Erschein! tiguich mit Ausnahme bes Senutags. Die„Gießener Familienblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Sießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen zeit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. Kriegszeiten in väterchens Reich. Von Balticus. Die Jagd auf deutsche Flieger.— Die Hetze gegen die Deutsch⸗ balten.— Die drohende Revolution.— Die„geschenkte“ Kriegs⸗ anleihe. Die Herrschaft der Panslawisten. Weil das nun einmal so im Zarenreiche der Regierung Brauch ist, alles ihr besonders unbequem und gefährlich Tünkende durch „Herrn von Rubliewitsch“, Rußlands eigentlichen und unbedingten Herrscher, zu bekämpfen, so bot sie auch jetzt diesen ihren treuesten und ältesten Verbündeten gegen unsere Luftfahrzeuge auf. Der Silberklang oder vielmehr, da die Zeiten schlecht sind. das Papiergeknister, sollte die furchtbarste und vor allen Dingen wohl unheimlichste Waffe der Deutschen— denn als das werden unsere famosen, blitzschnellen Wolkensegler von Väterchens Heeres⸗ leitung angesehen— niederringen. Riesige Plakate an den Straßenecken, die Popen und die übrigen Geistlichen Rußlands, alle Ausrufer der Gemeinden und sonstige Eröffnungswege des Herrscherwillens gaben den Unter- tanen kund und zu wissen: daß tausend Rubel Belohnung jeder erhält, der eine solche Höllenmaschine herunterschießt; aber auch dem war reichlich Geld zugesagt, der nur eins dieser Luftfahrzeuge meldet. Tausend Rubel ist ein schier unermeßliches Vermögen für Rußlands Landbevölkerung, denn schon hundert dieser Münzein⸗ heiten machen ihren Besitzer zum reichen, angesehenen Mann; aber zehnmal mehr läßt ihn natürlich gar als Krösus, den Gipfelpunkt alles zu Verehrenden, erscheinen. So kam os, daß die Regierung mit ihrem Aufruf ein wahres Fieber entfesselte. Jung und Alt, Gesunde und Kranke, Mann, Weib, Greis, Kind und Kegel wurden höllisch scharf auf alles, das da fleucht. Sehr große Vorteile nun, das kann man wohl ruhig sagen, hat Väterchens Heeresleitung aus diesem von ihr entfesselten Sturme der Leidenschaft wirklich nicht gezogen. Zwar wußte ein lettisches Bäuerlein zu melden, und wurde ob dieser wichtig scheinenden Nachricht sogar von Seiner Exzellenz dem Herrn Gouverneur selber empfangen, daß es Luftfahrzeuge gespürt. Bei näherem Befragen stellte sich aber heraus, daß vom Lettensohne weder die Höllenmaschine gesehen, noch das Geknatter der Motore gehört oder der Geruch des Benzins wahrgenommen sei. Ledig⸗ lich das Verhalten seines Truthahnväterchens, das nach den Be⸗ 11085 des Besitzers ein ganz ungewöhnlich kluges Tier sollte den erschöpfenden Dewer dafür bilden, daß die Flug⸗ 5 5 auch wirklich dagewesen. Der Vogel fresse seit mehreren Tagen nichts und starre nur immer bang zum Himmel auf. Grund — diesem sonst ganz unerklärlichen Verhalten könnte doch nur der Schreck über die Flugmaschinen sein, die er gesehen. Das wäre ja ganz klar und er, das Bauerlein. bitte jetzt um die aus⸗ gesebte Belohnung. Solche und ähnliche Fälle haben sich zu tausenden in Ruß⸗ land ereignet, oft sogar Untersuchungen nach sich gezogen. So ge⸗ gen einen Deutschbalten, der astronomische Studien treibt, des⸗ halb hümfig ganze Nächte auf dem Turme seines Schlosses zu⸗ bringt Deutsche Flieger nun sollten ihn da besucht und Aus⸗ won ihrem Stammes genossen über 5 Age cube bietet, 5 erwidert: Die Deut⸗ — 1 so vervollkommnet, daß sie den ul* Ae e eigener Flugmaschinen von russis. Soldaten heruntergeschossen taucht irgendwo so ein Ding am Himmel auf Salven⸗ feuer überall. Jeder will Erste sein Die tausend Rubel locken. Niedriger kommt der Apparat. Die Insassen winken wie toll, ent⸗ falten Fahnen.„Wir erkennen eure Schliche, Feinde seid ihr, wollt nur besser Bomben so. auf uns werfen können! Feuer, Feuer! End⸗ lich Treffer. Zu Boden Fa e zerschmettert der Wolkensegler. Hier ich nun heraus, daß es ein russischer ist. bel sich die Sales abgespielt. Das Schießen auf Flugzeuge ist l ee heute, ohne ausdrücklichen Befehl der höchsten Obrig⸗ leit hierzu, im Zarenreiche bei Todesstrafe verboten. Gießener Anzeiger. General⸗Anzeiger für Oberhessen Die russische Mepierggs bot aber nicht nur Herrn von 1 2 gegen unsere Flugapparate auf, sondern machte auch die Letten durch die Inaussichtste ellung klingender Händedrücke ganz* So hoffte sie die Deutschbalten, die heute sogar noch zäher als je zu ihrem Volks tum, ihrer Muttersprache, ihrer Religion halten, mit einem Scheine des Rechts vernichten zu können. Beweise für die een dieser loyalsten Untertanen, die der Zar überhaupt hat, sollten— das ist der Regierung Wille — durch die ständige Ueberwachung herbeigeschafft oder wohl rich⸗ tiger— herbeigefälscht werden. Der Rubel leistet alles. Zum offenen Aufstande nun, wie 1905, ist es zwar nicht ge⸗ kommen, aber wir stehen am Ostseestrande unmittelbar vor einem solchen Ausbruch. Mordtaten, Raubüberfälle beginnen bereits. Die Schuldigen werden, wenn die Leidtragenden Deutschbalten find, mie gefaßt. Das Volk stellt seine Gesinnung zur Schau. So pflegen jetzt