günstig. Roggen und Weizen lind bisher gut überwintert, auch die Kleefelder zeigen guten Stand. Wenn der März den Wintersaaten keinen Schaden bringt, so kann der Landwirt in dieser Beziehung hoffnungs— voll in die Zukunft blicken Kreis Büdingen. un Nidda, 20. Febr. Unter außerordentlich zahlreicher Be— teiligung der hiesigen Einwohnerschaft, sowie der Lehrer des Kreises Büdingen wurde heute hier der Lehrer i. P. Hermann Ootz zu rabe getragen. Der Dahingeschiedene war lange Jahre Vorstands⸗ mitglied der Ludwig- und Alicestistung hessischer Lehrer, war kurze Zeit 1. Vorsitzender des Vereins„Lehrerheim Vogelsberg“, führte viele Jahre die Kassengeschäste des„Oberhessischen Bienenzüchter⸗ Vereins“, versah bis zu seiner Ruhestaudsversetzung das Amt eines Obmannes des Bezirkslehrervereins Nidda und war außerden in der hiesigen Armenpflege sehr eifrig tätig. Diese seine Verdienste wurden am Grabe unter Niederlegung von Kränzen entsprechend] gewürdigt von Bürgermeister Ert und Lehrer Gatzert hier, von dem 1. Vorsitzenden des Lehrerheims, Lehrer Dern⸗Ossenbach, von Lehrer Buß ⸗Leihgestern, sowie von den Lehrern Lenz und Seipp⸗Geiß⸗Nidda. Die Schulräte Baldauf Büdingen und Scherer Offenbach wohnten als Vertreter der Behörde der Be. erdigung bei. 5 Kreis Schotten. (h) Aus dem Vogelsberg, 21. Febr. Im Kreise Büdingen sind bis jetzt durch planmäßige Sammlungen für 215 220 Mk. Gold gesammelt. 6990 Mk. hiervon Beskr⸗ ten russisch⸗polnische Arbeiter ab. 1 Starkenburg und Rheinhessen. m. Offenbach a. M., 22. Febr. Der Reichs- und Landtagsabgeordnete Karl Ulrich konnte am Samstag auf sein 25jähriges Jubiläum als Mitglied des Deutschen Reichstags zurückblicken. Bereits vor fünf Jahren beging Ulrich das gleiche Jubiläum als Mitglied der zweiten hessischen Ständekammer.— Die städti che Verwal⸗ tung hat am Samstag und Sonntag durch Beauftragte die Mehl⸗ und Kartoffelvorräte in den Haus⸗ haltungen feststellen lassen. Dabei hat es sich heraus— gestellt, daß in einzelnen Haushaltungen recht reiche Vor— räte aufgestapelt waren. Kreis Wetzlar. A Atzbach, 21. Febr. Den Heldentod für das Vater— land starben Heinrich Franz und Ludwig Becker. Es sind so⸗ mit bisher vier Söhne unserer Gemeinde gefallen, dazu gilt einer als vermißt. Wißmar, 21. Febr. Unsere Gemarkung steht jetzt ir; Zusammenlegungs- Verfahren in einer Größe von 704 Hektar. Die Gemeinde verfügt auch über eine sast gleich große Waldfläche von 690 Hektar: Gemeindeabgaben kennt man erst seit einigen Jahren. Hessen⸗Nassau. 8 Marburg, 21. Febr.(Eine Hausangestellten-Ver⸗ sammlung.) Am Freitag abend wurde hier die dritte große Versammlung in Sache der a in den Stadtsälen abgehalten. Diesmal hatte der Magistrat die Hausange⸗ stellten, Köchinnen und Dienstboten geladen, welche auch zahlreich erschienen waren. Frau Professor Rade von hier und die Haushaltungslehrerin Fräulein Hesse aus Biedenkopf sprachen in über zweistündigen Ausführungen über„Unsre Kriegskost“. Sie gaben beherzigenswerte Winke, wie die Hausfrauen und Köchinnen durch zweckmäßige Ein⸗ richtung der Kriegsküche in der Lage seien, die Aushunge⸗ rungsgelüste unserer Feinde zu nichte zu machen. m. Kirchhain, 21. Febr. Die Arbeiten für die Reichs wollwoche sind für den Kreis Kirchhain nun beendet. Es 8 52 ganzen 994 Decken für die Militärverwaltung hier angefertigt. h. Frankfurt a. M., 21. Febr. Bei einer Haus⸗ suchung entdeckte die Polizei bei dem Kaufmann Geo Großmann, Hohenzollernplatz, nicht weniger als 33 Zentner Mehl, die der Mann in fürsorglicher Weise in seiner Mansarde und einem Wohnzimmer versteckt hielt. Der gewaltige Mehlvorrat, der von Großmann natürlich nicht angemeldet war, wurde beschlagnahmt. Frankfurt a. M., 21. Febr. Vor dem Ankauf des trockneten Klärbeckenschlamms der Stadt Fer ankfurt, der unter dem irreführenden Namen„Frank⸗ furter animalischer Stickstoffdünger“ in den Handel ge⸗ bracht, wird von den Landwirtschaftskammern Wiesbaden und Schlesien nachdrücklich gewarnt, da der Preis 5 Mk. pro Zentner den wahren rt um das Vier fache übersteigen soll.