3 Erstes Blatt Ur. 39 Der Siedener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; weimal wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Ferusprech-Anschlüsse: sür die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelled l Adresse für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. 105. Jahrgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei! Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Dienstag, 10. Februar 1915 Zezuasvrei-: monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pi., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz! für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Neue Erfolge im Westen. der siegreiche Verfolgungskampf im Osten. Englische Schiffe mit fremden Farben angestrichen! (WTB.) Großes Hauptquartier, 15. Februar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. 5 Südlich Ypern bei St. Eloi entrissen wir dem Feinde ein etwa 900 Meter langes Stück seiner Stellung; Gegen— angriffe waren erfolglos.. Ebenso mißlang ein Angriff des Gegners in der Gegend füdwestlich La Bassée, einige Dutzend Gefangene blieben in unseren Händen. Den Vorgraben, den wir am Sudelkopf am 12. Februar verloren hatten, haben wir wieder genommen; aus Sengern im Lauchtal wurde der Feind geworfen, den Ort Remspach rüumte er darauf freiwillig. Oiestlicher Kriegsschauplatz. Nördlich Tilsit wurde der Feind aus Piktupoenen ver⸗ trieben und wird in der Richtung auf Tauroggen weiter gedrängt.* Diesseits und jenseits der Grenze östlich der Seenplatte dauern die Verfolgungskämpfe noch an. Ueberall schreiten un⸗ sere Truppen schnell vorwärts. Gegen feindliche über Lomza vorgehende Kräfte stoßen deutsche Teile in der Gegend von Kolno vor. Im Weichselgebiet gewannen wir weiter Boden. Ra⸗ cionz ist von uns besetzt. In den vorhergehenden Kämpfen wurden neben zahlreichen Gefangenen 6 Geschütze erobert. In Polen links der Weichsel keine wesentlichen Ver⸗ ünderungen. Oberste Heeresleitung. * 2* Allmählich werden Einzelheiten bekannt über die neuen Schläge Hindenburgs in Ostpreußen, und es zeigt sich wieder, daß die glänzenden deutschen Erfolge neben der überlegenen Strategie des Feldherrn auch den übermenschlichen An⸗ ug ist einfach überrannt worden und hat die übergroße Zahl seiner von den Unseren Gefangenen oftmals auf lu tige Wieise verloren. Der amtliche russische Bericht gibt jetzt in einem Satze zu, daß nördlich von Lyck die russischen Truppen auf die befestigte Niemenlinie zurückgehen,„gedrängt von starken deutschen Kräften“. Auf den nördlichen Kriegsschau⸗ plätzen sind die Russen nach ihren amtlichen Angaben in Geschützfeuer und Kämpfe verwickelt; mit keinem Wörtchen wird dabei verraten, zu wessen Gunsten diese Kämpfe aus⸗ fallen. Nur in den Karpathen wollen die Russen Teil⸗¶ B. erfolge errungen haben. Diese Behauptung braucht uns jedoch nicht bange zu machen. Wir haben seit einigen Tagen die allergünstigsten amtlichen Wiener Berichte; danach sind die Kämpfe in den Karpathen noch in vollem Gang, und in Südostgalizien schreiten unsere Verbündeten erfolgreich vor— wärts. Ganz besonders erfreulich sind die Nachrichten, die aus der Bukowina kommen. Die Vorhut der österreichisch⸗ ungarischen Truppen ist bereits vor Czernowitz eingetroffen, wo die Russen sich verschanzt haben. Allem Anschein nach wird der Feind auch aus dieser wichtigen Stellung bald ver— trieben werden können. Der 18. Februar rückt näher heran! Heute erfahren wir, daß englische Schiffe der Harwich-Linie in holländischen Farben übermalt worden sind! Auch die rabiatisten Deut⸗ 8 in der neutralen Welt werden nun allmählich och lächeln müssen über die immer offenkundiger werdende Schamlosigkeit der britischen Schiffahrer, die sich hinter Neu⸗ tralen verstecken und diese damit in die größten Gefahren bringen. Nun, die Harwich-Linie hat ungewollt auch ein Kapitel zu der deutschen Antwortnote an Amerika geliefert. Vielleicht doch zum Verdruß der britischen Admiralität, die ja auf die Vorstellungen aus Amerika auf der Suche sein muß nach Dämpfungen und Ausreden. Zu unserer Freude aber hören wir, daß die deutsche Regierung denselben festen und unerschütterlichen Standpunkt teilen soll, den auch die ganze deutsche Presse unterstützt hat. Der Sieg in Ostpreußen. Berlin, 15. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der Kriegs⸗ berichterstatter der„Vossischen Zeitung“ schreibt über den Sieg in Ostpreußen u.a.: Am 8. Februar begannen sich unsere Truppen nach Osten auszustrecken. Stunde um Stunde, Tag und Nacht liefen unsere braven Musketiere in weitem Bogen von der Memel nach Schirwindt und Wilkowiescky. Sie fragten nicht nach Schlaf und Nah⸗ rung, packten den Feind, wo er sich stellte, und warfen ihn ohne Aufenthalt, denn sie wußten, daß es keinen Aufenthalt duldete. In der Nacht stürmten sie Spullen und Je- nischken. Die Schwadronen ritten, oft bis an den Bauch in Schneewehen und unter Kämpfen mit der feindlichen Reiterei, vorwärts und sprengten die Brücke bei Wilwsesyki, daß kein Zug mehr zurück konnte, und in der Nacht vom 10. zum 11. Februar 10000 Ge⸗ fangene und 75 Küchenwagen allein hier in unsere 1 fielen. gwischen Stallupönen und Wir ballen sieht es stellenweise aus, als wenn ganze russische Kompagnien Kleider und Stiefel ausgezogen hät⸗ ten, um davonzulaufen. Eine russische Batterie lag hin⸗ gemäht, als wäre kein Mann und kein Roß davongekommen. Durch die Ruinenstadt Eydtkuhnen aber zogen in Nacht und Regen singende Truppen, als wollten sie es über die sel jauchzen, daß das deutsche Land frei vom Berlin, 15. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Ueber die Bedeutung des deutschen Sieges in Ostpreußen schreibt der Kriegsberichterstatter des Berliner„Lokal-An⸗ zeigers“ u. a.: 5 Die vollständige Tragweite des Sieges läßt sich noch nicht überblicken, doch soviel steht bereits fest, daß der Albdruck der russischen Invasion, der lange Zeit auf Ostpreußen lastete, beseitigt ist. Die Offensive der deutschen Armee kam der russischen Armeeleitung unerwartet. Wie die früheren Offensiven bei Tannenberg und dann an den Masurischen Seen mit dem Zu⸗ sammenbruch zweier mächtiger gegnexrischer Armeen geendet haben, so endete diese neuaufgenommene 1 des Gegners mit einem gänzlichen Zusammenbruch. Die Gruppierung der deut⸗ schen Streitkräfte war am 7. Februar in der Nacht beendet. Bereits am 8. Februar begann der Vormarsch des rechten Flügels in Richtung auf Johannisburg. Am selben Tage nachmittags war Johannisburg bereits in unsexem Besitz und die 57. russi⸗ sche Division, die es hartnäckig verteidigte, beinahe ver⸗ nichtet. Bei diesen Kämpfen fielen 5000 Gefangene in unsere