Sießener Familienblätter; erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich wennal wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirischaftliche zeitfra Fernsprech-Anschlüsse: sür die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelled l Adresse für Drahtnach- richten: Anzeiger Sießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. 105. Jahrgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. P ˙²˙—A f Donnerstag, II. Februar 1015 Zezugsvreis: monatl. 75 Pf., viertel jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schriitleiter: Aug. Goetz. Berantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge richtssaal: Otto Braun, für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Ein theatralisches Schauspiel der russischen Duma. Eine neue Konferenz der Nordlandsstaaten. 1 Großes Hauptquartier, 10. Februar, vormittags.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Abgesehen von kleineren Erfolgen, die unsere Trup⸗ pen in den Argonnen, am Westabhang der Vogesen bei Ban⸗de⸗Sapt und im Hirzbacher Wald erreichten, ist nichts zu melden. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die vereinzelten Gefechte an der ostpreußischen Grenze entwickel⸗ ten sich hier und da zu Kampfhandlungen von grö⸗ ßerem Umfang. Ihr Verlauf ist überall normal. In Polen rechts und links der Weichsel sind keine Ver⸗ änderungen eingetreten. Oberste Heeresleitung. 8„ Die Kriegssitzung des preußischen Abgeordnetenhauses war ein politisches Ereignis von nicht unwesentlicher Be— deutung. Sie hat uns, soweit wir die Etatrede des Finanz— ministers Dr. Lentze betrachten, unsere Kriegslage von einer neuen, befriedigenden Seite gezeigt, nämlich in der Entwick— lung wirtschaftlicher Zusammenhänge, die durchaus nicht den trostlosen Anblick eines Trümmerhaufens bieten. Wenn auch nach außen manche Tore sich geschlossen haben— im Innern leben die schaffenden Kräfte ungehemmt weiter und sie haben sich einen sprossenden Organismus geschaffen, der aller dunk⸗ len Pläne unserer Feinde spottet. Ein Gradmesser für die wirtschaftliche Stärke und Lebensfähigkeit Deutschlands auch inmitten einer Welt von Feinden ist besonders das hoch⸗ erfreuliche Betriebsergebnis unserer Eisenbahnen, wie es von Dr. Lentze nochmals vorgeführt worden ist.„Das Deutsche Reich wird nicht zugrunde gehen. Es wird ein Hort der Bil- dung, Kultur, Pflichterfüllung und treuester Arbeit weiter bleiben.“ Das waren schöne Schlußsätze, die uns trösten müssen über vieles Leid und harte Schläge, die Tausende von Fa⸗ milien getroffen haben und noch treffen werden. Wenn wir in die Zukunft blicken, die uns der Frieden bringen mag, so schwebt uns kein schattenloses Elysium vor: wir werden Menschen und Kämpfer bleiben. Aber des Volkes Bedürf— nis ist, während die blutigen Schlachten noch toben und die Erde von weltgeschichtlichen Erschütterungen bebt, den inne⸗ ren Burgfrieden zu hüten, bis die neuen Grundlagen ge— schaffen sind für innerpolitische Programme. Daher werden nur Wenige der Rede des sozialdemokratischen Abgeordneten Hirsch etwas Angenehmes abgewonnen haben. Sollen wir jetzt um Wahlrechtsfragen streiten, um Dänen- und Polen⸗ politik, wo über den Grenzen des Reiches die Kämpfe lodern und von des Schicksals Hand den Völkern ihre Rechte und Grenzen zugemessen werden? Der Abgeordnete Hirsch sprach von den Friedensstimmen, die sich mehren müßten. Ja, wir ersehnen den Frieden, aber, wie bekannte Führer der Sozial⸗ demokratie es ebenfalls ausgesprochen haben, einen dau— ernden Frieden, der deutschen Aufschwung und unge— hemmte deutsche Kulturarbeit verbürgt. Der Abgeordnete Hirsch hat nur eine Gruppe jener unentwegten Oppositions⸗ geister vertreten, die in der sozialdemokratischen Partei und namentlich im preußischen Landtag schon immer durch aller- lei Extravaganzen geglänzt haben. Was ihm vom Abgeord— neten v. Heydebrandt namens anderer Parteien vor⸗ gehalten wurde, war sehr berechtigt. Der„Vorwärts“ sucht dem sozialdemokratischen Frak— tionsredner die Stange zu halten, indem er bemerkt, es hätte nach außen nicht der Eindruck erweckt werden dürfen, als ob es keinerlei Meinungsverschiedenheiten im preußischen Volke gebe. Was geht aber denn den Zaren, Sir Edward Grey oder General Joffre das preußische Wahlrecht an und wie denkt sich Herr Hirsch die Wirkung seiner Kundgebung auf diese Herren? Die Wahrheit ist, daß Hirsch und seine Auftraggeber befürchtet haben, es könne jemand den Glauben hegen, ihr Paxteikörper sei in der Zeiten Wetter einer Ab⸗ magerung verfallen. Aus dieser Stimmung heraus sind auch folgende Sätze des„Vorwärts“ entstanden, der dem Finanz- minister nur ein gedämpftes Lob gönnt: „Die Einleitungsrede des Finanzministers beschäftigte sich eigentlich sehr wenig mit dem Etat. Aber gerade das war ihr Vor⸗ zug. Wen interessieren heute trockene Zahlen, die doch keinen An⸗ spruch darauf erheben können, daß sie der Wirklichkeit ent⸗ sprechen. Eine Schätzung, die heute richtig ist, erweist sich viel⸗ leicht morgen schon als falsch. Ob der Wunsch des Finanzministers in Erfüllung geht, dem er am Schlusse Ausdruck verlieh, daß das gemeinsam auf den Schlachtfeldern vergossene Blut zur Mil⸗ derung der Schärfe des Kampfes zwischen den Parteien beitragen möge, wissen wir nicht, das hängt nicht von uns, sondern von unseren politischen Gegnern und nicht zuletzt von der Regierung selbst ab.“ 5 Die Milderung der Schärfe des Kampfes wird wohl von allen beteiligten Faktoren, einschließlich der Sozialdemo⸗ dingungslosen Weise, wie Herr Hirsch es meinte. 2 x 8 kraten, abhängen. Wir wollen die Mehrung der Friedens⸗ stimmen wünschen, freilich nicht in der Richtung 3 innere Friede kann angebahnt werden durch die sozialen Wirkungen unserer jetzigen Volksernährungspolitik. Nicht als ob wir, übertreibend, die Maßregeln des Bundesrates als Schritte zum Sozialismus bezeichnen wollten. Gegen diese Ansicht, die von einigen sozialdemokratischen Führern verfochten und zu Agitationszwecken empfohlen worden ist, 1 * hat der„Vorwärts“ vor einigen Tagen selbst Einspruch er⸗ ben, indem er erklärte, der Sozialismus verlange die Verstaatlichung der Produktions mittel. Aber eine ver⸗ sohnljche, soziale Friedensstimmung könnte sehr wohl von diesen Tagen einer neuen wirtschaftlichen Organisation aus⸗ gehen. Es wird notwendig sein, daß die Besitzenden opfer⸗ willig denen etwas zuteilen, die in Not geraten sind. Draußen, in den Schützengräben, wird das letzte Stück Brot brüderlich geteilt; wenn wir im Reichsinnern unsere Vor⸗ räte an Lebensmitteln haushälterisch zusammenfassen, so daß sie für die Gesamtheit ausreichen, so dürfen wiß unsere Armen, die hohe Preise nicht zahlen können, nicht darben lassen. Luxus und Genußsucht müssen zurücktreten, und die Einfachheit der Lebenshaltung bei allen Bevöllerungs⸗ klassen wird manche überflüssigen Schranken der Klassen— politik hinwegräumen helfen. Die Haltung der sozialdemokratischen Fraktion des preu⸗ ßischen Abgeordnetenhauses wird bei der Mehrheit der deut⸗ schen Sozialdemokratie kaum begeisterte Zustimmung finden. Der„Vorwärts“ muß in derselben Nummer, in der er die Kriegssitzung des Abgeordnetenhauses bespricht, folgende Notiz abdrucken, die in einem fröhlichen Gegensatze steht zu der trotzig düsteren Stimmungsmalerei über preußische Politik: In einem Karlsruher Briefe der„Cannstatter Zeitung“ fin⸗ det sich nach der„Kreuz⸗Zeitung“ folgende Schilderung: „Einen würdigen Auftakt der 3 des Landtages bildete gestern abend ein Empfang der Volksvertreter im Schloß. Um 5 Uhr wurden die Mitglieder der Ersten Kammer vom Groß⸗ herzog und der Großherzogin begrüßt, um 9 Uhr abends stellten sich die Volksvertreter ein, und zwar zum ersten Male vollzählig. Es war ein höchst interessantes Bild, als Großherzog Friedrich auf die Hünengestalt des Sozialdemokraten Geiß, der sich noch vor vier Jahren hartnäckig geweigert hatte, zu Hofe zu gehen, zuschritt und ihm in liebenswürdiger Weise die Hand reichte. Dann kam der bekannte Abgeordnete und„Volksfreund“ Redakteur Wilhelm Kolb an die Reihe, mit dem sich der Landes⸗ fürst in eingehender Weise über städtische Fragen(Kolb ist ja seit einigen Jahren Stadtrat) unterhielt, und dann der Abgeord⸗ nete von Pforzheim,„Genosse“ Stockinger. Letzterer glaubte den Großherzog darauf aufmerksam machen zu müssen, wie in⸗ teressant in sozialistischem Sinne die