Drittes Blatt Die„Sietzener Familtendlätter(werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Sießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Zeit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. Für das Handwerk. (die in dem nachstehenden Aufsatz eines Sachkundigen verül Fragen schließen sich an Erfahrungen an, die etzt 5— in der Kriegszeit sich aufgedrängt haben. Wir ind davon überzeugt, daß alle für das Handwerk Inter⸗ essierten den Ausführungen mit großem Interesse folgen werden, und wir 3 die Männer vom Fach hiermit auf, in eine Ausspra über diese Dinge einzutreten. Wir sind bereit, zu weiteren Ausführungen über das wichtige Thema gerne unsern Raum zur Verfügung zu stellen. D. Red.) 7 Was in unseren Kriegstagen vom neutralen und feindlichen lande über alles stets hervorgehoben wird, ist die Organisations⸗ fähigkeit Deutschlands die rasche Anpassungskunst auf allen wirt⸗ schaftlichen Gebieten. Das im Frieden Gelernte und Geübte erfährt mitunter nur Umsetzungen in die Praxis, aber auch Erprobungen auf die innere Kraft. Alle Erwerbsstände sind daran beteiligt, 5 alle öffentlichen Korporationen üben ihr Bestes aus, mit verschie⸗ denem Erfolge. Was unsere Industrie so überaus auszeichnet und immer noch weiter auszeichnet, ist ihre anschmiegende Gelenkig⸗ keit an die heutigen wirtschaftlichen Bedürfnisse. Nicht so gut be⸗ stellt ist es dagegen mit unserem Kleingewerbe, und hier besonders dem Handwerke. Obgleich ihre Interessen vertretungen, die Handwerkskammern, sich alle Mühe geben, ihren Schützlingen Arbeitsgelegenheiten zuzuführen, so ist der Nutzeffekt verhältnis⸗ mäßig gering. Man trifft so häufig Stockungen in einzelnen Handwerkszweigen an, für die der herrschende Krieg nicht allein verantwortlich gemacht werden kann, sondern das im Frieden Ver⸗ scuumte verantwortlich zu machen ist. Und hier komme ich zur Frageberührung: Wer ist schuldig. Als Antwort hierauf muß man sagen: In der Hauptsache der einzelne Handwerker selbst. Die Bestrebungen, die wirtschaftliche Lage des Handwerkers seit der Einführung der Gewerbefreiheit zu verbessern, hier alle aufzuführen, ist nicht die Stelle; doch soviel mag erwähnt sein, daß das offizielle Verlangen nach der Einführung des sogenannten großen Befähigungsnachweises eines der schlechtesten Mittel zur wirtschaftlichen Hebung des Handwerks wax. Denn die erlangten kechnischen Fertigkeiten hahen mit der Erlangung einer wirt⸗ schaftlichen Stärke gar wenig zu tun. Was der Handwerker will, ist doch nur, seine wirtschaftliche Lage verbessern, und der Nach⸗ weis einer abgelegten Meisterprüfung steht damit nur in losem, Zu inge. Heute fordert das Publikum selbst den Befähi⸗ gumgs nachweis, und wenn die Leistungen entsprechend sind, so wird der Handwerker auch mit Aufträgen bedacht werden. Dieser wird bann umso zufriedener mit seiner Lage sein, je größer sein Ver⸗ dienst ist, denn was dem Handwerker gewöhnlich fehlt, ist die 5 und gerade mehr dem Stadthandwerker, dessen Lei⸗ svungen handwerker. Man findet in Zeitschriften der Handwerkerinteres⸗ senvertretungen häufig die Klage, daß viele Handwerksgewerbe gar nicht mehr in der Lage seien, vorzügliche Meisterstücke, im Sinne der alten Zeit, zu liefern. Ja, sage ich, ist es denn heute noch notwendig, daß diese von dem Handwerke angefertigt werden, wenn die Industrie solche Gegenstände billiger und ebensogut her⸗ f und liegt hierin nicht ein Fingerzeig für den Handwerker selbst, seine Gedanken darüber anzustrengen, wie man einer sol⸗ chen Konkurrenz wirksam entgegetreten und damit seine wirt⸗ schaftliche Lage verbessern und seine Kapitalkraft erhöhen kann! 5 wir nach den Gründen, welche dieser Verwirklichung eutgegenstehen, so ist es neben der mangelnden Kapitalkraft der Mangel an Anpassungsfähigkeit, Initiative und bisweilen die Persönlichkeit des Handwerks selbst. Vielfach kann man die Be⸗ obachtung machen, daß viele Handwerker ein besseres Los nicht von der Selbsthilfe, sondern einzig und allein von der Hilse des Staates, von der Hilfe der bestehenden Innungen und Handwerkskammern erwarten. Die Untätigkeit mancher Hand⸗ werker grenzt vielfach schon an eine gewisse Euergielosigkeit. Der Grundsatz, der überall im gesamten Erwerbsleben gilt, daß die Ge⸗ staltung des wirtschaftlichen Lebens von dem wirtschaftenden Men⸗ schen selbst bestimmt wird, gilt auch für den Handwerker. Der berufstätige Handwerker soll in unserer Zeit nicht allein rein kör⸗ perliche Arbeit, sondern auch etwas mehr seelische Arbeit ver⸗ richten. Vieles liegt in der Persönlichkeit selbst, und wenn eine in der Regel spezialisierter sind, als bei dem Land⸗ — 1„ 165. Jahrgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen Samstag, 20. Februar 1015 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. ö Schristleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: S851, Schrist⸗ leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. wirtschaftliche Hebung der Lage des Handwerks erfolgen soll, so sind auch Rücksichten von seiten der selbständigeren Handwerker auf die weniger selbständigen zu nehmen. Das Handwerk muß sich den Bedürfnissen des Marktes mehr anzupassen