Hände. Die kümmerlichen Reste der Division flüchteten in den Schutzbereich der Festung Ossowiecz. Die Gruppierung unserer in der Gegend von Gumbinnen in Aktion tretenden Kräfte vollzog sich vom Gegner vollkommen unbemerkt; sie wurde von einer in dieser Linie stehenden Kavalleriedivision verschleiert. Unserer⸗ seits wurden ziemlich starke Kräfte in der Richtung nach Pillkallen und Lasdehnen in Bewegung gesetzt, um den Feind, der im Raum von Lasdehnen, Pillkallen, Gumbinnen und Stallupönen sich befand, durch einen überraschenden Angriff in südöstlicher Richtung bei Schirwindt, Wladislawow, Wilkowschik anzugreifen und ihm die Rückzugsstraße von Stallupönen Während dieser Operationen kam es russische Division, die pollständig zersprengt wurde. Spullen und ö wurden im Sturm⸗ angriff genommen. Nachdem allen von unseren in Eilmärschen vorgehenden Tru besetzt war, zogen sich die Russen zwar 7 g auf Stallupönen zurück, doch war es s e deutsche Tru Der russische Bericht. Petersburg, 15. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der Stab des Generalissimus teilte gestern abend folgendes mit: Die Kämpfe rechts der Weichsel entwickeln sich stufenweise auf der Front von Mochowo, südwestlich Sie r pe, bis zur Straße von Myschinez nach Ostrolenka; sie haben den Charakter von vereinzelten Teilgefechten. In der Gegend von Lyck Maigrod und Grajewo zeichnen sich die Kämpfe durch große Hartnäckigkeit aus. Weiter nördlich gehen unsere Trup— pen auf die befestigte Njemenlinie zurück, ge⸗ drängt von starken deutschen Kräften. Links der Weichsel dauert das Geschützfeuer an. An der Nida war das feindliche Geschützfeuer teilweise sehr stark. In den Karpa— then wiesen wir feindliche Angriffe in der Gegend Gorlice und Szwidnik ab, bemächtigten uns der feindlichen Befesti— gung von Smolnik, östlich von Lupkow, nahmen dort 18 Of— fiziere und über 1000 Mann gefangen und erbeuteten drei Maschinengewehre. Heftige Kämpfe sind im Gange auf der Front Tuchla— Wischkow und auf den Straßen nach Nadworna. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 15. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 15. Februar mittags: In Russisch-Polen und West⸗Galizien hat sich nichts ereignet. Die Kämpfe in den Karpathen sind auch weiter in vollem Gange. In Südostgalizien wurde gestern Nad— worna in Besitz genommen, der Gegner in Richtung auf Stanislau zurückgedrängt. Am südlichen Kriegsschauplatz keine Veränderung. . abgesehen von unbedeutenden Grenzgefechten, Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: 0 v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Wien, 15. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Das„Neue Wiener Tagblatt“ meldet aus Burdujeni: Die ganze Bukowina ist vom Feinde gesäubert. Nur bei Czernowitz sind die Russen verschanzt in Erwartung weiterer Kämpfe. Indessen ist Czernowitz selbst vollständig von den Russen ge⸗ räumt; unsere Truppen sind bereits an den Stadttoren angelangt. Aus Wienitz eingetroffene Personen melden, daß die Russen den Rückzug aus Kolomea antreten; sie leiden sehr unter Artilleriemangel. Mit Vertrauen erwartet die Bevölkerung die baldige Offensive gegen die Russen. Der von den Russen in den Ortschaften Gura-Humora, Kimpolung und Radautz angerichtete Schaden ist außerordentlich groß. Die österreichischen Behörden sind abends in Suczawa eingetroffen. Die Vorhut der österreich⸗-ungarischen Truppen in Czernowitz. Berlin, 15. Febr.(Priv.⸗Tel.) Das„Berl. Tagebl.“ meldet aus Budapest: Nach hier eingetroffenen Meldun⸗ gen ist die Vorhut der österreichisch-ungarischen Truppen gestern in Czernowitz angelangt. Rußland und Bulgarien. Sofia, 15. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Bulgare: Die von dem russischen Minister des Aeußeren in der Duma abgegebenen Erklärungen, in denen er es vermied, Bulgarien auch nur zu erwäh⸗ nen, erregen in allen hiesigen politischen Kreisen Unzu⸗ friedenheit und geben Anlaß zu abfälligen Kom⸗ mentaren. Ministerwechsel in Rußland? Berlin, 16. Febr. Nach einem Londoner Telegramm des Mailänder Blattes„Corriere della Sera“ sollen im russischen Mi⸗ nisterium wichtige Veränderungen vorgenommen worden sein. Der Ministerpräsident Goremykin sei zum Präsidenten des Staats⸗ rates und der frühere Ackerbauminister zum Ministerpräsidenten ernannt worden. * 3* Der englische Betrug. Rotterdam, 15. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Wie aus zuverlässiger Quelle berichtet wird, werden bereits die Schiffe der englischen Harwich-Linie so übermalt, daß sie den Schiffen der holländischen Ba⸗ tavia⸗Linie gleichen. Schiffsrumpf, Deckteile und Boote er⸗ g halten die Farbe dieser holländischen Linie. Auch die Namen werden überstrichen. Berlin, 16. Febr. Zur Gefährdung der Neu⸗ tralen durch England schreibt die„Voss. Ztg.“: Von England, nicht von uns, drohe den Neutralen Gefahr. Schiffahrtsgesellschaften der neutralen Länder haben, um nicht in den Verdacht zu kommen, als Engländer unter falscher Flagge zu segeln, ihre Schiffe in den Landesfarben angestrichen. Sofort vereiteln englische Reedereien dieses anerkennensmerte Bestreben, die neutrale Flagge vor Mißbrauch zu schützen durch Bema⸗ lung ihrer englischen Schiffe mit den Farben neu⸗ traler Länder. Alle neutralen Staaten haben ein gemeinsames Interesse, sich gegen diesen Mißbrauch ihrer Neutralität zur Wehr zu setzen. Wie England unter größter Schonung seiner eige⸗ nen gewaltigen Flotte bisher im wesentlichen seine Bundesgenossen allein die Kosten der Kriegführung hat tragen lassen, so scheint es jetzt angesichts des ihm drohenden Unterseebootskrieges die Neutralen gewaltsam aus dem sicheren Schutz ihrer Neutralität heraustreiben und für sich bluten lassen zu wollen. Nicht eindring⸗ lich genug kann deshalb die Gefahr, die von England droht, den Neutralen vor Augen geführt werden. Mehr und mehr muß den Neutralen zum Bewußtsein kommen, wie stark England diese In⸗ teressen geschädigt hat. Nachdem der heimtückische britische Schlag gegen die Neutralen auch in seinen möglichen Folgewirkungen offenkundig geworden ist, kann kein Zweifel mehr bestehen, daß England auch der Feind der Neutralen ist. In der„Kreuzztg.“ heißt es: Vielleicht hat die Fortsetzung der englischen Hinterlist doch ihr Gutes. Sie muß, sollte man meinen, den Neutralen klar machen, wessen sie sich in jedem Augenblick von England zu versehen haben. Sie muß den Versuch wecken, daß einer Nation von solchen mora⸗ lischen Qualitäten die Herrschaft über das Meer ein für allemal entrissen wird und daß dieses hohe Ziel im Interesse der Neu⸗ tralen ebenso wie in Deutschlands Interesse liegt. So darf man vielleicht hoffen, daß die Neutralen, um es zu verwirklichen, die relativ kleinen Beschwerden auf sich nehmen, die die Kriegsgebiets⸗ erklärung der deutschen Regierung für sie mit sich bringt. Je vollkommener die Neutralen die wohlgemeinte Warnung der deut⸗ schen Regierung beobachten, desto früher werden für ihre Schiff⸗ fahrt normale Zustände wiederkehren. Die holländische Schiffahrt und die deutsche Note. Haag, 15. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Im Ministerium des Aeußern fand heute morgen eine Konferenz der Minister des Aeußern und der Marine, sowie einer Anzahl Vertreter der hol⸗ ländischen Dampferlinien statt. Anlaß zu der Besprechung war der Eingang einer erläuternden deutschen Note bei der hol⸗ ländischen Regierung. Das Ergebnis der Veratung ist nicht be⸗ kannt.„Handelsblad“ erfährt, daß auf der Konferenz erörtert wurde, daß es wünschenswert sei, möglichst vorsichtig zu fahren und bei dem Erblicken von Unterseebooten zu halten. Haag, 15. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Das„Handelsblad“ meldet: Die Niederländische Dampfbootgesellschaft hat vorläufig den Dienst nach Le Havre eingestellt. Haag, 16. Febr.(WWB. Nichtamtlich.) Das Korre- spondenzbureau wird von sehr maßgebender Seite ersucht, darauf aufmerksam zu machen, daß es wünschenswert ist, auf den Schiffsrü mpfen die Nationalsarben und den Namen des Schiffes möglichst hoch aufzuma le n. Wenn nämlich das Unterseeboot unter Wasser fährt, so steht das Periskop nur sehr wenig über Wasser und kann daher die Farben, wenn sie tief unten aufgemalt sind, nicht er⸗ kennen. Es ist daher wichtig, daß die Schiffe die hollän⸗ dischen Farben möglichst hoch über der Wasserlinie des Schiffes tragen. Einstellung norwegischer Schiffahrt. Berlin, 16. Febr. Ueber Einstellung von Schiffahrtslinien heißt es in einem Hamburger Telegramm der„Vossischen Ztg.“: Das„Fremdenblatt“meldet aus Kristiania: Die norwegischen n 7 f 1 7J/%fTfCCͤĩͥ 7ðᷣ. ²˙ A ̃²-dm r 98 PE N G * . Ven Albreise des griechischen Gesaudten aus Konstantinopel. d' Athenes“: Da die Finanzkonferenz folgende Einzelheiten. Die„Agence Milli“ erfährt aus Bagdad: Vorgestern fand FTT... ˙ A Schiffahrtsgesellschaften haben am 14. Februar beschlossen, den Handels verkehr mit England ab 18. Februar vorübergehend einzustellen mit Ausnahme der Postdampfer und aller auf englisches Risiko fahrenden Dampfer. Die Warnung an die neutrale Schiffahrt. Hamburg, 15. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) In den Kreisen der deutschen Schiffahrt wird bemerkt: Bei der bisher seitens Englands geübten Praxis und bei seinem Interesse, Konflikte zwischen Deutschland und den neu⸗ tralen Staaten herbeizuführen, ist es nicht ausgeschlossen, daß zur Erreichung des Zweckes ein oder mehrere neutrale Dampfer durch englische Unterseeboote absichtlich versenkt werden. Auch wurden, soweit in diesen— bekannt wurde, von England in großer Menge besondere Minen gegen die deutschen Unterseeboote gelegt. Deutsche Fachleute glauben, diese Gefahren müßten die Neutralen eindring⸗ lich darauf hinweisen, das Kriegsgebiet zu meiden. Die„Lusitania“. London, 15. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus: Die„Lusitania“ ist am Sams- tag unter englischer Flagge von Liverpool ausgefahren. * 8* Ein Luftkampf. Berlin, 16. Febr. Ueber einen abermaligen Luftkampf eines Zeppelin⸗Luftschiffes mit drei französischen Fliegern berichten verschiedene Morgenblätter: Das Luftschiff kam vom Schwarzwald her und fuhr in der Richtung auf Bel⸗ fort, wobei es von französischen Flugzeugen umringt wurde. Vierzig Minuten lang fand eine starke gegenseitige Beschießung statt, wobei die Flieger vergeblich das Luftschiff zu überfliegen ver⸗ suchten. Dieses entschwand nordwärts in der Richtung Paris. Das Schicksal französischer Alpenjäger. Berlin, 16. Febr. Französische Alpenjäger gerieten übereinstimmenden Meldungen in den Morgenblättern zufolge, widerwillig in einen deutschen Schützengraben. Sie wur⸗ den von den Deutschen abgeschnitten und aufgefordert, sich zu ergeben, was sie abschlugen. Statt dessen rasten sie in voller Fahrt mit ihren Skiern in die deutschen Lauf⸗ gräben hinunter, wo ein furchtbarer Kampf entstand, bei dem alle Franzosen getötet wurden. Von der belgischen Industrie. Magdeburg, 15. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der „Magdeburgischen Zeitung“ wird aus Brüssel gemeldet: Die Bemühungen des Generalgouverneurs Freiherrn v. Bis⸗ sing, der belgischen Industrie unter deutscher Verwaltung allmählich wieder auf die Beine zu helfen, sind von Erfolg — 4 In der letzten Woche haben mehrere große indu⸗ ielle Werke, darunter das große Hütten- und Kohlenwerk Ougrée⸗Marchays im Lütticher Bezirk, das gegen 10000 Ar⸗ beiter beschäftigt, die Arbeit wieder aufgenommen. Dadurch 5 selbstverständlich auch die Kohlenförderung wieder ge— n. Die Pariser Finanztonferenz. Magdeburg, 15. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Wie der Mitarbeiter der„Magdeburgischen Zeitung“ in Brütsel meldet, verlauten dort über die Ergebnisse der 1 Die Kon⸗ f beschloß: Die Bank von Frankreich und die Bank gland gewähren Rußland 1. einen Vorschuß von je 600 Millionen Franks zur Einlösung seiner in Paris in London fälligen Verpflichtungen. 2. Die Konferenz ge⸗ nehmigte grundsätzlich den Finanzplan Rafalowitschs zur .— des Rubelkurses zur Ausgabe gemeinsamer englisch⸗ uzösisch⸗russischer Schatzscheine, die die Ausgebung in Rubeln ersetzen sollen. 3. Die Emission der gemein⸗ 33 Kriegsanleihe wurde bis zur Beseitigung konstitutionellen Schwierigkeiten in Frankreich und Eng⸗ land vertagt.— Der russische Finanzminister Bark be⸗ nutzte seine Pariser Anwesenheit, um mit dem Crödit Lyon⸗ nais wegen der Unterbringung einer russischen Schatzschein⸗ Anleihe von 1000 Millionen Franks zu 6 Prozent zu unter⸗ — 4 Infolge des unbefriedigenden französischen Geld⸗ — konnte aber der Crédit Lyonnais das Geschäft nicht machen. *** Erfolge der Türken gegen die Engländer. Konstantinopel, 15. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) zwischen dem Vorposten des linken türkischen Flü⸗ gels und englischer Infanterie und Kavalle⸗ rie ein Zusammenstoß statt. Die englischen Truppen zogen sich unter Zurücklassung von 17 Toten auf dem Kampfplatz zurück. K Truppen des rechten Flügels — es trotz feindlichen Geschütz⸗ und Maschinengewehr⸗ euers, bis an einen Dattelwald bei Korna heranzukom⸗ men. Der Feind ist vollständig demoralisiert. Die Türken hatten nur fünf Verwundete. Bei einem andern An⸗ Pet gelang es den Türken, die kleine Festung Pirin di zu abe. Dabei fielen ihnen 500 Kamele als Beute in die Eine große Wohltätigteitsveranstaltung in Konstantinopel. Konstantinopel, 15. Febr.