Jetztzeit sei. Auf dem Pforz⸗ heimer Rathaus stünden neben dem einfachen Fabrikarbeiter im Rathaus der reiche Kommerzienrat, jeder habe denselben Wunsch, anläßlich der Regelung der Brot- und Mehlverteilung seine Brot⸗ karte in Empfang zu nehmen. Das sei auch ein Fortschritt zum Endziel seiner Partei, meinte Stockinger. Schlagfertig parierte der Großherzog mit der Bemerkung:„daß eben außerordentliche Zeiten auch außerordentliche Mittel heischten“. Auch Prinz Max von Baden, der zukünftige Thronfolger, unterhielt sich mit je⸗ dem Sozialdemokraten, von denen nur Genosse Adolf Geck am Erscheinen verhindert war. 5 Die feierliche Eröffnung des Landtags heute früh 10 Uhr vollzog sich in hergebrachter Form, nur mit dem Unterschied, daß an Stelle des üblichen Fracks der Gehrock getragen wurde; lediglich die im Felde stehenden Abgeordneten erschienen in feld⸗ grauer Uniform. Die Leitung der Sitzung in der Zweiten Kam⸗ mer lag in den Händen des ersten Vizepräsidenten, des Sozial⸗ demokraten Geiß, dem die Minister beim Kommen in freund⸗ lichster Weise die Hand zum Gruße boten. Letzterer revanchierte sich durch eine wirklich durch und durch patriotische Rede auf das deutsche Heer und besonders auf unsere braven Badenr. Als-Geiß seine Rede, wie üblich, mit einem Hoch auf den Landes⸗ herrn schloß, liefen zum ersten Male die Sozialdemokraten, unter denen sich auch der„rote Geck“ aus Offenburg, der bekannte Kor⸗ respondent des Berliner„Vorwärts“ und der„Leipziger Volks⸗ zeitung“ befand, nicht zum Saale hinaus; sie blieben auch nicht, wie einzelne ihrer Gesinnungsgenossen im Reichstage, auf ihren Stühlen sitzen, sondern ein müti g erhob sich die gesamte sozial⸗ demokratische Fraktion wie auf ein Kommando und stimmte, man kann wohl sagen mit Begeisterung, in das dreifache Hoch ein; nur der Sozialdemokrat Böttger, der als Vizefeldwebel der Reserve erschienen 75 hielt sich verpflichtet, nicht hoch, sondern dreimal hurra zu rufen.“ 1 „Da der„Vorwärts“ sich hierzu jeglicher Randbemerkung enthält, wird seine rauhe Seele wohl auch etwas verspürt haben von dem erfreulichen und heiteren Stimmungsgehalt, der uns aus diesem parlamentarischen Zeitbild entgegen- weht. *** Der Kaiser bei der Armee Mackensen. Berlin, 11. Febr. Ueber den Besuch des Kaisers bei der Armee Mackensen bringen der Berliner„Lokalanzeiger“ und das„Berliner Tageblatt“ Mitteilungen ihrer zur Ost⸗ armee entsandten Spezialberichterstatter. Im„Berliner Tageblatt“ heißt es u. a. Der Kaiser dankte seinen Soldaten für alles, was sie bisher geleistet, dachte der unzähligen Opfer an Gut und Leben, die das deutsche Volk bisher so willig auf sich genommen und kündigte mit weit vernehm⸗ barer erhobener Stimme an, daß ein ehrenvoller Friede erzwungen werden müsse, ernste aber zuversichtliche Worte. Generaloberst v. Mackensen dankte dem Kaiser für seinen Besuch und gelobte im Namen seiner Untergebenen, daß die II. Armee alles daran setzen werde, um das ihr bisher geschenkte Vertrauen des Kriegs⸗ herrn auch weiterhin sich zu erkämpfen und in Russisch⸗ Polen durchzuhalten, so lange es not tue. Im Berliner „Lokalanzeiger“ heißt es zu der Ansprache des Kaisers: Der Kaiser s zu den Truppen Mackensens von innerer Er⸗ regung gt. Er danlte ihnen für die bewiesenen Bravour⸗ 5 und forderte zu neuer Unentwegtheit und zu neuen Taten auf, denn noch seien die Feinde nicht gänzlich besiegt, aber es dürfe nicht geruht werden, bis sie nieder⸗ gerungen seien. Bei diesen Worten machte der Kaiser mit seinem Reitstock eine so energische Bewegung, daß an seiner eigenen Willensmeinung kein Zweifel bestehen konnte. Kanonendonner in der Nordsee. Berlin, 11. Febr. Wie dem Berliner„Lokalanz.“ aus Rotterdam telegraphiert wird, wurde gestern aus Win⸗ schoten an der Küste der holländischen Provinz Gro⸗ ningen gemeldet, man vernehme dort Kanonendonner v der Nordsee.. Der neue Unterseebootskrieg. Berlin, 11. Febr. Dem„Berliner Lokalanz.“ zufo berichten im Haag aus London eingetroffene holländische Reisende, daß in englischen Marinekreisen allerlei Gerüchte über große Vorbereitungen für den am 18. Februar be⸗ ginnenden Unterseebootskrieg umlaufen. U. a. seien über 100 Norpedobbote und Zerstörer für den ständi⸗ gen Aufklärungsdienst bestimmt worden. Der amtliche französische Bericht. f 43„9. Febr.(Ctr. Frkft.) Die Kriegsberichte vom Diens⸗ ag lauten: Um 3 Uhr nachmittags: In Belgien Artilleriekampf mit Unterbrechung. Ypern und Furnes wurden beschossen. Die bel⸗ Ai Artillerie zerstörte ein Gehöft, dessen Verteidiger flüchteten. uf der Straße von Béthune nach La Bassée hatten wir eine Mühle wieder besetzt, wo es dem Feinde gelungen war, sich ein⸗ zurichten. Soissons wurde mit Brandgranaten beschossen. Auf der ganzen Front der Aisne und in der Campagne erwiderte unsere Artillerie wirksam das Feuer deutscher Batterien. In den Ar⸗ gonnen spielte sich der um Bagatelle entbrannte Kampf in einem der dichtesten Teile des Waldes ab und nahm infolgedessen einen ziemlich verworrenen Charakter an. Die Fronten wurden in ihrer Gesamtheit hüben und drüben behauptet. Die am 7. Februar beteiligten Bestände überschritten nicht 3 bis 4 Bataillone auf jeder Seite. Am gestrigen Tage 2 eines unserer Bataillone. In Lothringen und in den en Artillerietätigkeit. Um 11 Uhr abends: Es wurde kein wichtiges Ereignis gr⸗ meldet. Wir sprengten vor Ville südlich von Craonne einen Minengang, worin feindliche Soldaten arbeiteten, in die Luft. Die deutschen Kriegsgefangenen in Frankreich. Bern, 10. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die 5 Post vermittelte von September bis Ende Januar an di deutschen Kriegsgefangenen in Frankreich 86291 Postanweisungen im Betrage von 1648 781 Franken, ferner 409005 Pakete und 6950 572 Briefe und Karten taxfrei. 5 Der Mißbrauch der neutralen Flagge. London, 10. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Von kom⸗ petenter Seite wird dem Korrespondenten der„Berlingske Tidende“, der noch vor zwei Tagen die Erklärung der deut⸗ schen Regierung als eine bewußte Unwahrheit bezeichnete, nachdem er sich angeblich bei sämtlichen maßgebenden Stel⸗ len zuvor erkundigt hatte, folgendes versichert: Die Admirali⸗ tät hat nicht einen allgem. geheimen Befehl an die briti⸗ schen Handelsschiffe ausgegeben, sondern sie hat nur den englischen Schiffen geraten, auf der Grundlage des all gemein anerkannten Rechtes die neutrale Flagge zu hissen, wenn sie ein Fahrwasser passieren, wo sich deutsche Unterseeboote aufhalten. Die Deutschen hätten sich auch dieser Kriegslist bedient. Nicht nur die„Emden“ bei Penang, son⸗ dern auch verschiedene Patrouillenschiffe und Minenleger seien unter neutraler Flagge gefahren. Auch alle Seemächte hätten dies zu Kriegszeiten häufig getan.— Sämtliche großen Schiffsreeder Liverpools und der anderen englischen Hafenstädten hätten einstimmig erklärt, daß sie diese Verhal⸗ tungsmaßregel für völlig legitim ansähen. Die Behaup⸗ tung sei töricht, daß eine derartige Handlung einen Flecken auf Englands Flagge und Ehre bedeute. Rotterdam, 10. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die niederländischen Schiffahrtsgesellschaften haben infolge der deutschen Kriegsgebietserklärung beschlos⸗ sen, ihre Schiffe besonders kenntlich zu machen. An beiden Seiten der Schiffe soll in großen Lettern der Name stehen, an Deck werden große Holztafeln den Namen des Schiffes und des Heimathafens zeigen; nachts sollen diese Tafeln be⸗ leuchtet werden. Außerdem läßt der Rotterdamsche Lloyd rund um die Schiffe ein breites Band in den Nationalfarbe⸗ malen. Neue Verhandlungen der drei nordischen Reiche. Kopenhagen, 10. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die dret nordischen Reiche haben beschlossen, die in Malmö begon⸗ nenen gemeinschaftlichen Verhandlungen fortzusetzen und über die Frage der deutschen Nordseesperrung sowie de englischen Erklärung zu beraten, die zuläßt und billigt, daß sich die englischen Handelsschiffe der neutralen Flagge bedienen, sowie über die Frage der treibenden Minen in den nordischen Wewässern. Die Zeit der neuen Zusammenkunft ist noch un⸗ bestimmt. Die Nöte Englands. Berlin, 10. Febr.(Priv.⸗Tel.) Die„B. Z. am Mittag“ meldet aus Amsterdam: Nach einem englischen Blatte liegen im Hafen von Liverpool nicht weniger als 42 Schiffe mit Nahrungsmitteln, die infolge des Mangels am Arbeitskräften nicht ausgeladen werden können. Die Arbeiterorganisation verweigert die Zustimmung, daß bel⸗ aische Flüchtlinge als Aushilfskräfte angenommen werden. „ a 1 g o 3 2 verlautbart: %%.. 