die Letten vor den Deutschbalten auszuspucken, sie auf der Straße, natürlich besonders gern bei Dunkelheit, und Damen— denn feige sind sie— anzurempeln. Die Behörden versagen unseren Stammesgenossen vollständig ihren Schutz Das ganze Bild hat mit einem Worte erschütternde Aehnlichkeit mit dem unmittelbar vor dem Aufstande von 1905. Das Spitzelwesen treibt tolle Blüten. So wurde das Ver⸗ fahren gegen einen Deutschbalten eröffnet, der in der Kapelle auf seinem Gute elektrische Beleuchtungs- und Läutanlagen legen ließ. Eine Verbindung mit„Deutschland, so wurde behauptet, sollten die Drähte herstellen. Die Strafanzeiger, zwei Letten, beschworen, daß sie eine Unterredung, die der Angeklagte mit dem Aus⸗ lande durch die unterirdische Leitung gehabt, belauscht hätten. Daraufhin erfolgte die Verhaftung des Deutschbalten. Zwar wurde er schließlich, als sich die Unmöglichkeit einer Schuld gar zu klar herausstellte, wieder auf freien Fuß gesetzt, doch hatte der Auf⸗ enthalt im Gefängnis lange gedauert. Den beiden Letten aber, von denen es doch durch das Verfahren ganz klar wurde, daß sie einen Meineid geschworen, geschah nichts. Die Regierung hat jetzt den Gemeindevorstehern der Ostsee⸗ propinzen Petroleum gegeben, drei Tonnen für jedes Gut, mit dem Auftrage: alle Häuser in Brand zu stecken, falls die Deutschen einrücken. Diese Maßregel nun richtet sich selbstperständlich nur gegen zie Teutschbalten, Denn daß die n die ja alle selber Letten, vielfach noch gerade die Träger des deutsch⸗ feindlichen Gedankens sind, nicht ihren eigenen und den Besitz der übrigen Bauern, ihrer Verwandten und Freunde anstecken werden, ist ja selbstverständlich. Die Regierung will aber auch nur die Deutschbalten treffen, denn würde sie wirklich eine all⸗ gemeine Verwüstung aus Gründen der Landesverteidigung be⸗ absichtigen, so hätte sie doch den Brennstoff in die Hände der Staatspolizei des Landes, die keine Sprossen der örtlichen Bauern⸗ schaft sind und wörtlich den Befehl ausführen würden, und nicht in die der Gemeindevorsteher gelegt. Die kommenden Unruhen künden 1 aber nicht nur in den Baltischen Provinzen und zwar durch das Verhalten der Letten an, sondern merkwürdig ist es, wie schnell und gut die Bewohner⸗ schaft des ganzen Reiches über alle Vorgänge auf den Kriegsschau⸗ plätzen unterrichtet wird, trotzdem die Zeitungen Rußlands doch nur von angeblichen glänzenden Siegen des Zarenheeres und der ihm verbündeten Armeen zu berichten wissen. Ungeachtet aller Lügen und Vertuschungsversuche der Regierung dringt die Wahr⸗ heit durch, das Volk kennt sie. Diese Tatsache findet ihre Erklärung darin, daß der Partei des Umsturzes sehr viele und Leute aller Ge⸗ sellschaftsklassen angehören. Glänzend unterrichtet sind diese Perso⸗ nen sie mm die Wahrheit unter das Volk bringen, nehmen sie ihm die Furcht vor der Stärke der Regierung, machen ihm vielmehr klar, daß diese schwach ist und es immer mehr wird. Auch Kenntnis von den furchtbaren Ent⸗ behrungen, die der russische Soldat und zwar gerade durch die mangelnde Vorsorge, die schamlosen Diebereien seiner Vorgesetzten erdulden muß, geben sie den Massen. Die zweite Reservistenaushebung zum Heere legte von der wahren Stimmung der Bewohnerschaft beredtes Zeugnis ab. Während die erste verhältnismäßig ruhig verlief, das gewohnte Bild der Leute bot, die sich mit allen Mitteln dem Militärdienst entziehen wollten, ging es bei der zweiten ganz anders her. Viele Personen drängten sich förmlich dazu, angenommen zu werden, zeigten aber dabei solche verbissene Wut, daß unter den Herren 35 510755 ei Schädlingen der Landwirtschaft Abbeu 8 5 5 Es wird dieses Opfer um so leichter gebracht werden, sobald man durch wissenschaftliche Be⸗ obachtungen und aufmerksame Wahrnehmungen in Wald und Feld dem Vorurteil entsagen wollte, als ob das den Landbau vor Scha⸗ den behütende Raubwild der Jagd hochgradig gefährlich sei. Hier⸗ auf zielt die nachfolgende Kennzeichnung der en Vertreter des Haarraubzeugs und des. soweit sie bei uns in Betracht kommen. Der Fuchs ist ein hervorragender mae ige er frißt auch eine 3 von Kerbtieren und ihre Larven, wie Maikäfer, Saateulenraupen und Drahtwürmer, die mehrfach in großen Men⸗ gen in erlegten Füchsen gefunden worden sind. Nebenbei ver⸗ zehrt der Fuchs auch Wild, wovon aber das angeschossene sowie das kranke und gefallene einen beträchtlichen Bruchteil aus⸗ 9 so daß der Fuchs zur Reinhaltung von Fäulnisstoffen Von den Marderarten: dem Dachs, Baum- und Stein⸗ marder, Iltis, Wiesel, 1 5 ungefähr das gleiche Das Eichhörnchen stell t jungen Vögeln in den Nestern nach,. Knospen und bucht die Spitzen der Tannenzweige massenhaft ab, tut dem Obste Schaden. Es ist zu verfolgen. Otter tut der Fischzucht bedeutenden Abbruch und ist deshalb niemals zu schonen Die Katzen sind der Jagd und den viel Ungeziefer verzehren⸗ den Singvögeln, also auch der Landwirtschaft sehr schädlich. Eine Katze, die in den Wald und das Feld geht, sucht dort nach ihrem 8 edlere 1. als Mäuse, die sie auch in der Nähe Wohnungen h unte. Man stelle ihr auswärts nach ge der Landwirtschaft wie der Jagd. Ein wildernder Hund ist als Schädiger der Wildbahn gefahrli r als alles andere bei uns heimische Raubzeug. Durch das von Hunden entsteht ach fn 5 3 Gefahr für das 5 91 Wild, sondern auch gesamten übrigen r ge bezirk verläßt und zugnahme auf§ 228 des bürgerlichen duch von der e schon Freispruch des— e 5 71—.