suchen, dort sogenannte Qualitätsarbeit liefern, wo diese auch wirklich gefordert, verlangt und demgemäß auch bezahlt wird. Dies bedeutet noch nicht, eine Aufforderung, Schundware zu liefern, sondern keine andere Ware als die von der Industrie her⸗ gestellte. Meistens ist die Abneigung gegen die Industrieware von seiten des Handwerkers nur die Folge der wirtschaftlichen Kon⸗ kurrenz; kauft doch selbst der Handwerker dort, wo er am Hilligsten und am besten bedient wird, ohne Rücksichtnahme auf das Hand werk selbst. Um der Konkurrenz entgegenarbeiten zu können, soll das Handwerk selbst imstande sein und durch Einrichtungen instand gesetzt werden, konkurrenzfähig neben die Industrie zu treten, was allerdings nur dann möglich sein wird, wenn sich die betreffenden Handwerkszweige einem Gesamtwillen innerhalb einer zu schaffen— den Organisation unterordnen. Die Selbständigkeit des Hand⸗ werkers hätte darunter nicht zu leiden; niemals aber würde die Stellung als selbständiger Handwerker nach außen beeinträchtigt. Und hiermit kommen wir zu dem Haupt⸗ und Kernpunkte, was dem Handwerkerstande noch zu sehr fehlt, die innere Organisa⸗ tion, was die bessere Verwertung der Arbeitskräfte, und zwar gerade der gelernten, verhindert, die, wie immer behauptet wird, das Handwerk in höherem Maße ausbilden soll, als die Industrie. Schulze⸗Delitzsch war es, der bereits den hohen Wert von ge⸗ werblichen Genossenschaften zum Wohle des Handwerkers erkannt hatt. Zielbewußt wurde von Berufenen auch auf die Gründung solcher Genossenschaften hingearbeitet. Schulze-Delitzsch ersah ins⸗ besondere die Kreditnot des Handwerkers in langjährigem Umgange mit diesem, mit als Hauptmaugel der nachteiligen Entwicklung des Handwerkerststandes. Seine Arbeit hat bereits reichlich Früchte getragen. Diese Organisgtionen haben den Erwartungen voll ent⸗ sprochen. Alles sei unterstrichen und begrüßt, was bis jetzt auf dem Gebiete des gewerblichen Genossenschaftwesens geschaffen wurde. Groß sind die erzielten Errungenschaften, welche man erreichte und sehr vielfältig die Vereinigungen im Handwerke. Es seien nur einige Beispiele aus einem Berichte im Jahre 1911/12 des Ver⸗ bandes badischer Handwerkergenossenschaften angeführt, welche wirk liche Erfolge zeigen sollen. So wird von den Bäckergenossenschaften gesagt, daß sich die Geschäftsanteile mit 32,2 Prozent verzinst haben, bei der Einkaufsgenossenschaft der Kleinbrauer mit 24,8 Prozent, bei den Friseurgenossenschaften mit 28 Prozent; besonders erwähnenswert ist die Entwicklung der Einkaufsgenossenschaft der Gypser⸗ und Stukkateurmeister Süddeutschlands, welche die Errich⸗ tung eines eigenen Gypswerkes in die Wege leiteten. Bei dieser Genossenschaft erreichte die Verzinsung der Geschäftsanteile die Höhe von 56,7 Prozent, bei der Unterbadischen Baumaterialien-Einkaufs⸗ genossenschaft 37 Prozent, bei den Maler- und Tünchergenossen⸗ schaften 28,8 Prozent, bei den Schuhmachergenossenschaften 29,5 Prozent uff. Alle diese Beispiele sprechen für sich und die Genossen⸗ schaften. Und wie vielfältig sind schon die Vereinigungen, welche gegründet wurden! Kaum eine Branche, welche nicht vertreten wäre. Von Eisgenossenschaften der Konditoren, die den Vertrieb von Speiseeis in den Straßen der Städte bezwecken, bis zur Kraft⸗ absatzgenossenschaft. Alle diese vorbildlichen Organisationen laden zur Nachahmung ein. 8 Ueber die Formen der vorhandenen Genossenschaftsarten selbst soll hier nicht gesprochen werden, soweit dieselben sich in den üb⸗ lichen der Kredit⸗, Rohstoff⸗, Werk⸗, Magazin⸗, Produktions⸗ genossenschaften uff, bewegen. Nur soll angeregt werden, daß man sich mit der Geschäftstätigkeit nur einer dieser genannten Genossen⸗ schaften nicht begnügen soll. Ein Erfolg ist nur dann zu erzielen, wenn sich einmal die Handwerker oder auch eine Genossenschaft als geschlossenes Ganzes, möglichst aller benötigten Genossenschaften bedienen, um das Erzeugnis zu verbilligen und dadurch Absatz zu erhöhen. Man soll also unter Umständen nicht nur einer Kredit⸗ genossenschaft angehören, sondern auch einer Einkaufsgenossenschaft, einer Arbeitsgenossenschaft, oder Magazingenossenschaft. Diese Mög⸗ lichkeiten sind allerdings nur dann gegeben, wenn die Geschäfts⸗ anteile der einzelnen Genossenschaften nicht zu hohe sind, was nur wieder möglich ist, wenn eine große Anzahl von Kleingewerbe⸗ treibenden den Genossenschaften auch beitreten. Auch der kapital⸗ kräftigere Handwerker mit größerem Betriebe sollte das gleiche Interesse für die Sache bekunden— wie der kleinere Konkurrent, um damit dem gesamten gewerblichen Mittelstande zu helfen. — Weiterhin sollten auch besonders die Werkgenossenschaften, die Verkaufs- und Magazingenossenschaften nicht auf dem vielfach ein⸗ seitigen Standpunkte stehen bleiben, nur in einem gemieteten „Laden“ ihre verfertigten Gegenstände verkaufen zu wollen, Diese Genossenschaften müssen, wenn ein Umsatz zustande kommen soll, genau wie die konkurrierende Industrie, auch in innige Verbindung mit dem Handel treten, mit den Warenhäusern und überhaupt den Großabnehmern, müssen überhaupt alle gebotenen Gelegen⸗ heiten benutzen, ihr