nr. 38 Erstes Blatt Der S. Sonntags.— Beuagen: viermal wöcbentlich Gießener Familienblätter; weimal wöchentl. Krels⸗ latt für den Kreis Sießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. L wirtschaftliche ze Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelledl Adresse für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Gießener 2 9 75 7 lzeiger General⸗Anzeiger für Gberhessen notationsdrud und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindrucke f n. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. N Montag, 15. Februar 1915 ZSezugésvp reis: monatl. 75 Pf., viertel jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel; jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz, für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Die Auseinandersetzung mit Amerifa. 1 Erfolge im Westen. Weitere Niederlagen der Russen. * (TB.) Großes Hauptquartier, 13. Februar, vormittags.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. An der Küste warfen auch gestern wieder feindliche Flieger Bomben, durch die in der Zivilbevölkerung und deren Besitz sehr beklagenswerter Schaden angerichtet wurde, während wir militärisch nur unerhebliche Verluste hatten. In unserer Westfront wurden Artilleriegeschosse aufgefunden, die zweifellos aus amerikanischen Fabriken stammen. Die Zahl der bei den gestern östlich Souain abgewie⸗ senen Angriffen gemachten Gefangenen erhöht sich auf vier Offiziere, 478 Mann. Vor unserer Front wurden 200 Totedes Feindes gefunden, während unsere Verluste bei . Gefechten an Toten und Verwundeten 90 Mann be⸗ ragen. 5 Nördlich Massiges(nordwestlich St. Menehould) wurden im Verfolg unserer Angriffe vom 3. Februar wei ere 1200 Meter von der französischen Hauptstellung genommen. Am Sudelkopf in den Vogesen versuchte der Gegner erneut anzugreifen, wurde aber überall mühelos abgewiesen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Operationen an und jenseits der ost⸗ preußischen Grenze sind überall im glück⸗ lichen Fortschreiten. Wo der Feind Wider⸗ stand zu leisten versucht, wird dieser schnell gebrochen. In Polen rechts der Weichsel überschritten unsere An⸗ griffstruppen die untere Skrwa und stießen in Richtung Ra⸗ cionz vor. Von dem polnischen Kriegsschauplatze links der Weichsel ist nichts besonderes zu melden. Oberste Heeresleitung. WTB.) Großes Hauptquartier, 14. Februar. mtlich.) a* (A Westlicher Kriegsschauplatz. Nordöstlich Pont⸗à⸗Mousson entrissen wir den Fran⸗ zosen das Dorf Norroy und die westlich dieses Ortes ge⸗ legene Höhe 365; 2 Offiziere, 151 Mann wurden zu Ge⸗ fungenen gemacht. In den Vogesen wurden die Ortschaften Hilsen und — ⸗Sengern gestürmt; 135 Gefangene fielen in unsere Oestlicher Kriegs schauplatz. An und jenseits der ostpreußischen Grenze neh⸗ men unsere Operationen den erwarteten Verlauf. In Polen rechts der Weichsel machten unsere Truppen in Richtung Racionz Fortschritte. In Polen links der Weich⸗ sel keine Veränderung. Oberste Heeresleitung. * . * Die Regierung hat dan deutschen Volke den Wort⸗ laut der Note des Präsidenten Wilson vorgesetzt, und wir werden wohl bald in der Lage sein, auch im einzelnen zu betrachten, wie die amtliche deutsche Antwort ausfallen wird. Einzelne Wendungen der amerikanischen Note deuten darauf hin, daß Amerika Wert darauf legt, in friedlicher Weise sich mit uns auseinanderzusetzen. Da Präsident Wil⸗ son in der Sache aber den unhaltbaren Standpunkt ein⸗ nimmt, dessen Wirkung die deutsche Marineleitung durch ihre Erklärung entgegengetreten ist, wird dieses diplomatische Zwischenspiel kaum den Zweck erfüllen, den man in Washington im Auge hat. Deutschland kann sich durch keine verhüllte Drohung einschüchtern lassen, und deutsche Blätter der verschiedensten Richtungen haben in diesem Sinne gestern schon ihre Meinung ausgesprochen. Der Rechtssinn des 5 Präsidenten ist etwas zu spät zum Vorschein gekommen. England hat bereits im November die deutsche Nordsee als Kriegsgebiet erklärt und der neutralen Schiffahrt damit vorgeschrieben, welche Bahnen sie fahren soll. Wenn Herr Wilson meint, dem Kriegführenden stunde nur das Recht der Durch⸗ suchung neutraler Schiffe zu, so hätte er diese Ansicht schon damals wirksam geltend machen müssen. Er hat aber zugesehen, wie England fortgesetzt das Völkerrecht beugt, welche willkürliche Handlungen es sich gegenüber der neu⸗ tralen Schiffahrt erlaubt, und er hat sich nur mit einem schwachen Protest begnügt. In seiner Note an Deutschland stützt er sich auf das Recht zum Einschreiten gegen England, dessen er sich noch nicht begeben habe. Damit ist uns aber nicht geholfen. Das N Verhalten ist nur die notwendi Folge der englischen Willkür und Rechtsbeugung, und Präsi⸗ dent Wilson gibt dies ja auch in einer Note an England, deren Inhalt ebenfalls veröffentlicht wurde, halbwegs zu. Er erklärt, Englands allgemeine Anweisung an seine Handelsflotte, sich der neutralen Flagge zu bedienen, sei rechtlich unhaltbar und führe zu bedenklichen, für ameri⸗ kanisches Leben und Eigentum verhängnisvollen Folgen. Wir hätten gewünscht, daß die amerikanischen Staats⸗ männer zunächst England genötigt häkten, seine anmaßen⸗ den Uebergrifse vollständig einzustellen. Wäre dieser Wunsch Amerikas restlos erfüllt, so würde man Deutschland gegenüber gar nicht mehr viel Worte gebrauchen müssen. Die ganze Angelegenheit würde sich in Güte und Wohl⸗ 0 5 80 175 Wie die Dinge jetzt liegen, wird Deutschland das ame⸗ rikanische Begehren ncht ohne weiteres erfüllen können. Am Februar wird der englischen Zufuhr energischer und mit Mitteln zu Leibe gegangen„die vou der briti⸗ r schen Kriegführung heraufbeschworen worden sind. Die deutsche Regierung wird voraussichtlich den amerilanischen Vorhaltungen erwidern, daß sie nicht die Absicht hat, neu trale Schiffe anzugreifen, daß aber ihre Warnung infolg der englischen Tücke bestehen bleiben muß. Findet Herr Wilson London gegenüber die Kraft zum Einschreiten, dann bedarf es Berlin gegenüber keiner schwierigen Auseinander⸗ setzung mehr. Deulschland kann sich nicht einschüchtern lassen und wird für seinen Existenzkampf die schneidigste Waffe nicht aus der Hand geben. Die amerikanische Note an Deutschland. Berlin, 12. Febr.(Amtlich.) Die amerikanische Note an Deutschland hat folgenden Wortlaut: Ew Exzellenz! Ich bin von meiner Regierung beauftragt, Ew. Exzellenz folgendes mitzuteilen: Die Regierung der Vereinigten Staaten ist durch die Bekanntmachung des deutschen Admiral⸗ stabes vom 4. Februar 1915 darauf aufmerksam gemacht worden, daß die Gewässer rings um Großbritannien und Irland ein⸗ schließlich des gesamten Englischen Kanals als Kriegsgebiet an⸗ zusehen seien, daß alle in diesen Gewässern nach dem 18. ds. Mts. angetroffenen Kauffahrteischiffe zerstört werden sollen, ohne daß es immer möglich sei, die Besatzung und die Passagiere zu retten und daß auch neutrale Schisfe in diesem Kriegsgebiet Gefahr laufen, da angesichts des Mißbrauchs neutraler Flaggen, der am 31. Januar von der britischen Regierung angeordnet sein soll und angesichts der Zufälligkeiten des Seekrieges es nicht immer vermieden werden könne, daß die auf feindliche Schiffe berech⸗ neten Angriffe auch neutrale Schiffe träsen. Die amerilanische Regierung erachtet es daher als ihre Pflicht, die kaiserlich deutsche Regierung in aufrichtiger Hochschätzung und mit den freundschaftlichsten Gefühlen, aber