„ (h) Schwanheim, 20. Febr. Nicht weniger als sechs Ordensauszeichnungen für außergewöhnliche Tap⸗ ferkeit vor dem Feinde erhielt der bisherige Gefreite Karl Ott, Sohn des Postverwalters Ott in Schwanheim a. M., Waldstraße 13. Dem jungen Soldaten wurden verliehen: das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse, der Preußische Verdienst⸗ orden mit Eichenlaub und Schwertern, die Préußische Gol⸗ dene Tapferkeitsmedaille, der Bayerische Verdienstorden 1. Klasse und die Bayerische Tapferkeitsmedaille 1. Klasse. Außerdem wurde Ott zum Feldwebelleutnant befördert. Der Kaiser nahm kürzlich Gelegenheit, dem Jubilar, der augenblick⸗ lich in einem Kriegslazarett krank darniederliegt, persönlich zu seinen Auszeichnungen zu gratulieren. X. Hanau, 21. Febr. Der Kreis ausschuß des Landkreises Hanau hat beschlossen, zum Ankauf von Futtermitteln die Summe von 100000 Mk. zur Ver⸗ fügung zu stellen. Vermittlerin der geschäftlichen Angelegen⸗ heiten ist das Kornhaus Hanau, das sich uneigennützig in den Dienst dieser Sache stellen wird.— Der Magistrat der Stadt Hanau hat den Höchstpreis für 1 Kgr. Kriegs⸗ brot oder Vollkornbrot auf 45 Pfg., für 1 Kgr. Weißbrot auf 1 Mk. festgesetzt. Der bisherige Höchstpreis für Weizen⸗ mehl ist aufgehoben worden. X. Kassel, 21. Febr. Nach einer Veröffentlichung des Kgl. Konsistoriums hat die zur Linderung der ostpreußi⸗ 0. n Notstände am Totenfest eingesammelte Kirchen⸗ kollekte in den evangelischen Gemeinden des Regierungs- bezirks Kassel den Betrag von 17 894.13 Mk. erbracht. Das Gesamtergebnis der innerhalb der evangelischen Gemeinden des Königreichs Preußen für Ostpreußen gesammelten Gaben übersteigt den Betrag von 420 000 Mk. Universitäts- Nachrichten. ll Marburg, 21. Febr. Der Rektor der Universität gibt bekannt, daß das Gerücht, die Universität Marburg würde im mersemester ihren Lehrbetrieb einstellen, völlig un⸗ begründet ist, vielmehr die Vorlesungen und Uebungen in der angekündigten Weise gehalten werden. — —— Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. sichten in Hessen am Dienstag, den 23. Februar 1915: Bedecdt, zeuweise Niederschlage, mild, südwestliche Winde. Nach dem 18. Februar. l Die Freitags⸗Vorstellung im Gießener Stadttheater leitete Direktor Steingoetter unter starkem Beifall mit dem Vor— trag des folgenden von ihm verfaßten Gedichtes ein: Was taucht da auf an Steuerbord? De, Kapitän, seht unten dort, Wollt auch nur weiter über bücken, Schaut beinah' aus wie ein Walfischrücken! Ist drauf ein Mann? Kommt Jonas wieder?! Durchs Sprachrohr schallts:„Holt die Flagge nieder, Schiff muß und Ladung ich versenken, Nur zehn Minuten gibts zum Bedenken!“— — Gefluch, Gerenne hin und ber, Acht Rettungsboote berühren das Meer, Enteilen rasch durch drohenden Gischt— Vom Tauchboot her es dann plötzlich zischt, Durch harte Planken schlägt es dumpf— Es schüttelt des Schiffes gewaltigen Rumpf— Und dann— selbst eiserne Seemannsnerven Packt es wie Graus— in den Nachthimmel werfen Sich sormlose Klumpen mit surchtbarem Knall, Peitschen das Wasser im Niederprall, 5 feurigen Wolke die Lüfte schwellen ür Blitzeslänge— dann die Wellen Brodelnd umwirbeln Trümmerstücke. Es ist als hätt' alle englische Tücke Gegen den deutschen Seekameraden Sich in dem schrecklichen Schlag entladen!