* Erstes Blatt Der Siedener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; wermnal wöchentl. Kreis⸗ lati für den Kreis Gietzen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech⸗ Auschlusse; für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstellebk! Adresse für Drahmach⸗ richten: Anzeiger Hleßen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. 3333 F 105. Jahrgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Samstag, 20. Februar 1915 Jezugesv rei monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel; jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 U., ausw. 20 Pi.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den olitischen Teil und das Fullsten: Aug. Goetz, für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Tauroggen von den deutschen genommen. Ein Beschluß der italienischen Kammer. Erfolglose Beschießung der dardanellen. (WTB.) Großes Hauptquartier, 19. Februar, vormittags.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. An der Straße Arras— Lille sind die Franzosen aus dem am 16. von ihnen besetzten Teil unseres Grabens hinausgeworfen. In der Champagne gingen die Franzosen erneut, zum Teil mit starken Massen, vor. Ihre Angriffe brachen unter unserem Feuer völlig zusammen. Weitere 100 Ge⸗ fangene fielen in unsere Hand. Die von den Franzosen am 16. d. Mts. eroberten kurzen Grabenstücke sind zum Teil von uns wieder genommen. Bei den gemeldeten französischen Angriffen gegen Bou⸗ reuilles⸗Vauquois machten wir 5 Offiziere und 479 Mann un verwundet zu Gefangenen. Oestlich Verdun, bei Combres, wurden die Fran⸗ zosen nach anfänglichem Erfolge unter schweren Ver⸗ lusten zurückgeschlagen. In den Vogesen erstürmten wir die Höhe 600 süd⸗ lich Lusse und eroberten 2 Maschinengewehre. Oestlicher Kriegsschauplatz. Tauroggen wurde gestern von uns genommen. Die Vetsolgungskämpfe nordwestlich Grodno und nördlich Suchawola stehen vor ihrem Abschluß. Der Kampf nordwestlich Kolno dauert noch an. Süd⸗ 15 15 yszyniec warfen wir die Russen aus einigen Ort⸗ en. In Polen nördlich der Weichsel fanden beiderseits der Wkra, östlich Racionz, kleinere Zusammenstöße statt. Aus Polen südlich der Weichsel nichts Neues. Oberste Heeresleitung. 7 88 Der Budgetausschuß des preußischen Abgeordneten⸗ hauses hat in seinen letzten Sitzun sich auch mit den Klagen über zu strenge militärische Zensur befaßt und sich in folgenden Wünschen geeinigt: 1. Nach den Erfahrungen während des Kriegszustandes erscheint nach Friedensschluß der Erlaß des im Art. 68 der Reichs verfassung vorgesehenen Reichsgesetzes über die Erklärung des Kriegs⸗ zustandes angezeigt. Während des Krieges erscheint eine gesetz⸗ geberische Aktion in diesem Sinne ausgeschlossen. 2. Die Generalkommandos sind an die bestehenden Gesetze und Verordnungen gebunden, soweit dieselben nicht durch das Gesetz betreffend den Belagerungszustand selbst aufgehoben sind. 3. Die Kgl. Staatsregierung soll für Vergangenheit und Zu⸗ kunft da, wo von diesem Grundsatze abgewichen sein sollte, zu⸗ gunsten der Betroffenen bei den Militärbehörden vermittelnd eintreten. e 4. Die Zensur soll über die Bedürfnisse der Landesverteidi⸗ gung und die Wahrung des inneren Friedens nicht hinausgehen; vor allem muß sie gleichmäßig ausgeübt werden. 5. Für die öffentliche Erörterung der Frie⸗ dens bedingungen ist festzuhalten, daß sie so rechtzeitig frei⸗ gegeben wird, daß die öffentliche Meinung bei den Friedensver⸗ handlungen voll zur Geltung gebracht werden kann, und ferner, daß alle Richtungen gleichmäßig das Recht zur Meinungsäuße⸗ rung haben sollen. Es ist zu begrüßen, daß solche Wünsche der Volksver⸗ tretung laut geworden sind, obgleich wir es für keinen Fehler halten, daß die militärische Zensur bisher die Er⸗ örterungen über Friedensbedingungen kurz gshalten und unfruchtbaren öffentlichen Ratschlägen und Forderungen entgegengetreten ist. Aber zweifellos wird auch die Stunde wieder einmal schlagen, wo vor dem Friedensschluß auch die öffentliche Meinung wieder mehr zur Geltung kommen kann, und eine entsprechende Mahnung zum Entgegenkom⸗ men an die maßgebenden Stellen war daher zeitgemäß. Man darf auch an das Vertrauen appellieren, das zwischen Presse und Kommandostellen herrschen müßte, um so mehr, da der Kaiser in der Feststellung zustimmte, daß die deutschen Zeitungen von vaterländischen Absichten geleitet sind. Glück⸗ licherweise dürfen wir sagen, daß solche Vertrauensverhält⸗ nisse jetzt fbr bestehen. Einen Beweis dafür erblicken wir in der ausführlichen Art, wie die„Frankfurter Ztg.“ gestern an leitender Stelle das Verhältnis zwischen Deutschland und Oesterreich⸗-Ungarn auf der einen, Italien auf der andern Seite hat besprechen dürfen. Das Thema ist aktuell geworden, da seit einigen Tagen die italienische Kammer wieder zu Beratungen sich zusammengefunden hat. Laut einer der nachstehenden Meldungen hat gestern der Minister⸗ präsident Salandra in der Kammer ausgesprochen, daß die Regierung an ihren Erklärungen vom Dezember bis jetzt nichts zu ändern hätte, und ein Abgeordneter wurde veranlaßt, seine auf die Haltung Italiens bezüglichen An⸗ träge um sechs Monate zu verschieben. Die italienischen Sozialisten veranstalten Versammlungen und Kundgebun⸗ gen gegen Italiens Teilnahme am Krieg, aber es läßt sich nicht verkennen, daß bestimmte Volkskreise noch immer dafür eintreten, die Lage auszunutzen, um auf Oesterreichs Kosten Vorteile zu erringen. Da hat nun die„Frankf. Ztg.