doch ganz offen Regi schätzt diese möglsi solcher Be⸗ sorg 5 unte obwaltenden Umständen als gerecht, ja auch als ihre Pflicht erachtet, die kaiserlich⸗deutsche Regierung zu ersuchen, vor einem tatsächlichen Vorgehen die kritische Lage zu erwägen, die in den Beziehungen der Vereinigten Staaten zu Deutschland entstehen könnte, falls die deutschen Seestreitkräfte in Befolgung der durch die Bekanntmachung des Admiralstabes an⸗ 3 Maßnahmen irgendein Kauffahrteischiff der Vereinig⸗ taaten ten zerstörten, oder den Tod eines ameri⸗ kqnischen Staatsangehörigen verursachten. Es ist felbst⸗ verständlich nicht nötig, die deutsche Regierung daran zu erinnern, daß einer kriegführenden Nation in Bezug auf neutrale Schiffe auf hoher See lediglich das Recht der Durch⸗ suchung zusteht, es sei denn, daß eine Blockadeerklärung er⸗ gangen ist und die Blockade effektiv aufrecht erhalten wird. Die Regierung der Vereinigten Staaten nimmt an, daß eine Black a de im vorliegenden Falle nicht beabsichtigt ist, eine Erklärung oder Ausübung des Rechts, jedes Schiff anzugreifen und zu zer⸗ stören, das ein näher umschriebenes Gebiet auf offener See befährt. ohne erst festgestellt zu haben, ob es einer kriegführenden Nation gehört, oder ob seine Ladung Kontrebande ist, wäre eine Hand⸗ lungsweise, die so sehr im Widerspruch mit allen Präzedenzen der Seekriegführung steht, daß die amerikanische Regierung kaum annehmen kann, daß die Kaiserlich⸗Deutsche Regierung im vor⸗ liegenden Falle nicht alles mögliche ins Auge faßte. Der Verdacht, daß einzelne Schiffe zu Unrecht eine neutrale Flagge führen, kann nicht eine berechtigte Vermutung schaffen dahin gehend, daß alle Schiffe, die ein näher umschriebenes Gebiet durchfahren, dem⸗ selben Verdacht unterliegen. Gerade, um solche Flaggen aufzu⸗ klären, ist nach Ansicht der amerikanischen Regierung das Recht der Durchsuchung anerkannt worden. „Die amerikanische Regierung hat von der Denkschrift der kaiserlich⸗deutschen Regierung, die zugleich mit der Bekannt⸗ machung des Admiralstabes ergangen ist, eingehend Kenntnis ge- nommen. Sie benutzt diese Gelegenheit, die kaiserlich⸗deutsche Regierung mit größter Hochschätzung darauf auf⸗ merksam zu machen, daß die Regierung der Vereinigten Staaten zu einer Kritik wegen nicht neutraler Haltung, der sich nach Ansicht der deutschen Regierung die Regierungen gewisser anderer neutraler Staaten ausgesetzt haben, keine Veranlassung 8 hat. Die Regierung der Vereinigten Staaten hat keiner Maßnahme zugestimmt oder hat es bei keiner solchen bewenden lassen, die von den andern kriegführenden Nationen im gegen⸗ wärtigen Kriege betroffen worden sind und die auf eine Be⸗ schränkung des Handels hinzielen. Vielmehr hat sie in allen solchen Fällen eine Haltung eingenommen, die ihr das Recht gibt, diese Regierung in der richtigen Weise für alle eventuellen Wirkungen auf die ameri- kanische Schiffahrt verantwortlich zu machen, welche durch die bestehenden Grundsätze des Völkerrechts nicht gerechtfertigt sind. Daher erachtet sich die amerikanische Regie— rung im vorliegenden Falle mit gutem Gewissen auf Grund an⸗ erkannter Prinzipien für berechtigt, die in der Note angedeutete Haltung einzunehmen. Falls die Kommandanten deutscher Kriegs- schifsfe auf Grund der Annahme, daß die Flagge der Vereinigten Staaten nicht in gutem Glauben geführt werde, handeln sollten, und auf hoher See ein amerikanisches Schiff oder das Leben amerikanischer Staatsangehöriger vernichten sollten, so würde die Regierung der Vereinigten Staaten in dieser Handlung schwerlich etwas anderes als eine unentschuldbare Verletzung neutraler Rechte erblicken können, die kaum in Einklang zu bringen sein würde, mit den freundschaftlichen Beziehungen, die jetzt glücklicherweise zwischen den beiden Regierungen bestehen. Sollte eine solche beklagenswerte Situation bestehen, so würde sich die Regierung der Vereinigten Staaten, wie die kaiserlich⸗deutsche Regierung wohl verstehen wird, genötigt sehen, die kaiserlich⸗deulsche Regie⸗ rung für solche Handlungen ihrer Marinebehörden streng ver⸗ antwortlich zu machen und alle Schritte zu tun, die zum Schutze amerikanischen Lebens und Eigentums und zur Sicherung des vollen Genusses der anerkannten Rechte auf hoher See für die Amerikaner erforderlich sind. N 5 In Anbetracht dieser 228 handelt die Regierung der Vereinigten Staaten mit der größten Hochschätzung und in dem ernstlichen Bestreben, irgend welche Mißverständnisse zu vermeiden und zu verhindern, daß Umstände entstehen, die sogar einen ten uf den Verkehr der beiden Regierungen werfen könnten. Ferner spricht die amerikanische Regierung die zuversichtliche Hoffnung und Erwartung aus, daß die kaiserlich-deutsche Regierung die Versiche⸗ cung geben kann und will, daß amerikanische Staatsbürger und ihre Schiffe anders als im Wege der Durchsuchung durch deutsche Seestreitkräfte selbst in dem in der Bekanntn des deutschen Admiralstabs näher bezeichneten Gebiete nicht zästigt werden sollen. ung be⸗ Zur Information der kaiserlichen Regierung wird hinzugefügt. daß der Regierung Seiner Britannischen Majestät be⸗ züglich des un gerechtfertigten Gebrauchs der ameri⸗ 2 1 8 ö 1 5 5 1 * kanischen Flagge zum Schutze britischer Schiffe 15 Vorstellungen gemacht worden sind. Ich benutze diesen Anlaß, Ew. Erzellenz erneut meiner aus⸗ 1 gezeichnetsten Hochachtung zu versichern. Gez. James W. Gerard. Seine Exzellenz Herrn v. Jagow, Staatssekretär des Aus⸗ wärtigen Amtes. (Notiz: Die von der amerikanischen Regierung erbetene Aufklärung wird, wie wir annehmen, in demselben freund⸗ lichen Ton erfolgen, in dem die amerikanische Note ge⸗ halten ist.) a Amerikas Note an England. London, 14. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) In der in den Blättern veröffentlichten Note der Washingtoner Regierung an die britische Regierung heißt es: Der 1 9 5 Gebrauch der Flagge einer neutralen oder feindlichen Macht unter dem Druck der Verfolgung, Rechtfertigung des Vorgehens der britischen Regierung be⸗ nutzt zu werden scheint, erscheint der Regierung der Ver⸗ einigten Staaten sehr verschieden von der ausdrück⸗ lichen Sanktionierung durch eine kriegführende N 3 2 daß Handelsschiffe innerhalb gewisser Zonen der See al gemein die Flagge einer neutralen Macht führen in Zonen, die, wie man annimmt, von feindlichen Kriegsschi befahren werden sollen. Die formelle Erklärung einer sol⸗ chen Politik zwecks allgemeinen Mißbrauchs der Flagge einer neutralen Macht gefährdet die Schiffe der Neu⸗ tralen, welche die Gewässer besuchen, in besonderem Maße, weil sie den Verdacht wachruft, daß die Schiffe feind⸗ 9 N 1 85 8 * 5 8 der nach den Berichten der Presse als Präzedenzfall für die Ver⸗ 5 licher Nationalität sind, was für eine Flagge sie auch führen. Angesichts der deutschen Erklärung würde die Regierung brauch der Flagge der Vereinigten Staaten durch briti 5 Schiffe mit großer Besorgnis betrachten. Eine solche Politik würde, wenn die Erklärung des deutschen Marine⸗ amts in Kraft gesetzt wird, den britischen 1 keinen Schutz gewähren, wohl aber die Schiffe und das Leben ameri⸗ kanischer Bürger ernstlich und dauernd bedrohen. Die Re⸗ gierung der Vereinigten Staaten erwartet deshalb, daß die britische Regierung alles tut, was in ihrer Macht liegt, um die Schiffe britischer Nationalität von der Vereinigten Staaten jeden allgemeinen Ge⸗ 4 dem fälschlichen Gebrauch der Flagge der Ver⸗ einigten Staaten in den Zonen, von der die deutsche Erklärung spricht, abzuhalten, denn eine solche Praxis würde die Schiffe einer befreundeten Macht beim Befahren 5 der Gewässer sehr gefährden und der britischen Regierung, sogar in einem gewissen Maße die Verantwor⸗ tung für den Verlust an amerikanischem Leben und Schiffen im Falle eines Angriffs durch feindliche Seestreitkräfte ausbürden. Keine weitere Zusammenkunft der drei nordischen Könige. Kopenhagen, 14. Febr.