— Mählich bernhiget sich dann die See, Ein Morn Flagge noch treibt nach Lee: Der Mann auf dem Tauchboot salutiert Habe getan was mir kommandiert! I 21 dann unversehrt Wieder hinab zur Tiefe kehrt! Letzte Nachrichten. Weitere Erfolge der Oesterreicher. Bistritz(Siebenbürgen), 22. Febr. Im weiteren Vordringen nördlich des Pruthflusses in der Richtung des Dnjester haben unsere Truppen die Orte Kotzman, Bojan und Sadagora in der nördlichen Bukowina besetzt. In den beiden letztgenannten Orten, wo die Bevölkerung in der Mehrzahl aus Juden besteht, haben die Russen bestialisch gehaust. Hier trafen abermals 560 Kriegsgefangene aus dem Kampfe um Czernowitz ein. Unter ihnen befanden sich sehr viele deutsche Kolouisten aus der Gegend des Don. Als ich ihnen die neuesten Erfolge der Deut⸗ schen in Ostpreußen mitteilte, begannen sie vor Freude zu wei⸗ nen. Sie erzählten, daß sie schon lange vergebens eine Gelegen⸗ heit gesucht hätten, sich zu ergeben, weil sie als Deutsche nur zwangsweise gegen Oesterreich-Ungarn kämpften. Auf die Frage, ob sie in ihre alte Heimat zurückkehren möchten, antworteten sie übereinstimmend: Wenn Deutschland sie aufnehmen sollte, wür⸗ den sie direkt aus der Kriegsgefangenschaft hingehen, ohne rus⸗ 0 5 sischen Boden je wieder zu betreten. 1 Russischer Rückzug in Galizien. AK. K. Kriegspressequartier, 22. Febr. Die Kämpfe nördlich von Nadworna und Kolomeg haben die Russen nach Stanis lau zurückgedrängt. Der Feind sam⸗ melt dort größere Truppenmassen zu einem neuen verzwei⸗ felten Widerstand. Der Kampf dreht sich um den Besitz von Stanislau, das von den Russen erbittert verteidigt wird. Abgesehen vom Artillexieduell, werden von der übrigen Front keine besonderen Ereignisse gemeldet. Die Karpathen⸗ kämpfe dauern unablässig mit Heftigkeit an. 1 Eine italienische Würdigung Hindenburgs. Mailand, 22. Febr. Alle italienischen Mili⸗ tärkritiker stimmen darin überein, daß der letzte Sieg Hindenburgs von unge die Genialität dieses Heerführers, der Menschen⸗ und Waffenmaterial, das sein Vaterland ihm zur Verfügung stellt, meisterhaft verwendet. Italien und der englische Flaggenmißbrauch. 5 Rom, 22. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agenzia Stefani. Der Marineminister hat mit Rück⸗ sicht auf die Bedingungen für die Schiffahrt in den nord⸗ westlichen Meeren Europas, um die Erkennbarkeit der italie⸗ nischen Schiffe zu erleichtern, die Anordnung getroffen, daß die italienischen Handelsschiffe, die die genannten Ge⸗ wässer befahren, die Flagge stets gehißt halten dem auf beiden Seiten, rechtwinklig in großen Ausmessun⸗ gen die Nationalfarben, ebenso wie in der Flagge geordnet, tragen sollen. Ferner soll der Name des Schiffes und sein Heimathafen in weithin sichtbaren Buchstaben angebracht werden. Des Nachts sind die r zu be⸗ leuchten. Die Kapitäne werden aufgefordert, sobald sie ein Unterseeboot sehen, die Maschinen zu stoppen und womög⸗ lich eine Mannschaft mit den Schiffspapieren zu dem Unter- seeboot zu entsenden, um die Feststellung ihres Schiffes zu erleichtern. Die Unzufriedenheit Englands über die französische Presse. Genf, 22. Febr. Der Minister des Aeußern Delcasse ließ die Redakteure der wichtigsten Pariser Blätter wissen, daß man in London und Petersburg mit der Haltung der französischen Presse unzufrieden sei, weil sie sich immer noch zu sehr mit demrussischen Rückzug undder Tätigkeitderdeut⸗ schen Unterseebootebeschäftigten. Die Zeitungen soll⸗ ten der gedrückten Stimmung des Publikums durch allerlei kühne Pläne des Dreiverbandes in der nächsten Zukunft entgegenwirken, und die Wichtigkeit der Mission des Generals Pau, dieses Pfad⸗ finders für das zu erwartende Erscheinen der Dreiverbands⸗ Truppen in den Balkanstaaten, vornehmlich zur Unterstützung 5 Serbiens, betonen. 