“ vor einigen Tagen aus der Feder eines Wiener Mitarbeiters einen Aufsatz gebracht, der in Italien viel beachtet wurde und die Möglichkeit erörterte, ob eine Einigung zwischen Wien und Rom über eine Grenzberichtigung im südlichen Tirol und am Isonzo nicht die Schwierigkeiten aus dem Wege schaffen könne. Da ein Interesse daran besteht, die Wünsche Italiens genauer kennen zu lernen, hat das Frankfurter Blatt seinen früheren Erörterungen folgende neue Anregung hinzugefügt: Da wäre doch aber das ein fachste und wohl auch zweckmäßigste, daß einmal die Regierungen der drei verbündeten Staaten Vertreter beauftra⸗ gen, ganz freundschaftlich und mit dem ehrlichen Willen zur Einigung zusammenzutreten und zu besprechen, was siegegenseitig bedrückt. Da Deutsch⸗ land nicht unmittelbar berührt ist, so kann es hierbei unparteiisch und redlich der Vermittler sein und wir zweifeln nicht, daß man zu einem befriedigenden Ende kommt. Aber man muß einmal an⸗ fangen und darf nicht umeinander herumgehen. Die Hauptsache ist, daß wirklich verhandelt wird. In den Verhandlungen werden sich ganz von selbst Möglichkeiten einer Einigung ergeben, die nicht bloß auf territorialem Gebiet zu liegen brauchen. Aber man darf diese Dinge nicht als Nebensache beiseite schieben. Es ist möglich, daß es für den Augenblick nicht so bedeutungsvoll ist, ob man sich einigt oder nicht, obwohl wir auch diesen Umstand nicht unter⸗ schätzen. Die Hauptsache aber ist, daß eine Barrikade weggeruumt wird, die einer gesunden und für beide Teile vorteilhaften Ge⸗ staltung der zukünftigen Politik Mitteleuropas den Weg sperrt. Gegen solche Vorschläge ist gewiß nichts einzuwenden. Der Dreibund besteht ja noch, und es wäre nichts Un— gewöhnliches, wenn zu den Besprechungen, die gegenwärtig zwischen dem Reichskanzler und dem Baron Burian ge⸗ pflogen werden(siehe nachstehende Meldung!), auch ein Vertreter Italiens sich gesellen würde. Die Zeit zu solchen Dreibundsbesprechungen wäre keineswegs schlecht gewählt. Die politischen Folgen der österreichischen Siege in der Bukowina haben wir schon angedeutet, in Galizien geht es ebenfalls voran, Deutschland hat den Feind im Osten durch eine Riesenschlacht aufs neue geschwächt, Englands Hoffnungen sind getrübt und enttäuscht. Sollte da Italien noch Gelüste tragen, an der Seite der feindlichen Verbün⸗ deten sein Glück zu suchen? Das arme, geprüfte Frankreich macht sich nur noch in krampfhaften Selbsttöuschungen Luft. Mit tönenden Reden und Versprechungen, daß der Krieg bis ans Ende, bis zum vollständigen Siege über Deutschland durchgeführt werden solle, hat der Ministerpräsident Viviani die allgemeine Mißstimmung über das Verhalten zweier Minister auf der Sozialistenkonferenz in London zu be⸗ schwichtigen versucht. Man wird den wahren Charakter und Inhalt dieser Gelöbnisse auch in Italien zu würdigen verstehen. * 4* Aus der italienischen Kammer. Rom, 19. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) In der Kam⸗ mer fragte der Abgeordnete Giretti den Ministerpräsi⸗ denten und den Minister des Aeußeren, welchen Protest die Regierung bei der deutschen Regierung wegen Verletzung der Neutralität Luxemburgs zu machen gedenke, die auch von der italienischen Regierung durch den Londoner Vertrag von 1867 garantiert sei. Der Unterstaatssekretär des Aeußern Borsarelli erklärte, angesichts des gegenwärtigen Augen⸗ blicks halte er es für angemessen, nicht zu antworten. Hierauf begann die Kammer die Beratung des Haushalts. Rom, 19. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Am Schlusse der heu⸗ tigen Kammersitzung wurde ein Antrag Marangont, das Bud⸗ get der auswärtigen Angelegenheiten nach dem des Postmini⸗ steriums zu beraten, infolge des Widerspruches des Ministerpräsi⸗ denten Salandra in namentlicher Abstimmung mit 254 gegen 27 Stimmen abgelehnt. Eugenio Chiesa fragte die Regierung, an welchem Tage sie über eine von ihm eingebrachte Entschließung beraten lassen wolle. Andere Kammermitglieder verlangten von der Regierung Erklärungen über die auswärtige Politik. Salan-⸗ dra erklärte zugleich im Namen des Ministers des Auswärtigen Sonnino, daß die Regierung an ihren Erklärun⸗ gen vom Dezember bis jetzt nichts zu ändern hätte, und bat Chiesa, auf seiner Entschließung nicht zu bestehen; im Falle, daß er es dennoch täte, bat er die Kammer, deren Behand⸗ lung um sechs Monate zu verschieben. Chiesa erklärte, von Salandras Aeußerungen Kenntnis zu nehmen und nie auf der Androhung einer Erörterung über seine Entschließung zu be⸗ stehen, welche jedoch als Meinungsausdruck des Einbringers auf der Tagesordnung verbleiben werde. Eine Begegnung des Reichskanzlers mit dem österreichisch⸗ungarischen Minister des Aeußeren. Wien, 19. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Wiener K. K. Korrespondenz⸗Bureaus. Der Minister des Aeußern, Baron Burian, begibt sich heute abend in Be⸗ gleitung des Legationsrates Grafen Hoyos an den Sitz des Armeeoberkommandos. Dort trifft auch der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg ein, um den Besuch zu erwidern, den Baron Burian vor kurzem im deutschen Hauptquartier abgestattet hat. Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 19. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 10. Febr. 1915, mittags An der Front in Rus⸗ sisch⸗Polen herrschte gestern lebhaftere Gefechtstätigkeit. da die Russen zur Verschleierung von Bewegungen hinter der Gefechtslinie ihr Artillerie- und Infantertefeuer ver⸗ stärkten. Hieraus entwickelten sich in mehreren Abschnitten Gefechtsaktionen, die zur Vertreibung vorgeschobener russi⸗ scher Abteilungen führten. In Westgalizien gingen Teile unserer Gefechtsfront zum Angriff über und nahmen einige Vorstellungen der feindlichen Schützenlinie. In ihrem Gefechtsabschnitt erstürm⸗ ten die Tiroler Kaiserjäger in überraschendem An⸗ lauf eine vom Gegner seit Wochen befestigte und mit Hinder⸗ nissen umgebene Ortschaft und nahmen 300 Mann gefangen. Die Kämpfe in den Karpathen werden mit großer Hartnäckigleit weitergeführt. Nördlich Nadworna und Kolo⸗ mea wiesen unsere Truppen Vorstöße der Russen unter großen 3 des Gegners zurück. Die Kämpfe nehmen an Heftig⸗ leit zu. f Am südlichen Kriegsschauplatz haben die Serben in letzter Zeit wiederholt offene Städte an unserer Grenze mit Geschütz beschossen. So wurden auf Semlin am 10. dieses Monats zirka 100 Schüsse aus schweren Geschützen abgegeben. Hierdurch wurden mehrere Gebäude darunter das Hauptpostamt, beschädigt, Zivilpersonen verwundet, auch zwei Kinder getötet. Am 17. wurde Mitrowica beschossen. Das Kommando der Balkan-Streitkräfte hat hierauf Belgrad durch schweres Geschütz kurze Zeit bombardie⸗ ren lassen, und durch einen Parlamentär den Höchst⸗ kommandierenden verständigt, daß in Zukunft jede Beschie⸗ zung einer offenen Stadt mit einem gleichen Bombardement beantwortet werden wird. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Der russische Bericht. Petersburg, 19. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der Gene⸗ ralstab des Oberbefehlshabers teilt mit: Die Kämpfe auf der Front zwischen Memel und Weichsel dauerten fort und er⸗ reichten am 17. Februar ihre größte Hartnäckigkeit in der Gegend von Augustowo sowie auf den Wegen von Sierpe nach Plonsk. Auf dem linken Weichselufer keinerlei Kampf. In den Karpathen wiesen wir eine Reihe hartnäckiger Angriffe der 2 Oesterreicher auf der Front von Swidnik bis zum obersten San zurück. In den Gegenden Koziuwka, Tuchle, Senetschuw, Wysch⸗ kow und Klreousse machten wir mehrere erfolgreiche Gegen⸗ angriffe, während wir fortdauernd wiederholte deutsche Angriffe schnell zurückgewiesen. In der Bukowina zogen sich unsere Ab⸗ teilungen über den Pruth zurück. Russische Barbaren. Konstantinopel, 19. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der Korrespondent der„Agence Milli“ in Erzerum mel⸗ det: Die russische Armee treibt ihre Wildheit bis zur Nie⸗ n von Frauen und Kindern. Meh⸗ rere solcher unglücklicher Opfer finden sich in den Städten Tauschlerd und Artwin. *** Auch Luftschiff„L 4“ verloren gegangen. Berlin, 19. Febr. WTB. Nichtamtlich.) In dem schweren Südsturm, dem am 17. Februar das Luftschiff L 3 zum Opfer fiel, ist, wie wir erfahren, auch das Luftschiff L 4 verloren ge⸗ gangen. Es ist infolge von Motorenschadens bei Blavands⸗Huf in Dänemark gestrandet und später nach See zu abge⸗ trieben worden. Von der Besatzung sind 11 Mann ge⸗ rettet, darunter der Kommandant. Vier werden vermißt. Die Geretteten sind vorläufig jetzt in Vaarde untergebracht worden. Die Kämpfe an der belgischen Küste. Berlin, 20. Febr. Ueber die Kämpfe im Ueberschwem⸗ mungsgebiet und an der Küste läßt sich die„Vossische Zei⸗ tung“ melden: Trotz schlechten Wetters unternahmen die Deut⸗ schen Mittwoch nacht einen neuen Angriff auf Lombartzyde. Die Beschießung mit schwerem Geschütz seitens der Deutschen rief einen Gegenangriff der feindlichen Artillerie hervor. Den ganzen Tag donnerten die Kanonen. Südlich Ppern setzte in den letzten Tagen die englische Offensive ein, um zu versuchen, am heu⸗ tigen Tage die durch die Deutschen eroberten Laufgräben zurück⸗ zunehmen. Militärische Transporte in England. London, 19. Febr.(WTB. Nichtamtlich) Amtlich wird mitgeteilt, daß in der nächsten— notwendig sein werde, die Bahnen in weitgehendem Maße für militärische Transporte e e Die indischen Hilfskräfte Englands London, 19. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Times“ meldet aus Kalkutta: Die Handelskammer von Bengalen hat der Regierung eine Denkschrift übergeben, in der eine Untersuchung über den freiwilligen Militärdienst in Indien verlangt wird. In Kalkutta ist weder die Anzahl noch die Ausbildung der Freiwilligen zufriedenstellend. Die Kammer spricht sich für die allgemeine Dienstpflicht aus. Die Kammer von Burma verlangt die Dienstpflicht für alle Europäer zwischen 17 und 30 Jahren. Das Kommando von Dünkirchen. Basel, 19. Nachrichten“ erfa 0 in der Schlacht an der Marne ein Armeekorps führte, br.(WTB. Nichtamtlich. Die„Baseler en aus Paris: General Eydoux, der 8 nach Amsterdam mitzumachen. billig, denn bekanntlich sind die eng jetzt das Kommando über das befestigte Lager Dün⸗ Die Besestigungen unter der Leitung der Generale und Planty sind beendet. Die Kohlennot in Paris. Zürich, 19. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Neue Zürcher Zeitung“ meldet aus Paris: Die Kohlennot in Paris wird immer größer. Die* fort⸗ während. Die neuerliche Verschärfung der ln über die Verdunkelung der Stadt wurden durch das cheinen dreier Luftschiffe über Nantes 60 Kilometer west⸗ lich von Paris hervorgerufen. Die Militärbehörde ließ so⸗ fort jegliche Beleuchtung der Stadt untersagen. Die Kabel zwischen Frankreich und Amerita zerrissen. Lyon, 19. Febr.(WTB. Nichtamtlich.)„Républicain“ mel⸗ det aus Paris: die französische Kabelgesellschaft teilt mit, daß die beiden Kabel zwischen Frankreich und Amerika etwa 400 Kilpmeter von Brest gerissen seien. Um beunruhigenden Gerüchten entgegenzutreten, nach denen die Kabel von deutschen Schiffen durchschnitten seien, erklärt die Kabelgesellschaft, das Reißen der Kabel sei auf einen Zufall zurückzuführen. Die Aus⸗ besserung werde in einer Woche beendet sein. Französisches Verschweigen der Schlacht in Masuren. 5 Berlin, 20. Febr. Ueber den Eindruck der russischen Niederlage bei den Verbündeten läßt sich das„Berliner Tageblatt“ aus Basel melden, daß die Pariser Blätter weiter zögern, dem Publikum die ganze Lage über den deutschen Sieg im Osten zu gestehen, doch geben sie immer⸗ hin die Besetzung von Lyck und Plock durch die Deutschen und das Zurückweichen der Russen bis zur Njemenlinie zu. *** Aus Warschau. 1 Berlin, 20. Febr. In polnischen Blättern berichten aus Warschau kürzlich eingetroffene Personen laut„Berl. Laoolkalanz.“, daß die Zustände dort trostlos sind. Die 5 f n Lokale seien leer, die Lazarette überfüllt. Mehr als 50000 Verwundete seien bisher nach Warschau gebracht worden. Erneute Beschießung der Außenforts der Dardanellen. Konstantinopel, 19. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: Heute früh beschossen eng⸗ lische und französische Schiffe die Außenforts der Darda⸗ nellen. Sie gaben ungefähr 400 Schüsse ab, konnten aber keinen Erfolg erzielen. Ein einziger Soldat wurde durch abgesprengtes Gestein leicht am Bein verletzt. g Aus Persien. Konstantinopel, 19. Febr.(WDB. Nichtamtlich.) Ein 0 0 persisches Blatt erfährt aus Teheran, daß das 4 751 Kabinett in nächster Zeit zurücktreten dürfte. 2 an betrachte seine Demission als die natürliche Folge in der Aenderung der Haltung Persiens, dessen Neutralität mehr und mehr unmöglich werde. Englands Kampfesweise zur See. Amsterdam 19. Febr.(WTB Nichtamtlich.) Das„Han⸗ delsblad“ meldet: Die britische Admiralität ließ in ver⸗ schiedenen Häfen öffentlich bekanntgeben, daß den Kapitänen und Mannschaften der Fischereidampfer Belohnungen für . ernichtung feindlicher Unterseeboote ver⸗ sprochen werden. Eine Belohnung von 1000 Pfund Sterling wird dem Kapitän eines Fischerbootes ausgesetzt, der ein feindliches Anterseeboot in den Grund bohrt oder erbeutet, die gleiche Be⸗ luohnung für einen Fischer, der Informationen gibt, die zur Ver⸗ 1. oder Erbeutung eines feindlichen Kriegsschiffes fü 5 Ein Betrag bis zu 500 Pfund Sterling wird ausgesetzt für Nach⸗ 2 über Bewegungen feindlicher Schiffe. Das Organ„Syren Shipping“ setzte bekanntlich eine Belohnung von 500 Pfund Sterling für den ersten britischen Kauffahrer aus, der ein deut⸗ sches Tauchboot versenkt. Diese Summe ist inzwischen durch Bei⸗ 1 Fa mehrerer Reeder auf 1160 Pfund Sterling erhöht worden. 