(WTB. Nichtamtlich.)„Ber⸗ lingske Tidende“ dementiert die offizielle Meldung aus Paris 55 75 1 über eine bevorstehende abermalige Zusammenkunft der drei 1 Könige des Nordens in Malmö. Nur eine Zusammenkunft Marinesachverständiger in Kristiania wegen der Minen⸗ gefahr sei angeordnet. Der Handel Schwedens. Stockholm, 14. Febr.(WTB. samthandel Schwedens Betrages von 1913 auf, und zwar verminderte sich die Ein⸗ fuhr um 77,1 Millionen oder 9,1 Proz., die Ausfuhr um 69,2 Millionen oder 8,45 Proz. Der Ausfall bei der Einfuhr von Verbrauchsgegenständen und Rohmaterialien be 33,2 Millionen. Die Mindereinfuhr war am beträchtlichsten 85 Nichtamtlich.) Der Ge⸗ im Jahre 1914 weist einen Minderbetrag um 146,3 Millionen Kronen oder 8,7 Proz. des bei Getreide und Futtermitteln mit 22 und Steinkohlen mit 6,6 Millionen. Den höchsten Ausfall bei der Ausfuhr hatte Eisen mit 20 Millionen Kronen. Die Teuerung in England. London, 14. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) In London, Leicester, Birmingham, Liverpool, Portsmouth, Cardiff, Bradford und an anderen Orten fanden gestern Versamm⸗ lungen der Gewerkschaften, Genossenschaften und der sozialistischen Frauenvereine statt, um gegen die Teuerung der Lebensmittel und Steinkohlen zu protestieren, fernen dagegen, daß die Regierung nicht eingreift. Die von den Versammlungen angenommenen Resolutionen fordern d Unterhaus auf, von der Regierung bestimmte Vorschläg zu verlangen, um eine Herabsetzung der Preise für die not⸗ wendigsten Lebensmittel zu erlangen, die für die Arbeiter⸗ llasse Englands und Schottlands erträglich sind.—— Bericht einem in Liverpool aus New Vork eingetroffenen ist das Brot dort bereits doppelt so teuer als in 5 2 EFF London, 14. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Ein Mit Sieges in Ostpreußen herabzusetzen. Er schreibt: Die Qualität der neuen deutschen Truppen ist nicht so hervor⸗ ragend(7), daß der Großfürst nicht imstande sein sollte, eine erfolgreiche Gegenoffensive zu unternehmen. Es lieg: lein Grund vor, sich über den Ausgang zu beunruhigen. Es ist nicht das erstemal, daß die Russen aus Ostpreußen ge⸗ 7 worfen wurden. Das letztemal war der Gegenschlag der Russen wirksam. Die Erfolge der Russen an anderen Stellen der Front müssen dem Großfürsten gestatten, hier mehrere Armeekorps zusammenzuziehen. Es dürfte nicht lange Zeit Heanspruchen, die für einen entscheidenden Schlag gegen die Deutschen notwendigen Streitkräfte zu sammeln. * 5* Die österreichisch⸗ungarischen Tagesberichte. . Wien, 13. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 13. Februar: In Russisch⸗Polen und West⸗ galizien keine Ereignisse. 0 25 Die Situation an der Karpathenfront ist im we⸗ fentlichen und mittleren Abschnitt im allgemeinen unver⸗ ändert. Die starlen russischen Gegenangriffe zunächst des Duklapasses sind seltener geworden. Im östlichen Ab⸗ schnitt sind Fortschritte erzielt. Gleichzeitig mit dem er⸗ flolgreichen Vordringen in der Bukowina überschritten eigene Truppen nach Zurückwerfen des Gegners bei Körös⸗ mezö den Jablonica⸗Paß und die Uebergänge beiderseits diefer Straße. Während die in der Bulomina vorrückenden AKulonnen unter zahlreichen Gefechten die Serethlinie erreich⸗ ten, erkämpften sich die im oberen Flußgebiet des Pruth und auf Nadworna vordringenden eigenen Kräfte den Austritt aus den Gebirgstälern und erreichten Wiznitz, Kuto, Kosow, Delaätyn und Pacjaczua, wo die Nussen gegenwärtig an verschiedenen Punkten halten. Diurch die in letzter Zeit täglich eingebrachten Gefan⸗ genen wurde die Summe der in den jetzigen Kämpfen ge⸗ machten russischen Kriegsgefangenen auf 29000 Mann erhöht. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Wien, 14. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart, 14. Februar 1915:. Die Situation in Russisch⸗Polen und Wrstgalizien ist unverändert. 5 Cin Teil der eigenen Gefechtsfront im Abschnitt Dukla, gegen den bisher heftige russische Angriffe geführt wurden, ging selbst zum Angriff über, warf den Feind, und zwar sibirische Truppen von zwei dominierenden Höhen und er⸗ stürmte eine Ortschaft bei Vittöz. Gleichfalls erfolgreich war der Angriff der Verbündeten in den mittleren Waldkarpa⸗ then, Auch hier wurde dem Gegner eine viel umstrittene Höhe entrissen. 8. 1 In den gestrigen Kämpfen wieder 970 Gefangene. In Sidostgalizien und in der Bukowina siegreiche Gefechte. Der südwestlich Nadworna zur Deckung der Stadt haltende Feind wurde geworfen, die Höhe nördlich Delatyn erobert und hier⸗ bei zahlreiche 9 gemacht. 17 7 8 1 9 Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Höfer, Feldmarschalleutnant. 1 Die ungarn im Nadautz. Wien, 14. Febr.(WTB. Nichtamtlich.)„Az Est“ mel⸗ det aus Bistritz: Unsere Truppen sind in Radautz eingezogen. Der Einzug geschah so schnell und überraschend, daß der dort sich aufhaltende russische Generalstab keine Zeit hatte zu flüchten und mit dem gesamten Bureau in Gefangenschaft geriet. Der Kommandierende General verübte Selbstmord. 1 Der amtliche russische Bericht. Petersbur 0 14. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der Große Generalstab gibt bekannt: In der Front am Niemen und an der Weichsel, westlich Turburg, in Gegend von Ly ck bei Kadziro und östlich Gerpetz fanden Kämpfe . 118 der 1 1 von Lyck wiesen wir erfolgreich die Angriffe des Feindes ab und fügten ihm beträchtliche Verluste zu. Auf dem linken Weichselufer beschoß unsere Artillerie er⸗ folgreich feindliche Kolonnen. In den Karpathen besetzten Are Truppen befestigte Anhöhen in Gegend von Szwid⸗ nik, sowie zwischen Colloupkow und am Oberlaufe des San und machten 1 1000 Gefangene. An der Front zwischen N en von Uzsok und Tucholka drängten wir die Deutschen etwas zurück. Bei Konfeur und Koziowka een sich die Deutschen auf 40 Schritt Entfernung von unseren Gräben. Bei Wyschkow wiesen wir hartnäckige Angriffe des Feindes ab. Es ist die alte Art des russischen Generalstabs: schweigt völlig über die Hauptsache, Niederlage! 9 Die Berlegenheiten des russischen Finauzministers. Berlin, 15. Febr. Nach einer Pariser Privatmeldun des Berliner„Lolalanzeigers“ erbat der russische B 5 minister Bark von Paris aus sich die Petersburger Ermäch⸗ tigung, den Finanziers nachzureisen, die sich aus London allen begeben haben. Die russische Regierung fürchtet, der notleidenden jungen russischen Industrie mit Export⸗ Prämien deren kräftigste Stütze zu entziehen. Während der Barlschen Verhandlungen sei die Idee einer Verpfändun gewisser großfürstlicher Domänen berührt worden, do 0 jehlten Bark die Vollmachten.. 5 Italien und Oesterreich⸗ ungarn. a Wien, 13. Febr. 118 Nichtamtlich.) Wie die„Neue Freie Presse“ erfährt, hat der König von Italien an den Thronfolger Karl Franz Josef anläßlich der Geburt seines jüngsten Sohnes ein in überaus herzlichen Worten gehaltenes Glückwunschtelegramm gesandt. Ein griechisches Verbot der Wassendurchsuhr. N Bien, 14. Febr.