— Wert des 7 nen nicht ein eisch bemessen wurde, sondern nach seiner 1 55 den fraglichen Bezirk, die z. B. in einer ausge- Bedeutung 09 98158 eine recht hohe sein k. dem Federraubzeug iu Buffarve und Sue mfal⸗ ken J einigen Jahren ee lich ge weil man ihren fast gusschließlichen Nutzen erkannt batte trutz der früheren gegentei⸗ ligen Ansicht der meisten Jäger. 1 Hühner habicht richtet gleich dem Wander fal⸗ en vielen Schaden an, wirkt aber auch nützlich durch Greifen Er ist aber schon so 11 80 geworden, 85 der Jäger haben wird, ob er schießen soll oder nicht. wirtschaft erheblichen Schaden durch Abpflücken reifender Aehren, durch Abbrechen von Fruchtreisern an den Obstbäumen, Ausziehen der aus dem Boden herauswachsenden zarten Maispflanzen, um auch das Setzkorn zu ergattern. Auch ist ihr jagdlicher Schaden nicht unbedeutend. Sie nützt zwar auch durch Vertilgung von Mäusen und Ungeziefer. Da sie sehr zahlreich vorkommt und scheu ist, so vernichte man sie, wo es angeht. Es werden immer noch mehr als genug Krähen übrig bleiben. Dem Nutzen gegenüber, den die Weihen durch Vertilgung von Mäusen leisten, ist es belanglos, wenn sie die zahlreichen Lerchen und Ammern um einige mindern. Der Sperber möchte weit davon entfernt sein, seine Schäd⸗ lichkeit 8 seinen Nutzen begleichen zu können. Der Häher ist als Jagdschädling bedeutungslos. Ex kann aber die Landwirtschaft schädigen durch Plündern von Saatfel⸗ feldern. Auch ist er gegen die jungen Singvögel in den Nestern nicht harmlos. Als Radaumacher trägt er in gerade nicht melo⸗ discher Weise zur Belebung des Waldes bei und kündigt das Wild 1 schieße ihn gelegentlich, zumal er ziemlich zahlreich auftritt Bei dem unzweifelhaften Nutzen der Eulen sollten Eisen⸗ fallen, in denen sich hauptsächlich Eulen fangen und die zudem jedem hineingeratenden Vogel die Beine zerbrechen, längst gesetz⸗ lich verboten sein. Wo besondere Verhältnisse einen planmäßigen Raubvogelfang gebieten, sollte der Habichtskorb oder eine andere Falle angewandt werden, die den Vogel unversehrt fängt, so daß harmlose und nützliche Stücke, wie Eulen, Steinkänze, Turmfal⸗ ken usw. wieder in Freiheit gesetzt werden können. Nach vorstehenden, aus langjährigen wissenschaftlichen Unter⸗ suchungen der Mageninbalte der Raubtiere, aus den Beobach⸗ tungen bewährter Jäger und Jagbschriftsteller und aus eigenen Erfahrungen geschöpften Angaben beruht die frühere blinde Ver⸗ urteilung der Raubtiere als hervorragende Jagdschädlinge meist auf einem Irrwahn. Erfreulicherweise bricht sich die begründete Meinung immer mehr und mehr Bahn, daß das Raubzeug jagd⸗ lich nicht so 1 ist, wie der Durchschnittsjäger meist an⸗ nommen hat. Der Jäger darf die Raubtiere überhaupt mehr chonen. Insbesondere aber ist während der Kriegszeit ihre Hegung geboten, mit Ausnahme des Otters, der Katze und des wildernden Nundes, des Eichhörnchens, des Fischreihers, der Krähen, des Sperbers und etwa roch des Hähers. Der Jäger wird keinen schwer empfindlichen Nachteil erleiden, wenn er das übrige Raub⸗ wild in höherem Grade unbehelligt läßt und damit zur Hebung des Ackerbaues wesentlich beiträgt. Sollte aber ein Jagdbesitzer 2 Jagdpüchter, der natur⸗ wissenschaftlich der Raubzeugfrage noch nicht näher W 105 auf seiner alteingefleischten, irrigen Ausichr beharren, so b er wenigstens für die Dauer der Kriegszeit zur Minderung* Aushungerungsgefahr ein vermeintlich größeres Opfer. Es set ihm umso höher angerechnet, wenn er dabei seine Ueberzeugung prei 8 ist ein Mansjahr zu befürchten. Eichen und Die Kr ä he, vielfach auch Rabe genannt, bringt der Land⸗ Samstag. 8. Februar ois Kotattonsdrud unb Verlag der Dr ü heschen g Universitäts Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: e 851, Schrift ⸗ leitung: 112. Adresse für Drahtnachrichten: 1 f 1 9 Anzeiger Gießen. f 5 des Aushebungsausschusses einstimmig die Anficht herrschte:„Sol⸗ sollen, haben wir ausgehoben. 5 1 1 1 daten, die für den Zaren kämpfen Gegen wen aber werden sich diese Leute wenden, sobald ihnen die Gelegenheit dazu günstig erscheint, und welchen Geist bringen sie in das Heer?