(WTB Nichtamtlich.) Eine Wohltätigkeitsveranstaltung größten Stiles zugunsten des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds fand hier in den Vereinsräumen der Teutonia unter dem Protektorat des Großwesirs, des deutschen und des österreichisch-ungarischen Botschafters statt. Anwesend waren neben den Protektoren, dem Kriegsminister Enver Pascha und dem Minister des Innern, Talaat, andere Minister, hohe Staatsbeamte, Offi⸗ 7 und Vertreter der deutschen und österreichischen Ko⸗ onie. Die Vorführung deutscher Kriegsfilms erregte bei den Türken große Begeisterung. Athen, 15. Febr.(WTB. Nichtamtlich) Der griechische Marineattaché Kriesis ist kürzlich in nn auf der Straße belästigt worden. Hierzu meldet die„Agence a die Ausführung des Versprechens, Genugtuung u geben,* begegnete, reiste der griechische Gesandte ö 2— 27 Athen. Er ließ den ersten Sekretär als Ge⸗ räger zurück. Konstantinopel, 15. Febr.(W. B. Nichtamtlich.) Die Abreise des griechischen Gesandten wird in den deut⸗ schen maßgebenden militärischen und diplomatischen Kreisen sehr ruhig beurteilt. Es wird allgemein eine friedliche Bei⸗ legung erwartet, zumal die Pforte äußerst maßvoll und ent⸗ gegenkommend ist. Im anderen Falle wäre die militäxische Lage durch den Eintritt Griechenlands in den Weltkrieg wenig verändert. Die Getreuen von S. M. Schiff„Ayesha“. leutnant von Mücke, ist das Eiserne Kreuz erster Klasse, der ganzen Besatzung des Schiffes das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen worden. Aus dem Reiche. Neue Beschlüsse des Bundesrats. Berlin, 15. Febr.(WTB. Amtlich.) Der Bundes⸗ rat hat in seiner heutigen Sitzung die Höchstpreise für den egznere rene um 1,75 Mk. erhöht. Bei dem Mangel an Futtermitteln und dem verhältnis⸗ mäßig niedrigen Preise der Speisekartoffeln besteht die Gefahr, daß die Vorräte an Speiselartoffeln im großen Umfange als Viehsutter verwendet werden. Es kommt aber in erster Linie darauf an, daß in den nächsten Monaten Speisekartoffeln für die menschliche Ernährung vorhanden sind. In derselben Verordnung sind schon jetzt Höchstpreise für inländische Frühkartoffeln, die in der Zeit vom 1. Mai bis 15. August 1915 geerntet werden, auf 10 Mk. festgesetzt. Damit soll für Gärtner und kleine Landwirte, besonders in der Nähe der Städte, ein Anreiz geschaffen werden, möglichst viel Frühkartoffeln zu bauen, die in den Monaten 1 Juli für die Volksernährung zur Verfügung tehen. Der Bundesrat hat eine Verordnung beschlossen, die vom 1. März 1915 ab eine Einschränkung der Verwen⸗ dung von 2 in den Bierbrauereien bringt, wodurch eine erhebliche Menge der seither zur Bierberei⸗ tung verwendeter Gerste für die Volksernährung freimachen will. Im einzelnen bestimmt die Verordnung folgendes: Die Bierbrauereien sollen vom 1. April 1915 an zur Her⸗ stellung von Bier in jedem Vierteljahr nur noch 60 Hundert⸗ teile des im gleichen Vierteljahre der Jahre 1912 und 1913 durchschnittlich zur Bierbereitung verwendeten Malzes ver⸗ wenden dürfen. Für Brauereien, deren vierteljährliche durch⸗ schnittliche Malzverwendung 40 Doppelzentner nicht über⸗ steigt, erhöht sich die zulässige Malzmenge auf 70 Hundert⸗ teile. Im Monat März dürfen die Brauereien ein Drittel der für das erste Vierteljahr 1915 sich berechnenden Malz⸗ menge verwenden. Wenn eine Vierbrauerei im März 1915 oder in einem Vierteljahr die hierfür Wee en Malzmenge nicht verwendet, darf sie die ersparte Menge in dem folgen⸗ den Vierteljahr verwenden oder sie ganz oder teilweise auf andere Bierbrauereien innerhalb des nämlichen Brau⸗ steuergebietes übertragen. Auf Malz, das künftig aus dem Auslande eingeführt wird, erstreckt sich die Verordnung nicht. Soweit inländisches Malz auf Grund von vor dem Inkrafttreten der Verordnung abgeschlossenen Verträgen nach dem 28. Februar 1915 an Bierbrauereien zu liefern ist, darf statt der vereinbarten Menge nur eine nach dem Maßstab der gesetzlichen Einschränkung geminderte Men gefordert und geliefert werden. Die Landeszentralbehör soll anordnen können, daß die landesrechtlich festgesetzten Rechte der Bierbrauer auf den Ausschank der eigenen Er⸗ eugnisse für die Dauer der gesetzlichen Einschräntung der dalzverwendung auch auf fremdes Bier ausgedehnt wer⸗ den. Für die Ueberschreitung der zulässigen Malzmengen sind hohe Gefängnisstrafen oder Geldstrafen vorgesehen. Die Verordnung tritt sofort in Kraft. Der Ausgleich der Mehlvorräte. Berlin, 15. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Es gelan, in letzter Zeit an die. vielfach An⸗ träge von Kommunal, änden auf Mehlüberlassung. Den Anträgen stattzugeben ist nicht Aufgabe der Kriegsgetreide⸗ gesellschaft. Es ist festgestellt, daß noch große Mehlvorrüte im Lande vorhanden fin und die Mühlen wissen teilweise nicht, wohin sie ihre Produktion absetzen sollen. Es handelt sich bei dieser vorhandenen Mehlmenge weniger um Roggen⸗ mehl, als um Kriegsmehl, das ist 70 Prozent Weizenmehl und 30 Prozent Roggenmehl. Dieses Mehl haben die Mühlen teilweise fertig liegen, teilweise können sie die vorhandenen Getreidevorräte gemäß 84 Ziffer se der Bundesratsverord⸗ nung vom 25. Januax 1915 ausmahlen. Veräußern dürfen die Mühlen dasselbe nicht, ohne daß der zuständige Kom⸗ munalverband hierzu die erforderliche Zustimmung gibt. Die Zustimmung wird von dem Kommunalverband, in dem die Mühle liegt, häufig verweigert, obwohl die in dem Be⸗ zirk vorhandenen Vorräte dessen Bedarf für die nächste Zeit bei weitem übersteigen. In diesem Falle empfehlen wir dem notleidenden Kommunalverband, von 851 der Bundesrats⸗ verordnung Gebrauch zu machen und sich an die Landes⸗ zentralbehörde zu wenden, um die Uebereignung von Mehl aus dem Bezirk des einen Kommunalverbandes an den anderen in die Wege zu leiten. Gehören die Kommunalver⸗ bände verschiedenen Bundesstaaten an, so ist hierfür der Reichskanzler zuständig. Die Mühlen, bei denen Mehl noch erhältlich ist, sind zu erfahren bei der Geschästsstelle des Vereins Deutscher Handelsmüller, Berlin⸗Charlottenburg, Schillerstraße 5(Telegrammadresse: Handelsmüller). * Berlin, 15. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Reichs⸗ anzeiger“ enthält: 1. die Bekanntmachung vom 12. Febr. 1915 zur Ergänzung der Verordnung betr. Regelung des Verkehrsmit Zucker usw. vom 31. Oktober 1914; 2. die Bekanntmachung der Fassung der Bekanntmachung betr. Regelung des Verkehrs mit Zucker vom 12. Febr. 1915 8. die Bekanntmachung über zuckerhaltige Futtermittel vom 12. Febr. 1915; 4. die Bekanntmachung über die 1 2 lung des Verkehrs mit Hafer vom 13. Febr. 1915; 5. Be⸗ kanntmachung über Höchstpreise für Hafer vom 13. Februar 1915 und die Bekanntmachung über die Er⸗ höhung des Haferpreises vom 13. Febr. 1915. Berlin, 15. Febr.