(WB. Nichtamtlich) Die„Reichs⸗ post“ melbet aus Mailand: Nach Blättermeldungen aus b hat die griechische Regierung ein allgemeines Ver⸗ bot der Durchfuhr von Waffen und Munition nach Serbien beschlossen. Tas Durchfuhrverbot richtet sich auch gegen die Fortsetzung von Ausladungen, welche mit dem Kriegsmaterial der für Serbien eingetroffenen französischen Dampfer im Hafen von Salonik bereits be⸗ bonnen en. Größenwahn im russischen Reichsrat. Petersburg, 13. Fehr,(WTB. Nichtamtlich.) In ber Schlußsitzung des Reichsrates hob N der Rechten, Gur ko, hervor, daß angesichts der großen Wel tereig⸗ zulse alle politischen Elemente in Rußland sich in dem Gedanken * 0 5 CK eine entscheidende 1 arbeiter der„Times“ sucht die Bedeutung des deutschen hunderte alten Zwistigleiten gwis⸗ dem russischen und dem pol⸗ tischen Volke endgllig e en lassen werde Zum Schlusse einer Rede sagte Gurko: Wir hoffen auch, in Fonstan⸗ tinopel feste nFuß zu fassen, denn der Besitz dieser Stadt kann allein unsere wirkliche Vereinigung mit den Süd⸗ laven herbeiführen und den Einfluß des Germanentums zerstören, er jetzt bei einzelnen Teilen dieser Slaven herrscht. Wir hoffen ies umsomehr, als das ständige Hindernis dieser e insbesondere der Widerstand derjenigen Staaten, die wir heute als unsere Verbündeten schätzen, beseitigt ist.— Fürst Galyßz in agte: Jeder Augenblick, den wir jetzt erleben, schafft Jahrhun⸗ erte russischer Zukunft. Es darf uns nicht verwirren, daß wir innerhalb der Grenzen unseres eigenen Landes kämpfen, denn das Schlachtfeld, auf dem wir dereinst die Tataren zerschmetterten, war gleichfalls da. Wir haben im Innern des Landes gesät und werden jen eils der Grenzen ernten.— Der Präsident des Staals⸗ rates, Golubeff, erklärte, der gegenwärlige Kampf festige die Macht Rußlands, dessen Bürger alle zu jedem Opfer bereit seien. Das Land mache ungeheure Anstrengungen, aber ebenso groß würden die Ergebnisse sein, die Rußland ein friedliches Gedeihen, lrei von allen fremden Einflüssen, sichern würden.— Der Staats⸗ ekretär verlas sodann den Ükas, durch welchen der Reichsrat bis pätestens November 1915 vertagt wird, es sei denn, daß außer⸗ ordentliche Exeignisse einträten. 2„ Diese Reden stehen auf derselben Höhe wie diejenigen, die in der Duma gehalten worden sind; wir brauchen sie nicht noch einmal zu charakterisieren. Prozeß gegen verhaftete Duma-Abgeordnete. Petersburg, 13. Febr.(WTB. Nichtamtlich) Am 10. Februar a. St wird der Prozeß gegen die fünf so⸗ zialdemokratischen Dumamitglieder und sieben andere Leute, die mit ihnen wegen Zugehörigkeit 8 sozial⸗ demokratischen Partei verhaftet wurden, stattf uden. Die Verhafteten werden beschuldigt, einer sozialdemokratischen Parteiversammlung beigewohnt zu haben. Es handelt sich um die Abgeordneten Petrowski, Muranow, Budajew, Schagow und Sesamoilow. Die Kämpfe an der belgischen Küste. Berlin, 15. Febr. Zur Fortsetzung der Kämpfe an der Küste wird den Morgenblättern übereinstimmend aus Rotterdam gemeldet, daß am 13. die Geschütze ohne einen Augenblick zu schweigen mit großer Heftigkeit ge⸗ arbeitet hätten. Auch die Flotte sei anscheinend in der Nähe von Ostende in Tätigkeit gewesen. Die letzten Niederlagen der Franzosen. Berlin, 15. Febr. Dem Berliner„Lolbalanzeiger“ telegraphiert ein Korrespondent aus Genf, nach französi⸗ schen Zugeständnissen sei der deutsche Angriff auf das Ge⸗ hölz bei Souain trotz heftigen Schneetreibens unwider⸗ stehlich gewesen. Ein französisches Bataillon wurde fast völlig aufgerieben. Das deutsche Bombardement auf die Dörfer Tracy⸗le⸗Val und Vailly verzeichnete die Joffresche Note ohne Kommentar, wie immer, wenn die deutschen schweren Geschütze feindliche Batterien zerstört haben. * .* Die völkerrechtswidrige Beschleßung von Daressalam. Berlin, 13. Febr.(WTB. Amtlich.) Zur Beschießung von Daressalam wird amtlich gemeldet: Vor einiger Zeit wurde durch das Reutersche 0 berichtet, daß das offene und unverteidigte Daressalam von englischen Kreuzern„wegen des Mißbrauches der weißen Flagge seitens der Deutschen“ bombardiert und 9 Europäer gefangen genommen wurden. Ueber diesen 1 jetzt von dem Gouverneur Schnee folgendes gemeldet: Am 23. November liefen das Flepescgch Goliath, der Kreuzer Fox, ein Kabeldampfer und ein Schlepper Daressalam an. Nach Verhandlungen unter der Parlamentärsflagge gestat⸗ tete der Vertreter des Gouvernements die Einfaßrt einer englischen Pinasse in den Hafen zur 1 daß der dort liegende Dampfer der Deulschostafriba-Einie etriebsunfähig sei. Unter Bruch der getroffenen Abrede fuhren in Abständen zwei weitere mit Maschinengewehren be⸗ waffnete. Pinassen in den Hafen ein und richteten durch Sprengen der Maschinen der Dampfer„Feld⸗ marschall“,„König“ und„Kaiser Wilhelm“ einen Schaden in Höhe einiger hunderttausend Rupien an. Ein Teil der Besatzungen der Dampfer, darunter eine Stewardeß, wurde gefangen genommen. Als dann noch eine dritte ar mi⸗ nierte Pinasse einfuhr, wurde sie von unserem Ma⸗ schinengewehr beschossen. Darauf erfolgte das Bombarde⸗ ment Daressalams, unter dessen Schutz die Heraus⸗ fahrt der Pinassen unter Verlusten gelang. 13 Engländer wurden gefangen genommen, darunter Leutnant Patterson vom Goliath. Das Palais des Gouverneurs wurde völlig zusammengeschossen, weitere Häuser wurden beschädigt. Am 30. November erschienen wieder Kriegsschiffe, ihre Signale auf Wiederaufnahme der Ver⸗ handlungen blieben mit Rücksicht auf den Vertragsbruch 5 Engländer vom 23. unbeachtet. Darauf bombardier⸗ ten die Kriegsschiffe nochmals die offene und unverteidigte Stadt. In Daressalam wurde eine Reihe von Häusern schwer beschädigt, eine Anzahl Suahelifrauen getötet oder verwundet. Hiernach stellen sich also die Vorgänge, die zu der Beschießung Daressalams führten, in wesentlich an⸗ derem Lichte dar, als sie Reuter seinerzeit meldete. Ein 999A der weißen Flagge unsererselts hat nicht statt⸗ gefunden. Das Kommando in Deutsch⸗Südwestafrita. Berlin, 13. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Major Viktor Franke von der e für n ist um Kommandeur der Schutztruppe ernannt un zum Oberstleutnant befördert worden. Aus Deutsch⸗Ostafrika. Berlin, 13. Febr.(WI. Amtlich.) Aus Deutsch⸗ Ostafrika wird amtlich gemeldet: Bei der Beschießung bes Rufidji⸗Deltas durch drei englische Kreuzer wurde die am 7. November versuchte Einführung von vier armier⸗ ten feindlichen Barkassen und einem Dampfer durch Maschinengewehrfeuer verettelt. Am 11. November wurde 44 8 roßerenglischer Dampfer in der Mün⸗ dung bei Simba⸗Urranga versenkt, der unter dem Ge⸗ schützfeuer von Kreuzern, eskortiert durch vier armierte Barkassen und einem Dampfer, einfuhr. Bei dem Gefecht wurden vier Europäer der Küstenwache leicht verwundet. Der Feind 1 Verluste. Näheres ist nicht bekannt. Ebenfalls im November griff eine belgische Kom⸗ pagnie mit 50 Maschinengewehren die deutsche Stel⸗ lung unter Leutnant Hasselbacher bei Pamete und Kasa⸗ lala we auf britischem Gebiet am Slidende des Tangan⸗ jikasees an, während die„Kingani“ und„Hedwig Wiß⸗ des einheitlichen, großen, russischen Staates bereinigt hätten. Er sprach bie Hosfmung aus, 1 der gegenwärtige Krieg die Jahr⸗ mann“ auf dem Abtransport erbeuteten Telegraphenmate. rials abwesend waren. Die„Hedwig Wißmann“ kehrte zurück 0 N fall wird F [berger veranstaltete Haussammlung in