“ Beispiele dafür, daß sich die russischen Umsturzkreise, nur um Einfluß auszuüben und die Massen gegen die 1 — ustacheln, noch viel furchtbareren Martyrien unterwerfen, wie r Eintritt in das jetzige Zarenheer bedeutet, sind ja aus den en von 1905 genügend bekannt. An Waffen herrscht großer Mangel in Rußland. So werden jetzt Gewehre älterer Systeme, aber ganz neuer Aus⸗ führung, denen man es ansieht, daß sie noch nie im 1 waren, also nicht den 8 entnommen sind, an die Sol⸗ daten ausgeteilt. Woher aber diese Büchsen eingeführt werden, a ist unbekannt. Das Unterbringen der inneren russischen Kriegs⸗ anleihe stieß auf große Schwierigkeiten. Da wurde unter dem g Volke das Gerücht ausgesprengt: daß man die Zeichnungsscheine nur unterschreiben und 20 Prozent des Betrages einzahlen— 19 der Rest aber werde geschenkt und die Wertpapiere so verabfolgt 1 Neben diesen— auch das wurde betont— auf der Hand liegenden 2 Vorteilen, die sich der Unterzeichner durch die w einer Unterschrift und der paar Rubel, die auch oft n wurden, sichere, machte er sich noch bei der Wee erwerbe eine gute Note in Petersburg. Unter diesen Uußender unterschrieben zahlreiche Leute, vielfach Personen, die nichts in ihrem Besitze haben. Heute nun herrscht große Empörung unten ihnen, daß sie den Rest zahlen sollen. Unbarmherzig werden die Forderungen beigetrieben. Das Volk erklärt sich jetzt das Verhalten der Regierung A. und auch in diesem Falle ist ebenso wie von der wahren La 3 dem Kriegsschauplatze die Ansicht überall verbreitet: Die Regie⸗ rung habe Geld gebraucht und dieses aus dem Auslande. wollen: dort aber forderte man Unterlagen zur Sicherung des Darlehns. Diese nun seien durch die Zeichnungsscheine geschaffen. denn daß diese von Vermögenslosen unterschrieben wurden, sei selbstverständlich den Geldgebern verschwiegen worden. Aber der Appetit kommt beim Essen. Denn jetzt, wo die Regierung durch ihr Betrugsmanöver Geld erhalten, versuche sie noch, was sich auf Grund der Zeichnungsscheine aus den eigenen. heraus⸗ pressen lasse. Toll sind die Treibereien der Panflawisten, also einer Partei, die, im Volke selber keine Wurzel gefaßt, nur wenige zu ihren Auhängern zählt. Aber eine e gan; ungeheure Macht ent⸗ wickeln jetzt diese wenigen Leute. Die Vertreter ihres Haupt⸗ blattes, der„Nowoje Wremja“, bereisen das ganze Land, zwingen die Gouverneure, unter Androhung eines Pressefkandels 8, zum schärfsten Vorgehen gegen alles Fremdvölkische und Andersgläubige. Zu widersetzen aber wagt sich den Anordnungen der Panslawisten kein Beamter, obgleich ihm bekannt, daß der Selbstherrscher an⸗ derer Ansicht ist als die Hetzer. Die Zarengewalt geht ihrem vollständigen Verfall entgegen. Zwar war Nikolaus II. selbst⸗ verständlich nie der unbedingte Gebieter, aber doch stets recht eigenwillig und herrschsüchtig. Von alledem ist heute wenig übrig geblieben. Der Zar kümmert sich um nichts, läßt alles geschehen. — 1 In englischer Gefangenschaft. 2 Aus unserem Leserkreise gehen uns 2— 9 zul, die 17 8 von dem Geschick eines deutschen der Handels- marine handeln, der durch Venbunbischuft baude mit einer Reihe Gießener und oberhessischer Familien verbunden ist. Den Briefen, die die Mutter des Gefangenen an eine m. Gießen lebende Freundin richtete, entnehmen wir folgende Stellen: a Z., 29. 1. 15. Inmitten all der Arbeit kam Anfang Dezember ein Brief von L., von dem wir bis dahin noch nichts gehört hatten. Er hatte diesen Brief über Bord geschmuggelt vermittelst Flaschen po st und schrieb darin, daß er an Bord eines Schiffes auf dem Weg nach England sei als Kriegsgefangener mit etwa 600 Leidensge⸗ fährten. Sie alle hätten nichts gerettet, als was sie am Leibe hät⸗ 5 ten: dünne Tropensachen. Daß sein Schiff bei Kamerun versenfttk Buchen haben reichlich getragen. Da werden die Mäuse gut. mintern und einen beträchtlichen Stamm bilden für eine starke Vermehrung im nächsten Sommer. Auch die Roggenfelder, soweit sie wieder vom ersten Schnee entblößt sind, zeigen zahlreiche Mäuse⸗ löcher. Mithin schone man vor allem als geschickten Mäusever⸗ tilger den Fuchs. Jedenfalls zerstöre man nicht im nächsten Frühjahr seine junge Nachkommenschaft 1711 Graben der Bäue. Auch vergifte und fange man die Füchse nicht. Soweit letzteres durch die üblichen, die Beine zerschmetternden Eisenfallen bewerk⸗ stelligt wird, stellt es eine gefühllose Tierschinderei dar, die keine Rücksicht nimmt auf die pfindung der Tiere. Wo man Fallen anwenden muß, wie z. B. in Gärten gegen Katzen, welche den Singvögeln nachstellen, wähle man die Kastenfalle, in welcher das Tier sich unversehrt fängt, oder die Knüppel⸗, Mord⸗ und Würge⸗Fallen, die es sofort se 5 töten. Größere Schonung der als vorwiegend nützlich gekennzeich⸗ neten Vertreter des Haar⸗ und Federraubzeugs wird auch die Jagdgefilde nicht immer mehr veröden lassen, sondern mannig beleben und für den Naturfreund anziehender gestalten. 