Erzeugnis möglichst in Massen abzusetzen. Da⸗ mit solches erreicht werden kann, muß man aber auch ständig mit den Marktbedürfnissen vertraut bleiben; auch darf der Handwerker die Massenware nicht mit Schundware verwechseln und so sich ab⸗ halten lassen, sich einer Organisation unterzuordnen. Werden nach diesen Gesichtspunkten Organisationen ins Leben gerufen, dann darf man sicher sein, daß man auch bald selbst die Industrie zu den Abnehmern und Bestellern rechnen darf. Heute kaufen in der Hauptsache die Industrie und der Großabnehmer nicht beim Hand⸗ werk und nur von der Industrie, weil diese von derselben noch besser und günstiger bedient werden. Das wird dann anders, wenn das organisierte Handwerk auch imstande ist, allen Ausprüchen zu genügen und als vollwertiger Lieferant neben die Indnstrie treten kann. Würden sich nun die Handwerker in obigem Sinne zusammen⸗ schließen und würden sich die bereits vorhandenen genossenschaft⸗ lichen Organisationen noch enger miteinander verknüpfen, dann würde sich eine Arbeitsteilung herausbilden und eine Verbilligung der Produktion von selbst eintreten, Diese Entwicklung würde sich als notwendige Folge den Mitgliedern der Genossenschaft auf⸗ drängen müssen. Was heute die Industrie mit ihrer rationellen Arbeitsleistung innerhalb der Werkstätten vollbringt, hätten die einzelnen Handwerker auszuführen und ein Hand⸗ werksbetrieb stellte eine besondere Betriebsabteilung dar. Eine Warenspezialisierung wäre somit vorhanden. Es würde der Fall eintreten, daß mehrere Handwerksbetriebe jeweils nur Waren einer bestimmten Ausführung herstellen könnten. Denken wir z. B. au die Möbelbrauche. Der eine Betrieb würde zweckmäßigerweise nur Stühle und Tische herstellen, der andere Betrieb nur Büffets usw. In der Metallwarenindustrie könnte man das gleiche erreichen. Wenn Betriebe gleicher Art an einem und demselben Orte vor⸗ handen sind, dann könnte zwischen diesen Betrieben selbst wieder eine Arbeitsteilung erfolgen. Dieses seien nur einige Beispiele, und tausend Möglichkeiten sind für die Ausführung des genossen⸗ schaftlichen Gedankens auf breiter Grundlage vorhanden. In der Zugehörigkeit zu einer Genossenschaft liegt keine Ge⸗ fahr für den Handwerker, seine sogenannte Handwerkskunst zu ver⸗ lernen; denn neben den genossenschaftlichen Aufträgen würde dem 1 Handwerker nach wie vor seine Privarkundschaft erhalten eiben. a FFF Seine wirtschaftliche Lage, um die es sich hier zu verbessern handelt, würde durch einen solchen genossenschaftlichen Zusammen⸗ schluß nur gehoben werden können. Die Vorteile, die hieraus dem gesamten Handwerkerstande erwachsen, erwachsen auch weiter durch ein Zusammenarbeiten mit der Industrie, und würden sich nicht allein nach den wirtschaftlichen und rechtlichen Errungen⸗ schaften bewerten, sondern auch das gesamte deutsche gewerbliche Erwerbsleben würde in äußeren Interessenangelegenheiten einem größeren inneren Frieden entgegensehen können. Die langjährigen Streitigkeiten, welche zwischen den Interessenverbänden, öffentlicher und auch privater Korporationen über die Zugehörigkeit eines Be⸗ triebs zur einen oder anderen Kammer entstanden, würden sich mildern. Auch innerhalb des Handwerks würden die Debatten aus dem s 100 q der Gewerbeordnung sich vermindern. Weiter hörten im Handwerk z. T. die Klagen darüber auf, daß die Industrie ihm die gelernten Leute entziehe, und über die Berechtigung oder Nicht⸗ berechtigung der Industrie, Lehrlinge und Gesellen auszubilden. 25 Heute mehr denn je wäre es angesichts des Weltkampfes angebracht, diesen genossenschaftlichen Organisationsformen die Wege zu den Gründungen zu ebnen, indem die Beteiligten, nämlich die Hand⸗ werker, ihren passiven Widerstand gegen das Genossenschaftswesen. aufgeben und selbst tatkräftig ihrer Sache die Unterstützung leihen. „Die Meinung darüber, daß der Weg des genossenschaftlichen Zusammenschlusses der richtige sei, dem Handwerke zu helfen, wird von allen denen geteilt, welche das heutige Wesen und den Notstand des Handwerks aus eigener Anschauung kennen. Ein⸗ sichtige Handwerker, vielleicht auch notgedrungen durch die schlag⸗ fertiger und besser auftretende Großkonkurrenz, zwangen schon zu Ein Kleinmaler des Urieges. (Zu Meissoniers 100. Geburtstag, 21. Februar.) So arg wie der Glanz des zweiten Kaiserreiches ist auch der Ruhm seines gefeiertsten Malers verblaßt; nach dem Kriege von 1870, der dem„Empire“ den Tod brachte, verlor auch der blendendste Meister dieser Zeit an Geltung, obwohl er als eifriger Republikaner und wütender Preußen⸗ hasser wie stets mit dem Strome mitschwamm, und heute ist Jean Louis Ernst Meissonier eine„gefallene Größe“. Dennoch verlohnt es sich, an seinem 100. Geburtstag auf diesen Künstler hinzuweisen, von dem Eugen Delacroix gesagt hat:„Meissonier ist der unbestrittenste Meister un⸗ serer Epoche.