keinem * 1* 2 und nahm an dem Kampfe teil. Nach fünfstünd 3 gin der Gegner unter Zurücklassung von fünf toten Alaris zurück unter Mitnahme von mehreren toten und verwundeten Europäern und Askaris. Bei uns wurden ein Maat und zwei Askari leicht verwundet. Der auf Land liegende e Dampfer„Cecil Rhodes“ wurde espren a 1 5 er Dampfer von der Größe unserer Ein en 1 717 „Kingani“ wurde bei Kituta am Tanganjfika⸗See von der„Hedwig Wißmann“ und der„Kingani“ unter Kapitn⸗7 leutnant Hendrick zerstört. Ferner wurde ein englisches N aber 5 1 In Ergänzung früherer Nachrichten ü. e Schla N bei Ta 55 wird noch N 1 Bei Tanga liefen am 2. vember zwei Kriegsschiffe und 14 Transport- dampfer an. Nach Ablehnung der Forderung der Stadt, sich 0 e zu übergeben, fuhren die Schiffe wieder ab, landeten dann aber nachts bei Tanga Truppen. In einer dreitägigen Schlacht vom 3. bis 5. November wur⸗ den die feindlichen Truppen, die aus acht Kom⸗ pagnien des Lancashire-Regiments und acht indischen Regi⸗ mentern bestanden, von unseren Truppen unter Oberstleut⸗ nant v. Lettow vernichtend geschlagen. Der Feind . an Toten 150 Engländer und 600 nder. Viele Engländer und Juder wurden gefangen, acht Maschinengewehre erobert und viele Waffen, Munition und Vorräte erbeutet. Die Schiffe fuhren unter Mitnahme vieler Verwundeter, darunter 60 Schwerperwun⸗ deter, einschließlich zwei Oberstleutnants und einer Anzahl anderer Offiziere ab, die sich ehrenwörtlich ver⸗ pflichtet hatten, nicht mehr gegen Deutsch⸗ land zu kämpfen. Unsere Verluste sind gering und be⸗ tragen an Toten 15 Deutsche, darunter v. Prince. Bei dem 5 von Tanga wurden eine Anzahl Häuser eschädigt. Die bei Kifumbiro westlich des Viktoriasees in den deutschen Bezirk Bukoba eingedrungenen englischen Truppen wurden im November von unseren pen unter Major v. Stümer aus dem deutschen Gebiet heraus⸗ geworfen. We wurde besetzt. Gegenwär⸗ tig ist Deutsch⸗Ostafrika völlig frei vom Feinde. Teile deutscher Truppen stehen auf seindlichem Gebiet in Britisch⸗Ostafrika und Uganda. Vor der ostafrikanischen Küste befinden sich die englischen Kreuzer„Chatham“,„Dartmoush“,„Weymouth“ und„Fox“ und einige Hilfskreuzer. Aus Kamerun. Paris, 14. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Ueber die mi⸗ litärischen Operationen in Kamerun erfährt der„Temps“: Gegen Ende November unternahmen die Deutschen vor Eden einen lebhaften 1 Im Dezember rückten die Engländer gegen Viktoria und Mora vor. Französische Kolonnen nah⸗ men Nola und Carnot ein. Anfang Januar griffen die Deut⸗ schen nochmals bei Edea an.—* Zwischenfälle in Tripolis. Rom 14. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) General Tas⸗ son i, der Gouverneur von Tripolitanien, telegraphiert: Um die provokatorische Haltung der in der Südsyrte zusammen⸗ e Aufständischen zu strafen, erhielt Major Maus⸗ d ier die Ermächtigung, gegen das Rebellenlager Ga⸗ uri a, etwa eine Stunde von Kaer Bu Hadi, das über un; efäbr 600 Bewaffnete verfügte, vorzugehen. Seine aus Ita⸗ ienern und Libyern zusammengesetzte Kolonne griff das feindliche Lager an, steckte es in Brand und warf die Auf⸗ ständischen zurück. Diese erhielten nach und nach Verstärkun⸗ gen, so daß sich schließlich ihre Truppen über eine sehr breite ront verteilten und unsere Kolonne in einen neuen Kampf verwickelten, in dem der Feind völlig geschlagen wurde, so daß er auch seine neue Stellung aufgeben mußte. Unsere Ko⸗ lonne konnte Kaer Bu Hadi erreichen, wo sie die Nacht zu⸗ brachte Die feindlichen Verluste sind ungeheuer, die unsrigen betragen an Toten 20 Weiße und 4 Eingeborene, an Ver⸗ wundeten 4 Offiziexe, 64 Weiße und 18 Eingeborene. Alle Verwundungen sind leichter Natur. Die Haltung von Offi⸗ zieren und Truppen war bei Weißen und Eingeborenen be⸗ wundernswert. Aus Stadt une Land. g Gießen, 15. Februar 1915. n Austausch von kriegsuntauglichen Ge⸗ fangenen. Gestern Irmittag wurden mit Wagen der elektrischen Straßenbahn 64 im Gefangenenlager unter⸗ gebracht, 1 aum e die nicht mehr dienst⸗ tauglich ind, zum Bahnhof„ wo sie die Reise in die Heimat antraten. Vor einigen Tagen wur⸗ den bereits 11 andere in die Heimat befördert. Die Gefan⸗ genen werden den deutsche Krie fangen die mit dem 7 19575 in französischer Gefangenschaft waren, aus⸗ gewechselt.. der Mehlverbrauch, Im Anzeigenteil der vor⸗ liegenden Nummer befindet sich eine Verordnung des Ober⸗ bürgermeisters über die Bereitung und den Verkauf von Backwaren, die der Beachtung angelegentlichst empfohlen sei. Die Gesellschaft der Freunde ostpreu⸗ ßischer Flüchtlinge mahnt in einem Aufruf in por⸗ liegender Nummer, die Opferbereitschaft für ihre Schützlinge nicht erlahmen zu lassen. 5 a 1 „ Sanitätshunde. Zu unserer Notiz über Sani⸗ tätshunde in Nr. 37 wird uns mitgeteilt, daß die von dem 1 des Zweigvereins Gießen des 9 ischen Polizei- und Schutzhundevereins Herrn Rechtsanwalt 3 m⸗ u- sammenhang steht mit der allgemeinen Sammlung, die der Deutsche Verein für Sanitätshunde in Oldenburg durch den Oberbürgermeister als Vertrauensmann n⸗ wärtig in unserer Stadt— wie in sämtlichen Städlen— veranstaltet.— Zuschriften 1 0 gleichen Gegenstand, die uns zugehen, enthalten die Mahnung an den annten Verein, 92 Bestrebungen nicht von dem höheren Ge⸗ sichtspunkt der zen großen Ganzen mitzuwirken. Die vereinigten Posaunenchöre von Gießen und ae de brachten gestern nachmittag den in der medizini 1727 bezw. chirurgischen Klinik unter⸗ gebrachten Verwundeten ein Stän bon 3—4 Uhr in der chirurgischen und von 4—5 Uhr in der Sowohl die einzelnen Choräle wie i Musitstücke fanden allgemeinen Bei⸗ n den Verwundeten eine angenehme 90 ee medizinischen Klinik. auch die patriotis all und verschaf nterhaltung. Stadttheater. Auf die mor 9 von Sudermanns ere„Johannisfeuer“, das in den bisherigen Vorstellungen gan außerordentlich an⸗ gesprochen hat, sei auch an dieser Slelle hingewiesen. „ Vorträge. Am Samstag, 13. Februar, b. Willh Werner Göttig den Verwundeten, die lazarett Windhof untergebracht 4 en und zwar i Herr wegung zu trennen und an den 1 K f 5 mit der 75 Veranstaltung hat bego Dienstag Gr bel achten Ganghofers„Die beschlange“ und„Englands Marathonlauf“ Ewe it de ade von den masurischen Seen“ von K. F. Ginzkey ungeteilten Beifall. Ein Hoch auf die Besatzung der„deutschen Seeschlange“, die„Emden“, wurde begeistert r— Sein Vortragsabend am 20. Febr. 1915, abends 8¼ Uhr, in der neuen Aula umfaßt eine Aus⸗ wahl„ernster und heiterer Dichtungen deutscher Meister“. Der Vorperkauf zu dieser wohltätigen Zwecken gewidmeten nnen. Karten sind zu 1,50 Mk., 1 Mk. und 0,50 Mk. bei E. Challier, Neuenweg, zu haben. (Siehe Anzeigen.) 1 der Obstbau in beiden Hessen. Das amt⸗ liche Ergebnis der O bstbaumzählung im Jahre 1913 1 148 vor. In Hessen⸗Nassau wurden gezählt: Aepfel 3 243(darunter tragfähig 2 448 705), Birnen 1020629 (714870), Pflaumen und Zwetschen 3649420(2 408 478), Kirschen 450 844 1912 222), Aprikosen 52 921(34 910), Pfir⸗ siche 68 652(41 807), Walnüsse 50 290(32 587).— Im Gro ß⸗ herzogtum Hessen ergaben sich folgende Ziffern: 3 2 380 723(1597 266), Birnen 875897(612 939), Pflaumen und Zwetschen 2 219547(1 901 204), Kirschen 297155 105 673), Aprikosen 136 763(88 890), Pfirsiche 154 553(100 612), Walnüsse 72 476(54 363). * Der Redaktionsmaikäfer ist uns heute in mehreren Exemplaren auf den Schreibtisch gekrabbelt, wovon wir als einem Frühlingszeichen gerne Notiz nehmen wollen. Kreis Schotten. R. Bobenhausen, 14. Febr. Der Offizier⸗Stellpertreter Heinrich Schmidt vom Inf.