5 Chinas Stellung gegen Japan. Kopenhagen, 22. Febr. Der japanische Ge⸗ sandte in Peking überreichte, wie der„Russkoje Slo⸗ wo“ aus Tientsin erfährt, dem Pekinger diplomati⸗ schen Korps ein Memorandum seiner Regierung, in welchem betont wird, daß Japans Forderungen die Inte⸗ grität Chinas nicht berühren, und daß Japan nicht die Ab- sicht habe, China unter seine Abhängigkeit zu bringen. sondern daß die Maßnahmen lediglich den Zweck hätten den Handel und das Wirtschaftsleben Chinas zu heben. Haag, 22. Febr. Wie die„Central News“ melden, habt China seine sämtlichen Flußkanonenboote nach den Küsten⸗ gewässern entsandt. Alle Japaner verlassen Peking. Japan warnt vor den Freiwilligenkorps. Kopenhagen, 22. r. Wie die russische Zeitung „Rietsch“ aus Tokio erfährt, erklärte der japanische Kriegs⸗ minister, daß die japanische Regierung nichts mit den Frei⸗ willigenkorps zur Unterstützung des Dreiverbandes zu tun habe; er warnte gleichzeitig die militärisch ausgebildeten Japaner vor dem Eintritt in diese Verbände, da diese weder den Interessen Ja⸗ ns entsprächen, noch den wirklichen Aufgaben des japanischen eeres. 1 Aufhebung von Kartoffelhöchstpreisen. 2 m. Offenbach, 22. Febr. Der Oberbürgermeister hat* die Aufhebung der Hö el 1 chstpreise für Kartof⸗ eln ange N 3 d außer⸗ e e N 3 N 9 8 5 8 3 5 2 er Wichtigkeit sei, und bewundern 1 Statt besonderer Anzeige. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 18. Februar infolge eines Kopfschusses unser lieber, hoffnungsvoller, ältester Sohn, der Referendar Gerhard Vossius Leutnant der Reserve und Führer des Maschinengewehr- Zuges im Infanterie-Regiment Nr. 222 Ritter des Eisernen Kreuzes I. und II. Klasse im Alter von 27 Jahren. Wir bitten um stille Teilnahme. Geheimrat Vossius und Frau. Giessen, den 20. Februar 1915. 1679 Freitag abend 9 Uhr entschlief sanft nach längerem Leiden mein lieber Bruder, unser guter Schwager und Onkel Louis Zecher im 69. Lebensjahre. Im Namen der Hinterbliebenen: Carl Zecher. Salzböden(Schönemühle), den 19. Februar 1915. 0949 Dis Beerdigung findet Dienstag, 23. Februar, nachmittags 2 Uhr, statt. Machruf. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 48 9. Jebruar nach treuer Pflichterfüllung an seinen Den Heldentod für Kaiser und Vaterland am 7. Februar erlittenen schweren Verwun— starben am 2. November 1914 bei Le Quesnoy: Friberr ching von basal Major und Bataillonsführer III/ 116, Po Hauptmann und Chef der M. G. K. des Inf.-Regts. Nr. 116, am 12. November 1914 bei Oosttaverne: Schroeder Major und Bataillonsführer im Res.-Inf.-Regt. dungen unser lieber Sohn, Bruder, Enkel und Neffe, der Kriegsfreiwillige Emil Hedrich Reserve⸗Infanterie-Regiment 222, 4. Komp. im Alter von 17 Jahren. In wehem Leid: Familie Wilhelm Hedrich. Wettsaasen, 22. Februar 1915. Er war ein lieber guter Junge. Unser aller Freude und Stolz. 1700 Tüllnant Horst dehrgede. Eberverkauf. Mittwoch, den 24. Februar 1915, nach⸗ mittags 3 Uhr soll im neuen Schulsaal, ein der Gemeinde gehörig. abgängiger Eber versteigert werden. Die Gemeinde beabsichtigt einen sprungfähigen Wir werden das Andenken dieser in ihrer Eflichttreue bis in den Tod vorbildlichen Kameraden, die wir mit Stolz zu den Unseren rechnen, stets hoch in Ehren halten. Im Namen des Offizierkorps des Infant.