5 Reeder Namens Cardiff setzte eine Belohnung von 500 Pfund Sterling für das zweite Handelsschiff aus, das ein feindliches Unterseeboot vernichten würde. Rotterdam, 19. Febr.(WTB Nichtamtlich.) Der„Nieuwe 1 Rotterdamsche Courant“ meldet aus London: Das Polizei⸗ Ffrnd hat fünf Matrosen des Dampfers„Lapwing“ zu drei fund Sterling oder 14 Tagen Haft verurteilt, weil sie sich wegen der Gefahren des Seekriegsgebietes geweigert hatten, die Fahrt Aus Bulgarien. 5 Sofia, 19. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der „Agence Bulgare“: Der Kriegsminister fordert die Gewährung eines Kredits von fünf Millionen Franks für die Durchführung von großen Manövern, die im 5. an bestimmken Militärbezirken stattfinden sollen. ese Manöver sollen dazu dienen, die aus dem Kriege 1912/13 sowie aus den Operationen des gegenwärtigen Krieges gewonnenen Lehren praktisch zu erproben. 1 Berlin, 20. Febr.(Ctr. Bln.) Aus Wien berichtet der Berliner„Lok⸗Anz.“: Gestern fanden in Sofia große Kundgebungen statt. Vor der serbischen Gesandtschaft sammelte sich eine Menge an, die gegen Serbien demon⸗ strierte. Es wurden Rufe laut:„Nieder mit den Mördern!“ Vor der österreichisch-ungarischen und der deutschen Ge— sandtschaft erschien ein imposanter Aufzug. Es wurden„Die Wacht am Rhein“ und das„Gott erhalte“ ge⸗ sungen und Hochrufe ausgebracht. Die Fenster des monte⸗ negrinischen Konsulats wurden eingeschlagen. Die russische Geesandtschaft wird von der Polizei bewacht. Ministerpräsi⸗ dent Pasitsch hat in den letzten Tagen abermals einen Friedensvorschlag in Sofia unterbreitet. Die bulgarische Regierung hat jedoch alle seine Vorschläge abgelehnt und erllärt, sich in der bulgarisch⸗mazedonischen Frage dem russischen Vorschlag nicht zu unterwerfen. Die Londoner Börse in Karnevalsstimmung. Berlin, 20. Febr.(WTB. Nichtamtlich) Die„Nord⸗ deutsche Allgemeine Zeitung“ schreibt: Die Londoner Börse ist in KLarnevalsstimmung. Sie hat sich den Scherz geleistet, feit Kriegs⸗ ausbruch die deutsche dreiprozentige Reichsanleihe wieder zu han⸗ deln und zwar, wie die Citblätter triumphierend verkünden, zu 55, 54 und 53½ gegen 76 vor 8 Das Vergnügen ist 5 lisch gestempelten Stücke vom Handel in Deutschland ausgeschlossen. Aber in ernsten 11.2 weiß man auch kleine Freuden zu schätzen, und fs leistet sich die„Morning Post“ einen stolzen Artikel, in dem sie beweist, daß Deutschlands Kredit seit Kriegsausbruch um 23 Prrzent gesunken ist, derjenige Frankreichs nur um 13 Proz., berjenige Englands gar nur um 6¼ Prozent. Wer kann da an Deutschlands finanzieller Zertrümmerung zweifeln? Bei Licht besehen, sieht das Bud allerdings etwas anders aus. Seit dem Leginn der großen Weltkrise ist die Kursentwickelung der maß⸗ gebenden Staatspapiere der drei Länder, gemessen nicht am eigen an ernstlichen Umsätzen 20. Juli 1914 18. Febr. 1915 Rückgang 2proz Reichs anleihe Berlin 75,80 70,25 5, 5 21% proz. Konsols London 75, 75 68,50 7,20 Zproz. franz. Rente Varis 81,25 68,75 18,30 Deutschlands Staatskredit hat sich also nicht nur ungleich besser halten als der französische, sondern auch besser als der englische. Dabei ist der Londoner Kurs für englische Konsols ein von der Regierung vorgeschriebener Mindestkurs, wer öffentlich bil⸗ liger handelt, wird eingesperrt. Dabei wird in der City, die das Bufhineß ernst nimmt, für eine Herabsetzung des Mindestkurses agitiert. Die Regierung allerdings leistet noch Widerstand, was nach der gewiß unverdächtigen„Times“ vom 15. Februar bedauert wird, denn die gegenwärtigen Mindestkurse hinderten unzweifelhaft die Entwickelung des Geschäftes in Werten, 3 Marktwert merklich niedriger ist. als der fiktierte ndestkurs. Ein Zwischenfall in der französischen Kammer. Paris, 19. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) In der gestri⸗ gen Sitzung der Kammer stellte Chaumet eine An⸗ frage an Viviani über die Tagesordnung des Londoner Sozialistenkongresses. Chaumet führte aus: Die Tagesordnung erregte die Oeffentlichkeit um so mehr, als zwei Mitglieder der Regierung an der Konferenz teilnahmen. Der Redner bedauerte sehr, daß die Minister sich nicht die Reserve auferlegten, zu der die Journalisten gezwungen seien. Vivian i erklärte, daß die Richtlinien der Politik unverändert und gegen⸗ über den Verbündeten in gleicher Herzlichkeit wie bisher in Kraft seien. Viviani bekräftigte erneut, daß die Verantwortung für die augenblicklichen Ereignisse Frankreichs Feinden zur Last falle. Die Regierung wiederhole, daß sie ohne Schwäche und ohne Er⸗ matten in Uebereinstimmung mit den Verbündeten den Krieg bis zum Ende(einstimmiger, langanhaltender Beifall; Sem⸗ bat und Guesde klatschen lebhaft), bis zu der Befreiung Europas, der materiellen und volitischen Wieder herstel⸗ lung Belgiens und der Wieder vereinigung Elsa ß⸗ Lothringens mit Frankreich fortsetzen werde.(Bei⸗ fall auf allen Bänken.) Wenn wir die Wiedervereinleibung dieser Provinzen verwirklicht haben, fuhr er fort, können wir sagen, daß sie nicht durch Eroberung, sondern durch Restitution zu uns zurück⸗ gekommen sind. Laut Vertrag vom 4. September kann die Regie⸗ rung eine friedliche Lösung nur gemeinsam mrit den Verbündeten erwägen, deren Treue in diesen Prüfungen das heilige Bündnis noch enger gestaltet, jenes Bündnis, das die Sache der Zivilisation und des Rechtes retten, und Europa, ja vielleicht die ganze Welt retten wird, denn der Triumph des preußischen Militarismus wäre die Vernichtung aller Freiheiten. Nicht nur die Regierungen reden so, sondern auch die verbündeten Völker, selber um den gemeinsamen Gedanken geschart, wissen, daß ein Triumph des deutschen Imperialismus den Zusammenbruch ihrer Freiheiten be⸗ deuten würde. Viviani beschwört schließlich das Parlament, seine Pflicht zu tun, Konflikte zu vermeiden und Mißverständnisse zu zerstreuen, statt sie zu verschärfen.