⸗Regt. Nr. 89, Sohn des hiesigen Bürgermeisters, führte bei einem Sturmangriff im Argonnenwalde eine Kompagnie siegreich vor. Dafür wurde ihm vom deutschen Kronprinzen, der das Regiment vorübergehend besichtigte. eigenhändig das Eiserne Kreuz 2. Klasse überreicht; gleich⸗ zeitig wurde er zum Bataillons⸗Adiutanten befördert. Schmidt ist von Beruf Lehrer in Kesselbach. Kreis Friedberg. h. Friedber 48 Febr. Einen bemerkenswerten Beschluß faßte der Kreisausschuß des Kreises Friedberg. Er gestattet fortan allen Bewohnern von Häusern, die an den Kreisstraßen liegen, die Anpflanzung von Spalier⸗Obstbäumen an Mauern und Hauswänden, auch wenn die Pflanzung auf Kreis⸗ gelände erfolgt. Die Benutzung des Kreisstraßengeländes ist zu diesem Zweck völlig kostenfrei Durch diesen Beschluß erhofft die Kreisbehörde eine weitere Förderung der Feinobstzucht und schließlich auch eine Bepflanzung unschöner Giebel und Mauern und damit eine Belebung des Straßenbildes in den Ortschaften. 58 Butzbach, 14. Febr. Hier soll ein Landsturm⸗ bataillon zur Ausbildung untergebracht werden, für welchen Zweck ja die schönen Exerzierplätze und Schieß nde vorhan en sind. Die Verwundeten, die in der Kaserne liegen, müssen diese am 18. d. Mits. räumen und werden in einem Schulhaus und in Hotelsälen untergebracht. Etwa 500 Mann der Landstürmer werden in die Kaserne, die anderen in Bürgerquartiere gelegt. Starkenburg und Rheinhessen. A Darmstadt, 14. Feor. Neben zahlreichen anderen Wohltätigkeitsvereinen hat sich bald nach dem Ausbruch des ftrieges in Darmstadt unter Mitwirkung des Allgemeinen Deutschen Frauen- vereins eine„Kleidersammelstelle 1914/15“ gebildet, an deren Spitze Oberbürgermeister Dr. Glässing steht In dem gestern in emer allgemeinen öffentlichen Versammlung erstatteten Bericht über die Täliakeit in den ersten drei Monaten konnte Frau Prof. Friedländer die sege n sreiche Tätigkeit dieser Einrichtung näher darlegen. Der im Erdgeschoß der Bessunger Mittelschule ein⸗ erichteten Arbeitsstube wurden Hunderte von gebrauchten leidern aller Art, Tuchreste usw. überwiesen, desgleichen reiche Geldspenden, und unter Leitung fachkundiger Damen mit Frau Prof. Mendelssohn und Frau Geheimerat Klingelhöffer als Vorsteherinnen wurden daraus praktische Sachen hergestellt oder neue Kleidungsstücke angefertigt, die den minderbemittelten Kreisen teils ganz umsonst, teils gegen eine minimale Vergütung überlassen werden konnten. Neben dieser willkommenen Unterstützung hat die Einrichtung noch das Gute, daß zahlreiche alleinstehende Frauen und Mädchen(28) hierdurch lohnende Beschästigung fanden. Jun Hinblick auf die teueren Schuh- und Ledervpreise ist es dem Verein auch gelungen, ein billiges Schuhwerk, Kriegsschuhe für Kinder, herzustellen, die mit haltbaren Holzsohlen versehen sind und für 2—3 Mk., an Unbemittelte unentgeltlich, abgegeben werden. Wenn sich diese Kriegsschuhe auch als einigermaßen dauerhast er- weisen, dann sollte ihrer Anfertigung und weiteren Verbreitung schon im allgemeinen wirtschastlichen Interesse die größte Aufmerksamkeit zugewendet werden. e. 5 Hessen⸗Nassau. h. Frankfurt a. M., 14. Febr. Um der Brotvergeu⸗ dung und Nahrungsmittelverschwendung durch Schulkinder vorzubeugen, hat die Schulbehörde in den hiesigen Schulen eine strenge Aufficht eingeführt. Die Kinder wurden belehrt, daß es augenblicklich unangebracht sei, wenn sie zum Frühstück Butter⸗ stchen mit Wurst äßen;: sie sollen Brötchen ohne Zutaten oder Brot mit Obst essen. Auch in der letzten Schulpause am Vor⸗ mittag dürfen die Kinder nichts mehr essen, damit sie mit Appe⸗ tit zum Mittagstisch lommen.— Die von den Bäckern vorgenom⸗ mene Erhöhung der Brotpreise von 70 auf 80 Pfg. hat in allen Bevölkerungskreisen den lebhaftesten Unwillen erregt. Der städti⸗ sche Lebensmittelausschuß der sich bereits mit dieser Preiserhöhung beschäftigte, erkennt das Vorgehen der Bäcker als nicht gerechtfer⸗ 1 an. Er will 19 Vorbeugung weiterer Preistreibereien dem Magistrat die Saulfeera von Höchstpreisen für Brot vorschla⸗ gen.— Im Strafgefängnis Preungesheim machte ein straf⸗ . Schlosser seinem Leben durch Erhängen ein Ende. — Statt„200 Pfund“ schrieb die Händlerin Jenny Grünebaum auf den Kartoffelverkaufszettel„199 Pfund“, glaubte damit den Höchstpreis für Kartoffeln im Großhandel umgangen zu haben und nahm dem Käufer einen höheren Preis ab. Einer aber zeigte die geschäftstüchtige Frau an und erreichte, daß diese von der Strafkammer zu 100 Mark Strase verurteilt wurde. Amtlicher Wetterbericht. 1 Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 16. Febr 1915 Veraͤn erlich, euweise Mederschläse, mild, westliche Winde. Mittwoch worden seien, 9 Wöchentl. Uebersicht der Cobesfälle i. d. Stabt Gießen. . 5. Woche. Vom 24. bis 30. Januar 1915. Einwohnerzahl: angenommen zu 32 9 0(inkl. 1600 Maun Militär). Sterblichkeitszisser: 1„80%, Nach Abzug von 7 Ortsfremden 4,74. . Er · Kinder Es starben an Zuf. wuchsene in! tes 22 F Angeborener Lebensschwäche 1(1)— 11 Diphtherie und Krupp 20)—— 2(0) Geyirnschlag 1 1—— Vauchsellentzündung 1— 5 1 Blinddarmentzündung 10050—— 1(0) Krankheiten der Harnorgane 1(80) 100.* Krebs 2(2) 22)*—5 Darmzerreißung infolge Ver- unglückung durch Slurz 1(ö) 100)—— Summa 10(77 8 ⁴ D Außerdem in sranzösischer Kriegsgefangener an Typhus. Letzte Nachrichten. . Hauptquart er, 15. Februar vormittags (amtlich). estlicher Kriegsschauplatz. Südlich Ypern bei St. Eloi entrissen wir dem Feinde ein etwa 900 Meter langes Stück seiner Stellung. Gegenangriffe waren erfolglos. Ebenso mißlang ein Angriff des Geguers in der Gegend südwestlich La Bassee. Einige Dutzend Gefangene blieben in unseren Händen. 5 2 5 Den Vorgraben, den wir am Sudelkopf am 12. Februar verloren hatten, haben wir wieder genommen. Aus Wengern im Lauchtal wurde der Feind geworfen. Den Ort Remsbach räumte er darauf freiwillig. Oestlicher Kriegsschauplatz. Nördlich Tüte wurde der Feind aus Piktupönen vertrieben und wird in der Richtung auf Tauroggen weiter gedrängt. Diesseits und jenseits der Grenze östlich der Seenplatte dauern die Verfolgungskämpfe noch an. Ueberall schritten unsere Truppen schnell vorwärts. Gegen feindliche über Lomza vorgehende Kräfte stoßen deutsche Teile in der Gegend von Koluo vor. Im Weichselgebiet gewannen wir weiter Boden. Radion ist von nus besetzt. In den vorhergehenden Kämpfen wurden neben zahlreichen Gefangenen 6 Geschütze erobert. In Polen, links der Weichsel, keine wesentlichen Ver⸗ änderungen. Oberste Heeresleitung. Der Gegenstoß Hindenburgs in Ostpreußen. Genf, 15. Febr. Ueber die Vorgänge auf dem östlichen Kriegsschauplatz wird in einigen französischen Blättern ge⸗ meldet, daß die von Ostpreußen ausgehende Offensive sich noch zu verstärken scheine. Der große Gegenstoß sei überlegen eingeleitet und sehr geschickt durch⸗ geführt worden. Das müsse man anerkennen. Immerhin müsse die Frage offen gelassen werden, bis zu welchem Punkte dieses Manöver die allgemeine Lage ändern wird. Es sei schwierig, dieses vorauszusehen. Der deutsche Sieg in Ostpreußen in schwedischer Beleuchtung. Stockholm, 15. Febr.