5 seltener gewordenes oder fast ausgestorbenes Nanbwig würde sich ein zeitweiliger Natur⸗Denkmalschutz empfehlen. Die Er⸗ haltung und Wiedervermehrung verschwindender Tierwelt würde dienlicher und für viele Besucher von Wald und Flur erfreulicher sein als der auf manchen alten Kasten ausgedehnte Denkmalschutz. Dem Jagdpächter würde kein unerträglicher Schaden z werden. Worauf es aber bei der gegemwärtigen von England mit allen Mitteln versuchten Aushungerung Deutschlands am meisten ankommt, so würde die un bare und mittelbare reichlicher Vertilgung der Ackerbauschädlinge: der Mäuse, des Hamsters, der Kerbtiere und ihrer Larven usw., von dauerndem Belang sein für die erwünschte Förderung der Landwirtschaft. * Akademie⸗Reform in Dresden. Ueber 257 innere Umgestaltung der 2 l Akademie der bildenden Künste“ in Dresden schreibt 5 uns unser dortiger Mitarbeiter: Am 16. Februar wird der 5 Akademische Rat der Königl. Kunstakademie Satzungsände⸗ 1 rungen von großer Wichtigkeit beraten. Gs handelt fich 1 dabei um nichts geringeres als den Abschluß der seit Jahren 5 in die Wege geleiteten und exst kurz nach dem vorjährigen 5 Jubiläum der Akademie von einem Teil der Lehrerschaft neu geforderten Reformen der inneren Organisa⸗ g tion. Diese Reform setzt, wie wir an zuständiger Stelle erfahren, an zwei Punkten ein. Einmal wird der Lehrer⸗ schaft eine Mitbestimmung bei inneren Angelegenheiten der 2 Anstalt eingeräumt werden, zum andermal solten künftig die Unterklassen. die eine Art Vorschule zur Akademie binde wegfallen. Die erste Neueinrichtung kann man erst in i ganzen Bedeutung verstehen, wenn man bedenkt, daß— 5 schließlich der Akademische Rat, der direkt von der Krone sächs. berufen wird, den Studienplan bestimmte, die Aufnahme * 8 1 5 5 5 . 1 * 2 d 2 5 . . 1 8 d . 8 8 R . . 5 2* o worden war, hatten wir kürrb vorher in ber Zeitung gelesen, über Lis Schicksal konnte ich aber trotz aller Nachfragen nichts erfah⸗ urn. Nun kam diese Nachricht und wir wußten ihn wenigstens am Leben. Wieder einige Tage später kam ein Schreiben eines Hamburger Hauses, uns völlig unbekannt, welches eine Niederlas⸗ sung in Funchal(Madeira) hat. Der dortige Direktor schrieb an sein Haus nach Hamburg, am 13. November sei der Dampfer „Obnast“ mit ungefähr 600 Gefangenen(darunter die Zwilbevöl⸗ kerung von Kamerun mit Frauen und Kindern) in Funchal ein⸗ gelaufen. Die Behörden von Funchal hätten jeden Verkehr mit den Gefangenen verhütet, indessen sei es einem deutschen Schiff, welches im Hafen lag, gelungen, einige Signale mit der„Obnasi“ aus⸗ zutauschen. Daraufhin hätten eine Anzahl Gefangener bei der Ab⸗ fahrt des Schiffes Flaschenvosten über Bord geworfen und einige sechzig davon hätte der Direktor auffischen können. Ein anderer Teil sei in die Hände der Behörden von Funchal gefallen und was daraus geworden, wisse man nicht. Der Direktor wollte die von ihm aufgefischten Briefschaften über Spanien an die Adressaten ge⸗ langen lassen. Da aber die Möglichkeit des Verlorengehens und Aufgegrissemverdens, zum mindesten großen Zeitverlustes vor⸗ läge, habe er eine Abschrift der Briefadressen genommen und auch, soweit sie auf der Außenseite vermerkt waren, der Namen der Ab⸗ sender. Er lege diese Liste ein und bäte das Hamburger Haus, es möge seinerseits an alle Adressaten eine Abschrift seines Brie⸗ ses und der Liste senden, damit die in Sorge um ihre Angehörigen in Deutschland lebenden Verwandten bald etwas über sie hörten. Das Hamburger Haus hat danach einige sechzig Abschriften beider Schriftstücke angefertigt und sie an alle Adressaten geschickt. I st das nicht wundervoll, wie sich über Länder und Meere hinweg Deutsche die Hand reichen?— Wenige Tage später kam dann eine Karte von L. aus England, gleich nach der Landung am 22. November geschrieben. Durch die Zensur und die sich dort wohl stauenden Briefmassen ist aber ein Schreiben 20— 28 Tage unterwegs. Auf der Karte bat L. um schleu⸗ nige Sendung warmer Sachen und um 100 Mark für Anzug. Er hatte nichts als eine weiße Leinenhose und Rock an, Durch seinen Flaschenpostbrief waren wir ja darauf vorbereitet, ihm bald etwas Warmes schicken zu müssen, und hatten zu dreien fast Tag und Nacht gestrickt und Sachen besorgt, und als nun am 11. Dezember seine Karte aus England kam, sandten wir sofort 100 Mark und abends noch zwei Pakete ab. Da das Geld ja keine Zensur zu passie⸗ ren braucht, hätte es in acht Tagen dort sein müssen(ein amtliches Antwortschreiben auf eine Anfrage von mir bei einem Auskunfts⸗ bureau in England, bevor wir Nachricht von L. hatten, war nur vier Tage unterwegs gewesen), aber am 27. Dezember schrieb er, daß er das Geld noch immer nicht hätte, und ich fürchte, die Eng⸗ länder haben es unterschlagen. Er bat nochmals um etwas Geld, um sich auch etwas Essen kaufen zu können— demnach leiden sie Hunger—, aber ehe er nicht den Empfang der 100 Mark an⸗ zeigt, schicke ich nichts ab. Ich hatte gerechnet, daß er etwa Neu⸗ jahr die beiden ersten Pakete haben würde, denen allmählich noch vier weitere gefolgt sind. Er hatte aber das eine schon am 27. De⸗ zember und gerade das, was ihm am wenigsten nutzte. Bei der Menge Pakete, die um die Weihnachtszeit dort ankamen, ist es ja begreiflich, daß von den zwei gleichzeitig aufgegebenen eines eher ankommt, als das andere, aber ich denke manchmal, ob den warmen Inhalt des und der anderen, sowie Konserven, Wurst usw. die Eng⸗ länder nicht auch brauchen konnten und L. deshalb nur das eine bekommen hat? Er darf nur allen Wochen einmal schreiben und nur zwei Seiten, da kann ich nicht schon wieder Antwort haben, sein nächster Brief kann frühestens am 8. Januar geschrieben bezw. abgegangen sein. L. ist in Handforth Camp in Cheshire, an der Westküste Englands am irischen Meer, in einer Fabrik unter⸗ gebracht, in welcher ungefähr 2 Gefangene sind. II. 3., 9. 