“ Er war wirklich der künstlerische Ausdruck jener Zeit, die den Schein über alles liebte und über äußer⸗ lichem Virtuosentum den inneren Gehalt vergaß. Nur wäh⸗ rend dieses zweiten Kaiserreiches, dessen Hohlheit der An⸗ turm des deutschen Geistes offenbarte, war es möglich, ß ein Klein⸗ und Feinmaler wie Meissonier, ein tüch⸗ tiger Schöpfer bunter Genrebildchen und stillebenhafter Kostümszenen, zum Maler des Krieges wurde. Die Eitelkeit des dritten Napoleon gab den Anlaß zu dieser Wandlung des nicht minder eitlen Malers, der merkwürdigerweise gerade in diesen Kriegsbildern den höchsten Ruhm erlangen ollte. zu Anfang der 60 er Jahre gab Napoleon Meissonier n Auftrag, einige Hauptmomente aus dem italienischen Feldzug zu malen, und da er es stets liebte, sich neben seinen großen Oheim zu stellen, sollte der Maler zugleich entsprechende Szenen aus den Feldzügen des ersten Na⸗ poleon darstellen. Damit der Neffe nicht zu sehr verdunkelt werde, durften nicht die Glanztage im Leben des genialen Eroberers gewählt werden, und so entstand als Gegenstück u dem„Kaiser bei Solferino“ die berühmte Schilderung s ersten Napoleon von 1814, und des weiteren war an eine 15 ausgeführte„Schlacht bei Leipzig“ gedacht. Diese beiden Bilder von 1814 und Solferino zeigen Meissonier auf der Höhe seines Könnens; jedes ist etwa 70 Zentimeter breit und 40 Zentimeter hoch, und sie haben alles vom Historienbilde, was eben eine Miniatur haben kann: feinste Ausführung aller Einzelheiten, genaue Proträtähnlichkeit aller Dargestellten, farbige Buntheit und wirksame Grup⸗ pierung, nur keine Größe und Kraft. Während in der Dar⸗ stellung des ersten Napoleon nach der Katastrophe die düstere Winterlandschaft mit dem schmelzenden Schnee noch einen stimmungsvollen Hintergrund schafft, triumphiert in der 5 3 5 erde„das Schilderung der Einnahme des Tur Genie des unenblich Kleinen, das in den winzigen Köpfen 3 die kaum wahrnehmharen Halbflächen der Wange, der Nase und des Mundes, die Falten der Haut, die Warzen, die verschiedene, Haarfarbe jeder Persönlichkeit, die zartesten Farbennüancen der Pferdefelle auszudrücken weiß“. Meis⸗ sonier hatte sich bei den Vorarbeiten für 1814 in die Welt des Korsen ganz eingelebt; so kopierte er„mit chinesischer Genauigkeit Falte für Falte, Knopf für Knopf“ den grauen Ueberrock des Kaisers, zog ihn sich selbst an und studierte in einem Spiegel die Falten des Tuches und die Glanz- lichter der Stiefel. Deshalb fuhr er auch als glühender Republikaner, der nicht genug darüber zetern konnte, daß ihm die Deutschen angeblich aus seinem Atelier in Poissy eine Pfeife weggenommen hätten, in der Verherrlichung der Großen Armee fort und erzielte Riesensummen für seine Szenen aus den Kriegen des ersten Napoleon, für„1807“ (Napoleon in der Schlacht bei Friedland) 300 000 Franks, für„Napoleon bei Marengo“ 154000 Franks usw. Er hat dabei eine erstaunliche Technik und Feinheit der Pinselfüh⸗ rung entwickelt, aber den Gegensatz zwischen seinem Stil und dem Thema konnte er nicht ausgleichen, und so lebt er denn fort als der„Kleinmaler des Krieges“. Die Dresdener Erstaufführung der Gloria⸗Symphonie von Nicode. Aus Dresden, 17. Februar, wird uns geschrieben: Unter allen Zeichen eines ungewöhnlichen musikalischen Er- eignisses wurde im heutigen Aschermittwochskonzert der Königl. musikalischen Kapelle in der Hofoper unter Mitwirkung der Dresdner Singakademie die Gloria⸗Symphonie von Jean Louis Nicodsé zum erstenmal in Dresden aufgeführt. Obwohl die erste Dresdner die 10. Aufführung des ganzen Werkes ist, verdient sie die besondere Beachtung schon deshalb, weil sie dem in Sachsen(in Langebrück bei Dresden) lebenden Komponisten eine längst fällige Ehrenschuld einlöst. Der 60jährige schrieb dies sein größtes Werk in der Zeit vom 1. Januar 1901 bis zum 31. De⸗ zember 1903. Im Sommer 1904 kam ein Bruchteil der einsätzigen riesigen Symphonie anläßlich des Dresdner Tonkünstlerfestes hier zur Aufführung. Aber auf die Dresdner Aufführung des ganzen Werkes mußte Nicods 12 Jahre warten. Das war um so bitterer, als der leidenschaftlich tätige Musiker sich schon vorher hier in Dresden auch als Dirigent und Organisator nicht durchzusetzen vermocht hatte. Nun, die Dresdner Erstaufführung hat gut ge⸗ macht, was noch gut zu machen ist. Nicodés Werk, von ihm selbst in unzähligen Proben auf das Allersorgsamste einstudiert und von der Königl. Kapelle mit souveräner Ueberwindung der vielen Schwierigkeiten aufs glänzendste herausgebracht, machte den sicht⸗ lich tiefsten Eindruck. Nicode, der selbst dirigierte, wurde bejubelt und in einer Weise ausgezeichnet, wie sie nur wenigen beschieden 1 die in den letzten Jahren auf dem Dirigentenplatz der Hofoper standen. 