7... nnn!!! Besprechungen in London. London, 10. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) König Georg hat gestern früh den russischen Botschafter und den russischen Finanzminister empfangen. London, 10. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der fran⸗ zösische Minister des Aeußern Delcasss und der Botschaf⸗ ter Cambon hatten eine Besprechung mit Lord Kit⸗ chener im Kriegsamte. Störung des Kabetverkehrs zwischen Schweden und England. Kopenhagen, 11. Febr.(WTB. Nichtamtlich.)„Na⸗ ttonal Tidende“ schreibt: Das Kabel der Großen Nordischen Telegraphengesellschaft zwischen Schweden und Eng⸗ land ist bei New Castle unterbrochen. Anscheinend liegt nur ein gewöhnlicher Bruch und keine Durchschneidung vor. Man hofft, den Schaden in einigen Tagen ausbessern zu lönnen. Das Reservekabel England— Dänemark ist nicht unterbrochen. Der Heeresetat im englischen Unterhaus. London, 10. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Im Unte r⸗ hause eröffnete der Unterstaatssekretär des Krieges die Aussprache über den Heeresetat und erörterte den über— legenen Charakter des englischen Flugzeuges, das zweimal so lange aushalte wie alle anderen Arten. Er besprach ferner den guten Gesundheitszustand der englischen Armee und den Gefechtswert der Truppen. Die Werbung schreite be- friedigend fort. Der Unterstaatssekretär machte jedoch keine Mitteilungen über die Stärke und Gruppierung der Streit⸗ kräfte, da der Feind dringend wünsche, solche Aufschlüsse zu erhalten. Er wolle keine Andeutung über die Dauer des Krieges machen, wolle aber sagen, daß keiner mutlos sei, keiner, der nicht überzeugt sei, daß schließlich die Verbün⸗ deten die Friedensbedingungen vorschreiben würden. Die Anstrengungen der Nation seien der Vergangenheit würdig; die tapferen Taten des Heeres ständen auf gleicher Stufe mit den Taten, die jemals die Armee vollführte. Walter Long wiederholte die Versicherung, daß die Opposition die Regierung unterstützen werde. Vernichtung eines englischen Dampfers? London, 10. Febr.(Ctr. Frkft.) Die Admiralität berichtet, daß am 6. Februar neun Rettungsboote bei Rye an der Südküste von England gefunden worden sind, die die Aufschrift„Oriole“ trugen. Man fürchtet, daß das Dampfschiff„Oriole“ der Allgemeinen Dampfschiff— fahrtsgesellschaft, das am 29. Januar London verließ und am 30. Januar in Havre erwartet wurde, durch dasselbe deutsche Unterseeboot in den Grund gebohrt worden sei, das auch die„Tako Maru“ und die„Icaria“ ver⸗ nichtet hat. Die Frage der Kohlenbeschaffung für Italien. ü ürich, 10. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Neue Zürcher Zeitung“ schreibt: Laut„Italia“ ist die Frage der Kohlenbeschaffung für Italien weit ernster als die Getreideversorgung. Auf englische Kohle ist nicht mehr zu rechnen, ebensowenig auf amerikanische wegen der un⸗ heuren Frachtsätze. Die Rettung der italienischen Industrie Enn e nur aus Deutschland kommen. Eine Kommission von Wasserleitungs⸗ und Gasgesellschaften wurde von dem Mi⸗ nisterpräsidenten und dem Handelsminister empfangen, daß denen sie die durch die Kohlennot mahelegte und um Abhilfe nachsuchte. * 2* Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien. 10. Febr.(WB. Nichtamtlich.) Amtlich wird 10. Fehr. Die allgemeine Lage in Polen und Westgalizien ist unverändert, die Kämpfe in den Karpathen dauern an. Die Bukowina ist bis zur Su⸗ czawa vom Feinde gesäubert, der stellenweise fluchtartig zu⸗ rückweicht. Mit unbeschreiblicher Freude begrüßt die Bevöl⸗ kerung unsere vorrückenden Truppen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Tauffest im österreichischen Kaiserhaus. Wien, 10. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Im Beisein des Kaisers und sämtlicher in Wien weilender Mitglieder des Kaiserhauses fand heute in Schönbrunn die Taufe des am 8. d. M. geborenen Sohnes des Erzherzogs Karl Franz Joseph und seiner Gemahlin Zita statt. Als Tauf⸗ paten fungierten Erzherzog Maximilian und Erzherzogin Maria Theresia. Der Täufling erhielt den Namen Robert Karl Ludwig. Der Rückzug der Russen in der Bukowina. Budapest, 10 Febr.(WTB. Nichtamtl.) Der — schreibt: Unter dem unbeschreiblichen Jubel der Be⸗ völkerung zogen gestern unsere Vortruppen und Honved⸗ husaren in Suez awa ein. Die Stadt trug Flaggenschmuck. Um 2 uhr erfolgte der Einzug der Nachtruppen. Die Sol⸗ daten wurden auf der Straße von der Bevölkerung umarmt und geküßt. Die Russen haben sich vollständig gegen Czernowitz zurückgezogen. In Radautz ließen sie 200 mohammedanische Soldaten, in Hatna 30 Tscherkessen zurück. Die Städte Kimpolung, N und Suczawa sind in unserem festen esitz. Nach⸗ mittags hier aus Czernowitz eingetroffene Personen berich⸗ ten, daß sich der russische Gouverneur Ewrei now samt seinem Stabe und der ganzen Garnison nach Nowos'ie⸗ litza zurückzog. Unsere Truppen marschieren gegen Czernowitz.* hervorgerufene Lage Aus Bulgarien. Sofia, 10. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Bulgare. Ein Teil der Reserveoffiziere ist zu einer einmonatigen Waffenübung einberufen wor⸗ den, um die Kenntnisse der Offiziere n und sie mit den infolge der jüngeren Kriege in der Armee einge⸗ führten Reformen vertraut zu machen. Sofia, 10. Febr.(WB Nichtamtlich) Nach einer Meldung der„Agence Bulgare“ ist das Mora unbestimmte Zeit verlängert worden. Paris, 10. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Alle ösi⸗ schen Blätter sind sich darüber einig, daß die Macrücht. bi. 275 f 925 babe, e e rische Anleihe aufgenommen, ein sicheres Zeichen dafür sei, es demnächst gegen die Verbündeten 8 werde Eine französische Nationalschule für verstümmelte Soldaten. Paris, 10. Febr.(Meldung der Agence Havas.) Der „Pester U torium auf und Aus der russischen Duma. Petersburg, 10. Febr.(WTB Nichtamtlich)(Du ma.) Präsident Rodzianko erklärte zu Anfang seiner Rede, daß Ruß⸗ land, welches sich bei dem Aufruf des Zaren mit Millionen von Bajonetten bewaffnet habe, nach sechs Kriegsmonaten immer noch aufrecht, stark und unerschüttert dastehe, beseelt von einem ein⸗ zigen und ungeteilten Willen. Rußland mache die Absichten und Anstrengungen seines mächtigen, verschlagenen Feindes zu schan⸗ den. Gleich einem Felsen imbrüllenden Meere, so halte die russische Armee stand, während die tapfere Flotte ohne Auf⸗ hebens an dem großen Werk der Verteidigung des Vaterlandes tätig sei. Der Präsident sagte: Gott wollte unser Geschlecht zum Zeugen des größten Weltkampfes machen zwischen zwei entge engesetzten Grundsätzen, dem des Friedens der Völker und des Rechts auf der einen Seite und dem des gierigen Militarismus und der groben Ge⸗ walt auf der anderen Seite. Rußland wollte und suchte diesen Krieg nicht, aber nachdem Kampf nun einmal ein⸗ gesetzt hat, sollen die Feinde wissen, daß wir vor keinen Opfern zurückschrecken. Wir stehen nicht allein in dem gro⸗ ßen Kampfe. Serbien und Montenegro kämpfen mit uns: sie geben einen Beweis für den Triumph des Geistes über grobe Kraft.(Beifall.) Das tapfere belgische Volk ist als erstes in den Kampf eingetreten, indem es sich nicht um den Ruin gekümmert hat und unerhörte Leiden aushielt. Belgien setzt den Kampf auch heute noch fort. Die Duma grüßt begeistert den Gesandten Belgiens, unseren treuen und erprobten Freund, und das große Frank⸗ reich, das von neuem gegen den Erbfeind kämpft und eine be⸗ wunderungswürdige Tapferkeit zeigt. Ruhm den Helden und Ruhm unseren treuen Freunden!(Beifall.) In diesem Ringen brauchten wir starke und kräftige Verbündete, und in der Tat kämpft das edle und mächtige England für eine gerechte Sache.(Lebhafte Huldigun⸗ gen für den Botschafter Englands.) Der Präsident hob dann hervor, daß alle Bemühungen der Feinde, die dahin gehen, Zwietracht zwischen den Verbündeten zu säen, erfolglos blieben. Der Horizont des Dreiverbandes sei rein und wolkenlos. Die Duma entbiete ihren Gruß den Vot⸗ schaftern Frankreichs und Englands. Auch das ja panische Volk, ein Freund von Recht und Gerechtigkeit, kämpfe mit Rußland zusammen.