(WTB. Amtlich.) In der heutigen Sitzung des Bundesrats gelangten zur Annahme: eine Bekanntmachung betr. Einschränkung des Malz ver⸗ brauchs in den Bierbrauereien und eine Aenderung der Bekanntmachung über Höchstpreise für Speise⸗ kartoffeln vom 23. November 1914. Berlin, 15. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Das Ober⸗ kommando in den Marken erxläßt folgende Be⸗ kanntmachung: Da die vielfachen Warnungen und Auf⸗ klärungen durch die Behörden und die Presse nicht den nötigen Erfolg gehabt haben, bestimme ich hiermit auf Grund des§9 b des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 für das Gebiet der Stadt Berlin und der Provinz Brandenburg: In Gast⸗ und Schank⸗ wirtschaften darf an Militärpersonen aller Dienstgrade in Uniform Alkohol in Form von Branntwein, Lllbren, Rum, Arrak, Kognak oder aus diesen Stoffen bereiteten Getränken nicht verabreicht werden, weder auf eigene Be⸗ stellung noch auf Veranlassung anderer Personen. Liese Be⸗ stimmung tritt am Freitag, den 19. Februar, in Kraft. Zu⸗ widerhandlungen werden mit Gefängnisstrafen bis zu einem — 1 oder haben die Eeß ung der Wirtschaft zur Folge. Berlin, 15. Febr.(WB. Nichtamtlich.) Dem bis⸗ herigen ommandanten S. M. Schiff„Ayesha“, Kapitan⸗ 2 3 Aus Stadt und Caud. „ a /i pätete Zustellung der gen. seres Plates 5 er Age der Landgemeinden ist auf einen Maschinenschaden zurückzuführen. Es ist Vorsorge Sie ——— Familtenblärter ist der beni a 1 7 2 gen Nummer des Gießener Anzeigers beigefügt. Lu. Preis aufgaben der Universität Gießen für das Jahr 1915/16. Für das Jahr 1915/16 werden folgende Preis aufgaben gestellt: Von der N Fakultät: Die Uebersetzungen der apokalyptischen Schrift IV. Efra“ sollen mit einander verglichen und ihr Wert für die Wiederherstellung der anzunehmenden Urschrift festgestellt werden.— Von der juristischen Fakultät: Ueber das in Fraudem legis agere (Umgrenzung und Wirkung der Gesetzesumgehung).— Von der medizinischen Fakultät: 1. Für den aka 15. Nach der Literatur und dem Material der Gießener Augenklinik soll ermittelt werden, ob und inwiefern die Elliotsche Operation geeignet ist, die Iridektomie bei der Behandlung des Glaukoms zu ersetzen. 2. Für den Balserpreis: Die historische Entwicklung der Operationen am Sinus sigmoideus und an der Vena jugularis. ie Preisaufgaben der philosophischen Fakultät werden erst nach dem 1. April gestellt. Die staatlichen Preise betragen je 180 Mk.: der Preis der en in den ungefähr 500 Mk. betragenden Jahreszinsen des Stiftungskapitals. Es kann auch die Hälfte der Preise zuerkannt werden.— Wer sich um einen Preis bewirbt, muß mindestens in einem der beiden auf die Stellung der Aufgabe folgenden Semester an der Universität Gießen immatrikuliert gewesen sein. Jede Bewerbungsschrift darf nur einen Verfasser haben. Die Bewerbungsschrift ist in der Sprache abzufassen, in der die Aufgabe gestellt ist. Auf dem Titel ist ein Kennwort anzubringen. Die Bewerbungsschrift ist vor dem 1. April 1916 einzusenden unter Beifügung eines verschlossenen, mit dem Kennwort der Arbeit versehenen Briefumschlags, der die Angabe des Verfassers und seiner Adresse enthält. Die Sendung ist an die Fakultät zu adressieren. Beim Jahresfest der Uni⸗ versitt, m 1. Juli 1916, verliest der Rektor die Urteile und verkündigt die Namen der preisgekrönten Bewerber. Ausschuß für deutsche Kriegsgefangene. Nach Vereinbarung mit dem Zentral⸗Komitee der deutschen Vereine vom Roten Kreuz, Abteilung für Gefangenenfür⸗ sorge, Berlin, und unter Zustimmung des Königl. Preuß. Kriegsministeriums soll der bisher nur in Hamburg tätige „Ausschuß für deutsche Kriegsgefangene“ des Hamburgischen Landesvereins vom Roten Kreuz seine Or⸗ anisation auch auf andere Teile Deutschlands ausdehnen. ine Tätigkeit erstreckt sich auf die Aufklärung der Angehörigen über den Verkehr mit den Kriegsgefan⸗ enen, die Nachforschung nach solchen Vermißten. eren Aufenthaltsort durch die offiziellen Stellen wegen der teilweise mangelhaft und mit Verspätung eintreffen⸗ den Gefangenenlisten der feindlichen Staaten noch nicht ermittelt werden konnte, die Sammlung von Gel⸗ dern zur Unterstützung bedürftiger Kriegs- und Zivil⸗ Gefangener. Zu diesem Zwecke wird in Frankfurt a. M. seitens des Roten uzes ein der Hamburger Gründung nachgebildeter Ausschuß für deutsche Kriegs⸗ gefangene“ errichtet. Die Hamburger Stelle übernimmt als Zentrale die Organisation in Norddeutschland, die Frankfurter in Süddeutschland einschließlich [Hessen⸗Nassau und der. —2—— 8— 4—— 1— nach einheitli ichtspunkten gemeinsam besorgen. Für die einzelnen Gegenden Deulschlaubs werden Unter⸗Aus⸗ schüssee unter dem Namen 1 für 3 ene Deutsche“ gebildet. Di inkfurter Verein Gefange fe nimmt diesen Namen ebenfalls an ührt fortan die Geschäfte der Abteilung für Süddeutschland in Frankfurt a. M ö * Austunftsstelleüber Verwundete in der rovinz Posen. Wir werden gebeten, erneut darauf 8 daß zur 1 Vermittlung von Nach⸗ richten über verwundete und kranke Militärpersonen für die Provinz Posen im 1 Oberpräsidium in Posen eine Aus kunftsstelle über Verwundete, die in Laza⸗ retten der Provinz Posen liegen, besteht. Diese Ein⸗ richtung soll es den Angehörigen unserer verwundeten und erkrankten Krieger ermöglichen, den Aufenthaltsort ihrer Lieben, von denen sie wissen oder annehmen, daß sie ver⸗ wundet oder erkrankt sind, zu ermitteln. Anfragen sind zu richten an die„Auskunftsstelle über Verwundete in der Provinz Posen“ in Posen, O. 1, Taubenstraße 1. Wir be⸗ merken noch, daß es sich empfiehlt, zu den Anfragen Post⸗ karten mit Rückantwort(Doppelkarten) zu verwenden, wo⸗ bei auf der Antwortkarte die genaue Adresse des Absenders vorzuschreiben ist. * Zur Reichswochenhilfe. Wir verweisen auf die in der vorliegenden Nummer des Kreisblatts enthaltene Bekanntmachung betr. Kranukenversicherung und Wochenhilfe. r Allgemeine Feier der 100. Wiederkehr des Geburtstages Otto v. Bismarcks. Auf Ein⸗ ladung des Oberbürgermeisters Keller versammelten sich estern abend im Sitzungssaale der Stadtverordneten eine Anzahl von Vertretern der hiesigen Behörden, Vereine und anderer Korporationen, um die Frage zu beraten, wie die Stadt Gießen die 100.