4 1 Das Werk selbst, eine schwerblütige, grüblerische Programm⸗ musik, steht in seinem musikalischen Charakter zwischen Wagner und Strauß. Und in der Ueberfülle seines Gehaltes, es strömt sich grenzenlos im Breiten in ewigen Steigerungen und immer neuen Ansätzen aus,— stellt es ganz unzweifelhaft eines der charakte⸗ ristischsten Werke deutscher Tonkunst seit Wagner dar. Rein als Musik allerdings fehlt ihm die Kraft des Genies, wie sie ein Brückner besaß, um wirklich zu erschüttern und zu beglücken. Nur an wenigen Stellen ist dem Mühen und Ringen seines Schöpfers Erfüllung gegönnt. Ein echt deutsches, faustisches Werk, fordert es unbedingte Bewunderung aber auch dem ab, der diesen Klängen und Gedankengängen nicht ohne Zwang zu folgen vermag. Neben dem musikalischen Erlebnis vermittelte diese Auffüh⸗ rung die nicht minder bedeutsame Bekanntschaft mit dem Diri⸗ 8 genten Nicods. Eine Dirigentenversönlichkeit ersten Ranges stellte sich hier dar, die mit überlegener Meisterschaft waltete. Es kann gar nicht zweifelhaft sein, daß dieser Dresdner Triumph Nicodés den 60 jährigen auch als Dirigent dem deutschen Musikleben der Gegenwart zurückgewinnen muß. A. G * — Die operative Behandlung der Basedow⸗ schen Krantkheitundihre Erfolge. In den letzten Jahren ist man bekanntlich auf die Anregung des schweizerischen Chirurgen Kocher hin daran gegangen, die Basedowsche oder Glotzaugen⸗ krankheit chirurgisch anzugreifen. Maßgebend für diesen Entschluß war die Unzulänglichkeit der zur Verfügung stehenden inneren Heilmittel und die daraus resultierende hohe Sterblichkeit(11%). Wenn auch über die letzten Ursachen dieser Krankheit noch heute keine völlige Klarheit herrscht, so ist doch sicher, daß es sich um eine Störung der sog. inneren Sekretion handelt, welche die Schild⸗ drüse befällt. Aus diesem Grunde ist man dazu gekommen, die Schilddrüse teilweise zu entfernen, um die Ueberschwemmung des Körpers mit veränderten Sekreten, also mit Giftstoffen, zu ver⸗ hindern. Die Erfolge dieser mehrere Jahre geübten operativen Methode sind, wie aus einer großen, von der Möbiusstiftung preis⸗ gekrönten Sammelarbeit von Dr. Glaserfeld hervorgeht, be⸗ friedigend und dürfen sich in der Zukunft noch verbessern lassen. Die Sterblichkeit ist auf die Hälfte gegenüber den innerlich be⸗ handelten Fällen zurückgegangen. Fast ausnahmslos handelte es sich bei den trotzdem tödlich verlaufenden Fällen um alte und schwere Erkrankungen. Es steht also zu hoffen, daß, je früher die Operation vorgenommen wird, um so größer die Zahl der Heilungen wird. Solche Heilungen oder wesentliche Besserungen— Aufhören der Herzbeschleunigung und des Zitterns, Verschwinden der geistigen Störungen— ließen sich in 82% der behandelten Fälle kon⸗ statieren. Auch das Glotzauge ging in 52% zurück. Rückfälle treten nur selten auf. auf 4—5%. —* Die Sterblichkeit nach der Operation sank * e werke die richtige Stellung 3 1 B e Anläßlich der Vergebung von— trut Vage i- sationsform ziemlich häufig 3 ren aber dieses schon die zweckmäßigsten Organisationen, en alle diese Gemeinschaften, trotz der plötzlichen Einigkeit der Handwerker wesentliche Erfolge errungen? Nein. Daß diese Vereinigungen nicht immer leistungs⸗] Peter fühig auftreten konnten, daran war meistens der zu hohe Preis der angebotenen Lieferungen schuld, und dieser Preis resultierte wieder aus zu hohen Rohstoffpreisen und zum Teil aus der Kreditnot des Handwerkers. Eine Verbindung allein, wie oben ausgeführt, hätte hier ausschlaggebend helfen können. Einem frem⸗ den Geschäftsbetriebe ist es erwünschter wegen einer Lieferung mit einem leistungsfähigen Verbande in Unterhandlungen treten zu können. So hat auch das Kriegsministerium die militärischen Beschaffungsstellen angewiesen, bei Vergebung von Heeresliefe⸗ rungen, die eine Ausführung von Handwerker vereinigungen ver⸗ trugen, diese in erster Linie beizuziehen. Der Deutsche Handelstag erhob allerdings gegen diese Bevorzugung Einspruch und fordert dabei für die beiden Erwerbsstände, Industrie und Handwerk, eine gleichmäßige Behandlung mit dem Hinweis, daß lediglich die Güte und die Preiswürdigkeit der Angebote, und nicht die soziale Stellung der Anbietenden, in Betracht gezogen werden sollten. Dieser Forderung, welche ihre Berechtigung hat, wird von seiten des Handwerks nur durch die Bildung einer guten Organisation Genüge geleistet werden können. Was von der Heeres verwaltung gesagt wurde, gilt in gleichem Maße auch für jeden Unternehmer. Ein Bauunternehmer z. B. wird lieber Verhandlungen mit einem, als mit zehn verantwortlichen Anbietern für einen Auftrag pflegen. Juwieweit kann nun zur Erreichung des gesteckten Zieles eine destehende Innung beitragen, und eignet sich diese als Träger der Genossenschaft? Nach den gemachten Erfahrungen muß man mit nein antworten. Die Innung sollte lediglich ihre Mitglieder in agitatorischem Sinne zur Gründung von Genossenschaften er⸗ muntern, und so zur Gewerbeförderung wesentlich beitragen. Nicht verfehlen möchte ich, auf die Erfahrungen hinzuweisen, die bei der Gründung von Genossenschaften gemacht wurden und die in der Form von Resolutionen auf dem 10. deutschen gewerblichen Genossenschaftstag zu Leipzig zum Ausdruck kamen Hier wurde in der Hauptsache referiert über die Liquididät der Kreditgenossen⸗ schaften einschließlich der Zentralkassen, über Spargeldversiche⸗ rungssystem für Kreditgenossenschaften, über die Sicherstellung von Forderungen, über die Zinspolitik der Kreditgenossenschaften, Rohstoff⸗, Werk⸗, Magazin-, Schneiderrohstoffgenossenschaften, Einkaufsgenossenschaften der Barbiere, Friseure und Perücken⸗ macher, über die Gründung von Submissionsgenossenschaften und Zentraleinkaufsgenossenschaften für Malerrohstoffgenossenschaften. Auf diesem Genossenschaftstage wurde von dem sächsischen Regie⸗ vungsvertreter betont, daß die Förderung des Genossenschaftswesens als eines