(Beifall zu Ehren des japanischen Botschafters.) Der Präsident betonte dann, daß das russische Volk in dem gegen⸗ wärtigen Kriege einen Prozeß durchmache, wie ihn die Welt⸗ geschichte noch nicht kenne. Der weise Erlaß des Kaisers heilte sein Volk von dem Uebel, das seine Kraft untergrub, und führte es auf den Weg exleuchteter Mäßigung. Der Präsident schloß seine Rede mit den Worten: Dieser Krieg muß ein siegreicher sein.(Leb⸗ hafter Beifall.) Wir werden kämpfen, bis die Feinde die Friedens⸗ bedingungen annehmen, die wir ihnen diktieren werden. Die ge⸗ samte Duma bereitete dem Präsidenten begeisterte Huldigungen. Nach der Ansprache des Präsidenten Rodzianko ergriff Ministerpräsident Goremykin das Wort und sagte: Jetzt, da sich der glückliche Ausgang des Krieges immer klarer abzeichnet, setzt sich der tiefe Glaube des russischen Volkes an den endlichen Triumph in Sicherheit um. (Rufe: Es lebe unser Heer!) Der heroische Stolz Rußlands ist allen Verlusten zum Trotz so stark wie niemals bisher. Seine Macht nimmt immerfort zu, die Taten unserer Truppen und die wertvollen Dienste unserer Verbündeten, die große Anstren⸗ gungen machen, um den Feind niederzuschlagen, der schon schwächer wird, bringen uns jeden Tag dem ersehnten Ziele näher. Die feste Eintracht aller Russen, die der Krieg hervorrief, ist nach der Er⸗ oberung von Galizien, das die letzte Blüte war, die an der lebens⸗ vollen Krone des Zaren gefehlt hat, stärker geworden.(Beifall.) Nicht weniger erbaulich ist die brüderliche—— zwischen dem russischen und polnischen Volke, das ohne Murren die Prüfungen erträgt, die ihm auferlegt sind. Gleichzeitig wird die Anziehungs⸗ kraft der flawischen Stämme untereinander immer stärker.— Seit den Tagen, an denen ich zum letzten Male zu Ihnen ge⸗ sprochen habe, hat sich vor allem das große Ereignis vollzogen, die Türkei auf die Seite unserer Feinde getreten ist. Aber ihr Widerstand ist schon von den ruhmreichen kaukasischen Truppen gebrochen worden, und die glänzende Zukunft Rußlands am Schwarzen Meere vor den Mauern von Konstantinopel tritt mit immer mehr zunehmender Klarheit zutage! Der Ministerpräsident schloß mit den Worten: Die große Zeit setzt große Probleme auf die Tagesordnung, die un⸗ lösbar scheinen, tatsächlich aber zeigen, daß die Hilfsquellen und Kräfte Rußlands unerschöpflich sind. Sie, die Sie von Ihren hei⸗ matlichen Gegenden hierher gekommen sind, wissen, wie wenig der Krieg das innere wirtschaftliche Leben Rußlands beeinflußt hat. Unser russischer Bauer hat noch nicht seine ganze Kraft ent⸗ wickelt, und gewisse Zweige des nationalen Lebens sind dank des Alkoholverbotes gekräftigt worden. Dieser Krieg hat auch die Frage der Unabhängigkeit unserer Industrie vom Joch der Deutschen aufgeworfen.(Beifall.) Dann bestieg Minister des Aeußeren Sasonow die Rednertribüne. Sasonow erinnerte zu Anfang seiner Rede dar. an, wie er noch vor sechs Monaten von derselben Tribüne dargelegt 2 warum Rußland angesichts des großen Anschlags Deutsch⸗ ands und Oesterreichs⸗Ungarns auf die Unabhängigkeit Serbiens und Belgiens keinen anderen Entschluß hätte fassen können als den. zur Verteidigung des mißhandelten Rechtes zu schreiten. Die rus⸗ sischen Heere marschieren jetzt auf ihr Ziel zu und sichern den glücklichen Augenblick des schließlichen Trium⸗ phes über den Feind, der sich einen leichten Sieg vortäuschte und verzweifelte Anstrengungen macht, der auf alle Mittel zurück⸗ greift, selbst auf das der Verfälschung der Wahrheit, die die deut⸗ chen und österreichisch⸗ungarischen Urheber dieses in so leichtsin⸗ niger Weise entfachten Brandes nicht rechtfertigen wollen: so be⸗ mühen sie sich, ihre Länder und das Ausland zu belügen, indem sie beteuern, daß sie zum Kriege gezwungen worden seien. Es ist unnütz, das alte Lied zu wiederholen, daß Eduard VII. versucht habe, Deutschland durch Feinde einzukreisen, denn die Welt kennt die Friedensliebe dieses weisen Herrschers, der den vollen Ehrgeiz der Berliner Politiker kannte und verstand, daß einzig die An⸗ näherung der Mächte mit gemeinsamen Interessen Europa das sichere politische Gleichgewicht verschaffen können. Auch hatten die Ententen die von König Eduard abgeschlossenen oder vorbereitet wurden, rein defensiven Charakter. Ganz anders war die Haltung der Deutschen in den letzten Jahren, ganz besonders gegen Rußland, während Rußland den Jahrhunderte alten Ueberlieferun⸗ gen guter Nachbarschaft, die es mit Deutschland ehrlich unter⸗ hielt, treublieb. Deutschlandstelltesich Rußlandüber⸗ allentgegen und suchte gegen unser Land die Nachbaren auf⸗ zubringen, besonders diejenigen, mit denen Rußland durch wichtige Interessen verbunden ist, so die fkandinavischen Länder, wo Deutschland Mißtrauen gegen Rußland säte, so Galizien, wo deutsches Geld die ukrainische Bewegung schuf, so Rumänien 4 wo die Deutschen das Bewußtsein der Gemeinsamkeit der rumäni⸗ schen und russischen Interessen zu verdunkeln suchten, so schließ⸗ lich die Türkei, wo die deutschen Intrigen ebenso stark zu⸗ nahmen wie ihr Besitz. Die Deutschen haben das Uebereinkommen von Potsdam und die Versprechen gebrochen, die sie Rußland geben hatten; sie haben versucht, die englisch⸗russischen 5—— zu komplizieren; die gleichen Intrigen entfesselten sie in China apan, glücklicherweise ohne Erfolg zu haben.“ asonow fuhr fort:„Dies alles genügt, um den Wert der Behauptungen der Deutschen zu beurteilen, daß sie von den Mächten des Dreiverbandes eingekreist worden seien. Den lei Wert besitzt die Behauptung, daß nicht Deutschland den eg angefangen habe, denn unwiderlegbare Dokumente beweisen das Gegenteil. Zu den mißgünstigen Erfindungen der Deuts. hören die Gerüchte über Juden pogrome, welche die— 72 chen Truppen angestiftet haben sollen. Ich ergreife die Gelegen⸗ heit, hier von der Tribüne des Parlaments herab kategorisch diese Verleumdung zu dementieren, denn wenn die jüdische Bevölkerung am Kriegsschauplatze gelitten hat, so ist dieser Uebel⸗ stand nicht zu verhindern, denn die Bewohner der khndlicen Gegenden haben immer zu leiden. Im übrigen erklären Augen⸗ gen einstimmig, daß die größten Verwüstungen in Polen das dieser Ministerrat hat beschlossen, in St. Maurice⸗sur⸗Seine eine Nationalschule für verstümmelte Soldaten zu errichten. * 1* rk der Oesterreicher d der Deut ind. D · Botschafter in Wa shin 5 n war e solche Gerichte auszustreuen und in den 8 Staaten eine 1 gesinnte Stimmung zu schaffen, aber der gesunde Menschenverstand der Amerikaner bewahrte diese davor, in die grobgestellte Falle zu gehen. Ich hoffe, daß die guten russisch⸗amerikanischen Be⸗ ziehungen nicht durch die Umtriebe der Deutschen leiden werden. Der Minister fuhr dann fort, indem er auf die Versuche der Deutschen hinwies, Zwietracht unter den Verbündeten zu saen und Gerüchte zu verbreiten, nach denen einer der Verbündeten bereit wäre, einen Sonderfrieden abzuschließen: Glücklicher⸗ weise scheiterte dieser Versuch kläglich. Die Welt weiß, die Einigkeit der Verbündeten unerschütterlich ist und läglich wird. Sie zielt allein auf die Zerstörung der militärif n Mach des Feindes ab, um eine Lage in Europa zu schafsen, die diesem gestattet, sich eines festen Friedens zu erfreuen. Zu diesem Werke trägt jeder der Verbündeten sein Teil bei, indem sie a seitig energisch unterstützen. Die Verbündeten haben die An⸗ strengun Rußlands bewundert, das unzählige Bataillone in den Kampf mit den vorerwähnten drei Reichen auf einer un⸗ geheueren Front entsandte. Unsererseits schätzen wir ungeheuer die beispiellose Tapferkeit der Verbündeten; wir vollkommene Rechenschaft von dieser Unterstützung zu Lande und zu Wasser. Ich erwähne noch Belgien, das heldenhafte, dessen Taten und Leiden ihm unsterblichen Ruhm eintragen. Ich benütze guch die Gelegenheit, inmitten der Vertreter des Landes unseren Verbündeten herzlichen Dank für ihre tätige Hilfe auszusprechen. Unser enges Bündnis hat noch eine andere wichtige Bedeutung und hat sich neulich erweitert durch die Nachricht der finanziellen und wirtschaftlichen Entente, deren Bedeutung für die Erfüllung unserer komplizierten Probleme Ihnen nicht entgehen wird. Es geht aus dieser Entente Rußlands mit seinen Verbündeten hervor, daß sie den Kampf mit Deutschland in dem definitiven Entschluß weiterführen, ihn zu einem guten Ende zu bringen.