* des Geburtstages Bis⸗ marcks feierlich begehen solle. Mit trefflichen Worten, die allgemein Anklang fanden, wies Oberbürgermeister Keller darauf hin, daß gerade in diesen Tagen des Ka Bis⸗ marcks Geist aufer daß der diesmalig ihre Teilnahme erklärt haben Musikdirektor Krauße stellte de Mia i 1 8 der aterplätze fallen an diesem Abend fort. Auch unsere 25 9 8 Aadeulsche Feier Perelis auf Sonnenwendtag 125 verabredet sei, die indessen tag verlegt wurde und der Volksfeier keinen * Vorträge über Volksernährung während des Krieges werden in Stadt und Kreis Gießen in der näch⸗ sten Zeit stattfinden. In dem Kursus über Volksernährung, der vom 3.—6. Februar im Abgeordnetenhaus in Berlin stattfand, hatte auch die Al ice⸗Schule vom preußischen Ministerium des Innern eine Einladung erhalten und ihre Hauswirtschaftslehrerin Frl. Hof dorthin entsandt. Frl. Hof wird nun den dort erhaltenen Anregungen durch eine Anzahl von—— 4 weiteste Verbreitung zu geben suchen. Unsere Nachbarstadt Marburg hat bereits mit einem solchen Vortrag, gehalten von Frau Rade, den Anfang gemacht; er fand in den von Frauen und Mädchen über⸗ füllten Stadtsälen statt und mußte einige Tage später wiederholt werden, weil Hunderte keinen Platz gefunden hatten. Auch hier wird man ein ähnliches großes Interesse, besonders für diese wichtigen Fragen, beim weiblichen Ge⸗ schlecht voraussetzen dürfen. * Ueber Hindenburg und seine Kriegs⸗ felder wird am kommenden Donnerstag, abends 8½ Uhr, in der Neuen Aula auf Veranlassung des Kaufmänni⸗ schen und des Gewerbevereins ein auswärtiger Redner einen Vortrag halten, der sicherlich der Auf⸗ merksamkeit der weitesten Kreise begegnen wird. e Konsum⸗Verein Gießen und Umgegend. Die am Sonntag stattgefundene außerordentliche General⸗ versammlung hatte sich mit folgender Tagesordnung zu be⸗ fassen: 1. Berichte; 2. Innere Angelegenheiten; Z. Event. Neuwahl des Aufsichtsrates. Der Vorsitzende des Aufsichts⸗ rates besprach zunächst eingehend die Differenzen mit dem Vorstand. Voll und ganz habe derselbe seine Pflicht getan, auch müsse anerkannt werden, daß der Vorstand bemüht ge⸗ wesen sei, die Interessen des Vereins in jeder Weise wahr⸗ zunehmen. Es könne aber nicht soweit gehen, daß der Vor⸗ stand Beschlüsse, die in gemeinsamer Sitzung gefaßt seien, nicht r Dies sei in zwei Fällen ge⸗ schehen, einmal beim Offenhalten der Gießener Verteilungs- stellen an den Sonntagen auf eine Stunde, das andere Mal bei der vorzeitigen Erhöhung des Brotpreises. Um das Urteil der Mitglieder zu hören, habe der Aufsichtsrat diese Ver⸗ sammlung einberufen. Die betreffenden beiden Vorstands⸗ mitglieder seien der Versammlung ferngeblieben; sie be⸗ gründen ihr Nichterscheinen durch folgende Erklärung: „Die unterzeichneten Vorstandsmitglieder erklären hier⸗ mit, daß sie der heutigen Generalpersammlung aus dem Grunde ferngeblieben sind, weil diese ohne ihr vorheriges Wissen und ohne vorher darüber in einer Sitzung zu be⸗ raten, einberufen worden ist. Ein solches Vorgehen ist wohl angebracht, wenn sich die Vorstandsmitglieder schwerer Ver⸗ gehen gegen den Verein schuldig gemacht hätten. Da dies nun nicht der Fall ist, die Unterzeichneten vielmehr ihre ganze Kraft zum Wohle des Vereins eingesetzt haben, der Aufsichts⸗ rat aber trotzdem ein solches Vorgehen beliebte, halten wir es mit unserer Ehre nicht vereinbar, noch länger als vertrags⸗ mäßig festgelegt an der Spitze des Vereins zu stehen. Unsere Anwesenheit in der Generalversammlung hätte eventuell auch zu einer Aussprache geführt, die in der jetzigen schweren Zeit nicht im Interesse der Genossenschaft gelegen sein kann. Aus Rücksicht auf die weitere Entwickelung des Vereins begnügen wir uns mit dieser Erklärung und hoffen, daß die werten Mitglieder unser Verhalten begreifen. Michael Keßler. C. Koppe.“ 2 Diese Erklärung sei nicht stichhaltig, die Vorstandsmit⸗ glieder wären verpflichtet gewesen zu erscheinen. Er schlägt jolgende Resolution vor:„Die Generalversammlung setzt das Vertrauen in die Verwaltung, daß sie, wie bisher, N die Interessen der Genossenschast und ihrer Mitglieder in jeder Beziehung wahrnehmen wird. Von allen Angestellten und Mitgliedern muß aber unbedingt gefordert werden, daß sie den von der Verwaltung gefaßten Beschlüssen und Anord⸗ nungen nachkommen. In der heute besprochenen Angelegen⸗ heit kann die Versammlung das Verhalten der Vorstands⸗ mitglieder nicht billigen. Ihr Fernbleiben von der heu⸗ tigen Versammlung ist zu verurteilen.“ Nachdem noch einige Redner gegen und für die Reso⸗ lution gesprochen, wurde dieselbe von der schwachbesuchten Versammlung mit Majorität angenommen. Hierauf gab der Vorsitzende des Aufsichtsrates noch einen kurzen Bericht über die günstige Entwickelung des Vereins, worauf Schluß der Versammlung erfolgte. ** Wie man Goldgeld auftreibt. Für über 6000 Mark in Gold hat ein Darmstädter Kino⸗ besitzer an die Reichsbank abgeliefert, die er innerhalb drei Tagen dafür eingenommen hatte, daß er beim Eintausch eines Goldstückes n Silber oder Papier freien Ein⸗ tritt in das ater gewährte. 3 Herchenhain, 14. Febr. Bei sehr zahlreichem Besu wurde heute nachmittag in unserem Gotteshause eine Sep- feier für den in Frankreich gefallenen Feldwebel⸗Leutnant Hein⸗ rich Oechler aus Sichenhausen begangen. Die beiden Krieger⸗ vereine von Hartmannshain und Herchenhain waren mit umflor⸗ ten Fahnen erschienen. Pfarrer Römer hielt die Gedächtnisrede. Starkenburg und Rheinhessen. ch. Bingen, 15. Febr. Nicht weniger als 309000 Mark Goldgeld wurden bisher durch die Sammlung der Schul- knaben in Bingen der Reichsbank zugeführt. Wie groß die Goldbestände in den einzelnen Däusern noch sind, kann man daraus ersehen, daß in einer einzigen Straße in vielleicht 44 Häusern über 1000 Mark gesammelt werden konnten. assau. h Biedenkopf, 15. seor. Emem Landwirt in Krombach, der seine Getreidevorräte um mehr als die Hälste zu gering angegeben hatte, wurden die gesamten Bestände zwangsweise beschlagnahmt, h Frankfurt a. M., 15. Febr. Das(nebenbei gesagt voll ⸗ kommen salsche) Gerücht von der bevorstehenden Neuprägung der Goldmünzen mit dem Lorbeerkranze wirkt weitere Wunder. In eimer hiesigen Bankfiliale nahe den Markthallen wechselten am Samstag Bauern, die zum Markt vom Lande hereimgekommen waren, für 360 90 Mark Goldgeld gegen Vapier ein. Auch in zahlreichen Geschälten, deren Dauptkundschast sich aus Land⸗ leuten zusammensetzt, floß der Goldstrom am Samstag in ersreu⸗ licher Fülle. fe. Bad Homburg v. d. H, 15. Febr. Wie schon kurz ge⸗ meldet, ist in Berlin der berühmte Maler Wirkl. Geh. Rat Pro⸗ sessor Ferdinand Graf von Harrach im 82. Lebensjahre gestorbenu. Der Verstorbene war in jungen Jahren ein Freund des Taunus und weilte häufig als Kurgast in den Bädern Bad Homburg, Wiesbaden und Laugenschwalbach und zwar mit der Schwester seines Vaters, der Fürstin Auguste von Liegnitz, Gräfin von Hohenzollern, Gemahlin des Königs Friedrich Wil- helm III. von Preußen, die am 4. Juni 1873 zu Bad Homburg verstarb. 