2. 1915 .. Erst gestern erhielt ich eine weitere Nachricht von L., die vom 10. Januar datiert ist. Bis dahin hatte er weder das Geld, noch ein weiteres Paket erhalten. Diese Dinge konnten die Engländer jedenfalls selbst gebrauchen. Er schreibt weiter, daß er und der größte Teil der„Afrikaner“ jetzt auf einem Dampfer interniert sind, der bei Ryde an der Insel Wight liege. Er ist über den Wechsel befriedigt, weil er sich in der Seeluft wohler fühle. Er ahnt ja nicht die teufliche Ab⸗ ficht, die die Engländer danttt verbinden. Die Infel liegt direkt dem Hasen von Portsmouth vorgelagert. Wer den Hafen beschießen will, trifft zunächst das Gefangenenschiff. Die Engländer wollen dadurch verhüten, daß ein Angriff gemacht wird, oder, wenn ein — der Studierenden in die höhere Klasse, die Auszeichnung und Stipendienverteilung usw. Das wird jetzt anders. Einen Teil der Befugnisse wird der Akademische Rat jetzt der 5 N 8 5 . Lehrerversammlung abtreten und diese ist nun aus ihrer bisher passiven Stellung in der Verwaltung zur positiven Mitarbeit auch auf diesem Gebiete mit herangezogen. Der Gedante 15 nahe, den Akademischen Rat überhaupt zu entfernen. Mehrere Lehrer hatten von Anfang an das auch gewünscht. Aber man hat sich schließlich doch dahin ge⸗ einigt, etwa von einem Wahlrektorat abzusehen, da gerade ein Künstler nur selten Lust und Veranlagung für die damit verbundenen Beamtenpflichten hat. Auch aus historischen Gründen hat man den Akademischen Rat beibehalten. Durch ihn steht die Akadémie in einer dauernden, nahen Beziehung zur Krone, die ihr mittelbar und unmittelbar außerordent⸗ liche Vorteile verschafft. Die Abtrennung der Unter⸗ klassen entfernt unnötigen Ballast aus der Anstalt. Man wird die Vorbereitungen mehr den privaten Malschulen überlassen, was vom sozialen Gesichtspunkt aus gleichfalls zu begrüßen ist. In die Akademie aber werden, wie in der Universität, nur gehörig Vorbereitete aufgenommen. Dar⸗ nach besitzt sie nur noch die Zeichen⸗, Mal⸗ und Modellier⸗ säle und die Ateliers. Dieser Wegfall der Unterklassen erhebt die Dresdner Akademie zum Range einer Hochschule. Sie wird ihren alten Namen„Kgl. Akademie der bildenden Künste“ aber weiter führen. Diese Neugestaltung fällt zusammen mit wichtigen Neu⸗ berufungen im Rat und Neuwahlen im Lehrerkörper der Anstalt. Zwei Meisterateliers stehen leer: das von Kuehl und von Prell, zwei Sitze Akademischen Rates sind frei geworden: der Kuehls und Treus. Während des Krieges werden diese Neuaufnahmen kaum erfolgen. Namen sind bisher noch nicht genannt worden. Nur davon wurde gesprochen, daß an Stelle des Meisterateliers für Historien⸗ malerei, das Prell inne hatte, ein Atelier für Monumental⸗ dekorative Malerei eingerichtet werden sollte. Dabei soll wohl auch an Max Klinger gedacht worden sein. Alle diese Fragen schweben aber noch. Nur die beiden Statutenände⸗ rungen hat man soweit durchberaten, daß sie mrr der Ge⸗ nehmigung des Akademischen Rates bedürfen, die in der Stzung vom 16. ds. zu erwarten ist. Die Dresdner Kunst⸗ akademie würde von diesem ab einen neuen Abschnitt ihrer Entwicklung zu datieren n. Es ist zu hoffen, daß ihr mancher innere Konflikt, der bisher unvermeidlich war, künftig erspart bleibt, und daß sie einer neuen Blüte ent⸗ gegengeht. solcher erfolgt, wollen sie bewirken, daß die Deutschen ihre gefangenen Brüder treffen müssen. Sie haben außer⸗ dem ja schon früher geäußert, im Falle eines Seegefechts würden sie die Gefangenenschisse als Kanonenfutter vorausschicken. Der Gedanke, daß L. und die vielen anderen wehrlos hingemordet wer⸗ den könnten von den eigenen Landsleuten, ist ganz entsetzlich. Daß so etwas nur ausgedacht werden kann! Wenn wir uns gegen solche Unmenschlichkeiten wehren wollen, dann steht die ganze Welt gegen uns und schreit, von den Engländern wird aber alles hin⸗ genommen als recht und billig. Gott strafe England tausend und tausendmal! Spielplan des Gießener Stadttheaters. Direktion: Hermann Steingoetter. Sonntag, den 14. Februar, nachmittags 37% Uhr, bei Volks- vreisen: Kinder-Vorstellung;„Tischlein deck“ dich, Esel streck' dich, und Knüppel aus dem Sack“.(Neuheit!) Dramatisches Märchen in 6 Aufziigen von Marie Waldeck. Ende 5¼ Uhr. Abends 7½ Uhr, bei kleinen Preisen:„Grüne Ostern.“ Ende gegen 106 Uhr. Dienstag, den 16. Jebruar, abends 8 Uhr(außer Abonnement), bei Volkspreisen:„Johannisseuer.“ Ende nach 10%½ Uhr. Freitag, den 19. Februar, abends 8 Uhr(12. Freitag- Abonnements-Vorstellung), bei gewöhnlichen Preisen(ermäßigt): „Flachsmann als Erzieher.“ Ende 10 ¼ Uhr. Sonntag, den 21. Februar, nachmittags 3½ Uhr, bei Volkspreisen: Kinder- Vorstellung:„Tischlein deck' dich, Esel streck dich und Knüppel aus dem Sack.“ Ende 5 7½ Uhr. Abends 7½ Uhr, bei klemen Preisen: „Der zerbrochene Krug.“ Hierauf:„Das Versprechen hinterm Herd.