(Lebhafter Beifall.) Cheumet erklärt sich befriedigt und dankte Viviani. Das amerikanische Schiffsankaufsgesetz. London, 19. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Daily Mail“ zufolge ist die amerikanische Schiffsankaufsbill mit 215 gegen 122 Stimmen von dem Repräsentanten⸗ haus angenommen worden. Erzberger in Rom? Paris, 19. Febr.(Ctr. Frkft.) Die„Agence Havas“ verbreitet folgende dem„Echo de Paris“ aus Rom zugega⸗ gene Information: Der deutsche Zentrumsabgeordnete Erz⸗ berger sei in Rom eingetrofsen als Träger einer offiziellen Mission bei dem Papste und den Führern der italienischen Bewegung in Italien, um diese in der Neutralitätspolitik zu bestärken. Er werde mit dem 5 auch die jüngsten e besprechen, namentlich wegen des Kardinals ercier. — Aus dem Reiche. Die Haferverteilung. Berlin, 19. Febr.(WTB. Amtlich.) Vielfach ist die irrige Auffassung hervorgetreten, daß der Zentralstelle für Beschaffung der Verpflegung des Heeres durch die Bundesratsverordnung vom 13. Februar die Aufgabe übertragen worden sei, einzelnen Pferdebesitzern zur Fütterung ihrer Tiere die erforderlichen Mindestmengen Hafer abzugeben. 1 wird darauf hingewiesen, daß die Zentralstelle nach Paragraph 22 der ge⸗ nannten Verordnung Hafer, außer an die Heeres⸗ und Marine⸗ verwaltung und die vom Reichskanzler besonders zugelassenen Stellen(Behörden usw.) nur an Kommunalverbände abgeben darf. Die Kommunal verbände haben nach Paragraph 23 der Verord⸗ nung innerhalb ihrer Bezirke den erforderlichen Ausgleich zwi⸗ schen den einzelnen Pferdehaltern und landwirtschaftlichen Be⸗ trieben herbeizuführen. Hierzu können sie die in dem Bezirk noch verfügbaren Hafervorräte gemäß Paragraph 8 Absatz 3 der Verordnung sofort in Anspruch nehmen. Reichen diese Vorräte zur Deckung des Mindestbedarfes an Futter und Saatgut(Para⸗ graph 4 Absatz Za und b, Paragraph 8 Absatz 2a und b) nicht, ist ihre Ergänzung von dem Kommunalverbande bei der Zentral⸗ stelle schleunigst zu beantragen. Als Kommunalverbünde gelten in Preußen Stadt⸗ und Landkreise, in den übrigen Bundesstaaten die von den Landesregierungen bezeichneten entsprechenden öffent⸗ lichen Verbände. Ob und in welchem Umsange die Zentralstelle den an sie herantretenden Anträgen wird entsprechen können, läßt sich vor Abschluß der Vorratserhebung vom 1. Februar noch nicht übersehen. Für die Uebergangszeit steht ihr für das ganze Reichsgebiet nur die von Heeresverwaltungen frei⸗ gegebene Menge von rund 36 000 Tonnen zur Verfügung. * Hannover, 19. Febr.(W. B. Nichtamtlich Wie die hiesige Kanalbau⸗Direktion mitteilt, erklärte der Minister der öffentlichen Arbeiten, die Verbindung zwischen Rhein und Weser sei nunmehr fertiggestellt. Bereits am Dienstag sei ohne jede Feierlichkeit die Schleuse zwischen der Weser und dem Kanal bei Minden für den ersten Schleppzug in Betrieb gesetzt worden. Die gesamte Kanalstrecke wird zunächst versuchsweise mit einem vorläufig auf anderthalb Meter festgesetzten Tiefgang für beladene Kähne in Benutzung genommen werden. Aus Stadt und Land. Gießen, 20. Februar 1915. Zur Frage des Mahllohns. Wie eine ganze Reihe von Meinungsäußerungen in den Spalten des„Gie ß. Anz.“ beweisen, besteht zurzeit zwischen den Landwirten einerseits und den Kundenmühlen anderer⸗ seits eine recht große Meinungsverschiedenheit über die Frage des Mahllohns. Auf Wunsch der Schriftleitung ist der Unterzeichnete gerne bereit, vermittelnde Vorschläge zu machen, ohne für diese das Verdikt der Unfehlbarkeit in Anspruch nehmen zu wollen.. Wohl als Ueberbleibsel aus der Zeit der Natural⸗ löhnung bestand und besteht heute noch zum Teil der Brauch, daß der Müller für Abholung, Reinigung, Ver⸗ mahlung und Ablieferung des Getreides vom Landwirte einen Naturallohn in Gestalt eines gewissen Quantums Ge⸗ treide, die„Molter“ erhält. Außerdem wird das eingelie⸗ ferte Getreide um den vorhandenen Staub und Schmutz und zum Teil auch um die Unkrautsamen vermindert als Kleien (Schalen) und Mehl zurückgeliefert. 8 Die Abfälle,„Abgänge“, betragen in der Regel nicht ausgeführten Karnevals handel, 3 g han sondern mehr als ca. 3 Proz., da ein Teil der Unkrautsamen der Kleie in geschrotetem 225. b Zustande wiede n wird und die Staub⸗ und Schmutzbestandteile seit Einfüh⸗ rung der Dreschmaschinen und guter Windfegen sehr vermin⸗ dert worden sind.— Es würden also pro 100 Kgr. 3 ca. 3 Kgr. als Abgänge anzusehen sein.— Die Höhe der samtmolter(des Gesamtabzuges schwankte in normalen Feat in der Regel zwischen 12—14 Kgr. pro 100 Kgr. ahlgut, es enifpracht dies einem mittleren Satze von 13 Kgr., also einem Naturalmahllohn= 13 Kgr. pro 100 Kgr. Mahlgut. Der Wert dieses Naturallohnes schwankte in Friedenszeiten zwischen 15—17 Pfg. pro Kgr., betrug also im Mittel c a. 1,80 Mark pro 100 Kgr. Im Laufe des Krieges ist nun der Wert des Ge⸗ treides entsprechend gestiegen, so daß er 2 schen 23—25 Mk. pro 100 Kilogramm beträgt. Dieser Wert würde im Durchschnitt also= 24 Mk. pro 100 Kilogramm anzunehmen sein, damit würde der Mahllohn bei derselben Molter auf 2,40 Mk. E um ½ oder 33 Proz. ge⸗ stiegen se in. Die Steige ist aber in Wirklichkeit größer, denn die Ausmahlung erfolgte früher in der Regel nur auf 60—70 Proz. des Mehlgehaltes des Mahlgutes. Sie betrug also in Wirklichkeit ca. 65 Proz. und es wurden demgemäß aus ca. 100 Kgr. Getreide als Mahlgut zirka 65 Kgr. Mehl und 32 Kgr. Kleien(bei einem Abgange von 3 Proz. N also ergaben die 10 Kgr. Molter 6,5 Kgr. Mehl und 3,2 Kgr. Kleie, die bei einem Mehlpreise von 23 Pfg. pro Kilogramm und einem Kleienpreise von 11 Pfg. pro Kgr. einen Wert von 1,84 Mk. hatten. 