“ 14 Rumänien übergehend sagte Sasonow: Die rus⸗ lisck⸗rumänischen Beziehungen sind von dauerhafter Stetigkeit. Der Mimister wies auf die russenfreundlichen Kundgebungen hin, die mausgesetzt während des ganzen Herbstes in Bularest und im danzen Lande anhielten, und die feindselige innung der Ru⸗ mänen gegen Oesterreich⸗Ungarn deutlich zum druck brachten. Der Minister fuhr fort: Sie erwarten gewiß, daß ich nun ganz besonders über die Haltung derjenigen am Kriege nicht be⸗ teiligten Länder spreche, denen ihr eigener il gebietet, 0 der Sache Rußlands und seiner Verbündeten anzuschließen. In der Tat hat die öffentliche Meinung dieser Staaten, die für die Ver⸗ wirklichung der nationalen Ideale lebhaft empfindet, sich längst in diesem Sinne ausgesprochen. Sie werden ich auf diese Frage nicht näher eingehe, da ja die Regierungen dieser Länder, mit denen wir in freundschaftlichen Beziehungen sind, noch keine endgültigen Beschlüsse gefaßt haben. Nun, es ist ihre Sache, diese Beschlüsse zu fassen, denn sie allein werden ihren Völkern verantwortlich sein, wenn sie sich eine günstige Gelegenheit der Verwirklichung ihrer nationalen Bestrebungen entgehen lassen. Ich will mit besonderer Dankbarkeit der Dienste gedenken, die Italien und Spanien uns erwiesen haben, indem sie den Schutz unserer Volksgenossen in den feindlichen Ländern übernahmen. Ich hebe noch die gute Behandlung hervor, die Schweden den heimreisenden russischen Opfern deut⸗ scher Gewalttätigkeit angedeihen ließ. Hiervon erhoffe ich mir freund⸗nachbarliche Beziehungen zwischen Rußland und Schwe⸗ den, die wir noch herzlicher ausgestalten möchten. Auf den äußersten Osten übergehend, sagte Sasonow: Die Abmachungen mit Ja van in den Jahren 1907 und 1910 haben im jetzigen Kriege Früchte getragen, denn Japan ist uns. Es hat die Deutschen vom Stillen Ozean vertrieben und si ihres Stützvunktes Kiautschou bemächtigt. Japan hat Uebereinkommen vom 23. August nicht unterzeichnet, weil euglisch japanische Bündnis die Verpflichtung einschließt, keinen Sonderfrieden zut machen. Die deutsche Regierung darf also nicht auf einen Frieden mit Japan hoffen vor einem Frieden mit England und folglich auch mit Rußland und Frankreich. Unsere Beziehungen zu Japan geben uns die Sicherheit, daß die. berungen Japans an China nichts enthalten, was unseren teressen widerspräche. In dem Verhältnis Rußlands zu kann ich eine ständige Besserung feststellen. Die— über die Mongolei werden langsam, aber im freundscha Tone fortgeführt. Ich hoffe, Ihnen nächstens die glückliche Be⸗ endigung und Unterzeichnung des dreifachen rxussisch⸗chin 1 1 ledoch begreifen, daß 5 sisch⸗mongolischen Vertrages mitteilen zu können,. die russischen Interessen wahrt, ohne China zu zu treten Am Schluß drückte Sasonow den Wunsch aus, daß der engss Zusammenschluß aller Russen um den Zarenthron, wie er sich zu Kriegsbeginn geoffenbart habe, bis zur Vollendung des großem nationalen Werkes unveränderlich andauern werde. 85 9 9 Nach der Rede Sasonows, dem die e— Beifallskundgebungen bereitete, gab eine Reihe von ednern Er klärungen ab im Namen der Bauern, der orthodoxen Geistlichkeit, der Polen, Armenier, Esthen, Juden, Letten, Muselmanen aus der Provinz Kasan, die einstimmig anerkannten, daß sich alle in dem gegenwärtigen Augenblick in dem einzigen Gedanken sich vereini⸗ gen müßten, alle Anstrengungen zu machen, um die Macht Deutsch⸗ lands, die Rußland bedroht, zu zerschmettern, und kein Opfer zu scheuen, das sie diesem Ziele näherbringt. Miljukow erklärte im Namen der u. a.: Wir sind überzeugt, daß für die Er⸗ füllung unserer Hauptaufgabe, die Erwerbung der Meer⸗ engen und Konstantino pels, rechtzeitig die nötigen diplo⸗ matischen und militärischen Sicherheiten gestellt werden.(Anhal⸗ 8 1 schla 1 80 15 ei Sitzungsschluß nahm die Duma einstimmig folgende Tages⸗ ordnung an: Die Duma verneigt sich vor den ruhmreichen Taten unserer Krieger, sendet der russischen Armee und Flotte warme Grüße, den Verbündeten ihre aufrichtig gemeinte Ehren? bezeugung, Achtung und Sympathie. Sie drückt das feste auen aus, daß die großen nationalen und freiheitlichen Ziele des gegen⸗ wärtigen Krieges erreicht werden und spricht den unbeugsamen schluß des russischen Volkes aus, den Krieg zu führen, bis die Bedingungen, welche den Frieden Europas und die Wiederherstel⸗ 98 Recht und Gerechtigkeit sichern, dem Feinde aufgezwun⸗ gen sind. 975 Aus dem Reiche. Berlin, 10. Febr.(WTB. Amtlich.) Der„Reich ung, B . Spaziergang im Tier lonferierte mit dem e e 1 die türkische Sondermission in Gegenwart türkischen Botschafters und des Unterstaatssekretärs Zimmermann und hörte die e Vorträge. Essen(Ruhr), 10. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der König von Bayern traf heute nachmittag 5¼ Uhr auf Villa Hügel ein. In der Begleitung des Königs befanden sich außer dem engeren Gefolge der Schwi ohn des Königs, der He von Calabrien, der bayerische iegsminister, Freiherr 2 von Dellenstein. Bandel. Berlin, 10. Febr.(WT. Nichtamtlich.) Die Spiri⸗ tuszentrale gibt bekannt: Nach Beschluß des 1 8 dee gelte wurde der Abschlagspreis von 54 auf 58 5 der Verkaufspreis für prima Sprit von 74 auf 79 Mark und derjenige für vergällten Branntwein einschließlich Brennspiritus in Flaschen um etwa vier Mark für den 88 erhöht. Die Preissteigerung erfolgte, um die fwendungen zu decken, die nach den neuerlichen Verord⸗ nung des 8 2— f mee N 4 reien zur ung ihres Betriebes vornehmlich auf die ante ne von Zucker angewiesen werden. 1 2 5 8 259 9 2 8 5 9 7525 9 Stadt und Cand. Gießen, 11. Februar 1915. » Ausfuhrverbot für Brot und Mehl aus D a und Um die Versorgung der hiesigen Bevölkerung mit Brot und Mehl sicherzustellen, hat der Oberbürgermeister die Abgabe von Brot und Mehl außerhalbder Stadt Gießen untersagt. Auf die diesbezügliche Bekannt- machung in heutiger Nummer wird ausdrücklich verwiesen. * 5* Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Unterossizier Rudolf Böck, Res.-Ins.-Agt. 116, aus Ober ⸗ Lais.— Unteroff. Heinrich Dossmann, Res.-Jnf⸗Rat. 83, aus Marburg.— Gesr. Wilh. Otto, Res.-Inf⸗Rgt. 116, aus Friedberg. — Gejr. 17 Neeb, Res.-Inf.-Rgt. 83, aus Naunheim.— Gesr. Wilhelm Forster, Juf.⸗Rgt. 118, aus Worms.— Unteroffizier der Landwehr Alexander Reuter, 2. Marine-Ins.⸗Rgat., aus Hanau.— Unteroff, wald, Res.-Inf.⸗Rgt. 116, aus Ober-Ramstadt. — Reservist Heinrich Adam Frank, Res.⸗Jeld⸗Art.⸗Rgt. 21, aus Niedernhausen.— Musk. Willy Betz, Inf.⸗Rgt. 140, aus Wies baden.— Kriegsfreiw. Kandidat des höheren Lehramts Alfred Bücher, Res.⸗Inf.-Rgt. 223, aus Bierstadt.— Lt. der L. und Bat.⸗Adjut. Erich Schuster aus Wiesbaden.— Lt. d. Res. Vete⸗ rinär Dr. Hermann VButtron aus Franksurt a. M.— Ref. Friedrich Weitert, Inf.⸗Agt. 188. aus Friedberg. Ritter des Eisernen Kreuzes: Sergt. Max Klieber aus Wetzlar, bei der Stabswache der 22. Res. Div. Musk. Josef Schmidt aus Thalheim, Königs⸗Inf.⸗ Regt. 145. Vizefeldw. OttoH Müller aus Freiendiez, Inf.⸗ Regt. 160. Gefr. Wilhelm Herold aus Neukirchen, Pion.⸗ 2575 19. Vizefeldw. Franz Uhrich aus Kloppenheim, Res.— Inf.⸗Regt. 222. Kanonier Richard Alt aus Wohnbach, FJußart.⸗Regt. 18. Feldwebel Fr. Salzmann, Gefreiter Emanuel Salzmann, Sergeant Chr. Stöhr und Uffz. 9415 Kraus kopf, sämtlich aus Rosenthal. uffz. Wilh. id aus Butzbach, Inf.-Regt. 116. * Postscheckverkehr. Im Reichspostgebiet ist die Zahl der Kontoinhaber im Postscheckverkehr Ende Januar 1915 auf 103 864 gestiegen(Zugang im Monat anuar 796). Auf diesen Postscheckkͤnten wurden im Januar gebucht 1875 Millionen Mark Gutschriften und 1877 Millionen Mark Lastschriften. Bargeldlos wurden 2020 Millionen Mark des Umsatzes beglichen. Das Gesamtgut⸗ ben der Kontoinhaber betrug im Januar durchschnittlich „6 Millionen Mark. Im internationalen Postüber— weisungsverkehr wurden 4,2 Millionen Mark umgesetzt. * Geh. Kirchenrat Schlosser, der bereits vor Beginn des Krieges in den Ruhestand treten wollte, dann aber aus Anlaß des Krieges weiter im Amte verblieb, wird nun am 1. Mai l. J. Gießen verlassen, um nach Frankfurt überzusiedeln. Seine Abschiedspredigt wird er am 18. April halten. ** Ehrung eines Hessen in Wien. Eine hohe Auszeichnung ist Herrn Heinrich Schieferstein aus Lich(Oberhessen), Oberingenieur bei Siemens u. Halske in Wien, zuteil geworden. Für hervorragende Verdienste um die österreichische Armee und Marine auf dem Gebiete der drahtlosen Telegraphie wurde ihm von Kaiser Franz Josef der Franz⸗Josef⸗Orden verliehen. * Stadttheater. Der Vorstellung des Kindermärchens „Tischlein deck dich, Esel streck dich, Knüppel aus dem Sack“ am kommenden Sonntag Nachmittag wird auch die Verfasserin Frau Marie Waldeck beiwohnen.