der geeignetsten Faktoren zur Erhaltung des Mittel⸗ standes angesehen werde. Nun möchte ich zum Schlusse noch einiges über die Mittel mitteilen, welche der Förderung des Genossenschaftswesens dienen, und über solche, welche zur Förderung noch dienen könnten. Die zu Köln eingerichtete Gewerbeförderungsanstalt hält alljährlich Ge⸗ nossenschaftskurse ab, die die Teilnehmer in den Kenntnissen und Fertigkeiten unterrichten sollen, welche zur Leitung von klein⸗ gewerblichen Kredit⸗, Rohstoff⸗ und Werkgenossenschaften notwendig sind. Das Genossenschaftsrecht und die allgemeine Genossenschafts⸗ vraxis werden, neben Wechsel⸗, Hypotheken⸗, Sachen⸗ und Siche⸗ rungsrecht eingehend behandelt. Anschließend erfolgen Vorträge über Maschinenkunde. Daß diese Gewerbeförderungsanstalt sehr segensreich wirkt, darüber besteht wohl kein Zweifel. Auch das Landesgewerbeamt zu Karlsruhe hielt schon Kurse ab für Schreiner bezw. Holz gewerbetreibende zur Ausbildung der genossenschaft⸗ lichen Geschäftsführung. Ueberhaupt geht hierin Baden vorbild⸗ lich, und von der Wichtigkeit der Sache überzeugt, vor. Damit jedoch der Genossenschaftsgedanke, der allein dem Hand⸗ in unserem Wirtschaftsbetriebe ver⸗ bürgt, Wurzel fassen kann, erachte ich es fitr notwendig, schon die Träger des zukünftigen Handwerkerstandes mit der eigensten Angelegenheit auf der Schule vertraut zu machen. Es könnte dem Handwerke nur nützlich sein, auf der Fachschule schon in die Kenntnisse und Geheimmisse des genossenschaftlichen Zusammen⸗ haltens eingeweiht zu werden. Heute gibt man sich die allererdenk⸗ lichste Mühe, die Jugend in theoretischem und praktischem Wissen, im Wechselrecht und in der Buchfüt sowie Kalkulationen zu unterweisen Will jedoch der junge„der seine Meister⸗ prüfung glücklich bestanden hat, sich selbständig machen, so 4 ihm gewöhnlich noch die Kenntnis unserer inneren deutschen schäftsführung, die Kenntnis der vorhandenen Organi⸗ —— er sich 8 chat 1 er sich auch en miß, und denen er wirts. ich öfters entgegen⸗ zukämpfen hat. Der junge Handwerker weiß weder Bescheid über die bestehenden Fachverbände, Fachzeitschriften, noch über die ge⸗ nossenschaftlichen Wechselbeziehungen: auch sind ihm die Organi⸗ sationen der großen industriellen Wirtschaftsverbände spanische Dörfer. Und wie notwendig und nützlich würde diese Kenntnis der vorhandenen Organisationsformen für alle Handwerksbetriebe jeder Größe sein. Der junge Handwerker müßte weiterhin mit den in⸗ neren Betriebsorganisationen und Arbeitsteilungen selbst großer Fabrikbetriebe, wenn auch nur rein theoretisch, bekannt gemacht werden, damit er darüber nachdenken lernt, wie die wirtschaftlichen Vorteile der 14 Betriebe zustande kommen, und er du rossenschafflichen Zusammenschluß mit semen Verbündeten versuche, ähnliche Vorteile zu erringen. Auch hier gilt das Sprichwort: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans auch nicht mehr.— Darum haben Vorträge und Lehrkurse über Organisationswesen und Ge⸗ nossenschaftspflege auch bis jetzt nur Teilersolge gebracht. Soll und will man in Erkenntnis der Richtigkeit dieser Ausführungen wirkliche Erfolge für das Handwerk erzielen, dann impfe man schon auf der Schule durch Hinzufügung eines weiteren Lehrfaches über Organisationsfragen, im Anschluß an die Buchführung und Rechtskunde, die Erkenntnis von der Notwendigkeit des genossenschaftlichen Zusammenschlusses den jungen Handwerkern ein, zum Nutzen„für das Handwerk“. Dipl.⸗Ing. Dr. Gu st av Stöckle. 5 Dermischtes. * Die Kriegsschonzeit der Wildgänse. Von der Nordseeküste wird uns geschrieben: Der gewaltige, männer⸗ mordende Krieg, der hundert⸗ und tausendfach Elend und Unglück unter die Menschheit trägt, ist von niemand lieber gelitten als von der Wildgans und ihrer Sippe. In großen Scharen erfreut sich gegenwärtig das schnatternde Geflügel in den Küstengewässern der Nordsee des ungezwungensten und durch nichts gestörten Daseins. Der gefürchtete Jägersmann, der zu andern Zeiten in leitung eines Hundes unheiltündend über die Teiche schritt und dessen Schießgewehr mit weithin hallendem Knall 5 oft die Gänse aus 0 Gießen. Aufgebote: Februar 13. Wilhelm Ludwig Scherer, Schreiner, mit Susanne Tröller, beide in Gießen.— 17. Karl Arten 9 Februar 6. Dem Bahnarbeiter Heinrich Fuchs Dem Sterbefälle: Februar 11. Johannes Schmitt, Reisender, 73 Jahre alt, Teufelslustgärtchen 26.— Louis Haubach, Rentner, 72 Jahre alt, Bahnhosfstraße 89.— 12. Karl Edler Wolfgang Zimmer, 6 Monate alt, Ludwigstraße 56.— Fritz Schnecko, riseurmeister, 39 Jahre alt, Ludwigstraße 22.— 13. Eduard Karl Noll, 3 Monate alt, Neustadt 49.— 16. Karl Martin Busch, 1 Woche alt, Wes de 20.— Klara Katharina Mar⸗ garete Balser, 1 Jahr alt, dorfer Straße 21.— Emil Deibel, 1. Jahr alt, Kaiser⸗Allee 17.— Adam Karn, Kutscher, 43 Jahre alt, Licher Straße 106.— 17. Maria Kipper,—— alt, Schiffenberger Weg 54.— Karl Hermann Best. 1 Monat alt, Kaplansgasse 27.— 18. Kaspar Klingelhöfer, Lademeister i. R., 80 Jahre alt, An den Bahnhöfen 30.— Georg Peppel, 10 Monate alt, Schillerstraße 23. i. Im Felde gefallen: September 3. Heinrich Becker, dwebel, 34 Jahre alt, Licher Straße 65, in Heidelberg im zarett gestorben.