“ Singspiel aus den österreichischen Alpen in zwei Bildern von Alexander Baumann. Ende nach 10 Uhr. —————— Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) 8 Es gibt immer noch Müller, die es grundsätzlich ablehnen, den Mahllohn in Geld zu erheben. Und es gibt immer noch Bauers⸗ leute, die sich auf das Moltern einlassen. Ob das Moltern wegen mangelder Uebersicht des wirklichen Müllerverdienstes und der Um⸗ ständlichkeit der Kontrolle für den Landwirt überhaupt in Frage kommen sollte, ist heute belanglos. Unsere Tage brachten dem Landwirt die Beschlagnahme seiner Vorräte. Der Zukauf der in der Müllerei gewonnenen Nahrungs- und Futtermittel ist durch die Preissleigerung derselben erschwert. Er kann nach Abschluß der Verarbeitung der Ergebnisse der neuen sicheren Erhebung über den Nahrungsmittelbestand— womit ein jeder rechnen muß— noch schärseren gesetzlichen Beschränkungen unterworsen werden. Darum ist das Teil seines Getreides, über das dem Bauer Verfügungsrecht bleibt, in jedem Körnlein und jeder Hülse ein un⸗ ersetzliches Gut, und es ist unverantwortlich gegen sich selbst ge⸗ handelt, nur ein Stäubchen davon ohne Notwendigkeit aus der Hand zu lassen. f Helft euch selbst, ihr Landwirte, zvenn euch die Müller nicht entgegenkommen. Es gibt ein ganz ein saches Mittel. Ihr habt es in der Hand. Gebt keinen Sack mehr aus dem Hause, ohne daß vorber Wandel geschaffen ist. Haltet zusammen— der Nachbar leiht schon für ein Geback, wenn dir das Mehl ausgeht— und laßt den Müller, der euch nicht entgegenkommen will, uur ein einziges Mal mit leerem Wagen heimsahren. Wenn er wieder kommt, wird er bestimmt willig sein. L. 3 Märkte. 0 2 Gießen, 13. Febr. Marktbericht. Auf dent heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Piund 1,10—1,20 Mk.; Hühner⸗ eier 1 Stück 13—14 Pfa., 2 Stück 00 Pia. Enteneier 1 St. 0 Pig. 2 St. 00 Pig. Gänseeter 1 St. 0-0 Pig., 2 St. 00 Pig.: Käse das Stück 7—8 Pig., Käsematte 2 Stück 6—0 Pfg.: Tauben das Paar 1,00—1,40 Mk., Hühner das Stück 1,00— 2,50 Mk., Hahnen das Stück 1/00— 2,50 Mk., Enten das Stück 2,50—3,00 Mk., Gänse das Peid. 70—80 Pig.; Welsche 4—5 Mk.; Ochsenfleisch das Ufd. 90—98 Pig., Rindfleisch das Pfund 90—94 Pfg., Kuhfleisch 80—90 Pfg., Schweine · fleisch das Pfund 20— 106 Pig, Kalbfleisch das Uid. 76— 80 Pfg., Hammelfleisch das Pfund 70—90 Big. Kartoffeln 100 Kilo 7,00— Mk., Weißkraut das Stück 10—20 Pig.: Zwiebeln der Zte 12,00— 15,00 Mt.: Milch das Liter 22 Pig. Aepfel der Zentner 15—20 Mk.; Birnen das Piund 12—15 Pig., Nüsse 100 Stück 40—50 Pig.— Marktzeit von 8 bis 2 Uhr. a, Frankfurt a. M., 12. Febr. Heu- und Strohmarkt Man notierte Peu 4, 05,00 Mk., Stroh(Kornlangstroh) 0.00 bis 0.00 Mk., Wirrstroh 0,00—0,00 Mark. Alles je 50 Kilo. Ge⸗ schäft lebhaft. Die Zusuhren waren aus Kreisen Friedberg und Hanau. Heu- und Strohmarlkt: le. Wiesbaden, II. Febr. Man notierte: Heu 4,80 5,50 Mk., Stroh(Richtstroh) 3,30 bis 3,40 Mt., Krummstroh 2,65— 2,30 Wik. Alles per 50 Kilo.— Am Fruchtmarkt war infolge der herrschenden Situation nichts angeboten. — —.—— Kirchliche Nachrichten Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 14, Februar, Esto mihi. Gottesdienst. In der Stadttirche. Vormittags 9¼ Uhr: Pfarrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Abends 5 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Markus⸗ gemeinde gemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Abends 8 Uhr: Vortrag von Pfarrer Julius Werner aus Frankfurt a. M. über:„Der Krieg als Zerstörer und Erneuerer.“ Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Markusgemein de. Dienstag, den 16. Februar, nachmittags 3 Uhr: Frauen⸗ missionsverein. Dienstag, den 16. Februar, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Markusgemeinde. In der Johanneskirche. Vormittags 9¼ Uhr: Geh. Kirchenrat Prof. D. Eck. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. 5 Pfarrer Ausseld. Abends 5 Uhr: Pfarrer Bechtols heimer. Abends 7½ Ubr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Lukasgemeinde. F 8 Abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Johannessaal. Mittwoch, den 17. Februar, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. (Passionsundacht.) Pfarrer Bechtolsheimer. Freitag, den 19. Februar, abends 6 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannesgemeinde. Wartburg, evangelischer Jünglings⸗ und Männer⸗verein. (Diezstraße 15.) Sonntag, den 14. Februar, abends 8 Uhr: sprechung. Dienstag, den 16. Jebruar, abends 8¼ Uhr: Bibelstunde. Donnerstag, den 18. Februar, abends 8 ¼ Uhr: Leseabend. Samstag, den 20. Februar, abends 8 Uhr: Aeltere Abteilung. Vortrag mit Be⸗ Oberhessen und den]“ Vibeltränzchen für schller a Für die jüngere Abtellung jeden Mittwoch von 6—7 Uhr, für die ältere Abteilung jeden Samstag von 6—7 Uhr im Johannessaal. Bibelkränzchen für mädchen aus der Johannesgemeinde. Jeden Dienstag von 6—7 Uhr im Johanuessaal. Sonntags⸗Verein für Mädchen. 4 a Jeden Sonntagnachmittag von 2 Uhr ab Diezstr. 15 p.