7 Nun ist aber durch den Erlaß des Bundesrates das Ausmahlen des Getreides auf 75—85 Proz. zur Pflicht gemacht. Nehmen wir eine Ausmahlung von 20 Proz. an, so liefern 100 Kgr. Getreide ca. 80 Ngr. Mehl und 17 Kgr. Kleien. Die 10 Kgr. Molter liefern osse 8 Kgr. Mehl und 1,7 Kgr. Kleien. Der Wert dieser Stoffe berech⸗ net sich bei einem Mehlpreise 38 Pfg. pr. Kgr. und einem Kleienpreise von 16 Pfg. pro I auf 3,31 Mark. Der Wert der Molter würde also um ca. 1,50 Mk. pru 100 Kgr. Mahlgut e sein beinahe um 50 5 Unter diesen Umständen muß es als unbedingt no wendig für den Landwirt angesehen werden, daß er an Stelle des Naturallohnes den Barlohn setzt, wobei es allerdings billig erscheint, die erhöhten Fahrkosten und sonstige Unkosten des Müllers zu berücksichtigen. Nehmen wir an, der Wert der Molter sei in normaler Zeit zirka 1,80 Mk. pro 100 Kgr. Mahlgut gewesen, so kann man in heutiger Zeit eine 5 ca. ½(33 Proz.) als ge⸗ rechtfertigt gelten lassen und dem Müller einen lohn von 2,40 Mark zusprechen. Eine weitere Erhöhung scheint ungerechtfertigt. Die Barvergütung als Mahllohn ist unter allen Umständen berechtigt, ja sie ist sogar aus⸗ drücklich gesetzlich als die zulässige Vergütung für die Müllerei anerkannt. Soviel dem Verfasser bekannt ist, gibt es aus neuerer Zeit eine Entscheidung des Ober⸗ landes gericht Darmstadt, N jeder Ge⸗ eee also Landwirt oder Händler, chtigt ist, von dem Müller alle bei der Getreideverarbeitung entstehenden Produkte wie Mehl, Kleien, Schalen, ja selbst Ausputz, zurückzuverlangen, wogegen dem Müller lediglich eine der gegenseitigen Vereinbarung unterliegende Barver⸗ gütung zusteht. Während der Kriegszeit aber erscheint„die . gänzlich unberechtigt und zwar aus zwei ründen: 1. Sind dem Landwirt bei der Beschlagnahmung der Ge⸗ treidevorräte nur Vorräte in solcher Höhe gelassen worden, die für die 5 der Familie des Landwirts aus⸗ reichen. Eine Schmälerung dieser Vorräte dur die Molter des llers ist in jeder Hinsicht bedenklich un auch gesetzlich unstatthaft. 5 2. 9 den Erlassen des Bundesrates sind alle Mehlvorrät e zur Verfügung der Getreideverwertungs⸗ A.-G. zu stellen. e hat der Müller auch die als Mahllohn ausfallenden Mehlvorrüte an die G. A. G. ab⸗ E und der Einwand, daß die Molter zur Versorgung s Marktes wichtig sei, ist hinfällig. Mit Rücksicht auf diese ente dürfte es sich emp⸗ fehlen, daß die Regierungs⸗ bzw. Verwaltungsbehörden auf dem Wege der 5 einen in bar zu vergüten⸗ den Normalsatz als Mahllohn für die Kundenmühlen festsezen und die Einbehaltung der Molter durch die LMühlen einfach verbieten. Kleberger. * L. U. Akademischer Sportplatz. Der Vertrag zwischen der Landesuniversität der Stadt Gießen über das Gelände für den Sportplatz ist abgeschlossen. Es sind jedoch Verhandlungen im Gange, um weit überwiegenden Teil des Geländes bis zum Herbst der landwirtschaft⸗ lichen Benutzung zu erhalten. Die Landesuniverfi⸗ tät hat auch bei einer Reihe anderer Gelegenheiten während des Krieges die Fragen der Volksernährung einge be⸗ handelt und gefördert. 0 ö „Ueber die gesundheitlichen Verhält nisse im Gefangenenlager wird uns geschrieben: „Für das ganze Deutsche Reich sind vorbeugende, sanitäre Maßnahmen getroffen worden, um der Einschleppung von Seuchen entgegenzutreten, die bekanntlich in jedem iege drohen. Mit ganz besonderer Vorsicht werden fremde Trup⸗ pen behandelt, deren Gesundheitszustand sich erst e 2 Zeit der Beobachtung mit Sicherheit feststellen läßt. urch diese strengen Maßnahmen ist es bis jetzt überall im Deutschen Reich gelungen, Epidemien oder überhaupt An⸗ steckungen, auch in geringfügigem Maße von der Bevölkerung und der Besatzungsarmee im Lande fernzuhalten. Nicht zum mindesten hat. die von militärischer Seite, zum Leid⸗ wesen mancher Neugierigen durchgeführte, strenge Abschlie⸗ zung der Gefangenen beigetragen. Andrerseits hatten diese Anordnungen, auch hier in Gießen, zur Folge, daß ängstliche Gemüter sich einbildeten, daß der Bevölkerung durch die Nähe des Kriegsgefangenen⸗Lagers Gefahr drohe oder daß zum mindesten das Lager verseucht sein müsse. Hier⸗ von kann nun durchaus keine Rede sein. Von Anfang an ist schon das Lager derart angelegt und in seiner 8 5 in jeder Hinsicht von der Stadt getrennt worden, daß auch nicht das Geringste zu befürchten wäre. Zunächst kann aber von einem gehäuften Auftreten von Infektionskrankheiten 1 keine Rede sein. Es ist klar, daß bei der Anzahl von censchen, wie sie in eee beherbergt werden, ansteckende Krankheiten, insbesondere akute Darmerkrankun⸗ gen, vorkommen, zumal wenn man bedenkt, aus welch schle ten hygienischen Verhältnissen sie uns zugeführt werden. Es muß aber ausdrücklich festgestellt werden, daß von allen bis⸗ her beobachteten Infektionskrankheiten(Ruhr, Typhus usw.) nachzuweisen war, daß die Ansteckung im Felde oder jede n⸗ falls nicht in Gie ßen erfolgt ist. Bei der scharsen Kon⸗ trolle, die geübt wird, ist es ausgeschlossen, daß sich im Lager ein Infektionsherd bildet. Jeder verdächtige Fall wird sofort isoliert und aufs genauste beobachtet, wie es die allgemeine Instruktion für die Gefang N 9 Es kann also zur Ber u, daß allen Bazillen in un zu Leibe gerückt wird. Dieser Krieg wird auch schonungslos gegen — minder lästige Parasiten des äußeren Menschen, die mehr wie die Bazillen manchem die Nachtruhe raubten, durchgeführt. Dr. Kst. * Bismarckfeier. Wie wir hören, hat Geh. Kirchen⸗ rat D. Eck die Festrede bei der am 31. März abends im Stadttheater stattfindenden Bismarckfeier endgültig übernommen. Ein Ehrentag für die N Dem uns ehenden Feldpostbrief eines Offiziers entnehmen wir:„Am 7. Februar hatte das 1. Bataillon unseres Frei⸗ willige iments einen überaus heftigen Angriff der Russen auszuhalten. Nachdem am Abend vorher ein am Fuße des Berges liegendes Dorf durchsucht und einige Russen dort zu Gefangenen gemacht waren, bezogen die 338 ihre Stellungen auf der Höhe des ca. 900 m hohen Berges Play. Der sehr beschwerliche Anstieg ging durch metertiefen Schnee, und mit unsäglicher Mühe wurde erst bei Tagesanbruch der Kamm erreicht. Kaum oben an⸗ Nane 2 sie rasendes Schrapnellfeuer. Die vierte 1 welche in vorderster Stellung lag, hatte sofort große Verluste, behauptete jedoch trotzdem 9 Platz gegen die anrückende russische Infanterie in Stärke von zwei Regimentern so wacker, daß dieselbe unter ungeheuren Ver⸗ lusten zurückgehen mußte. Ueber alles Lob erhaben zeigten sich der vorzügliche Geist und die Todesverachtung 8 Freiwilligen dem anstürmenden Feinde gegenüber. Nachdem alle Offiziere und Unteroffiziere der 4. Kompagnie kampfunfähig waren, übernahm ein Gefreiter die Füh⸗ rung. Von welch weittragender Bedeutung die Behauptung dieser Stellung war, geht daraus hervor, daß mit dem Rückzug der Russen die dortige Bahnlinie in unsern Besitz gelangte und der Feind ca. 16 Kilometer zurückgehen mußte.