„Sydsvenska Dagbladet“ schreibt: Die deutsche Offensine in Ostpreußen hat mit einem vollkommenen Siege geendet. Diese gelungene deutsche Aktion ist also die Antwort auf die russischerseits geplante „Offensive“ längs der ganzen ostpreußischen Front. Es ist dieselbe kräftige Antwort wie der Sieg bei Soissons nach der bekannten Offensive des Generals Joffre. Die englischen Verstärkungen in Flandern. Haag, 15. Febr. Wie aus den Aussagen der bei Rousselaere gemachten französischen Kriegsgefangenen her⸗ vorgeht, ist ihnen erzählt worden, daß die Engländer Ost⸗ ende besetzt hätten, was aber völli unwahr ist. An der Mer⸗ Linie sind die Kämpfe jetzt erheblich lebhafter und andauern⸗ der. Die Engländer treten jetzt in stärkerergahl auf. Jedoch sind die englischen Nachschübe keineswegs so groß, wie sie von englischer Seite angegeben wurden. Trotz größter Anstrengungen der französischen Artillerie deutet nichts auf ein Vorwerfen der französischen Frontlinie hin. Ypern liegt auch jetzt noch im Feuerbereich der deutschen Artillerie. Englische Truppen im Sundgau. Basel, 15. Febr. Es scheint, daß englische Truppen auch in den Sundgau kommen. Aus Belfort t erfährt man, daß englische Offiziere dort eingetroffen sind. In der Gegend von Belfort werden Maßnahmen getroffen, um englische Abteilungen dort unterzubringen. Eine englische Militärmission in Serbien. Wien 15. Febr. Wie aus Sofia gemeldet wird, ist in Nisch eine englische Militärmission eingetroffen, die aus General Paget und zwei höheren Generalstabsoffizieren besteht. Die französischen Krieger beschweren sich. Genf, 15. Febr. Die„Hu manité“ bringt eine Be⸗ schwerde, die von einer Anzahl Männer, die früher als zum Militärdienst untauglich zurückgestellt, aber jetzt bei der neuen körperlichen Untersuchung als tauglich befunden und die daher bald an die Front geschickt werden sollen, herrührt. Es sei ungerechtfertigt, heißt es da, solche Män⸗ ner jetzt zum Militärdienst heranzuziehen, da die Gebrechen, um deretwillen sie früher als nicht militärpflichtig erkannt mit dem zunehmenden Alter sich verschlim⸗ merten, um so mehr, als die Neueinstellung früher nicht e eee 1 3*. R Ilalieas Hude regen uu iIHcA,ẽEucH,u,l,e.. Rom, 15. Fehr. Die„Stampa“ schreibt: Die Enteute hat uns durch den Mund Sasonows wissen lassen, was sie von unserer Neutralität hält. Während alle in den Krieg verwickelten Großmächte Weltpolitik treiben und die Ausübung ihres poli⸗ tischen und wirtschaftlichen Einflusses auf andere Erdteile anstre⸗ ben, sollte allein Italien sich mit einer ger sen Grenztorrek⸗ tur und der Verfolgung der nationalen Gr begnügen. Alle anderen Mächte gr cen nach dem Mit eer, das unsere Küsten bespült, und wir sollten nur nach der Adria schauen dür⸗ fen. Wie könnten wir uns aber an einem Meere desinteressieren, das voll Namen ist, die uns blutige Erinnerungen ins Gedächt⸗ nis rufen und Irrtümer, an denen wir bis heute noch zu büßen haben. Will Italien schon in den Weltkrieg eingreifen, so wendet es ben Blick von ber kleinen Adria nach dem Mittelmeer, das uusere Küsten bespült. Das Blatt schließt mit der ernsten Mah⸗ e an die Kriegshetzer, ihren übertriebenen Optimismus zu kühlen. Russische Sorgen. 5 „Hamburg, 14. Febr. Die„Nowoje Wremje“ schreibt zur neuen deutschen Offensivbewegung: b Möge der barmherzige Gott unseren tapferen Helden seine Hilfe nicht versagen. Ein furchtbarer, orkanartiger Angriff des Feindes hat begonnen. Es wird wahr⸗ scheinlich der letzte in diesem Kriege sein. Wie eine mächtige La⸗ wine, wie ein ungeheurer Heuschreclenschwarm ergossen sich die deutschen Truppen Über das westliche Rußland. Tas Vordringen geschehe mit einer so urgewaltigen Wucht und nrit einer solchen Kraftanstrengung, daß es wohl möglich sei, daß die russischen Heere nicht vermöchten, Stand zu halten, sondern überrannt wer⸗ den dürften.(B. Z.) Die Griechen und Serben in Albanien? Rom, 15. Febr. Nach einer Depesche aus Korfu rückten die Griechen mit Artillerie vor Berat in Südalbanien. Die Griechen scheinen im Ein verständnis mit den Serben zu handeln, die ihrerseits Elbassan besetzen würden. Der Trajektvertehr zwischen Schweden und Finnland. Stockholm, 15. Febr. Der Trajektverkehr zwischen Abo und Stockholm hat mit finnischen Booten begonnen, was hier Erregung und allerlei Gerüchte hervorruft. Es heißt, daß hier Verhandlungen zwischen hervorragenden Russen und Deut⸗ schen zum Austausch von invaliden Gefangenen stattfinden und daß die Fahrt aus diesem Anlaß ungestört von deutscher Seite fortgehen soll. Da es sich um einen Transport von mindestens 70 000 russischen Invaliden handelt, mußten die Medizinalbehörden umfassende hygienische Vorsichtsmaßregeln ergreifen. China kampfbereit. Kopenhagen, 15. Febr. Der„Rußkoje Slowo“ ver⸗ öfsentlicht ein Telegramm aus Peking, nach welchem 18 chine⸗ sische Generale und Generalgouverneure den Prä⸗ sidenten der chinesischen Republik Vanschikai ersuchten, die An⸗ maßungen Japans ohne weiteres abzulehnen. Sie teilen mit, daß die chinesischen Truppen bereit seien, für die Un⸗ . Chinas in den Kampf gegen Japan zu ziehen. In politischen Kreisen Chinas tritt der Wunsch auf Einberufung des Nationalrats zur Erörterung der japanischen Frage auf. Auch die revolutionären Organisationen der südlichen Propinzen sichern der Regierung ihre Hilfe gegen Japan zu. Die Regierung ersuchte das Volk, die Ruhe zu bewahren, selbst wenn Japan Truppen in China landen sollte.—(Die„Times“ erfährt: Japan hat von China verlangt, daß kein Teil der chinesisch. Küste und keine Insel an eine dritte Macht verpachtet, abgetreten oder verkauft werden dürfe. Wei⸗ ter verlangt Japan das ausschließliche Bergwerksrecht in der Ost⸗ mongolei. Keine Eisenbahn soll dort ohne Japans Zustimmung angelegt werden dürfen. Auch fordert es die Verlängerung des Pachtvertrages über Port Arthur und die Betriebserlaub⸗ nis für die Bahnnen Antung—Mukden und Kirin— Tschant⸗ schun(in der Mandschurei), sowie die Gewährung des Ansiedlungsrechtes und des Rechtes auf Landerwerb für Japaner in der Ostmongolei und der Südmandschurei. Ferner verlangt es die Uebertragung der deutschen Rechte auf Schantung und den Bau einer Eisenbahn von Tschifu und Lunkum nach Weihsien. China dürfe keine neuen Eisenbahnen und Hafenerrich⸗ tungen in Fukien an andere Mächte ohne die Erlaubnis Japans übertragen, das ebenfalls eine nit China geteilte Herrschaft über die Eisenwerle von Hanjang, die Eisenbahn und Bergwerke von Pinsiang und die Kohlenwerte im Jangtse⸗Tal erhalten soll. China soll an die Untertanen anderer Staaten keine Bergwerksrechte über⸗ tragen, wodurch diese Unternehmungen geschädigt werden könnten. Die„Times“ fügt hinzu, daß diese Forderungen vorigen Monat England, Rußland, Frankreich und den Vereinigten Staaten mit geteilt worden seien.) Graf Ferd. Berlin, 15. Febr. 5 der Nacht zum Sonntag ist im Alter von 82 Jahren der berühmte Maler, Wirklicher Geheimer Rat Professor Graf Ferd. Harrach, gestorben Er hat ein⸗ zelne Episoden des Jahres 1870 im Bilde festgehalten. Später malte er vornehmlich religiöse Bilder. 5 Hochwasser in Italien. Rom, 15. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hoch⸗ wasser des Tiber nahm gestern nachmittag weiter zu, füllte die Wölbung der Milvischen und Engelsbrücke und trat vielfach über die Ufer, besonders in der Engelsgasse, im Borgo, in der Via Marmorata und in der Umgegend der St. Pauls Basilika. Auf der Bartholomäus⸗Insel er⸗ reichte das Wasser die ersten Stockwerke der Häuser. Im Heiligen⸗Geist⸗Spital wurden im ersten Stock liegende Kranke höher heraufgebracht. Ein Calciumcarbid⸗Lager in der Via Portuense wurde überflutet, aber die dadurch ver⸗ ursachte Explosion forderte keine Menschenopfer.