2 h Aus dem Taunus, 15. Febr. Im Untertaunuskreise hat der Landrat v. Trotha in Langenschwalbach eine Verfügung dahin erlassen, daß in seinem Kreisbereich nur Brote im Gewicht von vier Pfund gebacken und zum Einheitspreise von 60 Pfennigen verkauft werden dürfen. Bislang kostete im er e das Pfund Brot nicht weniger als 16—17 Pig. as Pfund. Die ueberschwemmung in Italien. Rom, 15. Febr.(WTB. Nichtamtlich'. Der Wasser⸗ stand des Tiber hielt sich während des ganzen Tages auf der gleichen Höhe. Erst gegen abend begann er zu sinken. Die Oilis⸗ altion dauert sort. In den füberschwemmten Gegenden wird der Verkehr mit Wagen und Kähnen aufrecht erhalten. Der König besuchte auch heute die überschwemmten Ortschasten in der Um⸗ gebung von Rom. . Märkte. fe. Frankfurt a. M., 15. Febr. Eine gewaltsame Ver⸗ minderung unserer Schweinebestände haben die um⸗ fangreichen Ankäufe der Stadtverwaltungen von Schweinen und Verarbeitung derselben zu Speck, Wurst und Dauerwaren im Ge⸗ folge. Nicht allein, daß vollfleischige, schlachtreise Tiere auf den Markt zum Verkauf gestellt werden, sondern unreife Be⸗ stände, und das ist das Bedauerliche, werden abgestoszen, wie heute es sich auf dem Frankfurter Markte zeigte. Ein großes An⸗ gebot, 2852 Schweine— 168 mehr, wie am vorwöchigen Haupt- markt—, stand zum Verkauf, darunter aber reichlich unreife Schweine, die aber unter Preis veräußert wurden. Im Hinblick hierauf muß an die Bundesregierungen die Forderung gestellt werden, daß sie die Abstoßung unreifer Schweine nicht nur nicht fordern, sondern zu verhüten suchen. Das war beute die Ansicht der Metzgermeister und des legitimen Handels, um eine Kata⸗ strophe hintanzuhalten. Die Preise für vollfleischige Schweine von 80 bis 150 Kilo gingen 6 bis 7 Pfennig, die unter 80. Kilo 2 bis 4 Pig. pro Pfund Schlachtgewicht in die Höhe und notierten 104 bis 107 Pfennig bezw. 98 bis 102 Pfennig für das Pfund, ein noch nie erreichter Preis. Troßdem war der Handel schlep⸗ pend und der Markt wurde nicht geräumt. Am Rindermarkt hiel⸗ ten Ochsen und Kühe die bisherigen Preise, Bullen zogen etwas an, infolge der einsetzenden Wurstfabrikation. Kälber gingen im Preise etwas zurück, während Schafe eine Haussebewegung um 3 Pfennig pro Pfund Schlachtgewicht machten.— Am heutigen Markt in Wiesbaden galten Schweine durchschnittlich 7 Pfennig pro Pfund Schlachtgewicht weniger als am Frankfurter Markt. — f 2—— Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. in Hessen am Mittwoch, den 17. Jebr. 1915 Aufheueend, trocken, nördliche Winde, kälter. Letzte Nachrichten. Die niederländische Note an Deutschland und England. Amsterdam, 16. Febr. Der Inhalt einer Note der Nieder⸗ lande an die deutsche Regierung in der Frage des Unterseeboot⸗ krieges wird jetzt veröffentlicht. In der Note bestreitet die nieder⸗ ländische Regierung, daß die allgemein gegen die neutralen Staaten, gerichteten Vorwürfe bezüglich der Niederlande begründet seien. Bezüglich der Erklärung eines ausgedehnten Teiles der offenen See als Kriegsgebiet werden die gleichen Bedenken erhoben wie früher gegenüber der britischen Regierung. Es wird erklärt, die neutralen Schiffe hätten Anspruch darauf, daß eine hinreichende Untersuchung über die Neutralität der Handelsschiffe vorgenommen werde, bevor Maßregeln gegen die Schiffe ergriffen würden. Andererseits hat die niederländische Regierung bei der britischen ihre Bedenken ausgedrückt gegen den von letzterer bezüglich des Mißbrauchs der neutralen Flagge durch die britischen Handelsschisse eingenommenen Standpunkt. Englische Abwehrmaßregeln gegen die deutschen Unterseeboote. Rotterdam, 16. Febr. Der deutsche Konsul übersandte der Rotterdamer Handelskammer zur Kenntnisnahme eine ihm vom Reichskanzler zugesandte Aufzeichnung über den Unterseebootkrieg gegen England. Die Mit⸗ teilung des Reichskanzlers führt aus, daß zu erwarten sei, daß die englischen Handelsschiffe sümtlich mit Artillerie armiert werden. Sie wurden weiter aufgefordert, in Gruppen zu fahren, die deutschen Tauchbobte während der vorzunehmen⸗ den Untersuchung zu rammen oder während sie längs⸗ seitig liefen, mit Bomben zu belegen. Die an Bord der englischen Schiffe fahrenden deutschen Untersuchungs⸗ kommandos sollen überwältigt werden. Endlich wurde ein sehr — Durch die Einberufung eines Teiles der Aerzte zum Kriegs-Sanitätsdienste im Felde sind die zurückgebliebenen Aerzte, zumal in der jetzigen Winterszeit sehr stark in Anspruch genommen. Ihre Mühen werden durch nicht rechtzeitige Bestellungen der Besuche wesentlich ver. mehrt. 1400 D Die Aerzte bitten daher, Bestellungen für Besuche, deren Erledigung noch im Laufe des Tages erwartet wird, vor 9 Uhr vormittags ihnen zukommen zu lassen. Der ärztl. Kreisverein Gießen. N neine perehrliche Kundschaft! Infolge gesetzlicher Bestimmung mußte ich leider meine Brotlieferung(hoffentlich nur für kurze Zeit) ein⸗ stellen. Hochachtungs voll os Wilhelm Schimmel, Rinzenbacher Mühlt. P Schwarze und farbige Konfirmandenkleider Kleiderstoffe sind in großer Auswahl eingetroffen und emplehle solche zu sehr billigen Preisen J. Pfeffer · GieBen 1476 boher Preis für das englische Schiff, welches das erste deutsche Tauchboot vernichtet, ausgesetzt. Die englischen Handelsschiffe in dem Kriegsgebiet sind demnach nicht mehr als unver⸗ teidigt anzusehen, so daß sie deutscherseits ohne vorherige Warnung vder Untersuchung angegriffen werden.— Inzwischen s hat die britische Regierung auch ihre Anordnung wegen des 5 Mißbrauchs neutraler Flaggen zugegeben. Damit ist die Erkennbarkeit der neutralen Handelsschiffe, wenn sie bei Nacht oder unter Deckung fahren, so gut wie unmöglich. Bei dieser Sach⸗ lage besteht keinerlei Gewähr mehr für die Sicherheit der neutralen Schiffahrt in den englischen Seekriegsgebieten. Dazu kommt noch die Erhöhung der Minengefahr, da die Absicht besteht, in allen Teilen des Kriegsgebietes in weitestem Umfange von Minen Ge⸗ brauch zu machen. Die neutralen Schiffe müssen daher wiederholt auf das dringendste gewarnt werden, sich in diese Gebiete zu begeben. Die Aufzeichnung des Kanzlers schließt mit der Erklärung, daß an der angekündigten Kriegsführung festgehalten wird, bis England sich entschließt, die allgemein anerkannten Regeln des Seekriegsrechtes, so, wie sie in den Pariser und Londoner Deklarationen niedergelegt sind, auch seinerseits künftig zu beobachten oder bis es von den neutralen Mächten hierzu gezwungen wird.(Berl. Lokalanz.) Die neutrale Schiffahrt. i. Köln, 16. Febr. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Stockholm: Der norwegische Passagierdampfer „Beszheim“ ist als erster mit großen Namens⸗ schildern an den Seiten der Promenadendecks in See gegangen. Die Abfahrt erfolgte neun Stunden spüter als gewöhnlich, damit man die Minenfelder bei Tages⸗ licht passieren konnte. Die Kümpfe in den Karpathen. Oesterreichisch-Ungarisches Kriegspresse⸗ quartier, 16. Febr. In den Artilleriekämpfen an der westlichen Karpathenfront gelang es sechs öster⸗ reichischen Batterien, sich auf zwei russische Batterien einzu⸗ schießen. Der Feuerüberfall zwang die Bedienungsmann⸗ schaften zur Flucht. Bis zum Abend waren beide russische Battedien gänzlich zugedeckt. Russische Gegenversuche ühn⸗ licher Art mißglückten. An der Nidafront beschossen die Russen die österreichisch⸗ungarischen De en mit 17, Zentimeter⸗Haubitzen. Bei Czarkom fielen innerhalb we⸗ niger Stunden 156 Ekrasitgranaten in die Deckungen und verschütteten sie. Als die Russen die österreichisch-ungari⸗ schen Stellungen sturmreif glaubten, gingen sie zum Sturm⸗ angriff über. Die österreichisch-ungarischen Truppen ließen sie bis an die Drahtverhaue herankommen und schossen sie dort ab.:. Ein Bombenanschlag in Sofia. Berlin, 15. Febr. Die„B. Z. am Mittag“ meldet aus Sofia: Während des von den Schauspielern des hiesigen National⸗ tleaters veranstalteten Wohltätigkeits balles wurde durch ein Fenster des Saales eine Bombe geworfen. Sie erplodierte und verletzte mehrere Personen, darunter einige schwer. Unter den Verletzten befinden sich der Schwager des Kriegsmimisters Fit⸗ schew, ferner der Deput alow und ein Sohn des früheren ierte Drake Kriegsministers Bojadschiew. Der letztere ist seinen Verletzungen erlegen. Ueber die Attentäter konnte bisher nichts Bestimmtes er⸗ mittelt werden. Viele glauben an die Möglichkeit, daß das Atten⸗ kat von Serben ausgeführt sei, die der Veranstaltung den rakter einer Demonstration zuschrieben. Unter den Masken Teilnehmer waren einige, die das leidende Mazedonien darstell, ten. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß die Tat das Werk eines Irrsinnigen ist. China und Japan. N 2 Kopenhagen, 16. Febr. Die„Nowoje Wremja“ er⸗ fährt: Die chinesische Regierung hat dem japanischen Bot⸗ schafter eröffnet, daß sie nicht in der Lage sei, ohne Zu⸗ stimmung des Parlaments Beschlüsse bezüglich der letz⸗ ten japanischen Note zu fassen. Der japanische Vor⸗ schlag, daß zur Reorganisation der chinesischen Armee und Flotte nur japanische Instrukteure verwendet werden sollen, sei für die chinesische Zentralregierung auf Grund der chine⸗ sischen Verfassung un annehmbar. Die japanischen Forderungen. i. Köln, 16. Febr. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der hol⸗ ländischen Grenze: Die„Times“ und die anderen englischen Blätter zeigen sich nunmehr über die Haltung ihres japa⸗ nischen Verbündeten gegenüber Ching sehr besorgt. Es sehe so aus, als ob die Japaner im Trüben fischen wollten. Eine Leistung verlange ja eine Gegenleistung, und da Japan Rußland und England im Osten geholfen habe verlange es jetzt immer größere Vergünstigungen. Da aber die beiden Groß⸗ mächte im Westen alle Hände voll zu tun hätten, könne Japan leicht von China alle möglichen Zugeständnisse verlangen. Im ganzen zeigen sich die englische und 12 russische Presse se hr wenig erbaut von dem Vorgehen der Japaner. die beste & Co., Radebeul, für zarte weile Haut und schönen Teint, à Stück 50 Pig. Uberall zu haben. Licht- Spiel Haus programm vom 13. bis 16. Februar 1915 Der rote Karneval Drama in 3 Akten. Dupin, ein Opfer seines Heldenmutes, Komödie. Mariazell, Naturbild. Das Pösabahtehelehen Lustspiel in 3 Akten. Die Primadonna, ein malerischer Teil Frank- reiclis, aktuelle Naturaufnahme. Die neuesten Kriegs-Berichte Ullitur ohne Charge zahlt werktags die Halrte.(140 vorgeschlagen zum Eisernen müdlichen Eifer, sein lauteres Giessen, im Februar 1915. Den Heldentod fürs Vaterland unser lieber Aktiver (Gi. 11, K. 13, Gi. 13, Gi. 14 Kriegsfreiwilliger im Res. Inf.-Regt. Nr. Ehre seinem Andenken! Der Giessener Wingolf. I. N.. A: K. Daa b Am 7. Februar starb den ehrenvollen Tod für sein Vaterland bei einem Sturmangriff der Lehramtsassessor Gefreiter Hermann Nick, Kriegsfreiwilliger im Infant.-Regiment 222, 4. Komp., Er war während seines zweiten Vorbereitungs- jahres an unserer Anstalt beschäftigt und hat sich in dieser Zeit durch sein ernstes Streben, „freundliches Wesen die Achtung seiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und die Liebe seiner Schülerinnen erworben. Wir werden seiner stets in Ehren gedenken. 8 Direktor und Kollegium der Höh. und Erw. Mädchenschule. starb am 7. stud. theol. Heinrich Jakob , Kriegs X, theol. Kreuz. seinen uner- 1502 D 1499 D Februar 1915 2 1. Komp. In Rußlands Erde ruht mein Glück, Du treuer Gatte kehrst nimmermebrzurück. Ach viel zu früh verliegest Du die Deinen, Die jetzt zu Haus noch um dich weinen. Am 13. Dezember starb bei einem nächtlichen Sturm- angriff infolge eines tödlichen Schus geliebter, herzensguter Mann. einziger Sohn, unser lieber Schwiegersohn, Schwager und Onkel ses mein innigst- der unermhdlich treu- sorgende Vater seiner zwei Kinder, mein lieber, unvergesslicher Bruder, guter, 1503 Karl Reuter Wehrmann im Reserve- Infant.- Regiment 116, 1. Komp. im vollendeten 30. Lebensjahre. In tiefem Schmerz: Frau Anna Reuter, geb. Erb, und Kinder, Frau Elisabethe Reuter, Wwe., Familie Johannes Erb, Familie Ludwig Döringer, Familie Gustav Seibert, Familie Karl Schäfer, Familie Ludwig Erb. Du wirst uns unvergeßlich sein, Dein Herz war lięebr. ich, treu und rein, Von List und Falschheit unbekannt. Nun ruhts in fremder Wieseck, den 14. Februar 1915. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen wir allen, insbesondere den Herren Be— amten und den Vereinen, sowie für die trost⸗ reichen Worte des Herrn Pfarrer Barth am Grabe unseren herzlichsten Dank Frau Susanne Keßler, geh. Hahn und Sohn. Großen ⸗Buseck, den 16. Februar 1915. Zur Saat Gemüse⸗ und Blumensamen IJrassamen in Sorten und bewährten Mischungen Suntelrüben in nur besten ertragreichen Sorten Seidefreie Kleesaaten, spez. Echt Pfälzer Rottlee. Illustrierter Hauptkatalog franko zu Diensten. Heinr. Hahn, Gießen Meustabt 8. Samenhandlung. Telephon 403. Erde sanft. Salzbohnen Sauerkraut Salz⸗ U. Essig⸗Gurlen Eingem. Rote Rüben Preiselberen sowie alle der Saison entsprechenden Gemüse, Salate, frisches Obst empf. zu billigsten Preisen W. Hankel Neuen Bäue 7 Tel. 612 Donasnehl, Aainit, Kalisalze, Peru⸗Guauo 7102 Euperphosphat und Supet⸗Ammoniak Schwefels. Ammoniak empfiehlt(6481 Noseß Chambat, Lig. 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