— 15. Heinrich Friedrich Schmitt, Wagen⸗ führer, freiter, 32 Jahre alt, Löwengasse 22, bei Cernap-en⸗ dormois gefallen.— 19. Heinrich Fehling, Modellschlosser, Reser⸗ vist, 27 Jahre alt, Schiffenberger Weg 71, am Rhein⸗Marne⸗Kanal gefallen.— Dezember 8. Harri Rudolf Bauer, Kaufmann, Reser⸗ vist, 28 Jahre alt, 22 20, bei Sainiki gefallen.— 9. Her⸗ mann Karl Zugehör, Kaufmann, Musketier, 19 Jahre alt, Ebel⸗ straße 34, zu Lask im Feldlazarett gestorben.— 11. Ludwig Bitz, Zementeur, Wehrmann, 28 Jahre alt, Wetzsteingasse 8, bei Emiszew fallen.— Januar 31. Erich Heinrich Willi Täger, Kellner, Wehrmann, 29 Jahre alt, Bahnhofstraße 15, bei Amp gefallen. Albach. Geborene: Februar 9. Dem Landwirt Karl Horn eine er, Eleonora. Friedberg. f Geborene: Februar 9. Dem Taglöhner Anton Beck ein Sohn, Konrad.— Dem Schreiner Karl ein Sohn, ——. 11. Dem Handlungsgehilsen Baruch eine ochter, Gertrud Sterbefälle: Oktober 5. Ferdinand Wilhelm Hermann Heck, Reservist, Maschinenbauer, 22* alt, gestorben im Bür⸗ gerbospital zu Trier. 3. Ernst Franz Feldwebel, 22 Jahre alt, gefallen.— November 11. Karl Bruno Gustav Spieß, Reservist, Kaufmann, 26 Jahre alt, gestorben im Reserve⸗ lazarett zu Comines.— 28. Johannes Döll, Reservist, Postbote, 24 Jahre alt, gestorben im Kriegslazarett zu Roubaix.— De⸗ zember 7. Albert Knecht, Unteroffizier, 21 Jahre alt, gefallen. — 9. Wilhelm Otto, Reservist, Kaufmann, 28 Jahre alt, gefallen. — 13. Christian Friedrich Käß, Reservist, Kaufmann, 27 Jahre alt, gefallen.— Februar 10. Konrad Schleicher, Privatier, von Seulberg, 75 Jahre alt.— 12. Konrad Beck, 2 Tage alt.— 13. Heinrich Stahl, Arbeiter, 58 Jahre alt.— 14. Karl Hain⸗ buch, Privatier, 62 Jahre alt.— 17. Margarete Zimmer, Dienst⸗ mädchen, 20 Jahre alt. — 22 nne, Hungen. Geborene: Februar 8. Dem Steinhauer Hermann Ulrich ein Sohn, Paul. Kirchliche Nachrichten Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 21. ebuar, Invocapii. Gottesdienst. In der Stadtkirche.. Vormittags 9¼ Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Schwabe. Nachmittags 2½¼ Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer D. Schlosser. Abends 6 Uhr: Pfarrassistent Hossmann. Abends 8 Uhr: Versammlung des Evang. Bundes. In der Johanneskirche. Vormittags.“ Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. 1 Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 6 Uhr: Pfarrer Ausseld. Abends 7½ Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lufasgemeinde im Lukassaal, sowie der konfirmierten männlichen Jugend der Johannesgemeinde im Johannessaal. Nächstkünftigen Sonntag. den 28. Februar, findet im Abend- gottesdienst Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas und 2 gemeinsam statt. Anmeldungen vorher bei dem sarrer jeder Gemeinde erbeten. Wartburg, evangelischer Jünglings⸗ und Männer⸗ verein. (Diezstraße 15.) Sonntag, den 21. Februar, abends: Beteiligung an der Ver⸗ sammlung des Evangelischen Bundes. Dienstag, den 23. Februar, abends 8¼ Uhr: Bibelstunde. Donnerstag, den 25. Februar, abends 8¼ Uhr: Leseabend. Samstag, den 27. Februar, abends 8 ¼ Uhr: Aeltere Abteilung Gäste stets willkommen.* Bsibelkränzchen für Schüler höherer Lehranstalten. Für die jüngere Abteilung jeden Mittwoch von 6—7 Uhr, für die ältere Abteilung jeden Samstag von 6—7 Uhr im Johannessagl. Bibelkränzchen für Mädchen aus der Johannesgemeinde. Jeden Dienstag von 6—7 Uhr im Johannessaal. Sonntags⸗verein für Mädchen. Jeden Sonntagnachmittag von 2 Uhr ab Diezstr. 15 p.(An⸗ sprache, Gesang, Spiele, Bibliothek). cnangenlschtr Gottesdienst. Kirchberg: Sonntag, den 21. Jebruar, vormittags 10 Uhr. Mainzlar: Sonntag, den 21. Februar, nachmittags 1 Uhr. Mainzlar: Mittwoch, den 24. Februar, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Dekan Guß mann. Katholische Gemeinde. Gottesdienst. Samstag, den 20. Februar: Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr Gelegenheit zur heil. Beichte.. Sonntag, den 21. Februar, 1. Fasten⸗ Sonntag: Vormittags von 6¼ Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe. 5 um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. 5 um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. um 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Militärgottesdienst. Nachmittags um 3 Uhr: Christenlehre; darauf sakramentalische Bruderschafts-Andacht. Dienstag abend um 8 Uhr ist Fastenandacht. Freitag abend um 8 Uhr ist Fastenpredigt. Diaspora⸗Gottesdienst. 5 3. Der Reichtum an knechsablldenden Kalksalzen machthr. mit Milch gekocht zu einem der Nührmittel für 5 + 0 0 8 f Kinder und Schwächliche. In Paketen zu 15, 30 und 60 Pfg., Überall zu baben.(hy Eine reizende Neuheit, welche die Kinder spielend Geschich⸗ lichkeit erlangen läßt und gleichzeitig Anregung verlag erhalt auf Wunsch jeder Leser dieser Zeilen kastenfrei von Nestle's Kinder⸗ mehl-Gesellschaft, Berlin I 95. Es ist dietz eine Ausschneidevuppe mit drei verschiedenen, allerlsebsten Gewändern, womtt die Kinder sehr gern und lange spielen. Auf Wunsch wird auch eine Probedos des berühmten Kindermehls umsonst beigefügt. 