— In der Freitag-Aufführung von Kleists„Zerbrochenem Krug“ wird die Rolle des Licht diesmal von Herrn Bochum gespielt werden, da Herr Ludwig Grosser plötzlich zum Militär einberusen worden ist. ** Bunter Abend. Am 20. Februar, abends 87 Uhr, wird Herr Willy Werner Göttig in der Neuen Aula einen Vortragsabend zugunsten der Spende für die Beschaffung von Sanitätshunden in der Volksküche halten. Die anfänglich in Aussicht genommene Mitwirkung des Bauerschen Gesangvereins hat sich als untunlich herausgestellt, und Herr Göttig wird das Programm allein bestreiten. Bei seiner schon wiederholt im Dienste der Kriegsfürsorge erwiesenen Unterhaltungsgabe werden die Be- sucher sicherlich auch so auf ihre Kosten kommen. Ueber die Not- wendigkeit, den oben genannten Zweck zu unterstützen, braucht nichts weiter gesagt zu werden. * Die Tröstungen der Philosophie im Welt⸗ kriege. Vor einer zwar nicht sehr zahlreichen, aber um so williger aufhorchenden Zuhörerschaft setzte gestern abend im Saale des Hotel„Großherzog von Hessen“ der Dichterphilosoyh Bruno Wille die Art auseinander, wie sich nach seinen Anschauungen das menschliche Denken mit den Erscheinungsformen und Forde⸗ rungen des Krieges abzufinden habe. Es ist im Rahmen eines kurzen Referats unmöglich, dem inhaltsreichen und vielseitigen, fast zweistündigen Vortrag Punkt für Punkt nachzugehen; zumal es dann unvermeidlich erscheinen müßte, zu erhärten, warum zwi⸗ schen Willes Ausführungen und anderen Systemen oder Welt⸗ anschauungen Gegensätze und Meinungsverschiedenheiten bestehen und bestehen müssen. Wille ging aus von der Heldengestalt Fried⸗ richs des Großen, der seine Höhe durch eine bewußte Kultur der Seelenäußerungen gewonnen habe, die sein Vater noch als Schwär⸗ merei bezeichnen zu müssen glaubte, mit anderem, richtigem Worte durch seinen Idealismus. Nie sei derselbe unent⸗ behrlicher gewesen als zur Jetztzeit. Er ermögliche uns, die Haupt⸗ forderung der Stunde, die Heldenhaftigkeit, zu erfüllen. Dieselbe bestehe nicht im äußeren Draufgängertum und der Be⸗ tätigung körperlicher Kraft und physischen Mutes, sondern sie sei eine Sache der Gesinnung. Nietzsche habe das Heldentum als den Willen zur Macht bezeichnet. Der Redner war bestrebt, nachzu⸗ weisen, daß Nietzsche darunter wohl nur den Willen zu den idealen Mächten verstanden haben könne. Aus der Gesinnung der Heldenhaftigteit heraus betrachtet, gewännen alle Aeußerungen unserer gewaltigen Zeit jene Weihe, die man als die Tröstung der Philosophie bezeichnen könne. Das Gebot, nach dem Heldentum der Gesinnung zu streben, zwinge den Egoisten, den krämerhaften, brutalen, nur an der Materie haftenden Daseinswillen den For⸗ derungen eines idealen, individualistischen Selbst unterzuordnen und sein Leben als ein Amt zu betrachten, aus dem heraus ihm Pflichten der verschiedensten Art erwachsen. Das führe folge⸗ richtig zu einer durchaus freien, ungetrübten Vorstellung vom Tode, der nur als eine neue Erscheinungsform des Daseins und nicht mehr als ein Auslöschen, ein Ende, erscheine. Wessen Hand⸗ lungen unter den Gesetzen des besseren Selbst ständen, der könne mit Zarathustra fragen: Was soll ein langes beben, dem werde die Spur seiner Erdentage nicht in Aeonen untergehn. Der Redner beleuchtet dann den Trost, der in der Unabänderlichleit des Schick⸗ sals für die Angehörigen der Gefallenen liege, stellte das Ver⸗ hältnis des Einzelmenschen zu dem Begriff Schicksal heraus, Arntersuchte und begründete die Berechtigung des Tötens im Kriege, ging den verwickelten Zusammenhängen unter den Gefühls vor⸗ gängen* dem Massensterben im Frieden und im Kriege nach und setzte seine Ansichten über Vaterlandsliebe, Volkstum und Nationalität auseinander, Begriffe, die der Erreichung des wahren Menschentums nun und nimmer entgegenständen. Das Erstreben der von ihm entwickelten Begriffe des heldenhaften Charakters bezeichnete der Redner als das oberste Prinzip; wie das Samen⸗ forn in der Erde sein Wesen aufgebe und dadurch erst die Be⸗ stimmung des Hervorbringens neuer Frucht ermögliche, so müsse das Individuum aus der Unterordnung aller egoistischen Triebe unter den Pflichtgedanken den Früchten die Reife ermöglichen, die in der Betätigung der Seelencußerungen schlummern.— Es erhellt, daß der Redner mit seinen Ausführungen gar oft die Grenzgebiete zwischen rein materialistischer Weltauffassung und ttranszendentaler Philosophie streisen mußte. Außerordentlich wohl⸗ tuend berührte dabei die fast zart zu nennende Art, mit der Wille seinen Standpunkt, wenn er das Gebiet allgemeingültiger Begriffe verließ, durchweg sozusagen als Privatansicht, als empfehlenswerte enkform und niemals als apodiktische Norm charakterisierte. Ob er die außerordentlich flüssigen Grenzen der geltenden, aus welcher Weltanschauung auch immer kommenden Moralbegriffe, nicht weiter zugunsten einer Anziehung des Gottesbegriffs hatte überschreiten können, muß unter dem eingangs angeführten Gesichtspunkt un⸗ erörtert bleiben. *Die vereinigten Posaunenchöre von Gießen und Umgegend, die vor kurzem die in der Alten Klinik untergebrachten Verwundeten mit einem Ständchen erfreuten, werden am Sonntag nachmittag von Uhr an in einer Stärke von ungefähr 50 Bläsern im Garten der medizinischen bezw. chirurgischen Klinik spielen, um auch den dort befindlichen Verwundeten eine angenehme Abwechselung zu bieten. * Gefangenenlazarett. In der Kaserne der Maschinengewehrabteilung sind rund 300 Gefangene unter- gebracht. Von diesen sind 120 verwundet und 180 krank. Unter den Gefangenen in Gießen befinden sich rund 50, die für den Militärdienst nicht mehr geeignet erscheinen und als Krüppel zu bezeichnen sind.— Gestern wurden zehn franzö⸗ sische Sanitätsmannschaften aus dem Gefangenenlager zu⸗ rück in ihre Heimat transportiert. 20 Landkreis Gießen. (2) Grüningen, 10. Febr. Gefreiter stud. phil. Jakob Bingel, Kriegsfreiwilliger im Inf.⸗Regt. 222, Sohn un⸗ seres Bürgermeisters, hat in Rußland das Eiserne Kreuz 2. Klasse erworben, sein Bruder beim Landwehr-Regiment 7. Kompagnie 116 erhielt vor einiger Zeit das Eiserne Kreuz in Frankreich.— In der Reichswollwoche wurden 52 wollene Decken gearbeitet und abgeliefert. (2) Lang-Göns, 10. Febr. Offizier Stellvertreter Otto Heidt erhielt das Eiserne Kreuz. Kreis Lauterbach. O Lauterbach, 10. Febr. Die Sammlungen der Reichs- Wollwoche haben hier zu einem derart reichen Ergebnis ge- führt, daß es unmöglich ist, mit den zu Gebote stehenden freiwilligen Hilfskräften die Berge von getragenen Kleidern und Wollsachen zu verarbeiten. Es mußte daher ein großer Teil nicht geeigneter Stoffe an einen Händler verkauft werden. Der Erlös soll dem Roten Kreuz zufallen. Auch in den Gemeinden des Kreises wurde eifrig gesammelt. Auch dort harren noch ganze Wagen Wollsachen der Verarbeitung. Kreis Schotten. Aus dem Vogelsberg, 10. Febr. Neben dem Flachsbau, der in unserem Vogelsberg früher in hoher Blüte stand und dessen Kultur völlig eingeschlafen ist, hat man auch in manchen Gemeinden die Schafzucht und damit die Produktion der Wolle abgeschafft. Man glaubte, besser zu wirtschaften, wenn man die Grasbestände, die den Schafen zur Weide dienten, versteigerte. Die e Woll- bezw. Garnpreise, die der Weltkrieg geschaffen, geben eine andere Lehre. Bisher kaufte man das Pfund Wollgarn zu 2.80 bis 3 Mk., jetzt bezahlt man dafür 4.50 bis 5 Mk. Welche große Beträge für Wollgarn jährlich und namentlich jetzt in den Gemeinden hinausgehen, in denen man keine Schafzucht mehr treibt, kann jedermann leicht ermessen. Allerdings steht im oberen Vogelsberg mit seinen vielen Weiden die Schafzucht noch in Blüte. Kreis Friedberg. (h) Friedberg, 10. Febr. Bei Dorheim überfuhr der Hungener Frühzug den Ackerknecht Wilhelm Meier aus Althaldensleben und tötete ihn auf der Stelle. Wie das Unglück herbeigeführt wurde, konnte noch nicht festgestellt werden.. Starkenburg und Rheinhessen. Darmstadt, 11. Jebr. Der hiesige Oberbürgermeister erläßt zur Sicherung der Brotversorgung im Anschluß an die Bundesratsverordnung eine ausführliche Bekanntmachung, nach welcher 1. alles im Gebiet der Stadt Darmstadt vorhan⸗ dene Brotgetreide und Mehl zugunsten der Stadt beschlag⸗ nahmt wird. Jede Abgabe nach außerhalb des Stadtgebietes ist verboten. 