— Der König ließ sich von dem Vizebürgermeister über die Lage Bericht erstatten und besuchte die überschwemmten Gegen⸗ den im Automobil. Nach der„Tribuna“ nimmt auch der Papst lebhaften Anteil an der Ueberschwemmung.— Nach dem„Giornale d'Italia“ lassen die Nachrichten aus den stromauf gelegenen Städten auf eine Abnahme des Hoch- wassers schließen. arrach F. Verschwendet kein Brot! Jeder spare, so gut er kann. fleste-Terkauf Militärpflichtiger auch ungesetzlich sei. Die währ Reste in S8 end des ganzen jahres angesammelten chürzensiamosen, Hemdentuchen, weiß u. farb. Hemdenbiber, Futterstoffen, Gardinen, Deckenstoffen, Seide etc. kommen von heute ab 2 ganz au Bergewöhnl. billigen Preisen zum Verkauf Donnerstag 1442³⁴ Beachten Sie unser Fenster! SALOMON& CIE. GUHESSEN * 5 88 r * 2 3 8 8 3 r JJ.. e 8 Todesanzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unsere liebe, unvergeßliche Tante Frau verw. Steueraufseher Karoline Kaiser, geb. Sommerlad im 78. Lebensjahre heute nacht 12 Uhr von ihrem langen, qualvollen Leiden durch den Tod erlöst wurde. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen. Im Namen aller: Heinrich und Ludwig Schön. Reiskirchen, den 14. Februar 1915. Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag 3 Uhr statt. 14⁵ In treuer Pflichterfüllung für das Bater⸗ land starb bei Bolimow(Rußland) am 25. De⸗ zember unser lieber Sohn und Bruder Josef Bayer Ersatzreservist im Inf.⸗Regt. 140, 1. Komp. im nahezu vollendeten B. Lebensjahre. u. Lungenleiden Hr. Hauptlehrer Hiller aus Bielau schreibt: Zeit mehr als 12 Jahren litt ich an Atem- nel. Dies wurde immer schlimmer, so daß ich ein Bungenleiden befürchtete. Ich mußte den größten Teil der Nacht sitzend im Bette Zubringen. Husten und Nachtschweis machten mich so matt, daß ich kaum meine Glieder schleppen konnte. Alle möglichen Mittel wurden versucht— aber helfen konnte mir keines.— Da wandte ich mich an Sie. Ich führte die Kur so gut ich konnte durch und erzielte bald Besserung, die immer weitere Fortschritte machte— bis ich jetzt vollständig geheilt bin. fch bin ein neuer gesunder Meusch geworden und ppreche Ihnen meinen herzlichsten Dank o Hr. Nik. Fertscha.MHaroldswelsack schreibt: leh litt an heftigen Asthma-Anfallen, chron. Bronchial- und buftröhrenkatarrh und hakte schweren Husten. Nichts wollte helfen. Ich besuchte Krankenhaus und Janatorium ohne Erfolg.— Da las ich von 5 Ihrer Kur und begann dieselbe. Nach •FFMochen hatte ich schon schöne Besser- ung und nach einigen Monaten war ich vollständig gesund.— Ich finde nicht Worte genug“ usw. usw. Derartige Resultate werden täglich gemeldet. Leiden Sie an Husten, Atemnot, Auswurf zähen Schleimes, Stechen auf Brust u. Rücken. Druck in den Schulterblättern, Nachtschweiss, 8 öfter kalten Händen u. Füssen, Blutspucken, pfeifenden u.schnurrenden Geräuschen in der Brust, oft heftigem unregelmäss. Herzschlag verbunden mit starkem Angstgefühl, mangel- haftem Schlaf, schlechter Verdauung ete etc., so verlangen Sie sofort unsere neueste, mit Vor- wort eines als Kreisphysikus geprüften Arztes h B hüre. Ing f erke sie ird Ine Vollständig gratis] gegen Einsendung des Portos zugesandt von Dr. Rich. jeschke& Co., Kötzschen- broda i. Sa. Nr. 97. 1441 In tiefer Trauer: Georg Bayer und Frau Wilh. Bayer, z. Z. im Felde Georg und Rudolf Bayer. Gießen, den 15. Februar 1915. Frankfurter Straße 101 1470 Samstag nachmittag entschlief plötzlich und unerwartet unser heißgeliebtes Söhnchen Edchen im zarten Alter von 3 Monaten. In tiefer Trauer: 007 Eduard Noll jr. und Frau. Gießen(Neustadt 49 II.). Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag 3 Uhr 8 der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Feldpost-Schachteln für 50, 250, 500 Gramm⸗ u. 3 bis 5 Kilo⸗ Pakete, nur bewährte Größen, sowie sämtl. Feldpostschreibmaren werden in meinem Be⸗ triebe in großen Massen fertiggestellt. 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Ages es ges ge,ge sees Holzversteigerung ber 8 der Gräftichen Oberförsterei Laubach Der vom Gemeinderat durchberatene Voran⸗ Montag, den 22 Februar, im Hirschrot, nach Zusammen ⸗ schlag der Gemeinde Odenhausen für 1915 Ri. liegt 0 fe berg. ichen Zi 0 Sc 2 An auß 0 in Lenzesberg, Buchen Rm.: 2 eit, Knüppel, ee woche lang af den i e e ee Bürgermeisterei⸗Bureau dahier zur Einsicht der 2 Sirschrot 1: Buchen Nm.: 3 Stammknüppel. 285 Interessenten offen. Einwendungen können innerhalb Stammreiser, 99 Zopfreisex. ö 1 br: 50, R m.: 34 Scheit, 97 Knüppel, 8 Stöcke, 147 Reiser; Eichen dieser Zeit mündlich oder schriftlich vorgebracht Am. 2 Knlppel, 4 Stämme ih Mer. 10, 111 u in. werden. Es werden Umlagen erhoben, zu denen 98 FIstm,, Deichseln; 5 Eschen 9/10 Mr. 13, 1217 Zim auch die Ausmärker beizutragen haben. Odenhausen, 13. Februar 1915. Großh. Bürgermeisterei Odenhausen. Lang. Fh 2 10 FIstm. 4. Hubberg u. Lenzesberg: Buchen: Am.:. tamm⸗ 5 1. Das Holz aus 2—4 wird unvor⸗ gezeigt ausgeboten, Lesehols flächenweise. 1425 1446 Auf dem Felde ger Ehre starben den Heldentod für ihr Vaterland unsere lieben Bundesbrüder: cand. phil. Ludwig Hohenstein Eriegsfreiwilliger im Res.-Inf.-Regt. 21. Prof. Dr. Rudolf Jordan k. k. Oberleutnant d. R., 5 Lehramtsassessor August Rühl Leutnant d. R. und Kompagnieführer im Res.-Inf.- Regt. 88, Inhaber des eisernen Kreuzes u. d. hess. Tapferkeitsmedaille, Ehre ihrem Andenken! 5 In tiefer Trauer: Die Philologisch-Historische Verbindung. I. A. Prof. Völzing. 01401 Ihr weint, weil ich von Euch geschieden, O weinet nicht des Himmelsfrieden, Des wahren Vaterlandes Heil Ward mir durch Gottes Hand zuteil. 1459 Todes- f Anzeige. Mit Gott für König und Vaterland starb den Heldentod unser Altester, unvergesslicher treuer Sohn, Bruder und Neffe Herr Peter Marx, Kaufmann MHusketier der 10. Komp., Res.-Infanterie-Regt. Nr. 161 am 5. Februar im Alter von 23 Jahren. Die tieftrauernden Eltern und Geschwister: Philipp Harx, Oberpostschaffner Johannette Marx, geb. Bohl Jacob Marx, Lehramts-Aspirant, z. Zt. im Felde Philipp Marx, Kaufmann Alols Marx Johanna Marx. Giessen, den 15. Februar 1915. Für die vielen Beweise herzlicher Anteil- nahme sagt aufrichtigen Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Z. Haubach. Giessen, den 15. Februar 1915. 1462 D In dieser Woche Strickwolle zu Ausnahmepreisen bei Abnahme von ½ Pfund an A. Salomon& Cie. Schwemmsteinfhr., ü. a. Synd · 8 3 S Statt Karten. 1464. N 5 Die glückliche Geburt eines gesunden Jungen zeigen hocherfreut an Stabsapotheker Schreiber(2 Zt. i. Felde) und Frau Liesel, geb. Spuck. Münster i. Westf, den 13. Februar 1015. Ot anmeun i 16. Febr. 1915 eee Volks vorstellung. Volks- Preise! Volks-Prelse! Außer Abonnement! Johannisfeuer Schauspiel in 4 Akten von Hermann Sudermann. Ende nach 10% Ubr. Soldaten vom Feldwebel ab. wärts zablen bei allen Vor⸗ stellungen auf 2. u. 3. Parte t nur balbe Preise. 140 Amtliche Mitteilungen der Haudelskammer Gießen. Vergebung von Arbeitsgeräten. ie Eisenbabndirektion Mainz hat in 3 Losen größere Menden 3 Besen, Pinsel aus Borsten, Eimer, Kannen, Schaufeln und ähnlichen Arbeitsgeräten zu ver⸗ ert ben 5 116— 12„ ähere Auskun er diese rgebung erbal; nter essenten auf dem Sekretariate der Handelskammer. luz