“ * Ernste und heitere Dichtungen. Wir machen nochmals auf den Vortragsabend des Herrn Göttig in der Neuen Aula aufmerksam, dessen Programm in seiner geschickten Zusammenstellung jedem Zuhörer Zusagendes bringen wird. . Landkreis Gießen. (Weickartshain, 19. Febr. Die Goldsammlung in hiesiger Gemeinde(420 Einwohner) hatte ein überraschendes Er⸗ gebnis. Seit dem 1. Januar wurden insgesamt 4480 Mk. in Gold abgeliefert, von denen 600 Mk. an die Kreiskasse in Gießen und der Rest an das Postamt Mücke führt wurden. Außerdem wurden von privater Seite mindestens 700 Mk. an öffentliche Kassen abgeliefert.— Das Ergebnis der Reichswollwoche waren 35 Decken. 2 um Gießen energisch Kreis Alsfeld. h. Alsfeld, 19. Febr. Als zweites Opfer des schweren Ex⸗ vlosionsunglücks auf dem Hofgut Krauseberg— wir be⸗ richteten gestern darüber— ist nun auch der Landwirt Her⸗ mann im hiesigen Krankenhause seinen Wunden erlegen. Den bisherigen Feststellungen zufolge explodierte die Petroleumlampe in dem Augenblick, als der Oelbehälter mit dem jetzt viel ver⸗ wandten„Petrolin“, einem 1 Ersatzmittel für Petro⸗ leum, nachgefüllt werden sollte. Die drei Kinder des umgekommenen Ehepaares befanden sich während der Explosion bei Nachbarsleuten; sie wären sonst zweifellos auch mit verunglückt. g igung nur wiederholt wer⸗ A 1 Kreis Schotten. n Schotten, 19. ebr. Nachdem aus den Orten Groß Eichen, Wohnseld, Bobenhausen II und Ober-Lais noch 13 580 Mit. an Gol b abgeliefert worden sind, hat jetzt der gesamte, im Kreise — 4 umgetauschte Goldbetrag die Höhe von 173000 Mark erreicht. Laubach(Oberhessen), 19. Febr. Sechs Söhne, bezw. Stiefsöhne, des Landwirts Johann Mey rer in Freienseen stehen, nachdem der jüngste Sohn jetzt einberufen, unter den Fahnen. 8 Kreis Friedberg. h Vilbel, 19. Febr. Wegen seines heldenmütigen Ver- haltens vor dem Feinde wurde dem 44 jährigen Kriegs- freiwilligen Stessan von hier das Eiserne Kreuz, verliehen. Er bediente, nachdem die gesamte Maunschast seines Geschützes bei einem Durchbruchsversuche der Franzosen bei Pont- A-Mousson kampfunfähig geworden war, das Geschütz fast sieben Stunden lang allein. Gleichzeitig wurde Steffan zum Unteroffizier befördert. 141 Starkenburg und Rheinhessen. +. Offenbach a M., 18. Jebr. Die hiesige Stadt- verordneten-Bersamm lung beschloß, die erforderlich ge⸗ wordene Beschaffsung von Mehl durch die Stadt einem hiesigen Händler zu übertragen und ihm pro Sack eine Vergütung von 1,50 Mark zu gewäl ren, da die Bemühungen der Stadt- verwaltung, selbst Mehl zu beschaffen, erfolglos geblieben sind. Die Verforqung der Stadt mit Fleisch⸗Dauerwaren kann in⸗ solge der außerordentlich hohen Schweinepreise nicht durch eigene städtische Schlag tung geregelt werden. Infolgedessen wurde in der Sinung der Betrag von 20000 k. zur Beschaffung von Flersch— konserven bewilligt. Bis jetzt sind durch die Stadt 240 Schweine geschlachtet worden, und die Schlachtungen sollen auch wieder aui— genommen werden, sobald es die Verhältnisse gestatten. Schul- geld, das insolge des Krieges nicht eingetrieben werden konnte, wird gestundet, bezw. erlassen. Die Straßenbahn-Halte⸗ stelle am Aliceplatz soll nach der Herrnstraße verlegt werden. Die Zahl der Beisitzer im Miet⸗Einigungsamt wird von 12 auf 24 erhöht. n Offenbach a. M., 19. Febr. An dem hiesigen Gym nasium fand heute die Maturitätsprüfung statt. Von den 8 Abiturienten, unter denen sich auch eine Dame besand, wurden drei von der mündlichen Prüfung befreit, einer trat frei- willig zurück, alle übrigen haben bestanden. Hessen⸗Nassau. h. Frankfurt a. M., 19. Febr. In der oberen Berger⸗ straße wurde der 10 jährige Schüler Emil Schier beim Ueberschreiten des Fahrdammes von einem Straßen- bahnwagen erfaßt und eine längere Strecke mit fort— geschleift. Hierbei erlitt der Junge schwere innere Quetschun⸗ gen, die nach kurzer Zeit den Tod zur Folge hatten.— Die städtische Straßenbahn verwaltung stellt fortan in Ermangelung des männlichen Aushilfspersonals Frauen als Schaffner auf den Straßenbahnen an. In erster Linie werden die Frauen der einberufenen Straßenbahn- beamten berücksichtigt. Eine Anzahl Frauen wird bereits im Fahrdienst ausgebildet.— Ein hochinteressantes Dokument für den ersten Aufenthalt Mozarts in Frankfurt besitzt das Historische Museum in einem schlichten, aus acht Scheiben bestehenden Dachfenster aus dem Hause Bendergasse 3. Die untere rechte Scheibe trägt näm⸗ lich folgende eingeritzte Inschrift:„Mozart Maitre de la Musique de la Chapelle de Salzburg avec sa Famile— le 17. Aout 1763. Fenster und Inschrift wurden, obwohl seit Jahren dem Museum zu eigen, erst jetzt auf ihre Echtheit Igeprüft, und sie sind tatsächlich geugen, mit denen erüisch gearbeitet werden kann. Es ist festgestellt, daß Leopold Mozart mit seiner Familie, also auch dem jungen Wolfgang Amadeus, in dem Hause Bendergasse 3 während seines Frankfurter Aufenthalts im August 17/63 gewohnt hat. Die Ritzinschrift ist noch außerordentlich gut zu lesen; sie wird jetzt als ein wertvolles KHulturdokument an beson⸗ derer Stelle des Museums aufbewahrt. Im Hause der Bendergasse hat das Fenster merkwürdigerweise länger als 100 Jahre allen Stürmen getrotzt. X Hanau, 19. Febr. Nachdem die Stadtverordneten bereits früher zur Beschaffung von Fleischdauerwaren 300 000 Mk. bewilligt hatten, ist in der heutigen Sitzung beschlossen worden, der Notstandskommission einen weiteren Betrag von 300 000 Mk. zur Verfügung zu stellen, der neben der Beschaffung von Fleisch⸗ waren auch zum Ankauf anderer Nahrungsmittel dienen soll. Auch soll Mehl beschafft werden, das man an Bäcker und Händler abgeben will. Wie der Oberbürgermeister mitteilte, hat sich die Stadt genügend mit Saat kartoffeln vorgesehen, auch ist eine Umgrabung des großen Schloßgartens, einer inmitten der Stadt belegenen Anlage, vorgesehen, um diese dadurch gewonnenen Flächen mit Frühkartoffeln zu bepflanzen. Briefkasten der Nedaktion. ([Auounyme Anfragen bleiben unberuüasichtigt.) Mil. 1889. Herrsehlers. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 21. Februar 1915: Veraͤnderlich, zeuweise Nieberschläge, mild, südwestliche Winde. —————— „Ulebesgabe⸗ Pastillen Bekanntmachung. 1 Betr.: Die Bereitung von Backwaren. Nachstehende Anordnung Großh. Ministeriums des In⸗ nern wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Gießen, den 20. Februar 1915. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Usinger. Anordnung. 0 Enser Segen Husten, Heiserkeit, Verschleimung, Inffuenza eto. Auf Grund des 85 Absatz 4 der Verordnung des Bun⸗ desrats vom 5. Januar 1915(Reichsgesetzblatt Seite 8) wird folgendes bestimmt: Es wird hiermit bis auf weiteres zugelassen, daß bei der Bereitung von Roggenbrot das Roggenmehl bis zu 30 Gewichtsteilen durch Weizenmehl ersetzt wird. Darmstadt, den 19. Februar 1915. Großherzogliches Ministerium des Innern: v. Hombergk. Vortrag über Volksernährung im Maebäg ip Jsnaledende Herr Hermann von der Berg in Wesel. der sehr an Wer seinen Angehörigen im Felde eine Wohltat erweisen will, ende munen Zeitweilige Zurückstellung wegen Narben und ßJ6ßʒ᷑!I!: y x Kriege. um dem Aushungerungsplan unserer Feinde wirtsam entgegen⸗ zutreten und die Auftlärung darüber in die breitesten Kreise zu tragen, wird Sonntag, den 21. ebruar 1915, nachmitt. 5 Uhr, in der neuen Aula der Unisersität(Eingang von der Ludwig⸗ oder Hocthestraße) ein öffentlicher Vortrag über Volksernährung im Kriege stattsinden. Es werden sprechen: Geh. Hoftat Prof. Dr. Fromme, Vorsitzender d. Alice⸗Schulvereins und Fräulein Hof, Lehrerin der Hauswirtschaft an der Alice⸗Schule. Ich richte die dringende Bitte besonders an alle Frauen und Mädchen, den Besuch dieses Vortrages nicht zu versäumen. Nach Schluß des Vortrages werden an die Besucher Ernährungs⸗ merkblätter unentgeltlich abgegeben. Gießen, den 18. Februar 1915. Der Oberbürgermeister. 5 Keller. 1603 ——— (Wasserdicht) Alleinverkauf der weltberühmten Dr. Diehl-, Hossia- u. Salwator- stiefel N 8 8. N Konfirmanden-Stiefel Für Knaben und Mädchen, Boxkalf und Chevreaux mit und ohne Lackkappe zu den alten billigen Preisen so lange der Vorrat reicht.— Grosse Auswahl in Militärschaf t- u. Schnürstiefel sowie Gamaschen in schwarz, braun uud feldgrau . 10. 80, 12.50, 18. 80 Fußbekleidung nach Maß und Reparatur in eigner Werkstätte. L. Bernhardt Schuhmachermeister Fernsprecher 435. 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Allen Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die traurig Mitteilung, daß heute früh 4% Uhr mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, unser unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwieger- sohn und Schwager Paul Niewisch nach schwerem Leiden verschieden ist. Um stille Teilnahme blttet Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Niewisch, geb. Reh. Gießen(Schanzenstraße 16), 20. Februar 1915. Die Beerdigung findet Montag nachmittag 2 Uhr auf dem neuen Friedhof statt. 1669 Konsumverein Gießen und Umgegend. Heute früh 4½ Uhr verschied nach schwerem Leiden im Alter von 40 Jahren unser Kollege und Vorstands- mitglied, der Kassierer Herr Paul Niewisch. Seine treue Pflichterfüllung sichert ihm ein bleibendes Andenken. Giessen, 19. Februar 1915. Vorstand und Aufsichtsrat. Nachruf. Den Heldentod fürs Vaterland starb auf dem ùstlichen Kriegsschauplatz unser lieber, unvergesslicher Kollege Landbriefträger Willi Staubach Krofdorf. Wir beklagen in dem Verstorbenen den Verlust eines guten Kameraden, der durch sein freundliches Wesen und allezeit be- wiesene Arbeitsfreudigkeit uns allen sehr nahe stand. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten! Postunterbeamten-Verein 1671) Giessen. Ortsgruppe Giessen des Verbandes d. unteren Post- u. Telegr.-Beamten. Den Heldentod fürs Vaterland starb unser lieber Kamerad und Gesangesbruder 5 Peter Balser Landwehrmann, in der Landwehrkompagnie 116. Durch seinen friedliebenden treuherzigen Charakter wird ihm noch über das Grab hinaus ein treues Andenken bewahrt werden. 1641 Die Kameraden des Kriegervereins und d. Sangesbrüder d. Gesangvereins Eintracht Hattenrod. liliger Jer gaut Hr Haus-AdRüchengerae Aus meinen früheren billigen Abschldssen habe ich jetzt die setzten großen Sendungen hereinbekommen, welche, solange Vorrat, noch ohne Aufschlag verkauft werden. 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Februar 1915. 1640 Todes⸗Anzeige. Nach langem, schwerem Leiden ver— schied gestern meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Maria Staubach geb. Albach im 28. Lebensjahre. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: T museums in Eisenach. 3333 Gewinne Zus. fark 45000 n 20 5000 Bar chne Abzug zahlbar Lokferiebank 6. m. b. H. Eisenach. Ferner in den durch Plakate Kenntlichen Verkaufsstellen. Karl Staubach, Vizefeldw., z. Zt i. Felde Familie Karl Albach I., Daubringen Familie Karl Albach II., Daubringen Witwe Staubach, Alten⸗Buseck. Daubringen(Großgasse 5), 20. Febr. 1915. Die Beerdigung findet Sonntag, den 21. Februar, mittags 3 Uhr, vom Trauer⸗ hause aus statt. 1673 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme. welche mir bei dem Heldentod meines geliebten Mannes, unseres guten Vaters, des Infolge zu großer LL r Anzügen 2 sind sämtl. Preise bis zu 28% ermäßigt. Anzug sonst Mk. 32.- jetzt Mk. 26. Anzuß sonst Mk. 38.- Jetzt M. 32. Anzug sonst Mk. 48.-je zt Mk. 39. Paletots, Ulster bis 30% Ermäßigung auf ausgez. Preise Lagervorräte in Briefträgers Ein Posten Konfirmanden- Anzüge jetzt Mk. 14.— Willy Staubach mündlich und schriftlich zugegangen sind, sage ich allen auf diesem Wege meinen innigsten Dank. Frau Marie Staubach geb. Schmitt nebst Kind. nur Billigste Be Krofdorf, den 20. Februar 1915.„ pg 1672 Le Unseren Mitgliedern hierdurch zur Kenntnis, daß der Brotpreis von heute Samstag an für das 4⸗Pfund⸗Brot 78 Pfg. 2⸗Pfund⸗Brot 30 Pfg. beträgt. Die Brötchen(50 Gramm) kosten 4 Pfg., außerdem werden von jetzt ab Weißbrote zu 100 g zum Preise von 8 Pfg. gebacken. 1607 D Der Vorstand. Meine letzte Erfindung Künstliche Beine, tadelloser, natürl. Gang, dabei haltbarer, viel leichter und billiger 11 3 Uhr. Tum Pesien der fatale L der Spende für Sanitätsbunde Sonntag, 21. Fehruar, 8 Uhr abends in d. 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