- Regiments„Kaiser Wilhelm“(2. Grossh. F Hess.) Nr. 116: Stephan, Major und Kommandeur des Ersatzbataillons. l Angebote innerhalb drei Tagen auf hiesige Bürger meisterei einsenden. Annerod, am 19. Februar 1915. Großh. Bürgermeisterei Annerod. Horn. J. Weinert, Gießen enges Buchdruckerei und Papierwaren Großhandlung. Massen Gabridatton und N 11401 Feld post⸗Schachteln Wiederverkäufer erhalten Preisliste kostenlos. Probepatet(72 Kartons) Mark 5— charlribn 1653 Teleson : 215 f: Todes⸗Anzeige. Heute morgen 8 ½ Uhr verschied saust nach kurzem Leiden unsere liebe unvergeßliche Mut⸗ ter, unsere herzensgute Großmutter und Schwiegermutter Fran Kaspar Ruhl Ww. im Alter von 72 Jahren. In tiefem Schmerz: Familie Heinrich Repp. Gießen(Katharinengasse 14), den 21, Febr. 1915. für Werkstätten mit 6—8 Drehbänken, von 150 bis 200 mm Spitzenhöbe, oder mit wenigstens 4 Bänken für Drehstücke 220 Durchmesser oder mit 3—4 Bänken für leichtere Arbeit sind dauernd bei gutem Verdienst zu vergeben. Angebote unter F. C. P. 502 icgss] an Ru⸗ dolf Mosse, Frankfurt a. M. 0964 Die Beerdigung findet Dienstag nachmit⸗ tag 3 Uhr vom neuen Friedhof aus statt. Eber anzukaufen, und können Interessenten ihre Todes-Anzeige. Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, dass heute nachmittag 4 Uhr unser lieber, guter, unvergesslicher Bruder, Schwager und Onkel, fler Georg Malkomesius infolge eines Herzschlags im nahezu vollendeten 43. Lebensjahre plötzlich verschieden ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Famisie Conrad Malkomesius Famisie Schwarz, Gonsenheim Famisie Georg Keil, Giessen Familie Anton Geissner, Giessen. Giessen und Gonsenheim b. Mainz, 2 1. Februar 1915. Mäusburg 19. 1704 Die Beerdigung findet Mittwoch, den 24. Februar, nachmittags 3 Uhr, vom alten Friedhof aus statt. Am 12. Dezember fiel auf dem Felde der Ehre infolge eines tödlichen Schusses mein innigstgeliebter, herzensguter Mann, der unermüdlich treusorgende Vater seines einzigen Kindes, unser treuer Sohn, Bruder, Enkel, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Isidor Weisenbach Wehrmann im Reserve-Infanterie-Regiment 116, 6. Komp. im 30. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Lina Weisenbach, geb. Rothensies. Ilse Weisenbach Alexander Weisenbach und Familie. Leihgestern, 18. Februar 1915. 0899 Todes-Anzeige. Heute nachmittag 4 Uhr verschied sanft nach kurzem, schwerem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden meine innigstgeliebte Frau, unsere herzensgute, unvergessliche Mutter, Grossmutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabethe Kolb, geb Kummel im 73. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: H. Kolb l., Werkmeister. Wieseck, Giessen, den 20. Februar 1915. Die Beerdigung findet Dienstag, den 2. Februar, nachmittags 2 Uhr, vom sterbehause, Alicestrasse 24, aus statt. 1707 Statt besonderer Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, dass mein lieber, guter Vater Heinrich Reuhl Lehrer im Ruhestand heute morgen 5 Uhr nach langem, schwerem Leiden im 68. Lebensjahre sanft in dem Herrn entschlafen ist. In tiefem Schmerz: Margarethe Reuhl. Trais-Horloff, 22. Februar 1915. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 24. Februar, nachmittags 3½¼ Uhr, statt. 8 Kakao, Tee, 10 5(1466 Speiseöl, en ell Otto Schaaf, Seltersweg 39. Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat durchberatene Vor— anschlag der Gemeinde Rüddingshausen für 1915 liegt vom 23. Februar 1915 ab eine Woche lang auf der Bürgermeisterei offen. Einwendungen re können während dieser Zeit mündlich oder schriftlich Mineralschmieröle vorgebracht werden. Es werden Umlagen erhoben, Maschinensette zu denen auch die Ausmärker beizutragen haben. Rüddingshausen, den 19. Februar 1915. Großh. Bürgermeisterei Rüddingshausen. Braun. Farben und Lacke Adler-Drog., Seltersweg 39 Otte Schaaf. 14 1677 — ere