5 Amtlicher Teil. Betr.: Sicherung der Volksernährung. An die Großh. Bürgermeistereien des Kreises und die„ Ortsausschüsse für Rotes Kreuz und Kriegshilfe. Um die Verwirklichung des Planes, Deutschland durch Ab⸗ schneiden der Lebensmittelzufuhr auszuhungern damit zu einem wendig erachtet, Aufklärung über eine den Zeitumständen e messene Volksernährung in weite Kreise zu tragen. Wie überall im Reiche, sollen auch im hiesigen Kreise gufklärende Vorträge über eine zweckmäßige Volksernäh während des Kriegs gehalten werden. Als Vortragende sind hierfür gewonnen Herr Geheimer Hofrat Universitätsprofessor Dr. From me, Vor⸗ sitzender des Aliceschulvereins zu Gießen, und die Hauswirtschafts⸗ lehrerin Fräulein Hof zu Gießen, die an einem kürzlich in Berlin abgehaltenen Instruktionskursus über e des Kriegs teilgenommen hat. Im Anschluß an die. tische Anleitungen in Kochtursen in der Dauer von 1 2 vorgesehen, wozu— gelegentlich der Vorträge ent⸗ gegengenommen werden. 1 Um allen Gemeinden die Teilnahme an den Vorträgen zu er⸗ möglichen, haben wir den ganzen Kreis in Bezirke un r jeden Bezirk je einen Vortrag in einem leicht zu erreichbaren Orte in Aussicht genommen. Hierunter folgt eine Zusammen⸗ stellung der Bezirke mit gleichzeitiger— der Vortragszeiten, wobei zu bemerken ist, daß der suerst aufgeführte Ort als—+ 5 ort zu gelten hat. Es ist selbstverständlich, daß eine dung an die Vortragsordnung nicht ichtigt ist. es be⸗ sondere Umstände wülnschenswert machen, können auch die Vor⸗ träge in einem anderen Bezirksort besucht werden. Die Großh. Bürger meistereien 3 an welchen Vorträge gehalten werden sollen, werden ersucht, einen geeigneten Saal, eventuell einen Schulsaal, kostenlos zur Ver⸗ fügung zu stellen. 1 „Die Mitglieder der Ortsausschüsse werden daß sie die 5 mit welcher eine wichige iegs hilfe bezweckt wird, ücklichst fördern, indem sie vor—— mit ihren Frauen und etwaigen erwachsenen Töchtern an den Vor⸗ trägen teilnehmen. Sodann wird es ihre Sache sein, durch ge⸗ eignete Bekanntgabe der Vorträge und entsprechende Bele auf eine starke Beteiligung, insbesondere auch von Frauen Mädchen, an den Veranstaltungen hinzuwirken. Die Ortsaus der Vortragsorte werden weiter ersucht, den Ortsausschüssen des betreffenden Bezirks sowie Herrn Geh. Hofrat Fromme rechtzeitig vorher Mitteilung zu machen, in welchem Saal die Vorträge finden sollen, da wir der Kürze der Zeit zu einer recht⸗ zeitigen 9 namentlich für die ersten Vorträge, nicht imstande si N Bezirkseinteilung: I. Bezirk: Allendorf a. d. OWa.: Treis a. d. Lda, Climbach. Vor⸗ trag: 26. Februar 1915, nachmittags 3½ Uhr. 4 II. Bezirk:. Ettingshausen: Harbach, Münster, 3 Queckborn, Nötbges.. 27. Februar 1915, nachm. 3½ Uhr. III. Bezirk: rbenteich: Albach, Hausen, Steinbach, Waßenborn. 28. Februar 1915, nachmittags 3 Uhr. N ß e Ga Vortrag IV. Bezirk: Gr oßen-⸗Buseck: Alten⸗Buseck, Annerod, Beuern, Oppen⸗ rod, Rödgen, Trohe. Vortrag: 5. März 1915, nachm. 3 Uhr. V. Bezirk: e Leihgestern, Klein⸗Linden, Lang⸗Göns. Vortrag: 6. März 1915, nachmittags 3 Uhr. 2 VI. Bezirk: Grünberg: Beltershain, Göbelnrod, Lauter, Reinhards⸗ hain, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain. Vortrag: 7. März 1915, nachmittags 3½ Uhr. 5 VII. B Heuchelheim: Allendorf 1915, nachmittags 3 Uhr. VIII. Bezirk: 8 5 Holzheim: Dorf⸗Güll, Eberstadt, Grüningen, Ober⸗Hör⸗ gern. Vortrag: 13. März 1915, nachmittags 3½ Uhr. N IX. Bezirk: 5 Hungen: Bellersheim, Inheiden, Langd, Nounenroth, Ob⸗ boruhofen, Rabertshausen, Rodheim, Steinheim, Trais⸗Horloff, Utphe, Villingen. Vortrag: 14. März 1915, nachmittags 3½ Uhr. X. Bezirk: Lich: Bettenhausen, Birklar, Langsdorf, Muschenheim, Nie⸗ der-Bessingen. Vortrag: 15. März 1915, nachmittags 3 Uhr. A eier: Lollar: Daubringen, Mainzlar, Staufenberg. Ruttershau⸗ sen. Vortrag: 16. März 1915, nachmittags 3½ Uhr. XII. Bezirk: Londorf: Allertshausen, G 1 Odenhausen, Rüddingshausen, Weitershain. Vortrag: 17. März 1915, nachmittags 3½ Uhr. 1 0 XIII Bezirk: 8 Reiskirchen: Bersrod, Burkhardsfelden, Hattenrod, Lin⸗ denstruth, Saasen. Vortrag: 18. März 1915, nachmittags 3 Uhr. XIV. Bezirk: Wieseck: Vortrag: 19. März 1915, nachmittags 3 Uhr. Gießen, den 19. Februar 1915. i Großherzogliches Kreisamt Gießen, gleichzeitig namens des Kreis⸗ komitees für Rotes Kreuz und Kriegshilfe. g Dr. Usinger. Betr.: Die Sicherstellung des Haferbedarfs für die Heeres⸗ verwaltung. 8 An die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden 5 des Kreises. Diejenigen Gemeinden, in denen der an die Militär⸗ verwaltung abzuliefernde Hafer noch nicht zur Verladung gekommen ist, erhalten mit der Post eine entsprechende An⸗ zahl Sack-Auhängezettel. Die Bürgermeistereien haben diese Zettel zur n Verwendung bereit zu halten. Gießen, den 17. Februar 1915. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ezirk: a. d. Lahn. Vottrag: 12. März In Lich um 9¼ Uhr. Visits Glanz M. 1.80 matt„ 4.00 Andere Formate amen bruppenbilder enlazrechend MIlis. Phot. Atelier Gebr. Zu jeder Aufnahme eine Vor Bahnhofstrasse 64 grosserung 30 v 36 mit Karton als Geschenk den gan* 5 0 demütigenden Frieden zu zwingen, wird es allgemein für not⸗ eilshausen, Kesselbach, Lumda. 1 J. B. Hechler. Strauss 2 e