2. Diese beschlagnahmten Vorräte bleiben in Verwahr der Besitzer, welche für den Bestand und dessen Güte haftbar sind. 3. Händler dürfen monatlich Mehl bis zur Hälfte der früher veräußerten Menge verkaufen, maßgebend ist hierfür die Zeit vom 1. bis 15. Januar d. J. Bäcker und Konditoren dürfen dreiviertel des Quantums, das sie täglich in der Zeit vom 1. bis 15. Januar verbrauchten, verbacken. 4. Auf einmal darf nicht über zwei Pfund Mehl zum sofortigen Verbacken 3 wer⸗ den. Für die Abgabe von Brot hat die städtische Verwaltung die Ausgabe von Brotkarten beschlossen. Sie verzeichnet den behördlich festgestellten Verbrauch des Käufers für eine be⸗ stimmte Zeit. Ueber die verzeichnete Menge hinaus darf kein Brot abgegeben werden. Für Speisehäuser, Gast⸗ und Schank⸗ wirtschasten und andere gemeinnützige Anstalten wird von Fall zu Fall entschieden. 5. Vermittelungsstellen bleiben wie bisher nach Wahl die Mehlgroßhändler oder Innungen, oder die Ein⸗ kaufs⸗ und Konsumgenossenschaften. 6. Es dürfen nur Ein⸗ beitsbrote gebacken werden und zwar sog. Kriegsbrot im Verkaufsgewicht von 2 und 4 Pfund, sowie Weißbrötchen usw. mit höchstens 70 Prozent Weizenmehl und 30 Prozent Roggenmehl, Verkaufsgewicht nicht über 100 Gramm. Das Verkaufsgewicht muß bei diesen Einheitsbroten 24 Stunden nach Fertigstellun vorhanden sein. Das Backen und der Verkauf von Milchgebäck i verboten. Die Herstellung von Weizenschrotbrot kann— beson⸗ dere Fälle gestattet werden. 7. Außer den in 6 angeführten Ein⸗ heitsbroten dürfen nur noch Zwieback und reine Konditorwaren hergestellt werden. Bei letzteren dürfen höchstens 10 Prozent der ganzen Gewichtsmasse an Weizen oder Roggenmehl verwendet werden. Gegen Zuwiderhandelnde ist Gefängnisstrafe bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bis 1500 Mk., oder ev. Gaschäftsschluß angedroht. 0 a. M., 11. Febr. Bei der am 6. Februar durch Nachfrage von Haus zu Haus vorgenommenen Ar⸗ beitslosenzählung wurden 429 Personen als arbeits- los ermittelt. Da ein großer Prozentsatz hiervon lediglich erkrankte Personen sind, kann der Stand der Arbeitslosig⸗ keit— selbst unter Hinzurechnung der 55 von der Stadt beschäftigten Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr mit 756 Arbeitslosen als sehr günstig bezeichnet werden. O Mainz, 10. Febr. In der heutigen Sitzung der Stadt- verordneten wurde für den„Roten Halbmond“ eine Spende von 5000 Mk. einstimmig bewilligt.— Für die zweite Bauperiode der Erweiterung des Gaswerkes wurden 1207 250 Mk. bewilligt. Bei der Beratung eines Erlaß einer Ortssatzung für, das Gewerbegericht wurde von der sozialdemokratischen Fraktion bean- tragt, die Beisitzer des Gertchts von, 2 auf 4 zu erhöhen. Dieser Antrag wurde abgelehnt und beschlossen, es bei zwei Beisitzern wie bisher zu belassen.— Für die, Anschaffung einer Hasenbahn-Loko⸗ motive und Erweiterung des Lokomotivschuppens wurden 36 000 Mk. bewilligt. Kreis n. w. Wetzlar, 10. Febr. m ndrat Dr. Sarto⸗ rius— 3 2 der Charakter als Geheimer Regie- rungsrat verliehen. N dessen. Nassan.. Marburg, 10 Febr. Auf Einladung des Magistrats den Stadtsälen eine von weit über estern abend in F080 re uen aller Stände besuchte Versammlung 5 einleitenden Mitteilungen der Herren Ober⸗ 5 ter Troje und Beigeordneter Müller über die Kriegsfürsorge sprach Frau Professor Rade in etwa einstündigen Ausführungen über die Frage:„Wie können wir Frauen unserem Volke zum Siege verhelfen?“ Sie mahnte gegenüber den englischen Aushungerungsplänen zur größten Sparsamkeit in den einzelnen Haushaltungen, zur Nutzbarmachung aller zur Verfügung stehenden Nähr mittel, befürwortete die Abgabe der Haushaltsabfälle an die Vieh⸗ halter und schloß sich der Aufforderung des Magistrats an, alle brachliegenden Plätze gartenwirtschaftlich nutzbar zu machen. Weil infolge des großen Andrangs die Polizei die Türen schließen mußte, soll die Versammlung wiederholt werden. (b) Frankfurt a. M., 10. Febr. Der Präsident der l Handelskammer, Geheimer Kommerzienrat ean Andree-Passavant, ist heute nachmittag nach kurzem Leiden im Alter von 73 Jahren verstorben. De Verschiedene gehörte der Handelskammer seit 1888 an; ihr Präsidentenamt bekleidete er seit dem Jahre 1900. Frank- furts Handelswelt verliert in Andree einen ihrer hervor⸗ ragendsten Förderer und weitblickendsten Kaufherrn. (h) Frankfurt a. M., 10. Febr. Ein ungenannter Bürger hat der Stadt für das Volksbildungsheim 100000 Mark geschenkt. Die Zinsen dieses Kapitals sollen während des Krieges der Kriegsfürsorge zufließen. Nach dent Kriege sollen die Zinsen mit je 300 Mark an je zehn in der Erwerbstätigkeit beschränkte, kriegsbeschädigte Familienväter bis zu ihrem Ableben gezahlt werden. Beim Ableben eines der Bedachten fallen die Zinsen dem Fonds des Volksbildungsheimes zu.— Vom 12. Februar ab wird für die Stadt Frankfurt das Einheitsbrot eingeführt. Das Brot darf nur als Zwei- und Vierpfünder⸗Laib ver⸗ kauft werden. Dem Roggenmehl sind zwanzig Prozent Zusatz beizufügen. Der Verkauf des Brotes darf erst zwei Tage nach seiner Herstellung erfolgen, zunächst am 15. Februar. Den Bäckern wird ausnahmsweise gestattet, Sonntag, den 14. Februar, von morgens 712 Uhr zu backen. X. Hanau, 10. Febr. Der Landrat des Landkreises Hanau hat die bisherigen Höchstpreise für Speise⸗ lartoffeln erhöht, so daß diese nunmehr betragen für bessere ausgewählte Sorten 7,80 Mk., für alle anderen Sorten 6,80 Mk. pro Doppelzentner.— Vom Magistrat der Stadt Hanau ist den Händlern, Bäckern und Konditoren die Abgabe von Brot und Mehl außerhalb des Be⸗ zirks ihrer gewerblichen. verboten worden. Usingen, 10. Febr. Wie der Landrat des Kreises Usingen amtlich bekannt gibt, wurden aus dem Kreise bereits 60 Landwirte der Staatsanwaltschaft ange⸗ zeigt, weil sie ihren Pferden täglich mehr als 2 Pfund Hafer— die behördlich vorgeschriebene tägliche Futtermenge — verabfolgt haben.— Das Verfüttern von Hafer an Zucht⸗ bullen wurden ebenfalls auf Grund einer ministeriellen Ent⸗ scheidung verboten. —— Letzte Nachrichten. Zur deutschen Blockadeerklärung. 1. Köln, 11. Febr. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der olländischen Grenze:„Central News“ melden in einem elegramm aus Washington unterm 10. Februar: Präsi⸗ dent Wilson bestreitet die Meldung, wonach er im Namen der neutralen Staaten Einspruch gegen die Er⸗ llärung der deutschen Admiralität über das Kriegsgebiet erheben werde. Wilson erblickt in der Erklärung nichts weiter als eine wohlwollende Warnung an die Neutralen vor der Gefährdung bestimmter Seegebiete. i. Köln, 11. Febr. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Zürich: Aus Mailand wird hierher teleg iert, daß in Rom in gutunterrichteten Kreisen das Gerücht für un⸗ richtig erklärt wird, wonach Jrtalien Schritte bei der deutschen Regierung tun wolle, um die Freiheit der neutralen Schiffahrt in der Nordsee zu verbürgen. Es verlautet, daß Deutschland Weisungen getroffen habe, italienische Kohlenschiffe nicht zu behelligen. Russische Verluste in den Karpathen. K. K. Kriegspressequartier, 11. Febr. Nachdem der Durchbruchsversuch starker russischer Kräfte im Raum von Dukla abgewiesen ist, steht jetzt der äußerste Westflügel der russi⸗ schen Karpathenkräfte längs der Grenzhöhen. Der russische Sturm scheint gebrochen. Die Verluste der Russen in diesem Bruchteil der Karpathenfront berechnet sich wie folgt: Bei dem Sturmangriff auf Lipno am 28. Januar verloren die Russen 1600 2 darunter 2 Oberstleutnants, und ebensoviel an Toten und 2 wundeten, insgesamt über 3000 Mann. Der abgeschlagene Angriff auf den Berg Kasteli in der Nacht vom 4. Febr. kostete den Russen über 1000 unverwundete Gefangene, 1500 Tote und Verwundete. Von der 48. sibirischen Truppendivision kehrten nur 500 bis 600 Mann zurück. Aehnlich hoch waren die Verluste weiter östlich in der nächsten Umgebung des Duklapasses, so daß ihre Gesamteinbuße auf 10 000 Mann veranschlagt werden kann. Die Verbündeten ge⸗ winnen den schwierigen Gebirgsverhältnissen entsprechend langsam aber ständig Boden. Nach Aussage von Gefangenen wurde ein dort stehendes russisches Infanterieregiment wegen Meuterei dezi⸗ miert, ein zweites in plombierten Wagen nach Lemberg abgescho⸗ ben. Alle bestätigten die enormen Verluste in den letzten Kämpfen und sagten ferner aus, daß sie drei Tage ohne warme— seien, nur alle 6 Tage schwarzes schlechtes Brot bekämen un seit 3 Monaten keine Löhnung erhalten hätten. Viele seien nach nur 15tägiger Ausbildung an die Front geschickt worden. Die Mehrzahl trug unter dem Militärmantel Zivilkleider.