(An, sprache, Gesang, Spiele, Bibliothek). Evangelischer Gottesdienst. Kirchberg: Sonntag, den 1. Zebruar, vormittags 10 Uhr. Lollar: Sonntag, den 14. Jebruar, nachmittags ½2 Uhr. Daubringen: Mitwoch, den 17. Februar, abends 8 Ubr: Kriegs⸗ betstunde. Dekan Guß mann. * Hatholische Gemeinde. 5 Gottesdienst. Samstag, den 13. Februar: Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr; Gelegenheit zur heil. Beichte. N Sonntag, den 14. Jebr, Sonntag Quinguagesima! Vormittags von 6¼ Uhr an: Gelegenheit zur 91. Veicht. 5 um 7 Uhr: Die ersie heil. Messe. „ um 8 Uhr: Austellung der hl. Kommunion, l * um 9 Uhr: Hochamt. Verlesung des Fastenhirtenbrieses 1 um 11 Uhr: Pl. Messe. Verlesung des Jastenhirten⸗ brieses. Militärgottesdienst. Nachmittags um 5¼½ Uhr: Christenlehre; darauf Andacht, Am Mittwoch wird um 7½ Uhr die geweihte Asche ausgeteilt. Dienstag und Mittwoch abend um 7½ Uhr ist Kriegsbittandacht⸗ Freitag abend um 8 Uhr ist Fastenandacht. Diaspora⸗Gottesdienst. In Grünberg um 9½ Ihr. In Hungen um 9 Uhr. ————.— Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. die Ee E 3 2 33„ Febr. 2 8. 3 8 8 2 E 2832 5 1 3— 8— 2 108 ESE TE A„„„„„ 858 5 2 S 5 358 4 0 5 12% 6,1„ 4 70 2 3 Sonnenschein 12. b. 38,3 2,9 4,7 63 8 2 10 Bed. Himmel 13.% 37,1 1,5 4,8 95. 7 3 0 Höchste Temperatur am 11. bis 12, Februar 1915— 4 6,1 0. Medrigste„„ li,„ Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr.: Den Verkehr mit Brotgetreide und Mehl. Auf Grund des 836 e der Betanntmachung des Bun⸗ desrats vom 25. Januar 1915 in der Fassung vom 6. Fe⸗ bruar 1915 über die Regelung des Verkehrs mit Brotgetreidt und Mehl wird den Händlern, Handelsmühlen, Bäckern und Konditoren in den Landgemeinden des Kreises hiermit ver⸗ boten, Brot oder Mehl außerhalb des Bezirts ihrer gewerb⸗ lichen 3 abzugeben. Ausnahmen hiervon werden bis auf weite r diejenigen Bäcker 1 die ver⸗ 1 Bäckereiwaren an öffentliche Anstalten zu liefern aben. d Diese Anordnung tritt sofort in Kraft. Zuwiderhand⸗ lungen werden mit Gefängnis bis zu 6 Mongten oder mit Geldstrafe bis zu 1500 Mark bestraft. Außerdem kann der Geschäftsbetrieb geschlassen werden. Gießen, den 12. Februar 1915. Großherzogliches Kreisamt Gießen. De. Hfiager. Betr.: Wie ohen. l 9175 An die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.. Auf den Inhalt vorstehender Bekanntmachung sind Beteiligten von Ihnen sofort noch besonders hinzuweisen. Gießen, den 12. Februar 1915. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Usinger. Vekannlmaächung. 5 Betr.: Sicherstellung der Voltsernährung während des Krieges. 2 Unter Bezugnahme auf gleichem Betreffe vom 23. v. Mts., Kreisblatt Nr. 9 von 1915 bringen wir zur Kenntnis der Bevölkerung, daß mit der morgigen Post 3000 Exemplare eines Rrie 349 buchs, sowie zunächst 1000 Cxemplaxe eines Exrnäh⸗ rungsmerkblatts(Ratschläge für die 1 1. 5 herausgegeben von der Zentralstelle für Volks ⸗ wohlfahrt in Berlin, an die Großherzoglichen Bürger⸗ meistereien abgehen werden. Weitere 15000 Exemplare des Ernährungsmerkblatts sind unterwegs und werden gleich⸗ falls zur Verteilung in Kürze folgen. 52 Das Publitum wird in vaterländischem Interesse drin⸗ end ersucht, die in dem Ernährungsmerkblatt und —„ gegebenen Ratschläge zu be⸗ achten und ihnen nachzu leben. Gießen, den 12. Februar 1915, Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V: Hechler. An die Großh. Bürgermeistereien und die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises.* Die den Großh. Bürgermeistereien unter 1— 2 gung der Bepölkerungszahl in den einzelnen Gem, n zugehenden Exemplare des Kriegs kochbuchs sowie des Er nährungsmerlblatts sind alsbald innerhalb der Gemeinde enlsprechend zu verteilen. Es empfiehlt sich, iusbesondere in größeren Gemein⸗ den, bei der Verteilung die Hilfe der Schulen in Anspruch u nehmen, weshalb sich die roßh. Bürgermeistereien mit en Schulvorständen und den Herren Lehrern alsbald dieser⸗ halb in geeigneter Weise ins Benehmen setzen wollen. Die Zahl der den Großh. Bürgermeistereien in ei Tagen noch weiter zugehenden Meßkplätterx ist so bemessen, daß auf jede Haushaltung ein Merkblatt entfallen wird. Bis dahin werden sich benachbarte Haushaltungen mit einem Merkblatt behelfen können. 1 8 Gießen, den 12. Februar 1915. Großherzogliches Kreisamt Gießen Gäste stets willkommen. J. V.: Hechler. Leeiferrin dürfte in keiner Familie fehlen. — unsere Bekanntmachung im derrte und Publikum stimmen darin überein, dass Leciferrin(Ovo-Leelthlu-Elsen) an der Spitze aller Kräftigungsmittel steht. Leciferrin ist nicht nur sehr eneum vou Geschmack und jeleht verdaulich, sondern befördert zugleich auch den Appetit. Leclferrin hebt das Temes pen macht den Körper widerstandsfähig, Tae enf——— gestellt, welkes, schlaffes Aussehen verschwindet, die Gesichtsfarbe wird frisch und rosig. 5 Leelterris kostet Mk. 3.— die Flasche. Leciferrin-Tabletten, von derselben Wirkung wie das flllssige, bequem als Feldpostbrie f zu versenden, Mk. 2.50. 8 138 Zu haben in den Apotheken. Wo nicht erhältlich, wende man sich an alenus chemische Industrie G. m. b. H., ankfurt a. M. 1.(1% 8 1 1 3