(B. Tabl.) Die Lage in Albanien. i. Köln, 11. Febr. Die„Köln. Ztg.“ berichtet von der holländischen Grenze: Aus Brindisi wird aus zuverlässigen Quellen gemeldet, daß es bestimmt feststehe, daß in Albanien allgemeine Anarchie herrsche. Ueberall treiben sich mor⸗ dende und plündernde Banden herum. Aus Cetinje wird dem „Messagero“ gemeldet, daß die Feindseligkeiten zwischen Montenegrinern und Albanesen in ständigem Wachsen seien, und daß es täglich zu Zusammenstößen komme. — J —̃ W EN 0 FIRITZNOMWAC Ausstattungsgeschäft und Wäsche- Fabrik. zu decken, da die Preise der meisten A Reservist der 7. Komp. erhaltenen Verwundung kurze Ze (Frankreich) seine Liebe zu Kaiser 5. 72 2 a„ Prima feinste holländische Schellfische u. Kabliau in tadellos frischester Ware soeben eingetroffen u. billigst bei Lolonialwaxen, Delikatessen und Weinhandlung Just Wallenfels Telephon 202 Gießen 11³⁸ Bestellungen erbitte nur frühzeitig. 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Die Lieferung der Brenumateriallen für die sämtlichen staatlichen Anstalten und Behörden im Großherzogtum Hessen auf die Zeit vom 1. April 1915 5 bis 31. März 1916 soll nach Maßgabe des Erlasses Großh. Ministeriums vom 16. Juni 1893, das Verdingungswesen betr., vergeben werden. Die Lieferung umfaßt etwa: Steinkohlen(versch. Sorten) 17686 t Anthrazit. 5 1138 Anthrazit-Eiformbriketts 2801 t Zechenkoks(versch Sorten) 6923 t. Gaskoks(versch. Sorten) 1838 t· Steinkohlenbriketts. 37 t; Braunkohlenbriketts 399 t 28 296 t Versiegelte, mit der Aufschrift„Kohleneinkauf“ versehene Angebote sind portofrei bis spätestens 22. Februar 1915, vormittags 10 Uhr, an unterzeichnete Bergwerksdirektion einzureichen, zu welchem Zeitpunkte Eröffnung der eingelaufenen Angebote stattfindet. Die für die Lieferung geltenden Bestimmungen samt Verteilungsplan usw. liegen auf unserem Amtszimmer, Gutenbergstraße 1, zur Einsicht offen, sie können auch, so lange Vorrat reicht, gegen porto⸗ freie Einsendung von 3,50 Mk. in bar bezogen werden. Friedberg(Hessen), den 9. Februar 1915. Großh. Bergwerksdirektion. 1300 D Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Hattenrod für 1915 Ri. liegt eine Woche lang vom 16. bis 22. Februar 1915 auf dem Bürgermeisterei⸗Bureau dahier offen. Die Beteiligten können innerhalb dieser Frist den Voranschlag einsehen und bei dem Bürgermeister schriftlich oder zu Protokoll Einwen— dungen gegen den Inhalt vorbringen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen worden, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Hattenrod, den 10. Februar 1915. Großh. Bürgermeisterei Hattenrod. Rock. * 0 Holzversteigerung. Donnerstag, den 18. Zebruar l. Js., vormittags 9 Uhr, werden bei Gastwirt Lenz zu Aßenhain aus den Distrikten Heegberg 1. 2, 3. Sauplatz, Timmelberg 11 (Abtriebsfläche), Schmidtbusch 3 und Gr. Finkenwald der Forstwartei A 22 vexsteigert: N 1357 Stämme, Eichen: 1 Stück 4. Kl.= 0,86 Istm., 20 Stück 6. Kl.— 4,67 Fm. Buchen: 1 Stück 1. Kl.(75 Ztm.) 1,15 Fstm., 2 Stück 2. Kl.(52 Ztm.= 3.11 Istm., 1 Stück 3. Kl.(48 Zim.)— 1.27 Istm. 5 Kiefern 2. und J. Kl. 710 Iftm.; Fichten: 1 Stück 2 Kl.(44 Zim.)= 3 Fstm. 1 Stuck 3. Kl 521 Fstm, 5 Stiick 4. Kl.= 4 Fstm., 28 Stück 7 Kl.= 15 Fstm., 86 Stück 55 Kl.= 19 Fstm., 75 Rm. Eichennutzscheiter(25 Mtr. lang, Ferner Breun holz: cheiter, Rm. 87 Buche, 58 Eiche(rund, Wagnerbolz), 2 Birte xund, 2 Linde, 14 Kiefer, 21 Fichte; Knüppel, Nm.: 75 Buche, 71 Hainbuche, 41 Eiche, 6 Birke, 4 Kirsche, Asve, 2 Linde; Reisig, Nm. 658 Buche, 240 Eiche, Birke; Stöcke, Rm. 121 Buche, 76 Eiche, Birke. Auskunft erteilt Großh. Jorstwart Edelmann zu Merlau(Post Micke). Grünberg, den 9. Februar 1918 G„Oberförsterei Ni. 1 roßh 5 412 eder⸗-Obmen Räumungs-Ausverkauf In allen Abteilungen sind grosse Posten zu extra billigen Preisen ausgelegt. Es empfiehlt sich, den Bedarf auch für später Prozent teurer werden 2 Ach, Vater seiner Kinder, unser guter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel fürs Vaterland gestorben ist. und Kinder Familie IH. Binz Familie Familie Familie Allendorf a. d. Lahn, 10. Februar 1915. In Frankreichs Erde ruht unser Glück, Per treue Gatte und Vater Kehrt nimmermehr zurück. viel zu früh verließ er hier die Seinen, Die in der fernen Heimat um ihn weinen. Nach fünf Monaten sorgenvollen Wartens erhielten wir die traurige Nachricht, dass mein innigst geliebter, herzensguter, unvergesslicher Gatte, der treu sorgende Ludwig Steinmüller Wehrmann, Gefreiter im Inf.-Regt. 116, 10. Komp. im 34. Lebensjahre auf Frankreichs Erde den Heldentod In tiefem Schmerz: Frau El. Steinmüller, geb. Hahn Ww. Kth. El. Steinmüller Familie Jakob Hahn Ph. Steinmüller H. Steinmüller F. Steinmüller. Wer ihn gekannt, wird unsern Schmerz ermessen, Was er uns war, wir werden's nie vergessen. 1886 A Schwiegersohn, 1 Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat durchberatene Vor— anschlag der Gemeinde Röthges für 1915 Ri. liegt vom 15. Februar 1915 ab eine Woche lang auf dem Bürgermeisterei-Bureau dahier zu jedermanns Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder mündlich vorgebracht werden. Umlage beschlossen ist, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Röthges, 10. Februar 1915. Großh. Bürgermeisterei Röthges. Meckel. Bekanntmachung. Mit Rücksicht auf die durch Einberufüng zum Heeresdienst neu eingetretene Verminderung unserer Arbeitskräfte sehen wir uns genötigt, vom 4. d. M. ab den Verkehr des Publikums bei unserer Kasse wieder auf die Vormittagsstunden zu beschränken. Die Zahlstunden finden daher bis auf weiteres nur werktäglich vormittags von 8—1 uhr statt. Gießen, den 3. Februar 1915. Der Vorstand der Bezirtssparkasse Gießen. Zacheis. 1117 1355 Es wird bemerkt, daß die Erhebung einer M. 1 „Warm zu empfehlen ist Zucker's batent-Medi- zinal.- Seife gegen unreine Haut, Mitesser, Pickel, Knötchen. Pusteln usw. Spe zial⸗Arzt Dr. W.“(In dre Stärken, à 50 Pf., M. 1.— u 1.50). Dazu Zuckocoh- Creme 60 u. 75 Pf.. In der Univers.⸗Apotbeke, Hirsch⸗ Apotheke, bei Aug, Noll, C. Seibel. W. Kilbinger, O. Schaaf, E. Karn, Erust Noll u. W. Schrader, Otto en, bi Drog. 8 Union-Theater Seltersweg 81. Nutzholz⸗Verkauf. Freitag, den 12. Februar ds. Js., von vormittags 10 Uhr an, soll im Sichertshäuser Interessenten⸗Wald versteigert werden: 200 Eiche-Abschnitte von 2 bis 12 Meter Länge und 14 bis 57 Zentimeter Durchmesser mit 54,40 Festmeter, 320 Stück Fichte⸗Stangen 1.—4. Klasse. Der Waldvorstand: Ruppert. 1319 Königl. Oberförsterei Gladenbach verkauft Dienstag, 23. Februar 1915; von morg. 11 Uhr an, im Gasthaus Petersburg zu Weidenhausen aus Schutzbezirk Seibertshausen[Hegemeister Schorff zu, Weidenhausen) Lochen Stm. 1 A V.% Fütm., BAV. 5,27 Fstm., 605 V. 11,57 Fstm., Stan. 36 J., 1 II., 1 Rm. Scheit, 12 Rm. Knüpp. Ruchen Stm. 3A III. 209 Fstm., 3IA IV. 188 Fstm., 494 V. 14,10 Fsim., 1B III. 0,48 Fstm., 198 IV. 11,64 Fstm, 768 V. 27,02 Fsim. Birken Stm. 1B IV. 0% Istm, 25 V. 3,37 Fstm. Elehen Stm. 1A IV. 0 12 Fyitm. Hrubenholzst. 66— 10.30 Fstm, 7 Rm. Nußscheit, 10 Rm. Nutzknüpp, Nadelholz(meist Fi.) Stm. 20 II. 2,45 Fstm. 17e III. 1237 Fsim, Ste IV. 1877 fim Stan. I.—III. nB Amtliche Mitteilungen der Handelskammer Gießen. Stofflieferung. Das Arbeitsamt in Darmstadt benötigt große Mengen schwarzen und blauen Militärdrell, entschlichteten Roh- köver in 83/84 em Breite, Rucksackstoff und Oeltuch für Einlagen sowie Stoff für Salzbeutel. 1354 fferten(nur schristlich, mit Angabe des Vorrats, der Lieferzeit und bedingungen und des allerbilligsten Preises ind umgebend an das Arbeitsamt DTarmstadt, Wald- BIstraße 19, zu richten. Muster werden nicht zurückgegeben. Während d. Kriegs- 0 zeit sind jeden Mittwoch, Donnerstag und Freitag billige Tage III. Pl. 24 J, II. Pl. 40 J, I. Pl. 60 O, mit ungekürztem Programm. bores 12.. Cn. L. fl. 8 ½. II. Ktzäh.. aadtheaber diager Dir.: Hermann Steingoetter. Freitag, 12. Febr. 1918 abends 8 Uhr 11. Freitag⸗Abonn.⸗Vorstellg. Gewöhnl. Preiselermäßigt) Philotas Ein Trauerspiel in einem Aufzug von G. E. Lessing. Hierauf: er Aerbrochene Urug Lustspiel in einem Aufzug ü. Heinrich von Kleist. Ende 10¼ Uhr. Soldaten vom Feldwebel ab⸗ wärts zahlen bei allen Vor⸗ stellungen guf 2. u. 3 Parkest nur balbe Preise. 1349 0